Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Kambodscha

Steckbrief

Kambodscha - Fakten

Ländername Königreich Kambodscha
Fläche 181.035 km2
Hauptstadt Phnom Penh
Bevölkerung 16.005.373
Sprache Khmer
Religion Theravada-Buddismus 97 %, Islam 2 %, Christentum & Animismus 1 %
Staats-/Regierungsform Demokratie mit Mehrparteiensystem unter einer konstitutionellen Monarchie
Staatsoberhaupt König: Norodom Sihamoni (vom Kronrat gewählt am 14. Oktober 2004, gekrönt am 29. Oktober 2004)
Regierungschef Ministerpräsident Hun Sen, CPP; Amtsantritt als alleiniger Ministerpräsident am 30. November 1998, zuletzt im Amt bestätigt am 29. Juli 2018
Außenminister Prak Sokhonn, CPP; Amtsantritt: April 2016
Währung Kambodschanischer Riel (KHR)
Zeitzone MEZ+6h
Stromnetz 220 V/ 50 Hz, A/C/G
Reiseadapter A, C, G
Kfz-Länderkennzeichen K
ISO-3166 KH, KHM
Internet-TLD .kh
Landesvorwahl +855
Website https://www.tourismcambodia.com/

Geographie

Kernraum ist das fruchtbare Mekong- und Tonle-Sap-Becken (Tônlé-Sab) südlich und westlich der sie rahmenden Gebirge. Von Juni bis November bringt der Südwestmonsun hohe Niederschläge und lässt den Mekong über die Ufer treten. Dann vergrößert sich die Wasserfläche des „Süßwassermeeres“ Tônlé-Sab um das Fünffache und bewässert das umliegende Land. In dem tropischen Raum wachsen an der Küste Mangroven- und im Landesinnern Monsun- und Regenwälder.

Politik und Bevölkerung

Kambodscha ist seit 1993 parlamentarische Monarchie. 93 % Khmer, 5 % Vietnamesen und 2 % Chinesen bilden die Bevölkerung, die zu 95 % dem buddhistischen Glauben anhängt. Der Buddhismus ist Staatsreligion.

Geschichte und Kultur

Vom 9. bis 12. Jh. erlebte Kambodscha mit der 889 gegründeten Hauptstadt Angkor seine größte Machtentfaltung. Der Aufstieg der Thai und die Verdrängung der Khmer führten auch zur Verlagerung der Hauptstadt nach Phnom Penh (1434). 1887 wurde Kambodscha dem französisch kontrollierten Indochina einverleibt. Als Folge des Indochinakriegs (1946–54) erhielt der Staat seine Unabhängigkeit. Im Bürgerkrieg zwischen der Nationalen Befreiungsfront der Roten Khmer und der Khmer-Regierung siegten die Roten Khmer, die das Land radikal umgestalteten. 1979–89 besetzten vietnamesische Truppen Kambodscha. Der seit 1981 sozialistische Staat führte 1991 das Mehrparteiensystem ein, nachdem die vier Bürgerkriegsparteien nach 21 Jahren Krieg Frieden geschlossen hatten. 1994 wurden die Roten Khmer verboten. Die Tempelruinen in Angkor, Roluos, Banteay Srei und Preah Vihear sind UNESCO-Weltkulturerbe.

Kambodscha - Geschichte

802 Jayavarman II. gründet die Khmer-Dynastie Angkor
1112-1152 Suryavarman II. lässt Angkor Wat bauen
1863 Das Königreich Kambodscha wird Protektorat Frankreichs bis zur Unabhängigkeit 1953
17. April 1975 Die Roten Khmer marschieren in Phnom Penh ein - ca. 1,5 Mio. Menschen sterben während der fast vierjährigen Herrschaft unter Pol Pot
7. Jan. 1979-1988/89 Vietnamesische Truppen besiegen die Roten Khmer
März 1992 Beginn der UN-Mission in Kambodscha mit 22000 Soldaten (UNTAC)
1993 Verabschiedung der Verfassung nach der friedlichen Wahl. Konstitutionelle Monarchie unter König Sihanouk. Abzug der UN-Truppen. Die Kämpfe gegen die Roten Khmer im Norden des Landes halten an
ab 15. April 1998 Nach dem Tod Pol Pots Amnestie und Aufnahme der meisten Roten Khmer in die Regierungsarmee
2004 König Sihanouk tritt zurück, Nachfolger wird sein Sohn Norodom Sihamoni
2008 Grenzkonflikt mit Thailand um den zum Unesco-Weltkulturerbe ernannten Tempel Preah Vihear
2009 Das Tribunal gegen einen ersten Exführer der Roten Khmer beginnt
2010 Im Juni wird das erste Urteil gegen einen ehemaligen Roten Khmer gefällt, den Chef vom Foltergefängnis Tuol Sleng: 30 Jahre Haft. Angeklagter und Staatsanwaltschaft gehen in Berufung
2011 Ein weiteres Tribunal gegen drei Rote-Khmer-Führer, etwa Nuon Chea, Bruder Nr. 2 nach Pol Pot, beginnt im Juni 2011
2012 Im Februar fällt das endgültige Urteil gegen den Chef des Foltergefängnisses Toul Sleng, Kaing Guek Eav: lebenslänglich
Klimadaten
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

76-78 Street 214 (Rue Yougoslavie) | Phnom Penh | Tel. 023 216193 und 216381 | www.phnom-penh.diplo.de (auch für Österreicher)

Schweizer Botschaft

Phnom Penh | Haus 53 D Street 242 | Tel. 023 219045 | swissconsulate@online.com.kh | www.eda.admin.ch

Internet

www.tourismcambodia.com: umfassende Informationen zu Reisen in Kambodscha. www.kambodscha-info.de: Deutschsprachiges Forum mit interessanten Links zu Presseberichten. www.stay-another-day.org: Initiative für nachhaltigen Tourismus. www.childsafe-cambodia.org ist eine Kinderschutzorganisation, die sich dem Schutz Minderjähriger in Reiseländern verschrieben hat.

Telefon & Handy

Internationale Vorwahl nach Kambodscha: 00855; Vorwahl aus Kambodscha nach Deutschland: 001-49; nach Österreich: 001-43; in die Schweiz: 001-41.

Aus Kambodscha

Am einfachsten ist das internationale Telefonieren in den Hotels (2-4 Euro/Min.) und Postämtern (ca. 1,50 Euro/Min.). Zudem gibt es Prepaid-Telefonkarten (für 4-40 Euro, ca. 0,73 Euro/Min., am preiswertesten sind MPTC oder Camintel). Preiswerter geht es mit den Vorwahlen 177-49 und 007-49 (ca. 0,30 Euro/Min.). Am billigsten sind in der Regel Telefonate aus Internetläden (ca. 0,03-0,30 Euro).

Handy

Preiswerter als Telefonate mit dem eigenen Handy sind kambodschanische SIM-Karten (für 5-9 Euro, plus Prepaidkarte ab 4 Euro, z. B. Camshin) oder VOIP-Vorwahlen (z. B. 177-49, 165-49) - damit kann man für 0,05-0,20 Euro/Min. nach Deutschland telefonieren - allerdings nur mit Entsperrcode und neu zugeteilter Telefonnummer. Gebrauchte Handys gibt es sehr billig zu kaufen oder an einigen Orten zu mieten (z. B. am Pochentong-Flughafen). Info: www.camintel.com, www.mptc.gov.kh, www.mfone.com.kh.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Kambodschanische Feste

April

Zum Ende der Erntezeit Mitte April (ab 13./14.) herrscht beim Khmer-Neujahr, dem Bonn Choul Chhnam Thmey, mindestens drei Tage lang Ausnahmezustand in Kambodscha: auf den Landstraßen, in den Hotels (verdoppelte Zimmerpreise, früh buchen!) und den Restaurants (voll oder geschlossen). Am Neujahrstag nach dem Mondkalender platzen die Pagoden vor festlich gekleideten Besuchern aus allen Nähten: Dort tanzt man ram vong, eine Art Reihentanz in Zeitlupe, den Mönchen und Buddha werden Spenden dargebracht - in kleinen Bananenblatt-Körben voller Geld, Esswaren, Räucherstäbchen, Tabak, Blumen oder Obst. Dabei spielen Glückszahlen eine große Rolle: Man spendet beispielsweise fünf Kerzen, sieben Zigaretten ... Zum Dank gießen die Mönche eimerweise gesegnetes Wasser über die Gläubigen. Denn das Neujahr ist auch die Zeit für eine gründliche (symbolische) Reinigung: Buddhastatuen und Häuser werden geputzt, man kauft sich neue Kleidung. Wer auf den Landstraßen unterwegs ist, sieht mehr oder weniger angesäuselte "Wegelagerer", die tanzend, lachend und singend die Straße sperren und um "Spenden" bitten.

Mai

Beim Bon Chroat Preah Nongkoal, der königlichen Pflugzeremonie, wird der Platz vor dem Nationalmuseum symbolisch gepflügt, denn im Mai - zum Anfang des Monsuns - beginnt die Saatzeit. Die königliche Pflugzeremonie ist eine Art Wettervorhersage und Weissagung mittels Astrologen und königlicher Ochsen: Nach dem Pflügen wählen die Ochsen aus Goldnäpfen mit Reis, Mais, Bohnen, Gras und anderen Feldfrüchten sowie Wasser und Wein - was sie fressen, gilt als besonders ertragreiches Produkt in der kommenden Saison. Falls die Ochsen vom Wein saufen, steht den Bauern und ganz Kambodscha ein katastrophales Jahr bevor, etwa mit Überflutungen. Egal wie das Omen ausfällt: Dieser typische Volksaberglaube ist ein farbenfrohes Ereignis mit vielen traditionell gekleideten Akteuren.

Oktober/November

Bei dem dreitägigen Vollmondfest der wechselnden Strömungen, dem landesgrößten Festival mit farbenprächtigen Bootsregatten, prachtvoll erleuchteten Schiffen und Feuerwerk, feiern Tausende in Phnom Penh am Ufer des Tonle Sap das Ende der Regenzeit. Hintergrund von Bon Om Touk ist die sich umkehrende Strömung des Tonle-Sap-Flusses, wenn er die Wassermassen des durch den Monsun angeschwollenen Mekong nicht mehr halten kann und rückwärts in den Tonle-Sap-See fließt. Früher gab der gottgleich verehrte Khmer-König dem Tonle Sap per Hand den "Befehl", seine Richtung zu ändern. Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs, Völkermords und kommunistischer Besatzung steht seit den 1990er-Jahren wieder der König auf der Ehrentribüne direkt am Zusammenfluss von Mekong und Tonle Sap. Eines seiner königlichen Boote "durchschneidet" das über den Fluss gespannte Seil, die symbolische Tür, durch die der Tonle Sap nun wieder gen Meer fließen darf - mit Abermillionen Fischen. Wer Glück hat, sieht das Naturwunder - oder wenigstens einige untrügliche Zeichen: Morgens richten die Fischerkähne ihre Bugnasen in eine andere Richtung als am Abend zuvor, auch die Wasserhyazinthen treiben den Fluss hinauf statt hinab.

Offizielle Feiertage

1. Jan. Neujahr
7. Jan. Befreiung Kambodschas von den Roten Khmer durch die Vietnamesen
im Feb. Meak Bochea (buddhistisches Vollmondfest)
8. März Internationaler Frauentag
1. Mai Tag der Arbeit
im Mai Visaka Bochea (Geburt, Erleuchtung, Todestag Buddhas)
13.-15. Mai König Norodom Sihamonis Geburtstag
18. Juni Königin Norodom Monineath Sihanouks Geburtstag
im Sept. Bon Phchom Ben (Ahnenfest)
24. Sept. Verfassungstag
29. Okt. Krönungstag
31. Okt. König Norodom Sihanouks Geburtstag (Königsvater)
9. Nov. Nationalfeiertag (Unabhängigkeitstag)
10. Dez. Internationaler Tag der Menschenrechte
Mobilität vor Ort

Öffentliche Verkehrsmittel

Busse

Reisebusse und Minibusse (Letztere wenig empfehlenswert) starten ab Phnom Penh täglich in alle Richtungen und bis über die Grenzen - am besten sind die Busse von Mekong Express (Tel. 023 427518). Tickets sind in den Gästehäusern erhältlich und in Büros an der Riverside-Promenade in Phnom Penh, z. B. nahe Street 104. Von den neuen Nachtbussen Siem Reap-Sihanoukville ist abzuraten (10-11 Stunden Fahrt, hohe Unfallquote).

Flugzeug

Flüge werden zwischen Phnom Penh und Siem Reap sowie zwischen Sihanoukville und Siem Reap angeboten.

Mietwagen

Mietwagen gibt es nur mit Fahrer, für ca. 18-29 Euro/Tag in den Städten, außerhalb in die Provinzen ab ca. 36 Euro/Tag, je nach Ziel und Straßenzustand.

Fähren und Schnellboote

Auf dem Mekong verkehren nur noch die raketenschnellen, laut dröhnenden und teils gefährlichen Schnellboote. Außerdem fahren Expressboote von Phnom Penh über den Tonle-Sap-See nach Siem Reap (5-7 Std., wenig empfehlenswert). Landschaftlich lohnender ist die Bootsstrecke von Siem Reap nach Battambang. Auf der sehr schönen Strecke ab Phnom Penh über die Grenze nach Vietnam (Chau Doc) fahren mehrmals täglich Boote durch das Mekongdelta (ca. 15 Euro). Teurer ist die Victoria Sprite des Victoria-Hotels nach Chau Doc, (www.victoriahotels-asia.com | vorher Visum für Vietnam besorgen!) Weitere Informationen S. 106.

Taxi, Mofataxi, Tuktuk, Cyclo

Taxis fahren in Phnom Penh und Siem Reap (meist ohne Taxameter, Fahrpreis an der Rezeption erfragen oder aushandeln). In Phnom Penhs Verkehrschaos sollte man kein Mofataxi nehmen (oder nur mit Helm, Helmpflicht!), sondern das sichere Tuktuk oder das Cyclo-Dreiradgefährt (Fahrpreis jeweils vorher aushandeln, meist 1,5-2 US-Dollar pro Strecke). Ein Leihrad kostet nicht mal 1 Euro pro Tag, ein Moped ab 4 Euro (offiziell verboten).

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Keine Sorge: Reis und frischer Fisch sind für die Kambodschaner die Hauptnahrungsmittel. Zur Bereicherung der Speisekarte haben im Lauf der Jahrhunderte die Nachbarn beigetragen, vor allem die Thai mit hierzulande reichlich entschärften Currys und die Chinesen mit der Nudelsuppe. Die Vietnamesen brachten ihre Frühlingsrollen und Elefantenohrfische mit. Die Kolonialherren hinterließen das Baguette (num pang) - etwa als Snack mit leckerer Füllung aus Eiern, Gurke oder Sardinen.

Die Kambodschaner schwören auf proteinreichen Fisch (trey) in allen Varianten: als Knabberzeug geräuchert oder getrocknet, gebraten oder gegrillt. Schon zum Frühstück essen viele Khmer num banh choc, eine Fischsuppe mit Reisnudeln, oder die Nudelsuppe kuei tiou mit Rindfleisch, Huhn oder Schwein. Vegetarier bestellen Kuei Tiou Bun Lai. Leider kommen die Nudelsuppen an den Landstraßen immer öfter als reine Instantsuppen aus der Tüte daher - ein Fast-Food-Trend, der sich hoffentlich nicht fortsetzt.

Im Restaurant werden stets mehrere Speisen gleichzeitig serviert - je mehr Gäste, desto opulenter das Mahl. Beispielsweise bestellt man Fleisch oder Geflügel (in einfachen Lokalen meist mitsamt Knochen und Knorpeln), an Fluss und Küste natürlich auch frische Meeresfrüchte. Als Vorspeise eignen sich kleine Frühlingsrollen - gebraten (num chaio) oder aus weißem Reispapier (naim), am Tisch gefüllt zum Beispiel mit Möhren und Pilzen. Als Gemüse werden Kohl, Pilze, Mais und Bambussprossen im Wok kurz gerührt.

Zu jedem Mahl gehört immer eine Suppe (samlor) wahlweise mit Hühner- (moan), Rind- (sa-ich koa) oder Schweinefleisch (sa-ich chrouk). Salate haben nichts mit Kopfsalat und Co. zu tun, sondern mit rohem Rindfleisch und typischen Kräutern oder wie beim Salat aus grünen, unreifen Mangos mit geräuchertem Fisch oder Garnelen.

Grundlage der Currys (kari) ist eine im Mörser zerstampfte Paste aus dem aromatischen Zitronengras, Chili, Knoblauch und Ingwer - im Wok gekocht mit Gemüse und Fleisch in Kokosmilch. Von der Farbe sollten Sie nicht auf die Schärfe schließen. So ist das rote Curry z. B. mild und eher süß (für die Farbe verwendet man die roten mkak-Samen), außerdem gehört bei den Khmer die Süßkartoffel ins Curry. Weitere oft verwendete Gewürze: Koriander, Minze, Limonenblätter, Sternanis, Tamarinde, Tarowurzel. Sehr beliebt ist das Khmer-Barbeque, bei dem das Fleisch und Gemüse in einem Tontopf über glühender Holzkohle am Tisch im brodelnden Suppensud gegart werden - das sollten Sie unbedingt einmal ausprobieren! Die Kambodschaner benutzen als Würze oft die berüchtigte salzige Fischpaste prahok - für westliche Gaumen (und Nasen) ist sie eher gewöhnungsbedürftig, aber in den besseren Lokalen steht sie stets in einer milden Version auf dem Tisch.

Selbst ihre Kuchen und Süßigkeiten zaubern die Kambodschaner aus Reis: zum Beispiel den mit Kokosmilch und Palmzucker gesüßten Klebreis mit schwarzen Bohnen, im Bambusrohr gebacken oder auch in Bananenblättern eingewickelt. Ebenso beliebte Snacks am Straßenrand sind die relativ harten, weil unreifen Mangos in Scheiben (sway). Weiche und saftige Mangos (sway tum) gibt es natürlich auch (in der Saison März bis Mai). Nicht zu vergessen all die exotischen Früchte wie die rot-stachlige Rambutan, die rosarote Drachenfrucht, die saftige Mangostane sowie Papaya, Ananas und kleine, süße Bananen.

Kaffee wird meist schwarz und stark oder mit einer gesüßten Kondensmilch serviert. Tee gibt es in vielen Lokalen gratis zum Essen, sobald Sie sich gesetzt haben. Fruchtsäfte (toek kalok) können Sie jederzeit und überall am Straßenrand genießen (aber lassen Sie das Eigelb weg), oder Sie wählen den frisch ausgepressten Zuckerrohrsaft, den man aus der Plastiktüte mit Strohhalm trinkt. Nur die allgegenwärtigen Straßenstände mit den Fanta-Flaschen sollten Sie bei Durst nicht aufsuchen - sie verkaufen Benzin. Zu den einheimischen Alkoholika gehören Angkor Beer und Palmwein (toek thnaout: ein vergorener süßlich-saurer Saft der Zuckerpalme). In den Touristenzentren fließen natürlich auch Softdrinks, Weine, westliches Bier, Whiskeys, Wodka - und Sie haben die Qual der Wahl zwischen zahllosen Lokalen mit internationalen Speisen: von Pizza über Couscous bis Sushi. Die Vorliebe der Kambodschaner für gebratene Taranteln, Wasserkäfer und ähnlich exotische Delikatessen hat wahrscheinlich ernste Wurzeln: Unter der Pol-Pot-Herrschaft haben solche Speisen manchen Kambodschaner bei der Zwangsarbeit auf dem Feld schlicht vor dem Hungertod bewahrt.

Übrigens: In Kambodscha isst man meist mit Löffel und Gabel, wie auch bei den Thailändern. Nur zu Nudelsuppen kommen die Stäbchen mit Löffel zum Einsatz. Angchean tchnang! Guten Appetit!

Trinkgeld

Trinkgelder sind bei Reiseleitern, Fahrern, Kellnern und Zimmerpersonal üblich. Behinderten Bettlern (oft Minenopfer) kann man Geld geben, Kindern besser nicht, da sie sonst nicht zur Schule gehen, bzw. es sich oft um organisierte Bettlerei handelt. Nach Tempelzeremonien ist eine kleine Spende in dafür vorgesehene Behälter selbstverständlich (für alles gilt: ca. 1000 Riel/ca. 0,15 Euro - bedenken Sie, dass die Monatslöhne bei ca. 30 Euro liegen).

Einkaufen und Shoppen

Sie sollten beim Rückflug einen Zuschlag wegen Übergewichts des Koffers einkalkulieren: Die Palette an Kunsthandwerk und Souvenirs ist groß, vor allem in Siem Reap und Phnom Penh. Handeln gehört auf den Märkten zum Geschäft - das Lächeln nicht vergessen! Die besten Preise gibt es frühmorgens oder kurz vor Ladenschluss. Bei vielen Läden gehen die Erlöse an humanitäre Projekte oder direkt in die Dörfer, in denen die Waren produziert werden. Edelsteine aus der Gegend um Pailin sollten nur echte Kenner unter die Lupe nehmen - es gibt zu viele überteuerte (Glas-)"Schnäppchen".

Kambodschanische Seide

Die begehrte Seide gibt es in unterschiedlich feiner Qualität als modische Kleidung oder Sarongs, Kissenbezüge oder Handtaschen. Der gesamte Prozess der Seidenproduktion vom Maulbeerbaum über die Ernte bis zum Webstuhl können Sie beim National Silk Center oder der Angkor Silk Farm bei Siem Reap besichtigen. Die Blätter der Maulbeerbäume dienen als Futter für die gefräßige Seidenraupe, bevor diese sich mit einem bis zu 1000 m langen Faden in ihre etwa daumendicken Kokons verpuppt. Beim Kochen in großen Kesseln löst sich der Faden, wird gefärbt, gespült, geschleudert, wieder gerade geschlagen und auf Spulen aufgewickelt. An den Webstühlen entsteht schließlich das Seidengewebe nach der ikat-Methode: Der Seidenfaden wird vor dem Weben alle 2 cm in unterschiedlichen Farben getönt. Damit ein gleichmäßiges Muster entsteht, muss die Weberin ein außergewöhnlich gutes Auge haben.

Krama-Schals

Das klassische Kambodscha-Souvenir: Der krama-Schal, in Rot, Blau oder Schwarz kariert, ist aus reiner, handgewebter Baumwolle - ein billiges Multi-Talent (ab 0,50 Euro/3000 Riel) auf staubigen Pisten oder in eisgekühlten Restaurants, als Handtuch oder Schulterbedeckung beim Pagodenbesuch.

Kulinarisches

Was wären die Pariser Restaurants ohne den Pfeffer aus Kampot! Gewürze und Honig, Kaffee und Tee, Cashewnüsse, Reiswein und Kokosnussöl sowie originelle Produkte aus der Zuckerpalme und Wasserhyazinthe - besonders auf den Märkten kommt man aus dem Schnüffeln, Kosten und Stöbern nicht mehr heraus.

Kunsthandwerk

Statuen jeglicher Größe und Couleur, Körbe und Rattanmöbel, Töpfer- und Lackwaren, traditionelle Musikinstrumente und Schattentheaterfiguren sind in den Touristenzentren zu günstigen Preisen zu haben. Die beliebten Kopien der Apsaras, Buddhas, Hindugötter und alter Gottkönige wie des weise lächelnden Jayarvaman VII. sind meist aus Stein, Bronze oder Holz, wobei den Kunstwerken mit der Polychromy-Technik eine täuschend echte Patina verliehen wird. Werkstatttouren gibt es bei Artisans d'Angkor (www.artisansdangkor.com) in Siem Reap. Klären Sie beim Kauf (oft nur vermeintlich) echter Antiquitäten mit dem Ladeninhaber die Ausfuhrerlaubnis des Fine Arts Departments in Phnom Penh und gebenenfalls den Versand per Luftfracht!

Silber

Besonders die Silberschmiede fertigen Ware höchster Qualität und Reinheit (angeblich 70 bis 92 Prozent, es gibt aber auch jede Menge gut gemachte Kopien): Wie wäre es mit Schmuck und Buddhafiguren, Chopsticks und Besteck als Souvenir? Der Renner sind die kleinen silbernen Areka-Dosen in Tier- oder Obstform, die früher zur Aufbewahrung der hungerstillenden Areka-Betelnüsse dienten. Besonders beliebt bei Khmer-Eltern: die kleinen silbernen Fußkettchen für Babys, die Chang Krang Cheung.

Temple rubbings

Die Drucke von Angkor Wat oder dem Ramayana-Mythos auf schwerem, feucht behandeltem (Reis-)Papier sind als Mitbringsel sehr praktisch: leicht zu transportieren, preiswert und wunderschön.

Fotografieren

Batterien bzw. Speicherkarten sollten mitgenommen werden. Zurückhaltung ist bei Militäreinrichtungen und Soldaten angebracht. Es ist höflich, um Erlaubnis zu bitten, besonders bei Mönchen, Bergstämmen und religiösen Zeremonien - eine Ablehnung mit Kopfschütteln oder anderer Geste sollte respektiert werden.

Spezialitäten

Amok Fisch oder Hühnchen in Kokosmilch, mit Knoblauch, Ingwer, Zitronengras, Chili und Kurkuma, serviert in einem Körbchen aus Bananenblättern oder in einer Kokosnusshälfte
Kampot Pepper Crab Krabben mit dem weltbesten grünen Pfeffer
Kari Baitongh Saich Moan grünes Hühnercurry mit Sauce aus Kokosmilch
Loc Lac Rindfleischgericht mit Knoblauch und Zwiebeln in Limonenmarinade, meist serviert auf Salatblättern
Naim vegetarische (rohe) Frühlingsrollen aus weißem Reispapier, gefüllt mit verschiedenen Gemüsen
Num Chaio kleine frittierte Frühlingsrollen mit Gehacktem und Gemüse
Nyoum Trayong Chek Salat aus Bananenblüten, oft mit Hühnchen, Zitronensauce, Thai-Basilikum und Erdnussstückchen
Plia Saich Koa Salat aus rohen Rindfleischscheiben mit Gemüse und Kräutern wie Zitronengras, Koriander und Minze
Prahet Trey Chean (Fishcake) kleine frittierte Bällchen aus Fischfilet, Gemüse und Zitronengras, sehr lecker als Vorspeise mit einer Dip-Sauce
Saich Koa Char Spee Khieu Rindfleischscheibchen im Wok gebraten mit Zwiebeln, Knoblauch und chinesischem Broccoli in saftiger Sauce
Samlor Kako Gemüsesuppe meist mit Süßkartoffeln, Bohnen, Kürbis, gewürzt mit Zitronengras, Kurkuma und Fischsauce, wahlweise auch mit Fisch oder Huhn
Samlor Macho Boang Koang vom thailändischen Klassiker Tom Yam inspirierte klare, säuerliche Garnelensuppe, gewürzt mit Zitronengras, Koriander und Thai-Basilikum, auch als Hühnersuppe zu bekommen (Samlor Macho Saich Moan)
Trey Dom Rey gebratener Elefantenohrfisch mit süßsaurer Sauce
Stichworte

Betelnuss

In ganz Asien sind sie zu sehen: die blutroten Flecken auf den Straßen. Hier hat niemand Blut gespuckt, sondern den roten Saft der Betelnuss (Areca catechu), eine Art "Alltagsdroge" oder Rauschmittel wie bei uns Kaffee oder Tabak. Oft sind die Münder und Zähne der älteren Kambodschaner tiefrot gefärbt. Die Betelnuss (der Haselnuss optisch nicht unähnlich) stammt von der Betelpalme und hat eine populäre stimulierende und zugleich entspannende Wirkung. Sie wird zu Pulver gemahlen und mit etwas gelöschtem Kalk in einem Betel-Blatt zerkaut. Der Geschmack ist leicht pfeffrig, die Reste werden ausgespuckt. Der euphorisierende und angeblich sogar aphrodisierende Konsum kann allerdings die Zähne verfärben, Durchfall erzeugen und süchtig machen.

Buddhismus

Aus der Pagode dringen Gebete in gemurmeltem Pali. Frauen in weißer Kleidung und mit geschorenen Köpfen sitzen auf den verschränkten Beinen, die Hände vor der Brust gefaltet. Die Schwaden der Räucherstäbchen tragen ihre Gebete zum Erleuchteten, der vor 2500 Jahren seine Lehre in Nordindien verbreitete. Damit der Zyklus der Wiedergeburten irgendwann auch für sie im erlösenden Nirwana endet, versuchen die Gläubigen im Diesseits Buddhas Lehre zu befolgen: mit (Geld-)Spenden an das Kloster oder beim Sammelgang der Mönche, vor allem aber mit grenzenloser Geduld, Mitgefühl und Toleranz gegenüber allen Lebewesen. Auch Ahnenkult und Geisterglaube gehören zum kambodschanischen Buddhismus, so wie der hinduistische Brahmanismus, der seit dem Angkor-Imperium beim devaraja-Kult in der gottgleichen Verehrung der Khmer-Könige seinen Ausdruck fand. Viele junge Männer gehen zum Beginn der Monsunzeit als Novizen ins Kloster und praktizieren für einige Zeit die 227 teils asketischen Ordensregeln. Auch der Wiederaufbau des Landes findet mit Hilfe von Buddhas Jüngern statt: 40000 Mönche versuchen, in den Dörfern in kleinen Schritten die Armut mit Mikrokrediten zu bekämpfen und ihren Landsleuten Kenntnisse zur Gesundheitsvorsorge, zum Umweltschutz und in den traditionellen Künsten zu vermitteln.

Cyclos

Die Tage der gemütlichen Dreiradgefährte sind gezählt. Träge und wie in Zeitlupe rollen sie durch das Verkehrschaos in Phnom Penh und scheinen wie Relikte aus längst vergangenen Zeiten. 1939 von den Franzosen eingeführt, werden die Cyclofahrer allmählich verdrängt von Mofas, Tuktuks und Geländewagen. Was haben sie nicht alles transportiert in den Jahren, als die Straßen noch leer waren und das Geld knapp war: mehrköpfige Familien, zappelnde Schweine und ganze Wohnungseinrichtungen. Das Cyclo Center (Street 158 | www.cyclo.org.uk) in Phnom Penh ist eine Art Selbsthilfeorganisation mit 1400 Mitgliedern. Hier können die Fahrer ihre meist gemieteten Gefährte putzen, Englisch lernen, und seit 2004 finden sogar Cyclo-Ralleys bis nach Siem Reap statt. Damit dies hier kein Nachruf wird: Fahren auch Sie mit dem Cyclo! Am besten mittags und in den Seitenstraßen, sie sind relativ sicher und bieten Schatten und Schutz vor Regen.

Flora & Fauna

Das durch Kriege und Verminung lange isolierte Land besitzt wahre Naturschätze, die abgelegenen Regionen sollen noch bis zu mindestens zwei Dritteln mit Dschungel und Edelholzwäldern bedeckt sein. Allerdings ist der rasante Ausverkauf der Wälder durch illegalen Kahlschlag zugunsten von Plantagen für Cashewnüsse und Gummibäume in vollem Gang. Die ökologisch wichtigen Mangroven an der Küste sind immer mehr bedroht durch Holzkohleproduktion und Shrimpsfarmen. Die Fauna wird in den nächsten Jahren noch einige Überraschungen offenbaren: In Kambodschas letzten Urwäldern haben seltene oder ausgestorben geglaubte Wildtiere und Arten überlebt, beispielsweise die Serau-Bergziegen, Braunhirsche, Schwarzbären und malaiische Sonnenbären, seltene Affenarten, Krokodile und Warane sowie das Nationaltier Kambodschas, das legendäre Kouprey-Wildrind. Sogar Tiger, Leoparden, wilde Elefanten und womöglich asiatische Nashörner sollen noch in den dichten Grenzwäldern herumstreifen. Pelikane, Reiher, Kormorane und viele andere bedrohte Vogelarten finden im Tonle-Sap-See und im Mekong so viele Fische wie sonst nirgends auf der Welt (rund 1300 Arten). Und im Mekong tummeln sich noch die letzten Süßwasserdelphine Kambodschas.

König Sihamoni und Sihanouk

Norodom Sihamoni trat 2004 die Nachfolge seines 82-jährigen krebskranken Vaters an. Ausgebildet in Balletttanz und Filmwissenschaft (in der Tschechoslowakei und Nordkorea), vertrat er ab 1993 Kambodscha bei der Unesco in Paris als Botschafter. Bis zu seiner Krönung galt der Junggeselle und Schöngeist im eigenen Land als unbekannt und politisch unbescholten, im Gegensatz zu seinen beiden Brüdern Ranariddh und Sirivudh. Sein Vater König Norodom Sihanouk ist dagegen eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. In wechselnden Allianzen spielte er mit auf der politischen Bühne und kannte alle bedeutenden Größen - sei es de Gaulle oder Nehru, Tito oder Ceausescu, Haile Selassie oder Mao Tse Tung. Während des Vietnamkriegs stellte er sich gegen die USA und wurde 1970 bei einem von Washington unterstützten Putsch gestürzt. Sihanouk zog weiter die Fäden aus dem Exil in Peking und Pjöngjang; um wieder an die Macht zu kommen, paktierte er sogar mit den Roten Khmer. Filme, Bücher und sehr persönliche Notizen von Sihanouk: www.norodomsihanouk.info.

Minen

Wenn Reach Uk an ihrem Arbeitsplatz im Wat Than in Phnom Penh angekommen ist, nimmt sie als Erstes ihr linkes Bein ab. "Ist bequemer so", sagt die Kambodschanerin lächelnd. Dann schwingt sie sich hinter ihren Webstuhl. Reach Uk gehört zu den rund 40000 Amputierten in Kambodscha. Vor allem entlang der 700 km langen Grenze zu Thailand in den nordwestlichen Provinzen Battambang und Pursat legten Vietnamesen (ab 1979) wie Kambodschaner im Bürgerkrieg pro Kilometer 1000 bis 3000 Minen - der dichteste Minengürtel der Welt! Auch die unzähligen, nicht explodierten Blindgänger aus dem Vietnamkrieg (über Kambodscha und Laos warfen die USA mehr als 2 Mio. Tonnen Bomben ab) sind eine permanente Gefahr und töten noch immer mehr Menschen als die Minen, vor allem an der vietnamesischen Grenze im Osten des Landes.

Rund 4000 kambodschanische Minenräumer arbeiten seit 1993 mit Detektoren, Schaufel und Pinsel, u. a. für das Cambodia Mine Action Center (CMAC). Teilweise werden heute noch Tempel mithilfe deutscher Fachleute von Minen geräumt, etwa am Phnom Kulen und in Koh Ker. Die Zahl der Unfälle bei der Bevölkerung ist seit Mitte der 1990er-Jahre um 90 Prozent zurückgegangen. Aber noch immer wird jeden Tag ein Kambodschaner zum Krüppel, weil er auf eine Mine oder Bombenreste tritt, und jährlich sterben 250 Menschen.

Reis

"Essen" heißt in Kambodscha wörtlich übersetzt "Reis essen" (nyam bay). Aus dem Grundnahrungsmittel lässt sich vieles zaubern: Brot, Kuchen und Süßspeisen, Wein und Schnaps, Speiseöl, Seifen und Kerzen sowie Dächer aus Reisstroh. Nur mit dem extensiven Reisanbau und ihrer genialen Bewässerungstechnik konnten die Angkor-Könige ihr Imperium erhalten: Mit bis zu drei Ernten im Jahr ernährten sie 1 Mio. Untertanen (heute werden nur noch ein bis zwei Ernten erzielt wegen ineffektiver Bewässerung, veralteter Anbaumethoden bzw. Dürre). Das arbeitsintensive Süßkorngetreide bestimmt den Jahresrhythmus - nicht nur der Reisbauern - mit Legenden, dem Reisgott und Erntefesten. Das Schachbrettmuster der Reisfelder ist alles andere als pittoresk für diejenigen, die die Felder bestellen: Vor der Aussaat müssen die Körner keimen, die Schösslinge werden mit der Hand als einzelne Halme in die nasse Erde gesteckt, wo sie bei stets gleichbleibendem Wasserstand reifen. Nach durchschnittlich drei bis sechs Monaten ist Ernte. Die Ähren leuchten goldgelb, die Bauern schwingen ihre Sichelmesser und dreschen das Korn aus den Garben - in vielen Gegenden ist dies noch reine Handarbeit. Bevor der Reis in die Töpfe kommt, muss er noch geschält werden.

Rote Khmer

Die Roten Khmer waren Anfang der 1970er-Jahre eine kommunistische Guerilla im kambodschanischen Untergrund, die aus der kommunistischen Partei Kambodschas entstanden war. Ihre Schreckensherrschaft begann am 17. April 1975 mit ihrem Einmarsch in Phnom Penh. Innerhalb von zwei Tagen ließen die Soldaten, viele noch Kinder, die Stadt zwangsevakuieren - angeblich standen US-Bombenangriffe bevor. Im "Demokratischen Kampuchea" sollte die perfekte kommunistische Gesellschaft, ein Land aus Reisbauern, geschaffen werden. Selbst das Tragen einer Brille konnte zum Verhängnis werden. Intellektuelle, Mönche, Lehrer und Studenten wurden ermordet, zahllose Autos, Häuser, Schulen, Pagoden und Buddhastatuen zerstört. Die Vietnamesen vertrieben die "Steinzeitkommunisten" bei ihrem Einmarsch in Kambodscha am 7. Januar 1979 in die nördlichen Provinzen. Opferbilanz der kaum vierjährigen Phase des Grauens: rund 1,5 Mio. Tote (fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung Kambodschas), gestorben durch Totschlag, Hinrichtung, Hunger, Zwangsarbeit oder Krankheiten. Inzwischen ist das Fußvolk der Roten Khmer amnestiert, nachdem der "Bruder Nr. Eins" Pol Pot 1998 unbehelligt in seinem Dschungelversteck im Norden des Landes gestorben war (es gab zuvor lediglich eine Art "Volkstribunal" in seinem Dorf). Im Tribunal gegen die letzten Überlebenden der Führungsclique stand seit 2009 beim ersten Prozess der Leiter des Foltergefängnisses Tuol Sleng, Kaing Guek Eav, vor Gericht. Im Februar 2012 wurde das endgültige Urteil gefällt: lebenslange Haft wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Weitere Prozesse laufen seit Juni 2010: gegen den Vize-Staatschef Khieu Samphan, "Bruder Nr. 2" Nuon Chea und Außenminister Ieng Sary sowie seine Frau Khieu Thirith (Info: Documentation Center of Cambodia, www.dccam.org).

Volk der Khmer

Aus dem Einsiedler Kambu und einer Apsara, einer himmlischen Nymphe namens Mera, ging das göttliche Geschlecht der Könige "Kambujas" hervor. Ihre Nachfolger schufen ab 802 Angkor unter Jayavarman II. "Es ist großartiger als alles, was uns die Griechen oder Römer hinterlassen haben", schwärmte der asienreisende Naturkundler Henri Mouhot 1860 und fragte die Khmer nach den Erbauern der antiken Tempelstadt. Engel oder Riesen, vielleicht der Hindugott Indra, so lauteten die rätselhaften Antworten. Oder: Es habe sich von selbst erschaffen. Mouhot schließlich resümierte: "Welch ein trauriger Kontrast zu dem Barbarentum, in das die Nation heute abgestürzt ist." Die Legende und Angkor stehen in krassem Widerspruch zu den Bildern, die Kolonialisten und Nachbarn über die Khmer verbreitet haben: Es sei ein lethargisches Volk aus Bauern, fatalistisch und unterwürfig. Dunkelhäutige Wilde, die mit den Händen essen, schimpften die Vietnamesen. Lebenslust und Leid kennzeichnen die Historie der Khmer schon in den Reliefs von Angkor: Apsaras mit diesem unergründlichen Khmer-Lächeln, dem "sourire khme", manche noch mit Einschusslöchern des Bürgerkrieges, neben Folterszenen und Kriegsgewirr. Überall im Land kann man dieses Lächeln wiedersehen: in einem armseligen Fischerdorf am Mekong, bei den Musikanten des Gamelan-Orchesters oder bei der Geisterbeschwörung eines Schamanen. Und wenn die Kambodschaner erst ihre Feste feiern, wird das Khmer-Lächeln zum Strahlen, breit wie der Mekong, und die Goldzähne blitzen.

Voluntourism

Es gibt seit den 1990er-Jahren in Kambodscha ca. 2000 NGOs (Non-Governmental Organizations) - das ist ein Viertel aller weltweit registrierten NGOs! Ein großer Trend und mittlerweile ein Bombengeschäft. Unter jungen Urlaubern heißt es immer öfter "Voluntourism" - eine Wortschöpfung aus dem Englischen - das ist eine Mischung aus Freiwilligenarbeit und Tourismus. Besonders beliebt ist Sprachunterrricht, Hilfe in Waisenhäusern oder Aufbau von Spielplätzen, Fußballtraining und die Arbeit mit Behinderten. Aber man spaziert nicht einfach ohne Sprachkenntnisse und Hintergrundwissen - auch über kambodschanische Manieren - in eine solche Institution hinein und fragt nach einem Job. Interessierte sollten auch aufpassen, wenn sie an undurchsichtige Organisationen geraten, die große Summen für die Verwaltung oder die Unterbringung im Vorfeld kassieren wollen. Eine erste Anlaufstelle für die Orientierung im kambodschanischen NGO-Dschungel ist conCERT Cambodia (Connecting Community, Environment and Responsible Tourism, www.concertcambodia.org), die über verantwortliche Hilfsorganisationen in allen Bereichen informieren.

Bloss nicht!

Tausend Jahre Kulturerbe bedrohen

Akzeptieren Sie Fotografierverbote und Absperrungen zum Schutz des kulturellen Erbes Kambodschas. Bei den sandsteinernen Kunstwerken in Angkor oder in anderen Ruinenstätten bitte nicht an unnötigen Stellen herumklettern, Rucksäcke anlehnen oder alles anfassen: tausend Mal berührt - jeden Tag! - schädigt die tausendjährige Substanz. Und bitte keine echten antiken Kunstwerke oder Alltagsgegenstände der Ethnien fürs Wohnzimmer zu Hause kaufen.

Halbnackt herumlaufen

Respektieren Sie die Landessitten: Kambodscha ist stark buddhistisch geprägt und konservativ. Tempel betritt man auf gar keinen Fall in Minirock, Trägerhemdchen oder Shorts (Frauen und Männer), Schuhe vorher ausziehen, Hut abnehmen. Mönche dürfen von Frauen nicht berührt werden. Beim Sonnenbaden gilt: niemals oben ohne oder FKK! Bikini ist am Strand in Sihanoukville okay, aber überall sonst (an Flüssen, Seen, Wasserfällen und nahe Fischerdörfern) sollten auch Urlauberinnen "züchtig" baden wie die Einheimischen - in Sarong oder T-Shirt und Shorts.

Nachts allein spazieren gehen

Nachts sollte man in Kambodscha nirgendwo allein spazieren gehen (es ist sowieso stockduster mangels Straßenlaternen, und die Hunde - jede kambodschanische Familie besitzt mindestens einen! - sind angriffsfreudige Rudel). Frauen sollten nachts keinesfalls allein am Strand flanieren.

Kindern Geld geben

Auch wenn die Kulleraugen noch so mitleiderregend sind: Geben Sie bettelnden Kindern kein Geld - es handelt sich oft um organisierte Bettelei und ist der Weg in lebenslange Bettlerkarrieren. Spenden Sie lieber einer der Nichtregierungsorganisationen (s. u.), besuchen Sie Ausbildungsrestaurants für ehemalige Straßenkinder (wie Friends und Romdeng in Phnom Penh) oder das Waisenhaus eines engagierten deutsch-kambodschanischen Ehepaars in Siem Reap (www.kinderdorfkambodscha.de). Oder kaufen Sie in humanitären Läden, etwa beim Cambodian Children Painting Project (CCPP) in Sihanoukville. Einige NGO-Beispiele: www.friends-international.org, www.sangkheum.org (Kinderzentrum), www.martinshilfe.de (Malteser Hilfsdienst, tolle Kinderbroschüre: Sousdei heißt hallo)

Drogen konsumieren

Entgegen allen Legenden: Marihuana als Rauschmittel ist auch in Kambodscha verboten. Also Hände weg von Drogen jeglicher Art - ob ganja, jaba, Happy Herb Special Pizza mit berauschenden Ingredienzen oder Designerpillen. Es gibt übrigens Berichte über polizeilich inszenierte Deals, und Kokain hat sich hierzulande schon als reinstes Heroin entpuppt...

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Die Infrastruktur ist unzureichend ausgebaut. Busse, Eisenbahn und Boote entsprechen - von Ausnahmen abgesehen- nicht im Mindestens den in Deutschland üblichen Sicherheitsstandards.

Auch bei Flugreisen innerhalb des Landes ist Vorsicht geboten. Kambodschanische Fluggesellschaften verfügen nicht über die hohen Sicherheitsstandards, wie sie beispielsweise in Deutschland üblich sind.

Straßen sind mit wenigen Ausnahmen in schlechtem Zustand. Von Fahrten mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad wird aus Gründen der Verkehrssicherheit abgeraten; in einigen Landesteilen ist Ausländern das Fahren von Motorrädern untersagt. Es besteht die Pflicht zum Tragen eines Helms. Fahrer von Motorradtaxis (sog. Motordups) verfügen in der Regel nicht über Helme für ihre Fahrgäste.

Internet und Mobilfunknetz decken nicht alle Landesteile flächendeckend ab, insbesondere nicht abgelegene Gegenden und kleinere Inseln.

  • Planen Sie alle Reisen auf dem Landweg nach Möglichkeit so, dass das Ziel mit Sicherheit vor Einbruch der Dunkelheit erreicht werden kann.
  • Bei Fahrten auf Motorrädern und -rollen tragen Sie möglichst immer einen geeigneten Helm.

Der Internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig. Ab einer Aufenthaltsdauer von 3 Monaten muss ein kambodschanischer Führer beantragt werden.

Das Land ist für den Tourismus offen; insbesondere der Kulturtourismus ist willkommen. Traditionen und buddhistische Werte sind lebendig, darauf sollte bei Reisen Rücksicht genommen werden.

  • Verlassen Sie nicht die gekennzeichneten Wege der Tempelanlagen.
  • Respektieren Sie die Kultur Ihres Gastlandes.

Homosexualität ist nicht verboten bzw. strafbewährt. In der kambodschanischen Gesellschaft, vor allem in der Hauptstadt Phnom Penh und unter der jungen Bevölkerung, ist eine zunehmende, wenn auch verdeckte Akzeptanz festzustellen.

  • Beachten Sie die allgemeinen Hinweise für LGBTIQ.

Vor dem Erwerb, dem Besitz, der Verteilung sowie der Ein- und Ausfuhr von Rauschgiften aller Art wird gewarnt. Auch die Mitnahme bzw. der Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann verhängnisvolle Folgen haben.

Die Verwendung von Drohnen ist in Phnom Penh, Angkor Wat und anderen historischen Tempelanlagen ist verboten. Für einige Gebiete kann eine Genehmigung erworben werden. Die Regelung gilt besonders in der Umgebung von administrativen oder militärischen Gebäuden, sowie in Flughafennähe. Verstöße wurden in den letzten Jahren mit einer hohen Geldbuße bis hin zu mehrjährigen Haftstrafen unter dem Vorwurf von Spionage geahndet.

Die Entwendung von Kulturgütern, dazu gehören auch beschädigte Teile von Tempeln und Statuen, ist streng verboten und wird mit drastischen Geld- oder Haftstrafen belegt.

Der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen wird in Kambodscha hart bestraft und in Deutschland zusätzlich strafrechtlich verfolgt, auch wenn die Tat in Kambodscha begangen wurde. Geschlechtsverkehr mit Personen unter 18 Jahren, auch mit deren Einverständnis, ist strafbar. Gewissheit über das Alter des Partners oder der Partnerin ist selbst dann schwer erhältlich, wenn man sich einen Ausweis zeigen lässt, da diese häufig gefälscht sind.

Oft kann nicht mit einem Verfahren gerechnet werden, das einem rechtsstaatlichen Standard genügt (sehr lange Untersuchungshaft, teure und unzureichende anwaltliche Verteidigung, harte Haftbedingungen mit schwersten Gefahren und Schäden für die Gesundheit).

Kambodscha ist eine konstitutionelle Monarchie. Das Königshaus genießt besonderen Respekt. Abfällige oder kritische Bemerkungen - auch in sozialen Medien - können als Majestätsbeleidigung aufgefasst werden. Dies steht seit Anfang 2018 unter Strafe. Verstöße werden mit einer ein- bis fünfjährigen Haftstrafe und Geldbußen zwischen 500 und 2500 USD geahndet. Ab wann von einer Beleidigung der Majestät gesprochen werden kann, hängt dabei von der Gesetzesauslegung des jeweiligen Richters ab. Reisende sollten sich daher nur zurückhaltend über die Königsfamilie äußern.

  • Erwerben, verteilen und führen Sie keine Drogen ein oder aus und respektieren Sie Verbote der Benutzung.
  • Transportieren Sie keine Gegenstände, deren Inhalt Sie nicht kennen.
  • Entwenden Sie keine Kulturgüter und nehmen Sie keine beschädigten Teile von Tempeln und Statuen mit.
  • Vermeiden Sie kritische Äußerungen -auch in sozialen Medien-, die als Majestätsbeleidigung interpretiert werden könnten.

Landeswährung ist der Riehl (KHR). Zahlungen werden überwiegend in bar und US-Dollar abgewickelt, Riel wird zumeist für Wechselgeld und kleinere Beträge verwendet. Kreditkarten werden in aller Regel nur in den größeren Hotels und Restaurants angenommen. Die Anzahl der Geldautomaten nimmt ständig zu. Bargeldabhebungen sind in der Regel nur mit Kreditkarten möglich, nur wenige Geldautomaten akzeptieren Maestro-Bankkarten. Die Echtheit der Scheine sollte noch am Geldautomaten geprüft werden.

Die hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ergänzen.

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Japanische Enzephalitis empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die .

Die vorrangig durch tagaktive Aedes-Mücken übertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen.

  • Beachten Sie für Ihre Reise die Empfehlungen im Merkblatt Zika-Virus-Infektion.

Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe auch Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie, siehe Merkblatt Chikungunya-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Chikungunya-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

In Kambodscha besteht ganzjährig ein Malariarisiko, verstärkt während der Regenzeiten. Zunehmende Artemisinin-Resistenzen werden berichtet.
Ein mittleres Malariarisiko besteht in den meisten Landesteilen, am höchsten im Regenwald der Grenzgebiete zu Thailand und Laos, geringer in einem breiten Gürtel durch die Mitte des Landes von SO nach NW entlang des Mekong bis nördlich des Tonle Sap.
Ein geringes Risiko innerhalb dieses Gürtels in der Umgebung von Phnom Penh sowie unmittelbar um den Tonle Sap.
Phnom Penh und Angkor Wat gelten als malariafrei.

Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie unter einem imprägnierten Moskitonetz.

Je nach Reiseprofil ist neben der notwendigen Expositionsprophylaxe zudem eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.

  • Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
  • Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera (s.u.) jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

Entlang des Mekong und seiner Seitenarme besteht bei Süßwasserkontakt ein Infektionsrisiko mit dem Pärchenegel Schistosoma, der das chronische Krankheitsbild der Bilharziose, eine Entzündung von Harnblase oder Darm, hervorrufen kann.
Die Bilharziose wird beim Baden, Waten oder anderen Freizeitaktivitäten im oder am Süßwasser durch das Eindringen der Wurmlarven durch die intakte Haut übertragen, siehe auch Merkblatt Schistosomiasis.

  • Sehen Sie vom Baden in Süßwassergewässern, entlang des Mekong und seiner Seitenarme, konsequent ab.

Bei der Tollwut handelt es sich um eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden. Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und auch Affen, siehe Merkblatt Tollwut.

  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Tieren.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer Tollwut-Impfung beraten und impfen. Die Impfserie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein.
  • Suchen Sie auch bei bestehender Impfung nach Kontakt mit einem potentiell infizierten Tier oder Menschen (Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen) umgehend einen Arzt auf.

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen oft bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren, siehe auch Merkblatt Japanische Enzephalitis.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Japanischer Enzephalitis im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen und lassen Sie sich impfen.

Seit kurzem wurden Erkrankungen beim Menschen mit einem bisher nur bei Vögeln aufgetretenen Influenzavirus H7N9 in Kambodscha bekannt. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde bisher nicht nachgewiesen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Wie bisher haben die Empfehlungen für Länder mit Vorkommen von Vogelgrippe-Einzelerkrankungen beim Menschen ihre Gültigkeit, siehe Merkblatt Aviäre Influenza.

Die Klassische Geflügelpest (hochpathogene Form der Aviären Influenza, Vogelgrippe) ist in der Volksrepublik China endemisch und gelangt über den regen Personen- und Warenverkehr gelegentlich auch nach Hongkong. Wie auch in anderen Ländern Asiens sind in den letzten Jahren nur selten vereinzelte Erkrankungen beim Menschen mit engem Kontakt zu Geflügel aufgetreten.

Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte, die Darmtuberkulose durch den Genuss von roher Milch und von Milchprodukten infizierter Rinder. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger auch in Kambodscha.

In den letzten Jahren wurden gehäuft Erkrankungen an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit registriert (v.a. bei Kindern); eine Erkrankung die in regelmäßigen Abständen in Kambodscha auftritt. Als Ursache konnte von der das Enterovirus EV71 identifiziert werden.

Anfängliche Symptome der HFMK können Benommenheit, Schwindel, Fieber, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Übelkeit und Bindehautentzündungen sein, gefolgt von typischen Hautveränderungen in der Mundregion, den Händen und gegebenenfalls Füßen. Bei Erwachsenen und älteren Kindern verläuft die Krankheit häufig unbemerkt. Prinzipiell ist die Hand-Fuß-Mundkrankheit eine harmlose Erkrankung, die keine medikamentöse Behandlung erfordert, da sie in der Regel rasch und selbstständig abheilt.

  • Halten Sie zur Prophylaxegrundlegende Hygienemaßnahmen wie häufiges, gründliches Händewaschen, Abkochen von Trinkwasser, Durcherhitzen von Lebensmitteln und Schälen von Obst strikt ein.

Quallen kommen insbesondere in den Sommermonaten an der Küste vor. Ihre Nesselzellen können bei Menschen starke Schmerzen verursachen, die normalerweise nach wenigen Stunden abklingen. Bei geschwächten Menschen oder Allergikern kann es jedoch zu einem allergischen Schock kommen.

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch.

Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Kambodscha bewusst sein. Für mit Gerinnungshemmern behandelte Menschen besteht bei Verletzungen ein hohes Risiko, da Gegenmittel zum Stoppen von Blutungen nicht zur Verfügung stehen.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Nehmen Sie eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen, siehe Merkblatt Reiseapotheke.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die .

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss:

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und hygienisch problematisch. Vielfach fehlen auch europäisch ausgebildete, Englisch oder Französisch sprechende Ärzte.

Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Typhus & Polio Ja -
Cholera 2 -
Essen & Trinken 4 -
Gelbfieber 1 -
Malaria 3 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen. Ausgenommen sind Transitpassagiere, die in Kambodscha den Flughafen nicht verlassen.

[2]
Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, ein geringes Risiko einer Infektion ist jedoch nicht auszuschließen, v.a. in den Provinzen: Banteay Mean Chay (Paoy Pet Commune), Kampot, Kompong Cham, Rottanikiri. Um sich zu schützen, sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor der Reise ärztlichen Rat einzuholen.

[3] Malariaschutz ganzjährig landesweit. Ein hohes Risiko besteht in den meisten Landesteilen, extrem hoch jedoch im Norden und Westen (Grenzgebiet zu Thailand (Hier auch Multiresistenzen). Mittleres Risiko in einem breiten Gürtel durch die Mitte des Landes von Südosten nach Nordwesten entlang des Mekong bis nördlich des Tonle Sap. Geringes Risiko um Phnom Penh sowie unmittelbar um den Tonle Sap bis Angkor Wat und Siem Reap, Phnom Penh ist malariafrei. Die vorherrschende gefährlichere Form Plasmodium falciparum (90 %) soll hochgradig gegen Chloroquin, Sulfadoxin/Pyrimethamin und Mefloquin (westliche Provinzen) resistent sein. Empfehlung: Mückenschutz, im Westen (Grenze zu Thailand) bei mehr als 7 Tagen Aufenthalt Vorbeugung durch Medikamente, sonst Notfallmedikation.

[4] Wegen der Gefahr möglicher Darminfektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Unpasteurisierte Milch sollte abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Milchprodukte aus ungekochter Milch sollten nicht konsumiert werden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Vor dem Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten, die als Delikatessen in Speiserestaurants angeboten werden, ist wegen möglicher Algenvergiftung Vorsicht geboten.

Andere Risiken

Bilharziose-Erreger kommen in manchen Teichen und Flüssen (Mekong) vor, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber ist landesweit weit verbreitet. Die Fallzahlen haben eine stark steigende Tendenz. Infektionsgebiete liegen v.a. in den Provinzen Kandal, Takeo, Battambang, Kampong Cham, Phnom Penh (einschließlich der Stadtgebiete). Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz. 

Hepatitis A kann auftreten, Hepatitis B ist hochendemisch. Impfschutz gegen Hepatitis A wird empfohlen, bei Langzeitaufenthalten und bei Kindern und Jugendlichen auch gegen Hepatitis B.

HIV/Aids ist weit verbreitet und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Erhöhtes Ansteckungsrisiko für Japanische Enzephalitis besteht vor allem in ländlichen Gebieten von Mai bis Oktober. Eine Schutzimpfung ist bei längeren Aufenthalten in ländlichen Risikogebieten und bei erhöhtem individuellen Risiko z.B. bei Trekking-Touren empfohlen.

Tollwut kommt vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Reisewarnung

Überblick

Stand - Wed, 29 Jan 2020 14:30:00 +0100
(Unverändert gültig seit: Wed, 29 Jan 2020 16:07:07 +0100)

Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:
- Verfolgen Sie Nachrichten und Wetterberichte
- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz
- Abonnieren Sie unseren Newsletter oder nutzen Sie unsere App „Sicher Reisen"
- Folgen Sie uns auf Twitter: AA_SicherReisen
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Letzte Änderungen:
Redaktionelle Änderungen und Ergänzungen

Sicherheit

Terrorismus

Innenpolitische Lage

In der Hauptstadt Phnom Penh besteht weiterhin die Gefahr von Unruhen und Protestaktionen. In der Vergangenheit führten Kundgebungen und Demonstrationen zu vereinzelten Gewaltausbrüchen und Verkehrsbehinderungen.

Schwierigkeiten können sich bei der Überquerung der kambodschanisch-laotischen Grenze ergeben, welche sich auf Spannungen im Zusammenhang mit Grenzverlaufsdiskussionen zwischen den beiden Ländern zurückführen lassen.

Der Territorialkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand hinsichtlich des Grenzverlaufs um das den Tempel Preah Vihear umgebende Gebiet ist beigelegt; die Beziehungen zwischen beiden Ländern haben sich verbessert. Eine erneute Verschärfung der Sicherheitslage in Preah Vihear ist jedoch jederzeit möglich. Der Grenzübergang Suay Chrom in der Preah Vihear Provinz ist zudem nur für thailändische und kambodschanische Staatsangehörige passierbar.

In einigen Landesteilen außerhalb der Ballungszentren, insbesondere in Grenznähe zu Thailand und Vietnam, besteht weiterhin Minengefahr. Die Haupttouristengebiete sind von Minen geräumt.

  • Informieren Sie sich vor einer Reise nach Preah Vihear kurzfristig über die konkrete Lage vor Ort und seien Sie dort besonders vorsichtig.
  • Verlassen Sie die gekennzeichneten Wege der Tempelanlagen nicht.
  • Zur Sicherheit auf der laotischen Seite beachten Sie die Reise- und Sicherheitshinweise Laos.
  • Zur Situation auf thailändischer Seite beachten Sie die Reise- und Sicherheitshinweise Thailand.
  • Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Kriminalität

In den touristischen Zentren, insbesondere in Phnom Penh, Sihanoukville und Kampot, ist ein Anstieg von tätlichen Angriffen und Raubüberfällen gegen Ausländer festzustellen, teilweise auch unter Gebrauch von Messern und/oder Schusswaffen. In Phnom Penh sind hiervon vor allem die Touristen- und Wohnviertel für Ausländer betroffen, u.a. auch die Gegend um das Flussufer des Tonle Sap („Riverside") und Boeng Keng Kang 1 (BKK1).
In Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville wird außerdem von einem erheblichen Anstieg von Diebstählen in Gasthäusern und Hotels berichtet.

In letzter Zeit wurden vereinzelt Ausländerinnen Opfer sexueller Übergriffe, vor allem bei einsamen nächtlichen Strandspaziergängen im Badeort Sihanoukville.

Bei Fahrten mit Motorradtaxis und Tuktuks, aber auch zu Fuß, ist damit zu rechnen, dass Taschen von vorbeifahrenden Motorradfahrern weggerissen oder abgeschnitten werden („bag snatching"), auch auf dem Weg von und zum Flughafen. Verletzungen werden billigend in Kauf genommen.

In Phnom Penh werden vermehrt ausländische Touristen unter verschiedenen Vorwänden angesprochen, z.B. mit Hinweisen auf eine Begegnung am Flughafen oder auf nahe Verwandte, die demnächst in Europa studieren oder arbeiten werden, und in Privathäuser eingeladen, um sie in fingierte Karten- bzw. Glücksspiele zu verwickeln und letztlich unter Drohungen zur Zahlung angeblicher Spielschulden zu veranlassen.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass Speisen oder Getränke mit Drogen versetzt werden.
Im Übrigen sind vor allem in Phnom Penh und Siem Reap verschiedene Formen von Trickbetrügereien weit verbreitet.

In letzter Zeit sind Reisende vereinzelt Opfer von Betrügereien geworden, bei denen Vermieter von Motorrädern und –rollern für vorgebliche Beschädigungen des Mietgegenstands Schadensersatz gefordert haben. Vermieter versuchen, den Pass einzubehalten und die Einwanderungsbehörden zu informieren, um die Ausreise von Reisenden zu verhindern.

  • Lassen Sie insbesondere als allein Reisende besondere Vorsicht walten.
  • Nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen mit.
  • Seien Sie nachts möglichst nicht allein unterwegs und organisieren Sie Ihre Rückfahrt zur Unterkunft im Vorfeld.
  • Führen Sie keine Hand- und Schultertaschen im Tuktuk und dem Motorrad mit, halten Sie Taschen auf der von der Straße abgewandten Seite.
  • Nehmen Sie für Fahrten zum Flughafen besser geschlossene Transportmittel.
  • Leisten Sie bei Überfällen keinen Widerstand.
  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtigen Dokumente sicher auf. Es ist ausreichend, eine Kopie (möglichst Farbkopie) des Reisepasses mitzuführen.
  • Lassen Sie bei Privateinladungen große Umsicht walten und seien Sie skeptisch.
  • Hinterlegen Sie Ihren Reisepass nicht als Pfand bei der Anmietung von Verkehrsmitteln.
  • Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen, im Bus besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei.

Natur und Klima

Es herrscht feuchtheißes Monsunklima.
In der Regenzeit von Mai bis November können monsunartige Regenfälle weitreichende Überschwemmungen und Erdrutsche insbesondere entlang des Mekong-Flusses und in gebirgigen Regionen verursachen. Auch in Phnom Penh kommt es zu örtlich begrenzten Überflutungen von Straßen.

  • Verfolgen Sie Wetterberichte in den lokalen oder internationalen Medien.
  • Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden.

Reiseinfos

Infrastruktur/Verkehr

Die Infrastruktur ist unzureichend ausgebaut. Busse, Eisenbahn und Boote entsprechen – von Ausnahmen abgesehen- nicht im Mindestens den in Deutschland üblichen Sicherheitsstandards.

Auch bei Flugreisen innerhalb des Landes ist Vorsicht geboten. Kambodschanische Fluggesellschaften verfügen nicht über die hohen Sicherheitsstandards, wie sie beispielsweise in Deutschland üblich sind.

Straßen sind mit wenigen Ausnahmen in schlechtem Zustand. Von Fahrten mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad wird aus Gründen der Verkehrssicherheit abgeraten; in einigen Landesteilen ist Ausländern das Fahren von Motorrädern untersagt. Es besteht die Pflicht zum Tragen eines Helms. Fahrer von Motorradtaxis (sog. Motordups) verfügen in der Regel nicht über Helme für ihre Fahrgäste.

Internet und Mobilfunknetz decken nicht alle Landesteile flächendeckend ab, insbesondere nicht abgelegene Gegenden und kleinere Inseln.

  • Planen Sie alle Reisen auf dem Landweg nach Möglichkeit so, dass das Ziel mit Sicherheit vor Einbruch der Dunkelheit erreicht werden kann.
  • Bei Fahrten auf Motorrädern und –rollen tragen Sie möglichst immer einen geeigneten Helm.

Führerschein

Der Internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig. Ab einer Aufenthaltsdauer von 3 Monaten muss ein kambodschanischer Führer beantragt werden.

Besondere Verhaltenshinweise

Das Land ist für den Tourismus offen; insbesondere der Kulturtourismus ist willkommen. Traditionen und buddhistische Werte sind lebendig, darauf sollte bei Reisen Rücksicht genommen werden.

  • Verlassen Sie nicht die gekennzeichneten Wege der Tempelanlagen.
  • Respektieren Sie die Kultur Ihres Gastlandes.

LGBTIQ

Homosexualität ist nicht verboten bzw. strafbewährt. In der kambodschanischen Gesellschaft, vor allem in der Hauptstadt Phnom Penh und unter der jungen Bevölkerung, ist eine zunehmende, wenn auch verdeckte Akzeptanz festzustellen.

Rechtliche Besonderheiten

Vor dem Erwerb, dem Besitz, der Verteilung sowie der Ein- und Ausfuhr von Rauschgiften aller Art wird gewarnt. Auch die Mitnahme bzw. der Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann verhängnisvolle Folgen haben.

Die Verwendung von Drohnen ist in Phnom Penh, Angkor Wat und anderen historischen Tempelanlagen ist verboten. Für einige Gebiete kann eine Genehmigung erworben werden. Die Regelung gilt besonders in der Umgebung von administrativen oder militärischen Gebäuden, sowie in Flughafennähe. Verstöße wurden in den letzten Jahren mit einer hohen Geldbuße bis hin zu mehrjährigen Haftstrafen unter dem Vorwurf von Spionage geahndet.

Die Entwendung von Kulturgütern, dazu gehören auch beschädigte Teile von Tempeln und Statuen, ist streng verboten und wird mit drastischen Geld- oder Haftstrafen belegt.

Der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen wird in Kambodscha hart bestraft und in Deutschland zusätzlich strafrechtlich verfolgt, auch wenn die Tat in Kambodscha begangen wurde. Geschlechtsverkehr mit Personen unter 18 Jahren, auch mit deren Einverständnis, ist strafbar. Gewissheit über das Alter des Partners oder der Partnerin ist selbst dann schwer erhältlich, wenn man sich einen Ausweis zeigen lässt, da diese häufig gefälscht sind.

Oft kann nicht mit einem Verfahren gerechnet werden, das einem rechtsstaatlichen Standard genügt (sehr lange Untersuchungshaft, teure und unzureichende anwaltliche Verteidigung, harte Haftbedingungen mit schwersten Gefahren und Schäden für die Gesundheit).

Kambodscha ist eine konstitutionelle Monarchie. Das Königshaus genießt besonderen Respekt. Abfällige oder kritische Bemerkungen – auch in sozialen Medien – können als Majestätsbeleidigung aufgefasst werden. Dies steht seit Anfang 2018 unter Strafe. Verstöße werden mit einer ein- bis fünfjährigen Haftstrafe und Geldbußen zwischen 500 und 2500 USD geahndet. Ab wann von einer Beleidigung der Majestät gesprochen werden kann, hängt dabei von der Gesetzesauslegung des jeweiligen Richters ab. Reisende sollten sich daher nur zurückhaltend über die Königsfamilie äußern.

  • Erwerben, verteilen und führen Sie keine Drogen ein oder aus und respektieren Sie Verbote der Benutzung.
  • Transportieren Sie keine Gegenstände, deren Inhalt Sie nicht kennen.
  • Entwenden Sie keine Kulturgüter und nehmen Sie keine beschädigten Teile von Tempeln und Statuen mit.
  • Vermeiden Sie kritische Äußerungen -auch in sozialen Medien-, die als Majestätsbeleidigung interpretiert werden könnten.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist der Riehl (KHR). Zahlungen werden überwiegend in bar und US-Dollar abgewickelt, Riel wird zumeist für Wechselgeld und kleinere Beträge verwendet. Kreditkarten werden in aller Regel nur in den größeren Hotels und Restaurants angenommen. Die Anzahl der Geldautomaten nimmt ständig zu. Bargeldabhebungen sind in der Regel nur mit Kreditkarten möglich, nur wenige Geldautomaten akzeptieren Maestro-Bankkarten. Die Echtheit der Scheine sollte noch am Geldautomaten geprüft werden.

Einreise und Zoll

Einreise- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie nur direkt bei den Vertretungen Ihres Ziellandes.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass:  Ja
  • Vorläufiger Reisepass:  Ja
  • Personalausweis:  Nein
  • Vorläufiger Personalausweis:  Nein
  • Kinderreisepass:  Ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:
Reisedokumente müssen im Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Nach Auskunft der Immigrationsbehörde besteht für Besucher von Siem Reap (Tempelanlage Angkor Wat) eine Übernachtungspflicht von mindestens einer Nacht in Kambodscha. Ein Tagesausflug nach Siem Reap (Angkor Wat) aus einem Drittland, z.B. Thailand, ist daher nicht möglich.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Kambodscha ein Visum.

Visum vor Einreise

Die Beantragung eines Visums vor Einreise erfolgt bei einer kambodschanischen Auslandsvertretung, z.B. der kambodschanischen Botschaft in Berlin.
Bei der auf einem vor der Einreise eingeholten Visum angegebenen Gültigkeitsdauer von drei Monaten handelt es sich um die Nutzungsfrist. Die Einreise muss innerhalb dieses Zeitraums erfolgen, die Dauer des zulässigen Aufenthalts beträgt 30 Tage ab dem Tag der Einreise. Sie wird vom Grenzbeamten bei Einreise festgelegt.

Online-Visum (eVisa)

Das Visum der Kategorie T (Tourismus) kann online als e-Visa beantragt werden. Es ist jedoch bei einer begrenzten Anzahl von Grenzübergängen nutzbar. Der Antrag sollte mindestens zwei Wochen vor dem geplanten Reiseantritt gestellt werden, die Zahlung der Visumgebühr ist mit Bank- oder Kreditkarte, Paypal oder Überweisung möglich.

Visum bei Einreise (Visa on arrival)

Die Einholung eines Visums bei Einreise („on arrival") ist für Visa der Kategorie T (Tourismus) und E (Geschäftsreise) gegen eine Gebühr möglich. Das Visum wird grundsätzlich nur für eine einmalige Ein- bzw. Ausreise ausgestellt.
Seit Anfang Juni 2019 ist bei der Einreise ein neues Ein-/Ausreiseformular zu nutzen, das gleichzeitig als Antrag für ein Visum „on arrival" dient. Es wird hierfür kein Passfoto mehr benötigt. Nicht alle Fluggesellschaften verteilen das neue Formular im Flugzeug, es ist auch am Flughafen verfügbar.

Verlängerung des Visums

Vor Ablauf der 30tägigen Frist kann ein Visum der Kategorien T und E bei der gegenüber dem Flughafen Phnom Penh gelegenen Einwanderungsbehörde des Innenministeriums verlängert werden. Visa der Kategorie T werden einmalig um weitere 30 Tage verlängert (bei weiterhin einmaliger Ein- und Ausreise). Visa der Kategorie E können um bis zu 12 Monaten verlängert werden, wobei nach der Verlängerung eine mehrfache Ein- und Ausreise möglich ist. Bei Beantragung einer Verlängerung ist der Aufenthaltszweck anzugeben und zu belegen. Die Umschreibung eines Visums der Kategorie E in ein Visum der Kategorien B oder C (Daueraufenthalt) ist vor Ort nicht bzw. nur in Ausnahmefällen möglich.

Einreisekontrolle

Bei Einreise wird ein Einreisestempel im Pass angebracht, mit dem auch die Länge der zulässigen Aufenthaltsdauer vermerkt wird. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte bei der Einreise die Eintragung im Einreisestempel kontrolliert werden.
Die Ein-/Ausreisekarte wird durch den Grenzbeamten abgestempelt und im Pass festgemacht. Die Karte ist bei Ausreise vorzulegen.

Arbeitsaufnahme/Freiwilligenprogramme

Zur Arbeitsaufnahme in Kambodscha bedarf es in aller Regel einer Arbeitserlaubnis. Unterschieden wird zwischen einer befristeten und einer unbefristeten Arbeitserlaubnis. Diese ist beim kambodschanischen Arbeitsministerium zu beantragen.

Teilnehmer des Programms „weltwärts" bzw. generell Beschäftige bei Nichtregierungsorganisationen müssen vor der Einreise ein Visum der Kategorien B oder C beantragen. Die Ausstellung eines B- oder C-Visums ist bei Einreise am Grenzübergang oder elektronisch nicht möglich. Das Visum erlaubt eine einmalige Ein- bzw. Ausreise und ist für drei Monate gültig. Eine Verlängerung um bis zu 12 Monate kann beim kambodschanischen Außenministerium beantragt werden.

Minderjährige

Alleinreisende Minderjährige müssen eine offizielle Zustimmungserklärung des oder der Sorgeberechtigten mit sich führen.

Einfuhrbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr von Devisen ab 10.000,- US-Dollar müssen deklariert werden.

Einfuhr- und Ausfuhrbeschränkungen für Alkohol und Zigaretten für den persönlichen Bedarf gibt es nicht. In der Praxis werden i.d.R. jedoch maximal 1,5 l Alkohol bzw. zehn Päckchen Zigaretten bei der Einreise zugelassen. Für die temporäre Einfuhr von Pkw und Motorrädern auf dem Landweg ist vor Antritt der Reise eine schriftliche Genehmigung beim General Department of Customs and Excise Phnom Penh einzuholen.

Heimtiere

Haustiere können grundsätzlich eingeführt werden, wenn die Basisimpfungen (Tollwut) vorhanden sind und das Gesundheitszeugnis eines Veterinärs vorgelegt wird. Sollte beabsichtigt sein, andere Haustiere als Katzen oder Hunde mitzubringen, ist es ratsam, vorher die zuständige kambodschanische Vertretung kontaktieren, um zu prüfen, ob der beabsichtigte Transport möglich ist. 

Gesundheit

Aktuelles

Ausgehend von der aktuellen Epidemie mit dem neuartigen Coronavirus 2019-nCoV aus der chinesischen Stadt Wuhan muss auch in Kambodscha mit verstärkten Einreisekontrollen zur Identifizierung erkrankter Reisender insbesondere aus China und importierten einzelnen Krankheitsfällen gerechnet werden.

·       Beachten Sie die Informationen im Merkblatt nCoV sowie auf den Seiten der Weltgesundheitsorganisation WHO und des Robert-Koch-Instituts RKI.

Impfschutz

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Japanische Enzephalitis empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die DTG.

Zika-Virus-Infektion

Die vorrangig durch tagaktive Aedes-Mücken übertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen.

Dengue-Fieber

Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe auch Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Chikungunya-Fieber

Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie, siehe Merkblatt Chikungunya-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Chikungunya-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Malaria

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

In Kambodscha besteht ganzjährig ein Malariarisiko, verstärkt während der Regenzeiten. Zunehmende Artemisinin-Resistenzen werden berichtet.
Ein mittleres Malariarisiko besteht in den meisten Landesteilen, am höchsten im Regenwald der Grenzgebiete zu Thailand und Laos, geringer in einem breiten Gürtel durch die Mitte des Landes von SO nach NW entlang des Mekong bis nördlich des Tonle Sap.
Ein geringes Risiko innerhalb dieses Gürtels in der Umgebung von Phnom Penh sowie unmittelbar um den Tonle Sap.
Phnom Penh und Angkor Wat gelten als malariafrei.

Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz. 

Je nach Reiseprofil ist neben der notwendigen Expositionsprophylaxe zudem eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.

  • Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
  • Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.

HIV/AIDS

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Durchfallerkrankungen

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera (s.u.) jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

Schistosomiasis (Bilharziose)

Entlang des Mekong und seiner Seitenarme besteht bei Süßwasserkontakt ein Infektionsrisiko mit dem Pärchenegel Schistosoma, der das chronische Krankheitsbild der Bilharziose, eine Entzündung von Harnblase oder Darm, hervorrufen kann.
Die Bilharziose wird beim Baden, Waten oder anderen Freizeitaktivitäten im oder am Süßwasser durch das Eindringen der Wurmlarven durch die intakte Haut übertragen, siehe auch Merkblatt Schistosomiasis.

  • Sehen Sie vom Baden in Süßwassergewässern, entlang des Mekong und seiner Seitenarme, konsequent ab.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden. Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und auch Affen, siehe Merkblatt Tollwut.

  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Tieren.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer Tollwut-Impfung beraten und impfen. Die Impfserie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein.
  • Suchen Sie auch bei bestehender Impfung nach Kontakt mit einem potentiell infizierten Tier oder Menschen (Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen) umgehend einen Arzt auf.

Japanische Enzephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen oft bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren, siehe auch Merkblatt Japanische Enzephalitis.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Japanischer Enzephalitis im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen und lassen Sie sich impfen.

Aviäre Influenza (Vogelgrippe)

Seit kurzem wurden Erkrankungen beim Menschen mit einem bisher nur bei Vögeln aufgetretenen Influenzavirus H7N9 in Kambodscha bekannt. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde bisher nicht nachgewiesen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Wie bisher haben die Empfehlungen für Länder mit Vorkommen von Vogelgrippe-Einzelerkrankungen beim Menschen ihre Gültigkeit, siehe Merkblatt Aviäre Influenza.

Die Klassische Geflügelpest (hochpathogene Form der Aviären Influenza, Vogelgrippe) ist in der Volksrepublik China endemisch und gelangt über den regen Personen- und Warenverkehr gelegentlich auch nach Hongkong. Wie auch in anderen Ländern Asiens sind in den letzten Jahren nur selten vereinzelte Erkrankungen beim Menschen mit engem Kontakt zu Geflügel aufgetreten.

Tuberkulose

Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte, die Darmtuberkulose durch den Genuss von roher Milch und von Milchprodukten infizierter Rinder. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger auch in Kambodscha.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit

In den letzten Jahren wurden gehäuft Erkrankungen an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit registriert (v .a. bei Kindern); eine Erkrankung die in regelmäßigen Abständen in Kambodscha auftritt. Als Ursache konnte von der WHO u.a. das Enterovirus EV71 identifiziert werden.

Anfängliche Symptome der HFMK können Benommenheit, Schwindel, Fieber, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Übelkeit und Bindehautentzündungen sein, gefolgt von typischen Hautveränderungen in der Mundregion, den Händen und gegebenenfalls Füßen. Bei Erwachsenen und älteren Kindern verläuft die Krankheit häufig unbemerkt. Prinzipiell ist die Hand-Fuß-Mundkrankheit eine harmlose Erkrankung, die keine medikamentöse Behandlung erfordert, da sie in der Regel rasch und selbstständig abheilt.

  • Halten Sie zur Prophylaxegrundlegende Hygienemaßnahmen wie häufiges, gründliches Händewaschen, Abkochen von Trinkwasser, Durcherhitzen von Lebensmitteln und Schälen von Obst strikt ein.

Quallen (Seewespen)

Quallen kommen insbesondere in den Sommermonaten an der Küste vor. Ihre Nesselzellen können bei Menschen starke Schmerzen verursachen, die normalerweise nach wenigen Stunden abklingen. Bei geschwächten Menschen oder Allergikern kann es jedoch zu einem allergischen Schock kommen.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch.

Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Kambodscha bewusst sein. Für mit Gerinnungshemmern behandelte Menschen besteht bei Verletzungen ein hohes Risiko, da Gegenmittel zum Stoppen von Blutungen nicht zur Verfügung stehen.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Nehmen Sie eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen, siehe Merkblatt Reiseapotheke.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die DTG.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss: 

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Österreich Ja Ja/1 Ja
Schweiz Ja Ja/1 Ja
Deutschland Ja Ja/1 Ja
Türkei Ja Ja/1 Ja
Andere EU-Länder Ja Ja/1 Ja

Reisepassinformationen

Ein Reisepass ist für die Einreise nach Kambodscha erforderlich, er muss bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Visainformationen

Ein Visum für Kambodscha ist erforderlich u.a. für Staatsbürger der in der obigen Tabelle genannten Länder.

U.a. die Staatsbürger der in der obigen Tabelle genannten Länder können entweder mindestens zwei Wochen vor der Reise nach Kambodscha bei einer zuständigen kambodschanischen Vertretung ein Visum oder online ein e-Touristenvisum beantragen, mit dem man bei bestimmten Flughäfen ein Visum bei der Ankunft beantragen kann. Auf der Website des kambodschanischen Außenministeriums können Touristen-Visa für Reisen nach Kambodscha als e-visa online beantragt werden. Auf dieser Website werden alle Flughäfen und Grenzübergänge gelistet, die ein e-Visum für die Beantragung eines Visums bei der Ankunft akzeptieren. 

 

Visum bei der Ankunft

Bei der Ankunft kann ein Touristenvisum oder ein Geschäftsvisum beantragt werden. Das Visum bei der Ankunft kann bei den internationalen Flughäfen Phnom Penh und Angkor sowie an einigen Grenzübergängen beantragt werden. Es wird dennoch dringend empfohlen, ein Visum vor der Reise zu beantragen. 

 

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Achtung: Alleinreisende Minderjährige benötigen eine offizielle Reiseerlaubnis ihrer nicht mitreisenden Erziehungsberechtigten.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Bearbeitungsdauer

Ca. 5 Tage. Bei Bearbeitung über ein Reisebüro wird bereits 4-6 Wochen im Voraus angefragt. In dringenden Fällen ist eine Expressausstellung bei der Botschaft gegen eine zusätzliche Gebühr möglich.


E-Visum: 3 Arbeitstage.

ACMECS Single Visum: 3,5 Monate.

Gültigkeit

Das E-Visum, das Touristen- und das Geschäftsvisum sind 3 Monate für einen Aufenthalt (einmalige Einreise) von bis zu 30 Tagen gültig. Das Touristenvisum kann um weitere 30 Tage verlängert werden.

Aufenthaltsverlängerung

Verlängerung beim Einwanderungsbüro des Innenministeriums in Phnom Penh, No. 5 Oknha Men Street, Tel: 12 58 15 58). Touristenvisa können einmalig für 1 Monat verlängert werden. Geschäftsvisa können um 3 Monate, maximal um 1 Jahr verlängert werden.

Visaarten und Kosten

Touristen-, Geschäfts- und Transitvisum. 

Das E-Visum berechtigt zu einer einmaligen Einreise.

Kosten

E-Visum

E-Touristenvisum: 30 US$ Visumgebühr + 6 US$ Bearbeitungsgebühr (einmalige Einreise, 3 Monate Gültigkeit, 30 Tage Aufenthalt, verlängerbar) (zahlbar nur mit Visa-, Mastercard-, American Express- oder Discover-Kreditkarte).

Deutschland

Touristenvisum: 35 € (einmalige Einreise, max. 30 Tage Aufenthalt).
Geschäftsvisum: 40 €.

Bei der Einreise:

Touristenvisum: 30 US$

Geschäftsvisum: 35 US$.

Expressaustellung bei Zahlung einer zusätzlichen Gebühr von 15 € möglich.

Österreich

(Visagebühren der zuständigen Botschaft in Brüssel)

Touristenvisum: 35 €.
Geschäftsvisum: 40 €.

ACMECS Single Visum: 30 €

Expressaustellung bei Zahlung einer zusätzlichen Gebühr von 15 € möglich.

Schweiz

Touristenvisum (bis 1 Monat, einmalige Einreise): 40 CHF.
Geschäftsvisum (1 Monat gültig, ein- oder mehrmalige Einreise): 45 CHF.
Geschäftsvisum (3 Monate gültig für Aufenthalte von jeweils bis zu 1 Monat, ein- oder mehrmalige Einreise): 135 CHF.
Geschäftsvisum (6 Monate gültig für Aufenthalte von jeweils bis zu 1 Monat, ein- oder mehrmalige Einreise): 270 CHF.

Transitvisum (3 Monate gültig für Aufenthalte von bis zu 5 Tagen): 25 CHF.

Antrag erforderlich

Unterlagen für eine Visumbeantragung bei der Botschaft

(a) 1 Antragsformular (herunterladbar auf den Internetseiten der Botschaften).
(b) 1 biometrisches Passfoto.
(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist und mindestens eine freie Seite enthält.
(d) Gebühr (Überweisungsbeleg).
(e) Frankierter Einschreiben-Rückumschlag.

Unterlagen für ein e-Visum
(a) Digitalisiertes Passfoto (Formate .jpeg oder .png)
(b) Reisepass, der bei der Einreise noch mehr als sechs Monate gültig ist.
(c) Angaben zur Reise.
(d) Kreditkarte für die Zahlung der Gebühr (Visa oder Mastercard).

 

Geld

Geldwechsel

Die Empfehlung ist ein Tausch im Land. Euros können in der Cambodian Public Bank, der Cambodian Bank, der Mekong Bank und an den größeren Flughäfen gewechselt werden. US-Dollar in kleiner Stückelung werden empfohlen. Es sollten nur kleinere Geldsummen getauscht werden, da es schwierig ist, die Landeswährung zurückzuwechseln.

Währung

1 Riel = 100 Sen. Währungskürzel: CR, KHR (ISO-Code). Banknoten sind im Wert von 100.000, 50.000, 20.000, 10.000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 (selten), 100 und 50 (selten) CR im Umlauf.
Anmerkung: Der Riel ist Zahlungsmittel im lokalen Handel, dagegen wird im Tourismus hauptsächlich der US-Dollar benutzt. Im Grenzgebiet zu Thailand wird auch der Thai Baht als gängiges Zahlungsmittel genutzt.

Devisenbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr von Landes- und Fremdwährungen ist unbeschränkt, Deklarationspflicht ab einem Betrag im Gegenwert von 10.000 US$. (Ausfuhr nur bis in Höhe der deklarierten Beträge.)

Kreditkarten

Werden nicht überall akzeptiert, meist nur in größeren Hotels und Touristenrestaurants bzw. -geschäften. Am ehesten werden Visa und Mastercard akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
 

Reiseschecks

Reiseschecks sind in Deutschland und in der Schweiz nicht mehr und in Österreich kaum noch erhältlich. Reiseschecks können in Kambodscha in größeren Städten in Banken eingelöst werden. 

Öffnungszeiten der Bank

I. Allg. Mo-Fr 08.00-16.00 Uhr, Sa 08.00-11.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Kambodscha eingeführt werden:

200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 200 g Tabak (ab 18 J.);
2 l alkoholische Getränke;
350 ml Parfüm oder Eau de Toilette.
ständig einzunehmende Arzneimittel in einer für den Aufenthalt ausreichenden Menge.

Verbotene Importe

Waffen.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Kambodscha, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2016-03, 2013-02, 2010-01
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Kambodscha - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 27.11.2019 (Unverändert gültig seit: 26.11.2019)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 27.11.2019 (Unverändert gültig seit: 26.11.2019)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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