Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Italien

Steckbrief

Italien - Fakten

Ländername Italienische Republik, Repubblica Italiana
Klima Norden: mitteleuropäisch; Mitte und Süden: mediterran
Beste Reisezeit Mai, Juni, Juli, September, Oktober
Lage In Südeuropa auf der Apennin-Halbinsel. Nachbarländer: Frankreich, Schweiz, Österreich, Slowenien, San Marino, Vatikanstadt
Fläche 301.277 Quadratkilometer
Hauptstadt Rom
Bevölkerung 60,6 Millionen, davon 4,5 Millionen Ausländer (7,5 Prozent der Gesamtbevölkerung)
Sprache Italienisch, offiziell anerkannte Minderheitensprachen außerdem friaulisch, ladinisch, deutsch, slowenisch, okzitanisch, französisch, frankoprovenzalisch, albanisch, griechisch, sardisch, katalanisch und kroatisch
Religion Römisch-Katholisch (mehrheitlich)
Nationaltag 2. Juni, Gründungstag der Republik (1946)
Unabhängigkeit Ausrufung der Einheit Italiens (17. März 1861, Königreich Italien)
Staats-/Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Präsident der Italienischen Republik Sergio Mattarella (seit Februar 2015). Wahlmodus: von beiden Parlamentskammern sowie Vertretern der Regionen auf 7 Jahre gewählt. Vertreter: Präsident des Senats (ex officio) Senator Pietro Grasso (PD bis 2017, dann LEU) seit April 2013
Regierungschef Ministerpräsident Giuseppe Conte, vereidigt am 1.6.2018
Außenminister Enzo Moavero Milanesi
Parlament Abgeordnetenkammer mit 630 Sitzen,auf 5 Jahre gewählt.
Währung Euro
Zeitzone ME(S)Z
Stromnetz 230 V / 50 Hz
Reiseadapter C, F, L
Kfz-Länderkennzeichen I
ISO-3166 IT, ITA
Internet-TLD .it
Landesvorwahl +39
Website http://www.italia.it/
Reisepass & Visum Nicht notwendig
Geeignet für Kultur, Shopping, Meer, See, Wintersport, Feiern

Geographie

80 % des italienischen Staates sind gebirgig. Drei große Landschaftseinheiten lassen sich ausmachen: im Norden der italienische Teil der Alpen, im Anschluss daran die fruchtbare Poebene und an diese die Apenninen, die sich über den gesamten Stiefel hinweg erstrecken. Der zentrale Teil der Apenninen sind die Abruzzen (Appennino Abruzzese) nordöstlich von Rom, hier erreicht der Gebirgszug seine höchste Erhebung im Gran Sasso d’Italia (2912 m). Berühmt sind die Vulkane Vesuv und der Ätna auf Sizilien. Immergrüne Gehölze, darunter als Charakterbäume Steineichen und Ölbäume, kennzeichnen die Vegetation Mittel- und Süditaliens. Das Klima im Norden ist warmgemäßigt, in den übrigen Landesteilen herrscht Mittelmeerklima mit trockenheißen Sommern und milden Wintern.

Politik und Bevölkerung

Italien ist eine parlamentarisch-demokratische Republik, deren Staatsoberhaupt der auf sieben Jahre gewählte Präsident ist; er kann Gesetzesentwürfe beeinflussen, das Zweikammerparlament – Abgeordnetenhaus und Senat – auflösen, auch ernennt er Ministerpräsidenten und Minister. Die 20 Regionen Italiens haben gewählte „Beratende Versammlungen“, besitzen eigene Verfassungen und werden von je einem Präsidenten regiert. Das ethnisch weitgehend einheitliche Land zählt zu den bevölkerungsreichsten Staaten Europas. Von den Minderheiten stellen die Sarden den größten Prozentsatz, gefolgt von den Friaulern und den Deutschen in Südtirol. 67 % der Bevölkerung wohnen in städtischen Ballungszentren, die sich im Norden konzentrieren. Etwa 85 % der Italiener sind Katholiken.

Geschichte und Kultur

Eine erste, 400 Jahre währende Hochkultur kam im 9. Jh. v. Chr. mit den Etruskern auf die Halbinsel. Um 470 v. Chr. begann der Aufstieg Roms, das während der Regierungszeit des Kaisers Trajan (98–117) seine größte Ausdehnung hatte. Im 3. Jh. setzte der Niedergang dieses Weltreiches ein. 381 wurde das Christentum zur Staatsreligion erhoben, und im 5. Jh. wurde der Bischof von Rom Oberhirt aller katholischen Gläubigen. Während der Kreuzzüge florierten die Küstenstädte und erweiterten ihren Einfluss bis in den östlichen Mittelmeerraum, wo sie sich aber zunehmend der Türken erwehren mussten. 1571 kam es zur Seeschlacht von Lepanto, in der die Flotte der Heiligen Liga die osmanische Expansion stoppte. 1861 bestieg Viktor Emanuel II. von Sardinien als erster König Italiens den Thron und bestimmte neun Jahre später Rom zur Hauptstadt. Während des Ersten Weltkriegs schlug sich Italien ab 1915 auf die Seite von Frankreich und Großbritannien. 1922 wurde Benito Mussolini vom König zum Ministerpräsidenten ernannt, er begründete eine faschistische Diktatur und verbündete sich mit Hitler. Nach der Niederlage Frankreichs griff Italien 1940 in den Zweiten Weltkrieg ein, 1943 landeten die Alliierten in Sizilien, ein Jahr später konnten sie Rom erobern. Mit einem Referendum beendeten die Italiener im Jahr 1946 die Monarchie. Schwere innenpolitische Turbulenzen (Regierungskrisen, Korruptionsskandale) erschüttern seitdem immer wieder das Land. Dank zahlloser Kunst- und Architekturdenkmäler ist Italien das klassische Ziel für Bildungsreisende. Von besonderer Ausstrahlung sind die Dome von Mailand, Florenz und Siena, aber auch die gotischen Rathäuser der Letzteren, der Dogenpalast in Venedig sowie die Kirchen- und Palastbauten Roms. Man denke nur an die Kanäle Venedigs oder die Architektur der frühen Renaissance in Florenz. Italien kann als das führende Kunstland der Welt bezeichnet werden. Grundpfeiler der italienischen Kultur sind der Katholizismus und eine Fülle lokaler Traditionen, die durch die jahrhundertelange Kleinstaaterei begünstigt wurde. Als Inbegriff italienischer Kultur gelten außerdem weltweit die Küche, die Mode und der Film.

Italien - Geschichte

Ab 1000 v. Chr. Hoch entwickelte Kunst und Technik der Etrusker
8.-5. Jh. v. Chr. Griechen gründen über 40 Städte in Süditalien
4.-1. Jh. v. Chr. Rom herrscht in ganz Italien und im Mittelmeerraum
5. Jh. Germanen, Langobarden, Vandalen und Hunnen dringen nach Italien ein
11. Jh. Die Normannen erobern Kampanien, Apulien, Sizilien
14./15. Jh. Herausbildung selbstständiger Herzogtümer, Stadt- und Seerepubliken, des Königreichs Neapel/Sizilien und des Kirchenstaats
1556-1799 Aufteilung Italiens unter Bourbonen, Habsburgern und Frankreich
1848-71 Italien vereint sich im Risorgimento zum Nationalstaat mit Rom als Hauptstadt
1915 Italien tritt gegen Österreich und Deutschland in den Ersten Weltkrieg ein
1919 Im Friedensvertrag von Versailles werden Italien nach dem Ersten Weltkrieg Südtirol, das Trentino, Triest und Istrien zugesprochen
1922-1943 Faschistische Diktatur unter Benito Mussolini
1946 Italien wird Republik
1992-94 Schmiergeldskandale, Mafiamorde, Zusammenbruch der traditionellen Parteien
2008 Rechtspopulist Silvio Berlusconi wird zum 3. Mal Regierungschef
2009 Schweres Erdbeben in den Abruzzen
2012-2013 Interimsregierung aus Wirtschaftsexperten soll Italiens Schuldenkrise beenden
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft in Rom

Via San Martino della Battaglia 4 | Tel. 06492131 | www.rom.diplo.de

Österreichisches Konsulat in Rom

Viale Liegi 32 | Tel. 068418212 | www.bmeia.gv.at

Schweizer Botschaft in Rom

Via Barnaba Oriani 61 | Tel. 06809571 | www.eda.admin.ch

Notrufe

Notruf (Pronto Soccorso) gratis von jedem öffentlichen Telefon:

- Polizei Tel. 113

- Feuerwehr (Vigili del Fuoco) Tel. 115

- Notarzt, Rettungswagen Tel. 118

- Pannenhilfe Tel. 803116

- Europaweit gültige Notrufnummer Tel. 112

Internetcafés & Wlan

Internetcafés gibt es überall (2-6 Euro/Std.), in den größeren Städten finden sich zudem manche Cafés mit Wifi-Zugang, wie WLAN auf Italienisch genannt wird. Das gilt auch für die Mehrzahl der Hotels, von denen viele heute zumindest im Bar-, Rezeptions- und Loungebereich eine drahtlose Internetverbindung anbieten, manche gratis, manche über ein an der Rezeption zu erwerbendes Passwort. Dasselbe gilt für Warte- und Barbereiche an Flughäfen und auf den großen Bahnhöfen sowie an manchen Autobahnraststätten vor allem im Norden.

Die Stadtverwaltungen von Rom (www.romawireless.com), Mailand und Bologna treiben den Netzzugang in der Innenstadt und in öffentlichen Parkanlagen aktiv voran. Über www.wi-fi-italia.com und wi-fi.jiwire.com finden Sie Adressen.

Post

Postämter sind im Allgemeinen Mo bis Fr 8.20 bis 13.20 Uhr, Sa bis 12.20 Uhr geöffnet. Das Porto für Briefe und Postkarten beträgt innerhalb Europas 75 Cent.

Telefon & Handy

Die ehemaligen Vorwahlen sind fester Bestandteil der Rufnummer, man muss sie also auch bei Ortsgesprächen mitwählen, ebenso muss bei Anrufen aus dem Ausland die Null mitgewählt werden. Vorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041. Vorwahl nach Italien: 0039

Unter www.teltarif.de/i/reise-itm.html erfahren Sie, wie Sie preiswerter in Italien mit dem Handy telefonieren, ob über Prepaidkarten bei Ihrem Netzbetreiber noch vor Reiseantritt oder ob über italienische Prepaidkarten, bei denen Sie die Kosten eingehender Anrufe sparen und für die Sie eine neue Rufnummer bekommen.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Festivals & Volksfeste

Februar/März

Karneval wird im piemontesischen Ivrea mit einer orgiastischen Orangenschlacht, in Venedig mit spektakulären Maskeraden, in Viareggio mit einem politsatirischen Wagenumzug gefeiert.

März/April

Ergreifende Osterprozessionen, besonders eindrucksvoll die Karfreitagsprozessionen in Taranto (Apulien) und Chieti (Abruzzen), außergewöhnlich am Ostersonntag die Wiederauferstehung in Sulmona (Abruzzen): La Madonna che Scappa in Piazza

15. Mai

Corsa dei Ceri in Gubbio (Umbrien): Große Votivgestelle werden im Laufschritt auf den Berg Ingino getragen - spektakulär!

Mai-Mitte Juni

Maggio Musicale Fiorentino: internationale Musikfestwochen in Florenz. www.maggiofiorentino.com

Mai/Juni

Fronleichnam: Prozessionen und bunte Blumenteppiche u. a. in Bolsena und Genzano bei Rom, in Spello (Umbrien) und in Campobasso (Molise).

Ende Juni-Mitte Juli

Festival dei Due Mondi in Spoleto mit Theater-, Tanz- und Musikevents.

Ende Juni-Ende August

I Suoni delle Dolomiti: Auf Almwiesen unter den Dolomitengipfeln des Trentino suggestive Konzerte. www.isuonidelledolomiti.it

Juli

Heineken Jammin' Festival: internationale Rock- und Popgrößen heizen Anfang Juli in San Giuliano bei Venedig ein. www.venezia.net/heineken-jammin-festival

Neapolis Festival, Süditaliens wichtigstes Rock-Pop-Festival in Neapel Mitte Juli. www.neapolis.it

Anfang Juli-Ende August

Die weltberühmten Opernfestspiele in der römischen Arena von Verona.

Anfang Juli-Mitte September

Ravello Festival: Vor der Kulisse der Costa Amalfitana hochkarätige Konzerte und vieles mehr. www.ravellofestival.com

2. Juli und 16. August

Palio di Siena: Italiens berühmtestes - und aus Tierschutzgründen umstrittenes - Pferderennen auf der schönen Piazza.

Mitte Juli

Pescara Jazz und Umbria Jazz, unter den zahlreichen Jazzfestivals während des italienischen Sommers zwei der besten. www.pescarajazz.com und www.umbriajazz.com

Arezzo Wave Love Festival: Fünf Tage lang spielen im Stadion von Arezzo die besten Gruppen neuer Rock-Pop-Trends auf, ein Festival der Spitzenklasse. www.arezzowave.com

August

Im August, der Sommerhochzeit, eine Fülle von Events wie Schlemmerfesten und zu Ferragosto, dem 15. Aug., phantastische Feuerwerke.

Die Alternativszene trifft sich in der zweiten Augusthälfte zur Notte della Taranta im Salento in Apulien.

In der letzten Augustwoche beleben Buskers, erstklassige internationale Straßenmusiker, die Plätze Ferraras. www.ferrarabuskers.com

September

Trasporto della Macchina di Santa Rosa: Zu Ehren ihrer Schutzheiligen tragen am 3. Sept. 100 Männer einen 30 m hohen Turm durch die mittelalterlichen Straßen Viterbos.

Oktober

Barcolana: Tausende von Segelbooten liefern sich am zweiten Oktoberwochenende im Golf von Triest an der oberen Adria die größte Amateurregatta Europas.

Offizielle Feiertage

1. Jan. Neujahr
6. Jan. Heilige Drei Könige
März/April Ostermontag
25. April Befreiung vom Faschismus
1. Mai Tag der Arbeit
2. Juni Tag der Republik
15. Aug. Mariä Himmelfahrt
1. Nov. Allerheiligen
8. Dez. Mariä Empfängnis
25./26. Dez. Weihnachten
Mobilität vor Ort

Auto

Vorgeschrieben sind Führerschein und Fahrzeugschein, empfohlen werden die grüne Versicherungskarte und eventuell ein Auslandsschutzbrief. Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften 50 km/h, ansonsten 90, auf Autobahnen 130 (bei Regen 110), auf Schnellstraßen 110 km/h. Auch tagsüber müssen Sie außerhalb von Ortschaften mit Abblendlicht fahren. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Pflicht ist das Mitführen einer Warnweste für Fahrer und Beifahrer.

Autobahnen in Italien sind bis auf einige Streckenabschnitte im Süden mautpflichtig, Schnellstraßen (superstrade) sind gebührenfrei. Um Warteschlangen an den Mautstellen zu umgehen, kann man auch mit allen gängigen Kreditkarten schnell und bargeldlos passieren.

Viele Innenstädte sind verkehrsberuhigt, es gibt fast nur noch gebührenpflichtige Parkbuchten mit Automaten. Rubbeltickets und magnetische Parkkarten bekommt man an Kiosken und in Tabakläden. Immer häufiger kontrollieren Kameras die Straßenzugänge zu den verkehrsberuhigten Stadtkernen, Z. T. L. genannt (zona traffico limitato). Ihr Hotel hilft mit einem Fahrpass. Bei besonders hohen Smogwerten verhängen viele Städte für ihre Zentren ein tagweises Fahrverbot für Autos der Euro-Schadstoffklasse 1, 2 und manchmal auch 3 sowie für ältere Dieselwagen ohne Partikelfilter, was über große Displays auf den Zufahrtsstraßen kundgetan wird. Das Auto parkt dann in den Außenbereichen, es geht mit öffentlichen Verkehrsmittel weiter, in den meisten Fällen gibt es ein P+R-System. Die Mailänder Innenstadt ist als Umweltzone ausgeschrieben, die oben genannten Schadstoffklassen brauchen für ihre Einfahrt in die Stadt einen Ecopass, den man dort bekommt, wo auch die Fahrscheine für die öffentlichen Verkehrsmittel verkauft werden, z. B. in Tabacchi-Geschäften oder in den Parkhäusern (www.mailand.diplo.de). Man tankt super 95 senza piombo oder gasolio (Diesel). Die Tankstellen - außer auf der Autobahn - schließen über die Mittagszeit (12.30-15 Uhr) und am Sonntag, aber viele haben Tankautomaten, die Ihnen weiterhelfen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Eisenbahn (www.fsitaliane.it, www.trentitalia.com) und Bus sind relativ preiswert. Die Züge sind pünktlicher als ihr Ruf, jedoch häufig überfüllt. Die superschnellen neuen Züge Frecciarossa und Eurostar, die zunehmend die Normalzüge ersetzen, verbinden die großen Städte; sie sind erheblich teurer, und eine Platzreservierung ist obligatorisch. Eine Reihe lokaler Bahnen bringt Sie in kleine Dörfer und abgelegene Landschaften z. B. mit Trenord in die lombardischen Täler, mit der Vinschgauerbahn ins Südtiroler Vinschgautal, mit Ferrovie Sudest durch den Salento in Apulien. In vielen Lokalzügen darf man Fahrräder mitnehmen. Bahnfahrkarten müssen vor Besteigen des Zuges an den orangegelben Automaten im Bahnhof entwertet werden. Neben der italienischen Eisenbahn gibt es die schnelle, komfortable Privatbahn Italo (www.italo.it). Großstädte wie Rom, Mailand und Neapel haben U-Bahnen und dichte Busnetze.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Beim Anblick der salumerie, der Käseläden und Lebensmittelmärkte läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Das geniale Fundament der italienischen Küche aber ist die Pasta, die Nudel aus Wasser und Hartweizenmehl. Auf rund 250 verschiedene Pastaformen hat es die Phantasie und Kreativität der Italiener gebracht, allen voran die Spaghetti, "Teigschnürchen" in zahllosen Stärken. In Süditalien herrschen die maccheroni vor, breit oder schmal, glatt oder gerippt, auch tubetti, rigatoni oder penne genannt. Dann gibt es die eher norditalienischen Bandnudeln, tagliatelle, fettuccine oder pappardelle, schließlich Teigtaschen aus Eier- und Mehlteig in vielen Formen und mit verschiedenen Füllungen, ravioli, agnolotti, cappelletti, tortellini, tortelloni, cappellacci. Zu vielen Nudelgerichten gehört traditionell der geriebene Käse, parmigiano (Kuh, vornehmlich im Norden) oder Pecorino (Schaf, eher in Mittel- und Süditalien).

Ein Menü beginnt mit antipasti, den Vorspeisen wie Salami, Schinken, eingelegten Zwiebeln, Auberginen, Artischocken, Meeresfrüchten; dem folgt das primo (erster Gang), ein Nudelgericht, eine Suppe oder Risotto; das secondo (Hauptgang) ist Fleisch, geschmort, gegrillt, oder Fisch, auch oft nur gegrillt, und dazu Gemüse nach Wahl (contorno). Gemüse ist das Stichwort zum Süden, hier gedeihen besonders schmackhaft Tomaten, Auberginen, Artischocken, frische fave (grüne süße Saubohnen), kräftiges Blattgemüse wie cicorie, cime di rape, friarielli und broccoli. Den Abschluss bilden cremige Süßspeisen wie tiramisu, zabaione oder zuppa inglese sowie Gebäck, das man in süße Likörweine tunkt. Im Süden verwendet man für Süßspeisen gerne den milden Frischkäse ricotta.

Bei der Wahl des Restaurants helfen Begriffe wie ristorante, trattoria, osteria, locanda - Kategorien, die heute kaum noch etwas über die Art des Lokals aussagen - oft weniger als ein Blick auf Ambiente und Speisekarte und auf die anwesenden Gäste (sind es Italiener?). Die einst klassische Weinkneipe osteria nennt sich nun enoteca oder, international verständlicher, wine bar: Edle Tropfen im calice (Kelch) zu 2,50 bis 10 Euro das Glas, dazu Käse- und Wurstspezialitäten.

Zur Rechnung gehört das coperto, der Preis für Brot und Gedeck (zwischen 1 und 5 Euro), der stets auf der Speisekarte ausgezeichnet ist. Der Service, sofern nicht ausdrücklich als non compreso ausgeschrieben, ist im Preis inbegriffen. Die Restaurantküchen öffnen meist zwischen 12.30 und 14 Uhr und zwischen 19.30 und 22 Uhr. Pizzerien heizen meist bis Mitternacht ihre Öfen. Wen tagsüber der Hunger überfällt, der kann in einer Bar panini (belegte Brötchen), tramezzini (Toastsandwiches) und süße Teigstückchen bekommen. Und in den Städten wird nun oft zu Mittag ein rasches Tellergericht angeboten, ganz urban und unitalienisch. Einheimische gehen zu Mittag auch gern in ein Self Service oder in eine Rosticceria, wo man oft überraschend schmackhafte Lokalküche bekommt. Imbissstuben mit Pizza auf die Hand gibts überall, wie auch längst schon Kebab-Imbisse.

Italien ist wahrlich ein Weinland mit leckeren und unterschiedlichen Sorten. Neben internationalen Reben werden überall gebietstypische Rebsorten angebaut, selbst im alpinen Aostatal: Hier keltert man trockene Weiße ebenso wie gute Rote. Die besten Rotweine Italiens kommen aus dem Piemont, darunter der berühmte Barolo. Auf den Terrassenhängen Liguriens gedeihen vorwiegend frische Weißweine. Vorzügliche lombardische Weine kommen aus dem Oltrepò, der Franciacorta und der Valtellina. Die Emilia-Romagna produziert mehr Wein als jede andere Region Italiens. In Südtirol und im Trentino wird vorwiegend Rotwein gekeltert, im Friaul, besonders im Collio, gedeihen hervorragende Weißweine. Die Veneter sind die größten Weintrinker Italiens. Berühmt sind der weiße Soave, der rote Valpolicella und der Prosecco, besonders gut ist er aus der Gegend um Conegliano und Valdobbiadene.

In der Toskana liegt das berühmte Weinbaugebiet Chianti; der edle Brunello wächst bei Montalcino. Unter den Weinen Umbriens verdient vor allem der weiße Torgiano Beachtung. Als Begleiter zu Fischgerichten eignet sich der Verdicchio aus Jesi und Macerata in den Marken. In den Osterien und Trattorien im Latium trinkt man u. a. den weißen Frascati und die Weine der Castelli Romani. Aus den Abruzzen kommen der rote Montepulciano d'Abruzzo und der weiße Trebbiano d'Abruzzo, im Molise keltert man Biferno und Pentro.

Die Apulier sind zu Recht stolz auf ihre Roséweine. Der leicht moussierende rote Aglianico der Basilikata stammt noch von Reben ab, die die Griechen 400 v. Chr. in Süditalien anpflanzten. Der weiße Greco di Tufo wuchs schon in Pompeji; an den Lavahängen des Vesuvs nennt er sich Lacryma Christi. Kalabrien zeichnen kräftige Rotweine und hervorragende Dessertweine aus wie der Moscato di Saracena. Im Norden beschließt man ein üppiges Mahl mit dem Tresterschnaps grappa, im Süden hingegen mit dem fruchtigen Zitronenlikör limoncello.

Trinkgeld

Man sollte nicht zu knauserig sein, Trinkgeld (fünf bis zehn Prozent) bekommen nette Kellner in Restaurants und Cafés, Zimmermädchen, Kofferträger u. a.

Einkaufen und Shoppen

Exquisites für Küche und Keller, schicke Mode und Accessoires oder Kunsthandwerk in lokaler Tradition: In Werkstätten, auf Märkten, in eleganten Geschäften zeigt sich der Geschmack der Italiener.

Delikatessen & Wein

Kulinarische Leckerbissen sind das ideale Mitbringsel von einer Italienreise, z. B. kalt gepresstes Olivenöl (olio d'oliva extravergine). Oder Wein, den es in Weinhandlungen, direkt beim Winzer oder im örtlichen Supermarkt gibt. Dazu passen luftgetrocknete Salami, eingelegte Wildschweinwürste, ein dickes Stück Parmigiano-Reggiano, das man sich für die Reise luftdicht einschweißen lässt, getrocknete Steinpilze, Edelschinken wie der culatello, Balsamessig, Grappa … Aus dem Süden nimmt man sich den Zitronenlikör limoncello mit, getrocknete Tomaten und die vasetti mit eingelegtem Gemüse wie Auberginen und Artischocken in Essig oder Öl, vor allem aber die mediterranen Zwiebelchen lampascioni, eine Spezialität aus Apulien. Ein Souvenirtipp aus Kalabrien ist die 'nduja, eine scharf mit peperoncino gewürzte Wurst aus Schweinefleisch, lange haltbar und ideal als kräftiger Würzzusatz in der Nudelsauce.

Kunsthandwerk

Nicht zuletzt dem Tourismus ist es zu verdanken, dass die vielfältigen lokalen Handwerkstraditionen nicht ausgestorben sind. Auch junge Leute lernen wieder alte Handwerkstechniken, die sie mit neuen Designvorstellungen kombinieren; vor allem bei Glas und Keramik lassen sich schöne moderne Formen und Muster entdecken. Holzschnitzarbeiten gibt es z. B. im Südtiroler Grödner- oder Aostatal. Weltberühmt ist das mundgeblasene Glas von Murano. In Venedig floriert das Geschäft mit handgemachten Masken (aufgepasst, viele sind aus Taiwan und China!), aber auch mit marmoriertem Papier. In Fabriano und in Amalfi gibt es handgeschöpftes Papier. Für die schönsten Terrakottakübel fährt man nach Impruneta, rustikale mediterrane Keramik gibt es an der Amalfiküste in Vietri sul Mare oder in Apulien in Grottaglie. In Lecce ist man auf Heiligen- und Krippenfiguren aus Pappmaché spezialisiert, in Neapel sind sie aus Ton.

Märkte

Praktisch jede Ortschaft hat ihren Markt - dort finden Sie die moka zum Espressokochen, den Milchschäumer für den Cappuccino, die Käsereibe, den Trüffelhobel, den Mörser aus Marmor oder Olivenholz, das Essig-Öl-Set - alles Dinge, die längst auch zu Hause zu haben sind, aber in Italien gekauft, bekommen sie das Flair des Handfest-Typischen. In den großen Städten gibt es immer mehr Bauernmärkte unter dem Motto "Bio 0 km". Und auf den Wochenmärkten finden sich jede Art von Klamotten, darunter auch überraschend Hochwertiges zu gutem Preis.

Mode & Schuhe

Zunächst sind da die Läden der großen Modenamen wie Armani, Dolce & Gabbana, Prada, Versace, Max Mara, dann die weltberühmten Casualmarken wie Benetton, Stefanel und Diesel. Wer die hohen Preise nicht bezahlen möchte, der achte auf die Schlussverkäufe (saldi), die oft schon im Juni oder Juli beginnen. Oder man fährt in die Outletcenter, in denen Hunderte Läden auch die großen Marken führen. Wie Dörfer sind sie angelegt und nahe der Autobahnen, z. B. das mit über 170 Läden größte Serravalle Designer Outlet in Serravalle Scrivia bei Alessandria im Piemont (Via della Moda 1 | www.mcarthurglen.it), in der Lombardei bei Brescia in Rodengo Saiano das Franciacorta Outlet Village, in der Emilia-Romagna bei Fidenza das kunterbunte Fidenza Village, in der Toskana im Mugello das Barberino Designer Outlet, bei Rom das Designer Outlet Vastel Romano in antiker Kulisse. Unter dem Namen "Diffusione Tessile" verkauft die Marke Max Mara in großen Läden Hochwertiges aus der vorherigen Saison zum halben Preis: www.diffusionetessile.it. Schwieriger zu finden sind die Fabrikläden (spaccio aziendale) der Hersteller, mit Adressen helfen die Tourismusämter weiter oder der Schnäppchenführer "Fabrikverkauf Norditalien". Auf Italienisch gibt es den immer aktuellen "Lo Scopri-occasioni" für ganz Italien, auf Deutsch hilft www.factory-outlet-italy.com.

Öffnungszeiten

Lebensmittelgeschäfte sind werktags meist von 8.30 bis 13 und von 17 bis 19.30 Uhr geöffnet, alle anderen Läden, Boutiquen, Supermärkte und Warenhäuser öffnen normalerweise von 8.30 bis 12.30 und von 15.30 bis 19.30 Uhr. An einem Nachmittag in der Woche sind alle Geschäfte geschlossen. In Touristenorten bleiben Geschäfte und Boutiquen oft bis spät in die Nacht offen. Kirchen sind meist täglich von 8 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Spezialitäten

agnello Lamm im Ofen (al forno) oder als Kotelett vom Grill (alla griglia)
arrosto di maiale/di cinghiale Schweinebraten in ganz Italien beliebt, in Mittelitalien auch Wildschwein
bollito misto gekochte Fleischstücke: Rind, Zunge, Huhn, Kochwurst, dazu gibts grüne Kräutersauce (salsa verde) oder Senffrüchte (mostarda)
brasato in Rotwein geschmorter Rinderbraten, typisch für Norditalien, dazu gibt es den Maisgrießbrei Polenta
(insalata) caprese der klassische Sommerimbiss: Tomaten, Mozzarella (möglichst aus Büffelmilch), Basilikum
coniglio Kaninchenbraten, den man fast überall bekommt
fritto misto di pesce panierte, frittierte Fische, Tintenfischringe, Meeresfrüchte
gnocchi ganz kleine Klößchen aus Kartoffelmehl, wie Pasta als primo mit einem sugo serviert
insalata di frutti di mare mit Zitrone, Olivenöl, Knoblauch und Petersilie angemachte Meeresfrüchte wie klein geschnittene Tintenfische, Kraken, Muscheln
ossobuco Beinscheiben von Kalb oder Rind in Tomatensauce geschmort, typisch für die Lombardei
pesce alla griglia frischer Fisch vom Grill: Goldbrasse (dorata), Zahnbrasse (dentice), Seebarsch (spigola), Barben (triglie), Scholle (sogliola), Sardinen und Makrelen (pesce azzurro)
(alla) pizzaiola in Tomatensud gedünstet, typisch für den Süden
porchetta mit Kräutern gewürztes und am Spieß gebratenes krosses Spanferkel
spaghetti alle vongole/allo scoglio Spaghetti mit Venusmuscheln bzw. mit Meeresfrüchten
zabaione luftig-lockere, süße Weinschaumcreme, ursprünglich aus dem Piemont
Stichworte

Amore

Längst hat der Latin Lover Glanz eingebüßt, und der kosmopolitischen Jugend an den italienischen Stränden ringt er allenfalls ein Grinsen ab. Vielleicht war die ganze Sache auch nur eine Wunschvorstellung, der die Italiener selbst und alle anderen liebend gern auf den Leim gegangen sind. Dabei ist es ein italienisches Mädchen, dem seit Jahrhunderten die romantischen Liebesphantasien aus aller Welt gelten: die tragische Liebesheldin Julia, Romeos Geliebte aus Verona - heute auch im Internet zu erreichen: www.julietclub.com, mit einem alljährlichen Preis für den schönsten Liebesbrief. Ganz im Zeichen der Liebe steht auch der hochromantische Aufenthalt in Verona zum Valentinstag: www.veronainlove.it. Vielleicht liegt es ja an der italienischen Sprache, in der es sich so schön schmachten lässt. So sind auch die besten Troubadoure immer noch Italiener: der melancholische Paolo Conte für die Damen und der knackige Eros Ramazzotti für die Mädchen.

Autos und Motorräder

Die schnelle Fortbewegung entspricht dem Temperament der Italiener, nur sie konnten ein so schnittiges Auto wie den feuerroten Ferrari aus Modena erfinden. Motorradfans schwören auf die italienische Kultmarke Ducati aus Bologna und kleine Mädchen auf den unschlagbaren Rennfahrer Valentino Rossi. Und wie rasende Schwärme flitzen die Vespafahrer durch die engen Gassen der italienischen Städte. Trotz hoher Autobahngebühren und Verkehrschaos in den Städten macht den Italienern Autofahren immer noch Spaß, spritzig und wendig tun sie es, aber auch ungeduldig und aggressiv. Das schüchtert fremde Autofahrer zunächst ein. Da heißt es dann: hinein in den Strom und auf die Reaktionsschnelligkeit der anderen vertrauen. Der Spaß ist längst an seine Grenzen gestoßen, denn die einst für Italien typische Unfallstatistik - viel Blechschaden und wenig Verkehrstote - stimmt so nicht mehr. Wegen Smog machen die großen Städte immer öfter ihre Zentren dicht, auch für Autos von Touristen. Dagegen kann man heute in so gut wie allen Stadtzentren des Landes Fahrräder ausleihen, meist in Bahnhofsnähe. Umweltbewusstsein nimmt also im italienischen Straßenverkehr Fahrt auf; auch das Autofahren mit schadstoffarmem Flüssiggas ist sehr verbreitet, Carsharing ist kein Fremdwort mehr, und Taxiunternehmen setzen auf das Hybridauto Prius.

Bar

Die Bar öffnet in aller Herrgottsfrühe mit dem Duft frischer cornetti (Hörnchen) und cappuccini. Im Lauf des Tages schauen Hausfrauen, Schulkinder, Arbeiter, Angestellte, Passanten herein. Am Nachmittag planen die Jugendlichen hier ihr abendliches Vergnügungsprogramm, und die Alten spielen endlos Karten. Dann schlägt die Stunde des Aperitifs, in den Städten ein Höhepunkt des Tages. Auf den Dörfern kehren die Männer nach dem Abendessen zum letzten Plausch zurück. Im Sommer beobachtet man vor der Bar das Treiben auf der Piazza. Mal nüchtern bis schäbig, mal kitschig aufgemotzt, immer häufiger richtig schick, ist die Bar das zweite Zuhause der Italiener und auch jedem Fremden ganz unverbindlich zugänglich.

Familie

Es gibt sie noch, die italienische Familie. Sie lebt aber nicht mehr als großer patriarchalischer Generationenbund unter einem Dach, sondern hat sich in Single- und Kleinfamilienhaushalte aufgelöst. Hinzu kommt der im einstmals so kinderfreundlichen Italien verblüffende Geburtenrückgang, mit statistisch kaum mehr als einem Kind pro Familie ein europäischer Minusrekord. Heute helfen die Einwanderer aus Afrika, Asien und Osteuropa, dass Italien nicht völlig überaltert. Die Familie existiert aber nach wie vor als Verbund gegenseitiger Hilfe bei Arbeitslosigkeit, Arbeitsbeschaffung und Wohnungsnot, bei der Altenbetreuung und fehlenden Kindergartenplätzen. In der Verwandtschaft findet man auch Handwerker, den Arzt, den Anwalt und einen günstigen Pelzmantel. Das mag zum Teil erklären, warum viele Italiener bei den hohen Preisen und oft niedrigen Löhnen über ihre Verhältnisse leben können - und weshalb viele Jugendliche sich den Auszug in eine eigene Wohnung kaum leisten können.

Giotto

Unter den vielen Künstlergenies, die Italien hervorgebracht hat, gebührt dem Maler und Baumeister Giotto di Bondone (1266-1337), Sohn eines Bauern aus einem Dorf bei Florenz, ein besonderer Platz. In der Zeit mächtiger Städte wie im Florenz des 13./14. Jhs. entwickelt Giotto einen neuen Malstil, fern vom Schematischen der byzantinischen Kunst des Mittelalters: Perspektive, farbliche Nuancierung, Bewegung, menschliche Charakterisierung - kurz: Realismus. Seine Malerei wird damit zum Ausgangspunkt für die Entwicklung einer typisch italienischen Maltradition, die aus dem "internationalen" Mittelalter herausführt. In den Uffizien in Florenz kann man sehr schön dieses Neue sehen, beim Vergleich der "Maestà" des Giotto mit der des Cimabue, des Lehrers Giottos und noch eine Generation älter. Hauptwerke Giottos sind die Fresken in der Cappella degli Scrovegni in Padua und die Fresken zum Leben des heiligen Franziskus in der Oberkirche von Assisi.

Heilige

Italien ist zu über 90 Prozent römisch-katholisch. Und mitten in seiner Hauptstadt lebt der Papst, oberster Hirte der Katholiken, in seinem Kleinstaat, dem Vatikan. Vor allem im Süden nehmen die Priester nach wie vor erheblichen Einfluss auf Politik und Wahlen. Derweil hält man sich im Volk an die Heerschar der unzähligen Heiligen in der Hoffnung auf ihren Beistand im Lebenskampf. Etwas ganz Besonderes ist Neapels Stadtheiliger San Gennaro: Im Mai und im September treffen sich die Gläubigen in seiner Kirche und beten so lange, bis sich sein Blut verflüssigt. Und Zulauf von Millionen Verehrern erhält der kürzlich heiliggesprochene Wunderheiler Padre Pio (1887-1968) in seinem Wallfahrtsort San Giovanni Rotondo in Apulien.

Immigration

Den Italienern fällt es schwer, ihr Land als "gelobtes Land" für Einwanderer wahrzunehmen. Zu stark verwurzelt ist ihre Vorstellung, aus Italien könne man nur auswandern, um anderswo nach Chancen zu suchen. Tatsächlich emigrierten von 1876 bis 1976 sage und schreibe 24 Mio. Italiener in alle Welt. Doch wie jede große Industrienation ist das Land längst Ziel von Hoffnungssuchenden aus aller Welt geworden, wie übervolle Boote vor den süditalienischen Küsten immer wieder deutlich vor Augen führen: 7,5 Prozent der Bevölkerung Italiens stammt heute aus Rumänien, Albanien, aus Afrika, Pakistan, China. Ohne sie sind die Wirtschaft und das soziale Gefüge Italiens nicht mehr vorstellbar, die Einwanderer betreuen die Alten und Kinder Italiens, betreiben Tante-Emma-Läden und Marktstände, arbeiten in den Krankenhäusern, Trattoriaküchen, bei der Müllabfuhr. Die Fabriken des Nordens und die Tomatenfelder des Südens könnten ohne die afrikanischen Arbeiter dicht machen bzw. lägen brach.

Mafia

Allein in Italien erwirtschaftet die Mafia jährlich rund 100 Mia. Euro, vor allem mit Schutzgelderpressung, Subventionserschleichung, Drogen und neuerdings bei der Müllentsorgung. Dass sie längst über die Grenzen Italiens hinaus operiert, ist in Deutschland mit den Morden in Duisburg 2006 wieder einmal deutlich geworden. Immer wieder gibt es Fahndungserfolge bei einst "unberührbaren" Bossen, auch die Zivilgesellschaft bemüht sich: So macht die Bewegung Addiopizzo ("Tschüs Schutzgeld") in Sizilien auf auch für Touristen relevante Betriebe wie Restaurants und Hotels aufmerksam, die sich den Schutzgelderpressungen mutig entgegenstellen; in Kalabrien tritt die Bewegung Ammazzatecitutti ("Tötet uns alle") mit öffentlichen Aktionen für ein stärkeres Legalitätsbewusstsein ein. Unter dem Label Libera Terra werden Öl, Wein und Pasta verkauft, die heute biologisch auf ehemaligem, konfiziertem Mafialand angebaut und produziert werden (www.liberaterra.it). Dennoch: Nicht umsonst wird die Mafia piovra, Krake, genannt, der ständig neue Fangarme nachwachsen.

Musica italiana

So vielfältig das Land, so reich seine Musikszene. Aus dem Norden kommen unglaublich populäre Altrocker wie Vasco Rossi, Zucchero, Ligabue und Gianna Nannini. Genua steht für die Tradition der Liedermacher, die berühmtesten sind Gino Paoli und der verstorbene, aber nach wie vor kultig verehrte Fabrizio De André. Im Süden hat sich eine eigene Musikrichtung entwickelt, eine Mischung aus den Rhythmen der traditionellen Volksmusik - allen voran die pizzica taranta aus Apulien - und modernem Sound. Vorreiter waren Teresa De Sio und Edoardo Bennato, ihre jungen Erben sind Gruppen wie Sud Sound System. Und Jazz, Pop und neapolitanischen Dialekt mischt Pino Daniele. Wer nach den klassischen canzoni napolitane sucht, sollte sich Roberto Murolo anhören. Und in den italienischen Charts? Die jungen Italienerinnen und Italiener hören melodiösen Pop von Gruppen wie Subsonica, Le Vibrazioni und Negroamaro. Eigenwillige Popbarden sind Tiziano Ferro, Sergio Cammariere, Simone Cristicchi sowie - auf weiblicher Seite - Carmen Consoli, Laura Pausini, Giorgia und die junge Malika Ayane. Viele dieser Künstler kann man auf den zahlreichen sommerlichen Festivals und Piazza-Events im Land live erleben.

Slow Food

Ihre kulinarischen Traditionen sind den Italienern mindestens ebenso wichtig wie ihre kunsthistorischen Schätze. Das zeigt der Erfolg der 1986 ins Leben gerufenen Vereinigung, die mit ausgewiesenen Speiselokalen, in denen man sorgfältig zubereitete lokale Spezialitäten bekommt, mit Geschmackskampagnen und Gastronomiemärkten gegen den industriellen Massengeschmack anzukämpfen begann. Anfangs fast ein wenig belächelt, hat Slow Food heute längst unter Beweis gestellt, dass guter Geschmack und die bewusste Nahrungsauswahl aus der nahen Umgebung und von lokalen Produzenten eng verknüpft ist mit Naturschutz und sozialem Bewusstsein. Mittlerweile gibt es Slow-Food-Anhänger in über 130 Ländern (Infos zu Veranstaltungen, Märkten und Messen in Italien unter www.slowfood.it).

Sprachen

Italien ist ein Land der Sprachenvielfalt. Zum Italienischen und dessen Dialekten kommen zehn weitere eigenständige Sprachen: im Friaul und in den Dolomitentälern Ladinisch, Deutsch in Südtirol (hier gleichberechtigt neben dem Italienischen) und im Trentino. In einigen Dörfern in Sizilien und Süditalien wird Albanisch gesprochen, Erbe albanischer Siedler aus dem 14. Jh. In Apulien und Kalabrien haben sich in einigen Dörfern griechische Sprachreste erhalten. In den nordostitalienischen Grenzprovinzen von Triest, Görz und Udine spricht man Slowenisch, Serbokroatisch in einigen Dörfern im süditalienischen Molise. In Alghero auf Sardinien hat Katalanisch überlebt wie auch das Frankoprovenzalische in den nordwestlichen Regionen Aostatal und Piemont. Französisch ist sogar zweite Amtssprache im Aostatal. Und kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache ist das Sardische. Der heute noch hoch verehrte und viel zitierte Nationaldichter Dante Alighieri aus Florenz (1265-1321) legte mit seiner "Göttlichen Komödie" in 15000 Versen die Grundlage für das Hochitalienische. Im 20. Jh. haben Schule und Fernsehen dafür gesorgt, dass sich die vielsprachigen Italiener untereinander verstehen.

Wirtschaft

In der zweiten Hälfte des 20. Jhs. hat sich Italien von einem bäuerlichen Agrarland zu einer hoch entwickelten Industrienation gewandelt. Im Dienstleistungsbereich dominiert der Tourismus. Wichtige Industriezweige sind der Maschinenbau, die Verpackungsindustrie sowie die Nahrungsmittelherstellung, aber auch traditionelle Bereiche wie die Textil- und die Schuhindustrie sind bedeutend für Italiens Wirtschaft. Diese profitieren von den Impulsen der weltweit renommierten italienischen Modedesigner, aber auch von einer bislang erfolgreichen Struktur der italienischen Wirtschaft, für die hoch spezialisierte Klein- und Mittelbetriebe, oft in Familienhand, charakteristisch sind. Sie residieren hauptsächlich in Nord- und Mittelitalien und sind als flexible Zulieferer wichtige Stützpfeiler der wenigen Großbetriebe, auch diese oft in Familienhand - siehe Ferrero (Nutella, Kinder), Benetton, Barilla und Fiat. Es kriselt jedoch: Produktionsverlagerung in Billiglohnländer ist auch in Italien ein Thema, Bürokratisierung, Staatsverschuldung und Steuerlast drücken, es fehlt an Investitionen in Bildung und Forschung, entsprechend schlecht sind die Chancen für junge Leute: Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosenquote von 10 Prozent beträgt 36 Prozent. Auch hinkt der Süden trotz jahrzehntelanger Subventionen stark hinterher. Ein großes Problem: die verbreitete Schattenwirtschaft, die Schwarzarbeit. Doch zahlreiche Reformen wurden zuletzt Erfolg versprechend in die Wege geleitet.

Bloss nicht!

Sich beklauen lassen

Besonders auf Brief- und Handtaschen in öffentlichen Verkehrsmitteln sollten Sie gut aufpassen. Auch trägt man beim Stadtbummel die Handtasche und den Fotoapparat grundsätzlich an der zur Hauswand gerichteten Seite, nie zur Straßenseite. Am sichersten sind Brust- und Bauchtaschen. Im Hotel sollten Sie nach bewachten Garagen fragen.

Fälschungen kaufen

Wer beim Kauf von gefälschter Markenware - z. B. Gucci-, Prada- oder Louis-Vuitton-Taschen - erwischt wird, muss mit hohen Bußgeldern rechnen.

Getrennt abrechnen

Italienische Kellner und Gastbetriebe haben wenig Verständnis dafür, dass bei einer Gruppe von Gästen jeder für sich bezahlt. Egal, wie viel oder wie wenig einer gegessen hat, unter Italienern wird die Gesamtrechnung am Ende durch die Zahl derer geteilt, mit denen man gemeinsam gegessen hat.

Ungeduldig werden

Sie werden in Italien - besonders im Süden - einem anderen Zeitgefühl begegnen. Das führt häufig dazu, dass man mit organisatorischer Effizienz nicht weit kommt und oft scheinbar sinnlos warten muss. Dafür haben die Menschen aber viel mehr Zeit, was zu netten Begegnungen und manchmal wundersamen Lösungen von Problemen führen kann.

Der Platzzuweisung vorgreifen

Betreten Sie ein Restaurant, steuern Sie nicht gleich auf einen Tisch zu. Der Ober wird Ihnen einen Tisch zuweisen. Sie können Ihre Wünsche äußern, die gern berücksichtigt werden, sofern der betreffende Tisch nicht reserviert ist.

Allzu freizügig in Kirchen

Bitte nicht in Shorts oder mit nackten Schultern Kirchen besuchen, erst recht nicht während des Gottesdienstes.

Bestellen, ohne den Preis zu erfragen

In vielen Fällen empfiehlt es sich, vorher nach dem Preis zu fragen, z. B. vor einer Taxifahrt, bei der Zimmerbestellung, vor Inanspruchnahme einer Autowerkstatt oder wenn man das toskanische Steak, die fiorentina, oder Fisch bestellt, deren Preise häufig pro 100 g (etto) ausgezeichnet sind.

Zitronen oder Feigen pflücken

Vor allem im Süden kommt man vorbei an Gärten mit Bäumen voller Feigen, Zitronen und Orangen. Auch wenn sie einem fast in den Mund fallen, sollte man der Versuchung widerstehen. Oft trifft man jemanden: beim Bauernhaus, beim Arbeiten in den Plantagen - fragen Sie! In der Regel sind die Menschen stolz auf ihre Erzeugnisse und schenken Ihnen dann gern ein paar Früchte.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Grenzkontrollen

Italien wendet das Schengen-Abkommen an, Grenzkontrollen sollen nur noch ausnahmsweise durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen werden Reisende auf dem Luftweg bei Ein - und Ausreise jedoch verstärkt kontrolliert, Flugreisen nach Deutschland sind meist nur mit einem Reisepass/Personalausweis bzw. einem von den deutschen konsularischen Vertretungen in Italien ausgestellten Passersatzdokument möglich. Daher wird dringend empfohlen,dass Reisende, soweit sie über Reisepass und Personalausweis verfügen, eines dieser beiden Dokumente sicher (im Hotelsafe) hinterlegenoder dass Kopien der Reisedokumente im Hotelsafe hinterlegt werden.
Im Hinblick auf verstärkte Kontrollen auch im Schengenraum wird allen Reisenden geraten, in jedem Fall auch bei Reisen mit dem eigenen Fahrzeug, Bus, Bahn den Personalausweis oder Reisepass mitzuführen.
Bei Verlust des Ausweisdokuments können Ersatzdokumente von den deutschen Auslandsvertretungen ausgestellt werden. Vor Ausstellung muss jedoch über die zuständige Gemeinde-/Stadtverwaltung in Deutschland eine Identitätsüberprüfung durchgeführt werden. An Wochenenden/Feiertagen entfällt daher diese Möglichkeit in der Regel wegen fehlender Erreichbarkeit der vorgenannten Behörden. Ein Reiseausweis als Passersatz zur Rückkehr nach Deutschland könnte dann frühestens am darauf folgenden Werktag ausgestellt werden.

Straßenverkehr

Am 14.August 2018 kam es zum Einsturz eines Teilstücks der Autobahn E80/A10 in Genua. Die Viadotto Polcevera, auch Ponte Morandi oder Ponte delle Condotte genannte Autobahnbrücke ist gesperrt. Mittelfristig ist mit Verkehrsbehinderungen im Bereich Genua zu rechnen.

Vor der Abreise sollten sich Autofahrer mit grundlegenden Vorschriften vertraut machen, wie z. B. zulässige Höchstgeschwindigkeiten, Promille-Grenze, etc. Insbesondere das Befahren der verkehrsberuhigten Zonen in vielen Innenstädten, sogenannten ZTL, zone a traffico limitato ist in Italien nur mit einer Sondergenehmigung gestattet. Besonders gekennzeichnete Bus- und Taxispuren dürfen von privaten PKW nicht genutzt werden. Genaue und tagesaktuelle Informationen zu Regelungen, die nicht den deutschen entsprechen, erteilt auch der ADAC. Generell gilt der Hinweis, dass bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung mit empfindlichen Strafen zu rechnen ist. Bußgelder fallen in der Regel deutlich höher aus als in Deutschland und werden auch - notfalls durch ein Inkassounternehmen - eingetrieben.
Gerechtfertigte Bußgeldbescheide sollten aus Kostengründen möglichst noch vor Ort bezahlt werden, auf der Polizeidienststelle, da eine Zustellung an den Inlandswohnort mit einem Gebührenaufschlag verbunden ist.
Falls der Bußgeldbescheid ungerechtfertigt erscheint, sollten Reisende nach Erhalt Widerspruch einlegen, siehe hierzu Hinweise auch in deutscher Sprache unter emo.nivi.it/Faq.
Der italienische Straßenverkehr ist sehr lebhaft und dicht. Die Regeln der Straßenverkehrsordnung werden nicht immer eingehalten. Es ist daher auch an grünen Ampeln oder Zebrastreifen besondere Vorsicht geboten.

Führerschein

Der deutsche Führerschein ist ausreichend.

Geld/Kreditkarten

Zahlungsmittel ist der Euro. Das Abheben von Bargeld an Geldautomaten und die Bezahlung mit Kreditkarten sind überall möglich.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt.

Aktuelle medizinische Hinweise
West-Nil-Fieber
2018 ist es in Europa zu einer Zunahme von West-Nil-Fieber gekommen.
Italien hat mehr als 320 Fälle gemeldet mit 13 Todesfällen. Betroffen ist der Norden des Landes.
Es handelt sich bei West-Nil-Fieber um eine durch Zugvögel verbreitete, von tagaktiven Mücken auf den Menschen übertragene Virus-Erkrankung. Sie kann in seltenen Fällen zu einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) führen. Näheres im Merkblatt West-Nil-Fieber.
Eine Schutzimpfung oder eine spezifische Behandlung gibt es nicht. Expositionsprophylaxe s.u. ist die einzige Schutzmöglichkeit.

Impfschutz

Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden (siehe www.rki.de). Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR) Influenza und Pneumokokken.
Das Auswärtige Amt empfiehlt darüber hinaus bei besonderer Exposition, bei aktuellen Ausbrüchen, einfachen Reisebedingungen, Hygienemängeln, Hilfseinsätzen oder besonderen beruflichen/sozialen Kontakten, Impfungen gegen Hepatitis A und B. Ein Impfschutz gegen Hepatitis A wird besonders für die südlichen Landesteile empfohlen. Lassen Sie sich hierbei von einem Reise-/Tropenmediziner beraten.

Chikungunya-Fieber

Aus der Region Lazio in und um Rom, der Küstenstadt Anzio sowie Latina wurden 2017 bereits mehr als 200 Fälle von sog. autochthonem Chikungunya-Fieber gemeldet. Ein weiterer kleiner Ausbruch mit 55 Fällen wird aus Süditalien in der Region um Guardavalle Marina gemeldet.
Dies heißt, dass die Erkrankung durch Übertragung von infizierten, tagaktiven Stechmücken (Aedes albopictus, sog. Tigermücken) vor Ort erworben wurde. Fieber und anhaltende Gelenkschmerzen stehen als Symptome im Vordergrund (siehe Merkblatt des Gesundheitsdienstes dazu). Mückenbekämpfungsmaßnahmen sind angelaufen. Gefährdet sind besonders ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen, Menschen mit Arthritis sowie Frauen in der Spätschwangerschaft. Einzige persönliche Schutzmaßnahme ist der Schutz vor Mückenstichen (siehe Merkblatt Expositionsprophylaxe). Mit Beginn der kälteren Jahreszeit ist mit einem Rückgang der Gefährdung zu rechnen.

Phlebotomusfieber (oder Toskanafieber)
Das im Norden saisonal vorkommende Phlebotomusfieber wird durch kleine Sandfliegen / Phlebotomen übertragen und verursacht v.a. Kopf- und Gliederschmerzen.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden in den Risikogebieten und während der Übertragungszeiten empfohlen,
- körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
- tagsüber und in den Abendstunden Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen aufzutragen

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger.

In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Aushelfender Träger ist die italienische Krankenkasse Azienda Sanitaria Locale (ASL) des Nationalen Gesundheitsdienstes. Anschriftenverzeichnisse von Vertragsärzten liegen in den ASL-Niederlassungen in sehr vielen Städten aus. Kostenlose Behandlung ist ausschließlich beim Vertragsarzt gewährleistet. Im Allgemeinen muss man jedoch einen Teil der Arzneimittelkosten selbst tragen. Außerhalb der Dienstzeiten sollte man sich an den Guardia medica noturna e festiva wenden, der in größeren Orten eingerichtet ist.

In Italien gibt es zahlreiche Kurbäder, die teilweise aus der Römer-Zeit stammen. Die bekanntesten sind: Abano Terme und Montegrotto Terme (Venetien), Acqui Terme (Piemont), Chianciano und Montecatini Terme (Toskana), Fiuggi (Latium), Porretta Terme und Salsomaggiore Terme (Emilia-Romagna), Sciacca (Sizilien) und Sirmione (Lombardei). In Meran (Südtirol) wird eine spezielle Traubenkur angeboten.
Weitere Informationen zu Kurbädern in Italien ist auch vom Italienischer Verband der Kurbäder- und Heilwasserindustrien, La Federterme, erhältlich.

Essen und Trinken

In ländlichen Gebieten ist das Leitungswasser z. T. nicht trinkbar, »Acqua Non Potabile« bedeutet »Kein Trinkwasser«. Im Zweifelsfall abgefülltes Wasser trinken, vor allem zur Umgewöhnung zu Beginn des Aufenthaltes. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.
 

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken - -
Malaria Nein -
Typhus & Polio Nein -
Cholera Nein -
Gelbfieber Nein -

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden. 

Landesweit besteht von April bis Oktober das Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird von April bis Oktober in der ländlichen Umgebung um Trient und Florenz durch Zecken übertragen. Gegen diese Krankheit ist eine Impfung möglich.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen, besonders bei Reisen in die südlichen Landesteile. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen. 

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose kommt vor allem in den Sommermonaten an der Küste und auf den Mittelmeerinseln vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Ebenfalls Insektenschutz und lange Kleidung schützen vor der, durch Mücken übertragbaren Infektion Kala Azar. Diese kommt vor allem in Süditalien und auf den Mittelmeerinseln vor. 

Das von Mücken übertragene West-Nil-Fieber kommt in Italien vor. Eine Schutzimpfung gibt es nicht, es empfiehlt sich ein wirksamer Mückenschutz. 

Reisewarnung

Überblick

Stand - Thu, 20 Sep 2018 12:30:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Thu, 20 Sep 2018 12:51:57 +0200)

Letzte Änderungen:
Landesspezifische Sicherheitshinweise (Naturkatastrophen, Ergänzung von "Medicanes")

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Naturkatastrophen
Italien liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone, weshalb es häufiger zu Erdbeben kommt. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben bietet das Merkblatt des Geoforschungszentrums Potsdam.
Vor allem in den Sommermonaten kommt es in Italien aufgrund der herrschenden klimatischen Bedingungen immer wieder zu Busch- und Waldbränden. Reisende sollten auf entsprechende Meldungen in den Medien und ggf. Hinweise der lokalen Behörden achten.
In den Wintermonaten sollten sich Reisende bei Aktivitäten in den Bergen Norditalien über die aktuelle Witterungslage informieren. Aktuelle Hinweise zur Lawinengefahr bietet für Südtirol der Landeswetterdienst von Bozen Südtirol und ansonsten die Protezione Civile. Absperrungen und Warnhinweise sind zu beachten. Weitere Informationen sind der Webseite des Automobile Club d'Italia ACI zu entnehmen.
Im Mittelmeer kann es insbesondere von August bis Oktober zu vereinzelten sogenannten Medicanes kommen. Reisende werden in dieser Zeit gebeten, ggf. die Hinweise zu Wirbelstürmen im Ausland zu beachten.

Terrorismus
Die italienischen Sicherheitsbehörden haben in allgemeiner Form auf die Gefahr terroristischer Anschläge auch in Italien hingewiesen und nach den jüngsten Anschlägen in Paris abermals ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Eine erhöhte Gefährdung durch Terrorismus auch an religiösen Stätten kann nicht ausgeschlossen werden. Reisenden wird empfohlen, sich insbesondere bei größeren Menschenansammlungen mit erhöhter Aufmerksamkeit und Wachsamkeit zu bewegen.

Kriminalität
Vor allem in den Touristenzentren ist Vorsicht vor Taschendiebstahl und Kleinkriminalität angebracht.
Dabei sind insbesondere Fälle von Trickbetrug zu nennen, in denen Touristen bspw. durch Hinweis auf eine angebliche Reifenpanne, Anrempeln, auch z.B. mit Beschmutzen der Kleidung durch Eis, Pizza u.ä. abgelenkt und dann durch Komplizen beraubt werden. Besonders auf den Bahnstrecken vom Flughafen Rom-Fiumicino in die Innenstadt, in den Bahnhöfen selbst und in Bussen, hier insbesondere der Linien 40, 62 und 64, wird zu erhöhter Wachsamkeit geraten. Gleiches gilt für alle größeren Städte und deren touristische Mittelpunkte wie die Hauptbahnhöfe in Mailand und Neapel, belebte Metrostationen und in Neapel die Buslinien R2, 152 und 202, die das Zentrum mit dem Bahnhof verbinden.
Reisende sollten bei Spaziergängen nur das Notwendige bei sich tragen, große Bargeldbeträge und Originalausweisdokumente im Hotelsafe lassen und wenn überhaupt, nur sichere, durch PIN geschützte Kreditkarten mitführen.
Es wird empfohlen, Fotokopien wichtiger Dokumente mit auf die Reise zu nehmen (siehe auch Hinweise unter Allgemeine Reiseinformationen). Alternativ können die Dateien auf mobilen Geräten abgespeichert werden und sind so weltweit abrufbar.
Es kommt sehr häufig zu Autoeinbrüchen. Nach Möglichkeit sollten alle Gegenstände aus dem Auto mitgenommen, das Handschuhfach und auch eine evtl. vorhandene Kofferraumabdeckung geöffnet werden, um potentiellen Einbrechern zu zeigen, dass ein Einbruch nicht lohnt. Sollte es tatsächlich unmöglich sein, das gesamte Gepäck etc. mitzunehmen, sollten auf keinen Fall Wertsachen und Ausweise im Auto gelassen werden, auch dann nicht, wenn sie nicht auf Anhieb von außen sichtbar sind.
Neben Einbrüchen in PKW gibt es allerdings immer wieder auch Diebstähle von Autos und Wohnmobilen mit komplettem Inhalt.In jüngster Zeit treten Diebstähle verstärkt auch in Strandnähe auf, z.B. in Ostia und Fregene bei Rom.
Tragen Sie Taschen oder Fotoapparate bei Spaziergängen generell nicht zur Straßenseite, um Diebstähle vom Motorrad aus zu erschweren.
In Neapel ist besondere Umsicht im Umgang mit wertvollen Uhren und Schmuck geboten, die bevorzugt entwendet werden.
Die Obergrenze für Barzahlungen in Italien beträgt 3.000,- Euro. In diesem Zusammenhang wird von der Zahlung von hohen Geldbeträgen in bar bei der Abwicklung von An- und Verkäufen von wertvollen Objekten (z.B. Grundstücken, Yachten) ausdrücklich abgeraten. Nähere Informationen finden Sie auf der Webseite der deutschen Botschaft in Rom.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, damit in einem Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme ermöglicht wird. Pauschalurlauber werden in der Regel über ihre Reiseveranstalter mit aktuellen Informationen versorgt.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Grenzkontrollen
Italien wendet das Schengen-Abkommen an, Grenzkontrollen sollen nur noch ausnahmsweise durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen werden Reisende auf dem Luftweg bei Ein - und Ausreise jedoch verstärkt kontrolliert, Flugreisen nach Deutschland sind meist nur mit einem Reisepass/Personalausweis bzw. einem von den deutschen konsularischen Vertretungen in Italien ausgestellten Passersatzdokument möglich. Daher wird dringend empfohlen,dass Reisende, soweit sie über Reisepass und Personalausweis verfügen, eines dieser beiden Dokumente sicher (z.B. im Hotelsafe) hinterlegenoder dass Kopien der Reisedokumente im Hotelsafe hinterlegt werden.
Im Hinblick auf verstärkte Kontrollen auch im Schengenraum wird allen Reisenden geraten, in jedem Fall auch bei Reisen mit dem eigenen Fahrzeug, Bus, Bahn usw. den Personalausweis oder Reisepass mitzuführen.
Bei Verlust des Ausweisdokuments können Ersatzdokumente von den deutschen Auslandsvertretungen ausgestellt werden. Vor Ausstellung muss jedoch über die zuständige Gemeinde-/Stadtverwaltung in Deutschland eine Identitätsüberprüfung durchgeführt werden. An Wochenenden/Feiertagen entfällt daher diese Möglichkeit in der Regel wegen fehlender Erreichbarkeit der vorgenannten Behörden. Ein Reiseausweis als Passersatz zur Rückkehr nach Deutschland könnte dann frühestens am darauf folgenden Werktag ausgestellt werden.

Straßenverkehr

Am 14.August 2018  kam es zum Einsturz eines Teilstücks der Autobahn E80/A10 in Genua.  Die Viadotto Polcevera, auch Ponte Morandi oder Ponte delle Condotte genannte Autobahnbrücke ist gesperrt. Mittelfristig ist mit Verkehrsbehinderungen im Bereich Genua zu rechnen.

Vor der Abreise sollten sich Autofahrer mit grundlegenden Vorschriften vertraut machen, wie z. B. zulässige Höchstgeschwindigkeiten, Promille-Grenze, etc. Insbesondere das Befahren der verkehrsberuhigten Zonen in vielen Innenstädten, sogenannten ZTL, zone a traffico limitato ist in Italien nur mit einer Sondergenehmigung gestattet. Besonders gekennzeichnete Bus- und Taxispuren dürfen von privaten PKW nicht genutzt werden. Genaue und tagesaktuelle Informationen zu Regelungen, die nicht den deutschen entsprechen, erteilt auch der ADAC. Generell gilt der Hinweis, dass bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung mit empfindlichen Strafen zu rechnen ist. Bußgelder fallen in der Regel deutlich höher aus als in Deutschland und werden auch - notfalls durch ein Inkassounternehmen - eingetrieben.
Gerechtfertigte Bußgeldbescheide sollten aus Kostengründen möglichst noch vor Ort bezahlt werden, z.B. auf der Polizeidienststelle, da eine Zustellung an den Inlandswohnort mit einem Gebührenaufschlag verbunden ist.
Falls der Bußgeldbescheid ungerechtfertigt erscheint, sollten Reisende nach Erhalt Widerspruch einlegen, siehe hierzu Hinweise auch in deutscher Sprache unter emo.nivi.it/Faq.
Der italienische Straßenverkehr ist sehr lebhaft und dicht. Die Regeln der Straßenverkehrsordnung werden nicht immer eingehalten. Es ist daher auch an grünen Ampeln oder Zebrastreifen besondere Vorsicht geboten.

Führerschein
Der deutsche Führerschein ist ausreichend.

Geld/Kreditkarten
Zahlungsmittel ist der Euro. Das Abheben von Bargeld an Geldautomaten und die Bezahlung mit Kreditkarten sind überall möglich.

Versorgung im Notfall
Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

Vorläufiger Personalausweis: Ja, muss gültig sein.

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Italien ist Vertragspartei des Europäischen Übereinkommens über die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957. Reisedokumente außer dem vorläufigen Personalausweis dürfen seit höchstens einem Jahr abgelaufen sein.

Die Anforderungen einzelner Fluggesellschaften an die von ihren Passagieren mitzuführenden Dokumenten weichen zum Teil von den staatlichen Regelungen ab. Bitte erkundigen Sie sich vor Reiseantritt bei Ihrer Fluggesellschaft.

Hinweise für die Einreise von Minderjährigen
Alleinreisende Personen unter 15 Jahren sollten eine amtlich beglaubigte Einverständniserklärung der Eltern/Erziehungsberechtigten mitführen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Besondere Zollvorschriften

Die Ein- und Ausfuhr von Waren unterliegt den Bestimmungen der Europäischen Union. Der Grundsatz keiner Warenkontrollen schließt Stichprobenkontrollen im Rahmen der polizeilichen Überwachung der Grenzen und der polizeilichen Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs nicht aus.

Bei der Ein- und Ausreise nach und von Italien, muss eine Bargeldmenge, die den Betrag von 10.000,- € übersteigt, deklariert werden.

Ein- und Ausfuhr von Heimtieren
Für Reisen mit bestimmten Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) in Länder der Europäischen Union mit Ausnahme von Irland, Großbritannien, Malta und Finnland, wo abweichende Bestimmungen gelten, gilt folgende Regelung:
Es ist ein EU-Heimtierausweis mitzuführen. Dieser Ausweis dient u. a. dem Nachweis, dass das Tier gegen Tollwut geimpft ist. Ein Musterausweis sowie weitergehende Informationen sind beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erhältlich.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Beihilfe zu illegaler Einreise ist in Italien mit Haftstrafen sowie Bußgeld belegt. Bei Mitnahme von Anhaltern wird daher zu besonderer Vorsicht geraten.

In Rom verhängt die Stadtverwaltung zum Schutz der Denkmäler teilweise drakonische Strafen, die z.B. schon für einen Griff ins Wasser des Trevi-Brunnens oder für Picknick auf der Spanischen Treppe ausgesprochen werden können. Nähere Informationen unter www.turismoroma.it.

Die Regionalregierung Sardiniens hat mit Gesetz vom 26. Juli 2017 jede Art von Veränderung der Sandstrände oder die Mitnahme von Sand, Kiesel oder Quarzgestein, auch nur in kleinster Menge, gesetzlich verboten. Bei Nichtbeachtung dieser gesetzlichen Norm werden Sanktionen in Höhe von 500 Euro bis 3.000 Euro verhängt. Die Mitnahme von Sand an den Stränden ist unabhängig des Beschlusses auf Sardinien in Italien seit Langem untersagt.

Medizinische Hinweise

Aktuelle medizinische Hinweise
West-Nil-Fieber

2018 ist es in Europa zu einer Zunahme von West-Nil-Fieber gekommen.
Italien hat mehr als 320 Fälle gemeldet mit 13 Todesfällen. Betroffen ist der Norden des Landes.
Es handelt sich bei West-Nil-Fieber um eine durch Zugvögel verbreitete, von tagaktiven Mücken auf den Menschen übertragene Virus-Erkrankung. Sie kann in seltenen Fällen zu einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) führen. Näheres im Merkblatt West-Nil-Fieber.
Eine Schutzimpfung oder eine spezifische Behandlung gibt es nicht. Expositionsprophylaxe s.u. ist die einzige Schutzmöglichkeit.

Impfschutz
Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden (siehe www.rki.de). Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR) Influenza und Pneumokokken.
Das Auswärtige Amt empfiehlt darüber hinaus bei besonderer Exposition, z.B. bei aktuellen Ausbrüchen, einfachen Reisebedingungen, Hygienemängeln, Hilfseinsätzen oder besonderen beruflichen/sozialen Kontakten,  Impfungen gegen Hepatitis A und B. Ein Impfschutz gegen Hepatitis A wird besonders für die südlichen Landesteile empfohlen. Lassen Sie sich hierbei von einem Reise-/Tropenmediziner beraten.

Chikungunya-Fieber
Aus der Region Lazio in und um Rom, der Küstenstadt Anzio sowie Latina wurden 2017 bereits mehr als 200 Fälle von sog. autochthonem Chikungunya-Fieber gemeldet. Ein weiterer kleiner Ausbruch mit 55 Fällen wird aus Süditalien in der Region um Guardavalle Marina gemeldet.
Dies heißt, dass die Erkrankung durch Übertragung von infizierten, tagaktiven Stechmücken (Aedes albopictus, sog. Tigermücken) vor Ort erworben wurde. Fieber und anhaltende Gelenkschmerzen stehen als Symptome im Vordergrund (siehe Merkblatt des Gesundheitsdienstes dazu). Mückenbekämpfungsmaßnahmen sind angelaufen. Gefährdet sind besonders ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen, Menschen mit Arthritis sowie Frauen in der Spätschwangerschaft. Einzige persönliche Schutzmaßnahme ist der Schutz vor Mückenstichen (siehe Merkblatt Expositionsprophylaxe). Mit Beginn der kälteren Jahreszeit ist mit einem Rückgang der Gefährdung zu rechnen.

Phlebotomusfieber (oder Toskanafieber)
Das im Norden saisonal vorkommende Phlebotomusfieber wird durch kleine Sandfliegen / Phlebotomen übertragen und verursacht v.a. Kopf- und Gliederschmerzen.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden in den Risikogebieten und während der Übertragungszeiten empfohlen,
· körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
· tagsüber und in den Abendstunden Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen aufzutragen

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:
• zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
• auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
• immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
• trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Akkordeon

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Türkei Ja 1 Ja -
Andere EU-Länder Nein Nein Nein Ja
Schweiz Nein Nein Nein Ja
Österreich Nein Nein Nein Ja
Deutschland Nein Nein Nein Ja

Personalausweise/Identitätskarten

U. a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können mit einem gültigem Personalausweis/Identitätskarte einreisen:

EU-Länder und Schweiz. 

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 3 Monate über das Visum hinaus gültig sein, wenn der Reisende kein EU-Bürger ist. Reisepässe von EU- und EFTA-Bürgern müssen während des Aufenthalts gültig sein.
 

Anmerkung zum Reisepass

Italien ist Unterzeichner und Anwender der EU-Rechtsakte (Schengener Abkommen). Diese Bestimmungen gelten auch für San Marino und Vatikanstadt.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen:

(a) EU-Länder und Schweiz.
(b) [1] Staatsangehörige der Türkei, die eine noch mindestens 3 Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus gültige Aufenthaltsgenehmigung für ein Schengen-Land besitzen.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Personalausweis oder maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Personalausweis oder eigener Reisepass.

Schweizer: Identitätskarte oder Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.
Achtung: Alleinreisende Minderjährige unter 15 Jahren sollten eine amtlich beglaubigte Einverständniserklärung der Eltern/Sorgeberechtigten mitführen. Alleinreisende italienische Minderjährige unter 15 Jahren müssen eine Einverständniserklärung der Eltern / Sorgeberechtigten mit sich führen.
Hinweis: Die Anforderungen einzelner Fluggesellschaften an die von ihren Passagieren mitzuführenden Dokumente weichen z.T. von den staatlichen Regelungen ab.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Sittiche und Papageien aus allen Ländern (pro Person max. 2 große Papageien oder 4 kleinere) benötigen ein Gesundheitszeugnis, das bestätigt, dass das Herkunftsland des Vogel frei von der Papageienkrankheit ist oder dass das Tier 6 Monate lang vor der Einreise unter staatlicher Quarantäne stand. Eine Einfuhrgenehmigung wird nicht benötigt, wenn die Vögel vom Halter begleitet werden.

Für andere Kleintiere (z.B. Hamster, kleine Fische, Schildkröten und Kanarienvögel) bestehen keine Vorschriften. Es können maximal 5 Kleintiere ohne Formalitäten eingeführt werden.

Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und aus nicht tollwutfreien Drittstaaten benötigen einen EU-Heimtierausweis (pet pass) bzw. einen nationalen Heimtierausweis, der nur von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt werden kann, und müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass bei dem Tier eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Die Einfuhr ist auf 5 Tiere beschränkt. Heimtiere unter 4 Monate sind von der Impfpflicht gegen Tollwut ausgenommen. 
 
Für Hunde, Katzen und Frettchen sowie für Vögel und Kleintiere aus nicht tollwutfreien Drittstaaten gilt die folgende zusätzliche Vorschrift:
Für jedes Tier wird ein Gesundheitszeugnis benötigt. Für den Eintritt in das EU-Gebiet muss bei den Haustieren 3 Monate vor der Einreise eine Untersuchung auf Anwesenheit von vakzinalen Antikörpern durchgeführt werden. Ausnahme: Die 3-Monatsfrist gilt nicht für Heimtiere aus dessen EU-Heimtierausweis hervorgeht, dass die Blutentnahme durchgeführt wurde bevor dieses Tier das Gebiet der Gemeinschaft verlassen hat und dass bei der Blutanalyse genügend Antikörper auf Tollwut nachgewiesen worden sind.
 
Für Hunde, Katzen und Frettchen aus tollwutfreien Drittstaaten (z.B. Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikanstadt) kann ebenfalls der Heimtierausweis, der eine gültige Tollwutimpfung bestätigt, für die Einfuhr benutzt werden.

Bearbeitungsdauer

Kurzfristiger Aufenthalt: Zwischen 2 und 10 Arbeitstagen.
Längerfristiger Aufenthalt: Mehrere Monate.

Gültigkeit

Einreisevisum: 3 Monate Aufenthalt vom Tag der Ausstellung.
Transitvisum: Maximal 5 Tage (Einreisetag zählt mit).

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die aus einem Nicht-Schengenland innerhalb von 48 Std. in ein anderes Nicht-Schengenland weiterreisen, den Transitraum nicht verlassen und über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Einreise-, Transitvisum.

Kosten

Anfragen an die zuständige konsularische Vertretung (s. Kontaktadressen).

Antrag erforderlich

Je nach Nationalität, Grund und Dauer des Aufenthalts unterschiedlich. Nähere Angaben erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen. (s. Kontaktadressen).
 

Schengen-Visum:
(a) Reisedokument (z. B. Reisepass), das mindestens 3 Monate über die Visumgültigkeit hinaus gültig ist, sowie Kopien der ersten vier Seiten des Reisepasses. Der Reisepass muss innerhalb der letzten zehn Jahre ausgestellt worden sein.

(b) Ggf. alle Dokumente im Original, die den Zweck (z. B. Einladung von Privatpersonen oder Firmen, ärztliches Attest und Terminvereinbarung beim behandelnden Arzt oder in einem Krankenhaus) und die Bedingungen des geplanten Aufenthalts (z. B. Hotelreservierung) rechtfertigen.

(c) Dokumente, die beweisen, dass der (eingeladene) Ausländer über ausreichende Mittel zur Bestreitung der Kosten für Aufenthalt und Rückreise sowie für eventuelle Kosten für seine ärztliche Versorgung verfügt, ggf. in Form einer Kostenübernahmeverpflichtung.

(d) Dokument, das beweist, dass der Ausländer auf individueller oder kollektiver Grundlage Inhaber einer die Kosten für die Rückführung aus ärztlichen Gründen, die dringende ärztliche Behandlung und/oder Krankenhausversorgung deckenden gültigen Auslandsreisekrankenversicherung ist. Grundsätzlich muss der Antragsteller eine Versicherung im Wohnsitzstaat abschließen. Wenn der Gastgeber eine Versicherung für den Antragsteller abschließt, so muss er dies im eigenen Wohnsitzstaat tun. Die abgeschlossene Versicherung muss für das gesamte Gebiet der Schengen-Staaten und für die ganze Dauer des Aufenthalts gelten. Die Versicherung muss eine minimale Deckung von 30.000 € aufweisen.

(e) Visumgebühr.

(f) 1 biometrisches Passbild.

(g) 1 ausgefülltes Antragsformular.

Geld

Geldwechsel

Reiseschecks, Schecks und Fremdwährungen können bei Banken, an Bahnhöfen, auf Flughäfen sowie in vielen großen Hotels gewechselt werden (dort jedoch oft zu einem ungünstigeren Wechselkurs).

Währung

1 Euro = 100 Cents. Währungskürzel: €, EUR (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro, Münzen in den Nennbeträgen 1 und 2 Euro, sowie 5, 10, 20 und 50 Cents. 

Hinweis: Italien prägt seit 2018 keine 1- und 2-Cent-Münzen mehr. Preise müssen zu den nächsten 5 Cent aufgerundet werden. 1- und 2-Cent-Münzen aus anderen EU-Ländern werden in Italien akzeptiert.

Devisenbestimmungen

Für Reisende innerhalb und von außerhalb der EU bestehen keine Beschränkungen für die Einfuhr oder Ausfuhr von Landes- und Fremdwährungen, aber es besteht Deklarationspflicht von Barmitteln ab einem Gegenwert von 10.000 € (auch Reiseschecks, anderen Währungen oder auf Dritte ausgestellte Schecks).

Kreditkarten

Diners Club, Mastercard, Visa und alle gängigen internationalen Kreditkarten werden angenommen. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Bargeldzahlungen sind ab einer Summe von 1.000 € verboten. Rechnungen ab 1.000 € können nur mit Kreditkarte, EC-Karte oder per Überweisung bezahlt werden.

Reiseschecks

Werden selbst in Banken, Wechselbüros und größeren Hotels kaum noch angenommen.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 08.30-13.30 und 15.00-16.00 Uhr, z. T. auch Samstag vormittags.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Die folgenden Artikel dürfen bei Einreise aus Nicht-EU-Ländern zollfrei nach Italien eingeführt werden:

200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak;
1 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt über 22% oder 2 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22% oder Schaumwein;
4 l Tafelwein;
16 l Bier;
Geschenke/sonstige Waren bis zu einem Gesamtwert von 430 € (Flug- und Seereisen) bzw. 300 € (Reisen mit der Bahn/dem Auto); Kinder unter 15 Jahren generell 150 €.
Tabakwaren und Alkohol können nur von Personen ab 17 Jahren eingeführt werden.

Verbotene Importe

Für lebendes Geflügel, Fleisch und Fleischerzeugnisse besteht im Reiseverkehr ein generelles Einfuhrverbot aus Drittländern (ausgenommen aus den Färöer, Grönland, Island, Liechtenstein und der Schweiz).

Quellenangaben
  • Marco Polo - Italien, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2013-12, 2008-10
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Italien - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 22.09.2018 (Unverändert gültig seit: 18.09.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 22.09.2018 (Unverändert gültig seit: 18.09.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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