Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Vietnam

Steckbrief

Vietnam - Fakten

Ländername Sozialistische Republik Vietnam / Cộng hòa xã hội chủ nghĩa Việt Nam
Beste Reisezeit Januar, November, Dezember
Fläche 331.690 km2
Hauptstadt Hanoi
Bevölkerung 94.660.000
Sprache Vietnamesisch
Religion Buddhisten (67 %), Hoa Hao, Cao Dai, Katholiken (8 %)
Staats-/Regierungsform Volksrepublik
Staatsoberhaupt Nguyen Phu Trong (seit Oktober 2018), gleichzeitig (seit 2011) Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Vietnams
Regierungschef Premierminister Nguyen Xuan Phuc (seit 2016)
Außenminister Pham Binh Minh (seit August 2011), gleichzeitig Vize-Premierminister (seit November 2013)
Währung vietnamesischer Đồng (VND)
Zeitzone UTC+7h
Stromnetz 220 V/ 50 Hz, C(A/G)
Reiseadapter A, C, G
Kfz-Länderkennzeichen VN
ISO-3166 VN, VNM
Internet-TLD .vn
Landesvorwahl +84
Website http://www.vietnam.gov.vn/portal/page/portal/English
Geeignet für Kultur, Outdoor, Meer

Geographie

Das Land besteht aus drei Küstenlandschaften: Tonkin (Tonking) mit dem Delta des Sông Hông (Roter Fluss) im Norden, Annam in der Mitte und Cochinchine mit dem Mekongdelta im Süden. In dem überwiegend bergigen Land verläuft die westliche Staatsgrenze auf der Hauptkette des Annamgebirges. Der Wechsel von Regen- und Trockenzeiten bestimmt das Klima Vietnams.

Politik und Bevölkerung

Die 1992 verabschiedete Verfassung der sozialistischen Republik legt die Rolle der Kommunistischen Partei fest, sieht aber Marktwirtschaft vor. Die Bevölkerung besteht zu 87 % aus Vietnamesen. 13 % sind Hmong, Thai, Khmer oder Chinesen. Der Buddhismus ist verbreitet.

Geschichte

Vor der französischen Kolonialherrschaft in Indochina (1858–1945) regierten mehrere national-vietnamesische und chinesische Dynastien das Land. 1945 rief Ho Chi Minh die Unabhängigkeit aus. Der Erste Indochinakrieg mit Frankreich 1947–54 hatte die Teilung Vietnams zur Folge. 1960 wurde der Vietcong gegründet, die Nationale Front für die Befreiung Südvietnams, der 1963 fast ganz Südvietnam kontrollierte. Durch Interventionen der USA und Nordvietnams kam es zum offenen Krieg (1964–73). Nach Abzug der US-Truppen wurden 1976 Nord- und Südvietnam vereinigt.

Vietnam - Geschichte

8.–4. Jh. v. Chr. Die Viet wandern aus Südchina ein
111 v. Chr.–930 n. Chr. In Nordvietnam herrschen die Chinesen, im Süden ab dem 7. Jh. die Cham
938 Unabhängigkeit Vietnams unter General Ngo Quyen
1009 Erste stabile Dynastie unter Ly Thai To. Thang Long (Hanoi) wird Hauptstadt
1802 Hue wird Sitz der Nguyen-Kaiser (bis 1945)
1858 Beginn der französischen Kolonialherrschaft
1954 Teilung Vietnams, im Süden Militärherrschaft
1964 Beginn des Vietnamkriegs, Sieg der Kommunisten 1975
2. Juli 1976 Gründung der Sozialistischen Republik Vietnam
2000 Als erster US-Präsident besucht Bill Clinton Vietnam
2014 Antichinesische Krawalle wegen der strategisch wichtigen Spratly- und Paracel-Inseln
2018 Im Yok-Don-Nationalpark wird das Elefantenreiten verboten
Klimadaten
Hanoi
Saigon
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

29 Tran Phu | Hanoi | Tel. 024 32 67 33 35 | 24-Std.-Notruf mobil 090 3 40 70 33 | hanoi.diplo.de

Deutsches Generalkonsulat

126 Nguyen Dinh Chieu | Saigon | Tel. 028 38 29 19  67

Österreichische Botschaft

53 Quang Trung | Hanoi | Tel. 024 39 43 30 50 | bmeia.gv.at/oeb-hanoi

Schweizer Botschaft

Hanoi Central Office Building | 44b Ly Thuong Khiet | Hanoi | Tel. 024 39 34 65 89 | eda.admin.ch

Internetzugang & WLAN

WLAN (WiFi) ist fast überall kostenlos (außer in einigen Luxushotels): in Hotels und Cafés, an Flughäfen, teils sogar an Busbahnhöfen und in (Schlaf-) Bussen (Mai Linh und Phuong Trang/ Futa, sehr langsam, eine Prepaidkarte ist empfehlenswert). Für Skype gibt es landesweit Internetcafés, selbst in abgelegenen Bergregionen. Soziale Netzwerke können von der Regierung sporadisch blockiert sein; dies kann man ggf. mit einem Proxyserver umgehen (vorher erkundigen).

Telefon & Handy

Auslandsgespräche vom Hotel aus kosten ca. 0,50–1 Euro. Billiger geht es mit IDD-Telefonkarten von Postämtern und einigen Telefonzellen aus (bis ca. 0,20 Euro/Min.), am billigsten in Internetläden (z. B. per Skype oder Yahoo Voice, kostenlos, aber oft noch mit schlechten Verbindungen; ggf. Webcam abschalten), kostenfrei auch mit Whatsapp übers Internet.

Billig ist es, sich aus Deutschland anrufen zu lassen (Festnetz und Handy): mit Billignummern (billiger-telefonieren.de) über Call by Call (mit Telekom- Festnetzanschluss) oder Call-Through- Nummern (ca. 0,20–0,30 Euro/Min.); via Skype; mit „Rubbelkarten“, z. B. in Asialäden zu erhalten, telefoniert man für 15 Euro ca. 200–300 Min. (z. B. nobel.com).

Mobilnetzbetreiber sind Viettel, Vietnamobile und die teureren Vinaphone und Mobifone. Vietnamesische SIM-/ Prepaid-Data-Karten werden von SIMCard- Straßenhändlern oder in kleinen Läden passend gemacht, und dann kostet das Telefonat nach Hause nur noch Eurocentbeträge, etwa mit Happy Tourist von Mobifone für ca. 8 Euro; der Preis ist abhängig von Datenvolumen bis 6 GB und Guthaben (ca. 0,02 Euro/ Min. nach Deutschland, SMS versenden ca. 0,01 Euro). Ein Handy kostet ab 10 Euro in Vietnam. Da es unterschiedlich teure Telefonnummern in Vietnam gibt (z. B. teure, wie 4 00 40 04 00) sollte man beim Kauf ggf. nach einer „billigen“ Telefonnummer fragen.

Vorwahl Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Vietnam 0084, dann die Ortsnetzkennzahl ohne Null.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Veranstaltungen

Januar/Februar

Tet Nguyen Dan: Das vietnamesische Neujahrsfest ist das wichtigste Familienfest, es wird eine Woche lang gefeiert. Es kann zu Engpässen bei Flügen kommen. (1. Tag des 1. Monats; meist Ende Jan./Feb., die nächsten Termine: 12. Feb. 2021, 1. Feb. 2022, 22. Jan. 2023)

April

Thanh Minh: Ahnenfest auf den Friedhöfen (5. Tag des 3. Monats; meist im April)

Huong-Tich-Fest: Frühlingswallfahrten zu den Tempeln des Huong Tich Son (15. Tag des 3. Monats; meist im April)

Mai

Phat Dan: Buddhas Geburtstag (8. Tag des 4. Monats; meist im Mai)

Mai/Juni

Tet Doan Ngo: Mittsommerfest (5. Tag des 5. Monats; meist Ende Mai/Juni)

August/September

Trung Nguyen: Ahnenfest mit Opfergaben an Hausaltären und Tempeln (15. Tag des 7. Monats; meist Aug./ Sept.)

September

Le Hoi Choi Trau: Wasserbüffel-Opferfest zur Ernte (regional: Do Son bei Hai Phong; 8./9. Tag des 8. Monats; meist Sept.)

September/Oktober

Trung Thu: Vietnamesischer Valentinstag und Mittherbstfest, auch zu Ehren der Kinder, mit nächtlichen Laternenprozessionen bei Vollmond (15. Tag des 8. Monats; meist Sept./Okt.)

Feiertage

1. Januar Tet Duong Lich (Christliches Neujahr)
3. Februar Gründungstag der Kommunistischen Partei Vietnams (1930)
30. April Tag der Befreiung (Einnahme Saigons durch die nordvietnamesische Armee 1975)
1. Mai Tag der Arbeit
2. September Nationalfeiertag (Staatsgründung 1945)
Mobilität vor Ort

Öffentliche Verkehrsmittel

Es gibt tägliche Zugverbindungen zwischen Hanoi und Saigon. Der Wiedervereinigungsexpress zuckelt in 32–38 Stunden fünfmal täglich von Nord nach Süd und umgekehrt. Empfehlung: per Soft Sleeper der 1. Klasse reisen (buchen!).

Abzuraten ist von den öffentlichen Überlandbussen, denn es kommt zu vielen schweren Unfällen. Wer mit dem Touristenbus reisen möchte, erkundigt sich in den Travellercaféketten nach sogenannten Open Tours. Bequem sind Busse mit Schlafsitzen (Hanoi–Hue ca. 15 Euro). Zuverlässige Busfirmen sind Mai Linh Express Bus (Tel. 028 39 39 39 39 | mailinhexpress.vn) und Hoang Long (Tel. 0225 3 92 09 20 | hoanglongasia.com). Onlinetickets für Flüge/ Bahn/ Bus, auch per Kreditkarte, gibt’s z. B. über bao lau.vn, 12go.asia/en und dsvn.vn.

Mekongtouren

Mekong Eyes Cruise (in Freiburg und Can Tho | mekongeyes.com) veranstaltet Bootstouren auf einer umgebauten Reisbarke mit 30 schönen Doppelzimmern (deutsche Leitung). Ein guter Veranstalter ist auch Sinh Balo Adventure Travel (283/20 Pham Ngu Lao | Saigon | Tel. 028 38 37 67 66 | sinhbalo.com | zwei Tage für zwei Personen ca. 140 Euro pro Person). Ganz luxuriös reist man mit den Pandaw- Schiffen (pandaw.com), die zwischen Saigon/ My Tho und Angkor in Kambodscha verkehren.

Taxi & Rikscha

In Hanoi und Saigon gibt es viele Taxis mit Taxameter (ca. 0,55 Euro pro Kilometer, Grundtarif ca. 0,55 Euro). In beiden Städten mehren sich leider rasant Betrügereien. Wenn der Taxameter auffällig schnell unregelmäßig rattert und der Fahrer oft hupt: anhalten, angemessene Summe zahlen und aussteigen! Am besten im Hotel ein offizielles Taxi bestellen lassen bzw. nur die bekannten Firmen anhalten. Zuverlässig sind Vinasun (Tel. 028 38 27 27 27) und Vinataxi (Tel. 028 38 11 11 11) in Saigon sowie May Linh (Tel. landesweit 10 55) in ganz Vietnam. Außerdem in Hanoi und Saigon: uber.com und grab.com.

Typisch sind Cyclos, Fahrradrikschas, bei denen der Preis ausgehandelt werden muss (pro Stunde ca. 2–4 Euro; in Saigon/1. Bezirk und Hanoi-Altstadt werden Phantasiepreise von ca. 8 Euro genannt, da kommt es aufs Verhandlungsgeschick an). Beliebt sind auch Mopedtaxis (Helm tragen!). In manchen Städten, wie in Can Tho, gibt es motorisierte Cyclo-Taxis (Mofa vor zweisitzigem Karren, ca. 0,50 Euro pro Kilometer). Da die öffentlichen Buslinien (nur in Saigon und Hanoi) etwas schwer zu durchschauen sind – und bis zur Eröffnung der U-Bahn in Saigon (frühestens 2020) –, sind die vielen Taxivarianten die Hauptfortbewegungsmittel für Touristen in Vietnam.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Die Maîtres gaben sich alle erdenkliche Mühe – und so kommt es, dass allein die traditionelle vietnamesische Küche heute über 500 verschiedene Gerichte zählt.

Weißer Reis zu bunter Vielfalt

Wer gern gut isst, kann in Vietnam die köstlichsten Speisen auf den Stäbchen balancieren. Und das den ganzen Tag lang bei fliegenden Händlern mit ihren Brutzelständen und mobilen Garküchen, von der Nudelsuppe früh am Morgen über die allgegenwärtigen Baguettesnacks (banh mi) bis spät in die Nacht zum BBQSchmaus. Im Restaurant kommen alle Gerichte gleichzeitig auf den Tisch – Fleisch, Fisch und Seafood, Eierspeisen, Gemüse, Salate und Suppen –, dazu gekochter Reis (com trang). Daneben stehen Teller mit klein geschnittenem Gemüse oder frischen Kräutern wie Basilikum, Koriander, Petersilie, Minze oder Zitronengras, die man nach Wahl über die Gerichte streut; oft gibt es auch Salatblätter dazu. Suppen wie bun oder pho löffelt oder „stäbelt“ man hierzulande, die Stäbchen fischen die Reisnudeln oder Eiernudeln aus dem Suppensud. Wer sich traut, greift zu den Flaschen mit nuoc mam, der Fischsauce aus den Fabriken in Phan Thiet und auf der Insel Phu Quoc, die als deftige Würze zu keinem Gericht fehlen darf. Mit xin moi an (bitte zugreifen) ist das Mahl eröffnet, und jeder kostet, indem er sich mit Stäbchen ein oder zwei Häppchen in seine Reisschale füllt.

Wohin zum besten Essen?

Die Restaurantauswahl reicht vom feinen Lokal bis zu kleinen Garküchen am Straßenrand. In gehobenen Restaurants wird à la carte gespeist. Doch sind die Rezepturen in Hotelrestaurants allzu oft dem Geschmack der westlichen Kundschaft angepasst: Es fehlt an Schärfe, dafür wird eher fettreich gekocht. Die vielen Spezialitätenrestaurants in den Großstädten und Touristenorten sind oft hervorragend – regelrechte Feinschmeckerlokale mit gepflegtem Ambiente und authentischer Küche.

Kalter Norden, feuriger Süden

Wegen des kühleren Klimas gehören im Norden eher Geschmortes, Frittiertes, Pfannengerichte und Reisbrei auf die Speisekarte. In der Heimat der Kaiser, rund um Hue, isst man wie ebensolche: In speziellen Touristenlokalen werden die einst kaiserlichen Gerichte heute wieder aufs Prächtigste garniert, scharf gewürzt und appetitlich präsentiert. Der gastronomische Hit in Hue ist banh khoai: knusprige Pfannkuchen mit Krabben, Schweinefleisch, Sojabohnensprossen und einer Sauce aus Erdnüssen und Sesam. Im Süden kommt mehr Exotik und Feuer in Topf und Pfanne: Man rührt schnell und pfiffig, sautiert flink und nicht zu lange, grillt und würzt deftig bis scharf, etwa bei den Currys.

Doch keine Vietnamreise ist vollständig ohne Kostprobe an einer der Garküchen am Wegesrand. Meist gibt es nur eine Suppe oder einen Eintopf für umgerechnet ca. 0,50 bis 2 Euro. Zumeist empfehlenswert sind auch die mit com pho (Reissuppe) gekennzeichneten Restaurants außerhalb großer Ortschaften. Englisch ist hier eine Fremdsprache – lass dir den Preis aufschreiben.

Balanceakt am Tisch

Stäbchennovizen sollten den Umgang mit Essstäbchen zuvor üben. Zwar wird auf Wunsch auch westliches Besteck gereicht, doch viel mehr Spaß macht das Essen mit dem traditionellen „Werkzeug“, das man zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger hält. Achtung: Wer die Stäbchen nach dem Mahl im Reis stecken lässt, beschwört nach dem Glauben der einfachen Leute einen Todesfall herauf. Unhöflich ist es, im Essen herumzustochern – pick dir lieber einzelne Bissen heraus. Als ganz unfein gilt es, mit den Stäbchen auf Menschen zu zeigen.

Lauter süße Versuchungen

Auch allerlei köstliche Süßspeisen finden sich in Vietnam: Zum Nachtisch werden beispielsweise banh bao serviert, kleine, süßliche Kuchen, die mit Fleisch und Gemüse gefüllt sind. Banh deo sind in Zuckerwasser getränkte Klebreiskuchen, die mit Früchten und Sesam gefüllt werden. In Bananenblättern gedünstete banh it nhan dao entpuppen sich als Kuchen aus Mungbohnenstärke, Reismehl und Zucker. Wem der Sinn nach kandiertem Obst oder Gemüse steht, bestellt mut. Zum Tee reicht man die zuckersüßen, geleeartigen Mungbohnenkuchen banh dau xan, und als Spezialität zum Tet-Fest, dem vietnamesischen Neujahrsfest, gibt es banh chung, mit Bohnen und Fleisch gefüllte Klebreiskuchen.

Vitamine en Masse

Die Obstpalette ist unüberschaubar. Davon kann man sich nicht nur auf den Märkten überzeugen, sondern auch in den Pagoden. Die hier geopferten Obstteller sind übrigens voller Bedeutung: Eine Kokosnuss etwa steht für Genügsamkeit, die Papaya für Vergnügen, der Zimtapfel erfüllt einen Wunsch, Pflaumen verheißen hohes Alter, die Drachenfrucht verleiht Stärke, und die „Augen des Drachen“ (Longan) sollen entspannend wirken.

Durstlöscher

Natürlich kann man den Durst mit Mineralwasser (nuoc soi) oder allerlei Cola- Limonaden löschen. Doch Getränke wie der grüne Tee (che), frische Kokosmilch (nuoc dua) und die oft ausgezeichneten Obstsäfte (sinh to) aus tropischen Früchten sind lecker und allgegenwärtig. Reiswein mag nicht jedermanns Sache sein, aber Bier ist in sehr guter Qualität zu haben – entweder als bia hoi (frisch gezapft) oder als Castel, Huda (aus Hue), Saigon Export, Bia Hanoi, Salida oder 333 (sprich: ba ba ba). Und mit ca. 0,50 bis 1 Euro ist es auch preisgünstig; in den bia hoi- Eckkneipen, wo man open air auf dem Schemel sitzt, kostet es sogar nur ein paar Eurocent.

Der vietnamesische Kaffee ist sehr gut und recht stark. Auf die Tasse kommt ein Blechaufsatz mit Sieb und gemahlenem Kaffee, darauf wird kochendes Wasser gegossen, das dann langsam vor sich hintröpfelt: in die Tasse mit gesüßter Kondensmilch.

Trinkgeld

Trinkgeld kannst du gern geben, es ist in besseren Restaurants und Hotels aber oft bereits als service charge enthalten. In Garküchen wird kein Trinkgeld erwartet. In Hotels kann man pro Tag 20 000 VND (ca. 1 Euro) hinterlassen. Bei Gruppenreisen wird meist am Ende für Fahrer und Reiseführer gesammelt, pro Reisegast und Tag 150 000 VND (ca. 5 Euro) für beide.

Gut behütet

Bei qualitätvollen Kegelhüten kann man zwischen den Strohhalmen dünne Papierschnitzel entdecken. Die schönsten Exemplare kommen aus der Region Hue: Das Dorf der Hutmacher Phu Cam (auch: Phuoc Vinh) liegt am Südufer des An-Cuu-Flusses. Dort zaubern die Frauen mit größter Fertigkeit aus Palmblättern die leicht transparenten Hüte, die sie mit Seidenfäden, Landschaftsbildern oder Poesiesprüchen verzieren (auch auf dem Dong-Ba-Markt in Hue zu bekommen).

Bestickt, bemalt, geschnitzt

Seide, bemalte oder von Hand bedruckte Baumwollstoffe, Stickereien, Kupfer- und Silberarbeiten, Porzellan, Schmuck, Statuen, Holzschnitzereien, Miniaturen, Lederwaren, Teppiche und wunderschöne Möbel mit Intarsien sind zu günstigen Preisen erhältlich. Mittlerweile empfangen an den Autobahnen und Landstraßen gigantische Hallen mit Kunsthandwerk – z. B. das Hong Ngoc Humanity Center (an der N 18 zwischen Hanoi und Ha Long City | Sao Do | Hai Duong) – ihre Kundschaft auf der Suche nach dem ultimativen Souvenir. Wie wäre es mit einem Ho Chi Minh aus weißem Marmor für die Terrasse zu Hause? In Quang Nam am Fuß der Marmorberge sind die Skulpturenmeister tätig – man folgt einfach dem Hämmern vom Berg abwärts.

Seidenfeine Kleider

In Seidengeschäften, beispielsweise in der „Schneiderstadt“ Hoi An, kannst du dir Kleidung sehr preisgünstig anfertigen lassen. Wer sich ein Ao Dai, die Nationalbekleidung vietnamesischer Frauen, zulegen möchte, muss mit Kosten ab ca. 30 Euro rechnen, bei echter Seide mit mehr.

Bilder aus bunten Sand

Sehr dekorativ sind Sandmalereien (tranh cat), etwa aus Nha Trang von Familie Hong Chau Sa mit Motiven von Landschaften bis zum Weihnachtsmann. Der farbige Sand kommt aus Phan Thiet; dort gibt es Phi Long Sandpainting (Alley 4444 | Thu Khoa Hoan | Than-Hai-Bezirk). Willst du dich als Sandmann oder Sandfrau verewigen lassen? Die bekanntesten Künstler liefern Porträts auf Wunsch, z. B. Marilyn Monroe oder den Papst: in Saigon Kim Sa, Sand Painting My Art (tranhcatmyart.com) und Y Lan (tranhcatylan.com.vn).

Glanzvolle Schichtarbeit

Aus dem Harz des Son-Baums wird brauner oder schwarzer Lack gewonnen und zu Dekoartikeln und Einrichtungsgegenständen verarbeitet. Das Angebot der Lackarbeiten reicht vom Teeservice bis zur Sitzgarnitur. Erkundige dich bei teuren Stücken, die es in Fachgeschäften gibt, nach der Zahl der aufgetragenen Lackschichten: Je mehr Schichten, desto wertvoller ist das Objekt. Minimum sind ca. zehn, Maximum 200 Schichten.

Einfach mal Müll kaufen

Allein im Mekongdelta fallen 4000 t Müll an – am Tag! Ein WWF-Projekt will jetzt die Abfalltrennung unterstützen: Aus Alt mach Neu. Dabei ist das Müllsammeln kein neuer Erwerbszweig in Vietnam. Ob Jeepreifen aus US-amerikanischen „Kriegsresten“, Plastikmüll vom Strand oder der zerfledderte Reissack aus der Fabrik: Die Vietnamesen verarbeiten bereits einen Teil ihres Mülls zu oft witzigen Recyclingprodukten, etwa bedruckten Handtaschen aus Zementsäcken und Gummilatschen. So lässt sich selbst aus Abfall noch Geld machen, hoffentlich nachhaltig.

Öffnungszeiten & Eintrittspreise

Pünktliche Öffnungszeiten darfst du eher nicht erwarten. Viele Museen sind Mo bzw. mittags 11.30–13.30 Uhr geschlossen. Wenn nichts anderes angegeben ist, ist der Eintritt frei.

VorspeisenHauptgerichteDessertsSnacks

Cha gio Knusprige Frühlingsrolle mit Krabben und Schweinehackfleisch, Pilzen, Möhren und Glasnudeln. Auch bekannt als nem ran
Banh cuon Hauchdünne Crêpes aus gedämpftem Reismehlteig, gefüllt mit Hackfleisch, Zwiebeln und Kräutern
Bun cha Feine, marinierte Schweinefiletstückchen vom Holzkohlegrill mit langen Reisnudeln
Cha ca Lecker marinierte Fischfilets, im BBQ-Grill gegart und anschließend frittiert
Ga kho gung Gekochtes, karamellisiertes Huhn mit Ingwer, Zucker und Pfeffer
Hot pot Fisch, Seafood, Rindfleisch, Gemüse und Glasnudeln, im brodelnden Suppensud am Tisch gegart - ein vietnamesisches Fondue
Banh chuoi Pfannkuchen aus winzigen süßen Bananen
Banh deo "Mondkuchen", goldgelbe kleine Kuchen mit einer Füllung aus Lotoskernen und Mungbohnen
Banh mi Das vietnamesische Sandwich: Baguette. Tipp: mit Schweinefleisch und Kräutern
Bun thang Gehaltvolle Suppe aus Reisnudeln, Huhn, Fleischwurst und Omelettestreifen
Mien ga Hühnersuppe mit Glasnudeln, Pilzen und Schalotten
Pho Der klassiker: Reisnudelsuppe aus dem Norden mit Rind, Huhn oder Garnelen
Stichworte

Schlaue Geister

Phuong hat seit Tagen starke Kopfschmerzen und weiß nicht, ob sie den Job als Büroassistentin bei einer ausländischen Firma annehmen soll. Sie kniet mit Frau Nguyen vor dem Ahnenaltar des verstorbenen Großvaters unter seinem großen Schwarz-Weiß-Foto. Als Medium rät nun Frau Nguyen im Namen des Opas, ein rotes Stück Papier mit chinesischen Schriftzeichen unters Kopfkissen zu legen, damit die Migräne verschwindet. Und die neue Stelle tritt Phuong am besten nach dem nächsten Neujahr an.

Beim allseits verbreiteten Aberglauben mischen Wahrsager und Feng- Shui-Berater mit, Wunderheiler, Naturgeister und die vier mythischen Tiere (Drache, Phönix, Schildkröte und Ky Lan, ein Fabelwesen). Unglu"ckstage, Glück bringende Jahre oder böse Omen gehören zum daoistisch geprägten Alltag. Die Ahnenverehrung verbindet die Familien über den Tod hinaus. Damit die verstorbenen Angehörigen nicht zu herumpolternden Geisterwesen werden, muss man sie im Hausschrein mit Räucherstäbchen und Opfergaben wie Reis, Tee, Geld, Zigaretten und alkoholischen Getränken versorgen. In den Tempeln werden außerdem Geld („Höllengeld“), Villen, Designerhandtaschen – alles aus Papier – und Spielzeugautos verbrannt.

Besondere "Delikatessen"

Willkommen im Reich der Aphrodisiaka. Da Aberglaube weit verbreitet ist, verzehren vietnamesische Männer schon mal „potenzsteigernden“ Tigerpenis und Schlangenschnaps, Schildkröteneier für ein langes Leben oder ein Schwalbennestersüppchen. Zu den „Delikatessen“ gehören auch „wärmender“ Hund (im kälteren Norden), Affenhirn, Schlangenfleisch, Zibetkatzen, Frösche usw. Doch solcherlei Spezialitäten sind teuer, einer unwissenden „Langnase“ würde man sie niemals vorsetzen. Und sie sollten selbstverständlich im Sinne des weltweiten Arten- und Tierschutzes ein absolutes No-Go sein.

Wo Shiva tanzt

Auch der Hindugott spielt in Vietnam eine Rolle, oder besser: Er tanzt – wenn er nicht gerade auf seinem Reitstier Nandi unterwegs ist. Wer sich auf die Spuren einer Hochkultur in Vietnam begeben möchte, besucht das Cham-Museum in Da Nang. Im 4.–13. Jh. war das Königreich ihrer Vorfahren, Champa, eines der mächtigsten Reiche in Südostasien, das sich bis ins heutige Kambodscha erstreckte. Von den einst 250 Tempelstätten der Cham sind heute nur noch rund 20 Ruinen erhalten, etwa My Son bei Da Nang. Wie Architektur und Symbole, z. B. der Lingam als (Phallus-)Symbol für den Gott Shiva, deutlich zeigen, waren die frühen Cham Anhänger des Hinduismus. Ihre Nachfolger, von denen noch rund 100 000 in Vietnam leben, gehören dem Islam an, allerdings einer sehr gemäßigten Variante und mit eigenen Festen.

Dschungelwelt

Die High Heels bitte schön im Koffer lassen: In den vietnamesischen Nationalparks trägt man Trekkingschuhe und Tarnfarben – auf der Pirsch ins reinste Dschungelbuch! Zum Beispiel, wenn die Gibbons ihre morgendlichen Duettgesänge anstimmen. Mehr als 30 Nationalparks und 130 Naturschutzgebiete warten auf Erkundung, in den letzten Urwaldgebieten des Landes tummeln sich noch immer einige Großkatzen, darunter Indochinesische Tiger, Zibetkatzen und Nebelparder, außerdem Elefanten, Schwarzbären, Schakale, Stinktiere, Mungos, Flughörnchen und Rotwild sowie Krokodile und Pythons.

In den nur noch etwa 12 Prozent Tropenwäldern Vietnams geraten selbst Zoologen ins Schwärmen. Ausgerechnet im napalmverbrannten und bombenzerstörten Vietnam werden viele Arten (wieder-)entdeckt – sogar neue Spezies wie die antilopenähnliche Saola und der Muntjakhirsch, um nur zwei Exoten zu nennen. Die spannendsten Nationalparks sind Cat Tien, wo die letzten wild lebenden Elefanten herumstreifen (außerdem in Yok Don), und Cuc Phuong mit seinem Primatenschutzprojekt. Die artenreichsten Biosphärenreservate sind Cat Ba und der abgelegene Phong Nha-Ke Bang mit dem wohl größten Höhlensystem der Welt.

Onkel Ho

Vermutlich würde sich der große Landesvater in seinem gläsernen Schneewittchensarg umdrehen – bei all dem Trubel, der heute um ihn gemacht wird mitsamt Souvenirgemälden und Propagandapostern im Pop-Art-Stil. Denn zur Schau gestellt werden, wie im Ho-Chi-Minh-Mausoleum in Hanoi, wollte der einstige Präsident Vietnams nachweislich nie: „Teilt meine Asche in drei Teile und bewahrt sie in drei Keramikurnen, die Sinnbild für Norden, Zentrum und Süden sein sollen“, ließ er im Testament verkünden. Ho Chi Minh galt als bescheiden und kämpfte schon als junger Revolutionär gegen die seit 1862/63 bestehende französische Kolonialherrschaft, bis er 1930 in Hongkong die Kommunistische Partei Vietnams gründete. Nach der Teilung des Landes 1954 wurde er Präsident der Demokratischen Republik Vietnam im Landesnorden. Die Wiedervereinigung des Landes als Sozialistische Republik Vietnam im Juli 1976 konnte der bis heute verehrte „Bac Ho“ (Onkel Ho) nicht mehr erleben: Er starb am 2. September 1969 im Alter von 79 Jahren.

Elefantenspaß?

Touristen und Elefanten in Asien – ein heikles Thema. Ob in Vietnam, Thailand oder Kambodscha – der Kontakt zu den domestizierten Elefanten ist ein lukratives Geschäft. Zahllose Elefantencamps bieten Interaktion beim Füttern und Streicheln, bei Shows mit „malenden“ Dickhäutern und Reitausflügen mit schweren Sitzbänken bis hin zu mehrtägigen Mahoutkursen mit „Elefantenführerschein“. Die Grenze zwischen Asyl bzw. Ruhesitz für alternde „Jumbos“ und reinem Kommerz mit Touristenbespaßung verläuft dabei fließend. Abzuraten ist wohl am ehesten von allen Zirkusprogrammen mit nicht artgerechten Kunststücken. Eine Trendwende ist spürbar: Die ersten Reiseveranstalter streichen die Besuche von Elefantenshows o. Ä. aus ihrem Programm. Informiere dich am besten selbst vor der Buchung einer Begegnung mit Elefanten bei den entsprechenden Tierschutzorganisationen. Im Yok-Don-Nationalpark ist das Elefantenreiten übrigens seit 2018 verboten.

Von Kunst und "Kopierkunst"

So viele Souvenirs – und nur ein Koffer! Aber hey, auch die Rollkoffer sind in Vietnam spottbillig … Die Palette an Mitbringseln und echten Handwerkskünsten ist schier unüberschaubar, angefangen bei den traditionellen Neujahrsbildern zum Tet-Fest (Schwarz- Weiß-Holzschnitte, tranh tet) und tausend Jahre alter Keramikkunst (11. Jh.) über die Seidenmalerei (13. Jh.) und Lackmalerei (15. Jh.) bis hin zu Bildhauerei und Schnitzereien. Heutzutage leben Hunderte Kunstmaler auch von der Kopierkunst: Werke von Picasso oder Rembrandt hängen an jeder Ecke in der Altstadt Hanois, natürlich nur als sehr erschwingliche „Zitate“ der berühmten Meisterwerke – ein Caravaggio oder Dalí für bis zu 50 Euro!

Ohne Fleiß kein Reis

Schon gewusst? Wenn die Vietnamesen übers Essen reden, dann sagen sie immer „Reis essen“ – denn Reis gehört dazu! Seit Jahrtausenden bauen die Vietnamesen Reis an, der vietnamesische Alltag wäre ohne ihn nicht denkbar. Legenden und Märchen befassen sich mit dem Hauptnahrungsmittel. Vietnam gehört heute weltweit zu den drei führenden Reisexportnationen. 3 Mio. Menschen leben allein im Mekongdelta als Reisbauern: Von hier stammen die höchsten Erträge, da das Wasser des Mekong regelmäßig steigt und fällt und somit für die optimale Bewässerung des Nassreises und bis zu drei Ernten im Jahr gesorgt ist.

Tolerantes Tohuwabohu

Schon der erste Tempelbesuch in Vietnam ist ein kleiner Schock für Nichteingeweihte: Ein verwirrend schriller Heiligenmix in einer paukentönenden, verräucherten Welt. Das Götterpantheon ist gigantisch, in den Tempeln und Pagoden drängen sich Gottheiten und Höllenfürsten neben legendären Helden und Generälen, Schutzgeistern, Dämonen und Drachen. Nicht ein Buddha, sondern mindestens drei sorgen im Mahayana- Buddhismus für Erleuchtung, nicht zu vergessen die Bodhisattvas, die erleuchteten Wesen, allen voran die Quan Am. Die Cham brachten den Hinduismus nach Vietnam, sie praktizieren aber heute einen eher gemäßigten Islam. Auch mit dem Christentum haben sich Religionen und Philosophien bunt vermischt: Das skurrilste Beispiel ist der 1926 begründete Cao-Dai-Kult – eine Mischung aus den großen Religionen mit einer Prise Okkultismus, Starkult und eigenem Papst.

Um die Verwirrung perfekt zu machen: Es gibt noch mehr und einflussreichere Wegweiser in Alltag und Jenseits. Konfuzius war vor rund 2500 Jahren sozusagen ein philosophierender Vortragsreisender, der mit seiner Lehre durch China zog und für sie warb. Der Konfuzianismus ordnet seit rund 1000 Jahren auch in Vietnam die Rangfolge und Verhaltensregeln innerhalb von Familie und Gesellschaft, seit dem 15. Jh. sogar im Staatsgebilde. Ju"ngere ordnen sich den Älteren unter, ebenso Frauen den Männern, der Untertan dem Herrscher. Die fu"nf wichtigsten Tugenden: Menschlichkeit (oder auch Liebe), Rechtschaffenheit, Gewissenhaftigkeit, Ehrlichkeit und Sittenhaftigkeit. Im täglichen Miteinander ist der Älteste immer noch die wichtigste Respektsperson. Es ist daher keineswegs unhöflich gemeint, wenn man gleich beim Kennenlernen nach dem Alter gefragt wird.

Last not least: Laotse (keine historisch nachweisbare Person) ist als Begru"nder des Daoismus zuständig fu"r die Harmonie im Alltag, entsprechend seiner esoterisch-mystischen Naturlehre. Wichtigste Symbole: das Yinund- Yang-Zeichen (als weibliches und männliches Urelement) und der Jadekaiser Ngoc Hoang als oberster Weltenherrscher.

No more war!

Über die Vergangenheit wird in Vietnam nicht gern gesprochen. Es entspricht vielmehr dem daoistisch untermauerten Glauben, dass, wer immer wieder an die tragischen Ereignisse erinnert, sie letzten Endes aufs Neue heraufbeschwört. An dieser Stelle also nur zur Erinnerung ein paar Zahlen und Fakten aus elf Kriegsjahren, nur aus dem „amerikanischen Krieg“ wohlgemerkt: geschätzte 3,5 Mio. Tote (Soldaten, Zivilisten, meist Vietnamesen), 600 000 Alliierte gegen 200 000 Vietminh-Soldaten aus dem kommunistischen Norden und die Vietcong-Guerilla. 7,5 Mio. t Bomben aus der Luft (dazu dieselbe Menge am Boden), 80 Mio. t Agent Orange. 10 Mio. Flüchtlinge und Vertriebene – die Zahl der Waisen, Verletzten, Kriegsversehrten und der bis heute Dioxinvergifteten und Totgeburten kennt niemand genau. Aber die Kosten auf US-Seite hat jemand ganz genau ausgerechnet: 150 Mrd. US-Dollar. Ganz zu schweigen von den Verwüstungen ganzer Landstriche, Dörfer und Städte oder Massakern wie jenem in My Lai. Von 1964 bis 1975 hatten sich die USA in einer bisher beispiellosen Material- und Menschenschlacht gegen die Truppen des Vietcong gestellt und einen angeblichen Stellvertreterkrieg gegen den Weltkommunismus geführt. Erst mit dem Vietnambesuch des US-Präsidenten Bill Clinton im November 2000, 25 Jahre nach dem Sieg des Vietcong, normalisierten sich die Beziehungen zwischen den ehemaligen Feinden.

Tanz der Puppen

Jetzt wird’s nass, bunt, laut und lustig: Wer wasserscheu ist, setzt sich im Wasserpuppentheater nicht unbedingt in die ersten beiden Reihen. Facebook und Twitter zum Trotz hat sich die 1000 Jahre alte Tradition des mua roi nuoc bis heute erhalten, weltweit einzigartig und vermutlich einst von Reisbauern zur Unterhaltung ausgedacht.

Die Puppen aus Feigenbaumholz verkörpern Dorfbewohner, Tiere, Sagengestalten oder Geister und werden unter Wasser mit einem langen Bambusstock bewegt. Das Ganze wiegt bis zu 15 kg, das Spiel ist also Schwerstarbeit für die Spieler, die hinter dem Vorhang ebenfalls im Wasser stehen. Dass es trotzdem lustig wird, fürs Publikum zumindest, liegt an den Alltagsgeschichten voller Witz und Ironie und den Figuren, die mit Schmackes durchs Wasser flitzen.

Bloss nicht!

Mönche berühren

Buddhistische Mönche dürfen nicht von Frauen berührt werden. Ein Geschenk überreicht man am besten z. B. über den Reiseleiter. Warte auch bei der Begrüßung ab: Reicht der Mönch dir nicht selbst die Hand, werde auf keinen Fall aktiv.

Bargeld spenden

Auch wenn du Mitleid hast. Es gibt im Land Tausende professionelle Bettler, die von skrupellosen Geschäftemachern ausgebeutet werden. Spende dein Geld lieber einer Hilfsorganisation.

Zu viel bezahlen

Weise beim Bezahlen im Taxi, an der Kasse der Zitadelle in Hue oder beim Obstkauf an der Straße auf den Wert des Geldscheins hin – sonst passiert es häufig, dass reklamiert wird, die Verkäuferin oder der Verkäufer hätte statt eines 100 000-Dong- Scheins nur einen 10 000-Dong-Schein erhalten. Sieh dir ebenso aufmerksam das Wechselgeld an.

Zum Tet-Fest verreisen

Zum Tet-Fest, dem vietnamesischen Neujahr, ist ganz Vietnam auf Reisen. Dann sind Tickets rar und teuer, Service und Tourangebot eine Woche lang lahmgelegt, viele Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Läden geschlossen.

Nationalparks am Wochenende besuchen

In den Nationalparks darf man am Wochenende oder feiertags nicht unbedingt Abgeschiedenheit erwarten. Die Pfade und Unterkünfte sind dann oft überfüllt mit Vietnamesen in Truppenstärke samt lauter Musik und größerem Biervorrat.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von beeinträchtigt sein, siehe Aktuelles.

Es gibt ein relativ gut ausgebautes Inlandsflugnetz, Eisenbahnen zwischen großen Städten, Reisebusse für Überlandfahrten und Taxis.

Eine starke Gefährdung geht vom Straßenverkehr aus. Die Zahl der Verkehrstoten ist eine der höchsten im internationalen Vergleich, das Risiko, einem Unfall zum Opfer zu fallen, ist um ein Vielfaches höher als in Deutschland. Die meisten Unfälle passieren nach Einbruch der Dunkelheit. Auch die mittlerweile eingeführte Helmpflicht für Mopedfahrer hat daran nichts geändert, denn Gründe sind eine oftmals rücksichtslose Fahrweise sowie die steigende Anzahl der Verkehrsteilnehmer.

Für alle Teilnehmer im Straßenverkehr (auch Fahrradfahrer) gilt seit Anfang 2020 die strikte Alkoholgrenze von 0 Promille.

Die angeschriebenen Fahrpreise im Taxi gelten nicht pro Person, sondern pro Fahrt. Taxifahrer, die nicht einem als zuverlässig bekannten Unternehmen angehörten, haben des Öfteren das Taxameter manipuliert und bei Fahrtende den ungerechtfertigt hohen Fahrpreis unter Gewaltandrohung eingefordert.

Sogenannte Vermittler haben verschiedentlich Transportdienstleistungen zu völlig überhöhten Preisen bei Bussen, Bahnen und Taxis angeboten. Beim Verkauf von Tickets für Busse, Bahnen, Boote haben sich Fahrscheine schon des Öfteren als Fälschungen herausgestellt und die Beförderung wurde abgelehnt bzw. ein zweiter Fahrscheinkauf nötig.

Die Diebstahlsrate von Zweirädern ist sehr hoch. Der Abschluss von Diebstahlversicherungen ist nicht üblich und wird auch nicht angeboten. Bei Hinterlegung des Passes als Pfand wurden vereinzelt hohe Auslösegebühren als Ersatz verlangt.
Fast überall im Stadtgebiet, insbesondere vor Restaurants und Geschäften, finden Sie Wächter, die für eine geringe Gebühr die Parkplätze bewachen.

In den letzten Jahren gab es in der Ha Long Bucht wiederholt Schiffsunfälle, die zum Teil tödlich verliefen. Schiffe sind häufig nicht mehr wirklich seetüchtig und verfügen nicht immer über ausreichende Rettungsmittel.

  • Lassen Sie größtmögliche Vorsicht im Straßenverkehr walten und verzichten Sie während des Urlaubaufenthaltes auf die individuelle Anmietung von Pkw oder Mopeds.
  • Benutzen Sie am Flughafen nur offizielle Taxis und auch sonst nur von möglichst als zuverlässig geltenden Anbietern.
  • Informieren Sie sich stets vor Fahrtantritt mit Bussen, Bahnen und Taxis nach Preisen.
  • Erwerben Sie Fahrscheine für Busse, Bahnen und Boote nur an offiziellen Verkaufsstellen.
  • Seien Sie bei der Anmietung von Mopeds/Motorroller vorsichtig und hinterlegen Sie nicht Ihren Reisepass als Pfand.
  • Stellen Sie Ihr Moped/Ihren Motorroller nie unbeaufsichtigt ab, sondern nur beaufsichtigt.
  • Buchen Sie Ausflüge nur bei renommierten Unternehmen und vergewissern Sie sich selbst über die Seetüchtigkeit des Schiffs und das Vorhandensein ausreichender Rettungsmittel und Fluchtwege.

Der Internationale Führerschein ist erforderlich und bei einem vorübergehenden Aufenthalt in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig. In diesem Fall ist eine Umschreibung des ausländischen in einen vietnamesischen Führerschein nicht mehr nötig. Beachten Sie, dass das Fahren von Motorrädern oder Motorrollern über 50 cm3 Hubraum mit einem Führerschein der Klasse B nicht erlaubt ist. Das Fahren ohne gültigen Führerschein kann mit einem Bußgeld oder - im Fall eines schweren Unfalls - mit einer mehrjährigen Haftstrafe geahndet werden.

Das Verbot einer gleichgeschlechtlichen Ehe wurde aufgehoben. Homosexualität wird strafrechtlich nicht verfolgt. Allerdings wurde weder eine Lebenspartnerschaft noch die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt. Partei und Regierung Vietnams nehmen eine vorsichtig positive Haltung zur Gleichstellung der LGBTIQ-Gemeinschaft ein; die Gesellschaft Vietnams ist weiterhin von einem konservativen Frauen- und Familienbild geprägt. Es sind keine Fälle homophober Gewalt bekannt. Grundsätzlich ist in Vietnam zu beachten, dass öffentliche Zärtlichkeiten, egal ob hetero- oder homoerotisch, traditionell nicht gut geheißen werden und insbesondere mit körperlichen Berührungen in der Öffentlichkeit sehr sparsam umgegangen wird.

  • Beachten Sie die allgemeinen Hinweise für LGBTIQ.

Rauschgiftdelikte wie der Erwerb, die Verteilung sowie die Ein- und Ausfuhr von Rauschgiften aller Art werden strafrechtlich streng verfolgt und es drohen drakonische Strafen. Schon der Besitz geringer Drogenmengen führt oft zu hohen Freiheitsstrafen; ab dem Besitz von 20 kg Opium bzw. 600g Heroin droht sogar die Todesstrafe.
Vermeiden Sie jeden Kontakt mit Drogen. Auch die Mitnahme bzw. der Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann verhängnisvolle Folgen haben, wie lange Haftstrafen, die meist in Vietnam zu verbüßen sind.

Prostitution ist gesetzlich verboten. Freiern drohen Verwarnungen oder (bei Ausländern eher üblich) Geldbußen in Höhe von umgerechnet bis zu 400,- Euro (€).

Der sexuelle Missbrauch von Kindern wird hart bestraft. Es droht Freiheitsentzug, in besonders schweren Fällen sogar die Todesstrafe. Es wird darauf hingewiesen, dass der Missbrauch von Kindern auch nach deutschem Recht strafbar ist, wenn diese Tat von Deutschen im Ausland begangen wird.

Die Todesstrafe wurde in letzter Zeit in Vietnam auch an Ausländern vollstreckt. Gerichtsverfahren entsprechen nicht deutschen rechtsstaatlichen Standards. Zu beklagen sind jahrelange Untersuchungshaft, teure und dennoch unzureichende anwaltliche Verteidigung und harte Haftbedingungen mit schwersten Gefahren und Schäden für die Gesundheit.

Landeswährung ist der Vietnam Dong (VND). Bargeld darf nur an offiziellen Wechselbüros mit eindeutigen Hinweisen gewechselt werden. Kreditkarten sind zwar vielerorts akzeptiert und es finden sich auch Geldautomaten, aber außerhalb größerer Städte ist weiterhin Bargeld oft das einzige akzeptierte Zahlungsmittel.

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Erkrankung, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zur Pandemie erklärt.

Die hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ergänzen.

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut sowie Japanische Enzephalitis (JE) empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die .

Die vorrangig durch tagaktive Aedes-Mücken übertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen.

  • Beachten Sie für Ihre Reise die Empfehlungen im Merkblatt Zika-Virus-Infektion.

Dengue-Viren werden in vielen Teilen des Landes durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe auch Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie, siehe Merkblatt Chikungunya-Fieber

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Chikungunya-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe auch Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

Malaria tritt in Vietnam regionsabhängig ganzjährig auf. Der größte Teil der Fälle im Land werden durch die gefährlichere Form Plasmodium falciparum hervorgerufen. Ein hohes Malariarisiko besteht in den Grenzregionen zu Kambodscha. Im restlichen Land liegt ein minimales Risiko vor. Hiervon ausgenommen sind die großen Stadtzentren, die als malariafrei gelten, siehe Ständiger Ausschuss Reisemedizin der.

Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkt achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie unter einem imprägnierten Moskitonetz.

Je nach Reiseprofil ist neben der notwendigen Expositionsprophylaxe zudem eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.

  • Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
  • Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.

HIV/AIDS ist im Lande, insbesondere in den Risikogruppen verbreitet. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Jährlich kommt es in Vietnam während und nach den Regenzeiten zu vermehrtem Auftreten von Durchfallerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden vor allem im Süden während der Regen- und der frühen Trockenzeit und im Norden im Spätsommer und Herbst von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen oft bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Japanischer Enzephalitis im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere nachts konsequent vor Mückenstichen.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer JE-Impfung beraten und impfen.

Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelmäßig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden. Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und damit Übertragung einer Tollwut. Die notwendigen medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Vietnam nicht immer möglich. Einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung, siehe Merkblatt Tollwut

  • Vermeiden Sie den Kontakt mit streunenden Tieren.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer Tollwut-Impfung beraten und impfen.
  • Suchen Sie auch bei bestehender Impfung nach Kontakt mit einem potentiell infizierten Tier oder Menschen (Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen) umgehend einen Arzt auf.

Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger.

Seit einigen Jahren ist in Vietnam die klassische Geflügelpest (aviäre Influenza A/H5N1, Vogelgrippe) bekannt. Seit den ersten Krankheitsfällen, im Dezember 2003, wurden in Vietnam immer wieder Ausbrüche von H5N1 registriert.

Zahlenangaben der zu den menschlichen Erkrankungen sowie weitere Informationen können über www.who.int sowie www.pandemicflu.gov eingesehen werden.

Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, gilt als Übertragungsweg weiterhin der direkte Kontakt mit infiziertem Geflügel.

  • Verzichten Sie bei Reisen im Land auf Kontakt mit Vögeln und Geflügel, insbesondere auch auf den Besuch von Geflügelmärkten.

In den Provinzen Ha Tinh, Quang Binh, Quang Tri und Thua Thien-Hue ist das Meerwasser durch Industrieabwässer verunreinigt.

  • Vermeiden Sie den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten in den betroffenen Regionen.

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit der in Europa nicht zu vergleichen. Sie ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. In Hanoi und HCMC gibt es mehrere Krankenhäuser, die über einen etwas besseren Standard verfügen. Einige internationale Kliniken (Family Medical Practice, SOS International) sind oftmals erste Anlaufstellen für erkrankte Besucher bzw. Touristen.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Nehmen Sie eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen, siehe Merkblatt Reiseapotheke.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die .

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss:

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Reisewarnung

Überblick

Stand - Thu, 16 Sep 2021 09:15:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Thu, 16 Sep 2021 09:30:17 +0200)

Letzte Änderungen: Aktuelles (Beschränkungen im Land)

 

Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:
- Verfolgen Sie Nachrichten und Wetterberichte
- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz
- Abonnieren Sie unseren Newsletter oder nutzen Sie unsere App „Sicher Reisen"
- Folgen Sie uns auf Twitter: AA_SicherReisen
- Registrieren Sie sich in unserer Krisenvorsorgeliste 

Aktuelles

Die Ausbreitung von COVID-19 kann weiterhin zu Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens führen.

Von nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Vietnam wird derzeit gewarnt.

Epidemiologische Lage

Vietnam ist von COVID-19 inzwischen stark betroffen, zuletzt sind die Infektionszahlen gestiegen. Regionale Schwerpunkte sind Bac Giang, Bac Ninh, Hai Duong, Hanoi, Binh Duong, Dong Nai und Ho-Chi-Minh-Stadt. Vietnam ist als Hochrisikogebiet eingestuft.
Aktuelle und detaillierte Zahlen bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Einreise

Es gilt derzeit eine Einreisesperre (auch Transit) für alle ausländischen Reisenden. Diese Regelung gilt auch für deutsche Staatsangehörige vietnamesischer Herkunft. Die Erteilung von Visa für die Einreise nach Vietnam ist vorübergehend eingestellt und nur in Ausnahmefällen möglich (Diplomaten- und Dienstpassinhaber, Investoren, Experten, hochqualifizierte Arbeitskräfte, Geschäftsführer, und deren Familien sowie internationale Studenten, ausländische Familienangehörige von vietnamesischen Staatsangehörigen).

Bei Einreise müssen sich alle Reisenden einer Temperaturmessung unterziehen und einen negativen RT-PCR-Test vorlegen. Dieser darf frühestens 72 Stunden vor Ankunft in Vietnam vorgenommen werden. Alle Flüge nach Vietnam sind derzeit Transitflüge, daher müssen ggf. ebenfalls die Vorgaben des Transitlands beachtet werden. Vor bzw. bei der Einreise ist eine Gesundheitserklärung auszufüllen.

Nichtgeimpfte Einreisende haben sich in 14-tägige Quarantäne in einer von den vietnamesischen Behörden festgelegten Quarantäneeinrichtung (bestimmte Hotels, zentrale Quarantäneeinrichtungen) zu begeben. Nach der zweiwöchigen Quarantäne in der entsprechenden Einrichtung sind zwei weitere Wochen Heimquarantäne (bzw. in einem anderen Hotel) mit Gesundheitsüberwachung vorgeschrieben. Die Kosten müssen von den Reisenden selbst getragen werden. Für nichtgeimpfte Kinder gibt es keine Ausnahmen.

Am 4. August 2021 erließ das vietnamesische Gesundheitsministerium eine Neuregelung zu den Quarantänebestimmungen für vollständig geimpfte Personen, die nach Vietnam einreisen. Demnach wird die Quarantäne für vollständig geimpfte Personen auf sieben Tage in einer Quarantäneeinrichtung und anschließend sieben Tage Selbstisolation verkürzt. Ein entsprechender Nachweis über die Impfung (WHO-Impfbuch oder das Digitale COVID-Zertifikat der EU in Papierformat) muss vorgelegt werden. Eine Vorlage per App ist nicht möglich. Die zweite Impfung muss mind. 14 Tage vor Einreise und nicht länger als 12 Monate vor Einreise her sein. Diese Regelungen gelten seit 25. August 2021 auch für nichtgeimpfte Kinder, sofern die Einreise gemeinsam mit Eltern/Betreuer erfolgt, und deren Eltern/Betreuer vollständig geimpft oder Genesene sind. Nach sieben Tagen Quarantäne plus sieben Tagen Selbstisolation gilt eine Phase der Beobachtung des gesundheitlichen Zustands bis zum 28. Tag nach dem Einreisetag. In dieser Zeit sind für Kinder und Eltern/Betreuer Tests am ersten, siebten und 14. Tag nach dem Einreisetag vorgesehen.

Kinder die unbegleitet in Vietnam einreisen müssen eine Heimquarantäne für 14 Tage bei Eltern/Betreuern ableisten, wenn Eltern/Betreuer in Vietnam leben. Für die Kinder und Eltern/Betreuer sind Tests am ersten und 14. Tag nach dem Einreisetag der Kinder vorgesehen.

Durch- und Weiterreise

Fluggesellschaften verlangen beim Check-In aktuelle PCR-Tests. Andere Beschränkungen der Weiter- und Ausreise bestehen nicht.

Reiseverbindungen

Es bestehen wenige Flugverbindungen nach Europa. Informationen dazu sollte bei den Fluggesellschaften bzw. örtlichen Reisebüros erfragt werden.

Die Einreise nach Vietnam unterliegt der vorherigen Genehmigung der vietnamesischen Behörden und ist nur in gesonderten Ausnahmefällen gestattet siehe, Einreise.

Aufgrund der derzeitigen Lage ist jederzeit mit einer Änderung zu rechnen. Voraussagen können nicht getroffen werden.

Beschränkungen im Land

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen kommt es in verschiedenen Provinzen aktuell wieder zu Einschränkungen sowie regionalen Reiseeinschränkungen. Der Personenverkehr auf dem Landweg zu 37 Provinzen wurde eingestellt. Ausgenommen davon sind Gütertransport und Beförderung von Experten, Angestellten und Arbeitern zur Arbeit.

In Hanoi gelten Quarantänemaßnahmen in staatlichen Einrichtungen für Reisende aus Provinzen, die unter Lockdown stehen. Das betrifft u.a. Ho-Chi-Minh-Stadt.

Aktuell gelten in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt weiterhin erhebliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens, deren Einhaltung von den Behörden streng überwacht werden: Schließung aller nicht für das tägliche Leben notwendigen Geschäfte; keine Ansammlung von mehr als zwei Personen an öffentlichen Plätzen; Abstandsregeln (zwei Meter); Ausgang nur zur Arbeit und für notwendige Erledigungen (Einkauf von Lebensmitteln, ärztliche Untersuchung, Impfung), Einstellung des gesamten Personenverkehrs einschließlich Taxis und Grab-Bikes.

Das Stadtgebiet ist in unterschiedliche Zonen eingeteilt, in denen je nach Infektionsgeschehen unterschiedliche Regelungen gelten. Die Einteilung ändert sich häufig.

In Ho-Chi-Minh-Stadt wurden seit 23. August 2021 die Lockdown-Maßnahmen erneut verschärft und gelten vorläufig bis 30. September 2021: Derzeit ist das Verlassen der eigenen Wohnung für vorerst 14 Tage nicht gestattet, lediglich in medizinischen Notfällen oder für die Anreise zum Flughafen zwecks Verlassen des Landes wird Bewegungsfreiheit gewährt. Das komplette Ausgangsverbot wird strikt durch die örtlichen Behörden und aus dem ganzen Land zusätzlich zusammengezogene Polizei- und Militärkräfte kontrolliert. Nahezu alle Einrichtungen des täglichen und medizinischen Bedarfs (Supermärkte, Apotheken, Dienstleistungseinrichtungen), die zuletzt noch zugänglich waren, sind geschlossen. Die Versorgung der Bevölkerung soll bezirksweise durch das Militär, die Massenorganisationen und Freiwillige übernommen werden. Erfahrungswerte hierzu liegen noch nicht vor.

15 Provinzen im Süden des Landes befinden sich bis auf weiteres ebenfalls im Lockdown.

Hygieneregeln

Landesweit sind in Geschäften, öffentlichen Gebäuden und im öffentlichen Personennahverkehr die üblichen Infektionsschutz- und Hygieneauflagen einzuhalten (Mundschutz, Temperaturkontrollen, Erklärungen zum Gesundheitszustand).

Es besteht generelle Maskenpflicht. In Restaurants ist ein Mindestabstand einzuhalten.

Empfehlungen

  • Seien Sie bei allen Reisen weiterhin besonders vorsichtig und beachten Sie unsere fortlaufend aktualisierte Infobox zu COVID-19/Coronavirus.
  • Achten Sie bei Einreise nach Deutschland auf die geltenden Einreisevoraussetzungen zu Anmelde-, Quarantäne- und Nachweisregelungen (vollständige Impfung oder Genesenennachweis oder aktueller negativer COVID-19-Test).
  • Achten Sie auf die Einhaltung der AHA-Vorschriften und befolgen Sie zusätzlich die Hinweise lokaler Behörden. Bei Verstößen gegen die Hygienevorschriften können hohe Geldstrafen verhängt werden.
  • Informieren Sie sich über detaillierte Maßnahmen und ergänzende Informationen der vietnamesischen  Regierung.
  • Bei COVID-19-Symptomen oder Kontakt mit Infizierten kontaktieren Sie das Gesundheitsamt.
  • Aufenthalte in fremden Staaten können sich derzeit auf Einreisemöglichkeiten in andere Länder auswirken. Informieren Sie sich daher vor Antritt jeder Reise über aktuelle Bestimmungen zu Einreise, Durchreise und Quarantäne der jeweiligen Reiseländer über die Reise- und Sicherheitshinweise.

Sicherheit

Terrorismus

Innenpolitische Lage

Demonstrationen in der Öffentlichkeit sind verboten und wurden in der Vergangenheit von Sicherheitskräften aufgelöst. Die Teilnahme kann zu harten Strafen wie langen Haftstrafen führen.

Es gibt militärische Sperrgebiete, die nicht immer als solche gekennzeichnet sind bzw. lediglich Schilder auf Vietnamesisch tragen, sowie das unmittelbare Grenzgebiet, das ebenfalls nicht immer ausreichend gekennzeichnet ist. Dessen Ausdehnung bzw. der Abstand vom tatsächlichen Grenzverlauf wird von den örtlichen Sicherheitsorganen oft willkürlich interpretiert. Bei beabsichtigten Besuchen in Grenznähe müssen gesondert zu beantragende Genehmigungen des Ministeriums für öffentliche Sicherheit mitgeführt werden. Gebiete können auch kurzfristig zu „restricted areas" erklärt werden.

  • Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen.
  • Respektieren Sie Sperrgebiete bzw. beantragen Sie entsprechende Genehmigungen. Erkundigen Sie sich ggf. vor Reiseantritt abseits der Hauptstrecken bei den örtlichen Volkskomitees oder Polizeibehörden.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist niedrig und es gibt wenig Gewaltkriminalität gegen Ausländer. Ein Anstieg von Kleinkriminalität wie Diebstahl insbesondere in Touristengebieten ist jedoch zu beobachten. Am Bahnhof von Hanoi wurden häufiger Touristen v.a. mit dem Nachtzug aus Hue oder Sapa ankommend bestohlen. Außerdem kommt es verstärkt zum Diebstahl von Bargeld aus Hotelzimmern, auch aus "besseren" Hotels.

In Hanoi, vor allem am Hoan Kiem See, gibt es immer wieder Betrugsversuche. Vereinzelt verlangen Straßenverkäufer für das Fotografieren häufig „Gebühren", in anderen Fällen werden Schuhe von Touristen beschmutzt oder mit Klebstoff beschmiert, entzogen und eine „Rückgabegebühr" verlangt. Fälle von Kreditkartenbetrug wurden bekannt, in denen Karten kopiert und Abbuchungen vorgenommen worden sind.

In Ho-Chi-Minh-Stadt, Nha Trang und Hanoi mehren sich Handtaschen- und Gepäckdiebstahl, sowohl von vorbeifahrenden Mopeds aus als auch nach Ablenkungsmanövern durch Kinderbanden, insbesondere bei Ankunft und Abreise vor dem Hotel. Für allein reisende Frauen besteht die Gefahr sexueller Belästigung und Übergriffe.

In Ho-Chi-Minh-Stadt werden vermehrt ausländische Touristen unter verschiedenen Vorwänden - beispielsweise mit Hinweisen auf eine Begegnung am Flughafen oder auf nahe Verwandte, die demnächst in Europa studieren oder arbeiten werden - angesprochen und in Privathäuser eingeladen. Nach Schaffung einer gastfreundlichen und geselligen Atmosphäre wird im weiteren Verlauf das Opfer in fingierte Karten- bzw. Glücksspiele verwickelt, an deren Ende das Opfer verliert und unter Drohungen zur Zahlung angeblicher Spielschulden veranlasst wird. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Speisen oder Getränke mit Drogen versetzt werden.

Kommt es zu einem Diebstahl, protokollieren weder die Ausländerpolizei in Hanoi noch andere Polizeidienststellen nachträglich Verlustanzeigen. In der Vergangenheit hat sich die Polizei mehrfach geweigert, Protokolle aufzunehmen, vor allem dann, wenn Zweifel am Hergang der Tat oder an den Wertangaben bestanden.

  • Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen und Bahnhöfen besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Bewahren Sie Wertgegenstände im Hotelsafe auf und führen Sie nur unbedingt benötigte Wertgegenstände mit.
  • Verzichten Sie nach Einbruch der Dunkelheit auf Fahrradtaxis (Cyclos) oder Motorradtaxis (Xe Om).
  • Fragen Sie vor dem Fotografieren von Straßenverkäufern um Erlaubnis.
  • Weisen Sie Angebote ggf. mit lauter Stimme als Abschreckungseffekt zurück und halten Sie sich von Schuhputzern möglichst fern.
  • Lassen Sie Speisen und Getränke an unbekannten Orten nicht aus den Augen.
  • Sollten Reisedokumente, Bargeld oder sonstige Wertgegenstände abhandenkommen, zeigen Sie den Verlust sofort bei der Polizei am Tatort an.
  • Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Gewinnmitteilungen, privaten Einladungen und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei.

Natur und Klima

Tropenstürme, Überschwemmungen

Es herrscht tropisches bis subtropisches Klima.
In den Provinzen von Mittelvietnam und dem Mekong-Delta, aber auch in einigen Provinzen im Süden Vietnams, kann es besonders zwischen Juni und November zu Taifunen kommen, die großflächige Überschwemmungen, Erdrutsche und Beeinträchtigungen der Infrastruktur hervorrufen können.

Starke Regenfälle führen auch in der Regen- bzw. Monsunzeit von Juni bis September im Norden und Süden und von Oktober bis Dezember in Mittelvietnam zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Hanoi, insbesondere entlang des Red River, und das Mekong-Flussdelta-Regionen im Süden sind regelmäßig betroffen.

Erdbeben und Tsunamis

Vietnam liegt in einer nur leicht seismisch aktiven Zone, so dass die Erdbebengefahr nicht besonders hoch ist. Tsunamis, die durch Erdbeben im südostasiatischen Raum ausgelöst werden, können auch Vietnam erreichen.

Reiseinfos

Infrastruktur/Verkehr

Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von COVID-19 beeinträchtigt sein, siehe Aktuelles.

Es gibt ein relativ gut ausgebautes Inlandsflugnetz, Eisenbahnen zwischen großen Städten, Reisebusse für Überlandfahrten und Taxis.

 Eine starke Gefährdung geht vom Straßenverkehr aus. Die Zahl der Verkehrstoten ist eine der höchsten im internationalen Vergleich, das Risiko, einem Unfall zum Opfer zu fallen, ist um ein Vielfaches höher als in Deutschland. Die meisten Unfälle passieren nach Einbruch der Dunkelheit. Auch die mittlerweile eingeführte Helmpflicht für Mopedfahrer hat daran nichts geändert, denn Gründe sind eine oftmals rücksichtslose Fahrweise sowie die steigende Anzahl der Verkehrsteilnehmer.

Für alle Teilnehmer im Straßenverkehr (auch Fahrradfahrer) gilt seit Anfang 2020 die strikte Alkoholgrenze von 0 Promille.

Die angeschriebenen Fahrpreise im Taxi gelten nicht pro Person, sondern pro Fahrt. Taxifahrer, die nicht einem als zuverlässig bekannten Unternehmen angehörten, haben des Öfteren das Taxameter manipuliert und bei Fahrtende den ungerechtfertigt hohen Fahrpreis unter Gewaltandrohung eingefordert.

Sogenannte Vermittler haben verschiedentlich Transportdienstleistungen zu völlig überhöhten Preisen bei Bussen, Bahnen und Taxis angeboten. Beim Verkauf von Tickets für Busse, Bahnen, Boote usw. haben sich Fahrscheine schon des Öfteren als Fälschungen herausgestellt und die Beförderung wurde abgelehnt bzw. ein zweiter Fahrscheinkauf nötig.

Die Diebstahlsrate von Zweirädern ist sehr hoch. Der Abschluss von Diebstahlversicherungen ist nicht üblich und wird auch nicht angeboten. Bei Hinterlegung des Passes als Pfand wurden vereinzelt hohe Auslösegebühren als Ersatz verlangt.
Fast überall im Stadtgebiet, insbesondere vor Restaurants und Geschäften, finden Sie Wächter, die für eine geringe Gebühr die Parkplätze bewachen.

In den letzten Jahren gab es in der Ha Long Bucht wiederholt Schiffsunfälle, die zum Teil tödlich verliefen. Schiffe sind häufig nicht mehr wirklich seetüchtig und verfügen nicht immer über ausreichende Rettungsmittel.

  • Lassen Sie größtmögliche Vorsicht im Straßenverkehr walten und verzichten Sie während des Urlaubaufenthaltes auf die individuelle Anmietung von Pkw oder Mopeds.
  • Benutzen Sie am Flughafen nur offizielle Taxis und auch sonst nur von möglichst als zuverlässig geltenden Anbietern.
  • Informieren Sie sich stets vor Fahrtantritt mit Bussen, Bahnen und Taxis nach Preisen.
  • Erwerben Sie Fahrscheine für Busse, Bahnen und Boote nur an offiziellen Verkaufsstellen.
  • Seien Sie bei der Anmietung von Mopeds/Motorroller vorsichtig und hinterlegen Sie nicht Ihren Reisepass als Pfand.
  • Stellen Sie Ihr Moped/Ihren Motorroller nie unbeaufsichtigt ab, sondern nur beaufsichtigt.
  • Buchen Sie Ausflüge nur bei renommierten Unternehmen und vergewissern Sie sich selbst über die Seetüchtigkeit des Schiffs und das Vorhandensein ausreichender Rettungsmittel und Fluchtwege.

Führerschein

Der Internationale Führerschein ist erforderlich und bei einem vorübergehenden Aufenthalt in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig. In diesem Fall ist eine Umschreibung des ausländischen in einen vietnamesischen Führerschein nicht mehr nötig. Beachten Sie, dass das Fahren von Motorrädern oder Motorrollern über 50 cm³ Hubraum mit einem Führerschein der Klasse B nicht erlaubt ist. Das Fahren ohne gültigen Führerschein kann mit einem Bußgeld oder - im Fall eines schweren Unfalls - mit einer mehrjährigen Haftstrafe geahndet werden.

LGBTIQ

Das Verbot einer gleichgeschlechtlichen Ehe wurde aufgehoben. Homosexualität wird strafrechtlich nicht verfolgt. Allerdings wurde weder eine Lebenspartnerschaft noch die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt. Partei und Regierung Vietnams nehmen eine vorsichtig positive Haltung zur Gleichstellung der LGBTIQ-Gemeinschaft ein; die Gesellschaft Vietnams ist weiterhin von einem konservativen Frauen- und Familienbild geprägt. Es sind keine Fälle homophober Gewalt bekannt. Grundsätzlich ist in Vietnam zu beachten, dass öffentliche Zärtlichkeiten, egal ob hetero- oder homoerotisch, traditionell nicht gut geheißen werden und insbesondere mit körperlichen Berührungen in der Öffentlichkeit sehr sparsam umgegangen wird.

Rechtliche Besonderheiten

Rauschgiftdelikte wie der Erwerb, die Verteilung sowie die Ein- und Ausfuhr von Rauschgiften aller Art werden strafrechtlich streng verfolgt und es drohen drakonische Strafen. Schon der Besitz geringer Drogenmengen führt oft zu hohen Freiheitsstrafen; ab dem Besitz von 20 kg Opium bzw. 600g Heroin droht sogar die Todesstrafe.
Vermeiden Sie jeden Kontakt mit Drogen. Auch die Mitnahme bzw. der Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann verhängnisvolle Folgen haben, wie lange Haftstrafen, die meist in Vietnam zu verbüßen sind.

Prostitution ist gesetzlich verboten. Freiern drohen Verwarnungen oder (bei Ausländern eher üblich) Geldbußen in Höhe von umgerechnet bis zu 400,- Euro (€).

Der sexuelle Missbrauch von Kindern wird hart bestraft. Es droht Freiheitsentzug, in besonders schweren Fällen sogar die Todesstrafe. Es wird darauf hingewiesen, dass der Missbrauch von Kindern auch nach deutschem Recht strafbar ist, wenn diese Tat von Deutschen im Ausland begangen wird.

Die Todesstrafe wurde in letzter Zeit in Vietnam auch an Ausländern vollstreckt. Gerichtsverfahren entsprechen nicht deutschen rechtsstaatlichen Standards. Zu beklagen sind u.a. jahrelange Untersuchungshaft, teure und dennoch unzureichende anwaltliche Verteidigung und harte Haftbedingungen mit schwersten Gefahren und Schäden für die Gesundheit.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist der Vietnam Dong (VND). Bargeld darf nur an offiziellen Wechselbüros mit eindeutigen Hinweisen gewechselt werden. Kreditkarten sind zwar vielerorts akzeptiert und es finden sich auch Geldautomaten, aber außerhalb größerer Städte ist weiterhin Bargeld oft das einzige akzeptierte Zahlungsmittel.

Einreise und Zoll

Ein- und auch Durchreisebestimmungen können aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 derzeit abweichen, siehe Aktuelles.

Einreise- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie nur direkt bei den Vertretungen Ihres Ziellandes.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Nein
  • Vorläufiger Personalausweis: Nein
  • Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:
Das Reisedokument muss sechs Monate über die Gültigkeit des Visums hinaus gültig sein.
Mit dem deutschen Reiseausweis für Ausländer, für Flüchtlinge und für Staatenlose ist eine Einreise in Vietnam nicht möglich.

Visum

Die Visafreiheit für deutsche Staatsangehörige ist seit 12. März 2020 vorübergehend ausgesetzt.

Online-Visum

Deutsche Staatsangehörige müssen für die Einreise nach Vietnam ein Visum beantragen. Der Visumantrag muss online unter Vietnam Visa Application ausgefüllt, ausgedruckt und zusammen mit den erforderlichen Unterlagen bei der zuständigen vietnamesischen Auslandsvertretung in Deutschland eingereicht werden.

e-Visum

Das elektronische Visum (e-Visum) ist nach mehrjähriger Pilotphase seit 1. Juli 2020 gesetzlich geregelt. Der Online-Antrag ist auf der Webseite der vietnamesischen Einwanderungsbehörde abrufbar. Das Verfahren gilt für 80 Staaten, u.a. für deutsche Staatsangehörige. Das e-Visum ist für max. 30 Tage und für eine einmalige Einreise gültig. Die Bearbeitungsdauer beträgt lediglich drei Tage.

Ein Touristenvisum wird in der Regel für vier Wochen zur einmaligen Einreise ausgestellt. Die Erteilung für einen längeren Zeitraum und mit zwei- oder mehrfachen Einreise ist nach Auskunft der vietnamesischen Botschaft bei entsprechender Beantragung und Vorlage weiterer Unterlagen gegen eine höhere Gebühr möglich.

Visa für Geschäftsreisende und Investoren können für die Dauer von bis zu fünf Jahren ausgestellt werden. Für diesen Personenkreis kann auch nach Einreise eine Aufenthaltserlaubnis bis zu zehn Jahren ausgestellt werden. Einzelheiten dazu sollten direkt bei der vietnamesischen Botschaft erfragt werden.

Bei Einreise mit einem Visum ist darauf zu achten, dass der bei der Passkontrolle anzubringende Aufenthaltsvermerk dem gesamten Gültigkeitszeitraum des Visums entspricht und nicht etwa nur 15 Tage, die bei visumfreier Einreise gewährt werden.

Visum bei Einreise („on arrival")

Im Internet werden vielfach sogenannte „Visa on arrival" angeboten. Damit ist eine Einreise nur über die internationalen Flughäfen in Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt und Da Nang möglich. Es wird grundsätzlich jedoch die vorherige Einholung des Visums bei einer vietnamesischen Auslandsvertretung empfohlen, da damit die Einreise nach Vietnam an jedem offiziellen Grenzübergang (auch über den Landweg aus den Nachbarländern) möglich ist und das  „Visa on arrival" eigentlich für Fälle der Eilbedürftigkeit, oder wenn im Aufenthaltsland keine vietnamesische Auslandsvertretung existiert, vorgesehen ist. Über die Zuverlässigkeit einzelner Internet-Anbieter können keine Aussagen getroffen werden.

Verlängerung des Aufenthalts

Nach Ablauf des visumfreien Aufenthalts von 15 Tagen ist eine einmalige Verlängerung um weitere 15 Tage möglich, wenn Sie eine Pauschalreise bei einem vietnamesischen Reisebüro buchen. Das Reisebüro kümmert sich dann in der Regel um die Verlängerung für Sie. Die Gebühren für die Verlängerung betragen 10 US-Dollar, die an die Ausländerbehörde zu zahlen sind. Über die Buchungskosten der Reise bei einem vietnamesischen Reisebüro kann keine Auskunft erteilt werden.

Die Verlängerung oder Änderung der Gültigkeitsdauer eines Visums in Vietnam ist möglich, nahezu alle Reisebüros bieten diesen Service gegen oft überhöhte Gebühren an.

Transit

Deutsche Staatsangehörige benötigen kein Transitvisum, sofern Sie den Transitbereich des Flughafens nicht verlassen. Erfolgt eine Einreise, d. h. wird der Transitbereich verlassen, um z. B. einen inländischen Weiterflug anzutreten, so beachten Sie die o.g. Regelungen zur visumfreien Einreise.

Familienangehörige von Vietnamesen und Personen vietnamesischer Abstammung

Familienangehörige von Vietnamesen und Personen vietnamesischer Abstammung, die keine vietnamesische Staatsangehörigkeit mehr besitzen, können auf Antrag von der Visumpflicht befreit werden. Darüber wird eine für fünf Jahre gültige Bescheinigung ausgestellt, mit der mehrere Ein- und Ausreisen und ein Aufenthalt von bis zu 6 Monaten je Besuch möglich sind. Nähere Informationen erteilen die vietnamesischen Auslandsvertretungen.

Minderjährige

Alleinreisende Minderjährige müssen eine offizielle Zustimmungserklärung des oder der Sorgeberechtigten mit sich führen.

Registrierung

Es besteht Registrierungspflicht. Diese wird jedoch meist vom Hotel übernommen.

Einfuhrbestimmungen

Bargeld ausländischer Währungen im Wert über 5.000,- US-Dollar und Bargeld der vietnamesischen Währung Dong im Wert über 15 Mio. Dong muss deklariert werden.
Gold in Barren muss bis zu 1 kg bei Einreise deklariert werden, es muss eine Genehmigung seitens der Bank vorliegen.
Gold über 1 kg muss im Flughafenlager deponiert werden, Goldschmuck über 300 Gramm muss deklariert werden.

Bei Einreise können folgende Gegenstände von Personen über 18 Jahren zollfrei eingeführt werden:

200 Zigaretten oder 100 Zigarren oder 500 g Tabak sowie 1,5 l Alkohol über 22% oder 2 l Alkohol unter 22%.

Persönliche Gegenstände können zollfrei eingeführt werden. Als persönliche Gegenstände zählen solche Gegenstände, die man in angemessener Anzahl und Menge unter Berücksichtigung von Zweck und Dauer der Reise benötigt bzw. mit sich führt. Darüber hinaus gehende Gegenstände sind zu verzollen, wenn sie den Wert von 5 Mio. Dong übersteigen.

Tee kann bis zu 5 kg importiert werden, Kaffee bis zu 3 kg. Persönliche Gegenstände können eingeführt werden.

Heimtiere

Die Einfuhr Ihrer Heimtiere ist mit tierärztlichem Impfzeugnis (gültige Tollwutimpfung) möglich. Eine Tollwut-Titer-Bestimmung für die Rückeinfuhr in die EU ist in Vietnam nicht möglich, jedoch werden von Tierärzten Blutproben entnommen und nach Frankreich zur Untersuchung geschickt. Das Verfahren ist daher entsprechend kostenintensiv. Wir empfehlen Ihnen, Titer-Bestimmung Ihrer Heimtiere vor Einreise durchzuführen und im Zweifel bei einer vietnamesischen Vertretung oder Ihrer Fluggesellschaft nachzufragen. 

Gesundheit

Aktuelles

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Erkrankung COVID-19, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zur Pandemie erklärt.

Masern

Die WHO hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ggf. ergänzen.

Impfschutz

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut sowie Japanische Enzephalitis (JE) empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die DTG.

Zika-Virus-Infektion

Die vorrangig durch tagaktive Aedes-Mücken übertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen.

Dengue-Fieber

Dengue-Viren werden in vielen Teilen des Landes durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe auch Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Chikungunya-Fieber

Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie, siehe Merkblatt Chikungunya-Fieber

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Chikungunya-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Malaria

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe auch Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

Malaria tritt in Vietnam regionsabhängig ganzjährig auf. Der größte Teil der Fälle im Land werden durch die gefährlichere Form Plasmodium falciparum hervorgerufen. Ein hohes Malariarisiko besteht in den Grenzregionen zu Kambodscha. Im restlichen Land liegt ein minimales Risiko vor. Hiervon ausgenommen sind die großen Stadtzentren, die als malariafrei gelten, siehe Ständiger Ausschuss Reisemedizin der DTG.

Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkt achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz. 

Je nach Reiseprofil ist neben der notwendigen Expositionsprophylaxe zudem eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.

  • Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
  • Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.

HIV/AIDS

HIV/AIDS ist im Lande, insbesondere in den Risikogruppen verbreitet. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Durchfallerkrankungen

Jährlich kommt es in Vietnam während und nach den Regenzeiten zu vermehrtem Auftreten von Durchfallerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

Japanische Enzephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden vor allem im Süden während der Regen- und der frühen Trockenzeit und im Norden im Spätsommer und Herbst von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen oft bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Japanischer Enzephalitis im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere nachts konsequent vor Mückenstichen.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer JE-Impfung beraten und ggf. impfen.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelmäßig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden. Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und damit Übertragung einer Tollwut. Die notwendigen medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Vietnam nicht immer möglich. Einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung, siehe Merkblatt Tollwut

  • Vermeiden Sie den Kontakt mit streunenden Tieren.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer Tollwut-Impfung beraten und ggf. impfen.
  • Suchen Sie auch bei bestehender Impfung nach Kontakt mit einem potentiell infizierten Tier oder Menschen (Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen) umgehend einen Arzt auf.

Tuberkulose

Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger.

Aviäre Influenza

Seit einigen Jahren ist in Vietnam die klassische Geflügelpest (aviäre Influenza A/H5N1, Vogelgrippe) bekannt. Seit den ersten Krankheitsfällen, im Dezember 2003, wurden in Vietnam immer wieder Ausbrüche von H5N1 registriert.

Zahlenangaben der WHO zu den menschlichen Erkrankungen sowie weitere Informationen können über www.who.int sowie www.pandemicflu.gov eingesehen werden.

Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, gilt als Übertragungsweg weiterhin der direkte Kontakt mit infiziertem Geflügel.

  • Verzichten Sie bei Reisen im Land auf Kontakt mit Vögeln und Geflügel, insbesondere auch auf den Besuch von Geflügelmärkten.

Luftverschmutzung

Sonstige Gesundheitsgefahren

In den Provinzen Ha Tinh, Quang Binh, Quang Tri und Thua Thien-Hue ist das Meerwasser durch Industrieabwässer verunreinigt.

  • Vermeiden Sie den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten in den betroffenen Regionen.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit der in Europa nicht zu vergleichen. Sie ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. In Hanoi und HCMC gibt es mehrere Krankenhäuser, die über einen etwas besseren Standard verfügen. Einige internationale Kliniken (Family Medical Practice, SOS International) sind oftmals erste Anlaufstellen für erkrankte Besucher bzw. Touristen.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Nehmen Sie eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen, siehe Merkblatt Reiseapotheke.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die DTG.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss: 

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

In den größeren Städten gibt es Krankenhäuser und in allen Provinzen Gesundheitszentren, die Einrichtungen sind jedoch begrenzt. Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung sowie einer Reiserückholversicherung wird empfohlen.

Essen und Trinken

Wegen der Gefahr möglicher Darminfektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Auf den Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten sollte man verzichten. Wasser sollte generell vor dem Trinken, Zähneputzen und vor der Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. 

Milch ist häufig nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Milchprodukte aus ungekochter Milch am besten vermeiden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst abgeschält werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber 1 -
Cholera 2 -
Typhus & Polio Ja -
Essen & Trinken - -
Malaria 3 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in den von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebieten einreisen und über ein Jahr alt sind. Ausgenommen sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht verlassen haben sowie Transitpassagiere, die in Vietnam den Transitraum nicht verlassen. In Vietnam selbst besteht kein Risiko einer Gelbfieber-Infektion.

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch v.a. in der Hauptstadt Hanoi und in den Provinzen Binh Tri Thien, Nghia Binh und Phú Khánh. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen. Um sich zu schützen sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Eine Impfung ist nur in seltenen Fällen zu empfehlen.

[3] Ein Malariarisiko besteht landesweit ganzjährig (hohes Risiko im Norden in der Regenzeit April-Oktober) unter 1.500m Höhe, v.a. im zentralen Hochland in den Provinzen südlich des 18°N: Dak Lak, Gia Lai, Binh Phuoc, Dak Nong und Kon Tum. Sowie  im Hinterland der Küstengebiete von Quang Tri, Ninh Thuan, Quang Nam und Khanh Hoa, weniger Infektionen im Süden einschließlich Mekong-Delta. Geringes oder kein Malariarisiko besteht in den Küstengebieten und im Norden. Die Stadtgebiete inklusive Ho-Chi-Minh-Stadt, Hanoi und Umgebung bis Halong Bucht gelten als malariafrei. Es werden Resistenzen gegen die Standardmedikamente, vor allem gegen Artemisinin gemeldet.

Gesundheitszeugnis

Für Aufenthalte über 3 Monaten wird ein HIV-Test gefordert. Ausländer die eine Vietnamesin/ einen Vietnamesen heiraten wollen, müssen ein ärztliches Attest vorlegen, dass sie frei von Geschlechtskrankheiten und HIV sind. Kurzfristige Änderungen sind möglich. Auskünfte erteilt die zuständige konsularische Vertretung.

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Polio, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Bilharziose-Erreger kommen v.a. im Mekong-Delta vor. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit ganzjährig, aber verstärkt von April bis Oktober, vor. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

V. a. in den ländlichen Gebieten tritt die durch Insekten verursachte Filariose auf. Ein wirksamer Insektenschutz reduziert die Übertragungsgefahr.

Fleckfieber tritt landesweit auf. Das Fieber wird durch Kleiderläuse ausgelöst. Um sich zu schützen sollte man regelmäßige Körper- und Kleiderhygiene betreiben. Nur in seltenen Fällen sollte eine Impfung erwogen werden.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

HIV/Aids ist eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Erhöhtes Ansteckungsrisiko für Japanische Enzephalitis besteht v.a. von Mai bis Oktober vor allem in ländlichen und suburbanen Gebieten.

Tollwut kommt landesweit vor. Hauptüberträger sind Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen, medizinische Zentren sind im Bedarfsfall nicht immer schnell zu erreichen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, da der Krankheitsverlauf dramatisch sein kann.

Tuberkulose kommt vor. Bei besonderer Exposition sollte eine Impfung in Betracht gezogen werden.

Eine Zunahme der Infektionen mit der Hand-Mund-Fuß-Krankheit wurde vor allem aus dem Süden des Landes berichtet. Oft erkranken Kinder, vor allem Kleinkinder sind gefährdet. Fieber und Bläschenbildung an Händen, Füßen und im Mund sind die klassischen Anzeichen. Auf gute persönliche Hygienemaßnahmen sollte geachtet werden.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Deutschland Ja Ja Ja
Österreich Ja Ja Ja
Schweiz Ja Ja Ja
Andere EU-Länder Ja Ja Ja
Türkei Ja Ja Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss in der Regel noch mindestens 6 Monate über die Gültigkeit des Visums hinaus gültig sein.

Visainformationen

Ein Visum ist allgemein erforderlich. 

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass (empfohlen).

Österreicher: Eigener Reisepass.
Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Hunde und Katzen werden ein Gesundheitszeugnis und ein Tollwutimpfzertifikat benötigt.

Bearbeitungsdauer

Touristenvisum: Ca. 7 Werktage (davon abhängig, wie schnell die Bestätigung aus Vietnam eingeht. Schnellere Visumerteilung bei Beantragung über ein Reisebüro oder per Fax).

e-Visum: 3 Werktage.

Expressvisum: am selben Tag (zusätzl. Gebühr). Keine Expressausstellung für Mehrfachvisum mit einer Gültigkeit von bis zu 3 Monaten sowie für Approval für Visa mit einer Gültigkeit von 6 und 12 Monaten.

Schweiz: Per Post mind. 2-3 Tage.

Expressvisum: am selben Tag (zusätzl. Gebühr). Keine Expressausstellung für Approval für Visa mit einer Gültigkeit von 6 und 12 Monaten.

Gültigkeit

Touristenvisum: in der Regel 1 Monat Aufenthalt für eine einmalige Einreise. Verlängerung vor Ort möglich.
Geschäftsvisum: bis 1 Jahr.

Geschäftsvisa mit mehr als 3 Monaten Gültigkeitsdauer werden nur unter Vorlage einer Einreisegenehmigung gewährt.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die am selben Tag weiterfliegen, über gültige Papiere für die Weiterreise verfügen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Touristen- und Geschäftsvisum zur ein- und mehrmaligen Einreise, e-Visum.

Das Flughafenvisum/ On-Arrival- Visum wird nur in besonderen dringenden Fällen ausgestellt.

Kosten

Deutschland: 

On-Arrival-Visum: 25 US$ (ca. 22 €). 

Gebühren, wenn keine erteilte Einreisegenehmigung vorliegt:
Touristenvisum/Geschäftsvisum:  
25 € (mit Einlassgenehmigung)/ 65 € (ohne Einlassgenehmigung), (einmalige Einreise, für einen Aufenthalt von max. 30 Tagen) bzw. 50 € (mit Einlassgenehmigung) / 80 € (ohne Einlassgenehmigung) (mehrmalige Einreise). 

Expresszuschlag (Visumerteilung innerhalb von 24 Std.): 25-27 € 

Expresszuschlag (Visumerteilung innerhalb von 24 Std.): 25 €. 

E-Visum (30 Tage gültig): 25 US$ /ca. 40 €.


Österreich:
Touristen- und Geschäftsvisum:
90 € (einmalige Einreise, bis 4 Wochen gültig),
95 € (mehrmalige Einreise, bis 4 Wochen gültig).

Schweiz:
Normalvisum:

90 CHF (für einen Aufenthalt von bis zu 1 Monat, einmalige Einreise). 

105 CHF (für einen Aufenthalt von bis zu 1 Monat, mehrmalige Einreise). 

105 CHF (für einen Aufenthalt von bis zu 3 Monaten, einmalige Einreise).

140 CHF (für einen Aufenthalt von bis zu 3 Monaten, mehrmalige Einreise).
 

Expresszuschlag (Visumerteilung innerhalb von 24 Std.): 20 CHF 

Antrag erforderlich

(a) 1 Antragsformular (muss online unter visa.mofa.gov.vn ausgefüllt und mit den anderen Unterlagen eingereicht werden).
(b) 1 aktuelles Passfoto in Farbe.
(c) Reisepass, der noch mindestens 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig sein muss.
(d) Gebühr (bei Antragstellung per Verrechnungsscheck).
(e) Nachweis über Aufenthaltszweck.
(f) Nachweis über ausreichende Geldmittel zur Bestreitung des Aufenthalts.

(g) Online-Erklärung über den Gesundheitszustand.

(h) Ggf. Aufenthaltserlaubnis für Deutschland, Österreich oder die Schweiz.
(i) Türkische Staatsbürger benötigen für touristische Aufenthalte eine Einreisegenehmigung des vietnamesischen Innenministeriums. Beantragung über die einladende Person in Vietnam oder über den vietnamesischen Reiseveranstalter. 

 

Geschäftsvisum zusätzlich:
(i) Der Geschäftspartner in Vietnam muss eine Einreisegenehmigung (Approval Code) für den Antragsteller beantragen. Erst wenn die Bestätigung des Immigration Department vorliegt, kann die Botschaft ein Visum ausstellen.

Der postalischen Antragstellung ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag beizufügen.

 

On-Arrival-Visum:

(a) Einladungsschreiben einer Partneragentur.

(b) Online-Erklärung über den Gesundheitszustand.

Geld

Geldwechsel

Geldwechsel sollte nur in offiziellen Wechselstuben erfolgen und die Quittungen gut aufbewahrt werden. US-Dollar (in kleinen, unbeschädigten Scheinen) werden bevorzugt angenommen, allerdings können auch andere Währungen getauscht werden. In großen Städten werden Fremdwährungen problemlos getauscht, in ländlichen Gebieten kann nur US-Dollar gewechselt werden.

Währung

Neuer Dong. Währungskürzel: D, VND (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 500.000, 200.000, 100.000, 50.000, 20.000, 10.000, 5.000, 2.000, 1.000, 500, 200 und 100 D. Münzen gibt es im Wert von 5.000, 2.000, 1.000, 500 und 200 D.

Devisenbestimmungen

Bei der Einfuhr von Bargeld ausländischer Währungen im Wert über 5.000 US-Dollar und Bargeld der vietnamesischen Währung Dong im Wert über 15 Mio. Dong besteht Deklarationspflicht. Ausfuhr bis in Höhe der deklarierten Beträge, abzüglich der Umtauschbeträge. Alle Quittungen sollten aufbewahrt werden.

Kreditkarten

Gängige Kreditkarten wie Visa, Mastercard, Diners Club und American Express werden in großen Hotels, von internationalen Mietwagenfirmen, Einkauszentren und Reisebüros nur in größeren Städten akzeptiert. Auf dem Land und in kleineren Städten wird Barzahlung verlangt. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Reiseschecks sind in Deutschland und in der Schweiz nicht mehr und in Österreich kaum noch erhältlich. Reiseschecks können in Vietnam in den Großstädten bei der Vietcombank eingelöst werden. Reiseschecks, die in US-Dollar ausgestellt sind, werden nicht akzeptiert.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 08.00-11.30 Uhr und 13.00-15.00 Uhr, Sa 08.00-13.00 Uhr (Abweichungen sind möglich).

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Vietnam eingeführt werden (Personen ab 18 Jahren):

200 Zigaretten oder 100 Zigarren oder 500 g Tabak; 
1,5 l Spirituosen (Alkoholgehalt über 22 %) oder 2 l alkoholische Getränke und Spirituosen (Alkoholgehalt bis zu 22 %); 

3 l Bier:
3 kg Kaffee und 5 kg Tee;
Parfüm für den persönlichen Bedarf;
Medikamente für den persönlichen Bedarf;
Sonstige Waren im Gesamtwert von maximal 10 Millionen D.
Bei der Einreise müssen zwei Zollerklärungen ausgefüllt werden, die man bis zur Ausreise aufbewahren sollte.

Verbotene Importe

Drogen, alle Arten von Waffen, Munition, Sprengstoff, brennbares Material und pornografische Erzeugnisse.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Vietnam, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2020-14, 2019-13, 2012-11
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Vietnam - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 18.09.2021 (Unverändert gültig seit: 16.09.2021)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 18.09.2021 (Unverändert gültig seit: 16.09.2021)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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