Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Türkei

Steckbrief

Türkei - Fakten

Ländername Republik Türkei, Türkiye Cumhuriyeti
Beste Reisezeit April, Mai, Juni, Juli, August, September
Fläche 783.562 km2
Hauptstadt Ankara
Bevölkerung 82.003.882
Sprache Türkisch
Religion mehrheitlich sunnitischer Islam, Aleviten, Andere 0.2%
Staats-/Regierungsform parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdoğan
Vertreter des Staatsoberhaupts Stellvertretender Staatspräsident Fuat Oktay seit 09.07.2018 (AKP)
Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan
Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu seit 24.11.2015 (AKP)
Währung Türk Lirasi (TL)/Türkische Lira (TRY)
Zeitzone MEZ+2h (Winter) bzw. MESZ+1h (Sommer)
Stromnetz 220 V/ 50 Hz (Stecker C/F)
Reiseadapter Nicht notwendig
Kfz-Länderkennzeichen TR
ISO-3166 TR, TUR
Internet-TLD .tr
Landesvorwahl +90
Website https://www.turkiye.gov.tr/
Reisepass & Visum Nicht notwendig
Geeignet für Kultur, Shopping, Outdoor, Meer, See, Feiern

Geographie

Außer dem in Europa gelegenen Türkisch-Thrakien umfasst die Türkei die Halbinsel Kleinasien, die im Norden vom Pontischen Gebirge und im Süden vom Taurus (Toros) eingefasst wird. Das vulkanische Ararathochland im Osten erreicht eine Höhe von 5165 m (Büyükaǧri/Ararat). Dem erdbebenreichen Hochland Inneranatoliens sind Vulkane aufgesetzt. Im Südosten hat die Türkei Anteil an der ebenen und trockenen syrisch-arabischen Platte. Während Inneranatolien, Thrakien und Ararathochland kontinentales Klima besitzen, weisen die übrigen Landesteile Mittelmeerklima auf. Die Niederschlagshöhe schwankt zwischen 400 mm in Ankara und bis zu 2000 mm an der Schwarzmeerküste.

Politik und Bevölkerung

Die Verfassung der Republik bestimmt, dass die 550 Mitglieder der großen Nationalversammlung alle fünf Jahre vom Volk gewählt werden. Das Parlament wählt auf sieben Jahre mit Zweidrittelmehrheit das Staatsoberhaupt (keine Wiederwahl). Das größte innenpolitische Problem sind die Mitte der 1980er-Jahre einsetzenden gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Kurden, die 1987 zur Verhängung des Ausnahmezustands über die südanatolischen Provinzen führten. Im März 2013 begann eine von beiden Seiten eingehaltene Waffenruhe. Gegen den Beitritt zur EU (Aufnahme der Verhandlungen 2005) gibt es Vorbehalte. Obwohl 99 % der Menschen Muslime (70 % Sunniten) sind, ist der Islam nicht Staatsreligion. Zwei Drittel der Türken leben in Städten, die meisten in Istanbul, der mit 13 Mio. Einwohnern größten Stadt des Landes. Über 2 Mio. Türken leben in Deutschland.

Geschichte und Kultur

Die Geschichte der Türkei im engeren Sinn beginnt mit dem Sieg der türkischen Seldschuken über die Byzantiner. Das Osmanische Reich griff auch nach Europa. Stationen dieses Kampfes waren 1389 die Schlacht auf dem Amselfeld, 1453 die Eroberung Konstantinopels, 1529 die Belagerung Wiens. Der allmähliche Rückzug vom Balkan dauerte bis ins 20. Jh. 1909 marschierten die „Jungtürken“ auf Istanbul. 1914–18 nahm die Türkei auf Seiten der Mittelmächte am Ersten Weltkrieg teil, in dessen Folge das einstige Weltreich auf Kleinasien und Istanbul reduziert wurde. Nach Abschaffung des Sultanats proklamierte Mustafa Kemal („Atatürk“) 1923 die laizistische Republik (Trennung von Staat und Kirche). Unter seinem Nachfolger Ismet Inönü (ab 1939) setzte ein Demokratisierungsprozess ein, 1952 trat die Türkei der NATO bei. Das Militär, das 1960 (und erneut 1980) putschte, gab nach Einführung einer neuen Verfassung 1961 (und 1982) die Macht wieder ab, blieb aber bis heute ein bestimmender Faktor der türkischen Politik. Die Türkei ist reich an historischen Stätten, denn hier lag über Jahrhunderte der Kernraum großer Reiche – von den Hethitern über Byzanz bis zu den Osmanen. Der Artemis-Tempel aus dem 6. Jh. v. Chr. zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern der griechischen Epoche. Weitere bedeutende Zeugnisse der Antike sind die Ruinen in Ephesos oder das Markttor in Milet. Die Hagia Sophia in Istanbul ist das Hauptwerk byzantinischer Kunst; erst Kirche, dann Moschee, ist sie heute ein Museum.

Türkei - Geschichte

Um 7000 v. Chr. Erste Siedler in Kleinasien
133 v. Chr. Beginn der römischen Herrschaft in Kleinasien
1453 Eroberung Konstantinopels durch Mehmet I., Umbenennung in İstanbul
1453–1683 Größte Ausdehnung des Osmanischen Reichs
1914–1918 Erster Weltkrieg; Teilnahme der Osmanen an deutscher Seite
1919–1923 Türkischer Befreiungskrieg unter Mustafa Kemal Pascha gegen Aufteilung der Türkei
29. Oktober 1923 Gründung der Türkischen Republik
1952 Nato-Beitritt
2002 Die islamisch orientierte AKP kommt an die Macht
2014 Recep T. Erdoğan wird 12. Staatspräsident
Juli 2016–Juli 2018 Im Land herrscht Ausnahmezustand nach Putschversuch
2020–2021 Die offensive Außenpolitik der Türkei sorgt in der Region für Spannungen
Klimadaten
Kommunikation & Adressen

Auskunft vor Ort

Auskunft erteilt in jedem größeren Touristenort eine Touristeninformationsstelle, zumeist im Stadtzentrum. Du bekommst dort Stadtpläne, Infos über öffentliche Verkehrsmittel, Listen über Hotels im Ort und Infos über anstehende Kulturveranstaltungen, Festivals usw.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Atatürk Bulvari 114 | Kavaklıdere | 06540 Ankara | Tel. 0312 4 55 51 00 | Nottelefon: Tel. 0533 4 30 52 78 | ankara.diplo.de

Österreichische Botschaft

Atatürk Bulvari 189 | Kavaklıdere | 06540 Ankara | Tel. 0312 4 19 04 31 | ankara-ob@bmeia.gv.at

Schweizer Botschaft

Atatürk Bulvari 247 | Kavaklıdere | 06540 Ankara | Tel. 0312 4 57 31 00 | eda.admin.ch/ankara

Notruf

Polizei: 1 55; Feuer: 1 10; Notarzt: 1 12, Jandarma (Gendarmerie auf dem Land): Tel. 156; Notruf der Deutschen Botschaft Ankara: Tel. 0533 4 30 52 78 (24 Stunden); Notruf des Generalkonsulats Istanbul: Tel. 0536 2 87 59 64

Post

Post heißt Ptt, und die Poststellen sind in der Regel wochentags 8–17 Uhr geöffnet, Hauptpostämter sogar oft bis in die Nacht. Ein Brief bzw. eine Postkarte kostet ca. 60 Cent.

Internet und Telefon

Das Internet ist in der Türkei in der Fläche besser verbreitet als in Deutschland. Es gibt so gut wie keine Funklöcher. Fast alle Hotels haben ADSL und WLAN kostenlos auf den Zimmern, zumindest aber in der Lobby. Außerdem bieten viele Cafés und Restaurants WLAN.

Auch das Handynetz ist gut ausgebaut. Deutsche Handys funktionieren über Roaming-Abkommen meist problemlos; es ist aber immer noch sehr teuer, sie zu benutzen. Auch wenn du angerufen wirst, zahlst du den halben Preis selbst. Erkundige dich zu Hause nach den besten Tarifpaketen. Meist günstiger ist das Nutzen einer Prepaid-Karte, die du dir vor Ort erwirbst.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Veranstaltungen

März

European Jazz Festival in İzmir: hochkarätige Konzerte; iksev.org

Newroz: ursprünglich das Neujahrsfest der Kurden (21. März), wird mittlerweile überall im Land gefeiert

April

Internationale Filmfestspiele İstanbul: İstanbul wird zur Filmstadt (OmU); iksv.org/film

Internationales Musikfestival Ankara: Klassik aus aller Welt; ankarafestival.com

Juni

Aspendos Opern- & Ballett-Festival: Aufführungen in den Kulissen des antiken Theaters; dobgm.gov.tr

Internationales Musikfestival İstanbul: Klassik in exklusiven Orten; iksv. org Internationale Festspiele İzmir: Klassische Musik in Ephesos; iksev.org

Juli

Kırkpınar Güreşleri: traditionelles Ringen im Freien; kirkpinar.com

Internationale Jazztage in İstanbul

September/Oktober

Weinlese auf Bozcaada mit festlichem Programm und Erntehilfe; en.bozcaadarehberi.com

Kunst-Biennale İstanbul: eine der europaweit wichtigsten Ausstellungen der Gegenwartskunst

Antalya Klaviertage: Virtuosen spielen open air; antalya.bel.tr

November

Bluesfestival İstanbul: Mit vielen US-Größen; biletix.com

Dezember

Şeb-i-Aruz: Derwische in Konya führen ihren meditativen Tanz auf

Am ersten Weihnachtstag (25. Dez.) findet eine große Messe in der Petrus-Grotte (Antakya) statt.

Feiertage

1. Januar Yılbaşı (Neujahr)
23. April Ulusal Egemenlik ve Çocuk Bayramı (Fest der nationalen Souveränität und der Kinder)
19. Mai Gençlik ve Spor Bayramı (Fest der Jugend und des Sports)
30. August Zafer Bayramı (Feiertag der Befreiung)
29. Oktober Cumhuriyet Bayramı (Feiertag der Republik, Nationalfeiertag)
Mobilität vor Ort

Bahn

Das Streckennetz der Türkischen Bahn wird erst seit einigen Jahren wieder restauriert. Es gibt eine gute Schnellbahnverbindung von İstanbul nach Ankara und weiter nach Konya. Außerdem werden zwei touristische Bahnreisen von Ankara nach Kars und von Ankara nach Tatvan angeboten.

Bus

Das übliche Reisegefährt, um in der Türkei von einer Stadt zur anderen zu kommen, ist immer noch der Reisebus. Jede Stadt hat ihr Busterminal (garaj bzw. otogar), und Busse fahren praktisch in jeden Winkel des Landes. Um das Unfallrisiko zu minimieren, empfiehlt es sich, renommierte Busunternehmen wie Ulusoy (ulusoy.com.tr) oder Varan (varan.com.tr) zu wählen. Vom Busbahnhof aus verkehren auch Minibusse zu den Zielen in der Umgebung.

Taxi

Möchtest du kein Auto mieten und dein Hotel ist so abgelegen, dass kein Dolmuş dort vorbeikommt, bleibt das Taxi. Taxi fahren ist relativ preiswert, du musst nur darauf achten, dass das Taxameter eingeschaltet ist. In Kleinstädten gilt ein höherer Grundpreis als in Großstädten. In manchen Städten nehmen Taxifahrer gesetzlich 50 Prozent mehr, wenn sie zum Flughafen rausfahren.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Die kulinarische Vielfalt der türkischen Küche kann es mit jedem anderen mediterranen Land aufnehmen: Sie ist auch für Mitteleuropäer gut verträglich und selten übermäßig gewürzt. Der Ursprung vieler türkischer Gerichte lässt sich in die Nomadenzeit der frühen Turkvölker zurückverfolgen, etwa die diversen Arten von in Lehmöfen gebackenen Brotsorten, die Joghurtspeisen oder Lammgerichte.

Start in den Tag

Das Frühstück fällt in der Türkei im Vergleich zu Mitteleuropa eher karg aus: Weißbrot, Schafskäse und schwarze Oliven bilden den Grundstock. In Cafés und am Frühstücksbuffet deines Hotels findest du aber eine viel größere Auswahl. Dazu gehören nicht nur diverse andere Brotsorten, sondern auch ein Eiergericht namens menemen mit Tomaten und Paprika, Omeletts in verschiedenen Varianten und Müsli und Co. Wurstsorten werden eher beschränkt angeboten und sind wegen der eher laschen Nahrungskontrollen nicht empfehlenswert. Die Ausnahme bildet allerdings sucuk, eine einheimische Knoblauchwurst, die lange lagern kann.

Mittags ins günstige Lokal

Türken essen gerne zweimal am Tag warm, weshalb du überall Mittagslokale findest. Diese lokanta sind oft im Marktviertel zu finden, bieten leckere türkische Speisen wie gefüllte Paprika oder rein Vegetarisches wie Spinat mit Reis an. Du kannst in der Regel zwischen vier oder fünf Hauptgerichten und Reis oder Nudeln als Beilage wählen. Und zahlst nur wenige Euro für ordentliche Portionen. Die meisten lokanta schließen am Nachmittag.

Kulinarischer Höhepunkt

Für das Abendessen, die türkische Hauptmahlzeit des Tages, solltest du viel Zeit mitbringen, falls du in ein Restaurant gehst. Für manche sind die meze, die Vorspeisen, bereits der Höhepunkt der türkischen Küche. Du kannst sie dir in einer Kühltheke anschauen und eine Auswahl treffen. Meistens sind das joghurthaltige Salate, Auberginen, aber auch Fischsalate mit Sardinen oder Oktopus. Es gibt auch warme Vorspeisen: Mit Käse gefüllte Teigtaschen, Kalamares oder überbackene Shrimps.

In der Regel kommt als Hauptgericht Fleisch oder Fisch in Frage, das du roh begutachten kannst. Frag bei Fisch ruhig vorher nach dem Preis, um nicht anschließend eine gepfefferte Rechnung serviert zu bekommen! Vegetarier und Veganer halten sich an die Vorspeisen oder lassen sich z. B. überbackene Pilze machen. Fisch und Fleisch werden am liebsten gegrillt und ohne jede Sauce gegessen. Lamm (kuzu) und Rind (sığır) werden darum meist auf dem Holzkohlegrilll oder im Ofen zubereitet (am Spieß heißt das Fleisch şiş), sparsam gewürzt und serviert. Dazu gibt es Salat und Reis (pilav), grob geschroteten Weizen (bulgur) oder Kartoffeln (patates). Außer der Fast-Food-Variante mit den dünn geschnittenen Döner-Scheiben im Brot (pide) gibt es Dutzende anderer Zubereitungsmöglichkeiten für Fleisch. Aus Ostanatolien stammen die Variationen patlıcan kebabı (mit Hackfleisch gefüllte Auberginen am Spieß) oder saç kebabı (geschnetzeltes Lamm mit Champignons und Tomaten, in der Pfanne gebraten).

An den Küsten dominieren Fisch und Meeresfrüchte naturgemäß die Speisekarte. Empfehlenswert sind levrek (Seebarsch), lüfer (Blaubarsch), çupra (Meerbrasse), kalkan (Steinbutt) und palamut (Thunfisch). An der Mittelmeerküste bekommst du auch frischen Hummer (ıstakoz). Für die kleine Schwarzmeersardine (hamsi) kennen die Bewohner der Nordküste angeblich mehr als 40 Arten der Zubereitung.

Süßer Abschluss

Auch der Nachtisch birgt Überraschungen: Verschiedene Sorten von Blätterteiggebäck, mit Zuckersirup übergossene Pasteten und Schokopuddings gehören dazu. Er wird bereichert durch frisches Obst: Honigund Wassermelonen, Weintrauben, Pfirsiche, selten auch schwarze Maulbeeren (karadut). Zum Abschluss gibt‘s das obligatorische Tässchen türkischen Mokkas (türk kahvesi). Du bestellst ihn entweder sade (ungezuckert), orta (mittelsüß) oder şekerli (gesüßt).

Tee, Wein, Bier ...

Das türkische Nationalgetränk ist Tee (çay). Er wird in kleinen, tulpenförmigen Gläsern serviert. Tafelwasser ohne Kohlensäure heißt su, mit Kohlensäure soda.

Auf Alkohol gibt es im Land hohe Steuern, daher ist er sehr teuer. Ausländische Weine gibt es nur in exklusiven Lokalen. Dafür sind die einheimischen Marken Doluca und Kavaklıdere solide Tischweine. Beim Bier gibt es eine große Auswahl, empfehlenswert sind die Marken Efes und Tuborg.

Wo einkehren?

Man unterscheidet zwischen Restaurants (restoran, lokanta) oder einfachen Esslokalen (meyhane). Birahane sind Bierhäuser, um die eine Frau besser einen Bogen macht. Typisch für ein gutes Restaurant ist, dass eine Heerschar Kellner bereitsteht. In ocakbaşı genannten Lokalen gibt es Gegrilltes (ızgara) von einem großen Grill (mangal), der sich meist in der Mitte des Raums befindet. Hier wird das Urlaubsbudget nicht so sehr strapaziert. In Konditoreien (pastahane) bekommst du oft auch Kuchen und Torten.

Wenn das Essen geschmeckt und die Bedienung gestimmt hat, hinterlässt man auf dem Tisch üblicherweise zehn Prozent Trinkgeld.

Trinkgeld

In Hotels und Restaurants sind Trinkgelder (ca. 10 Prozent) üblich und werden auch erwartet, bei Taxifahrten dagegen nicht.

Paradies für Sparfüchse

Vorbei die Zeit, als man aus der Türkei nur handbemalte Keramik, Lederjacken oder kleine Teppiche mitbrachte. Das alles gibt es immer noch, und die Auswahl ist groß. Aber mitnehmen will man nun auch vieles, was es zwar so oder anders auch zu Hause gibt, nur hier zu anderen Preisen – von Kleidung über Schuhe bis zu Handtaschen aus Leder. Fast alle internationalen Marken sind auch hier zu haben, nur günstiger, weil die Preise der örtlichen Kaufkraft angepasst sind. Außerdem machen türkische Geschäfte permanent Angebote wie „Kauf drei, zahl nur zwei“ oder „Hundert Lira Rabatt für Einkäufe über 500 Lira“. Das lohnt sich nicht nur bei teurer Mode, sondern auch bei Unterwäsche, Socken etc. Die Geschäfte findest du in Fußgängerzonen und Einkaufszentren. Wo du das Schild „Tax Free“ siehst, kannst du die Mehrwertsteuer rückerstattet bekommen. Dazu lässt du dir ein Formular im Geschäft ausfüllen (Einzelheiten findest du unter globalblue.de).

Alt und antik?

Zu den beliebtesten Mitbringseln aus der Türkei gehören Kupfer- und Messingwaren, Silber- und Goldschmuck, Wasserpfeifen, Keramik, Münzen und Steine, die alt aussehen, aber sind sie es wirklich? In den meisten Fällen nicht. Zahl also lieber nicht ein Vermögen für etwas, was nur auf alt getrimmt wurde. Achtung: Falls deine Shoppingbeute wirklich antik, d. h. über einhundert Jahre alt ist, kannst du sie nur mit amtlichen Begleitpapieren ausführen. Frag auf jeden Fall nach Belegen, wenn der Verkäufer auf dem antiken Charakter pocht.

Gold und Silber

Bei Goldschmuck gilt in der Türkei wie überall anders auch: je aufwendiger die Verarbeitung, desto teurer wird das gute Stück. Es lohnt sich auf jeden Fall, abseits der touristischen Pfade nach nicht so stark besuchten Juwelieren zu suchen. Der tagesaktuelle Goldpreis muss ausgehängt sein, er ist im Vergleich zu Westeuropa deutlich niedriger. Beim ebenfalls günstigen Silber solltest du auf den Stempel im Innern oder auf der Rückseite des Schmuckstücks achten. Das Stück wird gewogen und der Preis errechnet.

Leder und Baumwolle

Produkte aus Leder und Baumwolle gehören zu den klassischen Souvenirs. Nicht überall jedoch bekommst du erstklassige Ware. Das Leder sollte gut durchgefärbt sein. Dicke ist nicht Steife: Die Hose oder Jacke muss sich nach einer Weile an deinen Körper schmiegen können wie eine zweite Haut. Das Leder-Qualitätszeichen schützt vor mangelhafter Ware.

Schöne Baumwollstoffe kriegst du auf fast allen Wochenmärkten zu günstigen Preisen. Oft sind die Stoffe naturgefärbt und mit schönen Stickereien verziert.

Teppiche

An zahllosen Webstühlen auf dem Land entstehen sie bis heute: die handgeknüpften türkischen Teppiche. Die besten kommen aus Bergama, Konya, Kayseri und Uşak. Je mehr Knoten, desto wertvoller. Als Beweis guter Arbeit sollte das Teppichmuster auf dem Rücken ebenso gleichmäßig erscheinen. Naturseide ist kostbarer als Kunstseide, Baumwolle wertvoller als Chemiefasern. Der Schwierigkeitsgrad eines Teppichs zeigt sich unter anderem daran, ob das Muster einen häufigen Farbwechsel aufweist.

Fotografieren

Das Ablichten von Militär oder militärischen Einrichtungen ist prinzipiell verboten. Verschleierte Frauen solltest du nicht fotografieren, und auch in konservativen Vierteln solltest du die Kamera lieber in der Tasche lassen. Ansonsten lassen sich die meisten Menschen gern porträtieren.

VorspeisenHauptgerichteDessertsGetränke

arnavut ciğeri gebratene, kalte Leberstückchen mit Zwiebeln
ahtapot salatası Tintenfischringe in Öl mit grünen Oliven
patlıcan salatası Salat aus Schafskäse und auf Holzkohle gegrillten Auberginen
sigara böreği Blätterteigröllchen, klassisch gefüllt mit Schafskäse und Petersilie
biber dolması mit Hackfleisch und Reis gefüllte Paprikaschoten
köfte Nationalgericht aus kleinen, gegrillten Hackfleischbällchen
kuzu pirzola zarte Lammkoteletts, gegrillt (izgara) oder gebraten (tava)
mantı türkische Ravioli, serviert mit Knoblauchjoghurt und frischen Minzblättern
karnı yarık mit Zwiebeln und Hackfleisch gefüllte Auberginen
baklava süßer, mit Walnüssen gefüllter Teig
muhallebi Milchpudding aus Stärke, Reismehl und Reis
ayran Joghurtgetränk mit Wasser und Salz
çay schwarzer Tee im Glas
raki hochprozentiger Anis-Schnaps
su stilles Wasser
Stichworte

Im Familienteegarten

Oft wirst du Schilder sehen mit Aufschriften wie: „Aile Çay Bahçesi“ („Familienteegarten“) oder „Aile Salonu“ („Familiensalon“). Diese Hinweise stehen am Eingang und weisen darauf hin, dass die Bereiche der männlichen Gäste ohne Begleitung von denen der Frauen, Familien und Paare schön getrennt sind. Was in großstädtischen Cafés und Restaurants schon längst der Vergangenheit angehört, ist in einfacheren Esslokalen und auf dem Land die Regel. Schützen soll das Verfahren die Frauen vor männlicher Belästigung. Die Türkei ist wie Italien oder Griechenland ein Paradies für Familien – und auf dem Land eine Hölle für diejenigen, die ihr individuelles Leben ohne Trauschein verbringen wollen. Neugierige Nachbarn und nörgelnde Eltern warten nur darauf, dass man/frau heiratet. In den Metropolen hingegen gibt es viele WGs und Singlehaushalte. Ehe ohne Trauschein oder homosexuelle Partnerschaften sind auch in der Großstadt möglich – nur eintragen lassen kann man sie (noch) nicht.

Fußballfieber

Wenn die Straßen leergefegt sind, weißt du Bescheid: Es gibt ein Derby zwischen zwei der drei großen İstanbuler Clubs Fenerbahçe, Galatasaray und Beşiktaş. Dann werden die Stadien großräumig abgesperrt und die Tickets sind nur noch auf dem Schwarzmarkt zu haben. Die Türken sind fast ausnahmslos Fußballnarren. Einziger Wermutstropfen: Die Nationalmannschaft schwächelt bei den großen internationalen Turnieren noch immer. Auch die Frauen sind aktiv. Die Frauenfußball-Liga wurde 2005 mit sieben Mannschaften neu gegründet, heute kämpfen in drei Ligen 36 Mannschaften um Plätze.

Die Spiele der ersten türkischen Männerliga werden im Pay-TV übertragen. Wer die große Fußballbegeisterung von Jung und Alt einmal miterleben will, sollte sich in das örtliche Kneipenviertel begeben – überall hängen Bildschirme, vor denen man mitfiebern kann.

Wenn der Muezzin fünfmal ruft

Offiziell sind ca. 98 Prozent der türkischen Bevölkerung Muslime, sie gehören überwiegend der sunnitischen Richtung an. Du siehst überall fromm bedeckte Frauen, das sichtbarste Zeichen der islamischen Religion. Die meisten Moscheen sind jedoch – außer am Freitagmittag – fast leer: Die Zahl der wirklich streng praktizierenden Muslime hält sich mit ca. 20 Prozent in Grenzen. Etwa ein Viertel der Türken sind ohnehin Alewiten, d. h. sie sind dem Schiitentum zugeneigte, freiheitlichere Anhänger Alis, des Schwiegersohns Mohammeds. Sie gehen nicht in die Moschee und fasten nicht. Die beiden höchsten islamischen Feste sind Kurban (Opferfest) und Ramazan Bayramı (Zuckerfest) – am ersten Tag bleiben die Museen in der Regel geschlossen. Im Fastenmonat Ramadan jedoch halten sich viele, gerade in der Provinz, an das Gebot, zwischen Sonnenauf- und -untergang weder zu essen, zu trinken noch zu rauchen. Es wird dann auf dem Land schwer, ein Mittagslokal zu finden.

Von Pop bis Jazz

Ob Shakira, Tarkan, türkische „Kunstmusik“ oder Sufi-Klänge: Musik wird dich in der Türkei auf Schritt und Tritt begleiten. Auch wenn überwiegend Popmusik gespielt wird, bietet die türkische Musik eine große regionale und tonale Vielfalt. Die „Kunstmusik“ (Türk Sanat Müziği) mit byzantinischen und arabischen Einflüssen klingt getragen und erfordert von den Sängerinnen und Sängern große Stimmdisziplin. Die einfache Volksmusik Anatoliens und des Schwarzmeerraums klingt dagegen quirlig und kommt ohne Orchester aus. Ein paar Fideln, Trommeln und eine saz (Saiteninstrument) genügen. Du kannst in guten Musikgeschäften (z. B. der D&R-Kette) relativ preiswert CDs erwerben. Auch Jazz erfreut sich gerade in den Großstädten zunehmender Beliebtheit – in İstanbul, Ankara und İzmir finden im Sommer und Herbst regelmäßig Jazzfestivals mit internationaler Beteiligung statt.

Rechte der Frauen

Ob gegen Gewalt oder für eine freie Wahl beim Schwangerschaftsabbruch: In der Türkei gehen die Frauen auf die Straße. Die Frauenbewegung ist vor allem in den drei Hauptmetropolen İstanbul, Ankara und İzmir, aber auch in Städten wie Antalya, Sinop oder Van aktiv. Es gibt staatliche Frauenhäuser und viele Initiativen, die für Frauenrechte kämpfen. Ihnen gegenüber steht ein nicht zu unterschätzender Teil der Gesellschaft, der sich an der Religion orientiert und konservativ eingestellt ist. So verlaufen die Bruchlinien des Kulturkampfes hauptsächlich entlang der Probleme der Frauen – ein Kampf, der einmal auf der Straße, dann im Parlament, aber auch zu Hause ausgetragen wird.

Queer - und glücklich?

Der Christopher Street Day darf in der Türkei nicht mehr gefeiert werden, aber die Schwulen, Lesben und alle, die nicht nach den etablierten Geschlechternormen leben wollen, begehen ihn dennoch und verlangen ihre Rechte (turkeygay.net). In Großstädten findest du Schwulen- und Lesbenkneipen, jedoch kaum Menschen, die ihre Gender-Einstellung offen nach außen tragen. In der Provinz zieht sexuelle Vielfalt neben Blicken auch mal Aggressionen auf sich – also ist in der Hinsicht gerade im Landesinneren Vorsicht geboten!

Klimawandel

Natürlich macht er sich auch in der Türkei bemerkbar. In Mittelanatolien drohen einige große Seen auszutrocknen, Wasserknappheit ist an der Tagesordnung, und das Wetter spielt hier auch manchmal ziemlich verrückt. So ist es in den letzten Jahren in Urlaubshochburgen wie Bodrum zu sintflutartigen Regenfällen gekommen, und vor Antalya und Marmaris wurden Hurrikans wie in den USA gesichtet. Die Wintergärten des Südens, wo viel Obst und Gemüse wächst, wurden durch Hagelstürme verwüstet. Die CO²-Emission der Türken beträgt ca. 5 t pro Kopf/Jahr und liegt beim Weltdurchschnitt (Deutschland ca. 9 t pro Kopf/Jahr). Es gibt viele Bürgerinitiativen, die für mehr Engagement des Staates in Sachen Klima kämpfen – das Thema bleibt aktuell.

Zwei Modewelten

Lange hat die Türkei die westlichen Moden mitgemacht – ob Minirock und Schlaghosen in den 1970er-Jahren oder Skinny Jeans und Fake Fur in den 2010er-Jahren, die Großstädter halten mit! Dem gegenüber entstand aber auch eine konservative Modewelt. Mit eigenen Labels, Modeschauen und Geschäften hat die „Modest Fashion“ (Tesettür Modasi), die bedeckte Mode, ein eigenes Terrain erobert. So gehen konservative Frauen in Ganzkörper-Badeanzügen baden oder tragen teure Seidenschals. Diese Welten existieren in der Türkei nebeneinander – nicht ganz ohne Unmut auf beiden Seiten. Wie lange noch, und wird zum Schluss eine die andere verdrängen? Das ist die Frage.

Literatur

Lange führte die türkische Literatur ein Nischendasein – bis 2006 ihr bekanntester Vertreter, Orhan Pamuk, den Literatur-Nobelpreis erhielt. Die Verleihung an einen türkischen Schriftsteller führte dazu, dass die Zahl der bei Verlagen eingesandten Manuskripte sich anschließend verzehnfachte. Spätestens als die Türkei 2008 Gastland auf der Frankfurter Buchmesse wurde, merkte das Kulturministerium, wie wichtig Kunst und Literatur ist, um sich der Welt zu öffnen. Und wie sehr dieser Bereich der staatlichen Unterstützung bedarf. Das Übersetzungsfonds Teda finanziert seitdem literarische Übertragungen in andere Sprachen. Wichtige Schriftsteller wie Sema Kaygusuz oder Ayse Kulin profitieren davon, Übersetzungen guter türkischer Literatur sind inzwischen in fast allen Ländern der Welt zu finden.

Demokratie?

Die Türkei ist seit der Gründung der Republik 1923 geprägt von „starken Männern“ – bisher gab es nur eine Ministerpräsidentin –, die die Politik im Guten wie im Schlechten dominiert haben. Sei es der Gründervater Mustafa Kemal Atatürk, der dem Land wesentliche Reformen wie die Gleichstellung der Frau, die Abschaffung des Kalifats und damit des Islams als Staatsreligion, die Einführung des lateinischen Alphabets und die Annäherung an Europa oft auch von oben aufzwang, oder Militärs, die immer wieder putschten und dann zeitweilig autoritär regierten, oder Recep Tayyip Erdoğan, der die Türkei zu einem islamisch dominierten Land machen will. Dennoch ist die Türkei seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Demokratie, und die Mehrheit der Bevölkerung will sich seine politische Mitbestimmung auch nicht nehmen lassen. Bei Wahlen gehen in der Türkei im Schnitt wesentlich mehr Menschen wählen (über 85 Prozent) als in Deutschland. Deshalb musste Präsident Erdoğan nach Jahren großer Wahlerfolge zuletzt auch einige Niederlagen hinnehmen. Die schmerzlichste für ihn war 2019 der Verlust İstanbuls, der wichtigsten Stadt des Landes, an die sozialdemokratische Opposition, die mittlerweile in den Kommunen entlang der gesamten Ägäis- und Mittelmeerküste das Sagen hat.

Krisen und Chancen

Das Bild der Türkei in Deutschland ist immer noch geprägt von den Arbeitsmigranten, die in den 1950-Jahren nach Deutschland kamen. Diese Menschen stammten aus armen Gegenden, wo es keine Jobs gab. Die Türkei ist aber längst kein Entwicklungsland mehr, sondern übertrifft mit seinem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von knapp 10 000 Dollar viele osteuropäische EU-Länder. Allerdings ist der Reichtum sehr ungleich verteilt und das nicht nur zwischen einer kleinen reichen Elite und der Masse, sondern auch geografisch. Im Westen des Landes, in der Region İstanbul, in İzmir und den großen Städten an der Mittelmeerküste, ist der Lebensstandard mindestens doppelt so hoch wie in Zentralanatolien und im Osten. Deshalb verlassen noch immer viele Leute die armen Gegenden und ziehen in die Zentren im Westen. Generell ist das Pro-Kopf-Einkommen in den letzten zwanzig Jahren stärker gestiegen als in Deutschland oder den anderen reichen Industrieländern. Vor allem die Jahre von 2002 bis 2012 waren durch ein starkes Wachstum geprägt. Mittlerweile ist die Türkei in eine Wirtschaftskrise gerutscht: Die türkische Lira ist gegenüber dem Euro immer weniger wert. Alles ist somit günstiger als in Deutschland. Die florierende Tourismusbranche, die neben der Auto- und Textilindustrie zum Motor der türkischen Wirtschaft zählt, erfuhr durch den Ausbruch der Corona-Pandemie in 2020 einen herben Rückschlag.

Kirchenglocken

Christen sind heute in der Türkei nur noch eine kleine Minderheit. Das war zu Anfang des 20. Jhs. noch anders, als mehrere Millionen Christen im damaligen Osmanischen Reich lebten. Doch durch die Vertreibung der Armenier während des Ersten Weltkriegs und den großen Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei nach dem Ende des türkischen Befreiungskriegs im Jahr 1922 ist die Zahl erheblich zurückgegangen. Fast alle Christen leben heute in İstanbul. Ihr Status ist im Friedensvertrag von Lausanne aus dem Jahr 1923 geregelt, in dem Minderheitenrechte wie eigene Schulen und andere kulturelle Institutionen festgeschrieben sind.

Bloss nicht!

FKK ausprobieren

In der Türkei ist Nacktbaden verboten, auch „oben ohne“ solltest du nicht am Strand liegen. Wenn du dich außerhalb von Anlagen mit überwiegend westlichen Touristen bewegst, verzichte nicht auf Badekleidung.

Über Politik diskutieren

Das Zeitalter ist schwierig, die Gemüter erhitzt – geh nicht auf Debatten mit Einheimischen über politische Themen ein. Du verbrennst dir dabei nur die Finger und riskierst sogar eine Strafanzeige.

Steine einstecken

Die Türkei ist ein großes Open-Air-Museum. Aber Achtung: Auch arglose Touristen, die einen „interessanten“ Stein eingesteckt haben, werden vors Gericht gebracht und mit hohen Geldstrafen konfrontiert. Der türkische Zoll passt bei Ausreisen sehr genau auf, dass kein Kulturgut hinausgeschmuggelt wird. Auch schon ein Stein vom Strand kann zu einem Problem werden.

Schwarzgebrannten Alkohol konsumieren

Weil die konservative Regierung die Steuern auf Alkohol drastisch erhöhte, entstanden viele Schwarzbrennereien. Tödliche Methanolvergiftungen können die Folge sein! Kauf nur Flaschen mit Steuerbanderole im Laden.

Auf Nepper und Schlepper hereinfallen

Gerade in großen Urlaubsorten wie Bodrum, Antalya oder İstanbul gibt es jede Menge bereitwilliger „Helfer“, die dich etwa zu einem Teppichgeschäft oder Restaurant führen wollen. Entdeck alles lieber auf eigene Faust!

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von beeinträchtigt sein, siehe Aktuelles.

Es gibt ein gutes Inlandsflugnetz und gute Straßenverbindungen innerhalb der Türkei. Das Eisenbahnnetz ist hingegen nicht gut ausgebaut.

Der türkische Straßenverkehr ist insbesondere in den Städten meist sehr lebhaft und dicht. Die Regeln der Straßenverkehrsordnung werden oft nicht eingehalten. Auseinandersetzungen im Straßenverkehr können bei vermeintlichen oder tatsächlichen Verkehrsverstößen aggressive Reaktionen anderer Autofahrer hervorrufen.

Die Promillegrenze beträgt 0,5, bei Fahren mit Anhänger 0,0.
Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit, auch auf größeren Verbindungsstraßen, sind mit erhöhten Gefahren verbunden, gerade auch im Hinblick auf die fehlende Beleuchtung. Unbewachte Parkplätze oder Campingplätze stellen ein Risiko für Reisende dar.

Bei angebotenen Jeep-Safaris entspricht der technische Zustand von Fahrzeugen nicht immer gewohnten Sicherheitsstandards, Reiseveranstalter übernehmen häufiger keine Gewähr. Ungeübte Fahrer sind mit derartigen Fahrzeugtypen und Fahren auf Offroad-Strecken oft überfordert.

Grundsätzlich bestimmt bei Taxifahrten der Taxameter den Preis, bei längeren Fahrten ist Handeln durchaus erlaubt. Bei viel Gepäck wird z. T. ein Aufschlag verlangt. Besonders in Istanbul können Taxifahrten schnell und ungewollt zu kostspieligen Stadtrundfahrten werden. Die Hotels können Ihnen eine sichere Informationsquelle für Preise sein.
In der Türkei gibt es nur an wenigen Orten eine behindertengerechte Infrastruktur. Dies gilt auch für öffentliche Einrichtungen. Der teilweise schlechte Zustand der Gehwege auch in Großstädten kann die Mobilität von gehbehinderten Menschen deutlich einschränken.

Ausflüge werden oft mit Werksbesichtigung und Kaufgelegenheiten angeboten. Diese Werbeveranstaltungen dauern häufig sehr lange. Auch wenn kein Kaufzwang besteht, üben Mitarbeiter von Unternehmen und Reiseleiter oft Druck auf Touristen aus, um zu verkaufen.

  • Fahren Sie aufmerksam und defensiv im Straßenverkehr und lassen Sie sich nicht auf Auseinandersetzungen ein.
  • Vermeiden Sie möglichst Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit außer Orts.
  • Übernachten Sie möglichst nur auf bewachten Parkplätzen oder Campingplätzen.
  • Prüfen Sie bei Jeep-Safaris den technischen Zustand von Fahrzeugen. Fahren Sie selbst nur bei entsprechender Erfahrung.
  • Besonders in Istanbul: Informieren Sie sich vor einer Taxifahrt über den ungefähren Fahrpreis. Bestehen Sie auf Einschaltung des Taxameters.
  • Erkundigen Sie sich vor Antritt eines Ausflugs mit Kaufgelegenheit vorab über die Dauer und verwahren Sie sich gegen den Druck von "Verkäufern". Beschweren Sie sich bei den Reiseveranstaltern.

Der deutsche Führerschein ist für touristische Aufenthalte ausreichend.

Die Türkei ist ein muslimisch geprägtes Land. Abseits der touristischen Badestrände empfiehlt es sich, das Verhalten und die Kleidung den lokalen Gepflogenheiten anzupassen. Während des Ramadan gibt es außerhalb der Touristengebiete Einschränkungen und das Essen, Trinken und Rauchen wird nicht geduldet.

Das Fotografieren von militärischen und anderer der Sicherheit dienender Einrichtungen sowie von Grenzanlagen und Angehörigen der Sicherheitskräfte ist nicht erlaubt. Auch an bestimmten Orten wie Friedhöfen, religiösen Stätten oder privaten Anwesen kann das Fotografieren zu negativen Reaktionen bei Bevölkerung und Sicherheitskräften führen.

Die türkische Regulierungsbehörde für Tabakwaren und Alkoholika (TAPDK) macht auf die Gefahr durch den Verzehr von gepanschtem Alkohol aufmerksam und empfiehlt, beim Kauf von Alkohol auf die Originalverpackung und Lizenzierung (TAPDK-Logo auf dem Flaschendeckel, unbeschädigte, blau-türkisfarbene Banderole) zu achten.

  • Informieren Sie sich für Reisen im Land über Besonderheiten des Lebens in der Türkei und bereiten Sie sich entsprechend vor.
  • Achten Sie insbesondere beim Besuch religiöser Stätten auf angemessene Kleidung.
  • Seien Sie außerhalb der Touristengebiete während des Ramadan zurückhaltend mit Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit.
  • Seien Sie mit dem Fotografieren zurückhaltend und vergewissern Sie sich oder fragen Sie um Erlaubnis.

Homosexualität ist in der Türkei nicht strafbar. An der jährlich stattfindenden Pride Parade in Istanbul nahmen bis 2014 mehrere zehntausend Menschen teil. Seit 2015 ist die Parade von den türkischen Behörden jedoch untersagt worden.
Es wird auf Vorfälle von Gewalt nicht-staatlicher Seite hingewiesen, bei denen es zu Übergriffen auf Personen gekommen ist. Mit z.T. starken Vorurteilen gegenüber dieser Personengruppe in der türkischen Gesellschaft sollte deshalb gerechnet werden.

  • Beachten Sie die allgemeinen Hinweise für LGBTIQ.

Seit Anfang 2017 wurden vermehrt deutsche Staatsangehörige willkürlich festgenommen und/oder mit einer Ausreisesperre belegt.
Türkische Strafverfolgungsbehörden berufen sich bei Festnahmen und Ausreisesperren auf die Mitgliedschaft in oder Propaganda für Organisationen, die auch in Deutschland oder der als terroristische Vereinigung eingestuft sind (, PKK), aber auch auf Mitgliedschaft in der so genannten "Gülen-Bewegung", die nur in der Türkei unter der Bezeichnung "FETÖ" als terroristische Vereinigung eingestuft ist. Auch geringfügige, den Betroffenen unter Umständen gar nicht bewusste oder lediglich von Dritten behauptete Berührungspunkte mit diesen Organisationen oder mit ihr verbundenen Personen oder Unternehmen können für eine Festnahme ausreichen, auch wenn die Berührungspunkte bereits jahrelang zurückliegen. Für die Begründung des Tatverdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung kann bereits ausreichen, in einem deutschen Vereinsregister als Vorstandsmitglied eines Vereins mit Bezug zu kurdischen Anliegen eingetragen (gewesen) zu sein. Aussagen der türkischen Regierung vom 3. März 2019 zufolge droht auch Personen, die im Ausland an Versammlungen solcher Organisationen teilgenommen haben, bei ihrer Einreise in die Türkei eine Festnahme.
Des Weiteren sind öffentliche Äußerungen gegen den türkischen Staat, Sympathiebekundungen mit von der Türkei als terroristisch eingestuften Organisationen und auch die Beleidigung oder Verunglimpfung von staatlichen Institutionen und hochrangigen Persönlichkeiten verboten und werden mit Geldbußen oder Haftstrafen geahndet. Der Vorwurf lautet hier oftmals auf "Terrorpropaganda" oder den im türkischen Strafrecht vorgesehenen Tatbestand der Präsidentenbeleidung. Unter diesen Straftatbestand können auch regierungskritische Äußerungen im Internet und in den sozialen Medien fallen, sei es durch Teilen oder "Liken" eines fremden Beitrags, siehe auch Hinweise unter Aktuelles. Auch Äußerungen, die nach deutschem Rechtsverständnis von der Meinungsfreiheit gedeckt sind, können in der Türkei zu strafrechtlicher Verfolgung und zudem bei Journalisten zu berufsbeschränkenden Maßnahmen wie der Verweigerung der Akkreditierung führen. Diese Maßnahmen stehen nicht im Einklang mit den einschlägigen verbindlichen Vorgaben der. Es kann insofern nicht ausgeschlossen werden, dass die türkische Regierung weitere Maßnahmen gegen Vertreter deutscher Medien sowie zivilgesellschaftlicher Einrichtungen ergreift.
Ausreisesperren führen oft zu monatelangen oder sogar über mehrere Jahre dauernde Zwangsaufenthalte in der Türkei mit weitreichenden, mitunter existenzbedrohenden Konsequenzen für die berufliche, familiäre und gesundheitliche Lage der Betroffenen.
Das Fotografieren von militärischen Anlagen, und Angehörigen der Sicherheitskräfte oder in militärischen Sicherheitszonen ist verboten.
In der Türkei werden Drogendelikte besonders hart bestraft, 10 bis 20 Jahre Gefängnis für die Einfuhr, sechs bis zwölf Jahre für die Ausfuhr von Drogen.
Ebenfalls mit Gefängnisstrafen bis zu zehn Jahren wird der Erwerb, Besitz und die Ausfuhr von "Kultur- und Naturgütern" geahndet, da diese als staatliches Eigentum gelten. Bei Verstößen sind auch für Touristen mehrere Monate Untersuchungshaft und hohe Kautionszahlungen von 9.000 Euro gängige Praxis, auch wenn es sich um Antiquitäten bzw. alt aussehende Gegenstände von vermeintlich geringem Wert handelt. In Einzelfällen wurden Haftstrafen verhängt. Es wird daher nachdrücklich davor gewarnt, von Händlern Antiquitäten, alte Münzen, Fossilien etc. anzukaufen oder selbst mitzunehmen. Polizei und Zollbehörden legen den Begriff "Antiquitäten" weit aus. Jeder bearbeitete Stein kann darunter fallen. Da es für Reisende praktisch unmöglich ist, selbst zu erkennen, ob ein solcher Gegenstand als Antiquität geschützt ist, sollten Reisende, die über keine entsprechende Genehmigung der zuständigen türkischen Behörden verfügen, generell Steine, Münzen, Fossilien und alt aussehende Gegenstände nicht in ihrem Reisegepäck auszuführen versuchen. Grundsätzlich besteht jedoch die Möglichkeit, bei den dem türkischen Kulturministerium unterstehenden Museen und an einigen Zollstellen eine Ausfuhrgenehmigung einzuholen.
Die Einfuhr von Waffen und Schneidwerkzeug, auch Camping-Messer, ist ohne besondere Erlaubnis verboten.
Als allgemeiner Grundsatz gilt, dass in der Türkei unter Strafe steht, was auch in Deutschland verboten ist.

  • Informieren Sie möglichst die zuständige deutsche Auslandsvertretung im Falle einer Festnahme oder einer Ausreisesperre.
  • Unterschreiben Sie keine Dokumente, deren Inhalt Sie nicht verstehen. Bestehen Sie auf rechtlichen Beistand.
  • Führen Sie stets ein Ausweisdokument mit sich.
  • Verhalten Sie sich bei Sicherheitskontrollen möglichst kooperativ.

Landeswährung ist die Türkische Lira (TRY). Mit einer deutschen Bankkarte kann an vielen Geldautomaten problemlos Geld abgehoben werden; die hiesigen Banken verlangen jedoch mittlerweile überwiegend eine Gebühr, die nicht von deutschen Banken erstattet wird.
Auch Kreditkarten werden als Zahlungsmittel akzeptiert. Teilweise muss man dazu zusätzlich den Reisepass oder Personalausweis vorlegen. Unter Angabe der PIN kann man mit der Kreditkarte außerdem Geld bei Banken oder an entsprechend gekennzeichneten Automaten Bargeld abheben.

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Erkrankung, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zur Pandemie erklärt.

Die hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ergänzen.

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B und Tollwut empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die .

Die Türkei ist seit 2010 malariafrei. Daher werden keine besonderen Maßnahmen zur Prophylaxe empfohlen.

Die HIV-Inzidenz in der Türkei ist sehr gering. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht jedoch ein grundsätzliches HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

Selten kommt Tuberkulose, Leishmaniose, Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber und Brucellose vor.

Insbesondere in großen Städten kann es durch Luftverschmutzung zu gesundheitlichen Beschwerden kommen.

Die ärztlichen Behandlungsmöglichkeiten in den Großstädten des Landes sowie in den touristischen Regionen sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Insbesondere die große Anzahl privater Krankenhäuser bieten ein annähernd europäisches Niveau. Die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten ist vielfach mit Westeuropa nicht zu vergleichen und kann technisch, apparativ und hygienisch problematisch sein. Fachärzte stehen häufig erst im nächstgelegenen Krankenhaus zur Verfügung. Ein vorhandener gültiger Krankenversicherungsschutz (Auslandskrankenscheine T/A 11) wird seit September 2019 in der Praxis nur noch für Notfallbehandlungen akzeptiert. Über den jeweiligen Leistungsumfang entscheiden die Leistungserbringer, Ärzte und Krankenhäuser vor Ort. Bei allen übrigen Behandlungen wird daher in der Regel eine finanzielle Vorleistung der Versicherten gefordert. In Privatkliniken ist es üblich, vor Behandlungsbeginn eine gedeckte Kreditkarte oder Bargeld einzufordern.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Nehmen Sie eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen, siehe Merkblatt Reiseapotheke.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die .
  • Klären Sie vor Behandlung die Höhe der zu erwartenden Kosten.
  • Wenn Sie chronisch erkrankt sind und vor Ihrer Abreise bereits medizinischen Behandlungsbedarf absehen können sowie die finanzielle Vorleistung vermeiden wollen, können Sie sich von Ihrer Krankenversicherung das Formular T/A 12 ausstellen lassen, wodurch die Behandlungskosten im Regelfall gedeckt sind.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss:

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Reisewarnung

Überblick

Stand - Tue, 02 Mar 2021 14:30:00 +0100
(Unverändert gültig seit: Tue, 02 Mar 2021 14:54:15 +0100)

Letzte Änderungen: Aktuelles (Epidemiologische Lage, Einreise, Reiseverbindungen, Beschränkungen im Land)

Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:
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- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz
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Aktuelles                                                                                    

COVID-19

Die Ausbreitung von COVID-19 führt weiterhin zu Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens.

Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die gesamte Türkei wird gewarnt.

Epidemiologische Lage

Die Türkei ist von COVID-19 stark betroffen. Die gesamte Türkei ist als Risikogebiet eingestuft. Aktuelle und detaillierte Zahlen bieten das türkische Gesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Einreise

Die Luft-, Land- und Seegrenzen der Türkei sind offen, es gibt Beschränkungen bei der Einreise auf dem Landweg aus dem Iran, bei der Ausreise nach Griechenland sowie bei Ein-und Ausreise nach Georgien.

Bei Einreise auf dem Luft- Land und Seeweg müssen Reisende ab sechs Jahren einen negativen PCR-Test vorgelegen, der bei Flugreisen zum Ausreisezeitpunkt nicht älter als 72 Stunden sein darf. Dies gilt nicht für den Transportsektor (Flugpersonal. LKW-Fahrer, Seeleute). Bei Flugreisen ist der Test beim Check-in vorzulegen.

Für Einreisende, die sich in den letzten zehn Tagen in Großbritannien, Dänemark, Brasilien oder Südafrika aufgehalten haben, gilt daneben eine 14-tägige Quarantänepflicht. Bei Einreisen aus Südafrika und Brasilien erfolgt die Quarantäne in einer staatlichen Einrichtung.

Bei Einreise in die Türkei werden Temperaturmessungen durchgeführt und bei erhöhter Körpertemperatur oder weiteren COVID-19-Symptomen auch zusätzliche Gesundheitsuntersuchungen vorgenommen.

Die Türkei fordert für Reisen nach Deutschland die Vorlage eines negativen PCR-Testergebnisses von allen Reisenden, die älter als zwei Jahre sind. Der PCR-Test darf bei Ausreise nicht älter als 48 Stunden sein. Eine Kontrolle erfolgt seitens der türkischen Behörden. Die Kosten müssen die Reisenden selbst tragen. Positiv Getestete müssen sich in der Türkei in Quarantäne bzw. in ärztliche Behandlung begeben. Diese zwingend notwendige Testung vor Ausreise aus der Türkei befreit nicht von den Regeln für die Einreise nach Deutschland, etwa Quarantänepflichten.

Es gelten die jeweiligen Quarantäneverordnungen der Bundesländer.

Durch- und Weiterreise

Die Einreise auf dem Landweg aus dem Iran ist für den Personenverkehr außer für türkische Staatsangehörige und Personen mit Aufenthaltsstatus in der Türkei geschlossen. Die Ausreise auf dem Landweg nach Griechenland ist für den Personenverkehr geschlossen, Ausnahme gelten für griechische Staatsangehörige und Personen mit Aufenthaltsstatus in Griechenland.

Die Ein- und Ausreise nach Georgien ist derzeit nur für georgische bzw. türkische Staatsangehörige möglich. 

Transitflüge in Drittländer ohne Einreise in die Türkei sind ohne Beschränkungen möglich. Die Bestimmungen der Einreise im Zielland sind zu beachten.  Bei Transitflügen von türkischen Flughäfen ins Ausland ist bei Umsteigezeiten länger als 24 Stunden für den innertürkischen Zubringerflug ein Genehmigungscode („HES-Code") erforderlich. Der Code kann per SMS (nur über türkische Mobiltelefone) oder mittels einer App erlangt werden.

Reiseverbindungen

Der internationaler Flug-, Bus- und Zugverkehr findet mit Ausnahme der Länder Großbritannien, Dänemark und Südafrika statt, Fährverbindungen nach Griechenland sind derzeit geschlossen, direkte Flugverbindungen finden nicht statt. Für innertürkische Flüge, Zug- und Busfahrten und Hotelübernachtungen ist für türkische Staatsangehörige und Ausländer, auch für Touristen, ein Genehmigungscode („HES-Code") erforderlich. Hinweise dazu erteilen die jeweiligen Transportunternehmen oder Hotels.

Beschränkungen im Land

Aufgrund des Infektionsgeschehens hat das türkische Gesundheitsministerium die Provinzen in vier Risikogruppen eingeteilt: Geringes Risiko (blaue Zone), mittleres Risiko (gelbe Zone), hohes Risiko (orange Zone), sehr hohes Risiko (rote Zone). Landesweit gilt für alle Zonen eine tägliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr.

Je nach Zone gelten unterschiedliche Regelungen bezüglich der Ausgangssperren an Wochenenden und für Personen über 65 und unter 20 Jahren. Ausländische Touristen sind grundsätzlich von den Ausgangssperren ausgenommen, örtliche Ausnahmen sind möglich. Zuwiderhandlungen gegen die Verbote werden mit Geldstrafen geahndet.

Gastronomiebetriebe können mit limitierter Auslastung zu eingeschränkten Zeiten öffnen, außer in Provinzen mit sehr hohem Risiko (rote Zone),

Für das Betreten von Gastronomiebetrieben und Einkaufszentren ist ein HES-Code erforderlich, siehe: Durch- und Weiterreise.

Die zuständigen Gouverneursämter können zusätzliche Maßnahmen anordnen.

Die Einteilung anhand des Infektionsgeschehens wird wöchentlich überprüft und die Maßnahmen alle 14 Tage angepasst.

Hygieneregeln

Im gesamten öffentlichen Raum, in Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Tragen von Schutzmasken Pflicht. Soziale Distanz (drei Schritte Abstand) wird eingefordert.

  • Informieren Sie sich über die an Ihrem aktuellen Aufenthaltsort geltenden örtlichen COVID-19- Vorschriften.
  • Halten Sie sich bei Aufenthalten in der Türkei unbedingt an die geltenden Hygienemaßnahmen und lassen Sie sich vor Rückreise unbedingt testen.
  • Informieren Sie sich über die Webseiten der deutschen Vertretungen in der Türkei.
  • Achten Sie auf die Einhaltung der AHA-Vorschriften und befolgen Sie zusätzlich die Hinweise lokaler Behörden. Bei Verstößen gegen die Hygienevorschriften können Geldstrafen verhängt werden.
  • Informieren Sie sich über detaillierte Maßnahmen und ergänzende Informationen der jeweils zuständigen Gouverneursämter.
  • Bei COVID-19 Symptomen oder Kontakt mit Infizierten kontaktieren Sie das Gouverneursamt Ihres Aufenthaltsorts oder die zentrale Notrufnummer 112.
  • Beachten Sie die Test- und Quarantänepflicht bei Einreise aus Risikogebieten (nicht Transit) nach Deutschland und kontaktieren Sie das Gesundheitsamt Ihres Aufenthaltsortes. Weitere Informationen zur Testpflicht bietet das Bundesministerium für Gesundheit.
  • Aufenthalte in fremden Staaten können sich derzeit auf Einreisemöglichkeiten in andere Länder auswirken. Informieren Sie sich daher vor Antritt jeder Reise über aktuelle Bestimmungen zu Einreise, Durchreise und Quarantäne der jeweiligen Reiseländer über die Reise- und Sicherheitshinweise.
  • Bitte beachten Sie unsere fortlaufend aktualisierten Informationen zu COVID-19 /Coronavirus.

Erdbeben

Am 30. Oktober 2020 kam es zu einem Seebeben mit einer Magnitude von 6,9 in der Ägäis nahe Izmir. Es gab zahlreiche Tote und hunderte Verletzte. Zahlreiche Gebäude in zwei Stadtbezirken Izmirs (Bayrakli und Bornova) sind zerstört. Die Räumarbeiten dauern an. Mit weiteren Nachbeben ist zu rechnen.

  • Informieren Sie sich über die lokalen Medien.
  • Meiden Sie die betroffenen Gebiete und halten Sie Abstand zu beschädigten Gebäuden.
  • Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden.

Festnahmen und Einreiseverweigerungen

Deutsche Staatsangehörige werden weiterhin willkürlich festgenommen, mit einer Ausreisesperre belegt oder ihnen wird die Einreise in die Türkei verweigert. Auch Personen, die in der Vergangenheit ohne Probleme ein- und ausreisen konnten, können bei einem erneuten Aufenthalt festgenommen werden. Diesen Strafverfolgungsmaßnahmen lag in vielen Fällen der Verdacht der Propaganda für eine oder Mitgliedschaft in einer als terroristisch eingestuften Organisation zu Grunde, so z.B. der PKK oder Gülen-Bewegung (letztere wird nur in der Türkei als Terrororganisation eingestuft), siehe Rechtliche Besonderheiten.

Dabei reichen aufgrund des aus Sicht des Europäischen Menschengerichtshofs rechtsstaatswidrig weit gefassten Terrorismusbegriffs in der Türkei, z.B. bloße Äußerungen, Teilen oder „Likes" von Beiträgen in sozialen Medien, die in Deutschland vom Recht auf freie Meinungsäußerung abgedeckt sind, für eine Strafverfolgung aus. Auch die Teilnahme an Demonstrationen in Deutschland oder die Mitgliedschaft in einem in Deutschland eingetragenen Verein mit Bezug zu kurdischen Anliegen, teils jahrelang zurückliegend, kann Anlass für Festnahmen, Ausreisesperren oder Einreiseverweigerungen sein.

Festnahmen, Strafverfolgung oder Ausreisesperre erfolgten des Weiteren vielfach in Zusammenhang mit regierungskritischen Stellungnahmen in den sozialen Medien, vermehrt auch aufgrund des Vorwurfs der Präsidentenbeleidung. Im Falle einer Verurteilung wegen „Präsidentenbeleidigung" oder „Mitgliedschaft in einer oder Propaganda für eine terroristische Organisation" riskieren Betroffene ggf. eine mehrjährige Haftstrafe, teilweise auch lebenslange erschwerte Haft. Auch Ausreisesperren können für Personen mit Lebensmittelpunkt in Deutschland mitunter existenzbedrohende Konsequenzen haben.

Betroffen von den oben genannten Maßnahmen sind insbesondere, aber nicht ausschließlich deutsche Staatsangehörige mit engen privaten und persönlichen Bindungen in die Türkei sowie Personen, die neben der deutschen auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzen.

Auch Journalisten wurde die Akkreditierung ohne Angaben von Gründen verweigert. Äußerungen, die nach deutschem Rechtsverständnis von der Meinungsfreiheit gedeckt sind, können in der Türkei zu berufsbeschränkenden Maßnahmen und Strafverfahren führen.

  • Halten Sie sich von politischen Veranstaltungen, Kundgebungen und grundsätzlich von größeren Menschenansammlungen fern.
  • Seien Sie sich bewusst, dass regierungskritische Äußerungen in sozialen Medien, auch wenn sie länger zurückliegen aber auch das Teilen oder „Liken" eines fremden Beitrags, Anlass für strafrechtliche Maßnahmen der türkischen Sicherheitsbehörden sein können. Dabei können auch nichtöffentliche Kommentare durch anonyme Denunziation an türkische Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet worden sein.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte und verständigen Sie ggf. die zuständige deutsche Auslandsvertretung in der Türkei.
  • Beachten Sie die Hinweise unter Innenpolitische Lage und Strafrecht.
  • Beachten Sie auch, insbesondere zu Einreiseverweigerungen, die Hinweise unter Einreise und Zoll zu Einreisekontrolle und Zurückweisungen. 

Sicherheit

Von Reisen
- in das Grenzgebiet der Türkei zu Syrien und Irak, insbesondere nach Diyarbakır, Cizre, Silopi, Idil, Yüksekova und Nusaybin
sowie
- generell in die Provinzen Batman, Siirt, Mardin, Şırnak und Hakkâri
wird dringend abgeraten.

Terrorismus

In der Türkei ist es insbesondere seit Mitte 2015 wiederholt zu terroristischen Anschlägen gekommen.
Es ist keinesfalls auszuschließen, dass terroristische Gruppierungen auch vor dem Hintergrund türkischer Militäraktionen in Syrien weiterhin versuchen werden, insbesondere in den großen Metropolen Anschläge durchzuführen. Diese können sich auch gezielt gegen Ausländer richten.
Der frühere internationale Flughafen Istanbul Atatürk sowie wiederholt die Innenstädte von Istanbul und Ankara waren Ende 2015 bis Anfang 2017 Ziele von Anschlägen mit hohen Opferzahlen.

Die als terroristische Vereinigung gelistete „Kurdische Arbeiterpartei" (PKK) sowie ihre Splittergruppe „Freiheitsfalken Kurdistans" verüben seit Mitte 2015 vor allem im Südosten der Türkei, aber auch in anderen Landesteilen wiederholt Anschläge.

Die Sicherheitsvorkehrungen befinden sich landesweit auf hohem Niveau, insbesondere in großen Städten ist eine erhöhte Präsenz von Polizei und Sicherheitsbehörden sichtbar. Angesichts von Anschlägen terroristischer Gruppierungen auch gegen nicht-militärische Ziele muss aber in allen Teilen der Türkei grundsätzlich von einer terroristischen Gefährdung ausgegangen werden.

Südosten und Osten/Grenzgebiete zu Syrien und Irak

Im Grenzgebiet der Türkei zu Syrien und Irak, insbesondere in Diyarbakır, Cizre, Silopi, Idil, Yüksekova und Nusaybin sowie generell in den Provinzen Mardin, Şırnak und Hakkâri bestehen erhebliche Gefahren durch angrenzende Auseinandersetzungen.
In den Provinzen Hatay, Kilis, Gaziantep, Şanlıurfa, Diyarbakır, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, Muş, Tunceli, Şırnak, Hakkâri und Van besteht ein erhöhtes Risiko.

In den genannten Gebieten werden immer wieder „zeitweilige Sicherheitszonen" eingerichtet und regionale Ausgangssperren verhängt. Sicherheitszonen und Ausgangssperren werden streng kontrolliert, das Betreten der Sicherheitszonen ist strikt verboten. Zur Einrichtung von Sicherheitszonen und Verhängung von Ausgangssperren kam es bisher insbesondere im Gebiet südöstlich von Hakkâri entlang der Grenze zu Irak sowie in Diyarbakır und Umgebung sowie südöstlich der Ortschaft Cizre (Dreiländereck Türkei - Syrien - Irak), aber auch in den Provinzen Gaziantep, Kilis, Urfa, Hakkâri, Batman und Aǧrı.

Die türkischen Behörden erteilen aus Sicherheitsgründen keine Erlaubnis mehr, den Berg Ararat zu besteigen.

  • Seien Sie insbesondere an belebten Orten und bei besonderen Anlässen aufmerksam.
  • Vermeiden Sie alle nicht zwingend erforderlichen Reisen in die o.g. Grenzgebiete und Provinzen.
  • Halten Sie sich zur Sicherheitslage laufend informiert.
  • Meiden Sie größere Menschenansammlungen auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen sowie den Aufenthalt nahe Regierungs- und Militäreinrichtungen.
  • Beachten Sie den weltweiten Sicherheitshinweis.

Innenpolitische Lage

Mit der Aufhebung des seit dem Putschversuch vom Juli 2016 anhaltenden Notstands wurden die damit verbundenen Einschränkungen und Sonderregelungen im Juli 2018 teilweise in permanentes Recht überführt.

Es ist weiterhin von einem erhöhten Risiko der Festnahme oder der Verhängung einer Ausreisesperre auszugehen, siehe hierzu die Hinweise unter Aktuelles und Strafrecht.

Es kann weiterhin zu Protesten und Demonstrationen kommen, bei denen vereinzelte gewaltsame Auseinandersetzungen und Verkehrsbehinderungen nicht ausgeschlossen werden können.

  • Informieren Sie sich über die lokalen Medien.
  • Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Kriminalität

Die Türkei zeichnet sich bislang als ein Land mit vergleichsweise gering ausgeprägter Gewaltkriminalität aus.

Wie auch in anderen Großstädten ist in Istanbul Vorsicht vor Taschendieben angezeigt. Dabei werden die Opfer vielfach von bettelnden Kindern abgelenkt.
Vor allem im Stadtteil Beyoğlu wurden vermehrt Betrugsfälle bekannt, in denen Touristen unter einem Vorwand in eine Bar eingeladen und anschließend gezwungen wurden, zur Begleichung der extrem überhöhten Rechnung eine größere Summe Bargeld von einem Geldautomaten abzuheben. Auch kommt es immer wieder zu Passdiebstählen.

Deutsche Türkei-Urlauber wurden in der Vergangenheit nach ihrer Rückkehr in das Bundesgebiet Opfer von Betrugsfällen. Mit den unterschiedlichsten erfundenen Geschichten (z.B. Lotteriegewinn, Steuernachzahlung, drohende Vermögensnachteile)  werden die Urlauber telefonisch zu einer Geldüberweisung per Western Union in die Türkei veranlasst. Diese Aufforderungen entbehren jeglicher rechtlichen Grundlage.

  • Seien Sie besonders bei einem Aufenthalt an einsamen Orten und gemeinsamen Unternehmungen mit wenig bekannten Personen vorsichtig.
  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtigen Dokumente sicher auf und fertigen Sie Kopien an.
  • Bevorzugen Sie bargeldlose Zahlungen und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen mit.
  • Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen, in öffentlichen Verkehrsmitteln besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Gewinnmitteilungen, Einladungen und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter oder Anrufen angeblicher Polizei – und Justizbeamtenskeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei.

Natur und Klima

Ein großer Teil der Türkei liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone, so dass es zu vielen kleineren, aber auch schwereren Erdbeben kommt, wie zuletzt im Sommer 2017 an der türkische Ägäisküste. Ggf. ist mit Erdrutschen, erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen und lange andauernden Nachbeben zu rechnen.

Das Klima ist an der Süd- und Westküste mediterran und im anatolischen Hochland kontinental.
Vor allem in den Sommermonaten kann es in der Türkei aufgrund der herrschenden klimatischen Bedingungen zu Busch- und Waldbränden kommen.
Starkregenfälle können Überflutungen und Erdrutsche verursachen.
Mit einer Beeinträchtigung der Infrastruktur muss in diesen Fällen gerechnet werden.

  • Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden.
  • Machen Sie sich mit Verhaltenshinweisen bei Erdbeben vertraut. Diese bieten die Merkblätter des Deutschen GeoForschungsZentrums.

Reiseinfos

Infrastruktur/Verkehr

Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von COVID-19 beeinträchtigt sein, siehe Aktuelles.

Es gibt ein gutes Inlandsflugnetz und gute Straßenverbindungen innerhalb der Türkei. Das Eisenbahnnetz ist hingegen nicht gut ausgebaut.

Der türkische Straßenverkehr ist insbesondere in den Städten meist sehr lebhaft und dicht. Die Regeln der Straßenverkehrsordnung werden oft nicht eingehalten. Auseinandersetzungen im Straßenverkehr können bei vermeintlichen oder tatsächlichen Verkehrsverstößen aggressive Reaktionen anderer Autofahrer hervorrufen.

Die Promillegrenze beträgt 0,5, bei Fahren mit Anhänger 0,0.
Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit, auch auf größeren Verbindungsstraßen, sind mit erhöhten Gefahren verbunden, gerade auch im Hinblick auf die fehlende Beleuchtung. Unbewachte Parkplätze oder Campingplätze stellen ein Risiko für Reisende dar.

Bei angebotenen Jeep-Safaris entspricht der technische Zustand von Fahrzeugen nicht immer gewohnten Sicherheitsstandards, Reiseveranstalter übernehmen häufiger keine Gewähr. Ungeübte Fahrer sind mit derartigen Fahrzeugtypen und Fahren auf Offroad-Strecken oft überfordert.

Grundsätzlich bestimmt bei Taxifahrten der Taxameter den Preis, bei längeren Fahrten ist Handeln durchaus erlaubt. Bei viel Gepäck wird z. T. ein Aufschlag verlangt. Besonders in Istanbul können Taxifahrten schnell und ungewollt zu kostspieligen Stadtrundfahrten werden. Die Hotels können Ihnen ggf. eine sichere Informationsquelle für Preise sein.
In der Türkei gibt es nur an wenigen Orten eine behindertengerechte Infrastruktur. Dies gilt auch für öffentliche Einrichtungen. Der teilweise schlechte Zustand der Gehwege auch in Großstädten kann die Mobilität von gehbehinderten Menschen deutlich einschränken.

Ausflüge werden oft mit Werksbesichtigung und Kaufgelegenheiten angeboten. Diese Werbeveranstaltungen dauern häufig sehr lange. Auch wenn kein Kaufzwang besteht, üben Mitarbeiter von Unternehmen und Reiseleiter oft Druck auf Touristen aus, um zu verkaufen.

  • Fahren Sie aufmerksam und defensiv im Straßenverkehr und lassen Sie sich nicht auf Auseinandersetzungen ein.
  • Vermeiden Sie möglichst Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit außer Orts.
  • Übernachten Sie möglichst nur auf bewachten Parkplätzen oder Campingplätzen.
  • Prüfen Sie bei Jeep-Safaris den technischen Zustand von Fahrzeugen. Fahren Sie selbst nur bei entsprechender Erfahrung.
  • Besonders in Istanbul: Informieren Sie sich vor einer Taxifahrt über den ungefähren Fahrpreis. Bestehen Sie ggf. auf Einschaltung des Taxameters.
  • Erkundigen Sie sich vor Antritt eines Ausflugs mit Kaufgelegenheit vorab über die Dauer und verwahren Sie sich gegen den Druck von „Verkäufern". Beschweren Sie sich ggf. bei den Reiseveranstaltern.

Führerschein

Der deutsche Führerschein ist für touristische Aufenthalte ausreichend.

Besondere Verhaltenshinweise

Die Türkei ist ein muslimisch geprägtes Land. Abseits der touristischen Badestrände empfiehlt es sich, das Verhalten und die Kleidung den lokalen Gepflogenheiten anzupassen. Während des Ramadan gibt es außerhalb der Touristengebiete Einschränkungen und das Essen, Trinken und Rauchen wird ggf. nicht geduldet.

Das Fotografieren von militärischen und anderer der Sicherheit dienender Einrichtungen sowie von Grenzanlagen und Angehörigen der Sicherheitskräfte ist nicht erlaubt. Auch an bestimmten Orten wie Friedhöfen, religiösen Stätten oder privaten Anwesen kann das Fotografieren zu negativen Reaktionen bei Bevölkerung und Sicherheitskräften führen.

Die türkische Regulierungsbehörde für Tabakwaren und Alkoholika (TAPDK) macht auf die Gefahr durch den Verzehr von gepanschtem Alkohol aufmerksam und empfiehlt, beim Kauf von Alkohol auf die Originalverpackung und Lizenzierung (TAPDK-Logo auf dem Flaschendeckel, unbeschädigte, blau-türkisfarbene Banderole) zu achten.

  • Informieren Sie sich für Reisen im Land über Besonderheiten des Lebens in der Türkei und bereiten Sie sich entsprechend vor.
  • Achten Sie insbesondere beim Besuch religiöser Stätten auf angemessene Kleidung.
  • Seien Sie außerhalb der Touristengebiete während des Ramadan zurückhaltend mit Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit.
  • Seien Sie mit dem Fotografieren zurückhaltend und vergewissern Sie sich ggf. oder fragen Sie um Erlaubnis.

LGBTIQ

Homosexualität ist in der Türkei nicht strafbar. An der jährlich stattfindenden Pride Parade in Istanbul nahmen bis 2014 mehrere zehntausend Menschen teil. Seit 2015 ist die Parade von den türkischen Behörden jedoch untersagt worden.
Es wird auf Vorfälle von Gewalt nicht-staatlicher Seite hingewiesen, bei denen es zu Übergriffen auf LGBTI Personen gekommen ist. Mit z.T. starken Vorurteilen gegenüber dieser Personengruppe in der türkischen Gesellschaft sollte deshalb gerechnet werden.

Rechtliche Besonderheiten

Seit Anfang 2017 wurden vermehrt deutsche Staatsangehörige willkürlich festgenommen und/oder mit einer Ausreisesperre belegt.
Türkische Strafverfolgungsbehörden berufen sich bei Festnahmen und Ausreisesperren auf die Mitgliedschaft in oder Propaganda für Organisationen, die auch in Deutschland oder der EU als terroristische Vereinigung eingestuft sind (IS, PKK), aber auch auf Mitgliedschaft in der so genannten „Gülen-Bewegung", die nur in der Türkei unter der Bezeichnung „FETÖ" als terroristische Vereinigung eingestuft ist. Auch geringfügige, den Betroffenen unter Umständen gar nicht bewusste oder lediglich von Dritten behauptete Berührungspunkte mit diesen Organisationen oder mit ihr verbundenen Personen oder Unternehmen können für eine Festnahme ausreichen, auch wenn die Berührungspunkte bereits jahrelang zurückliegen. Für die Begründung des Tatverdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung kann bereits ausreichen, in einem deutschen Vereinsregister als Vorstandsmitglied eines Vereins mit Bezug zu kurdischen Anliegen eingetragen (gewesen) zu sein. Aussagen der türkischen Regierung vom 3. März 2019 zufolge droht auch Personen, die im Ausland u.a. an Versammlungen solcher Organisationen teilgenommen haben, bei ihrer Einreise in die Türkei eine Festnahme.
Des Weiteren sind öffentliche Äußerungen gegen den türkischen Staat, Sympathiebekundungen mit von der Türkei als terroristisch eingestuften Organisationen und auch die Beleidigung oder Verunglimpfung von staatlichen Institutionen und hochrangigen Persönlichkeiten verboten und werden mit Geldbußen oder Haftstrafen geahndet. Der Vorwurf lautet hier oftmals auf „Terrorpropaganda" oder den im türkischen Strafrecht vorgesehenen Tatbestand der Präsidentenbeleidung. Unter diesen Straftatbestand können auch regierungskritische Äußerungen im Internet und in den sozialen Medien fallen, sei es durch Teilen oder „Liken" eines fremden Beitrags, siehe auch Hinweise unter Aktuelles. Auch Äußerungen, die nach deutschem Rechtsverständnis von der Meinungsfreiheit gedeckt sind, können in der Türkei zu strafrechtlicher Verfolgung und zudem z.B. bei Journalisten zu berufsbeschränkenden Maßnahmen wie der Verweigerung der Akkreditierung führen. Diese Maßnahmen stehen nicht im Einklang mit den einschlägigen verbindlichen Vorgaben der OSZE. Es kann insofern nicht ausgeschlossen werden, dass die türkische Regierung weitere Maßnahmen gegen Vertreter deutscher Medien sowie zivilgesellschaftlicher Einrichtungen ergreift.
Ausreisesperren führen oft zu monatelangen oder sogar über mehrere Jahre dauernde Zwangsaufenthalte in der Türkei mit weitreichenden, mitunter existenzbedrohenden Konsequenzen für die berufliche, familiäre und gesundheitliche Lage der Betroffenen.
Das Fotografieren von militärischen Anlagen, und Angehörigen der Sicherheitskräfte oder in militärischen Sicherheitszonen ist verboten.
In der Türkei werden Drogendelikte besonders hart bestraft, 10 bis 20 Jahre Gefängnis für die Einfuhr, sechs bis zwölf Jahre für die Ausfuhr von Drogen.
Ebenfalls mit Gefängnisstrafen bis zu zehn Jahren wird der Erwerb, Besitz und die Ausfuhr von „Kultur- und Naturgütern" geahndet, da diese als staatliches Eigentum gelten. Bei Verstößen sind auch für Touristen mehrere Monate Untersuchungshaft und hohe Kautionszahlungen z.B. von 9.000 Euro gängige Praxis, auch wenn es sich um Antiquitäten bzw. alt aussehende Gegenstände von vermeintlich geringem Wert handelt. In Einzelfällen wurden Haftstrafen verhängt. Es wird daher nachdrücklich davor gewarnt, von Händlern z.B. Antiquitäten, alte Münzen, Fossilien etc. anzukaufen oder selbst mitzunehmen. Polizei und Zollbehörden legen den Begriff „Antiquitäten" weit aus. Jeder bearbeitete Stein kann darunter fallen. Da es für Reisende praktisch unmöglich ist, selbst zu erkennen, ob ein solcher Gegenstand als Antiquität geschützt ist, sollten Reisende, die über keine entsprechende Genehmigung der zuständigen türkischen Behörden verfügen, generell Steine, Münzen, Fossilien und alt aussehende Gegenstände nicht in ihrem Reisegepäck auszuführen versuchen. Grundsätzlich besteht jedoch die Möglichkeit, bei den dem türkischen Kulturministerium unterstehenden Museen und an einigen Zollstellen eine Ausfuhrgenehmigung einzuholen.
Die Einfuhr von Waffen und Schneidwerkzeug, auch Camping-Messer, ist ohne besondere Erlaubnis verboten.
Als allgemeiner Grundsatz gilt, dass in der Türkei unter Strafe steht, was auch in Deutschland verboten ist.

  • Informieren Sie möglichst die zuständige deutsche Auslandsvertretung im Falle einer Festnahme oder einer Ausreisesperre.
  • Unterschreiben Sie keine Dokumente, deren Inhalt Sie nicht verstehen. Bestehen Sie auf rechtlichen Beistand.
  • Führen Sie stets ein Ausweisdokument mit sich.
  • Verhalten Sie sich bei Sicherheitskontrollen möglichst kooperativ.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist die Türkische Lira (TRY). Mit einer deutschen Bankkarte kann an vielen Geldautomaten problemlos Geld abgehoben werden; die hiesigen Banken verlangen jedoch mittlerweile überwiegend eine Gebühr, die nicht von deutschen Banken erstattet wird.
Auch Kreditkarten werden als Zahlungsmittel akzeptiert. Teilweise muss man dazu zusätzlich den Reisepass oder Personalausweis vorlegen. Unter Angabe der PIN kann man mit der Kreditkarte außerdem Geld bei Banken oder an entsprechend gekennzeichneten Automaten Bargeld abheben.

Einreise und Zoll

Ein- und auch Durchreisebestimmungen können aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 derzeit abweichen, siehe Aktuelles.

Einreise- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie nur direkt bei den Vertretungen Ihres Ziellandes.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Ja
  • Vorläufiger Personalausweis: Ja, muss gültig sein
  • Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:
Nicht möglich ist die Einreise in die Türkei mit einem von der Bundespolizei für Notfälle ausgestellten Reiseausweis als Passersatz. 

Die Türkei ist Vertragspartei des Europäischen Übereinkommens über die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957.
Die Einreise kann auch mit Reisepass, vorläufigem Reisepass, Personalausweis oder Kinderreisepass erfolgen, wenn das Dokument seit höchstens einem Jahr abgelaufen ist, nicht jedoch mit einem abgelaufenen vorläufigen Personalausweis. Dies gilt für die folgenden Grenzübergänge:
- am griechisch-türkischen Grenzübergang
- an den Grenzübergängen in Istanbul, Izmir, Çanakkale, Muğla, Antalya, Mersin, Iskenderun und Aydın
- an den beiden Flughäfen IST (neuer Flughafen) und SAW (Sabiha Gökcen) in Istanbul und am Flughafen ESB in Ankara.

Es kann jedoch bei der Ausreise aus der Türkei mit abgelaufenen Ausweisdokumenten, insbesondere an den Landgrenzen in Edirne und Ipsala und bei der Weiterreise zu Schwierigkeiten kommen, da nicht alle Transitländer abgelaufene Ausweisdokumente anerkennen.

Bei der Einreise mit dem vorläufigen Personalausweis hat es in der Vergangenheit ebenfalls Probleme gegeben, so dass die Einreise damit nicht weiter empfohlen werden kann.

Bei Einreise mit einem Reisepass muss dieses Dokument noch mindestens über eine leere Seite verfügen.

  • Kümmern Sie sich bereits vor der Reise in die Türkei um gültige Ausweisdokumente.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise und den Aufenthalt von bis zu 90 Tagen in einem Zeitraum von 180 Tagen kein Visum.

Die frühere Praxis, nach einer eintägigen Ausreise einen erneuten Aufenthalt von 90 Tagen zu begründen, ist nicht mehr möglich.
Die Befreiung von der Visumpflicht im oben gestellten Rahmen gewährt kein absolutes Einreiserecht, auch deutsche Staatsangehörige können von Einreisesperren betroffen sein.

Von Deutschland ausgestellte Reisedokumente oder Reiseausweise für Ausländer anderer Nationalitäten werden von der Türkei anerkannt. Für die Einreise in die Türkei wird jedoch ausnahmslos ein Visum benötigt, das vorab bei einem türkischen Generalkonsulat einzuholen ist.

Einreisekontrolle und Zurückweisungen

In letzter Zeit wurden mehrfach Reisende vor der Passkontrolle einer intensiveren Sicherheitsüberprüfung unterzogen, wobei auch mobile Geräte abgenommen und deren Entsperrung verlangt wurde. Dies geschah offenbar, um Inhalte und Kontakte auf Äußerungen und weitere Umstände zu überprüfen, die nach türkischer Auffassung Anlass zu einer Strafverfolgung geben können (siehe hierzu Hinweis zu Strafrecht).

Deutschen Staatsangehörigen, insbesondere Personen mit engen privaten und persönlichen Beziehungen in die Türkei, wurde seit Anfang 2017 in zahlreichen Fällen ohne Mitteilung der Gründe die Einreise verweigert. Betroffene Personen mussten nach einer Wartezeit in Gewahrsam von mehreren Stunden bis zu einigen Tagen ihre Rückreise nach Deutschland antreten. Die Hintergründe der Einreiseverweigerung werden grundsätzlich nicht mitgeteilt; es ist auch nicht auszuschließen, dass ein Zusammenhang mit anonymen Denunziationen besteht. Festzustellen ist, dass ein hoher Anteil der Zurückgewiesenen einen kurdischen oder türkisch-alevitischen Familienhintergrund aufweist.

Bei Einreise werden Pässe mit einem Einreisestempel samt Datum versehen.

  • Informieren Sie möglichst die zuständige deutsche Auslandsvertretung im Falle einer Ingewahrsamnahme, einer Ausreisesperre oder einer Zurückweisung bei Einreise.
  • Unterschreiben Sie keine Dokumente, deren Inhalt Sie nicht verstehen. Bestehen Sie auf rechtlichen Beistand.
  • Achten Sie auch und insbesondere bei Einreise auf dem Landweg darauf, dass der Einreisestempel angebracht wird, um Strafen oder ein Einreiseverbot zu vermeiden.
  • Führen Sie stets ein Ausweisdokument mit sich.
  • Verhalten Sie sich bei Sicherheitskontrollen möglichst kooperativ.

Längerfristiger Aufenthalt

Personen, die sich bereits in der Türkei aufhalten und einen längeren Aufenthalt planen, können innerhalb von 90 Tagen nach Einreise vor Ort eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Dazu muss der Reisepass noch 60 Tage über den beabsichtigten Aufenthalt hinaus gültig sein. Ist bereits vor Einreise ein Aufenthalt von mehr als 90 Tagen geplant, sollte bei einer türkischen Auslandsvertretung ein entsprechendes Visum beantragt werden. Reisenden wird empfohlen, sich in Zweifelsfragen an die türkischen Behörden, Konsulate oder Rechtsanwälte zu wenden, insbesondere dann wenn häufigere langfristige Aufenthalte in der Türkei beabsichtigt sind.

Doppelstaater

Türkische Staatsangehörige sollten grundsätzlich mit einem türkischen Pass reisen. Eine Einreise ist ggf. auch mit einem von deutschen Behörden ausgestellten Pass möglich, dann sollte aber auch die Ausreise mit dem gleichen Pass erfolgen.

Minderjährige

Besondere Vorschriften für allein reisende Minderjährige oder bei Reise mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil gibt es nicht, solange ihre Ausreise aus Deutschland legal erfolgte.

In der Vergangenheit kam es zu Zurückweisungen an der Grenze, weil Eltern ohne gültige Einreisedokumente für ihre Kinder einreisen wollten. In solchen Fällen können auch die deutschen Auslandsvertretungen in der Türkei keine Abhilfe schaffen.

Kinder, die sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzen, benötigen zur Wiedereinreise nach Deutschland einen deutschen Kinderreisepass, Reisepass oder Personalausweis, der vor Abreise bei der zuständigen deutschen Behörde beantragt werden muss.

Weiterreise in Nachbarländer

Grundsätzlich ist das notwendige Visum für eine Weiterreise in die Nachbarstaaten bereits vor der Abreise aus Deutschland bei den entsprechenden Auslandsvertretungen in Deutschland einzuholen. Eine Antragstellung bei den Konsulaten in der Türkei ist in der Regel nicht möglich.

Beim Grenzübertritt von der Türkei nach Georgien gab es vereinzelt Schwierigkeiten bei der Akzeptanz des Personalausweises, so dass die Einreise mit Reisepass empfohlen wird.

Die Ausreise aus der Türkei nach Irak ist nur für Inhaber eines für Irak gültigen Visums möglich. In diesem Zusammenhang wird auf die Reise- und Sicherheitshinweise - Teilreisewarnung -Irak hingewiesen.

Anlässlich der aktuellen Situation in Syrien wird vor Reisen in dieses Land ausdrücklich gewarnt. Es wird auf die Reisewarnung Syrien hingewiesen. Die syrische Regierung soll im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien verstärkt Minen ausgelegt haben, um syrische Staatsangehörige an der Flucht in die Türkei zu hindern.

Es wird darauf hingewiesen, dass gerade im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien das Fotografieren strengstens verboten ist. Dies gilt auch für vermeintlich harmlose Landschaftsaufnahmen.

Einfuhrbestimmungen

Die Einfuhr von Devisen in die Türkei ist unbegrenzt, die Ausfuhr bis zu einem Gesamtbetrag von 5.000 US-Dollar oder Gegenwert in TRY gestattet. Die beim Geldumtausch in der Türkei ausgehändigte Quittung sollte unbedingt aufbewahrt werden, da sie bei einem Rückumtausch von TRY in eine ausländische Währung bei der Ausreise vorgelegt werden muss.

Reisende dürfen persönlichen Schmuck bis zu einem Gesamtwert von 15.000 US-Dollar ein- und ausführen. Bei einem höheren Wert muss dieser bei der Einreise deklariert werden. Beim Kauf in der Türkei sind Nachweise bei der Ausfuhr erforderlich.

Im Übrigen dürfen folgende Waren und Mitbringsel bei Einreise in die Türkei pro erwachsene Person mitgeführt werden (gilt nicht für Transitreisende):

  • Gegenstände des persönlichen Gebrauchs inkl. medizinischer Artikel und Medikamente sowie Geschenkartikel bis zu einem Gesamtwert von 300 Euro,
  • 600 Stück Zigaretten, 100 Stück Zigarillos (max. 3 g/Stück), 50 Stück Zigarren, 250 g Zigarettentabak (inkl. 200 Stück Zigarettenpapier), 250 g Pfeifentabak (nur für Reisende über 18 Jahre),
  • 1 Liter Getränke mit Alkoholgehalt über 22%, 1 Liter Getränke mit Alkoholgehalt bis zu 22% (nur für Reisende über 18 Jahre),
  • Eau de Cologne, Kölnisch Wasser, Lavendelwasser, Parfüm, Essenz oder Lotionen (höchstens 600 ml Gesamtmenge) sowie
  • fünf Stücke Hautpflegemittel und Toilettenartikel,
  • 1 kg Kaffee, 1 kg löslicher Kaffee, 1kg Tee,
  • 1 kg Schokolade, 1 kg Süßigkeiten.

Einfuhr eines Fahrzeugs

Bei der Einreise in die Türkei mit dem Kraftfahrzeug ist die Vorlage eines Reisepasses nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Es wird aber dringend dazu geraten, den Reisepass mitzuführen, um bei eventueller Unkenntnis der Neuregelung vor Ort Probleme bei der Einreise zu vermeiden.

Der türkische Zoll stellt ein Formular aus, in dem das Datum der spätesten Wiederausfuhr festgelegt wird. Ein Überschreiten dieser individuell festgelegten Frist auch um nur einen Tag muss unbedingt vermieden werden, da anderenfalls erhebliche Geldstrafen, die den Wert des Fahrzeugs um ein Vielfaches übersteigen können, und ein Strafverfahren drohen. Als Frist werden in der Regel 30 Tage eingetragen, auf Antrag auch bis zu 90 Tage.

Falls der Halter des Fahrzeugs nicht identisch ist mit dem Reisenden, muss der Reisende/Fahrer über eine Vollmacht des Eigentümers verfügen, die bei einer türkischen Auslandsvertretung in Deutschland ausgestellt oder beglaubigt sein sollte. Einzelheiten zum Verfahren klären Sie bitte vor Abreise, um mehrtägige Wartezeiten an der Grenze zu vermeiden.

Heimtiere

Die Einfuhr von bis zu zwei Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) pro Reisenden ist grundsätzlich möglich. Jedes Tier muss durch eine deutlich erkennbare Tätowierung oder durch einen Microchip gekennzeichnet sein. Eine Veterinärbescheinigung mit Dokumentation der Tollwutimpfung, die mindestens 15 Tage vor Einreise, aber nicht mehr als 12 Monate alt sein darf, muss vorgelegt werden. Bei Hunden sind einige Rassen (Kampfhunde) verboten und sie müssen neben Tollwut auch gegen Parvovirose, Hepatits und Leptospirose geimpft sein.
Das Mitführen des EU-Heimtierausweis ist hilfreich. Einen Musterausweis sowie weitergehende Informationen bietet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Die Kontaktaufnahme mit einer türkischen Auslandsvertretung und/oder der Fluggesellschaft ist dringend zu empfehlen.

Gesundheit

Aktuelles

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Erkrankung COVID-19, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zur Pandemie erklärt.

Masern

Die WHO hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ggf. ergänzen.

Impfschutz

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B und Tollwut empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die DTG.

Malaria

Die Türkei ist seit 2010 malariafrei. Daher werden keine besonderen Maßnahmen zur Prophylaxe empfohlen.

HIV/AIDS

Die HIV-Inzidenz in der Türkei ist sehr gering. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht jedoch ein grundsätzliches HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Durchfallerkrankungen

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

Weitere Infektionskrankheiten

Selten kommt Tuberkulose, Leishmaniose, Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber und Brucellose vor.

Luftverschmutzung

Insbesondere in großen Städten kann es durch Luftverschmutzung zu gesundheitlichen Beschwerden kommen.

Medizinische Versorgung

Die ärztlichen Behandlungsmöglichkeiten in den Großstädten des Landes sowie in den touristischen Regionen sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Insbesondere die große Anzahl privater Krankenhäuser bieten ein annähernd europäisches Niveau. Die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten ist vielfach mit Westeuropa nicht zu vergleichen und kann technisch, apparativ und hygienisch problematisch sein. Fachärzte stehen häufig erst im nächstgelegenen Krankenhaus zur Verfügung. Ein vorhandener gültiger Krankenversicherungsschutz (Auslandskrankenscheine T/A 11)  wird seit September 2019 in der Praxis nur noch für Notfallbehandlungen akzeptiert. Über den jeweiligen Leistungsumfang entscheiden die Leistungserbringer, d.h. Ärzte und Krankenhäuser vor Ort. Bei allen übrigen Behandlungen wird daher in der Regel eine finanzielle Vorleistung der Versicherten gefordert. In Privatkliniken ist es üblich, vor Behandlungsbeginn eine gedeckte Kreditkarte oder Bargeld einzufordern.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Nehmen Sie eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen, siehe Merkblatt Reiseapotheke.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die DTG.
  • Klären Sie ggf. vor Behandlung die Höhe der zu erwartenden Kosten.
  • Wenn Sie chronisch erkrankt sind und vor Ihrer Abreise bereits medizinischen Behandlungsbedarf absehen können sowie die finanzielle Vorleistung vermeiden wollen, können Sie sich von Ihrer Krankenversicherung das Formular T/A 12 ausstellen lassen, wodurch die Behandlungskosten im Regelfall gedeckt sind.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss: 

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die Krankenversorgung in der Türkei ist gut. Die medizinische Versorgung auf dem Land ist allerdings meist mit Europa nicht zu vergleichen. Zahlreiche türkische Ärzte und Zahnärzte, vor allem in den großen Krankenhäusern, sprechen eine Fremdsprache.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend gekühlt werden.

Deutsche Staatsbürger benötigen für die kostenfreie Behandlung für die Notfallversorgung bzw. Kostenrückerstattung die Anspruchsbescheinigung T/A 11, die bei der Krankenkasse erhältlich ist. Auch Österreicher und Schweizer brauchen einen Urlaubskrankenschein. Im Krankheitsfall wendet man sich an eine Gesundheitseinrichtung (Saglik Tesisis) der Sozialversicherungsanstalt (Sosyal Sigortalar Kurumu - S.S.K.), an ein Dispensarium (Dispanser) oder an einen Vertragsarzt (Anlasmali Doktor) der S.S.K.

Darüberhinaus wird der Abschluss einer privaten Reisekrankenversicherung sowie einer Reiserückholversicherung dringend empfohlen.

Essen und Trinken

Das Leitungswasser ist in den Städten zwar gechlort, es sollte jedoch nicht getrunken werden. Mineralwasser in Flaschen ist überall erhältlich. Wenn eine Wasserquelle mit dem Wort içilmez gekennzeichnet ist, ist es nicht trinkbar; Wasser aus Quellen, die mit içilir oder içme suyu gekennzeichnet sind, können problemlos getrunken werden.

Milch ist pasteurisiert. Man sollte ausschließlich gut durchgegartes Fleisch und Fisch essen. An den Straßenständen ist die übliche Vorsicht geboten; es sollten nur frisch gekochte Speisen verzehrt werden, die idealerweise vor den eigenen Augen zubereitet wurden. Während der Sommermonate können die Temperaturen in der Türkei bis zu 40°C erreichen, so dass man immer eine Wasserflasche dabei haben sollte, um eine Dehydrierung zu vermeiden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken - -
Malaria Nein/1 -
Typhus & Polio Ja -
Cholera Nein -
Gelbfieber Nein -

Anmerkungen Impfungen

[1] Die Türkei gilt als malariafrei.

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Bilharziose-Erreger kommen in manchen Teichen und Flüssen vor allem im Südosten an der syrischen Grenze vor, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Brucellose kommt landesweit vor. Man sollte ausschließlich gut durchgegartes Fleisch und gekochte Milch verzehren.

Laut aktueller Untersuchungen besteht landesweit ein hohes Infektionsrisiko für Hepatitis A und ein mittleres Infektionsrisiko für Hepatitis B. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

HIV/Aids ist eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Landesweit kommen in ländlichen Gebieten vorwiegend im Sommer selten Erreger des Krim-Kongo-Fiebers vor, die von Zecken übertragen werden. Urlauber sollten sich deshalb vor Zeckenbissen schützen. Bei Wanderungen durch Gras oder Unterholz wird empfohlen, Socken, lange Hosen und Hemden zu tragen. 

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose kommt vereinzelt im Süden vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. streunende Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Tuberkulose kommt vor. Bei besonderer Exposition empfiehlt sich eine Impfung.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Deutschland Nein Nein Ja Ja
Türkei - - - -
Andere EU-Länder 1 2/3 Ja -
Schweiz Nein Nein Ja Ja
Österreich Ja Nein Ja -

Personalausweise/Identitätskarten

U. a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können für touristische Aufenthalte von max. 90 Tagen innerhalb eines Zeitraumes von 180 Tagen mit Personalausweis/Identitätskarte einreisen, sofern sie nicht mit dem Pkw einreisen. Deutsche Ausweisdokumente dürfen innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Gültigkeit genutzt werden. In der Praxis werden allerdings gültige Ausweisdokumente dringend empfohlen:

[1] Deutschland, Belgien, Schweiz, Frankreich, Griechenland, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande, Malta, Portugal und Spanien.

Hinweis für deutsche Reisende:

Von einer Einreise mit einem vorläufigen Reisepass oder mit einem abgelaufenen Personalausweis/Reisepass wird abgeraten, weil die Einreise und auch die Ausreise mit diesen Dokumenten in der Vergangenheit mehrfach verweigert wurde.
 

Reisepassinformationen

Laut Artikel 7.1b des “Gesetzes über Ausländer und internationalen Schutz”, Nr. 6458, müssen Reisepässe mindestens 60 Tage über das Ablaufdatums des Visums, des e-Visums, des visafreien Aufenthalts oder der Aufenthaltserlaubnis hinaus gültig sein. Aus diesem Grund wird empfohlen, dass der Reisepass bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist. Von dem oben genannten Gesetz ausgenommen sind Staatsbürger, die in die Türkei mit ihrem Personalausweis reisen dürfen. Reisende, die ein e-Visum beantragen möchten, müssen einen Reisepass haben, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist. Der Reisepass sollte zudem mindestens eine freie Seite aufweisen.

Deutsche Reisepässe dürfen theoretisch innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Gültigkeit für die Einreise in die Türkei genutzt werden. Hinweis: Von einer Einreise mit einem vorläufigen Reisepass oder mit einem abgelaufenen Personalausweis/Reisepass wird jedoch abgeraten, weil die Einreise und auch die Ausreise mit diesen Dokumenten in der Vergangenheit mehrfach verweigert wurde. Reisepässe, die während des Aufenthalts gültig sind, werden empfohlen. Auch kann es bei der Ausreise aus der Türkei mit abgelaufenen Ausweisdokumenten zu Problemen kommen. Außerdem müssen Deutsche grundsätzlich bei der Ein- bzw. Ausreise nach bzw. Deutschland über einen gültigen Reisepass/ Personalausweis verfügen. 

Österreichische Reisepässe müssen noch mindestens 60 Tage nach Ablauf des Visums bzw. mindestens 6 Monate bei der Einreise gültig sein. Hinweis: Für die Beantragung eines e-Visums, das u.a. österreichische Staatsbürger beantragen können, wird bei Einreise eine Mindestgültigkeit des Reisepasses von 5 Monaten verlangt.

Schweizer Reisepässe dürfen bei der Einreise abgelaufen sein. Hinweis: Von einer Einreise mit einem abgelaufenen Reisepass/Identitätskarte wird jedoch abgeraten, weil die Einreise und auch die Ausreise mit diesen Dokumenten in der Vergangenheit mehrfach verweigert wurde. Reisepässe, die während des Aufenthalts gültig sind, werden empfohlen.

Anmerkung zum Reisepass

Bei Einreise mit einem Reisepass muss dieser noch mindestens über eine leere Seite verfügen.

Visainformationen

Achtung: Für Reisende, die aus der Türkei nach Deutschland zurückkehren, besteht ggf. eine Quarantänepflicht.

Ein Visum ist allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsangehörige der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen Aufenthalt bis zu 3 Monaten innerhalb von 180 Tagen (sofern nicht anders angegeben):

[2] EU-Länder und Schweiz (Lettland für 30 Tage), (Ausnahmen: Visumpflicht besteht für Staatsangehörige von Zypern (Siehe [3] E-Visum).

 

E-Visum

Visumpflichtige Reisende müssen vor der Abreise ein e-Visum beantragen.


[3] E-Visum (Online-Visum) für touristische und Geschäftszwecke

U.a. Staatsbürger der im Folgenden genannten Länder müssen vor der Abreise ein Online-Visum auf der Homepage der türkischen Regierung für touristische und geschäftliche  Aufenthalte (nicht für technische Einsätze) von max. 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen beantragen (sofern keine andere max. Aufenthaltsdauer angegeben ist). (Das E-Visum wird online per Kreditkarte bezahlt und kann anschließend heruntergeladen werden.):


[3] Zypern (max. 30 Tage pro regulären Aufenthalt).

 

Einreise mit einem Boot

Visumpflichtige Reisende, die mit einem Boot einreisen, sollten vor der Reise ein Visum bei der zuständigen türkischen diplomatischen Vertretung beantragen.

Touristen, die mit einem Kreuzfahrtschiff in die Türkei einreisen, sind für einen Aufenthalt von bis zu 72 Stunden von der Visumpflicht befreit.


 

Einreise mit Kindern

Deutsche: Personalausweis (nur für touristische Aufenthalte) oder maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass oder Identitätskarte (nur für touristische Aufenthalte).

Hinweise zu Reisen mit Kindern

Erfolgte die Ausreise aus Deutschland legal, bestehen für alleinreisende Minderjährige oder bei Reise mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil reisende Minderjährige keine besonderen Vorschriften.

Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Hunde und Katzen wird ein mindestens 15 Tage und maximal 12 Monate altes Gesundheitszeugnis benötigt, das bescheinigt, dass das Tier gesund ist. Hunde, die älter als drei Monate sind, müssen mindestens 15 Tage und höchstens 12 Monate vor der Einreise gegen Parvovirose, Distember, Hepatitis, Leptospirose und Tollwut und Katzen gegen Tollwut geimpft worden sein (mindestens 15 Tage und höchstens 12 Monate vor der Einreise, im Impfausweis nachzuweisen).

Bearbeitungsdauer

Unterschiedlich, abhängig von der Nationalität des Antragstellers.

Bei persönlicher Antragstellung sofort oder nach wenigen Tagen. Bis zu 3 Monate bei Rückfragen in Ankara. 

e-Visum: Bis zu 48 Stunden.

Gültigkeit

Unterschiedlich, je nach Nationalität und Reisezweck. Transitvisum: 3 Tage.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die innerhalb von 24 Std. mit dem nächsten Anschluss weiterfliegen, den Transitraum nicht verlassen und über bestätigte Weiterreisedokumente verfügen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Touristen-/Geschäftsvisum für einfache und mehrfache Einreise, Arbeits-, Ausbildungs- und Forschungsvisum und Transitvisum.

Visa u. a. für Staatsbürger Zyperns (griechischer Teil) werden auf ein herausnehmbares Blatt im Reisepass eingetragen.

Kosten

Auskünfte erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen (s. Kontaktadressen).

Antrag erforderlich

a) Antragsformular(e) (je nach Konsulat unterschiedliche Anzahl).
(b) Passfoto(s) (je nach Konsulat unterschiedliche Anzahl).
(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist.
(d) Gebühr (Zahlungsmodus ist zu erfragen).
(e) Ggf. Verdienstbescheinigung.
(f) Ggf. Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, Österreich oder die Schweiz.
(g) Ggf. Einladungsschreiben des türkischen Geschäftspartners.
(h) Nachweis von Rück- oder Weiterreisetickets.

Sollte eine postalische Antragstellung möglich sein, ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag beizufügen.

E-Visum

(a) Kreditkarte (nur Mastercard, Visa oder UnionPay),

(b) Flugreservierung,

(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist.
 

Geld

Geldwechsel

Alle Umtausch- und Einkaufsbelege müssen als Nachweis für legalen Umtausch aufbewahrt werden. Die Kurse können in Deutschland, Österreich und der Schweiz von Bank zu Bank unterschiedlich sein. Geld und Reiseschecks können an allen PTT-Ämtern getauscht werden. Flughäfen, Hotels und Banken verlangen hohe Provisionen. Besser sucht man eine der zahlreichen freien Wechselstuben (Döviz Bürosu) auf. Wechselstuben haben meist auch am Wochenende und während der Hochsaison oft bis Mitternacht geöffnet.

Währung

1 Türkische Lira (Türk Lirasi)= 100 Kuruş. Währungskürzel: TL, TRY (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 200, 100, 50, 20, 10 und 5 TL, Münzen in den Nennbeträgen 1 TL und 50, 25, 10, 5 und 1 Kuruş.

Devisenbestimmungen

Unbeschränkte Einfuhr der Landeswährung und von Fremdwährungen, es besteht jedoch Deklarationspflicht ab einem Gesamtwert von 5.000 US$. Ausfuhr bis zu einem Gesamtbetrag im Gegenwert von 5.000 US$ bzw bis in Höhe des deklarierten Betrages.

Quittungen vom Geldumtausch in der Türkei müssen aufbewahrt werden. Im Falle eines Rückumtausches von TL in eine ausländische Währung, müssen bei der Ausreise alle Quittungen vorgelegt werden.

Kreditkarten

Vor allem Visa und Mastercard, aber auch American Express werden akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Reiseschecks sind in Deutschland und in der Schweiz nicht mehr und in Österreich kaum noch erhältlich. Reiseschecks können in der Türkei in den größeren Städten bei wenigen Banken und Wechselstuben eingelöst werden. Das Einlösen kann sich in vielen Gebieten der Türkei jedoch als problematisch erweisen. 

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 08.30-12.00 und 13.30-17.00 Uhr (z. T. auch durchgehend).

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei in die Türkei eingeführt werden:

600 Zigaretten, 100 Zigarillos oder 50 Zigarren, 250 g Zigarettentabak (mit 200 Blatt Zigarettenpapier), 250 g Pfeifentabak oder 200 g Kautabak oder 200 g blauer Tabak oder 50 g Schnupftabak;
Getränke mit einem Alkoholgehalt über 22%: 1 Liter;
 
Getränke mit einem Alkoholgehalt bis zu 22%: 1 Liter;
 
Reisende unter 18 Jahren dürfen weder alkoholhaltige Getränke noch Tabakwaren einführen. 
 
Eau de Toilette, Parfüm, Eau de Cologne, Lavendelwasser, Essenz und Lotionen (Gesamtmenge nicht über 600 ml);
 
5 Stücke Hautpflegemittel und Toilettenartikel.
1 kg Kaffee, 1 kg löslicher Kaffee, 1 kg Tee, 1 kg Schokolade, 1 kg Süßigkeiten.
Geschenke, medizinische Geräte und Medikamente zusammen im Wert von bis zu 430 € (Kinder unter 15 J. 150 €).
 
Die Ein- und Ausfuhr von persönlichem Schmuck bis zu einem Wert von 15.000 US$ ist erlaubt. Schmuck der mehr als 15.000 US$ wert ist, muss deklariert werden. Wird Schmuck in der Türkei erworben, sind Kaufnachweise erforderlich.
 
Nur bestimmte Artikel für den persönlichen Gebrauch dürfen zollfrei eingeführt werden. Eine vollständige Liste ist vom Generalkonsulat erhältlich (s. Kontaktadressen).
Ausländische Touristen sollten ihre Wertsachen bei der Einreise in ihrem Reisepass registrieren lassen, damit es später bei der Ausreise zu keinen Problemen kommt.
Die Mitnahme eines Kaufbeleges für ein mitgeführtes Mobiltelefon ist empfehlenswert.
 

Verbotene Importe

Die Einfuhr von Rauschgiften aller Art ist streng verboten. Es wird darauf hingewiesen, dass Drogenschmuggel in und aus der Türkei wie auch der illegale Drogenkonsum mit hohen Gefängnisstrafen geahndet werden.

Verbotene Exporte

Verboten ist der Erwerb, Besitz und die Ausfuhr von Kultur- und Naturgütern (z.B. Antiquitäten, alte Münzen, Fossilien, Steine, Fossilien). Diese gelten als staatliches Eigentum. Verstöße werden mit mehreren Monaten Untersuchungshaft und hohe Kautionszahlungen (z.Zt. ca. 9.000,- Euro) gehandet. Dabei spielt der Wert der Antiquitäten keine Rolle. 
Es besteht jedoch die Möglichkeit, eine Ausfuhrgenehmigung einzuholen. Beantragt werden diese bei den dem türkischen Kulturministerium unterstehenden Museen und an einigen Zollstellen.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Türkei, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2021-17, 2016-17, 2012-15
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Türkei - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 05.01.2021 (Unverändert gültig seit: 04.01.2021)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 05.01.2021 (Unverändert gültig seit: 04.01.2021)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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