Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Südafrika

Steckbrief

Südafrika - Fakten

Ländername Republik Südafrika (Republic of South Africa)
Klima trocken bis subtropisch-feucht
Beste Reisezeit Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
Lage 22 bis 35 Grad südliche Breite, 17 bis 33 Grad östliche Länge
Fläche 1.219.090 Quadratkilometer (= 3,4 mal so groß wie Deutschland)
Hauptstadt Pretoria; ca. 1 Million Einwohner (im Großraum über 2 Millionen Einwohner)
Bevölkerung 54,96 Millionen (2015), jährliche Zuwachsrate: 1,6 Prozent. Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner pro Quadratkilometer
Sprache Alle 11 Landessprachen sind offizielle Sprachen: isi Zulu (23,8 Prozent), isi Xhosa (17,6 Prozent), Afrikaans (13,3 Prozent), sePedi (9,4 Prozent), English (8,2 Prozent), seTswana (8,2 Prozent), seSotho (7,9 Prozent), xiTsonga (4,4 Prozent), siSwati (2,7 Prozent), tshiVenda (2,3 Prozent), isiNdebele (1,6 Prozent), andere Sprachen (0,6 Prozent). Deutsch gehört zu den gemäß Verfassung geförderten 14 anderen Sprachen.
Religion Christen 68 % (die meisten Weißen und Farbigen), ungefähr 60 % der schwarzen Bev., 2% Muslime, 1,5% Hindus
Nationaltag 27. April ("Freedom Day"; Tag der ersten freien Wahlen 1994)
Staats-/Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Jacob G. Zuma (ANC), President of the Republic of South Africa
Vertreter des Staatsoberhaupts Cyril Ramaphosa (ANC), Deputy President of the Republic of South Africa
Regierungschef Jacob G. Zuma (ANC), President of the Republic of South Africa
Außenminister Maite Nkoana-Mashabane (ANC), Minister for International Relations and Cooperation
Parlament Zweikammersystem bestehend aus der Nationalversammlung (National Assembly, 400 Sitze) und dem Nationalen Rat der Provinzen (National Council of Provinces, 90 Sitze)Zusammensetzung der Nationalversammlung:ANC - African National Congress: 249 SitzeDA - Democratic Alliance Party: 89 SitzeEFF - Economic Freedom Fighters: 25 SitzeIFP - Inkatha Freedom Party: 10 SitzeNFP - National Freedom Party: 6 SitzeUDM - United Democratic Movement: 4 SitzeFF+ - Freedom Front Plus: 4 SitzeACDP - African Christian Democratic Party: 3 SitzeCOPE - Congress of the People: 3 Sitze, u.a.Zusammensetzung des Nationalen Rats der Provinzen: Zehn Mitglieder aus jeder der neun Provinzen (jede Provinz hat eine Stimme)
Währung 1 Südafrikan. Rand (ZAR)= 100 Cents
Zeitzone UTC +2, MEZ +1, MESZ +0
Stromnetz 230V/ 50Hz, Dreipunktstecker
Reiseadapter M, D, C, N
Kfz-Länderkennzeichen ZA
ISO-3166 ZA, ZAF
Internet-TLD .za
Landesvorwahl +27
Website http://www.gov.za
Reisepass & Visum Notwendig
Geeignet für Kultur, Shopping, Outdoor, Meer, Feiern

Geographie

Hinter dem schmalen, fast 3000 km langen Küstensaum steigt das Gelände steil zur „Großen Randstufe“ empor, die ein etwa 1000–1400 m hohes Binnenhochland umschließt. Nur vereinzelt überragen Bergkuppen und Höhenzüge die weiten Hochflächen, die vom Oranjefluss (Länge: 2092 km) nach Westen und vom Limpopo nach Osten entwässert werden. Nach Nordwesten dacht das Gelände allmählich zum Kalaharibecken ab, während im Osten die Drakensberge bis auf 3000 m Höhe ansteigen. Insgesamt im Bereich der Subtropen gelegen, nehmen die Niederschläge von Ost nach West ab. Die Vegetation reicht von den wenigen noch verbliebenen immergrünen Wäldern in der östlichen und südlichen Küstenzone über die weiten Grasflächen der Hochebenen bis zur Dornstrauchsavanne, der Halbwüste in der Karoo und der Vollwüste der Kalahari am unteren Oranje.

Politik

Nach dem Ende der Apartheid hat Südafrika den schwierigen politischen Umbruch gut bewältigt. Am 8. Mai 1996 trat eine neue Verfassung in Kraft, die die junge Demokratie weiter festigte und bezüglich der Menschenrechte zu den fortschrittlichsten der Welt zählt. Die Gesetzgebungskompetenz liegt bei einem Zweikammerparlament. Der Präsident wird von der Nationalversammlung gewählt; er ist Staatsoberhaupt und Regierungschef. Das Ende der Apartheid hatte für das Land auch auf außenpolitischer Ebene die Qualität eines Befreiungsschlags.

Bevölkerung

Die Bevölkerung besteht zu rund drei Vierteln aus schwarzen Afrikanern (Zulu, Xhosa, Nord-Sotho, Tswana u. a.), 9 % Weißen, 9 % Mischlingen (Coloureds) und 2,5 % Asiaten. Der überwiegende Teil der Einwohner (knapp 80 %) sind Christen unterschiedlicher Konfessionen. Neben Anhängern traditioneller Religionsgemeinschaften sind Hindus, Muslime und Juden in der Minderheit.

Geschichte und Kultur

Als Jan van Riebeck 1652 in der Tafelbucht beim heutigen Kapstadt landete, traf er auf verschiedene Bantu-Völker, Khoikhoi (Hottentotten) und Buschmänner. Siedler aus den Niederlanden, Deutschland und Frankreich verdrängten zunächst diese Völker, ehe sie im Landesinnern auf Xhosa-Stämme trafen, mit denen sie 1779–1879 neun Kriege führten. Die Nachfahren der weißen Siedler, die Buren, entwickelten mit dem Afrikaans eine eigene Sprache. 1795 besetzten die Briten das Kapland und dehnten ihre Kolonien aus. Um der britischen Herrschaft zu entgehen, zogen etwa 6000 Buren im „Großen Treck“ nach Nordosten. Sie verdrängten dort die Zulu und gründeten die Burenrepubliken Natal (1838), den Oranjefreistaat (1854) und Transvaal (1860). Bereits vor der Entdeckung von Diamanten und Gold versuchte Großbritannien, die drei Republiken zu annektieren. Dies gelang schließlich nach dem Sieg im Burenkrieg (1899–1902). 1910 wurden alle Kolonien als Dominion Großbritanniens zur „Südafrikanischen Union“ vereint. Ab 1911 regierte die weiße Minderheit mit rassendiskriminierenden Gesetzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit der totalen räumlichen und politischen Trennung der Rassen die Apartheidpolitik noch forciert. Gleichzeitig wuchs der passive, später der aktive Widerstand der Schwarzen. 1990 wurde das Verbot der Befreiungsbewegung African National Congress (ANC, heute größte der Regierungsparteien) aufgehoben.1994 endete nach 342 Jahren die Herrschaft der Weißen. Nelson Mandela war der erste schwarze Präsident der Republik. Die zahlreichen schwarzen Ethnien behalten teilweise noch ihre traditionellen Lebensweisen bei. Da viele Schwarze in Industrie und Bergbau arbeiten, ändert sich das Verhältnis zu überkommenen Sitten, Gebräuchen, Trachten und Wirtschaftsweisen.

Südafrika - Geschichte

100 v. Chr. Die Khoisan-Stämme wandern aus Zentralafrika in den Süden des Kontinents ein
600 n. Chr. Die ersten Bantustämme lassen sich an der Ostküste Südafrikas nieder
1488 Bartolomëu Diaz umsegelt das Kap der Guten Hoffnung
1652 Erste weiße Siedler unter Jan van Riebeeck gründen eine Versorgungsstation am Kap
1658 Ankunft von asiatischen und afrikanischen Sklaven
1688 Ankunft der Hugenotten aus Frankreich
1795 Englische Besetzung des Kaps
1814 Burenrebellion gegen die britische Verwaltung
1815 Shaka wird König der Zulu
1835 Die Buren beginnen den großen Treck nach Norden
1838 Schlacht zwischen Buren und Zulu am Blutfluss
1867 Der erste Diamantenfund
1886 Gründung der Stadt Johannesburg
1910 Zusammenschluss der britischen Kolonien und der Burenrepubliken zur Südafrikanischen Union
1948 Beginn der Apartheid
1960 Widerstand gegen die Passgesetze, 60 Tote in Sharpeville
1961 Austritt aus dem Commonwealth
1976 Schülerunruhen in Soweto
1990 Nelson Mandela kommt frei
1994 Erste freie, demokratische Wahlen. Mandela wird Präsident
2001 Die südafrikanische Wahrheits- und Versöhnungskommission legt ihren Bericht vor
2009 Jacob Zuma wird der vierte Präsident Südafrikas nach der Apartheid
2010 In Südafrika findet die erste Fußballweltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent statt
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Generalkonsulat

Safmarine House | 8001 Cape Town | Tel. 021 4053000

Österreichische Botschaft

Duncan Street 1109 | Pretoria | Tel. 011 4211440

Schweizer Konsulat

Thibault Sq. 1 | 8001 Cape Town | Tel. 021 4183665

Internet

Allgemeine Informationen: www.suedafrika.net, www.southafrica.info und www.sa-venues.com. Website der südafrikanischen Botschaft: www.suedafrika.org. Für Übernachtungen aller Art: www.portfoliocollection.com. Veranstaltungen, Ticketreservierung: www.computicket.com. Über Wildparks informieren www.sanparks.org und www.iafrica.com.

Post

Postkarten nach Europa kosten 4,40 Rand, ein Brief bis 10 g 5,75 Rand. Luftpostaufkleber nicht vergessen. Dann braucht die Post fünf bis sieben Tage.

Telefon & Handy

Telefonnummern sind zehnstellig, die ehemalige Ortsvorwahl muss immer mitgewählt werden.

An den Flughäfen des Landes werden Mobiltelefone vermietet. Wer sein Handy benutzen möchte, sollte vorher mit seinem Provider klären, ob es in Südafrika funktioniert. Dann kann man eine Simcard bei der Ankunft mieten, Preis 20 Rand am Tag und 5 Rand pro Minute. Es wird über die Kreditkarte abgerechnet. Oder in einem der Telefon Shops von Cell C (www.cellc.co.za), Vodacom (www.vodacom.co.za) oder MTN (www.mtn.co.za) einen Starterpack kaufen und dann kann man in Supermärkten, Shopping Malls oder Tankstellen Prepaidkarten kaufen. Es muss der Pass und das Flugticket vorgelegt werden!

Die Vorwahl für Deutschland lautet 0049, für die Schweiz 0041, für Österreich 0043; die Vorwahl für Südafrika ist 0027.

Wichtige Telefonnummern: Nationale Telefonauskunft Tel. 10 23 Internationale Telefonauskunft Tel. 1 0903 Polizei Tel. 1 0111 Krankenwagen und Feuerwehr Tel. 1 0177 Notfallnummer vom Festnetz Tel. 1 07 Notfallnummer vom Handy Tel. 1 12 Telefonnummer der nächsten Polizeistation Tel. 1 0111 Touristische und Sicherheitsinformation Tel. 08 31232345

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

In den überlieferten Feiern und in vielen Veranstaltungen Südafrikas spiegelt sich die Vielfalt der Kulturen wider.

Veranstaltungen

Januar

Kapstadt: Coon Carnival, Straßenkarneval der coloureds vom 1. bis 7. Januar. Sie ziehen bunt gekleidet durch die Straßen, machen Musik und tanzen dazu.

Am letzten Samstag des Monats findet auf dem Kenilworth Race Course in Kapstadt das wichtigste und mondänste Pferderennen des Landes statt: das J & B Met.

März/April

Oudtshoorn: Klein Karoo National Arts Festival. Kulturfest mit Theateraufführungen und einem Kunstmarkt in der letzten Märzwoche.

Kapstadt: Cape Argus Cycle Tour: größtes Straßenrennen der Welt mit über 30.000 Teilnehmern. 2. Sonntag im März

April

Kapstadt: Nationale und internationale Musiker treffen sich beim Cape Town International Jazz Festival am ersten Wochenende im April.

Juni

Pietermaritzburg und Durban: Comrades Marathon. Jährlicher Lauf über die Distanz zwischen den beiden Städten am 16. Juni

Juni/Juli

Grahamstown: National Arts Festival. Zwei Wochen lang (letzte Juni– bis erste Juliwoche) verwandelt sich das verschlafene Universitätsstädtchen in eine Arena für Kunst.

Juli

Knysna: Knysna Oyster Festival. Austern stehen in der ersten Juliwoche im Mittelpunkt, wie z. B. beim Austernkochwettbewerb und beim Austernwettessen. Dazu gibt es viele Sportveranstaltungen

Franschhoek: Bastille Day. Am Sonntag, der dem 14. Juli am nächsten ist, erinnern die Weinfarmer und Restaurantbesitzer an die Gründer ihres Dorfs: ein Fest mit den besten Weinen und Speisen der Region.

August

Kapstadt: Die Cape Town Fashion Week in der zweiten Augustwoche ist ein Schaufenster südafrikanischer Mode.

September

Hermanus: Whale Festival. Zwischen Juni und November kommen Wale an die Küste des Indischen Ozeans, um sich zu paaren und ihre Jungen zur Welt zu bringen. Das Festival am letzten Septemberwochenende steht ganz im Zeichen der großen Meeressäugetiere.

Oktober

Pretoria: Jacaranda Festival. Wenn in der Innenstadt das zarte Lila der Blüten von 70 000 Jacaranda-Bäumen leuchtet, findet in der dritten Oktoberwoche ein Straßenfest mit Musikanten und einem großen Floh- und Bauernmarkt statt.

Stellenbosch: Food and Wine Festival: alle Weine aus dem Anbaugebiet um Stellenbosch; letzter Oktobermittwoch bis -samstag.

Dezember

Sun City/Lost City: 1-Million-Dollar-Golf-Turnier. Die weltbesten Spieler werden zu diesem Turnier eingeladen.

Offizielle Feiertage

1. Januar Neujahrstag
21. März Tag der Menschenrechte
27. April Tag der Freiheit
16. Juni Tag der Jugend
9. August Nationaler Frauentag
24. September Heritage-Tag
16. Dezember Tag der Versöhnung
Allgemein Falls einer dieser Feiertage auf einen Sonntag fällt, ist der folgende Montag der Feiertag.

Religiöse Feiertage

Allgemein Rund drei Viertel aller Südafrikaner bekennen sich zum Christentum. Deshalb sind Weihnachten, Ostern und Himmelfahrt im ganzen Land Feiertage.
Mobilität vor Ort

Auto

In Südafrika darf kein Auto ohne die Haftpflichtversicherung Third Party gefahren werden, die nur Personenschäden deckt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in Ortschaften 60 km/h, auf Landstraßen 100 km/h und auf der Autobahn 120 km/h. Wer beim zu schnellen Fahren erwischt wird, muss tief in die Tasche greifen. Es herrscht Linksverkehr. Die Promillegrenze liegt bei 0,5.

Rund 84 000 km Straße sind befestigt, weitere 163 000 km ohne festen Belag. Einige Autobahnstrecken, zum Beispiel um Johannesburg und Durban und fast die ganze Strecke von Johannesburg bis zum Kruger Park, sind mautpflichtig; am besten zahlen Sie per Kreditkarte. Die Strecken sind durch ein weißes T auf blauem Grund gekennzeichnet. Verwirrend ist für Besucher aus Europa die Regelung an Kreuzungen mit vier Stoppschildern. Rechts vor links gilt nur, wenn zwei Autos gleichzeitig heranfahren. Ansonsten fährt das Auto zuerst, das zuerst ankommt. Die anderen folgen nach dem gleichen Prinzip. Im ganzen Land ist der Automobilclub AA vertreten.

Bahn

Die normalen Zugverbindungen sind nicht empfehlenswert, denn sie sind meist langsam und unbequem. Die meisten Urlauber nutzen deswegen die Luxuszüge.

Eine Fahrt im Zug Blue Train (Tel. 012 3348459 | www.bluetrain.co.za) ist unvergesslich. Von Kapstadt nach Pretoria, mit nur einem Stopp in Johannesburg, dauert die Reise rund 24 Stunden. Der Zug fährt montags, mittwochs und freitags in beide Richtungen. Die Preise liegen für eine einfache Fahrt zwischen 10 930 und 18 750 Rand pro Person, je nach Jahreszeit und danach, ob man eine Kabine teilt.

Ähnlich lebt das goldene Zeitalter der Dampflokomotive und der Luxusreisen bei der Rovos Rail (Tel. 012 3158242 | www.rovosrail.com) wieder auf. Die Fahrten in Südafrika kosten zwischen 12 000 und 24 000 Rand pro Person.

Der große Unterschied zwischen den beiden Zugfahrten ist, dass Rovos Rail doppelt so lange braucht: 48 Stunden. Es ist eine gemütliche und erholsame Art zu reisen. Die langsamere Geschwindigkeit macht es auch möglich, die Fenster während der Fahrt zu öffnen. In beiden Nächten bleibt der Zug einige Stunden stehen, um einen ruhigen Schlaf für die Passagiere sicherzustellen.

Bus

Durch die Fußballweltmeisterschaft hat zumindest in den Austragungsstädten das öffentliche Transportsystem davon profitiert. Das Transportmittel Nummer eins ist nach wie vor das „Mini-Taxi“, ein kleiner Bus für zwölf bis 15 Passagiere. Sie fahren auf allen Strecken und halten überall auf Wunsch an. In den letzten Jahren ist es durch Subventionen gelungen, die Busunternehmer dazu zu bringen, neue und sicherere Wagen zu kaufen.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Die Afrikaaner lieben ihr braai, ein Barbecue, das häufig mehr wegen seiner Geselligkeit als wegen seiner kulinarischen Genüsse in Erinnerung bleibt. Es werden erstklassige Steaks und boerewors, gut gewürzte Bratwürste, gegrillt. Dazu gibt es stywe pap, einen fast trocken gekochten Brei aus Maismehl. Echt afrikaanisch verhalten Sie sich, wenn Sie den pap mit den Händen zu einem Klumpen formen und in eine Sauce tauchen, bevor Sie ihn mit der Wurst essen. An Wochenenden trifft man sich überall in Südafrika zu braai partys: Die Männer stehen um das Feuer, ein Bier in der Hand, die Frauen sitzen am Tisch und reden über Alltagsprobleme.

Fast alle Restaurants haben ein großes Angebot an Fisch, der gerade in den Küstenregionen garantiert fangfrisch ist. Der crayfish ist geschmacklich eine Mischung aus Hummer und Languste. Verglichen mit den Preisen in Europa kostet diese Delikatesse in Südafrika weit weniger. Das Angebot an Obst und Gemüse ist sehr groß und die Qualität hervorragend. Fast immer handelt es sich um Freilandprodukte. Das wirkt sich auf Duft und Geschmack aus. Besonders empfehlenswert sind Weintrauben, Melonen und Äpfel. Gemüse- und Obstsorten entsprechen durchweg dem europäischen Angebot, einmalig am Kap sind jedoch Cape gooseberries. Die kleinen, gelben Früchte werden hauptsächlich für Kuchen und Konfitüren verwendet. Außerdem wachsen auf vielen Teichen ab Mai die waterblommetjies. Die Blüten der seerosenähnlichen Wasserpflanze, die nur am Kap wächst, werden gern als Bestandteil eines Lammeintopfs genommen.

Das Leitungswasser können Sie überall bedenkenlos trinken. Südafrika hat mit die beste Wasserqualität der Welt. Deshalb kam Mineralwasser erst vor nicht allzu langer Zeit in Mode. Zu jedem Essen bestellen sich die Südafrikaner ein Glas Eiswasser. Das populärste alkoholische Getränk bei der schwarzen Bevölkerung ist Bier; Weiße trinken gern Brandy mit Cola, aber auch andere Longdrinks. Gin, Rum, Wodka und Whisky – viele Schnäpse werden in Südafrika hergestellt oder zumindest abgefüllt.

Obwohl das Land seit über 300 Jahren Wein anbaut, sind die Südafrikaner selbst erst vor zwei Jahrzehnten so richtig auf den Geschmack gekommen. Südafrikanische Weine sind ausgezeichnet, für Weinliebhaber ist das Kapland ein Paradies. Die Trauben wachsen unter idealen Bedingungen.

Wenn Sie Ihre Reise am Kap beginnen, sollten Sie die Weinrouten von Franschhoek, Stellenbosch, Paarl oder Constantia abfahren. Bei den überall angebotenen Weinproben können Sie gleich herausfinden, welche Tischweine Sie auf Ihrer Reise trinken wollen. Hier einige Empfehlungen: Meerlust, Hamilton Russell, Springfield, Simonsig, Bouchard Finlayson, Waterford und Tokara erzeugen wunderbare Rot- und Weißweine. Den roten Pinotage gibt es nur in Südafrika. Die Traube ist eine Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsaut.

Der Kaffee entspricht nicht immer dem Geschmack der Besucher aus Europa, weil häufig – vor allem in ländlichen Regionen – Instantkaffee verwendet wird. Vielleicht probieren Sie stattdesssen auch einmal den Rooibos-Tee, hergestellt aus den feinen, nadelähnlichen Blättern eines Busches, der nur in den Cedarbergen wächst.

Besonders in den Großstädten und Ferienorten finden Sie eine große Auswahl an Lokalen. Die Küche ist international. Es gibt kaum eine Nationalität, die in Südafrika nicht mit einem Restaurant vertreten ist. Wenn Sie gern Wein oder Bier zum Essen trinken und zum Schluss auch einen Schnaps, überzeugen Sie sich zuvor, ob das Lokal eine Schanklizenz hat. Dabei wird unterschieden zwischen einer Volllizenz und einer Lizenz, die nur den Ausschank von Wein und Bier gestattet. Wenn ein Lokal den Hinweis unlicensed trägt, können Sie sich Ihre eigenen alkoholischen Getränke mitbringen. Dann zahlt sich der vorherige Besuch eines Weinguts besonders aus. Normalerweise wird man bei der Tischreservierung darauf hingewiesen, wenn ein Restaurant not licensed ist.

Restaurants sind meist mittags von 12 bis 14.30 und abends von 19 bis 23 Uhr geöffnet. Montags haben viele Lokale geschlossen, in ländlichen Gebieten oft auch Sonntagabends. Es empfiehlt sich, vor allem für das Abendessen, in den größeren Städten immer einen Tisch zu reservieren. Dabei sollten Sie beachten, dass einige Restaurants und Hotels speziell am Abend auf elegante Kleidung Wert legen.

Rauchen ist in Südafrika in Gebäuden mit Publikumsverkehr verboten. Einige Restaurants verfügen aber über eine Raucherecke.

Trinkgeld

Generell wird in Südafrika zwischen 10 und 15 Prozent Trinkgeld gegeben. Das gilt besonders in Restaurants, weil dort im Preis die Bedienung nicht eingeschlossen ist – meistens jedenfalls. In den letzten Jahren sind einige Restaurants, besonders in den Tourismusmetropolen, allerdings dazu übergegangen, 10 Prozent vom Betrag als Service gleich auf die Rechnung aufzuschlagen. Sie sollten also das Kleingedruckte unbedingt kontrollieren.

Einkaufen und Shoppen

Mitbringsel aus Südafrika sind exotisch, kunstvoll und vielfältig. Sicher wird Ihnen die Entscheidung schwer fallen, was Sie wem mitbringen möchten und durch welche Souvenirs Sie sich selbst an die Reise erinnert fühlen wollen: Reich verzierte Kleider, Schmuck, Schnitzereien und Handarbeiten aller Art gibt es in enormer Auswahl. In allen Städten gibt es die bei den Südafrikanern sehr beliebten Shopping Malls. In den Einkaufszentren, oft mit weit über 100 Geschäften, gibt es alles unter einem Dach – und das bei angenehmen, weil klimatisierten Temperaturen.

Kunsthandwerk & Design

Holzfiguren

Hier sollten Sie unbedingt darauf achten, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Viele der angebotenen Arbeiten kommen aus Massenwerkstätten in den Nachbarländern nach Südafrika. Wer also wirklich Kunst kaufen möchte, sollte sich in einem Fachgeschäft beraten lassen.

Fast alle der südafrikanischen Stämme arbeiten mit Perlen. Sie werden fasziniert sein von den wundervollen Kunstwerken, die zudem auch bedeutsame Botschaften übermitteln sollen. Zulu und Xhosa zum Beispiel schicken als kunstvolle Liebesbriefe kleine Teppiche aus besagten Perlen, die an Sicherheitsnadeln hängen.

Die Zulu fertigen außerdem Stoffpuppen, Vögel aus Tannenzapfen und Gefäße aus Kürbisrinde, die Kalabasch. Typisch für die Xhosa sind Kleider und Taschen in Weiß oder Orange, die mit Perlen und Knöpfen bestickt sind. Die Ndebele wiederum sind berühmt für ihre Lendenschurze aus Tierhaut. Bis zu 1 m hohe Puppen in Ndebele-Tracht verkörpern Fruchtbarkeit und Männlichkeit. In einigen Geschäften kommt der Erlös aus dem Verkauf von traditionellem Kunsthandwerk wohltätigen Organisationen zu Gute, in Kapstadt: Wola Nani (Unit 3, Block A, Collingwood Place | Drake Street 9 | www.wolanani.co.za) ; in Knysna: The Muse Factory (The Old Goal Complex | Queen Street 17) ; in Durban: Woza Moya (Old Main Road 26) ; in Johannesburg: Kunye (Garden Shop | Main Road 278).

Schmuck

Der Gold- und Diamantenpreis in Südafrika unterscheidet sich nicht von dem in anderen Ländern, er wird vom internationalen Markt bestimmt. Es lohnt sich aber, Schmuck zu kaufen, wenn es sich um südafrikanische Handarbeit handelt. Solche Ware kostet hier weniger als in Deutschland und ist von hervorragender Qualität. Sie sollten aber nur in ein Fachgeschäft, ein Mitglied des Jewellery Council of South Africa, gehen.

Sport & Wandern

Safariausrüstung

Auf jeden Fall sollten Sie erst in Südafrika für die Safari einkaufen. Die Ausrüstung ist hier billiger und qualitativ sehr gut. Zu empfehlen ist die Geschäftskette Cape Union Mart (www.capeunionmart.co.za), die Filialen in allen größeren Einkaufszentren hat.

Souvenirs

Straußenleder

Die Auswahl ist groß: Hand- und Brieftaschen, Koffer, Portemonnaies, Schuhe etc. werden aus dem Leder des großen Laufvogels hergestellt. Original und Fälschung sind jedoch oft schwer zu unterscheiden. Waren aus Straußenleder sollten Sie deshalb ebenfalls nur im Fachgeschäft kaufen. Je weniger Noppen das Leder hat, um so preiswerter muss das Stück sein. Das glatte Leder stammt von den Beinen des Tiers und ist nicht so wertvoll.

Tabak, Wein & Spirituosen

Für Liebhaber edler Tropfen ist Südafrika ein Paradies. Viele Wine Estates bieten Weinproben an und liefern auch ins Ausland – wichtig, da der Zoll nur zwei Flaschen bei der Ausreise erlaubt. Spitzenwein kostet um 10 Euro, aber für 2,50 Euro bekommt man einen ordentlichen Tropfen. Sehr hilfreich bei der Auswahl ist der „John Platter Wine Guide“ (www.platterwineguide.com). In ihm werden alle Güter und Weine vorgestellt und beurteilt. Das Buch erhalten Sie in Buchhandlungen und Schreibwarenläden.

Öffnungszeiten

Die Geschäfte in Südafrika sind meist montags bis freitags von 8.30 bis 17 Uhr, samstags von 9.30 bis 13 Uhr geöffnet. Die großen Einkaufszentren der Städte sind an sieben Tagen in der Woche geöffnet, meistens samstags bis 17 Uhr und sonntags bis 13 Uhr. Die Waterfront in Kapstadt hat an 365 Tagen im Jahr von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Schalterstunden der Post: Mo–Fr 8.30–16.30, Sa 8–12 Uhr

Backpackers

Die Übernachtungsmöglichkeiten für Backpackers sind in Südafrika sehr gut. Viele Häuser bieten neben Schlafsälen auch Doppelzimmer mit privaten Bädern. Sie sind eine wirkliche Alternative auch für Koffer-Touristen – und viel billiger als selbst ein B & B. Die Bibel für diese Art des Reisens ist der Führer „Coast to Coast“, den es in jedem Backpacker kostenlos gibt (www.coasttocoasat.co.za).

Safaris

Besuche in den Wildparks werden für jeden Geschmack und Geldbeutel angeboten. Preiswert können Sie in den staatlichen Parks (€) übernachten. Buchen Sie einen solchen Aufenthalt am besten ein Jahr im Voraus: National Parks (Tel. 012 4289111 | reservations@parks.sa.co.za). KwaZulu-Natal verwaltet die staatlichen Parks in seinen Landesgrenzen selbst (Tel. 033 8451002 | www.rhino.org.za). Beste Zeit für den Besuch eines Wildparks ist der südafrikanische Winter (April bis September). Im Sommer, zur Regenzeit, zieht es die Tiere nicht an die Wasserlöcher, wo man sie gut beobachten kann. Auch sind die Bäume und Sträucher viel üppiger, sodass Sie weniger sehen. Wenn Sie mit dem Auto einen öffentlichen Wildpark besuchen, sollten Sie die vorgegebene Route aus Sicherheitsgründen nicht verlassen. Steigen Sie auch nicht aus dem Auto aus und halten Sie die Fenster stets geschlossen.

Spezialitäten

Biltong luftgetrocknetes und gesalzenes Filet vom Rind oder Wild; es wird in dünnen Scheiben serviert und ist ein Überbleibsel aus der Zeit des großen Trecks der Buren, als das Fleisch lange haltbar sein musste
Bobotie Der Auflauf besteht aus Lammhackfleisch, das stark mit Curry gewürzt ist, und Aprikosen, Marmelade, Rosinen und Mandeln. Darüber kommt eine Sauce aus Eigelb und Milch. Als Beilage wird meist Safranreis serviert
Bredie Fleischeintopf mit Gemüse, besonders mit Tomaten zu empfehlen
Droë Wors luftgetrocknete Wurst, sehr lange haltbar. Auch sie ist ein Relikt des großen Trecks
Isibindi dünn geschnittene Lammleber mit Zwiebeln
Kingklip der beliebteste Seefisch in Südafrika gehört zur Dorschfamilie. Er hat festes weißes Fleisch und kommt meist filetiert auf den Teller
Koeksisters sehr süßes Gebäck. Der Teig wird geflochten, in Öl ausgebacken und in Sirup getaucht serviert
Pap Brei aus Maismehl, den man mit Polenta vergleichen kann. Die Afrikaaner nennen ihn pap und essen ihn mit sous, einer Sauce aus Tomaten und Zwiebeln. Aber eigentlich kommt der ziemlich trockene Brei aus der schwarzafrikanischen Küche. Dort heißt er pute und spielt in der Ernährung eine wichtige Rolle. Dazu gibt es amasi, eine Sauce aus saurer Milch
Perlemon auch Abalone genannt, eine handgroße Muschel aus dem Atlantischen Ozean
Potjiekos Gericht aus Kartoffeln, Fleisch und Gemüse, das bis zu fünf Stunden auf dem offenen Feuer schmort
Samoosa kleine, dreieckige Blätterteigtaschen mit Gemüse- oder Fleischfüllung, in heißem Fett gebraten
Sosaties Spieße mit Lammfleisch, Trockenfrüchten, Tomaten und Zwiebeln, meist gegrillt
Sousboontjies getrocknete Bohnen, die mit Butter, Zucker, Essig und anderem Gemüse zusammen gekocht werden
Ulusu weich gekochte Kutteln in einer Sauce aus Zwiebeln, Sellerie und Kartoffeln
Stichworte

Aids

Die Zahl der Aidskranken im südlichen Afrika ist weiterhin hoch. In Südafrika sind 20 Prozent der Erwachsenen HIV-positiv. Die Prognose der durchschnittlichen Lebenserwartung liegt bei nur 36 Jahren. Es gibt schon 1 Mio. Aidswaisen. Aber es gibt auch Hoffnung: Die ANC-Regierung hat HIV verstärkt den Kampf angesagt.

Apartheid

Das Wort kommt aus der Sprache Afrikaans und bezeichnet die gesetzliche Trennung und ungleiche Rechtsstellung von Menschen wegen ihrer Hautfarbe. Mit dieser Rassendoktrin versuchten die Weißen, ihre Macht zu sichern und enthielten der zahlenmäßig stärkeren schwarzen Bevölkerung gleiche Rechte vor. Der 1912 gegründete African National Congress (ANC) hat jahrzehntelang die Herrschaft der weißen Minderheit bekämpft. Heute bildet er die stärkste Partei des Landes.

Bevölkerung

Südafrika hat knapp 50 Mio. Einwohner, davon sind 77 Prozent schwarz, 11 Prozent weiß, 9 Prozent farbig und 3 Prozent indisch. Dazu kommen geschätzte 4 Mio. Simbabwer, die illegal aus dem Nachbarland eingewandert sind. Elf offizielle Sprachen werden gesprochen. Zu den frühesten Bewohnern des Landes zählen die Khoisan-Stämme. Dazu gehörten die Khoikhoi, die völlig ausgerottet wurden, und die San. Die wenigen Nachfahren dieses Nomadenvolks leben heute wie ihre Urahnen in der Kalahari bzw. am Rand der Wüste. Höhlenmalereien zeugen von ihrer Geschichte.

Die angestammte Heimat der Zulu ist das Königreich Zululand in KwaZulu-Natal. Die Xhosa-Stämme sind seit dem 15. Jh. in der Gegend von Umtata nachgewiesen.

Afrikaaner heißen die Nachfahren holländischer und deutscher Siedler. Sie sprechen Afrikaans, eine Mischung aus Holländisch und Deutsch mit leichten französischen und malaiischen Anklängen. Die kleinste Bevölkerungsgruppe stellen die Inder. Sie sind überwiegend in KwaZulu-Natal zu Hause. Ihre Vorfahren kamen Mitte des 19. Jhs. für die Arbeit auf den Zuckerplantagen nach Südafrika.

Black Economic Empowerment

Schwarze Beteiligung an der noch immer überwiegend von Weißen gelenkten Wirtschaft Südafrikas ist eines der großen Ziele der Regierung. Gemäß BEE werden größere und kleinere Firmen aufgefordert, Südafrikaner nicht-weißer Hautfarbe in den Vorstand oder auch als Partner an Bord zu nehmen. Obwohl BEE nicht gesetzlich erzwungen werden kann, sind viele Firmen dazu bereit. Sicherlich auch, weil sie sonst keine Geschäfte mit der Regierung machen können.

Flora

Durch die verschiedenen Klimazonen in den Regionen gibt es einen üppigen Pflanzenreichtum mit knapp 23 000 Arten von Blütenpflanzen. Allein von der Nationalblume, der Protea, sind 400 Arten bekannt. Die Blumenpracht können Sie in den zahlreichen botanischen und Wildblumengärten des Landes bewundern. Der eindrucksvollste ist Kirstenbosch in Kapstadt (www.nbi.ac.za).

Auf der Welt gibt es sechs Blumenkönigreiche, in denen alle Mitglieder einer Pflanzenfamilie innerhalb der Grenzen eines Landes wachsen. Eines dieser Königreiche ist das Westkap, wo alle 6552 Arten der Fynbos-Familie gedeihen. Dazu gehören die Protea ebenso wie die Erika.

Homeland

Die Homelands waren während der Apartheid der Versuch der Regierung, zehn unabhängige Staaten für die schwarze Bevölkerung zu gründen und das übrige Land für Weiße freizuhalten. Homelands entstanden in den historischen Siedlungsgebieten der schwarzen Völker. Auf nur 13 Prozent der Landesfläche mussten 80 Prozent der Einwohner leben. Das Elend war groß. Heute gehören diese Gebiete wieder zu Südafrika, aber es wird dauern, bis das Erbe der Apartheid nicht mehr spürbar ist.

Kunst

Die ältesten Kunstwerke sind Höhlenzeichnungen der San, die zum Teil vor Tausenden von Jahren entstanden. Mit den Europäern kam auch deren Kunst. Der berühmteste Landschaftsmaler, europäischer Abstammung, Jan Hendrik Pierneef, lebte Anfang des 19. Jhs. Seine Bilder erzielen bei Auktionen Höchstpreise. Irma Stern zählt ebenfalls zu den herausragenden Künstlern des Landes. Die deutschstämmige Malerin ließ sich in den 1920er-Jahren in Kapstadt nieder. Ihr ist ein Museum gewidmet.

So vielfältig wie die Bevölkerung präsentiert sich die Kunst seit dem Ende der Apartheid. Der zeitgenössische Maler, der die höchsten Preise, auch international, erzielt, ist William Kentridge. Inzwischen haben sich aber auch etliche schwarze und farbige Künstler einen Namen gemacht. Das Leben der armen Bevölkerung in den riesigen Townships wird in den Arbeiten von Willie Bester und Vusi Khumalo thematisiert. Beide Künstler sind auch in Europa und Amerika erfolgreich.

Nelson Mandela

Nach 27 Jahren in Gefängnissen wurde der damals über 70-jährige Nelson Mandela 1990 in die Freiheit entlassen. Er war in den Jahren der Apartheid die Ikone der Freiheitsbewegung ANC. Unter seiner Führung schaffte Südafrika den friedlichen Wandel von einem Unrechtssystem zu einer Demokratie.

1993 erhielt Mandela zusammen mit dem letzten weißen Präsidenten des Landes, Frederik Willem de Klerk, den Friedensnobelpreis. Von 1994 bis 1999 war er Präsident des Landes, von allen Südafrikanern demokratisch gewählt. Nach einer Amtszeit zog er sich aus der Politik zurück und im Gegensatz zu den meisten afrikanischen Ländern hat Südafrika schon den dritten gewählten Präsidenten.

Sicherheit

Immer wieder hören Touristen Schreckensmeldungen über die Kriminalität in Südafrika, besonders aus den Großstädten. Dabei hat die Polizei in den letzten Jahren durch drastische Maßnahmen das Problem ziemlich gut in den Griff bekommen – in Kapstadt und Johannesburg wird zum Beispiel die Innenstadt mit Kameras überwacht. Wer sich an die Regeln hält, die auch für andere Länder mit großem Wohlstandsgefälle gelten, hat wenig zu befürchten. Wichtig ist: Kameras und Schmuck nie auffällig tragen, Vorsicht an Geldautomaten. Und auf keinen Fall abends zu einem Spaziergang durch einsame Straßen aufbrechen. Aus Sicherheitsgründen ist es erlaubt, nachts auf verkehrsarmen Straßen bei Rot über die Kreuzung zu fahren.

Sport

Südafrikaner lieben Sport – aktiv und passiv. Es wird gejoggt oder geschwommen, und man fährt mit dem Rad. Sport wird auch an Schulen groß geschrieben, und fast alle Jungen spielen Rugby und Kricket (und seit der WM im eigenen Land mehr und mehr Fußball), die Mädchen bevorzugen Hockey oder Volleyball.

Wenn eine der südafrikanischen Nationalmannschaften – ganz gleich in welcher Sportart – international erfolgreich ist, steht das Land geschlossen hinter ihr. Dass Sport vereint, hat schon Nelson Mandela erkannt. Er holte in den 1990er-Jahren die Rugby-Weltmeisterschaft nach Südafrika und unterstützte das Team des bis dahin hauptsächlich „weißen“ Sports. Unvergesslich für alle Südafrikaner ist der bewegende Moment, als Mandela im Trikot der Mannschaft dem Kapitän den Siegerpokal überreichte. Für die Einheit Südafrikas hat dieses Sportereignis mehr bewirkt als viele politische Aktionen. Dieses Gefühl der Gemeinsamkeit hatten die Menschen auch wieder bei der erfolgreichen Fußballweltmeisterschaft 2010.

Städtenamen

Gleich zu Beginn des neuen Südafrika wurden Provinznamen geändert, z. B. wurde aus Transvaal Gauteng. Jetzt geschieht das auch bei einigen Städtenamen: Pietersburg heißt heute Polokwane. Auf Verkehrsschildern erscheinen im Moment noch alte und neue Namen. In den Städten wurde damit begonnen, die Straßen umzubenennen, besonders in Durban.

Township

Das ist die Bezeichnung für die Vorstädte. In der Zeit der Apartheid wurden die Wohngebiete nach Hautfarbe der Bewohner getrennt. Es gab weiße, farbige, indische und schwarze Stadtteile, wenngleich sich gerade in den Großstädten die Grenzen zunehmend verwischten. Township werden heute nur noch die vielfach riesigen Vororte genannt, in denen die armen Südafrikaner leben.

Wildlife

In den südafrikanischen Wildparks herrscht eine Artenvielfalt wie sonst kaum auf der Welt. In den staatlichen Parks können Besucher im eigenen geschlossenen Wagen fahren. Im offenen Geländewagen geht es hingegen durch die privaten Reservate, begleitet von einem kundigen Ranger. Das ist natürlich eine bessere Voraussetzung, um Tiere hautnah zu erleben. Abgesehen davon, dass die Unterbringung in privaten Parks in den meisten Fällen anspruchsvoller ist, sind die hohen Preise auch gerechtfertigt, weil es sehr teuer ist, privat Naturschutz zu leisten.

Der größte und schönste Park ist der Kruger National Park. Hier leben die Big Five (Elefant, Löwe, Büffel, Leopard und Nashorn) in großer Zahl; besonders die Büffelherden sind riesig. Man hat gute Chancen, sogar den scheuen Leoparden zu sehen. Das gilt erst recht für die privaten Parks, die seit einigen Jahren nicht mehr nur am Rand des Kruger National Parks liegen, sondern auch im Innern. Teilweise sind es Gebiete, die nach dem Ende der Apartheid an Stämme, die enteignet wurden, damit der Park vergrößert werden konnte, zurückgegeben wurden.

Südafrika war schon immer im Naturschutz vorbildlich, jetzt ist er sogar Teil der neuen Verfassung. In den letzten Jahren wurden die Transfrontier Parks eingerichtet, die länderübergreifend zwischen Südafrika und Namibia und Südafrika, Simbabwe und Mosambik liegen.

Wirtschaft

Der Bergbau zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen und bietet – neben der Landwirtschaft – die meisten Arbeitsplätze. Südafrika ist der größte Goldproduzent der Erde und deckt über 50 Prozent des weltweiten Bedarfs. Es gehört auch zu den größten Diamantenlieferanten. Jedes Jahr werden in den Meeren um das Kap 1,2 Mio. t Fisch gefangen, wovon 90 Prozent ins Ausland verkauft werden. Der Tourismus ist der drittgrößte Devisenbringer. In den letzten zwei Jahrzehnten sind sowohl die Investitionen wie auch die Gewinne stetig gestiegen. Viele Tausend Ausbildungs- und Arbeitsplätze wurden geschaffen.

In den letzten Jahren hat sich in Kapstadt eine florierende Filmindustrie entwickelt. Es werden Hollywoodfilme, aber auch deutsche Serien und internationale Werbefilme gedreht.

Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs und der erfolgreichen Finanzpolitik der Regierung gibt es immer noch viele Arbeitslose im Land. Ihr Anteil an der erwerbsfähigen Bevölkerung wird auf 30 Prozent geschätzt. Dagegen klappt die amtlich verordnete Affirmative Action, die bevorzugte Einstellung von historisch benachteiligten Südafrikanern bei gleicher Qualifikation, sehr gut.

Bloss nicht!

Auf Autobahnen zu schnell fahren

Für deutsche Besucher ist es unvorstellbar, dass Autobahnen von Fußgängern und Hunden überquert werden. Doch stellen Sie sich in Südafrika darauf ein, dass das vorkommen kann, und fahren Sie entsprechend vorausschauend. Achten Sie besonders auch auf Pferde, Kühe oder Schafe, die häufig auf dem Grünstreifen an der Autobahn grasen.

Bettlern vom Auto aus etwas geben

An vielen Ampeln in den Städten warten Bettler darauf, dass die Fahrzeuge anhalten müssen. Es kann riskant sein, das Fenster zu öffnen, um ihnen Geld zu geben. Häufig wird bei solchen Gelegenheiten rabiat zugegriffen, und Taschen sowie Schmuck gelangen blitzschnell in die bittenden Hände.

Tiere füttern

Das Füttern von Tieren ist in allen Wildparks generell verboten. Aber auch die Paviane, die oftmals in der Nähe von Straßen und Rastplätzen leben, sollten und dürfen nicht gefüttert werden. Sie haben ihre Scheu vor den Menschen völlig verloren, und wenn ein Auto hält, klettern sie durchaus aufs Dach. Wenn sich eine Tür öffnet, sitzen sie auch schon im Wagen und suchen nach Essbarem. Mit Vorliebe stehlen sie alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Schon manche Handtasche mit allen Papieren verschwand dadurch auf Nimmerwiedersehen.

Drängeln

Nach guter englischer Sitte steht man Schlange in Südafrika. Ganz gleich, wo oder worauf die Menschen warten, ob vor der Kinokasse, an der Bushaltestelle oder bei der Bank, es ist absolut unüblich, sich vorzudrängeln.

Tramper mitnehmen

Wegen des ungeregelten öffentlichen Personenverkehrs gibt es viele Leute, die als Anhalter am Straßenrand stehen. Die Einheimischen sind im Allgemeinen sehr hilfsbereit, und niemand muss lange warten, bis ein Auto hält. Aber Touristen sollten in dieser Hinsicht vorsichtig sein. Sie können nur schwer beurteilen, ob und in welcher Gegend es sicher ist, diesen oder jenen Fahrgast mitzunehmen.

Auf den Zebrastreifen vertrauen

So diszipliniert die Südafrikaner sind, wenn es darum geht, in der Schlange zu stehen, so undiszipliniert verhalten sie sich im Straßenverkehr. Als Fußgänger sollten Sie also, besonders in Kapstadt, auf keinen Fall davon ausgehen, dass Autofahrer anhalten, nur weil Sie die Straße auf dem Zebrastreifen überqueren wollen. Als Autofahrer wiederum sollten Sie nicht darauf vertrauen, dass Fußgänger an einer roten Ampel warten. Das zumindest tun die Autofahrer.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Als Folge von Niederschlagsmangel über die letzten drei Jahre erlebt die Kapregion derzeit eine akute Wasserkrise. Bereits seit längerem laufen Maßnahmen zur Reduzierung des täglichen Wasserverbrauchs und es gelten inzwischen verschärfte Wasserrestriktionen. Durch Informationskampagnen werden auch Reisende auf Einschränkungen hingewiesen und zu einem sparsamen und bewussten Umgang mit Wasser aufgefordert, siehe auch Wasserknappheit in der Kapregion.

Kriminalität

Südafrika verzeichnet im Vergleich zu Deutschland hohe Kriminalitätsraten, vor allem in den Großstädten und deren Randgebieten. Dies schließt auch Straftaten unter Anwendung von körperlicher Gewalt ein. Der überwiegende Teil der Gewaltkriminalität erfolgt in Gegenden und unter Umständen, von denen üblicherweise deutsche Urlaubs- oder Geschäftsreisende nicht betroffen sind. Gleichwohl ist es nicht ausgeschlossen, dass deutsche Reisende Ziel und Opfer von Diebstählen, Einbrüchen, Raub und ähnlicher Delikte werden.

Durch gute Vorbereitung und vernünftiges, Risiko minimierendes Verhalten lässt sich die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat in Südafrika zu werden, deutlich reduzieren. Daher wird empfohlen, stets folgende Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten:

Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, für die Dauer des Aufenthaltes in Südafrika ein Mobiltelefon mitzuführen. Deutsche Mobiltelefone mit Roaming-Funktion können landesweit verwendet werden.
Notrufnummern: Polizei: 10 111, Rettungsdienst: 10 177 oder 112

Die Innenstädte von Johannesburg, Pretoria, Durban, Port Elizabeth und Kapstadt und anderer großer Städte sollten nach Geschäftsschluss und insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit gemieden werden; an Sonn- und Feiertagen sollte man sich nur in Gruppen in den Innenstädten aufhalten. Auch ist tagsüber erhöhte Vorsicht angeraten.
In jüngster Zeit sind vermehrt Reisende bzw. Reisegruppen, die auf dem Weg vom Flughafen Johannesburg (OR Tambo) in ihr Hotel waren, angehalten und ausgeraubt worden. Häufig werden auf den Straßen, vor allem in den Innenstädten, Handtaschen weggerissen. In einer solchen Situation sollte keine Gegenwehr stattfinden, da die Täter bewaffnet sein können. Zudem sollte auf das Tragen größerer, wertvoller Handtaschen möglichst verzichtet werden. Taschen sollten niemals unbeaufsichtigt gelassen werden. Selbst in Hotelrestaurants und -zimmern gibt es Diebstähle. Wertsachen sollten nicht offen getragen bzw. zur Schau gestellt werden.

Es wird empfohlen, Fotokopien wichtiger Dokumente mit auf die Reise zu nehmen. Alternativ können Kopien auf einem Datenträger oder dem privaten Emailkonto abgespeichert werden und sind so weltweit abrufbar.

Bei Besuchen in Townships ist erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht angeraten. Sowohl Stadtbesichtigungen als auch Township-Besuche sollten in organisierter Form und nur mit ortskundiger Führung stattfinden.

Bei Ausflügen in öffentlich zugängliche Naturflächen und Parks und zu bekannten Sehenswürdigkeiten Südafrikas sollte man keine einsam gelegenen Wanderwege benutzen und unbelebte Gegenden meiden. Die Gefahr, Opfer eines Überfalls, insbesondere an touristischen Sehenswürdigkeiten und bei Wanderungen in der Umgebung von Kapstadt zu werden, ist nach wie vor Ernst zu nehmen. Um das Risiko von Überfällen zu verringern, sollte man Ausflüge nur in Gruppen unternehmen. Für Einzelreisende empfiehlt es sich, generell Anschluss bei den meist vor Ort vorhandenen größeren Reisegruppen zu suchen.

Abgeraten wird vom Benutzen der Vorortzüge in Johannesburg, Pretoria, Durban und in Kapstadt. Falls die Züge gleichwohl genutzt werden, empfiehlt es sich, in der 1. Klasse und nur zu Hauptverkehrszeiten am Tage zu reisen.

Rucksacktouristen sollten auf sichere Unterkünfte achten. Einschlägige Reiseführer geben Empfehlungen für Backpacker Hostels ab. Trotzdem ist Vorsicht geboten.

Taxis sollte man möglichst bei zuverlässigen, bekannten Unternehmen reservieren. In der Regel sind bei der Reservierung Hotels und Gasthäuser behilflich. Von Fahrten per Anhalter und mit sog. Minibus-Taxis wird dringend abgeraten.

In dichtem Verkehr und an roten Ampeln kommt es vor allem in großen Städten häufig zu sogenannten Blitzeinbruch- ("smash-and-grab") Überfällen, bei denen selbst im Verkehr Autotüren geöffnet oder Scheiben eingeschlagen werden, um offen herumliegende Wertgegenstände aus dem Auto zu entwenden. Hin und wieder kommt es vor allem nach Einbruch der Dunkelheit an weniger befahrenen Straßenkreuzungen zu Fahrzeugentführungen. Autofenster sollten daher immer geschlossen und Autotüren von innen verriegelt bleiben. Handtaschen, Fotoapparate, Mobiltelefone usw. sollten nicht sichtbar im Auto liegen. Bei Wartezeiten an großen Kreuzungen sollte man aufmerksam sein und seine Umgebung beobachten. Es empfiehlt sich, beim Anhalten ausreichend Abstand zu anderen Fahrzeugen zu halten.

Die großen Überlandstraßen in Südafrika sind zumeist in gutem Zustand. Nebenstraßen hingegen sind vor allem in ländlichen Gegenden oft unzureichend gesichert und von schlechter Qualität. Es wird empfohlen, Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr zu unternehmen, da Autopannen, schlechte Straßen mit Schlaglöchern, nicht hinreichend ausgeschilderte und gesicherte Baustellen sowie Tiere auf der Fahrbahn ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen.
Bei der Autobahnfahrt im städtischen Umland, insbesondere beim Transit durch bestimmte Vorortgebiete (z. B. Kapstadt: N2 zwischen Flughafen und Stellenbosch, Fahrten zum Pilanesberg) besteht bei Dämmerung und Dunkelheit ein erhöhtes Risiko des sog. "Stoning", d. h. Fahrzeuge werden durch Steinwürfe und/oder Steinblöcke zum Abbremsen und Stoppen gezwungen, um die Situation zum Überfall auf die Insassen zu nutzen.

An Geldautomaten ist erhöhte Vorsicht geboten. Neben einfachem Raub und Trickdiebstahl nehmen Manipulationen der Geldautomaten und Missbrauch der Kartendaten zu. Es wird empfohlen, Kreditkarten bei anstehenden Zahlungen nicht aus dem Auge zu lassen. In vielen Restaurants und an Tankstellen ist es üblich, portable Kreditkarten-Lesegeräte zu nutzen.

In jüngster Zeit sind in Südafrika vermehrt gefälschte 200,- Rand-Noten im Umlauf, die auch auf dem schwarzen Wechselmarkt an ausländische Touristen abgegeben werden. Es ist daher ratsam, Geld nur über offizielle Kanäle in Banken oder Geldwechselstuben zu tauschen. Beim Geldtausch ist zwingend der Reisepass vorzulegen. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Internetseite der South African Reserve Bank.

Es wird dringend empfohlen, bei einem eventuellen Überfall auf Gegenwehr zu verzichten.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden ggfs. über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Wasserknappheit in der Kapregion

Infolge einer schwerwiegenden Wasserknappheit in der Kapregion wurden am 1. Februar 2018 die Wasserrestriktionen in Kapstadt auf Stufe 6B verschärft. Für Privathaushalte wird damit das monatliche Limit auf 6cbm reduziert, d.h. auf 50 Liter pro Person/Tag (d.h. auf weniger als die Hälfte des Durchschnittsverbrauchs in Deutschland).
Privathaushalte, Besucher, Unternehmer und die Landwirtschaft bleiben weiterhin verpflichtet, sich an die Restriktionen zu halten. Weitere Informationen erteilt das deutsche Generalkonsulat in Kapstadt und die City of Cape Town.

Reisen über Land

Sowohl organisierte Gruppenreisen als auch Individualtourismus sind möglich. Wenn Sie alleine oder in einer kleinen Gruppe reisen, empfiehlt es sich, einen Mietwagen zu nehmen, denn die öffentlichen Nahverkehrsnetze sind unsicher und unübersichtlich. Der öffentliche Fernverkehr hingegen funktioniert in aller Regel zuverlässiger.

In Südafrika fahren die Verkehrsteilnehmer auf der linken Seite. Zum Teil haben Verkehrszeichen eine andere Bedeutung als in Deutschland. So bedeutet z.B. ein grün erleuchteter Abbiegepfeil an der Ampel - im Gegensatz zu den Regeln in Deutschland - nicht, dass weder auf Fußgänger noch Gegenverkehr geachtet werden muss. Erst, wenn der grüne Abbiegepfeil blinkt, ist nicht mehr mit Fußgängern und Gegenverkehr zu rechnen. In Südafrika gibt es viele "4-way-stop-Kreuzungen", d.h. dass alle Autos an der Kreuzung zunächst halten müssen, die Weiterfahrt erfolgt dann entsprechend der Ankunftsreihenfolge, d.h. das Auto, das als erstes an der Kreuzung gehalten hat, fährt auch als erstes wieder los. Diese Regel wird auch angewendet, wenn Ampeln an Kreuzungen ausfallen. Sowohl Stop-Schilder als auch Geschwindigkeitsbeschränkungen sollten im eigenen Interesse stets beachtet werden.
In Südafrika gibt es viele Radarkontrollen. Bei Verstößen ist mit hohen Geldbußen zu rechnen. Sollte mit Hinweis auf den fehlenden Wohnsitz in Südafrika von der Polizei eine Barzahlung an Ort und Stelle verlangt werden, entspräche dies nicht den Vorschriften. In solchen Fällen sollte die südafrikanische Korruptionshotline (fraud and anti-corruption hotline - 0800 00 28 70) verständigt werden.
Leider muss immer mit der Rücksichtlosigkeit anderer Verkehrsteilnehmer, insbesondere von Sammeltaxis, gerechnet werden. Das Linksüberholen ist, obwohl verboten, keine Seltenheit. Es empfiehlt sich eine äußerst defensive Fahrweise, sowie jegliche Auseinandersetzung mit anderen Verkehrsteilnehmern zu vermeiden. So sollte man weder auf seinem Recht beharren, noch dem anderen verbal oder durch Gesten kundtun, was man von ihm hält.

Die großen Städte werden zum Teil von scharfen Gegensätzen geprägt. Während bessere Wohngebiete oft großzügig angelegt und gepflegt sind, bestehen die "Townships", in denen nach wie vor der Großteil der nicht-weißen Bevölkerungsgruppen lebt, aus überwiegend einfachen Häusern, Baracken oder slumartigen Hütten. Townships sind nicht gleichzusetzen mit Slums, es gibt auch in Townships Wohngegenden der Mittelklasse. Vor allem die Townships, aber auch die Innenstädte der großen Städte wie Johannesburg, Pretoria, Kapstadt und Durban, leiden unter der hohen Kriminalität im Land.

Gelegentlich sind Landstraßen punktuell von Demonstrationen betroffen, wobei sich Gewalt schnell gegen zufällig vorbei kommende Verkehrsteilnehmer richten kann. Reisende sollten sich daher vor Abfahrt zum nächsten Ziel in ihrer Unterkunft erkundigen, ob die von ihnen gewählte Wegstrecke von Demonstrationen betroffen ist. Ggf. empfiehlt es sich, die betroffenen Strecken weiträumig zu umfahren.

Starke Regenfälle können zu Überschwemmungen in Nationalparks (wie im Krüger Nationalpark) führen. Wenn Reisende den Krüger oder einen anderen Nationalpark besuchen wollen, empfiehlt es sich - insbesondere in der Regenzeit (Januar bis März) -, aktuelle Informationen bei SAN-Parks (South African National Parks) abzurufen.

Baden

Die Küsten Südafrikas laden zum Baden ein. Nicht außer Acht gelassen werden darf, dass es teilweise starke (Unter-)Strömungen gibt, die selbst erfahrene und geübte Schwimmer auf das Meer hinausziehen. In der Vergangenheit ist es immer wieder zu Badeunfällen gekommen. Neben den gefährlichen Strömungen stellen auch Haie eine potentielle Gefahr für Badende dar. Es wird dringend empfohlen, sich stets zu erkundigen, wo das Baden im Meer sicher ist, und sich an bewachten Stränden aufzuhalten.

Geld / Kreditkarten

Bank- und Kreditkarten, die dem Maestro-System angeschlossen sind, können an internationalen Geldautomaten, die in den größeren Städten ausreichend vorhanden sind, benutzt werden. Bei der Wahl des Geldautomaten sollten Geldautomaten, die sich außen an Gebäuden befinden, gemieden werden. Besser ist es, die Geldautomaten in Shopping Malls, Supermärkten und Banken zu nutzen. Achtung vor Trickbetrügern, die vorgeben beim Geldabheben behilflich sein zu wollen, aber tatsächlich das Ziel verfolgen, die Bank-/Kreditkarte gegen eine Fälschung auszutauschen ("card swapping"). Sollte man beim Geldabheben angesprochen werden, ist gesundes Misstrauen angezeigt. Die meisten Geschäfte, Hotels, Restaurants und Tankstellen akzeptieren Kreditkarten. Bargeld (Euro oder US-Dollar) kann in den Metropolen überall gewechselt, sollte aber wegen der hohen Kriminalität nur in begrenztem Maße mitgeführt werden. Euroschecks werden in Südafrika nicht akzeptiert. Der Umtausch von Rand in Deutschland ist nicht zu empfehlen, da Einfuhrbeschränkungen bestehen und der Umtauschkurs in Südafrika erheblich besser ist.

Mobiltelefone

Mobiltelefone mit deutschen SIM-Karten und Roaming-Funktion können in Südafrika benutzt werden. Für kurzfristige Aufenthalte in Südafrika können südafrikanische SIM-Karten übergangsweise gemietet werden, die allerdings nicht in allen Fällen Gespräche ins Ausland zulassen. Die großen südafrikanischen Mobiltelefonanbieter betreiben an den internationalen Flughäfen und in allen großen Städten Südafrikas Geschäfte, über die eine Anmietung gegen Vorlage des Reisepasses, des Einreisevisums und eines deutschen Adressnachweises unkompliziert erfolgen kann.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja (Ausnahme: Kinderreisepass mit Verlängerungs- oder Aktualisierungsetikett)

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen maschinenlesbar (Ausnahme gilt für bei Verlust/Diebstahl ausgestellte Ersatzdokumente) sowie mindestens 30 Tage über die Reise hinaus gültig sein und müssen auch bei Ausreise noch über mindestens zwei freie Seiten für Visastempel verfügen. Auch bei Weiterreise von Südafrika in andere Länder mit anschließender Rückkehr nach Südafrika sollten Reisende daher darauf achten, für alle Ein- und Ausreisestempel noch freie Seiten im Pass zu haben.

Hinweise für die Einreise von Minderjährigen

Personen unter 18 Jahren müssen bei der Ein- und Ausreise eine Geburtsurkunde vorweisen. Diese können nach Auskünften des südafrikanischen Innenministeriums auch in anderen Sprachen als Englisch abgefasst sein. Kurzfristige Änderungen der Bestimmungen oder abweichende Auslegungen durch einzelne Dienststellen können jedoch nicht ausgeschlossen werden. Um Schwierigkeiten bei der Ein- und Ausreise zu vermeiden, wird daher bis auf Weiteres empfohlen, internationale Geburtsurkunden bzw. gegebenenfalls beglaubigte englische Übersetzungen mitzuführen.
Reist ein Minderjähriger nicht in Begleitung beider sorgeberechtigter Elternteile, muss außerdem nachgewiesen werden, dass der nicht anwesende Elternteil entweder mit der Reise einverstanden ist (eidesstattliche Versicherung ("affidavit"), beglaubigte Passkopie und Kontaktdaten des nicht anwesenden Elternteils) bzw. dass die Einverständniserklärung nicht erforderlich ist (gerichtlicher Beschluss über alleiniges Sorgerecht oder Sterbeurkunde oder Negativbescheinigung des deutschen Jugendamts, wenn die minderjährige Person in Deutschland wohnhaft ist).

Personen, die mit Minderjährigen reisen, welche nicht ihre eigenen Kinder sind, müssen eine beglaubigte Kopie der vollständigen Geburtsurkunde des Kindes, sowie eidesstattliche Versicherungen ("affidavit"), beglaubigte Passkopien und die Kontaktdaten beider sorgeberechtigter Eltern bzw. des gesetzlichen Vertreters des Kindes vorlegen.

Allein reisende Minderjährige müssen darüber hinaus bei Einreise ein Bestätigungsschreiben sowie die Kontaktdaten und eine beglaubigte Passkopie derjenigen Person vorlegen, zu welcher der Minderjährige in Südafrika reisen soll. Beglaubigte Kopien müssen von einem Notar oder der Behörde, welche die Urkunde ausgestellt hat, stammen. Eidesstattliche Versicherungen ("affidavits") bedürfen der Beglaubigung durch einen Notar oder eine südafrikanische Auslandsvertretung.

Es wird dringend empfohlen, englischsprachige Erklärungen, Urkunden bzw. Übersetzungen vorzulegen. Fragen in diesem Zusammenhang kann nur das Department of Home Affairs (www.dha.gov.za) bzw. die südafrikanischen Auslandsvertretungen verbindlich beantworten.

Visum

Für kurzfristige touristische, Besuchs- oder Geschäftsreisen nach Südafrika benötigen deutsche Staatsangehörige vor Einreise grundsätzlich kein Visum. Gegen Vorlage eines am Einreisetag noch ausreichend gültigen deutschen Reisepasses (siehe Reisedokumente) und eines gültigen Rückflugscheines wird bei Einreise in aller Regel eine Besuchsgenehmigung ("visitor's visa") für den Zeitraum der geplanten Reise, jedoch maximal mit einer Gültigkeit von bis zu 90 Tagen erteilt.

Für andere als kurzfristige touristische, Besuchs- oder Geschäftsreisen erteilen die südafrikanischen Behörden ausdrückliche Aufenthaltsgenehmigungen. Ob Sie für Ihren konkreten Reisezweck eine solche benötigen oder ob ein "visitor's visa" ausreicht, sollten Sie ggf. vor Einreise bei der südafrikanischen Botschaft in Berlin in Erfahrung bringen. Näheres finden Sie auch auf der Internetseite der südafrikanischen Botschaft unter www.suedafrika.org.

Gemäß den neuen Einreisebestimmungen von 2014 führt die Überschreitung jeder Aufenthaltserlaubnis ("overstay") auch um wenige Tage zu einer "Erklärung zur unerwünschten Person"; die Verhängung einer Geldbuße fällt künftig weg. Die südafrikanischen Behörden wenden diese neue Vorschrift strikt an, Ausnahmen sind bislang nicht bekannt. Die Erklärung zur unerwünschten Person hat automatisch eine Einreisesperre zur Folge: bei einmaliger Überziehung um maximal 30 Tage: 12 Monate Einreisesperre, bei wiederholter Überziehung um maximal 30 Tage: zwei Jahre Einreisesperre, bei Überziehung um mehr als 30 Tage: fünf Jahre Einreisesperre.

Verlängerungen oder Änderungen von Aufenthaltserlaubnissen müssen frühzeitig und mindestens zwei Monate vor Ablauf der Aufenthaltserlaubnis bei den vom Department of Home Affairs mit der Antragsannahme beauftragten Visa Facilitation Centres beantragt werden. Es wird empfohlen, die notwendigen Unterlagen für eine Verlängerung wie Nachweise über Rückflug, Krankenversicherung und finanzielle Mittel bereits vor Einreise zu beschaffen. Eine Garantie für die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis besteht nicht.

Anders als früher schützt der Nachweis, dass eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis bereits beantragt wurde, jetzt offenbar nicht mehr vor einer Erklärung zur unerwünschten Person und einer Einreisesperre. Dagegen kann - sofern die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis rechtzeitig beantragt wurde - nur nach Ausreise Widerspruch eingelegt werden. Der Widerspruchsprozess ist jedoch langwierig und ein Erfolg nicht garantiert. Da mit teilweise sehr langen Bearbeitungszeiten für die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnisse zu rechnen ist, muss Betroffenen daher bewusst sein, dass sie zur unerwünschten Person erklärt werden, wenn sie nach Ablauf ihrer Aufenthaltserlaubnis und vor einer Entscheidung über ihren Verlängerungsantrag aus Südafrika ausreisen.

Fragen in diesem Zusammenhang können nur das Department of Home Affairs bzw. die südafrikanischen Auslandsvertretungen verbindlich beantworten.

Hinweise für Inhaber von deutschen Reiseausweisen

Die in Notfällen von der Bundespolizei in Deutschland bei der Ausreise ausgestellten "Reiseausweise" sind nicht für eine Einreise nach Südafrika gültig, da sie kein Lichtbild enthalten und auch nur für eine Gültigkeitsdauer von bis zu 30 Tagen ausgestellt werden.

Inhaber von in Deutschland ausgestellten "Reiseausweisen für Flüchtlinge (gem. Abkommen vom 28.07.1951)", Inhaber von deutschen "Reiseausweisen für Flüchtlinge (gemäß Abkommen vom 15.10.1946)", Inhaber von "Reiseausweisen für Staatenlose", sowie Inhaber von "Reisedokumenten" unterliegen der Visumspflicht für Südafrika.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Gebrauchte persönliche Gegenstände können Sie zollfrei einführen. Jagdwaffen können mitgebracht werden; bitte setzen Sie sich hierzu rechtzeitig vor Abreise mit der für Ihren Wohnort zuständigen Auslandsvertretung der Republik Südafrika in Verbindung.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Besitz, Konsum, Ein- und Ausfuhr und Handel von Drogen sind strafbar. Die gesetzlich vorgesehenen Strafen reichen von einer Geldstrafe bis hin zu 25 Jahren Haft, je nach Art und Schwere der Tat.

Prostitution ist in Südafrika strafbar. Mit besonders hohen Haftstrafen (bis zu 20 Jahren) sind Taten im Bereich der Kinderprostitution bedroht. Unter Strafe gestellt sind sexuelle Handlungen mit Kindern gegen Bezahlung an das Kind selber oder eine dritte Person, aber auch das Profitieren sowie das Leben von Profiten aus Kinderprostitution. Ebenso hart bestraft wird, wer Kinderprostitution fördert, z. B. durch Erstellen oder Organisieren von Reisearrangements für andere Personen oder durch das Drucken oder Veröffentlichen von Informationen mit dem Ziel, die Begehung von strafbaren sexuellen Handlungen mit Kindern zu fördern oder zu erleichtern. Dies gilt unabhängig davon, ob die strafbare Handlung dann tatsächlich ausgeführt wird. Als Kind im südafrikanischen Recht gilt jede Person bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Allerdings wird die Altersgrenze der sexuellen Selbstbestimmung nach südafrikanischem Recht mit Vollendung des 16. Lebensjahres erreicht ("age of consent"). Eine 16-jährige Person ist also rechtlich noch ein Kind, kann aber in sexuelle Handlungen auch mit Erwachsenen einwilligen.
Personen unter zwölf Jahren wird im südafrikanischen Recht jegliche sexuelle Einsichtsfähigkeit/Selbstbestimmung abgesprochen. Geschlechtsverkehr mit einer Person unter zwölf Jahren stellt automatisch eine Vergewaltigung dar, unabhängig davon ob das Kind eingewilligt hat. Auch Personen zwischen zwölf und 16 Jahren können noch keine rechtlich bindende Einwilligung abgeben. Hier gibt es im südafrikanischen Recht die Straftat des einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs mit Minderjährigen ("consensual sexual penetration of a child").

Nacktbaden ist strafbar.

Das Pflücken geschützter Pflanzen und das Fangen von Tieren geschützter Arten ist verboten und kann - je nach dem ob die Pflanzen oder Tiere von privatem oder öffentlichem Grund oder gar aus Naturschutzgebieten stammen - zu empfindlichen Geld- und Haftstrafen führen. Letztere können zwischen zwei und zehn Jahren liegen. Dies gilt auch für die ungenehmigte Ausfuhr der genannten Pflanzen und Tiere. Sammlern wird empfohlen, sich vorab über die genauen Bestimmungen zum Natur- und Artenschutz zu informieren.

Aktuelle medizinische Hinweise
Malaria
Die diesjährige Regenzeit hat bereits zu zahlreichen Malariafällen, auch in der Region des Krügerparks und in den Waterbergen (Provinz Limpopo), geführt. Daher werden Reisende gebeten, die folgenden Hinweise zum Malariarisiko in Südafrika zur Kenntnis zu nehmen. Die Einnahme einer medikamentösen Malariaprophylaxe kann je nach Reiseverlauf notwendig sein.

Impfschutz

Bei der direkten Einreise aus Deutschland (Direktflug!) sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen.
Allerdings wird bei Einreise aus einem von der als Gelbfieberendemiegebiet deklariertem Land der Nachweis einer Gelbfieberimpfung verlangt. Das gilt auch für einen transitbedingten Zwischenaufenthalt von über 12 Stunden z.B. in Nairobi oder Addis Abeba. Eine Impfung wird auch bei kürzerem Transit empfohlen, da es zu Verspätungen kommen bzw. in Einzelfällen die Aufenthaltszeit im Transit nicht nachvollzogen werden kann. Eine einzige Impfung gilt inzwischen als lebenslanger Impfnachweis im internationalen Reiseverkehr.
Eine Liste der Gelbfieberendemiegebiete finden Sie unter www.who.int.

Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe http://www.rki.de).
Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A und B, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition (Selbstfahrer unter Campingbedingungen, Kontakt zu Wildtieren oder Projektarbeit im Tierschutz) auch Tollwut empfohlen.

Malaria

Hohes Risiko: Von Oktober bis Mai im Osten der Mpumalanga-Provinz (mit Krügerpark), im Norden und Nordosten von der Limpopo-Provinz (Einzelfälle auch in den Waterbergen), im Nordosten von KwaZulu-Natal (mit Tembe- und Ndumu - Nationalpark). Eine Malariaprophylaxe (s. u.) ist empfohlen.
Mittleres Risiko: Von Juni bis September im Osten der Mpumalanga-Provinz (mit Krügerpark), im Norden und Nordosten von KwaZulu-Natal
Geringes Risiko: restliches Tiefland von KwaZulu Nataln

Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica, die für über 85% der Malariafälle in Südafrika verantwortlich ist, bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis an den behandelnden Arzt auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Je nach Reiseprofil ist deshalb neben der immer notwendigen Expositionsprophylaxe eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Für die Malariaprophylaxe sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Atovaquon/Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich. Die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden. Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats ist zu empfehlen, alle Medikamente sind aber auch in guter Qualität vor Ort erhältlich.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden in den betroffenen Regionen empfohlen,
- körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
- vor allem nachts (Malaria) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen
- ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.
Siehe dazu auch das Merkblatt Expositionsprophylaxe.

HIV/ AIDS

Das größte Gesundheitsproblem in Südafrika ist HIV/AIDS mit einer sehr hohen Häufigkeit. Bis zu 20% der erwachsenen Bevölkerung (regionale Unterschiede) sind mit HIV infiziert. Eine durch die Immunschwäche bedingte Ko-Infektion mit Tuberkulose ist die Ursache der hohen Sterblichkeit, wobei gegen Tuberkulosemedikamente multiresistente Keime zum großen Teil mitverantwortlich sind. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Ansteckungsrisiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen. Eine Gefahr der Tuberkuloseansteckung über Tröpfcheninfektion besteht nur in entsprechenden medizinischen Einrichtungen bzw. bei längerem Aufenthalt in beengten Wohnräumen Tuberkulosekranker.

Durchfallerkrankungen und Cholera

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden:
Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen wo möglich Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen, selbst Schälen oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Toilettenbesuch und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht durchführen, ggfs. Einmalhandtücher verwenden.
Das Leitungswasser in den großen Städten ist gesundheitlich unbedenklich, wenn auch nicht besonders wohlschmeckend (Chlor).

Schistosomiasis (Bilharziose)

Die Gefahr der Übertragung von Schistosomiasis besteht beim Baden in Süßwassergewässern (der Limpopo- und Mpumalanga-Provinz, sowie in KwaZulu-Natal und in der östlichen Kapprovinz bei Port Elizabeth). Baden im offenen Süßwasser in den erwähnten Gebieten sollte daher grundsätzlich unterlassen werden.

Sonnenschutz

Übermäßige Belastung durch UV-Licht führt zu vorzeitiger Hautalterung und kann auch Hautkrebs verursachen. Südafrika liegt geographisch in einer Zone erhöhter UV-Strahlung, so dass entsprechende Vorsorge getroffen werden sollte (Kopfbedeckung, Sonnenschutzcreme mit hohem Schutzfaktor je nach Hauttyp, besondere Vorsicht an Küsten mit kühlem Seewind).

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist insgesamt gut. Die privaten Krankenhäuser in den großen Städten haben europäisches Niveau, die staatlichen Krankenhäuser fallen dahinter zurück, bieten aber auch im Notfall einen zielorientierten Service. Die ärztliche Versorgung ist in den ländlichen Gebieten nicht so gut wie in den großen Städten.

Wichtiger Hinweis: Für ärztliche Leistungen und Krankenhausbehandlung ist grundsätzlich Vorauskasse in teilweise erheblicher Höhe zu leisten! Der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung mit Rückholversicherung wird dringend angeraten.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinische Versorgung ist insgesamt gut. Die privaten Krankenhäuser in den großen Städten haben europäisches Niveau, die staatlichen Krankenhäuser sind dagegen überlaufen und leiden unter Budgetkürzungen. Die ärztliche Versorgung ist in den ländlichen Gebieten nicht so gut wie in den großen Städten.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung sowie einer Reiserückholversicherung wird empfohlen.

Essen und Trinken

Das Leitungswasser ist in den Großstädten gesundheitlich unbedenklich, wenn auch nicht besonders wohlschmeckend. In den ländlichen Gegenden ist Leitungswasser jedoch nicht immer keimfrei und sollte sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Milch ist pasteurisiert und Milchprodukte, Fleischwaren, Geflügel, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse können unbesorgt verzehrt werden. Fleisch und Gemüse sollte jedoch durchgekocht und nicht lau aufgewärmt sein.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber 1 -
Cholera 2 -
Typhus & Polio Ja -
Malaria 3 -
Essen & Trinken - -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von sechs Tagen nach Aufenthalt in den von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebieten einreisen wollen und über ein Jahr alt sind. Dies gilt auch für Reisende, die sich als Transitpassagiere länger als 12 Stunden in den Infektionsgebieten aufgehalten haben. Bei Direktflügen aus Europa wird keine Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt.

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch. Infektionsgebiete für Cholera sind: Eshowe/Nkandla, Hlabisa, Ngwelezane, die unteren Regionen des Umfolozi Distriktes, die Südküste (KwaDukuza/Stanger, Jozini und die Ugu-Region), die Eastern Cape-Provinz, die Northern Province und Port Shepstone. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen. Um sich zu schützen sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Eine Impfung ist nur in seltenen Fällen zu empfehlen.

[3] Die gefährlichere Malariaart Plasmodium falciparum kommt ganzjährig in den niederen Ebenen der Provinz Mpumalanga (einschließlich der Nationalparks), der Nord Provinz und im Nordosten von Kwazulu-Natal vor. Ein geringes Risiko besteht im Osten von Kwazulu-Natal bis zum Tugela-Fluss und im Nordwesten bis Swartwater. Die größte Ansteckungsgefahr besteht von Oktober bis Mai. Chloroquinresistenz wurde gemeldet.

Gesundheitszeugnis

Für Arbeitsaufenthalte wird ein Gesundheitszeugnis verlangt.

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Bilharziose-Erreger können in manchen Teichen und Flüssen vor allem in Transvaal (einschließlich der Nationalparks), Transkei, Ciskei und in der Südost-Kap-Provinz vorkommen. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

HIV/Aids ist eines der größten Gesundheitsprobleme Südafrikas. Es ist weit verbreitet und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Pest-Fälle wurden aus dem Norden des Landes gemeldet. Der Schutz vor Ratten und Flöhen durch sichere Schlafplätze und häufigeres Wäschewechseln sowie das Fernhalten von bereits Erkrankten reduzieren die Ansteckungsgefahr. Bei beruflicher Tätigkeit in Pestgebieten empfiehlt sich die prophylaktische Einnahme von Antibiotika.

Die Rifttal-Fieberinfektion kommt landesweit regional vor und Touristen können sich, trotz eher geringem Risiko, anstecken. Schutzmaßnahmen sind ein guter Mückeschutz, keine ungekochte Frischmilch trinken und kein rohes Fleisch essen.

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. streunende Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Tuberkulose kommt vor. Bei besonderer Exposition sollte eine Impfung erwogen werden.

Die UV-Strahlung ist sehr hoch und kann zu Hautschäden führen. Sonnenschutz durch hautbedeckende Kleidung und Sonnenschutzmittel (LSF > 20) ist daher unbedingt erforderlich.

Reisewarnung

Überblick

Südafrika

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 02.02.2017
Unverändert gültig seit: 27.01.2017

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Kriminalität

Südafrika verzeichnet im Vergleich zu Deutschland hohe Kriminalitätsraten, vor allem in den Großstädten und deren Randgebieten. Dies schließt auch Straftaten unter Anwendung von körperlicher Gewalt ein. Der überwiegende Teil der Gewaltkriminalität erfolgt in Gegenden und unter Umständen, von denen üblicherweise deutsche Urlaubs- oder Geschäftsreisende nicht betroffen sind. Gleichwohl ist es nicht ausgeschlossen, dass deutsche Reisende Ziel und Opfer von Diebstählen, Einbrüchen, Raub und ähnlicher Delikte werden.

Durch gute Vorbereitung und vernünftiges, Risiko minimierendes Verhalten lässt sich die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat in Südafrika zu werden, deutlich reduzieren. Daher wird empfohlen, stets folgende Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten:

Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, für die Dauer des Aufenthaltes in Südafrika ein Mobiltelefon mitzuführen. Deutsche Mobiltelefone mit Roaming-Funktion können landesweit verwendet werden. Notrufnummern: Polizei: 10 111 Rettungsdienst: 10 177 oder 112

Die Innenstädte von Johannesburg, Pretoria, Durban, Port Elisabeth und Kapstadt und anderer großer Städte sollten nach Geschäftsschluss und insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit gemieden werden; an Sonn- und Feiertagen sollte man sich nur in Gruppen in den Innenstädten aufhalten. Auch ist tagsüber erhöhte Vorsicht angeraten.

Häufig werden auf den Straßen, vor allem in den Innenstädten, Handtaschen weggerissen. In einer solchen Situation sollte keine Gegenwehr stattfinden, da die Täter bewaffnet sein können. Zudem sollte auf das Tragen größerer, wertvoller Handtaschen möglichst verzichtet werden. Taschen sollten niemals unbeaufsichtigt gelassen werden. Selbst in Hotelrestaurants und –zimmern gibt es Diebstähle. Schmuck, wertvolle Uhren und Kameras sollten nicht offen getragen werden.

Es wird empfohlen, Fotokopien wichtiger Dokumente mit auf die Reise zu nehmen. Alternativ können Kopien auf einem Datenträger oder dem privaten Emailkonto abgespeichert werden und sind so weltweit abrufbar.

Bei Besuchen in Townships ist erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht angeraten. Sowohl Stadtbesichtigungen als auch Township-Besuche sollten in organisierter Form und nur mit ortskundiger Führung stattfinden.

Bei Ausflügen in öffentlich zugängliche Naturflächen und Parks und zu bekannten Sehenswürdigkeiten Südafrikas sollte man keine einsam gelegenen Wanderwege benutzen und unbelebte Gegenden meiden. Die Gefahr, Opfer eines Überfalls, insbesondere an touristischen Sehenswürdigkeiten und bei Wanderungen in der Umgebung von Kapstadt zu werden, ist nach wie vor Ernst zu nehmen. Um das Risiko von Überfällen zu verringern, sollte man Ausflüge nur in Gruppen unternehmen. Für Einzelreisende empfiehlt es sich, generell Anschluss bei den meist vor Ort vorhandenen größeren Reisegruppen zu suchen.

Abgeraten wird vom Benutzen der Vorortzüge in Johannesburg, Pretoria, Durban und in Kapstadt. Falls die Züge gleichwohl genutzt werden, empfiehlt es sich, in der 1. Klasse und nur zu Hauptverkehrszeiten am Tage zu reisen.

Rucksacktouristen sollten auf sichere Unterkünfte achten. Einschlägige Reiseführer geben Empfehlungen für Backpacker Hostels ab. Trotzdem ist Vorsicht geboten.

Taxis sollte man möglichst bei zuverlässigen, bekannten Unternehmen reservieren. In der Regel sind bei der Reservierung Hotels und Gasthäuser behilflich. Von Fahrten per Anhalter und mit sog. Minibus-Taxis wird dringend abgeraten.

In dichtem Verkehr und an roten Ampeln kommt es vor allem in großen Städten häufig zu sogenannten Blitzeinbruch- („smash-and-grab") Überfällen, bei denen selbst im Verkehr Autotüren geöffnet oder Scheiben eingeschlagen werden, um offen herumliegende Wertgegenstände aus dem Auto zu entwenden. Hin und wieder kommt es vor allem nach Einbruch der Dunkelheit an weniger befahrenen Straßenkreuzungen zu Fahrzeugentführungen. Autofenster sollten daher immer geschlossen und Autotüren von innen verriegelt bleiben. Handtaschen, Fotoapparate, Mobiltelefone usw. sollten nicht sichtbar im Auto liegen. Bei Wartezeiten an großen Kreuzungen sollte man aufmerksam sein und seine Umgebung beobachten. Es empfiehlt sich, beim Anhalten ausreichend Abstand zu anderen Fahrzeugen zu halten.

Die großen Überlandstraßen in Südafrika sind zumeist in gutem Zustand. Nebenstraßen hingegen sind vor allem in ländlichen Gegenden oft unzureichend gesichert und von schlechter Qualität. Es wird empfohlen, Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr zu unternehmen, da Autopannen, schlechte Straßen mit Schlaglöchern, nicht hinreichend ausgeschilderte und gesicherte Baustellen sowie Tiere auf der Fahrbahn ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen.

An Geldautomaten ist erhöhte Vorsicht geboten. Neben einfachem Raub und Trickdiebstahl nehmen Manipulationen der Geldautomaten und Missbrauch der Kartendaten zu. Es wird empfohlen, Kreditkarten bei anstehenden Zahlungen nicht aus dem Auge zu lassen. In vielen Restaurants ist es üblich, portable Kreditkarten-Lesegeräte zu nutzen.

In jüngster Zeit sind in Südafrika vermehrt gefälschte 200,- Rand-Noten im Umlauf, die auch auf dem schwarzen Wechselmarkt an ausländische Touristen abgegeben werden. Es ist daher ratsam, Geld nur über offizielle Kanäle in Banken oder Geldwechselstuben zu tauschen. Beim Geldtausch ist zwingend der Reisepass vorzulegen. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Internetseite der südafrikanischen Zentralbank Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://www.reservebank.co.za/ unter dem Link "SARB Activities".

Es wird dringend empfohlen, bei einem eventuellen Überfall auf Gegenwehr zu verzichten.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Österreich Ja Nein Ja
Deutschland Ja Nein Ja
Türkei Ja Nein Ja
Andere EU-Länder Ja 1 Ja
Schweiz Ja Nein Ja

Reisepassinformationen

Die Einreise ist nur mit einem maschinenlesbaren Reisepass möglich. Der Reisepass muss noch mindestens 30 Tage über den Aufenthalt hinaus gültig sein und mindestens zwei freie Seiten enthalten.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für Urlaubs- oder Geschäftsreisen (nicht Studienreisen):

(a) EU-Länder und Schweiz: für Aufenthalte von bis zu 90 Tagen ([1] Ausnahmen: Visumpflicht besteht für Staatsangehörige von Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowakische Republik und Slowenien);
(b) Polen, Ungarn und Zypern: für Aufenthalte von bis zu 30 Tagen;
(c) Türkei: für Aufenthalte von bis zu 30 Tagen.

Achtung: Inhaber von u.a. deutschen, österreichischen oder schweizer Reiseausweisen für Flüchtlinge/Staatenlose benötigen für Südafrika ein Visum.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener maschinenlesbarer Reisepass. Achtung: Kinderreisepässe mit Verlängerungs- oder Aktualisierungsetikett können für die Einreise nach Südafrika nicht genutzt werden.

Österreicher: Eigener maschinenlesbarer Reisepass.

Schweizer: Eigener maschinenlesbarer Reisepass.

Türken: Eigener maschinenlesbarer Reisepass.

Anmerkung: Alle Reisedokumente für Minderjährige sollten bei Reiseantritt mindestens zwei freie Seiten für Sichtvermerke haben. Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Achtung:

Personen unter 18 Jahren müssen bei der Ein- und Ausreise eine ungekürzte bzw. vollständige Geburtsurkunde im Original vorweisen, aus der beide Eltern hervorgehen. Ist die Geburtsurkunde nicht in englischer Sprache, sollte man zusätzlich über eine beglaubigte Übersetzung verfügen. Empfehlenswert ist eine internationale Geburtsurkunde, die im Original vorgelegt wird. 

Minderjährige, die nur mit einem Elternteil reisen, benötigen außerdem eine notariell beglaubigte Zustimmungserklärung (eidesstattliche Versicherung („affidavit“), Passkopie und Kontaktdaten des nicht anwesenden Elternteils) des anderen Elternteils oder eine Bescheinigung darüber, dass die Einverständniserklärung nicht erforderlich ist (gerichtlicher Beschluss über alleiniges Sorgerecht bzw. Sterbeurkunde).

Personen, die mit Minderjährigen reisen, welche nicht ihre eigenen Kinder sind, müssen eine Kopie der vollständigen Geburtsurkunde des Kindes, sowie eine notariell beglaubigte eidesstattliche Versicherungen („affidavit“), Passkopien und die Kontaktdaten beider sorgeberechtigter Eltern bzw. des gesetzlichen Vertreters des Kindes vorlegen.

Allein reisende Minderjährige benötigen über die Bescheinigung / Zustimmungserklärung hinaus die Kontaktdaten und eine Passkopie derjenigen Person, zu welcher der Minderjährige in Südafrika reist.
 

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (maschinenlesbarer Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für alle Tiere muss vor der Abreise eine Einfuhr- oder Transitgenehmigung beim Director Veterinary Services (Private Bag X138, Pretoria) beantragt werden, die am Tag der Einreise gültig ist. Für jedes Haustier wird zusätzlich ein Gesundheitszeugnis benötigt, das bestätigt, dass das Tier aus einem Ort kommt, um den es in einem Radius von 25 km in den letzten 6 Monaten keinen Tollwutfall gab und, dass der Hund/die Katze maximal 3 Jahre (für Katzen 1 Jahr) und mindestens 2 Monate vor der Einreise gegen Tollwut geimpft worden ist. Haustiere müssen mit einem implantierten Mikrochip versehen sein.

Bearbeitungsdauer

Besuchervisum: 5-10 Arbeitstage;
Studien- und Arbeitsgenehmigungen: reine Bearbeitungszeit i.d.R. 15 Arbeitstage. Es wird dennoch empfohlen, für Genehmigungen längere Bearbeitungszeiten einzuplanen.

Aufenthaltsverlängerung

Reisende, die ihren visumfreien Aufenthalt verlängern wollen, müssen mindestens einen Monat vor Ablauf der in den Reisepass eingestempelten Frist eine gebührenpflichtige Verlängerung beim Department of Home Affairs beantragen. Dazu werden u. a. ein Rück- oder Weiterreiseticket, ein Krankenversicherungsnachweis und ausreichende Geldmittel benötigt.

Transit

Visumpflichtige Reisende, die am selben Tag mit dem nächsten Anschluss weiterfliegen, über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum (nur in Johannesburg möglich). Der maschinenlesbare Reisepass muss auch hier noch mindestens zwei freie Seiten enthalten.

Achtung: Visumpflichtige Reisende, die über Südafrika nach Botswana, Lesotho, Mosambik, Namibia, Simbabwe  oder Swasiland reisen wollen, benötigen (auch über Johannesburg) ein vorab besorgtes Transitvisum

Visaarten und Kosten

Besuchervisum (auch für Geschäftsreisen), Studien- und Arbeitsvisum (als Langzeitvisum) und Transitvisum. Mit einem Besuchervisum darf man in Südafrika weder bezahlte noch unbezahlte Arbeit aufnehmen und auch nicht studieren.

Kosten


Deutschland, Österreich
Deutsche, Österreicher und Türken brauchen für touristische und geschäftliche Aufenthalte bis 90 bzw. 30 Tagen kein Visum. In allen anderen Fällen gelten die folgenden Gebühren:

Besucher- und Transitvisum: 33 €.
Einige Nationalitäten erhalten das Visum kostenlos. Nähere Auskünfte erteilt die zuständige Botschaft.
Für Studien- und Arbeitserlaubnisse werden ggf. anfallende Telex-/Faxgebühren erhoben.

Schweiz
Schweizer und Türken brauchen für touristische und geschäftliche Aufenthalte kein Visum. Ab 90 bzw. 30 Tagen gelten für die einzelnen Aufenthaltszwecke die angegebenen Gebühren.

Besuchervisum: 35 CHF

Transitvisum: 34,35 CHF.
 


Einige Nationalitäten erhalten das Visum kostenlos. Nähere Auskünfte erteilt die zuständige Botschaft.
Für Studien- und Arbeitserlaubnisse werden ggf. anfallende Telex-/Faxgebühren erhoben.

Visagebühren ändern sich häufig, daher ist es ratsam, sich vor Antragstellung bei den zuständigen konsularischen Vertretungen zu erkundigen (s. Kontaktadressen).

Antrag erforderlich

Touristen- und Geschäftsvisum:
(a) 1 Antragsformular.
(b) 2 Passfotos.
(c) Maschinenlesbarer Reisepass, der noch mindestens 30 Tage über die geplante Ausreise hinaus gültig ist und mindestens zwei freie Seiten enthält. 
(d) Ggf. gültige, langfristige oder unbefristete Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, Österreich oder die Schweiz.
(e) Nachweis ausreichender Geldmittel für die Dauer des Aufenthalts.
(f) Rück- oder Weiterreiseticket.
(g) Gebühr (je nach Konsulat unterschiedlich in bar, per Überweisung oder per Verrechnungsscheck).
(h) Ggf. Gelbfieberimpfbescheinigung nach Aufenthalt in Infektionsgebieten.
(i) Nachweis einer Auslandsreisekrankenversicherung (auf Englisch).
(j) Erklärung oder Dokumente, die den Zweck und die Dauer der Reise belegen.
(k) Ggf. Firmenschreiben der eigenen Firma und Einladungsschreiben eines südafrikanischen Unternehmens (Geschäftsreisen) oder Einschreibungsnachweis an Universität.

(l) Unterkunftsnachweis (z.B. Hotelbuchung).

Transitvisum:
(a) -(j) und
(l) Visum für das Zielland.

Der Antragstellung ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag (DIN A5) beizulegen.

Geld

Geldwechsel

Geld (vor allem Euro und US-Dollar) kann in den meisten Banken und Hotels umgetauscht werden (nur gegen Vorlage des Reisepasses), am Cape Town International Airport sogar 24 Stunden am Tag. Vom Geldtausch auf dem Schwarzmarkt wird abgeraten.

Währung

1 Südafrikanischer Rand = 100 Cents. Währungskürzel: R, ZAR (ISO-Code). Banknoten sind im Wert von 200, 100, 50, 20, und 10 R im Umlauf; Münzen in den Nennbeträgen 5, 2 und 1 R sowie 50, 20, 10 und 5 Cent.

Devisenbestimmungen

Die Einfuhr der Landeswährung muss ab einer Summe von 25.000 R deklariert werden. Die Ausfuhr der Landeswährung ist auf die Höhe der eingeführten Summe beschränkt. Unbeschränkte Ein- und Ausfuhr von Fremdwährungen, Summen ab einem Wert von 10.000 US$ müssen deklariert werden. 

Kreditkarten

MasterCard und Visa sind weithin gebräuchlich, aber auch American Express und Diners Club werden angenommen. Nicht alle Einrichtungen akzeptieren Kreditkarten. So kann man beispielsweise an Tankstellen und im Landesinneren nicht oder selten mit einer Kreditkarte bezahlen. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Reiseschecks der gängigen Unternehmen werden von Banken, Wechselstuben und von einigen Hotels akzeptiert. Sie sollten in Euro oder US-Dollar ausgestellt sein, teils fallen hohe Gebühren an.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 09.00-15.30 Uhr, Sa 08.30-11.00 Uhr (regionale Variationen sind möglich).

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Südafrika eingeführt werden (Personen ab 18 J.):

200 Zigaretten und 20 Zigarren und 250 g Tabak;
1 l Spirituosen und 2 l Wein;
50 ml Parfüm und 250 ml Eau de Toilette;
Geschenke bis zu einem Wert von 3.000 R (keine Fernseher).

Quellenangaben
  • Marco Polo - Südafrika, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2012-12
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Südafrika - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 14.03.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 14.03.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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