| Ländername | Republik Litauen, Lietuvos Respublika |
| Beste Reisezeit | Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober |
| Fläche | 65.300 km2 |
| Hauptstadt | Vilnius |
| Bevölkerung | 2.860.002 |
| Sprache | Litauisch |
| Staats-/Regierungsform | Parlamentarische RepublikStaatsoberhaupt: PräsidentGitanas Nausėda, Amtsantritt: 12. Juli 2019 (Wiederwahl am 26.05.2024)Vertreter des Staatsoberhaupts: Juozas Olekas, Amtsantritt: 11.09.2025 (LSDP Sozialdemokratische Partei Litauens)Regierungschef: Premierministerin Inga Ruginienė, Amtsantritt: 11.09.2025 (LSDP Sozialdemokratische Partei Litauens)Kęstutis Budrys Amtsantritt: 12.12.2024 (parteilos) |
| Staatsoberhaupt | Gitanas Nausėda |
| Regierungschef | Inga Ruginienė |
| Währung | Euro |
| Zeitzone | UTC+3, UTC+2, Osteuropäische Zeit |
| Reiseadapter | Nicht notwendig |
| Kfz-Länderkennzeichen | LT |
| ISO-3166 | LT, LTU |
| Landesvorwahl | +370 |
| Website | https://lietuva.lt |
| Reisepass & Visum | Nicht notwendig |
| Geeignet für | Kultur, Shopping, Outdoor, Meer, See, Feiern |
| 4400-2500 v. Chr. | Nomaden aus dem Schwarzmeergebiet dringen bis zur Ostsee vor, das Volk der Balten entsteht |
| 1009 | Erste Erwähnung Litauens (Lituae) in den Quedlinburger Annalen |
| 1251 | Mindaugas vereint sieben Kleinfürstenstämme und wird König Litauens |
| 1316 | Litauens Heldenzeitalter bricht an. Unter Gediminas, Algirdas und Vytautas dem Großen wächst das Großfürstentum bis 1430 zu einem der mächtigsten Staaten Europas |
| 1569 | Union von Lublin. Polen und Litauen verschmelzen zur "Republik der zwei Nationen" |
| 1795 | Dritte polnische Teilung. Die litauischen Gebiete fallen an Russland |
| 16. Februar 1918 | Unabhängigkeitserklärung der Republik Litauen |
| 1939/40 | Hitler-Stalin-Pakt. Litauen wird sowjetrussisch |
| 1941-44 | Deutsche Okkupation. 230000 litauische Juden fallen dem Holocaust zum Opfer |
| 1944/45 | Litauen wird wieder sowjetisch, Massendeportationen beginnen |
| 1990 | Parlamentspräsident Vytautas Landsbergis ruft am 11. März die Wiederherstellung der Unabhängigkeit aus |
| 13. Januar 1991 | Blutsonntag. Sowjetische Spezialeinheiten besetzen den Fernsehturm in Vilnius, dabei kommen 14 unbewaffnete Verteidiger ums Leben |
| 1993 | Die letzten russischen Soldaten verlassen das Land |
| 2004 | Litauen wird Mitglied der Europäischen Union |
Sierakausko 24/8 | 2600 Vilnius | Tel. 5/2106400 | Fax 2106446 | www.vilnius.diplo.de
Gaono 6 | 01131 Vilnius | Tel. 5/2660580 | Fax 2791363 | wilna-ob@bmaa.gv.at
Konarskio 49 | 3123 Vilnius | Tel. 5/2120837 | Fax 2791484 | schweizer-gk-vilnius@gmx.ch
Neuer, einheitlicher Notruf (gilt für Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen): 112
Es gibt eine Vielzahl informativer Websites über das Land, dessen Einwohner wie alle Balten eifrige Internet-User sind. Empfehlenswert: www.litauen-info.de, www.litauen.com, www.litauen.org, www.ratgeber-litauen.de. Eine Liste weiterführender Links finden Sie unter www.neris.mii.lt. Weitere nützliche Adressen: www.inyourpocket.com (Städteführer mit aktuellen Veranstaltungstipps etc. für Vilnius, Kaunas und Klaipėda), www.muziejai.lt (litauische Museen), www.thomas-mann-haus.de (Veranstaltungen des Thomas-Mann-Hauses in Nida).
Internetcafés gibt's nur in den großen Städten, die meisten Neueröffnungen halten sich nicht lange. Auf Schilder "Interneto kavinë" achten. Collegium Dora | Vilnius | Pilies 22-1 | Tel. 5/2618334 | tgl. 9-24 Uhr | www.dora.lt; Internetas | Kaunas | Vilniaus 24 | Tel. 27/407427 | tgl. 10-24 Uhr | www.cafenet.ot.lt
Zumindest in den großen Städten wird das WLAN-Netz immer besser, da kommt man auch mit dem eigenen Laptop weiter. Tipp: Viele TIC (Tourist Information Centre) bieten inzwischen ggf. gegen Gebühr Internetzugang.
Ein Brief nach Deutschland ist etwa eine Woche unterwegs. Viele Postämter (Pašta) bieten Faxservice (www.post.lt). Briefmarken können Sie auch in Kiosken und Andenkenläden kaufen.
Das Telefonnetz ist mittlerweile fast vollständig digitalisiert worden. Im Zuge der Umstellung haben sich einige Nummern geändert (Auskunft: Tel. 118, Aktuelles: www.teo.lt, Telefonbuch: www.zebra.lt/lt/suzinok/telefonai). Internationale Vorwahl für Litauen: 00370. Dann die Ortsvorwahl und dann die Rufnummer wählen.
Innerhalb Litauens wählen Sie zuerst die 8 (Dauerton abwarten), danach Ortsvorwahl und Rufnummer. Gespräche nach Deutschland: 8/1049 (Schweiz 1041, Österreich 1043), dann die Ortsvorwahl ohne Null, dann die Rufnummer.
Handys funktionieren problemlos, Allerdings ist das Telefonieren mit dem Handy wegen der Roaminggebühren sehr teuer, und zur Kasse gebeten wird man auch für ankommende Gespräche. Am besten vor Reiseantritt beim eigenen Netzanbieter erkundigen und das entsprechende Netz gegebenenfalls manuell einwählen. Mit einer litauischen Prepaid-SIM-Card (telefono cortelę su numeriu, Anbieter: Bite, Omnitel, Comliet) entfallen die Gebühren für eingehende Gespräche ganz. Prepaid-Karten wie die von Global-Sim (www.globalsim.net) oder Globilo (www.globilo.de) sind zwar teuer, ersparen aber ebenfalls alle Roaming-Kosten. Immer günstig sind SMS. Hohe Kosten verursacht die Mobilbox: noch im Heimatland abschalten!
Es lebe die Freiheit, die Flagge, die Nation: Die Litauer sind so stolz auf ihre wiedergewonnene Unabhängigkeit, dass Außenstehenden schon mal der Überblick schwer fällt ob der vielen patriotischen Gedenktage. Am beliebtesten sind in der katholischen Baltenrepublik natürlich nach wie vor die traditionellen christlichen Feste. Höher denn je im Kurs steht aber auch die heidnische Folklore, allen voran die Sonnenwendfeiern an Johanni.
Fasching (Užgavėnės): Karnevalistische Umzüge; als Teufel und Dämonen verkleidete Maskenträger ziehen landesweit von Haus zu Haus. Am Tag vor Aschermittwoch wird "Morė", eine den Winter symbolisierende Lumpenpuppe, öffentlich verbrannt.
Den Namenstag des hl. Kasimir, Litauens Schutzpatron, feiert Vilnius mit einem großen Kunsthandwerksjahrmarkt, zu dem aus dem ganzen Land Tausende in die Hauptstadt kommen (14. März).
Den Frühlingsanfang feiern die Litauer vielerorts ausgelassen mit Gesang und Tanz und großen Feuern (21. März).
Tag der Streiche: scherzhaft schriller Nationalfeiertag in der "Freien Republik Užupis" (www.uzupis.com), dem alternativen Künstlerviertel von Vilnius (1. April).
Folklorefestival "Skamba Skamba Kankliai" ("Es klingen und klingen die Zithern") in Vilnius (letztes Wochenende im Mai). Dreiwöchiges Internationales Theaterfestival in Vilnius, größtes Theaterfest im Baltikum (Mai/Juni).
Die Sommersonnenwende wird an vielen Orten mit Johannisfeuern, Tanz, traditionellen Trachten und Speisen ausgelassen gefeiert. Berühmt sind die Johannisfeste auf dem Rambynas und in Kernavė (23./24. Juni).
Thomas-Mann-Festival in Nida auf der Kurischen Nehrung: Lesungen und Konzerte im einstigen Sommerhaus des Schriftstellers (www.thomas-mannfestival.de).
Das altlitauische Ernteopferfest mit Tanz und Gesang ist landesweit beliebt, doch die schönsten Erntefeste feiert man in der Dzūkija, wo dieser Brauch sehr tief verwurzelt ist (21. September).
Das Blukas-Fest geht auf heidnische Traditionen zurück. Vermummte Gestalten schleppen am Weihnachtsvorabend einen alten Baumstubben von Haus zu Haus, der das vergangene Jahr symbolisiert und in dem man unerfüllte Wünsche zurücklassen soll (23. Dezember).
| 1. Januar | Neujahr und Tag der Staatsflagge |
| 13. Januar | Gedenktag an die Verteidiger der Freiheit |
| 16. Februar | Unabhängigkeitstag |
| 11. März | Tag der wiedererlangten Souveränität |
| März/April | Karfreitag |
| 24. Juni | Mittsommer (Jonines) |
| 6. Juli | Tag des Staates (Krönungstag Mindaugas') |
| 15. August | Mariä Himmelfahrt |
| 8. September | Tag der Nation |
| 23. September | Gedenktag für die Holocaust-Opfer |
| 25. Oktober | Tag der Verfassung |
| 1. November | Allerheiligen (Velines) |
| 25./26. Dezember | Weihnachten |
Höchstgeschwindigkeiten: Autobahn 110 km/h (April-Oktober 130 km/h), Landstraßen 90 km/h, innerorts 50 km/h. Viele Radarkontrollen (Hinweis: Der Straßenabschnitt Vilnius- Kaunas ist zwar vierspurig ausgebaut, gilt aber nicht als Autobahn). Von November bis März und in der ersten Septemberwoche (Schulbeginn) ist tagsüber Abblendlicht Pflicht. Die Ampelschaltung (Grün blinkt zehn Sekunden vor dem Umschalten auf Gelb) ist ein Relikt aus der Sowjetzeit: bei Gelb nie mehr auf die Kreuzung fahren!
Litauen hat als ein einziges baltisches Land längere Autobahnen (Kaunas-Klaipėda und Vilnius-Panevėžys). Alle Fernstraßen sind in gutem Zustand, doch Vorsicht auf Nebenstrecken: Oft geht der Asphalt unvermittelt in Schotterpisten über. Auf der Autobahn sind gern auch Radfahrer und Pferdewagen unterwegs, selbst nachts. Die Verkehrsdichte ist gering, außer in den drei großen Städten. Moderne Tankstellen gibt es genügend und bleifreies Benzin überall (Normal: 95, Super: 95 E). Die Promillegrenze liegt bei 0,4. Die Mitnahme der grünen Versicherungskarte ist zu empfehlen.
Das Streckennetz der Bahn ist weit weniger gut ausgebaut als das der Buslinien, mit denen man überall hinkommt: pünktlich, sicher, schnell. Busse sind etwas teurer als Züge (100 km kosten etwa 4,50 Euro). Jeder größere Ort hat einen Busbahnhof mit Gepäckaufbewahrung.
Zwischen den Städten verkehren komfortable Fernreisebusse (www.kautra.lt), und überall sind rund um die Uhr private Minibusse (mašrutinis) unterwegs, die auf Handzeichen halten. In Vilnius und Kaunas fahren Trolleybusse. Die Tickets (gibt's an Kiosken oder beim Fahrer) sind bei Fahrtantritt zu entwerten.
Bei der Bestellung eines Taxis auf Firmenlogo, Lizenz (meist hinter der Windschutzscheibe) und funktionierendes Taxameter achten. Am besten, Sie lassen sich das Taxi telefonisch rufen (Zielort angeben!). Richtwert für den Fahrpreis: 40-70 Cent/km. In Vilnius ist Taxifahren deutlich teurer: 1,20-2,80 Euro pro km. Seriöse Taxifirmen in Vilnius: Favoritas (Tel. 5/2666666) und Martono (Tel. 5/2400044).
Ausgerechnet ein Luftschiff verhalf dem litauischen Nationalgericht zu seinem Namen. Zumindest in ihrer Form können die cepelinai, fleischgefüllte gekochte Kartoffelknödel, ihre Ähnlichkeit mit den guten, alten Zeppelinen auch nicht verleugnen.
Cepelinai dürfen auf keiner litauischen Speisekarte fehlen. Je nach Region kennt jeder Koch, jede Köchin noch lokale Eigenarten und Kniffe, das Nationalgericht zu verfeinern, füllt die Knödel auch gern mal mit Käse, Quark oder Pilzen und serviert sie in einer Soße aus viel Schmand, Speck und Zwiebeln.
Litauen ist ein Bauernland, und so schmeckt es auch. Die traditionelle Küche ist bodenständig, deftig und ziemlich fett. Fleisch und Kartoffeln gehören zu jeder vollwertigen Mahlzeit, gern noch mit Sauerrahm (grietinė) verfeinert. Und wie überall im Baltikum wird auch in Litauen am liebsten warm aufgetischt. Der Tag beginnt oft schon mit Kartoffelpuffern, Eierkuchen oder Rührei. Gibt's nur kaltes Frühstück, dann wenigstens kräftig - mit Wurst, Fisch, eingelegten Pilzen, Käse. Dazu Tee (arbata) oder frisch in der Tasse aufgebrühten Kaffee (kava), was die Leute hier nicht "türkisch", sondern "litauisch" nennen. Hauptmahlzeit aber ist das Mittagessen. Auf den Tisch kommt, was auf dem Acker wächst, im Garten gedeiht oder - nicht zu vergessen - im Wald gepflückt werden kann. Legendär ist die Leidenschaft der Litauer fürs Pilze- und Beerensammeln. Pilzgerichte (grybai), auf landestypische Art zubereitet, sind eine Delikatesse. Und noch eine Vorliebe wird Ihnen in Litauen nicht lange verborgen bleiben: Gern würzt man gekochte Kartoffeln mit Dill. Zu einem Mittagsmenü gehören neben dem Hauptgericht Vorspeise, Suppe (sriuba) und Nachtisch (desertas) - meist Eis (ledai), Kompott oder Kuchen.
Auch die russische Küche hat, wen wundert's, Spuren auf Litauens Speisekarten hinterlassen. Allgemein beliebt ist der Borschtsch, die aus Roter Bete, Gurken, Kartoffeln und Gemüse zubereitete Nationalsuppe des östlichen Nachbarn. Die Litauer servieren sie auch kalt als köstliche Sommersuppe (šaltibarščiai), mit Kefir verfeinert und Röstkartoffeln als Beilage. Ebenfalls aus altrussischer Tradition stammen koldūnai, gefüllte Maultaschen, und blynai, hauchzarte Eierkuchen aus Buchweizenteig.
Schier grenzenlos scheint inzwischen die Auswahl an internationaler Küche. Vor allem in Vilnius hat die Restaurantszene von der neuen Freiheit regen Gebrauch gemacht - ob irisch oder ungarisch, japanisch oder französisch, Pizzeria oder Steakhouse - das Angebot ist groß, selbst indische und thailändische Restaurants fehlen nicht. Wollen Sie aber lieber typisch litauisch essen gehen, besuchen Sie eins der Lokale mit ausgewiesener Traditionsküche. Dort servieren die Kellner oft in folkloristischer Tracht, was nicht nur bei Touristen, sondern auch bei den nationalstolzen Balten gut ankommt.
Die Einheimischen selbst haben einen Hang zu rustikaler Gemütlichkeit. Urige Kellerkneipen erfreuen sich großer Beliebtheit, bei Bier, Pizza und Jazz wird die Nacht zum Tag. Wer es edel mag, kommt in den großen Städten auf seine Kosten, auch wenn Häuser wie das noble Stikliai in Vilnius nicht viel mit dem Alltag der Litauer zu tun haben. Sie kehren lieber in eine der verbreiteten Schnellgaststätten (valgykla) und Imbissstuben (užkandinė), in ein Café (kavinė) oder eine Bar (baras) ein, wo man meist auch ganz passabel essen kann. Wer auf Fast Food steht, muss nach Filialen einer bekannten Hamburger-Kette nicht lange suchen. Und im Sommer finden Sie vielerorts Straßencafés und Biergärten.
Apropos: Zu einem guten Essen gehört für viele Litauer auch ein Bier (alus). Einheimisches Bier, wie Kalnapilis und Baltijos, schmeckt vorzüglich, es ist von kräftiger Würze. Litauen ist ein Bierland. Das staatliche Tourismusbüro bietet sogar Brauereirundreisen ("Beer-Trails") an. Freunde des Gerstensaftes sollten einen Abstecher in den Norden des Landes nach Biržai einplanen. Litauens Bierhauptstadt veranstaltet jeden Sommer ein großes Bierfest.
Hochprozentiges ist hingegen eher auf dem Rückzug. Wer einen Wodka bestellen will, wird ihn natürlich auf jeder Getränkekarte finden. Er heißt in Litauen degtinė und schmeckt etwas milder als das russische Original. Viel typischer für das grüne Land sind freilich seine Liköre (likeriai). Aber Vorsicht - ob fruchtig oder als würziger Honigmet (midus): Das Zeug hat's in sich!
Das Warenangebot in Litauen lässt keine Wünsche offen. Von Klaipėda bis Druskininkai werden Sie überall einen Supermarkt finden, in dem es alles zu kaufen gibt, was man zum Leben braucht. (Super-)marktwirtschaftlich ist Litauen längst in Europa angekommen. Mehr noch: Einkaufszentren wie das gigantische Akropolis in Vilnius kennt man sonst eher aus den USA. In diesem Shoppingtempel, groß wie ein Flugzeughangar, in ultramoderne Stahl-Glas-Architektur gehüllt und von glitzernden Markenboutiquen umschwärmt, verbringen litauische Familien ganze Tage. Geöffnet haben die meisten Supermärkte bis spätabends, manche gar bis Mitternacht - sieben Tage die Woche. Ein Ladenschlussgesetz gibt es nicht.
In dünn besiedelten Gegenden und entlegenen Dörfern fehlt dieser Komfort natürlich. Einen Lebensmittelladen (parduotuvė) gibt es aber in jedem größeren Ort. Landestypischer (und oft auch preisgünstiger) bekommen Sie Lebensmittel auf den traditionellen Wochenmärkten (turgaus), die es nach wie vor in fast jeder litauischen Stadt gibt. Hier verkaufen auch viele Bauern ihre Produkte, je nach Jahreszeit werden Sie frische Pilze, Beeren und Gartenobst im Angebot finden - alles garantiert ökologisch. Die Märkte sind ein Stück litauischer Alltagskultur und schon an sich einen Besuch wert.
Auf der Suche nach einem Mitbringsel aus Litauen führt kaum ein Weg am "Gold der Ostsee" vorbei. Die Bernsteinkünstler hierzulande sind Meister ihres Fachs und verstehen es, das fossile Harz mit Wurzelholz, Leder und verschiedenen Metallen höchst unkonventionell zu kombinieren. Angeboten wird Bernstein in Litauen in so gut wie jedem Souvenirladen, doch die größte und schönste Auswahl haben Sie an der Küste: in Palanga, in Klaipėda und natürlich in Nida auf der Kurischen Nehrung, der Heimat des Bernsteins, auf litauisch gintaras geheißen. In Nida finden Sie die exklusivste Bernsteinkunst Litauens - allerdings hat die Eleganz, wie sie etwa Kazimieras und Virginija Mizgiris in ihrer Galerie anbieten, auch ihren Preis.
Wollen Sie etwas echt Baltisches mit nach Hause nehmen, geht's auch hochprozentig. Die Ostseevölker verstehen sich seit jeher auf die Herstellung kräftiger, aromatischer Kräuterliköre. Legendär sind der Honiglikör suktinis und der balzamas, dunkel und abgründig wie Litauens Wälder.
Schon zu sowjetischer Zeit waren litauische Modedesigner für ihre extravaganten Schnitte berühmt, und längst haben Edelschneider wie Ramunė Piekautaitė oder Juozas Statkevičius mit ihrer Haute Couture die internationalen Laufstege erobert. Da wundert es nicht, dass Litauens Hauptstadt zu einer guten Adresse für Mode avancierte. Die besten Boutiquen in Vilnius finden Sie in der Didžioji und auf dem Prachtboulevard Gediminas, wie sich auch viele große westliche Labels und Marken angesiedelt haben.
Berühmt sind die Litauer seit Jahrhunderten für Holzschnitzereien, es ist die älteste Tradition ihrer naturreligiös beseelten Volkskunst. Sie finden die urigen Gnome und fantasievoll geschnitzten Märchenfiguren in besonders reicher Auswahl im Ethnografischen Freilichtmuseum Rumšiškės. Nicht minder verbreitet sind die traditionellen Handarbeiten von selbst gewebten, mit althergebrachten Mustern und Motiven fein bestickten Leinentischdecken bis hin zu den etwas kratzigen, aber originellen Strickpullovern. Das Angebot an ethnischer Kunst ist überall im Land groß. Besuchen Sie einen der Kunsthandwerksmärkte, die oft im Rahmen der Volksfeste stattfinden. Am schönsten und größten ist der St.-Kasimir-Jahrmarkt Anfang März in Vilnius.
Die Geschäfte sind in der Regel Mo-Fr 8-20, Sa und So 8-18 Uhr geöffnet, Supermärkte oft 8-22 Uhr (oder gar bis 24 Uhr, und zwar täglich!). Mitunter schließen Läden und Restaurants allerdings einfach, wenn nichts los ist.
Die meisten Museen haben Di-So 11-18 Uhr geöffnet. Postämter sind Mo-Fr 8-17 Uhr geöffnet, Banken Mo-Fr 9-17 Uhr.
| balandėliai | Krautrouladen mit Hackfleisch und Ei gefüllt |
| balzamas | traditioneller schwarzer Kräuterlikör |
| bifštekas | eine Art Sammelbegriff für gebratenes Fleisch der verschiedensten Art |
| blynai | Pfannkuchen in vielen Variationen: herzhaft gefüllt mit Kartoffeln, Fisch, Fleisch, Kohl, Quark, Pilzen, aber gern auch mit süßen Obst- oder Beerenkonfitüren. Es gibt sie auch als blyneliai (kleine Pfannkuchen), bulveniai (Pfannkuchen aus Reibekartoffeln) und als varškėčiai (Quarkpfannkuchen) |
| cepelinai | gekochte Kartoffelklöße mit Fleisch- oder Speckfüllung in einer deftigen Buttersoße aus Speck und Zwiebeln. In einigen Restaurants firmieren die Knödel auch unter didžkukuliai |
| duonos salotos | Brotsalat mit Käse und Mayonnaise, gereicht als Snack |
| kepta duona | geröstetes, salziges Knoblauchbrot, beliebter Snack zum Bier |
| kijevo kotletas | Das "Kiewer Kotelett" ist ein paniertes Hähnchenschnitzel, gefüllt mit Buttergemüse |
| koldūnai | mit Fleisch, Kartoffel- oder Pilzpüree gefüllte Teigtaschen |
| krūpnikas | Honiglikör, mit Kümmel, Nelken und Ingwer verfeinert |
| muginukas | traditionelles Honiggebäck |
| rūktštynės | Sauerampfersuppe, ein Nationalgericht |
| rūkyta žuvis | Räucherfisch, Spezialität der Kurischen Nehrung |
| šakotis | großer Kuchen in Form eines Tannenbaums, wird traditionell aus 99 Eiern zubereitet und zu festlichen Anlässen gebacken |
| šašlykai | pikante Fleischspieße, oft an Grillständen angeboten |
| suktiniai | Fleischrouladen mit Speck- oder Zwiebelfüllung |
| žagareliai | süße Pasteten zum Dessert, erst komplett mit einem Schuss Rum |
Litauisch ist ein lebendes Fossil. Keine andere Sprache Europas überstand die Zeiten so unverändert. Gemeinsam mit dem Lettischen zur fast ausgestorbenen baltischen Sprachenfamilie gehörend, steht Litauisch der indoeuropäischen Ursprache Sanskrit am nächsten. Für Ausländer oft ein Buch mit sieben Siegeln: So viele Fälle hat die altertümliche Sprache nämlich, dazu eine Lautstruktur aus 59 Phonemen und weitere Tücken, an denen selbst Begabte verzweifeln.
Seit 1991 ist Litauisch offizielle Landessprache. Eine staatliche Kommission wacht über ihre Reinheit im behördlichen Gebrauch, es gibt - wohl einzigartig in der Welt - sogar einen Tag der Sprache (7. Mai). Doch zunehmend überschwemmen Anglizismen nun auch die älteste Sprache des Kontinents. Auch aus dem Deutschen schlich sich einiges ein. Das Feuerwerk wandelte sich in die fejerverkai (ai bezeichnet den Plural), aus dem Schlagbaum wurde der šlagbaumas, und die Zeiger der Uhr drehen sich auf dem ciferblatas. Die Litauer lieben ihre kegelbanas, und abends in der Kneipe genehmigen sich die Männer gern mal einen šnapsas.
Litauens Wirtschaft steuert Kurs West. Den Übergang vom Sowjetdirigismus zur Marktwirtschaft hat die Baltenrepublik gut gemeistert: Die Betriebe sind größtenteils privatisiert, die Dienstleistungsbranche erwirtschaftet mittlerweile zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP 2007: 40,8 Mia. Euro); in der Außenhandelsbilanz entfällt heute die Hälfte der Exporte auf EU-Länder. Acht Freihandelszonen und ein 2006 erstmals aufgelegtes staatliches Förderprogramm sollen weitere Investoren ins Land holen.
Der Lebensstandard hat sich, seit die Zeit der postsozialistischen Zusammenbrüche überwunden ist, stetig verbessert, liegt allerdings immer noch deutlich unter EU-Durchschnitt. Das monatliche Durchschnittseinkommen liegt derzeit offiziell bei knapp 400 Euro. Und ein Problem bekommt auch der "baltische Tiger" mit seinen hohen Wachstumsraten (2007: 8,8 Prozent) nicht in den Griff: die Arbeitslosigkeit. Sie liegt offiziell zwar nur bei 3,8 Prozent, doch in manchen ländlichen Regionen ist fast die Hälfte der Menschen ohne Job. | www.lda.lt
Auf dem Basketballfeld mischt Litauen in der Weltliga mit. Dreimal holte die kleine Baltenrepublik schon Olympiabronze, Spiele des Nationalteams sind echte Straßenfeger, und in jeder Kneipe, die etwas auf sich hält, laufen dann die Live-Übertragungen. Bei großen Siegen fällt das sonst so stille Land in einen kollektiv-patriotischen Freudentaumel: Litauens Nationalsport steht im Rang einer Religion. Die Fliegerlegende Steponas Darius brachte das Korbballspiel in den 1920er-Jahren aus den USA mit und machte es so populär, dass Litauen schon 1937 zum ersten Mal Europameister wurde. In den Zeiten der Sowjetunion stellten baltische Zweimetermänner die Hälfte der Landesauswahl. Auch heute zählen Clubs wie Žalgiris Kaunas zu den internationalen Tops. www.zalgiris.lt
Mikajolus Konstantinas Čiurlionis (1875-1911) ist nur 36 Jahre alt geworden, doch sein Name leuchtet in der litauischen Nationalkultur als heller Stern. Als Komponist und Maler prägte Čiurlionis die Kunst seines Landes wie kein Zweiter. Der "Christoph Kolumbus der Kunst" (Romain Rolland) verwob die Gesetze der Musik mit denen der Malerei, schuf in seinen Werken einander durchdringende Ebenen von meditativer Symbolkraft, in denen er einem ewigen Thema folgt: dem universalen Ganzen von Mensch und Natur.
Aufgewachsen als Sohn eines Organisten in Druskininkai mit seinen sagenhaften Waldlandschaften, beeinflusste die Naturliebe der Litauer den sensiblen Čiurlionis früh. Nach dem Musikstudium in Warschau entstanden in nur fünf Jahren, 1904-09, die meisten seiner 300 Bilder: mystizistische Zyklen aus der Welt des Imaginären - wie die berühmten "Jahreszeiten-Sonaten". Auch in vielen der 250 Kompositionen des künstlerischen Grenzgängers, so etwa im Poem "Das Meer", spielt das Naturempfinden die tragende Rolle. Mikajolus Čiurlionis hat Musik gemalt und Bilder komponiert.
Als die deutsche Wehrmacht am 24. Juni 1941 Vilnius besetzte, begannen SS-Einheiten schon am Tag darauf mit der Menschenjagd. In keinem anderen Land setzten sie ihren Vernichtungsfeldzug gegen die Juden so brutal um: Von den 250000 litauischen Juden überlebten nur wenige Tausend, 94 Prozent der jüdischen Bevölkerung wurden von Hitlers Schergen ermordet. Mit dem Holocaust erlosch eine jahrhundertealte Kultur, die Vilnius einst den Beinamen "Jerusalem des Nordens" eingebracht hatte. Schon 1545 war dort die erste Synagoge gebaut worden. Im 18. Jh., einer Blütezeit der jüdischen Kultur, war fast die Hälfte der Einwohner Juden, sie nannten ihre Stadt Vilne und sich selbst Litvaken. Aus Vilne stammte Jascha Heifetz, einer der berühmtesten Geiger des 20. Jhs.
Heute hält das Staatliche Jüdische Museum Vilnius das Andenken an die vernichtete Kultur wach. Seit der Unabhängigkeit beginnt zaghaft wieder jüdisches Leben zu wachsen. www.litjews.org
Im Gegensatz zu Lettland und Estland stellen die Litauer in ihrem Land mit 82 Prozent die große Mehrheit der Bewohner. Das erleichtert besonders das Zusammenleben mit den zu Sowjetzeiten in das Land gekommenen 300000 Russen (knapp 8 Prozent Bevölkerungsanteil). Man liebt sich nicht gerade, aber man toleriert und achtet sich, und wie allen Minderheiten sind auch den Russen und den rund 260000 Polen im traditionell multiethnischen Litauen demokratische Rechte gesetzlich garantiert.
Zwei ethnische Gruppen im baltischen Völkerschmelztiegel sind ausgesprochene Exoten: Tataren und Karaim (Karäer). Sie leben seit 600 Jahren in Litauen; Großfürst Gediminas brachte ihre Vorfahren als Palastwachen und Handwerker von der Krim mit. Etwa 4000 Deutsche leben verstreut im Land, die meisten im einst zu Ostpreußen gehörenden Memelland am Kurischen Haff und in Klaipėda (Memel). Ihr kulturelles Zentrum dort ist das Simon-Dach-Haus (www.vdd.lt).
Gelb, grün, rot - das sind die Farben Litauens. Gelb steht für die Sonne, grün für die heilige Natur des Landes, rot für das Blut, das die Litauer im Kampf um ihre Freiheit vergossen. Seinen Ursprung hat so viel Pathos in der Nationalbewegung des frühen 19. Jhs. Doch es sollte bis zum 1. Januar 1919 dauern, ehe die Flagge erstmals als offizielles Symbol der jungen Republik Litauen gehisst wurde. Die Sowjets verboten die Fahne schon 1940 wieder. Erst im Tauwetter der Perestrojka errangen sich die Litauer ihr Symbol zurück. Seit dem Herbst 1988 weht sie wieder über dem Gediminas-Turm in Vilnius. Die Trikolore hat sogar einen eigenen Feiertag: den 1. Januar.
Der Pilzreichtum der litauischen Wälder ist legendär. Man könnte das Waldgemüse beinahe schon als einen Bodenschatz des Baltenlandes bezeichnen - immerhin hat es der findige Unternehmer Viliumas Malinauskas mit dem Export von Pilzen zum Millionär gebracht. Vor allem in den tiefen Wäldern der Dzūkija sprießen im Herbst derart viele Steinpilze und Pfifferlinge, dass das halbe Land in einer Art nationalem Sammelfieber zur Ernte anrückt. Dann bieten regionale Reisebüros Pilz- und Beerentouren an, Hotels werben mit speziellen Wochenendangeboten um sammelleidenschaftliche Gäste, denn die "stille Jagd" mit gesenktem Kopf ist in Litauen Volkssport.
Auf den Wochenmärkten türmen sich frische Pilze, auch viele Restaurants offerieren nun grybas-Spezialitäten. In Städtchen Varėna, mitten in den Wäldern des Dzūkija-Nationalparks gelegen, wird Mitte September sogar ein Pilzfest gefeiert - Höhepunkt des Grybų šventė ist ein Mannschaftswettkampf im Pilzesammeln. Biologen sagen, in den litauischen Wäldern kämen an die 1200 Pilzarten vor. Davon sollen 280 genießbar und etwa hundert giftig sein.
In einer Zeit des Wertewandels kommt der pantheistische Glaube der alten Baltenvölker wieder zu Ehren, und die Romuva-Bewegung, die sich einer Naturreligion verschrieben hat, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Bewegung wurde 1967 von Jonas Trinkunas an der Universität Vilnius gegründet. Heute hat sie offiziell zwar nur einige Hundert Mitglieder, die Zahl der Anhänger des alten Glaubens an den Donnergott Perkunas und seine Kollegen geht aber in die Tausende. Besonders junge Leute versammeln sich gern an den heidnischen Heiligtümern wie dem Berg Rambynas am Nemunas-Strom. Manche pilgern gar alljährlich nach Romowe: Der sagenumwobene, im 13. Jh. von den Kreuzrittern zerstörte Haupttempel befand sich am Oberlauf des Pregel (Kaliningrader Gebiet).
Das Singen haben die Litauer im Blut. Am größten Weltsängertreffen, alle vier Jahre in Vilnius (nächstes Mal 2011) unter einem Lebensbaum stattfindend, nehmen über 30000 Sänger teil, darunter viele Exil-Litauer. Alle Sängerfeste sind ein Kulturereignis nationalen Ranges.
Der Gesang ist in den baltischen Völkern in einer Tiefe verwurzelt, die sich in Europa wohl nur noch bei den Iren findet. Die alten litauischen Volkslieder, die liaudies dainos, werden seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergereicht. Das Folklorearchiv in Vilnius hat fast 250000 Dainos-Verse dokumentiert. Die Tradition der Liederfeste reicht bis ins 18. Jh. zurück (Estland), zum ersten großen litauischen Sängerfest trafen sich 1924 in Kaunas 86 Chöre. Als Ausdruck des nationalen Bewusstseins trugen die Lieder auch den Freiheitswillen der Litauer. Nicht umsonst ging ihr letzter Unabhängigkeitskampf 1991 als "singende Revolution" in die Geschichte ein.
Litauen ist ein Land prächtiger Kirchen, die allermeisten stehen auch Touristen zur Besichtigung offen. Doch betreten Sie die Gotteshäuser und Klöster bitte nicht in zu aufreizender Freizeitkleidung, damit beleidigen Sie vor allem in den Augen älterer, gläubige Litauer heilige Stätten. Noch strenger geht es in den russisch-orthodoxen Kirchen zu. Respektieren Sie die Sitten, und Sie werden eine lebendige Religiosität erleben, die noch keine Folklore ist.
Wer sich zu benehmen weiß, wird mit einer kommunalen Verordnung nicht in Konflikt geraten, dennoch: Es ist in Litauen verboten, auf der Straße und in öffentlichen Parks Alkohol zu trinken. Wer dabei erwischt wird, muss mit Strafen von einer Verwarnung bis zu einem Bußgeld rechnen, das schon mal 45 Euro betragen kann.
Beim FKK-Baden an der Ostsee gelten in der konservativen Baltenrepublik immer noch strenge Sitten. Zumindest die kur-örtlichen Strände um Palanga und die Badeorte auf der Kurischen Nehrung sind in Zonen aufgeteilt: Der vyrų pliažas (Männerstrand) ist den Herren der Schöpfung vorbehalten. Am moterų pliažas (Frauenstrand) hat nur das weibliche Geschlecht etwas zu suchen. Nur an diesen Abschnitten ist das Nacktbaden erlaubt - und nicht etwa am bendras pliažas, dem "gemischten" Strand, der meist zwischen beiden liegt. Doch es geht ja auch ohne "Zone": Selbst im Hochsommer finden Anhängerinnen der Freikörperkultur auf der Kurischen Nehrung kilometerweise menschenleere Strände, wo alle Hüllen fallen können.
Litauens Grenzen zu Russland (Exklave Kaliningrad) und Weißrussland mögen in den einsamen Landschaften weitenteils aussehen, aus würden die verwitterten Sperrzäune und Grenzpfähle demnächst gänzlich von der Natur überwuchert, auf der Kurischen Nehrung verläuft die Grenze gar mitten durch den Sand der höchsten Wanderdüne, doch der Eindruck täuscht: Was Sie sehen, ist in der Regel nur die erste Zone einer bis zu 1 km breiten und streng gesicherten, gut bewachten Grenzanlage. Vor einem Test sei dringend gewarnt! Wenn Sie von russischen Patrouillen geschnappt werden, schießt dort zwar längst niemand mehr, doch Ärger ist Ihnen sicher. Immer wieder versuchen wagemutige Touristen, die solche Grenzerlebnisse im freien Westeuropa nicht mehr kennen, den Sperrzonen-Kick. Auch wenn man auf litauischer Seite mancherorts problemlos bis an den Zaun gelangen kann - eine Staatsgrenze, zumal die Außengrenze der EU, ist kein Abenteuerspielplatz. Detaillierte Infos zu der Region im MARCO POLO "Kaliningrader Gebiet".
Siehe
Es gibt Autobusse und Eisenbahnlinien im Land. Es besteht auch tagsüber die Pflicht, mit Abblendlicht zu fahren. Zwischen 10. November und 1. April besteht für alle Fahrzeuge Winterreifenpflicht. Ein Feuerlöscher sowie eine Warnweste im Auto sind obligatorisch.
In Litauen gilt grundsätzlich die 0,4-Promille-Grenze. Ausnahmen gelten für Fahrer von Bussen, Lkws (ab 3,5 Tonnen), Fahrzeugen mit mehr als neun Plätzen, Taxis, Motorrädern, Mopeds, Dreiradfahrzeugen, vierrädrigen Leichtkraftfahrzeugen und anderen Vierradfahrzeugen, Gefahrguttransporten sowie für Fahranfänger und Radfahrer gelten 0,0 Promille. Fahren unter Alkoholeinfluss wird strafrechtlich mit hohen Strafen (Bußgelder bzw. Haftstrafen) sowie. mit Entzug des Führerscheins geahndet.
Fahranfänger dürfen in Litauen auf Schnellstraßen oder Autobahnen nicht schneller als 90 km/h fahren, auf Landstraßen nicht mehr als 70 km/h. Fahranfänger, die ihre Fahrerlaubnis in Litauen erworben haben, sind zudem verpflichtet, einen Ahornblatt-Sticker auf dem Auto zu führen. Als Fahranfänger gilt, wer seinen Führerschein kürzer als zwei Jahre besitzt.
Für die Nutzung des litauischen Fernstraßennetzes müssen kommerzielle Fahrzeuge eine Vignette erwerben, siehe Litauische Straßenverwaltung (KNMM). Für alle Fahrzeugtypen (auch Pkw) wird bei Einfahrt in den Nationalpark Kurische Nehrung eine Maut als Umweltschutzabgabe erhoben. Informationen zur Höhe der zu entrichtenden Gebühr bietet Visit Neringa.
Viele Grenzübergänge sind für die Einreise von Privatpersonen aus Belarus und Russland geschlossen, auf der kurischen Nehrung. Die Überquerung der Landgrenze zwischen Belarus und Litauen mit dem Kfz (Grenzübertritte zu Fuß, per Fahrrad oder Motorrad sind untersagt) ist nur über die Grenzübergänge Medininkai-Kamenny Log und Šalčininkai-Benekainys möglich.
Die übrigen Grenzübergänge - Raigardas-Privalka, Lavoriškės-Kotlovka, Šumskas-Losha und Tverečius-Vidzy - sind geschlossen. Für den gewerblichen Gütertransport gelten gesonderte Regelungen.
Der einheitliche europäische Unfallbericht kann als Vordruck im Schadenfall hilfreich sein.
Der deutsche Führerschein wird anerkannt.
Im Grenzgebiet Litauen-Russland (Kurische Nehrung, Gebiet Kaliningrad) ist die ca. 4 Km lange Grenze nicht mit einem durchgehenden Zaun markiert. Erhöhte Grenzzeichen im Dünenbereich markieren den Grenzverlauf auf 1,8 km Länge. Wer die Grenze von Litauen aus (auch nur für wenige Meter) illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die russische Grenzpolizei rechnen. Gemäß russischer Rechtslage steht auf illegalen Grenzübertritt eine Haftstrafe. Gleiches gilt für illegalen Grenzübertritt zu Wasser (Paddler; Schwimmer). Die Grenze ist durch gelbfarbige Bojen markiert.
Bei der litauisch-belarussischen Grenze handelt es sich um eine Schengen-Außengrenze. Es besteht die Pflicht, sich ausweisen zu können. Das Betreten eines definierten Bereiches unmittelbar an der Grenze erfordert eine spezielle Erlaubnis der litauischen Grenzbehörde. Die Grenze ist nicht mit einem durchgehenden Zaun markiert. Hinweisschilder auf litauischer Seite sind unbedingt zu beachten, es finden regelmäßig Patrouillen statt. Wer die Grenze von Litauen aus (auch nur für wenige Meter) illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die litauische oder belarussische Grenzpolizei rechnen.
Homosexuelle Handlungen stellen in Litauen keinen Straftatbestand dar. Allerdings gibt es ein Gesetz über den Schutz von Minderjährigen vor schädlichen Auswirkungen öffentlicher Informationen. Danach gelten solche öffentlichen Informationen als schädlich, die ein anderes Konzept der Eheschließung und der Familiengründung als der Ehe zwischen Mann und Frau aufzeigen.
Handel, Besitz und Konsum von Drogen werden in Litauen strafrechtlich mit vergleichsweise hohen Strafen geahndet.
Die Ausübung, Inanspruchnahme und Förderung von Prostitution sind in Litauen unter Strafe gestellt. Sollten Minderjährige an diesen Straftaten beteiligt sein, wirkt sich dies erheblich auf das Strafmaß aus. Mit polizeilichen Aktionen und Kontrollen in einschlägigen Regionen und Bewirtungsbetrieben muss jederzeit gerechnet werden.
Sexuelle Nötigung ist ebenfalls strafbar.
Nach litauischem Recht sind der unerlaubte Besitz und das Führen von Waffen, insbesondere Feuerwaffen, strafbewehrt und kann nach litauischem Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafen geahndet werden. Auch Reizstoff- und Schreckschusspistolen können, unter bestimmten Voraussetzungen, unter diesen Strafbestand subsumiert werden. Über konkrete Genehmigungserfordernisse bei Ein-/Ausfuhr, Transit, etc. informieren die zuständigen litauischen Behörden.
Zahlungsmittel ist der Euro. Das Abheben von Bargeld an Geldautomaten und die Bezahlung mit Kreditkarten sind überall möglich.
Für die Einreise nach Litauen sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.
Landesweit kommt es von April - Oktober zur Übertragung der Frühsommer Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenstiche.
Eine deutschen Standards entsprechende medizinische Versorgung in Unglücks- und Krankheitsfällen ist nur in den größeren Städten Vilnius, Kaunas, Klaipeda, Panevezys und Siaulai gewährleistet.
Deutsche Staatsangehörige, die sich vorübergehend auf dem Gebiet Litauens aufhalten, können wie alle anderen -Bürger nach dem europäischen Gemeinschaftsrecht im Krankheitsfall Leistungen nach litauischem Recht in Anspruch nehmen. Als Anspruchsnachweis wird eine vor dem Antritt der Reise von der deutschen Krankenkasse auszustellende Europäische Versichertenkarte vorgelegt.
Bitte beachten Sie neben dem generellen auch den medizinischen Haftungsausschluss
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Im litauischen Luftraum kann es vor allem in den Abend- und Nachtstunden zu Störungen des Flugverkehrs durch einfliegende Schmuggelballons kommen. Der Flughafen Vilnius wird in diesen Fällen von den litauischen Behörden aus Sicherheitsgründen geschlossen; es kommt zu erheblichen Verzögerungen sowie Stornierungen im Flugverkehr bzw. zur Umleitung von Flügen an andere Flughäfen (z.B. Kaunas oder Riga).
Seit dem 20. November 2025 sind Grenzübertritte zwischen Litauen und Belarus an den Grenzübergängen Medininkai-Kamenny Log und Šalčininkai-Benyakoni wieder in beide Richtungen möglich.
Die übrigen Grenzübergänge (Šumskas-Losha, Tverečius-Vidzy, Lavoriškės-Kotlovka und Raigardas-Privalka sind nach wie vor geschlossen. Es kann zu längeren Wartezeiten kommen (siehe auch Einreise und Zoll). Aktuelle Ankündigungen der litauischen Regierung zum Grenzverkehr finden Sie auf der Webseite des litauischen Innenministeriums.
Die Einreise mit in Belarus zugelassenen Pkws nach Litauen ist seit 2024 aufgrund Art. 1ra der EU-Verordnung 2024/1865 vom 29. Juni 2024 grundsätzlich untersagt. Weitergehende Informationen (auch zu möglichen Ausnahmen sowie weiteren Einfuhrbeschränkungen) sind bei der litauischen Zollbehörde erhältlich.
Aufgrund umfangreicher Kontrollen im Schengenraum ist an den Grenzen Litauens zur Russischen Föderation und nach Belarus auch im Personenreiseverkehr an den noch geöffneten Grenzübergängen mit langen Wartezeiten zu rechnen.
Fahrzeuge jeglicher Art im gewerblichen Güter- und Personenverkehr müssen für die Kontrolle an den Grenzübergängen in die Russische Föderation und Belarus vorab über ein Onlineportal (EVIS) registriert werden. Ohne vorherige Registrierung ist ein Grenzübertritt nicht möglich. Weitere Informationen finden Sie auf den folgenden Webseiten: http://www.ltborder.lt/ und www.ltsiena.lt.
An den polnisch-litauischen Grenzübergängen kann es auf Grund der von Polen Anfang Juli 2025 eingeführten Grenzkontrollen zu Verzögerungen bei der Ein- und Ausreise kommen.
Die Einreise mit in der Russischen Föderation zugelassenen Kfz nach Litauen ist aufgrund Art. 3i der EU-Verordnung 833/2014 grundsätzlich untersagt. Ausnahmen bestehen u.a. für den Transitverkehr von/nach Kaliningrad. Die litauische Steuer- und Zollbehörde führt an den Grenzübergängen entsprechende Kontrollen durch. Der Fahrer oder Halter eines solchen Kfz muss ggf. mit dem Fahrzeug in die Russische Föderation zurückkehren oder die Grenze ohne das Kfz überqueren. Weitergehende Informationen (auch zu ggf. möglichen weiteren Einfuhrbeschränkungen, z. B. falls Gegenstände nicht offensichtlich zum persönlichen Gebrauch während der Reise bestimmt sind) sind bei der zuständigen Zollbehörde erhältlich.
An touristisch frequentierten Plätzen wie in Altstädten größerer Städte sowie im Bereich von Bahnhöfen und Busbahnhöfen kommt Kleinkriminalität wie Taschendiebstähle vor. Überfälle und Gewaltkriminalität sind selten.
Autodiebstähle gibt es, Fahrzeuge werden zudem gelegentlich aufgebrochen.
In Bars und Clubs kommt es vereinzelt auch zum Einsatz von K.-o.-Tropfen und Kreditkartenbetrug.
Es herrscht gemäßigtes kontinentales Klima.
Im Winter kann es zu extremer Kälte, Schneefällen und Winterstürmen kommen.
Siehe Aktuelles
Es gibt Autobusse und Eisenbahnlinien im Land. Es besteht auch tagsüber die Pflicht, mit Abblendlicht zu fahren. Zwischen 10. November und 1. April besteht für alle Fahrzeuge Winterreifenpflicht. Ein Feuerlöscher sowie eine Warnweste im Auto sind obligatorisch.
In Litauen gilt grundsätzlich die 0,4-Promille-Grenze. Ausnahmen gelten für Fahrer von Bussen, Lkws (ab 3,5 Tonnen), Fahrzeugen mit mehr als neun Plätzen, Taxis, Motorrädern, Mopeds, Dreiradfahrzeugen, vierrädrigen Leichtkraftfahrzeugen und anderen Vierradfahrzeugen, Gefahrguttransporten sowie für Fahranfänger und Radfahrer gelten 0,0 Promille. Fahren unter Alkoholeinfluss wird strafrechtlich mit hohen Strafen (Bußgelder bzw. Haftstrafen) sowie ggfs. mit Entzug des Führerscheins geahndet.
Fahranfänger dürfen in Litauen auf Schnellstraßen oder Autobahnen nicht schneller als 90 km/h fahren, auf Landstraßen nicht mehr als 70 km/h. Fahranfänger, die ihre Fahrerlaubnis in Litauen erworben haben, sind zudem verpflichtet, einen Ahornblatt-Sticker auf dem Auto zu führen. Als Fahranfänger gilt, wer seinen Führerschein kürzer als zwei Jahre besitzt.
Für die Nutzung des litauischen Fernstraßennetzes müssen kommerzielle Fahrzeuge eine Vignette erwerben, siehe Litauische Straßenverwaltung (KNMM). Für alle Fahrzeugtypen (auch Pkw) wird bei Einfahrt in den Nationalpark Kurische Nehrung eine Maut als Umweltschutzabgabe erhoben. Informationen zur Höhe der zu entrichtenden Gebühr bietet Visit Neringa.
Viele Grenzübergänge sind für die Einreise von Privatpersonen aus Belarus und Russland geschlossen, z.B. auf der kurischen Nehrung. Die Überquerung der Landgrenze zwischen Belarus und Litauen mit dem Kfz (Grenzübertritte zu Fuß, per Fahrrad oder Motorrad sind untersagt) ist nur über die Grenzübergänge Medininkai–Kamenny Log und Šalčininkai–Benekainys möglich.
Die übrigen Grenzübergänge - Raigardas–Privalka, Lavoriškės–Kotlovka, Šumskas-Losha und Tverečius-Vidzy - sind geschlossen. Für den gewerblichen Gütertransport gelten gesonderte Regelungen.
Der einheitliche europäische Unfallbericht kann als Vordruck im Schadenfall hilfreich sein.
Der deutsche Führerschein wird anerkannt.
Im Grenzgebiet Litauen-Russland (Kurische Nehrung, Gebiet Kaliningrad) ist die ca. 4 Km lange Grenze nicht mit einem durchgehenden Zaun markiert. Erhöhte Grenzzeichen im Dünenbereich markieren den Grenzverlauf auf 1,8 km Länge. Wer die Grenze von Litauen aus (auch nur für wenige Meter) illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die russische Grenzpolizei rechnen. Gemäß russischer Rechtslage steht auf illegalen Grenzübertritt eine Haftstrafe. Gleiches gilt für illegalen Grenzübertritt zu Wasser (Paddler; Schwimmer). Die Grenze ist durch gelbfarbige Bojen markiert.
Bei der litauisch-belarussischen Grenze handelt es sich um eine Schengen-Außengrenze. Es besteht die Pflicht, sich ausweisen zu können. Das Betreten eines definierten Bereiches unmittelbar an der Grenze erfordert eine spezielle Erlaubnis der litauischen Grenzbehörde. Die Grenze ist nicht mit einem durchgehenden Zaun markiert. Hinweisschilder auf litauischer Seite sind unbedingt zu beachten, es finden regelmäßig Patrouillen statt. Wer die Grenze von Litauen aus (auch nur für wenige Meter) illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die litauische oder belarussische Grenzpolizei rechnen.
Homosexuelle Handlungen stellen in Litauen keinen Straftatbestand dar. Allerdings gibt es ein Gesetz über den Schutz von Minderjährigen vor schädlichen Auswirkungen öffentlicher Informationen. Danach gelten solche öffentlichen Informationen als schädlich, die ein anderes Konzept der Eheschließung und der Familiengründung als der Ehe zwischen Mann und Frau aufzeigen.
Handel, Besitz und Konsum von Drogen werden in Litauen strafrechtlich mit vergleichsweise hohen Strafen geahndet.
Die Ausübung, Inanspruchnahme und Förderung von Prostitution sind in Litauen unter Strafe gestellt. Sollten Minderjährige an diesen Straftaten beteiligt sein, wirkt sich dies erheblich auf das Strafmaß aus. Mit polizeilichen Aktionen und Kontrollen in einschlägigen Regionen und Bewirtungsbetrieben muss jederzeit gerechnet werden.
Sexuelle Nötigung ist ebenfalls strafbar.
Nach litauischem Recht sind der unerlaubte Besitz und das Führen von Waffen, insbesondere Feuerwaffen, strafbewehrt und kann nach litauischem Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafen geahndet werden. Auch Reizstoff- und Schreckschusspistolen können, unter bestimmten Voraussetzungen, unter diesen Strafbestand subsumiert werden. Über konkrete Genehmigungserfordernisse bei Ein-/Ausfuhr, Transit, etc. informieren die zuständigen litauischen Behörden.
Zahlungsmittel ist der Euro. Das Abheben von Bargeld an Geldautomaten und die Bezahlung mit Kreditkarten sind überall möglich.
Siehe Aktuelles
Auskunft zu Einschränkungen der Einreise russischer und belarussischer Staatsangehöriger nach Litauen erteilen ausschließlich die litauischen Behörden.
Einreise- und Zollbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Bitte erkundigen Sie sich daher vorab zusätzlich bei den Vertretungen Ihres Ziellandes. Nur dort erhalten Sie rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen Ihres Reiselandes. Der deutsche Zoll informiert über die aktuell geltenden Zollbestimmungen bei Einreise nach Deutschland.
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:
Anmerkungen:
Reisedokumente müssen zum Zeitpunkt der Ein- und Ausreise gültig sein. Bereits vor der Einreise nach Litauen sollte daher die Gültigkeit des Reisedokuments für den geplanten Reisezeitraum geprüft werden.
Die Personenkontrollen an den Binnengrenzen sind mit dem Beitritt Litauens zum Schengen-Raum inzwischen entfallen, flächendeckende Kontrollen erfolgen derzeit allerdings bei Einreise auf dem See- und Luftweg, bei der Einreise auf dem Landweg ist eine stichprobenartige Kontrolle möglich. Ein Reisedokument (Reisepass oder Personalausweis) ist beim Grenzübertritt immer mitzuführen. Im ganzen Land muss mit Stichprobenkontrollen gerechnet werden, bei denen es zu einem Bußgeld führen kann, wenn kein Identitätspapier mitgeführt wird. Dies gilt insbesondere im Grenzgebiet zu Belarus.
Für alleinreisende Minderjährige mit deutscher Staatsangehörigkeit bestehen keine besonderen Einreisebestimmungen. Allein reisende Minderjährige sollten neben ihrem eigenen gültigen Reisedokument eine von ihren sorgeberechtigten Elternteilen unterschriebene Einverständniserklärung (möglichst in Deutsch und Litauisch) mit sich führen.
Siehe Aktuelles
Die Ein- und Ausfuhr von Waren unterliegt den Bestimmungen der Europäischen Union. Der Grundsatz der Warenverkehrsfreiheit schließt Stichprobenkontrollen im Rahmen der polizeilichen Überwachung der Grenzen und der polizeilichen Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs nicht aus.
Bei Ein- und Ausreisen in bzw. aus Nicht-EU-Staaten gelten andere Richtmengen für Genussmittel und andere Anmeldepflichten für Bargeld als bei Reisen innerhalb der EU-Staaten.
Alle Arten von Waffen unterliegen der Anzeigepflicht bei der Einreise. Die Vorlage der entsprechenden Waffentragegenehmigungen ist erforderlich.
Litauen ist Mitgliedstaat des Washingtoner Artenschutzabkommens. Die Einfuhr von bestimmten Wildtier- und Wildpflanzenarten sowie von daraus gewonnenen Produkten ist daher verboten und strafbar.
Genauere Informationen über die aktuellen Zollvorschriften sind auch in englischer Sprache bei Customs of the Republic of Lithuania zu finden.
Es wird darauf hingewiesen, dass gemäß Art. 1za der EU-Verordnung 765/2006 die Ausfuhr von Banknoten eines EU-Mitgliedsstaats nach Belarus und in die Russische Föderation grundsätzlich verboten ist. Mit entsprechenden Kontrollen durch den litauischen Zoll muss gerechnet werden. Einzelheiten sind bei der litauischen Zollbehörde erhältlich.
Für Reisen mit bestimmten Haustieren (Hunde, Katzen, Frettchen) in Ländern der Europäischen Union mit Ausnahme von Irland, Malta und Finnland, wo abweichende Bestimmungen gelten, ist ein EU-Heimtierausweis erforderlich. Er dient u. a. als Nachweis, dass das Tier gegen Tollwut geimpft ist.
Einen Musterausweis sowie weitergehende Informationen bietet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.
Bei Einreise aus Belarus und der Russischen Föderation sind besondere Erfordernisse zu beachten, z.B. hinsichtlich eines Titertests (zur Titrierung von Tollwutantikörpern).
Für die Einreise nach Litauen sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.
Landesweit kommt es von April – Oktober zur Übertragung der Frühsommer Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenstiche.
Eine deutschen Standards entsprechende medizinische Versorgung in Unglücks- und Krankheitsfällen ist nur in den größeren Städten Vilnius, Kaunas, Klaipeda, Panevezys und Siaulai gewährleistet.
Deutsche Staatsangehörige, die sich vorübergehend auf dem Gebiet Litauens aufhalten, können wie alle anderen EU-Bürger nach dem europäischen Gemeinschaftsrecht im Krankheitsfall Leistungen nach litauischem Recht in Anspruch nehmen. Als Anspruchsnachweis wird eine vor dem Antritt der Reise von der deutschen Krankenkasse auszustellende Europäische Versichertenkarte vorgelegt.
Bitte beachten Sie neben dem generellen auch den medizinischen Haftungsausschluss
Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.
Eine akzetable Versorgung in Unglücks- und Krankheitsfällen ist in den größeren Städten Vilnius, Kaunas, Klaipeda, Panevezys und Siauliai gewährleistet. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger. EHIC-Inhaber wenden sich im Krankheitsfall direkt an einen Vertragsarzt der örtlichen Krankenkasse (Valstybine ligoniu kasa - VLK). Diese gibt auch Auskünfte über die Anschriften der Vertragsärzte. Rechnungen von Privatärzten werden den Patienten vollständig in Rechnung gestellt. Allgemeinmediziner überweisen zum Facharzt.
In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.
Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.
Die Qualität des Leitungswassers hat sich zwar in den letzten Jahren verbessert. Dennoch sollte man wegen der Gefahr möglicher Darminfektionen auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene achten. Es wird empfohlen, auf in Flaschen abgefülltes Wasser zurückzugreifen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.
| Titel | Besondere Vorsichtsmaßnahmen | Gesundheitszeugnis erforderlich |
|---|---|---|
| Hepatitis A und B | 1 | - |
| Tollwut | 3 | - |
| Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) | 2 | - |
Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken, Poliomyelitis und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.
Landesweit besteht das Übertragungsrisiko von Borreliose durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Hauptübertragungszeit ist April bis Oktober. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.
| Titel | Pass erforderlich | Visum erforderlich | Rückflugticket erforderlich | Personalausweis/Identitätskarte |
|---|---|---|---|---|
| Türkei | Ja | 2 | Nein | - |
| Andere EU-Länder | 1 | Nein | Nein | 1 |
| Schweiz | Nein | Nein | Nein | Ja |
| Österreich | Nein | Nein | Nein | Ja |
| Deutschland | Nein | Nein | Nein | Ja |
U. a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können mit während des Aufenthalts gültigem Personalausweis/Identitätskarte einreisen:
EU-Länder und Schweiz.
Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 3 Monate über das Visum hinaus gültig sein, wenn der Reisende kein EU-Bürger ist. Außerdem dürfen die Reisepässe von Nicht-EU-Bürgern nicht älter als zehn Jahre sein. Reisepässe von EU-Bürgern müssen während des Aufenthalts (ab der Einreise und bis zur Ausreise) gültig sein.
Litauen ist Unterzeichner und Anwender der EU-Rechtsakte (Schengener Abkommen). Innerhalb des Schengenraums bestehen für Reisende an der Grenze keine Ausweiskontrollen mehr. Reisende müssen sich jedoch jederzeit ausweisen können (Reisepass/Personalausweis), insbesondere im Grenzgebiet zu Belarus.
Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für Aufenthalte von bis zu 90 Tagen:
(a) EU-Länder und Schweiz.
(b) [1] Türkische Staatsangehörige, die eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Schengen-Land oder Monaco besitzen.
Deutsche: Personalausweis oder elektronischer Reisepass für Personen unter 24 Jahren oder noch gültiger maschinenlesbarer Kinderreisepass (dieser wird seit dem 1.1.2024 nicht mehr ausgestellt; bereits vorhandene Kinderreisepässe können bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit entsprechend der Einreisebestimmungen der einzelnen Länder genutzt werden).
Österreicher: Personalausweis oder Reisepass.
Schweizer: Identitätskarte oder Reisepass.
Türken: Reisepass.
Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.
Kurzfristiger Aufenthalt: In der Regel innerhalb von 15 Arbeitstagen, in Einzelfällen auch 30 - 60 Arbeitstage.
Längerfristiger Aufenthalt: Mehrere Monate.
Transitvisum: 5 Tage. Kurzzeitvisum: bis zu 90 Tagen. Langzeitvisum: über 90 Tage.
Transit-, Einreisevisum und Gruppenvisum.
Anfragen an die Konsularabteilung der Botschaft (s. Kontaktadressen).
Je nach Nationalität, Grund und Dauer des Aufenthalts unterschiedlich. Nähere Angaben erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen. (s. Kontaktadressen).
Schengen-Visum:
(a) Reisedokument (z. B. Reisepass), das mindestens 3 Monate über die Visumgültigkeit hinaus gültig ist, sowie Kopien der ersten vier Seiten des Reisepasses. Der Reisepass muss noch mindestens zwei freie Seiten enthalten. Der Reisepass muss vor weniger als zehn Jahren ausgestellt worden sein.
(b) Ggf. alle Dokumente im Original, die den Zweck (z. B. Einladung von Privatpersonen oder Firmen, ärztliches Attest und Terminvereinbarung beim behandelnden Arzt oder in einem Krankenhaus) und die Bedingungen des geplanten Aufenthalts (z. B. Hotelreservierung) rechtfertigen.
(c) Dokumente, die beweisen, dass der (eingeladene) Ausländer über ausreichende Mittel zur Bestreitung der Kosten für Aufenthalt und Rückreise sowie für eventuelle Kosten für seine ärztliche Versorgung verfügt, ggf. in Form einer Kostenübernahmeverpflichtung.
(d) Dokument, das beweist, dass der Ausländer auf individueller oder kollektiver Grundlage Inhaber einer die Kosten für die Rückführung aus ärztlichen Gründen, die dringende ärztliche Behandlung und/oder Krankenhausversorgung deckenden gültigen Auslandsreisekrankenversicherung ist. Grundsätzlich muss der Antragsteller eine Versicherung im Wohnsitzstaat abschließen. Wenn der Gastgeber eine Versicherung für den Antragsteller abschließt, so muss er dies im eigenen Wohnsitzstaat tun. Die abgeschlossene Versicherung muss für das gesamte Gebiet der Schengen-Staaten und für die ganze Dauer des Aufenthalts gelten. Die Versicherung muss eine minimale Deckung von 30.000 € aufweisen.
(e) Visumgebühr.
(f) 2 aktuelle biometrische Passbilder.
(g) 1 ausgefülltes Antragsformular.
1 Euro = 100 Cents. Währungskürzel: €, EUR (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro, Münzen in den Nennbeträgen 1 und 2 Euro, sowie 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cents.
Größere Hotels, Restaurants, Geschäfte und Banken akzeptieren gängige Kreditkartenwie Visa und Mastercard. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte. An den zahlreich vorhandenen Geldautomaten in allen kleineren und größeren Städten kann häufig auch mit der Kreditkarte Geld abgehoben werden.
Reiseschecks werden in Litauen nicht akzeptiert.
Mo-Fr 9.00-17.00 Uhr, einige Banken auch Sa 09.00-13.00 Uhr.
Für lebendes Geflügel, Fleisch und Fleischerzeugnisse besteht im Reiseverkehr ein generelles Einfuhrverbot aus Drittländern (ausgenommen aus den Färöer, Grönland, Island, Liechtenstein und der Schweiz).
Es besteht ein Einfuhrverbot u.a. für die folgenden Waren aus der Russischen Föderation in die EU: Diamanten, Gold, Schmuck, Zigaretten, Kosmetikartikel, Meeresfrüchte (z.B. Kaviar), Spirituosen (z.B. Vodka), Schuhe, Kleidung und Smartwatches.
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