Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Tansania

Steckbrief

Tansania - Fakten

Ländername Vereinigte Republik Tansania, Kisuaheli: Jamhuri ya Muungano wa Tanzania,
Klima wechselfeuchte Tropen mit ausgeprägten Trocken- und Regenzeiten
Lage Ostafrika zwischen Viktoria-, Tanganjika- und Malawi-See sowie dem Indischen Ozean, 1-12 Grad südlicher Breite und 30-41 Grad östlicher Länge
Fläche 947.300 km2 (gut zweieinhalbmal so groß wie Deutschland), davon Sansibar 2.644 km2
Hauptstadt nominell: Dodoma (ca. 0,8 Mio. Einwohner) faktischer Regierungssitz und Wirtschaftszentrum: Daressalam (ca. 4,5 Mio. Einwohner)
Bevölkerung ca. 49,3 Millionen; jährliche Wachstumsrate: ca. 3,16 Prozent; durchschnittliche Lebenserwartung: 61,5; Anteil der Menschen, die jünger als 15 sind: 45,25 Prozent; Anteil der Menschen, die 65 oder älter sind: 3,2 Prozent
Sprache Amtssprache: Kisuaheli, Bildungs- und Verkehrssprache: Englisch
Religion Christen (45%), Muslime (35%), Animisten (20%)
Nationaltag 26. April Union Day
Unabhängigkeit Tanganjika (Festland Tansania) 9.12.1961; Sansibar 10.12.1963
Staats-/Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Herr Dr. John Pombe Joseph Magufuli, Präsident der Vereinigten Republik Tansania, CCM, im Amt seit dem 5. November 2015
Vertreter des Staatsoberhaupts Frau Samia Suluhu Hassan, CCM
Regierungschef Herr Dr. John Pombe Joseph Magufuli, Präsident der Vereinigten Republik Tansania, CCM, im Amt seit dem 5. November 2015
Außenminister Augustine Philip Mahiga (seit 2015)
Parlament Ein-Kammer-Parlament, derzeit 265 gewählte Mitglieder, Sondersitze, um 40 Prozent Frauenanteil zu gewährleisten, zehn Abgeordnete durch den Präsidenten zu ernennen, Sprecher wird voraussichtlich am 17. November 2015 gewählt, letzte Wahl am 25. Oktober 2015
Währung Tansanischer Schilling (TSh); Kurs am 04.04.2017 : 1 Euro entspricht 2.378 TSh
Zeitzone MEZ+2h
Stromnetz 230 V/ 50 Hz (UK Stecker)
Reiseadapter D, G
Kfz-Länderkennzeichen EAT
ISO-3166 TZ, TZA
Internet-TLD .tz
Landesvorwahl +255
Website http://www.tanzania.go.tz

Geographie

Vom zentralen Hochland (1000–2000 m) fällt das Gelände nach Osten über eine Bruchstufe zum Küstentiefland, nach Westen allmählich zu den Becken -regionen zwischen Victoria- und Tanganjikasee ab. Der schneebedeckte Kilimanjaro (5895 m) im Nordosten ist zugleich der höchste Berg des Landes und Afrikas. Die Savannen- und Steppenlandschaft der Serengeti nimmt über 12 000 km² ein und beherbergt 1 Mio. Großtiere.

Politik und Bevölkerung

Auch bei den ersten freien Wahlen von 1995 setzte sich die sozialistische Revolutionspartei (CCM) des früheren Präsidenten Julius Nyerere durch, der 1999 77-jährig starb. Durch einen Unionsvertrag ist die autonome Insel Sansibar mit der präsidialen föderativen Republik verbunden. Die in 130 verschiedene Ethnien geteilten Bantu sind mit 95 % die größte Bevölkerungsgruppe. Minderheiten bilden ostnilotische Massai, arabisch-negrische Suaheli und Araber.

Geschichte und Kultur

Die jüngere Geschichte war durch das Eindringen von Bantu-Völkern, hamitischen Gruppen und Südarabern gekennzeichnet. An der Küste siedelten ab 1500 Portugiesen, bis der Sultan von Maskat um 1840 die Kontrolle übernahm. Unfreiwillig trat er 1891 die Verwaltung an das Deutsche Reich ab. Nach dem Ersten Weltkrieg kam Tansania als Völkerbundsmandat an Großbritannien, das das Land 1961 in die Unabhängigkeit entließ. Berühmt sind die Schnitzkunst der Makonde und die Tingatinga-Malerei.

Tansania - Geschichte

3,5 Mio. Jahre v. Chr. Die "Wiege der Menschheit": Hominiden hinterlassen ihre Spuren im Great Rift Valley
Ab 9. Jh. Beginn des Handels. Aufschwung der Suaheli-Kultur
1498 Vasco da Gama erreicht die ostafrikanische Küste. Die Portugiesen herrschen für 200 Jahre
18. Jh. Muslime kontrollieren die Handelswege. Der Handel mit Elfenbein, Sklaven und Bodenschätzen blüht
19. Jh. Die ersten Missionare kommen
1873 Der Sklavenhandel wird verboten
1890 Sansibar wird britisches Protektorat. Tanganyika gehört zur Kolonie Deutsch-Ostafrika
1905-1907 Rebellion der afrikanischen Arbeiter (Maji-maji-Aufstand) gegen die deutschen Kolonialherren
1919 Nach dem 1. WK wird Tanganyika unter das Protektorat der Briten gestellt
9. Dez. 1961 Unabhängigkeit; ein Jahr später wird Julius Nyerere zum Präsidenten gewählt
26. April 1964 Tanganyika und Sansibar schließen sich zur Republik Tansania zusammen
1967 Arusha-Deklaration: Die sozialistische Ära beginnt
1985 Nyerere tritt zurück, der Afrikanische Sozialismus ist gescheitert
1995 Erste Mehrparteienwahlen
2005 Jakaya Kikwete wird Präsident
2020 In diesem Jahr soll der Schnee auf dem Kilimandscharo verschwunden sein
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Garden Avenue/Mirambo Street | Daressalaam | Tel. 022 2117409 | www.daressalam.diplo.de

Deutsches Honorarkonsulat Arusha

Ulf Kusserow | Ngaramtoni ya Chini (hinter der International School) | Arusha | Tel. 027 2508022, mobil 0754 789603

Deutsches Honorarkonsulat Sansibar

Hans-Dieter Allgaier | Sansibar Mazizini | Sansibar | Tel. 0774 700718

Österreichisches Honorarkonsulat

Slipway Road, Plot 1864, Msasani | Daressalaam | Tel. 022 2601492 | austrian consulate@bol.co.tz

Schweizer Botschaft

Kinondoni Road, Plot 79 | Daressalaam | Tel. 031 3241826 | www.eda.admin.ch/daressalaam

Internet & Wlan

Viele Hotels bieten Internetanschluss, in den Ballungszentren gibt es außerdem zahlreiche Internetcafés (Preise 500-2000 TSh/Std.). Im europäischen Vergleich sind die Verbindungen jedoch sehr langsam. WLAN-Spots sind in Tansania noch selten.

Post

Tansanias Post ist zuverlässig. Mit Luftpost ist eine Karte (Porto: 600 TSh) oder ein Brief (Porto: 700 TSh) gut eine Woche nach Europa unterwegs.

Telefon & Handy

Die Vorwahl von Tansania ist 00255. Nach Deutschland: 00049; Österreich 00043; Schweiz 00041. Festnetzleitungen sind in Tansania chronisch unzuverlässig und brechen häufig zusammen. Im Gegensatz dazu sind Handynetze - Mobilnummern bestehen aus sechs Ziffern mit der 07 am Anfang - günstig und gut ausgebaut. Wer sein Handy mitbringt, hat in den meisten Gegenden guten Empfang. Um die hohen Roaminggebühren der europäischen Anbieter zu vermeiden, sollten Sie ein freigeschaltetes Mobiltelefon mitbringen und vor Ort eine SIM-Karte (2000 bis 3000 TSh) kaufen. Anbieter mit landesweitem Netz sind Airtel (www.africa.airtel.com), Vodacom (www.vodacom.co.tz), Zantel (www.zantel.com) und Tigo (www.tigo.co.tz).

Medien

Der Guardian ist die führende englischsprachige Zeitung Tansanias und traut sich, die Regierung etwa wegen Korruptionsvorwürfen anzugehen. Der Citizen (gehört zur Aga-Khan-Mediengruppe) ist ebenfalls unabhängig, während die Daily News eine Regierungszeitung und deshalb als einzige fast überall im Land erhältlich ist. Einen hervorragenden Überblick über die Geschehnisse in Ostafrika gibt die Wochenzeitung East African. Das reich bebilderte Magazin Destination berichtet über Urlaubsziele in ganz Ostafrika. Wichtigstes Medium für die meisten Tansanier ist nach wie vor Radio: das staatliche Radio Tanzania spielt gute einheimische Musik. Nachrichten hört man am besten auf dem BBC World Service, der in mehreren Städten auf UKW ausgestrahlt wird. Das Fernsehprogramm findet vor allem auf Suaheli statt; die Masse an Daily Soaps und Bongo-Filmen, die der staatliche TBC1 und der private Sender ITV ausstrahlen, ist allenfalls interessant, um einen kurzen Eindruck zu gewinnen.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Zu feiern gibt es in Tansania immer irgendetwas, und alle machen mit. Vor allem für die Armen sind Festivals und Events ein willkommener Anlass, den Alltag zu vergessen.

Feste & Veranstaltungen

Januar

Idd al-Moulid: Geburtstag des Propheten Mohammed. Vor allem auf den Inseln wird der Tag mit Prozessionen und Tänzen rund um die Moscheen gefeiert. Im gregorianischen Kalender wechseln die Daten jährlich, nächste Termine: 1. Dez. 2017, 21. Nov. 2018

Februar

Sauti za Busara - Der Puls Sansibars: dreitägiges Musikfest rund um die Kultur der Suaheli, bei dem jährlich Sänger und Bands aus Tansania und den Nachbarländern auftreten. Die Musikrichtungen reichen von Rap und Reggae über Jazz und Gospel bis zu Taarab. Ein weit über seine Grenzen hinaus bekanntes Festival. www.busaramusic.org

März

Kilimanjaro Marathon: Start und Ziel des internationalen Wettbewerbs ist Moshi. Der Lauf geht den Berghang hinauf. Wer kein Supersportler ist, kann sich schon nach 5 km "Fun Run" ausklinken. www.kilimanjaromarathon.com

April

Dar Jazz Event: Fünf Tage lang steht Daressalaam ganz im Zeichen des Jazz. Bei Konzerten, Jam Sessions und Workshops treffen tansanische und internationale Jazzkünstler zusammen. Auch Crossovers mit traditionellen Klängen oder dem hippen Bongo Flava stehen auf dem Programm. darjazzevent.com

Mai

Makutano Arts Fair: Ausstellung von Kunst und Kunsthandwerk in den Straßen von Daressalaam. Zweiter Termin im Dezember. www.makutanotz.com

Juli

Festival of the Dhow Countries auf Sansibar: ein bunter Karneval der Kulturen rund um den Indischen Ozean, mit Tänzen und anderen Aufführungen aus den Ländern zwischen Afrika, Arabien und Indien. Herzstück des Festivals ist das 16-tägige Filmfest. www.ziff.or.tz

September

Tanzacat Regatta: Zehn Tage lang sind Katamaransegler auf zehn olympischen Kursen unterwegs, unterbrochen von einem Trip zwischen der Msasani-Halbinsel und Sansibar. www.tanzacat.com

Bagamoyo Arts Festival: Das Kunstfestival bietet eine Woche traditionelle Musik mit Tänzern, Akrobaten, Lesungen und vielem mehr, u. a. aufgeführt von Studenten der örtlichen Kunsthochschule. www.bagamoyo.com

Oktober/November

Diwali: Beim Lichtfest der großen Hindu-Gemeinde erstrahlt ganz Dar im Licht von Lampen und Feuerwerk.

November

East African Safari Classic Rallye: einst eine der bedeutendsten Rallyes der Welt, heute ein riesiges Spektakel. In Oldtimern brettern die Piloten von Mombasa aus in zehn Tagen 5000 km durch die Wildnis Kenias und Tansanias. Entlang der Strecke gibt es mehrere Tribünen. www.eastafricansafarirally.com

Dezember

Makutano Arts Fair: Weihnachtsausgabe der Ausstellung im Mai

Gesetzliche Feiertage

1. Jan. Neujahr
6. Jan. Mapinduzi Day, Jahrestag der Revolution auf Sansibar
März/April Karfreitag; Ostermontag
26. April Union Day, Gründung Tansanias aus Tanganyika und Sansibar
7. April Todestag des ersten sansibarischen Präsidenten Scheich Karume
1. Mai Tag der Arbeit
7. Juli Saba Saba: Tag der Kleinbauern
8. Aug. Nane Nane: Tag der Bauern
14. Okt. Todestag von Julius Nyerere
9. Dez. Unabhängigkeitstag
25./26. Dezember Weihnachten
muslimische Feiertage Die muslimischen Feste Idd al Fitr (Ende der Fastenzeit Ramadan) und Idd al Hadsch (Opferungsfest) richten sich nach dem Mondkalender und sind ebenfalls Feiertage.
Mobilität vor Ort

Auto

In Tansania herrscht Linksverkehr. Das Tempolimit auf Landstraßen beträgt 80 km/h, in Städten 50 km/h und in den Nationalparks 30 km/h. Die Straßenverhältnisse sind ähnlich desolat wie das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer, man muss auf alles gefasst sein: Schlaglöcher, Straßenschwellen, spielende Kinder, stoische Kühe, rasende Autofahrer. Auf keinen Fall nachts fahren: Elefanten haben keine Rücklichter und andere Verkehrsteilnehmer oft auch nicht.

Autos werden in Tansania oft mit Fahrer vermietet, was vieles auf den Straßen (auch Reparaturen etc.) einfacher macht. In diesem Fall sind die Kosten für den Fahrer inbegriffen. Es ist aber zunehmend auch möglich, selbst zu fahren.

Öffentliche Verkehrsmittel

Der öffentliche Verkehr in Tansania ist gut vernetzt. Mit dem Dalla-Dalla erreichen Sie auch entlegene Gegenden. Auf den wichtigen Hauptrouten verkehren Überlandbusse. Es gibt zudem zwei Bahnlinien: Die Central-Line, die von Dar aus nach Kigoma (Tanganyika-See und Gombe-Park) mit Abzweigen etwa nach Mwanza (Viktoriasee) fährt und die Tazara-Line von Dar nach Sambia.

Seit einigen Jahren gibt es auch in Tansania Billigflüge. Die bedeutendste Gesellschaft ist Fly540 (fly540.com), die mit ihren neuen Jets unter anderem Kilimandscharo, Dar, Mwanza und Sansibar verbindet. Die Gesellschaft fliegt auch in die Serengeti, zum Airstrip am Lake Manyara und (von Kili und Sansibar) nach Arusha. Die Flüge können online schon vor dem Urlaub gebucht werden.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Die Vielfalt an frisch gefangenem Fisch und Meeresfrüchten macht das Essen an der Küste zu einem einzigen Genuss. Fisch wird meist als Ganzes gegrillt oder in einer gewürzten Sauce gekocht. Hummer ist eine Spezialität, die auf Sansibar besonders erschwinglich ist und die man unbedingt probieren sollte, am besten einfach gekocht oder gegrillt. Auch die riesig großen Krebse und Krabben sind sehr wohlschmeckend.

Wer lieber Fleisch als Fisch isst, befindet sich in Tansania in guter Gesellschaft. Nicht umsonst ist nyama choma (gegrilltes Fleisch) das Nationalgericht im Binnenland. Traditionell wird dafür ein vom Kunden ausgesuchtes Stück Ziege oder Schaf auf Holzkohle gegrillt und am Tisch in Stücke geschnitten, dazu gibt es Salz und Ugali (Maisbrei). Ebenso zubereitet wird frisch geschlachtetes Rind angeboten, Schwein gibt es hingegen nur selten und ist sehr teuer. Das Rindfleisch aber ist günstig und zudem von erstklassiger Qualität: Alle Tiere stammen aus Freilandhaltung. Tansanier schwören auf durchwachsenes Fleisch mit ordentlicher Fettkante, doch es hat sich herumgesprochen, dass Urlauber meist magere Stücke bevorzugen. Aus hygienischen Gründen sollten Sie Ihr Steak mindestens medium bestellen, zumal "blutig" (Englisch: rare) in Tansania durchaus wörtlich genommen wird.

Vegetarier können sich auf die indische Küche freuen, die praktisch überall angeboten wird. Zu den beliebtesten Gerichten gehören dal (Linseneintopf), massalas (Currys) mit Gemüse (oder Huhn) und der auf vielfältige Weise zubereiteter paneer, ein fester Kochkäse. Dazu werden Reis, nan oder roti (verschiedene Fladenbrote) serviert.

Den Tag beginnen die Tansanier im Binnenland zünftig: Eier, baked beans, Würstchen und ausgebratener Speck, dazu elastisches Toastbrot, das mit Butter oder blue band (spezielle Margarine, die erst bei hohen Temperaturen schmilzt) bestrichen wird. Gutes Vollkornbrot ist selten. An der Küste besteht das Frühstück meist aus chai (Tee) mit mandazi (Krapfen) oder chapati (Teigfladen). Auf Sansibar gibt es den starken arabischen Kaffee, oft mit einer Prise Kardamom gewürzt, der aus mit einem langen, vogelartigen Schnabel versehenen Kannen ausgegossen wird. Ansonsten ist (von Moshi und Arusha abgesehen) guter Kaffee im Land selten: Es dominiert Instantkaffee, der dünn aufgegossen wird.

Als Snack gibt es nichts Besseres als die tansanischen Früchte, die sensationell schmecken - kein Vergleich zur deutschen Supermarktware, die im Schiff oder Flugzeug Tausende Kilometer nach Europa zurückgelegt hat. Außer den kleinen, süßen Bananen gibt es Mangos, mehrere Sorten Papaya (mit einem Spritzer Zitronensaft essen) und Passionsfrucht, die man auslöffelt - die Kerne werden mitgegessen. Ananas sind größer als die in Deutschland erhältlichen und haben eine erfrischende, säuerliche Note. Die grünen Orangen isst man nicht in Stücken, sondern beißt in ein Achtel und saugt den Saft aus.

Einmal zumindest sollten Sie traditionell tansanisch essen. Im Mittelpunkt eines solchen Mahls steht die Sättigungsbeilage, entweder Ugali oder Reis. Je nach Geldbeutel gibt es dazu einen Eintopf aus Fisch, Huhn, Ziege oder Schaf oder aber schlicht Bohnen. Mishkaki sind Fleischspießchen, die am Straßenrand auf Holzkohle gegrillt werden. Auch Kochbananen und Maiskolben werden auf diese Weise zu bereitet. Andere beliebte Snacks sind Sambusas (auch Samosas genannt), frittierte Teigtaschen, die mit Spinat, Fleisch oder Fisch gefüllt sein können. Dazu gibt es auf Wunsch die scharfe Kachumbari-Sauce.

Wenn die Sonne untergeht, ist das in Tansania Anlass für einen Sundowner (einen Dämmerschoppen), etwa ein lokales Bier: Safari und Kilimanjaro oder das kenianische Tusker werden in Halbliterflaschen serviert. Auch Guinness und das südafrikanische Pilsner werden praktisch überall verkauft. Tansanier trinken ihr Bier gerne warm: Wer ein kaltes Bier möchte, sollte bei der Bestellung baridi (kalt) dazu sagen. Wein wird meist aus Südafrika importiert und ist sehr teuer. Liebhaber von Cocktails haben die Wahl: wo es Touristen gibt, werden auch Mixgetränke serviert. Tansanier greifen gerne zu Whisky (Vorsicht vor den lokalen Sorten, von denen die berüchtigsten in Plastikbeuteln verkauft werden) oder Gin Tonic. Wasser sollten Sie nur aus Flaschen, nie aus der Leitung trinken. Ein Drink der besonderen Art: Mit einer Machete wird die Spitze einer grünen Kokosnuss gekappt, damit man die durchsichtige und sehr erfrischende Kokosmilch trinken kann. Danach schabt der Verkäufer für Sie mit einem Stück Schale das junge Kokosfleisch auf der Innenseite ab, das Sie zum Schluss Stück für Stück verzehren.

Um Magenprobleme zu vermeiden, gilt auch in Tansania die goldene Tropen-Regel: Gekocht muss das Essen sein, gegart oder geschält - andernfalls sollte man die Finger davon lassen. Vor allem lauwarme Hotelbuffets mit lange warmgehaltenem Essen sind Bakterienherde. Ein bisschen Bauchgrummeln, weil Gewürze und Gerichte anders sind, ist dagegen gerade in den ersten Tagen oft die Regel. Da hilft es, sich auf die Sättigungsbeilagen zu konzentrieren. Gerade Reis und Ugali wirken oft Wunder.

Trinkgeld

In Restaurants ist oft eine service charge im Preis enthalten, ansonsten können Sie den Betrag einfach aufrunden. Bei längeren Safaris oder Bergtouren sind sehr großzügige Trinkgelder des Gastes hingegen fest eingeplant. Sprechen Sie im Zweifelsfall vorher mit dem Veranstalter.

Einkaufen und Shoppen

Souvenirs gehören zum Urlaub - dafür sorgen schon die Verkäufer, die überall dort zu finden sind, wo es Touristen gibt. Dabei gilt: Feilschen Sie um jeden Preis! Vor allem auf der Straße (auf Sansibar auch in den Läden) ist das üblich. Das Startangebot ist oft um ein Vielfaches höher als die Summe, auf die Sie sich zum Schluss einigen können. Nennen Sie als Antwort einen viel zu niedrigen Preis, und langsam werden Sie sich aufeinander zubewegen. Haben Sie einem Preis einmal zugestimmt, ist der Handel abgeschlossen - nachverhandeln geht nicht.

Kleidung

Kangas - farbenfrohe Gewänder aus dünner Baumwolle, die Standardkleidung an der Küste - sind ein Stück gewebter Poesie. So werden Neugeborene in Kangas gewickelt, auf denen titi la mama ni tamu steht: Mamas Milch ist die beste. Freundinnen tragen den Kanga, der traditionell in zwei identischen Teilen verkauft wird, als Beweis ihrer Freundschaft. Wer sich einen Kanga zulegen will (Kosten: zwei bis drei Euro), sollte sich unbedingt zeigen lassen, wie er gebunden wird - angeblich gibt es mehr als 100 Arten.

Kulinarisches

Geschmackvolle Souvenirs sind Cashewkerne oder tansanischer Kaffee, der vor allem in den Anbaugebieten im Hochland verkauft wird. Ein gutes Mitbringsel sind auch exotische Gewürze, die Sie am besten dort kaufen, wo es die Einheimischen tun: auf den Märkten. Riechen und probieren Sie ruhig, um die Frische sicherzustellen. So machen es die Tansanier auch.

Kunst

Überall im Land bekommt man die mit Fahrradlacken gemalten Tierbilder in der Tradition von Eduardo Tingatinga. Der 1936 geborene Künstler hatte sich eigentlich nur ein paar Schillinge verdienen wollen, als er in den 1960ern begann, für Touristen Bilder zu malen. Deren Erfolg machte ihn über die Grenzen Tansanias hinaus bekannt. Nach dem Tod Tingatingas 1972 entwickelten Schüler und Verwandte den Stil fort. Weil die Originalbilder auf 60 cm2 großen Flächen entstanden sind, heißt das Genre auch Quadratkunst. Gute Adressen für Tingatinga-Malerei sind in Dar die Künstlerkooperative und der Msasani Slipway Weekend Craft Market (Sa/So | Halbinsel Msansani) sowie die Straßenverkäufer entlang der Hurumzi Road in Sansibars Stone Town. Moderne Bilder und Skulpturen von tansanischen Künstlern bekommen Sie vor allem in Daressalaam: etwa in der Mawazo Gallery. Zu den ganz besonderen Mitbringseln gehört Tansanit, der leuchtend blaue Edelstein, der in nur einer einzigen Mine bei Arusha gefördert wird - unbedingt nur in etablierten, verlässlichen Boutiquen kaufen.

Kunsthandwerk

Holzschnitzereien gibt es in jeder Größe und Form. Die Stücke aus schwarzem Holz leiten sich aus der Tradition der Makonde her, die im Südosten Tansanias leben. Von dort kommt heute noch echte Makonde-Kunst aus afrikanischem Ebenholz (mpingo), die mehrere Tausend Euro kosten kann. Die als Souvenir erhältlichen Stücke kosten hingegen einen Bruchteil. Schatullen und andere Schnitzereien aus Speckstein (soap stone), die sehr günstig und hübsch anzusehen sind, kommen aus Kenia. Farbenfrohes Flechtwerk aus Perlen gibt es von den Massai als Schlüsselanhänger, Ketten und Ähnliches.

Spielzeug

Ein Souvenir, mit dem auch die Einheimischen spielen, ist das Bao-Spiel. Auf Sansibar werden mit dem aufklappbaren Brett (Samenkörner dienen als Spielsteine) richtige Meisterschaften durchgeführt. Zu kaufen gibt es das Spiel überall in Sansibar-Stadt. Vergessen Sie nicht die Regeln einzufordern - oder Sie lesen im Internet nach unter www.bleyenberg.de/afrikanische_spiele.

Typisch afrikanisch sind auch die aus alten Blechdosen und Drähten zusammen gebauten Spielzeugautos und -flugzeuge, mit denen auch tansanische Kinder spielen. Jedes einzelne Spielzeug ist mit Sicherheit ein Einzelstück.

Spezialitäten

Chai Tansanische Teevariante. Die Blätter werden in Milch statt in Wasser gekocht, dazu gibt es viel, viel Zucker
Chapati Teigfladen aus Mehl und Wasser, der am Morgen noch warm zu einer Tasse chai genossen wird
Chipsi Mayai Beliebtes Fastfood, ähnlich der spanischen Tortilla. In dieser Variante allerdings mit Pommes frites serviert
Custard Apple Das saftige, weiße Fleisch der auf Sansibar angebauten Frucht schmeckt wie der britische Pudding gleichen Namens
Dagaa Sardinenartiger Fisch aus dem Viktoriasee, der gebraten oder frittiert als Ganzes gegessen wird
Kachumbari Wenn Tansanier "scharf" sagen, dann meinen sie auch scharf - vor allem bei dieser Sauce, die zu Fleisch oder Fisch gereicht wird
Mandazi In Fett gebackener, dreieckiger Krapfen, der statt chapati zum Frühstück serviert wird
Mango Von Dezember bis März ist Erntezeit auf Sansibar. Dann gibt es die süßen Früchte frisch vom Baum. Besonders wohlschmeckend sind die kleinen, runderen apple mangoes
Mchuzi Aus Zwiebeln, Tomaten und anderen Gemüsen gekochte Sauce, die traditionell zu Ugali serviert wird
Pilau Ein mit Zimt, Kardamom und Fleischstückchen zubereiteter Reiseintopf
Samosas/Sambusas Mit Fleisch, Fisch oder Gemüse gefüllte und frittierte Teigtaschen. Ein toller Snack für zwischendurch
Suaheli-Reis In Kokosmilch gekochter Reis, mit Koriander und anderen Gewürzen abgeschmeckt. Wird an der Küste zu allen Fischgerichten gereicht
Ugali Fester, geschmacksneutraler Maisbrei, der Saucen wunderbar aufnimmt und satt macht - für viele Tansanier das tägliche Brot
Stichworte

Aids

Die Immunschwächekrankheit hat in Tansania fast eine ganze Generation auf dem Gewissen. Auf dem Land sind es heute überwiegend die Großeltern, die ihre Enkel großziehen. Mehr als 25 Jahre nach dem ersten Auftreten sind heute mindestens 1,6 Mio. Tansanier infiziert. Die Zahl der Todesfälle wird auf jährlich zwischen 100000 und 200000 geschätzt. Ungeschützter Sex ist auch für Urlauber lebensgefährlich.

Big Five

Löwe, Rhinozeros, Elefant, Leopard und Büffel: Die fünf größten Säugetiere Afrikas waren früher das Hauptziel der Jagdsafaris und werden Big Five genannt. Doch die Tage der Großwildjäger, die auf Felle und Elfenbein aus waren, sind vorbei. Heute geht man auf Fotosafari - und anstelle des omnipräsenten Büffels zählt dabei der Gepard zu den Big Five.

Bongo Cinema

Wie bedeutend Tansanias eigene Filmindustrie ist, zeigte ein tragisches Ereignis im Frühjahr 2012: Mehr als 30000 Fans gingen in einem Trauerzug auf die Straße, um den Tod des Schauspielers Steven Kanumba (genannt "der Große") zu betrauern. Tansanias Präsident sagte eigens eine Auslandsreise ab, um beim Begräbnis dabei zu sein. Zwar war Kanumba bei seinem Tod erst 28 Jahre alt, doch seine Auftritte in den vor Ort gedrehten "Bongo"-Filmen hatten ihn in ganz Ostafrika (und darüber hinaus) berühmt gemacht. Die Bongo-Filme made in "Tollywood" laufen in Bars, Hotels und in jedem Haushalt, der einen Fernseher hat, von morgens bis abends rauf und runter. Dass die Kamera wackelt und der Ton kratzt und scheppert, stört die Zuschauer ebenso wenig wie das meist einfältige Laienspiel der meisten Schauspieler oder die durchsichtige Handlung. Fast immer geht es um Liebe und Familienzwist. Fäuste fliegen, Küsse werden gehaucht und ab und an wird ein traditioneller Zauber gesprochen. Bongo-Filme sind vor allem eins: zu 100 % im tansanischen Alltag verhaftet, so dass die Zuschauer sich mit der Handlung identifizieren können. DVDs der Filme, die auf Suaheli und auf Englisch produziert werden, gibt es auf jedem Markt zu kaufen.

Dalla-Dalla

Faszinierend, wie viele Menschen in einen Toyota-Kleinbus passen: Bei einer Fahrt mit dem Dalla-Dalla sind 25 Fahrgäste keine Seltenheit. Umso erstaunlicher ist es, wenn man die Tansanier nach der heißen, holprigen Fahrt aussteigen sieht: die Anzüge scheinbar unzerknittert, die Kleidung fleckenlos! Touristen können sich dem traditionellen Gefährt in der Stadt (nur tagsüber!) durchaus anvertrauen. Auf Sansibar sind die privat betriebenen Kleinbusse das Standardverkehrsmittel - staatliche Busgesellschaften gibt es dort nicht. Der große Vorteil der Dalla-Dallas ist ihr Preis: Eine Stadtfahrt kostet selten mehr als ein paar Hundert Schillinge.

Jambo

Jambo! (sprich: Dschambo!) heißt "Hallo" auf Suaheli und ist der Start für ein ausführliches Begrüßungsritual, bei dem man sich nach dem Wohlergehen der Familie, der Arbeit, der Kinder und dem ganzen Rest erkundigt. Diese Form der Höflichkeit hat einen hohen Stellenwert in Tansania: Niemand käme auf die Idee, in einen Laden zu gehen und einfach etwas zu kaufen. Erst mal wird nachgefragt, wie es dem Verkäufer geht - ob man noch zum Geschäftlichen kommt, wird sich zeigen. Zeit haben Tansanier schließlich als Einziges im Überfluss.

Juju

Zauberei oder Juju bestimmt bis heute alle Aspekte des tansanischen Lebens. Ein Drittel der Tansanier hat in der letzten Volksbefragung als Religion "Naturglauben" angegeben - in Wirklichkeit sind es wohl viel mehr, die außer zur Kirche auch zum Juju-Priester und statt ins Krankenhaus zum Geisterheiler gehen. Als Humbug abtun sollte man den Glauben keinesfalls. Er hat eine längere Geschichte als manch andere Religion und ist tief im Land und seinen Traditionen verwurzelt.

Musik

Musik und Tanz gehören auch in den ärmsten Dörfern fest zum Leben. Eines der beliebtesten Instrumente ist das Xylofon. In Zentral-Tansania werden mit marimbas - Xylofone mit vibrierendem Hohlkörper - ganze Orchester bestückt. Vor allem im Westen des Landes ist die Trommel (ngoma) bei Festen das beherrschende Instrument - es gibt sogar einen gleichnamigen Tanz. In der Kolonialzeit führten deutsche und britische Militärkapellen zur Entwicklung von beni ngoma - Musikvereinen, die traditionelle Trommeln mit Blechblasinstrumenten verbinden. Zur Musik der Moderne gehört eine lebendige Hip-Hop-Szene und der enorm beliebte Bongo Flava - Rap mit afrikanischen Einschlägen. An der Küste und besonders auf Sansibar ist es die arabisch beeinflusste Taarab-Musik, die die Menschen begeistert. Ihre Kennzeichen: Rhythmus, Trommeln und aktuelle, oft kritische Texte. Mehr zur zeitgenössischen Musik Tansanias unter www.afropop.org oder www.bongoflava.com.

Mzungu

Je weiter entfernt von der Touristenroute Sie unterwegs sind, desto eher werden Kinder mit dem Finger auf Sie zeigen und mzungu, mzungu (Suaheli für: weißer Mann) rufen. Zwar sind die Zeiten vorbei, als man auf dem Land noch nie einen Weißen gesehen hatte. Doch außergewöhnlich ist europäischer Besuch dort immer noch. Mzungu sind Sie aber auch in den Touristenhochburgen, wo Sie oftmals nicht drum herumkommen, Mzungu-Preise zu zahlen, die dem westlichen statt dem afrikanischen Geldbeutel angepasst sind.

Safari

Eine Safari (Suaheli für: Reise) in Tansania ist ein einmaliges Erlebnis. Rechnen Sie mindestens zwei, in den größeren Parks besser drei Nächte ein, um Tierwelt und Umgebung in aller Ruhe zu genießen. Die meistbesuchte Safari-Region ist der Northern Circuit westlich und nordwestlich von Arusha. Dort befinden sich die beliebtesten Nationalparks des Landes: die Serengeti, Ngorongoro, Lake Manyara und Tarangire. Den weniger bekannten Southern Circuit (u. a. Selous Game Reserve) erreichen Sie von Daressalaam aus.

Eine Tour in die nördlichen Parks organisieren Sie am besten von Arusha aus. Die meisten auf den Süden spezialisierten Veranstalter sitzen in Dar. Die Buchung einer Safari vor der Ankunft in Tansania ist üblich und zudem ratsam - vor allem in der Hauptsaison sind Lodges und Touren oft Monate im Voraus ausgebucht. Angeboten werden meist packages (Transport, Unterbringung, Safari plus Fahrer und/oder Führer im Paket). Die Preise der Veranstalter (tour operators) variieren stark. Rechnen Sie für eine Safari, bei der Sie in einer Lodge übernachten, mit mindestens 250 Euro pro Kopf und Nacht (nach oben offen). Die Hälfte davon geht allein für Parkgebühren drauf.

Safaris sind - mit Ausnahme der Regenzeiten, wenn Wege oft unpassierbar werden - zu jeder Jahreszeit möglich. Von Juni bis September - und damit nach der großen Regenzeit - halten sich besonders viele Tiere in den Nationalparks auf, weil sie genügend Wasser und Futter vorfinden.

Suaheli

Die Suaheli (englisch: Swahili) waren Tansanias erste bekannte Hochkultur, entstanden aus einem Mix von afrikanischen, persischen und arabischen Kaufleuten und Traditionen. Ab dem 10. Jh. bauten sie Städte und den Goldhandel mit der Außenwelt aus. Eine der größten Ruinenstädte der Suaheli liegt auf Kilwa Kisiwani, einer Insel südlich von Dar. Ibn Battuta, eine Art arabischer Marco Polo des 14. Jhs., beschrieb Kilwa als "eine der schönsten und bestkonstruierten Städte der Welt". Manche Historiker glauben, dass die Legende von König Salomons Goldminen hier ihren Ursprung hat. Nach dem 15. Jh. verschwand die Suaheli-Kultur auf einmal von der Bildfläche. Darüber, was mit ihr geschah, rätseln Archäologen bis heute. Das heutige Tansania verdankt den Suaheli seine Landessprache: Nach der Unabhängigkeit entschied sich Julius Nyerere, Kisuaheli und nicht Englisch zur Staatssprache zu machen. Außerdem verabreden sich die Tansanier bis heute in Suaheli-Zeit: Sie beginnt mit 0 Uhr bei Sonnenaufgang (am Äquator fast immer um 6 Uhr früh), 6 Uhr entspricht unserer Mittagsstunde, und um 12 Uhr (18 Uhr) geht die Sonne wieder unter. Fragen Sie im Zweifel nach, welche Zeit gemeint ist!

Ujamaa

Tansanias erster Präsident Julius Nyerere, der von 1961 bis 1985 regierte, führte sein Land in den "afrikanischen Sozialismus", dessen Kern die Dorfgemeinschaft sein sollte. Die Politik des Ujamaa (Suaheli für: Gemeinschaft) führte die Bevölkerung in Gemeinschaftsdörfern zusammen, die sich selbst verwalten und versorgen sollten. Tansanias Einheitspartei Tanu bestimmte 8000 Ujamaa-Dörfer, Hunderttausende wurden dorthin zwangsumgesiedelt. In den Dörfern wurden intensive Monokulturen propagiert, was zur Auslaugung der Böden und zum Versiegen der Quellen führte. Viele dieser Orte leiden noch heute darunter. Korruption und Machtmissbrauch taten ein Übriges, um ein wirtschaftliches Desaster zu schaffen, das auch die Regierung Nyerere nicht länger ignorieren konnte. Ende der 1970er Jahre wurde das Experiment eingestellt.

Vielvölkerstaat

128 Völker oder Ethnien leben in Tansania in Frieden miteinander. Das liegt zum einen daran, dass es keine dominierende Volksgruppe gibt: Sukuma, Nyamwezi und Makonde, die drei größten Ethnien, stellen jede für sich weniger als zehn Prozent der Bevölkerung. Die Volkszugehörigkeit ist von großer Bedeutung: Sprache, Kultur, Zeremonien und Riten werden bewusst gepflegt. Dennoch fühlen sich Tansanier, anders als in anderen afrikanischen Ländern, vor allem als Staatsbürger: einer der positiven Effekte von Nyereres Ujamaa-Politik. Denn nachdem Mitglieder verschiedenster Ethnien zwangsweise in den Gemeinschaftsdörfern landeten und dort mit ihren Problemen klarkommen mussten, entstand ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das es vorher nicht gegeben hatte.

Wiege der Menschheit

Für Paläontologen ist die Sache klar: Wir sind alle Afrikaner. Vermutlich trennte sich der Entwicklungspfad von Affen und Menschen vor vier bis sechs Mio. Jahren im Great Rift Valley, das sich durch Tansania, Kenia und Äthiopien zieht. Belege dafür fand das Forscherpaar Richard und Mary Leakey in der tansanischen Olduvai-Schlucht. Aus den dort entdeckten Knochenresten lässt sich ablesen, dass der jüngste Vorfahre des heutigen Menschen, der Homo erectus, mindestens 1 Mio. Jahre neben anderen Hominiden in Afrika lebte, bevor sich aus ihm vor ca. 500000 Jahren der Homo sapiens entwickelte. Vom Rift Valley aus breitete sich der "denkende Mensch" in die unwirtlichen Gegenden im Norden (Europa) und den Rest der Welt aus.

Bloss nicht!

Auf flycatcher eingehen

Fliegenfänger nennt man jene Männer, die Touristen ansprechen und Ihnen wahlweise günstige Safaris, Ausflüge oder Tickets besorgen wollen. Worauf das Ganze hinausläuft: Man will Ihr Geld. Gehen Sie deshalb weiter, und lehnen Sie höflich, aber bestimmt ein Gespräch ab. Das gilt auch, wenn Sie von bettelnden Kindern angesprochen werden, und vor allem dann, wenn man Ihnen anbietet, auf der Straße Geld zu wechseln: Solche Geschäfte sind illegal.

Zärtlichkeiten austauschen

Jeder öffentliche Austausch von Zärtlichkeiten - auch Händchen halten! - ist in Tansania (erst recht auf den Inseln) absolut verpönt. Besonders öffentliches Küssen wird ungern gesehen. Homosexualität ist sogar verboten, auch wenn das Verbot kaum geahndet wird.

Ungeduldig werden

Höflichkeit, Freundlichkeit und Geduld sind in Tansania unerlässlich. Auch wenn Sie nur nach dem Weg fragen, sollten Sie sich die Zeit nehmen, Ihr Gegenüber zu begrüßen (das richtige Händeschütteln schauen Sie sich am besten bei den Tansaniern ab!). Der Umgang mit Autoritäten verlangt Feingefühl: Bleiben Sie höflich und ruhig, sonst kommen Sie nicht zum Ziel. Und schenken Sie Ihrem Gesprächspartner Zeit - es ist das höchste Gut.

Bei der Hymne sitzen bleiben

Wenn die Nationalhymne erklingt (und das passiert vor jeder öffentlichen Aufführung, sei es Konzert, Kinofilm o. Ä.), gilt für jeden: aufstehen und innehalten, bis die Musik zu Ende ist.

Den Helden spielen

Die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr groß, aber: Falls Sie überfallen werden, geben Sie den Dieben, was sie wollen. Oft sind Räuber mit einem Messer oder einer Pistole bewaffnet und haben keine Hemmungen, sie einzusetzen.

Mit dem Trinkgeld knausern

Wenn Sie mit einem Führer auf eine Safari gehen, auf den Kili steigen oder einen Fahrer mieten, zeigen Sie sich - außer, Sie sind unzufrieden - großzügig. Ihr Trinkgeld sichert sehr wahrscheinlich das Haupteinkommen Ihres Guides und seiner Familie.

Mit großen Scheinen reisen

Ob beim Kauf von Bustickets, im Markt oder in der Garküche: Wechselgeld ist selten vorhanden. Sie sollten deshalb immer genügend Kleingeld in der Tasche haben. Und sich nicht ärgern, wenn Ihnen zu wenig Wechselgeld herausgegeben wird. Diese Großzügigkeit funktioniert in beide Richtungen. Beim nächsten Einkauf bekommen Sie vielleicht 100 Schillinge geschenkt.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Kurtaxe

Auf Hotelübernachtungen wird eine zusätzliche öffentliche Abgabe von 1,50 US-$ erhoben. Diese kann bereits im Übernachtungspreis inbegriffen sein oder auch nachträglich erhoben werden.

Reisen über Land

Reisenden wird empfohlen, Menschenansammlungen zu meiden.

Das größte Gesundheitsrisiko für Reisende in Tansania besteht darin, bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden. Das Straßennetz ist unzulänglich und überlastet. Es gibt häufig schwere Verkehrsunfälle. Reisende sollten darauf achten, dass die von ihnen genutzten Wagen in gutem, fahrtauglichem Zustand sind. Immer Sicherheitsgurt anlegen!

Überlandfahrten sollten nach Einbruch der Dunkelheit vermieden werden. Eisenbahnreisen sind zwar möglich, aber es ist (mindestens) mit erheblichen Verspätungen zu rechnen; viele Züge verkehren nicht fahrplangemäß.
In der letzten Zeit häufen sich schwere Busunglücke auf den Schnellstraßen in Tansania. Beim Kauf von Bustickets für Überlandfahrten sollte besonderes Augenmerk auf die Wahl der Busgesellschaft gelegt werden.

Flugreisen

Es gibt ein gut ausgebautes Flugnetz zur Bewältigung längerer Strecken.

Benutzung von Fähren, einschließlich Sansibar

Zwischen Daressalam und der Inselgruppe Sansibar ereigneten sich in der Vergangenheit mehrere schwere Fährunglücke, bei denen mehrere hundert Tote zu beklagen waren. Nicht immer ist davon auszugehen, dass Fähren ausreichend gewartet sind. Bei der Benutzung von Fähren sind augenscheinlich überfüllte oder überladene Fähren zu meiden. Bei Sturm oder Gewitter sollte die nächste Möglichkeit einer ruhigen Überfahrt abgewartet werden.
Aktuelle Informationen sind beim privaten Tourismusverbands Sansibars erhältlich.
Alternativ zur Fährverbindung werden mehrfach täglich Flüge nach Sansibar angeboten.

Geld/Kreditkarten

Die Mitnahme von ausreichend Bargeld (Euro/US-Dollar) wird empfohlen. Travellerschecks werden nur noch von wenigen Banken und internationalen Hotelketten akzeptiert. Bei Mitnahme von Dollarnoten ist zu beachten, dass von den Banken und Wechselstuben meist nur Dollarnoten mit Prägedatum ab dem Jahr 2006 angenommen werden. Der Umtausch von Euro in Landeswährung bleibt auf die großen Städte und bestimmte Hotels beschränkt. Das Abheben von Bargeld mit deutschen Bankkarten ist an den Geldautomaten nur noch selten möglich. Empfehlenswert ist daher die Mitnahme von (mehreren) Kreditkarten, mit denen eine Bargeldabhebung an den meisten Geldautomaten möglich ist. Insbesondere mit der weiter verbreiteten VISA-Karte lässt sich bei verschiedenen Banken relativ zuverlässig Bargeld abheben. Allerdings ist zu beachten, dass der Service an den Geldautomaten gelegentlich Störungen unterliegt und daher eine Bargeldreserve empfohlen wird. Auch kam es in der Vergangenheit des Öfteren zu unberechtigten Bargeldabhebungen Dritter zu Lasten einer kurz vorher am Geldautomat benutzten Kreditkarte. Es empfiehlt sich daher, die Kreditkartenabrechnungen gründlich zu kontrollieren und verdächtige Doppelabhebungen bzw. Abbuchungen dem Kreditinstitut zu melden. Kreditkarten als Zahlungsmittel werden meist in größeren Hotels akzeptiert. Es empfiehlt sich aber, sich vor Abreise kundig zu machen, da viele Hotels nur noch VISA-Karten akzeptieren.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Aktuelle medizinische Hinweise
Gelbfieber-Impfung
Die tansanische Botschaft in Berlin hat erklärt, dass alle Reisenden aus Deutschland und Europa, die direkt nach Sansibar reisen, sich weniger als 12 Stunden im Transit in einem Gelbfiebergebiet aufhalten, keinen Nachweis einer Gelbfieberimpfung benötigen. Rückmeldungen von Reisenden bestätigen dies.
Reisende, die über das Festland nach Sansibar einreisen, werden bei der Einreise am Hafen oder am Flughafen nochmals kontrolliert, ob sie sich zuvor in einem Gelbfieberendemiegebiet aufgehalten haben.
Im Zweifel sollten die Hinweise des sansibarischen Gesundheitsministeriums bzw. die Stellungnahme der Botschaft Tansanias in Berlin mitgeführt werden. Siehe auch unter Impfschutz.

Cholera

Nach dem Auftreten von Cholera in Flüchtlingseinrichtungen der Region Kigoma bereits Anfang 2015 ist eine Ausbreitung über weite Teile des Landes zu verzeichnen. Betroffen sind auch immer wieder Daressalam (insbesondere Slums), Arusha und Sansibar. Es ist ausschließlich die einheimische Bevölkerung betroffen. Ausbruchkontrollmaßnahmen laufen, allerdings sind ein Ende des Ausbruchs und die weitere Entwicklung nicht absehbar. Bei Einhaltung der empfohlenen Hygienemaßnahmen (s. u.), besteht für Touristen weiterhin kein oder ein nur äußerst geringes Risiko.

Cholera wird über ungenügend aufbereitetes Trinkwasser oder rohe Lebensmittel übertragen. Nur ein kleiner Teil der an Cholera infizierten Menschen erkrankt und von diesen wiederum die Mehrzahl mit einem vergleichsweise milden klinischen Verlauf. (Vgl. Merkblatt des Auswärtigen Amts unter www.diplo.de/reisemedizin).
Eine Cholera-Schluckimpfung steht grundsätzlich zur Verfügung. Sie erfordert eine zweimalige Gabe mit einem mindestens zweiwöchigen Vorlauf. Die Indikation für eine Choleraimpfung ist in der Regel aber auch in der momentanen Situation nur bei besonderen Expositionen (z.B. Arbeit im Krankenhaus mit Cholerapatienten) gegeben. Für touristische Reisen nach Tansania ist eine Impfung nicht erforderlich. Im Zweifel wird eine individuelle Beratung durch einen Tropen- oder Reisemediziner dazu empfohlen.

Impfschutz

Bei der direkten Einreise aus Deutschland auf das Festland Tansanias und nach Sansibar sind keine Pflichtimpfungen, insbesondere keine Gelbfieberimpfung erforderlich.
Dies gilt auch, wenn im Transit über ein Gelbfieber-Endemiegebiet eingereist wird, solange bei dem Zwischenstopp der Flughafen nicht verlassen wird und der Aufenthalt weniger als 12 Stunden beträgt. Ein Transit z.B. in Addis Abeba oder Nairobi von unter 12 Stunden erfordert keinen Gelbfieberimpfnachweis. Bei einer Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (z.B. Nachbarländer), insbesondere auch auf dem Landwege kann der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung ab dem vollendeten 1. Lebensjahr verlangt werden - siehe auch www.who.int.
Für längere Aufenthalte im Land und bei erhöhter Mückenexposition kann eine Impfung sinnvoll sein.
Eine nachgewiesene Gelbfieberimpfung wird als ausreichend anerkannt, auch wenn diese länger als 10 Jahre zurückliegt.

Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe http://www.rki.de).
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Gelbfieber, Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Krankheit (ACWY) und Typhus empfohlen.

Dengue-Fieber

Dengue-Fieber wird durch tagstechende Mücken (Stegomyia aegypti) übertragen und kommt in den letzten Jahren immer wieder, insbesondere während der Regenzeit an der Küste vor. Die Erkrankung ist durch Fieber, Hautausschlag und schwere Gelenk- und Knochenschmerzen ("break bone fever") gekennzeichnet. In seltenen Fällen treten Blutungskomplikationen auf (Dengue Hämorrhagisches Fieber). Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen (s. u.).

Malaria

Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica (über 85% der Fälle in Tansania!) bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis an den behandelnden Arzt auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig. Ein hohes Risiko besteht landesweit unter 1800m inklusive der Städte und Nationalparks. Ein geringeres Risiko herrscht in den Höhenlagen zwischen 1800 und 2500m, und auf den Inseln Sansibar und Pemba. In den letzten großen Regenzeiten kam es zu einem deutlichen Anstieg der Malariafälle auch in Daressalam. Eine Malariaprophylaxe mit Medikamenten (Chemoprophylaxe) ist daher ratsam. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon/Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich. Die Auswahl und persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme einer Chemoprophylaxe mit einem Tropen- bzw. Reisemediziner besprochen werden.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:
- körperbedeckende (helle) Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden), ggf. mit Imprägnierung,
- ganztägig (→ Dengue) und in den Abendstunden und nachts (→ Malaria) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
- unter einem (imprägnierten) Moskitonetz zu schlafen.

HIV/AIDS

HIV/AIDS ist im Lande ein großes Problem und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes, lebensgefährliches Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und besonders Cholera vermeiden.

Einige Grundregeln

Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z. B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: kochen, selbst schälen oder desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Toilettengang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion wo angebracht durchführen, Einmalhandtücher verwenden.

Weitere Infektionskrankheiten

Afrikanisches Zeckenbissfieber

Eine nach der Malaria häufigste fieberhafte Infektionskrankheit nach Aufenthalt in afrikanischen Nationalparks ist das afrikanische Zeckenbissfieber (african tick bite fever).
Der Erreger, Rickettsia africae, wird durch z. T. sehr stechaggressive Zecken bei ungeschütztem Aufenthalt in Gras- und Savannenlandschaften übertragen. Die Erkrankung ist durch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und später durch einen Hautausschlag (Exanthem) gekennzeichnet. Charakteristisch ist die blutverkrustete Einstichstelle (Eschar), die oft zunächst nicht bemerkt wird. Doxyzyclin zur Behandlung ist gut wirksam. Schutz ist nur durch adäquate Kleidung, Insektenabwehrmittel und Körperkontrolle auf Zecken nach Rückkehr möglich.

Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis)

In der Serengeti und im Tarangire-Nationalpark sowie im Westen des Landes (Tabora, Rukwa, Kigoma) kann es zu einer Infektion mit dem Erreger der Schlafkrankheit kommen, die durch große tagaktive Fliegen (TseTse) mit einem schmerzhaften Stich auch durch dünneren Stoff hindurch übertragen werden kann. So infizierten sich zuletzt mehrere Touristen während des Besuchs des Serengeti-Nationalparks. Vermeidung der Fliegenstiche durch angemessenes Verhalten (u. a. Vorsicht bei Fahrten mit offenen Fahrzeugen) und entsprechende feste Kleidung und stabiles Schuhwerk ist hier besonders angeraten.

Dengue-Fieber

Die durch die starken Regenfälle bedingte Dengue-Fieber-Erkrankungen ist mit dem Ende der Regenzeit 2014 zurückgegangen. Dengue Fieber wird durch tagstechende Mücken (Stegomyia aegypti) übertragen und kommt in den letzten Jahren immer wieder, insbesondere während der Regenzeit, an der Küste vor, jedoch nie in dem Ausmaß wie 2014. Die Erkrankung ist durch Fieber, Hautausschlag und schwere Gelenk- und Knochenschmerzen ("break bone fever") gekennzeichnet. In seltenen Fällen treten Blutungskomplikationen auf (Dengue Hämorrhagisches Fieber). Trotz des Rückgangs der Fälle wird auch weiter zu Mückenschutz am Tage geraten (siehe auch Merkblatt des Auswärtigen Amtes dazu: www.diplo.de/reisemedizin).

Meningokokken-Krankheit (u. a. bakterielle Hirnhautentzündung)

Sie wird vorwiegend in den trockenen Monaten (vor allem Januar bis April) im Norden und Westen des Landes übertragen. Entsprechend der Reiseform und -zeit kann eine Impfung (Kombinationsimpfstoff gegen die vier Meningokokken-Typen ACWY) auch bei einer Aufenthaltsdauer von unter vier Wochen indiziert sein.

Schistosomiasis (Bilharziose)

Die Bilharziose wird beim Baden, Waten oder anderen Freizeitaktivitäten im oder am Süßwasser (z. B. Victoria-See) durch das Eindringen der Wurmlarven durch die intakte Haut übertragen. Vom Baden in Süßwassergewässern sollte daher in ganz Tansania konsequent abgesehen werden.

Gifttiere

In allen tropischen Ländern kommen eine Reihe teilweise gefährlicher Giftschlangen vor, deren Biss schwere Körperschäden inkl. Todesfolge bewirken kann. Viele Schlangen sind nachtaktiv, daher nachts möglichst nicht im Freien umherlaufen. Nicht in Erdlöcher oder -spalten, unter Steine bzw. Reisig, Zweige und ähnlich unübersichtliches Material greifen. Auch kommen einige recht giftige Spinnen- und Skorpionarten, daneben auch andere Tiere mit potentiell starker Giftwirkung (z. B. bestimmte auffällig gefärbte Schmetterlingsraupen, Hundertfüßler) vor. Wie überall in den Tropen gilt: Vorsicht, wohin man greift, wohin man tritt und wohin man sich setzt oder legt. Vor Benutzung von Bettdecken und -laken, Kleidungsstücken, Schuhwerk, Kopfbedeckungen evtl. vorhandene giftige "Untermieter" durch sorgfältiges Ausschütteln entfernen.

Höhenkrankheit

Sollten im Rahmen von touristischen Unternehmungen der Kilimandscharo oder der Mt. Meru bestiegen werden, sind gesundheitliche Probleme möglich (Höhenkrankheit). Eine Bergrettung ist so gut wie nicht vorhanden. Zu Symptomen der Höhenkrankheit siehe auch das Merkblatt des Gesundheitsdienstes unter www.diplo.de/reisemedizin. Eine reise- bzw. höhenmedizinische Beratung wird inbesondere auch beim Vorliegen von Vorerkrankungen dringend empfohlen.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und häufig technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. Vielfach fehlen auch europäisch ausgebildete, englisch sprechende Ärzte.

Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen. Zusätzlich kann der Abschluss einer lokalen Evakuierungsversicherung bei AMREF-Flying Doctors erwogen werden (http://www.amrefgermany.de).

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden. Es gibt im Land immer wieder Engpässe in der Versorgung mit Medikamenten. Auch hierzu ist individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner beraten, beispielsweise über www.dtg.org.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt/Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Es gibt ca. 2000 Krankenhäuser und Kliniken, einige Kirchenmissionen haben medizinische Versorgungsstationen. Außerdem gibt es Privatärzte, Krankenhäuser und Gesundheitszentren. Der Versorgungsstandard entspricht aber bei weitem nicht dem europäischen.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung sowie einer Reiserückholversicherung wird dringend empfohlen.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den
Temperaturen entsprechend gekühlt werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken 4 -
Malaria 3 -
Typhus & Polio Ja -
Cholera 2 -
Gelbfieber Ja/1 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Ein Impfnachweis für Gelbfieber wird von Reisenden verlangt, die über 1 Jahr alt sind und aus einem Gelbfiebergebiet (z. B. aus den Nachbarländern) kommen. Reisende aus Nicht-Endemiegebieten (z. B. Europa) benötigen laut Auswärtigem Amt nur dann eine Gelbfieberimpfung, wenn sie in einem Gelbfiebergebiet den Flughafen beim Zwischenstopp verlassen oder länger als 12 Stunden in diesem Flughafen auf ihren Anschlussflug warten. Reisenden, die einen Langzeitaufenthalt in Tansania planen, wird eine Impfung gegen Gelbfieber angeraten.

[2] Der Nachweis einer Cholera-Impfung ist in ganz Tansania nicht erforderlich. Abweichungen der Grenzbeamten von den eigenen Impfvorschriften sind in Einzelfällen nicht auszuschließen. Der Deutschen Botschaft sind in letzter Zeit allerdings keine Schwierigkeiten bekannt geworden. Das Risiko einer Infektion ist für Touristen gering.

Cholera kommt verstärkt im Arusha, Coast, Dar es Salaam (Distrikte: Ilala, Kinondoni), Dodoma, Kigoma, Kilimanjaro, Lindi, Mara, Mbeya, Morogoro, Mtwara, Mwanza, Rukwa, Shinyanga, Tanga und auf der Insel Sansibar vor. Um sich zu schützen sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Eine Impfung ist nur in seltenen Fällen zu empfehlen. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.

[3] Malariaschutz ist ganzjährig, besonders aber während der Regenzeit (November bis Mai), in allen Landesteilen unter 1.800 m einschließlich der Städte und Nationalparks erforderlich. In Regionen oberhalb der 1.800 m-Marke besteht ein geringeres Risiko der Ansteckung. Die vorherrschende gefährlichere Form Plasmodium falciparum (Malaria tropica) soll hochgradig gegen Chloroquin und Sulfadoxin/ Pyrimethamin resistent sein. Für die Gebiete mit hohem Malariarisiko empfiehlt sich eine medikamentöse Prophylaxe. In den übrigen Gebieten reicht ein Schutz durch langärmelige Kleidung und Mückenschutzmitteln aus. 

[4] Größtes Infektionsrisiko stellen Darminfektionen dar. Die für alle tropischen Länder geltenden Hygieneregeln (z. B. Vorsicht bei Genuss von Nahrungsmitteln und Leitungswasser) sollten sorgfältig beachtet werden. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Unpasteurisierte Milch sollte abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Milchprodukte aus ungekochter Milch sollten nicht konsumiert werden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt.

Andere Risiken

Bilharziose-Erreger können landesweit (auch in Sansibar und Pemba) in manchen Teichen und Flüssen vorkommen. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Landesweit besteht das Übertragungsrisiko von Borreliose durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

Ebenfalls landesweit tritt die durch Insekten verursachte Filariose auf. Ein wirksamer Insektenschutz reduziert die Übertragungsgefahr.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Die Zahl der HIV-Infizierten in Tansania wird auf mehrere Millionen geschätzt. Sexuelle Kontakte mit unbekannten Partnern sollten gemieden werden.

Masern kommen vor. Reisende sollten ihren Impfschutz vor einer Tansania-Reise unbedingt überprüfen und ggf. auffrischen.

Epidemische Ausbrüche der Meningokokken-Meningitis kommen vor allem in den ländlichen Gebieten vor. Um sich zu schützen empfiehlt sich eine Impfung und die Meidung großer Menschenansammlungen.

Pest-Fälle wurden aus der Provinz Tanga am Westhang der Usambara-Berge gemeldet. Der Schutz vor Ratten und Flöhen durch sichere Schlafplätze und häufigeres Wäschewechseln sowie das Fernhalten von bereits Erkrankten reduzieren die Ansteckungsgefahr. Bei beruflich in Pestgebieten Tätigen empfiehlt sich die prophylaktische Einnahme von Antibiotika.

In den Nationalparks Manyara, Serengeti und Ngorongoro sowie in den Gebieten Arusha und Kigoma kann es zu einer Infektion mit dem Erreger der Schlafkrankheit (afrikanische Trypanosomiasis) kommen, die durch die Tsetse-Fliege mit einem schmerzhaften Stich auch durch dünneren Stoff hindurch übertragen werden kann. Vermeiden der Fliegenstiche durch Insektenschutzmittel und entsprechende, möglichst helle Kleidung ist hier besonders angeraten. Bei Verdacht (Reaktion an der Stichstelle, unklares Fieber) sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Tollwut kommt landesweit vor. Hauptüberträger sind Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Zeckenbissfieber tritt landesweit und ganzjährig, v.a. von April bis Oktober, auf. Schutz vor den Überträgern bieten hautbedeckende Kleidung und Insektenschutzmittel.

Reisewarnung

Überblick

Stand - Mon, 09 Jul 2018 11:30:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Mon, 09 Jul 2018 11:32:11 +0200)

Letzte Änderungen:
Medizinische Hinweise (Impfschutz)

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Allgemeine Lage
Die Lage in Tansania ist insgesamt stabil. Gleichwohl kann es jederzeit zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften aus unterschiedlichsten Gründen zu lokalen Gewaltausbrüchen kommen.
Reisenden wird empfohlen, Demonstrationen und Menschenansammlungen zu meiden. Es wird zu erhöhter Vorsicht und Wachsamkeit auf öffentlichen Plätzen sowie beim Besuch von touristischen Sehenswürdigkeiten und religiösen Stätten geraten.
Die politische Lage in der autonomen Teilrepublik Sansibar ist nach umstrittenen Wahlen angespannt, Unruhen können weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Es wird deshalb zu erhöhter Wachsamkeit, insbesondere beim Besuch des Großraums Stone Town geraten.

Piraterie auf hoher See
Vor den Küsten Somalias und seiner Nachbarstaaten sowie in den angrenzenden Gewässern besteht weiterhin ein Risiko von Piratenangriffen und Kaperungen. Nach wie vor sind auch Schiffe tief im Indischen Ozean (um die Seychellen und Madagaskar) sowie vor Kenia, Tansania, Mosambik, Jemen und Oman gefährdet, angegriffen und gekapert zu werden. Schiffsführern in den vorgenannten Gebieten wird dringend empfohlen, höchste Vorsicht walten zu lassen.
Trotz der internationalen Bemühungen zur Eindämmung der Piraterie bleibt die Zahl der Piratenangriffe hoch; ein wirksamer Schutz kann nicht garantiert werden. Schiffsführern in den gefährdeten Gewässern wird eine Registrierung beim Maritime Security Center dringend empfohlen.

Terrorismus
Es hat mehrere Anschläge sowohl auf dem Festland als auch auf Sansibar gegeben, Gotteshäuser und religiöse Führer wurden angegriffen. Die Hintergründe blieben häufig unklar.
In der Region sind weitere Anschläge nicht auszuschließen.

Kriminalität
Derzeit häufen sich die Fälle, in denen Touristen von angeblichen hilfsbereiten Passanten oder angeblichen Taxifahrern angesprochen, die ihnen Unterstützung wie Fahrgelegenheiten anbieten, um sie anschließend auszurauben und/oder unter Androhung von Gewalt zu zwingen, Bargeld vom Geldautomaten abzuheben. Mehrfach wurden Touristen gezwungen, durch Anrufe bei Familie oder Bekannten Geldtransfers über Western Union zu erwirken. In und um Daressalam nimmt diese Art der Kriminalität signifikant zu. Bevorzugte Plätze sind die Bahnhofsstation, Fähranlegestelle und Busstationen, aber auch zunehmend Wohngebiete, etwa Oyster Bay und Masaki. Es wird daher dringend empfohlen, ausschließlich registrierte Taxis zu nutzen. Diese sind an einem grünen, gelben oder blauen Längsstreifen auf der weißen Karosserie zu erkennen und haben ein weißes Kennzeichen. In Zweifelsfällen sollte der Fahrer gebeten werden, seine Registrierung vorzuzeigen.
Es wird dringend davon abgeraten, harmlos erscheinende Hilfsangebote wie z.B. Mitfahrgelegenheiten oder beim Abheben von Geld anzunehmen.
Nicht bewachte Strände und einsam gelegene Gegenden sollten auch tagsüber gemieden werden. Dies gilt insbesondere auch für die Strände in den Küstenstädten.
Mit Einbruch der Dunkelheit sollte von Überlandfahrten abgesehen werden.
Bei Dunkelheit ist von Spaziergängen, selbst in von Touristen frequentierten Stadtvierteln, dringend abzuraten. Es häufen sich Fälle, bei denen Fußgängern Taschen oder Rucksäcke von Dieben auf vorbeifahrenden Motorrädern oder aus Autos heraus gewaltsam entrissen werden, oft mit erheblicher Gefahr für Leib und Leben.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Versorgung im Notfall
Reisende nach Tansania sollten unbedingt auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Kurtaxe
Auf Hotelübernachtungen wird eine zusätzliche öffentliche Abgabe von 1,50 US-$ erhoben. Diese kann bereits im Übernachtungspreis inbegriffen sein oder auch nachträglich erhoben werden.

Reisen über Land
Reisenden wird empfohlen, Menschenansammlungen zu meiden.
Das größte Gesundheitsrisiko für Reisende in Tansania besteht darin, bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden. Das Straßennetz ist unzulänglich und überlastet. Es gibt häufig schwere Verkehrsunfälle. Reisende sollten darauf achten, dass die von ihnen genutzten Wagen in gutem, fahrtauglichem Zustand sind. Immer Sicherheitsgurt anlegen!
Überlandfahrten sollten nach Einbruch der Dunkelheit vermieden werden. Eisenbahnreisen sind zwar möglich, aber es ist (mindestens) mit erheblichen Verspätungen zu rechnen; viele Züge verkehren nicht fahrplangemäß.
In der letzten Zeit häufen sich schwere Busunglücke auf den Schnellstraßen in Tansania. Beim Kauf von Bustickets für Überlandfahrten sollte besonderes Augenmerk auf die Wahl der Busgesellschaft gelegt werden.

Flugreisen
Es gibt ein gut ausgebautes Flugnetz zur Bewältigung längerer Strecken.

Benutzung von Fähren, einschließlich Sansibar
Zwischen Daressalam und der Inselgruppe Sansibar ereigneten sich in der Vergangenheit mehrere schwere Fährunglücke, bei denen mehrere hundert Tote zu beklagen waren. Nicht immer ist davon auszugehen, dass Fähren ausreichend gewartet sind. Bei der Benutzung von Fähren sind augenscheinlich überfüllte oder überladene Fähren zu meiden. Bei Sturm oder Gewitter sollte die nächste Möglichkeit einer ruhigen Überfahrt abgewartet werden.
Aktuelle Informationen sind beim Tourismusverband Sansibars erhältlich.
Alternativ zur Fährverbindung werden mehrfach täglich Flüge nach Sansibar angeboten.

Geld/Kreditkarten
Landeswährung ist der Tansania-Schilling (TZS). Die Mitnahme von ausreichend Bargeld (Euro/US-Dollar) wird empfohlen. Bei Mitnahme von Dollarnoten ist zu beachten, dass von den Banken und Wechselstuben meist nur Dollarnoten mit Prägedatum ab dem Jahr 2006 angenommen werden. Der Umtausch von Euro in Landeswährung bleibt auf die großen Städte und bestimmte Hotels beschränkt. Das Abheben von Bargeld mit deutschen Bankkarten ist an den Geldautomaten nur noch selten möglich. Empfehlenswert ist daher die Mitnahme von (mehreren) Kreditkarten, mit denen eine Bargeldabhebung an den meisten Geldautomaten möglich ist. Insbesondere mit der weiter verbreiteten VISA-Karte lässt sich bei verschiedenen Banken relativ zuverlässig Bargeld abheben. Der Service an den Geldautomaten unterliegt gelegentlich Störungen, daher wird eine Bargeldreserve empfohlen. Auch kam es in der Vergangenheit des Öfteren zu unberechtigten Bargeldabhebungen Dritter zu Lasten einer kurz vorher am Geldautomat benutzten Kreditkarte. Kreditkartenabrechnungen sollten gründlich kontrolliert und verdächtige Doppelabhebungen bzw. Abbuchungen dem Kreditinstitut gemeldet werden. Kreditkarten als Zahlungsmittel werden meist in größeren Hotels akzeptiert, manchmal jedoch nur noch VISA.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein.

Visum
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Tansania ein Visum. Es sollte vor der Einreise bei der Botschaft von Tansania in Berlin beantragt werden.

Das Visum kann auch bei der Einreise nach Tansania auf den internationalen Flughäfen des Landes, dem Seehafen Sansibar oder den großen Grenzübergängen erteilt werden. Die Gebühr hierfür beträgt zurzeit 50,- US-$, Euroscheine werden nur noch selten akzeptiert. Bei Einreisen in Sansibar wird vermehrt auf bargeldlose Zahlung per Kreditkarte (VISA- Card) verwiesen und Bargeld nicht mehr akzeptiert.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Besondere Zollvorschriften

Devisen können in unbegrenzter Höhe ein- und ausgeführt werden. Die Einfuhr von pornographischem Material und Drogen jedweder Art ist verboten. Jagdwaffen müssen bei der Einfuhr deklariert werden. Im Übrigen ist die Einfuhr von Waffen untersagt.

Bei der Ausfuhr von Tiermaterial sind die Vorschriften des Washingtoner Artenschutzabkommens zu beachten (keine Ausfuhr von Gegenständen, die aus dem Material geschützter Tiere hergestellt sind). Aufgrund jüngster Verhaftungen wird davor gewarnt, Tiertrophäen oder Schmuck mit Bestandteilen von Tieren, die CITES-gelistet sind, zu erwerben oder auszuführen. Empfindliche Haft- und Geldstrafen können verhängt werden.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Es ist verboten, militärische und sicherheitsrelevante Einrichtungen (z. B. Flughäfen, Brücken etc.) zu fotografieren.

Für homosexuelle Handlungen sieht das tansanische Strafrecht sehr hohe Gefängnisstrafen vor.

Prostitution wird mit sehr hohen Gefängnisstrafen belegt. Bei Beteiligung Minderjähriger kann ein lebenslanges Strafmaß verhängt werden. Jeglicher sexueller Kontakt von Erwachsenen mit Schülern auch weiterführender Schulen ("secondary schools") ist unabhängig vom Alter der Schüler verboten und wird mit hohen Haftstrafen und Entschädigungszahlungen belegt. Ebenso sind Drogenkonsum, Drogenbesitz und/oder Drogenhandel mit hohen Geld- bzw. Haftstrafen belegt.

Medizinische Hinweise

Aktuelle medizinische Hinweise
Aufgrund des aktuellen Ebolaausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo werden derzeit alle Reisenden, die über Flughäfen und die Landgrenzen nach Tansania einreisen, zur Vermeidung der Einschleppung von Ebola mittels Temperaturscanner auf erhöhte Körpertemperatur überprüft und nachfolgend ggf. einer weiteren Befragung/Untersuchung unterzogen. Bei bestätigtem Verdacht auf Ebola ist von erweiterten Maßnahmen, z.B. Quarantäne, auszugehen.

Gelbfieber-Impfung
Die tansanische Botschaft in Berlin hat erklärt, dass alle Reisenden aus Deutschland und Europa, die direkt nach Sansibar reisen, sich weniger als 12 Stunden im Transit in einem Gelbfiebergebiet aufhalten, keinen Nachweis einer Gelbfieberimpfung benötigen. Rückmeldungen von Reisenden bestätigen dies.
Reisende, die über das Festland nach Sansibar einreisen, werden bei der Einreise am Hafen oder am Flughafen nochmals kontrolliert, ob sie sich zuvor in einem Gelbfieberendemiegebiet aufgehalten haben.
Im Zweifel sollten die Hinweise des sansibarischen Gesundheitsministeriums bzw. die Stellungnahme der Botschaft Tansanias in Berlin mitgeführt werden. Siehe auch unter Impfschutz.

Impfschutz
Bei der direkten Einreise aus Deutschland auf das Festland Tansanias und nach Sansibar sind keine Pflichtimpfungen, insbesondere keine Gelbfieberimpfung erforderlich.
Dies gilt auch, wenn im Transit über ein Gelbfieber-Endemiegebiet eingereist wird, solange bei dem Zwischenstopp der Flughafen nicht verlassen wird und der Aufenthalt weniger als 12 Stunden beträgt. Ein Transit z.B. in Addis Abeba oder Nairobi von unter 12 Stunden erfordert keinen Gelbfieberimpfnachweis. Bei einer Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (z.B. Nachbarländer), insbesondere auch auf dem Landwege wird der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung ab dem vollendeten 1. Lebensjahr verlangt – siehe auch www.who.int.
Für längere Aufenthalte im Land und bei erhöhter Mückenexposition kann eine Impfung auch aus medizinischen Gründen sinnvoll sein.
Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe http://www.rki.de).
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Masern, Mumps, Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Gelbfieber, Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Krankheit (ACWY) und Typhus empfohlen.

Dengue-Fieber
Dengue-Fieber wird durch tagstechende Mücken (Stegomyia aegypti) übertragen und kommt in den letzten Jahren immer wieder, insbesondere während der Regenzeit an der Küste vor. Die Erkrankung ist durch Fieber, Hautausschlag und schwere Gelenk- und Knochenschmerzen ("break bone fever") gekennzeichnet. In seltenen Fällen treten Blutungskomplikationen auf (Dengue Hämorrhagisches Fieber). Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen (s. u.).

Malaria
Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica (über 85% der Fälle in Tansania!) bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis an den behandelnden Arzt auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig. Ein hohes Risiko besteht landesweit unter 1800m inklusive der Städte und Nationalparks. Ein geringeres Risiko herrscht in den Höhenlagen zwischen 1800 und 2500m, und auf den Inseln Sansibar und Pemba. In den letzten großen Regenzeiten kam es zu einem deutlichen Anstieg der Malariafälle auch in Daressalam. Eine Malariaprophylaxe mit Medikamenten (Chemoprophylaxe) ist daher ratsam. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon/Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich. Die Auswahl und persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme einer Chemoprophylaxe mit einem Tropen- bzw. Reisemediziner besprochen werden.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:
- körperbedeckende (helle) Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden), ggf. mit Imprägnierung,
- ganztägig (→ Dengue) und in den Abendstunden und nachts (→ Malaria) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
- unter einem (imprägnierten) Moskitonetz zu schlafen.

HIV/AIDS
HIV/AIDS ist im Lande ein großes Problem und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes, lebensgefährliches Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera
Nach dem Auftreten von Cholera in Flüchtlingseinrichtungen der Region Kigoma bereits seit Anfang 2015 ist eine Ausbreitung über weite Teile des Landes zu verzeichnen. Betroffen sind auch immer wieder Daressalam (insbesondere Slums), Arusha und Sansibar. Es ist ausschließlich die einheimische Bevölkerung betroffen. Ausbruchkontrollmaßnahmen laufen, allerdings sind ein Ende des Ausbruchs und die weitere Entwicklung nicht absehbar. Bei Einhaltung der empfohlenen Hygienemaßnahmen (s. u.), besteht für Touristen weiterhin kein oder ein nur äußerst geringes Risiko.  
Cholera wird über ungenügend aufbereitetes Trinkwasser oder rohe Lebensmittel übertragen. Nur ein kleiner Teil der an Cholera infizierten Menschen erkrankt und von diesen wiederum die Mehrzahl mit einem vergleichsweise milden klinischen Verlauf, siehe Merkblatt Cholera.
Eine Cholera-Schluckimpfung steht grundsätzlich zur Verfügung. Sie erfordert eine zweimalige Gabe mit einem mindestens zweiwöchigen Vorlauf. Die Indikation für eine Choleraimpfung ist in der Regel aber auch in der momentanen Situation  nur bei besonderen Expositionen (z.B. Arbeit im Krankenhaus mit Cholerapatienten) gegeben. Für touristische Reisen nach Tansania ist eine Impfung nicht erforderlich. Im Zweifel wird eine individuelle Beratung durch einen Tropen- oder Reisemediziner dazu empfohlen.
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und besonders Cholera vermeiden.

Einige Grundregeln
Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z. B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: kochen, selbst schälen oder desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Toilettengang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion wo angebracht durchführen, Einmalhandtücher verwenden.

Weitere Infektionskrankheiten
Chikungunya-Fieber

Betroffen ist überwiegend Sansibar und die angrenzende Küstenregion des Festlandes. Grundsätzlich ist eine Gefährdung auch in anderen Landesteilen, insbesondere den Küstenregionen nicht sicher auszuschließen. Die Erkrankung ist wie Dengue-Fieber durch Fieber, Hautausschlag, Gelenk- und Knochenschmerzen gekennzeichnet und wird auch durch die gleichen tagstechenden Mücken (Aedes aegypti) übertragen. Mückenschutz beachten, s.o.

Afrikanisches Zeckenbissfieber
Eine nach der Malaria häufigste fieberhafte Infektionskrankheit nach Aufenthalt in afrikanischen Nationalparks ist das afrikanische Zeckenbissfieber (african tick bite fever).
Der Erreger, Rickettsia africae, wird durch z. T. sehr stechaggressive Zecken bei ungeschütztem Aufenthalt in Gras- und Savannenlandschaften übertragen. Die Erkrankung ist durch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und später durch einen Hautausschlag (Exanthem) gekennzeichnet. Charakteristisch ist die blutverkrustete Einstichstelle (Eschar), die oft zunächst nicht bemerkt wird. Doxyzyclin zur Behandlung ist gut wirksam. Schutz ist nur durch adäquate Kleidung, Insektenabwehrmittel und Körperkontrolle auf Zecken nach Rückkehr möglich.

Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis)
In der Serengeti und im Tarangire-Nationalpark sowie im Westen des Landes (Tabora, Rukwa, Kigoma) kann es zu einer Infektion mit dem Erreger der Schlafkrankheit kommen, die durch große tagaktive Fliegen (TseTse) mit einem schmerzhaften Stich auch durch dünneren Stoff hindurch übertragen werden kann. So infizierten sich zuletzt mehrere Touristen während des Besuchs des Serengeti-Nationalparks. Vermeidung der Fliegenstiche durch angemessenes Verhalten (u. a. Vorsicht bei Fahrten mit offenen Fahrzeugen) und entsprechende feste Kleidung und stabiles Schuhwerk ist hier besonders angeraten.

Dengue-Fieber
Die durch die starken Regenfälle bedingte Dengue-Fieber-Erkrankungen ist mit dem Ende der Regenzeit 2014 zurückgegangen. Dengue Fieber wird durch tagstechende Mücken (Stegomyia aegypti) übertragen und kommt in den letzten Jahren immer wieder, insbesondere während der Regenzeit, an der Küste vor, jedoch nie in dem Ausmaß wie 2014. Die Erkrankung ist durch Fieber, Hautausschlag und schwere Gelenk- und Knochenschmerzen („break bone fever") gekennzeichnet. In seltenen Fällen treten Blutungskomplikationen auf (Dengue Hämorrhagisches Fieber). Trotz des Rückgangs der Fälle wird auch weiter zu Mückenschutz am Tage geraten, siehe auch Merkblatt Dengue-Fieber.

Meningokokken-Krankheit (u. a. bakterielle Hirnhautentzündung)
Sie wird vorwiegend in den trockenen Monaten (vor allem Januar bis April) im Norden und Westen des Landes übertragen. Entsprechend der Reiseform und -zeit kann eine Impfung (Kombinationsimpfstoff gegen die vier Meningokokken-Typen ACWY) auch bei einer Aufenthaltsdauer von unter vier Wochen indiziert sein.

Schistosomiasis (Bilharziose)
Die Bilharziose wird beim Baden, Waten oder anderen Freizeitaktivitäten im oder am Süßwasser (z. B. Victoria-See) durch das Eindringen der Wurmlarven durch die intakte Haut übertragen. Vom Baden in Süßwassergewässern sollte daher in ganz Tansania konsequent abgesehen werden.

Gifttiere
In allen tropischen Ländern kommen eine Reihe teilweise gefährlicher Giftschlangen vor, deren Biss schwere Körperschäden inkl. Todesfolge bewirken kann. Viele Schlangen sind nachtaktiv, daher nachts möglichst nicht im Freien umherlaufen. Nicht in Erdlöcher oder -spalten, unter Steine bzw. Reisig, Zweige und ähnlich unübersichtliches Material greifen. Auch kommen einige recht giftige Spinnen- und Skorpionarten, daneben auch andere Tiere mit potentiell starker Giftwirkung (z. B. bestimmte auffällig gefärbte Schmetterlingsraupen, Hundertfüßler) vor. Wie überall in den Tropen gilt: Vorsicht, wohin man greift, wohin man tritt und wohin man sich setzt oder legt. Vor Benutzung von Bettdecken und -laken, Kleidungsstücken, Schuhwerk, Kopfbedeckungen evtl. vorhandene giftige "Untermieter" durch sorgfältiges Ausschütteln entfernen.

Höhenkrankheit
Sollten im Rahmen von touristischen Unternehmungen der Kilimandscharo oder der Mt. Meru bestiegen werden, sind gesundheitliche Probleme möglich (Höhenkrankheit). Eine Bergrettung ist so gut wie nicht vorhanden. Zu Symptomen der Höhenkrankheit siehe auch das Merkblatt des Gesundheitsdienstes unter www.diplo.de/reisemedizin. Eine reise- bzw. höhenmedizinische Beratung wird inbesondere auch beim Vorliegen von Vorerkrankungen dringend empfohlen.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und häufig technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. Vielfach fehlen auch europäisch ausgebildete, englisch sprechende Ärzte.

Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen. Zusätzlich kann der Abschluss einer lokalen Evakuierungsversicherung bei AMREF-Flying Doctors erwogen werden (http://www.amrefgermany.de).

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden. Es gibt im Land immer wieder Engpässe in der Versorgung mit Medikamenten. Auch hierzu ist individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner beraten, beispielsweise über www.dtg.org.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt/Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Akkordeon

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Türkei Ja Ja/2 Ja
Andere EU-Länder Ja Ja/1/2 Ja
Schweiz Ja Ja/2 Ja
Österreich Ja Ja/2 Ja
Deutschland Ja Ja/2 Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss noch 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig sein.

Visainformationen

Erforderlich u.a. für Staatsangehörige der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder.


Visitor's Pass bei der Einreise: U.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder erhalten bei Einreise einen Visitor's Pass für einen Aufenthalt von bis zu 3 Monaten:
[1] Malta, Rumänien und Zypern.

Visum bei der Einreise
U.a. Staatsangehörige der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können bei der Einreise ein Visum beantragen, darunter:
[2] (a) Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie alle EU-Länder;

(b) Türkei.

 

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für alle Haustiere wird ein Gesundheitszeugnis von einem behördlich berechtigten Tierarzt sowie eine Einfuhrgenehmigung des Department of Veterinary Services, P.O.Box 9152, Daressalam, benötigt.
Außerdem wird für Hunde und Katzen ein Tollwutimpfzertifikat verlangt, das bestätigt, dass Katzen mindestens 1 Monat und maximal 1 Jahr und Hunde mindestens 6 Monate und maximal 3 Jahre vor der Einreise gegen Tollwut geimpft worden sind. Alle lebenden Tiere werden bei der Einreise inspiziert und müssen in Quarantäne.

Bearbeitungsdauer

Die vollständigen Unterlagen sollten ca. 3-4 Wochen, frühestens aber 6 Wochen, vor der geplanten Einreise eingereicht werden. Die Bearbeitung erfolgt so schnell wie möglich (i. d. R. 1-2 Wochen, in Berlin 2 Wochen).
Expressbearbeitung: 3 Tage (auch in Berlin weiterhin möglich).

Gültigkeit

Einreisevisum (einmalige Einreise): Maximal 3 Monate ab Einreisedatum.

Visaarten und Kosten

Einreisevisum, Transitvisum, Geschäftsvisum.

Kosten

Deutschland, Österreich, Schweiz
Die folgenden Gebühren gelten für visumpflichtige Reisende.
Einreise-/Geschäfts-/Transitvisum: 50 €.
Bei Expressausstellung: zusätzlich zu den Visumgebühren 20 €.

Visumgebühr bei der Einreise am Flughafen, Seehafen Sansibar oder an den großen Grenzübergängen: 50 US$ oder 50 € (Bezahlung in der Regel mit Kreditkarte (VISA oder MasterCard); Bezahlung in bar wird kaum noch akzeptiert).

Antrag erforderlich

(a) 1 Antragsformular (downloadbar auf der Internetseite der zuständigen diplomatischen Vertretung). 
(b) 1 aktuelles Passfoto (3,5 x 4,5 cm) in Farbe.
(c) Reisepass, der noch mindestens 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig ist.
(d) Gebühr (bei Antragstellung in bar oder per Verrechnungsscheck oder Postanweisung mit Beleg).
(e) Buchungsbestätigung für Rückflugticket und Unterkunft (besonders bei Rundreisen, z.B. in Verbindung mit Kenia, sind die genauen Daten der Ein- und Ausreise sowohl vom Abreiseland als auch von Tansania wichtig).
(f) Ggf. Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, Österreich oder die Schweiz.

Geschäftsreisen zusätzlich:
(g) Entsendungsschreiben der eigenen Firma mit Angaben zu Reiseanlass und Dauer sowie Bestätigung der Kostenübernahme.

(h) Teilnahme an Messen: Schriftliche Bestätigung der Teilnahme aus Tansania.

Bei postalischer Antragstellung ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag (Luftpolstertasche) beizufügen. Für ausländische Schecks wird zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr verlangt. Internationale Coupon-Response-Scheine werden nicht angenommen.

Unterlagen für ein Visum bei der Einreise
(a) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist.
(b) Rück- oder Weiterreisetickets und -papiere.
(c) Ausreichende Geldmittel für den Aufenthalt.
(d) Gebühr (US$ oder Euro (Euro werden nicht immer akzeptiert) (zunehmend bevorzugt bargeldlos).

Geld

Geldwechsel

Umtausch von Bargeld - vorzugsweise US-Dollar oder Euro - bei jeder Zweigstelle der National Bank of Commerce und allen autorisierten Wechselstuben. Umtauschquittungen sollten bis zur Ausreise aufbewahrt werden. In den touristischen Zentren wird der US-Dollar ebenfalls als Zahlungsmittel angenommen (nur Scheine ab 2006).

Währung

1 Tansanischer Schilling = 100 Cents. Währungskürzel: TS, TZS (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 10.000, 5.000, 2.000, 1.000, 500 TS; Münzen in den Nennbeträgen 200, 100 und 50 TS (kleinere Beträge sind nur vereinzelt im Umlauf).

Devisenbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist verboten. Unbeschränkte Einfuhr von Fremdwährungen; Deklarationspflicht. Ausfuhr von Fremdwährungen bis in Höhe des deklarierten Betrages, abzüglich der Umtauschbeträge.

Kreditkarten

Diners Club, MasterCard und Visa werden nur in größeren Hotels, Lodges und Reisebüros akzeptiert (oft mit Gebühren). Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte. An den Bankautomaten der amtlich zugelassenen Banken im ganzen Land kann Bargeld auch mit Kreditkarte abgehoben werden.

Reiseschecks

Reiseschecks werden nicht empfohlen. Sie werden nur noch in wenigen Großstädten in wenigen Banken und in wenigen internationalen Hotelketten akzeptiert.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 08.30-12.30 Uhr, teilweise auch bis 16.00 Uhr, Sa 08.30-13.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Tansania eingeführt werden (Personen ab 18 J.):

200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak;
1 Flasche alkoholische Getränke;
Parfüm und Eau de Toilette für den persönlichen Gebrauch.

Verbotene Importe

Drogen, pornografische Erzeugnisse und Waffen. Jagdwaffen müssen deklariert werden.

Exportbestimmungen

Für Holzschnitzereien müssen bei der Ausfuhr gegen eine Gebühr eine Prüfbescheinigung und eine Ausfuhrerlaubnis erworben werden.

Verbotene Exporte

Ausfuhr von Tiermaterial nur unter Einhaltung des Washingtoner Artenschutzabkommens. Ein Ausfuhrverbot besteht für Tiertrophäen oder Schmuck mit Bestandteilen von Tieren und für andere Gegenstände aus Tiermaterial, die CITES-gelistet sind.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Tansania, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2013-02, 2010-01
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Tansania - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 17.06.2018 (Unverändert gültig seit: 20.02.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 17.06.2018 (Unverändert gültig seit: 20.02.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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