Interviews mit unseren Reiseleitern

"Myanmar in Kinderschuhen."

Reiseleiterin Nang Lao Kham im Interview

Die erste Reise ohne Eltern – welche Erinnerungen haben Sie daran?
Beschwerliche und herrliche. Es ging mit dem Zug von Lashio nach Mandalay und die Fahrt war sehr lang, sehr anstrengend (die Züge waren nicht sehr komfortabel) uns sehr eindrucksvoll! Wir durften wunderschöne Berglandschaften genießen und ein besonderes Erlebnis war die Überfahrt über eine 300 Meter tiefe Schlucht auf dem Gokteik-Viadukt – überwältigend!

Und diese Erlebnisse wollten Sie den Gästen Myanmars als Reiseleiterin präsentieren?
Haha, ja, so könnte man meinen, denn Reisen ist wirklich meine Leidenschaft geworden und als Reiseleiterin bin ich eine Vermittlerin meines Landes – das macht es doppelt schön: Wir Reiseleiter dürfen unseren Gästen Land, Leute und Kultur näher bringen. Ja, dieser Beruf hat eine große Bedeutung für mich.

Hat sich viel verändert, seit Ihre ersten Gäste mit Ihnen als Reiseleiterin das Land bereisten?
Oh ja! 1995 war ich das erste mal unterwegs als Reiseleiterin. In jener Zeit steckte der Tourismus in Myanmar noch in den Kinderschuhen. Man traf unterwegs nur selten andere Reisegruppen, es gab nur wenige Autos und in ganz Bagan gab es nur vier Hotels. Alles war noch sehr einfach und ursprünglich. In Bagan konnte man einfach auf alle Tempel klettern und die Tempellandschaft bewundern. Mit der Zunahme der Reisegäste litten viele Bauwerke Bagans und so darf man heute nur noch auf fünf Tempel steigen. Aber, bevor es jetzt trübe klingt: Bagan und noch viele weitere Regionen in Myanmar haben ihren ursprünglichen Charakter in weiten Teilen erhalten können und das wichtigste ist sicherlich, dass Burmesen wahrlich gastfreundliche Menschen sind – vor 20 Jahren wie auch heute!

Gibt es in Myanmar „die“ Orte, die man auf eine Reise gesehen haben muss?
Es mag banal klingen, aber ganz klar Bagan und den Inle-See. Bagan ist nun einmal eine ”der“ großen archäologischen Stätten in Sudostasien mit seinen zahlreichen Tempeln, Pagoden und über 900 Jahre währender Kultur. Und natürlich sollte jeder Reisende mit dem Boot auf dem Inle-See unterwegs gewesen sein. Auf dem See folgt man in der malerischen Natur den Spuren des Inntha Volkes, bewundert sie, wie sie mit einem Bein rudernd in ihrem schwimmenden Garten beschäftigt sind und auf den Wasserdörfern leben.

Haben sich auf diesen Rundreise auch Freundschaften mit Einheimschen entwickelt?
Ja, sicherlich. Ich habe im Laufe der Jahre auf unseren Reisen mit Gebeco viele Einheimische kennengelernt. Bei uns sagt man „Myanmar ist nicht arm, der Reichtum ist nur nicht richtig verteilt“. Unsere Bewohner auf dem Land sind arm, aber sie sind sehr sehr gastfreundlich und auf unseren Reisen erhalten wir immer wieder Einblicke in ihr Leben – so kommen wir Reiseleiter gern bei der nächsten Reise wieder vorbei und neben den kleinen Hilfen, die wir diesen Menschen zukommen lassen können, entstanden wirkliche Freundschaften.

Wer so sehr von seinem eigenen Land schwärmt, muss sein Fernweh vermutlich garnicht stillen, oder?
Ach, ich bin in vielen Ländern gewesen und jedes Land hat seine eigene Schönheit und Besonderheit. Wenn ich es mir recht überlege … für mich ist sicher eine der schönsten Reisen „meine Reise durch Myanmar“.

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"Unterwegs im ruhmreichen Vietnam"

Reiseleiter Quang Huy Bui im Interview

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre erste „eigene“ Reise (also ohne Eltern)?
Meine eigene Reise ohne Eltern war die Reise nach Deutschland im Jahr 1975. Der Krieg in Vietnam war vorbei und ich bekam eine Studienstelle in Ostdeutschland. Wir fuhren mit dem Zug durch China und die Sowjetunion – ich hatte den Eindruck, als ob wir aus dem nichts gekommen seien. Zum ersten Mal habe ich so viele Autos und die U-Bahn gesehen! Ich habe Fußgröße 42 und die einzigen Schuhe, die wir annähernd für diese Reise hatten, war in Größe 39. Sie können sich vorstellen. Jeder Schritt war schmerzhaft in den kleinen Schuhen! Meine Eltern hatten mir ein passendes Paar Sandalen aus Plastik gekauft – man muss verstehen, dass es damals einfach nichts zum Kaufen gab. Ich hatte diese also benutzt und schon inMoskau brachen sie auseinander. Ich musste barfuß mit der U-Bahn fahren und zum Internat laufen. Alle Leute in Moskau schauten nach mir, denn es war kalt und natürlich lief niemand sonst barfuß durch die Straßen.

Vom Studium in Deutschland zum Reiseleiter in Vietnam – wie kam es dazu?
Mein Studium in Deutschland war eine wirklich schöne Zeit für mich – ich fühlte mich wie ein Deutsche. Nun wohne ich wieder in Vietnam, aber nach der Zeit in Deutschland habe ich mich schwer getan, in Vietnam wieder Fuß zu fassen. Man denkt hier, dass ich ein Ausländer bin: Ich habe im Beruf mehre Seminare für Landwirte gehalten und nach einem Seminar kam eine Bäuerin zu mir und fragte, wo ich so gut vietnamesisch gelernt habe. Zuerst habe ich sie nicht verstanden. Sie hat mich für einen Ausländerin gehalten! Ich bin also eine Ausländerin in meinem eigenen Heimatland. Ich bin überall auf der Welt ein Ausländer. Diese Erkenntnis war hart für mich. Aber dann habe ich diesen Beruf entdeckt. Man kann als Reiseleiter überall in Vietnam kostenlos mitreisen, Deutschsprechende kontaktieren, sich über Kulturunterschiede zwischen Ländern unterhalten und dafür noch Geld bekommen. Ich habe dadurch meine Aussprache verbessern, so dass man kaum einen Akzent bei mir hört. Ich betrachte jeden Deutschsprechenden, als wäre es mein alter Studienkommilitone, der mein Heimatland besuchen möchte und die Zeit in Deutschland ist wieder lebendig.

Das erste mal …
… war eine Tour mit zwei Schweizern. Ich erinnere mich gern an diese erste Tour: Wir sind in die Berge gefahren und ich habe mich „sklavisch“ an das vorgegebene Programm gehalten. Irgendwann sagte einer der Schweizer zu mir: „Ich weiss, Ihre Geschichte sehr ruhmreich, aber uns interessiert es nicht so sehr, welche Geschichte sich unter Ihren Steinen verbirgt, wir interessieren uns für die Menschen und das Leben hier.“ Also habe ich unterwegs immer Stop gemacht, um ein Dorf oder ein Familienhaus zu besuchen. Wir sind sehr herzlich aufgenommen worden. Man hat uns gezeigt, wie man Klebreis röstet und wir konnten die Sache auch kosten. Seitdem führe ich die Gäste nicht nur zu den Sehenswürdigkeiten, sondern auch zu meinen Landsleuten, damit sie das Leben der Menschen kennenlernen.

Das heißt, Vietnam ist trotz der Zeit in Deutschland wieder „Ihr“ Land?
Oh, ich liebe dieses Land! Trotz der Armut sind die Leute hier glücklich und zufrieden. Ihr positives Denken faziniert mich und durch die Reisen habe ich viele Familien kennengelernt. Ich möchte die Entwicklung von ihnen begleiten und miterleben.

Und was sollten wir unbedingt in Vietnam besucht haben?
Sapa und die Umgebung sowie die Strecke von Hanoi über Yenbai in der Erntezeit. Die Halongbucht, Dong Van (Hagiang), die Strecke von Panhau ueber Hoangsuphi nach Bacha, Hoian und die Umgebung, das Mekongdelta und die schwimmende Märkte… ach, was sollte man „nicht“ besuchen? Kommen Sie nach Vietnam!

Es hört sich an, als leben Sie den Beruf des Reiseleiters. Gibt es auch etwas neben diesem Beruf?
Ich bin Pädagoge und unterrichte unter anderem auch Deutsch. Mein Beruf ist mit der Landwirtschaft eng verbunden und ich kann gut mit Bauern arbeiten, ihnen Dinge vermitteln. Auch das macht mir Spaß und ist schön.

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"Typisch griechisch ist..."

Reiseleiter Konstantin Stamos im Interview

Welche Erinnerungen haben Sie an die erste „eigene“ Reise?
Meine erste große Reise ging für zwei Jahre nach Deutschland und zwar nach Frankfurt. Nach einem Intensiv-Sprachkurs bewarb ich mich bei der Deutschen Bank und wurde dort eingestellt. Eine bleibende Erinnerung ist ohne Frage die Solidarität und Freundschaft meiner Kollegen.

Von der Deutschen Bank zum Beruf des Reiseleiters in Griechenland – was hat Sie dazu bewegt?
Mein Interesse zur Geschichte und Sprache Griechenlands und auf alle Fälle auch das Reisen selbst.

Und wie war „das erste mal“ als Reiseleiter? Hatten Sie Lampenfieber?
Oh ja! Meine erste Reise war eine anspruchsvolle Studienreise – eine Herausforderung für einen frisch gebackenen Reiseführer. Damals habe ich mir vorgenommen mich zu bessern. Es war der Ansporn für eine bessere Leistung und meine Gäste bestätigen mir, dass ich besser geworden bin.

Warum sollten wir mit Ihnen Griechenland entdecken?
Die Geschichte Griechenlands, seine kulturelle Entwicklung, die vielseitige Landschaft und die Leute – all das wird Sie begeistern!

Das tiefgreifendste Ereignis auf griechischem Boden…
… das war auf der Insel Santorini der Vulkanausbruch vor rund 3.600 Jahren – der gewaltigste seit Menschengedenken, der damit den Verlauf der Geschichte verändert hat.

Und typisch Griechisch ist …?
Auf jeden Fall die Gastfreundschaft der Griechen!

Genug gereist. Was machen Sie, wenn Sie zu Hause sind?
Ich besuche Ausstellungen, mache Ausflüge und bin begeisterter Bergwanderer. Meine Freizeit verbringe ich hauptsächlich in Griechenland und Deutschland. Aber ich besuche auch jedes Jahr ein neues Land – bin also genau genommen weiter auf Reisen und das hoffentlich noch lange!

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"Die beste Landschaft unterm Himmel"

Reiseleiterin Jiajia You im Interview

Die erste Reise ohne Eltern – erinnern Sie sich noch?
Meine erste Reise war vor 15 Jahren und es ging mit zwei Schulfreundinnen nach Guilin, um dort zu arbeiten. Vor der Arbeit organisierte die Firma eine kurze Reise für alle Kollegen und wir drei fühlten uns wie befreite Vögel, denn wir konnten machen, was wir wollten – ohne Eltern. Im Bus erzählten wir uns Geschichten und es gab viele spannende Erlebnisse bis zu unserem Ziel, einer Thermalquelle. Wir drei waren sehr aufgeregt, denn wir erlebten zum ersten mal ein Thermalbad. Es war eine sehr schöne Reise.

Das klingt wirklich schön. Dann hatte diese erste Reise schon etwas mit Ihrem heutigen Job zu tun?
Ja, genau. Eigentlich wollte ich nur ein halbes Jahr bleiben, um die Umgangssprache zu verbessern, aber es kam anders. Man sagt „Die Landschaft von Guilin ist die beste unter dem Himmel“ und mir gefällt dieser Beruf sehr – schon seit 2002 bin ich dabei, unglaublich. Ich glaube, es ist das Wohlgefühl, mit einer Gruppe unterwegs zu sein und ihr das Land zu zeigen – das kann man so bei keiner anderen Arbeit fühlen. Wenn ich eine Reisegruppe begleite, dann sage ich: die Gruppe zu begleiten ist keine Arbeit, sondern eine Erholungsphase meines Geistes. Als Reiseleiter sind wir sehr stolz darauf, wenn wir Besucher durch unsere Erklärungen von China begeistern können. Natürlich können wir auch viel von den Gästen lernen: verschiedene Dialekte, unzählige Biersorten, guten Wein, schöne Sprichwörter – Dinge, die nicht immer wichtig sind, aber das Leben so lebenswert machen.

Gibt es eine Reisegruppe, die Ihnen besonders in Erinnerung blieb?
Einmal begleitete ich eine Gruppe auf die Insel Putuo. Eine Frau lud zu ihrem Geburtstag die ganze Gruppe zum Abendessen ein und nach dem Essen machten alle Gäste ein Spiel: zu zweit wird ein Tier dargestellt, zum Beispiel ein Hase, ein Affe oder ein Seelöwe – am lustigsten war die Darstellung der Qualle! Wir haben sehr viel gelacht und der Abend war einer der schönsten Abende meines Lebens. Ich glaube, für die Gäste auch (lacht).

Welche Region sollten wir unbedingt besucht haben?
China ist ein sehr großes Land, es gibt also ungezählt viele schöne Gebiete zu bereisen und man findet jedesmal etwas neues. Ich mache jetzt mal ein bischen Werbung: Guilin ist nicht meine Heimat, aber es ist mein Lieblingsort. Die bizarren Karsthügel, klares Wasser, unzählige Tropfsteinhöhlen und die vielförmigen Kalksteine sollte man nicht verpassen. Wie heißt es noch: „Einmal sehen ist besser als hundertmal hören – das trifft perfekt auf Guillin zu.

Bei einem Land wie China ist vermutlich das Bedürfnis, über die Landesgrenzen hinaus zu verreisen garnicht so groß, oder?
Das könnte man meinen, aber ich bin trotzdem gerne in der Ferne unterwegs! Ich war zum Beispiel zwei Monate in Europa und habe Deutschland, Österreich, Italien und die Schweiz besucht. Viele schöne Kirchen, Paläste und großartige schneebedeckte Berge haben wir besichtigt. Am beeindruckensten waren die Wattwanderung in Norddeutschland und ein Kirchenkonzert. Ach und die leckere Küche … mit fünf Kilogramm mehr auf den Rippen kam ich fröhlich in der Heimat an. Es war bis heute die schönste Reise meines Lebens.

Und weil Sie so viel unterwegs sind, genießen Sie in der Freizeit die Ruhe …
Ach, mein Hobby ist mein Beruf – Reisegruppen zu begleiten. Aber nach Feierabend gehe ich ins Fitnessstudio und am Wochenende machen wir kurze Wanderungen. Ohne Reisegruppe …

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"Unterwegs mit einem philosopischen Förster"

Reiseleiter Stefan Auth im Interview

Die Reise beginnt. Wohin zogen Sie aus, das erste mal, ohne Eltern?
Noch bevor ich 20 war wollte ich in ‚die Wildnis‘ und suchte mir Irland aus. Ich stiefelte mit dem Zelt durch Connemara - heute würde man das ‚Trekkingtour‘ nennen. Die Hochkreuze haben mir imponiert. Angenehm, dass unweit von Hochkreuzen immer ein Pub zu finden war …

War es ein weiter Weg vom Pub zum Reiseleiter?
Ich bin Förster von Beruf, habe in den USA gearbeitet und kam dort in Kontakt mit dem Reisen leiten. Anfangs habe ich es mir nicht gut vorstellen können, meine Leidenschaft, das Reisen, zum Beruf zu machen … Mittlerweile weiß ich wohl, dass ich auf vielen Reisen häufiger im Wald bin als meine Förster-Kollegen.

Und in welchen Wäldern sind Sie mit uns unterwegs?
Zum Beispiel in Irland, Großbritannien oder im Iran.

Welcher „Wald“ dieser Länder ist Ihnen denn der liebste?
Irland ist für mich ein Gefühl, das ich überall unmittelbar abrufen kann, wenn ich traditionelle irische Musik höre: das Schreiten über weichen, grünen Boden hinein in eine große Freiheit mit einem Lächeln auf den Lippen

Irland scheint Sie gefangen genommen zu haben.
Ja, wenn ich irischen Boden betrete, habe ich das Gefühl, ich bin einer von ihnen.

Was könnten Sie uns empfehlen, wenn wir das einzigartige, besondere Irland suchen?
Einen Tag auf den Aran Inseln! Auf der knapp 100 m hohen Steilklippe vom bronzezeitlichen Fort Dun Aengus stehen, über 3000 Jahre alter Kulturboden unter mir und über 3000 Km Meer vor mir - bis Amerika, einzigartig.

Sie sind viel unterwegs. Was brauchen Sie, um sich auch auf Reisen zu Hause zu fühlen?
Ich fühle mich überall auf der Welt zu Hause, wenn ich mit dem Busfahrer lachen kann oder meine Gäste im Bus mit Musik erfreuen kann, die mir selbst gefällt. Und Yoga machen auf dem Hotelzimmer.

... und was machen Sie, wenn Sie mal zu Hause sind?
Dann gehe ich Wandern in den südtiroler Bergen, meiner Wahlheimat und ich gehe meiner Leidenschaft, der Fotografie nach.

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"Venedig. Grandios, charmant und unvergessen."

Reiseleiterin Christine Kamrodt im Interview

Ohne Eltern in die weite Welt – erinnern Sie sich an diese erste Reise?
Oha ja! Ich bin stolze acht Jahre und fahre ganz allein mit der Bahn zu Tante Edi und auf die Geste meiner Mutter am Bahnsteig ob eine Träne fließt schüttele ich grinsend den Kopf: warum traurig sein wenn ich verreisen darf! Aber die erste richtig große Reise folgte mit 16 Jahren im aufgepäppelten VW Bus mit Freunden. Die ganzen Sommerferien bis nach Griechenland! Das war der wirkliche Beginn einer großen Leidenschaft! Und ich ziehe noch heute vor meinen Eltern den Hut, die uns dieses Abenteuer erlaubt und zugetraut haben. Die sich damit begnügt haben ein mal pro Woche ein Lebenszeichen zu bekommen.

Diesen Abenteuern folgend wurde aus der Reisenden die Reiseleiterin?
Ja, vielleicht entstand das wirklich durch die oben geschilderten Erlebnisse. Heute würde ich behaupten, es ist das, was ich kann und liebe.

Und in welchem Land leben Sie diese Reiseliebe aus?
In Italien. Auch wenn mein Stipendium mich seinerzeit nach Venedig führte, ist meine Wahlheimat Sizilien. Aber auch Rom und Neapel gehören zu meinen Reisezielen. In Frankreichs traumhafter Provence habe ich meine allererste Dr. Tigges Reise unternommen und auch der keltische Norden des Landes hat seine Reize.

Gab es das eine, besondere Erlebnis, das Ihnen in den Sinn kommt, wenn Sie an Ihre Reisen durch Italien denken?
… wir sitzen in einem privaten Bötchen auf dem Canal Grande in Venezia und erwarten die Regatta storica. Dass wir inzwischen halb verhungert waren registrierten wohl auch unsere größeren Bootsnachbarn: einer sprang in den Canale, sein Amico stellte einen Teller leckerer „pasta con vongole“ auf die aus dem Wasser ragende Hand und so schwamm der unbekannte Casanova zu unserem Boot und rettet uns vor dem Hungertod in Venedig. Grandios, charmant und unvergessen.

Mit diesem Erlebnis lässt Sie Italien vermutlich auch nicht mehr los.
Stimmt. Auch, weil die Sprache der Weg ins Innere des Landes ist, die Gespräche mit Händen und Füßen bis heute jedesmal ein besonderes Lebensgefühl wecken. Die unendliche kulturelle Vielfalt Italiens muß ich wohl nicht erwähnen. Themen ohne Ende in einem alten Land und in einem schwierigen Heute. Und natürlich die Küche!

Gibt es einen Tipp von Ihnen für uns Italien-Entdecker?
Gern. Wenigstens einmal mit nackten Füßen auf den sandigen Kieseln am Meer und den Blick zurück auf den schneebedeckten mächtigen dampfenden Etna. Beeindruckend – wohl auch schon für die alten Griechen. Am besten am späten Nachmittag, fast schon kitschig, wäre es nicht schlicht diese grandiose Natur.

Und nach der Reise? Was macht eine Frau Kamrodt, wenn Sie nicht Reiseleiterin ist?
Endlich mal Freunde treffen, oft auch zu Freunden „reisen“. Und lange Spaziergänge mit unserem Hund, gemütliche Leseabende auf dem Sofa, ins Kino gehen und natürlich mich zuhause mal wieder „updaten“.

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"Verliebt in die Stille"

Reiseleiter Thorsten Hansen im Interview

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre erste allererste „eigene“ Reise?
Meine erste Reise ohne Eltern führte mich nach Irland. Ich hatte mich in alles verliebt was die Insel zu bieten hatte: die Landschaft, die Geschichte, die Menschen und die Kultur.

Beruf und Berufung. Was begeistert Sie daran, als Reiseleiter unterwegs zu sein?
Ich begeistere mich für alles Neue und nehme andere Kulturen in mich auf. Meine Frau sagt, meine größte Fähigkeit ist es innerhalb von kürzester Zeit in fremde Länder und Kulturen einzutauchen und das Beste herauszufiltern. Es ist immer wieder spannend mit Menschen vor Ort zu kommunizieren und anderen davon zu berichten – nicht nur die Rosinen auch die Hintergründe und Problematiken aufzuzeigen, damit sich jede und jeder ein umfassendes Bild von Menschen und Kultur machen kann.

Und in welchem Reiseland erleben wir Sie?
Momentan in Island, aber wer weiß ...

Warum lässt Sie dieses Land nicht mehr los?
Ehrlich gesagt, ist es nicht das eine Land, es ist das Reisen, dass mich nicht loslässt. Aber natürlich gibt es immer wieder Regionen und Länder, in denen es wie „nach Hause kommen” ist.

Und was sollte jeder von uns in „Ihrem” Land erlebt haben?
Es sind subjektive Empfindungen und diese leben meine Gäste ja auch immer anders aus. Der eine Gast liebt das Wandern, der andere Tauchen, der eine die Wüste und der andere die Berge. Jedes Land hat seine Höhepunkte und seine Schattenseiten. Persönlich liebe ich Namibia und Neuseeland, wegen seiner Stille und der einzigartigen Natur .

Haben sich im Laufe der Jahre auch Freundschaften in der Ferne entwickelt?
Oh ja, ich verfüge über ein ganzes Netzwerk an Bekanntschaften weltweit – wie in Namibia, Äthiopien, Papua Neuguinea, Orient, Neuseeland oder Australien.

Was brauchen Sie, um sich auch auf Reisen zu Hause zu fühlen?
Die Welt und meine Familie sind mein Zuhause. Wichtig ist mir daher ein Ort an dem ich mich zurückziehen kann und Internet habe, um mit meiner Familie sprechen zu können.

… und was machen Sie, wenn Sie mal zu Hause sind?
Die Arbeit an meiner Homepage beigeistert mich immer wieder von Neuem. Wenn meine Tochter gerade nicht mit mir spielen möchte, spiele ich Fussball und erobere die Region mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

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"Schon als Kind litt ich unter Fernweh."

Reiseleiterin Judith Regenyi im Interview

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre allererste „eigene“ Reise?
Mit 16 Jahren unternahm ich mit meiner älteren Schwester und einer Freundin eine Inter-Rail Tour durch Frankreich, Spanien und Portugal. Für mich was dies ein tolles Abenteuer, in dem wir spontan und ohne viel Planung von Ort zu Ort fuhren.

Und das Reisen heute, als Reiseleiterin – was begeistert Sie daran?
Schon als Kind litt ich unter „Fernweh“, also habe ich meine Leidenschaft in einen Beruf umgesetzt.

In welchem Land?
In Spanien.

Stierkampf oder Paella – an was denken Sie gern zurück?
Meine Eltern fuhren während meiner ganzen Kindheit wenigstens einen Monat im Jahr nach Spanien. Jedesmal zählte ich die Tage bis zur Abreise, denn ich liebte den sommerlichen Duft des Meeres, der aromatischen Pflanzen und die ganze Atmosphäre dort.

Und daraus wurde mehr …
Oh ja! Schon als Kind wusste ich, dass ich mein Leben in Spanien verbringen wollte. Ein Traum, den ich vor etwa 25 Jahren realisierte.

Gibt es etwas, was Sie ihren Reisenden gern empfehlen?
Als Erfahrung bei Reisen empfehle ich grundsätzlich, sich einmal planlos „treiben“ zu lassen, also ohne Reiseführer, nur durch die Begebenheiten und Begegnungen den Tag gestalten zu lassen. Und da Málaga meien Wahlheimat ist, die ich sehr liebe und wunderschön finde, empfehle ich natürlich einmal, diese meine Stadt zu besuchen. Sie wird meistens unterschätzt und löst dann bei fast allen Besuchern Begeisterung aus!

Reisen ganz privat – gab es die einzig wahre Reise schon?
Die bisher kompletteste und beeindruckendste Reise meines Lebens unternahm ich 2003, als ich mit einem round-the-world-ticket zehn Monate lang von Asien über Australien und Neuseeland bis Lateinamerika reiste. Indien ist allerdings ein Land, das ich mittlerweile fünf mal besuchte, da es mich sehr fasziniert.

Wer so viel auf Reisen ist, macht zu Hause nichts, oder?
Hauptberuflich bin ich Reiseleiterin und Fremdenführerin, aber meine Hobbys sind Wandern, Gartenarbeit, Yoga, kochen und ein gutes Buch in der Hängematte – also einige Entschleunigungsmomente zum Beruf …

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"Eine Million Eindrücke"

Reiseleiterin Monika Thrän im Interview

Erinnern Sie sich noch an die ersten eigenen Reisen „ohne Eltern“?
Das waren sicher die Schulausflüge in Schullandheime. Das weiteste war im Chiemgau. Aber mit 18 ging ich bereits als Au-Pair nach Princeton, New Jersey. Dass ich gerade in dieser weltberühmten Universitätsstadt landete, wo Einstein und Thomas Mann gelebt haben, war wie ein sechser im Lotto.

Und wie kamen Sie zum Reiseleiterberuf?
Sprachen lagen mir mehr als Mathe. So lernte ich Sprachen. Und um diese zu vervollkommnen, sollte man in die Länder reisen, in denen diese Sprachen gesprochen werden …

Das heißt … wo dürfen wir Sie erleben?
Frankreich, Korsika, Skandinavien und in diesem Jahr zum 300. Geburtstag der Kaiserin Maria Theresia auf der sehr interessanten Reise Prag, Budapest, Bratislava und Wien.

Gibt es „die eine“ Begebenheit auf Reisen, die in ewiger Erinnerung bleiben wird?
Doch, die eine gibt es: Die Großzügigkeit und Gastfreundlichkeit der Amerikaner. Ohne mich gekannt zu haben, wurde ich eine Woche beim damaligen Direktor von United Airlines in Washington D.C. eingeladen. Er und seine Gattin waren Deutschland-Fans, sammelten Hummel Figuren und Käthe Kruse Puppen. Am 1. Morgen, nach dem Frühstück, stand eine Limousine mit Chaffeur nur für mich alleine vor der Türe für eine private Stadtrundfahrt gemietet. Es machte ihnen Spass mir diese Überraschung zu schenken. Ich vergesse nie, als ich dann auf den Stufen des sehr beeindruckenden Lincoln Memorials stand.

Und blieben aus dieser Zeit Freundschaften bestehen?
Es gab in Princeton einen sog. „International Club“, dort lernte ich Freunde aus der ganzen Welt kennen. Mit vielen aus Frankreich und Italien treffe ich mich heute noch.

Wir bleiben in Amerika: was sollte man unbedingt in diesem riesigen Land besucht haben?
Klinkt vielleicht komisch, aber „die Freiheitsstatue“ bzw. der Blick von dort auf die weltberühmte Skyline. Ein Geschenk Frankreichs an die USA, die Millionen Unterdrückte und Arme in New York City begrüßte –

Sie sind viel unterwegs. Was brauchen Sie, um sich auch auf Reisen zu Hause zu fühlen?
Ich fühle mich überall auf der Welt zu Hause, wenn ich unter netten Menschen bin, mit ihnen in geselliger Runde zusammen sitze.

Die USA hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Aber was war die schönste bisherige Reise?
Kuba zur Zeit Fidel Castros. Ich blieb vier Wochen dort, um meine Spanisch-Kenntnisse aufzufrischen. Nahm Privatunterricht. Reiste durchs ganze Land und wohnte dabei in sog. Casas particulares in Privatunterkünften. Anfangs war der Verfall der herrlichen Bausubstanz in vielen Städten teilweise schockierend; auch die einfachsten Verhältnisse. Z.B. hatte eine Unterkunft nur eine „kubanische Dusche – ducha a la cubana“. Ich bekam einen Eimer Wasser mit in die Dusche, den ich mir selbst über den Kopf schütten sollte. Sie baten mich, ihnen aus Deutschland einen Duschvorhang zu senden. Aber er kam nie an.

Großartige Erlebnisse! Und was bleibt, wenn es nicht auf Reisen geht?
Ich habe einen Garten in Hanglage mit sehr vielen Rosen und arbeite immer am Garten. Nun sind die meisten Reisetermine im Sommer, so dass der Garten stets viel Nachholbedarf hat. Und wenn ich nicht mit einer Reisegruppe unterwegs war, wanderte ich zum Beispiel vom Alten Land über die Lüneburger Heide, Harz, Rhön, Schwarzwald oder die Alpen viel in Deutschland und in ganz Europa. Die atemberaubende coastal route in Cornwall fällt mir da noch ein: Sennen Cove, Lands End oder von Tintagel nach Boscastle usw.

Es klingt, als wären Sie nur unterwegs – bis auf die Auszeit im Garten.
Stimmt. Als ehemalige Alfa-Romeo-Fahrerin, habe ich seit 2006 bewusst keinen Pkw. Wenn ich zu Hause denn doch einen fahrbaren Untersatz brauche, fahre ich mit dem Fahrrad einkaufen, nehme Taxen und öffentliche Verkehrsmittel. Ein Auto würde eh nur ein halbes Jahr ungenutzt herum stehen …

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"Mein ganze Leben ist eine Reise."

Reiseleiter Ghasem Rouhi im Interview

Aller Anfang ist schwer – erinnern Sie sich an Ihre erste Reise als Reiseleiter?
Ich gehe noch einen Schritt zurück: Ich habe meine erste richtige Reise als Reiseleiter-Assisstent im Herbst 2003 gemacht. Es war eine Rundreise durch mein Heimatland. 22 Tage lang. Und durch diese Reise hatte ich zum ersten Mal einen tiefen Einblick in die Kultur- und Naturschätze des Irans bekommen. Mein Interesse stieg mehr und mehr, um die Schönheiten des Landes zu erkundigen die man im Alltag oft nicht beachtet und kennenlernt.

Was macht den Beruf des Reiseleiters im Iran zu „Ihrem” Beruf?
Die Begegnungen mit Menschen. Das ist immer wieder auf neue einzigartig und die Unterhaltungen mit unseren Reisegästen, die mir neue Erkenntnisse schenken und ein lebenswertes Gefühl geben.

Wovon schwärmen Ihre Gäste nach einer Reise durch den Iran am häufigsten?
Oh, da wird oft geschwärmt von der enormen Gastfreundlichkeit, die ihnen in meinem Land immer wieder entgegengebracht wird und natürlich von den lächelnden Gesichter der Einheimischen bei fast jeder Begegnung. Vom Iran zu schwärmen ist nicht schwer!

Das hört sich gut an. Wann schwärmt der Reisende vom Reiseleiter?
Wenn der authentisch, freundlich und kreativ handelt und die zahlreichen Berürungspunkte ausschöpft. Jederzeit und in jedem Ort! Meine Lebensphilosophie ist „Lächeln und Zufriedenheit auf das Gesicht meiner Reisegäste zaubern“ und das nehmen hoffentlich meine Reisegäste auch so wahr.

Und welche Dinge müssen wir einmal im Iran erlebt haben?
Ganz klar: den großen “Naqshe Jahan Platz“ in Esfahan. Er ist „der” historische Platz der Welt! Und natürlich sollte man bei uns unbedingt ein persisches Restaurant besuchen und auf einem „Takht” Platz nehmen, Tee trinken und leckere persische Gerichte essen.

Reisen ganz privat: Liegt die schönste Reise Ihres Lebens noch vor oder schon hinter Ihnen?
Mein ganzes Leben ist selbst eine Reise und vielleicht ist auf dieser Lebensreise für mich die bisher schönste Reise, auf der ich Spaß hatte mit dem, was ich machte und auf der ich mit einem guten Gewissen meine Reiseziele erreicht habe.

Und ganz zum Schluss: Was machen Sie, wenn sie nicht auf Reisen, sondern zu Hause sind?
Auch ich muss mich für meinen Beruf fortbilden, ich lese also viel über „das gestern und heute”zum Geschehnisse in meinem Heimatland und der Welt. Freunschaften und Treffen in der Familie liegen mir in dieser Zeit ebenso am Herzen wie die Verbesserung meiner Sprachkenntnisse.

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