Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Nepal

Steckbrief

Nepal - Fakten

Ländername Demokratische Bundesrepublik Nepal / Federal Democratic Republic of Nepal
Klima Monsunklima, im Norden durch Höhenlage gemildert. Winter gemäßigt (0° bis -20°C), hohe Niederschläge im Sommer (25° bis 32°C)
Beste Reisezeit März, September, Oktober
Lage zwischen 26° und 31° nördlicher Breite sowie 80° und 88° östlicher Länge an der Südflanke des mittleren Himalaja
Fläche 147.181 qkm
Hauptstadt Kathmandu (1,7 Mio. Einwohner); Großraum Kathmandu ca. 3,5 Mio Einwohner
Bevölkerung ca. 29,5 (rund 100 ethnische Gruppen indo-arischen und tibeto-birmanischen Ursprungs); Bevölkerungswachstum 1,08 % jährlich. Durchschnittsalter 23,6 Jahre, Durchschnittsalter Frauen 24,8 Jahre; Durchschnittsalter Männer: 22,4 Jahre. ( (Zugriff 01.02.2018)
Sprache Nepalesisch ist offizielle Nationalsprache; daneben rund 50 Minderheitensprachen beziehungsweise Dialekte
Religion Hinduismus 86.2 %, Buddhismus 7.8%, Islam 3.8%, andere 2.2%
Nationaltag Republic Day am 28. Mai
Staats-/Regierungsform Demokratische Bundesrepublik (seit 28. Mai 2008)
Staatsoberhaupt Präsidentin Bidya Devi Bhandari (seit 28. Oktober 2015)
Regierungschef Khadga Prasa Oli, (seit 15. Februar 2018)
Parlament Verfassungsgebende Versammlung, gleichzeitig Parlament, neu gewählt am 19. November 2013, befindet sich nun im Prozess der Neuzusammensetzung nach erfolgreichen Wahlen am 27.11.17 und 07.12.17
Währung 1 Nepalesische Rupie (NPR) = 100 Paisa
Zeitzone UTC+5:45
Reiseadapter C, D, M
Kfz-Länderkennzeichen NEP
ISO-3166 NP, NPL
Internet-TLD .np
Landesvorwahl +977
Website http://www.nepalgov.gov.np
Reisepass & Visum Notwendig

Geographie

Der Gebirgsstaat nimmt die Südabdachung des zentralen Himalaya ein. Die offenen Hochtäler Zentralnepals sind wegen ihres gemilderten tropischen Monsunklimas dichter besiedelt als die zur Gangesebene hin abfallende Tarairegion. Auf nepalesischem Gebiet erhebt sich der höchste Berg der Erde: der majestätische Mount Everest (Sagarmatha, 8850 m).

Politik

Nach 240 Jahren Monarchie rief die verfassunggebende Versammlung im Mai 2008 die Republik Nepal aus. Stärkste politische Kräfte sind die Maoisten und die marxistisch-leninistische Partei CPN-UML.

Bevölkerung

Die Mehrheit der Bevölkerung gehört indo- sowie tibeto-nepalesischen Gruppen an, welche die Gebiete über 2000 m bewohnen. Staatstragende Bevölkerungsgruppe sind die indoarischen, hinduistischen Gurkha. Sie sprechen eine dem Hindi verwandte Sprache. Die den Tibetern verwandten mongolischen Scherpa sind als Mitwirkende von Hochgebirgstouren bekannt, wo sie sich häufig als Lastenträger verdingen. Der Hinduismus ist seit April 2006 nicht mehr Staatsreligion.

Geschichte

Seit etwa 1000 v. Chr. ist das Kathmandutal besiedelt. Im Vorland des Himalaya wurde 563 v. Chr. der Religionsstifter Buddha geboren. Mehrere Blütezeiten erlebte das Land, zuletzt im 17. und 18. Jh., als Nepal in drei Königreiche geteilt war. Der Schritt zum modernen Staat begann 1959: Das Kastenwesen wurde offiziell abgeschafft, eine Bodenreform durchgeführt. 2001 erschütterte ein Attentat auf die Königsfamilie das Land.

Nepal - Geschichte

Vorgeschichte Die frühe Geschichte Nepals liegt weitgehend im Dunkeln
563 v. Chr. Buddha wird in Lumbini, Südnepal, geboren
400-879 Königreich d. Liccachavi-Dynastie
1200-1482 Königreich der eingewanderten Mallas im Kathmandu-Tal. Einführung der hinduistischen Kastenordnung
1768 Unter dem Eroberer Prithvi Narayan Shah entsteht das heutige Nepal
1814-1816 Krieg mit Britisch-lndien um Gebiete im Terai
1854-1856 Zweiter Krieg gegen Tibet
1951 Revolution gegen die Rana-Familie. Shah-König Tribhuvan gewinnt mithilfe Indiens die Macht zurück
1959 Erste freie Wahlen Nepals
1960-1962 Tribhuvans Sohn Mahendra putscht, Nepal wird Hindu-Staat
1975 Mahendras Sohn Birendra besteigt den Thron
1990 Nach einem blutigen Volksaufstand wird Nepal wieder Demokratie
Juni 2001 König Birendra wird ermordet, sein Bruder Gyanendra tritt seine Nachfolge an
April 2006 Nach Streiks und Massenprotesten geht die Macht an die Regierung der sieben parlamentarischen Parteien zurück
April 2007 Einsetzung einer Interimsregierung mit Maoistenbeteiligung
April 2008 Wahl einer verfassunggebenden Versammlung zur Formulierung einer neuen Verfassung
Mai 2008 Ausrufung Nepals zur Republik und Abschaffung der Monarchie
Juli 2008 Dr. Ram Baran Yadav wird zum ersten Präsidenten gewählt
Mai 2012 Nach Ablauf der Frist Auflösung der aus Vertretern von 25 Parteien bestehenden verfassunggebenden Versammlung durch den Obersten Gerichtshof
Frühjahr 2013 Neuwahlen sollen das legislative Vakuum im Land beenden
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Nepalesische Botschaft

Guerickestr. 27 | 10587 Berlin | Tel. 030 34359920 | www.nepalembassy-germany.de. Die Botschaft ist auch zuständig für Österreich. Konsulate befinden sich in Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Stuttgart, Wien und Zürich.

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Gyaneshwar | P.O. Box 226 | Kathmandu | Tel. 01 4412786 | www.kathmandu.diplo.de

Honorarkonsulat Österreich

Naxal, Nagpokhari | P.O. Box 146 | Kathmandu | Tel. 01 4434891

Honorarkonsulat Schweiz

SDC Compound | Ekantakuna, Jawalakhel, Lalitpur | Tel. 01 5549225

Notruf

Notruf/Emergency Kathmandu

Tel. Polizei 100; Tel. Feuerwehr 101; Touristenpolizei Bhrikuti Mandap Tel. 014247041 und Thamel Tel. 01 4700750

Internetcafés & WLAN

Internetcafés finden Sie in Kathmandu an jeder Ecke, mit 40 Rs/Std. ist das Surfen sehr günstig (Infos: www.wificafespots.com/wifi/country/Nepal). In Pokhara und allen weiter entfernten Orten mit Internetverbindung ist die Nutzung teurer. Die meisten Restaurants und Cafés in Kathmandu und Pokhara bieten kostenfreie Wi-Fi Nutzung an. Hotels der gehobenen Klasse verlangen oft eine Gebühr.

Interessante Webseiten: www.travel-nepal.com; www.nepal.com; www.nepalnews.com; www.catmando.com

Post

Das Hauptpostamt "General Post Office" befindet sich in der Nähe des Dharahara Tower. Pakete können nebenan im "Foreign Post Office" verschickt und empfangen werden.

Postkarten nach Deutschland und andere mitteleuropäische Länder kosten - ebenso wie Aerogramme (Luftpostleichtbriefe) - 30 Rs, Normalbriefe bis zu 20 g 40 Rs, Faxe nach Deutschland ca. 60 Rs/Min. Zudem gibt es einen Express Mail Service (EMS). Expressversand bieten auch Fedex (Kantipath | Tel. 01 4269248 | www.fedex.com/np) und DHL (Kamaladi | Tel. 01 4223222 | www.dhl.com.np) an.

Telefon & Handy

Internetcafés ermöglichen auch Fern- und Inlandsgespräche. Eine Minute nach Deutschland kostet 35 Rs, wobei jede angebrochene Minute berechnet wird. Internetverbindungen sind in der Regel viel billiger (5-10 Rs), auch Telefonie über Skype ist für etwa 3-5 Rs/Min. möglich. Hotels, Gasthäuser und Geschäfte verlangen für Ortsgespräche 5 Rs/Min. und Gespräche außerhalb des Kathmandu-Tals 8-10 Rs/Min.

Handy-Empfang ist nicht überall gewährleistet. Informieren Sie sich bei Ihrem Anbieter über die Roamingbedingungen, eine nepalesische SIM-Karte lohnt sich aber auf jeden Fall. Mit einer Reisepasskopie und einem Passfoto können Sie eine nepalesische SIM-Card bei Ncell kaufen - auch schon direkt nach Ankunft am Flughafen. Eine Ncell-Sim-Karte kostet z.B. 99 Rs und die damit geführten Ortsgespräche 2 Rs/min. Eine Prepaid-Karte gibt es in den Werten von 50 Rs bis zu 1000 Rs zu kaufen. Etwas aufwendiger gestaltet sich der Kaufprozess einer SIM-Karte bei der Nepal Telecom. Weitere Informationen bei www.ncell.com.np und www.ntc.net.np

Telefonauskunft der Telecom: 197

Vorwahl Deutschland: 0049; Vorwahl Österreich: 0043; Vorwahl Schweiz: 0041

Vorwahl nach Nepal: 00977

Zeitungen

Gute Tageszeitung: The Kathmandu Post (www.kantipuronline.com); weitere: The Himalayan Times (www.thehimalayantimes.com) und die regierungseigene Rising Nepal (www.gorkhapatra.org.np). Wochenzeitung: Nepali Times (www.nepalitimes.com). Informativ: ECS Guide to Living in Nepal (monatlich, www.ecs.com.np).

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Die Zahl der religiösen Feste in Nepal und deren bunte Vielfalt ist überwältigend. Insgesamt gibt es mehr Feierlichkeiten als Kalendertage im Jahr. Auch die Bedeutungen, die Rituale, die von Jahr zu Jahr - wegen des Mondkalenders - wechselnden Daten sowie die verschiedenen Namen für ein und dasselbe Fest sind für Nicht-Nepalesen sehr verwirrend. Viele Feste spielen sich im großen Kreis der Familie ab, andere wiederum sind dermaßen spektakulär, dass es viele Tage lang ständig neue Überraschungen zu erleben gibt.Die Feiern sind Ausdruck einer sehr reichen, noch lebendigen Kultur und Religion und zugleich ein wichtiger Bestandteil der nepalesischen Gesellschaft. Alle Feste haben einen Bezug zur Jahreszeit (Landwirtschaft) oder zu bestimmten Aufgaben, Ritualen und Ereignissen. Immer geht es vor allem vergnügt und fröhlich zu: Bei heiligen Ritualen sitzt man nicht ehrfürchtig herum, sondern stillt das Baby, schwatzt, raucht oder spuckt vernehmlich aus.

Kalender

Der nepalesische Kalender "Bikram Sambat" (B. S.) ist dem christlichen knapp 57 Jahre voraus und beginnt jeweils am 13. oder 14. April. Im Gebrauch sind noch weitere Mondkalender, nach denen die Astrologen die Daten der Feste errechnen.

Festivals

Einmal im Jahr findet in Kathmandu das Jazzfestival Jazzmandu (www.jazzmandu.org), jedes zweite Jahr das Kathmandu International Mountain Film Festival (www.kimff.org) und alle drei Jahre das Kathmandu International Art Festival (artmandu.org) statt.

Religiöse Festtage

Falgun - Februar/März

Losar: Tibetisches Neujahr. Prozessionen in Bodnath

Shivaratri: Großes Treffen von Hindu-Pilgern und sadhus (Wanderheiligen) an Neumond in Pashupatinath.

Holi: Frühlingsfest, bei dem vor allem Kinder und Jugendliche sich selbst, Frauen und Touristen mit Puder und (farbigem) Wasser bewerfen, leider auch mit Tinte, Farbe, Motoröl. Also entweder alte Kleidung anziehen oder bis 16 Uhr im Hotel bleiben. Thamel meiden!

Baisakh - April/Mai

Nepalesisches Neujahr am 13. oder 14. April. Besonders interessant in Bhaktapur und Thimi ist das Bisket-Fest mit vielen religiösen Prozessionen.

Rato Machhendranath: Großes Wagenfest zu Ehren des Roten Machendranath in Patan

Buddha Jayanti: Buddhas Geburtstag zum Vollmond im Mai. Prozessionen und viele Pilger vor allem in Swayambhunath

Shrawan - Juli/August

Geburtstag Dalai Lama: Buntes Fest mit Tänzen am 6. Juli in Bodnath

Gai Jatra Karnevalähnliches Fest; zu Ehren der Toten am Tag nach Vollmond. Newar-Familien, die im vergangenen Jahr einen Toten zu beklagen hatten, schicken als Kühe verkleidete Angehörige auf die Straße. Hindu-Newar glauben, dass Kühe die Seelen der Verstorbenen im Leben nach dem Tod leiten können.

Aswin - September/Oktober

Indra Jatra: Spektakuläres Fest in Kathmandu zu Ehren Indras, des Königs der Götter, Maskentänze und Tempelwagen mit der lebenden Göttin

Kartik - Oktober/November

Dassain: Wichtiges Hindu-Fest, vergleichbar mit Weihnachten. Es symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse. An fünf von zehn Tagen des Festes ist fast alles geschlossen, Flüge und Überlandbusse sind lange vorher ausgebucht

Tihar oder Diwali: Lichterfest zu Ehren Lakshmis, der Göttin des Reichtums und Glücks. Wichtigster Tag ist "Bhai Tika". Der vierte Tag des fünftägigen Festes ist zugleich das Neujahrsfest des Newar-Volks.

Feiertage

29. oder 30 Jan. Tag der Märtyrer
18. oder 19. Feb. Tag der Demokratie
28. Mai Tag der Republik
Mobilität vor Ort

Öffentliche Verkehrsmittel

Sie können Busse, LKWs, Flugzeuge, Taxis, Elektrotaxis (safa) und Fahrradrikschas (Preis vorher aushandeln) nutzen. Taxis haben ein schwarzes Nummernschild mit weißen Buchstaben und ein Taxameter. Alle Stadtfahrten mit dem Bus kosten nur wenige Rupien. Die meisten Überlandbusse fahren vom Buspark in Gongabu im Norden Kathmandus ab. Besser reist man jedoch in Touristenbussen nach Dhulikhel, Nagarkot, Pokhara und Chitwan z. B. von Greenline (Tridevi Marg | Thamel | Tel. 01 4253885 | www.greenline.com.np).

Mit kleinen Maschinen und Hubschraubern werden 44 nationale Flughäfen und 96 Helikopterplätze im Land angeflogen. Während des Monsuns kommt es zu wetterbedingten Einschränkungen!

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Je nach Geldbeutel, Jahreszeit, Anlass oder ethnischer Zugehörigkeit wird das Gericht ergänzt oder verändert. Die Beigaben werden als das bezeichnet, was sie sind: Aloo (Kartoffeln), Kauli (Blumenkohl) oder Masu (Fleisch). Lediglich eine Festtafel hat einen gesonderten Namen, nämlich bhoj. Normalerweise wird zweimal am Tag, morgens vor zehn und abends gegessen - immer dal bhat. Desserts sind als Abschluss einer Mahlzeit nicht üblich. Sie werden vor allem bei festlichen Gelegenheiten und wenn Gäste eingeladen sind, zubereitet oder auf dem Markt gekauft. Neben regulären Mahlzeiten gibt es khaja (Snacks) - meistens am späten Nachmittag.

Außerhalb der Touristenorte und auf vielen Trekkingrouten fragen Sie einfach, ob es "Essen" gibt: "Khaanaa chha?" Sie erhalten dann einen riesigen Berg körnigen Reis, ein Schälchen Linsensoße, die Sie über den Reis schütten, etwas Gemüse sowie einen Klecks achaar, sehr scharf gewürztes Gemüse oder sauer-scharf eingelegte Früchte, dazu ein Glas Wasser, das Sie aber besser nicht anrühren. Das Ganze nennt sich dal bhat tarkaari (mit Gemüse). Sie erhalten von allem zweimal einen Nachschlag.

Auch in Touristenrestaurants wird natürlich unvermeidlich dal bhat angeboten, allerdings fällt hier der Nachschlag aus. Es gibt in Kathmandu mehrere moderne und trotzdem von der Architektur her sehr authentische Restaurants, die ihren Gästen original nepalesisches Essen servieren, inklusive Nachschlag und rakshi (selbst gebrannter Schnaps): das Bhanchha Ghar, Nepali Chulo sowie das Thamel House, edlere Adressen sind das Krishnaparn und Bhojan Griha (alle siehe S. 41).

Gegessen wird mit den Fingern. Benutzen Sie dabei niemals Ihre Linke, in Nepal die "unreine" Hand, und berühren Sie niemals das Essen, den Teller oder das Glas von Nepalesen! Für Hindus wäre das Essen damit jutho (rituell unrein). Die tibetisch-buddhistischen Völker wie die Sherpas haben damit jedoch keine Probleme.

Sollten Sie privat oder offiziell eingeladen werden, kommen Sie nicht auf die Minute pünktlich. Der Abend vergeht mit Trinken und Häppchen, erst am Schluss können Sie Ihren Hunger stillen. Sie essen auf dem Boden bei einer privaten Einladung oder im Sitzen mit dem Teller auf dem Schoß. Ihres Tellers entledigen Sie sich später, indem Sie ihn vorschriftsmäßig einfach unter Ihren Stuhl oder in eine Ecke stellen und dann sofort nach Hause gehen. Das Essen bedeutet das Ende der Einladung.

Bei privaten Einladungen können Sie erkennen, dass die Küche Nepals im Verborgenen blüht und vielfältiger ist als zunächst angenommen. Alle Völker Nepals haben eigene Vorlieben. So kann sich ein Newar ein Leben ohne chiura, Reisflocken, nicht vorstellen, ein Tieflandbewohner besteht auf chapatis (rotis), kleinen gebackenen Fladen. Die tibetischen Völker im Gebirge ziehen tsampa (dhindo) vor, nahrhaftes, geröstetes Gerstenmehl, das mit dem berühmten Buttertee zu Klößchen geknetet wird, Yakfleisch, Kartoffeln, Nudeleintöpfe und momos, große Fleischravioli, die gebraten als kothey angeboten werden, beides serviert mit einer würzig-scharfen Soße.

Nepalesen trinken Wasser und süßen Tee mit Milch. Alkohol ist bei männlichen Hindus sehr beliebt, bei den Buddhisten im Gebirge bei beiden Geschlechtern. Das ist zum einen chhang (jhaand), ein mit Wasser verdünnter, fermentierter Brei aus Reis, Gerste, Hirse, Mais oder einer Mischung aus diesen. Zum anderen wird aus Getreide selbst Schnaps gebrannt, der hochprozentige rakshi. Außer Wodka und dem hervorragenden Khukri Rum sind Nepals industriell hergestellten harte Getränke von mittlerer Qualität. Das Bier ist jedoch gut und dazu teilt man sich gerne einen Teller sekuwa (Gegrilltes) oder chicken chili (Hühnerstücke in Chili-Soße). Beliebt sind importierte Alkoholika, Whisky avancierte zum Statussymbol und eignet sich daher bestens als Gastgeschenk bei Einladungen.

In Kathmandu, zum Teil auch in Pokhara können Sie nepalesisch und newarisch essen wie auch international - von chinesisch bis mexikanisch. Weit verbreitet ist die indische Küche. Häufig gibt es als Nachspeise köstliche Kuchen. Abends müssen Sie Ihre Bestellung bis 21.30 Uhr aufgegeben haben, westliches Frühstück gibt es zum Teil schon ab 6 Uhr morgens. Bei aller Köstlichkeit der Gerichte sollten Sie allerdings ein paar Regeln beachten: Seien Sie vorsichtig bei Salaten, meiden Sie ungeschältes Obst, und trinken Sie nur abgekochtes Wasser. Im Winter ist die Infektionsgefahr geringer als während der Monsunzeit.

Trinkgeld

Mit der "Service Charge" von 10 Prozent beinhaltet die Rechnung in den meisten Hotels, Restaurants und Reiseagenturen bereits das Trinkgeld.

Einkaufen und Shoppen

In den drei alten Königstädten Kathmandu, Patan und Bhaktapur können Sie in einen echten Kaufrausch verfallen. Dabei ist immer Feilschen angesagt, in Souvenirläden, bei Taxis und Rikschas (vorher!) und bei fliegenden Händlern, bei Letzteren jedoch nicht erbarmungslos um Pfennigbeträge. Niemals mit grimmiger Miene an dieses Ritual herangehen, sie verlieren nur Ihr Gesicht. Lebensmittel und Bedarfsgegenstände des täglichen Lebens haben feste Preise.

Bücher

Kathmandu ist ein Dorado für Bücher- und Kartenfreaks vorzugsweise für Titel aus und über Asien. Es gibt viele gute Buchhandlungen, darunter Pilgrims Book House, Tibet Bookstore und Mandala. Das Secondhandsystem in Nepal ermöglicht es, ein ausgelesenes Buch zum Bruchteil des Neupreises zu erstehen. Bei den angebotenenen Musik-CDs und DVDs handelt es sich um Raubkopien von teils schlechter Qualität.

Kunst & Malerei

Populär ist die naive Malerei mithila, die von Frauen aus dem östlichen Tiefland stammt und ihre Motive aus dem Hindu-Pantheon, tantrischen Buddhismus und aus der Folklore nimmt. In verschiedenen Galerien stellen nepalesische und ausländische Künstler zeitgenössische Malerei aus. Viele Läden verkaufen hervorragende Fotografien von Land und Leuten. Das Kunsthandwerk, insbesondere Holz- und Metallarbeiten sowie Schmuck, hat durch die Ureinwohner des Tales, die Newar, eine jahrtausendalte Tradition.

Textilien & Teppiche

Ein handgestrickter Pullover ist Ihnen zu Hause zu teuer? Dann schlagen Sie in Kathmandu zu, und decken Sie sich gleich noch mit Socken, Mützen und Handschuhen ein. Kathmandu ist außerdem auf T-Shirts spezialisiert. Frauen sei ein salwar kameez (sprich "kamiés", auch punjabi dress) ans Herz gelegt, ein sehr bequemer "Hosenanzug". Sehr günstig lässt sich auch Maßkleidung anfertigen (z. B. Akriti Boutique | nahe Kantipur Temple Hotel | Jyatha | Tel. 01 4255131).

Kaufen Sie sich einen breiten Woll- bzw. Seidenschal, den "nepalesischen Mantel". Echte pashminas sind teuer und dezent in den Farben, Mischgewebe dagegen ist billig und bunt gestreift. In Schals von zwei Armlängen Breite können Sie sich im Winter einkuscheln. Die Breite von einer Armlänge ist für den Sommer geeignet. Als Decke oder als Kissen leistet der Schal gute Dienste.

Traditionelle tibetische Motive und Qualitätsteppiche, die garantiert nicht von Kindern gefertigt wurden, finden Sie im Jawalakhel Handicraft Center (Tibetan Camp | Ekantakuna | Patan). Sie können beim Knüpfen zusehen. Die Fabrik, die Teppiche zuverlässig nach Europa schickt, liegt hinter den Verkaufsläden.

Trekkingausrüstung

Entsprechende Bekleidung und Ausrüstung gibt es in vielen Läden im Touristenviertel Thamel, auch zum Leihen. Preiswerte Stücke sind allerdings meist gefälschte Kopien made in Korea, Taiwan usw. Originale gibt es von Vaude in Lazimpat, North Face in Tridevi Marg und Sherpa Adventure Gear in Naxal. Auch Liebhaber von Gummischlappen kommen auf ihre Kosten: In Bhotahity gibt es in Schuhgeschäften Schlappen, die bei Nässe nicht rutschen!

Supermärkte

Lebensmittel und andere Notwendigkeiten kaufen Sie am bequemsten in den Selbstbedienungsläden in Thamel. Die größte Auswahl finden Sie im Bhat-Bhateni Supermarket (Bhat Bhateni, Maharajganj und Koteshwor in Kathmandu sowie Pulchowk in Patan und Chuchepati in Boudha), im Namaste Supermarket (Pulchowk, Patan) oder im Salesways Department Store (Pulchowk, Patan und Pokhara). Authentisches Vollkornbrot gibt es in Thamel in der German Bakery oder im Pumpernickel und in Patan bei Hermann Helmers.

Geschäftszentren in Kathmandu sind die Durbar Marg, die New Road sowie die Altstadtgassen. Die meisten Shops sind von 10 bis 20 Uhr oder länger geöffnet.

Öffnungszeiten

Ruhetag ist der Samstag. Regierungsstellen, Behörden und Büros haben 10-13 und 14-17 Uhr geöffnet, von Mitte November bis Mitte März bis 16 Uhr, Freitag immer 10-15 Uhr. Museen sind meistens dienstags geschlossen und an den anderen Tagen von 10-16 Uhr geöffnet.

Fotografieren

In Kathmandu ist in den Fotogeschäften entlang der New Road und in Thamel alles rund ums (digitale) Fotografieren zu Preisen wie in Europa erhältlich.

Snacks & HauptspeisenSüßigkeitenGetränke

Aloo Tama Kartoffeln mit Bambussprossen
Chatamari belegter Reispfannkuchen, eine Art nepalische Pizza
Choyla gegrilltes und in Senföl eingelegtes scharf gewürztes Fleisch
Dal Bhat Nationalgericht aus Reis, Linsen, Achaar (Tomaten-Dip) und Gemüsecurry
Dahi Joghurt. Berühmt ist der Juju-Dahi (Königsjoghurt) aus Bhaktapur
Gundruk getrocknete und fermentierte Blätter von Rettich, Kohl u. ä.
Kwati ko Suruwa Suppe aus neun verschiedenen Bohnensorten
Momo, Momocha tibetische Fleischravioli, gedämpft oder gebraten (kothey), mit würzig-scharfer Soße serviert
Paapad knuspriges Linsenbrot, gebacken oder frittiert als Appetitanreger
Pakora frittiertes Gemüse oder Käse (paneer, cheese) in dünnem Teigmantel
Sekuwa im Tandoor Gegrilltes (Fleisch/Masu oder Fisch/Machha)
Sukuti scharf gewürztes Dörrfleisch
Thukpa Eintopf aus Nudeln, Gemüse und Fleisch (tibetisch)
Gajar ko Haluwa Karottenpudding mit Nüssen
Gulab Jamun süße Teigbälle, eingelegt in Zuckersirup
Jalebi in Fett gesottene Brezel gefüllt mit Zuckersirup, wird meist zusammen mit Joghurt gegessen
Khir Reispudding
Kulfi Milcheis mit Pistazien, Cashewnüssen und Safran
Rasbari Frischkäsebällchen in Zuckersirup
Shikarni schmackhafte Joghurtcreme
Chiya Milchtee mit Zucker, oft mit Ingwer, Kardamon oder Zimt gewürzt
Khukri-Rum nepalesischer Rum, den es in verschiedenen Größen gibt
Lassi ein süßes oder salziges Joghurtgetränk (auch mit Früchten erhältlich)
Tongba heißes Getränk aus fermentierter Hirse, das mit einem Bambus-Strohhalm getrunken wird. Bei den Nepalesen im Winter beliebt
Stichworte

Bevölkerung

Nepal ist ein multikultureller Staat mit 60 Völkern, die ebenso viele Sprachen sprechen und verschiedenen Religionen anhängen. Über zwei Drittel der ca. 30 Mio. Bewohner (Stand 2012) gehören alteingesessenen ethnischen Gruppen an, die heute - jeweils für sich genommen - in der Minderheit sind und als eigene Kaste geführt werden. Dazu zählen Tamang, Gurung, Magar, Rai, Limbu, Tharu, Thakali, Sherpa, tibetischen und anderen Völkern, die ursprünglich nicht dem Hinduismus anhingen. Ihnen stehen als Einheit Hindus gegenüber, dazu Moslems und wenige Christen. Die Newar wiederum sind das einzige nepalesische Volk, das eine urbane Kultur hervorgebracht hat. Sie prägten jahrhundertelang mit ihrer Kunst und ihrem Handwerk das Kathmandu-Tal.

Bildung und Erziehung

Noch immer sind 67 Prozent der Frauen und 33 Prozent der Männer Analphabeten. Der Schulunterricht ist bis zur zehnten Klasse Pflicht und kostenlos, aber im Gebirge ein nur schwer zu bewerkstelligendes Unterfangen, da die Entfernungen groß sind. Vor allem Mädchen wird der Schulbesuch oft verweigert oder sie brechen ihn ab, weil sie bei der Arbeit im Haus und auf dem Feld gebraucht werden. Etwa 14 Prozent der Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule schon vor dem Ende der ersten Klasse. Nur die Hälfte der Kinder schließt die fünfjährige Grundschulzeit ab. Die Lehrer sind im Allgemeinen schlecht ausgebildet und bezahlt und dementsprechend unmotiviert. In Kathmandu gibt es daher viele Privatschulen. Es gibt eine staatliche Universität mit über das ganze Land verstreuten Zweigstellen sowie vier private Universitäten.

Buddhismus

Der Mahayana-Buddhismus des Himalaja ist kein Glaube an einen Gott, sondern an die göttlichen Kräfte in einem selbst, in die Entwicklung des Geistes, des Verstehens und der Vernunft. "Der Buddhismus lehrt, geistigen Frieden zu erreichen, und versucht, Denken und Lebenskraft so zu verändern, dass man Leiden ertragen, Tod, Krankheit und Unglück überwinden kann", sagt der Dalai Lama, geistiges Oberhaupt des tibetischen Buddhismus. Buddhisten und Hindus glauben an den Kreislauf der Wiedergeburten, aus dem es sich zu befreien gilt. Ein verantwortungsvoll geführtes Leben (dharma) mit vielen guten Taten kann das nächste Leben verbessern. Karma heißt das Gesetz von Ursache und Wirkung. Beide wollen Erleuchtung und das Nirwana ("Verlöschen"), das Ende des Leidens, erreichen.

Frauen und Familie

Hindu-Frauen werden sehr respektvoll behandelt, stehen aber immer unter einer Fuchtel: zuerst unter der des Vaters, dann des Ehemanns und am Schluss des Sohns. Ehen werden meist arrangiert, die Braut zieht zum Mann. Mit 25 gilt eine Frau in Nepal als alt und schwer zu verheiraten. Verheiratete Hindu-Frauen erkennt man am roten Puder im Haarscheitel und einer bestimmten Halskette. Ein Punkt auf der Stirn, der tika, dient als Zierde oder zeigt - auch bei Männern - an, dass es vor Kurzem eine religiöse Zeremonie gegeben hat. Nicht wenige Männer haben (illegalerweise) mehrere Frauen. Tibetische Völker gehen mit ihren Frauen ganz anders um; sie sind weitgehend gleichberechtigt. Es kommt vor, dass eine Frau zwei oder drei Brüder heiratet - auch das ist illegal -, um den Familienbesitz nicht aufteilen zu müssen. Ein großes Problem ist der verbotene Verkauf nepalesischer Mädchen an indische Bordelle.

Himalaja

Der Himalaja, die "Wohnstätte des Schnees", ist das höchste Gebirge der Welt. Neun der 14 Achttausender sind hier zu finden: Mt. Everest (8850 m), Kangchenjunga (8534 m), Lhotse (8516 m), Makalu (8463 m), Cho Oyu (8201 m), Dhaulagiri (8167 m), Manaslu (8163 m), Annapurna I (8091 m). Mindestens neun weitere namenlose Nebengipfel sind ebenfalls höher als 8000 m. Aus dem - in Nepal - 800 km langen Himalaja ragen außerdem 47 Siebentausender und 156 Sechstausender.

Hinduismus und Kastensystem

Hindus haben zwar viele Götter, aber letztlich glauben sie nur an eine Kraft, an die göttliche, kosmische Kraft des Universums. Die Gottheiten auf der Erde verkörpern dabei Wiedergeburten dieser Urseele: Brahma ist der Schöpfer, Vishnu der Erhalter, Shiva der Zerstörer und gleichzeitige Erneuerer, Ganesh mit dem Elefantenkopf der Glücksbringer. Jedem Gott steht eine weibliche göttliche Kraft (shakti) zur Seite, die ihm Energie und Stärke verleiht. Es gibt aber auch eigenständige Göttinnen. Hindus glauben an die Wiedergeburt. Der Körper ist der vorübergehende "Tempel der Seele", der nach dem Tod durch Verbrennen in den Kreislauf der Natur zurückgegeben wird. Die klassische indische Einteilung des Kastensystems lautet: Brahmane (Priester, Lehrer), Kshatriya (Herrscher, Krieger), Vaishya (Kaufmann, Handwerker, Bauer), Shudra (Diener, Arbeiter). Ohne Zugehörigkeit sind die sogenannten Unberührbaren. Seit 1962 verbietet das Gesetz Diskriminierung wegen Kastenzugehörigkeit - das System ist dennoch gesellschaftsbestimmend.

Nationalparks

Nepal hat mit rund 23 Prozent einen großen Teil des Landes unter Naturschutz gestellt. Um den Menschen zugunsten des Naturschutzes nicht rigoros auszuschließen, werden verschiedene Nutzungskonzepte erprobt. Es gibt zehn Nationalparks, drei Wildreservate, sechs Schutzgebiete, ein Jagdreservat und elf Pufferzonen. Im Tiefland liegen der Chitwan, der Banke und der Bardia National Park, die Blackbuck (Hirschziegenantilope) Conservation Area, das Parsa, das Koshi Tappu und das Shuklaphanta Wildlife Reserve, im westlichen Mittelgebirge der Khaptad National Park, der Rara National Park und das Dhorpatan Jadgreservat, am Rand des Kathmandu-Tals der Shivapuri Nagarjun National Park und im Hochgebirge der Shey Phoksundo National Park, die Api Nampa Conservation Area, die Annapurna Conservation Area und die Manaslu Conservation Area, der Langtang National Park, die Gaurishankar Conservation Area, der Sagarmartha National Park, der Makalu Barun National Park und die Kanchenjunga Conservation Area (www.dnpwc.gov.np).

Politik und Verwaltung

2008 erzielten die Maoisten bei den Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung einen überraschenden Wahlsieg. Kurz darauf wurde Nepal zur Republik erklärt und die Monarchie abgeschafft. Dr. Ram Baran Yadav, Mitglied der sozialdemokratischen Partei Nepali Congress, wurde erster Präsident der Demokratischen Bundesrepublik Nepal. Die Exekutive liegt bei der Regierung, an deren Spitze der Ministerpräsident steht.

Nepal - mit 147484 km2 etwas größer als die Schweiz und Österreich zusammen - ist eingeteilt in 14 Zonen mit 75 Distrikten sowie übergreifend in fünf Entwicklungsregionen mit insgesamt 58 Städten und ca. 4000 Dörfern. Dörfer und Distrikte werden von "Village" bzw. von "District Development Committees" (VCDs bzw. DDCs) verwaltet.

Tier- und Pflanzenwelt

Tiere, Pflanzen und Bäume sind im ganzen Himalaja-Gebiet heilig. Von allen Tieren wird die Kuh von Hindus am meisten verehrt, bei den Bäumen stehen Pipal und Banyan an erster Stelle. Der Rhododendron (lali guras) ist die Nationalblume. Im Hochgebirge sind Yaks und Schneeleoparden, im Tiefland Panzernashörner, Tiger und Elefanten anzutreffen. Leoparden gibt es im Tiefland und im Mittelgebirge. Rhesusaffen flitzen in Kathmandu herum, die bildschönen Langurenaffen in den Bergen.

Umgangsformen

Normalerweise begrüßt und verabschiedet man sich mit namaste, dabei legt man die Handflächen in Brusthöhe aneinander. Zuerst begrüßt werden alte Menschen und Respektspersonen. Das Wort "danke", dhanyabaad, wird nur in Ausnahmefällen benutzt. In Nepal bedankt man sich mit einem Lächeln und einem leichten Wiegen des Kopfes. Ein separates "bitte" ist ebenso unüblich. Auf Nepali drückt man "bitte" durch eine bestimmte Betonung der Tätigkeitswörter aus. Auch die klaren Wörter "ja" und "nein" fehlen. Wenn Ihr Gegenüber allerdings sanft den Kopf schüttelt, verneint es nicht, sondern meint "ja, okay".

Volkstrachten

Aus Indien kommt der anmutige sari, den viele Frauen tragen. Die newarischen Bauersfrauen des Kathmandu-Tales (jyapus) sind an ihren schwarzen saris mit rotem Rand zu erkennen. Tibeterinnen tragen lange, ärmellose, am Rücken zusammengebundene Kleider, darüber häufig eine bunt gestreifte Schürze.

Die tibetischen Männer sind in ein loses Gewand namens chuba gehüllt. Die offizielle Männerkleidung (daura duruwal) besteht aus einer Kappe (topi), einem dunklen, westlichen Jackett, einem hellen, nepalesischen Hemd, das über dem Brustkorb zusammengebunden wird, und hellen, unten eng anliegenden Baumwollhosen.

Wirtschaft

Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 30 Prozent seiner Menschen leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze, etwa 68 Prozent der arbeitenden Bevölkerung finden ihr Auskommen in der Landwirtschaft. Die Industrie steckt in den Kinderschuhen, 90 Prozent der Unternehmen sind Kleinbetriebe. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Inflationsrate beträgt rund 9,5 Prozent. Harte Währung kommt vor allem durch Gastarbeiter- und Rentenüberweisungen sowie den Tourismus ins Land. Wichtige Exportprodukte sind Textilien, Teppiche, Metallprodukte, ausgewählte Lebensmittel und Kunsthandwerk. Der Landwirtschaftssektor trägt zu über 25 Prozent der Exporte bei. Hauptexportgüter sind Linsen, Tee, Gewürze, Heilkräuter und Kaffee.

Yeti

Ob der sagenhafte Schneemensch, von dem ab und an angeblich Fußspuren gesichtet werden, wirklich existiert, ist eine Frage des Glaubens. Die Sherpas sind überzeugt, dass es ihn gibt. Im Kloster Khumjung im Everestgebiet wird ein Yeti-Skalp aufbewahrt, der aber in Wahrheit von der wilden Himalaja-Ziege Serow stammen soll.

Bloss nicht!

Unhöflich sein

Brüllen Sie niemals jemanden an! Zum einen erschrecken Sie damit viele Nepalesen so sehr, dass sie Angst vor Ihnen bekommen, zum anderen verlieren Sie Ihr Gesicht. Mangelnder Respekt jedoch kann wiederum leicht dazu führen, Sie übers Ohr hauen zu wollen. Die Zauberworte für einen unbeschwerten Aufenthalt und zur Lösung von Problemen sind Geduld und Freundlichkeit. Ein Lächeln kostet nichts, bewirkt aber oft Wunder.

Drogen kaufen

In manchen Touristenzentren werden Sie ständig angemacht: "Gaanscha?" (Ganja = Marihuana) oder "Tscharres?" (Charres = Haschisch). Lassen Sie die Finger davon, denn der Handel ist verboten. Der Konsum wurde auf Druck der USA kriminalisiert, obwohl in Nepal seit Urzeiten gekifft wird - bei religiösen Zeremonien, bei bestimmten Festen oder einfach zur Entspannung. Was für uns ein Glas Wein, Bier oder Sekt bedeutet, ist in Nepal ein Zug aus dem Chillum, einem Tonpfeifchen. Marihuana sind die getrockneten Blätter, Haschisch das Harz der Cannabis-Pflanze, die überall wild wächst, selbst in Form riesiger Büsche direkt vor dem Zollamt am Flughafen. Harte Drogen dagegen wurden Ende der Siebzigerjahre von internationalen Drogenbanden auf den Markt geworfen, die über 50000 Nepalesen abhängig machten. Es gibt kaum Therapiemöglichkeiten.

Schwarz tauschen

"Change money?" ("Wollen Sie Geld wechseln?") ist die andere Anmache. Verzichten Sie! Es schadet der Wirtschaft und Ihnen, wenn Sie geschnappt werden. Es gibt unzählige Wechselstuben in Thamel.

Bettelnden Kindern Geld geben

"Bye, bye, one Rupie!" Kinder krähen diesen Spruch im ganzen Land hinter Ihnen her, wobei mit "bye, bye" "Ausländer" gemeint ist. Nepalesische Experten bitten dringend darum, auf die oftmals penetranten Aufforderungen nicht einzugehen und Bettelkindern überhaupt nichts zu geben. Es beruhigt vielleicht Ihr schlechtes Gewissen, zieht aber eine neue Generation von Bettlern heran. Sinnvoller ist es, Organisationen wie die Child Workers in Nepal/Concerned Centre (CWIN) (Tel. 014278064 | www.cwin.org.np) zu unterstützen, die sich um Straßenkinder kümmert.

Schuhe Ausziehen vergessen

Respektieren Sie die in Nepal üblichen Bräuche: Ziehen Sie immer die Schuhe aus, bevor Sie eine buddhistische Gebetsstätte oder eine hinduistische Tempelanlage betreten. Manchmal müssen Sie am Eingang auch alle Sachen aus Leder wie z. B. Gürtel, Taschen oder Jacken ablegen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Eine in Nepal aktive terroristische Vereinigung hat mit Anschlägen auf Unternehmen, Schulen und auch die von Touristen gern besuchte Chandragiri-Seilbahn in Thankot gedroht. Reisenden wird geraten, auf die Nutzung der Seilbahn vorerst zu verzichten und im Kathmandu-Tal besonders vorsichtig zu sein.

Bandhs/ Streiks

Im jetzigen politischen Umfeld kommt es in Nepal nur noch gelegentlich zu kurzfristig ausgerufenen "Bandhs" (Zwangsstreiks jedweder Art, auch im Kathmandu-Tal, mit Blockaden/Straßensperren); manchmal werden diese auch gewaltsam durchgesetzt. Letzteres gilt auch für sog. Transportstreiks. Nach den bisherigen Erfahrungen können diese Protestaktionen das öffentliche Leben empfindlich stören.
Während der Streiks sind Reisen auf dem Landweg nicht oder nur unter schwierigen Bedingungen möglich. Der Flugverkehr ist von den Bandhs in aller Regel nicht betroffen, evtl. aber der Zu- und Abgang zu den Flughäfen. Sofern es die Sicherheitslage zulässt, bemüht sich das Nepal Tourism Board Shuttle-Busse zum Flughafen zu betreiben. Nähere Informationen dazu gibt die Touristenpolizei am jeweiligen Aufenthaltsort.
Es wird empfohlen, jegliche Demonstrationen und größere Menschenansammlungen zu meiden.
Besonders im Terai ist mit Protestaktionen und gewaltsamen, unter Umständen gefährlichen Auseinandersetzungen zu rechnen.

Reisen über Land

In Folge der schweren Erdbeben im Jahr 2015 gibt es im ganzen Land weiterhin Infrastrukturschäden und unpassierbare Straßen.
Reisenden wird empfohlen, sich vor Reisen nach Nepal bei ihrem Reiseveranstalter oder der örtlichen Reiseleitung über die Durchführbarkeit der Reise zu informieren und während eines Aufenthalts in Nepal die aktuelle örtliche Medienberichterstattung zu verfolgen, da Straßen manchmal auch für Reparaturarbeiten geschlossen werden.

Infolge der nicht immer störungsfreien Kommunikation können sich in Notfällen erhebliche Schwierigkeiten ergeben, weil Hilfeleistungen nicht rechtzeitig organisiert werden können. Es wird darauf hingewiesen, dass Rettungsflüge wetter- und tageszeitbedingt nicht immer rechtzeitig durchgeführt werden können und Rettungshubschrauber nicht in alle Höhen und Landesteile fliegen können.

Das Terai, südliches Grenzland zu Indien, war in den vergangenen Jahren oftmals Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen politischen Gruppierungen und den Sicherheitskräften.

An den Grenzübergängen zu Indien kann es auf Grund der politischen Situation sowohl auf nepalesischer als auch auf indischer Seite zu Verzögerungen beim Grenzübertritt kommen.

Kriminalität

Auf Grund der politischen Instabilität und der Unzuverlässigkeit des Rechtssystems ist eine steigende Gewaltbereitschaft und Kriminalität im ganzen Land feststellbar. In touristischen Regionen sind häufiger Taschendiebstähle vorgekommen, in abgelegeneren Gebieten auch durch vorbeifahrende Motorradfahrer.

In den vergangenen Jahren haben mehrere ausländische Touristinnen Vergewaltigungen in Thamel, dem Touristen-Viertel Kathmandus, sowie in den in Kathmandus südlicher Nachbarstadt Patan gelegenen Vierteln Sanepa und Jawalakhel angezeigt. Frauen wird deshalb empfohlen, nach Einbruch der Dunkelheit besonders vorsichtig und stets mit Begleitung unterwegs zu sein.

Kriminelle Organisationen und andere Gruppierungen erpressen in vielen Landesteilen nationale und internationale Organisationen, Geschäftsleute und Einzelpersonen und setzen Forderungen teilweise mit Gewalt durch. Auch Trekking-Touristen sind gelegentlich Ziel derartiger "Spenden-Erpressungsversuche". Ein ortskundiger Führer kann in solchen Fällen deeskalierend wirken.

Im Umgang mit staatlichen Sicherheitskräften ist zu beachten, dass in Nepal teils ein anderes Rechtsverständnis besteht. Nachgiebiges Auftreten wird daher angeraten.

Naturkatastrophen

Das Himalaya-Gebiet gilt insgesamt als stark erdbebengefährdet. Im Falle eines schweren Erdbebens muss davon ausgegangen werden, dass medizinische Einrichtungen und generelle Notfallausstattungen überlastet sind.
Informationen zum Verhalten bei Erdbeben gibt es im Merkblatt des Geoforschungszentrums Potsdam.

Während der von Juni bis Anfang Oktober andauernden Monsunzeit entstehen in ganz Nepal immer wieder Reisebehinderungen durch plötzlich auftretende Überschwemmungen (insbesondere im Grenzgebiet zu Indien) und Erdrutsche, die auch die Hauptreisewege betreffen können.

Hinweise für Trekking-Touren

Es wird dringend empfohlen, nicht alleine zu trekken. Die gesundheitlichen Risiken sind in den höher gelegenen Gebieten sehr hoch. Auch kam es in der Vergangenheit zu Übergriffen gegen allein reisende Trekker.
Weiterhin wird empfohlen, nur bekannte Routen zu begehen, in Gruppen zu bleiben, ausschließlich seriöse Agenturen und Führer zu nutzen sowie vor Aufsuchen abgelegener Gebiete aktuelle Informationen über die Sicherheitslage einzuholen. Darüber hinaus sollten sich Reisende unter Angabe der Trekking-Route und der Versicherungsdaten bzw. der evtl. Mitgliedschaft in einer Rettungsfluggesellschaft unbedingt in der Krisenvorsorgeliste registrieren. Die Registrierung kann maximal zehn Tage vor der geplanten Reise vorgenommen werden.
Beim Trekking sollten Reisende die Risiken der Höhenkrankheit nicht unterschätzen und bei den ersten Anzeichen (Übelkeit, Kopfschmerzen oder Atemnot) absteigen. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit kommt in der Regel jede Hilfe zu spät. Ebenso ist zu bedenken, dass Helikopter-Rettungsflüge wetter- und tageszeitbedingt nicht immer sofort durchgeführt werden können. Das Auswärtige Amt verweist hierzu auf das Merkblatt zur Höhenkrankheit.

Alle Trekker müssen ein gültiges TIMS-Certificate (Trekkers' Information Management System) vorweisen, das von den TIMS-Stellen des Nepal Tourism Board (NTP) bzw. der Trekking Agents Association of Nepal (TAAN) sowohl für Trekker, die mit einer Agentur reisen als auch für Individual-Trekker ausgestellt wird. Die Gebühr muss in nepalesischen Rupien entrichtet werden. Reiseagenturen, die diesen Verbänden nicht angehören, müssen die Zertifikate bei NTB bzw. TAAN einholen. Gelegentlich werden die Zertifikate von hilfsbereiten Vermittlern ausgefüllt. Da jeder Tourist für den Inhalt seiner Genehmigung selbst verantwortlich ist, gilt es, auf eine korrekte Ausfüllung zu achten. Nähere Informationen sind erhältlich bei NTB, Tel. 00-977-1-422 57 09, E-mail: mediacenter@ntb.org.np Die Trekking Gebühren unterliegen laufenden Anpassungen.

Wiederholt kam es zu Erpressungen von Trekkern, die mit frei angeheuerten Trägern ohne Versicherungsnachweise für die Träger unterwegs waren. Das Einschalten einer verlässlichen Reiseagentur und das Mitführen der entsprechenden Zahlungsnachweise beugen rechtlichen Schwierigkeiten vor.

Freiwilligendienste/Voluntourism-Aufenthalte

Bei der Aufnahme von Freiwilligendiensten (sogenannten Voluntourism) bei vermeintlich gemeinnützigen Organisationen wird zu einer gewissen Vorsicht geraten. Dies gilt insbesondere für Tätigkeiten in Kinderheimen oder wenn dem Freiwilligen ein größerer Geldbetrag für seine Dienste in Rechnung gestellt werden soll. Es ist vermehrt vorgekommen, dass lokale oder internationale Nichtregierungs-Organisationen armutsrelevante Projekte zur eigenen Bereicherung vortäuschen.

Es wird empfohlen, sich vor Abreise beim Hauptsitz der Organisation über die Anstellungsbedingungen, die Art der Arbeit sowie die Versicherungsdeckung zu informieren. Zur Aufnahme einer Freiwilligenarbeit in Nepal muss eine Arbeitserlaubnis von den nepalesischen Behörden erteilt werden. Die Ausübung dieser Tätigkeiten mit einem Touristenvisum ist illegal und wird bestraft.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Es sollten Informationen zu möglichen Ansprechpartnern in Deutschland sowie Angaben zur Mitgliedschaft bei einer Rettungsfluggesellschaft und die Reisekrankenversicherung hinterlegt werden. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Aufgrund von Schwierigkeiten mit der Stromversorgung gibt es landesweit das sogenannte "Load shedding", auch wenn dieses in den vergangenen Monaten stark zurückgegangen ist. Dies bedeutet täglich mehrere Stunden Stromabschaltungen, worunter das ganze Land, insbesondere die Industrie, leidet. Touristen sollten bedenken, dass Akkus nicht immer aufgeladen werden können.

Die zurückliegenden Protestaktionen und Streiks in einigen Gebieten des Terais und der Blockierung einiger wichtiger Grenzübergänge zu Indien, haben zeitweise eine Verknappung wichtiger Verbrauchsgüter wie Diesel, Benzin und Flaschengas bewirkt.

Verkehrsbedingungen

Bei Reisen über Land muss mit den üblichen Behinderungen wegen unzureichender Infrastruktur gerechnet werden.
Die Flugsicherheit von inländisch und international operierenden nepalesischen Fluggesellschaften entspricht nicht europäischen Sicherheitsstandards. Allen nepalesischen Luftfahrtunternehmen wurde mit Wirkung vom 05.12.2013 der Betrieb im europäischen Luftraum untersagt, die sog. "schwarze Liste" der ist einsehbar unter: http://ec.europa.eu/.

Von Fahrten in normalen Überlandbussen wird wegen der Vielzahl von Verkehrsunfällen, die häufig den Tod sämtlicher Insassen zur Folge haben abgeraten. Bei Fahrten über Land sollten ausschließlich gekennzeichnete Touristenbusse benutzt werden.

Geldversorgung

Im Kathmandu-Tal besteht die Möglichkeit, sich über Geldautomaten mit Bargeld zu versorgen. Die meisten Automaten akzeptieren Visa- und Master-Kreditkarten, Bankkarten werden kaum noch akzeptiert.
Devisen können in allen größeren Städten problemlos getauscht werden. Die indische Rupie ist in Nepal frei konvertierbar, allerdings werden Scheine nur bis max. 100 INR-Noten akzeptiert.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.
Bei Versorgungsengpässen sind auch öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser betroffen. Eine Versorgung im Notfall kann daher in Einzelfällen schwierig werden, da wichtige Medikamente knapp werden. Auch eine Rettung aus abgelegenen Gebieten mit Helikoptern kann aufgrund der unzureichenden Dieselvorräte und den Wetterbedingungen problematisch werden.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen sechs Monate gültig sein.

Visum

Für die Einreise benötigt man ein Visum, das bei der Einreise an Grenzübergangsstellen nach Nepal oder am Flughafen Kathmandu erteilt wird. Die Gebühr für ein 30 Tage gültiges Touristenvisum beträgt 40,- US$; ein Passfoto ist am Flughafen vorzulegen. Visagebühren können auch in EUR oder anderen konvertiblen Währungen bezahlt werden, die von der Bank am Flughafen zum Dollar-Tageskurs umgerechnet werden. Kinder unter zehn Jahren bezahlen keine Visagebühr.

Reisende sollten direkt nach Erteilung prüfen, ob das Visum tatsächlich den gewünschten Zeitraum umfasst. Ansonsten führt dies zu Problemen bei der Ausreise, u.a. zu empfindlichen Strafgebühren, ohne deren Bezahlung keine Ausreise gewährt wird.

Das Visum kann auch in Deutschland bei der nepalesischen Botschaft in Berlin sowie bei den nepalesischen Honorarkonsuln in Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart beantragt werden. Dort sollte man sich die Einreisevorschriften im eigenen Interesse vor Antritt der Reise bestätigen lassen. Auf Grund der langen Wartezeiten bei der Visumerteilung am Flughafen empfiehlt das Auswärtige Amt die vorherige Einholung eines Visums. Neu ist die Möglichkeit, ein Visum zur Einreise über den Tribhuvan-Flughafen vorab online beim Department of Immigration zu beantragen. Zur Zuverlässigkeit des Verfahrens liegen allerdings keine Erfahrungswerte vor.

Laut derzeitiger Auskunft der nepalesischen Einwanderungsbehörde soll die Visumserteilung bis zum Ende der Gültigkeit des Reisedokuments möglich sein, in der Praxis rät die Deutsche Botschaft Kathmandu jedoch dazu, mit einem noch mindestens sechs Monate gültigen Pass zu reisen. Manchmal akzeptieren Fluggesellschaften Passagiere nicht, deren Pässe in Kürze ablaufen.

Eine Registrierung oder Meldepflicht nach Einreise ist nicht vorgesehen.

Touristenvisa sind bis zu 150 Tagen verlängerbar, sofern die zuständigen Behörden die Voraussetzungen für eine Verlängerung als gegeben betrachten.

Aufenthalte ohne oder mit abgelaufenen Visa führen zu empfindlichen Geld- und teilweise auch Gefängnisstrafen.
Zur Ausübung von Freiwilligendiensten in Nepal muss eine Arbeitserlaubnis von den nepalesischen Behörden erteilt werden. Die Ausübung dieser Tätigkeiten mit einem Touristenvisum ist illegal und wird bestraft. Dies gilt auch für medizinische Hilfsaktionen in Nepal (sog. Health Camps), welche zusätzlich grundsätzlich die Zustimmung des Nepal Medical Councils benötigen.

Aktuelle Visabestimmungen und Gebühren sind beim Department of Immigration zu finden oder können von der nepalesischen Botschaft in Berlin erfragt werden. Es wird geraten, die aktuellen Informationen vor Abreise zu prüfen.

Reisenden wird empfohlen, sich wegen Visa, die in Nepal für Drittländer (z. B. für Indien) benötigt werden, nur direkt an die entsprechenden Botschaften zu wenden und sie nicht durch Reisebüros oder andere Vermittler einholen zu lassen (Ausnahme: Gruppenvisa für Tibet). So vermeidet man die Eintragung eines gefälschten Visums, mit dem es schon bei der Ausreise aus Nepal zu Komplikationen kommen kann. Probleme bei Reisedokumenten, die Visa anderer Staaten enthalten gibt es nicht.

Reisende, die über Indien kommen und Nepal wieder nach Indien verlassen möchten, sollten sich rechtzeitig über die geänderten indischen Visa-Vorschriften bei der nächsten indischen Vertretung oder dem zu informieren.

Reisende, die Interesse an einer Weiterreise nach Tibet in der Volksrepublik China haben, informieren sich bitte vor der Einreise nach Nepal bei der chinesischen Botschaft in Deutschland oder Nepal über die Möglichkeiten der Visumerteilung (z.B. Zuständigkeiten, Bearbeitungszeiten, Gebühren). Zu beachten ist insbesondere, dass die Erteilung chinesischer Visa nicht das ganze Jahr über erfolgt.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Verbindliche Auskünfte zu Zollbestimmungen können lediglich die nepalesischen Auslandsvertretungen oder das geben. Vorbehaltlich dessen nachstehend die derzeit gültigen Einfuhrbestimmungen.

Inhaber eines ausländischen Reisepasses, die nach Nepal einreisen oder aus Nepal ausreisen, dürfen folgende Gegenstände zollfrei ein- bzw. ausführen:

Bedarfsgegenstände, sofern sie bei Rückkehr wieder ausgeführt werden

  • 1 gebrauchtes Fernglas
  • 1 gebrauchte Film- oder Videokamera (mit Abspielgerät), 1 Fotoapparat, 1 Computer (werden vor Einfuhr in den Reisepass eingetragen)
  • 1 gebrauchte tragbare Musikanlage, 10 bespielte oder unbespielte Kassetten (werden vor Einfuhr in den Reisepass eingetragen)
  • gebrauchte Kleidung und Bettwäsche, gebrauchte Haushaltsgegenstände
  • 1 Kinderwagen und 1 Dreirad
  • 1 Set gebrauchte Füllfederhalter, 1 Set Filzstifte oder Bleistifte
  • 1 gebrauchte Armbanduhr

Folgende zur Berufsausübung bestimmte Gegenstände

  • 1 Sortiment Zimmermannswerkzeug
  • gebrauchte ärztliche Standardinstrumente für Hausärzte sowie gebrauchte Instrumente für den Bedarf jeweiliger Fachärzte
  • 1 Musikinstrument und notwendiges Zubehör für Musiker
  • Sportartikel für Sportler
  • Angel

Der Zolldirektor kann ausländischen Touristen die zollfreie Ein- und Ausfuhr anderer als der aufgezählten mitgeführten Gegenstände gestatten, sofern er dies für angemessen erachtet.

Zum Verbrauch bestimmte Gegenstände

  • 1 Flasche Spirituosen (bis 1,15 Liter) oder 12 Dosen Bier
  • 200 Zigaretten, 50 Zigarren, 250 g Tabak
  • 15 Filme für Fotoaufnahmen und 12 Rollen Film für Videoaufnahmen
  • Medikamente für den eigenen Bedarf für die Dauer des Aufenthaltes (mit Ausnahme solcher, für die ein Einfuhrverbot besteht - siehe www.dda.gov.np/band_drugs.php)
  • Nahrungsmittel inklusive Konservendosen bis zu einem Wert von NPR 1.000,-
  • frisches Obst bis zu einem Wert von NPR 1.000,-

Ausfuhr von Gütern aus Nepal

  • Genehmigungsfrei ausgeführt werden dürfen in Nepal hergestellte Produkte (mit Ausnahme solcher, für die ein Ausfuhrverbot besteht) bis zu dem Betrag in ausländischer Währung, den der Tourist bei einer Bank oder bei einer staatlich autorisierten Wechselstube eingetauscht hat.
  • Bei der Ausfuhr von Gütern ist die Negativliste des nepalesischen Zolls zu geschützten Kulturgütern sowie zu Produkten von geschützten Tier- und Pflanzenarten zu beachten. Diese ist unter http://www.customs.gov.np/en/faq.html -> Banned, Quantitative Restriction and Permission on Export einsehbar.

Die Ausfuhr größerer, bei der Einreise nicht deklarierter Devisenbeträge ist strafbar.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Wird der Aufenthalt in Nepal nach Ablauf des Visums unerlaubt fortgesetzt, droht eine Geldstrafe von derzeit 2,- US-$ für jeden ohne Aufenthaltsgenehmigung in Nepal verbrachten Tag. Ab dem 31. Tag erhöht sich der Tagessatz auf 3,- US-$, bei mehr als 90 Tagen auf 5,- US-$. Wird die Strafe nicht bezahlt, muss mit einer empfindlichen Haftstrafe gerechnet werden, bei der sich die Geldbuße nur alle drei Tage um etwa 1,- US-$ reduziert.

Dies sind unverbindliche Angaben, die geändert werden können, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon in Kenntnis gesetzt wird. Verbindliche Auskünfte sind bei der nepalesischen Botschaft oder der nepalesischen Einwanderungsbehörde (http://www.nepalimmigration.gov.np/) erhältlich.

Nepalesische Polizei und Justiz verfolgen Drogendelikte konsequent. Bei Verstößen drohen lange Gefängnisstrafen.

Die Ausfuhr größerer, bei der Einreise nicht deklarierter Devisenbeträge kann ebenfalls zu empfindlichen Geld- und Haftstrafen führen.

Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen sind ebenfalls verboten und werden neben einer empfindlichen Geldstrafe auch mit Haftstrafe geahndet. Es wird darauf hingewiesen, dass der Missbrauch von Kindern auch nach deutschem Recht strafbar ist und verfolgt wird, wenn diese Tat von Deutschen im Ausland begangen wird. In jüngster Vergangenheit wurden mehrere Ausländer unter diesem Tatvorwurf verhaftet und zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.

Homosexuelle Handlungen können gemäß nepalesischem Strafrecht als "unnatürliche sexuelle Handlungen" interpretiert und mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder einer Geldstrafe von bis zu 5.000,- NRP geahndet werden; es sind jedoch in den letzten Jahren keine Fälle tatsächlicher Strafverfolgung bekannt geworden.

Impfschutz

Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene (siehe: www.rki.de) anlässlich einer Reise zu überprüfen und gegebenenfalls zu vervollständigen.
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderlähmung), ggf. auch gegen Masern Mumps und Röteln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.
Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird nur für die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut und Japanische Enzephalitis empfohlen.

Cholera

In Nepal und besonders auch im Kathmandu-Tal registriert man bei Beginn des Monsuns eine Zunahme von Cholera-Erkrankungen. Das Infoblatt "Cholera" informiert über persönliche Vorsichtsmaßnahmen. Sie finden es unter den Merkblättern des Gesundheitsdienstes des Auswärtigen Amtes.

Durchfall- und Darmerkrankungen

Durchfallerkrankungen sind überall im Land ganzjährig häufig. Oberflächengewässer können mit fäkalen Keimen kontaminiert sein. Leitungswasser hat selbst in den Städten nicht immer Trinkwasserqualität. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getränke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss zu filtern, chemisch zu desinfizieren oder zu kochen. Trinkwasser aus den ACAP Filteranlagen entlang des Annapurna Treks gilt allgemein als sicher. Für das Waschen von Obst und Gemüse oder zum Zähneputzen sollte ebenfalls nur aufbereitetes Trinkwasser verwendet werden.

Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungeschälter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart worden sein.

Das Infektionsrisiko für Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Amöben, Lamblien und Wurmerkrankungen besteht landesweit. Allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder Händedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln können die Gefahr einer Infektion vermindern.

Dengue Fieber

Dengue Fieber wird durch den Stich tagaktiver Mücken übertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und können mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelfällen können schwere Verläufe mit ernsthaften Gesundheitsschäden oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgfältige Expositionsprophylaxe auch tagsüber, wie unten für Malaria beschrieben, ist die einzige mögliche Schutzmaßnahme. Dengue Fieber kommt besonders im Süden des Landes, während und unmittelbar nach der Regenzeit auch in den mittleren Landesteilen bis in Höhen von circa 2000 Metern vor.

Japanische Enzephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgfältiger Mückenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein Übertragungsrisiko für JE besteht in Nepal in den südlichen Landesteilen, vereinzelt sind auch Fälle im Kathmandu Tal aufgetreten.

Malaria

Die Übertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer ähnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverlässig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Schäden oder Beschwerden kommt.

Außer in Höhenlagen über ca. 2000 Meter besteht in Nepal ganzjährig ein mittleres Übertragungsrisiko für Malariaerkrankungen, besonders in den Sommermonaten von Mai bis Oktober. Das Risiko ist im südlichen Tiefland am höchsten und nimmt nach Norden mit zunehmender Höhe langsam ab. Dabei handelt es sich in ca. 70% um die nur selten lebensbedrohliche, durch Plasmodium vivax verursachte, Malaria tertiana. In ca. 30% muss aber mit Malaria tropica Fällen gerechnet werden.

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechmücken (Expositionsprophylaxe), insbesondere während der Dämmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.

  • Das Tragen langer, heller und gegen Insekten imprägnierter Bekleidung im Freien,
  • das konsequente Einreiben aller Hautflächen mit einem geeigneten Repellent und
  • das Benutzen imprägnierter Moskitonetze während der Nacht oder
  • der Aufenthalt in Mücken-geschützten Räumen (Fliegengitter, Klimaanlagen)

vermindern das Risiko einer Übertragung deutlich und schützen auch vor anderen von Stechmücken übertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmefällen zu erwägen. Aufgrund des Risikos in Nepal, gefälschte Medikamente zu erwerben, ist das Mitführen eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten. Die individuelle Auswahl des Medikaments und mögliche Nebenwirkungen, beziehungsweise Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten, müssen entsprechend dem Reiseverlauf und persönlichen Umständen mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Nepal ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten

Durch sexuelle Kontakte, bei intravenösem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen), durch Tätowierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen und kann auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (Gonorrhö, Syphilis, Hepatitis B, u. a.) schützen.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelmäßig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und Übertragung einer Tollwut. Affen können ebenfalls Tollwut übertragen und sollten niemals gefüttert werden. Die notwendigen, medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Nepal nicht immer möglich. Einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung für Reisen nach Nepal eine besondere Bedeutung zu. Sie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Die auch nach einem Biss notwendige, unverzügliche "Auffrischung" kann dann ggf. vor Ort erfolgen.

Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger auch in Nepal. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes schützt nicht vor einer Ansteckung.

Saisonale Influenza (Grippe)

Die saisonalen Influenzaviren, einschließlich der neuen Influenza A/H1N1 ("Schweinegrippe"), zirkulieren in Nepal in den Wintermonaten. Ein Impfschutz empfiehlt sich bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen (siehe: www.rki.de).

Geographisch bedingte Erkrankungen

Die Höhenkrankheit ist eine durch taktische Fehler bei der notwendigen Höhenanpassung über 2.300 m (z.B. durch zu raschen Aufstieg und Überanstrengung) ausgelöste, potentiell sehr gefährliche Funktionsstörung von Lunge und Gehirn. Erkranken können besonders auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, auch solche, die bereits früher große Höhen und rasche Aufstiege ohne Probleme bewältigt haben. Zu Todesfällen kommt es nicht selten, weil grundlegende Regeln missachtet, Frühsymptome falsch gedeutet und Medikamente unvernünftig eingesetzt werden. Bestimmte Erkrankungen von Herz und Lungen erhöhen ebenfalls das Risiko, eine Höhenkrankheit zu erleiden.

Beschwerden, die Hinweise auf eine beginnende Höhenkrankheit geben können, sind: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehstörungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverzüglich mit dem Abstieg begonnen werden - nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Frühsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollständig verschwinden.

Vor Reisen in große Höhen (über 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endgültigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen höhenmedizinisch erfahrenen Arzt. Vor der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung der Höhenkrankheit ohne Anweisung eines Arztes oder eines erfahrenen Bergführers wird dringend gewarnt. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z.B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme Kälte und unwegsames oder unbekanntes Gelände bergen weitere Risiken für den Reisenden in großer Höhe. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschläge kann es an gefährdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Berghängen kommen.

Es gibt in Nepal mehrere zivile Luftrettungsunternehmen für die Hubschrauberrettung aus Bergnot. Witterungsbedingt sind die Fluggeräte aber nicht immer einsatzbereit. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur verzögert erfolgen. Die Kostenübernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion geklärt sein und ist in der Regel zunächst vom Verunglückten selbst zu tragen.

Weitere Gesundheitsgefahren

Technische Überwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa üblich, werden in Nepal nicht regelmäßig durchgeführt, die allgemein verbindlichen Verkehrsregeln werden von der großen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunfälle sind insbesondere bei Überlandfahrten häufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notfällen oder Unfällen, kann im weiteren Landesteilen nicht gewährleistet werden, ein zuverlässig funktionierendes Rettungswesen ist nicht existent. Bei der Wahl der Transportmittel und der Route sind Reisende daher gehalten, eine kritische Auswahl zu treffen und den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Defensives und vorausschauendes Fahren, angemessene Geschwindigkeit und gute Kenntnisse in der Ersten Hilfe können das Risiko eines schweren Unfalls mit bleibenden Gesundheitsschäden reduzieren.
Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und während einer Indienreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gewährleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht. In solchen Fällen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre Reisepläne ausführlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht häufig nicht europäischem Standard. Eine ausreichende Grundversorgung besteht in Kathmandu und den gängigen Touristenzielen, auch entlang der großen Trekkingrouten. In Kathmandu ist die medizinische Versorgung in einzelnen Fachbereichen durchaus auch auf einem hohen Niveau. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung, zum Beispiel nach Kathmandu oder weiter nach Indien erwogen werden. Ein ausreichender und gültiger Krankenversicherungsschutz einschließlich einer Reiserückholversicherung ist dringend notwendig. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird dringend empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Nepal bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverlässigen Medikamenten und eine ununterbrochene Kühlkette sind nicht immer gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch Fake-Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelmäßig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Nepal mitbringen und sich für die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegenüber häufig eingesetzten Antibiotika auf. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach Rücksprache mit einem Reisemediziner beim Reisen, insbesondere beim Trekking, mitzuführen.

Die Deutsche Botschaft in Kathmandu verfügt für den Notfall über eine Adressenliste von Ärzten und Krankenhäusern in der Stadt.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Das für Besucher am leichtesten erreichbare Krankenhaus ist das Patan Hospital in Lagankhel. Die meisten Krankenhäuser haben englischsprachiges Personal, und in den großen Hotels kann man nach Hausärzten fragen.

Die Apotheken in Kathmandu befinden sich überwiegend in der New Road und bieten preiswerte westliche Medikamente an.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung und Reiserückholversicherung wird empfohlen. Umfassender Versicherungsschutz für Trekker, Bergsteiger und Wildwasserfahrer (einschließlich Rettungsflug per Hubschrauber) ist dringend anzuraten.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken 4 -
Malaria 3 -
Typhus & Polio Ja -
Cholera 2 -
Gelbfieber 1 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die älter als 9 Monate sind und innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen. Ausgenommen sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht verlassen haben sowie Transitreisende in Nepal.

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch, v.a. in den Distrikten Baitadi, Dhanusha, Jhapa und Khatmandu. Um sich zu schützen sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.

[3] Malariarisiko, überwiegend in der weniger gefährlichen Form Plasmodium vivax, besteht ganzjährig in den ländlichen Gegenden der Terai-Bezirke sowie in den Terai-Tälern, besonders im Regenwaldgürtel entlang der indischen Grenze mit den Nationalparks Royal Chitwan und Bardia. Chloroquinresistenz der gefährlicheren Form Plasmodium falciparum wurde gemeldet. Kein Risiko besteht in Kathmandu und Nord-Nepal.

[4] Das Risiko von Durchfallerkrankungen ist landesweit sehr hoch. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Milch ist nicht pasteurisiert und sollte abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch immer mit keimfreiem Wasser verwenden. Milchprodukte aus ungekochter Milch am besten vermeiden.

Fleisch- und Fischgerichte nur durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von Schweinefleisch, rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.

Gesundheitszeugnis

Ein HIV-Test ist derzeit für die Einreise nicht erforderlich. Personen, die an einer ernsthaften ansteckenden Krankheit (wie z.B. HIV/AIDS) leiden, kann die Aufenthaltsgenehmigung verweigert bzw. entzogen werden.

Andere Risiken

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt regional vor. Es tritt auf in den südlichen Regionen Nepals im Grenzgebiet zu Indien und während der regenreichen Sommermonate im Terai. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

Hepatitis A und B kommen vor. Impfschutz gegen Hepatitis A wird auch Kurzreisenden, gegen Hepatitis B bei längerem Aufenthalt sowie bei Kindern und Jugendlichen empfohlen.

Höhenkrankheit ist für Bergwanderer gefährlich, v.a. ab 3500 m Höhe. Sollten in großer Höhe Übelkeit, Kopfschmerzen oder Atemnot auftreten, so muss die erste Maßnahme der Abstieg sein. Ratschläge erteilt die Himalayan Rescue Association in der Nähe des Kathmandu Guest House im Stadtviertel Thamel in Kathmandu.

Erhöhtes Ansteckungsrisiko für Japanische Enzephalitis besteht von Juli bis Dezember vor allem in Reisanbaugebieten im Süden und in den südwestlichen Distrikten.

Die durch Mückenstich übertragbare Leishmaniose kommt vor allem im Tiefland vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Epidemische Ausbrüche der Meningokokken-Meningitis kommen vor. Risikogruppen sollten sich impfen lassen und man sollte große Menschenansammlungen meiden.

Tollwut kommt landesweit vor. Allgemein besteht ein erhöhtes Tollwut-Risiko, durch die Zunahme von streunenden Hunden insbesondere im Dang-Distrikt, West-Nepal. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Reisewarnung

Überblick

Nepal

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 12.01.2017
Unverändert gültig seit: 09.01.2017

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Bandhs/ Streiks

Grundsätzlich muss in Nepal jederzeit mit kurzfristig ausgerufenen „Bandhs" (Zwangsstreiks jedweder Art), auch im Kathmandu-Tal, und Blockaden/Straßensperren gerechnet werden; manchmal werden diese auch gewaltsam durchgesetzt. Letzteres gilt auch für sog. Transportstreiks. Nach den bisherigen Erfahrungen können diese Protestaktionen das öffentliche Leben empfindlich stören bzw. lähmen und zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Gefahr für Leib und Leben führen.

Sofern es die Sicherheitslage zulässt, bemüht sich das Nepal Tourism Board Shuttle-Busse zum Flughafen zu betreiben. Nähere Informationen dazu gibt die Touristenpolizei am jeweiligen Aufenthaltsort.

Es wird empfohlen, jegliche Demonstrationen und größere Menschenansammlungen zu meiden.

Während der Streiks sind Reisen auf dem Landwege nicht oder nur unter schwierigen Bedingungen möglich. Der Flugverkehr ist von den Bandhs in aller Regel nicht betroffen, evtl. aber der Zu- und Abgang zu den Flughäfen. Zu beachten ist, dass während der Ausgangssperren und Streiks teilweise keine Ambulanzfahrzeuge fahren, Krankenhausmitarbeiter nicht erreichbar sind und auch in Notfällen keine Hilfe durch die Botschaft geleistet werden kann.

Reisen über Land

In Folge des schweren Erdbebens vom 25. April 2015 sowie heftiger Nachbeben gibt es im ganzen Land weiterhin Infrastrukturschäden und unpassierbare Straßen. 

Die schwer betroffenen Distrikte (Gorkha, Kavrepalanchok, Dhading, Nuwakot, Rasuwa mit dem Trekkinggebiet Langtang, Sindupalchok, Dolakha, Ramechhap, Okhaldunga, Makwanpur und Sindhuli) sind durch Erdrutsche oder Gerölllawinen weiterhin teilweise schwer zugänglich. Bei Reisen in diese Gebiete ist daher besondere Vorsicht geboten.  

Reisenden wird empfohlen, sich vor Reisen nach Nepal bei ihrem Reiseveranstalter oder der örtlichen Reiseleitung über die Durchführbarkeit der Reise zu informieren und während eines Aufenthalts in Nepal die aktuelle örtliche Medienberichterstattung zu verfolgen.

Infolge der nicht immer störungsfreien Kommunikation können sich in Notfällen erhebliche Schwierigkeiten ergeben, weil Hilfeleistungen nicht rechtzeitig organisiert werden können. Es wird darauf hingewiesen, dass Rettungsflüge wetter- und tageszeitbedingt nicht immer rechtzeitig durchgeführt werden können und Rettungshubschrauber nicht in alle Höhen und Landesteile fliegen können.

Das Terai, südliches Grenzland zu Indien, war in den vergangenen Jahren oftmals Schauplatz von  Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen politischen Gruppierungen und den Sicherheitskräften. Im Terai und anderen Gebieten, selbst in Kathmandu, waren in der Vergangenheit vereinzelt auch Fahrzeuge von Diplomaten und internationalen Organisationen Ziel von Angriffen. Gelegentlich wurden Ausländer bedroht.

An den Grenzübergängen zu Indien kann es auf Grund der instabilen politischen Situation sowohl auf nepalesischer als auch auf indischer Seite zu Verzögerungen beim Grenzübertritt kommen.

Kriminalität Auf Grund der politischen Instabilität und der Unzuverlässigkeit des Rechtssystems ist eine steigende Gewaltbereitschaft und Kriminalität im ganzen Land feststellbar. In touristischen Regionen sind häufiger Taschendiebstähle vorgekommen, in abgelegeneren Gebieten auch durch vorbeifahrende Motorradfahrer.

In den vergangenen Jahren haben mehrere ausländische Touristinnen Vergewaltigungen in Thamel, dem Touristen-Viertel Kathmandus, sowie in den in Kathmandus südlicher Nachbarstadt Patan gelegenen Vierteln Sanepa und Jawalakhel angezeigt. Frauen wird deshalb empfohlen, nach Einbruch der Dunkelheit besonders vorsichtig und stets mit Begleitung unterwegs zu sein.

Kriminelle Organisationen und andere Gruppierungen erpressen in vielen Landesteilen nationale und internationale Organisationen, Geschäftsleute und Einzelpersonen und setzen Forderungen teilweise mit Gewalt durch. Auch Trekking-Touristen sind gelegentlich Ziel derartiger „Spenden-Erpressungsversuche". Ein ortskundiger Führer kann in solchen Fällen deeskalierend wirken. 

Im Umgang mit staatlichen Sicherheitskräften ist zu beachten, dass in Nepal teils ein anderes Rechtsverständnis besteht. Nachgiebiges Auftreten wird daher angeraten.

Naturkatastrophen

Das Himalaya-Gebiet gilt insgesamt als stark erdbebengefährdet. Im Falle eines schweren Erdbebens muss davon ausgegangen werden, dass medizinische Einrichtungen und generelle Notfallausstattungen überlastet sind. Es wird daher empfohlen, sich vor Anreise mit den Verhaltensregeln für den Fall eines Erdbebens vertraut zu machen.

Während der von Juni bis Anfang Oktober andauernden Monsunzeit entstehen in ganz Nepal immer wieder Reisebehinderungen durch plötzlich auftretende Überschwemmungen (insbesondere im Grenzgebiet zu Indien) und Erdrutsche, die auch die Hauptreisewege betreffen können.

Hinweise für Trekking-Touren

Es wird dringend empfohlen, nicht alleine zu trekken. Die gesundheitlichen Risiken sind in den höher gelegenen Gebieten sehr hoch. Auch kam es in der Vergangenheit zu Übergriffen gegen allein reisende Trekker.

Weiterhin wird empfohlen, nur bekannte Routen zu begehen, in Gruppen zu bleiben, ausschließlich seriöse Agenturen und Führer zu nutzen sowie vor Aufsuchen abgelegener Gebiete aktuelle Informationen über die Sicherheitslage einzuholen. Darüber hinaus sollten sich Reisende bei der Deutschen Botschaft in Kathmandu unter Angabe der Trekking-Route und der Versicherungsdaten bzw. der evtl. Mitgliedschaft in einer Rettungsfluggesellschaft registrieren Die Registrierung kann maximal 10 Tage vor Ihrer geplanten Reise unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://elefand.diplo.de vorgenommen werden.

Beim Trekking sollten Reisende die Risiken der Höhenkrankheit nicht unterschätzen und bei den ersten Anzeichen (Übelkeit, Kopfschmerzen oder Atemnot) absteigen. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit kommt in der Regel jede Hilfe zu spät. Ebenso ist zu bedenken, dass Helikopter-Rettungsflüge wetter- und tageszeitbedingt nicht immer sofort durchgeführt werden können. Das Auswärtige Amt verweist hierzu auf das Merkblatt zur Höhenkrankheit.

Alle Trekker müssen ein gültiges TIMS-Certificate (Trekkers' Information Management System) vorweisen, das von den TIMS-Stellen des Nepal Tourism Board (NTP) bzw. der Trekking Agents Association of Nepal (TAAN) sowohl für Trekker, die mit einer Agentur reisen als auch für Individual-Trekker ausgestellt wird. Die Gebühr muss in nepalesischen Rupien entrichtet werden. Reiseagenturen, die diesen Verbänden nicht angehören, müssen die Zertifikate bei NTB bzw. TAAN einholen. Gelegentlich werden die Zertifikate von hilfsbereiten Vermittlern ausgefüllt. Da jeder Tourist für den Inhalt seiner Genehmigung selbst verantwortlich ist, gilt es, auf eine korrekte Ausfüllung zu achten. Nähere Informationen sind erhältlich bei NTB, Tel. 00-977-1-422 57 09, E-mail: mediacenter@ntb.org.np Die Trekking Gebühren unterliegen laufenden Anpassungen.

Wiederholt kam es zu Erpressungen von Trekkern, die mit frei angeheuerten Trägern ohne Versicherungsnachweise für die Träger unterwegs waren. Das Einschalten einer verlässlichen Reiseagentur und das Mitführen der entsprechenden Zahlungsnachweise beugen rechtlichen Schwierigkeiten vor.

Freiwilligendienste/Voluntourism-Aufenthalte

Bei der Aufnahme von Freiwilligendiensten (sogenannten Voluntourism) bei vermeintlich gemeinnützigen Organisationen wird zu einer gewissen Vorsicht geraten. Dies gilt insbesondere für Tätigkeiten in Kinderheimen oder wenn dem Freiwilligen ein größerer Geldbetrag für seine Dienste in Rechnung gestellt werden soll. Es ist vermehrt vorgekommen, dass lokale oder internationale Nichtregierungs-Organisationen armutsrelevante Projekte zur eigenen Bereicherung vortäuschen.

Es wird empfohlen, sich vor Abreise beim Hauptsitz der Organisation über die Anstellungsbedingungen, die Art der Arbeit sowie die Versicherungsdeckung zu informieren. Zur Aufnahme einer Freiwilligenarbeit in Nepal muss eine Arbeitserlaubnis von den nepalesischen Behörden erteilt werden. Die Ausübung dieser Tätigkeiten mit einem Touristenvisum ist illegal und wird bestraft.

Krisenvorsorgeliste

Alle Reisenden haben die Möglichkeit sich im elektronischen Meldesystem des Auswärtigen Amts (Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://elefand.diplo.de) anzumelden. Hierüber werden im Bedarfsfall Sicherheitshinweise versandt. Auch sollten dort Informationen zu möglichen Ansprechpartnern in Deutschland sowie Angaben zur Mitgliedschaft bei einer Rettungsfluggesellschaft und die Reisekrankenversicherung hinterlegt werden. Insbesondere Reisenden, die nicht Teil einer Pauschalreisegruppe sind wird geraten, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Pauschalreisende werden ggfs. über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Deutschland Ja Ja Ja
Türkei Ja Ja Ja
Andere EU-Länder Ja Ja Ja
Schweiz Ja Ja Ja
Österreich Ja Ja Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Einreise noch 6 Monate gültig sein.

Anmerkung zum Reisepass

Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern. 

Trekking-Touren
Alle Trekker müssen ein gültiges TIMS-Certificate (Trekkers' Information Management System) vorweisen, das kostenlos von den TIMS-Stellen des Nepal Tourism Board (NTP) bzw. der Trekking Agents Association of Nepal (TAAN) sowohl für Trekker, die mit einer Agentur reisen als auch für Individualtrekker ausgestellt wird. Reiseagenturen, die diesen Verbänden nicht angehören, müssen die Zertifikate bei NTB bzw. TAAN einholen. Nähere Informationen sind erhältlich bei NTB, Tel. +00977 (1) 425 69 09, Internet: www.welcomenepal.com).

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind nur Staatsbürger Indiens mit Wohnsitz in Indien.

U. a. die Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können gegen Vorlage von Reisepass, 4 Passfotos, Rück- oder Weiterreiseticket und ausreichender Geldmittel ein auf 15, 30 oder 90 Tage begrenztes Visum bei der Einreise erhalten:

EU-Länder, Schweiz und Türkei.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.
Hinweis: Allein reisende Minderjährige sollten eine schriftliche Erlaubnis des/der Sorgeberechtigten in englischer Sprache mitführen.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Hunde und Katzen werden ein Gesundheitszeugnis und ein Tollwutimpfzertifikat benötigt. Da die Einreise nach Nepal über Indien erfolgt, sind auch die indischen Einfuhrbestimmungen für Haustiere unbedingt zu beachten.

Bearbeitungsdauer

Berlin: In der Regel 1 Werktag. Wien: 1-2 Wochen ab Eingang des Reisepasses. Sameday-Bearbeitung derzeit nicht möglich.

Gültigkeit

Die Einreise nach Nepal muss innerhalb von 6 Monaten ab Ausstellung des Visums erfolgen. Vom Einreisedatum an ist das Visum 60 Tage gültig (vor Ort kann die Aufenthaltsdauer auf 4 Monate, in Ausnahmefällen auf 5 Monate beim Ministry of Home Affairs (Department of Immigration, Maitighar, Kathmandu, Tel. (01) 422 35 90, 422 24 53, 422 36 81, 422 19 96) verlängert werden). Als Tourist darf man sich insgesamt 150 Tage in einem Kalenderjahr in Nepal aufhalten.

Weitere Auskünfte erteilen die Botschaft und die Konsulate (s. Kontaktadressen).

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die am selben Tag weiterfliegen, gültige Dokumente für die Weiterreise vorweisen können und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Touristenvisum. Für Geschäftsreisen bis zu 30 Tagen kann ebenfalls ein Touristenvisum beantragt werden.

Kosten

Visum bei der Einreise:
Touristenvisum (mehrmalige Einreise):
25 US$ (Aufenthaltsdauer bis 15 Tage),
40 US$ (Aufenthaltsdauer bis 30 Tage),
100 US$ (Aufenthaltsdauer bis 90 Tage).
Transitvisum: 5 US$ (24 Std. gültig).

Botschaft von Nepal in Berlin
Touristenvisum (mehrmalige Einreise):
20 € (Aufenthaltsdauer bis 15 Tage),
35 € (Aufenthaltsdauer bis 30 Tage),
85 € (Aufenthaltsdauer bis 90 Tage).

Bei den konsularischen Vertretungen von Nepal in Frankfurt und Köln kosten die Visa mehr als bei der Botschaft in Berlin.

Honorargeneralkonsulat in Wien:

Touristenvisum (mehrmalige Einreise): 
30 € (Aufenthaltsdauer bis 15 Tage),
45 € (Aufenthaltsdauer bis 30 Tage),
95 € (Aufenthaltsdauer bis 90 Tage).
 
Die angegebenen Preise gelten für Selbstabholer. Für den Postversand werden jeweils 5 € berechnet.

Schweiz
Touristenvisum (mehrmalige Einreise):
35 CHF (Aufenthaltsdauer bis 15 Tage),
60 CHF (Aufenthaltsdauer bis 30 Tage),
130 CHF (Aufenthaltsdauer bis 90 Tage).

Für Kinder unter 10 Jahren ist das Visum kostenlos (ein Visum bis 30 Tage pro Jahr).
 

Antrag erforderlich

(a) 1 Antragsformular (www.nepalembassy-germany.de/pdfs/visa_neu.pdf).
(b) 1 Passfoto.
(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist und der noch mindestens über eine leere Seite verfügt.
(d) Gebühr (in bar bei persönlicher Abholung, per Verrechnungsscheck oder Überweisung mit Beleg – je nach Konsulat unterschiedlich).
(e) Bestätigung des bezahlten Rückflugtickets.
(f) Nachweis ausreichender Geldmittel.
(g) allein Reisende unter 18 Jahren: schriftliche Erlaubnis beider Elternteile/Sorgeberechtigten in englischer Sprache.
(h) Geschäftsreisen: Entsendungsschreiben der eigenen Firma mit Angaben zu Reiseanlass und -dauer sowie Bestätigung der Kostenübernahme.

Der postalischen Antragstellung ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag beizulegen.

Geld

Geldwechsel

Geld sollte ausschließlich bei autorisierten Stellen (Banken, Hotels und lizensierten Wechselstuben) gewechselt werden. Touristen sollten Umtauschbelege sorgfältig aufbewahren, da diese für Visaverlängerungen oder Trekking-Genehmigungen vorgelegt werden müssen. Hotelrechnungen, Flugtickets und teilweise auch Trekking-Genehmigungen müssen von Touristen in Devisen bezahlt werden. Es empfiehlt sich die Mitnahme von ausreichend Bargeld, da Kreditkarten und Reiseschecks nicht überall akzeptiert werden. In Pokhara, Kathmandu und Chitwan gibt es zahlreiche Wechselstuben.

Währung

1 Nepal-Rupie = 100 Paisa. Währungskürzel: NR, NPR (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 1.000, 500, 100, 50, 20, 10, 5, 2 und 1 NR, Münzen in den Nennbeträgen 5, 2 und 1 NR sowie 50, 25, 10 und 5 Paisa. Die Nepal-Rupie ist an die Indische Rupie gebunden (1,60:1).

Devisenbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist verboten. Die Einfuhr von Fremdwährungen ist ab einem Betrag im Gegenwert von 2.000 US$ deklarationspflichtig (Belege gut aufbewahren). Die Ausfuhr von Fremdwährungen ist bis in Höhe der bei der Einreise deklarierten Beträge, abzüglich der Umtauschbeträge, gestattet.
Hinweis: Die Einfuhr von Banknoten im Wert von 500 und 1.000 Indischen Rupien ist verboten.

Kreditkarten

MasterCard und Visa und teilweise auchAmerican Express werden in Touristengegenden wie Kathmandu, Pokhara, Chitwan und im Gebiet des Mount Everest akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Traveler Cheques werden nicht akzeptiert. 

Öffnungszeiten der Bank

I. Allg. So-Do 10.00-15.00 Uhr, Fr 10.00-13.00 Uhr. Autorisierte Wechselstuben haben 12 Stunden geöffnet.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Nepal eingeführt werden:

 

200 Zigaretten und 50 Zigarren und 20 g Tabak;

1 Flasche (bis zu 1,15 l) Spirituosen oder Wein oder 12 Dosen Bier;

Medikamente für den persönlichen Bedarf (sofern kein Einfuhrverbot besteht);

Nahrungsmittel in Dosen bis zum Wert von 5.000 NR ;

frisches Obst je bis zum Wert von 2.000 NR.

 

(a) Das gesamte Gepäck muss bei der Ein- und Ausreise deklariert werden. 

(b) Man darf nur eine begrenzte Anzahl Kameras, Videos und elektronischer Geräte einführen. Diese werden oft im Visum vermerkt.

Exportbestimmungen

Gegenstände von archäologischer oder historischer Bedeutung (älter als 100 Jahre) dürfen nicht exportiert werden. Für die Ausfuhr bestimmter Antiquitäten ist die Zustimmung des Amtes für Archäologie erforderlich.

Verbotene Exporte

Gold, Silber, Edelsteine, Wildtiere oder deren Häute, Hörner, Felle etc. sowie Drogen aller Art.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Nepal, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2014-09, 2009-07
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Nepal - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 20.03.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 20.03.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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