Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Rumänien

Steckbrief

Rumänien - Fakten

Ländername Rumänien (România)
Klima Kontinental (Sommer heiß - bis zu 40° Celsius; Winter kalt; insgesamt trockener als in Deutschland)
Lage Südosteuropa, angrenzend im Nordwesten an Ungarn, im Norden an die Ukraine, im Osten an die Republik Moldau und das Schwarze Meer, im Süden an Bulgarien und im Westen an Serbien
Fläche 237.500 qkm
Hauptstadt Bukarest, etwa 1,9 Millionen Einwohner (Schätzung 2013)
Bevölkerung 19,861 Millionen Einwohner (davon 83.4% rumänischer Volkszugehörigkeit, 6.1% ungarischer Volkszugehörigkeit, 3.1% Roma, 0.3% ukrainischer Volkszugehörigkeit, 0.2% deutscher Volkszugehörigkeit und weitere - Schätzung aus 2011), Bevölkerungswachstum -0,3 % (Schätzung für 2015)
Sprache Rumänisch
Religion Rumänisch-Orthodox 87%, Katholiken, Protestanten
Nationaltag 1. Dezember
Unabhängigkeit 1862 Zusammenschluss der Donaufürstentümer Walachei und Moldau als Rumänien, 1878 Anerkennung der Unabhängigkeit Rumäniens auf dem Berliner Kongress.
Staats-/Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Präsident Klaus Werner Johannis, gewählt am 16.11.2014 auf fünf Jahre; im Amt seit 21.12.2014.
Regierungschef Premierministerin Viorica Dăncilă ; im Amt seit 29.01.2018
Außenminister Teodor Meleşcanu
Parlament 2 Kammern (Abgeordnetenkammer, Senat); 465 Sitze (229 Abgeordnete, 136 Senatoren)
Währung Lei (RON)
Zeitzone UTC+2
Stromnetz 220V/ 50Hz
Reiseadapter Nicht notwendig
Kfz-Länderkennzeichen RO
ISO-3166 RO, ROU
Internet-TLD .ro
Landesvorwahl +40
Website http://www.guv.ro/

Geographie

Die vielfältige Oberflächengestalt wird von Tiefländern, Hügelländern und Gebirgen geprägt. Die waldreichen Karpaten durchziehen das Land in einem großen Bogen. Die Rumänische Tiefebene, die Walachei, erstreckt sich südlich der Karpaten (Carpatii). An der Schwarzmeerküste liegt das 5650 km² große Donaudelta (Delta Dunǎrii, UNESCO-Weltkulturerbe). In Rumänien herrscht gemäßigtes Kontinentalklima mit relativ kalten Wintern und trockenen, sehr warmen Sommern.

Politik und Bevölkerung

Nach dem Sturz des diktatorischen Ceauşescu-Regimes 1989 erhielt die Republik 1991 eine neue Verfassung. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, dem Abgeordnetenhaus und dem Senat. Der Staatspräsident wird direkt vom Volk gewählt. Rumänien ist ein Vielvölkerstaat, in dem neben fast 90 % Rumänen eine Vielzahl anderer Völker als nationale Minderheiten leben: Ungarn, Sinti und Roma und Siebenbürgendeutsche. Die nach wie vor ungelösten Fragen des Zusammenlebens der Nationalitäten führen bis heute zu Problemen. Gut die Hälfte der Bevölkerung Rumäniens wohnt in Städten. Die Mehrheit der Bewohner bekennt sich zum rumänisch-orthodoxen Glauben.

Geschichte

Bereits zwischen dem 7. und 9. Jh. bildeten sich das rumänische Volk und die rumänische Sprache. Im 14. Jh. entstanden mit Fürstentümern wie Moldau und Walachei die ersten selbstständigen Staaten auf dem heutigen Staatsgebiet. Im Ergebnis der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848 vereinten sich die Fürstentümer 1859, im Jahre 1881 wurde Rumänien Königreich. Im Ersten Weltkrieg kämpften die Rumänen an der Seite der Entente. Nach dem Sturz der faschistischen Diktatur unter Ion Antonescu, die Deutschland zunächst unterstützt hatte, trat das Land 1944 gegen Deutschland in den Zweiten Weltkrieg ein. 1947 wurde die Volksrepublik gegründet, die sehr früh den „rumänischen Sonderweg des Kommunismus“ einschlug. 1989 beendete eine blutige Revolution das letzte kommunistische Regime im Ostblock. Ende 1989 wurde Diktator Ceauşescu (Regierungszeit 1965–89) erschossen. Das Land ist seit 2007 Mitglied der EU.

Rumänien - Geschichte

2000 v. Chr.-7. Jh. n. Chr. Daker und Geten; 1. griechische Siedlungen; 106 römische Provinz; Goten, Hunnen, Slawen, Ungarn, Tataren durchziehen und unterwerfen z. T. das Land
7.-10. Jh. Erste Fürstentümer in der Moldau und der Walachei
1150 Ungarns König Geza II. holt deutsche Siedler und den Ritterorden ins Land
15.-16. Jh. Türkische Herrschaft über Moldau, Walachei und Transsilvanien
1699 Siebenbürgen kommt zu Habsburg
1859 Vereinigung von Moldau und Walachei
1877-1881 Karl von Hohenzollern-Sigmaringen wird König Carol I.
1918 Siebenbürgen kommt zu Rumänien
1940 Militärdiktatur; Pakt mit Hitler-Deutschland
1944 König Mihai stürzt das Militär; Kriegseintritt Rumäniens gegen Deutschland
1947 Kommunisten regieren, der König geht ins Exil
1965 Der spätere Diktator Nicolae Ceauşescu wird Generalsekretär und Staatschef
1989 Dezemberrevolution. Ceauşescu und seine Frau Elena werden zum Tode verurteilt und sofort erschossen, die Macht ergreifen Reformkommunisten unter Ion Iliescu
2007 Rumänien tritt der EU bei
2012 Die zweite Volksabstimmung nach 2007 zur Amtsenthebung des Staatspräsidenten Traian Băsescu schlägt fehl, da sich weniger als 50 % der Wahlberechtigten beteiligen
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Strada Cpt. Av. Gheorghe Demetriade 6-8 | Bukarest | Tel. 021 2029830 | www.bukarest.diplo.de

Deutsche Konsulate

Strada Lucian Blaga 15-17 | Sibiu | Tel. 0269 206211 | www.hermannstadt.diplo.de

Splaiul Tudor Vladimirescu 10 | Timişoara | Tel. 0256 309800 | www.temeswar.diplo.de

Österreichische Botschaft

Strada Dumbrava roşie 7 | Bukarest | Tel. 021 2015612 | bukarest-ob@bmeia.at

Botschaft der Schweiz

Strada Grigore Alexandrescu 16-20 | Bukarest | Tel. 021 2061600 | buc.vertretung@eda.admin.ch

Notruf

Europäischer Notruf: Tel. 112

Internet & WLAN

Das Land ist mit Internetanschlüssen bestens versorgt. In fast jeder Kleinstadt gibt es mindestens ein Internetcafé, in der Hauptstadt Bukarest Dutzende. In Grandhotels ist WLAN selbstverständlich, zunehmend auch in Mittelklassehäusern und kleinen Pensionen. In den größeren Städten gibt es zahlreiche kostenlose Hotspots in Cafés. Surfen im Netz kostet dort 1,50-2 Euro, in der Provinz 50-75 Cent pro Stunde.

Bukarest: Internet-Café | Calea Victoriei 120 | tgl. rund um die Uhr

Timişoara (Temeswar): Internet Java | Strada Pacha 6 | tgl. rund um die Uhr

Braşov (Kronstadt): Internet Café | Str. Michael Weiss 11 | tgl. nonstop

Post

Postämter sind Mo-Fr von 7-20, Sa von 9-12 Uhr geöffnet. Eine Briefmarke für einen normalen Brief nach Deutschland kostet 2 Lei. Briefkästen sind gelb oder rot und tragen die Aufschrift "Posta".

Telefon & Handy

Das rumänische Telefonnetz hat bis auf einige wenige Ausnahmen in entlegenen Dörfern europäischen Standard. Es gibt Münz- und Kartentelefone, einige sind sogar für Auslandsgespräche geeignet.

Die Vorwahl für Rumänien ist 0040. Deutschland erreichen Sie von Rumänien aus unter 0049, Österreich unter 0043 und die Schweiz unter 0041.

Wenn Sie Ihr Handy nutzen, können Sie beim Roaming mit der Wahl eines günstigen Netzes sparen. Mit einer rumänischen Prepaid-Karte der Betreiber Connex oder Orange entfallen zudem die Gebühren für eingehende Anrufe.

Zeitungen

Es gibt einige deutschsprachige Zeitungen. In Sibiu erscheint die "Hermannstädter Zeitung" (www.hermannstaedter.ro), in Bukarest die "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" (www.adz.ro).

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Wichtigstes religiöses Fest und interessant für Reisende, die Folklore in voller Pracht erleben wollen, ist das rumänisch-orthodoxe Osterfest, meist eine Woche nach den katholisch-protestantischen Ostertagen. Nach dem Fall des Kommunismus erinnern sich die Menschen fast jedes Jahr an einen weiteren, vergessenen Heiligen, der gefeiert werden muss, oder an einen alten Brauch, den es zu beleben gilt.

Feste & Veranstaltungen

31. Dez./1. Jan.

Kinder und Jugendliche ziehen von Haus zu Haus, singen ein Weihnachtslied oder sagen Neujahrsverse auf und erwarten dafür eine kleine Geldspende.

April

3. Sonntag: Traditionelles Hirtenfest in Răşinari bei Sibiu

April-September

Transilvanian Brunches in Siebenbürgen, v. a. in der Harbachregion, jeden letzten Samstag in einem anderen Dorf unter dem Motto Local food tastes good. Danach gibt's jeweils Wanderungen und Konzerte (brunch.dordeduca.ro).

Mai/Juni

Transilvania International Film Festival (TIFF) in Cluj-Napoca und Sibiu, größtes rumänisches Filmevent (tiff.ro/en)

Jazzfestival Napocensis in Cluj-Napoca (Klausenburg)

Bookarest in Bukarest - einwöchige Buchmesse - einer der wichtigsten Treffpunkte der Literaturszene

Bauern-Handwerksmesse im Bukarester Dorfmuseum - Volkskünstler aus ganz Rumänien zeigen Wollteppiche, Töpfer- und Webarbeiten, z. T. auch Verkauf.

Jazzfestival in Sibiu (Hermannstadt)

Internationales Theaterfestival über zehn Tage in Sibiu (www.sibfest.ro)

Juli

Alt-Bukarest-Festival: Straßenfest zur Erinnerung ans Hauptstadtleben im 19. Jh. mit Kostümumzügen, Kutschfahrten, Straßenmusik und -theater

Mädchenmarkt am Găina-Berg im Kreis Alba südlich von Oradea. Früher ein richtiger Markt, der von den jungen Leuten aus den entlegenen Gebirgsdörfern als Gelegenheit genutzt wurde, Heiratswillige zu treffen, heute ein Treffpunkt für junge Leute, mit Rockkonzerten und Folklore - und zunehmend für Rucksacktouristen aus dem Ausland, die dort kräftig feiern und die Nacht im Zelt verbringen.

Rockfestival Stufstock in Vama Veche am Schwarzen Meer

August

Hora de la Prislop: Trachtengruppen aus allen Teilen Rumäniens treffen sich und tanzen die Hora (eine Art Reigen) auf dem Pass Prislop im östlichen Teil der Maramureş.

Beim Festival der mittelalterlichen Kunst in Sighişoara (Schässburg) gibt es Straßenmusik und -theater (darunter eine simulierte Hexenverbrennung), Gaukler und vieles mehr. Das Publikum ist jung und vergnügungsfreudig.

15. August: Mariä Himmelfahrt: großer Wallfahrtstag in fast allen Klöstern

Schlagerfestival in Mamaia am Schwarzen Meer - gesucht wird das beste Lied Rumäniens

Zuika- und Käsefestival in Răşinari

Rockfestival Artmania mit internationalen Bands in Sibiu (www.artmaniafestival.ro)

September

1. Sonntag: Töpfermarkt in Sibiu

Zigeunerwallfahrt Sântă Mărie Mică zum Kloster Bistriţa bei Costeşti

Oktober

Enescu-Festival in Bukarest, internationaler Wettbewerb für klassische Musik (alle zwei Jahre)

26. Oktober: Tag des heiligen Dumitru - spektakuläre Prozession um die Reliquien des Bukarester Schutzpatrons. Sie werden nur an diesem Tag aus der Patriarchenkathedrale herausgetragen und von Menschenmassen bewundert.

Gesetzliche Feiertage

1./2. Jan. Neujahr
März/April Ostern
1. Mai Tag der Arbeit
Juni Pfingsten
15. Aug. Mariä Himmelfahrt
30. Nov. Heiliger Stefan
1. Dez. Nationalfeiertag
25./26. Dez. Weihnachten
Mobilität vor Ort

Auto

Setzen Sie sich niemals alkoholisiert ans Steuer, auch wenn es nur ein Schlückchen war. Denn in Rumänien gilt absolutes Alkoholverbot. Und das wird auch kontrolliert. Auch ansonsten sollten Sie in jedem Fall vorsichtig fahren! Die Straßen sind zwar besser als ihr Ruf, doch innerhalb der Ortschaften können sich unerwartete Schlaglöcher auftun, die mitteleuropäische Fahrer einfach nicht gewohnt sind. Unbedingt an die Höchstgeschwindigkeit halten, auch wenn die Rumänen oft wesentlich schneller fahren. Die Straßen sind sehr belebt mit Fußgängern, Tieren (Hunde, Pferde, Kühe, Gänse) sowie Fuhrwerken.

Es gilt Tempo 120 km/h auf Autobahnen, 90 auf Landstraßen außerhalb der Ortschaften und 50 innerhalb, für Motorräder 50 bzw. 40. Halten Sie sich an die Begrenzungen, es gibt viele Radarkontrollen. Das Tankstellennetz an den Hauptstraßen ist recht großzügig ausgebaut. Bei großen Tankstellen können Sie inzwischen mit normaler Kreditkarte bezahlen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Linienbusverbindungen sind dürftig. Oft verkehren die Busse zwischen den einzelnen Orten nur einmal am Tag. Außerdem: Die Abfahrtszeiten werden häufig nicht eingehalten.

Von den größeren Städten aus werden Ausflüge per Bus in die Umgebung angeboten. Informationen über Touren in das Umland erfragen Sie bitte bei den jeweiligen Touristenbüros.

Die größeren Städte werden vom rumänischen Eisenbahnnetz bedient. Zugreisen sind relativ preiswert. Es empfiehlt sich, Karten für die 1. Klasse zu lösen.

Taxi

Taxifahren ist in Rumänien ein vergleichsweise billiges Vergnügen.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Maisbrei ist das rumänische Nationalgericht, bekannt unter dem Sammelnamen mămăligă (mömöligö). Meist bekommt man die banale Variante als Sättigungsbeilage vorgesetzt, bei der das Maismehl nur mit Wasser und Salz gekocht wird. Tatsächlich aber gibt es ein Dutzend Rezepte, je nachdem, ob mit süßer oder saurer Milch, mit Sahne oder Butter zubereitet wird. Krönung ist die Hirtenspeise bulz: Ein Stück herbwürziger burduf-Käse wird in eine Kugel aus Maisbrei gesteckt und im Ofen gebacken.

Juliana, die im Dorf Gheţar nahe der Eishöhle Scărişoara kocht, tischt herzhafte rumänische Bauernküche auf. Speck, Eier und scharfe Würste gibt es schon zum Frühstück, dazu sauer eingelegte Gurken und Paprika. Zu Mittag folgen deftige Fleischsuppen - mit Rind, Fleischklößen oder Kutteln. In Süd- und Nordostrumänien werden diese Suppen meist mit borş (borsch), gegorenem Weizenkleiesaft, gesäuert. Enthält eine Suppe borş, wird sie ciorbă (tschorbö) genannt, sonst heißt sie supă (supö).

Die rumänische Küche schmeckt nach den Mächten, die das Land dominierten: Byzanz, Österreich und Russland. Während des Kommunismus war die Gastronomie zu einem Minimalprogramm verkommen. Jetzt gibt es wieder Wirte, die sich auf die Küche ihrer Großmütter besonnen und dabei die Kräuter wieder entdeckt haben: Liebstöckel, Bohnenkraut, Kümmel, Lorbeer und Basilikum.

Beim Hauptgang dominieren die Braten. Ein Festmahl ohne Schwein ist kaum vorstellbar. "Er ist so traurig, als sei sein Schwein gestorben", sagt man in Rumänien. Auf dem Land hält sich fast jeder zumindest ein Schwein, auch wenn er längst kein Bauer mehr ist. Zwar steht in Rumänien auch Geflügel auf dem Speiseplan, doch nach Diät darf Federvieh keinesfalls schmecken. So gibt es etwa das pui cu smântâna (puj ku smüntüna) - das Sahnehuhn. Dessen Bauch wird mit einem halben Pfund Butter und Kräutern gefüllt, während des Backens kommt immer wieder Sahne darüber. Die Ente auf Kraut wiederum, raţă pe varză (ratzö pe varsö), wird mit einem Pfund Gänsefett begossen. Zu fast allen Fleischgerichten passt die traditionelle Knoblauchsauce mujdei de usturoi (muschdej de ußturoj).

An der Küste des Schwarzen Meers und im Donaudelta gibt es natürlich Fisch, z. B. als leckere säuerliche Suppe borş pescăresc. Spezialitäten sind auch scharfe Frikadellen aus Hecht und Karpfen mit gemahlenen Peperoni und Paprika oder aber das Fischgulasch storceag (stortschag) mit Karfoffelstücken, Sahne und viel Dill. Bei dem im Ofen gebackenen Karpfen kommen eine ganze Knolle Knoblauch sowie Tomaten, Paprika und Weißwein dazu.

Wer Galle und Leber schonen will, hat es schwer in Rumänien. Vegetarisches gibt es selten, schon weil sich kein Rumäne vorstellen kann, ohne Fleisch satt zu werden. Fleischlos isst man nur während der kirchlichen Fastenzeiten. Immerhin gibt es leckere Gemüsegerichte, so die pikanten Auberginencreme zacuscă (sakusskö) als Vorspeise oder den Gemüseeintopf ghiveci (djiwetsch).

Bei den Desserts dominieren türkischer und österreich-ungarischer Einfluss: baclava und sarailie sind Blätterteignusskuchen, aus denen Zuckersirup tropft. Auf siebenbürgischen Speisekarten taucht die k.u.k.-Süßigkeit Vogelmilch (lapte de pasăre) auf: In einer Vanillesauce mit Nüssen schwimmen Eiweißbällchen. Wer in Siebenbürgen unterwegs ist, sollte die typisch siebenbürgisch-sächsischen Süßspeisen probieren wie Zwetschgenknödel, die aus Kartoffelteig zubereitet, dann gekocht und kurz in Semmelbröselpanade geschwenkt werden. Als Festtagsspeise der Siebenbürger Sachsen in Sibiu und Michelsberg gilt die mal mehr, mal weniger süße Hanklich, die im Dialekt verschiedene Schreibweisen aufweist und von Witzbolden gerne "siebenbürgische Pizza" genannt wird, weil sie flach und aus Brotteig ist, über den eine Mischung aus Eiern, Zucker, Butter und Milch sowie Rahm gestrichen wird. Manche legen auch Rosinen oder geriebene Nüsse darauf. Sie bekommen sie in Michelsberg im Anschluss an die Sommerkonzerte und in Sibiu auf dem Biobauernmarkt.

Bei den Weinen ist Rumäniens Qualitätspotenzial noch nicht ausgeschöpft. In den Hügeln Siebenbürgens, der Moldau und der südlichen Vorkarpaten werden Cabernet Sauvignon, Merlot und Riesling angebaut. Bekannteste Anbaugebiete sind Cotnari (Moldau), wo die süße Feteasca (Mädchentraube) wächst, außerdem Târnave und Jidvei in Siebenbürgen. Typischer sind aber die doppelt bis dreifach gebrannten Schnäpse aus Pflaumen, Äpfeln oder Aprikosen, ţuica (Tzuika) genannt. Bier wird inzwischen fast nur noch von ausländischen Multis produziert und verkauft. Die bekannteste einheimische Marke ist Ursus.

Der gute alte schaumige türkische Kaffee cafea turcească (kaffja turtschaskö) ist fast überall westlichem Espresso, Cappuccino, Filter- und Instantkaffee gewichen.

Trinkgeld

In Restaurants 10-15 Prozent der Rechnung. Der Weinkellner erhält auch ein kleines Trinkgeld.

Einkaufen und Shoppen

In den großen Städten Rumäniens bekommen Sie inzwischen etliche der Produkte, die auch zu Hause die Kaufhausregale füllen. Sind Sie jedoch an landestypischen Souvenirs interessiert, dann lohnt sich bisweilen die Fahrt aufs Land, gewissermaßen nach dem Motto: Schon der Weg kann das Ziel sein.

Antiquitäten

In den rumänischen Antiquitätenläden sollten nur wirkliche Kenner kaufen, denn die meisten Objekte sind überteuert und überdies häufig gefälscht. Wer dennoch etwa eine alte Ikone ersteht, braucht eine Ausfuhrgenehmigung vom Denkmalschutzamt (Oficiul de Patrimoniu).

Bauernmärkte

Das Reizvolle am Einkaufen in Rumänien ist weniger das tatsächliche Erstehen einer Ware, sondern vielmehr der Bummel über die Bauernmärkte, auf denen nicht nur Obst und Gemüse, sondern ein bisschen von allem angeboten wird: von T-Shirts und Unterwäsche bis hin zu Putzmitteln und Geschirr. Autoreisenden werden überall am Straßenrand Händler auffallen, die je nach Saison anbieten, was der Garten hergibt. Im Spätsommer türmen sich Berge süßer Wassermelonen und Tomaten am Fahrbahnrand, im Herbst bieten die Bauern Trauben und Äpfel an. Und man wird feststellen: Das Obst und Gemüse schmeckt intensiver als in Westeuropa, weil es noch mit natürlichen Methoden gezogen wird.

Bücher

Wer sich intensiver mit Rumänien beschäftigen möchte, findet eine reiche Auswahl deutschsprachiger Bücher in der Schiller-Buchhandlung in Sibiu (Piaţa Mare gegenüber dem Rathaus). Dieses Geschäft führt nahezu ausschließlich Werke rund um Rumänien, ausführliche Reiseführer zu einzelnen Regionen, Historisches und Literatur. In Sibiu gibt es derzeit drei Verlage - hora, Honterus, Schiller -, die deutschsprachige Bücher herausgeben.

Käse

Zum Verschenken oder zum Selberessen daheim bietet sich der köstliche burduf-Käse an, ein original rumänisches Produkt aus Schafsmilch. Er wird in Darmhäuten angeboten oder in Rollen aus Tannenrinde und bleibt, außer bei hochsommerlichen Temperaturen, zwei Tage ohne Kühlung frisch.

Direkt vom Hersteller kaufen Sie den burduf am einfachsten auf der Landstraße zwischen Braşov und Sibiu. Auf dem letzten Serpentinenabschnitt kurz vor Sibiu stehen Bauern am Straßenrand und bieten ihren Käse an.

Kunsthandwerk

Mitten in der Landschaft wachsen Verkaufsbuden mit Holzschnitzereien und Decken aus Schafwolle aus dem Boden. Von all den bäuerlichen Handarbeiten erfreuen sich schon seit langem die reich bestickten Trachtenblusen und -hemden großer Beliebtheit bei den ausländischen Gästen. Typisch rumänisch ist die ie (sprich: ije), ein Hemd aus hauchdünnem, durchsichtigem Leinen mit bauschigen Ärmeln, das in verschiedenen Farbkombinationen bestickt ist. Solche Blusen, die sich bei großer Hitze sehr angenehm tragen, bekommt man unter anderem auch in den Artizanat-Läden.

Wunderschöne weiße Leinentischdecken besticken vor allem die Nonnen in den Klöstern der Moldau. Berühmt ist auch die Keramik aus dem südrumänischen Horezu und aus dem siebenbürgischen Dorf Corund. Der Töpfermarkt in Hermannstadt an jedem ersten Wochenende im September ist ein Treffpunkt der Hersteller aus dem ganzen Land.

Mode Made in Rumänien

Auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussehen: Rumäniens Konfektionsläden und Schuhgeschäfte lohnen einen Blick, Sie finden dort bisweilen schöne Sachen aus rumänischer Produktion, die vom einheitlichen Massendesign westlicher Kaufhausware abweichen und deutlich billiger sind als vergleichbare Produkte zu Hause.

Öffnungszeiten

Viele Geschäfte haben auch sonntags und oft bis spät in die Nacht hinein geöffnet. Zudem gibt es etliche Supermärkte, in denen Sie rund um die Uhr einkaufen können. Restaurants sind in Bukarest, in größeren Städten und an gängigen Urlaubsorten in der Saison in der Regel ab Mittag bis weit nach Mitternacht geöffnet. In kleineren Orten, die nicht in bekannten Urlaubsgebieten liegen, schließen viele Küchen schon gegen 22 Uhr, und es gibt nur noch kalte Gerichte.

Außerhalb der Saison reduzieren in vielen Urlaubsgebieten etwa am Schwarzen Meer die Lokale ihre Öffnungszeiten oder bleiben ganz geschlossen.

FKK

FKK wird an etlichen Schwarzmeerstränden praktiziert. Oben ohne ist dort auch kein Problem. Einige wenige Hotels an der Küste haben außerdem eigene FKK-Strandabschnitte.

Fotografieren

Das Fotografieren ist fast überall erlaubt, außer an Brücken, Flugplätzen und militärischen Einrichtungen. Ein Schild mit durchgestrichener Kamera macht auf das Verbot aufmerksam. Daran sollte man sich strikt halten. Filme und Speicherchips bringt man besser mit, sie sind in Rumänien teurer als zu Hause.

Spezialitäten

Ardei copţi gebackene Paprikaschoten in Vinaigrette, Vorspeise
Caşcaval pané panierter Käse, in der Pfanne gebraten, Standardangebot in rumänischen Restaurants
Ciorbă de burtă säuerliche Kuttelsuppe, auch klassisches Katerfrühstück
Clătite Palatschinken nach österreichischer Art, mit Marmelade oder Schokoladensauce gefüllt
Cozonac leicht gesüßter weicher Hefekuchen mit Rosinen
Drob de miel Pastete aus Lamminnereien, wird nur zu Ostern zubereitet
Fasole bătută pikante Paste aus weißen Bohnen, Vorspeise
Ghiveci Gemüseeintopf auf der Basis von Auberginen
Icre Karpfenkaviar, mit Öl und klein gehackten Zwiebeln angerührt
Mititei oder Mici scharfe Hackfleischröllchen mit Knoblauch, gegrillt
Musaca überbackener Auberginen- oder Kartoffelauflauf mit Hackfleisch
Papanaşi warme Quark-Mehl-Krapfen, die mit Sahne übergossen und anschließend mit Beerenmarmelade gekrönt werden
Pastramă luftgetrockneter Schaf- und Rinderschinken
Salată de vinete würziger Brei aus im Ofen gebackenen Auberginen, Vorspeise
Sarailie und Baclava Blätterteig-kuchen mit Nussfüllung, durchtränkt mit Honigsirup
Sarmale Krautwickel mit Reis-Hackfleisch-Füllung in Sauce, mit saurer Sahne übergossen
Tochitură moldovenească gebratene Schweinefleischstücke in scharfer Pfeffersauce, dazu mămăligă
Ţuica scharfer Obstschnaps, der als Aperitif vor dem Essen getrunken wird; am besten ist der aus der Maramureş
Stichworte

Brâncuşi, Constantin

Der Bildhauer (1876-1957) gilt als bedeutendster Künstler Rumäniens. Ab 1904 lebte Brâncuşi in Paris und beeinflusste mit seinen abstrakten Arbeiten die moderne Bildhauerei. Viele seiner Objekte stehen in den Museen von Paris und New York. In seiner Heimat ist u. a. die "Unendliche Säule " im südrumänischen Târgu Jiu zu sehen.

Conducător

"Lenker" war nur einer der Titel, mit denen sich der Diktator Nicolae Ceauşescu (1918-1989) schmückte. Die Hofpoeten nannten ihn auch "Titan der Titanen" und "Genie der Karpaten". Das Kind armer Bauern wurde in der Vorkriegszeit während seiner Schusterlehre Kommunist. 1965 kam er nach dem Tod des stalinistischen Führers Gheorghe Gheorgiu-Dej an die Macht, gefördert von einer gemäßigten Fraktion der rumänischen Kommunisten, die glaubte, den hilflos wirkenden Bauernsohn leicht gängeln zu können. Sie täuschten sich gewaltig, denn Ceauşescu entwickelte sich zum brutalsten Diktator, den das Land je gekannt hat. Zunächst gewann er die Sympathie des Westens und des Volks, indem er einen Emanzipationskurs gegenüber Moskau einleitete. 1968 weigerte er sich, mit den Partnern des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei einzumarschieren. Und 1980 kritisierte er den Einmarsch der Sowjets in Afghanistan. Doch nach innen verstärkte er mit Hilfe seiner gefürchteten Geheimpolizei Securitate schrittweise den Terror. Die Wirtschaft brach zusammen, das Volk darbte. 1980 begannen die schlimmsten Hungerjahre, als Ceauşescu sich in den Kopf setzte, alle Auslandsschulden zu bezahlen. 1989 wurde er hingerichtet.

Dracula

Die Vampirfigur Dracula wurde 1922 in Westeuropa populär, als Fritz Murnau ihre Geschichte in dem Stummfilm "Nosferatu" auf die Leinwand brachte. Vorlage war der Schauerroman "Dracula" des Briten Bram Stoker, der in Transsilvanien spielt. So kam die Vermutung auf, dass der rumänische Fürst Vlad Ţepeş (1431-1476) Stokers Vorbild für den Vampir gewesen sei. Vlad Ţepeş' Vater führte als Träger des mittelalterlichen Drachenordens den Beinamen "Dracul". Sohn Vlad hieß "der Pfähler" (Ţepeş), weil er Gefangene bei lebendigem Leib auf einen Pfahl spießen ließ. Auch wenn das Pfählen damals europaweit üblich war, sorgte Vlad Ţepeş" Grausamkeit außerhalb des Lands für Aufsehen. Gen Westen reisende siebenbürgische Kaufleute verbreiteten Schauergeschichten über ihn, wobei sie vermutlich übertrieben. Vielen Rumänen hingegen gilt Ţepeş eher als strenger, aber gerechter Herrscher, der ohne Gnade gegen Kriminelle vorging.

Erdbeben und Schlammvulkane

Rumänien ist erdbebengefährdet, v. a. die südliche Region um Bukarest. Beim bisher verheerendsten Beben 1977 kamen über 1500 Menschen ums Leben. Das Epizentrum liegt meist im Karpatenknie. Die blubbernden Schlammvulkane, Vulcanii Noroioşi, in Berca am Fuß der Südkarpaten haben mit Vulkanismus eigentlich nichts zu tun, sondern sind ein Resultat des Gasgehalts im Erdinneren. Bei dem eigenartigen Spektakel ist Vorsicht geboten: Man kann im Schlamm versinken.

Fauna und Flora

Rumäniens Naturparadiese in den Bergen und im Donaudelta sind durch Umweltverschmutzung bedroht, bieten aber immer noch einzigartige Erlebnisse. In den Karpaten leben Wölfe, Luchse, Wildkatzen, Gämsen, Edelmarder, Wildschweine, Hirsche, Rehe und Mufflons. Mit rund 5000 Exemplaren ist die Bärenpopulation europaweit die größte. Diese Tatsache lockt zunehmend Jäger aus dem Ausland an. Das Donaudelta steht als Fisch- und Vogelparadies unter Naturschutz. Hier leben die einzigen Pelikane Europas. Das Schwarze Meer bevölkern kleine Delphine.

Reich ist Rumäniens Bergwelt vor allem an Laub- und Nadelwäldern, darunter auch große Urwälder. An vielen Stellen sind sie aber durch unkontrolliertes Abholzen bedroht. Das hat mancherorts schon zu Bodenerosion und Erdrutschen geführt. An den Hängen der Karpaten und im kargen Dobrudscha-Hochland im Osten wird traditionell Wein angebaut. Der heiße Süden des Landes wird weitgehend für Getreideanbau genutzt. Hier gedeihen auch Feigen und Oliven.

Ionesco, Eugène

Rumäniens bekanntester Bühnenautor (1909-1994) gilt als einer der Hauptvertreter des absurden Theaters. Er lebte ab 1938 in Paris. Ionescos Stücke sind Persiflagen der kleinbürgerlichen Welt, wobei er die Banalität bis zum Äußersten ins Surreale und Groteske steigerte.

Minderheiten

Die größten Minderheiten in Rumänien sind die Roma und die Ungarn. Zuverlässige Angaben über die Stärke der Gruppen gibt es nicht, denn die Statistiken sind politisch beeinflusst. Sie dürfte zwischen 1,5 und 2 Mio. Menschen liegen. Seit 15 Jahren verlassen v. a. die Ungarn massiv das Land.

Noch vor der Wende war die einst starke deutsche Minderheit ausgewandert. 1930 gab es rd. 800000 Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben in Rumänien, heute sind es unter 50000. Von der jüdischen Bevölkerung, die vor dem Krieg auch rund 800000 Menschen zählte, fiel etwa die Hälfte dem Holocaust zum Opfer. Die Überlebenden wanderten nahezu alle nach Israel aus, sodass nun weniger als 6000 Juden in Rumänien leben. Als winzige Minderheiten sind noch Serben, Kroaten, Tataren, Türken, Russen, Bulgaren, Griechen und Armenier vertreten.

Revolution

Ob es tatsächlich eine Revolution war, die im Dezember 1989 zum Sturz des Diktators Ceauşescu führte, ist umstritten. Zwar gab es einen blutigen Volksaufstand mit Schießereien und Straßenkämpfen, die mehr als 1000 Menschen das Leben kosteten. Doch deutet vieles auf eine Palastrevolte der so genannten Wendekommunisten hin, die von Ceauşescu genug hatten. Die Gruppe um den ersten Nachwendepräsidenten Ion Iliescu übernahm damals sofort die Macht und ließ die Opponenten aus der Ceauşescu-Zeit gar nicht erst zum Zuge kommen. Dem Iliescu-Zirkel wird vorgeworfen, unnötige Schießereien provoziert zu haben, um sich selbst als Garant für Ruhe und Ordnung zu präsentieren und damit die Macht zu festigen. Doch ohne Zweifel gärte die Stimmung im Volk schon Monate vor Ceauşescus Sturz. Im übrigen Ostblock begannen Mauern und Stacheldrähte zu fallen. Startsignal für die Wende war am 17. Dezember 1989 eine Dauerprotestdemonstration im westrumänischen Timişoara (Temeswar). Dabei ging es zunächst nur um Solidarität mit dem dortigen ungarisch-protestantischen Pastor Laszló Tökes, der als Regimegegner verfolgt wurde. Doch bald riefen die Demonstranten "Nieder mit Ceauşescu", und erste Schüsse fielen. Die revolutionäre Stimmung erfasste das ganze Land, v. a. die Hauptstadt Bukarest. Dort hielt der sichtlich verzweifelte Ceauşescu am 22. Dezember noch eine Rede an das Volk, in der er Lohnerhöhungen versprach. Doch er wurde ausgebuht und floh mit seiner Frau Elena in einem Hubschrauber. Der Pilot war schon mit den Revolutionären im Bunde. Das Ehepaar Ceauşescu wurde verhaftet und am 25. Dezember 1989 auf Geheiß der Iliescu-Gruppe nach einem geheimen, international kritisierten Schnellverfahren hingerichtet.

Roma

Man sieht sie oft am Straßenrand, auf Pferdewagen. Auffällig sind bei den traditionell lebenden Roma die Frauen mit ihren leuchtend bunten, krausen Röcken und den langen geflochtenen Zöpfen. Der Begriff "Zigeuner", den die westeuropäischen Sinti als diskriminierend empfinden, gilt auch in seiner rumänischen Form "ţigani" als abwertend. Doch bezeichnen sich viele Roma selbst als "ţigani", und das in zwiespältiger Weise: manche mit Stolz, andere mit Melancholie. Einst ein unterdrücktes Volk werden sie auch heute noch ausgegrenzt. Ihre lang trainierte Überlebensstrategie außerhalb von Konventionen macht sie immer noch zu Außenseitern. Und für viele Rumänen zu Sündenböcken für die eigene Frustration. Manche Roma leben traditionell und rückständig, andere versuchen die Integration. Einige haben es zu Wohlstand gebracht, der an ihren kuriosen Palästen an den Stadträndern sichtbar wird: pagodenartige Häuser aus Marmor mit Säulen, Türmchen und aufwärts geschwungenen Dächern.

Vom 15. Jh. an wanderten die Roma aus Indien in die rumänischen Fürstentümer ein und lebten dort als Leibeigene von Adligen und Klöstern. 1859 wurden sie offiziell aus der Sklaverei befreit. Traditionell waren sie Kesselflicker, Bärenführer und Musikanten bei Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen. Auch heute werden zu Festen oft Romamusiker engagiert. Zu den besten gehört eine Band aus dem bitterarmen südrumänischen Dorf Clejani, die als "Taraf des Haidouks" immer wieder in Westeuropa gastiert und CDs vertreibt.

Umweltschutz und Ökotourismus

Rumänien mit seinen vielen landschaftlichen Paradiesen ist wie geschaffen für den ökologisch bewussten Reisenden, für den Naturfreund schlechthin. Allerdings stecken der organisierte Ökotourismus wie auch der Umweltschutz grundsätzlich noch in den Kinderschuhen. Zwar verfügt das Land u. a. über 13 wunderschöne Nationalparks, über unzählige weitere unter Naturschutz stehende Landschaften, 250000 ha Urwald sowie das Biosphärenreservat Donaudelta. Dem steht aber das mangelnde Umweltbewusstsein der Bevölkerung gegenüber, das sich an den vielen wilde Müllkippen ablesen lässt, am Abfall, der in Flüsse und Bäche gekippt wird, an Plastikflaschen, die auf Seen schwimmen und die Landstraßen säumen. Besonders an wunderschönen Plätzen in den Bergen, wo wild gegrillt wird, bleibt der Abfall zurück. Andernorts waschen Rumänen ihre Autos einfach in den Bächen. Auf dem Land gibt es vielfach weder eine Trinkwasserversorgung noch eine Abwasserentsorgung. Mülltrennung ist oft noch ein Fremdwort; immerhin sind inzwischen in vielen Dörfern Großbehälter aus Holz oder Maschendraht für die Plastikflaschen aufgestellt.

Auch Touristen gehen nicht immer mit gutem Beispiel voran: Im Donaudelta lassen sie sich schon mal mit dem Schnellboot durch die Nebenkanäle fahren, wobei die Wellen dann die Nester der dort brütenden Vögel überschwemmen. Oder sie nehmen das Angebot an Off-Road-Motorradfahrten an und verschrecken Tiere und Menschen in abgelegenen Dörfern. Die heimischen Umweltschutzvereine werden kaum gehört und ohne Hilfe anerkannter Organisationen im Ausland wie WWF oder Greenpeace sind sie machtlos. Aber es mehren sich Anzeichen, die hoffen lassen. Noch ist die Zahl der Anbieter im Ökobereich überschaubar (www.eco-romania.ro), tendenziell aber geht es mit dem sanften Tourismus aufwärts. Inzwischen gibt es durchaus Angebote etwa im Bereich Wanderungen, Floßfahrten, Tourenski, die sich als naturnahe Alternativen zu den Quads verstehen, die derzeit für Bergwanderer eine regelrechte Plage sind. Ganz allmählich finden sich auch im Alltag Tendenzen, die für ein Umdenken sprechen. Allerorten etwa entstehen inzwischen Bioläden und -märkte. Allerdings sollten Sie Ökoangebote immer kritisch prüfen: Nicht alles, was als bio oder öko angepriesen wird, ist es auch wirklich.

Bloss nicht!

Bei Dunkelheit Auto fahren

Autofahren in Rumänien ist ein kleines Abenteuer, das sich fast nur auf Landstraßen abspielt. In der Dunkelheit ist es besonders gefährlich, weil viele Pferdefuhrwerke ohne Beleuchtung unterwegs sind und man die Schlaglöcher schlechter sieht.

Prost sagen

Man soll sich in Rumänien beim Trinken zuprosten - das deutsche Wort aber dabei meiden. Denn "prost" heißt im Rumänischen "dumm". Für gute Stimmung sorgt der Trinkgruß "noroc", was so viel wie "Glück" bedeutet.

Mit leeren Händen einen Besuch machen

Wenn sich Rumänen besuchen, kommen sie nie mit leeren Händen. Man schenkt eine Kleinigkeit - einen Blumenstrauß, ein Getränk, ein Pfund Äpfel vom Markt oder auch ein paar Brezeln. Schenken Sie Blumen, dann achten Sie auf ungerade Zahlen. Gebinde mit einer geraden Anzahl Blumen sind nur für Tote bestimmt und bringen nach rumänischer Überzeugung dem lebenden Beschenkten Unglück.

Roma fotografieren

Es sind schöne Motive, die bunt gekleideten Romafrauen, denen man unterwegs auf Pferdewagen begegnet. Doch wer sie fotografieren will, muss unbedingt vorher fragen. Denn manchen Romaclans gilt das Abbilden als Verlust der Seele. Es kann dem Fotografen aber auch passieren, dass die Roma für das Foto Geld verlangen. Also, lieber nicht.

Locker gekleidet eine Kirche besuchen

In Rumänen ist es geradezu in Mode, in der Kirche Sittenstrenge zu zeigen. Frauen in Hosen oder gar Shorts sind dort nicht gern gesehen. In manchen Dörfern betreten Frauen zudem nie ein Gotteshaus ohne Kopftuch. Für Besucherinnen ist zumindest ein Knie bedeckender Rock angebracht. Schulter- und Armfreies besser meiden.

Die sonntägliche Siesta stören

Der Sonntagnachmittag ist den Rumänen heilig, dann wird geschlafen. Es gehört sich nicht, sonntags zwischen 14 und 18 Uhr jemanden anzurufen oder gar spontan zu besuchen.

Mit Verkehrspolizisten streiten

Am häufigsten tappen Autofahrer auf der Durchfahrt durch Dörfer in Radarfallen oder sie überholen an verbotenen Stellen einen Traktor. Wird man erwischt, gibt man am besten alles mit einem Ausdruck des ehrlichen Bedauerns unumwunden zu. Der Verkehrspolizist hat einen Ermessensspielraum, ob er nur eine Geldstrafe verhängt oder den Führerschein einbehält. Ihn wiederzubekommen, dauert oft Monate.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Straßenverkehr

Das Verkehrsaufkommen (überwiegend LKW im Transitverkehr) auf den Fernstraßen ist hoch. Zahlreiche Autobahnabschnitte sind weiterhin unvollendet. Reisende sollten sich mit aktuellem Kartenmaterial informieren.
Einige der in Betrieb genommenen Strecken haben zudem noch keine Ausfahrten, Raststätten oder Tankstellen. Auf den übrigen Überlandstrecken muss mit sehr unterschiedlicher Fahrbahnqualität und häufigen Bauarbeiten gerechnet werden.

Informationen über eventuelle Staubildungen gibt es bei der rumänischen Grenzpolizei.

Vorsicht vor Schlaglöchern, Asphaltverwerfungen und Unterspülungen am Fahrbahnrand; Gefahrenstellen sind oftmals schlecht ausgeschildert. Auf die gelegentlich rücksichtslose Fahrweise vor allem von Motorradfahrern, Bussen und LKWs wird hingewiesen. Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit sollten vermieden werden, da mangelhaft gesicherte Baustellen, Fußgänger, Radfahrer und langsame Fuhrwerke, die zudem schlecht oder gar nicht beleuchtet sein können, eine zusätzliche Gefährdung darstellen. Im Winter ist insbesondere auf Nebenstraßen mit zum Teil erheblichen Behinderungen durch Schnee und Schneeverwehungen zu rechnen. Autofahrer sollten auf ausreichenden Versicherungsschutz achten.

In Rumänien gilt im Straßenverkehr die 0,0 Promillegrenze. Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt innerhalb von Ortschaften bei 50 km/h; auf Autobahnen sind 130 km/h, auf Schnell- und Europastraßen 100 km/h sowie auf allen anderen außerstädtischen Straßen 90 km/h erlaubt (alle Angaben gelten für PKW). Auf Autobahnen, Schnellstraßen ("Drumurile expres") und Europastraßen ist auch tagsüber mit Abblendlicht zu fahren.

Seit Einführung einer neuen Straßenverkehrsordnung sind im Fahrzeug ein Feuerlöscher und zwei Warndreiecke mitzuführen. Für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 t ist zudem das Mitführen einer reflektierenden Warnweste Pflicht. Sie muss bei Pannen u.ä. getragen werden.
Bei winterlichen Straßenverhältnissen gilt eine Winterreifenpflicht.

Vignettenpflicht

Für Fahrzeuge (ausgenommen Motorräder), die das rumänische Nationalstraßennetz benutzen, ist eine Straßenbenutzungsgebühr zu entrichten. Dazu ist der Kauf einer Vignette - der so genannten Rovinieta - notwendig. Sie kann an den Grenzübergängen (auch gegen €), Tankstellen und online auch in deutscher Sprache unter www.roviniete.ro/de erworben werden. Der Käufer erhält keinen Aufkleber, sondern nur eine einfache Quittung über die Zahlung. Die Fahrzeugdaten werden in einer Datenbank gespeichert, die von der Polizei bei Kontrollen abgefragt werden kann.
Bei nicht vorhandener Rovinieta werden hohe Geldbußen verhängt.

Bei einem Unfall mit Personenschaden muss die Polizei zum Unfallort gerufen werden. Ist lediglich Blechschaden entstanden, ist es nicht erforderlich, die Polizei einzuschalten. Die Unfallstelle ist zu räumen. Ist zwischen den Unfallparteien klar, wer der Unfallverursacher ist, muss innerhalb von 24 Stunden bei der Versicherung des Unfallverursachers durch beide Parteien die Aufnahme des Unfallprotokolls erfolgen. Erfolgt keine Einigung, ist das Unfallprotokoll innerhalb von 24 Stunden bei der zuständigen Polizeidienststelle aufzunehmen. Dazu müssen beide Parteien anwesend sein. Die von der Kfz-Versicherung bzw. Polizei ausgestellte Bescheinigung wird zur Kfz-Reparatur benötigt.

Die roten deutschen Kfz-Händlerkennzeichen und die sogenannten Kfz-Kurzzeitkennzeichen (schwarze Schrift und gelbes Schild am Rand), ausgestellt für eine maximale Gültigkeitszeit von fünf Tagen, sind in Rumänien nicht zugelassen. Ein Zuwiderhandeln hat strafrechtliche Folgen.

Polizeikontrollen, Korruptionsrisiko

Bei Begleichen von Geldstrafen wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung ist darauf zu achten, dass die Verkehrspolizei eine Quittung ausstellt. Wird die Strafe vor Ort oder innerhalb von zwei Arbeitstagen bei den zuständigen Stellen beglichen, wird lediglich die Hälfte der Mindeststrafe fällig.

Auch kleinere Verkehrsverstöße können schnell zu einem Führerscheinentzug und zur Verhängung eines nur für Rumänien geltenden Fahrverbotes führen. Auf der Webseite der deutschen Botschaft in Bukarest kann ein Merkblatt zum Thema "Führerscheinentzug" abgerufen werden.

Das rumänische Innenministerium hat eine kostenlose Hotline für die Anzeige von Korruptionsfällen eingerichtet: 0800 806 806. Auf der Webseite der Antikorruptionsabteilung kann über ein Kontaktformular in englischer Sprache Anzeige erstattet werden.
Es sollten möglichst genaue Angaben zu dem Vorfall (z.B. Kennnummer und Name des Beamten) gemacht werden.
Reisende können selbst zur Korruptionsbekämpfung beitragen, indem sie sich entsprechenden Versuchen und Angeboten verweigern und kein Extra-Geld für eine schnellere Erledigung ihrer Anliegen zahlen.

Taxis

Bei der Benutzung von Taxis sollte vor dem Einsteigen auf den Preisaufkleber auf Fahrer-/Beifahrertür geachtet werden. Die meisten haben einen Tarif von ungefähr 1,47 Lei/km. Einzelne seriöse Gesellschaften verlangen auch weitaus höhere Preise von 3,50 Lei/km.

Taxifahrer sind gesetzlich verpflichtet, den Taximeter einzuschalten. Es empfiehlt sich, Geldscheine in kleineren Einheiten mitzuführen, da Taxifahrer häufig nicht wechseln können.

Am Flughafen Otopeni können Taxis über einen automatisierten Terminal gerufen werden. Der Fahrgast erhält eine Bestellquittung mit Angabe der zugeteilten Wagennummer. Angebote illegaler Taxischlepper, die Touristen und ausländische Geschäftsleute direkt ansprechen, sollten dagegen nicht angenommen werden.

Unterkünfte

Von "wildem" Camping oder Zelten wird abgeraten, es sollten nur die ausgewiesenen Plätze benutzt werden. Von der Aufbewahrung von Nahrungsmitteln im Zelt wird abgeraten, da es in der Vergangenheit öfter zu Angriffen wilder Tiere - insbesondere von Bären auf Nahrungssuche - gekommen ist.

Besuche von Konzerten und Clubs

Bei Besuchen von Konzerten/Nachtclubs und ähnlichen Veranstaltungsorten wird empfohlen, sich über Fluchtwege und Notausgänge des Gebäudes zu informieren.

Besuche von Restaurants in der Bukarester Altstadt

Eine Reihe von Gebäuden in der touristisch stark frequentierten Bukarester Altstadt gilt als nicht erdbebensicher, zahlreiche davon werden gastronomisch genutzt. Die Stadt Bukarest veröffentlicht eine Liste der Gebäude, die als gefährdet gelten, unter folgendem Link: www.pmb.ro.

Straßenhunde

Eine Gefahr für Fußgänger und Radfahrer kann von teilweise aggressiven Straßenhunden sowohl in Städten als auch im ländlichen Raum ausgehen. Es wird empfohlen, insbesondere von Hunderudeln Abstand zu halten.

Geld/Kreditkarten

Bargeld sollte nur in Banken und Wechselstuben getauscht werden. Geldautomaten sind ähnlich weit verbreitet wie in Deutschland. Bei der Benutzung von Geldautomaten und generell bei der Zahlung mit Kreditkarten sollten die auch in Deutschland ratsamen Vorsichtsmaßnahmen gegen Betrug (Ausspähen der Geheimzahl, Manipulation der Geldautomaten, Kopieren der Geldkarte) beachtet werden.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Impfschutz

Pflichtimpfungen für die Einreise sind nicht vorgeschrieben Es wird empfohlen, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe http://www.rki.de). Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), ggfs. Pneumokokken und Influenza.

Als Reiseimpfung wird Hepatitis A empfohlen, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, FSME und Tollwut.

Tollwut

In Rumänien gibt es gelegentlich Fälle von Tollwut bei Tieren oder beim Menschen. Tollwut ist bei Ausbruch der Erkrankung immer tödlich. Auch bei gültigem Impfschutz muss nach einem verdächtigen Biss oder einem Haut- oder Schleimhaut-kontakt mit Speichel des verletzten Tiers umgehend (nochmals) gegen Tollwut geimpft werden. Ungeimpfte brauchen dann zusätzlich Tollwut-Immunglobulin.

Medizinische Versorgung

Die öffentliche rumänische Gesundheitsversorgung unterschreitet deutsche Standards zum Teil erheblich. Die Kosten für private medizinische Versorgung in Rumänien, die grundsätzlich hohen Standard hat, wird von deutschen Krankenversicherungen teilweise nicht oder nur zum Teil übernommen. Bitte setzen Sie sich bei weiteren Fragen mit Ihrer Krankenversicherung in Verbindung.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch einen erfahrenen Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie schon reichlich Reiserfahrung haben (siehe z.B.: http://www.dtg.org).

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung und Reiserückhoversicherung wird empfohlen. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger.
Im Krankheitsfall wendet man sich an einen Vertragsarzt oder eine Vertragseinrichtung, die mit der nationalen Krankenkasse (Casa Judeteana di Asigurari de Sanatate) verbunden ist.

In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.
Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Essen und Trinken

Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten (z.B. Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen) die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden. Leitungswasser ist in der Regel gechlort und es hat keine Trinkwasserqualität. Leitungswasser sollte abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden.

Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Durch hygienisches Essen und Trinken - nur Abgekochtes, nichts lau Aufgewärmtes; Leitungswasser, Salat und Fisch mit Vorsicht genießen - können Durchfallerscheinungen vermieden werden. Von dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln, vor allem Fleisch, aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird abgeraten.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken - -
Malaria Nein -
Typhus & Polio Ja -
Cholera Nein -
Gelbfieber Nein -

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Landesweit besteht in den Sommermonaten das Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Gegen diese Krankheit ist eine Impfung möglich.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. streunende Hunde und Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Tuberkulose kann vorkommen. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Türkei Ja Ja Ja -
Andere EU-Länder Nein Nein Nein Ja
Schweiz Nein Nein Nein Ja
Österreich Nein Nein Nein Ja
Deutschland Nein Nein Nein Ja

Personalausweise/Identitätskarten

U.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können mit Personalausweis/Identitätskarte einreisen. Personalausweis und Identitätskarte müssen bei der Ankunft noch mindestens 6 Monate gültig sein:

EU-Länder und Schweiz.

Anmerkung: Für längere Aufenthalte (ca. ab 30 Tagen) empfiehlt sich die Mitnahme eines Reisepasses. Nähere Angaben von den zuständigen konsularischen Vertretungen.

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei Visumpflicht noch mind. 3 Monate über die Visumgültigkeit hinaus gültig sein. Besteht keine Visumpflicht, muss er während des Aufenthalts inklusive des Ausreisetags gültig sein. Fluggesellschaften weichen zum Teil von den staatlichen Anforderungen an den Reisepass ab.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen:

(a) EU-Länder und Schweiz.

(b) Türkische Staatsbürger benötigen kein Visum, wenn sie über eine Aufenthaltserlaubnis für einen Schengen-Staat oder über ein Schengen-Visum (Typ C oder D) verfügen.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Personalausweis oder maschinenlesbarer Kinderreisepass (bis zum vollendeten 16. Lebensjahr) oder eigener Reisepass.

Österreicher: Personalausweis oder eigener Reisepass.

Schweizer: Identitätskarte oder eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Achtung: Für Minderjährige, die neben der deutschen auch die rumänische Staatsangehörigkeit haben, gelten folgende Empfehlungen: Reist ein Minderjähriger allein oder in Begleitung einer nicht sorgeberechtigten Person, sollte eine notariell beglaubigte Reiseerlaubnis des oder der nicht anwesenden Sorgeberechtigten vorgelegt werden können. Einzelheiten von den zuständigen diplomatischen Vertretungen.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Vögel: Exotische Vögel benötigen ein tierärztliches Gesundheitszeugnis, in dem bestätigt wird, dass ihr Herkunftsort frei von ansteckenden Krankheiten ist. Der Nachweis einer Impfung gegen Newcastle-Krankheit ist erforderlich.

Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und aus nicht tollwutfreien Drittstaaten benötigen einen EU-Heimtierausweis (pet pass) bzw. einen nationalen Heimtierausweis, der nur von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt werden kann, und müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass bei dem Tier eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Die Einfuhr ist auf 5 Tiere beschränkt. Heimtiere unter 4 Monate sind von der Impfpflicht gegen Tollwut ausgenommen. 
 
Für Hunde, Katzen und Frettchen sowie für Vögel und Kleintiere aus nicht tollwutfreien Drittstaaten gilt die folgende zusätzliche Vorschrift:
Für jedes Tier wird ein Gesundheitszeugnis benötigt. Für den Eintritt in das EU-Gebiet muss bei den Haustieren 3 Monate vor der Einreise eine Untersuchung auf Anwesenheit von vakzinalen Antikörpern durchgeführt werden. Ausnahme: Die 3-Monatsfrist gilt nicht für Heimtiere aus dessen EU-Heimtierausweis hervorgeht, dass die Blutentnahme durchgeführt wurde bevor dieses Tier das Gebiet der Gemeinschaft verlassen hat und dass bei der Blutanalyse genügend Antikörper auf Tollwut nachgewiesen worden sind.
 
Für Hunde, Katzen und Frettchen aus tollwutfreien Drittstaaten (z.B. Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikanstadt) kann ebenfalls der Heimtierausweis, der eine gültige Tollwutimpfung bestätigt, für die Einfuhr benutzt werden.
 
Weitere Informationen erteilt das rumänische nationale Veterinäramt ANSVSA

Bearbeitungsdauer

Kurzzeitaufenthalt: I.d.R. 2-7 Tage; Langzeitaufenthalt: Bis zu 30 Tage. Staatsangehörige von Ländern, die eine Einladung benötigen, müssen mit einer noch längeren Bearbeitungszeit rechnen.

Gültigkeit

Kurzzeitvisum: Bis 90 Tage, ohne Verlängerungsmöglichkeit.
Langzeitvisum: 90 Tage, mit Verlängerungsmöglichkeit in Rumänien.
Transitvisum: 5 Tage.

Aufenthaltsverlängerung

EU-Bürger, die sich länger als 3 Monate in Rumänien aufhalten wollen, müssen sich ihr Aufenthaltsrecht bei der zuständigen Verwaltungsbehörde bescheinigen lassen. Dazu ist u. U. der Reisepass erforderlich.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die innerhalb von 24 Std. weiterfliegen, über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen und den Flughafen nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum. Dies gilt nicht für Staatsangehörige einiger Länder, die in jedem Fall ein Visum benötigen.

Kein Transitvisum benötigen türkische Staatsbürger, wenn sie Rumänien innerhalb von 5 Tagen verlassen, um in ein Drittland zu gelangen und über gültige Reisepässe sowie gültige unbefristete Aufenthaltsgenehmigungen eines EU-Landes, Islands, Liechtensteins, Norwegens oder der Schweiz oder über ein gültiges Schengen-Visum verfügen. Ausreichende Geldmittel sind vorzuweisen. Der Reiseverlauf muss nachvollziehbar und der Transit durch Rumänien notwendig sein. Weitere Auskünfte von den zuständigen konsularischen Vertretungen.

Visaarten und Kosten

Kurzzeitvisum (z.B. Privatbesuche, touristische Aufenthalte, Geschäftsreisen), Langzeitvisum (z.B. Arbeit, Studium), Flughafentransit- und Transitvisum (einfach und doppelt), Gruppenvisum

Kosten

Kurzzeitvisum: 60 €.
Langzeitvisum: 120 €.
Gruppenvisum: 60 € + 1 € pro Person.
Transitvisum: 60 €.

Antrag erforderlich

(a) 1 Antragsformular (erhältlich unter www.mae.ro oder bei der Botschaft)
(b) 2 aktuelle Passfotos (3 x 4 cm).
(c) Reisepass, der noch mindestens 3 Monate über die Visumgültigkeit hinaus gültig ist, innerhalb der letzten 10 Jahre ausgestellt wurde und 2 freie Seiten enthält.
(d) Gebühr (bei Antragstellung in bar).
(e) Ggf. Buchungsbestätigung (Pauschalreise) oder bei privaten Besuchen notariell beglaubigte Einladung seitens einer physischen oder juristischen Person mit Wohnsitz in Rumänien.
(f) Nachweis einer Hin- und Rückfahrkarte.
(g) Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel (Gegenwert von 50 € pro Tag).
(h) Nachweis einer Auslandsreisekrankenversicherung mit einer Abdeckung von mindestens 30.000 €.
(i) Unterkunftsnachweis.
(j) Frankierter Einschreiben-Rückumschlag.

Geschäftsreisen zusätzlich:
(k) Schreiben bzw. Einladung der eigenen Firma und des rumänischen Geschäftspartners (z. T. sind zusätzliche Unterlagen erforderlich).

Geld

Geldwechsel

Besucher sollten zumindest einen Teil ihres Geldes in offiziellen Wechselstuben tauschen, obwohl Tauschgeschäfte in Geschäften, Restaurants und Hotels gang und gäbe sind. Unter Umständen wird jedoch ein Nachweis benötigt, dass man einen Mindestbetrag umgetauscht hat. Besucher sollten harte Währung mitführen, besonders US-Dollar können leicht in Restaurants, Hotels und Geschäften umgetauscht werden. Um Probleme beim Rücktausch zu vermeiden, sollten bereits eingetauschte Lei im Land verbraucht werden.

Währung

1 Leu (Plural: Lei) = 100 Bani. Währungskürzel: RON (ISO-Code).
Banknoten gibt es im Wert von 500, 200, 100, 50, 10, 5 Lei und 1 Leu, Münzen im Wert von 50, 10, 5 und 1 Bani.

Devisenbestimmungen

Für Reisende innerhalb und von außerhalb der EU bestehen keine Beschränkungen für die Einfuhr oder Ausfuhr von Landes- und Fremdwährungen, aber es besteht Deklarationspflicht von Barmitteln ab einem Gegenwert von 10.000 € (auch Reiseschecks, anderen Währungen oder auf Dritte ausgestellte Schecks).

Kreditkarten

Mastercard, American Express, Diners Club und Visa werden in größeren Hotels, Mietwagenfirmen und einigen Restaurants und Geschäften akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Spielen eine geringe Rolle und werden generell nur in Hotels, Banken und einigen Wechselstuben eingetauscht und sollten in Euro oder US-Dollar ausgestellt sein.

Öffnungszeiten der Bank

I. Allgemeinen von Mo-Fr 08.00-13.00 und 14.00-17.00/18.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei (bei Einreise aus Nicht-EU-Ländern) nach Rumänien eingeführt werden:

200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak (Personen ab 17 Jahren);
1 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt über 22% oder 2 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22% (Personen ab 17 Jahren);
4 l Tafelwein (Personen ab 17 Jahren);
16 l Bier;
Geschenke/sonstige Waren bis zu einem Gesamtwert von 430 € (Flug- und Seereisen) bzw. 300 € (Reisen mit der Bahn/dem Auto); Kinder unter 15 Jahren generell 175 €.

Verbotene Importe

Alle nicht in Dosen verpackte Tierprodukte wie Fleisch, Milch und Milchprodukte (siehe auch Einfuhrbestimmungen), pornografische Erzeugnisse und Drogen. Für lebendes Geflügel, Fleisch und Fleischerzeugnisse besteht im Reiseverkehr ein generelles Einfuhrverbot aus Drittländern (ausgenommen aus den Färöer, Grönland, Island, Liechtenstein und der Schweiz).

Quellenangaben
  • Marco Polo - Rumänien, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2014-10, 2008-08
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Rumänien - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 16.03.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 16.03.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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