Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Türkei

Steckbrief

Türkei - Fakten

Ländername Republik Türkei (Türkiye Cumhuriyeti)
Klima Anatolisches Hochland: kontinental; Süd- und Westküste: mediterran
Beste Reisezeit April, Mai, Juni, Juli, August, September
Lage zu 3% in Europa (Thrazien), zu 97% in Kleinasien (Anatolien)
Fläche 814.578 qkm, dies entspricht etwa der 2,3-fachen Größe Deutschlands.
Hauptstadt Ankara, 5.346.518 Einwohner (31.12.2016)
Bevölkerung 79.814.871 Einwohner (31.12.2016), Wachstumsrate 1,34%, Durchschnittsalter 31 Jahre, 104 Einwohner pro km2 (2016)
Sprache Türkisch, daneben verschiedene Minderheitensprachen (v.a. Kurdisch)
Religion mehrheitlich sunnitischer Islam, Aleviten, Andere 0.2%
Nationaltag 29. Oktober, "Tag der Republik" (Ausrufung der Republik durch Atatürk 1923).
Staats-/Regierungsform parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, Amtsantritt am 27.8.2014; ab 2014 Direktwahl; Vertreter: Parlamentspräsident İsmail Kahraman
Regierungschef Ministerpräsident Binali Yıldırım (AKP), seit 24.5.2016
Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu
Parlament Türkische Große Nationalversammlung (Türkiye Büyük Millet Meclisi/TBMM): eine Kammer, 550 Sitze (aktuell 543 Sitze), Legislaturperiode 4 Jahre, letzte Wahl am 01.11.2015, Parlamentspräsident: İsmail Kahraman (AKP)
Währung 1 EUR = 4,32 Türkische Lira (Stand: 10/2017)HinweisDieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
Zeitzone MEZ+2h (Winter) bzw. MESZ+1h (Sommer)
Stromnetz 220 V/ 50 Hz (Stecker C/F)
Reiseadapter Nicht notwendig
Kfz-Länderkennzeichen TR
ISO-3166 TR, TUR
Internet-TLD .tr
Landesvorwahl +90
Website http://turkey.com/
Reisepass & Visum Nicht notwendig
Geeignet für Kultur, Shopping, Outdoor, Meer, See, Feiern

Geographie

Außer dem in Europa gelegenen Türkisch-Thrakien umfasst die Türkei die Halbinsel Kleinasien, die im Norden vom Pontischen Gebirge und im Süden vom Taurus (Toros) eingefasst wird. Das vulkanische Ararathochland im Osten erreicht eine Höhe von 5165 m (Büyükaǧri/Ararat). Dem erdbebenreichen Hochland Inneranatoliens sind Vulkane aufgesetzt. Im Südosten hat die Türkei Anteil an der ebenen und trockenen syrisch-arabischen Platte. Während Inneranatolien, Thrakien und Ararathochland kontinentales Klima besitzen, weisen die übrigen Landesteile Mittelmeerklima auf. Die Niederschlagshöhe schwankt zwischen 400 mm in Ankara und bis zu 2000 mm an der Schwarzmeerküste.

Politik und Bevölkerung

Die Verfassung der Republik bestimmt, dass die 550 Mitglieder der großen Nationalversammlung alle fünf Jahre vom Volk gewählt werden. Das Parlament wählt auf sieben Jahre mit Zweidrittelmehrheit das Staatsoberhaupt (keine Wiederwahl). Das größte innenpolitische Problem sind die Mitte der 1980er-Jahre einsetzenden gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Kurden, die 1987 zur Verhängung des Ausnahmezustands über die südanatolischen Provinzen führten. Im März 2013 begann eine von beiden Seiten eingehaltene Waffenruhe. Gegen den Beitritt zur EU (Aufnahme der Verhandlungen 2005) gibt es Vorbehalte. Obwohl 99 % der Menschen Muslime (70 % Sunniten) sind, ist der Islam nicht Staatsreligion. Zwei Drittel der Türken leben in Städten, die meisten in Istanbul, der mit 13 Mio. Einwohnern größten Stadt des Landes. Über 2 Mio. Türken leben in Deutschland.

Geschichte und Kultur

Die Geschichte der Türkei im engeren Sinn beginnt mit dem Sieg der türkischen Seldschuken über die Byzantiner. Das Osmanische Reich griff auch nach Europa. Stationen dieses Kampfes waren 1389 die Schlacht auf dem Amselfeld, 1453 die Eroberung Konstantinopels, 1529 die Belagerung Wiens. Der allmähliche Rückzug vom Balkan dauerte bis ins 20. Jh. 1909 marschierten die „Jungtürken“ auf Istanbul. 1914–18 nahm die Türkei auf Seiten der Mittelmächte am Ersten Weltkrieg teil, in dessen Folge das einstige Weltreich auf Kleinasien und Istanbul reduziert wurde. Nach Abschaffung des Sultanats proklamierte Mustafa Kemal („Atatürk“) 1923 die laizistische Republik (Trennung von Staat und Kirche). Unter seinem Nachfolger Ismet Inönü (ab 1939) setzte ein Demokratisierungsprozess ein, 1952 trat die Türkei der NATO bei. Das Militär, das 1960 (und erneut 1980) putschte, gab nach Einführung einer neuen Verfassung 1961 (und 1982) die Macht wieder ab, blieb aber bis heute ein bestimmender Faktor der türkischen Politik. Die Türkei ist reich an historischen Stätten, denn hier lag über Jahrhunderte der Kernraum großer Reiche – von den Hethitern über Byzanz bis zu den Osmanen. Der Artemis-Tempel aus dem 6. Jh. v. Chr. zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern der griechischen Epoche. Weitere bedeutende Zeugnisse der Antike sind die Ruinen in Ephesos oder das Markttor in Milet. Die Hagia Sophia in Istanbul ist das Hauptwerk byzantinischer Kunst; erst Kirche, dann Moschee, ist sie heute ein Museum.

Türkei - Geschichte

Um 7000 v. Chr. Erste Siedler in Kleinasien
Ab 700 v. Chr. Kolonisation der Westküste durch Griechen
133 v. Chr. Beginn der römischen Herrschaft in Kleinasien
395 n. Chr. Das Imperium zerfällt in Ost- und Weströmisches Reich
1453 Eroberung Konstantinopels durch Mehmet I., Umbenennung in İstanbul
1453–1683 Größte Ausdehnung des Osmanischen Reiches und kulturelle Blüte
1683–1923 Niedergang des Osmanischen Reiches
1876 Erste Verfassung
1914–1918 Erster Weltkrieg; Teilnahme der Osmanen an deutscher Seite
1919 Unabhängigkeitskrieg unter Mustafa Kemal Pascha gegen die beschlossene Aufteilung der Türkei
1922–1938 Kemalistische Kulturrevolution
29. Oktober 1923 Gründung der Türkischen Republik
1952 Nato-Beitritt
1960/1971/1980 Militärputsche
1974 Türkische Invasion in Nordzypern
2002 Die moderat islamistische AKP kommt allein an die Macht
2005 Beginn Beitrittsverhandlungen mit der EU; Ziel ist eine Vollmitgliedschaft
2009 Die Weltwirtschaftskrise übersteht die Türkei relativ unbeschadet
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Atatürk Bulvari 114 | 06540 | Ankara | Tel. 0312 4555100 | www.ankara.diplo.de

Deutsches Generalkonsulat

Inönü Caddesi 16–18 |80073 | İstanbul | Tel. 0212 3346100 | www.istanbul.diplo.de

Österreichische Botschaft

Atatürk Bulvari 189 |06540 | Ankara | Tel. 0312 4190431 | ankara-ob@bmeia.gv.at

Österreichisches Generalkonsulat

Köybaşi Caddesi 46 |80870 | İstanbul | Tel. 0212 2629315 | istanbul-gk@bmeia.gv.at

Schweizer Botschaft

Atatürk Bulvari 247 |06540 | Ankara | Tel. 0312 4675555 | www.eda.admin.ch/ankara

Schweizer Generalkonsulat

1. Levent Plaza, A-Blok, 3. Etage | Büyükdere Caddesi 173 |34394 | İstanbul | Tel. 0212 2831282 | ist.vertretung@eda.admin.ch

Notruf

Polizei: Tel. 155; Feuer: Tel. 110; Notarzt: Tel. 112, Notruf der Deutschen Botschaft Ankara: Tel. 0312 455 51 00 (24 Stunden)

Internet

www.istanbulcityguide.com informiert über Veranstaltungen, Tickets gibt’s unter www.biletix.com. www.hotelguide.com.tr führt Sie zu Unterkünften in der ganzen Türkei. www.bigglook.com/biggtravel ist eine informative Webseite auf Englisch. Empfehlenswerte Seiten in Deutsch: www.ratgeber-tuerkei.de (mit nützlichen Links), www.tuerkei.de (mit Tipps von Türkei-Reisenden und der Möglichkeit zum Chat), www.aysen.net (private Homepage mit Infos).

Internetcafés/WLAN

Die Türkei bietet fast flächendeckend kosten- und kabellos Internet an. In den allermeisten Hotels gibt es kostenlosen Empfang entweder auf dem Zimmer oder im Lobbybereich. In Ferienorten hat fast jedes Café Internet, und man muss nur um den Zugangscode bitten. Bei so viel Öffentlichkeit ist es allerdings ratsam, seine Bankgeschäfte nicht vom Hotelzimmer oder vom Kaffeetisch aus zu erledigen! Auch echte Internetcafés finden sich in fast allen Ecken der Türkei. Surfen kostet ab 1,50 Euro pro Stunde. Ankara: Argos (Tandoğan, Mebusevleri | Anıt Caddesi 14/5 | Tel. 0312 2156394 | www.argoscafe.com) ; Antalya: Sanal Alem (Kazım Özalp Caddesi, Beşinci Sokak 2 | Tel. 0242 2445670 | www.sanal.osmanli.com) ; Bodrum: Bodrum Internet Café (Oasis Shopping Mall | Tel. 0252 3170022 | guras@superonline.com) ; Diyarbakır: Nokta (Ekinciler Caddesi Kışla Sokak 18 | Tel. 0412 2292596 | www.diyarbakir.com) ; İstanbul: Orient Hostel (Akbıyık Caddesi 13 | Tel. 0212 5179493 | www.orienthostel.com)

Post

Postkästen gibt es in der Türkei gar nicht mehr. Man gibt Briefe und Postkarten an der Hotelrezeption oder in Postämtern (PTT) ab.

Telefon & Handy

Die türkische Telekom ist ein staatliches Unternehmen und Telefonate nach Hause sind teuer! Zwischen 20 und 6 Uhr gilt der Mondscheintarif. Telefonkarten gibt es in Postämtern und an Kiosken (telefon karti). Vorwahlen: Deutschland: 0049, Österreich: 0043, Schweiz: 0041, Türkei: 0090. Günstiger noch sind die Prepaid-Karten: Man rubbelt die Nummer auf der Karte frei und wählt sich über eine Servicenummer ein, bei der man dann zuerst seine Geheimzahl und dann die anzuwählende Telefonnummer im Ausland eingibt.

Handys sind sehr gebräuchlich, das Land ist flächendeckend für den Handyempfang ausgerüstet. Deutsche Handys funktionieren, es ist wegen der hohen Roaminggebühren aber teuer, sie zu benutzen.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

İstanbul war 2010 Kulturhauptstadt Europas (zusammen mit dem Ruhrgebiet). Hier finden auch weiterhin die meisten Events statt – empfehlenswert sind das İstanbuler Musikfestival und die Jazztage. Aber auch andere Städte wie İzmir oder Antalya haben aufgeholt. Feste und Festivals auf dem Land sind oft bescheiden, aber herzlich. Informationen über die İstanbuler Festivals unter www.istfest.org. Karten gibt es bei www.biletix.com.

Festivals

Januar

Kamelkämpfe in Kale/Myra: Sieger ist das Kamel, das alle anderen umgeworfen hat. Es wird streng darauf geachtet, dass sich kein Tier verletzt

März

European Jazz Festival in İzmir: erste Märzwoche; www.iksev.org

Newroz: ursprünglich das Neujahrsfest der Kurden (21. März), wird mittlerweile überall im Land gefeiert

April

Internationale Filmfestspiele İstanbul: In der ersten Aprilhälfte wird İstanbul zur Filmstadt; www.iksv.org/film

Internationales Musikfestival Ankara: glänzt vor allem mit Klassik aus aller Welt; www.ankarafestival.com

Mai

Internationale Theaterbiennale İstanbul (2018): Shakespeare und Brecht stehen oft auf dem Spielplan

Silifke Festivali: an der Südküste mit lokalen Folkloretänzen

Juni

Aspendos Opern- & Ballett-Festival: Aufführungen in den spektakulären Kulissen des antiken Theaters; www.dobgm.gov.tr

Internationales Musikfestival İstanbul: Klassik vom Feinsten in exklusiven Orten wie der Kirche Hagia Irene am Topkapı-Palast; www.iksv.org

Internationale Festspiele İzmir: Klassische Musik in Ephesos ist ein einmaliges Erlebnis! www.iksev.org

Juli

Kırkpınar Güreşleri: Traditionelles Ringen im Freien nahe der bulgarischen Grenze; www.kirkpinar.com

Internationale Jazztage in İstanbul

September/Oktober

Kunst-Biennale İstanbul (2017, 2019): eine der europaweit wichtigsten Ausstellungen der Gegenwartskunst

Antalya Klaviertage: Sechs Tage lang spielen Virtuosen open air; www.antalya.bel.tr

November

Efes Pilsen Bluesfestival İstanbul: Mit vielen US-Größen; www.efespilsen.com.tr

Dezember

Şeb-i-Aruz: Derwische in Konya führen ihren meditativen Tanz am Todestag (12. Dez.) des Ordengründers auf

Am Ersten Weihnachtstag (25. Dez.) findet eine große Messe in der Petrus-Grotte (Antakya) statt

Offizielle Feiertage

1. Januar Yılbaşı (Neujahr)
23. April Ulusal Egemenlik ve Çocuk Bayramı (Fest der Nationalen Souveränität und der Kinder)
19. Mai Gençlik ve Spor Bayramı (Fest der Jugend und des Sports)
30. August Zafer Bayramı (Feiertag der Befreiung)
29. Oktober Cumhuriyet Bayramı (Feiertag der Republik, Nationalfeiertag)

Religiöse Feiertage

27. Mai–24. Juni 2017, 16. Mai–14. Juni 2018, 06. Mai–04. Juni 2019 Ramazan (zu Deutsch Ramadan) ist der jährliche Fastenmonat der Muslime.
25.–27. Juni 2017, 15. Juni–17. Juni 2018, 05. –07. Juni 2019 Ramazan Bayramı (Zuckerfest): dreitägiges Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan.
1.–4. Sept. 2017, 21. –24. Aug. 2018, 11. –14. Aug. 2019 Kurban Bayramı (Opferfest), das höchste islamische Fest, dauert vier Tage.
Mobilität vor Ort

Auto

Vergessen Sie bei Reisen mit dem eigenen Fahrzeug nicht die grüne Versicherungskarte. Wichtig ist auch eine Kurzkasko- und Insassenunfallversicherung für die gesamte Türkei, denn meistens gilt der Versicherungsschutz nur für den europäischen Teil des Landes. Für eine spätere Schadensregulierung ist ein Polizeiprotokoll erforderlich.

Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten: in Ortschaften 50 km/h, außerhalb 90 km/h und auf Autobahnen 130 km/h. Die Alkoholgrenze beträgt 0,5 Promille.

Kartenmaterial und Tipps für Autofahrer gibt es beim ADAC oder beim Türkischen Touring- und Automobilclub ((TTOK) Türkiye Turing ve Otomobil Kurumu) (Oto Sanayii Sitesi Yani 1 | Tel. 0212 2828140 | www.turing.org.tr). TTOK unterhält auf den Strecken Edirne–İstanbul–Ankara sowie İzmir–Ankara einen Pannendienst.

ADAC-Notrufstation (İstanbul | Tel. 0212 2887190)

Bus

Die Busverbindungen reichen im Gegensatz zur Bahn bis in die entferntesten Winkel. Aber reduzieren Sie das Unfallrisiko, indem Sie billige Anbieter meiden! Die Firmen Ulusoy und Varan setzen moderne Reisebusse ein; außerdem wird auf längeren Strecken der Fahrer mehrmals gewechselt. Die Preise sind so, dass man auch einmal für eine Person zwei Sitzen buchen kann (z.B. İzmir–Antalya 16 Euro, Ankara–Trabzon 23 Euro). Ulusoy (Tel. 0212 65830001 | www.ulusoy.com.tr) ; Varan (Tel. 0216 3369610 | www.varan.com.tr)

Dolmuş

Billig sind in jeder türkischen Stadt Fahrten mit den Sammeltaxis (dolmuş). Das sind Kleinbusse, die auf bestimmten Strecken verkehren und überall dort anhalten, wo Fahrgäste ein- oder aussteigen möchten. Die Preise variieren in der Stadt zwischen 60 Cent und 3 Euro. In großen Ferienorten wie Marmaris, Bodrum, Fethiye, Alanya oder Side gibt es ebenfalls Dolmuş-Busse in die umliegenden Ortschaften. Wenn es sich um ein Strandbad handelt, haben die Busse oft fixe Abfahrtszeiten, über die man sich am besten vorher erkundigen sollte. Es kommt aber auch vor, dass man in der Mittagshitze lange im Dolmuş sitzen und auf die Abfahrt warten muss!

Taxi

Bestehen Sie darauf, dass das Taxameter eingeschaltet wird, lassen Sie sich nicht auf Pauschalpreise ein! Und besteigen Sie nie ein Taxi, ohne Wechselgeld in der Tasche zu haben. Zu große Scheine bringen viele Fahrer in Verlegenheit. Von 0–6 Uhr gilt vielerorts (nicht in İstanbul!) der Nachttarif (50 Prozent teurer). In kleineren Ortschaften wird wegen der kurzen Wege meist eine höhere Grundgebühr erhoben.

Seien Sie vor Betrügern auf der Hut, die Ihnen beim Wechselgeld einen 5-Lira-Schein anstelle eines (sehr ähnlichen) 50-Lira-Scheins zurückreichen – schauen Sie genau auf die Scheine, und zählen Sie nach!

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Diese Traditionen verschmolzen später mit den Kochkünsten der kleinasiatischen Küstenkulturen, besonders mit deren Varianten der Fischzubereitung. In osmanischer Zeit kamen Einflüsse aus Europa und Nordafrika dazu. Selbst aus römischer Zeit wurden einige Rezepte nachgewiesen. Kennzeichnend für die türkische Küche ist die sehr aufwendige, zeitraubende Vorbereitung selbst einfach erscheinender Gerichte. Wer jemals einer türkischen Hausfrau bei der Zubereitung von gefüllten Kohl- oder Weinblättern (dolma, „das Gefüllte“) zugesehen hat, wird verstehen, dass sich die Türken abends für das Hauptmahl im privaten Familienkreis oder in einem Gasthaus (lokanta) viel Zeit nehmen. Das Frühstück ist dagegen weniger reichhaltig: Zu Weißbrot gibt es Schafskäse, Oliven und Marmelade. Mittags isst man meist eine Suppe und dann ein leichtes Gemüsegericht.

In den Touristenhochburgen der Mittelmeerküste wurde die traditionelle Küche in der Vergangenheit häufig zu Gunsten internationaler Schnitzel-Einheitskost zurückgedrängt. Die reichhaltigen Büfetts der Feriendörfer lassen jedoch nichts zu wünschen übrig, und auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten; Salate und Gemüsegerichte sind ein fester Bestandteil türkischer Menüs. Viele Restaurants haben sich auf vegetarische Kundschaft extra eingerichtet.

Für manche sind die kalten Vorspeisen (mezeler) bereits der Höhepunkt der türkischen Küche. Auf den Vorspeisentischen finden Sie Gemüse aller Art, meist in Olivenöl eingelegt, Krabben, Muscheln, Tintenfischringe, humus (pürierte Kichererbsen), Saisonsalate und Blätterteigpasteten. In Tavernen darf zu mezeler der rakı (ein hochprozentiges Traubendestillat mit Anisaroma) nicht fehlen. Rakı passt vorzüglich zu cremigem Schafskäse und Honigmelone.

Die Türken erwarten von einem Gericht, dass es nach der Hauptzutat schmeckt und nicht von Soßen oder Gewürzen überdeckt wird. Lamm und Rind werden darum meist gegrillt oder am Spieß (şiş) gebraten, sparsam gewürzt und fast immer ohne Soße serviert. Dazu gibt es Salat und Reis, bulgur (grob geschroteter Weizen) oder Kartoffeln. Außer der „Fastfood“-Variante mit den dünn geschnittenen Döner-Scheiben im Brot (pide) gibt es Dutzende andere Zubereitungsmöglichkeiten für Fleisch. Aus Ostanatolien stammen die Variationen patlıcan kebabı (mit Hackfleisch gefüllte Auberginen am Spieß) oder saç kebabı (geschnetzeltes Lamm mit Champignons und Tomaten, in der Pfanne gebraten). Geflügel gibt es häufig aus dem Ofen. An den Küsten dominieren naturgemäß Fisch und Meeresfrüchte die Speisekarte. Empfehlenswert sind fenerbalığı (Seeteufel), levrek (Seebarsch), lüfer (Blaubarsch), kalkanbalığı (Steinbutt) und palamut (Thunfisch). An der Mittelmeerküste bekommt man auch frischen Hummer (istakoz). Für die berühmte Schwarzmeersardine (hamsi) kennen die Bewohner der Nordküste angeblich mehr als 40 Arten der Zubereitung.

Auch der Nachtisch birgt Überraschungen: Verschiedene Sorten von Blätterteiggebäck, mit Zuckersirup übergossene Pasteten und Schokopuddings gehören dazu. Er wird bereichert durch saftiges Obst: Honig- und Wassermelonen, Weintrauben, Pfirsiche, selten auch schwarze Maulbeeren (karadut). An den Schluss gehört zwingend ein Tässchen türkischen Mokkas (türk kahvesi). Man bestellt ihn sade (ungezuckert), orta (mittelsüß) oder şekerli (gesüßt).

Das türkische Nationalgetränk ist Tee (çay). Er wird in kleinen, tulpenförmigen Gläsern serviert und nach Belieben gesüßt. Wer nicht mindestens fünf Gläser Tee am Tag trinkt, ist in der Türkei noch nicht angekommen. Mittlerweile wird auch gern löslicher Kaffee getrunken, und internationale Kaffeehausketten erfreuen sich großer Beliebtheit. Tafelwasser heißt su, mit Kohlensäure soda. Aus Wasser und Joghurt wird ayran gemixt, ein sehr erfrischendes Getränk. Ausländische Weine gibt es nur in exklusiven Lokalen. Dafür sind die einheimischen Marken Doluca oder Kavaklıdere solide Tischweine. Beim Bier empfiehlt sich die Marke Efes. Nicht überall wird Alkohol ausgeschenkt, das gilt vor allem für muslimisch geprägte zentral- und ostanatolische Städte.

Man unterscheidet zwischen Restaurants (restoran, lokanta) oder einfachen Esslokalen (meyhane). Birahane sind Bierhäuser, um die eine Frau besser einen Bogen macht. Typisch für ein gutes Restaurant ist, dass eine Heerschar Kellner bereitsteht. In ocakbaşı genannten Lokalen gibt es Gegrilltes (ızgara) von einem großen Grill (mangal) in der Mitte des Raumes. Hier wird das Urlaubsbudget nicht so arg strapaziert. In pastahane (Konditoreien) gibt es oft auch Kuchen und Torten.

Wenn das Essen geschmeckt und die Bedienung gestimmt hat, hinterlässt man auf dem Tisch üblicherweise zehn Prozent Trinkgeld.

Trinkgeld

In Restaurants und Hotels sind zehn Prozent Trinkgeld üblich. Beim Bezahlen einer Taxifahrt kann man etwas aufrunden, Trinkgelder werden aber nicht erwartet.

Einkaufen und Shoppen

Einkaufen in der Türkei erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Das Feilschen um eine Melone oder einen Sonnenhut im Einzelhandel ist jedoch ebenso unüblich wie in Deutschland – hier gelten Festpreise. Dagegen sind Basarhändler und Inhaber typisch türkischer Andenkenläden meist bereit zu handeln. Ein grober Verstoß gegen die guten Sitten ist es, um eine Ware zu feilschen, an der man kein echtes Interesse hat. Weitere Tipps: Der Käufer sollte niemals als Erster einen Preis nennen und sein Angebot sollte die Forderung des Händlers nicht um mehr als 30–40 Prozent unterschreiten. Bisweilen wird der Besitzer Sie zu einem Glas Tee einladen. Haben Sie ruhig Mut zu verhandeln. Und: Seien Sie hart in der Sache, aber stets freundlich im Umgang mit dem Verhandlungspartner. In moderneren Läden in Großstädten gilt allerdings der Preis wie ausgezeichnet.

Antiquitäten

Zu den beliebtesten Mitbringseln aus der Türkei gehören neben Kupfer- und Messingwaren, Wasserpfeifen, Silber- und Goldschmuck, Keramikarbeiten auch Antiquitäten. Darunter versteht man Stücke, die mehr als 100 Jahre alt sind. Grundsätzlich ist die Ausfuhr von Antiquitäten nur mit amtlichen Begleitpapieren möglich. Manchen Touristen erschien das in der Vergangenheit zu kompliziert – schließlich muss man in der Türkei vielerorts nicht einmal graben, um alte Steine und Münzen zu finden. Spätestens seit dem Fall eines deutschen Urlaubers, der wegen eines unscheinbaren Steins sechs Wochen in Antalya einsaß und der nur freikam, weil er eine Kaution von 6000 Euro zahlte, dürfte den meisten aber die Lust auf Trümmerdiebstahl vergangen sein. Nicht selten erweist sich auch die erworbene angebliche Antiquität bei genauerem Betrachten als Fälschung. Gefakte Altertümer finden sich oft bei den „antiken“ Münzen, die einem im Umfeld der archäologischen Stätten angeboten werden.

Schmuck

Gold & Silber

Bei Goldschmuck gilt wie überall anders auch: je aufwendiger die Verarbeitung, desto teurer wird das gute Stück. Es lohnt sich auf jeden Fall, abseits der touristischen Pfade nach nicht so stark besuchten Juwelieren zu suchen. Der tagesaktuelle Goldpreis muss ausgehängt sein. Und verlangen Sie unbedingt ein Echtheitszertifikat! Die Goldpreise sind zwar auch in der Türkei seit der Finanzkrise 2009/10 angestiegen, sind aber im Vergleich zu Europa immer noch deutlich niedriger. Beim ebenfalls sehr günstigen Silber achten Sie auf den Stempel im Innern oder auf der Rückseite des Schmuckstücks.

Kunsthandwerk & Design

Leder & Baumwolle

Produkte aus Leder und Baumwolle gehören zu den klassischen Souvenirs. Nicht überall jedoch bekommen Sie erstklassige Ware. Das Leder sollte nicht fleckig und gut durchgefärbt sein. Dicke ist nicht Steife: Die Hose oder Jacke muss sich nach einer Weile an Ihren Körper schmiegen können wie eine zweite Haut. Das Leder-Qualitätszeichen schützt vor mangelhafter Ware. Baumwollstoffe bekommen Sie auf fast allen Märkten zu günstigen Preisen. Oft sind die Stoffe naturgefärbt und mit schönen Stickereien verziert.

Teppiche

An zahllosen Webstühlen auf dem Land entstehen sie bis heute: die handgeknüpften türkischen Teppiche. Die besten Exemplare kommen aus Bergama, Konya, Kayseri und Uşak. Beim Kauf eines Teppichs sollten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale achten: je mehr Knoten, desto wertvoller. Als Beweis guter Arbeit sollte das Teppichmuster auf dem Rücken ebenso gleichmäßig erscheinen. Naturseide ist kostbarer als Kunstseide, Baumwolle wertvoller als Chemiefasern. Mit einem Geruchstest können Sie überprüfen, ob Kunstfasern beigemischt wurden: ein paar Fasern herausziehen und mit dem Feuerzeug verbrennen. Der Schwierigkeitsgrad eines Teppichs zeigt sich unter anderem daran, ob das Muster einen häufigen Farbwechsel aufweist. Bitte bedenken Sie bei der Beurteilung des Preises auch, dass man für einen Quadratmeter hochwertigen Teppich rund 100 Knüpftage rechnet!

Fotografieren

Das Ablichten von Einrichtungen und Fahrzeugen von Armee und Polizei ist streng untersagt. Dazu gehören auch Brücken und Häfen. Der Islam verbietet das Porträtieren – sagen Strenggläubige. Bitte keine verschleierten Frauen fotografieren. Wenn man nicht ausdrücklich zu einem Foto aufgefordert wird, sollte man abweisende Handbewegungen respektieren.

Spezialitäten

acı rote Pastete aus sehr scharfen Peperoni
ahtapot salatası Tintenfischringe in Öl mit grünen Oliven
arnavut ciğeri gebratene, kalte Leberstückchen mit Zwiebeln
baklava hauchdünn ausgerollter, schichtweise mit Pistazien oder Walnüssen gefüllter Teig – meist sehr süß
balık ızgara gegrillter Fisch in verschiedenen Varianten
biber dolması mit Hackfleisch und Reis gefüllte Paprikaschoten
bugulama Fisch im Sud, mit Zwiebeln und evtl. Kartoffeln gekocht
çiğ köfte scharf gewürzte, rohe Hackfleischbällchen: das einzige Gericht, das türkische Männer selbst zubereiten
helva „türkischer Honig“, beliebte Nachspeise, vor allem nach Fisch
iç pilav Reisgericht mit Rosinen, Leber und Erbsen
işkembe corbası Kuttelsuppe, die bevorzugt nach einem langen Zechabend gegen Morgen gegessen wird
iskender kebap Dönerscheiben auf Fladenbrot mit Joghurt, übergossen mit Butter
karnı yarık mit Zwiebeln und Hackfleisch gefüllte Auberginen, die warm gegessen werden
kaymaklı cevizli muz Dessert aus Bananenscheiben mit Walnüssen und hausgemachter Sahne
köfte ein Nationalgericht aus kleinen, entweder gegrillten oder in der Pfanne gebratenen länglichen Hackfleischbällchen
kuzu pirzola zarte Lammkoteletts, die gegrillt (izgara) oder gebraten (tava) werden
kuzu tandır Lammkeule aus dem Steinofen
mantı eine Art Ravioli, die mit Knoblauchjoghurt und frischen Minzblättern serviert werden
muhallebi Milchpudding aus Stärke, Reismehl und Reis
patlıcan salatası Salat aus Schafskäse und auf Holzkohle gegrillten Auberginen
roca salatası Ruccola-Salat
sigara böreği Blätterteigröllchen, klassisch gefüllt mit Schafskäse und Petersilie
şiş kebab zarte Lammfleischstücke, gegrillt mit Tomaten, Zwiebeln und Paprika
Stichworte

Atatürk

Verehrt wird Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk, weil er das Land vor der Aufteilung bewahrt und ihm mit Gründung der Republik eine neue Perspektive gegeben hat. Nach dem Willen der Sieger des Ersten Weltkriegs, in dem der Sultan auf der Seite der Deutschen gestanden hatte, sollten Italien, Frankreich, Großbritannien, Griechenland und Armenien die Türkei unter sich aufteilen. Den Türken sollte nur ein kleiner Teil des anatolischen Kernlandes bleiben. Eine Gruppe junger türkischer Offiziere unter Führung von Mustafa Kemal organisierte von der Schwarzmeerküste aus den Widerstand gegen das Sultanat und die Aufteilung ihres Landes. Was wie ein Guerillakrieg begann, wuchs zu einer nationalen Widerstandsbewegung. Das Ziel: die Gründung eines Staates „Türkei“.

Nachdem die staatliche Souveränität wiedergewonnen und am 29. Oktober 1923 feierlich die Türkische Republik gegründet worden war, begann Mustafa Kemal als Präsident (er erhielt 1934 den Ehrennamen Atatürk, „Ahne“) mit dem zweiten Teil seiner ehrgeizigen Revolution: der radikalen Umgestaltung des Landes im Innern. 1922 wurde das Sultanat, 1924 das Amt des Kalifen abgeschafft. Damit war gleichzeitig die Dynastie der Osmanen beendet, die bis dahin beide Ämter innehatte. Dann löste Atatürk die islamischen Orden auf, verbot Koranschulen und das Tragen eines Schleiers in öffentlichen Gebäuden und verschaffte den Frauen juristische Gleichberechtigung. 1930 erhielten sie das allgemeine Wahlrecht – früher als in manchen westeuropäischen Ländern. Atatürk führte das Schweizer Zivilrecht ein, das Strafrecht ließ er aus Italien importieren. Eine besonders einschneidende Zäsur bedeutete die Ablösung der arabischen Schrift durch das lateinische Alphabet. Atatürk starb 1938 im İstanbuler Dolmabahçe-Palast im Alter von 57 Jahren an Leberzirrhose. Sein beeindruckendes Mausoleum befindet sich in Ankara (Anıt Kabir).

Christen

Christen sind heute in der Türkei nur noch eine kleine Minderheit. Das war zu Anfang des 20. Jhs. noch anders, als mehrere Millionen Christen im damaligen Osmanischen Reich lebten. Doch durch die Vertreibung der Armenier während des Ersten Weltkriegs und den großen Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei nach dem Ende des türkischen Befreiungskriegs 1923 ist die Zahl erheblich zurückgegangen. Fast alle griechischen und armenischen Christen leben heute in İstanbul. Dazu kommt eine immer kleiner werdende Gruppe syrisch-orthodoxer Christen in den kurdischen Gebieten entlang der syrischen Grenze. Im Gegensatz dazu wächst die Zahl der Protestanten und Katholiken, die sich in den Großstädten wie İstanbul und İzmir oder am Mittelmeer niederlassen.

Wenn von der schwierigen Situation der Christen in der Türkei die Rede ist, geht es in der Regel um die Rechte der alteingesessenen Griechen und Armenier. Deren Status ist im Friedensvertrag von Lausanne geregelt, in dem Minderheitenrechte wie eigene Schulen und die Einrichtung anderer kultureller Institutionen festgeschrieben sind. Konflikte gab und gibt es immer wieder um Liegenschaften der Kirchenstiftungen, die teilweise willkürlich beschlagnahmt wurden, und um die autonome Ausbildung von Klerikern. Das wichtigste Priesterseminar der orthodoxen Griechen ist seit mehr als dreißig Jahren geschlossen, auch deshalb, weil die Gemeinde ihre Einrichtung nicht dem türkischen Bildungsministerium unterstellen will. Im Zuge des EU-Beitrittsprozesses wird die türkische Regierung nun dazu gedrängt, den Kirchen einen besseren Rechtsstatus einzuräumen und größere Organisationsfreiheit zu gewähren. Manche Verbesserungen sind seit 2005 zu beobachten. So durften die Gemeinden 2010 erstmals in so symbolischen Orten wie dem Sumela-Kloster in Trabzon oder der Akhdamar-Kirche auf dem Van-See Messen feiern.

Erdbeben

Die Türkei ist ein Erdbebengebiet. Vor allem der Norden gehört zu den am stärksten erdbebengefährdeten Regionen der Welt. Der „Nordanatolische Graben“ zieht sich vom Osten bei Erzurum bis zum Golf von Saros an der griechischen Grenze hin. Zu der größten Katastrophe seit 100 Jahren kam es im August und November 1999 in der Westtürkei. Damals starben mehr als 18 000 Menschen. Die schweren Beben machten die Gefahr besonders für die Millionenmetropole İstanbul deutlich, denn ihre Epizentren lagen weniger als 100 km von der Stadt entfernt. Im Oktober 2011 forderte ein schweres Beben vor allem in den Städten Van und Ercis am Van-See viele Hundert Opfer.

Familienschutz

Oft werden Sie die Schilder sehen: „Aile Çay Bahçesi“ („Familienteegarten“) oder „Aile Salonu“ („Familiensalon“) steht am Eingang und weist darauf hin, dass die Bereiche der männlichen Junggesellen von denen der Familien und Paare schön getrennt sind. Was in großstädtischen Cafés und Restaurants schon längst der Vergangenheit angehört, ist in einfacheren Esslokalen und auf dem Land die Regel. Schützen soll das Verfahren die Frauen vor lästigen Männerblicken – was doch oft vorkommt, vor allem, wenn Mann einige Gläser zu viel getrunken hat.

Flora & Fauna

Die Tier- und Pflanzenwelt ist so vielfältig und kontrastreich wie die Regionen des Landes. Alle Spezies, die in Mitteleuropa und auf dem Balkan vorkommen, finden sich auch in der Türkei. In abgelegenen Gegenden leben noch vereinzelt Wölfe, Schakale und Bären. In der Südtürkei stolpert man fast über Landschildkröten und diverse Eidechsenarten. Der letzte türkische Leopard soll 1979 erlegt worden sein. Beeindruckend ist auch die Artenfülle der Vogelwelt, die in den Seengebieten zu beobachten ist. Kormorane, Pelikane, Reiher und Störche, speziell Weißstörche, sind allerdings nur Sommergäste. Im Herbst ziehen sie in schönen Formationen weiter gen Süden.

Frauen

In der Türkei sind Frauen gesetzlich gleichgestellt. Das Frauenwahlrecht gibt es seit 1930 (siehe Stichwort „Atatürk“), und an den Schulen gilt schon seit 1925 die Koedukation. Die Teilnahme von Frauen am öffentlichen Leben gehört in der Türkei deshalb zur gesellschaftlichen Normalität: An den Hochschulen beträgt der Frauenanteil fast 50 Prozent. Dennoch kämpfen türkische Frauenrechtlerinnen für mehr Rechte, z. B. für Frauenquoten im Parlament. Dem stehen konservative islamische Parteien und Organisationen, die in den letzten Jahren zunehmend an Einfluss gewonnen haben, ablehnend gegenüber. Die Zahl der sogenannten „Ehrenmorde“ ist vor allem im kurdischen Milieu stark angestiegen. Die schnelle soziale Veränderung erreicht noch nicht die konservative ländliche Umgebung; Frauen werden auf dem Land oft noch von ihren Männern unterdrückt.

Fußball

Fussball ist der türkische Volkssport schlechthin. Das fängt als Kind auf der Straße an und reicht bis zur lebenslangen Begeisterung für einen der großen Profiklubs. Bis vor wenigen Jahren waren die drei großen İstanbuler Clubs Fenerbahçe, Galatasaray und Beşiktaş noch das dominierende Dreigestirn der Liga, das regelmäßig die Meisterschaft unter sich ausmachte. Mittlerweile sind einige anatolische Clubs wie Trabzonspor oder Bursaspor zu ernsthaften Gegnern geworden, die die Dominanz der großen Drei angeknackst haben. Der türkische Fußball ist damit noch ein bißchen abwechslungsreicher geworden und die Begeisterung breiter gestreut. Einziger Wermutstropfen für die Fans ist, dass die Nationalmannschaft bei den großen internationalen Turnieren noch immer schwächelt. Auch die Frauen sind übrigens nicht nur als Fans aktiv: Die türkische Frauenfußball-Liga begann 2005 mit sieben Mannschaften, 2010 waren es schon 1500 Kickerinnen in 72 Clubs.

Hamam

Plätscherndes, warmes Wasser in Marmorbecken, heißer Dampf unter hohen Gewölben: Das türkische Bad ist ein Muss für Touristen. Frauen- und Männerabteilungen sind im Hamam normalerweise voneinander getrennt, in touristischen Bädern kann aber gemischt gebadet werden. In jeder Stadt finden Sie ein Hamam, das Sie aufsuchen können.

Islam

Offiziell sind 99 Prozent der türkischen Bevölkerung Muslime, der überwiegende Teil gehört der sunnitischen Richtung an. Das heilige Buch, der Koran, enthält in Versform die Offenbarungen des Propheten Mohammed. Nur im arabischen Original gilt er als Koran. Für die Schüler der privaten Koranschulen gilt es als besondere Anstrengung, den Text auswendig zu lernen. An staatlichen Schulen wird nur allgemeiner Religionsunterricht erteilt; Christen und Juden haben ihre eigenen Schulen. Etwa ein Viertel der Muslime gehören der Glaubensrichtung der Alewiten an. Sie sind Anhänger Alis, eines Schwiegersohns Mohammeds.

Die beiden höchsten islamischen Feste sind Kurban (Opferfest) und Ramazan bayramı (Zuckerfest). Am Opferfest schächtet jeder, der es sich leisten kann, einen jungen Hammel oder ein Kalb in Erinnerung an das Opfer Abrahams. Schächten bedeutet nach jüdischem und moslemischem Ritus Töten ohne Betäubung, denn nur dann kann das Blut aus dem Tierkörper herausfließen. Das Fleisch ist dann „koscher“ (jüdisch) bzw. „helal“ (traditionalistisch-islamisch). Zwei Drittel des Fleisches soll an Bedürftige verteilt werden. Im Fastenmonat Ramadan hält sich die Mehrheit der Muslime an das Gebot, zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang weder zu essen, zu trinken noch zu rauchen. In der Provinz wird es dann schwer, mittags ein geöffnetes Lokal zu finden

Kurden

Die Kurden (heute ca. 8 Prozent der türkischen Bevölkerung) lebten einst in den südöstlichen Provinzen, doch viele sind in den vergangenen Jahrzehnten auf der Suche nach Arbeit in die westlichen Großstädte gezogen. Allein in İstanbul gibt es heute mindestens 3 Mio. Menschen kurdischer Abstammung. Die Kurden werden nicht – wie die Armenier oder die Griechen – als offizielle Minderheit anerkannt. Sie waren lange dem Assimilierungsdruck ausgesetzt. Heute geht der Staat mit ihnen als kulturelle Minderheit gelassener um. Wer zu weit geht und kurdische Autonomie fordert, muss jedoch eine Anklage wegen Separatismus fürchten und mit einer Haftstrafe rechnen.

Musik

Ob Shakira, Tarkan, türkische „Kunstmusik“ oder Sufi-Klänge: Musik wird Sie in der Türkei auf Schritt und Tritt begleiten. Auch wenn überwiegend Popmusik gespielt wird, bietet die türkische Musik eine große regionale und tonale Vielfalt. Die „Kunstmusik“ (Türk Sanat Müziği) mit byzantinischen und arabischen Einflüssen klingt getragen und erfordert von den Sängerinnen und Sängern große Stimmdisziplin. Die einfache Volksmusik Anatoliens und des Schwarzmeerraums klingt dagegen quirlig und kommt ohne Orchester aus. Ein paar Fideln, Trommeln und eine saz (Saiteninstrument) genügen. Sie können in guten Musikgeschäften (z. B. der D&R-Kette) relativ preiswert CDs und Kassetten erwerben. Guten türkischen Pop finden Sie unetr dem Label Doublemoon, guten Ethnosound unter Kalan Müzik.

Osmanisches Reich

Vom Reichsgründer Osman (Regierungszeit 1288–1324) leitet sich der Name der bis 1922 herrschenden Dynastie ab. 37 Sultane regierten das Reich, manche waren nur wenige Monate an der Macht, bevor sie Opfer einer Intrige oder eines Brudermordes wurden. Nach der Eroberung Konstantinopels durch Mehmet I. (von den Türken nur Fatih, der Eroberer, genannt) herrschten die Sultane jahrhundertelang vom Balkan bis Algerien. Im 19. Jh. begann der unaufhaltsame Niedergang, der im Ersten Weltkrieg und in der Gründung der modernen Republik endete: Nachdem die junge Republik erst alle Erinnerungen an das alte Reich zu tilgen versuchte, erlebt das Osmanische heute ein zuweilen etwas kitschiges Revival in Kultur und Kunst. Die osmanischen Elemente werden in die heutige türkische Kultur eingewoben und gelten nicht mehr als verwerflich.

Politisches System

Die Türkei ist laut Verfassung ein parlamentarischer Rechtsstaat westlichen Zuschnitts – der einzige in der muslimischen Welt. Die Abgeordneten der Großen Türkischen Nationalversammlung in Ankara und die Bürgermeister kreisfreier Gemeinden und Städte werden alle vier Jahre in geheimer Wahl von den Wahlberechtigten über 18 Jahre gewählt. Mehrere „Reformpakete“, die die Meinungsfreiheit ausweiteten und die Macht der Armee in der Politik einschränkten, wurden seit 2001 beschlossen.

Sprache

Das in der Türkei gesprochene Türkisch gehört zu den zentralasiatischen oghusischen Sprachen der Ural-Altai-Gruppe. Während der osmanischen Periode kamen zahlreiche persische und arabische Bestandteile hinzu, in den 1920er-Jahren französische Ausdrücke, etwa şoför (Chauffeur) oder asansör (Fahrstuhl). Die Verständigung unter den verschiedenen „Turkvölkern“ ist schwer, aber nicht unmöglich. Allein mit den Azeris (Aserbaidschan-Türken), die einen hochtürkischen Dialekt sprechen, können sich die Türken ohne größere Probleme unterhalten. Als Besucher kommt man in den touristischen Gegenden des Landes und in den Großstädten meist mit Englisch oder Deutsch recht gut weiter. Überall trifft man auf „aus Almanya zurückgekehrte“ Türken.

Bloss nicht!

Jedes Hilfsangebot annehmen

Sie scheinen vor jedem Museumseingang und auf jedem Busbahnhof zu stehen: die Schlepper oder „Piraten“ (korsan), die Sie freundlich irgendwohin einladen oder Ihnen sonstige Hilfe anbieten. Wimmeln Sie die Piraten freundlich, aber sehr bestimmt ab. Trotzdem nicht vergessen: Nicht alle hilfsbereiten Türken sind Schlepper.

Steine und Fossilien einstecken

Die Türkei ist ein großes Openair-Museum, wo Antikes manchmal achtlos am Wegesrand steht. Der türkische Zoll passt bei Ausreisen sehr genau auf, dass kein Kulturgut hinausgeschmuggelt wird. Neben Profischmugglern werden auch arglose Touristen, die einen schönen Stein „eingesteckt“ haben, vors Gericht gebracht und mit hohen Geldstrafen konfrontiert. Also: keine alt aussehenden Steine und Fossilien mitnehmen!

Wild campen

In der Türkei sollten Sie nirgendwo campen, wo es nicht ausdrücklich gestattet ist. Es gibt vielerorts wilde und verwilderte Tiere (Straßenhunde!) – und Sie können nie sicher sein, ob bei einem Biss keine Tollwut übertragen wurde. Der Ärger könnte aber noch größer sein und von Taschendiebstahl bis zur körperlichen Gewalt reichen. Deshalb gilt: immer auf ordentliche Campingplätze gehen!

Überall in Shorts herumlaufen

Restaurants und Gotteshäuser – egal, ob muslimische, christliche, jüdische – betritt man nicht in Shorts und Hemdchen. Vor den großen Moscheen werden Tücher verteilt, mit denen Sie im Bedarfsfall Schultern und Beine bedecken können. Frauen sollten sich in kleineren Orten bei Moscheenbesichtigungen ein Tuch über den Kopf werfen. Bevor Sie eine Moschee besichtigen, müssen Sie unbedingt die Schuhe ausziehen

Zu viel Haut zeigen

Außerhalb der Touristenzentren sollten Frauen auf sehr freizügige Kleidung verzichten. Nicht nur, weil sie damit rechnen müssen, ständig angestarrt und angesprochen zu werden, sondern auch, weil es böse enden könnte. Die Gewalt gegen Frauen ist in der Türkei immer noch aktuell. Paare sollten sich überall in der Türkei nicht zum öffentlichen Austausch heftiger Zärtlichkeiten hinreißen lassen.

Als ungehöriges Verhalten gilt auch FKK; es ist zudem streng verboten. An vielen Stränden der von Touristen sehr stark frequentierten Südküste – zumal bei den großen Hotels – ist das Sonnen oben ohne aber in den meisten Fällen kein Problem. In türkischen Bädern bedeckt man auch unter seinesgleichen seine Scham. Männer wickeln sich die bereitgestellten Baumwolltücher um die Hüften, Frauen um den Oberkörper. Ansonsten gilt: Fragen beugt Missverständnissen vor.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Im Zusammenhang mit den laufenden militärischen Operationen der türkischen Streitkräfte in Nordsyrien hat es seit dem 20. Januar 2018 mehrfach Raketenbeschuss türkischen Territoriums gegeben. Dabei sollen auch eine Person getötet und etliche verletzt worden sein. Die Lage ist unübersichtlich.
Besonders betroffen ist das Grenzgebiet zu Syrien, dort die Provinzen Hatay, Kilis und Gaziantep. Von nicht erforderlichen Reisen in diese Provinzen wird dringend abgeraten.

Seit dem Putschversuch im Juli 2016 wurden in der Türkei vermehrt deutsche Staatsangehörige willkürlich inhaftiert. Dabei waren weder Grund noch Dauer der Inhaftierung nachvollziehbar. Mit derartigen Festnahmen ist in allen Landesteilen der Türkei einschließlich der touristisch frequentierten Regionen zu rechnen. Betroffen von derartigen Maßnahmen sind insbesondere, aber nicht ausschließlich deutsche Staatsangehörige mit engen privaten und persönlichen Bindungen in die Türkei sowie Personen, die neben der deutschen auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzen.

Entgegen ihrer völkerrechtlichen Verpflichtungen hat die Türkei in einigen dieser Fälle den deutschen Auslandsvertretungen in der Türkei den konsularischen Zugang zu den Gefangenen erst mit teilweise mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung gewährt.

Seit Anfang 2017 wurde deutschen Staatsangehörigen in zahlreichen Fällen an den Flughäfen in der Türkei die Einreise verweigert. Den Betroffenen wurden weder nachvollziehbare Gründe für diese Maßnahme genannt, noch wurde ihnen eine Rechtsbehelfsbelehrung ausgehändigt. Die betroffenen Personen mussten nach einer Wartezeit in Gewahrsam von mehreren Stunden bis zu wenigen Tagen ihre Rückreise nach Deutschland antreten. Dabei wurden ihnen zum Teil auch ihre Mobiltelefone abgenommen. Vorfälle im Transitbereich sind bisher nicht bekannt geworden.

Von einer Einreiseverweigerung betroffenen deutschen Staatsangehörigen wird geraten, Kontakt mit der nächsten deutschen Auslandsvertretung aufzunehmen und bis dahin keine Aussagen ohne Anwesenheit eines Anwalts und eines Dolmetschers zu machen oder Dokumente zu unterschreiben, deren Inhalt sie nicht verstehen.

Nach dem gewaltsamen Putschversuch am 15. Juli 2016 hat die türkische Regierung in allen 81 Provinzen der Türkei den Notstand nach Art. 119 und 120 der türkischen Verfassung und des Notstandgesetzes von 1983 ausgerufen. Dieser wurde erneut verlängert und gilt zumindest bis zum 19. April 2018 fort.

Auf dieser Grundlage können u.a. Ausgangssperren kurzfristig verhängt, Durchsuchungen vorgenommen und allgemeine Personenkontrollen jederzeit durchgeführt werden. Die Wahrscheinlichkeit von Festnahmen ist vor diesem Hintergrund deutlich angestiegen. Behörden berufen sich bei Festnahmen auf die Mitgliedschaft in Organisationen, die auch in Deutschland oder der als terroristische Vereinigung eingestuft sind (IS, PKK), aber auch auf Mitgliedschaft in der so genannten "Gülen-Bewegung", die nur in der Türkei unter der Bezeichnung "FETÖ" als terroristische Vereinigung eingestuft ist. Auch geringfügige, den Betroffenen unter Umständen gar nicht bewusste oder lediglich von Dritten behauptete Berührungspunkte mit dieser Bewegung oder mit ihr verbundenen Personen oder Unternehmen können für eine Festnahme ausreichen.

Unter den während des Notstands geltenden Bestimmungen kann Verdächtigen für 24 Stunden jeglicher Kontakt zur Außenwelt verwehrt werden, außerdem können sie bis zu 14 Tagen in Polizeigewahrsam genommen werden, bevor sie einem Haftrichter vorzuführen sind. Außerdem kann während eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens u.a. die Ausreise untersagt werden. Von diesen Maßnahmen, sowie von der Möglichkeit zur Verhängung von Untersuchungshaft (nach türkischem Recht bis zu sieben Jahren möglich) im Anschluss an den Polizeigewahrsam, wird unter der Geltung des Notstands reger Gebrauch gemacht. Dabei genügen oft bereits geringe Verdachtsmomente.

In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass ungeachtet des gesetzlichen Anspruchs deutscher Staatsangehöriger auf konsularischen Rat und Beistand, konsularischer Schutz gegenüber hoheitlichen Maßnahmen der türkischen Regierung und ihrer Behörden nicht in jedem Fall gewährt werden kann, wenn der oder die Betroffene auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzt.

In der Öffentlichkeit gemachte politische Äußerungen gegen den türkischen Staat, Sympathiebekundungen mit von der Türkei als terroristisch eingestuften Organisationen und auch die Beleidigung oder Verunglimpfung von staatlichen Institutionen und hochrangigen Persönlichkeiten sind verboten und werden mit Geldbußen oder Haftstrafen geahndet. Unter diesen Straftatbestand können auch regierungskritische Äußerungen im Internet und in den sozialen Medien fallen.

Im Reiseverkehr kann es weiterhin zu Beeinträchtigungen und insbesondere zu verstärkten Sicherheitskontrollen an den Flughäfen kommen.

Die innenpolitische Lage in der Türkei ist weiterhin angespannt. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu vereinzelten Demonstrationen und Großveranstaltungen kommen kann.

Terrorismus

In der Türkei ist es insbesondere seit Mitte 2015 wiederholt zu terroristischen Anschlägen gekommen.
Es ist keinesfalls auszuschließen, dass terroristische Gruppierungen - auch vor dem Hintergrund der jüngsten türkischen Militäraktionen in Syrien - weiterhin versuchen werden, Anschläge, insbesondere in den großen Metropolen, durchzuführen. Diese können sich auch gezielt gegen Ausländer richten.
Der internationale Flughafen Istanbul Atatürk, sowie wiederholt die Innenstädte von Istanbul und Ankara waren Ziele von Anschlägen mit hohen Opferzahlen, so zuletzt am 1. Januar 2017 der Nachtclub "Reina" in Istanbul.

Die als terroristische Vereinigung gelistete "Kurdische Arbeiterpartei" (PKK) sowie ihre Splittergruppe "Freiheitsfalken Kurdistans" verüben seit Mitte 2015 vor allem im Südosten der Türkei, aber auch in anderen Landesteilen wiederholt Anschläge.

Aus den touristischen Reisezielen entlang der Mittelmeerküste wurden bislang keine sicherheitsrelevanten Ereignisse gemeldet, bei denen ausländische Touristen zu Schaden gekommen sind.

Die Sicherheitsvorkehrungen befinden sich landesweit auf hohem Niveau. Angesichts von Anschlägen terroristischer Gruppierungen auch gegen nicht-militärische Ziele muss aber in allen Teilen der Türkei grundsätzlich von einer terroristischen Gefährdung ausgegangen werden.

Deshalb wird Deutschen, die sich in der Türkei aufhalten oder dorthin reisen möchten, generell empfohlen, sich zur Sicherheitslage laufend, mittels dieser Reise- und Sicherheitshinweise sowie der Medienberichterstattung, informiert zu halten. Menschenansammlungen, auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen sowie der Aufenthalt nahe Regierungs- und Militäreinrichtungen sollten gemieden werden.

In Folge des gescheiterten gewaltsamen Putschversuchs soll es vereinzelt zu aggressiven Übergriffen von Anhängern politischer Lager gegen vermeintlich Andersdenkende kommen. Es wird dringend geraten, auf solche Eskalationen zu achten, sich umgehend zu entfernen und einen sicheren Ort aufzusuchen. Zudem sollte die Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs auf das erforderliche Maß eingeschränkt werden. Vorsicht ist auch geboten bei Zufallsbekanntschaften in Bars oder Restaurants.

Generell wird geraten, den Anweisungen der türkischen Sicherheitskräfte Folge zu leisten.

Reisen über Land

Auch bei Reisen über Land wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Das türkische Militär hat am 24. August 2016 mit militärischen Aktionen in Syrien begonnen.
Von Reisen in das Grenzgebiet der Türkei zu Syrien und Irak, insbesondere in die Städte Diyarbakır, Cizre, Silopi, Idil, Yüksekova und Nusaybin sowie generell in die Provinzen Mardin, Şırnak und Hakkâri wird dringend abgeraten.

In den Provinzen Hatay, Kilis, Gaziantep, Şanlıurfa, Diyarbakır, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, Muş, Tunceli, Şırnak, Hakkâri und Van besteht ein erhöhtes Risiko für Reisende. Alle nicht zwingend erforderlichen Reisen in diese Gebiete sollten vermieden werden. Es wird weiterhin zu größter Vorsicht geraten. Die aktuelle Berichterstattung in den Medien sollte aufmerksam verfolgt werden.

In den letzten Monaten wurden mehrfach "zeitweilige Sicherheitszonen" eingerichtet und Ausgangssperren verhängt, darunter in Cizre, Silopi, Nusaybin, in Stadtteilen von Diyarbakır und in Silvan. Sicherheitszonen und Ausgangssperren werden streng kontrolliert, das Betreten der Sicherheitszonen ist strikt verboten, eine Verletzung der Ausgangssperren kann im Falle von Kampfhandlungen lebensgefährlich sein. Zur Einrichtung von Sicherheitszonen und Verhängung von Ausgangssperren kam es bisher insbesondere im Gebiet südöstlich von Hakkâri entlang der Grenze zum Irak sowie in Diyarbakır und Umgebung sowie südöstlich der Ortschaft Cizre (Dreiländereck Türkei - Syrien - Irak), aber auch in den Provinzen Gaziantep, Kilis, Urfa, Hakkâri, Batman und Aǧrı.

Die türkischen Behörden erteilen aus Sicherheitsgründen keine Erlaubnis mehr, den Berg Ararat zu besteigen.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich auch bei kurzfristigen Aufenthalten in die Krisenvorsorgeliste einzutragen und die dort hinterlegten Kontaktdaten auf dem aktuellen Stand zu halten, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalurlauber werden in der Regel über ihre Reiseveranstalter mit aktuellen Informationen versorgt.

Die Eintragung erfolgt ausschließlich elektronisch durch den Reisenden selbst. Für die Eingabe ist eine einmalige Registrierung und eine zuständige Auslandsvertretung (Ankara, Istanbul, Izmir oder Antalya) zu wählen. Die Zuständigkeiten nach Provinzen sind im Konsulatfinder der Vertretungen in der Türkei zu finden.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Die Türkei ist ein beliebtes Reiseland, das Touristen grundsätzlich herzlich und offen empfängt. Wie auch in anderen Urlaubsländern gibt es jedoch einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten, um einen sorglosen Aufenthalt verbringen zu können.

Militärische Sperrgebiete, Sicherheitszonen und -einrichtungen

Militärsperrgebiete sind nicht immer eindeutig gekennzeichnet und unterliegen Anpassungen. Für solche Bezirke gilt ein absolutes Verbot für das Betreten und Fotografieren. Reisenden, die beabsichtigen, die entsprechenden Provinzen, in denen Sicherheitszonen und Sperrgebiete ausgewiesen sind, zu bereisen, wird geraten, vor Reiseantritt das für ihren Wohnort zuständige türkische Generalkonsulat oder die türkische Botschaft in Berlin zu kontaktieren, um dort nach der genauen, aktuellen Lage von Sperrgebieten und Sicherheitszonen in der bereisten Region zu fragen. Außerdem ist es empfehlenswert, sich während der Reise tagesaktuell bei der örtlichen Jandarma oder der Polizei nach der Lage dieser Gebiete zu erkundigen. Von Reisen in bestimmte Gebiete im Südosten des Landes wird dringend abgeraten (s. Landesspezifische Sicherheitshinweise).

Zu beachten ist grundsätzlich, dass bezüglich militärischer oder anderer der Sicherheit dienender Einrichtungen regelmäßig ein Fotografier- bzw. Filmverbot besteht. Das gilt insbesondere für Grenzanlagen. Auch wenn ein solches nicht ausdrücklich kenntlich gemacht ist, sollte im Zweifel eher von Foto- oder Filmaufnahmen absehen werden. Ganz besonders gilt dies in Grenzgebieten. Dort wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Weisungen türkischer Sicherheitskräfte ist unbedingt Folge zu leisten.

Umgang mit sexuellen Minderheiten

Homosexualität ist in der Türkei nicht strafbar. An der jährlich stattfindenden Pride Parade in Istanbul nahmen bis 2014 mehrere zehntausend Menschen teil. 2015 und 2016 ist die Parade von den türkischen Behörden jedoch untersagt worden.Es wird auf Vorfälle von Gewalt nicht-staatlicher Seite hingewiesen, bei denen es zu Übergriffen auf Personen gekommen ist. Mit z.T. starken Vorurteilen gegenüber dieser Personengruppe in der türkischen Gesellschaft sollte deshalb gerechnet werden.

Zahlungsmittel

In vielen Gebieten der Türkei, selbst in größeren Städten, ist es problematisch Reiseschecks einzulösen. Allerdings lässt sich mit einer deutschen EC-Karte in Verbindung mit der PIN an Geldautomaten problemlos Geld abheben (wenn beide mit dem Symbol "Maestro" versehen sind).

Auch Kreditkarten werden als Zahlungsmittel akzeptiert. In den meisten Fällen muss man dazu zusätzlich den Reisepass oder Personalausweis vorlegen. Unter Angabe der PIN kann man mit der Kreditkarte außerdem Geld bei Banken oder an entsprechend gekennzeichneten Automaten Bargeld abheben.

Taxi

Grundsätzlich bestimmt bei Taxifahrten der Taxameter den Preis, bei längeren Fahrten ist Handeln durchaus erlaubt. Bei viel Gepäck wird z. T. ein Aufschlag verlangt. Besonders in Istanbul sollte man sich vorher über den ungefähren Fahrpreis informieren, damit Taxifahrten nicht ungewollt zu kostspieligen Stadtrundfahrten werden. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass der Taxameter bei Fahrtantritt eingeschaltet wird. Die Hotels dienen hierbei als eine sichere Informationsquelle.

Straßenverkehr

Der türkische Straßenverkehr, vor allen Dingen in den Städten, ist meist sehr lebhaft und dicht. Die Regeln der Straßenverkehrsordnung werden oft nicht eingehalten. Man sollte sich defensiv verhalten und sich nicht auf Auseinandersetzungen einlassen, da bei vermeintlichen oder tatsächlichen Verkehrsverstößen aggressive Reaktionen anderer Autofahrer drohen können.

Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit, auch auf größeren Verbindungsstraßen, sind mit erhöhten Gefahren verbunden, gerade auch im Hinblick auf die fehlende Beleuchtung, und sollten vermieden werden. Wer im Auto übernachten möchte, sollte dazu einen bewachten Parkplatz oder Campingplatz aufsuchen.

Bei angebotenen Jeepsafaris sollten Anbieterfirmen und technischer Zustand der Fahrzeuge kritisch geprüft werden, vor allem wenn die Reiseveranstalter keine Gewähr übernehmen. Die Jeeps sollten nur Personen fahren, die über Erfahrung mit derartigen Fahrzeugtypen und Fahren auf off-road-Strecken verfügen.

Bahnreisen

Die kürzlich eröffnete Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ankara und Istanbul wurde trotz Warnungen von Experten bereits für den Zugverkehr geöffnet, ist jedoch bisher nicht völlig fertiggestellt. Deswegen besteht auf dieser Strecke derzeit noch ein erhöhtes Risiko von Zugausfällen und Unfällen.

Hinweise für Menschen mit Behinderungen:

In der Türkei gibt es nur an wenigen Orten eine behindertengerechte Infrastruktur. Dies gilt auch für öffentliche Einrichtungen. Der teilweise schlechte Zustand der Gehwege auch in Großstädten kann die Mobilität von gehbehinderten Menschen deutlich einschränken.

Ausflüge

Bei angebotenen Ausflügen mit Werksbesichtigung und Kaufgelegenheiten sollten sich Reisende vorher erkundigen, wie lange diese Besuche dauern. Es besteht kein Kaufzwang. Gegen die mögliche Ausübung von Druck durch Mitarbeiter der Unternehmen oder Reiseleiter sollten sich Reisende verwahren und ggf. später auch bei den Reiseveranstaltern beschweren.

Alkohol

Die türkische Regulierungsbehörde für Tabakwaren und Alkoholika (TAPDK) macht auf die Gefahr durch den Verzehr von gepanschtem Alkohol aufmerksam und empfiehlt, beim Kauf von Alkohol auf die Originalverpackung und Lizenzierung (TAPDK-Logo auf dem Flaschendeckel, unbeschädigte, blau-türkisfarbene Banderole) zu achten.

Kriminalität

Die Türkei zeichnet sich bislang als ein Land mit vergleichsweise gering ausgeprägter Gewaltkriminalität aus. In letzter Zeit waren jedoch auch Reisende Opfer von Gewaltverbrechen. Es wird deshalb besonders bei einem Aufenthalt an einsamen Orten und gemeinsamen Unternehmungen mit wenig bekannten Personen zu Vorsicht geraten.

Vorsicht vor Taschendieben ist besonders in der Großstadt Istanbul angezeigt. Die Zahl von Straßendiebstählen, besonders in belebten Zonen, ist in Istanbul weiterhin hoch. Allgemein gilt, dass auf Taschen und Geldbörsen überall da, wo Menschenmengen sind, besonders geachtet werden sollte. Vor allem im Stadtteil Beyoğlu wurden vermehrt Betrugsfälle bekannt, in denen Touristen unter einem Vorwand in einer Bar eingeladen und anschließend gezwungen wurden, zur Begleichung der extrem überhöhten Rechnung eine größere Summe Bargeld von einem Geldautomaten abzuheben.

In Istanbul kommt es immer wieder zu Passdiebstählen. Reisende sollten Pässe bzw. Personalausweise aufgrund des Ausnahmezustands stets mit sich führen und Kopien anfertigen.

Bei Zahlung mit Bank- oder Kreditkarten ist Vorsicht vor Betrügern geboten, die versuchen, unbemerkt die Bankkarte des Reisenden zu kopieren und den zugehörigen PIN-Code auszuspähen, um dann mit gefälschten Karten an Geldautomaten Geld abzuheben. Reisenden wird daher geraten, bei Zahlung ihre Bankkarte stets im Auge zu behalten und die Geheimnummer nur verdeckt einzugeben. Bei Benutzung von Bank- und Kreditkarten mit PIN-Code in Wechselstuben wird zu Vorsicht geraten.

Informationen der deutschen Botschaft Ankara zufolge sind deutsche Türkei-Urlauber nach ihrer Rückkehr in das Bundesgebiet in letzter Zeit Opfer von Betrugsfällen geworden. Unter dem Vorwand einer fälligen Steuerrückzahlung oder einer Gebühr für einen Lotteriegewinn werden die Urlauber telefonisch zu einer Geldüberweisung per Western Union Transfer in die Türkei veranlasst. Diese Aufforderungen entbehren jeglicher rechtlicher Grundlage. Das Auswärtige Amt empfiehlt, sich in solchen Fällen vorab an die zuständen Polizeibehörden in Deutschland zu wenden.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

Vorläufiger Personalausweis: grundsätzlich ja, Einschränkungen s. u.

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Nicht möglich ist die Einreise in die Türkei mit einem von der Bundespolizei für Notfälle ausgestellten Reiseausweis als Passersatz.

Empfehlungen

Die Türkei ist Vertragspartei des Europäischen Übereinkommens über die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957.

Bei der Einreise kann der Reisepass, der vorläufige Reisepass, der Personalausweis oder der Kinderreisepass auch seit höchstens einem Jahr abgelaufen sein, nicht jedoch der vorläufige Personalausweis.
Dies gilt für die folgenden Grenzübergänge:
- am griechisch-türkischen Grenzübergang
- an den Grenzübergängen in Istanbul, Izmir, Çanakkale, Muğla, Antalya, Mersin, Iskenderun und Aydın
- an den Flughäfen Yeşilköy (Istanbul) und Esenboğa (Ankara).

Es kann jedoch bei der Ausreise aus der Türkei mit abgelaufenen Ausweisdokumenten, insbesondere an den Landgrenzen in Edirne und Ipsala, zu Problemen kommen. Reisenden wird empfohlen, sich bereits vor der Reise in die Türkei um gültige Ausweisdokumente zu kümmern.
Bei der Einreise mit dem vorläufigen Personalausweis hat es in der Vergangenheit ebenfalls Probleme gegeben, so dass die Einreise damit nicht weiter empfohlen werden kann.
Bei Einreise mit einem Reisepass muss dieses Dokument noch mindestens über eine leere Seite verfügen.

In der Vergangenheit kam es zu Zurückweisungen an der Grenze, weil Eltern ohne gültige Einreisedokumente für ihre Kinder einreisen wollten. In solchen Fällen können auch die deutschen Auslandsvertretungen in der Türkei keine Abhilfe schaffen.
Reisenden wird empfohlen, sich stets ausweisen zu können.

Visum

Als Tourist kann man sich bis zu 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen visumfrei im Land aufhalten. Kürzere, in diesen Zeitraum fallende Aufenthalte werden addiert. Damit soll die Rechtslage in der Türkei grundsätzlich der in Deutschland geltenden angepasst werden.
Die bisherige Praxis, nach einer eintägigen Ausreise einen erneuten Aufenthalt von 90 Tagen zu begründen, ist seit dem 1. Februar 2012 nicht mehr möglich.
Personen, die sich bereits in der Türkei aufhalten und einen längeren Aufenthalt planen, können innerhalb von 90 Tagen nach Einreise vor Ort eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Dazu muss der Reisepass noch 60 Tage über den beabsichtigten Aufenthalt hinaus gültig sein. Ist bereits vor Einreise ein Aufenthalt von mehr als 90 Tagen geplant, sollte bei einer türkischen Auslandsvertretung ein entsprechendes Visum beantragt werden. Reisenden wird empfohlen, sich in Zweifelsfragen an die türkischen Behörden, Konsulate oder Rechtsanwälte zu wenden, insbesondere dann wenn häufigere langfristige Aufenthalte in der Türkei beabsichtigt sind.

Deutsche Staatsangehörige, die in der Vergangenheit ein Visum zur Besteigung des Ararat eingeholt haben, benötigen für einen darüber hinausgehenden Aufenthalt in der Türkei eine Erlaubnis, die umgehend nach Ende der Bergtour bei der Ausländerpolizei der Sicherheitsdirektion der Provinz (Il Emniyet Müdürlüğü) einzuholen ist.

Von Deutschland ausgestellte Reisedokumente oder Reiseausweise für Ausländer anderer Nationalitäten werden von der Türkei anerkannt. Für die Einreise in die Türkei wird jedoch ausnahmslos ein Visum benötigt, das vorab bei einem türkischen Generalkonsulat einzuholen ist.

Türkische Staatsangehörige sollten grundsätzlich mit einem türkischen Pass reisen. Eine Einreise ist zwar möglich, die Ausreise aus der Türkei mit einem von deutschen Behörden ausgestellten Pass dagegen nicht immer.

Bei der Reise in die Türkei auf dem Landweg müssen auch die Einreisebestimmungen der Transitländer beachtet werden. In Serbien sind seit dem 12.06.2010 eine Einreise und ein Aufenthalt bis zu 90 Tagen mit dem Bundespersonalausweis möglich.

Hinweise zur Einreise von Minderjährigen

Besondere Vorschriften für allein reisende Minderjährige oder bei Reise mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil gibt es nicht, solange ihre Ausreise aus Deutschland legal erfolgte.

Kinder türkischer Eltern, die sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzen, benötigen zur Wiedereinreise nach Deutschland einen deutschen Kinderreisepass, Reisepass oder Personalausweis, der vor Abreise bei der zuständigen deutschen Behörde beantragt werden muss.

Weiterreise in Drittländer

Grundsätzlich ist das notwendige Visum für eine Weiterreise in die Nachbarstaaten bereits vor der Abreise aus Deutschland bei den entsprechenden Auslandsvertretungen in Deutschland einzuholen. Eine Antragstellung bei den Konsulaten in der Türkei ist in der Regel nicht möglich.

Für Reisende, die über die Türkei nach Afghanistan, Indien, Pakistan, Nigeria oder Tadschikistan reisen möchten, teilte das Gesundheitsministeriums der Türkei im Juli 2011 mit, dass aufgrund der hohen Anzahl an Polioerkrankungen (= Kinderlähmung) in den entsprechenden Ländern der o. g. Personenkreis eine Dosis Schluckimpfung (zwei Tropfen) gegen Polio bei der Ausreise erhalten soll, sofern nicht bescheinigt werden kann, dass innerhalb des letzten Monats vor Reisebeginn eine solche Impfung bereits vorgenommen wurde. Wenn die Impfung abgelehnt wird, ist eine schriftliche Erklärung abzugeben. Eine Ablehnung der Impfung kann die Verweigerung der (Wieder)Einreise zur Folge haben.

Weiterreise nach Georgien

Die Reise von der Türkei nach Georgien ist nur mit einem gültigen Reisepass möglich.

Weiterreise in den Irak

Die Ausreise aus der Türkei in den Irak ist nur für Inhaber eines für Irak gültigen Visums möglich. In diesem Zusammenhang wird auf die Reisewarnung für Irak hingewiesen.

Weiterreise nach Syrien

Anlässlich der aktuellen Situation in Syrien wird vor Reisen nach Syrien ausdrücklich gewarnt. Es wird auf die Reisewarnung für Syrien hingewiesen. Aktuellen Nachrichten zufolge hat die syrische Regierung im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien verstärkt Minen ausgelegt, um syrische Staatsangehörige an der Flucht in die Türkei zu hindern.

Es wird darauf hingewiesen, dass gerade im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien das Fotografieren strengstens verboten ist. Dies gilt auch für vermeintlich harmlose Landschaftsaufnahmen.

Einreise in die Türkei aus Ländern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarates sind

Die Einreise in die Türkei ist aus Ländern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarats (wie z. B. Irak) sind, nur mit dem Reisepass möglich.

Einreise mit dem PKW

Bei der Einreise in die Türkei mit dem Pkw ist die Vorlage eines Reisepasses nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Es wird aber dringend dazu geraten, den Reisepass mitzuführen, um bei eventueller Unkenntnis der Neuregelung vor Ort Probleme bei der Einreise zu vermeiden.

Der türkische Zoll stellt ein Formular aus, in dem das Datum der spätesten Wiederausfuhr festgelegt wird. Ein Überschreiten dieser individuell festgelegten Frist auch um nur einen Tag muss unbedingt vermieden werden, da anderenfalls erhebliche Geldstrafen, die den Wert des Fahrzeugs um ein Vielfaches übersteigen können, und ein Strafverfahren drohen. Als Frist werden in der Regel 30 Tage eingetragen, auf Antrag auch bis zu 90 Tage.

Bitte beachten Sie, dass die grüne Versicherungskarte nur im europäischen Teil der Türkei anerkannt wird. Beabsichtigen Sie mit dem Fahrzeug auch den asiatischen Teil zu bereisen, kann eine Versicherung an der Grenze für die Dauer von mindestens 30 Tagen abgeschlossen werden. Die Kosten variieren je nach Versicherungsdauer und Fahrzeugtyp. Sinnvoll ist auch, sich bereits vor Antritt der Reise mit dem eigenen Versicherungsunternehmen in Verbindung zu setzen und prüfen zu lassen, ob die Reise in den asiatischen Teil der Türkei nicht bereits in der eigenen Kfz-Versicherung enthalten ist oder gegen Aufpreis für den Zeitraum inkludiert werden kann.
Falls der Halter des Fahrzeugs nicht identisch ist mit dem Reisenden, muss der Reisende/Fahrer über eine Vollmacht des Eigentümers verfügen, die bei einer türkischen Auslandsvertretung in Deutschland ausgestellt oder beglaubigt sein sollte. Einzelheiten zum Verfahren klären Sie bitte vor Abreise, um mehrtägige Wartezeiten an der Grenze zu vermeiden.

In der Türkei gilt für Auto- und Motorradfahrer eine 0,5 Promillegrenze. Für das Führen von Lastkraftwagen, PKW mit Anhänger und Bussen (Fahrzeuge zur Personenbeförderung) gilt eine 0,0 Promillegrenze. Die Strafen bei Verkehrsdelikten wurden in jüngster Zeit drastisch erhöht.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Für Touristen gelten folgende Regeln: Die Einfuhr von Devisen in die Türkei ist unbegrenzt gestattet. Devisenausfuhr aus der Türkei ist bis zu einem Gesamtbetrag von 5.000,- US Dollar (US-$) oder Gegenwert in TL gestattet. Die beim Geldumtausch in der Türkei ausgehändigte Quittung sollte unbedingt aufbewahrt werden, da sie bei einem Rückumtausch von TL in eine ausländische Währung bei der Ausreise vorgelegt werden muss.

Reisende dürfen persönlichen Schmuck bis zu einem Gesamtwert von 15.000 US-$ ein- und ausführen. Bei einem höheren Wert muss dieser bei der Einreise deklariert werden. Beim Kauf in der Türkei sind Nachweise bei der Ausfuhr erforderlich.

Im Übrigen dürfen folgende Waren bei Einreise in die Türkei pro Person mitgeführt werden (gilt nicht für Transitreisende):

Persönliche Habe

Gegenstände des persönlichen Gebrauchs inkl. medizinischer Artikel und Medikamente sowie Geschenkartikel bis zu einem Gesamtwert von 300,- Euro (€) dürfen zollfrei in die Türkei eingeführt werden.

Reisemitbringsel

600 Stück Zigaretten, 100 Stück Zigarillos (max. 3 g/Stück) oder 50 Stück Zigarren, 250 g Zigarettentabak (inkl. 200 Stück Zigarettenpapier), 250 g Pfeifentabak oder 200g Kautabak oder 200g blauer Tabak oder 50g Schnupftabak, 1 Liter Getränke, die einen Alkoholgehalt über 22% Alkohol enthalten, 1 Liter Getränke, die einen Alkoholgehalt bis zu 22% Alkohol enthalten
(Reisende unter 18 Jahren dürfen die oben genannten Gegenstände nicht einführen)

Eau de Cologne, Kölnisch Wasser, Lavendelwasser, Parfüm, Essenz oder Lotionen (höchstens 600 ml Gesamtmenge) sowie fünf Stücke Hautpflegemittel und Toilettenartikel, 1 kg Kaffee, 1 kg löslicher Kaffee, 1kg Tee, 1 kg Schokolade, 1 kg Süßigkeiten

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei dem Zollamt Ihres Ziellandes, z. B. www.gtb.gov.tr. Anfragen können in englischer oder französischer Sprache gestellt werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die türkische Botschaft oder eines der türkischen Generalkonsulate in Deutschland zu kontaktieren. Nur dort können Ihnen rechtsverbindliche Auskünfte gegeben werden.
Die oben genannten Angaben gelten für die Einfuhr von Waren in die Türkei.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Als allgemeiner Grundsatz gilt, dass in der Türkei unter Strafe steht, was auch in Deutschland verboten ist.

In der Türkei werden Drogendelikte besonders hart bestraft (10 - 20 Jahre Gefängnis für Einfuhr, 6 - 12 Jahre Gefängnis für Ausfuhr).

Ebenfalls hart geahndet (Gefängnisstrafe bis zu 10 Jahren) wird der Erwerb, Besitz und die Ausfuhr von "Kultur- und Naturgütern", da diese als staatliches Eigentum gelten. Bei Verstößen sind auch für Touristen mehrere Monate Untersuchungshaft und hohe Kautionszahlungen (z. Zt. ca. 9.000,- €) gängige Praxis, auch wenn es sich um Antiquitäten bzw. alt aussehende Gegenstände von vermeintlich geringem Wert handelt. In Einzelfällen wurden Haftstrafen verhängt. Es wird daher nachdrücklich davor gewarnt, von Händlern z. B. Antiquitäten, alte Münzen, Fossilien etc. anzukaufen oder selbst mitzunehmen. Polizei und Zollbehörden legen den Begriff "Antiquitäten" weit aus. Jeder bearbeitete Stein kann darunter fallen. Da es für Reisende praktisch unmöglich ist, selbst zu erkennen, ob ein solcher Gegenstand als Antiquität geschützt ist, sollten Reisende, die über keine entsprechende Genehmigung der zuständigen türkischen Behörden verfügen, generell Steine, Münzen, Fossilien und alt aussehende Gegenstände nicht in ihrem Reisegepäck auszuführen versuchen. Grundsätzlich besteht jedoch die Möglichkeit, bei den dem türkischen Kulturministerium unterstehenden Museen und an einigen Zollstellen eine Ausfuhrgenehmigung einzuholen.

Die Einfuhr von Waffen und Schneidwerkzeug (auch Camping-Messer) ist ohne besondere Erlaubnis verboten.

Es wird dringend davon abgeraten, in der Öffentlichkeit politische Äußerungen gegen den türkischen Staat zu machen bzw. Sympathie mit terroristischen Organisationen zu bekunden.

Impfschutz

Für die Einreise aus Deutschland sind keine Impfungen vorgeschrieben.
Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich jeder Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe http://www.rki.de). Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggfs. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B und Tollwut empfohlen.

Malaria

Die Türkei ist nahezu malariafrei, insbesondere auch die touristischen Regionen im Süden und Westen des Landes. Nur im Südosten Anatoliens. In den Regionen Diyarbakir, Mardin und Sanliurfa ist ein minimales Malariarisiko (100% Plasmodium vivax) von Mai bis Oktober vorhanden.
Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist eine schnelle Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken in den o.g. Regionen wird allen Reisenden empfohlen,

  • körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
  • in den Abendstunden und nachts (Malaria!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
  • ggf. unter einem (imprägnierten) Moskitonetz zu schlafen.

HIV / AIDS

Die HIV-Inzidenz in der Türkei ist sehr gering.
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden. Wenn Sie Ihre Gesundheit während Ihres Aufenthaltes nicht gefährden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise:

Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser mit Kohlensäure, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen wo möglich Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen oder selber schälen. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen, ggfs. Einmalhandtücher verwenden.

Weitere Infektionskrankheiten

Selten kommt Tuberkulose, Leishmaniose, Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber und Brucellose vor.

Medizinische Versorgung

Die ärztlichen Behandlungsmöglichkeiten in den Großstädten des Landes sowie in den touristischen Regionen sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Insbesondere die große Anzahl privater Krankenhäuser bieten ein annähernd europäisches Niveau. Die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten ist vielfach mit Westeuropa nicht zu vergleichen und kann technisch, apparativ und hygienisch problematisch sein. Ein evtl. vorhandener gültiger Krankenversicherungsschutz (Auslandskrankenschein) ist oft nicht ausreichend. Es wird daher dringend angeraten, eine private Reisekrankenversicherung und eine zuverlässige Reiserückholversicherung abzuschließen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs vor den heißen Temperaturen entsprechend geschützt werden. Auch hierzu ist eine individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.

Bei Einführung von verschreibungspflichtigen Medikamenten für den eigenen Bedarf ist es ratsam, eine Bescheinigung des verschreibenden Arztes mit sich zu führen, die die medizinische Notwendigkeit bestätigt.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/)


Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die Krankenversorgung in der Türkei ist gut. Die medizinische Versorgung auf dem Land ist allerdings meist mit Europa nicht zu vergleichen. Zahlreiche türkische Ärzte und Zahnärzte, vor allem in den großen Krankenhäusern, sprechen eine Fremdsprache.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend gekühlt werden.

Deutsche Staatsbürger benötigen für freie Behandlung bzw. Kostenrückerstattung die Anspruchsbescheinigung T/A 11, die bei der Krankenkasse erhältlich ist. Auch Österreicher und Schweizer brauchen einen Urlaubskrankenschein. Im Krankheitsfall wendet man sich an eine Gesundheitseinrichtung (Saglik Tesisis) der Sozialversicherungsanstalt (Sosyal Sigortalar Kurumu - S.S.K.), an ein Dispensarium (Dispanser) oder an einen Vertragsarzt (Anlasmali Doktor) der S.S.K.

Darüberhinaus wird der Abschluss einer Reisekrankenversicherung sowie einer Reiserückholversicherung dringend empfohlen.

Essen und Trinken

Das Leitungswasser ist in den Städten zwar gechlort, es ist aber dennoch ratsam das überall erhältliche Mineralwasser in Flaschen zu trinken. Wenn eine Wasserquelle mit dem Wort içilmez gekennzeichnet ist, ist es nicht trinkbar; Wasser aus Quellen, die mit içilir oder içme suyu gekennzeichnet sind, können problemlos getrunken werden.

Milch ist pasteurisiert. Man sollte ausschließlich gut durchgegartes Fleisch und Fisch essen. An den Straßenständen ist die übliche Vorsicht geboten; es sollten nur frisch gekochte Speisen verzehrt werden, die idealerweise vor den eigenen Augen zubereitet wurden. Während der Sommermonate können die Temperaturen in der Türkei bis zu 40°C erreichen, so dass man immer eine Wasserflasche dabei haben sollte, um eine Dehydrierung zu vermeiden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken - -
Malaria 1 -
Typhus & Polio Ja -
Cholera Nein -
Gelbfieber Nein -

Anmerkungen Impfungen

[1] Von Mai bis Oktober besteht in der Çukurova/Amikova-Region und den südöstlichen Landesteilen im Grenzgebiet zu Syrien und dem Irak ein mögliches Malariarisiko (speziell im Rahmen der Staudammbauten in der Harin- und Ceylanpinar Ebenen), allerdings in der weniger gefährlichen Form Plasmodium vivax. In den größeren Touristenzentren des Westens und Südwestens besteht keine Ansteckungsgefahr.

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Bilharziose-Erreger kommen in manchen Teichen und Flüssen vor allem im Südosten an der syrischen Grenze vor, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Laut aktueller Untersuchungen besteht landesweit ein hohes Infektionsrisiko für Hepatitis A und ein mittleres Infektionsrisiko für Hepatitis B. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

HIV/Aids ist eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Landesweit kommen in ländlichen Gebieten vorwiegend im Sommer selten Erreger des Krim-Kongo-Fiebers vor, die von Zecken übertragen werden. Urlauber sollten sich deshalb vor Zeckenbissen schützen. Bei Wanderungen durch Gras oder Unterholz wird empfohlen, Socken, lange Hosen und Hemden zu tragen. Letzte gemeldete Fälle: Im Jahr 2012. 

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose kommt vereinzelt im Süden vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. streunende Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Tuberkulose kommt vor. Bei besonderer Exposition empfiehlt sich eine Impfung.

Reisewarnung

Überblick

Türkei

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 01.02.2017
Unverändert gültig seit: 26.01.2017

Aktuelle Hinweise

Am 05.01.2017 ist es in Izmir zu einem Bombenanschlag auf das Justizgebäude in Bayrakli gekommen. Am 01.01.2017 ereignete sich ein Terroranschlag auf den Nachtclub "Reina" in Istanbul. Bei beiden Anschlägen gab es Tote und Verletzte.

In der Türkei ist es, insbesondere seit Mitte 2015, wiederholt zu terroristischen Anschlägen gekommen. Es ist nicht auszuschließen, dass terroristische Gruppierungen auch weiterhin versuchen werden, Anschläge, insbesondere in den großen Metropolen, durchzuführen. Diese können sich gezielt auch gegen Ausländer richten. Reisende sollten besonders aufmerksam sein und Menschenansammlungen und Orte, an denen sich regelmäßig viele Ausländer aufhalten, möglichst meiden.

Am 15. Juli 2016 kam es in der Türkei zu einem gewaltsamen Putschversuch. Die türkische Regierung hat daraufhin in allen 81 Provinzen der Türkei den Notstand nach Art. 119 und 120 der türkischen Verfassung und des Notstandgesetzes von 1983 ausgerufen. Dieser wurde am 4. Januar 2017 erneut um drei Monate bis zum 19. April 2017 verlängert. Hiermit können u. a. Ausgangssperren kurzfristig verhängt, Durchsuchungen vorgenommen und allgemeine Personenkontrollen jederzeit durchgeführt werden. Personen, gegen die türkische Behörden strafrechtlich vorgehen (etwa im Nachgang des Putschversuchs oder bei Verdacht auf Verbindungen zur sogenannten Gülen-Bewegung), kann die Ausreise untersagt werden. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass unbeachtlich des gesetzlichen Anspruchs deutscher Staatsangehöriger auf konsularischen Rat und Beistand, konsularischer Schutz gegenüber hoheitlichen Maßnahmen der türkischen Regierung und ihrer Behörden nicht in jedem Fall gewährt werden kann, wenn der oder die Betroffene auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzt.

Reisenden wird zu besonderer Wachsamkeit und Vorsicht geraten und empfohlen, sich über die Medien und diese Reise- und Sicherheitshinweise zur weiteren Lageentwicklung informiert zu halten sowie engen Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluglinie zu halten. Im Reiseverkehr kann es weiterhin zu Beeinträchtigungen und insbesondere zu verstärkten Sicherheitskontrollen an den Flughäfen kommen.

Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen. Im Südosten der Türkei verübt die  als terroristische Vereinigung gelistete „Kurdische Arbeiterpartei" (PKK) seit Mitte 2015 regelmäßig Anschläge. Im August 2016 hat sie landesweite Anschläge angekündigt.

Auch bei Reisen über Land wird zu besonderer Vorsicht geraten.

Das türkische Militär hat am 24. August 2016 mit militärischen Aktionen in Syrien begonnen und dazu die Stadt Karkamis an der türkisch-syrischen Grenze evakuiert.

Von Reisen in das Grenzgebiet der Türkei zu Syrien und Irak, insbesondere in die Städte Diyarbakır, Cizre, Silopi, Idil, Yüksekova und Nusaybin sowie generell in die Provinzen Mardin, Şırnak und Hakkâri wird dringend abgeraten.   

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus

Seit Ende 2015 waren unter anderem der internationale Flughafen Istanbul Atatürk sowie wiederholt die Innenstädte von Istanbul und Ankara Ziele von Anschlägen mit hohen Opferzahlen. Aus den touristischen Reisezielen entlang der Mittelmeerküste wurden bislang keine sicherheitsrelevanten Ereignisse gemeldet, bei denen ausländische Touristen zu Schaden gekommen sind.

Die Sicherheitsvorkehrungen befinden sich landesweit auf hohem Niveau. Angesichts von Anschlägen terroristischer Gruppierungen auch gegen nicht-militärische Ziele muss aber in allen Teilen der Türkei grundsätzlich von einer terroristischen Gefährdung ausgegangen werden.

Deshalb wird Deutschen, die sich in der Türkei aufhalten oder dorthin reisen möchten, generell empfohlen, sich zur Sicherheitslage laufend mittels dieser Reise- und Sicherheitshinweise sowie der Medienberichterstattung informiert zu halten. Menschenansammlungen, auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen sowie der Aufenthalt nahe Regierungs- und Militäreinrichtungen sollten gemieden werden. In Folge des gescheiterten gewaltsamen Putschversuchs soll es vereinzelt zu aggressiven Übergriffen von Anhängern politischer Lager gegen vermeintlich Andersdenkende kommen. Es wird dringend geraten, auf solche Eskalationen zu achten und sich umgehend zu entfernen und einen sicheren Ort aufzusuchen. Zudem sollte die Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs auf das erforderliche Maß eingeschränkt werden. Vorsicht ist auch geboten bei Zufallsbekanntschaften in Bars oder Restaurants.

Deutschen, die sich längerfristig bzw. dauerhaft im Land aufhalten, wird empfohlen, sich elektronisch in der Deutschenliste der deutschen Auslandsvertretung zu registrieren (unter: Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://elefand.diplo.de ) und die dort hinterlegten Kontaktdaten auf dem aktuellen Stand zu halten. Auch bei kurzfristigen Aufenthalten in den Provinzen Diyarbakır, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, Muş, Tunceli, Şırnak, Hakkâri und Van wird eine Registrierung nahe gelegt. Generell wird geraten, den Anweisungen der türkischen Sicherheitskräfte Folge zu leisten.

Seit Juli 2015 kommt es wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen türkischen Sicherheitskräften und der als terroristische Vereinigung gelisteten PKK und ihrer Splitterorganisationen. Seit Mitte Dezember 2015 haben die türkischen Sicherheitskräfte Operationen gegen die PKK verstärkt. Insbesondere in grenznahen Regionen und Städten im Südosten des Landes muss mit längeren Ausgangssperren und bewaffneten Auseinandersetzungen gerechnet werden.

Reisen über Land

Von Reisen in das Grenzgebiet zu Syrien und Irak wird dringend abgeraten.

Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den türkischen Sicherheitskräften und der PKK haben sich seit Mitte Dezember verschärft. In den Provinzen Hatay, Kilis, Gaziantep, Şanlıurfa, Diyarbakır, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, Muş, Tunceli, Şırnak, Hakkâri und Van besteht ein erhöhtes Risiko für Reisende. Alle nicht zwingend erforderlichen Reisen in diese Gebiete sollten vermieden werden (ansonsten s. unter „Aktuelle Hinweise"). Es wird weiterhin zu größter Vorsicht geraten. Die aktuelle Berichterstattung in den Medien sollte aufmerksam verfolgt werden.

In den letzten Monaten wurden mehrfach „zeitweilige Sicherheitszonen" eingerichtet und Ausgangssperren verhängt, darunter in Cizre, Silopi, Nusaybin, in Stadtteilen von Diyarbakır und in Silvan. Sicherheitszonen und Ausgangssperren werden streng kontrolliert, das Betreten der Sicherheitszonen ist strikt verboten, eine Verletzung der Ausgangssperren kann im Falle von Kampfhandlungen lebensgefährlich sein. Zur Einrichtung von Sicherheitszonen und Verhängung von Ausgangssperren kam es bisher insbesondere im Gebiet südöstlich von Hakkâri entlang der Grenze zum Irak sowie in Diyarbakır und Umgebung sowie südöstlich der Ortschaft Cizre (Dreiländereck Türkei - Syrien - Irak), aber auch in den Provinzen Gaziantep, Kilis, Urfa, Hakkâri, Batman und Aǧrı.

Die türkischen Behörden erteilen aus Sicherheitsgründen keine Erlaubnis mehr, den Berg Ararat zu besteigen.

Weltweiter Sicherheitshinweis Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Reisewarnung

hingewiesen. Deutsche Staatsangehörige sind seit dem 01.07.2004 visumspflichtig.

Weiterreise nach Syrien Anlässlich der aktuellen Situation in Syrien warnt das Auswärtige Amt ausdrücklich vor Reisen in dieses Land. Es wird auf die Reisewarnung des Auswärtigen Amts für Syrien hingewiesen. Aktuellen Nachrichten zufolge hat die syrische Regierung im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien verstärkt Minen ausgelegt, um syrische Staatsangehörige an der Flucht in die Türkei zu hindern.

Es wird darauf hingewiesen, dass gerade im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien das Fotografieren strengstens verboten ist. Dies gilt auch für vermeintlich harmlose Landschaftsaufnahmen.

Einreise in die Türkei aus Ländern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarates sind Die Einreise in die Türkei ist aus Ländern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarats (wie z. B. Irak) sind, nur mit dem Reisepass möglich. 

Einreise mit dem PKW Bei der Einreise in die Türkei mit dem Pkw ist die Vorlage eines Reisepasses nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Es wird aber dringend dazu geraten, den Reisepass mitzuführen, um bei eventueller Unkenntnis der Neuregelung vor Ort Probleme bei der Einreise zu vermeiden.

Der türkische Zoll stellt ein Formular aus, in dem das Datum der spätesten Wiederausfuhr festgelegt wird. Ein Überschreiten dieser individuell festgelegten Frist auch um nur einen Tag muss unbedingt vermieden werden, da anderenfalls erhebliche Geldstrafen, die den Wert des Fahrzeugs um ein Vielfaches übersteigen können, und ein Strafverfahren drohen. Als Frist werden in der Regel 30 Tage eingetragen, auf Antrag auch bis zu 90 Tage.

Bitte beachten Sie, dass die grüne Versicherungskarte nur im europäischen Teil der Türkei anerkannt wird. Beabsichtigen Sie mit dem Fahrzeug auch den asiatischen Teil zu bereisen, kann eine Versicherung an der Grenze für die Dauer von mindestens 30 Tagen abgeschlossen werden. Die Kosten variieren je nach Versicherungsdauer und Fahrzeugtyp. Sinnvoll ist auch, sich bereits vor Antritt der Reise mit dem eigenen Versicherungsunternehmen in Verbindung zu setzen und prüfen zu lassen, ob die Reise in den asiatischen Teil der Türkei nicht bereits in der eigenen Kfz-Versicherung enthalten ist oder gegen Aufpreis für den Zeitraum inkludiert werden kann. Falls der Halter des Fahrzeugs nicht identisch ist mit dem Reisenden, muss der Reisende/Fahrer über eine Vollmacht des Eigentümers verfügen, die bei einer türkischen Auslandsvertretung in Deutschland ausgestellt oder beglaubigt sein sollte. Einzelheiten zum Verfahren klären Sie bitte vor Abreise, um mehrtägige Wartezeiten an der Grenze zu vermeiden.

In der Türkei gilt für Auto- und Motorradfahrer eine 0,5 Promillegrenze. Für das Führen von Lastkraftwagen, PKW mit Anhänger und Bussen (Fahrzeuge zur Personenbeförderung) gilt eine 0,0 Promillegrenze. Die Strafen bei Verkehrsdelikten wurden in jüngster Zeit drastisch erhöht.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Deutschland Nein Nein Ja Ja
Türkei - - - -
Andere EU-Länder 1 2/3 Ja -
Schweiz Nein Nein Ja Ja
Österreich Ja 2/3 Ja -

Personalausweise/Identitätskarten

U. a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können für touristische Aufenthalte von max. 90 Tagen innerhalb eines Zeitraumes von 180 Tagen mit Personalausweis/Identitätskarte einreisen, sofern sie nicht mit dem Pkw einreisen.  Deutsche Ausweisdokumente dürfen innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Gültigkeit genutzt werden. In der Praxis werden allerdings gültige Ausweisdokumente dringend empfohlen:

[1] Deutschland, Schweiz, Frankreich, Griechenland, Italien, Liechtenstein und Luxemburg.

Hinweis für deutsche Reisende:

Von einer Einreise mit einem vorläufigen Reisepass oder mit einem abgelaufenen Personalausweis/Reisepass wird abgeraten, weil die Einreise und auch die Ausreise mit diesen Dokumenten in der Vergangenheit mehrfach verweigert wurde.
 

Reisepassinformationen

Laut Artikel 7.1b des “Gesetzes über Ausländer und internationalen Schutz”, Nr. 6458, müssen Reisepässe mindestens 60 Tage über das Ablaufdatums des Visums, des e-Visums, des visafreien Aufenthalts oder der Aufenthaltserlaubnis hinaus gültig sein. Aus diesem Grund wird empfohlen, dass der Reisepass bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist. Von dem oben genannten Gesetz ausgenommen sind Staatsbürger, die in die Türkei mit ihrem Personalausweis reisen dürfen. Reisende, die ein e-Visum beantragen möchten, müssen einen Reisepass haben, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist.

Deutsche Reisepässe dürfen innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Gültigkeit für die Einreise genutzt werden. Hinweis: Von einer Einreise mit einem vorläufigen Reisepass oder mit einem abgelaufenen Personalausweis/Reisepass wird jedoch abgeraten, weil die Einreise und auch die Ausreise mit diesen Dokumenten in der Vergangenheit mehrfach verweigert wurde. Reisepässe, die während des Aufenthalts gültig sind, werden empfohlen.

Österreichische Reisepässe müssen noch mindestens 60 Tage nach Ablauf des Visums gültig sein. Hinweis: Für die Beantragung eines e-Visums, das u.a. österreichische Staatsbürger beantragen können, wird bei Einreise eine Mindestgültigkeit des Reisepasses von 5 Monaten verlangt.

Schweizer Reisepässe dürfen bei der Einreise abgelaufen sein. Hinweis: Von einer Einreise mit einem abgelaufenen Reisepass/Identitätskarte wird jedoch abgeraten, weil die Einreise und auch die Ausreise mit diesen Dokumenten in der Vergangenheit mehrfach verweigert wurde. Reisepässe, die während des Aufenthalts gültig sind, werden empfohlen.

Anmerkung zum Reisepass

Bei Einreise mit einem Reisepass muss dieser noch mindestens über eine leere Seite verfügen.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsangehörige der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen Aufenthalt bis zu 3 Monaten innerhalb von 180 Tagen (sofern nicht anders angegeben):

[2] EU-Länder und Schweiz (Lettland für 30 Tage), (Ausnahmen: Visumpflicht besteht für Staatsangehörige von Österreich, Belgien, Großbritannien, Irland, Kroatien, Malta, Niederlande, Polen, Portugal, Spanien und Zypern (Siehe [3] E-Visum).

 

Visum bei der Einreise

(Das Visum bei der Einreise wurde abgeschafft. An den Flughäfen stehen elektronische Visa-Desks, an denen man e-Visa für touristische und geschäftliche Aufenthalte beantragen kann. Es wird jedoch allen visumpflichtigen Reisenden dringend empfohlen, das e-Visum vor der Abreise zu beantragen.)


[3] E-Visum (Online-Visum) für touristische und Geschäftszwecke

U.a. Staatsbürger der im Folgenden genannten Länder müssen vor der Abreise ein Online-Visum auf der Homepage der türkischen Regierung für touristische und geschäftliche (Handel) Aufenthalte von max. 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen beantragen. (Das E-Visum wird online per Kreditkarte bezahlt und kann anschließend heruntergeladen werden. Einige Nationalitäten müssen mit Turkish Airlines einreisen, wenn sie ein E-Visum nutzen.):


[3] Österreich, Belgien, Großbritannien, Irland, Kroatien, Malta, Niederlande, Polen, Portugal, Spanien und Zypern.


 

Einreise mit Kindern

Deutsche: Personalausweis (nur für touristische Aufenthalte) oder maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass oder Identitätskarte (nur für touristische Aufenthalte).

Hinweise zu Reisen mit Kindern

Erfolgte die Ausreise aus Deutschland legal, bestehen für alleinreisende Minderjährige oder bei Reise mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil reisende Minderjährige keine besonderen Vorschriften.

Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Hunde und Katzen wird ein mindestens 15 Tage und maximal 12 Monate altes Gesundheitszeugnis benötigt, das bescheinigt, dass das Tier gesund ist. Hunde, die älter als drei Monate sind, müssen mindestens 15 Tage und höchstens 12 Monate vor der Einreise gegen Parvovirose, Distember, Hepatitis, Leptospirose und Tollwut und Katzen gegen Tollwut geimpft worden sein (mindestens 15 Tage und höchstens 12 Monate vor der Einreise, im Impfausweis nachzuweisen).

Bearbeitungsdauer

Unterschiedlich, abhängig von der Nationalität des Antragstellers.

Bei persönlicher Antragstellung sofort oder nach wenigen Tagen. Bis zu 3 Monate bei Rückfragen in Ankara. 

Gültigkeit

Unterschiedlich, je nach Nationalität und Reisezweck. Transitvisum: 3 Tage.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die innerhalb von 24 Std. mit dem nächsten Anschluss weiterfliegen, den Transitraum nicht verlassen und über bestätigte Weiterreisedokumente verfügen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Touristen-/Geschäftsvisum für einfache und mehrfache Einreise, Arbeits-, Ausbildungs- und Forschungsvisum und Transitvisum.

Visa u. a. für Staatsbürger Zyperns (griechischer Teil) werden auf ein herausnehmbares Blatt im Reisepass eingetragen.

Kosten

Auskünfte erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen (s. Kontaktadressen).

Antrag erforderlich

a) Antragsformular(e) (je nach Konsulat unterschiedliche Anzahl).
(b) Passfoto(s) (je nach Konsulat unterschiedliche Anzahl).
(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist.
(d) Gebühr (Zahlungsmodus ist zu erfragen).
(e) Ggf. Verdienstbescheinigung.
(f) Ggf. Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, Österreich oder die Schweiz.
(g) Ggf. Einladungsschreiben des türkischen Geschäftspartners.
(h) Nachweis von Rück- oder Weiterreisetickets.

Sollte eine postalische Antragstellung möglich sein, ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag beizufügen.

E-Visum

(a) Kreditkarte,

(b) Flugreservierung,

(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist.
 

Geld

Geldwechsel

Alle Umtausch- und Einkaufsbelege müssen als Nachweis für legalen Umtausch aufbewahrt werden. Die Kurse können in Deutschland, Österreich und der Schweiz von Bank zu Bank unterschiedlich sein. Geld und Reiseschecks können an allen PTT-Ämtern getauscht werden. Flughäfen, Hotels und Banken verlangen hohe Provisionen. Besser sucht man eine der zahlreichen freien Wechselstuben (Döviz Bürosu) auf. Wechselstuben haben meist auch am Wochenende und während der Hochsaison oft bis Mitternacht geöffnet.

Währung

1 Türkische Lira (Türk Lirasi)= 100 Kuruş. Währungskürzel: TL, TRY (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 200, 100, 50, 20, 10 und 5 TL, Münzen in den Nennbeträgen 1 TL und 50, 25, 10, 5 und 1 Kuruş.

Devisenbestimmungen

Unbeschränkte Einfuhr der Landeswährung und von Fremdwährungen, es besteht jedoch Deklarationspflicht ab einem Gesamtwert von 5.000 US$. Ausfuhr bis zu einem Gesamtbetrag im Gegenwert von 5.000 US$ bzw bis in Höhe des deklarierten Betrages.

Quittungen vom Geldumtausch in der Türkei müssen aufbewahrt werden. Im Falle eines Rückumtausches von TL in eine ausländische Währung, müssen bei der Ausreise alle Quittungen vorgelegt werden.

Kreditkarten

Vor allem Visa und MasterCard, aber auch American Express werden akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Das Einlösen von Reisescheckes ist in vielen Gebieten der Türkei, selbst in größeren Städten, problematisch. 

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 08.30-12.00 und 13.30-17.00 Uhr (z. T. auch durchgehend).

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei in die Türkei eingeführt werden:

400 Zigaretten, 100 Zigarillos oder 50 Zigarren, 250 g Zigarettentabak (mit 200 Blatt Zigarettenpapier), 250 g Pfeifentabak oder 200 g Kautabak oder 200 g blauer Tabak oder 50 g Schnupftabak;
Getränke mit einem Alkoholgehalt über 22%: 1 Liter;
 
Getränke mit einem Alkoholgehalt bis zu 22%: 1 Liter;
 
Reisende unter 18 Jahren dürfen weder alkoholhaltige Getränke noch Tabakwaren einführen. 
 
Eau de Toilette, Parfüm, Eau de Cologne, Lavendelwasser, Essenz und Lotionen (Gesamtmenge nicht über 600 ml);
 
5 Stücke Hautpflegemittel und Toilettenartikel.
1 kg Kaffee, 1 kg löslicher Kaffee, 1 kg Tee, 1 kg Schokolade, 1 kg Süßigkeiten.
Geschenke, medizinische Geräte und Medikamente zusammen im Wert von bis zu 300 € (Kinder unter 15 J. 145 €).
 
Die Ein- und Ausfuhr von persönlichem Schmuck bis zu einem Wert von 15.000 US$ ist erlaubt. Schmuck der mehr als 15.000 US$ wert ist, muss deklariert werden. Wird Schmuck in der Türkei erworben, sind Kaufnachweise erforderlich.
 
Nur bestimmte Artikel für den persönlichen Gebrauch dürfen zollfrei eingeführt werden. Eine vollständige Liste ist vom Generalkonsulat erhältlich (s. Kontaktadressen).
Ausländische Touristen sollten ihre Wertsachen bei der Einreise in ihrem Reisepass registrieren lassen, damit es später bei der Ausreise zu keinen Problemen kommt.
Die Mitnahme eines Kaufbeleges für ein mitgeführtes Mobiltelefon ist empfehlenswert.
 

Verbotene Importe

Die Einfuhr von Rauschgiften aller Art ist streng verboten. Es wird darauf hingewiesen, dass Drogenschmuggel in und aus der Türkei wie auch der illegale Drogenkonsum mit hohen Gefängnisstrafen geahndet werden.

Verbotene Exporte

Verboten ist der Erwerb, Besitz und die Ausfuhr von Kultur- und Naturgütern (z.B. Antiquitäten, alte Münzen, Fossilien, Steine, Fossilien). Diese gelten als staatliches Eigentum. Verstöße werden mit mehreren Monaten Untersuchungshaft und hohe Kautionszahlungen (z.Zt. ca. 9.000,- Euro) gehandet. Dabei spielt der Wert der Antiquitäten keine Rolle. 
Es besteht jedoch die Möglichkeit, eine Ausfuhrgenehmigung einzuholen. Beantragt werden diese bei den dem türkischen Kulturministerium unterstehenden Museen und an einigen Zollstellen.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Türkei, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2012-15
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Türkei - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 22.01.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 22.01.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
s

Copyright und Haftungsausschluss

© 2018 MD Travel Guide - MAIRDUMONT GmbH & Co. KG. Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Seite darf ohne eine schriftliche Erlaubnis vervielfältigt werden.