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Vietnamesich Kochen: Rezept für Phở Bò

Auf (Geschmacks-)Reise nach Vietnam

Letzte Woche war es soweit. Mich hatte das Fernweh gepackt, einfach so aus dem Blauen heraus. Der Zeitpunkt hätte natürlich nicht ungünstiger sein können, denn in der momentanen Situation gehört Fernweh nun mal zu den Empfindungen, die sich bis auf Weiteres nicht so einfach stillen lassen. Ich versuchte natürlich umgehend, dagegen anzugehen, aber auch nach einem ausgiebigen Spaziergang in der Sonne mit entsprechendem Sicherheitsabstand zu meinen Mitmenschen und einem gedanklichen Tagtraum auf meine letzte Vietnamreise hatte sich das Gefühl der Reiselust und des Tatendrangs noch immer nicht gelegt.

Vietnamesisch kochen gegen Fernweh: Klappt her-Phở-ragend!

Nun stand ich einfach so da, mitten in meinem Hausflur, und wusste nicht so recht wohin mit mir selbst. Und dann kam mir eine Idee. Wenn ich nicht nach Vietnam reisen kann, dann hole ich mir Vietnam eben nach Hause! In meine Küche, um ganz genau zu sein. Denn was gibt es besseres, als wortwörtlich mit allen Sinnen in eine andere Kultur einzutauchen? Also wieder rein in die Schuhe, ab in den Asia-Laden und schon steckte ich mitten in meinem eigenen geschmacklichen Vietnam-Abenteuer, auf das ich euch im Folgenden nur zu gern mitnehmen werde!

Was is(s)t denn eigentlich Vietnam?

Koriander, frische Pfefferminze, exotische Gewürze und Chili; das sind einige der Zutaten, die in das inoffizielle Nationalgericht der Vietnamesen gehören. Ph ist eine herrlich würzige Reisnudelsuppe mit wahlweise Rind, Huhn, Fisch oder Tofu, die dort praktisch zu jeder Tageszeit gegessen wird. Besonders begehrt ist die Suppe allerdings zum Frühstück. Seinen Ursprung hat das Gericht im Norden des Landes, in der Hauptstadt Hanoi kommt man an der Suppe schlicht nicht vorbei. Sie ist sogar so schmackhaft, dass sie längst ihren Weg durch das ganze Land gefunden hat und auch in Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden Vietnams zu den bekanntesten Speisen zählt.

Da auch der Arbeitsaufwand und die Herstellung überschaubar sind, eignet sich Phở hervorragend, um einen ersten kulinarischen Exkurs in die vietnamesische Kultur zu unternehmen und etwas vom vietnamesischen Lebensgefühl in der eigenen Küche aufleben zu lassen. Zudem wärmt die Nudelsuppe angenehm von innen und beinhaltet eine ganze Menge Nährstoffe, die wir gerade jetzt gut gebrauchen können.

Zutaten für Phở Bò: Alles, was ihr braucht auf einen Blick

Die bekannteste Art der Suppe ist die sogenannte Phở Bò – die Reisnudelsuppe mit Rindfleisch. Dafür braucht ihr die folgenden Zutaten:

  • frischen Ingwer (ca. ½ Knolle)
  • frischen Knoblauch (ca. 3 Teile einer Zehe)
  • 2-3 Schalotten
  • 1 Zimtstange
  • 1 Sternanis
  • 2 Kardamom
  • ca. 1 ½ Liter Rinderbrühe (oder Phở-Brühewürfel, diese gibt es im Asia-Laden zu kaufen)
  • Sesamöl
  • Soja-Sauce
  • Fischsauce
  • Öl zum Braten (Sojaöl passt geschmacklich am besten, Sonnenblumenöl geht aber auch)
  • 250-300 g Rinderfilet
  • 250-300 g Reisbandnudeln (gerne 6 bis 8 mm dick, gibt es günstig im Asia-Laden)
  • 250 g frische Mungbohnensprossen
  • 1 Bund frische Frühlingszwiebel
  • 1 Bund frische Minze
  • 1 Bund frischer Koriander
  • 1 Bund frisches Thai-Basilikum (auch das gibt es im Asia-Laden, ist aber optional)
  • frische Chili
  • 1-2 Limetten

Anleitung für Phở Bò: Kocht euch Schritt für Schritt nach Vietnam

  1. Säubert das Rinderfilet und stellt es kühl, damit ihr später sofort loslegen könnt. Setzt Wasser für die Nudeln auf und kocht diese, stellt sie dann ebenfalls beiseite.
  2. Schneidet den Ingwer in schmale Scheiben, zerkleinert den Knoblauch und die Schalotten. Stellt die Gewürze (Zimt, Sternanis und Kardamom) bereit.
  3. Bereitet einen Topf für die Rinderbrühe vor und lasst diese schon mal kochen.
  4. Erhitzt Sesam- und Soja-/Sonnenblumenöl ebenfalls in einem Topf. Gebt Schalotten, Ingwer, Knoblauch und die bereitgestellten Gewürze hinzu und lasst das Ganze etwa 2-3 Minuten lang schwitzen. Tipp: Zum leichten Karamellisieren und für den extra Hauch Geschmack könnt ihr noch eine Prise Zucker dazu geben.
  5. Löscht die Mischung mit eurer Brühe ab. Lasst alles für etwa 15 Minuten köcheln.
  6. Schneidet in der Zwischenzeit die Frühlingszwiebel in kleine Ringe, wascht und schneidet die Chili (ebenfalls in kleine Ringe) und die Limetten (es bietet sich an, die Limetten zu achteln) und wascht und trocknet auch den Koriander, die Minze und das Thai-Basilikum (falls vorhanden). Ein richtiger Vietnamese lässt Korinader und Minze ungeschnitten und dekoriert die Suppe mit den Blättern – wenn ihr es lieber etwas mundfreundlicher haben möchtet, schneidet ihr einfach auch diese klein. Sprossen waschen nicht vergessen! Alles auf einem Teller oder in Schalen auf den Tisch stellen.
  7. Brühe mit Soja-Sauce abschmecken, durch ein feines Sieb abgießen und weiter heiß halten.
  8. Rinderfilet in feine Scheiben schneiden. Wer mag, kann natürlich mit schwarzem Pfeffer und Salz abschmecken, traditionell bleibt das Fleisch allerdings unbehandelt.
  9. Nudeln zusammen mit den Sprossen in eine Schale legen, dann vorsichtig die Brühe darüber geben. Rinderfiletscheiben dazu geben. Die Brühe sollte heiß genug sein, um das Fleisch darin an Ort und Stelle zu garen. Wem das zu unsicher ist: Ich persönlich koche das Fleisch gerne für ein paar Minuten in der fertigen Brühe, bevor ich diese endgültig absiebe. Das gibt nicht nur dem Fleisch, sondern auch der Brühe einen extra Geschmackskick und ich kann mir sicher sein, dass wirklich alles gut gar ist.
  10. Jetzt nach Herzenslust mit Frühlingszwiebel, Koriander, Minze, Thai-Basilikum und Chili garnieren. Ein bisschen Limettensaft dazu geben und mit Fischsauce abrunden (wenn ihr keine Fischsauce mögt, ist dieser Schritt natürlich optional).
  11. Genießen! Und dann fühlt es sich fast so an, als wärt ihr selbst mitten drin, irgendwo in Hanoi auf einem kleinen blauen Plastikhocker sitzend, umgeben von lebhaftem Treiben und hupenden Motorrädern. Guten Appetit!

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