Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Nepal

Steckbrief

Nepal - Fakten

Ländername Demokratische Bundesrepublik Nepal / Federal Democratic Republic of Nepal
Beste Reisezeit März, September, Oktober
Fläche 147.181 km2
Hauptstadt Kathmandu
Bevölkerung 29.400.000
Sprache Nepali
Religion Hinduismus 86.2 %, Buddhismus 7.8%, Islam 3.8%, andere 2.2%
Staats-/Regierungsform Demokratische Bundesrepubli
Staatsoberhaupt Präsidentin Bidya Devi Bhandari (seit 15. März 2018, zweite Amtszeit))
Regierungschef Khadga Prasad Sharma Oli (seit 15.02.2018)
Außenminister Pradeep Kumar Gyawali
Währung Nepalesische Rupie (NPR)
Zeitzone MEZ + 4:45h
Stromnetz 230 V, 50Hz, C/D/M
Reiseadapter C, D, M
Kfz-Länderkennzeichen NEP
ISO-3166 NP, NPL
Internet-TLD .np
Landesvorwahl +977
Website https://nepal.gov.np
Reisepass & Visum Notwendig

Geographie

Der Gebirgsstaat nimmt die Südabdachung des zentralen Himalaya ein. Die offenen Hochtäler Zentralnepals sind wegen ihres gemilderten tropischen Monsunklimas dichter besiedelt als die zur Gangesebene hin abfallende Tarairegion. Auf nepalesischem Gebiet erhebt sich der höchste Berg der Erde: der majestätische Mount Everest (Sagarmatha, 8850 m).

Politik

Nach 240 Jahren Monarchie rief die verfassunggebende Versammlung im Mai 2008 die Republik Nepal aus. Stärkste politische Kräfte sind die Maoisten und die marxistisch-leninistische Partei CPN-UML.

Bevölkerung

Die Mehrheit der Bevölkerung gehört indo- sowie tibeto-nepalesischen Gruppen an, welche die Gebiete über 2000 m bewohnen. Staatstragende Bevölkerungsgruppe sind die indoarischen, hinduistischen Gurkha. Sie sprechen eine dem Hindi verwandte Sprache. Die den Tibetern verwandten mongolischen Scherpa sind als Mitwirkende von Hochgebirgstouren bekannt, wo sie sich häufig als Lastenträger verdingen. Der Hinduismus ist seit April 2006 nicht mehr Staatsreligion.

Geschichte

Seit etwa 1000 v. Chr. ist das Kathmandutal besiedelt. Im Vorland des Himalaya wurde 563 v. Chr. der Religionsstifter Buddha geboren. Mehrere Blütezeiten erlebte das Land, zuletzt im 17. und 18. Jh., als Nepal in drei Königreiche geteilt war. Der Schritt zum modernen Staat begann 1959: Das Kastenwesen wurde offiziell abgeschafft, eine Bodenreform durchgeführt. 2001 erschütterte ein Attentat auf die Königsfamilie das Land.

Nepal - Geschichte

Vorgeschichte Die frühe Geschichte Nepals liegt weitgehend im Dunkeln
563 v. Chr. Buddha wird in Lumbini, Südnepal, geboren
400-879 Königreich d. Liccachavi-Dynastie
1200-1482 Königreich der eingewanderten Mallas im Kathmandu-Tal. Einführung der hinduistischen Kastenordnung
1768 Unter dem Eroberer Prithvi Narayan Shah entsteht das heutige Nepal
1814-1816 Krieg mit Britisch-lndien um Gebiete im Terai
1854-1856 Zweiter Krieg gegen Tibet
1951 Revolution gegen die Rana-Familie. Shah-König Tribhuvan gewinnt mithilfe Indiens die Macht zurück
1959 Erste freie Wahlen Nepals
1960-1962 Tribhuvans Sohn Mahendra putscht, Nepal wird Hindu-Staat
1975 Mahendras Sohn Birendra besteigt den Thron
1990 Nach einem blutigen Volksaufstand wird Nepal wieder Demokratie
Juni 2001 König Birendra wird ermordet, sein Bruder Gyanendra tritt seine Nachfolge an
April 2006 Nach Streiks und Massenprotesten geht die Macht an die Regierung der sieben parlamentarischen Parteien zurück
April 2007 Einsetzung einer Interimsregierung mit Maoistenbeteiligung
April 2008 Wahl einer verfassunggebenden Versammlung zur Formulierung einer neuen Verfassung
Mai 2008 Ausrufung Nepals zur Republik und Abschaffung der Monarchie
Juli 2008 Dr. Ram Baran Yadav wird zum ersten Präsidenten gewählt
Mai 2012 Nach Ablauf der Frist Auflösung der aus Vertretern von 25 Parteien bestehenden verfassunggebenden Versammlung durch den Obersten Gerichtshof
Frühjahr 2013 Neuwahlen sollen das legislative Vakuum im Land beenden
Klimadaten
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Nepalesische Botschaft

Guerickestr. 27 | 10587 Berlin | Tel. 030 34359920 | www.nepalembassy-germany.de. Die Botschaft ist auch zuständig für Österreich. Konsulate befinden sich in Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Stuttgart, Wien und Zürich.

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Gyaneshwar | P.O. Box 226 | Kathmandu | Tel. 01 4412786 | www.kathmandu.diplo.de

Honorarkonsulat Österreich

Naxal, Nagpokhari | P.O. Box 146 | Kathmandu | Tel. 01 4434891

Honorarkonsulat Schweiz

SDC Compound | Ekantakuna, Jawalakhel, Lalitpur | Tel. 01 5549225

Notruf

Notruf/Emergency Kathmandu

Tel. Polizei 100; Tel. Feuerwehr 101; Touristenpolizei Bhrikuti Mandap Tel. 014247041 und Thamel Tel. 01 4700750

Internetcafés & WLAN

Internetcafés finden Sie in Kathmandu an jeder Ecke, mit 40 Rs/Std. ist das Surfen sehr günstig (Infos: www.wificafespots.com/wifi/country/Nepal). In Pokhara und allen weiter entfernten Orten mit Internetverbindung ist die Nutzung teurer. Die meisten Restaurants und Cafés in Kathmandu und Pokhara bieten kostenfreie Wi-Fi Nutzung an. Hotels der gehobenen Klasse verlangen oft eine Gebühr.

Interessante Webseiten: www.travel-nepal.com; www.nepal.com; www.nepalnews.com; www.catmando.com

Post

Das Hauptpostamt "General Post Office" befindet sich in der Nähe des Dharahara Tower. Pakete können nebenan im "Foreign Post Office" verschickt und empfangen werden.

Postkarten nach Deutschland und andere mitteleuropäische Länder kosten - ebenso wie Aerogramme (Luftpostleichtbriefe) - 30 Rs, Normalbriefe bis zu 20 g 40 Rs, Faxe nach Deutschland ca. 60 Rs/Min. Zudem gibt es einen Express Mail Service (EMS). Expressversand bieten auch Fedex (Kantipath | Tel. 01 4269248 | www.fedex.com/np) und DHL (Kamaladi | Tel. 01 4223222 | www.dhl.com.np) an.

Telefon & Handy

Internetcafés ermöglichen auch Fern- und Inlandsgespräche. Eine Minute nach Deutschland kostet 35 Rs, wobei jede angebrochene Minute berechnet wird. Internetverbindungen sind in der Regel viel billiger (5-10 Rs), auch Telefonie über Skype ist für etwa 3-5 Rs/Min. möglich. Hotels, Gasthäuser und Geschäfte verlangen für Ortsgespräche 5 Rs/Min. und Gespräche außerhalb des Kathmandu-Tals 8-10 Rs/Min.

Handy-Empfang ist nicht überall gewährleistet. Informieren Sie sich bei Ihrem Anbieter über die Roamingbedingungen, eine nepalesische SIM-Karte lohnt sich aber auf jeden Fall. Mit einer Reisepasskopie und einem Passfoto können Sie eine nepalesische SIM-Card bei Ncell kaufen - auch schon direkt nach Ankunft am Flughafen. Eine Ncell-Sim-Karte kostet z.B. 99 Rs und die damit geführten Ortsgespräche 2 Rs/min. Eine Prepaid-Karte gibt es in den Werten von 50 Rs bis zu 1000 Rs zu kaufen. Etwas aufwendiger gestaltet sich der Kaufprozess einer SIM-Karte bei der Nepal Telecom. Weitere Informationen bei www.ncell.com.np und www.ntc.net.np

Telefonauskunft der Telecom: 197

Vorwahl Deutschland: 0049; Vorwahl Österreich: 0043; Vorwahl Schweiz: 0041

Vorwahl nach Nepal: 00977

Zeitungen

Gute Tageszeitung: The Kathmandu Post (www.kantipuronline.com); weitere: The Himalayan Times (www.thehimalayantimes.com) und die regierungseigene Rising Nepal (www.gorkhapatra.org.np). Wochenzeitung: Nepali Times (www.nepalitimes.com). Informativ: ECS Guide to Living in Nepal (monatlich, www.ecs.com.np).

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Die Zahl der religiösen Feste in Nepal und deren bunte Vielfalt ist überwältigend. Insgesamt gibt es mehr Feierlichkeiten als Kalendertage im Jahr. Auch die Bedeutungen, die Rituale, die von Jahr zu Jahr - wegen des Mondkalenders - wechselnden Daten sowie die verschiedenen Namen für ein und dasselbe Fest sind für Nicht-Nepalesen sehr verwirrend. Viele Feste spielen sich im großen Kreis der Familie ab, andere wiederum sind dermaßen spektakulär, dass es viele Tage lang ständig neue Überraschungen zu erleben gibt.Die Feiern sind Ausdruck einer sehr reichen, noch lebendigen Kultur und Religion und zugleich ein wichtiger Bestandteil der nepalesischen Gesellschaft. Alle Feste haben einen Bezug zur Jahreszeit (Landwirtschaft) oder zu bestimmten Aufgaben, Ritualen und Ereignissen. Immer geht es vor allem vergnügt und fröhlich zu: Bei heiligen Ritualen sitzt man nicht ehrfürchtig herum, sondern stillt das Baby, schwatzt, raucht oder spuckt vernehmlich aus.

Kalender

Der nepalesische Kalender "Bikram Sambat" (B. S.) ist dem christlichen knapp 57 Jahre voraus und beginnt jeweils am 13. oder 14. April. Im Gebrauch sind noch weitere Mondkalender, nach denen die Astrologen die Daten der Feste errechnen.

Festivals

Einmal im Jahr findet in Kathmandu das Jazzfestival Jazzmandu (www.jazzmandu.org), jedes zweite Jahr das Kathmandu International Mountain Film Festival (www.kimff.org) und alle drei Jahre das Kathmandu International Art Festival (artmandu.org) statt.

Religiöse Festtage

Falgun - Februar/März

Losar: Tibetisches Neujahr. Prozessionen in Bodnath

Shivaratri: Großes Treffen von Hindu-Pilgern und sadhus (Wanderheiligen) an Neumond in Pashupatinath.

Holi: Frühlingsfest, bei dem vor allem Kinder und Jugendliche sich selbst, Frauen und Touristen mit Puder und (farbigem) Wasser bewerfen, leider auch mit Tinte, Farbe, Motoröl. Also entweder alte Kleidung anziehen oder bis 16 Uhr im Hotel bleiben. Thamel meiden!

Baisakh - April/Mai

Nepalesisches Neujahr am 13. oder 14. April. Besonders interessant in Bhaktapur und Thimi ist das Bisket-Fest mit vielen religiösen Prozessionen.

Rato Machhendranath: Großes Wagenfest zu Ehren des Roten Machendranath in Patan

Buddha Jayanti: Buddhas Geburtstag zum Vollmond im Mai. Prozessionen und viele Pilger vor allem in Swayambhunath

Shrawan - Juli/August

Geburtstag Dalai Lama: Buntes Fest mit Tänzen am 6. Juli in Bodnath

Gai Jatra Karnevalähnliches Fest; zu Ehren der Toten am Tag nach Vollmond. Newar-Familien, die im vergangenen Jahr einen Toten zu beklagen hatten, schicken als Kühe verkleidete Angehörige auf die Straße. Hindu-Newar glauben, dass Kühe die Seelen der Verstorbenen im Leben nach dem Tod leiten können.

Aswin - September/Oktober

Indra Jatra: Spektakuläres Fest in Kathmandu zu Ehren Indras, des Königs der Götter, Maskentänze und Tempelwagen mit der lebenden Göttin

Kartik - Oktober/November

Dassain: Wichtiges Hindu-Fest, vergleichbar mit Weihnachten. Es symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse. An fünf von zehn Tagen des Festes ist fast alles geschlossen, Flüge und Überlandbusse sind lange vorher ausgebucht

Tihar oder Diwali: Lichterfest zu Ehren Lakshmis, der Göttin des Reichtums und Glücks. Wichtigster Tag ist "Bhai Tika". Der vierte Tag des fünftägigen Festes ist zugleich das Neujahrsfest des Newar-Volks.

Feiertage

29. oder 30 Jan. Tag der Märtyrer
18. oder 19. Feb. Tag der Demokratie
28. Mai Tag der Republik
Mobilität vor Ort

Öffentliche Verkehrsmittel

Sie können Busse, LKWs, Flugzeuge, Taxis, Elektrotaxis (safa) und Fahrradrikschas (Preis vorher aushandeln) nutzen. Taxis haben ein schwarzes Nummernschild mit weißen Buchstaben und ein Taxameter. Alle Stadtfahrten mit dem Bus kosten nur wenige Rupien. Die meisten Überlandbusse fahren vom Buspark in Gongabu im Norden Kathmandus ab. Besser reist man jedoch in Touristenbussen nach Dhulikhel, Nagarkot, Pokhara und Chitwan z. B. von Greenline (Tridevi Marg | Thamel | Tel. 01 4253885 | www.greenline.com.np).

Mit kleinen Maschinen und Hubschraubern werden 44 nationale Flughäfen und 96 Helikopterplätze im Land angeflogen. Während des Monsuns kommt es zu wetterbedingten Einschränkungen!

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Je nach Geldbeutel, Jahreszeit, Anlass oder ethnischer Zugehörigkeit wird das Gericht ergänzt oder verändert. Die Beigaben werden als das bezeichnet, was sie sind: Aloo (Kartoffeln), Kauli (Blumenkohl) oder Masu (Fleisch). Lediglich eine Festtafel hat einen gesonderten Namen, nämlich bhoj. Normalerweise wird zweimal am Tag, morgens vor zehn und abends gegessen - immer dal bhat. Desserts sind als Abschluss einer Mahlzeit nicht üblich. Sie werden vor allem bei festlichen Gelegenheiten und wenn Gäste eingeladen sind, zubereitet oder auf dem Markt gekauft. Neben regulären Mahlzeiten gibt es khaja (Snacks) - meistens am späten Nachmittag.

Außerhalb der Touristenorte und auf vielen Trekkingrouten fragen Sie einfach, ob es "Essen" gibt: "Khaanaa chha?" Sie erhalten dann einen riesigen Berg körnigen Reis, ein Schälchen Linsensoße, die Sie über den Reis schütten, etwas Gemüse sowie einen Klecks achaar, sehr scharf gewürztes Gemüse oder sauer-scharf eingelegte Früchte, dazu ein Glas Wasser, das Sie aber besser nicht anrühren. Das Ganze nennt sich dal bhat tarkaari (mit Gemüse). Sie erhalten von allem zweimal einen Nachschlag.

Auch in Touristenrestaurants wird natürlich unvermeidlich dal bhat angeboten, allerdings fällt hier der Nachschlag aus. Es gibt in Kathmandu mehrere moderne und trotzdem von der Architektur her sehr authentische Restaurants, die ihren Gästen original nepalesisches Essen servieren, inklusive Nachschlag und rakshi (selbst gebrannter Schnaps): das Bhanchha Ghar, Nepali Chulo sowie das Thamel House, edlere Adressen sind das Krishnaparn und Bhojan Griha (alle siehe S. 41).

Gegessen wird mit den Fingern. Benutzen Sie dabei niemals Ihre Linke, in Nepal die "unreine" Hand, und berühren Sie niemals das Essen, den Teller oder das Glas von Nepalesen! Für Hindus wäre das Essen damit jutho (rituell unrein). Die tibetisch-buddhistischen Völker wie die Sherpas haben damit jedoch keine Probleme.

Sollten Sie privat oder offiziell eingeladen werden, kommen Sie nicht auf die Minute pünktlich. Der Abend vergeht mit Trinken und Häppchen, erst am Schluss können Sie Ihren Hunger stillen. Sie essen auf dem Boden bei einer privaten Einladung oder im Sitzen mit dem Teller auf dem Schoß. Ihres Tellers entledigen Sie sich später, indem Sie ihn vorschriftsmäßig einfach unter Ihren Stuhl oder in eine Ecke stellen und dann sofort nach Hause gehen. Das Essen bedeutet das Ende der Einladung.

Bei privaten Einladungen können Sie erkennen, dass die Küche Nepals im Verborgenen blüht und vielfältiger ist als zunächst angenommen. Alle Völker Nepals haben eigene Vorlieben. So kann sich ein Newar ein Leben ohne chiura, Reisflocken, nicht vorstellen, ein Tieflandbewohner besteht auf chapatis (rotis), kleinen gebackenen Fladen. Die tibetischen Völker im Gebirge ziehen tsampa (dhindo) vor, nahrhaftes, geröstetes Gerstenmehl, das mit dem berühmten Buttertee zu Klößchen geknetet wird, Yakfleisch, Kartoffeln, Nudeleintöpfe und momos, große Fleischravioli, die gebraten als kothey angeboten werden, beides serviert mit einer würzig-scharfen Soße.

Nepalesen trinken Wasser und süßen Tee mit Milch. Alkohol ist bei männlichen Hindus sehr beliebt, bei den Buddhisten im Gebirge bei beiden Geschlechtern. Das ist zum einen chhang (jhaand), ein mit Wasser verdünnter, fermentierter Brei aus Reis, Gerste, Hirse, Mais oder einer Mischung aus diesen. Zum anderen wird aus Getreide selbst Schnaps gebrannt, der hochprozentige rakshi. Außer Wodka und dem hervorragenden Khukri Rum sind Nepals industriell hergestellten harte Getränke von mittlerer Qualität. Das Bier ist jedoch gut und dazu teilt man sich gerne einen Teller sekuwa (Gegrilltes) oder chicken chili (Hühnerstücke in Chili-Soße). Beliebt sind importierte Alkoholika, Whisky avancierte zum Statussymbol und eignet sich daher bestens als Gastgeschenk bei Einladungen.

In Kathmandu, zum Teil auch in Pokhara können Sie nepalesisch und newarisch essen wie auch international - von chinesisch bis mexikanisch. Weit verbreitet ist die indische Küche. Häufig gibt es als Nachspeise köstliche Kuchen. Abends müssen Sie Ihre Bestellung bis 21.30 Uhr aufgegeben haben, westliches Frühstück gibt es zum Teil schon ab 6 Uhr morgens. Bei aller Köstlichkeit der Gerichte sollten Sie allerdings ein paar Regeln beachten: Seien Sie vorsichtig bei Salaten, meiden Sie ungeschältes Obst, und trinken Sie nur abgekochtes Wasser. Im Winter ist die Infektionsgefahr geringer als während der Monsunzeit.

Trinkgeld

Mit der "Service Charge" von 10 Prozent beinhaltet die Rechnung in den meisten Hotels, Restaurants und Reiseagenturen bereits das Trinkgeld.

Einkaufen und Shoppen

In den drei alten Königstädten Kathmandu, Patan und Bhaktapur können Sie in einen echten Kaufrausch verfallen. Dabei ist immer Feilschen angesagt, in Souvenirläden, bei Taxis und Rikschas (vorher!) und bei fliegenden Händlern, bei Letzteren jedoch nicht erbarmungslos um Pfennigbeträge. Niemals mit grimmiger Miene an dieses Ritual herangehen, sie verlieren nur Ihr Gesicht. Lebensmittel und Bedarfsgegenstände des täglichen Lebens haben feste Preise.

Bücher

Kathmandu ist ein Dorado für Bücher- und Kartenfreaks vorzugsweise für Titel aus und über Asien. Es gibt viele gute Buchhandlungen, darunter Pilgrims Book House, Tibet Bookstore und Mandala. Das Secondhandsystem in Nepal ermöglicht es, ein ausgelesenes Buch zum Bruchteil des Neupreises zu erstehen. Bei den angebotenenen Musik-CDs und DVDs handelt es sich um Raubkopien von teils schlechter Qualität.

Kunst & Malerei

Populär ist die naive Malerei mithila, die von Frauen aus dem östlichen Tiefland stammt und ihre Motive aus dem Hindu-Pantheon, tantrischen Buddhismus und aus der Folklore nimmt. In verschiedenen Galerien stellen nepalesische und ausländische Künstler zeitgenössische Malerei aus. Viele Läden verkaufen hervorragende Fotografien von Land und Leuten. Das Kunsthandwerk, insbesondere Holz- und Metallarbeiten sowie Schmuck, hat durch die Ureinwohner des Tales, die Newar, eine jahrtausendalte Tradition.

Textilien & Teppiche

Ein handgestrickter Pullover ist Ihnen zu Hause zu teuer? Dann schlagen Sie in Kathmandu zu, und decken Sie sich gleich noch mit Socken, Mützen und Handschuhen ein. Kathmandu ist außerdem auf T-Shirts spezialisiert. Frauen sei ein salwar kameez (sprich "kamiés", auch punjabi dress) ans Herz gelegt, ein sehr bequemer "Hosenanzug". Sehr günstig lässt sich auch Maßkleidung anfertigen (z. B. Akriti Boutique | nahe Kantipur Temple Hotel | Jyatha | Tel. 01 4255131).

Kaufen Sie sich einen breiten Woll- bzw. Seidenschal, den "nepalesischen Mantel". Echte pashminas sind teuer und dezent in den Farben, Mischgewebe dagegen ist billig und bunt gestreift. In Schals von zwei Armlängen Breite können Sie sich im Winter einkuscheln. Die Breite von einer Armlänge ist für den Sommer geeignet. Als Decke oder als Kissen leistet der Schal gute Dienste.

Traditionelle tibetische Motive und Qualitätsteppiche, die garantiert nicht von Kindern gefertigt wurden, finden Sie im Jawalakhel Handicraft Center (Tibetan Camp | Ekantakuna | Patan). Sie können beim Knüpfen zusehen. Die Fabrik, die Teppiche zuverlässig nach Europa schickt, liegt hinter den Verkaufsläden.

Trekkingausrüstung

Entsprechende Bekleidung und Ausrüstung gibt es in vielen Läden im Touristenviertel Thamel, auch zum Leihen. Preiswerte Stücke sind allerdings meist gefälschte Kopien made in Korea, Taiwan usw. Originale gibt es von Vaude in Lazimpat, North Face in Tridevi Marg und Sherpa Adventure Gear in Naxal. Auch Liebhaber von Gummischlappen kommen auf ihre Kosten: In Bhotahity gibt es in Schuhgeschäften Schlappen, die bei Nässe nicht rutschen!

Supermärkte

Lebensmittel und andere Notwendigkeiten kaufen Sie am bequemsten in den Selbstbedienungsläden in Thamel. Die größte Auswahl finden Sie im Bhat-Bhateni Supermarket (Bhat Bhateni, Maharajganj und Koteshwor in Kathmandu sowie Pulchowk in Patan und Chuchepati in Boudha), im Namaste Supermarket (Pulchowk, Patan) oder im Salesways Department Store (Pulchowk, Patan und Pokhara). Authentisches Vollkornbrot gibt es in Thamel in der German Bakery oder im Pumpernickel und in Patan bei Hermann Helmers.

Geschäftszentren in Kathmandu sind die Durbar Marg, die New Road sowie die Altstadtgassen. Die meisten Shops sind von 10 bis 20 Uhr oder länger geöffnet.

Öffnungszeiten

Ruhetag ist der Samstag. Regierungsstellen, Behörden und Büros haben 10-13 und 14-17 Uhr geöffnet, von Mitte November bis Mitte März bis 16 Uhr, Freitag immer 10-15 Uhr. Museen sind meistens dienstags geschlossen und an den anderen Tagen von 10-16 Uhr geöffnet.

Fotografieren

In Kathmandu ist in den Fotogeschäften entlang der New Road und in Thamel alles rund ums (digitale) Fotografieren zu Preisen wie in Europa erhältlich.

Snacks & HauptspeisenSüßigkeitenGetränke

Aloo Tama Kartoffeln mit Bambussprossen
Chatamari belegter Reispfannkuchen, eine Art nepalische Pizza
Choyla gegrilltes und in Senföl eingelegtes scharf gewürztes Fleisch
Dal Bhat Nationalgericht aus Reis, Linsen, Achaar (Tomaten-Dip) und Gemüsecurry
Dahi Joghurt. Berühmt ist der Juju-Dahi (Königsjoghurt) aus Bhaktapur
Gundruk getrocknete und fermentierte Blätter von Rettich, Kohl u. ä.
Kwati ko Suruwa Suppe aus neun verschiedenen Bohnensorten
Momo, Momocha tibetische Fleischravioli, gedämpft oder gebraten (kothey), mit würzig-scharfer Soße serviert
Paapad knuspriges Linsenbrot, gebacken oder frittiert als Appetitanreger
Pakora frittiertes Gemüse oder Käse (paneer, cheese) in dünnem Teigmantel
Sekuwa im Tandoor Gegrilltes (Fleisch/Masu oder Fisch/Machha)
Sukuti scharf gewürztes Dörrfleisch
Thukpa Eintopf aus Nudeln, Gemüse und Fleisch (tibetisch)
Gajar ko Haluwa Karottenpudding mit Nüssen
Gulab Jamun süße Teigbälle, eingelegt in Zuckersirup
Jalebi in Fett gesottene Brezel gefüllt mit Zuckersirup, wird meist zusammen mit Joghurt gegessen
Khir Reispudding
Kulfi Milcheis mit Pistazien, Cashewnüssen und Safran
Rasbari Frischkäsebällchen in Zuckersirup
Shikarni schmackhafte Joghurtcreme
Chiya Milchtee mit Zucker, oft mit Ingwer, Kardamon oder Zimt gewürzt
Khukri-Rum nepalesischer Rum, den es in verschiedenen Größen gibt
Lassi ein süßes oder salziges Joghurtgetränk (auch mit Früchten erhältlich)
Tongba heißes Getränk aus fermentierter Hirse, das mit einem Bambus-Strohhalm getrunken wird. Bei den Nepalesen im Winter beliebt
Stichworte

Bevölkerung

Nepal ist ein multikultureller Staat mit 60 Völkern, die ebenso viele Sprachen sprechen und verschiedenen Religionen anhängen. Über zwei Drittel der ca. 30 Mio. Bewohner (Stand 2012) gehören alteingesessenen ethnischen Gruppen an, die heute - jeweils für sich genommen - in der Minderheit sind und als eigene Kaste geführt werden. Dazu zählen Tamang, Gurung, Magar, Rai, Limbu, Tharu, Thakali, Sherpa, tibetischen und anderen Völkern, die ursprünglich nicht dem Hinduismus anhingen. Ihnen stehen als Einheit Hindus gegenüber, dazu Moslems und wenige Christen. Die Newar wiederum sind das einzige nepalesische Volk, das eine urbane Kultur hervorgebracht hat. Sie prägten jahrhundertelang mit ihrer Kunst und ihrem Handwerk das Kathmandu-Tal.

Bildung und Erziehung

Noch immer sind 67 Prozent der Frauen und 33 Prozent der Männer Analphabeten. Der Schulunterricht ist bis zur zehnten Klasse Pflicht und kostenlos, aber im Gebirge ein nur schwer zu bewerkstelligendes Unterfangen, da die Entfernungen groß sind. Vor allem Mädchen wird der Schulbesuch oft verweigert oder sie brechen ihn ab, weil sie bei der Arbeit im Haus und auf dem Feld gebraucht werden. Etwa 14 Prozent der Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule schon vor dem Ende der ersten Klasse. Nur die Hälfte der Kinder schließt die fünfjährige Grundschulzeit ab. Die Lehrer sind im Allgemeinen schlecht ausgebildet und bezahlt und dementsprechend unmotiviert. In Kathmandu gibt es daher viele Privatschulen. Es gibt eine staatliche Universität mit über das ganze Land verstreuten Zweigstellen sowie vier private Universitäten.

Buddhismus

Der Mahayana-Buddhismus des Himalaja ist kein Glaube an einen Gott, sondern an die göttlichen Kräfte in einem selbst, in die Entwicklung des Geistes, des Verstehens und der Vernunft. "Der Buddhismus lehrt, geistigen Frieden zu erreichen, und versucht, Denken und Lebenskraft so zu verändern, dass man Leiden ertragen, Tod, Krankheit und Unglück überwinden kann", sagt der Dalai Lama, geistiges Oberhaupt des tibetischen Buddhismus. Buddhisten und Hindus glauben an den Kreislauf der Wiedergeburten, aus dem es sich zu befreien gilt. Ein verantwortungsvoll geführtes Leben (dharma) mit vielen guten Taten kann das nächste Leben verbessern. Karma heißt das Gesetz von Ursache und Wirkung. Beide wollen Erleuchtung und das Nirwana ("Verlöschen"), das Ende des Leidens, erreichen.

Frauen und Familie

Hindu-Frauen werden sehr respektvoll behandelt, stehen aber immer unter einer Fuchtel: zuerst unter der des Vaters, dann des Ehemanns und am Schluss des Sohns. Ehen werden meist arrangiert, die Braut zieht zum Mann. Mit 25 gilt eine Frau in Nepal als alt und schwer zu verheiraten. Verheiratete Hindu-Frauen erkennt man am roten Puder im Haarscheitel und einer bestimmten Halskette. Ein Punkt auf der Stirn, der tika, dient als Zierde oder zeigt - auch bei Männern - an, dass es vor Kurzem eine religiöse Zeremonie gegeben hat. Nicht wenige Männer haben (illegalerweise) mehrere Frauen. Tibetische Völker gehen mit ihren Frauen ganz anders um; sie sind weitgehend gleichberechtigt. Es kommt vor, dass eine Frau zwei oder drei Brüder heiratet - auch das ist illegal -, um den Familienbesitz nicht aufteilen zu müssen. Ein großes Problem ist der verbotene Verkauf nepalesischer Mädchen an indische Bordelle.

Himalaja

Der Himalaja, die "Wohnstätte des Schnees", ist das höchste Gebirge der Welt. Neun der 14 Achttausender sind hier zu finden: Mt. Everest (8850 m), Kangchenjunga (8534 m), Lhotse (8516 m), Makalu (8463 m), Cho Oyu (8201 m), Dhaulagiri (8167 m), Manaslu (8163 m), Annapurna I (8091 m). Mindestens neun weitere namenlose Nebengipfel sind ebenfalls höher als 8000 m. Aus dem - in Nepal - 800 km langen Himalaja ragen außerdem 47 Siebentausender und 156 Sechstausender.

Hinduismus und Kastensystem

Hindus haben zwar viele Götter, aber letztlich glauben sie nur an eine Kraft, an die göttliche, kosmische Kraft des Universums. Die Gottheiten auf der Erde verkörpern dabei Wiedergeburten dieser Urseele: Brahma ist der Schöpfer, Vishnu der Erhalter, Shiva der Zerstörer und gleichzeitige Erneuerer, Ganesh mit dem Elefantenkopf der Glücksbringer. Jedem Gott steht eine weibliche göttliche Kraft (shakti) zur Seite, die ihm Energie und Stärke verleiht. Es gibt aber auch eigenständige Göttinnen. Hindus glauben an die Wiedergeburt. Der Körper ist der vorübergehende "Tempel der Seele", der nach dem Tod durch Verbrennen in den Kreislauf der Natur zurückgegeben wird. Die klassische indische Einteilung des Kastensystems lautet: Brahmane (Priester, Lehrer), Kshatriya (Herrscher, Krieger), Vaishya (Kaufmann, Handwerker, Bauer), Shudra (Diener, Arbeiter). Ohne Zugehörigkeit sind die sogenannten Unberührbaren. Seit 1962 verbietet das Gesetz Diskriminierung wegen Kastenzugehörigkeit - das System ist dennoch gesellschaftsbestimmend.

Nationalparks

Nepal hat mit rund 23 Prozent einen großen Teil des Landes unter Naturschutz gestellt. Um den Menschen zugunsten des Naturschutzes nicht rigoros auszuschließen, werden verschiedene Nutzungskonzepte erprobt. Es gibt zehn Nationalparks, drei Wildreservate, sechs Schutzgebiete, ein Jagdreservat und elf Pufferzonen. Im Tiefland liegen der Chitwan, der Banke und der Bardia National Park, die Blackbuck (Hirschziegenantilope) Conservation Area, das Parsa, das Koshi Tappu und das Shuklaphanta Wildlife Reserve, im westlichen Mittelgebirge der Khaptad National Park, der Rara National Park und das Dhorpatan Jadgreservat, am Rand des Kathmandu-Tals der Shivapuri Nagarjun National Park und im Hochgebirge der Shey Phoksundo National Park, die Api Nampa Conservation Area, die Annapurna Conservation Area und die Manaslu Conservation Area, der Langtang National Park, die Gaurishankar Conservation Area, der Sagarmartha National Park, der Makalu Barun National Park und die Kanchenjunga Conservation Area (www.dnpwc.gov.np).

Politik und Verwaltung

2008 erzielten die Maoisten bei den Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung einen überraschenden Wahlsieg. Kurz darauf wurde Nepal zur Republik erklärt und die Monarchie abgeschafft. Dr. Ram Baran Yadav, Mitglied der sozialdemokratischen Partei Nepali Congress, wurde erster Präsident der Demokratischen Bundesrepublik Nepal. Die Exekutive liegt bei der Regierung, an deren Spitze der Ministerpräsident steht.

Nepal - mit 147484 km2 etwas größer als die Schweiz und Österreich zusammen - ist eingeteilt in 14 Zonen mit 75 Distrikten sowie übergreifend in fünf Entwicklungsregionen mit insgesamt 58 Städten und ca. 4000 Dörfern. Dörfer und Distrikte werden von "Village" bzw. von "District Development Committees" (VCDs bzw. DDCs) verwaltet.

Tier- und Pflanzenwelt

Tiere, Pflanzen und Bäume sind im ganzen Himalaja-Gebiet heilig. Von allen Tieren wird die Kuh von Hindus am meisten verehrt, bei den Bäumen stehen Pipal und Banyan an erster Stelle. Der Rhododendron (lali guras) ist die Nationalblume. Im Hochgebirge sind Yaks und Schneeleoparden, im Tiefland Panzernashörner, Tiger und Elefanten anzutreffen. Leoparden gibt es im Tiefland und im Mittelgebirge. Rhesusaffen flitzen in Kathmandu herum, die bildschönen Langurenaffen in den Bergen.

Umgangsformen

Normalerweise begrüßt und verabschiedet man sich mit namaste, dabei legt man die Handflächen in Brusthöhe aneinander. Zuerst begrüßt werden alte Menschen und Respektspersonen. Das Wort "danke", dhanyabaad, wird nur in Ausnahmefällen benutzt. In Nepal bedankt man sich mit einem Lächeln und einem leichten Wiegen des Kopfes. Ein separates "bitte" ist ebenso unüblich. Auf Nepali drückt man "bitte" durch eine bestimmte Betonung der Tätigkeitswörter aus. Auch die klaren Wörter "ja" und "nein" fehlen. Wenn Ihr Gegenüber allerdings sanft den Kopf schüttelt, verneint es nicht, sondern meint "ja, okay".

Volkstrachten

Aus Indien kommt der anmutige sari, den viele Frauen tragen. Die newarischen Bauersfrauen des Kathmandu-Tales (jyapus) sind an ihren schwarzen saris mit rotem Rand zu erkennen. Tibeterinnen tragen lange, ärmellose, am Rücken zusammengebundene Kleider, darüber häufig eine bunt gestreifte Schürze.

Die tibetischen Männer sind in ein loses Gewand namens chuba gehüllt. Die offizielle Männerkleidung (daura duruwal) besteht aus einer Kappe (topi), einem dunklen, westlichen Jackett, einem hellen, nepalesischen Hemd, das über dem Brustkorb zusammengebunden wird, und hellen, unten eng anliegenden Baumwollhosen.

Wirtschaft

Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 30 Prozent seiner Menschen leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze, etwa 68 Prozent der arbeitenden Bevölkerung finden ihr Auskommen in der Landwirtschaft. Die Industrie steckt in den Kinderschuhen, 90 Prozent der Unternehmen sind Kleinbetriebe. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Inflationsrate beträgt rund 9,5 Prozent. Harte Währung kommt vor allem durch Gastarbeiter- und Rentenüberweisungen sowie den Tourismus ins Land. Wichtige Exportprodukte sind Textilien, Teppiche, Metallprodukte, ausgewählte Lebensmittel und Kunsthandwerk. Der Landwirtschaftssektor trägt zu über 25 Prozent der Exporte bei. Hauptexportgüter sind Linsen, Tee, Gewürze, Heilkräuter und Kaffee.

Yeti

Ob der sagenhafte Schneemensch, von dem ab und an angeblich Fußspuren gesichtet werden, wirklich existiert, ist eine Frage des Glaubens. Die Sherpas sind überzeugt, dass es ihn gibt. Im Kloster Khumjung im Everestgebiet wird ein Yeti-Skalp aufbewahrt, der aber in Wahrheit von der wilden Himalaja-Ziege Serow stammen soll.

Bloss nicht!

Unhöflich sein

Brüllen Sie niemals jemanden an! Zum einen erschrecken Sie damit viele Nepalesen so sehr, dass sie Angst vor Ihnen bekommen, zum anderen verlieren Sie Ihr Gesicht. Mangelnder Respekt jedoch kann wiederum leicht dazu führen, Sie übers Ohr hauen zu wollen. Die Zauberworte für einen unbeschwerten Aufenthalt und zur Lösung von Problemen sind Geduld und Freundlichkeit. Ein Lächeln kostet nichts, bewirkt aber oft Wunder.

Drogen kaufen

In manchen Touristenzentren werden Sie ständig angemacht: "Gaanscha?" (Ganja = Marihuana) oder "Tscharres?" (Charres = Haschisch). Lassen Sie die Finger davon, denn der Handel ist verboten. Der Konsum wurde auf Druck der USA kriminalisiert, obwohl in Nepal seit Urzeiten gekifft wird - bei religiösen Zeremonien, bei bestimmten Festen oder einfach zur Entspannung. Was für uns ein Glas Wein, Bier oder Sekt bedeutet, ist in Nepal ein Zug aus dem Chillum, einem Tonpfeifchen. Marihuana sind die getrockneten Blätter, Haschisch das Harz der Cannabis-Pflanze, die überall wild wächst, selbst in Form riesiger Büsche direkt vor dem Zollamt am Flughafen. Harte Drogen dagegen wurden Ende der Siebzigerjahre von internationalen Drogenbanden auf den Markt geworfen, die über 50000 Nepalesen abhängig machten. Es gibt kaum Therapiemöglichkeiten.

Schwarz tauschen

"Change money?" ("Wollen Sie Geld wechseln?") ist die andere Anmache. Verzichten Sie! Es schadet der Wirtschaft und Ihnen, wenn Sie geschnappt werden. Es gibt unzählige Wechselstuben in Thamel.

Bettelnden Kindern Geld geben

"Bye, bye, one Rupie!" Kinder krähen diesen Spruch im ganzen Land hinter Ihnen her, wobei mit "bye, bye" "Ausländer" gemeint ist. Nepalesische Experten bitten dringend darum, auf die oftmals penetranten Aufforderungen nicht einzugehen und Bettelkindern überhaupt nichts zu geben. Es beruhigt vielleicht Ihr schlechtes Gewissen, zieht aber eine neue Generation von Bettlern heran. Sinnvoller ist es, Organisationen wie die Child Workers in Nepal/Concerned Centre (CWIN) (Tel. 014278064 | www.cwin.org.np) zu unterstützen, die sich um Straßenkinder kümmert.

Schuhe Ausziehen vergessen

Respektieren Sie die in Nepal üblichen Bräuche: Ziehen Sie immer die Schuhe aus, bevor Sie eine buddhistische Gebetsstätte oder eine hinduistische Tempelanlage betreten. Manchmal müssen Sie am Eingang auch alle Sachen aus Leder wie z. B. Gürtel, Taschen oder Jacken ablegen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von beeinträchtigt sein, siehe Aktuelles.

In Folge der schweren Erdbeben im Jahr 2015 gibt es im ganzen Land weiterhin Infrastrukturschäden und unpassierbare Straßen.

Der Luftverkehr entspricht nicht europäischen Sicherheitsstandards. Alle nepalesischen Luftfahrtunternehmen stehen auf der gemeinschaftlichen Liste unsicherer Fluggesellschaften der .

Es herrscht Linksverkehr. Es stehen lokale Taxis, Busse und Mietwagen zur Verfügung.

Bei Reisen über Land muss mit den Behinderungen wie insbesondere großen Verzögerungen wegen unzureichender Infrastruktur und Streiks gerechnet werden.

Technische Überwachungen der Fahrzeuge werden in Nepal nicht regelmäßig durchgeführt, die allgemein verbindlichen Verkehrsregeln werden von der großen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunfälle sind insbesondere bei Überlandfahrten häufig, insbesondere normale Überlandbusse, häufig mit Todesfolge.

Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notfällen oder Unfällen, kann in weiten Landesteilen nicht gewährleistet werden, ein zuverlässig funktionierendes Rettungswesen ist nicht existent. Auch infolge der nicht immer störungsfreien Kommunikation können sich in Notfällen erhebliche Schwierigkeiten ergeben, weil Hilfeleistungen nicht rechtzeitig organisiert werden können. Es besteht über größere Strecken kein oder unzureichender Mobilfunk- und/oder Internet-Empfang.

Die zurückliegenden Protestaktionen und Streiks in einigen Gebieten des Terais und der Blockierung einiger wichtiger Grenzübergänge zu Indien führten zeitweise zu einer Verknappung wichtiger Verbrauchsgüter wie Diesel, Benzin und Flaschengas.

  • Erkundigen Sie sich vor Reisen bei Ihrem Reiseveranstalter oder der örtlichen Reiseleitung über die Durchführbarkeit
  • Verfolgen Sie während Ihres Aufenthalts die lokalen Medien.
  • Wählen Sie Ihr Transportmittel und die Fahrtroute kritisch aus und achten Sie auf Mindeststandards von Sicherheit.
  • Benutzen Sie keine normalen Überlandbusse, sondern ausschließlich gekennzeichnete Touristenbusse.
  • Fahren Sie selbst stets defensiv und vorausschauend sowie mit angemessener Geschwindigkeit.
  • Informieren Sie Ihr Hotel oder Angehörige über geplante Abfahrt- und Ankunftszeiten sowie Ihre Reiseroute.
  • Gute Kenntnisse in der Ersten Hilfe können das Risiko eines schweren Unfalls mit bleibenden Gesundheitsschäden reduzieren.

Für bis zu 15 Tagen ist der Internationale Führerschein in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig, danach ein nepalesischer Führerschein erforderlich.

Trekking und auch Bergsteigen in Nepal erfreut sich immer größerer Beliebtheit, wodurch viele Routen und auch Gipfelbesteigungen zeitweilig überfüllt sind und sich Gefahren für Unfälle und die Höhenkrankheit erhöhen.

Alle Trekker müssen eine gültige TIMS Card (Trekkers' Information Management System) besitzen, die von den TIMS-Stellen des Nepal Tourism Board (NTP) bzw. der Trekking Agents Association of Nepal (TAAN) erhältlich ist. Reiseagenturen, die diesen Verbänden nicht angehören, müssen die Zertifikate bei NTB bzw. TAAN einholen. Für bestimmte eingeschränkte Trekking-Gebiete ist zusätzlich eine Trekking Permit erforderlich.

Wiederholt kam es zu Erpressungen von Trekkern, die mit frei angeheuerten, nicht lizenzierten Trägern ohne Versicherungsnachweise für die Träger unterwegs waren. Das Einschalten einer verlässlichen Reiseagentur und das Mitführen der entsprechenden Zahlungsnachweise beugen rechtlichen Schwierigkeiten vor.

  • Beantragen Sie rechtzeitig eine gültige TMS-Card.
  • Begehen Sie nur bekannte Routen und bleiben Sie in Gruppen.
  • Weichen Sie von ausgewiesenen Wanderrouten nicht ab.
  • Nutzen Sie ausschließlich seriöse Agenturen und Führer mit entsprechender staatlicher Lizenz.
  • Holen Sie vor dem Besuch abgelegener Gebiete aktuelle Informationen über die Sicherheitslage ein.
  • Registrieren Sie sich unter Angabe der Trekking-Route und der Versicherungsdaten bzw. der Mitgliedschaft in einer Rettungsfluggesellschaft unbedingt in der Krisenvorsorgeliste.
  • Unterschätzen Sie die Risiken der Höhenkrankheit nicht und steigen Sie bei den ersten Anzeichen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Atemnot wieder ab, siehe Gesundheit.

Homosexuelle Handlungen sind in Nepal nicht mehr strafbar, eine Zurückhaltung von möglicherweise als provokativ empfundenen Handlungen in der Öffentlichkeit und der Respekt vor lokalen Gebräuchen sind gleichwohl angezeigt.

  • Beachten Sie die allgemeinen Hinweise für LGBTIQ.

Nepalesische Polizei und Justiz verfolgen Drogendelikte konsequent. Bei Verstößen drohen lange Gefängnisstrafen.

Bereits aus Sicherheitsgründen sollten sich Ausländer von Demonstrationen und größeren Menschenansammlungen fernhalten. Ausländer, die an Protestaktionen teilnehmen, können sich unter Umständen strafbar machen.

Die Ausfuhr größerer, bei der Einreise nicht deklarierter Devisenbeträge kann ebenfalls zu empfindlichen Geld- und Haftstrafen führen.

Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen sind ebenfalls verboten. Der Missbrauch von Kindern durch Deutsche im Ausland strafrechtlich verfolgt und hat in jüngster Vergangenheit zu empfindlichen Geldstrafen, der Verhaftung und langjährigen Freiheitsstrafen in Nepal geführt.

Das nepalesische Electronic Transactions Act stellt Beiträge in sozialen und elektronischen Medien, die den sozialen Frieden Nepals stören oder Personen diffamieren unter Strafe. Ausländer können mit Ausweisung oder/und auch Gefängnisstrafen bestraft werden.

Die Benutzung von Drohnen ohne erforderliche Genehmigungen kann zur Konfiszierung und zu hohen Bußgeldern führen. Auch die Haftung für mögliche Personen- oder Sachschäden, die durch den Drohnenbetrieb verursacht werden, liegt bei der Person, die die Drohne fliegt.

Landeswährung ist die nepalesische Rupie (NPR). Im Kathmandu-Tal besteht die Möglichkeit, sich über Geldautomaten mit Bargeld zu versorgen. Die meisten Automaten akzeptieren Visa- und Master-Kreditkarten, Bankkarten werden kaum akzeptiert.

Neben Kreditkarten empfiehlt sich die Mitnahme von Euro oder US-Dollar in bar, insbesondere bei Reisen in weniger besiedelte Regionen.

Devisen können in allen größeren Städten problemlos getauscht werden. Die indische Rupie (INR) ist in Nepal frei konvertierbar, allerdings werden Scheine in der Regel nur bis max. 100,- INR-Noten akzeptiert.

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Erkrankung, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zur Pandemie erklärt.

Die hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ergänzen.

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Tollwut und Japanische Enzephalitis empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die .

Im September 2019 werden im ganzen Land vermehrt Dengue Infektionen gemeldet. Während das in den letzten Jahren während und nach der Monsunzeit in den südlichen und tiefer gelegenen Landesteilen durchaus möglich war, wurden jetzt auch in Kathmandu (Höhe über NN 1.400 m) mehrere hundert nachweislich autochtone Übertragungen im Stadtgebiet nachgewiesen.

Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

In Höhenlagen über ca. 2000 Meter besteht in Nepal ganzjährig ein minimales Übertragungsrisiko für Malariaerkrankungen, besonders in den Sommermonaten von Mai bis Oktober. Das Risiko ist im südlichen Tiefland (Terai Distrikte nahe Indien und der Royal Chittwan Park) höher und nimmt nach Norden mit zunehmender Höhe langsam ab. Dabei handelt es sich in ca. 95% um die nur selten lebensbedrohliche, durch Plasmodium vivax verursachte, Malaria tertiana und nur ganz selten muss mit Malaria tropica Fällen gerechnet werden, siehe Ständiger Ausschuss Reisemedizin (StAR der).

Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie unter einem imprägnierten Moskitonetz.

Unter üblichen Rahmenbedingungen (Reisedauer bis 4 Wochen, Hotelunterbringung mit Klimaanlage, informierter und umsichtiger Reisender) wird keine medikamentöse Malariaprophylaxe empfohlen.

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera (s.u.) jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

Cholera wird über ungenügend aufbereitetes Trinkwasser oder rohe Lebensmittel übertragen und kann daher gut durch entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene vermieden werden. Nur ein kleiner Teil der an Cholera infizierten Menschen erkrankt und von diesen wiederum die Mehrzahl mit einem vergleichsweise milden Verlauf. Die Indikation für eine Choleraimpfung ist nur sehr selten gegeben, in der Regel nur bei besonderen Expositionen wie der Arbeit im Krankenhaus mit Cholerapatienten, siehe Merkblatt Cholera.

  • Lassen Sie sich hinsichtlich Ihres Risikoprofils durch einen Tropen- oder Reisemediziner beraten.

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen oft bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren, siehe auch Merkblatt Japanische Enzephalitis. Ein Übertragungsrisiko für JE besteht in Nepal in den südlichen Landesteilen, vereinzelt sind auch Fälle im Kathmandu Tal aufgetreten.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Japanischer Enzephalitis im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen und lassen Sie sich impfen.

Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelmäßig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und Übertragung einer Tollwut. Affen können ebenfalls Tollwut übertragen und sollten niemals gefüttert werden. Die notwendigen, medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Nepal nicht immer möglich. Einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung für Reisen nach Nepal eine besondere Bedeutung zu. Sie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Die auch nach einem Biss notwendige, unverzügliche "Auffrischung" kann dann vor Ort erfolgen.

Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger auch in Nepal. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes schützt nicht vor einer Ansteckung.

Die saisonalen Influenzaviren, einschließlich der neuen Influenza A/H1N1 ("Schweinegrippe"), zirkulieren in Nepal. Die Gefahr einer Übertragung ist während und nach der Monsunzeit (Juli bis September) am höchsten, ein zweiter Höhepunkt liegt in den kälteren Wintermonaten (Januar bis März). Ein Impfschutz empfiehlt sich bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen.

Seit kurzem wurden Erkrankungen beim Menschen mit einem bisher nur bei Vögeln aufgetretenen Influenzavirus H7N9 in Nepal bekannt. Seit 2019 wurden aus den nepalesischen Provinzen Nr. 1 und Nr. 3 Fälle von aviärer Influenza gemeldet. Im März 2019 kam es zum ersten menschlichen Erkrankungsfall mit Todesfolge in Bhaktapur.
Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde bisher nicht nachgewiesen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Wie bisher haben die Empfehlungen für Länder mit Vorkommen von Vogelgrippe-Einzelerkrankungen beim Menschen ihre Gültigkeit, siehe Merkblatt Aviäre Influenza.

Nepal ist ein beliebtes Reiseziel für Trekkingtouristen, die in große Höhen aufsteigen. Oft reicht die Zeit nicht für eine stufenweise Höhenanpassung. Verschiedene Formen von akuter Höhenkrankheit sind möglich, siehe Merkblatt Höhenkrankheit.

  • Lassen Sie sich vor Reisen in große Höhen (über 2.300 m) vor der endgültigen Reiseplanung individuell durch einen höhenmedizinisch erfahrenen Arzt beraten. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Es gibt in Nepal mehrere zivile Luftrettungsunternehmen für die Hubschrauberrettung aus Bergnot. Witterungsbedingt sind die Fluggeräte aber nicht immer einsatzbereit. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur verzögert erfolgen. Die Kostenübernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion geklärt sein, sonst ist sie unter Umständen vom Verunglückten selbst zu tragen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme Kälte und unwegsames oder unbekanntes Gelände bergen weitere Risiken für den Reisenden in großer Höhe. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschläge kann es an gefährdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Berghängen kommen.

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und während einer Nepalreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gewährleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht. In solchen Fällen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie Ihre Reisepläne ausführlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht häufig nicht europäischem Standard. Eine ausreichende Grundversorgung besteht in Kathmandu und den gängigen Touristenzielen, auch entlang der großen Trekkingrouten. In Kathmandu ist die medizinische Versorgung in einzelnen Fachbereichen durchaus auch auf einem hohen Niveau. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb eine medizinische Evakuierung, zum Beispiel nach Kathmandu oder weiter nach Indien erwogen werden.

Die Versorgung mit zuverlässigen Medikamenten und eine ununterbrochene Kühlkette sind nicht immer gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch Fake-Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegenüber häufig eingesetzten Antibiotika auf.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Nehmen Sie eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen, siehe Merkblatt Reiseapotheke.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die .

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss:

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Reisewarnung

Überblick

Stand - Wed, 14 Oct 2020 16:45:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Wed, 14 Oct 2020 16:58:51 +0200)

Letzte Änderungen: Aktuelles

Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:
- Verfolgen Sie Nachrichten und Wetterberichte
- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz
- Abonnieren Sie unseren Newsletter oder nutzen Sie unsere App „Sicher Reisen"
- Folgen Sie uns auf Twitter: AA_SicherReisen
- Registrieren Sie sich in unserer Krisenvorsorgeliste

Letzte Änderungen:
Aktuelles

Aktuelles

Aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 und damit einhergehenden Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr sowie Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens wird vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Nepal weiterhin gewarnt.

Die Einreise ist derzeit nur einem eingeschränkten Personenkreis gestattet. Neben nepalesischen Staatsangehörigen ist die Einreise nur Diplomaten und Beschäftigten der Vereinten Nationen und teilweise von Hilfsorganisationen mit Visum gestattet. Der Visa-on-Arrival Service bleibt ausgesetzt.
Die Einreise von Touristen ist bis auf weiteres grundsätzlich nicht gestattet. Seit Anfang Oktober 2020 gilt jedoch eine Ausnahme für Teilnehmer an Trekkingtouren und Expeditionen. Sie dürfen unter strengen Auflagen einreisen, wobei die Konditionen ständigen kurzfristigen Änderungen unterliegen können.
Vor Einreise ist ein negativer COVID-19-PCR-Test vorzulegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Alle Reisenden müssen vor Abflug ein Online-Formular ausfüllen und den damit generierten Barcode bei Check-in als Ausdruck oder Screenshot vorweisen. Nach Einreise besteht grundsätzlich eine 14-tägige Quarantänepflicht, die entweder zuhause, im Hotel oder in einer Einrichtung der Regierung abgeleistet werden kann.

Eine Reihe von Fluggesellschaften verlangt für die Ausreise ebenfalls einen negativen COVID-19-PCR-Test, unabhängig von den Bestimmungen des Abflug- oder Ziellandes.

Der internationale wie nationale kommerzielle Flugverkehr wird allmählich wieder aufgenommen.

Der seit 20. August 2020 verhängte zweite Lockdown wird graduell gelockert. Distriktübergreifende Fahrten sind wieder erlaubt. Nepalesische Regierungsinstitutionen nehmen ihre Arbeit mit reduzierter Kapazität wahr. Die Visastelle des Department of Immigration ist wieder geöffnet.

Die Abstands- und Hygieneregeln zur Eindämmung der Verbreitung von COVID-19 gelten weiter. Die Regierung hat Regeln für das Verhalten während des landesweiten religiösen Festivals erlassen.

Die deutsche Botschaft arbeitet eingeschränkt und bleibt für den Besucherverkehr weitgehend geschlossen. Ein Bereitschaftsdienst für Notfälle ist eingerichtet.

  • Folgen Sie den Anweisungen der Behörden und halten Sie sich an die bestehenden Einschränkungen.
  • Beachten Sie die Informationen der nepalesischen Einwanderungsbehörde.
  • Halten Sie unbedingt Ihre Eintragungen in der Krisenvorsorgeliste aktuell.
  • Bei Ausreise, erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Fluggesellschaft zur Notwendigkeit für einen negativen COVID-19-PCR-Test.
  • Bitte beachten Sie unsere fortlaufend aktualisierten Informationen zu COVID-19 /Coronavirus.

Sicherheit

Terrorismus

Ende Mai 2019 wurden in Kathmandu mehrere Sprengstoffanschläge verübt, die Todesopfer und Verletzte forderten. Auch wenn Ausländer bisher kein Ziel solcher Anschläge waren, können diese auch außerhalb der Hauptstadt nicht ausgeschlossen werden.

  • Seien Sie insbesondere an belebten Orten und bei besonderen Anlässen aufmerksam.
  • Meiden Sie möglichst größere Menschenansammlungen.
  • Beachten Sie den weltweiten Sicherheitshinweis.

Innenpolitische Lage

In Nepal kommt es vereinzelt zu kurzfristig ausgerufenen „Bandhs", Zwangsstreiks mit Blockaden bzw. Straßensperren, auch im Kathmandu-Tal, die teilweise auch gewaltsam durchgesetzt werden. Diese können das öffentliche Leben empfindlich stören und zu Behinderungen im Reiseverkehr führen.

Besonders im Terai, dem südlichen Grenzland zu Indien, ist mit Protestaktionen und gewaltsamen, unter Umständen auch gefährlichen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen politischen Gruppierungen und den Sicherheitskräften zu rechnen.

An den Grenzübergängen zu Indien kann es auf Grund der politischen Situation sowohl auf nepalesischer als auch auf indischer Seite zu Verzögerungen beim Grenzübertritt kommen.

  • Informieren Sie sich über die lokalen Medien oder über die Touristenpolizei an Ihrem Aufenthaltsort.
  • Vermeiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Kriminalität

Insbesondere in touristischen Gegenden kann es zu Kleinkriminalität wie Taschendiebstählen und Handtaschenraub, aber auch zu Einbrüchen kommen. Während der Festival-Saison von September bis November kommen derartige Delikte gehäuft vor. Gelegentlich werden insbesondere gegenüber allein reisenden Frauen nach Einbruch der Dunkelheit Vergewaltigungen gemeldet.

In der Vergangenheit kam es zu Übergriffen gegen allein reisende Trekker.

Kriminelle Organisationen und andere Gruppierungen versuchen vereinzelt, nationale und internationale Organisationen, Geschäftsleute und Einzelpersonen zu erpressen und setzen Forderungen teilweise mit Gewalt durch. Auch Trekking-Touristen sind gelegentlich Ziel derartiger „Spenden-Erpressungsversuche". Ein ortskundiger Führer kann in solchen Fällen deeskalierend wirken.

Im Umgang mit staatlichen Sicherheitskräften ist zu beachten, dass in Nepal teils ein anderes Rechtsverständnis besteht.

  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtigen Dokumente sicher auf.
  • Bevorzugen Sie bargeldlose Zahlungen und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen mit.
  • Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, auf Märkten und im Bus besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Trekken Sie nicht alleine, sondern nur in Gruppen und buchen Sie verlässlichen Reiseagenturen.
  • Seien Sie insbesondere als Frau nach Einbruch der Dunkelheit besonders vorsichtig und nicht allein unterwegs.
  • Verhalten Sie sich möglichst kooperativ und geduldig gegenüber Sicherheitskräften.
  • Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Bitten um Spenden, Angeboten und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei.

Natur und Klima

Nepal liegt in einer seismisch aktiven Zone, insbesondere das Himalaya-Gebiet gilt als stark erdbebengefährdet. 2015 führten schwere Erdbeben der Stärken 7,8 und 7,2 mit jeweils zahlreichen Nachbeben zu Tausenden Todesopfern, Verletzen und erheblichen Sachschäden, die weiterhin die Infrastruktur beeinträchtigen.
Im Falle eines schweren Erdbebens muss davon ausgegangen werden, dass medizinische Einrichtungen und generelle Notfallausstattungen überlastet sind.

Es herrscht Monsunklima, im Norden durch die Höhenlage gemildert.
Während der von Juni bis Anfang Oktober andauernden Monsunzeit entstehen in ganz Nepal durch plötzlich auftretende und oft länger anhaltende Unwetter immer wieder Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutsche, die auch die Hauptreisewege betreffen und einschränken können.

  • Beachten Sie die Unwetterwarnungen des Department of Hydrology and Meteorology und lassen Sie insbesondere an Berghängen und Flüssen besondere Vorsicht walten.
  • Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden.
  • Machen Sie sich mit Verhaltenshinweisen bei Erdbeben vertraut. Diese bieten die Merkblätter des Deutschen GeoForschungsZentrums.

Reiseinfos

Infrastruktur/Verkehr

Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von COVID-19 beeinträchtigt sein, siehe Aktuelles.

In Folge der schweren Erdbeben im Jahr 2015 gibt es im ganzen Land weiterhin Infrastrukturschäden und unpassierbare Straßen.

Der Luftverkehr entspricht nicht europäischen Sicherheitsstandards. Alle nepalesischen Luftfahrtunternehmen stehen auf der gemeinschaftlichen Liste unsicherer Fluggesellschaften der EU.

Es herrscht Linksverkehr. Es stehen lokale Taxis, Busse und Mietwagen zur Verfügung.

Bei Reisen über Land muss mit den Behinderungen wie insbesondere großen Verzögerungen wegen unzureichender Infrastruktur und Streiks gerechnet werden.

Technische Überwachungen der Fahrzeuge werden in Nepal nicht regelmäßig durchgeführt, die allgemein verbindlichen Verkehrsregeln werden von der großen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunfälle sind insbesondere bei Überlandfahrten häufig, insbesondere normale Überlandbusse, häufig mit Todesfolge.

Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notfällen oder Unfällen, kann in weiten Landesteilen nicht gewährleistet werden, ein zuverlässig funktionierendes Rettungswesen ist nicht existent. Auch infolge der nicht immer störungsfreien Kommunikation können sich in Notfällen erhebliche Schwierigkeiten ergeben, weil Hilfeleistungen nicht rechtzeitig organisiert werden können. Es besteht über größere Strecken kein oder unzureichender Mobilfunk- und/oder Internet-Empfang.

Die zurückliegenden Protestaktionen und Streiks in einigen Gebieten des Terais und der Blockierung einiger wichtiger Grenzübergänge zu Indien führten zeitweise zu einer Verknappung wichtiger Verbrauchsgüter wie Diesel, Benzin und Flaschengas.

  • Erkundigen Sie sich vor Reisen bei Ihrem Reiseveranstalter oder der örtlichen Reiseleitung über die Durchführbarkeit
  • Verfolgen Sie während Ihres Aufenthalts die lokalen Medien.
  • Wählen Sie Ihr Transportmittel und die Fahrtroute kritisch aus und achten Sie auf Mindeststandards von Sicherheit.
  • Benutzen Sie keine normalen Überlandbusse, sondern ausschließlich gekennzeichnete Touristenbusse.
  • Fahren Sie selbst stets defensiv und vorausschauend sowie mit angemessener Geschwindigkeit.
  • Informieren Sie Ihr Hotel oder Angehörige über geplante Abfahrt- und Ankunftszeiten sowie Ihre Reiseroute.
  • Gute Kenntnisse in der Ersten Hilfe können das Risiko eines schweren Unfalls mit bleibenden Gesundheitsschäden reduzieren.

Führerschein

Für bis zu 15 Tagen ist der Internationale Führerschein in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig, danach ein nepalesischer Führerschein erforderlich.

Wanderungen und Trekking-Touren

Trekking und auch Bergsteigen in Nepal erfreut sich immer größerer Beliebtheit, wodurch viele Routen und auch Gipfelbesteigungen zeitweilig überfüllt sind und sich Gefahren für Unfälle und die Höhenkrankheit erhöhen.

Alle Trekker müssen eine gültige TIMS Card (Trekkers' Information Management System) besitzen, die von den TIMS-Stellen des Nepal Tourism Board (NTP) bzw. der Trekking Agents Association of Nepal (TAAN) erhältlich ist. Reiseagenturen, die diesen Verbänden nicht angehören, müssen die Zertifikate bei NTB bzw. TAAN einholen. Für bestimmte eingeschränkte Trekking-Gebiete ist zusätzlich eine Trekking Permit erforderlich.

Wiederholt kam es zu Erpressungen von Trekkern, die mit frei angeheuerten, nicht lizenzierten Trägern ohne Versicherungsnachweise für die Träger unterwegs waren. Das Einschalten einer verlässlichen Reiseagentur und das Mitführen der entsprechenden Zahlungsnachweise beugen rechtlichen Schwierigkeiten vor.

  • Beantragen Sie rechtzeitig eine gültige TMS-Card.
  • Begehen Sie nur bekannte Routen und bleiben Sie in Gruppen.
  • Weichen Sie von ausgewiesenen Wanderrouten nicht ab.
  • Nutzen Sie ausschließlich seriöse Agenturen und Führer mit entsprechender staatlicher Lizenz.
  • Holen Sie vor dem Besuch abgelegener Gebiete aktuelle Informationen über die Sicherheitslage ein.
  • Registrieren Sie sich unter Angabe der Trekking-Route und der Versicherungsdaten bzw. der Mitgliedschaft in einer Rettungsfluggesellschaft unbedingt in der Krisenvorsorgeliste.
  • Unterschätzen Sie die Risiken der Höhenkrankheit nicht und steigen Sie bei den ersten Anzeichen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Atemnot wieder ab, siehe Gesundheit.

LGBTIQ

Homosexuelle Handlungen sind in Nepal nicht mehr strafbar, eine Zurückhaltung von möglicherweise als provokativ empfundenen Handlungen in der Öffentlichkeit und der Respekt vor lokalen Gebräuchen sind gleichwohl angezeigt.

Rechtliche Besonderheiten

Nepalesische Polizei und Justiz verfolgen Drogendelikte konsequent. Bei Verstößen drohen lange Gefängnisstrafen.

Bereits aus Sicherheitsgründen sollten sich Ausländer von Demonstrationen und größeren Menschenansammlungen fernhalten. Ausländer, die an Protestaktionen teilnehmen, können sich unter Umständen strafbar machen.

Die Ausfuhr größerer, bei der Einreise nicht deklarierter Devisenbeträge kann ebenfalls zu empfindlichen Geld- und Haftstrafen führen.

Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen sind ebenfalls verboten. Der Missbrauch von Kindern durch Deutsche im Ausland strafrechtlich verfolgt und hat in jüngster Vergangenheit zu empfindlichen Geldstrafen, der Verhaftung und langjährigen Freiheitsstrafen in Nepal geführt.

Das nepalesische Electronic Transactions Act stellt Beiträge in sozialen und elektronischen Medien, die den sozialen Frieden Nepals stören oder Personen diffamieren unter Strafe. Ausländer können mit Ausweisung oder/und auch Gefängnisstrafen bestraft werden.

Die Benutzung von Drohnen ohne erforderliche Genehmigungen kann zur Konfiszierung und zu hohen Bußgeldern führen. Auch die Haftung für mögliche Personen- oder Sachschäden, die durch den Drohnenbetrieb verursacht werden, liegt bei der Person, die die Drohne fliegt.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist die nepalesische Rupie (NPR). Im Kathmandu-Tal besteht die Möglichkeit, sich über Geldautomaten mit Bargeld zu versorgen. Die meisten Automaten akzeptieren Visa- und Master-Kreditkarten, Bankkarten werden kaum akzeptiert.

Neben Kreditkarten empfiehlt sich die Mitnahme von Euro oder US-Dollar in bar, insbesondere bei Reisen in weniger besiedelte Regionen.

Devisen können in allen größeren Städten problemlos getauscht werden. Die indische Rupie (INR) ist in Nepal frei konvertierbar, allerdings werden Scheine in der Regel nur bis max. 100,- INR-Noten akzeptiert.

Einreise und Zoll

Ein- und auch Durchreisebestimmungen können aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 derzeit abweichen, siehe Aktuelles.

Einreise- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie nur direkt bei den Vertretungen Ihres Ziellandes.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Nein
  • Vorläufiger Personalausweis: Nein
  • Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:
Reisedokumente müssen im Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise ein Visum, das vorab bei einer nepalesischen Auslandsvertretung beantragt werden muss.

Aktuelle Einreise- und Visabestimmungen und Gebühren bieten das Department of Immigration und die nepalesische Botschaft in Berlin.

Visum vor der Einreise

Das Visum vor Einreise kann in Deutschland bei der nepalesischen Botschaft in Berlin sowie bei den nepalesischen Honorarkonsuln in Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart beantragt werden. Dort sollte man sich die Einreisevorschriften im eigenen Interesse vor Antritt der Reise bestätigen lassen. In der Ankunftshalle des Tribhuvan International Airports stehen mehrere Automaten, an denen ein Visumantrag elektronisch eingegeben und das Passfoto gefertigt werden kann.

Laut derzeitiger Auskunft der nepalesischen Einwanderungsbehörde soll die Visumerteilung bis zum Ende der Gültigkeit des Reisedokuments möglich sein. Auf eine Mindestrestgültigkeit des Passes von noch mindestens sechs Monaten sollte dennoch geachtet werden, da Fluggesellschaften die Beförderung von Passagieren sonst schon abgelehnt haben.

Verlängerung des Aufenthalts

Touristenvisa sind bis zu 150 Tagen verlängerbar, sofern die zuständigen Behörden die Voraussetzungen für eine Verlängerung als gegeben betrachten.

Aufenthalte ohne oder mit abgelaufenen Visa führen zu empfindlichen Geld- und teilweise auch Gefängnisstrafen.

Überschreitung des Aufenthalts

Aufgrund neuer Richtlinien werden die Überziehung von erteilten Visa und vor allem nicht erlaubte Tätigkeiten mit Touristen- oder Studenten-Visa strenger überprüft. Wird der Aufenthalt in Nepal nach Ablauf des Visums unerlaubt fortgesetzt, droht eine Geldstrafe von derzeit 2,- US-Dollar für jeden ohne Aufenthaltsgenehmigung in Nepal verbrachten Tag. Ab dem 31. Tag erhöht sich der Tagessatz auf 3,- US-Dollar, bei mehr als 90 Tagen auf 5,- US-Dollar. Wird die Strafe nicht bezahlt, muss mit einer empfindlichen Haftstrafe gerechnet werden, bei der sich die Geldbuße nur alle drei Tage um etwa 1,- US-Dollar reduziert. Im Falle der Ausübung einer auch unbezahlten Tätigkeit ohne entsprechende Arbeitserlaubnis ist mit einer Geld- und Gefängnisstrafe zu rechnen.

Arbeitsaufnahme/Freiwilligendienst

Zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit wie von Freiwilligendiensten muss eine Arbeitserlaubnis beantragt werden. Die Ausübung dieser Tätigkeiten mit einem Touristenvisum ist illegal und wird bestraft. Dies gilt auch für medizinische Hilfsaktionen in Nepal (sog. Health Camps), welche zusätzlich grundsätzlich die Zustimmung des Nepal Medical Councils benötigen.

Weiterreise nach Indien und in die VR China

Bei beabsichtigten Weiterreisen nach Indien und in die VR China führten über Reisebüros oder andere Vermittler beantragte Visa verschiedentlich zum Erhalt von gefälschten Visa. Damit kann es schon bei der Ausreise aus Nepal zu Komplikationen kommen.
Probleme bei Reisedokumenten, die Visa anderer Staaten enthalten, gibt es nicht.

  • Beantragen Sie erforderliche Visa für Weiterreisen direkt bei den entsprechenden Vertretungen der Länder und nicht über Reisebüros oder andere Vermittler, außer bei Gruppenreisen nach Tibet.
  • Wenn Sie über Indien ein- und von Nepal wieder nach Indien ausreisen, erkundigen Sie sich rechtzeitig über die geänderten indischen Visavorschriften bei der nächsten indischen Vertretung oder dem indischen Bureau of Immigration.
  • Bei Interesse an einer Weiterreise nach Tibet in der Volksrepublik China haben informieren Sie sich bitte vor der Einreise nach Nepal bei der chinesischen Botschaft in Deutschland oder Nepal über die Möglichkeiten der Visumerteilung, z.B. zu Zuständigkeiten, Bearbeitungszeiten und Gebühren. Zu beachten ist insbesondere, dass die Erteilung chinesischer Visa nicht das ganze Jahr über erfolgt.

Minderjährige

Es gelten keine besonderen Bestimmungen für allein reisende Minderjährige, dennoch wird empfohlen, dass Minderjährige nicht unbegleitet reisen. Eine entsprechende Erklärung der Erziehungsberechtigten sollte mitgeführt werden.

Einfuhrbestimmungen

Die Einfuhr von Fremdwährung ist unbegrenzt erlaubt, aber deklarationspflichtig. Die Ausfuhr größerer, bei der Einreise nicht deklarierter Devisenbeträge ist strafbar.

Die Landeswährung darf nicht ein- oder ausgeführt werden.

Bereits gebrauchte Gegenstände, Nahrungsmittel und Medikamente vorbehaltlich eines Einfuhrverbots, siehe Department of Drug Administration DDA, für den eigenen Bedarf dürfen zollfrei ein- bzw. ausgeführt werden.

In Nepal hergestellte Produkte dürfen vorbehaltlich eines Ausfuhrverbots, siehe Department of Customs, bis zu dem bei Einreise von Reisenden deklarierten Betrag in ausländischer Währung, der  bei einer Bank oder bei einer staatlich autorisierten Wechselstube getauscht wurde, genehmigungsfrei ausgeführt werden.

Bei der Ausfuhr von Gütern ist die Negativliste des nepalesischen Zolls zu geschützten Kulturgütern sowie zu Produkten von geschützten Tier- und Pflanzenarten des Department of Customs zu beachten.

Für die Einfuhr und Nutzung von Drohnen (UAV – Unmanned Aerial Vehicle) ist die vorherige Einholung zahlreicher Genehmigungen erforderlich. Zumindest die Tourismusbehörde und das Innenministerium und ggf. die Verwaltung des betroffenen Naturschutzgebietes müssen eine Genehmigung erteilen, bei Drohnen über 2kg Gewicht auch die Zivile Luftfahrtbehörde (CAAN). Bei Forschungsvorhaben gelten zusätzliche Regeln.

Verbindliche Auskünfte zu Zollbestimmungen erteilt das nepalesische Finanzministerium.

Heimtiere

Heimtiere können mit ausreichendem Tollwut-Impfschutz und einem aktuellen tierärztlichen Gesundheitsattest (nicht älter als 24 Stunden) eingeführt werden. Zollformalitäten können jedoch langwierig sein.

Gesundheit

Aktuelles

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Erkrankung COVID-19, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zur Pandemie erklärt.

Masern

Die WHO hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ggf. ergänzen.

Impfschutz

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Tollwut und Japanische Enzephalitis empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die DTG.

Dengue-Fieber

Im September 2019 werden im ganzen Land vermehrt Dengue Infektionen gemeldet. Während das in den letzten Jahren während und nach der Monsunzeit in den südlichen und tiefer gelegenen Landesteilen durchaus möglich war, wurden jetzt auch in Kathmandu (Höhe über NN 1.400 m) mehrere hundert nachweislich autochtone Übertragungen im Stadtgebiet nachgewiesen.

Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Malaria

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

In Höhenlagen über ca. 2000 Meter besteht in Nepal ganzjährig ein minimales Übertragungsrisiko für Malariaerkrankungen, besonders in den Sommermonaten von Mai bis Oktober. Das Risiko ist im südlichen Tiefland (Terai Distrikte nahe Indien und der Royal Chittwan Park) höher und nimmt nach Norden mit zunehmender Höhe langsam ab. Dabei handelt es sich in ca. 95% um die nur selten lebensbedrohliche, durch Plasmodium vivax verursachte, Malaria tertiana und nur ganz selten muss mit Malaria tropica Fällen gerechnet werden, siehe Ständiger Ausschuss Reisemedizin (StAR der DTG).

Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz. 

Unter üblichen Rahmenbedingungen (Reisedauer bis 4 Wochen, Hotelunterbringung mit Klimaanlage, informierter und umsichtiger Reisender) wird keine medikamentöse Malariaprophylaxe empfohlen.

HIV/AIDS

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Durchfallerkrankungen

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera (s.u.) jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

Cholera

Cholera wird über ungenügend aufbereitetes Trinkwasser oder rohe Lebensmittel übertragen und kann daher gut durch entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene vermieden werden. Nur ein kleiner Teil der an Cholera infizierten Menschen erkrankt und von diesen wiederum die Mehrzahl mit einem vergleichsweise milden Verlauf. Die Indikation für eine Choleraimpfung ist nur sehr selten gegeben, in der Regel nur bei besonderen Expositionen wie z.B. der Arbeit im Krankenhaus mit Cholerapatienten, siehe Merkblatt Cholera.

  • Lassen Sie sich hinsichtlich Ihres Risikoprofils ggf. durch einen Tropen- oder Reisemediziner beraten.

Japanische Enzephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen oft bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren, siehe auch Merkblatt Japanische Enzephalitis. Ein Übertragungsrisiko für JE besteht in Nepal in den südlichen Landesteilen, vereinzelt sind auch Fälle im Kathmandu Tal aufgetreten.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Japanischer Enzephalitis im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen und lassen Sie sich impfen.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelmäßig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und Übertragung einer Tollwut. Affen können ebenfalls Tollwut übertragen und sollten niemals gefüttert werden. Die notwendigen, medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Nepal nicht immer möglich. Einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung für Reisen nach Nepal eine besondere Bedeutung zu. Sie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Die auch nach einem Biss notwendige, unverzügliche „Auffrischung" kann dann ggf. vor Ort erfolgen.

Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger auch in Nepal. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes schützt nicht vor einer Ansteckung.

Saisonale Influenza (Grippe)

Die saisonalen Influenzaviren, einschließlich der neuen Influenza A/H1N1 („Schweinegrippe"), zirkulieren in Nepal. Die Gefahr einer Übertragung ist während und nach der Monsunzeit (Juli bis September) am höchsten, ein zweiter Höhepunkt liegt in den kälteren Wintermonaten (Januar bis März). Ein Impfschutz empfiehlt sich bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen.

Aviäre Influenza (Vogelgrippe)

Seit kurzem wurden Erkrankungen beim Menschen mit einem bisher nur bei Vögeln aufgetretenen Influenzavirus H7N9 in Nepal bekannt. Seit 2019 wurden aus den nepalesischen Provinzen Nr. 1 und Nr. 3 Fälle von aviärer Influenza gemeldet. Im März 2019 kam es zum ersten menschlichen Erkrankungsfall mit Todesfolge in Bhaktapur.
Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde bisher nicht nachgewiesen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Wie bisher haben die Empfehlungen für Länder mit Vorkommen von Vogelgrippe-Einzelerkrankungen beim Menschen ihre Gültigkeit, siehe Merkblatt Aviäre Influenza.

Geographisch bedingte Erkrankungen

Nepal ist ein beliebtes Reiseziel für Trekkingtouristen, die in große Höhen aufsteigen. Oft reicht die Zeit nicht für eine stufenweise Höhenanpassung. Verschiedene Formen von akuter Höhenkrankheit sind möglich, siehe Merkblatt Höhenkrankheit.

  • Lassen Sie sich vor Reisen in große Höhen (über 2.300 m) vor der endgültigen Reiseplanung individuell durch einen höhenmedizinisch erfahrenen Arzt beraten. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z.B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Es gibt in Nepal mehrere zivile Luftrettungsunternehmen für die Hubschrauberrettung aus Bergnot. Witterungsbedingt sind die Fluggeräte aber nicht immer einsatzbereit. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur verzögert erfolgen. Die Kostenübernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion geklärt sein, sonst ist sie unter Umständen vom Verunglückten selbst zu tragen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme Kälte und unwegsames oder unbekanntes Gelände bergen weitere Risiken für den Reisenden in großer Höhe. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschläge kann es an gefährdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Berghängen kommen.

Weitere Gesundheitsgefahren

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und während einer Nepalreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gewährleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht. In solchen Fällen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre Reisepläne ausführlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Luftverschmutzung

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht häufig nicht europäischem Standard. Eine ausreichende Grundversorgung besteht in Kathmandu und den gängigen Touristenzielen, auch entlang der großen Trekkingrouten. In Kathmandu ist die medizinische Versorgung in einzelnen Fachbereichen durchaus auch auf einem hohen Niveau. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung, zum Beispiel nach Kathmandu oder weiter nach Indien erwogen werden.

Die Versorgung mit zuverlässigen Medikamenten und eine ununterbrochene Kühlkette sind nicht immer gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch Fake-Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegenüber häufig eingesetzten Antibiotika auf.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Nehmen Sie eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen, siehe Merkblatt Reiseapotheke.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die DTG.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss: 

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Das für Besucher am leichtesten erreichbare Krankenhaus ist das Patan Hospital in Lagankhel. Die meisten Krankenhäuser haben englischsprachiges Personal, und in den großen Hotels kann man nach Hausärzten fragen.

Die Apotheken in Kathmandu befinden sich überwiegend in der New Road und bieten preiswerte westliche Medikamente an.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung und Reiserückholversicherung wird empfohlen. Umfassender Versicherungsschutz für Trekker, Bergsteiger und Wildwasserfahrer (einschließlich Rettungsflug per Hubschrauber) ist dringend anzuraten.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken 4 -
Malaria 3 -
Typhus & Polio Ja -
Cholera 2 -
Gelbfieber 1 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die älter als 9 Monate sind und innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen. Ausgenommen sind Reisende, die sich in den Infektionsgebieten weniger als 12 Stunden im Transit befanden sowie Transitreisende in Nepal.

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch, v.a. in den Distrikten Baitadi, Dhanusha, Jhapa und Khatmandu. Um sich zu schützen sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.

[3] Mittleres Malariarisiko ganzjährig, überwiegend in der weniger gefährlichen Form Plasmodium vivax, besteht am ehesten im Tiefland und nimmt  in Richtung Norden mit zunehmender Höhe ab. In 30 % der Fälle tritt jedoch Malaria tropica auf. 

[4] Das Risiko von Durchfallerkrankungen ist landesweit sehr hoch. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Milch ist nicht pasteurisiert und sollte abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch immer mit keimfreiem Wasser verwenden. Milchprodukte aus ungekochter Milch am besten vermeiden.

Fleisch- und Fischgerichte nur durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von Schweinefleisch, rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.

Gesundheitszeugnis

Ein HIV-Test ist derzeit für die Einreise nicht erforderlich. Personen, die an einer ernsthaften ansteckenden Krankheit (wie z.B. HIV/AIDS) leiden, kann die Aufenthaltsgenehmigung verweigert bzw. entzogen werden.

Andere Risiken

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt in Nepal landesweit vor, auch in höheren Lagen wie in Kathmandu. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

Hepatitis A und B kommen vor. Impfschutz gegen Hepatitis A wird auch Kurzreisenden, gegen Hepatitis B bei längerem Aufenthalt sowie bei Kindern und Jugendlichen empfohlen.

Höhenkrankheit ist für Bergwanderer gefährlich, v.a. ab 3500 m Höhe. Sollten in großer Höhe Übelkeit, Kopfschmerzen oder Atemnot auftreten, so muss die erste Maßnahme der Abstieg sein. Ratschläge erteilt die Himalayan Rescue Association in der Nähe des Kathmandu Guest House im Stadtviertel Thamel in Kathmandu.

Erhöhtes Ansteckungsrisiko für Japanische Enzephalitis besteht von Juli bis Dezember vor allem in Reisanbaugebieten im Süden und in den südwestlichen Distrikten und vereinzelt im Kathmandu Tal.

Die durch Mückenstich übertragbare Leishmaniose kommt vor allem im Tiefland vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Epidemische Ausbrüche der Meningokokken-Meningitis kommen vor. Risikogruppen sollten sich impfen lassen und man sollte große Menschenansammlungen meiden.

Tollwut kommt landesweit vor. Allgemein besteht ein hohes Tollwut-Risiko, durch die Zunahme von streunenden Hunden insbesondere im Dang-Distrikt, West-Nepal. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Tuberkulose kommt in Nepal vor.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Deutschland Ja Ja Ja
Türkei Ja Ja Ja
Andere EU-Länder Ja Ja Ja
Schweiz Ja Ja Ja
Österreich Ja Ja Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Einreise noch 6 Monate gültig sein.

Anmerkung zum Reisepass

Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern. 

Trekking-Touren
Alle Trekker müssen ein gültiges TIMS-Certificate (Trekkers' Information Management System) vorweisen, das kostenlos von den TIMS-Stellen des Nepal Tourism Board (NTP) bzw. der Trekking Agents Association of Nepal (TAAN) sowohl für Trekker, die mit einer Agentur reisen als auch für Individualtrekker ausgestellt wird. Reiseagenturen, die diesen Verbänden nicht angehören, müssen die Zertifikate bei NTB bzw. TAAN einholen. Nähere Informationen sind erhältlich bei NTB, Tel. +00977 (1) 425 69 09, Internet: www.welcomenepal.com).

Visainformationen

Achtung: Zurzeit dürfen nur nepalesische Staatsangehörige, Diplomaten und Beschäftigte der Vereinten Nationen und teilweise von Hilfsorganisationen nach Nepal einreisen. 

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind nur Staatsbürger Indiens mit Wohnsitz in Indien.

U. a. die Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können gegen Vorlage von Reisepass, 4 Passfotos, Rück- oder Weiterreiseticket und ausreichender Geldmittel ein auf 15, 30 oder 90 Tage begrenztes Visum bei der Einreise erhalten:

EU-Länder, Schweiz und Türkei.

In der Ankunftshalle des Tribhuvan International Airports stehen mehrere Automaten für die Visumbeantragung zur Verfügung.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.
Hinweis: Allein reisende Minderjährige sollten eine schriftliche Erlaubnis des/der Sorgeberechtigten in englischer Sprache mitführen.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Hunde und Katzen werden ein Gesundheitszeugnis und ein Tollwutimpfzertifikat benötigt. Da die Einreise nach Nepal über Indien erfolgt, sind auch die indischen Einfuhrbestimmungen für Haustiere unbedingt zu beachten.

Bearbeitungsdauer

Berlin: In der Regel 1 Werktag. Wien: 1-2 Wochen ab Eingang des Reisepasses. Sameday-Bearbeitung derzeit nicht möglich.

Gültigkeit

Die Einreise nach Nepal muss innerhalb von 6 Monaten ab Ausstellung des Visums erfolgen. Vom Einreisedatum an ist das Visum 60 Tage gültig (vor Ort kann die Aufenthaltsdauer auf 4 Monate, in Ausnahmefällen auf 5 Monate beim Ministry of Home Affairs (Department of Immigration, Maitighar, Kathmandu, Tel. (01) 422 35 90, 422 24 53, 422 36 81, 422 19 96) verlängert werden). Als Tourist darf man sich insgesamt 150 Tage in einem Kalenderjahr in Nepal aufhalten.

Weitere Auskünfte erteilen die Botschaft und die Konsulate (s. Kontaktadressen).

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die am selben Tag weiterfliegen, gültige Dokumente für die Weiterreise vorweisen können und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Touristenvisum. Für Geschäftsreisen bis zu 30 Tagen kann ebenfalls ein Touristenvisum beantragt werden.

Kosten

Visum bei der Einreise:
Touristenvisum (mehrmalige Einreise):
25 US$ (Aufenthaltsdauer bis 15 Tage),
40 US$ (Aufenthaltsdauer bis 30 Tage),
100 US$ (Aufenthaltsdauer bis 90 Tage).
Transitvisum: 5 US$ (24 Std. gültig).

Botschaft von Nepal in Berlin
Touristenvisum (mehrmalige Einreise):
20 € (Aufenthaltsdauer bis 15 Tage),
35 € (Aufenthaltsdauer bis 30 Tage),
85 € (Aufenthaltsdauer bis 90 Tage).

Bei den konsularischen Vertretungen von Nepal in Frankfurt und Köln kosten die Visa mehr als bei der Botschaft in Berlin.

Honorargeneralkonsulat in Wien:

Touristenvisum (mehrmalige Einreise): 
30 € (Aufenthaltsdauer bis 15 Tage),
45 € (Aufenthaltsdauer bis 30 Tage),
95 € (Aufenthaltsdauer bis 90 Tage).
 
Die angegebenen Preise gelten für Selbstabholer. Für den Postversand werden jeweils 5 € berechnet.

Schweiz
Touristenvisum (mehrmalige Einreise):
35 CHF (Aufenthaltsdauer bis 15 Tage),
60 CHF (Aufenthaltsdauer bis 30 Tage),
130 CHF (Aufenthaltsdauer bis 90 Tage).

Für Kinder unter 10 Jahren ist das Visum kostenlos (ein Visum bis 30 Tage pro Jahr).
 

Antrag erforderlich

(a) 1 Antragsformular (www.nepalembassy-germany.de/pdfs/visa_neu.pdf).
(b) 1 Passfoto.
(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist und der noch mindestens über eine leere Seite verfügt.
(d) Gebühr (in bar bei persönlicher Abholung, per Verrechnungsscheck oder Überweisung mit Beleg – je nach Konsulat unterschiedlich).
(e) Bestätigung des bezahlten Rückflugtickets.
(f) Nachweis ausreichender Geldmittel.
(g) allein Reisende unter 18 Jahren: schriftliche Erlaubnis beider Elternteile/Sorgeberechtigten in englischer Sprache.
(h) Geschäftsreisen: Entsendungsschreiben der eigenen Firma mit Angaben zu Reiseanlass und -dauer sowie Bestätigung der Kostenübernahme.

Der postalischen Antragstellung ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag beizulegen.

Geld

Geldwechsel

Geld sollte ausschließlich bei autorisierten Stellen (Banken, Hotels und lizensierten Wechselstuben) gewechselt werden. Touristen sollten Umtauschbelege sorgfältig aufbewahren, da diese für Visaverlängerungen oder Trekking-Genehmigungen vorgelegt werden müssen. Hotelrechnungen, Flugtickets und teilweise auch Trekking-Genehmigungen müssen von Touristen in Devisen bezahlt werden. Es empfiehlt sich die Mitnahme von ausreichend Bargeld, da Kreditkarten und Reiseschecks nicht überall akzeptiert werden. In Pokhara, Kathmandu und Chitwan gibt es zahlreiche Wechselstuben.

Währung

1 Nepal-Rupie = 100 Paisa. Währungskürzel: NR, NPR (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 1.000, 500, 100, 50, 20, 10, 5, 2 und 1 NR, Münzen in den Nennbeträgen 5, 2 und 1 NR sowie 50, 25, 10 und 5 Paisa. Die Nepal-Rupie ist an die Indische Rupie gebunden.

Devisenbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist verboten. Die Einfuhr von Fremdwährungen ist unbegrenzt, aber deklarationspflichtig (Belege gut aufbewahren). Die Ausfuhr von Fremdwährungen ist bis in Höhe der bei der Einreise deklarierten Beträge, abzüglich der Umtauschbeträge, gestattet.
Hinweis: Die Einfuhr von Banknoten im Wert von 500 und 1.000 Indischen Rupien ist verboten.

Kreditkarten

Mastercard, Visa und teilweise auch American Express werden in Touristengegenden wie Kathmandu, Pokhara, Chitwan und im Gebiet des Mount Everest akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Reiseschecks sind in Deutschland und in der Schweiz nicht mehr und in Österreich kaum noch erhältlich. Reiseschecks werden in Nepal in Kathmandu und an den Flughäfen von einigen Banken und Wechselstuben akzeptiert. 

Öffnungszeiten der Bank

I. Allg. So-Do 10.00-15.00 Uhr, Fr 10.00-13.00 Uhr. Autorisierte Wechselstuben haben 12 Stunden geöffnet.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Nepal eingeführt werden:

 

200 Zigaretten und 50 Zigarren und 250 g Tabak;

1 Flasche (bis zu 1 l) Spirituosen/Wein oder 12 Dosen Bier;

Medikamente für den persönlichen Bedarf (sofern kein Einfuhrverbot besteht) bis zum Wert von 1.000 NR;

Nahrungsmittel in Dosen bis zum Wert von 5.000 NR ;

frisches Obst je bis zum Wert von 2.000 NR.

 

(a) Das gesamte Gepäck muss bei der Ein- und Ausreise deklariert werden. 

(b) Man darf nur eine begrenzte Anzahl Kameras, Videos und elektronischer Geräte einführen. Diese werden oft im Visum vermerkt.

Exportbestimmungen

Gegenstände von archäologischer oder historischer Bedeutung (älter als 100 Jahre) dürfen nicht exportiert werden. Für die Ausfuhr bestimmter Antiquitäten ist die Zustimmung des Amtes für Archäologie erforderlich.

Verbotene Exporte

Gold, Silber, Edelsteine, Wildtiere oder deren Häute, Hörner, Felle etc. sowie Drogen aller Art.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Nepal, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2021-11, 2018-10, 2014-09, 2009-07
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Nepal - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 28.10.2020 (Unverändert gültig seit: 14.10.2020)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 28.10.2020 (Unverändert gültig seit: 14.10.2020)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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