Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Lettland

Steckbrief

Lettland - Fakten

Ländername Republik Lettland, Latvijas Republika
Klima Gemäßigt, aber mit beträchtlichen jahreszeitlichen Temperaturschwankungen: Sommer warm. Frühling und Herbst kurz und relativ mild, Winter sehr lang (Oktober bis April) mit extremen Minusgraden (bis -30 Grad).
Beste Reisezeit Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober
Lage An der östlichen Küste der Ostsee, grenzt im Norden an Estland, im Süden an Litauen, im Osten an die Russische Föderation und im Südosten an Weißrussland.
Fläche 64.573 km2
Hauptstadt Riga (701.977 Einwohner)
Bevölkerung 1,976 Mio. Einwohner (62 Prozent Letten, 27 Prozent Russen, 11 Prozent andere)
Sprache Lettisch (alleinige Amtssprache); Russisch weit verbreitet
Religion Lutherisch, Römisch-Katholisch, Russisch-Orthodox
Nationaltag 18. November (Tag der Proklamation der Republik Lettland 1918); 4. Mai 1990 (Wiederherstellung der Unabhängigkeit der Republik Lettland)
Staats-/Regierungsform Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Raimonds Vējonis, Staatspräsident (seit 08.07.2015)
Vertreter des Staatsoberhaupts Parlamentspräsidentin Inara Murniece (seit November 2014), Nationale Allianz
Regierungschef Maris Kucinskis (seit Februar 2016), Union der Grünen und Bauern
Außenminister Edgars Rinkevics, Einheit (seit Okt. 2011)
Parlament 12. Saeima mit 100 Abgeordneten, letzte Wahl Oktober 2014, Parlamentspräsidentin: Inara Murniece, Nationale Allianz
Währung Euro seit 1. Januar 2014HinweisDieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
Zeitzone ME(S)Z+1h (OE[S]Z)
Stromnetz 220 V/ 50 Hz
Reiseadapter Nicht notwendig
Kfz-Länderkennzeichen LV
ISO-3166 LV, LVA
Internet-TLD .lv
Landesvorwahl +371
Reisepass & Visum Nicht notwendig
Geeignet für Kultur, Shopping, Outdoor, Meer, Feiern

Geographie

Lettland liegt am nordwestlichen Rand des Osteuropäischen Tieflandes. Die flache Ausgleichsküste an der Ostsee, Ebenen und die Höhenzüge des Baltischen Landrückens mit eingelagerten Seen bestimmen die Landschaft. Das Klima ist kühlgemäßigt.

Politik und Bevölkerung

Die Republik Lettland erlangte 1991 die Unabhängigkeit. Die Verfassung von 1922 trat 1993 wieder in Kraft; demnach ist Lettland eine parlamentarische Republik. Ca. 60 % der Einwohner sind Letten, rund 27 % Russen.

Geschichte

Der Handel mit Bernstein machte die Küsten Lettlands schon im 2. Jh. bekannt. Seit dem 12. Jh. prägten der Deutsche Orden und die Hanse den Raum. Nach den Deutschen, Polen und Schweden eroberte im 18. Jh. Russland das kleine Land, das 1920 unabhängig, aber 1940 erneut von der Sowjetunion annektiert wurde. Seit 2004 ist Lettland EU-Mitglied.

Lettland - Geschichte

4000 v. Chr. Indoeuropäische Stämme siedeln sich an
Um 600 Wikinger dringen auf ihren Raubzügen ins Baltikum ein
1201 Domherr Albert von Buxhoeveden gründet Rīga. Die blutige Christianisierung der baltischen Stämme beginnt
1253 Rīga wird Erzbistum der livländischen Ordensprovinz
1523 Die Reformation erreicht Livland
1621-29 Schweden erobert Teile Livlands
1700-21 Zar Peter der Große verleibt Livland dem Russischen Reich ein
1873 Erstes Liederfest. Aus der Studentenschaft „Lettonia“ wächst die Nationalbewegung
1918 Ein Volksrat ruft in Rīga die Republik Lettland aus
1939 Hitler-Stalin-Pakt: Die baltischen Staaten fallen an die Sowjetunion
1941 Die deutsche Wehrmacht besetzt das Baltikum
1944/45 Das von der Roten Armee zurückeroberte Lettland wird Sowjetrepublik. Stalin lässt 40000 lettische Intellektuelle nach Sibirien verschleppen
1982 Aus den Protesten gegen ein Wasserkraftwerk erwachsen erste antisowjetische Demonstrationen
1989 Hunderttausende Balten fordern mit einer Menschenkette von Tallinn über Rīga nach Vilnius ihre nationale Unabhängigkeit
1991 Putschversuch moskautreuer Kräfte in Rīga. Im August erklärt Lettland seine Unabhängigkeit
2004 Lettland wird EU-Mitglied
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Raiņa bulv. 13 | 1050 Rīga | Tel.67 08 51 00 | Fax 67 08 51 48 | www.riga.diplo.de

Österreichische Botschaft

Elizabetes 21 a-11 | 1010 Rīga | Tel.67 21 61 25 | Fax 67 21 44 01 | www.aussenministerium.at/riga

Schweizerisches Konsulat

Elizabetes 2 | 1340 Rīga | Tel.67 33 83 51 | Fax 67 33 83 54 | www.eda.admin.ch/riga

Notruf

Zentrale Notrufnummer Tel. 112

Internet

Es gibt eine Vielzahl gut gemachter Websites über Lettland. Touristische Informationen: www.liveriga.com | www.riga.com | www.latvia.travel | www.latvia.eu. Zu einzelnen Regionen: www.kurzeme.lv | www.vidzeme.lv. Empfehlenswert außerdem: www.traveller.lv (Urlaub auf dem Land) | www.latvia.travel/en/article/museums (Lettlands Museen im Überblick) | www.latvia.travel/en/page/accommodation (Hotels) | www.viewlatvia.com (Liveblicke) | www.ratgeber-lettland.de (nützliche Suchmaschine) | www.hostellinglatvia.com (Jugendherbergsverband) | www.ezi.lv (Outdoor /Aktivurlaub)

Internetcafés

Das WLAN-Netz in Lettland wird immer dichter. In Rīga, in allen größeren Städten und in den Touristenzentren an der Küste haben die meisten Hotels, zahlreiche Restaurants, Cafés und Tankstellen Hotspots für den drahtlosen Internetzugang; viele bieten diesen Service für ihre Gäste sogar kostenlos an. Außerdem sind alle öffentlichen Telefone in Rīga mit WLAN ausgestattet.

Internetcafés gibt es im gesamten Land, selbst in kleineren Städten –dort oftmals in der Bibliothek. In Rīga selbst nimmt die Zahl von Internetcafés inzwischen merklich ab, da die durch das nahezu Flächendeckende Netz drahtloser Web-Zugänge kaum noch lukrativ sind. Empfehlenswerte Adressen (pro Stunde etwa 1,50 Euro): Dualnet.café | Peļdu 17; Delat | Baznīcas 4 a

Post

Postkarten und Briefe nach Westeuropa kosten 20 bzw. 30 Santimi. Das Zentralpostamt (Latvijas Pasts) in Rīga liegt nahe dem Freiheitsdenkmal am | Brīvības bulv. 19 | Mo-Fr 7-22, Sa/So 8-20 Uhr, eine große Filiale am Hauptbahnhof, Stacijas laukums 1 | Mo-Fr 8-20, Sa 8-18, So 8-16 Uhr | www.pasts.lv.

Telefon & Handy

Das lettische Telefonnetz ist gerade digitalisiert worden. Eine Ortsvorwahl gibt es seitdem nicht mehr. Sämtliche Telefonnummern wurden von sieben- auf achtstellig umgestellt. Festnetznummern haben im neuen System als erste Ziffer eine 6, Handynummern (bisher meist mit 6 oder 9 beginnend) eine 2 am Anfang.

Internationale Vorwahl für Gespräche nach Lettland: 00371. Landesvorwahl aus Lettland nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Englischsprachige Telefonauskunft in Lettland: 1188 (auch www.1188.lv)

Öffentliche Kartentelefone findet man in Lettland überall. Die nötige telekarte gibt‘s an Kiosken, Tankstellen und bei der Post. Mobilfunk funktioniert problemlos, doch Telefonieren mit dem eigenen Handy ist wegen der Roaming-Gebühren sehr teuer. Günstiger ist es, sich eine lettische Prepaid-Card eines der beiden großen nationalen Netzanbieter (LMT, Tele2) zu kaufen, Dann entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Prepaid-Karten wie die von GlobalSim (www.globalsim.net) ersparen alle Roaming-Gebühren und man bekommt seine Nummer schon zu Hause. Immer günstig: SMS. Am teuersten: die Mobilbox. Besser abschalten!

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Die großen christlichen Feste stehen auch in Lettland in hoher Gunst, doch das schönste und beliebteste wurzelt im heidnischen Brauchtum: Janis, das Johannisfest zur Sommersonnenwende. Unzählige Traditionen ranken sich um das Fest der Lebensfreude, von speziellen Speisen bis zu den Līgo-Liedern, die nur am Sonnenwendfeuer gesungen werden. Männer, die Janis heißen, tragen Kränze aus Eichenlaub, Verliebte suchen in der Janisnacht die Farnblüte, es wird gesungen, gelacht und getanzt, nur eines gewiss nicht - geschlafen.

Feste und Veranstaltungen

Januar

Weltcuprennen auf der Bobrodelbahn Sigulda: Ein Highlight im wintersportbegeisterten Lettland

März

Internationaler Frauentag: kein offizieller Feiertag mehr, aber Frauen freuen sich dennoch über Blumen (8. März)

April/Mai

Dokumentarfilmfestival der Ostseeländer in Rīga (Mitte April)

Baltisches Ballettfestival in Rīga mit hochkarätigen internationalen Ensembles, www.ballet-festival.lv (Ende April)

Theaterfestival Baltischer Frühling in Rīga, größtes im Baltikum

Juni

Historischer Handwerkermarkt im Ethnografischen Freilichtmuseum bei Rīga mit Kunsthandwerkern aus dem ganzen Land (1. Wochenende im Juni)

Internationales Opernfestival in Rīga, Aufführungen von europäischem Ruf, oft mit großen Namen (Mitte Juni)

Mittelalterfestival Cēsis, populäres Spektakel mit Ritterspielen und Theater in den Ordensburgruinen (Mitte Juni)

Festival der lettischen Popmusik Mēs Liepājai in Liepāja (23. Juni)

Juli/August

Internationales Folklorefest Baltica in Rīga, alle drei Jahre im Wechsel mit Litauen und Estland

Meeresfest in Ventspils mit Neptunprozession (2. Wochenende im Juli)

Festival für Alte Musik, Klassik in drei Schlössern rings um Bauska (3. Wochenende im Juli)

Konzertreihe Rīgaer Sommer, Klassik Open Air in Rīga und Jūrmala

Open-Air-Rockfestival Liepājas Dzintars im Jūrmalas Park, Lettlands legendäres Rockkonzert (Mitte Aug.)

Allgemeines Lettisches Sängerfest: Das Volksfest schlechthin im Rīgaer Meža-Park mit mehr als 10000 Sängern und Hunderttausenden Zuschauern findet alle fünf Jahre statt (2018).

September

Internationales Filmfestival Arsenâls in Rīga, (Mitte September in geraden Jahren)

Herbstliche Tag- und Nachtgleiche: Das Fest kurz vor Michaeli ist fast ebenso beliebt wie die Sommersonnenwende, überall im Land brennen die Feuer (23. September)

Dezember

Weihnachtsmarkt in Rīga, der schönste und größte im gesamten Baltikum mit Kunsthandwerk, viel traditioneller Musik und riesigen Lichtertannen (vom 1. Advent bis kurz vor Weihnachten)

Offizielle Feiertage

1. Januar Neujahr
März/April Karfreitag, Ostermontag
1. Mai Tag der Arbeit, Tag der Konstituierung des Lettischen Parlaments
14. Juni Gedenktag für die Opfer des Stalinismus
23. Juni Līgo-Fest - Entzünden des Feuers zur Sommersonnenwende
24. Juni Johannistag
18. November Nationalfeiertag, Ausrufung der Republik von 1918
25./26. Dezember Weihnachten
31. Dezember Silvester
Mobilität vor Ort

Auto

Höchstgeschwindigkeit: Autobahn 110 km/h, Landstraße 90 km/h, innerorts 50 km/h. Viele Radarkontrollen! In Lettland muss tagsüber mit Abblendlicht gefahren werden.

Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Die lettische Ampelschaltung (Grün blinkt zehn Sekunden vor Umschalten auf Gelb) ist ein Relikt aus Sowjetzeiten, bei Gelb niemals mehr fahren!

Die lettischen Fernstraßen sind in gutem Zustand, in der Provinz gehen Nebenstrecken aber häufig in Schotterpisten über. Vielerorts werden die unbefestigten Wege mittlerweile asphaltiert. Details unter: www.balticroad.net. Moderne Tankstellen gibt's genügend und bleifreies Benzin überall (Normalbenzin: 95, Super: E 98). Pannenhilfe: Automobilklub LAMB | Tel. 8000000 oder 188 (mobil).

Öffentliche Verkehrsmittel

Hauptverkehrsmittel in Lettland ist der Bus. Jeder größere Ort hat einen Busbahnhof. Bei längeren Strecken empfiehlt es sich, die Fahrkarte mit Platzreservierung einige Tage vor der geplanten Fahrt zu ordern. Der Rīgaer Busbahnhof liegt neben dem Bahnhof (Prāgas 1 | Tel. 9000009 | tgl. 5-24 Uhr | www.autoosta.lv). Busse fahren auch im internationalen Verkehr, unter anderem nach Vilnius und Tallinn (www.eurolines.lv).

Der Stadtverkehr in Rīga ist sehr gut ausgebaut. Neben einem Netz aus acht Straßenbahn-, 39 Bus- und 23 Trolleybuslinien sind rund um die Uhr Kleinbusse als Streckentaxis (maršruta) unterwegs, die auf Bedarf halten: Fahrpreis direkt beim Fahrer oder beim Konduktors bezahlen. Rīga-Fahrplan für Bus und Tram: www.ttp.lv

Taxi

Lizenzierte Taxis haben spezielle gelbe Nummernschilder, achten Sie außerdem auf das eingestellte Taxameter. Der offzielle Taxitarif beträgt tagsüber 30 Santimi pro Kilometer, von Mitternacht bis 6 Uhr früh 40 Santimi.

Vorsicht ist vor allem in Rīga geboten, hier hört man immer wieder von unseriösen Taxifahrern und manipulierten Taxametern, auch wenn dies Ausnahmen sind. Seriöse Taxifirmen in Rīga sind Bona-Taxi (Tel. 800 50 50), Rīga-Taxi (Tel. 800 10 10), und Taksometrū Parks (Tel. 800 13 13).

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Die traditionelle lettische Küche ist bodenständig und bäuerlich, ziemlich schwer, doch herzhaft lecker und auch voller Überraschungen. Gemüsesuppen (sak-ņu zupa) von kräftig bis klar, süße Mehl- und Quarkspeisen, Milchsuppen und deftige Gerichte wie graue Erbsen mit Speck, Graupensuppe und Aufläufe aus Buchweizen (griki) und Gerste (grūbas) prägen die Speisekarte des Hausgemachten.

Fleisch gehört immer dazu, ebenso Kartoffeln. Und natürlich die Früchte der Wälder: Honig, lettisch medus, Moos- und Blaubeeren sowie Pilze, auf jede nur denkbare Art zubereitet. Gewürzt wird eher sparsam. Das lettische Nationalgewürz allerdings wird dem Gast nicht lange verborgen bleiben: Was den Litauern ihr Dill, ist den Letten ihr Kümmel. Sie verfeinern damit fast alles, ob Fisch, Fleisch, Kartoffeln oder Brot.

Typisch für die lettische Küche ist die Vorliebe fürs Säuerliche. Auch ihr Nationalgericht putra, gekochte Gerstengrütze, ist für die Letten erst komplett, wenn sie es kräftig mit Sauerrahm abgeschmeckt haben. Zu vielen Speisen wird Brot gereicht. Brot, lettisch maize, gilt wie überall im Baltikum geradezu als Heiligtum. Typisch für Lettland und sehr schmackhaft ist dunkles Roggenbrot (saldskāba maize).

Jahrhundertelang lag das Baltikum unter Fremdherrschaft, was die lettische Speisekarte bis heute mitprägt. Den Deutschen schreibt man die lettische Vorliebe für geräucherten Fisch zu. Herzhafte Wildgerichte und Sauerkraut erinnern an polnische Traditionen. Die meisten Zutaten brachte Russlands Küche ein. Zweihundert Jahre Zusammenleben prägen: Russische Nationalgerichte wie der Borschtsch sind aus der lettischen Küche nicht wegzudenken. Die Letten bereiten die berühmte Rote-Beete-Suppe gern als Kaltspeise zu, mit einem Löffel Sahne wird chalodni borschtsch zur köstlichen Erfrischung an heißen Sommertagen. Beliebt sind auch Russlands bliny, die hauchdünnen Pfannkuchen aus Buchweizenteig. Man genießt sie sowohl als Vorspeise mit Pilzen oder Kaviar als auch zum Dessert, dann mit bittersüßer Moosbeerenkonfitüre bestrichen und - Sie ahnen es - einem Klecks putukrējums, Schlagsahne, obendrauf.

Das bekannteste Genussmittel der Russen ist freilich immer noch der Wodka, und den trinkt man auch in Lettland reichlich - vom allgemein bekannten „Stolitschnaja“ bis hinauf zum fast 50 Prozent starken „Sibirskaja“. Wer es milder mag, wähle eine baltische Sorte, z.B. den litauischen „Kristalinė“-Wodka.

So klar das Wässerchen daherkommt, so abgründig dunkel schimmert Lettlands hochprozentiges Nationalgetränk: Balzāms, der legendäre schwarze Kräuterlikör, ein echter Exportschlager. Auch aromatische Honig- und Beerenschnäpse sind typisch für das Baltikum. Probieren sollte man den Allažu kimelis, einen rustikalen Kümmellikör.

Weinliebhaber indes erwarten von Lettland besser nicht zu viel. Lettland ist ein Bierland und wie die anderen beiden Ostseerepubliken auch mächtig stolz auf seine lebendige Brautradition. Hier gibt es noch viele kleine Privatbrauereien, die ein würziges, zum Teil sehr starkes Bier (alus) brauen. Außer dem Gerstensaft des Rīgaer Marktführers „Aldaris“ lohnt es sich, die Biere aus der Provinz zu probieren, vorzüglich schmecken „Cēsis“, „Līvu“ oder „Kimmel“. Vielerorts wird ein süffiges Bauernbier gebraut, doch Vorsicht: Das Zeug hat's in sich. „Prost“ heißt auf lettisch übrigens „Priekā“!

Längst hat sich neben der traditionell baltischen auch die internationale Küche etabliert, vor allem in den großen Städten, unter denen wiederum Rīga in einer eigenen Restaurantliga spielt. Ob armenisch, malaysisch, türkisch oder französisch - in Lettlands Metropole kein Problem. Auch auf der Fastfood-Seite der gastronomischen Skala muss Rīga längst keinen Vergleich mit westeuropäischen Metropolen mehr scheuen. Übrigens werden auch in vielen Cafés (kafejnica) gute Mahlzeiten serviert. Junge Leute zieht es vor allem in die quirligen Restaurantfilialen der Lido-Kette. Deren Atpūtas centrs in Rīga, das „größte Blockhaus der Welt“, ist regelrecht Kult.

Die einheimische Küche ist dennoch nicht in Gefahr unterzugehen. Viele Restaurants haben traditionelle Gerichte auf der Speisekarte. Altlettisches Hausgemachtes freilich werden Sie am ehesten in kleinen Pensionen, auf Bauernhöfen und in Privatquartieren kennen lernen. Fern der Hauptstadt fällt die gastronomische Vielfalt erheblich magerer aus. Dafür ist in der Provinz manches traditioneller geblieben. Wohl bekomms! Labu apetiti!

Einkaufen und Shoppen

Das Warenangebot in Lettland hat längst Westniveau erreicht. Von Rēzekne bis Liepāja werden Sie fast allerorten einen Supermarkt finden, in dem es alles zu kaufen gibt, was man zum Leben braucht. Discounter wie die Rimi-Kette betreiben ein dichtes Netz von Filialen. Geöffnet sind sie bis spätabends - selbst sonntags. Lediglich in dünn besiedelten Gegenden fehlt dieser Komfort. Einen Lebensmittelladen (Pārtikas veikals) gibt's aber in jedem größeren Ort.

Bernstein

An der Küste bietet sich natürlich Bernstein, das Gold der Ostsee, als Souvenir oder als Geschenk für Daheimgebliebene an. Von Ventspils bis Jūrmala haben zahllose Souvenirläden und Straßenhändler, aber auch feine Galerien Bernsteinschmuck im Angebot - mal elegant, mal superkitschig. Liepājas Bernsteinjuweliere sind bekannt für ihre modernen Arbeiten, denn die „Göttertränen“ sind in Lettland auch bei jungen Frauen sehr beliebt.

Kunsthandwerk und Souvenirs

Wer ein typisch lettisches Mitbringsel sucht, der wird in jedem Winkel des Landes etwas anderes finden. In Vidzeme etwa lebt die alte livländische Handarbeitstradition weiter. Kunstvoll bestickte Leinentischdecken und -kleider, Wollpullover, Handschuhe und Schals sind hier so typisch wie im Südosten die auf uralte Art gebrannte bäuerliche Keramik. Rīga bietet hochprozentiges Genussvolles: Schwarzen Balsam (Rīgas Melnais Balzāms), den Kräuterlikör, und die berühmte Laima-Schokolade. Wie sehr traditionelles Weben, Stricken, Schnitzen und Schmieden in Lettland noch zur Alltagskultur gehört, bestaunen Sie am besten in einem der vielen Kunsthandwerksläden, erkennbar am Schild „Daiļrade“. Noch größer ist das Angebot im Ethnografischen Freilichtmuseum in Rīga und erst recht auf dem Kunsthandwerkermarkt Gadatirgus, der dort alljährlich am ersten Juniwochenende stattfindet.

Märkte

Eine Welt für sich sind die Märkte (Tirgus). Die sollten Sie unbedingt besuchen. Nicht nur des üppigen Angebots wegen: Von Gemüse, Pilzen und Honig bis hin zu leckerem Gebäck gibt's einfach alles. Auf den Märkten schlägt der Puls des lettischen Alltagslebens. Und viele der Menschen, die hier Obst verkaufen, haben die Einnahmen allemal nötiger als die Handelsriesen mit ihren Megaeinkaufszentren. Im Range einer echten Sehenswürdigkeit steht der Rīgaer Zentralmarkt in den einstigen Zeppelinhallen am Bahnhof, einer der größten Märkte in Europa mit einem riesigen Angebot und einzigartigem Flair.

Rīga

„Es gibt Lettland und es gibt Rīga“ - dieser im ganzen Land populäre Spruch gilt auch und besonders für das Thema Einkaufen. Da spielt die Hauptstadt sozusagen in ihrer eigenen Liga: Die Rīgaer City ist eine einzige große Shopping-Meile. Vor allem in der historischen Altstadt reiht sich eine Boutique an die andere, so edel wie teuer und jedem europäischen Vergleich standhaltend. Besonders feine Läden haben sich in der Torņa angesiedelt, internationale und lettische Labels der Modeszene residieren in der Elizabetes. Zum trendigen Einkaufsviertel für Designermode, Schmuck und teure Düfte mausert sich auch die neustädtische Tērbatas mit ihren Nebenstraßen. Krönung eines Rīgaer Shopping-Bummels: die schicken Passagen des Berga Bazārs. Modeläden, Cafés, Restaurants und Spezialitätengeschäfte residieren rings um das exklusive Boutiquehotel Bergs in den Höfen und Arkaden eines stilvoll restaurierten gründerzeitlichen Einkaufszentrums. Ein Tipp vor einer Fahrt durch das Land: die geografische Buchhandlung Jāna sēta in Rīga (Elizabetes 83-85 | www.kartes.lv). Hier führt man das beste Angebot an Lettland-Landkarten und -Stadtplänen bis hin zu detaillierten Wanderkarten für die Nationalparks.

Öffnungszeiten

Ein Ladenschlussgesetz gibt's in Lettland nicht. Geschäfte sind in der Regel Mo-Fr 10-19, Sa bis 17 Uhr geöffnet, Supermärkte tgl. 8-22, oft gar bis 24 Uhr. Postämter und Banken Mo-Fr 8 (9)-17 Uhr, Wechselstuben tgl. 10-20 Uhr. Gaststätten öffnen in aller Regel tgl., meist um 10 oder 11 Uhr. Feierabend ist in Cafés um 22 Uhr, in Restaurants um 23 Uhr. In Rīga allerdings sind viele Kneipen bis 2 oder 3 Uhr nachts geöffnet.

Tickets

Rīga-Card

Mit der Rīga-Card kann man ordentlich sparen: Sie gewährt freien Eintritt zu den meisten Museen und vielen Sehenswürdigkeiten sowie das kostenlose Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel. Im Preis enthalten ist auch die aktuelle Nummer des Stadtführers Rīga In Your Pocket. Zahlreiche Restaurants, Cafés und Geschäfte geben Rabatt. Die Rīga-Card gibt‘s für einen bis drei Tage (10-18 Euro) in den Touristeninformationen, Reisebüros und vielen Hotels.

Spezialitäten

Buberts Lettlands „Manna“: cremiger, kalt servierter Weizenpudding
Cukas ar skabiem kapostiem Eisbein mit Sauerkraut, unverkennbar eine Hinterlassenschaft deutscher Küchentradition und auch in Lettland sehr beliebt
Janu siers Johanniskäse. Der mit Kümmel gewürzte Hüttenkäse wird nur zum Sonnenwendfest gegessen.
Kringels traditionelles süßes Mandelgebäck in Brezelform
Krupnikas würziger Honiglikör, mit Kümmel, Nelken und Ingwer verfeinert
Ligsdinas lettisches Nationalgericht. Mit hart gekochten Eiern, Pilzpüree oder anderen kalorienreichen Überraschungen gefüllte Frikadellen. Dazu gibt's Kartoffeln, eine Bouillon und natürlich einen Klecks Sauerrahm oder Sahne.
Melnais Balzāms Lettlands hochprozentiger schwarzer Kräuterlikör soll einst als Medizin erfunden worden sein
Negis sieht aus wie ein kleiner Aal, ist aber ein Flussneunauge und eine baltische Delikatesse, grätenfrei und sehr schmackhaft. Wird auf viele Arten zubereitet
Piragi gebackene, gefüllte Teigtaschen, Russland lässt grüßen. Piroggen gibt's meist mit Hackfleisch, aber auch mit Pilzen, Fisch, Kartoffelpüree, gekochtem Ei, Kräuterquark oder Kohl gefüllt.
Putra gekochte, mit saurer Sahne, mancherorts auch mit Milch verrührte Gerstengrütze. Dazu gibt es Kartoffeln und gern Fisch. Klassiker der lettischen Küche
Rasols Kartoffelsalat mit Roter Beete und Äpfeln
Saldejums Lettlands berühmtes Speiseeis. Die mit Zimt, Nüssen, Blaubeeren, Honig, Karamell und Schokoladensauce veredelten Kreationen sind eine Welt für sich.
Senu zupa traditionelle baltische Pilzsuppe, gibt's in vielen Variationen
Skabu kapostu zupa Sauerkrautsuppe mit Tomaten, Zwiebeln und Schinken
Stichworte

Ballettland Lettland

Ein Rīgaer hat mit seiner Präzision, Leichtigkeit und Eleganz eine ganze Generation von Tänzern geprägt: Michail Baryschnikow, 1948 in der lettischen Hauptstadt geboren und einer der berühmtesten Balletttänzer der Welt. Mitte der 1970er-Jahre ging er in die USA, um am New York City Ballet zu tanzen. Eine Rückkehr in seine Heimat war fortan tabu, erst nach der Unabhängigkeit Lettlands 1991 konnte „Mischa“ Baryschnikow als umjubelter Star zurückkehren nach Rīga. Lettland ist Ballettland. Die Aufführungen lettischer Choreografen waren in der gesamten Sowjetunion berühmt. Inzwischen lockt das jährliche Baltische Ballettfestival in Rīga auch viele Besucher aus Westeuropa an.

Deutschbalten

„Auf Nimmerwiedersehen“ soll der damalige lettische Präsident Karlis Ulmanis den 52000 Deutschbalten nachgerufen haben, als sie 1939 auf Hitlers Befehl „heim ins Reich“ geholt wurden. 60 Jahre später lud sein Großneffe Guntis Ulmanis, nun Präsident der wieder unabhängigen Republik, sie ausdrücklich ein, die Heimat ihrer Väter nicht zu vergessen. Seit Lettland wieder frei ist, hat sich das Verhältnis zu den einstigen Herren entspannt.

Die Bezeichnung Deutschbalten bildete sich im 19. Jh. für die seit dem Mittelalter herrschende Oberschicht aus Adligen, Kaufleuten, Geistlichen, Gelehrten und Handwerkern. Lettlands Großgrundbesitz gehörte fast ausschließlich Deutschen. Das alles ist Geschichte. Heute reisen Jahr für Jahr wieder Tausende Deutschbalten in die alte Heimat. Viele bringen sich im 1992 gemeinsam mit Letten gegründeten Verein „Domus Rīgensis“ auch in den kulturellen Dialog ein. Denn die Deutschen stehen in der lettischen Geschichte nicht nur für Fremdherrschaft, sondern auch für die Einbindung in den europäischen Kulturkreis. Johann Gottfried Herder predigte im Rīgaer Dom und Gelehrte wie der Nobelpreisträger Karl-Ernst von Baer prägten das akademische Leben im gesamten Ostseeraum.

Flora und Fauna

Mit rund 15000 Pflanzen- und 13000 Tierarten zählt die Flora und Fauna des Landes zu den reichsten Europas. Dichte Wälder und ausgedehnte Moore bieten Lebensraum für Elche, Luchse und viele Wolfsrudel. Ornithologen haben an die 350 Vogelarten nachgewiesen, darunter Seltenheiten wie Regenbrachvogel, Birkhuhn, Baumfalken und Schlangenadler. Fast tausend Paare der extrem scheuen Schwarzstörche nisten in Lettland.

Die Seenplatte beherbergt die größte Fischotterpopulation Europas. Am Papes-See, einem Nadelöhr der eurasischen Zugvogelroute, ziehen im Herbst Millionen Vögel und - ein einzigartiges Phänomen - Zehntausende Fledermäuse durch. Einige ausgestorbene Tierarten wurden erfolgreich wieder angesiedelt, so Biber, Wisente und Wildpferde.

Jugendstil

Feenhafte Frauengestalten flechten Girlanden um Fenstergesimse, Medusenhäupter und Dämonen blicken von Erkern zur Straße herab, wo Sphinxe die Haustür bewachen: Viele Fassaden nordöstlich der Altstadt Rīgas schäumen über vor Lebenslust und operettenhafter Phantasie. Lettlands Hauptstadt zählt zu den Hochburgen des europäischen Jugendstils, der hier Anfang des 20. Jhs. so heftig aufblühte, dass ein Drittel aller Häuser im Stadtzentrum davon geprägt wurden. Der Wirtschaftsaufschwung hatte einen Bauboom in Gang gesetzt, der Lettlands junger Architektenzunft Flügel verlieh. Sie entwickelten den art nouveau für sich weiter, mischten typische lineare Ornamentik mit barocken und antiken Motiven. Berühmtester Vertreter dieser Schule war Michail Eisenstein, der in Rīga 20 Häuser schuf und dem lettischen Jugendstil damit Denkmäler atemberaubender Schönheit setzte. Die schönsten Häuser sehen Sie in der Elisabetes, der Alberta und der Strēlnieku.

Luther, Papst, Zwiebelturm

Lettland steht in langer protestantischer Tradition, schon 1523 erreichte die Reformation Rīga und setzte sich schnell durch. Nach der religionsfeindlichen Sowjetära bekennt sich das Land wieder offen zu seinen lutherischen Wurzeln, es gibt etwa 300 Kirchengemeinden. Doch die Zeiten der großen Volkskirche sind auch in Lettland vorbei, die Gottesdienste schlecht besucht - von der alten Provinz Latgale im entlegenen Südosten des Landes abgesehen. Latgale lag lange unter der Herrschaft Polens und blieb bis heute römisch-katholisch geprägt. Die Russen brachten ihre Ikonen und Zwiebelturmkirchen mit ins Baltikum, die orthodoxe Kirche ist heute die drittgrößte Religionsgemeinschaft in Lettland.

Minderheiten

Nur knapp 60 Prozent der etwa 2,32 Mio. Einwohner Lettlands sind Letten. Die Russen stellen mit einem Drittel die größte ethnische Minderheit - ein demografisches Erbe der Sowjetunion, das die Gesellschaft noch längst nicht verkraftet hat. Außerdem leben in Lettland Weißrussen, Ukrainer, Litauer und Polen, insgesamt etwa zwölf Prozent. In sechs der sieben größten Städte des Landes sind die Letten in der Minderheit. Nach der Unabhängigkeit entlud sich ihre Angst, im eigenen Land zu Fremden zu werden, in ethnischen Spannungen und diskriminierend scharfen Einbürgerungsgesetzen. Die wurden inzwischen liberalisiert - auch auf Druck Brüssels. Für ehemalige KGB-Spitzel allerdings ist der lettische Pass tabu.

Rot-Weiß-Rot

Die Letten sind sehr patriotisch. Die Hoheitszeichen ihrer Republik gelten geradezu als heilig, und das Rot-Weiß-Rot der Landesflagge ist an Feiertagen allgegenwärtig. Ihren Ursprung hat die Flagge in der Studentenschaft „Lettonia“, die um 1870 unter der rot-weiß-roten Fahne zum nationalen Erwachen aufrief. Doch schon im 13. Jh. erwähnt die mittelhochdeutsche Bergmannchronik zum ersten Mal ein „rot barnier, mit wize durch gezniten“. Gemeint war das Heeresbanner der livischen Krieger.

Singende Sprache

Die lettische Sprache zählt zum baltischen Zweig der indogermanischen Sprachen und ist nicht mit den slawischen Sprachen verwandt. In den alten Idiomen der Heidenstämme wurzelnd, haben sich mehrere Dialekte erhalten, von denen vor allem das im Osten des Landes gesprochene Latgalisch so viele eigene Worte kennt, dass es viele Letten aus anderen Landesteilen nicht verstehen. Charakteristisch für die lettische Sprache ist das „s“ an den Endungen männlicher Namen und Bezeichnungen und die Betonung auf der ersten Silbe, die zusammen mit deutlich unterschiedenen kurzen und gedehnten Vokalen ihren typisch singenden Klang erzeugt.

Volk der Lieder

Letten sind geborene Sänger. In den Dainas, sowohl sing- als auch sprechbaren, meist vierzeiligen Bauernliedern, spiegeln sich der Lebenszyklus und die Seele des lettischen Volkes. Besungen wird alles: Hochzeiten und Kindstaufen, Liebe und Tod, das ländliche Arbeitsleben, die Natur und zahllose Episoden der baltischen Mythologie. 2,5 Mio. Dainas liegen im Folklorearchiv in Rīga. Begründet wurde dieser einzigartige Kulturschatz von Krišjānis Barons (1835-1923). Der „Vater der Dainas“ bereiste alle Provinzen, befragte seine Landsleute und sammelte so an die 36000 Lieder in 182000 Versionen. Ihre Wurzeln reichen bis ins 11. Jh. zurück. Von Generation zu Generation weitergegeben, lebte in den Strophen das eigene Volkstum weiter, bis schließlich im 19. Jh. die Bewegung des nationalen Erwachens aus den Dainas erwuchs.

Wirtschaft auf Westkurs

Wirtschaftlich zählt Lettland zu den Musterknaben der neuen EU-Mitglieder. Konsequent, manche sagen radikal, zogen die Letten den Kurswechsel durch - weg vom kollabierten Plandirigismus hin zur Marktwirtschaft. 98 Prozent der Unternehmen sind privatisiert, die Dienstleistungsbranche erwirtschaftet drei Viertel des Bruttoinlandsprodukts. Lettland wickelt 68 Prozent des Handels mit der EU ab.

Das Land ist rohstoffarm. Hoffnungen setzt man in die Holzverarbeitung. Lettland besitzt zudem die größte Fischereiflotte der drei Ostseerepubliken. Seit die postsowjetischen Krisen überwunden sind, verbessert sich der Lebensstandard stetig, das Durchschnittseinkommen liegt derzeit bei monatlich 450 Euro. Doch auch in Lettland hat das turbokapitalistische Wirtschaftwunder einige wenige schnell reich werden lassen, während große Teile der Bevölkerung finanziell kaum über die Runden kommen. Das soziale Gefälle ist nach wie vor krass, vor allem zwischen Stadt und Land: In den Dörfern leben viele Letten in Armut. Die Arbeitslosigkeit, offiziell bei sieben Prozent, ist dort vier- bis fünfmal so hoch.

Bloss nicht!

Orthodoxe Einkehr stören

In Lettland stehen viele russisch-orthodoxe Kirchen, die zu besichtigen sich wegen der prachtvollen Ausstattung und Ikonen lohnt. Doch die Gotteshäuser sind keine Museen, sondern Orte gelebten Glaubens. Die Orthodoxie lehnt viele Segnungen des modernen Lebens strikt ab, ihre in sich gekehrte Religiosität ist keine Folklore. Denken Sie bitte daran, wenn Sie eine Ostkirche betreten. Mit Fotoapparat und Videokamera sollten Sie sensibel umgehen. Und, eigentlich selbstverständlich: Handys aus.

Blumen vergessen

Blumen werden in Lettland zu jeder denkbaren Gelegenheit verschenkt. Letten sind wahre Blumenkinder, und es gibt wohl nicht viele Städte in Europa, die so üppige und rund um die Uhr geöffnete Blumenmärkte bieten wie Rīga. Also, sollten Sie eingeladen sein: Denken Sie an einen Strauß, das kommt gut an. Nur bitte nicht in gerader Zahl, das gilt als Zeichen der Trauer.

Ehrenwachen veralbern

Das Freiheitsdenkmal auf dem Brīvības bulvāris in Rīga ist Symbol des lettischen Nationalstolzes und des Kampfes um die Unabhängigkeit. Es kommt nicht gut an, wenn sich Fremde über das Zeremoniell der stündlich wechselnden Ehrenwachen lustig machen. Lassen Sie es nicht darauf ankommen. Die Ordnungskräfte verstehen da keinen Spaß!

Mückenschutz vergessen

Wohin Sie auch kommen in Lettlands schöner Natur - die kleinen Plagegeister sind schon da. Oft in wahren Unmengen. Vor allem in Moorlandschaften, an der idyllischen Seenplatte der Latgale und in Wäldern gibt‘s Mücken hoch drei. Dagegen hilft nur: sich gut einsprühen und möglichst wenig Haut zeigen. Sonst ist die Naturwanderung schnell zu Ende!

Wälder ohne Karte erwandern

Lettlands Natur verlockt zu Wanderungen, aber unterschätzen Sie die Größe der Wälder nicht: Schnell verlieren selbst Outdoor-Spezialisten in den wegelosen Forsten die Orientierung. v.a. in den dünn besiedelten Regionen Kurzemes und Latgales kann es eine Weile dauern, bis Sie einem Menschen begegnen. Die Wölfe und Luchse sind da noch das kleinste Problem. Die Tiere sind so scheu, dass man sie kaum je zu Gesicht bekommt. Also: eine gute Karte oder einen fachkundigen Führer mitnehmen.

Bahn fahren

Die Eisenbahn ist in Lettland auf dem Rückzug. Es gibt nur wenige Strecken zwischen Rīga und größeren Städten, auf denen zwei-, dreimal am Tag Züge fahren. Querverbindungen fehlen fast ganz oder sind stillgelegt worden. Die meisten Letten nehmen lieber den Bus. Das ist zwar etwas teurer, doch viel schneller und bequemer. Busse fahren in Lettland fast überall hin.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Kriminalität

An touristisch frequentierten Plätzen und insbesondere in der Nähe des Rigaer Hauptbahnhofs ist auf Kleinkriminalität (insbesondere Taschendiebstähle) zu achten.
Lassen Sie Ihr Gepäck niemals unbeaufsichtigt. Bewahren Sie Geld und Pass getrennt voneinander auf. Rucksäcke und Handtaschen machen es Taschendieben besonders einfach. Fertigen Sie eine Kopie aller Dokumente und Karten und eine Liste von Rufnummern zur Kartensperrung an und bewahren Sie diese getrennt von den Wertgegenständen auf.

In Rigaer Nachtclubs und Bars kann es zu unlauteren Geschäftspraktiken (z. B. Zahlung überhöhter Preise, Kreditkartenbetrug) kommen. Auch Kreditkartenmissbrauch kommt in verschiedenen Lokalitäten vor, so dass eine genaue Preis- und Rechnungsprüfung und evtl. Barzahlung empfehlenswert erscheinen, wie auch die Aufbewahrung von Zahlungsbelegen. Vertrauenswürdige Bars sind durch ein Gütesiegel des Rigaer Tourismusverbandes als "tourist-friendly" gekennzeichnet.
Besondere Vorsicht gilt auch bei spontanen Aufforderungen von Fremden zum gemeinsamen Besuch von Bars und Diskotheken und bei Getränken (Einsatz von Betäubungsmitteln).

Auch bei Taxifahrten kam es in der Vergangenheit in einigen Fällen zu überhöhten Rechnungen, es sollten nur offizielle Taxis mit beleuchtetem Schild, gelben Kennzeichen (beginnend mit TX oder TQ) genutzt und auf die Benutzung von Taxametern geachtet werden.

Bei Reisen mit Kraftfahrzeugen sollten angesichts einiger Diebstähle möglichst nur bewachte Parkplätze benutzt und keine Wertsachen/Papiere/Gepäckstücke im Auto zurückgelassen werden.

Die Rigaer Polizei hat neben der einheitlichen Nutrufnummer 112 für Touristen in Not oder Schwierigkeiten eine englischsprachige Hotline eingerichtet: +371 67 18 18 18.
Die lettische Tourismusagentur bietet für Touristen darüber hinaus eine 24-Stunden-Hotline für Notfälle und allgemeine Auskünfte an (zum Teil auch in deutscher Sprache): 11 88.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Reisen im Land

Viele Letten, insbesondere die im Hotel- und Gaststättengewerbe und im Handel tätigen, besitzen gute Kenntnisse der englischen, oft auch der deutschen Sprache. Die touristische Infrastruktur ist insbesondere in Riga sehr gut ausgebaut und auf dem Lande meist einfach, aber zufriedenstellend.
Es steht ein guter öffentlicher Nahverkehr in Riga zur Verfügung.

Straßenverkehr

Die Zahl der Verkehrstoten in Lettland ist hoch. Entsprechende Vorsicht ist geboten.
Straßen sind oft in einem schlechten Zustand, Nebenstrecken teilweise noch unbefestigt.
Vom 1. Dezember bis 31. März gilt in Lettland Winterreifenpflicht.
Es ist ganzjährig auch tagsüber vorgeschrieben, mit Abblendlicht zu fahren.
In Lettland gilt die 0,5-Promillegrenze, für Personen, die den Führerschein noch keine zwei Jahre besitzen, gilt 0,2 Promille. Es finden strenge Kontrollen statt.

Bei Unfällen mit Beteiligung eines lettischen Pkw, für den keine Haftpflichtversicherung abgeschlossen wurde, kann die Agentur für Kfz-Versicherungen (Motor Insurers' Bureau of Latvia, Lomonosova iela 9, LV-1019 Riga, Tel. +371 67114300, E-Mail: ltab@ltab.lv) in Zusammenarbeit mit örtlichen Versicherungsgesellschaften bei der Erstattung des entstandenen Schadens behilflich sein.

Führerscheine

Der -Führerschein wird in Lettland anerkannt. Auch ältere Führerscheine werden anerkannt.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

Vorläufiger Personalausweis: Ja

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: -

Passpflicht

Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, bei Grenzübertritten ein gültiges Ausweispapier mit sich zu führen. Selbst wenn regelmäßige Grenzkontrollen nicht mehr stattfinden, können weiterhin sowohl Polizei als auch Grenzschutzbeamte das Vorzeigen eines Ausweisdokumentes fordern. Sollten während Ihres Aufenthaltes in Lettland Ihre Ausweispapiere verloren gegangen oder gestohlen worden sein, wird daher dringend empfohlen, sich in der deutschen Botschaft in Riga einen Reiseausweis als Passersatz zur Rückreise ausstellen zu lassen.

Einreise mit dem

Pkw

Bei der Einreise mit dem Pkw sind neben dem Führerschein in der Regel auch die Fahrzeugpapiere vorzuweisen; die Mitnahme der grünen Versicherungskarte wird empfohlen, um ggf. den bestehenden Versicherungsschutz des Pkw nachweisen zu können.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Lettland ist Mitgliedstaat des Washingtoner Artenschutzabkommens. Von der Einfuhr von bestimmten Wildtier- und Wildpflanzenarten sowie von daraus gewonnenen Produkten ist daher abzusehen.

Die zollrechtlichen Vorschriften für Reisende lehnen sich weitgehend an die in vielen europäischen Staaten üblichen Regelungen an.

Die Ausfuhr von künstlerisch oder historisch bedeutsamen, vor 1947 geschaffenen Objekten unterliegt Beschränkungen. Eventuell müssen Sie eine Ausfuhrgenehmigung beantragen, die Sie von der Staatlichen Inspektion zum Schutz der Kulturdenkmäler (Pils iela 20, Riga, Tel.: +371 67229272, www.mantojums.lv) erhalten können.

Aus einem anderen -Mitgliedstaat können zum persönlichen Verbrauch im Rahmen einer Besuchs- und Geschäftsreise folgende Waren abgabefrei mitgeführt werden:

- 800 Zigaretten
- 400 Zigarillos
- 200 Zigarren
- 1 kg Tabak
- 10 l hochprozentiger Alkohol
- 20 l mit Alkohol angereicherter Wein (z.B. Port, Sherry u.ä.)
- 90 l Wein (davon höchstens 60l Schaumwein)
- 110 l Bier

Genauere Informationen über die lettischen Zollvorschriften erhalten Sie in englischer Sprache unter https://www.vid.gov.lv/en/travelling-within-european-union.

Bei der Einfuhr von Haustieren ist die neue -Verordnung (Verordnung 576/2013) zu beachten. Danach müssen Heimtiere zur eindeutigen Identifikation tätowiert oder elektronisch gekennzeichnet sein. Bei der Einreise ist ferner ein internationaler Impfpass für Ihr Haustier mitzuführen. Eine Tollwutimpfung ist vorgeschrieben.

Alle Arten von Waffen unterliegen der Anzeigepflicht bei Einreise. Die Vorlage entsprechender Waffentragegenehmigungen ist erforderlich.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Der Besitz jeglicher Drogen ist in Lettland nicht erlaubt und wird strafrechtlich mit vergleichsweise hohen Strafen geahndet.

In Lettland gilt die 0,5 Promillegrenze. Fahren unter Alkoholeinfluss wird strafrechtlich sehr streng mit hohen Strafen bis zum Entzug des Führerscheins und Ordnungshaft geahndet.

Das Trinken von Alkohol auf offener Straße ist verboten. Ausnahme hiervon bildet lediglich der Ausschank alkoholischer Getränke in Straßencafés etc.

Impfschutz

Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich jeder Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe www.rki.de).
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen für eine Reise nach Lettland wird die Impfung gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt und besonderer Exposition auch gegen FSME, Hepatitis B und ggfs. Tollwut empfohlen.

HIV / AIDS

Etwa 1% der 15 bis 49 Jährigen sind HIV-psitiv (Quelle: UNAIDS 2016).

Zeckenübertragene Krankheiten

Landesweit kommt es von April bis Oktober zur Übertragung der durch Zecken hervorgerufenen Erkrankungen Frühsommer Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. Beide werden in den letzten Jahren zunehmend diagnostiziert. Es wird empfohlen, den Körper nach Aufenthalten im Freien im o.e. Zeitraum sorgfältig nach Zecken abzusuchen und diese so rasch wie möglich zu entfernen. Für weitere Empfehlungen zu möglicherweise notwendigen Behandlungen ist ein Arzt aufzusuchen.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist gewährleistet und entspricht zunehmend einem europäischen Standard.

Krankenversicherung

Bei einem Unfall oder einer akuten Erkrankung besteht in Lettland für alle Personen, die in Deutschland gesetzlich versichert sind, ein Anspruch auf ärztliche Behandlung. Als Nachweis ist die von Ihrer Krankenkasse ausgestellte europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) vorzulegen.
Unabhängig davon wird dringend empfohlen, für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslands-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen werden (z. B. notwendiger Rücktransport nach Deutschland im Krankheitsfall, Behandlung bei Privatärzten, in Privatkliniken oder bei Zahnärzten).
Weitere Einzelheiten enthält die Webseite der Deutschen Verbindungsstelle für Krankenversicherung Ausland unter www.dvka.de. Ansonsten erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse Auskünfte über die aktuellen Regelungen.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis.

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von dem individuellen Verhältnissen der Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinische Versorgung entspricht nicht deutschem Standard. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger. EHIC-Inhaber wenden sich im Krankheitsfall direkt an einen Allgemeinmediziner, der Vertragsarzt der lettischen Krankenversicherung (Veselibas obligatas apdrosinasanas valsts agentura - VOAVA) ist. Informationen zu Vertragsärzten sind in Lettland unter der gebührenfreien Service-Nummer 800 12 34 erhältlich.

In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken - -
Malaria Nein -
Typhus & Polio Nein -
Cholera Nein -
Gelbfieber Nein -

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Lettland ist das einzige EU-Land, in dem Diphtherie endemisch ist. Impfschutz ist möglich und empfehlenswert.

Landesweit besteht das Übertragungsrisiko von Borreliose durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Hauptübertragungszeit ist April bis Oktober. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird von April bis Oktober durch Zecken übertragen. Sie kommen insbesondere in ländlichen Gebieten um Riga vor. In einzelnen Fällen wurde eine Übertragung von FSME-Viren durch unpasteurisierte Schafs- und Ziegenmilch gemeldet. Eine Impfung ist möglich.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

HIV/Aids ist eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Tollwut kommt gebietweise vor. Hauptüberträger sind streunende Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Tuberkulose kommt landesweit vor. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion. Bei besonderer Exposition sollte eine Impfung in Erwägung gezogen werden.

Reisewarnung

Überblick

Lettland

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 16.02.2017
Unverändert gültig seit: 13.02.2017

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Für Lettland besteht derzeit kein landesspezifischer Sicherheitshinweis.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Türkei Ja 2 Ja -
Andere EU-Länder Ja/1 Nein Nein Ja/1
Schweiz Ja/1 Nein Nein Ja/1
Österreich Ja/1 Nein Nein Ja/1
Deutschland Ja/1 Nein Nein Ja/1

Personalausweise/Identitätskarten

[1] U. a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können mit gültigem Personalausweis/Identitätskarte einreisen:

EU-Länder und Schweiz.

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 3 Monate über das Visum / den Aufenthalt hinaus gültig sein. Reisepässe von EU-Bürgern müssen während des Aufenthalts gültig sein.
 

Anmerkung zum Reisepass

Lettland ist Unterzeichner und Anwender der EU-Rechtsakte (Schengener Abkommen). Innerhalb des Schengenraums bestehen für Reisende an der Grenze keine Ausweiskontrollen mehr. Sie sind jedoch verpflichtet, ein gültiges Ausweispapier mitzuführen.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen innerhalb eines Halbjahres:

(a) EU-Länder und Schweiz.
(b) [2] Türkische Staatsangehörige, die eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Schengen-Land oder Monaco besitzen.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass oder Personalausweis.

Österreicher: Personalausweis oder eigener Reisepass.

Schweizer: Identitätskarte oder eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Achtung: Alleinreisende Minderjährige sollten eine beglaubigte Reiseerlaubnis der nicht anwesenden Eltern / Elternteile bzw. Erziehungsberechtigten mit sich führen. Plant ein alleinreisender Minderjähriger dauerthaft in Lettland zu verbleiben, muss er eine beglaubigte Reiseerlaubnis der nicht anwesenden Eltern / Elternteile bzw. Erziehungsberechtigten bei der Einreise vorlegen. 

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und aus nicht tollwutfreien Drittstaaten benötigen einen EU-Heimtierausweis (pet pass) bzw. einen nationalen Heimtierausweis, der nur von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt werden kann, und müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass bei dem Tier eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Die Einfuhr ist auf 5 Tiere beschränkt. Heimtiere unter 4 Monate sind von der Impfpflicht gegen Tollwut ausgenommen. 

 

Für Hunde, Katzen und Frettchen sowie für Vögel und Kleintiere aus nicht tollwutfreien Drittstaaten gilt die folgende zusätzliche Vorschrift:

Für jedes Tier wird ein Gesundheitszeugnis benötigt. Für den Eintritt in das EU-Gebiet muss bei den Haustieren 3 Monate vor der Einreise eine Untersuchung auf Anwesenheit von vakzinalen Antikörpern durchgeführt werden. Ausnahme: Die 3-Monatsfrist gilt nicht für Heimtiere aus dessen EU-Heimtierausweis hervorgeht, dass die Blutentnahme durchgeführt wurde bevor dieses Tier das Gebiet der Gemeinschaft verlassen hat und dass bei der Blutanalyse genügend Antikörper auf Tollwut nachgewiesen worden sind.

 

Für Hunde, Katzen und Frettchen aus tollwutfreien Drittstaaten (z.B. Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikanstadt) kann ebenfalls der Heimtierausweis, der eine gültige Tollwutimpfung bestätigt, für die Einfuhr benutzt werden.

 

Weitere Informationen erteilt das lettische Landwirtschaftsministerium.

 

 

Bearbeitungsdauer

Kurzfristiger Aufenthalt: Zwischen 2 und 10 Arbeitstagen.
Längerfristiger Aufenthalt: Mehrere Monate.

Gültigkeit

Einreisevisum: 90 Tage. Transitvisum: 5 Tage.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die aus einem Nicht-Schengen-Land mit dem nächsten Anschluss in ein anderes Nicht-Schengen-Land weiterfliegen, den Transitraum nicht verlassen und über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen, benötigen kein Transitvisum. Diese Regelung gilt nicht für Staatsbürger einiger Länder. Nähere Auskünfte erteilen die zuständigen diplomatischen Vertretungen.

Bei Einreise auf dem Landweg über Russland oder Belarus wird ein Transitvisum für Russland bzw. Belarus benötigt.

Visaarten und Kosten

Kurzzeit-/Langzeit- und Transitvisum/Flughafentransitvisum.

Kosten

Anfragen an die Konsularabteilung der Botschaft.

Schengen-Visum: 60 €.

Antrag erforderlich

Je nach Nationalität, Grund und Dauer des Aufenthalts unterschiedlich. Nähere Angaben erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen.

Schengen-Visum:
(a) Reisedokument (z. B. Reisepass), das mindestens 3 Monate über die Visumgültigkeit hinaus gültig ist und innerhalb der letzten 10 Jahre ausgestellt wurde, sowie Kopien der ersten vier Seiten des Reisepasses.

(b) Ggf. alle Dokumente im Original, die den Zweck (z. B. Einladung von Privatpersonen oder Firmen, ärztliches Attest und Terminvereinbarung beim behandelnden Arzt oder in einem Krankenhaus) und die Bedingungen des geplanten Aufenthalts (z. B. Hotelreservierung) rechtfertigen.

(c) Dokumente, die beweisen, dass der (eingeladene) Ausländer über ausreichende Mittel zur Bestreitung der Kosten für Aufenthalt und Rückreise sowie für eventuelle Kosten für seine ärztliche Versorgung verfügt, ggf. in Form einer Kostenübernahmeverpflichtung.

(d) Dokument, das beweist, dass der Ausländer auf individueller oder kollektiver Grundlage Inhaber einer die Kosten für die Rückführung aus ärztlichen Gründen, die dringende ärztliche Behandlung und/oder Krankenhausversorgung deckenden gültigen Auslandsreisekrankenversicherung ist. Grundsätzlich muss der Antragsteller eine Versicherung im Wohnsitzstaat abschließen. Wenn der Gastgeber eine Versicherung für den Antragsteller abschließt, so muss er dies im eigenen Wohnsitzstaat tun. Die abgeschlossene Versicherung muss für das gesamte Gebiet der Schengen-Staaten und für die ganze Dauer des Aufenthalts gelten. Die Versicherung muss eine minimale Deckung von 30.000 € aufweisen.

(e) Visumgebühr.

(f) 2 biometrische Passfotos.

(g) 1 ausgefülltes Antragsformular.

Geld

Geldwechsel

Wechselstuben (Valutas maiņa) sind in jeder Stadt zu finden. Die Gebühren für Geldwechsel variieren stark, daher ist zu empfehlen vor dem Wechsel die anfallende Gebühr zu erfragen.

Währung

1 Euro = 100 Cents. Währungskürzel: €, EUR (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro, Münzen in den Nennbeträgen 1 und 2 Euro, sowie 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cents.  

Devisenbestimmungen

Für Reisende innerhalb und von außerhalb der EU bestehen keine Beschränkungen für die Einfuhr oder Ausfuhr von Landes- und Fremdwährungen, aber es besteht Deklarationspflicht von Barmitteln ab einem Gegenwert von 10.000 € (auch Reiseschecks, anderen Währungen oder auf Dritte ausgestellte Schecks).

Kreditkarten

MasterCard, Visa, American Express, JCB und Diners Club werden von vielen Hotels und Tankstellen der größeren Städte angenommen. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte. An den zahlreich vorhandenen Geldautomaten in allen kleineren und größeren Städten kann häufig auch mit der Kreditkarte in PIN-Nummer Geld abgehoben werden.

Reiseschecks

Werden, sofern auf Euro und US$ ausgestellt, in Banken und größeren Wechselstuben, seltener in Hotels angenommen. Teilweise werden jedoch hohe Gebühren einbehalten. 

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 09.00-17.00 Uhr; manche Banken auch Sa 09.00-12.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können (bei Einreise aus Nicht-EU-Ländern) zollfrei nach Lettland eingeführt werden:

Bei Einreise mit dem Flugzeug: 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak (Personen ab 18 J.);
Bei Einreise über Land oder mit dem Schiff: 40 Zigaretten oder 20 Zigarillos oder 10 Zigarren oder 50 g Tabak (Personen ab 18 J.);
 
1 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt über 22% oder 2 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22% oder Schaumwein (Personen ab 18 J.);
4 l Tafelwein (Personen ab 18 J.);
16 l Bier (Personen ab 18 J.);

Medikamente für den persönlichen Bedarf;
Geschenke/sonstige Waren bis zu einem Gesamtwert von 430 € (Flug- und Seereisen) bzw. 300 € (Reisen mit der Bahn/dem Auto); Kinder unter 15 Jahren generell 285 €.
(a) Wertvolle Gegenstände wie Schmuck und Pelze sollten deklariert werden.
(b) Für Kunstgegenstände, die über 50 Jahre alt sind, ist eine Ausfuhrgenehmigung der lettischen Behörden erforderlich.

Verbotene Importe

Betäubungsmittel, Schusswaffen und Munition (Einfuhrgenehmigung erforderlich), unverarbeitete Milch und rohes Fleisch (siehe Einfuhrbestimmungen). Für lebendes Geflügel, Fleisch und Fleischerzeugnisse besteht im Reiseverkehr ein generelles Einfuhrverbot aus Drittländern (ausgenommen aus den Färöer, Grönland, Island, Liechtenstein und der Schweiz).

Quellenangaben
  • Marco Polo - Lettland, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2011-03, 2008-02
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Lettland - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 19.12.2017)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 19.12.2017)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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