Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Polen

Steckbrief

Polen - Fakten

Ländername Republik Polen (Rzeczpospolita Polska)
Klima Gemäßigtes Übergangsklima
Lage Nord-Süd zwischen Ostsee, Riesengebirge, Hoher Tatra und Beskiden, Ost-West zwischen Oder, Neiße und Bug
Fläche 312.685 Quadratkilometer
Hauptstadt Warschau mit 1,75 Millionen Einwohnern (Dezember 2016)
Bevölkerung 38,42 Millionen Einwohner (Juni 2017), Wachstumsrate: -0,1 %
Sprache Polnisch
Religion Römisch-Katholisch (95 %), Orthodox, Evangelisch
Nationaltag 3. Mai (Tag der Verfassung), 11. November (Unabhängigkeitstag)
Unabhängigkeit 11. November 1918 (Wiedererlangung der Unabhängigkeit)
Staats-/Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Präsident der Republik Polen Andrzej Duda, Amtsantritt am 6. August 2015 (gewählt am 24. Mai 2015, Amtszeit fünf Jahre)
Vertreter des Staatsoberhaupts Sejm-Marschall (s.u.), sofern dieser die Pflichten nicht erfüllen kann der Senatsmarschall (s.u.)
Regierungschef Ministerpräsident Mateusz Morawiecki (PiS), seit 12.12.2017.
Außenminister Minister für auswärtige Angelegenheiten Prof. Dr. Jacek Czaputowicz (PiS), seit 9.1.2018
Parlament Zwei Kammern:Sejm der Republik Polen ("Sejm Rzeczypospolitej Polskiej") mit 460 MitgliedernSejm-Marschall: Marek Kuchciński (PiS), seit 12. 11.2015Senat der Republik Polen ("Senat Rzeczypospolitej Polskiej") mit 100 SenatorenSenatsmarschall: Stanisław Karczewski (PiS), seit 12. 11.2015Wahlen zum Sejm und Senat finden alle vier Jahre gleichzeitig statt, zuletzt am 25. 10.2015
Währung Złoty (zł bzw. PLN), 1 Złoty = 0,24 Euro; 1 Euro = 4,2 Złoty (März 2018)
Zeitzone UTC +1 (MEZ)
Stromnetz 230 V/ 50 Hz
Reiseadapter C, E
Kfz-Länderkennzeichen PL
ISO-3166 PL, POL
Internet-TLD .pl
Landesvorwahl +48
Reisepass & Visum Nicht notwendig
Geeignet für Kultur, Outdoor, Meer, See, Wintersport, Feiern

Geographie

Zwei Drittel des Landes sind Tiefland. Weite Ebenen wechseln mit breiten Flusstälern, den Höhenzügen der Landrücken und waldreichen Seenplatten (Masurische Seenplatte). Die polnische Ostseeküste ist eine Ausgleichsküste, an die sich eine breite Küsten niederung anschließt. Im Süden steigt das Land allmählich an und erreicht in den Gebirgszügen der Sudeten (Sudety, Riesengebirge) und Karpaten (Karpaty) mit Hoher Tatra (Tatry) und Beskiden (Beskidy) Höhen von über 1500 m. Die größten Flüsse sind die Weichsel (Wisła) und die Oder (Odra). Polen liegt in der gemäßigten Klimazone im Übergangsbereich zum Kontinentalklima, das an der Ostseeküste gemäßigt ist.

Politik und Bevölkerung

Polen ist seit 1992 eine parlamentarisch-demokratische Republik, an deren Spitze ein einflussreicher Präsident steht. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, dem Sejm und dem Senat. Das Staatsoberhaupt wird alle fünf Jahre direkt gewählt. Verwaltungsmäßig ist das Land in 16 Provinzen eingeteilt. Seit 2004 ist Polen EU-Mitglied. Etwa 99 % der Bevölkerung sind Polen. Deutsche, Ukrainer, Weißrussen u. a. gehören zu den nationalen Minderheiten. Fast 10 Mio. Polen leben im Ausland, vorwiegend in den USA, Frankreich und Brasilien. Die katholische Kirche besitzt großen Einfluss, knapp 90 % der Bevölkerung gehören dem katholischen Glauben an.

Geschichte und Kultur

Das Jahr 966 wird als Gründungsjahr des polnischen Staates angesehen. Im Mittelalter und v. a. in der frühen Neuzeit gehörte Polen zu den mächtigsten europäischen Staaten. Innerer Zwist und äußere Bedrohung schwächten das Land. 1795 strichen die mächtigen Nachbarn Preußen, Österreich und Russland das Land von der Landkarte. Trotz zahlreicher Bestrebungen erlangte Polen erst 1918 (mit dem Vertrag von Versailles) seine Unabhängigkeit zurück. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Land große Verluste. 1945 legten die Alliierten die Grenzen Polens neu fest. 1952 wurde die Volksrepublik Polen gegründet. 1989 erfolgte, ausgelöst durch die Gewerkschaft Solidarność, die Loslösung aus dem Ostblock und Polen wurde 2004 Mitglied der EU. Polen verfügt über viele gut erhaltene Kulturdenkmäler, geprägt durch den Adel und die katholische Kirche, sowie eine reiche Folkloretradition.

Polen - Geschichte

966 Herzog Mieszko I. lässt sich und sein Volk taufen
1225 Konrad von Masowien ruft den Deutschen Orden gegen die Pruzzen zu Hilfe. Errichtung eines Ordensstaats
1410 Niederlage des Deutschen Ordens bei Grunwald (Tannenberg)
1506-72 "Goldenes Zeitalter der polnischen Kultur" unter den Jagiellonen
1573-1795 Zeit der Wahlkönige und Niedergang des polnischen Staates
1772-1895 Preußen, Österreich und Russland teilen Polen untereinander auf
1918 Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs entsteht ein souveräner polnischer Staat
1939-45 Polen wird von deutschen und (zeitweise) sowjet.Truppen besetzt. 6 Mio. Polen verlieren ihr Leben
1945 Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Polen nach Westen verschoben, Gebietsverluste im Osten werden durch Gewinne im Westen kompensiert; Schlesien, Hinterpommern und Teile Ostpreußens werden polnisch
1980/81 Gründung der Gewerkschaft Solidarność; Ausrufung des Kriegsrechts durch General Wojciech Jaruzelski
1989/90 Die Macht der Kommunistischen Partei schwindet; Arbeiterführer Lech Wałęsa wird Staatspräsident
1999 und 2004 Polen wird NATO- und EU-Mitglied
2008-14 Dank guter Exporte und EU-Fördergelder kommt Polen relativ gut durch die Krise. Zusätzliche Impulse verschafft die 2012 in Polen ausgetragene Fußball-EM. Polens Premier Donald Tusk wird 2014 EU-Ratspräsident
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

ul. Jazdów 12 | 00-467 Warszawa | Tel. 225841700 | www.warschau.diplo.de

Botschaft der Republik Österreich

ul. Gagarina 34 | 00-748 Warszawa | Tel. 228410081 | www.bmeia.gv.at/war schau

Botschaft der Schweiz

Aleje Ujazdowskie 27 | 00-540 Warszawa | Tel. 226280481 | www.eda.admin.ch/warsaw

Notrufe

Ambulanz Tel. 999, Feuerwehr Tel. 998, Polizei Tel. 997, Pannenhilfe Tel. 981

Vom Handy erreicht man mit 112 den allgemeinen Notruf. Vom 1. Juli bis 30. September ist auch die Notrufhotline für Touristen täglich 10-22 Uhr besetzt: Aus dem polnischen Festnetz ist sie gebührenfrei (Tel. 0800200300), mit dem eigenen Handy fallen normale Verbindungsgebühren an (Mobiltel. 0048 608599999).

Internetcafés & Wlan

In allen großen Städten und den meisten kleineren gibt es Internetcafés. Die Preise liegen bei 4-10 Zł., also 1-2,50 Euro, pro Stunde.

Manchmal stellen Touristeninformationen ihren Gästen Internetcomputer zur Verfügung (z.B. in Danzig). Hotspots sind weit verbreitet. In touristisch interessanten Orten wurden meist auf Marktplätzen Hotspots eingerichtet. Weitere Infos finden Sie z.B. unter www.hotspot-locations.de.

In fast allen Unterkünften gibt es mittlerweile Internetzugang, wahlweise mit zur Verfügung gestelltem Kabel oder per WLAN. Eine gute Nachricht: Polens Hotels bieten diesen Service heute in der Regel kostenlos und sind damit in Europa einsame Spitze! Auch bei preiswerten Hostels gehört es zur Philosphie, WLAN gratis anzubieten.

Post

Briefe und Postkarten innerhalb Europas kosten 5 Zł., Eilzustellungen (Prioritaire) z. B. nach Deutschland 16 Zł. In der Regel braucht die Eilzustellung nach Deutschland vier Tage, die normale bis zu zehn Tage.

Telefon & Handy

Telefonkarten für Automaten mit 25, 50 oder 100 Gesprächseinheiten sind in Kiosken und bei der Post erhältlich. Die ehemalige Ortsvorwahl ist inzwischen in die Anschlussnummer integriert worden; so wählt man nun bei allen Orts- und Ferngesprächen innerhalb Polens erst die alte Vorwahl (z. B. für Krakau 12), dann die 7-stellige Anschlussnummer. Bei Gesprächen ins Ausland gelten die internationalen Vorwahlnummern (Polen 0048, Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041). Telefonauskunft für Orts- und Fernverbindungen: Tel. 118913.

Handys wählen sich automatisch in ein polnisches Netz ein. Bei Gesprächen vom Festnetz zu einem Handy muss vor die Nummer eine "0" gewählt werden. Der Normaltarif für Gespräche in Polen hängt vom Netzbetreiber ab, liegt aber bei 0,50 bis 0,80 Euro/Min., von Polen nach Deutschland bei knapp unter einem Euro.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Alte Bräuche und Festtage spielen eine große Rolle in der polnischen Gesellschaft. Kirchenfeste sind die wichtigsten Feiertage. Ebenso wichtig sind die nationalen Feiertage, an denen man sich der Geschichte zuwendet. Besonders in den Sommermonaten bieten die Regionen feste Veranstaltungsreihen an. Informationen: www.polen-info.de

Feste & Veranstaltungen

März/April

In Kalwaria Zebrzydowska wird in der Karwoche das Leiden Christi aufgeführt. In ganz Polen besuchen Gläubige in den Kirchen das Grab Christi und lassen Speisen segnen.

Um Ostern herum findet in Warschau das Internationale Beethoven-Festival statt. www.beethoven.org.pl

Aus Sympathie füreinander bespritzen sich Menschen am Ostermontag beim Śmigus-dyngus gegenseitig mit Wasser.

April

Misteria Paschalia: In Krakau präsentieren Musiker aus aller Welt geistliche Musik in historischen Räumen. www.mis teriapaschalia.pl

Mai/Juni

Fronleichnam: Prozessionen in ganz Polen, besonders schön sind jene in Krakau

Lajkonik: Volksspiel in Krakau, erinnert an einen Holzfäller, der einst die Tataren besiegte

Johannisnacht: In der kürzesten Nacht des Jahres (21. Juni) werden überall Blumenkränze mit Kerzen ins Wasser gelassen; besonders festlich in Krakau

Malta-Festival: internationales Straßentheater am Malta-See in Posen. www.malta-festival.pl

Festival der jüdischen Kultur in Kazimierz, dem ehemals jüdischen Stadtviertel Krakaus. www.jewishfestival.pl

Fischerwallfahrt: Am 29. Juni pilgern Fischerboote von der Halbinsel Hela zu Gottesdienst und Volksfest nach Puck.

Juni-September

Beim hochkarätigen Jazzfestival in Krakau treffen sich Meister aus aller Welt. www.cracjazz.com

Danziger Musiksommer mit Klassik und Internationales Orgelmusikfestival in Gdańsk/Oliwa (Juni-August)

In Kamień Pomorski Kammer- und Orgelmusik (Ende Juni-September)

Juli

Das Heineken Open'er in Gdynia ist ein Mega-Event - ein Crossover aus Pop, Rock und Klassik. www.opener.pl

August

Der Dominikanermarkt in Gdańsk ist Flohmarkt und Volksfest in einem.

Haltestelle Woodstock in Kostrzyn ist eines der größten Rockfestivals in Europa. www.haltestelle-woodstock.de

Wikinger-Festival auf Wollin

September

Open-Air-Rockfestival in Wejherowo

Der Warschauer Herbst ist ein namhaftes Forum zeitgenössischer Musik. war szawska-jesien.art.pl

Oktober

Ende des Monats findet in Warschau das älteste und renommierteste Jazzfestival des Landes statt: Jazz Jamboree. www.polishjazz.com

November

Allerheiligen: Am 1. November gedenken die Polen ihrer Helden und Toten, Friedhöfe verwandeln sich in ein Lichter- und Blumenmeer.

Dezember

Weihnachtskrippen in Krakau: Jedes Jahr werden die schönsten Weihnachtskrippen ausgestellt und die Gewinner ausgezeichnet.

Gesetzliche Feiertage

1. Jan. Neujahr
März/April Ostermontag
1. Mai Tag der Arbeit
3. Mai Tag der Verfassung von 1791
Mai/Juni Fronleichnam
15. Aug. Mariä Himmelfahrt
1. Nov. Allerheiligen
11. Nov. Tag der Unabhängigkeit 1918
25./26. Dez. Weihnachten
Mobilität vor Ort

Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt innerorts 60 km/h, außerorts 90 km/h, auf Landstraßen mit zwei Spuren 100 km/h, auf Autobahnen/Schnellstraßen 130 km/h. Es besteht Anschnallpflicht, und von Oktober bis Februar ist auch tagsüber das Abblendlicht einzuschalten. Straßenbahnen haben immer Vorfahrt. Die Promillegrenze liegt bei 0,2. Bußgelder müssen sofort bezahlt werden (Lassen Sie sich eine Quittung ausstellen!). Das außerörtliche Tankstellennetz ist relativ dicht; "ON" ist die Abkürzung für Diesel, ein durchgestrichenes "Pb" steht für bleifreies Benzin.

Pannenhilfe des Polnischen Motorverbandes PZM: Tel. 981, ADAC-Notruf in Polen mit deutschsprachigen Mitarbeitern: Tel. 0618319888

Auch wenn die Zahl der Autodiebstähle schon seit einigen Jahren rückläufig ist, sollte man nach Möglichkeit bewachte Parkplätze (Parking Streżony) benutzen. Die meisten Hotels verfügen über eigene bewachte Parkplätze, in großen Städten gibt es große Flächen mit einer Rund-um-die-Uhr-Bewachung. Bei Diebstählen in Polen greift grundsätzlich die Kaskoversicherung; Informationen über Ausnahmen sollte man bei der eigenen Autoversicherung einholen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die bevorzugten öffentlichen Verkehrsmittel sind in Polen Bus und Bahn. Während sogenannte Personen- und Schnellzüge (osobowy/pośpieszny) sehr günstig, aber langsam sind, sind die etwas schnelleren, zwischen den großen Städten verkehrenden Intercitys vergleichsweise teuer; auch sind sie reservierungspflichtig. Neben den regulären gibt es zahlreiche Sondertarife: Erkundigen Sie sich nach den preiswerten Weekend- bzw. Familientickets! Auf dem Bahnhof (dworzec PKP) werden die Abfahrtszeiten auf gelben Tafeln (odjazdy) angezeigt; die Ankunftszeiten (przyjazdy) sind auf weißen Tafeln angegeben.

Das polnische Busnetz ist gut ausgebaut. Meist befinden sich die Bus-Terminals (dworzec PKS) in unmittelbarer Nachbarschaft der Hauptbahnhöfe. Die Tickets kauft man entweder im Voraus an der Kasse oder direkt beim Busfahrer. Neben der staatlichen Busgesellschaft PKS gibt es zahlreiche private Anbieter, die entweder günstigere Preise oder - bei gleichem Preis - komfortablere Busse einsetzen.

Schiffstouren

Ausflugsfahrten nach Polen veranstaltet die Reederei der Adler-Schiffe (Tel. 0465198700 | www.adlerschiffe.de). Buchbar sind die reinen Überfahrten sowie zusätzliche Busrundfahrten mit deutschsprachiger Reiseleitung. Folgende Verbindungen werden regelmäßig angeboten: tgl. zwischen Bansin, Ahlbeck und Heringsdorf auf Usedom und Międzyzdroje auf Wollin mit Umsteigen in Świnoujście (Swinemünde) sowie zwischen Altwarp auf Usedom und Nowe Warpno (Neuwarp) mit Bustransfer nach Szczecin (Stettin).

Im Angebot sind ebenfalls verschiedene Flusskreuzfahrten in Polen, darunter z.B. die Flusskreuzfahrt Berlin-Stettin über Havel und Oder: www.sternundkreis.de. Für Schiffsausflüge auf der Ostsee: www.zegluga.com.pl

Taxi

Taxifahren ist in Polen immer noch relativ preiswert. Nehmen Sie aber nur Wagen mit Telefonnummer auf dem Dach und einem funktionierenden Taxameter. Leuchtet die Nummer, ist das Taxi frei. Die Startgebühr sind 6 Zł. Der Preis für jeden gefahrenen Kilometer ist bei regulären Taxis an der Seitenscheibe angezeigt. Pro Kilometer kommen zum Startpreis 2-3 Zł. hinzu. Nachttarife liegen etwa 50 Prozent darüber. Unter www.tanieta xi.pl ("Taxi preiswert") können Sie sich in der Rubrik Kalkulator bei Angabe des Abfahrts- und Ankunftsorts den exakten Fahrpreis ausrechnen lassen. Unbedingt ablehnen sollten sie Angebote von Privatpersonen, die an Flughäfen und Bahnhöfen häufig versuchen, Touristen zu übervorteilen. Sie bezahlen in der Regel dann den doppelten oder dreifachen Preis.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Polnische Hausmannskost ist meist noch preiswerter und auch sehr lecker. Sie erkennen sie an dem Schild obiady domowe. Hinter der Aufschrift Bar mleczny (Milchbar) verbirgt sich eine polnische Besonderheit: Sie ist ein sozialistisches Überbleibsel, wurde aber in den letzten Jahren zum wiederbelebten Kultort. Im einfachen, kantinenartigen Ambiente füllen sich vor allem junge Polen gut und günstig den Magen. Die Milchbar funktioniert nach dem Selbstbedienungsprinzip: Die meist enorme Auswahl an Gerichten wird samt Preis auf einer großen Tafel neben der Theke angezeigt. Dort geben Sie auch Ihre Bestellung auf, zahlen und warten auf das Essen, das Ihnen sogleich dampfend von einer bekittelten Matrone aus der Küche gereicht wird. Probieren Sie in der Milchbar z.B. mal die säuerlich-pikante Roggenmehlsuppe mit Wursteinlage (żurek z kiełbasę), Rote-Bete-Suppe mit Krokette (barszcz z krokietkiem) oder gefüllte Teigtaschen (pierogi) mit einem Becher Kefir. Na denn, guten Appetit!

Die traditionelle polnische Küche ist recht bodenständig und handfest. In ihr finden sich die vielfältigen Einflüsse anderer Nationalküchen, vor allem der litauischen, russischen, deutschen und jüdischen wieder. Es gibt in Polen keine großen regionalen Unterschiede, wohl aber regionale Spezialitäten wie z. B. die schlesische kaszanka, eine grobe Grützwurst, die pyzy (Dampfnudeln) aus Großpolen oder die kiszka ziemniaczana (Kartoffelwurst) aus Ostpolen. Die Gerichte auf den Speisekarten richten sich stark nach der jeweiligen Jahreszeit und ihrem Angebot, im Herbst z. B. isst man häufiger Wild und Pilze.

"Von allen Gemüsesorten mag ich am liebsten Kotelett", sagen die Polen scherzhaft, denn sie sind große Fleischesser; Rind, Schwein und Geflügel, auch viel Wurst kommt auf den Tisch. Fisch gibt es in diesem katholischen Land traditionell freitags.

Die Mahlzeiten sind reichlich und deftig. Schon zum Frühstück gibt's Rührei und Würstchen, Käse, Wurst, biały ser (schnittfesten Schichtkäse), Tomatenscheiben oder Gurken, dazu Tee oder Kaffee. Bis zum Mittagessen hilft man sich mit einem Stück Hefekuchen (drożdżówka) und Tee weiter. Mittags, zwischen 13 und 14 Uhr, wird warm gegessen. Die Mahlzeit besteht meist aus Suppe, Hauptgang und Nachtisch. Als Getränk reicht man kompot, meist lauwarmes, verdünntes Kompott aus Erdbeeren oder Kirschen im Glas. Zu Abend isst man zwischen 19 und 20 Uhr. Auf den Tisch kommt normalerweise eine ähnliche Speisenauswahl wie beim Frühstück.

Es gibt in Polen noch sehr viele nicht-industrielle Lebensmittel: sauer eingelegte Gurken oder Pilze, eingeweckte Früchte, selbst gemachte Säfte und Schnäpse, mit der Hand geformte pierogi (Teigtaschen mit Füllung) oder uszka, "Öhrchen", Mini-Pierogi als Suppeneinlage. Die Wochenmärkte sind kleine Paradiese für Feinschmecker, dort findet sich alles frisch vom Baum, Feld oder aus dem Wald, auch selbst gemachte Butter und Käse, Honig und mehr.

Suppen und Eintöpfe werden in Polen gerne gegessen, und es gibt davon eine große Auswahl. Zu den beliebtesten Suppen gehören pomidorowa, Tomatensuppe aus frischen Tomaten mit Nudeln oder Reis, und rosół, Hühner- oder Rinderbrühe. Typisch polnisch sind auch kapuśniak und ogórkowa, Suppen, die aus Sauerkraut bzw. sauren Gurken gemacht werden. Lecker ist der krupnik, eine dicke Suppe aus Graupen und Gemüse. Typisch für polnische Suppen ist, dass sie meistens mit einem Schuss Sahne abgerundet werden.

Auf der Hitliste der Hauptspeisen stehen sznycel und kotlet ganz oben. Beliebt sind auch gołąbki, Kohlrouladen mit einer Füllung aus Hackfleisch und Reis, und zrazy, Rinderrouladen. Zu den Klassikern gehören kaczka z jabłkami, Ente mit Äpfeln, oder gęś pieczona, gebratene Gans. An Wildgerichten kommen häufig dzik und sarnina (Wildschwein und Reh) auf den Tisch. Fischgerichte bestehen meist aus Süßwasserfischen wie Forelle (pstrąg), Karpfen (karp), Hecht (szczupak) oder Schleie (lin). An der Ostsee kommt der Fisch natürlich aus dem Meer; Dorsch, Hering und Lachs sind die am häufigsten gefangenen Arten. Zu Fisch und Fleisch werden meist Kartoffeln gereicht. Gemüse als Beilage ist nicht so populär, es gibt z. B. kapusta (Kohl), buraczki (Rote Bete) oder marchewka (Möhren). Dafür wird der Hauptgang durch einen Rohkostteller (surówka) ergänzt.

Die Polen sind große Teetrinker. Der Tee (herbata) wird meist mit Zucker und einer Scheibe Zitrone getrunken. Anstelle des traditionellen Kaffeeaufgusses im Glas haben mittlerweile Espresso und Cappuccino oder schlicht kawa z ekspresu Einzug gehalten. Während Wodka eine lange Tradition hat, ist die Popularität von Bier neu. Polnisches Bier ist wohlschmeckend. Die populärsten einheimischen Sorten sind Okocim, Żywiec, Tychy und das dunkle Dobry Wieczór der Brauerei Pinta. In der Verbrauchergunst gestiegen ist Wein; der Weinmarkt ist aber noch unterentwickelt.

Einkaufen und Shoppen

Die Zeiten der Herrschaft bestickter Tischdeckchen, Bernsteinketten und Kristalle über den Souvenirmarkt in Polen sind vorbei. Riesige, moderne Shoppingcenter locken jetzt mancherorts mit Hunderten von Geschäften die Kundschaft. Eine Shoppingtour ist in Polen auch wegen der freien Ladenöffnungszeiten angenehm; es gibt bereits viele Läden, die rund um die Uhr geöffnet haben. Lassen Sie sich aber auf keinen Fall die Märkte mit ihrem besonderen Charme entgehen.

Glas & Porzellan

Schön ist das Design von Glas und Porzellan. Neben den Pfauenpünktchen der Bunzlauer Keramik finden Sie Einzelstücke in Galerien und interessante Stücke beim Stöbern im einfachen Haushaltswarengeschäft. Zu Recht gibt es viele Sammler, die das polnische Kristallglas schätzen. Ob klar oder farbig, diese Gläser machen aus einem gedeckten Tisch eine elegante Tafel.

Kleidung & Leder

Schon auf den ersten Blick springen dem ausländischen Käufer Markennamen ins Auge, die er von zu Hause kennt. Deren Produkte sind in der Regel etwas billiger als in Deutschland. Aber es lohnt sich auch, gezielt nach polnischem Modedesign zu schauen, denn die Modewelt in Paris und Mailand bekommt Konkurrenz: Auf der Warsaw Fashion Street zeigen sich aufstrebende Talente wie Anna Pyrkosz und Kinga Buszczyńska. Natürliche Stoffe, am liebsten Seide, Baumwolle und Leinen, sind die Basis für ihre betont femininen Kollektionen, die sich durch aufwändige Details auszeichnen. Erschwinglicher sind Kreationen der polnischen Marke Simple, die - wie der Name andeutet - unprätensiöse, tragbare Alltagsmode präsentiert. Traditionell sind auch Lederwaren preiswert: Handtaschen, Lederjacken, Mäntel und Handschuhe; Schuhe dagegen eher weniger.

Kunst & Kunsthandwerk

Bekannt ist Polen für seine Plakatkunst. Schauen Sie sich z. B. in Warschau am Alten Markt die eindrucksvollen Plakate an. Ein Plakat aus Polen an der Wand ist eine schöne Erinnerung an das Land. Leider sind die Zeiten vorbei, da man in Galerien gute Kunst für wenig Geld kaufen konnte - die Preise haben Westniveau. Sollten Sie trotzdem über das nötige Kleingeld verfügen, bekommen Sie hier mit Sicherheit Grafiken und andere Kunstwerke, die einen einzigartigen, polnischen Charakter tragen. Das gilt auch für Volkskunst. Wer sich einen schönen handgewebten Wandteppich oder eine ausdrucksstarke Holzfigur kaufen möchte, für den sind die traditionellen Cepelia-Läden immer noch die beste Adresse.

Etwas preiswerter kann man sich der Kunst widmen, indem man sich in aller Ruhe schöne Bildbände ansieht. Obwohl Bücher teuer geworden sind, sind Kunst- und Fotobände immer noch preiswert, die Ausgaben meist in einer sehr anspruchsvollen Qualität.

Und dann sind da noch die Gartenzwerge. Das deutsche Monopol auf diese Spezies ist für immer gebrochen. Zu Hunderten stehen diese Kerlchen beiderseits der internationalen Straßen und finden regen Zuspruch bei den Touristen: Die halten auf dem Heimweg gerne mal für so ein Zipfelmützengeschöpf oder eine andere Figur für den heimischen Garten.

Lebensmittel

Der polnische Wodka ist wärmstens zu empfehlen. Das hochprozentige Nationalgetränk gibt es in Dutzenden von Sorten. Die Flaschen haben alle ein schönes Design, und der Inhalt kommt jedem Geschmack entgegen: Da gibt es süße Sorten wie z. B. Preiselbeerwodka, Klare wie Żytnia oder Wyborowa oder den Żubrówka mit dem Büffelgras.

Wenn sich Ihr Aufenthalt in Polen dem Ende zuneigt, dann gehen Sie doch mal über einen Markt: Kaufen Sie sich Pilze oder Beeren, ein Glas marinierte Pilze, eine aromatische Wurst oder einen Kranz getrockneter Pilze für die Soße.

Schmuck

Berühmt ist das exquisite Silberschmuck-Design. Gewagte Formen und eine schöne Verarbeitung: mal Silber pur, mal mit Steinen, auch - ganz modern - mit Bernstein.

Öffnungszeiten

Einzelhändler haben Mo-Fr 11-19 und Sa 11-14 Uhr geöffnet. Größere Kaufhäuser sind in der Regel sieben Tage die Woche 10-20 Uhr geöffnet. Lebensmittelläden öffnen bereits zwischen 6 und 8 Uhr, manche sind rund um die Uhr offen. Behörden und Banken sind in der Regel 8-17 Uhr, Postämter 8-16 Uhr geöffnet, zum Teil auch länger. Restaurants kennen normalerweise keinen Ruhetag.

Spezialitäten

barszcz Klassiker der polnischen Küche: Suppe aus Roter Bete
biała kiełbasa die mit Majoran abgeschmeckte weiße Wurst wird warm, am besten mit chrzan (Meerrettich) gegessen
bigos der berühmte Eintopf aus Kraut, mehreren Fleischsorten, Wurst und Pilzen wird tagelang geschmort
chłodnik litewski die "litauische Kaltschale" wird aus Joghurt, Buttermilch und verschiedenem Gemüse mit einem Schuss Rote-Bete-Saft gemacht
czernina Suppe aus dem Blut junger Gänse, Enten oder Ferkel mit deren Fleisch, Dörrpflaumen und -birnen sowie Nudeln
flaki dicke, sehr pikante Suppe aus Kutteln
gofry Waffel mit Obst und Schlagsahne
karp po żydowsku Karpfen auf jüdische Art mit Rosinen und Mandeln
kasza gryczana Buchweizengrütze, meist als Beilage
kopytka Kartoffelklöße mit Speckstippe
mazurek typisches Ostergebäck aus Mürbeteig mit Mandeln, Nüssen, Quark und Rosinen
miód pitny Honigwein, wird am besten heiß getrunken
mizeria süß-saurer Gurkensalat mit Sahne und Dill
naleśniki z serem Pfannkuchen als Hauptspeise mit süßer Füllung aus einer Quarkmischung, mit etwas saurer Sahne begossen
pierogi Teigtaschen mit süßer (z. B. Früchte) oder deftiger (z. B. Hackfleisch) Füllung; klassisch sind "russische Piroggen" (pierogi ruskie) mit Schichtkäse, Zwiebeln und Kartoffeln
zapiekanka Baguette, mit Pilzen belegt und mit Käse überbacken
Żubrówka Wodka mit einem Stängel Büffelgras
żurek Suppe aus einem speziell fermentierten Roggenmehl, mit Wurst und gekochtem Ei, säuerlich-pikant
Stichworte

Bernstein

Von der Hohen Tatra bis zur Ostseeküste wird der hell- bis goldgelbe, klare oder trübe, selten der blaue bursztyn verkauft. Das größte Angebot findet man an der Küste, wo er hauptsächlich gefördert, gesammelt und verarbeitet wird. Der Stein, der eigentlich kein Stein ist, entstand vor 40-50 Mio. Jahren aus dem eingetrockneten Harz der Bernsteinkiefer. Die interessantesten Stücke schließen Spuren von Lebewesen ein, die vor zig Millionen Jahren in diesen Wäldern lebten; es sind die sogenannten Inklusen aus Tier- oder Pflanzenteilen. Nur jedes fünfhundertste Bernsteinstück beinhaltet solch einen Einschluss.

Die größten Vorkommen polnischen Bernsteins liegen etwa 10 km südwestlich von Ustka in Możdżanowo. Auch an der Verbindungsstelle zur Halbinsel Hela findet sich in 130 m Tiefe Bernstein. Die Vorräte Polens werden insgesamt auf noch 12000 t geschätzt.

Da Polen in der Antike an der Bernsteinstraße lag, war der Börnsteen, der "brennende Stein" (so genannt, weil er bereits bei 350 Grad Celsius entflammt), dort schon immer ein wertvoller Rohstoff. Kaufleute erkannten schnell, dass man mit ihm viel Geld verdienen konnte, und stellten im Mittelalter seine Gewinnung und den Verkauf in Ost- und Westpreußen unter Hoheitsrecht. Das Sammeln und die Veräußerung von Bernstein auf eigene Rechnung konnte danach vom "Bernsteingericht" sogar mit dem Tod bestraft werden. Das Gesetz galt, in abgemilderter Form, noch bis 1945. Heute ist das Bernsteinsammeln ungefährlich: Man sieht an den Ostseestränden so manche gebückte Gestalt, die hoffnungsvoll nach dem Stein Ausschau hält, dem man heilende und auch magische Kräfte nachsagt.

Familie

Die Familie spielt traditionell eine wichtige Rolle im Leben der Polen. Abgesehen von dem persönlichen Halt, den sie bietet, steht oft eine einfache Notwendigkeit dahinter: Noch heute sind viele Polen aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, mit mehreren Generationen unter einem Dach zu leben. Die (Groß-)Familie war - und ist es zu einem Teil immer noch - ein gut durchorganisierter Betrieb, in dem alle aufeinander angewiesen sind.

Dabei nehmen die Großeltern ihren meist in mehreren Jobs gleichzeitig arbeitenden Kindern den Haushalt und die Betreuung der Enkel ab. Im Gegenzug bietet die Familie ihnen die Unterstützung und Fürsorge, die der Staat nicht leisten kann. Dieses soziale Netz ist auch für diejenigen Familienmitglieder, die arbeitslos geworden sind, lebensnotwendig, denn weder von der Arbeitslosenhilfe noch von der Rente kann man in Polen wirklich überleben.

Mit dem wachsenden Wohlstand und der rasanten Entwicklung des Landes entfallen aber zunehmend einige der Aufgaben, die die Großfamilie bisher erfüllt hat. Besonders rasch ändern sich die überlieferten Familienstrukturen dort, wo junge Menschen aus der Provinz in der Großstadt Zugang zu Bildung gefunden und den sozialen Aufstieg geschafft haben. Der Preis dafür ist mitunter hoch - häufig verstehen dann die Eltern ihre Kinder nicht mehr, denen das Internet näher als der Sonntagsgottesdienst geworden ist.

Frauen

Der Inbegriff der traditionellen Aufgabe der Frau in der polnischen Gesellschaft ist die "Matka Polka" (Mutter Polin). Sie trug in der von zahlreichen Kriegen und Aufständen geprägten polnischen Geschichte die Verantwortung für Hof und Betrieb sowie für die Kindererziehung und damit für den Fortbestand der Familie und mittelbar der ganzen Nation. Noch heute heißt es verklärend, sie hätten zu Haus "die Hosen an". Ein Großteil der polnischen Frauen lebt nach dem konservativen, von der Kirche geförderten Rollenbild, meist mit der Doppelbelastung durch Haushalt und Beruf. Allerdings gibt es inzwischen in vielen jungen Ehen eine gleichberechtigte Arbeitsteilung in der Kindererziehung und im Haushalt.

Der wirtschaftliche Systemwandel traf Frauen besonders hart, denn sie waren die Ersten, die von Entlassungen betroffen waren. Doch viele haben sich mit einer besseren Ausbildung als die der Männer gerüstet, die Flucht nach vorn angetreten und sich selbstständig gemacht. Inzwischen gehört fast jede vierte kleine und mittlere Firma einer Frau. Die polnischen Powerfrauen haben sich auch in großen Firmen durchgekämpft: Jeder dritte Topmanager ist eine Frau - das ist in Europa beispiellos.

Kirche

Die Bedeutung der katholischen Kirche, die entscheidend zum Überleben der polnischen Nation als Kultur- und Sprachgemeinschaft beigetragen hat, ist kaum zu überschätzen. Erst nach der Wende zu einer demokratischen Entwicklung nahm ihre überragende politische Bedeutung ab. Trotzdem hat das Gleichnis "Pole gleich Katholik" angesichts von über 90 Prozent bekennender römisch-katholischer Polen nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt. Und obwohl viele junge und gebildete Polen die Morallehre der Kirche zunehmend als unzeitgemäßen Eingriff in ihr Privatleben empfinden, ist sie nach wie vor - besonders auf dem Land - die Institution, die den Moralkodex bestimmt. Sie bietet den Menschen, die zu den Verlierern der Wende zählen oder sich von den gesellschaftlichen Umbrüchen überrollt fühlen, ein geistiges Zuhause. Übervolle Kirchen zeugen nicht nur von tiefer Gläubigkeit, sondern auch vom Bedürfnis nach Halt und Orientierung. Eine besondere Rolle spielen dabei die tiefe Verehrung, die dem 2005 verstorbenen und 2014 heiliggesprochenen Papst Johannes Paul II. entgegengebracht wird, und der beinahe volkstümliche Marienglaube.

Nationalstolz

Es gehört zur Mentalität der Polen, wie die Rohrspatzen auf das eigene Land, den Staat und vor allem die Politiker zu schimpfen. Doch Vorsicht: Die Menschen sind sehr stolz auf ihre Heimat und reagieren gereizt, wenn Ausländer sich das Recht herausnehmen, Kritik zu üben. Ein Grund dafür ist wohl, dass die Polen immer wieder mit einer gewissen Verbitterung zur Kenntnis nehmen müssen, dass ihre historischen Leistungen vom Rest Europas nicht gebührend gewürdigt werden. So begann der Anfang vom Ende des Kommunismus nicht mit dem Fall der Mauer in Berlin, sondern ein halbes Jahr zuvor mit den ersten halbfreien Wahlen, die sich das polnische Volk am 4. Juni 1989 erkämpft hatte. Und noch ein wichtiger Hinweis: Frédéric Chopin war kein Franzose und Nikolaus Kopernikus kein Deutscher!

Slawische Nachbarn

Die slawischen Brüder und Schwestern sind in Polen nicht unbedingt beliebt. Die Tschechen und Slowaken werden vor allem belächelt; ihre Sprache erscheint den Polen als drollige Abart ihrer eigenen. Die Ukrainer werden mit einer Mischung aus Mitleid, paternalistischer Fürsorge und Hass bedacht: Mitleid, weil sie in der EU "draußen bleiben" und deshalb verdammt scheinen zu Armut und Rückständigkeit. Daran scheint sich auch nach der von Polen und der Ukraine gemeinsam ausgerichteten Fußball-EM 2012 wenig geändert zu haben. Paternalistische Fürsorge kommt den Ukrainern zu, weil ihr Land zu den kresy gehört, Polens verlorenen Ostgebieten, die es sich eines fernen Tages vielleicht wieder zurückholen kann. Hass ernten die Ukrainer, weil sie unerbittlich für ihren eigenen Staat gekämpft und sich dabei schon manches Mal mit den Polen angelegt haben. Die Weißrussen lösen Irritation aus, denn was ist von einem Volk zu halten, das sich nach der langersehnten Staatsgründung sogleich den Russen an den Hals warf? Die Russen schließlich galten bisher als Feind Nr. 1: Der Hitler-Stalin-Pakt, der 1939 zur Aufteilung Polens zwischen Deutschland und der Sowjetunion führte, die Erschießung von mehr als 20000 polnischen Offizieren ("Massaker von Katyń") und Polens Bevormundung bis 1989 boten viele Gründe dafür. Als 2010 eine polnisch-russische Gedenkfeier in Smolensk (bei Katyń) ausgerichtet wurde, durften alte Verschwörungstheorien auferstehen: Beim Landeanflug stürzte die polnische Regierungsmaschine ab und riss neben Präsident Kaczyński 95 Vertreter der politisch-militärischen Elite mit in den Tod. Allen Fakten zum Trotz halten sich bis heute Gerüchte, der Absturz gehe auf das Konto des russischen Geheimdienstes ... Seit Russlands Krim-Annexion 2014 ist eine neue polnisch-russische Eiszeit angebrochen: Polens Regierungsvertreter ließen verlautbaren, der östliche Nachbar sei die Hauptbedrohung für den Weltfrieden.

Tourismus

Polen hat schon längst erkannt, welch großes wirtschaftliches Potenzial im Tourismus steckt. Die stetig ansteigende Zahl allein deutscher Touristen (2010 4,6 Mio.) spricht für sich. Im polnischen Tourismusministerium verspricht man sich in den kommenden Jahren einen jährlichen Besucherzuwachs von gut 4 Prozent. Die Investitionen in den Tourismus stellen daher eine Investition in einen wachsenden Wirtschaftszweig dar. Dabei legt man besonderen Wert auf eine bessere Anfahrtsinfrastruktur und ein breiteres Kultur-, Sport- und Freizeitangebot. Schon jetzt bewahren und vermarkten die Polen mit großer Professionalität die Attraktionen ihrer Heimat. Die schönsten und wertvollsten Landstriche werden in 23 Nationalparks von einer Gesamtfläche von 3000 km2 geschützt, die historischen Denkmäler wieder aufgebaut.

Die Hotelbranche scheint ihre Hausaufgaben bereits gemacht zu haben. Unterkünfte jeder Art schießen wie Pilze aus dem Boden: moderne Häuser, Hotels in historischen Bürgerhäusern, in restraurierten Schlössern und Palästen, Pensionen, Ferienwohnungen, gut ausgestattete Campingplätze. Die Zahl der Hotels hat sich seit 1990 knapp verzehnfacht. Seit der Wende boomt es auch beim Urlaub auf dem Bauernhof: Hier zeigt sich in besonderem Maß, dass der in Polen eingeschlagene Weg des sanften Tourismus richtig und zukunftweisend ist.

Wirtschaft

Von allen fundamentalen Reformen, die Polen nach 1989 durchgestanden hat, war die Wirtschaftsreform die folgenschwerste und radikalste: Die ehemals privilegierten Gruppen, d. h. körperlich schwer arbeitende Menschen wie etwa Bergbauarbeiter, verloren ihre Pfründe, viele Menschen durch Schließungen der unwirtschaftlichen Staatsbetriebe sogar ihre Existenzgrundlage. Einige gut ausgebildete und wirtschaftlich aktive Jüngere oder Menschen mit guten Beziehungen, darunter auch Angehörige der alten kommunistischen Eliten, konnten sich durch Firmengründungen oder Privatisierung erfolgreich neu positionieren.

Der zur Schau gestellte Wohlstand der Neureichen steht im krassen Gegensatz zur Armut der Landstriche mit einer besonders hohen Arbeitslosigkeit. In Polen leben noch über 2 Mio. Menschen, also knapp 16 Prozent der Beschäftigten, von der Landwirtschaft. Das ist sehr viel mehr als in vergleichbaren westeuropäischen Staaten und ein deutlicher Hinweis auf eine immer noch stark agrarisch strukturierte Gesellschaft. Andererseits gibt es in der Industrie Trends, die in die Zukunft weisen: Polens Exportschlager sind Autos und Autoteile. Mittlerweile arbeiten rund 30 Prozent der Polen in industriellen Berufen. Ein Indiz für die Veränderung der Gesellschaft in Richtung Konsum und Dienstleistung ist auch die Zahl von 67,3 Prozent der in diesem Sektor Beschäftigten.

Die nach der Wende zunächst hohe Arbeitslosenquote von 19 Prozent hat sich nach 2004 wieder halbiert. Zum großen Teil lag das daran, dass fast zwei Millionen junger Menschen nach Polens EU-Beitritt emigriert sind. Sie nahmen besserbezahlte Arbeitsstellen in Großbritannien und Irland an, deren Arbeitsmarkt ihnen von Anfang an offen stand. Mit der Weltwirtschaftskrise, von der diese beiden Länder besonders stark betroffen sind, hat freilich der Rückzug der Polen in die Heimat eingesetzt ... Dort freilich ist die Lage auch nicht gerade rosig, nachdem viele ausländische Investoren ihre Gelder abgezogen haben und westliche Banken mit der Kreditvergabe vorsichtiger geworden sind. Mittlerweile ist die Arbeitslosenzahl auf 14 Prozent hochgeschnellt.

Bloss nicht!

Unangemessen gekleidet sein

"Oben ohne" oder "ganz ohne" am Strand ist weder üblich noch gern gesehen. Für Freizügigkeiten dieser Art gibt es den einzigen offiziellen FKK-Strand bei Krynica Morska auf der Frischen Nehrung und einige allgemein bekannte "wilde" wie z. B. bei Dębki, Lubiewo und Chałupy auf der Halbinsel Hela. Generell herrscht in Polen eine recht konservative Kleiderordnung, die stark zwischen "offiziell" und "privat" unterscheidet und der Situation angemessen zu sein hat. Als taktlos empfindet man daher Besucher in Latschen und Shorts z. B. in Kirchen oder an Orten nationalen Gedenkens wie den ehemaligen Konzentrationslagern.

Rücksichts- und respektlos sein

Im Unterschied zu der westlichen, auf individuelle Freiheit ausgelegten Erziehung wird man in Polen angehalten, auf die Umgebung Rücksicht zu nehmen. Lautes und auffälliges Benehmen - ob lautstarkes Auftreten im Restaurant, wildes Fotografieren in Kirchen, Knutscherei an öffentlichen Plätzen - wird als unangenehm empfunden. Rücksicht üben sollten Sie auch im anderen Sinne: Auch wenn Ihnen der polnische Katholizismus mit dem Marienkult oder der Papstverehrung etwas seltsam vorkommt, machen Sie keine Witze, und zeigen Sie Respekt. Seien Sie auch mit allzu drastischen Kommentaren zur polnischen Politik oder Geschichte zurückhaltend.

Höfliche Männer falsch verstehen

Von klein auf werden polnische Jungen dazu erzogen, sich Frauen gegenüber galant und zuvorkommend zu verhalten. Der berühmte hingehauchte Handkuss, den frau sowohl von dem weltgewandten Städter als auch dem einfachsten Bauernjungen erhalten kann, ist das auffälligste Zeichen dafür. Sehen Sie das nicht als Angriff auf die Emanzipation oder gar als plumpe Anmache, auch nicht, wenn man Ihnen die Tür aufhält, den Koffer trägt, aus dem Mantel hilft - das ist in Polen selbstverständlich.

Zebrastreifen trauen

Wenn Sie in Polen über die Straße gehen wollen und sich wartend an die Bordsteinkante stellen, dann werden Sie erleben, dass kein polnischer Autofahrer von Ihnen Notiz nehmen wird. Das muss er laut Straßenverkehrsordnung auch nicht. Erst wenn Sie sich bereits auf dem Übergang befinden, werden Autofahrer anhalten. Meistens jedenfalls. Also vertrauen Sie lieber keinem Zebrastreifen. Sind Sie als Autofahrer unterwegs, seien Sie bitte nicht höflich, und halten Sie nicht vor Zebrastreifen. Kein Einheimischer wird sich vom Fleck rühren, auch nicht, wenn Sie ihn mit freundlichen Gesten ermuntern. Spätestens wenn hinter Ihnen laut gehupt wird, sollten Sie Ihre Zuvorkommenheit aufgeben. Jedenfalls was Zebrastreifen betrifft.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Kriminalität

Insbesondere in Großstädten und auf den viel befahrenen Strecken Görlitz-Breslau (A 4), Frankfurt/Oder-Warschau kann es zu einem Diebstahl oder Raub von Kraftfahrzeugen kommen, u.a. auch durch vorgetäuschte Unfälle bzw. Pannen. Es wird geraten, Fahrzeuge während der Fahrt zu verschließen und attraktivere, neuwertige Fahrzeuge nur auf bewachten Parkplätzen abzustellen.

Es kommt zu Taschendiebstählen, auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wertsachen, Kameras, Pässe und Brieftaschen/Geldbörsen sollten möglichst nicht sichtbar getragen werden, Gepäck sollte niemals unbeaufsichtigt bleiben.

In der Grenzregion zu Deutschland häufen sich Fälle, in denen Personen unter Vortäuschung einer akuten Notlage Reisende um finanzielle Unterstützung bitten. Häufig weisen sich Hilfesuchende dabei selbst als Deutsche aus.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Touristische Informationen für Reisen nach Polen sind erhältlich im offiziellen Tourismus-Portal Polens "Polska".

Grenzgebiet zu Russland

Hinweis für Touristen, insbesondere Wanderer, im Grenzgebiet Polen-Russland (Gebiet Kaliningrad): Die "grüne Grenze" ist an verschiedenen Stellen nur durch weit auseinander liegende Grenzsteine markiert. Wer die Grenze auch nur für wenige Meter illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die russische Grenzpolizei und einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

Geldtausch in Wechselstuben (sog. Kantor)

In den touristischen Zentren wird zur Vorsicht beim Geldtausch geraten. Manche Wechselstuben locken Kunden mit missverständlichen Werbetafeln. Es wird daher empfohlen, vor dem Tausch den genauen Kurs für das beabsichtigte Tauschgeschäft zu erfragen. Bei seriösen Wechselstuben ist die Marge zwischen Euro-Ankaufs- (kupno) und Verkaufskurs (sprzedaż) gering (z.B.: kupno - we buy at: 1 € = 4,15 zl - sprzedaż - we sell at 1 € = 4,17 zł).

Kredit-/Bankkarten

Die Bankkarte (mit Maestro- oder V-Pay-Symbol) wird als Zahlungsmittel wie alle Kreditkarten häufig akzeptiert. Bei Abhebungen an Geldautomaten in Polen ist Vorsicht geboten: Häufig wird die Direktumrechnung zu einem "garantierten Wechselkurs" in Euro angeboten. Es wird empfohlen, sich vor Nutzung dieses Services sorgfältig über den Wechselkurs des Zloty zu informieren, da der am Geldautomaten angebotene Wechselkurs bis zu 10 % ungünstiger sein kann, als der Interbanken-Wechselkurs, der bei einer Abrechnung in Zloty verwendet wird.

Straßenverkehr

Steuert der Halter sein Fahrzeug nicht selbst oder fährt darin als Passagier mit, benötigt der Fahrer des Fahrzeugs unbedingt eine Bescheinigung des Halters, in der ihm die Erlaubnis erteilt wird, das Fahrzeug zu nutzen und damit nach Polen zu reisen. Fahrer eines nicht in Polen zugelassenen Fahrzeuges, die ohne eine solche Bescheinigung angetroffen werden, müssen mit einer Geldbuße rechnen. Ein Muster für eine solche Bescheinigung gibt es auf der Homepage der polnischen Botschaft Berlin, http://www.berlin.msz.gov.pl/pl/ bei Konsularinformationen-Rechtsinformationen.

Das Mitführen der Grünen Versicherungskarte ist nicht mehr Pflicht. Dennoch empfiehlt es sich, die Grüne Versicherungskarte mitzuführen, da sie erfahrungsgemäß die Abwicklung im Schadensfall erheblich erleichtert.
Der Abschluss eines Auslandsschutzbriefes für Kraftfahrzeuge wird empfohlen, da bei einem Unfall sehr hohe Kosten für den Rücktransport des Fahrzeuges nach Deutschland entstehen, bzw. sehr hohe Gebühren für den Fall der Verschrottung in Polen anfallen können.

Die derzeitige polnische Straßenverordnung verbietet das Führen von Kraftfahrzeugen nach Alkoholgenuss und/oder bei Trunkenheit. Bei Alkohol am Steuer gilt die Grenze von 0,2‰ Alkohol im Blut bzw. von 0,1 mg/l Atemalkohol. Auch geringfügige Überschreitungen können bereits mit Freiheitsstrafen geahndet werden. Mit Führerscheinentzug und Fahrzeugsicherstellung ist zu rechnen. Beim Führen von Fahrrädern gelten dieselben Grenzwerte.

In Polen besteht die gesetzliche Pflicht, ganztägig mit Abblendlicht zu fahren. Diese Regelung betrifft alle Kraftfahrzeuge. Bei guten Sichtverhältnissen kann tagsüber Tagfahrlicht statt Abblendlicht benutzt werden.
Das Telefonieren während der Fahrt ist verboten. Erlaubt ist die Benutzung einer Freisprechanlage.
Es besteht Anschnallpflicht für alle Autoinsassen. Kinder unter 150 cm Körpergröße sollen in speziellen Kindersitzen hinten befördert werden. Ein Warndreieck ist Pflicht. Ein Feuerlöscher ist für in Polen angemeldete Autos Pflicht.

Bußgelder sind von Ausländern sofort zu zahlen und liegen z.B. bei Geschwindigkeitsüberschreitungen zwischen 50,- und 500,- Złoty, bei Mehrfachvergehen bis 1.000 Złoty sowie bei Vergehen von Berufsfahrern bis 2.000 Złoty. Wird das Bußgeld nicht gezahlt, ist mit Sicherstellung des Fahrzeugs und in manchen Fällen mit kurzzeitiger Ingewahrsamsnahme zu rechnen. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen von 50 km/h und mehr innerorts ergeht ein Fahrverbot von mindestens drei Monaten. Der Führerschein wird von der Polizei sichergestellt und eine Bescheinigung zur Weiterfahrt zum Bestimmungsort ausgehändigt.

Bei Unfallschäden bzw. sonstigen technischen Mängeln am Fahrzeug wird die Zulassungsbescheinigung Teil I von der Polizei sichergestellt, eine entsprechende Bescheinigung wird ausgehändigt.

Winterreifen sind in den Wintermonaten dringend erforderlich.

Besondere Vorsicht ist an Kreuzungen mit grünen Abbiegepfeilen geboten. Ein Pfeil nach rechts in der Scheibe des grünen Ampellichtes hat in Polen ungefähr dieselbe verkehrsrechtliche Bedeutung wie das Schild mit dem Grünpfeil in Deutschland (ein nach rechts gerichteter Pfeil auf einem Zusatzschild rechts neben dem roten Licht der Ampel). Das bedeutet, dass der Fahrzeugführer vor dem Abbiegen anhalten muss und stets darauf zu achten hat, dass er andere Verkehrsteilnehmer (insbesondere den Fußgänger- und Fahrzeugverkehr der freigegebenen Verkehrsrichtung) nicht behindert. Bei Nichtbeachtung droht ein Strafzettel, ganz abgesehen von der Unfallgefahr.

Für Fußgänger und Radfahrer, die sich im Dunkeln außerhalb von geschlossenen Ortschaften bewegen, ist das Tragen einer Warnweste bzw. von reflektierenden Leuchtstreifen auf der Kleidung Pflicht.

Fußgänger sollten beachten, dass Fußgängerüberwege ohne Ampel keine rechtliche Verpflichtung für Autofahrer bedeutet, anzuhalten. Erst wenn man sich auf dem Fußgängerüberweg befindet (nicht davor) sind die Fahrzeuge angehalten, die Fußgänger vorzulassen.

Straßenbenutzungsgebühren/Maut

In Polen sind Autobahnen in der Regel für alle Fahrzeuge mautpflichtig.

Auf den sogenannten Konzessionsstrecken (A1 und Teilstrecken der A2 und A4) werden die Gebühren für alle Fahrzeugarten an Mautstationen erhoben und sind in bar oder mit Bank- oder Kreditkarte zu bezahlen.
Auf allen anderen mautpflichtigen Strecken können die Gebühren für Fahrzeuge unter 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht sowohl bar bzw. mit Kredit- oder Bankkarte als auch elektronisch mit dem Sendegerät ViaAuto bezahlt werden.
Alle anderen Fahrzeuge mit über 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht zahlen Maut auch für die Benutzung von Schnell- und Landesstraßen und müssen mit dem elektronischen Sendegerät ViaBox ausgestattet sein.

Straßenbenutzungsgebühren für Kraftfahrzeuge über 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht (System viaTOLL):
Seit dem 2011 sind Fahrer von Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t für Fahrten auf gebührenpflichtigen Straßen zum Entrichten von Maut verpflichtet. Das Gleiche gilt für Fahrer von PKW-Anhänger-Kombinationen (auch Wohnwagen und Wohnmobilen) mit einem Gesamtgewicht über 3,5 t sowie von Bussen mit mehr als neun Sitzplätzen. Die Abwicklung der Maut erfolgt über viaTOLL (ähnlich TOLL-Collect).

Vor der Nutzung des gebührenpflichtigen Straßennetzes muss eine Anmeldung bei viaTOLL erfolgen, die auch Voraussetzung zum Erhalt einer sog. viaBOX ist, mit der die mautrelevanten Daten erfasst werden. Die Anmeldung kann bei den Service- und Vertriebsstellen von viaTOLL sowie über das Internet erfolgen. Die viaBOX wird nach der Registrierung, der Unterzeichnung des Vertrages und Zahlung einer Kaution in Höhe von 120,- PLN ausgehändigt.

Bei dieser Registrierung und zur anschließenden Einrichtung eines Benutzerkontos werden folgende Angaben und Unterlagen benötigt:

  • Name und Vorname des Inhabers, Kontaktdaten (Anschrift, E-Mail, Telefonnummer) oder in einem Fall, in dem der Fahrzeughalter ein Unternehmen ist - solche Daten wie: Firmenname, Anschrift, Rechtsform, KRS [HRB] oder Registerauszug, Umsatzsteueridentifikationsnummer, Nummer und Serie des Personalausweises eines Vertretungsbevollmächtigten
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Fahrzeugschein
  • Kopie der Gewerbeanmeldung oder Kopie des Auszugs aus dem Handelsregisterauszug (falls der Fahrzeughalter ein Unternehmen ist)
  • Kopie der Bescheinigung über die EURO-Emissionsklasse (akzeptiert werden bestimmte, im Umlauf befindliche Bescheinigungen zur Bestätigung der Schadstoffklassen)
  • Vollmacht zur Unterzeichnung des Vertrages (falls der Vertrag im Namen des Fahrzeughalters durch Dritte abgeschlossen wird)
  • Information über die bevorzugte Zahlungsform
  • Postanschrift und Angaben zu den bevorzugten Kommunikationswegen (Handynummer für SMS und Telefonkontakt, Festnetznummer, E-Mail, Fax).

Die Registrierung wird durch die Unterzeichnung des Vertrages zwischen dem Fahrzeughalter (oder seinem Bevollmächtigten) und dem Betreiber des viaTOLL Systems abgeschlossen. Kontakt (auch in deutscher Sprache): +48 22 521 10 10
Weitere Informationen, auch eine Auflistung der gebührenpflichtigen Straßen sowie der Gebührensätze, finden sich unter www.viatoll.pl

Bußgelder

Bei Verstößen gegen die Mautpflicht werden Bußgelder von Fahrzeughaltern der LKW und Busse von 1.500,- Złoty fällig. Für Fahrer von PKW-Anhänger-Kombinationen mit einem Gesamtgewicht über 3,5t beträgt das Bußgeld 500,- Złoty.

Beim Durchfahren mehrerer mautpflichtiger Streckenabschnitte zwischen 00:00 Uhr und 24:00 Uhr kann dieses Bußgeld nur einmal erhoben werden. Bußgelder sind von Fahrzeughaltern oder bei Nichtaktivierung eines elektronischen Gebührenerhebungsgerätes, sogenannte viaBox durch Fahrer zu zahlen. Solange die Bezahlung des Bußgelds nicht erfolgt ist, wird das Fahrzeug von den Kontrolleuren an der Weiterfahrt gehindert und muss ggf. auf einem Parkplatz abgestellt werden. Der polnische Gesetzgeber sieht eine Möglichkeit der Befreiung von der Gebührenpflicht für das Befahren öffentlicher Wege nicht vor.

LKW-Verkehr

Für LKW über 12 t gilt an polnischen Feiertagen (Neujahr, Ostersonntag, Ostermontag, 1. Mai, 3. Mai, Pfingstsonntag, Fronleichnam, 15. August, 1. November, 11. November, 25. und 26. Dezember) von 8.00 bis 22.00 Uhr sowie am Vortag von 18.00 bis 22.00 Uhr Fahrverbot. Das Fahrverbot gilt nicht am 24. und 31.12. und nicht für humanitäre Hilfstransporte und Busse.

In den Sommermonaten - ab dem letzten Freitag im Juni bis zum letzten Sonntag vor dem Beginn des Schuljahres Anfang September - gelten zusätzlich Fahrverbote am Freitag von 18.00 bis 22.00 Uhr, am Samstag von 08.00 bis 14.00 Uhr und am Sonntag von 08.00 bis 22.00 Uhr.

Seit der Eröffnung moderner Grenzübergänge wie z.B. Kukuryki/Brest werden alle LKW auf ihr Lade- bzw. Leergewicht überprüft. Vereinzelt kommt es dabei zu Problemen, da die Wiegeprotokolle, die bei der Einreise nach Polen vorgenommen worden sind, nicht mit denen bei der Ausreise übereinstimmen. Die LKW-Fahrer müssen bei festgestellter Überladung mit hohen Nachzahlungen rechnen.

In Warschau gelten Verkehrsbeschränkungen für den Verkehr von LKW mit einem Gesamtgewicht von über 5 t, 10 t bzw. 16 t. Weitere Informationen bieten die deutschen Vertretungen in Polen.

Neues Straßenfracht-Kontrollsystem

Im Kampf gegen Mehrwertsteuerbetrug beim Warentransport von sog. "sensiblen Gütern" per LKW wurde in Polen ein Registrierungssystem eingeführt.
Am 18. April 2017 ist das Gesetz über das Überwachungssystem für Warenbeförderung im Straßenverkehr in Kraft getreten. Anmeldepflichtig sind Versender, Empfänger und Transportunternehmen von sog. "sensiblen Gütern" (Flüssigbrennstoffen, Ethylalkohol, Rohtabak…).
Die Anmeldung erfolgt über die Webseite des Elektronischen Fiskus- und Zoll-Services.
Dieses bietet hierzu ein Info-Merkblatt, das auch in deutscher Sprache verfügbar ist.

Omnibusse-Gelegenheitsverkehr

Ausländische Unternehmen aus -Staaten, die in Polen Dienstleistungen der grenzüberschreitenden Personenbeförderung mit Omnibussen erbringen, die in einem anderen -Land als Polen zugelassen sind, sind verpflichtet, das allgemeine Besteuerungsverfahren für Personenbeförderung in Polen anzuwenden, d.h. sich als VAT-Zahler in Polen anzumelden.

Bei der umsatzsteuerrechtlichen Registrierung beim polnischen Finanzamt sowie bei den Umsatzsteuermeldungen hilft die Deutsch-Polnische Industrie- und Handelskammer (AHK Polen).

Nach Auskunft des polnischen Finanzministeriums unterliegen kostenlose Beförderungen von Personen mit eigenen Autobussen, die ausländischen Vereinen, Kulturensembles, Sportklubs und Schulen gehören, nicht der VAT-Steuer, wenn sie mit der unterhaltenen Tätigkeit zusammenhängen. Diese Rechtspersonen, die ausschließlich kostenlose Beförderungen von Personen durchführen, sind nicht verpflichtet sich als VAT-Zahler in Polen anzumelden.
Weitere Informationen befinden sich auf der Website der Deutschen Vertretungen in Polen. Zusätzliche Auskünfte erteilt die Botschaft der Republik Polen in Berlin.

Humanitäre Hilfstransporte

durch und nach Polen können von der deutschen Botschaft in Warschau beim polnischen Grenzschutz und Zollamt angemeldet werden. Dazu benötigt die Botschaft mindestens zwei Wochen vor Abfahrt die folgenden Informationen:

  • Grenzübergang für die Einreise nach Polen
  • bei Transit: Grenzübergang für die Ausreise aus Polen
  • Marke und Kennzeichen der Fahrzeuge

Der Leitfaden für Hilfsgutlieferungen nach Osteuropa/GUS, der vom Arbeiterwohlfahrt-Bundesverband in Kooperation mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. herausgegeben wird, enthält wertvolle Hinweise.

Organspende

Nach den polnischen gesetzlichen Regelungen gilt bei Organspenden das sog. Widerspruchsprinzip. Das bedeutet, dass einer Organentnahme ausdrücklich widersprochen werden muss. Bei nicht polnischen Staatsangehörigen wird zwar angenommen, dass keine Zustimmung vorliegt, dennoch wird empfohlen, seinen Willen zweifelsfrei zu hinterlegen. Die einfachste und sicherste Möglichkeit einer Organentnahme im Todesfall zu widersprechen oder ihr zuzustimmen, ist die Mitführung eines Schriftstückes, in dem diese persönliche Entscheidung dokumentiert ist (Organspendeausweis). Damit die eigene Entscheidung auch im fremdsprachigen Ausland verstanden und beachtet wird, veröffentlicht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für Urlaubs-(Auslands) reisende im Internet ein übersetztes Beiblatt zum Organspendeausweis in neun Sprachen. Es sollte gemeinsam mit dem Organspendeausweis mitgeführt werden.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

Vorläufiger Personalausweis: Ja

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Alle Reisedokumente müssen noch gültig sein.

Visum

Die Personenkontrollen an der deutsch-polnischen Grenze sind mit dem Beitritt Polens zum Schengen-Raum inzwischen entfallen, gelegentliche Kontrollen sind möglich. Ein Reisedokument (Reisepass oder Personalausweis) sollte beim Grenzübertritt immer mitgeführt werden.

Deutsch-Polnische Doppelstaater

Deutsche, die auch polnische Staatsangehörige sind, müssen sich gemäß polnischem Recht an der polnischen Grenze und in Polen mit dem polnischen Reisedokument ausweisen.

Meldepflicht

Ausländer müssen sich vor Ablauf von drei Monaten ab der Einreise bei der örtlichen Meldebehörde (Urzad Meldunkowy) anmelden.

Einreise mit Haustieren

Informationen zur Ein- und Durchfuhr von allen Arten von Haustieren finden sich auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Ein in Deutschland zugelassenes Kfz, das nicht nur zu Urlaubszwecken nach Polen verbracht wird, ist, wenn eine Abmeldung der deutschen Zulassung nicht bereits in Deutschland erledigt wurde, bei einer polnischen Zulassungsbehörde auf ein polnisches Kennzeichen anzumelden. Die polnische Stelle leitet die Information über die Anmeldung in Polen an das deutsche Kraftfahrtbundesamt weiter.

Vor der Anmeldung muss das Kfz vom polnischen TÜV geprüft werden. Bei der Anmeldung wird in der Regel der Kraftfahrzeugschein/ die Zulassungsbescheinigung Teil II von der polnischen Behörde einbehalten.
Für jedes Fahrzeug ist außerdem eine gültige polnische Haftpflichtversicherung nachzuweisen.
Für jedes nach Polen eingeführte Kfz wird eine 'Recyclinggebühr' in Höhe von 500,- PLN erhoben. Diese Gebühr wird, selbst wenn das Fahrzeug wieder ausgeführt wird, nicht zurückerstattet. Auch der Verlust (Diebstahl) oder Totalschaden eines Fahrzeugs kann zu einer Abgabenpflicht führen. Die Mitgliedschaft in einem Automobilklub oder eine entsprechende Versicherung kann hierfür hilfreich sein.

Die Ein- und Ausfuhr von 10.000 Euro oder mehr ist in der deklarationspflichtig.
Die Ausfuhr von Gegenständen (z. B. Bücher, Kunstgegenstände, Schmuck, Möbel), aus der Zeit vor 1945 unterliegt besonderen Regelungen. Es wird deshalb empfohlen, vor einem Kauf eines solchen Gegenstandes, der nach Deutschland mitgenommen werden soll, die Ausfuhrmöglichkeit zu prüfen.

Bei der Wiedereinreise nach Deutschland ist zu beachten, dass die Freimenge für Zigaretten auf 800 Stück pro Person begrenzt ist.

Bei der Einreise von außerhalb der (z.B. aus dem Kaliningrader Gebiet!) haben sich die polnischen Zollvorschriften 2008 geändert. Die Menge der zollfreien Waren wurde reduziert. Pro Person dürfen 40 Stück Zigaretten und 1 Liter Alkohol mit mehr als 22% Alkoholgehalt zum persönlichen Verbrauch mitgebracht werden.

Die Vorschriften wurden aufgrund der Richtlinien des -Rates 2007/74/WE vom 20.12.2007 und des polnischen Erlasses des Finanzministers vom 27.11.2008 bezüglich der Befreiung von Verbrauchsteuer eingeführt.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Der Konsum von Alkohol und anderen Rauschmitteln in der Öffentlichkeit ist verboten. Die Einfuhr und der Besitz von Drogen sind, wie in Deutschland, verboten.

Bestimmte gekennzeichnete militärische Anlagen oder Ämter dürfen nicht fotografiert werden.

Hinweis für Touristen, insbesondere Wanderer, im Grenzgebiet Polen-Russland (Gebiet Kaliningrad): Die "grüne Grenze" ist an verschiedenen Stellen nur durch weit auseinander liegende Grenzsteine markiert. Wer die Grenze (auch nur für wenige Meter) illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die russische Grenzpolizei und mehrjähriger Haftstrafe rechnen.

Impfschutz

Es gibt keine Impfvorschriften.
Das Auswärtige Amt empfiehlt aber, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe http://www.rki.de).
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza.
Als Reiseimpfungen werden, abhängig von Reisebedingungen und -route, FSME, Hepatitis A, Hepatitis B und ggfs. auch Tollwut empfohlen

Medizinische Versorgung

Das Versorgungsniveau in Polen ist gut bis sehr gut.
Bundesbürger, wie alle anderen -Bürger, die sich vorübergehend auf dem Gebiet Polens aufhalten, können nach dem europäischen Gemeinschaftsrecht im Krankheitsfall Leistungen nach polnischem Recht in Anspruch nehmen. Als Anspruchsnachweis wird eine vor dem Antritt der Reise von der deutschen Krankenkasse auszustellende Europäische Versichertenkarte vorgelegt.
Ausführliche Informationen finden sich auf der Internetseite der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland www.dvka.de (z. B. unter Publikationen, Merkblätter "Urlaub im Ausland") www.nfz.gov.pl bietet hierzu Informationen in deutscher Sprache.
Insbesondere wenn Sie Vorerkrankungen haben, sollten Sie sich vor einer Reise durch eine reisemedizinische Beratungsstelle beraten lassen, siehe beispielsweise www.dtg.org oder www.frm-web.de

Luftverschmutzung

In den meisten größeren Städten Polens werden während der Wintermonate die -Grenzwerte für Feinstaub und andere Luftschadstoffe erheblich überschritten. Dies ist vor allem auf die Kohleverbrennung in privaten Haushalten und Kraftwerken sowie auf Autoabgase zurückzuführen. Persönliche Schutzmaßnahmen wie begrenzter Aufenthalt im Freien oder das Tragen von Feinpartikelmasken können zum Schutz vor gesundheitlichen Folgen hilfreich sein.
Über die aktuellen Luftwerte kann man sich im Internet informieren, bspw. auf www.aqicn.org sowie mittels Smartphone Apps, z.B. "Jakosc powietrza w Polsce".

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger. EHIC-Inhaber wenden sich im Krankheitsfall an einen Vertragsarzt oder an ein öffentliches Gesundheitszentrum. Anschriften von Vertragsärzten und öffentlichen Gesundheitszentren sind bei den Zweigstellen des nationalen Gesundheitsfonds (Narodowy Fundusz Zdrowia) erhältlich.

In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Die Notrufnummern sind in ganz Polen gleich und können kostenlos von allen öffentlichen Telefonzellen angewählt werden:
Polizei: 997.
Feuerwehr: 998.
Rettungsdienst: 999.
Pannendienst: 981.

Essen und Trinken

Es sind keine Besonderheiten ber der Lebensmittelhygiene zu beachten, jedoch sollte man, wenn möglich, Schaf- und Ziegenmilch vermeiden, da einzelne Fälle von Übertragung der FSME-Viren in dieser Milch gemeldet wurden. 

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber Nein -
Cholera Nein -
Typhus & Polio Nein -
Essen & Trinken - -
Malaria Nein -

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Landesweit besteht von April bis Oktober das Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Betroffen sind vor allem die Provinzen Bialystock, Olsztyn, Suwalki, Masuren, die Gebiete von Siedice bis zur weißrussischen Grenze, westlich von Krakau, östlich von Posen, Stettin und Danzig. Gegen diese Krankheit ist eine Impfung möglich.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Tollwut kommt landesweit sehr selten vor. Überträger sind u.a. streunende Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Tuberkulose kommt vor. Bei besonderer Exposition sollte eine Impfung erwogen werden.

Reisewarnung

Überblick

Stand - Mon, 16 Jul 2018 15:07:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Mon, 16 Jul 2018 15:08:53 +0200)

Letzte Änderungen:
Aktuelle Hinweise (gelöscht)

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Kriminalität
Insbesondere in Großstädten und auf den viel befahrenen Strecken Görlitz-Breslau (A 4), Frankfurt/Oder-Warschau kann es zu einem Diebstahl oder Raub von Kraftfahrzeugen kommen, u.a. auch durch vorgetäuschte Unfälle bzw. Pannen. Es wird geraten, Fahrzeuge während der Fahrt zu verschließen und attraktivere, neuwertige Fahrzeuge nur auf bewachten Parkplätzen abzustellen.
Es kommt zu Taschendiebstählen, auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wertsachen, Kameras, Pässe und Brieftaschen/Geldbörsen sollten möglichst nicht sichtbar getragen werden,  Gepäck sollte niemals unbeaufsichtigt bleiben.
In der Grenzregion zu Deutschland häufen sich Fälle, in denen Personen unter Vortäuschung einer akuten Notlage Reisende um finanzielle Unterstützung bitten. Häufig weisen sich Hilfesuchende dabei selbst als Deutsche aus.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Touristische Informationen für Reisen nach Polen sind erhältlich im offiziellen Tourismus-Portal Polens "Polska".

Wanderungen im Grenzgebiet zu Russland (Gebiet Kaliningrad)
Die „grüne Grenze" ist an verschiedenen Stellen nur durch weit auseinander liegende Grenzsteine markiert. Wer die Grenze auch nur für wenige Meter illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die russische Grenzpolizei und einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

Straßenverkehr
Steuert der Halter sein Fahrzeug nicht selbst oder fährt darin als Passagier mit, benötigt der Fahrer des Fahrzeugs unbedingt eine Bescheinigung des Halters, in der ihm die Erlaubnis erteilt wird, das Fahrzeug zu nutzen und damit nach Polen zu reisen. Fahrer eines nicht in Polen zugelassenen Fahrzeuges, die ohne eine solche Bescheinigung angetroffen werden, müssen mit einer Geldbuße rechnen. Ein Muster für eine solche Bescheinigung gibt es auf der Webseite der polnischen Botschaft Berlin bei Konsularinformationen-Rechtsinformationen.
Das Mitführen der Grünen Versicherungskarte ist nicht mehr Pflicht. Dennoch empfiehlt es sich, die Grüne Versicherungskarte mitzuführen, da sie erfahrungsgemäß die Abwicklung im Schadensfall erheblich erleichtert.
Der Abschluss eines Auslandsschutzbriefes für Kraftfahrzeuge wird empfohlen, da bei einem Unfall sehr hohe Kosten für den Rücktransport des Fahrzeuges nach Deutschland entstehen, bzw. sehr hohe Gebühren für den Fall der Verschrottung in Polen anfallen können.
Die derzeitige polnische Straßenverordnung verbietet das Führen von Kraftfahrzeugen nach Alkoholgenuss und/oder bei Trunkenheit. Bei Alkohol am Steuer gilt die Grenze von 0,2‰ Alkohol im Blut bzw. von 0,1 mg/l Atemalkohol. Auch geringfügige Überschreitungen können bereits mit Freiheitsstrafen geahndet werden. Mit Führerscheinentzug und Fahrzeugsicherstellung ist zu rechnen. Beim Führen von Fahrrädern gelten dieselben Grenzwerte.
In Polen besteht die gesetzliche Pflicht, ganztägig mit Abblendlicht zu fahren. Diese Regelung betrifft alle Kraftfahrzeuge. Bei guten Sichtverhältnissen kann tagsüber Tagfahrlicht statt Abblendlicht benutzt werden.
Das Telefonieren während der Fahrt ist verboten. Erlaubt ist die Benutzung einer Freisprechanlage.
Es besteht Anschnallpflicht für alle Autoinsassen. Kinder unter 150 cm Körpergröße sollen in speziellen Kindersitzen hinten befördert werden. Ein Warndreieck ist Pflicht. Ein Feuerlöscher ist für in Polen angemeldete Autos Pflicht.
Bußgelder sind von Ausländern sofort zu zahlen und liegen z.B. bei Geschwindigkeitsüberschreitungen zwischen 50,- und 500,- Złoty, bei Mehrfachvergehen bis 1.000 Złoty sowie bei Vergehen von Berufsfahrern bis 2.000 Złoty. Wird das Bußgeld nicht gezahlt, ist mit Sicherstellung des Fahrzeugs und in manchen Fällen mit kurzzeitiger Ingewahrsamsnahme zu rechnen. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen von 50 km/h und mehr innerorts ergeht ein Fahrverbot von mindestens drei Monaten. Der Führerschein wird von der Polizei sichergestellt und eine Bescheinigung zur Weiterfahrt zum Bestimmungsort ausgehändigt.
Bei Unfallschäden bzw. sonstigen technischen Mängeln am Fahrzeug wird die Zulassungsbescheinigung Teil I von der Polizei sichergestellt, eine entsprechende Bescheinigung wird ausgehändigt.
Winterreifen sind in den Wintermonaten dringend erforderlich.
Besondere Vorsicht ist an Kreuzungen mit grünen Abbiegepfeilen geboten. Ein Pfeil nach rechts in der Scheibe des grünen Ampellichtes hat in Polen ungefähr dieselbe verkehrsrechtliche Bedeutung wie das Schild mit dem Grünpfeil in Deutschland (ein nach rechts gerichteter Pfeil auf einem Zusatzschild rechts neben dem roten Licht der Ampel ). Das bedeutet, dass der Fahrzeugführer vor dem Abbiegen anhalten muss und stets darauf zu achten hat, dass er andere Verkehrsteilnehmer (insbesondere den Fußgänger- und Fahrzeugverkehr der freigegebenen Verkehrsrichtung) nicht behindert. Bei Nichtbeachtung droht ein Strafzettel, ganz abgesehen von der Unfallgefahr.
Für Fußgänger und Radfahrer, die sich im Dunkeln außerhalb von geschlossenen Ortschaften bewegen, ist das Tragen einer Warnweste bzw. von reflektierenden Leuchtstreifen auf der Kleidung Pflicht.
Fußgänger sollten beachten, dass Fußgängerüberwege ohne Ampel keine rechtliche Verpflichtung für Autofahrer bedeutet, anzuhalten. Erst wenn man sich auf dem Fußgängerüberweg befindet (nicht davor) sind die Fahrzeuge angehalten, die Fußgänger vorzulassen.

Straßenbenutzungsgebühren/Maut
In Polen sind Autobahnen in der Regel für alle Fahrzeuge mautpflichtig.
Auf den sogenannten Konzessionsstrecken (A1 und Teilstrecken der A2 und A4) werden die Gebühren für alle Fahrzeugarten an Mautstationen erhoben und sind in bar oder mit Bank- oder Kreditkarte zu bezahlen.
Auf allen anderen mautpflichtigen Strecken können die Gebühren für Fahrzeuge unter 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht sowohl bar bzw. mit Kredit- oder Bankkarte als auch elektronisch mit dem Sendegerät ViaAuto bezahlt werden.
Alle anderen Fahrzeuge mit über 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht zahlen Maut auch für die Benutzung von Schnell- und Landesstraßen und müssen mit dem elektronischen Sendegerät ViaBox ausgestattet sein.
Straßenbenutzungsgebühren für Kraftfahrzeuge über 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht (System viaTOLL):
Seit dem 2011 sind Fahrer von Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t für Fahrten auf gebührenpflichtigen Straßen zum Entrichten von Maut verpflichtet. Das Gleiche gilt für Fahrer von PKW-Anhänger-Kombinationen (auch Wohnwagen und Wohnmobilen) mit einem Gesamtgewicht über 3,5 t sowie von Bussen mit mehr als neun Sitzplätzen. Die Abwicklung der Maut erfolgt über viaTOLL (ähnlich TOLL-Collect).
Vor der Nutzung des gebührenpflichtigen Straßennetzes muss eine Anmeldung bei viaTOLL erfolgen, die auch Voraussetzung zum Erhalt einer sog. viaBOX ist, mit der die mautrelevanten Daten erfasst werden. Die Anmeldung kann bei den Service- und Vertriebsstellen von viaTOLL sowie über das Internet erfolgen. Die viaBOX wird nach der Registrierung, der Unterzeichnung des Vertrages und Zahlung einer Kaution in Höhe von 120,- PLN ausgehändigt.
Bei dieser Registrierung und zur anschließenden Einrichtung eines Benutzerkontos werden folgende Angaben und Unterlagen benötigt:

  • Name und Vorname des Inhabers, Kontaktdaten (Anschrift, E-Mail, Telefonnummer) oder in einem Fall, in dem der Fahrzeughalter ein Unternehmen ist - solche Daten wie: Firmenname, Anschrift, Rechtsform, KRS [HRB] oder Registerauszug, Umsatzsteueridentifikationsnummer, Nummer und Serie des Personalausweises eines Vertretungsbevollmächtigten
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Fahrzeugschein
  • Kopie der Gewerbeanmeldung oder Kopie des Auszugs aus dem Handelsregisterauszug (falls der Fahrzeughalter ein Unternehmen ist)
  • Kopie der Bescheinigung über die EURO-Emissionsklasse (akzeptiert werden bestimmte, im Umlauf befindliche Bescheinigungen zur Bestätigung der Schadstoffklassen)
  • Vollmacht zur Unterzeichnung des Vertrages (falls der Vertrag im Namen des Fahrzeughalters durch Dritte abgeschlossen wird)
  • Information über die bevorzugte Zahlungsform
  • Postanschrift und Angaben zu den bevorzugten Kommunikationswegen (Handynummer für SMS und Telefonkontakt, Festnetznummer, E-Mail, Fax).

Die Registrierung wird durch die Unterzeichnung des Vertrages zwischen dem Fahrzeughalter (oder seinem Bevollmächtigten) und dem Betreiber des viaTOLL Systems abgeschlossen. Kontakt (auch in deutscher Sprache): +48 22 521 10 10
Weitere Informationen, auch eine Auflistung der gebührenpflichtigen Straßen sowie der Gebührensätze, finden sich unter www.viatoll.pl

Bußgelder
Bei Verstößen gegen die Mautpflicht werden Bußgelder von Fahrzeughaltern der LKW und Busse von 1.500,- Złoty fällig. Für Fahrer von PKW-Anhänger-Kombinationen mit einem Gesamtgewicht über 3,5t beträgt das Bußgeld 500,- Złoty.
Beim Durchfahren mehrerer mautpflichtiger Streckenabschnitte zwischen 00:00 Uhr und 24:00 Uhr kann dieses Bußgeld nur einmal erhoben werden. Bußgelder sind von Fahrzeughaltern oder bei Nichtaktivierung eines elektronischen Gebührenerhebungsgerätes, sogenannte viaBox durch Fahrer zu zahlen. Solange die Bezahlung des Bußgelds nicht erfolgt ist, wird das Fahrzeug von den Kontrolleuren an der Weiterfahrt gehindert und muss ggf. auf einem Parkplatz abgestellt werden. Der polnische Gesetzgeber sieht eine Möglichkeit der Befreiung von der Gebührenpflicht für das Befahren öffentlicher Wege nicht vor.

Führerschein
Der deutsche Führerschein ist ausreichend.

LKW-Verkehr
Für LKW über 12 t gilt an polnischen Feiertagen (Neujahr, Ostersonntag, Ostermontag, 1. Mai, 3. Mai, Pfingstsonntag, Fronleichnam, 15. August, 1. November, 11. November, 25. und 26. Dezember) von 8.00 bis 22.00 Uhr sowie am Vortag von 18.00 bis 22.00 Uhr Fahrverbot . Das Fahrverbot gilt nicht am 24. und 31.12. und nicht für humanitäre Hilfstransporte und Busse.
In den Sommermonaten - ab dem letzten Freitag im Juni bis zum letzten Sonntag vor dem Beginn des Schuljahres Anfang September - gelten zusätzlich Fahrverbote am Freitag von 18.00 bis 22.00 Uhr, am Samstag von 08.00 bis 14.00 Uhr und am Sonntag von 08.00 bis 22.00 Uhr.
Seit der Eröffnung moderner Grenzübergänge wie z.B. Kukuryki/Brest werden alle LKW auf ihr Lade- bzw. Leergewicht überprüft. Vereinzelt kommt es dabei zu Problemen, da die Wiegeprotokolle, die bei der Einreise nach Polen vorgenommen worden sind, nicht mit denen bei der Ausreise übereinstimmen. Die LKW-Fahrer müssen bei festgestellter Überladung mit hohen Nachzahlungen rechnen.
In Warschau gelten Verkehrsbeschränkungen für den Verkehr von LKW mit einem Gesamtgewicht von über 5 t, 10 t bzw. 16 t. Weitere Informationen bieten die deutschen Vertretungen in Polen.

Neues Straßenfracht-Kontrollsystem
Im Kampf gegen Mehrwertsteuerbetrug beim Warentransport von sog. „sensiblen Gütern" per LKW wurde in Polen ein Registrierungssystem eingeführt.
Am 18. April 2017 ist das Gesetz über das Überwachungssystem für Warenbeförderung im Straßenverkehr in Kraft getreten. Anmeldepflichtig sind Versender, Empfänger und Transportunternehmen von sog. „sensiblen Gütern" (Flüssigbrennstoffen, Ethylalkohol, Rohtabak…).
Die Anmeldung erfolgt über die Webseite des Elektronischen Fiskus- und Zoll-Services.
Dieses bietet hierzu ein Info-Merkblatt, das auch in deutscher Sprache verfügbar ist.

Omnibusse-Gelegenheitsverkehr
Ausländische Unternehmen aus EU-Staaten, die in Polen Dienstleistungen der grenzüberschreitenden Personenbeförderung mit Omnibussen erbringen, die in einem anderen EU-Land als Polen zugelassen sind, sind verpflichtet, das allgemeine Besteuerungsverfahren für Personenbeförderung in Polen anzuwenden, d.h. sich als VAT-Zahler in Polen anzumelden.
Bei der umsatzsteuerrechtlichen Registrierung beim polnischen Finanzamt sowie bei den Umsatzsteuermeldungen hilft die Deutsch-Polnische Industrie- und Handelskammer (AHK Polen).
Nach Auskunft des polnischen Finanzministeriums unterliegen kostenlose Beförderungen von Personen mit eigenen Autobussen, die ausländischen Vereinen, Kulturensembles, Sportklubs und Schulen gehören, nicht der VAT-Steuer, wenn sie mit der unterhaltenen Tätigkeit zusammenhängen. Diese Rechtspersonen, die ausschließlich kostenlose Beförderungen von Personen durchführen, sind nicht verpflichtet sich als VAT-Zahler in Polen anzumelden.
Weitere Informationen befinden sich auf der Webseite der deutschen Vertretungen in Polen. Zusätzliche Auskünfte erteilt die Botschaft der Republik Polen in Berlin.

Humanitäre Hilfstransporte
durch und nach Polen können von der deutschen Botschaft in Warschau beim polnischen Grenzschutz und Zollamt angemeldet werden. Dazu benötigt die Botschaft mindestens zwei Wochen vor Abfahrt die folgenden Informationen:

  • Grenzübergang für die Einreise nach Polen
  • bei Transit: Grenzübergang für die Ausreise aus Polen
  • Marke und Kennzeichen der Fahrzeuge

Der Leitfaden für Hilfsgutlieferungen nach Osteuropa/GUS, der vom Arbeiterwohlfahrt-Bundesverband in Kooperation mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. herausgegeben wird, enthält wertvolle Hinweise.

Organspende
Nach den polnischen gesetzlichen Regelungen gilt bei Organspenden das sog. Widerspruchsprinzip. Das bedeutet, dass einer Organentnahme ausdrücklich widersprochen werden muss. Bei nicht polnischen Staatsangehörigen wird zwar angenommen, dass keine Zustimmung vorliegt, dennoch wird empfohlen, seinen Willen zweifelsfrei zu hinterlegen. Die einfachste und sicherste Möglichkeit einer Organentnahme im Todesfall zu widersprechen oder ihr zuzustimmen, ist die Mitführung eines Schriftstückes, in dem diese persönliche Entscheidung dokumentiert ist (Organspendeausweis). Damit die eigene Entscheidung auch im fremdsprachigen Ausland verstanden und beachtet wird, veröffentlicht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für Urlaubs-(Auslands) reisende im Internet ein übersetztes Beiblatt zum Organspendeausweis in neun Sprachen. Es sollte gemeinsam mit dem Organspendeausweis mitgeführt werden.

Geld/Kreditkarten
Landeswährung ist der Zloty (zł). Die Bankkarte (mit Maestro- oder V-Pay-Symbol) wird als Zahlungsmittel wie alle Kreditkarten häufig akzeptiert. Bei Abhebungen an Geldautomaten in Polen ist Vorsicht geboten: Häufig wird die Direktumrechnung zu einem „garantierten Wechselkurs" in Euro angeboten. Es wird empfohlen, sich vor Nutzung dieses Services sorgfältig über den Wechselkurs des Zloty zu informieren, da der am Geldautomaten angebotene Wechselkurs bis zu 10 % ungünstiger sein kann, als der Interbanken-Wechselkurs, der bei einer Abrechnung in Zloty verwendet wird.
In den touristischen Zentren wird zur Vorsicht beim Geldtausch geraten. Manche Wechselstuben locken Kunden mit missverständlichen Werbetafeln. Es wird daher empfohlen, vor dem Tausch den genauen Kurs für das beabsichtigte Tauschgeschäft zu erfragen. Bei seriösen Wechselstuben ist die Marge zwischen Euro-Ankaufs- (kupno) und Verkaufskurs (sprzedaż) gering (z.B.: kupno - we buy at: 1 € =  4,15 zl - sprzedaż - we sell at 1 € = 4,17 zł).

Versorgung im Notfall
Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

Vorläufiger Personalausweis: Ja

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Alle Reisedokumente müssen noch gültig sein.

Visum
Die Personenkontrollen an der deutsch-polnischen Grenze sind mit dem Beitritt Polens zum Schengen-Raum inzwischen entfallen, gelegentliche Kontrollen sind möglich. Ein Reisedokument (Reisepass oder Personalausweis) sollte beim Grenzübertritt immer mitgeführt werden.

Deutsch-Polnische Doppelstaater
Deutsche, die auch polnische Staatsangehörige sind, müssen sich gemäß polnischem Recht an der polnischen Grenze und in Polen mit dem polnischen Reisedokument ausweisen.

Meldepflicht
Ausländer müssen sich vor Ablauf von drei Monaten ab der Einreise bei der örtlichen Meldebehörde (Urzad Meldunkowy) anmelden.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Besondere Zollvorschriften

Im Umland von Kaliningrad sind in diesem Jahr mehrere Fälle der Afrikanischen Schweinepest aufgetreten. An dieser Tierseuche können ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) erkranken, für den Menschen ist sie ungefährlich. Das Virus, das die Krankheit auslöst, kann in frischem, gefrorenem, gepökeltem und geräuchertem Fleisch sowie Wurstwaren vorhanden sein. Um ein Einschleppen der Afrikanischen Schweinepest in die Europäische Union zu vermeiden, dürfen bei der Rückreise aus Kaliningrad nach Polen kein (Wild-) Schweinefleisch und keine (Wild-) Schweinefleischerzeugnisse mitgebracht werden. Essensreste sollten in jedem Fall nur in fest verschlossenen Müllbehältern entsorgt werden.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat zur Afrikanischen Schweinepest weitere Informationen veröffentlicht.

Die Ein- und Ausfuhr von Waren unterliegt ansonsten den Bestimmungen der Europäischen Union. Der Grundsatz keiner Warenkontrollen schließt Stichprobenkontrollen im Rahmen der polizeilichen Überwachung der Grenzen und der polizeilichen Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs nicht aus.

Ein in Deutschland zugelassenes Kfz, das nicht nur zu Urlaubszwecken nach Polen verbracht wird, ist bei einer polnischen Zulassungsbehörde auf ein polnisches Kennzeichen anzumelden. Die polnische Stelle leitet die Information über die Anmeldung in Polen in der Regel an das deutsche Kraftfahrtbundesamt weiter.
Vor der Anmeldung muss das Kfz vom polnischen TÜV geprüft werden. Bei der Anmeldung wird in der Regel der Kraftfahrzeugschein/ die Zulassungsbescheinigung Teil II von der polnischen Behörde einbehalten. Für jedes Fahrzeug ist außerdem eine gültige polnische Haftpflichtversicherung nachzuweisen.
Auch der Verlust (Diebstahl) oder Totalschaden eines Fahrzeugs kann zu einer Abgabenpflicht führen. Die Mitgliedschaft in einem Automobilklub oder eine entsprechende Versicherung kann hierfür hilfreich sein.

Die Ein- und Ausfuhr von 10.000 Euro oder mehr ist in der EU deklarationspflichtig.
Die Ausfuhr von Gegenständen (z. B. Bücher, Kunstgegenstände, Schmuck, Möbel), aus der Zeit vor 1945 unterliegt besonderen Regelungen. Es wird deshalb empfohlen, vor einem Kauf eines solchen Gegenstandes, der nach Deutschland mitgenommen werden soll, die Ausfuhrmöglichkeit zu prüfen.

Bei der Wiedereinreise nach Deutschland ist zu beachten, dass die Freimenge für Zigaretten auf 800 Stück pro Person begrenzt ist.

Bei der Einreise von außerhalb der EU (z.B. aus dem Kaliningrader Gebiet!) haben sich die polnischen Zollvorschriften 2008 geändert. Die Menge der zollfreien Waren wurde reduziert. Pro Person dürfen 40 Stück Zigaretten und 1 Liter Alkohol mit mehr als 22% Alkoholgehalt zum persönlichen Verbrauch mitgebracht werden.

Die Vorschriften wurden aufgrund der Richtlinien des EU-Rates 2007/74/WE vom 20.12.2007 und des polnischen Erlasses des Finanzministers vom 27.11.2008 bezüglich der Befreiung von Verbrauchsteuer eingeführt.

Ein- und Ausfuhr von Heimtieren
Für Reisen mit bestimmten Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) in Länder der Europäischen Union mit Ausnahme von Irland, Großbritannien, Malta und Finnland, wo abweichende Bestimmungen gelten, gilt folgende Regelung:
Es ist ein EU-Heimtierausweis mitzuführen. Dieser Ausweis dient u. a. dem Nachweis, dass das Tier gegen Tollwut geimpft ist. Ein Musterausweis sowie weitergehende Informationen sind beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erhältlich.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Der Konsum von Alkohol und anderen Rauschmitteln in der Öffentlichkeit ist verboten. Die Einfuhr und der Besitz von Drogen sind, wie in Deutschland, verboten.

Bestimmte gekennzeichnete militärische Anlagen oder Ämter dürfen nicht fotografiert werden.

Hinweis für Touristen, insbesondere Wanderer, im Grenzgebiet Polen-Russland (Gebiet Kaliningrad): Die „grüne Grenze" ist an verschiedenen Stellen nur durch weit auseinander liegende Grenzsteine markiert. Wer die Grenze (auch nur für wenige Meter) illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die russische Grenzpolizei und mehrjähriger Haftstrafe rechnen.

Medizinische Hinweise

Impfschutz
Es gibt keine Impfvorschriften.
Das Auswärtige Amt empfiehlt aber, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe http://www.rki.de).
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza.
Als Reiseimpfungen werden, abhängig von Reisebedingungen und -route, FSME, Hepatitis A, Hepatitis B und ggfs. auch Tollwut empfohlen

Medizinische Versorgung
Das Versorgungsniveau in Polen ist zufriedenstellend, Verständigungsschwierigkeiten sind nicht auszuschließen.
Deutsche Staatsangehörige, die sich vorübergehend auf dem Gebiet Polens aufhalten, können wie alle anderen EU-Bürger nach dem europäischen Gemeinschaftsrecht im Krankheitsfall Leistungen nach polnischem Recht in Anspruch nehmen. Als Anspruchsnachweis wird eine vor dem Antritt der Reise von der deutschen Krankenkasse auszustellende Europäische Versichertenkarte vorgelegt.
Ausführliche Informationen finden sich auf der Internetseite der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland www.dvka.de (z. B. unter Publikationen, Merkblätter „Urlaub im Ausland") www.nfz.gov.pl bietet hierzu Informationen in deutscher Sprache.
Insbesondere wenn Sie Vorerkrankungen haben, sollten Sie sich vor einer Reise durch eine reisemedizinische Beratungsstelle beraten lassen, siehe beispielsweise www.dtg.org oder www.frm-web.de

Luftverschmutzung
In den meisten größeren Städten Polens werden während der Wintermonate die EU-Grenzwerte für Feinstaub und andere Luftschadstoffe erheblich überschritten. Dies ist vor allem auf die Kohleverbrennung in privaten Haushalten und Kraftwerken sowie auf Autoabgase zurückzuführen. Persönliche Schutzmaßnahmen wie begrenzter Aufenthalt im Freien oder das Tragen von Feinpartikelmasken können zum Schutz vor gesundheitlichen Folgen hilfreich sein.
Über die aktuellen Luftwerte kann man sich im Internet informieren, z.B. auf www.aqicn.org sowie mittels Smartphone Apps, z.B. AirVisual.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Akkordeon

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Schweiz Nein Nein Nein Ja
Österreich Nein Nein Nein Ja
Deutschland Nein Nein Nein Ja
Türkei Ja 2 Ja -
Andere EU-Länder Nein/1 Nein Nein Ja/1

Personalausweise/Identitätskarten

U. a. Staatsangehörige der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können mit gültigem Personalausweis/Identitätskarte einreisen:

EU-Länder und Schweiz ([1] Ausnahmen: Einen Reisepass benötigen Staatsangehörige von Dänemark, Großbritannien und Irland (Rep.)).

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 3 Monate über das Visum hinaus gültig sein, wenn der Reisende kein EU-Bürger ist. Reisepässe von EU-Bürgern müssen während des Aufenthalts gültig sein.
 

Anmerkung zum Reisepass

Polen ist Unterzeichner und Anwender der EU-Rechtsakte (Schengener Abkommen). 

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen:

(a) EU-Länder und Schweiz.
(b) [2] Türkische Staatsangehörige, die eine gültige Aufenthaltsgenehmigung für ein Schengen-Land oder Monaco besitzen.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Kinderreisepass oder eigener Reisepass oder Personalausweis

Österreicher: Eigener Reisepass oder Personalausweis.

Schweizer: Eigener Reisepass oder Identitätskarte.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Hinweis: Alleinreisenden Minderjährigen wird empfohlen, eine schriftliche Reiserlaubnis der Sorgeberechtigten / Eltern mit sich zu führen.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Die Einfuhr von Papageien ist untersagt. In speziellen Fällen kann eine Sondergenehmigung beim Landwirtschaftsministerium beantragt werden. Vögel aus Ländern, in denen die Vogelgrippe aufgetreten ist, dürfen nicht eingeführt werden.

Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und aus nicht tollwutfreien Drittstaaten benötigen einen EU-Heimtierausweis (pet pass) bzw. einen nationalen Heimtierausweis, der nur von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt werden kann, und müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass bei dem Tier eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Die Einfuhr ist auf 5 Tiere beschränkt. Heimtiere unter 4 Monate sind von der Impfpflicht gegen Tollwut ausgenommen. 
 
Für Hunde, Katzen und Frettchen sowie für Vögel und Kleintiere aus nicht tollwutfreien Drittstaaten gilt die folgende zusätzliche Vorschrift:
Für jedes Tier wird ein Gesundheitszeugnis benötigt. Für den Eintritt in das EU-Gebiet muss bei den Haustieren 3 Monate vor der Einreise eine Untersuchung auf Anwesenheit von vakzinalen Antikörpern durchgeführt werden. Ausnahme: Die 3-Monatsfrist gilt nicht für Heimtiere aus dessen EU-Heimtierausweis hervorgeht, dass die Blutentnahme durchgeführt wurde bevor dieses Tier das Gebiet der Gemeinschaft verlassen hat und dass bei der Blutanalyse genügend Antikörper auf Tollwut nachgewiesen worden sind.
 
Für Hunde, Katzen und Frettchen aus tollwutfreien Drittstaaten (z.B. Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikanstadt) kann ebenfalls der Heimtierausweis, der eine gültige Tollwutimpfung bestätigt, für die Einfuhr benutzt werden.

Bearbeitungsdauer

Bis zu 14 Werktage, in Einzelfällen auch länger.

Gültigkeit

6 Monate ab Ausstellungsdatum.
Einreisevisum: bis zu 90 Tagen Aufenthalt.
Transitvisum: 5 Tage Aufenthalt.

Aufenthaltsverlängerung

EU-Bürger und Schweizer, die sich länger als 3 Monate in Polen aufhalten wollen, müssen sich ihr Aufenthaltsrecht persönlich bei der zuständigen Verwaltungsbehörde bescheinigen lassen. Dazu ist u. U. der Reisepass erforderlich.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die aus einem Nicht-Schengen-Land mit dem nächsten Anschluss in ein anderes Nicht-Schengen-Land weiterfliegen, den Transitraum nicht verlassen und über alle nötigen Weiterreisepapiere verfügen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Einreisevisum (Kurz- und Langzeitvisum), Transit- und Flughafentransitvisum.

Kosten

Schengen-Visum: 60 €.

Antrag erforderlich

Je nach Nationalität, Grund und Dauer des Aufenthalts unterschiedlich. Nähere Angaben erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen. (s. Kontaktadressen).

Schengen-Visum:
(a) Reisedokument (z. B. Reisepass), das mindestens drei Monate über die Visumgültigkeit hinaus gültig ist, über mindestens 2 leere Seiten verfügt und innerhalb der letzten 10 Jahre ausgestellt wurde, sowie Kopien der ersten vier Seiten des Reisepasses.

(b) Ggf. alle Dokumente im Original, die den Zweck (z. B. Einladung von Privatpersonen oder Firmen, ärztliches Attest und Terminvereinbarung beim behandelnden Arzt oder in einem Krankenhaus) und die Bedingungen bzw. das Ziel des geplanten Aufenthalts (z. B. Hotelreservierung) rechtfertigen bzw. belegen.

(c) Dokumente, die beweisen, dass der (eingeladene) Ausländer über ausreichende Mittel zur Bestreitung der Kosten für Aufenthalt und Rückreise sowie für eventuelle Kosten für seine ärztliche Versorgung verfügt, ggf. in Form einer Kostenübernahmeverpflichtung.

(d) Dokument, das beweist, dass der Ausländer auf individueller oder kollektiver Grundlage Inhaber einer die Kosten für die Rückführung aus ärztlichen Gründen, die dringende ärztliche Behandlung und/oder Krankenhausversorgung deckenden gültigen Auslandsreisekrankenversicherung ist. Grundsätzlich muss der Antragsteller eine Versicherung im Wohnsitzstaat abschließen. Wenn der Gastgeber eine Versicherung für den Antragsteller abschließt, so muss er dies im eigenen Wohnsitzstaat tun. Die abgeschlossene Versicherung muss für das gesamte Gebiet der Schengen-Staaten und für die ganze Dauer des Aufenthalts gelten. Die Versicherung muss eine minimale Deckung von 30.000 € aufweisen.

(e) Visumgebühr in bar bei der Beantragung im Konsulat.

(f) 1 biometrisches, farbiges Passbild (3,5 x 4,5 cm).

(g) 1 ausgefülltes Antragsformular auf secure.e-konsulat.gov.pl/.

Geld

Geldwechsel

Auslandswährungen können problemlos an den Grenzübergängen, in Banken und Wechselstuben sowie in größeren Hotels und Reisebüros gewechselt werden. In Wechselstuben (Kantor) fallen keine Gebühren an, es wird geraten vorher den Tauschkurs zu erfragen. Um den besten Wechselkurs zu erhalten sollte man im Land und in Zloty wechseln oder abheben.

Währung

1 Zloty = 100 Groszy. Währungskürzel: Zl, PLN (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 200, 100, 50, 20 und 10 Zl; Münzen in den Nennbeträgen 5, 2 und 1 Zl sowie 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Groszy.
Anmerkung: Nach Experteneinschätzung liegt die Euro-Einführung in Polen in weiter Zukunft.

Devisenbestimmungen

Für Reisende innerhalb und von außerhalb der EU bestehen keine Beschränkungen für die Einfuhr oder Ausfuhr von Landes- und Fremdwährungen, aber es besteht Deklarationspflicht von Barmitteln ab einem Gegenwert von 10.000 € (auch Reiseschecks, anderen Währungen oder auf Dritte ausgestellte Schecks).

Kreditkarten

Mastercard, American Express, Diners Club und Visa werden in Hotels, Restaurants, großen Läden, Supermärkten, Reisebüros, Flugvertretungen und Tankstellen akzeptiert. Beträge sollten in Zloty bezahlt werden, da man hierbei den besseren Umtauschkurs erhält. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Werden, abzüglich der Gebühren, in Banken und größeren Hotels akzeptiert. 

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 07.30-17.00 Uhr und Sa 09.00-14.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können (bei Einreise aus Nicht-EU-Ländern) zollfrei nach Polen eingeführt werden:

Bei Einreise mit dem Flugzeug oder Schiff: 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak (Personen ab 17 J.);
Bei Einreise auf dem Landweg: 40 Zigaretten oder 20 Zigarillos oder 10 Zigarren oder 50 g Tabak (Personen ab 17 J.);
1 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt über 22 % oder 2 l Getränke mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22 % (Personen ab 17 J.);
4 l Tafelwein (Personen ab 17 J.);
16 l Bier;
Geschenke/sonstige Waren bis zu einem Gesamtwert von 430 € (Flug- und Seereisen) bzw. 300 € (Reisen mit der Bahn/dem Auto); Kinder unter 15 Jahren generell 175 €.
Quellenangaben
  • Marco Polo - Polen, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2015-14, 2008-11
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Polen - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 20.07.2018 (Unverändert gültig seit: 04.12.2017)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 20.07.2018 (Unverändert gültig seit: 04.12.2017)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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