Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Indien

Steckbrief

Indien - Fakten

Ländername Republik Indien, Republic of India, Bharatiya Ganarajya (Hindi)
Klima monsunabhängig (Juli-September), heiße Trockenzeit (April bis Juni), in Nordindien stärkerer jahreszeitlicher Wechsel
Beste Reisezeit Januar, Februar, März, Oktober, November, Dezember
Lage Südasien (beiderseits des nördlichen Wendekreises)
Fläche 3.287.000 qkm (gut neun Mal die Fläche Deutschlands)
Hauptstadt New Delhi (Einwohnerzahl: circa 16,3 Millionen Einwohner, "National Capital Territory of Delhi")
Bevölkerung circa 1,25 Milliarden (Volkszählung 2011)
Sprache Hindi und Englisch als Landessprachen, 21 weitere anerkannte Sprachen
Religion Hindus 81,3 %, Muslime 12 %, Christen 2,3 %, Sikh 1,9 %, andere
Nationaltag 26. Januar: Tag der Republik (26.01.1950: Inkrafttreten der Verfassung), 15. August: Unabhängigkeitstag (15. August 1947)
Staats-/Regierungsform Parlamentarische Bundesrepublik
Staatsoberhaupt Ram Nath Kovind, Präsident von Indien, Amtsantritt: 25.07.2017
Regierungschef Narendra Modi, Premierminister von Indien, Amtsantritt: 26.05.2014, Bharatiya Janata Party (BJP)
Außenminister Sushma Swaraj, Amtsantritt 26.05.2014, Bharatiya Janata Party (BJP)
Währung Indische Rupie (INR); 1 Rupie = 100 Paise1 Euro = circa 73 INR (Februar 2017)1 USD = circa 68 INR (Februar 2017)
Zeitzone MEZ+4,5h
Stromnetz 230 V/50 Hz
Reiseadapter C, D, M
Kfz-Länderkennzeichen IND
ISO-3166 IN, IND
Internet-TLD .in
Landesvorwahl +91
Website http://india.gov.in/
Reisepass & Visum Notwendig
Geeignet für Kultur, Shopping, Outdoor, Meer, See, Feiern

Geographie

An drei tektonischen Großlandschaften hat Indien Anteil. Im Norden und Nordwesten grenzen Himalaya und Karakorum den Subkontinent ab und erreichen im K2 eine Höhe von 8611 m. Die nach Süden anschließende Ganges-(Ganga-)Brahmaputra-Ebene ist als Schwemmebene weithin von Lehmböden bedeckt. Im Westen gehören Teile des Punjab und der Wüstensteppen der Thār zu Indien. Das Hochland des Deccan mit den küstenparallelen West- und Ostghāts bildet die Halbinsel Vorderindien. Nur im Osten, im Bereich der Koromandelküste, liegt ein breiter Tieflandstreifen, den die in den Golf von Bengalen mündenden Flüsse – Mahānadi, Godāvari, Krishna, Cauvery – durch weite Flussdeltas vergrößern. Die teilweise katastrophalen Überschwemmungen des Ganges und seiner Nebenflüsse sind u. a. bedingt durch die Vernichtung der natürlichen Vegetation im Oberlauf. Das Klima Indiens wird geprägt durch den jahreszeitlichen Wechsel der Monsune. Der sommerliche Südwestmonsun bringt den Regen, von dessen Dauer und Menge die Ernteerträge abhängen. Cherrapunji in den Khāsibergen zählt mit durchschnittlich 10 870 mm Niederschlag zu den regenreichsten Orten der Erde. Mangrovenwälder im Mündungsgebiet der Flüsse, Monsunwälder und Savannen, Teesträucher in den Bergländern sowie die Orchideen Assams sind wesentliche Merkmale der Vegetation Indiens. Die natürlichen Lebensräume von Asiatischen Elefanten und Panzernashörnern, Antilopen und Tigern sowie einer außergewöhnlich artenreichen Vogelwelt werden durch Zersiedelung der Landschaft immer mehr eingeschränkt.

Politik und Bevölkerung

Die Verfassung der demokratisch-parlamentarischen Republik stammt aus dem Jahr 1950. Das Parlament des Bundesstaates besteht aus zwei Kammern. Die Republik Indien ist in 25 Bundesstaaten und sieben „Union territories“ gegliedert. Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Bundesstaaten Jammu und Kashmir, Punjab und Assam sowie religiöse Konflikte zwischen Hindus und Muslimen sind die größten innenpolitischen Probleme. In der Außenpolitik steuert Indien seit seinem ersten Ministerpräsidenten Nehru einen Kurs der Blockfreiheit. Mit Pakistan bestehen wegen Gebietsstreitigkeiten Spannungen – da beide Staaten Atommächte sind, ist dies besonders brisant. Die größte Konstante im indischen Parteiensystem ist die Kongresspartei, die zweite große Kraft ist die hindunationalistische BJP. Indien ist mit 1,2 Mrd. Menschen (2011) das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde. Mehr als 96 % der Bevölkerung sind Inder, etwa 3 % sind mongolischer Herkunft. Da über 80 % der Bevölkerung dem Hinduismus anhängen, ist das Kastensystem für die soziale Schichtung der Bevölkerung nach wie vor relevant. Der Anteil der städtischen Bevölkerung beträgt lediglich 27 %. Eines der Hauptprobleme Indiens ist der geringe Ausbildungsgrad (mehr als 30 % Analphabeten) – trotz der rund 150 Universitäten und über 5000 Colleges. Das Bevölkerungswachstum ist mit rund 1,6 % sehr hoch.

Geschichte und Kultur

Um 1200 v. Chr. wanderten arische Hirtenkrieger (Aryas) ein und eroberten die nordindische Ebene. Um die Mitte des 1. Jts. v. Chr. wirkte Buddha im heutigen Bihar. 327–25 v. Chr. fiel Alexander der Große in Nordwestindien ein. In der Folgezeit entstanden mehrere Großreiche. 732 unterwarfen die Araber Sind, aber erst nach 1200 kam es zu einer islamischen Staatsbildung (Sultanat Delhi). Unter dem Mogulherrscher Akbar (1556–1605) wurde nahezu ganz Indien in einem Reich vereint. Die Invasionen afghanischer Eroberer und das Eindringen der Europäer (Mitte 18. bis Anfang 19. Jh.) veränderten die Machtverhältnisse. 1858 wurde Indien direkt der britischen Krone unterstellt. Die Ausfuhr von Rohstoffen und die Einfuhr von Fertigwaren schwächten die Wirtschaft Indiens, vorwiegend das Handwerk in den Dörfern. Der Kampf um die Unabhängigkeit begann 1885 mit der Gründung des Indischen Nationalkongresses (INC). Nach dem Ersten Weltkrieg führte Mahatma Gandhi eine Bewegung des zivilen Ungehorsams an und rief zum Boykott britischer Waren auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die seit 1940 von der Muslimliga geforderte Teilung Indiens in das muslimisch dominierte Pakistan und das überwiegend von Hindus bewohnte Indien vollzogen. 1947 wurde das geteilte Indien in die Unabhängigkeit entlassen. Seit dieser Zeit erheben beide Staaten Anspruch auf Kaschmir. Nach blutigen Auseinandersetzungen mit den Sikhs wurde Indira Gandhi 1984 ermordet. Die indische Kunst ist religiös geprägt. Archaische, klassische (3. Jh. v. Chr.–6. Jh. n. Chr.) und mittelalterliche Epoche (bis 13. Jh.) gehen der indo-islamischen Periode voraus. Ihren Höhepunkt erreichte die Kunst in der Mogulzeit, in der vor allem die Architektur prächtige Bauwerke hervorbrachte (1556–1858), z. B. den Grabbau des Tāj Maḥal (1630) in Agra. Die klassische indische Musik hat einen eher meditativen Charakter, während die klassische Volksmusik sehr vielfältig und rhythmisch angelegt ist.

Indien - Geschichte

Um 2800 v. Chr. Harappa-Kultur im Industal. Schrift, künstliche Bewässerung
Um 1400 v. Chr. Arische Einwanderung aus afghanischem und persischem Gebiet. Entstehung des Hinduismus
Um 500 v. Chr. Buddhismus und Jainismus, wenden sich gegen Kastengesellschaft
Um 270-236 v. Chr. Kaiser Ashoka dehnt das erste indische Großreich (Maurya) nach Süden aus, fördert Buddhismus
4.-8. Jh. Gupta-Dynastie. Neue Blüte indischer Kultur
1192-93 Muslime erobern Delhi (muslimische Angriffe seit etwa 1000)
1498 Vasco da Gama erreicht Indien, Beginn europäischer Kolonialherrschaft
1526 Babur gründet das Reich der Großmoguln
1698 Gründung Calcuttas, die British East India Company beginnt Indien als Kolonialreich zu vereinnahmen
1857-58 Aufstand gegen die Briten (Mutiny), die britische Krone übernimmt Herrschaft von der East India Company
1911 Hauptstadt wird von Calcutta nach New Delhi verlegt
1920 Mahatma Gandhi ruft zum gewaltlosen Widerstand gegen die Briten auf
1947 Unabhängigkeit, Teilung in Indien und Pakistan. Flüchtlingselend, Massaker
1962/1965-66 Krieg mit China und, wegen Kaschmir, mit Pakistan
2007-2011 Wirtschaftswachstum bei 7,5 Prozent jährlich
2012 Grenzverhandlungen und Gespräche mit China
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Indische Botschaft in Deutschland, Konsularabteilung

Tiergartenstr. 17 | 10785 Berlin | Tel. 004930 25795611 | www.indischebotschaft.de

Indische Botschaft in Österreich

Kärntnerring 2 | A-1010 Wien | Tel. 00431 5058666

Indische Botschaft in der Schweiz

Kirchenfeldstr. 28 | CH-3005 Bern | Tel. 00413 13511110

Deutsche Botschaft in Indien

P.O. Box 613 | No. 6/50G Shantipath | Chanakyapuri | New Delhi 110021 | Tel. 009111 44199199 | www.new-delhi.diplo.de

Österreichische Botschaft in Indien

Chandragupta Marg | Chanakyapuri | New Delhi 110021 | Tel. 009111 24192700

Schweizer Botschaft in Indien

Nyaya Marg | Chanakyapuri | New Delhi 110021 | Tel. 009111 49959500

Internet

www.tourism.gov.in: Website der Zentralregierung mit Links zu den Tourismusdirektionen

www.tourism-of-india.com, www.indianvisit.com, www.indianetzone.com: Infos zu Hotels, Sehenswertes, Kultur, Flüge

www.info4india.com: Reiseagenturen

www.theluxurytrains.com: Indiens Luxuszüge

Internetcafés & Wlan

Internet- und Cybercenter gibt es zahlreiche. Sie sind sehr preiswert, aber die Rechner oft langsam, die Kabinen winzig und Stromausfälle häufig. Alternative: große Hotels oder Reiseagenturen. WLAN - in Indien heißt es Wi-Fi - gibt es noch immer nur vereinzelt. Manche Flughäfen und Bahnhöfe bieten kostenfreie Hotspots, oft wird ein Mobiltelefon zur Registrierung benötigt. In den großen und größeren Hotels ist die Nutzung sehr teuer (ca. 5 Euro pro halbe Stunde). In den Internetcafés wird WLAN selten angeboten und ist dann oft sehr unzuverlässig.

Post

Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-17, Sa 10-13 Uhr, Hauptpostämter oft rund um die Uhr. Post nach Europa ist ca. eine Woche (von Großstädten) bis einige Monate unterwegs.

Telefon & Handy

Telefonieren, auch ins Ausland, können Sie am besten von den privaten Telefonagenturen aus, die es in Städten und größeren Dörfern gibt (PCO-STD-ISD). Telefonnummern ändern sich wegen des größer werdenden Netzes ständig. Vorwahl von Indien nach Deutschland: 0049, nach Österreich 0043, Schweiz 0041. Vorwahl von Deutschland nach Indien: 0091. Europäische Handys funktionieren auch in Indien und können preisgünstig mit der Prepaid-Karte eines indischen Netzbetreibers ausgestattet werden - für ca. 3 Euro. Günstig sind SMS. Hohe Kosten kann die Abfrage der Mailbox verursachen: noch zu Hause abschalten!

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Die Termine für Indiens volkstümliche Feste wechseln von Jahr zu Jahr, zudem finden sie oft in mehreren Orten an verschiedenen Tagen statt. Nicht nur religiöse Feste werden nach dem Mondkalender festgesetzt, der unterschiedlich angewendet wird. Genaue Daten, die oft erst kurz vorher feststehen, gibt das Indische Fremdenverkehrsamt (www.india-tourism.com oder www.incredibleindia.org). Fast alle Feste haben religiösen Hintergrund. Sie werden bunt, lustig und laut mit Feuerwerk und geschmückten Elefanten gefeiert. Nur wenige offizielle Feste, darunter der Republic Day (26. Jan.), Independence Day (15. Aug.) und der Geburtstag Mahatma Gandhis (2. Okt., Gandhi Jayanti), haben feste Daten.

Feste und Veranstaltungen

Januar

Pongal (Makar Sankranti) - Das Erntefest wird in ganz Indien, vor allem in Tamil Nadu, Karnataka und Andhra Pradesh, drei Tage lang gefeiert. Frisch geernteter Reis wird mit Zucker, Milch und dal aufgekocht. Auch das geschmückte Vieh darf kosten.

Februar/März

Desert Fair Festival, Jaisalmer - Dreitägiges Wüstenfest mit Kamelpolo, Akrobaten und Schwerttanz, ganz umsonst

Vasant Panchami - Frühlingsfest mit Gesang und Tanz, vor allem in Ostindien.

Shivrati - Zur Erinnerung an Shivas kosmischen Tanz, mit nächtelanger Musik und Gesängen, prächtig in Mumbai und Khajuraho

Holi - Indiens buntestes Fest: Zur Frühlingsfeier bespritzt man einander freundschaftlich mit gefärbtem Wasser (vor allem in Nordindien)

April

Gangaur Festival - Fest der Frauen. Zu Ehren Parvatis, der Begleiterin Shivas, beten unverheiratete Mädchen, dass sie den Richtigen finden, Verheiratete fasten für eine gute Ehe. Das Fest beginnt am Tag nach Holi und dauert 18 Tage, gefeiert wird in ganz Rajasthan. Die Gauri-Prozession in Jaipur ist prächtig

Juli/August

Teej - In Rajasthan werden Schaukeln an Bäumen befestigt, auf denen sich junge Frauen schwingen. Das soll den Monsun anlocken. Auch Elefantenprozessionen

August/September

Onam - Farbenprächtiges Kerala-Fest mit Schlangenbootrennen, Elefantenprozessionen und Tanz

Ganesh Chaturthi - Gefeiert wird in ganz Indien, besonders aber in Maharashtra, mit Feuerwerk und Ganesh-Lehmstatuen, die in einem Gewässer versenkt werden

Jammashtami - Krishnas Geburtstag, gefeiert wird vielerorts, besonders in Agra, Mumbai, Mathura und in Vrindaban

September/Oktober

Dussehra/Durga Puja - Knallbunte Götter- und Dämonenstatuen aus Pappmaché werden am Ende des neun- bis zehntägigen Festes verbrannt oder im Wasser versenkt. Vor allem in Bengalen wird die mächtige Durga in vielen Gestalten als Siegesgöttin verehrt

Oktober/November

Muharram - Vor allem in Hyderabad und Lucknow gedenken die Schiiten mit Umzügen und geschmückten Nachbildungen des Grabmals des gewaltsamen Todes Hussains, des Enkels Mohammeds

November/Dezember

Deepawali (Diwali) - Mehrtägiges Familien- und Lichterfest zu Ehren Ramas, der aus dem Exil heimkehrte, außerdem Hindu-Neujahr. Schwestern malen Brüdern ein tikka (Zeichen der Verehrung) auf die Stirn

Pushkar Fair - Riesiger Kamel- und Rindermarkt in Pushkar/Rajasthan, Kamelrennen

Id-ul-Fitr - Für Muslime das Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan.

Nanak Jayanti - Geburtsfest des Gründers der Sikh-Religion Guru Nanak. Die Sikhs feiern mit Umzügen und der Darbietung ihres heiligen Buches Granth Sahib sowie vielstündigen Rezitationen.

Christmas - 25. Dez.: Weihnachtsbäume, vor allem in Mumbai, Goa, Tamil Nadu und Kerala.

Mobilität vor Ort

Bahn

Sehr nützlich ist das Heft "Trains at a Glance" (an Zeitungskiosken am Bahnhof). Es gibt verschiedene Schalter für die 1., 2. und 3. Zugklasse, meist auch extra einen für Touristen sowie speziell für Frauen (Ladies Ticket Office). Viele Informationen finden Sie auf der Website der indischen Bahn (www.indianrail.gov.in), Nicht-Indern werden Onlinebuchungen leider erschwert. Auch wenn angeblich alles ausgebucht ist, kann fragen nicht schaden: Vielleicht ist noch ein Platz der VIP-Quote zu haben oder einer der Touristenquote (am Touristenschalter, wenn vorhanden). Reservieren ist sehr wichtig und für viele Fernzüge obligatorisch. Der Indrail Pass erleichtert die Reservierungen, bietet aber preislich meist keinen großen Vorteil. Er ist in US-Dollar zu bezahlen und kann auch in Europa gekauft werden (Auskunft bei Reisebüros).

Busse

Mal reist man effizient, mal wird es nervig bis gefährlich: Überlandbusse von staatlichen und privaten Anbietern. "Super Deluxe Video Coach" bedeutet oft Hindi-Pop-Beschallung auf der Fahrt.

Taxi

Normal ist neben dem Pkw-Taxi die dreirädrige Autorikscha, auch Threewheeler genannt. Wenn kein Taxameter läuft, sollten Sie den Preis vor Fahrtbeginn aushandeln.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Man erwartet von Ihnen nicht, wie die Einheimischen im Süden mit den Fingern vom Bananenblatt zu essen. Doch wenn Sie wie viele Inder ohne Besteck essen, führen Sie nie Speisen mit der linken, unreinen Hand zum Mund, das gilt als unzivilisiert! Wenn man das Essen mit den Fingern nicht gewohnt ist, sollte man, um nicht linkisch zu wirken, lieber Besteck nehmen. Auf Nachfrage werden fast überall Löffel und Gabel angeboten.

Gute Stadtrestaurants sind - außer in den Metropolen wie Delhi, Kolkata oder Mumbai - rar gesät. Das beste Essen wird in der Regel in den gehobeneren Hotels serviert, deren Restaurants zum Großteil nicht nur Hausgästen offen stehen. Selbst Inder treffen sich mit Freunden gern in Hotelrestaurants - wegen der Qualität der Küche, aber auch wegen der oft erstaunlich günstigen Preise.

In ihrer Vielfalt bietet die indische Küche sowohl raffiniert Vegetarisches als auch Fisch- und Fleischgerichte, dazu zahlreiche Süßspeisen. Gewöhnungsbedürftig ist die Schärfe der Gerichte, zu der Dutzende von Gewürzen beitragen, allen voran Chili. Curry, dieses gelbe Pulver, ist in Indien nur Exportartikel und wird in der Küche kaum verwendet. Curry (tamilisch: kari) bezeichnet stattdessen eine mit Gemüse und Gewürzen gekochte Sauce, die jeder Koch nach eigenem Rezept zubereitet.

Kräftig gewürzt sind die Snacks, die am Straßenrand zubereitet werden. Die Dhabas, wie die Stände an den Autobahnen heißen, bieten oft Kebabs und Reis-Biryanis der Punjabi-Küche an.

Reis wird, auf verschiedene Art mit Gemüse gemischt, mehr in Südindien als im Norden gegessen. Ausnahme: in der sogenannten Mogulküche (auch Muglaiküche). Deren Rezepte mit Butter und Mandeln kommen aus Lucknow und Hyderabad. Der einfache Linsenbrei dal wird in verschiedenen Schärfegraden angeboten. Sehr scharf sind die vegetarischen Gerichte Südindiens. Zum Glück verstehen die meisten Kellner das not spicy, not too hot, please der westlichen Gäste. Was dann serviert wird, ist für Empfindliche oft gerade noch erträglich. Schärfe wird durch Joghurt gemildert (nicht durch Wasser!), der zum Essen gereicht wird. Keine Angst vor Schärfe beim indischen Brot, Brotlaibe gibt es nicht, aber als Fladen ergänzt das indische Brot jede Mahlzeit: die auf heißer Herdplatte gebackenen chapattis aus Weizenvollkornmehl. Sie gehören zu den Hauptnahungsmitteln in Nordindien. Angenehm schmeckt naan, aus feinem Weizenmehl mit Butter, im Tonofen gebacken. Parathas sind leichtere Vollkornfladen zum Frühstück, Südindien aber liebt seine idlis (flache, runde Küchlein) aus gekochtem Reis, der dort das Grundnahrungsmittel ist, und seine dosas (dünne, knusprige Pfannkuchen), tellergroß und knusprig.

Nicht alle Inder sind Vegetarier, also gibt es auch gute Fleischgerichte. Allerdings kein Schwein, denn das ist für Muslime untersagt und gilt auch bei Hindus als unrein (in Goa gibt es jedoch Schweinefleisch und -wurst, der portugiesischen Tradition wegen). Absolut unmöglich für Hindus ist der Verzehr der heiligen Kuh, es bleiben also Lamm und Geflügel. Mariniert mit Joghurt, Ingwer und Nelkenpfeffer, werden sie im tandoor, an den Innenwänden des Tonofens, gebraten. Liebhaber von Fisch und Meerestieren können in Goa, in Kerala und am Golf von Bengalen (hier tiger prawns) schwelgen. Beliebt sind in Goa gekochter Fisch in sauer-scharfen Kokosnusssaucen oder Krabben mit Gemüse.

Erholung von der Schärfe garantieren die Süßspeisen. Ihre duftigen Gewürze sind Rosenwasser, Safran, Zimt, Kardamom - manchmal triefen die Desserts von Sirup oder von Fett. Auch Süßigkeiten aus eingedickter Milch sind beliebt. Geschältes Obst können Sie ohne Bedenken genießen. Geschälte Gurken nimmt man gerne als Erfrischung auf Reisen mit.

Trinken ist in heißem Klima noch wichtiger als Essen. Inder begnügen sich mit Wasser, das ungefragt an jedem Tisch serviert wird. Doch Vorsicht! Trinken Sie stattdessen unbedingt stilles Mineralwasser, das Sie in Flaschen mit Originalverschluss (!) kaufen. In kleineren Orten ist Mineralwasser oft nicht zu bekommen, weil es für die Einheimischen zu teuer ist. Frisch geöffnete Kokosnüsse enthalten eine gesunde, durststillende, wenn auch manchem fade schmeckende Flüssigkeit. Reichlich im Angebot sind Limonade (soft drinks), Soda in Kronenkorkenflaschen und lassi, ein Joghurtgetränk mit Gewürzen und Fruchtsäften.

Fast in jedem Bundesstaat ist in den wine shops - kargen, meist an verkehrsreichen Ecken gelegenen Läden - Bier und Hochprozentiges, aber so gut wie nie Wein zu haben. Restaurants benötigen zum Ausschank von Alkohol eine Lizenz. Manchmal servieren sie Bier auch ohne diese - in Kaffeetassen. Einheimische Schnäpse sind der Toddy aus Kokospalmherzen und der in Goa beliebte Feni aus Cashew-Äpfeln. Das indische Getränk ist Tee. Er ist preiswert und hygienisch, da Teeblätter, Milch und Zucker zusammen aufgekocht werden. Dem kräftigen Assamtee ziehen Europäer meist Darjeelingtee vor, dessen Frühjahrspflückungen in Europa hoch bezahlt werden - in Indien gibt es sie oft nur in Touristenläden.

Trinkgeld

Viele Angestellte sind auf Trinkgelder angewiesen: für einfache Dienste ist ein tip von umgerechnet 50 Cent in Indien üblich.

Einkaufen und Shoppen

Es duftet nach Zimt, Nelken und Weihrauch. Kleine Spiegel blitzen, Gold glänzt, bunte Seide schimmert: Die Basare und Juweliergeschäfte sind eine verführerische Augenweide. Vorbei sind die Zeiten, in denen Indien ein Billigland für Kauflustige war. Doch viele Preise sind günstig wegen niedriger Löhne. Zum Geschäft gehört das Feilschen. Der Käufer, der mehr als nur ein Stück erwirbt, hat bessere Chancen. Aber was ist der angemessene Preis? Nie gefeilscht wird in den staatlichen Handelszentren, den Emporien. Ihre Festpreise sind meist höher, als man sie auf dem Markt erzielen kann, aber der Vergleich erleichtert die Orientierung. Bummeln Sie beispielsweise durch Central Cottage Industries in Mumbai und Delhi. Achtung: Alles, was mehr als 100 Jahre alt ist, darf nur mit besonderer Genehmigung der Regierungsbehörden ausgeführt werden - bürokratisch umständlich! Neu in Indien sind die üppigen Mega-Warenhäuser mit einer Unzahl von Läden. Die Mischung aus orientalischem Basar und US-amerikanischen Malls locken auf mehreren Etagen mit westlichen wie indischen Edelmarken, Takeaway-Restaurants und Freizeitangeboten - vom Kino bis zum Fitnessstudio.

Kunsthandwerk

Antiquitätenläden voller Kuriosa reihen sich zu ganzen Straßenzeilen. Handicraft, handgemachtes Kunstgewerbe, können Sie an allen Touristenzielen erwerben: Bronzearbeiten von Götterfiguren, auch aus Kupfer und Messing, vielerlei Keramik, vom kleinen Schälchen bis zum meterhohen, buntbemalten Elefanten. Volkstümliche, bäuerliche Keramik finden Sie auf dem Land. Ein Dorf voller Terrakottawerkstätten ist z. B. Molela bei Jodhpur. Kunsthandwerk mit Silber-Einlegearbeiten (Bidri) kann kostbar sein - ebenso wie meterhohe Sandelholzskulpturen von Göttern in altem Stil. Auch kleine Sandelholzschnitzereien werden geschätzt und sind nicht billig. Leder wird oft von Muslimen verarbeitet (unrein für Hindus!), und zwar aus Büffel- oder Kamelhaut. Lederbeutel sind ein gutes Mitbringsel. Dann gibt es noch die angenehm leichten, lackglänzenden Souvenirs aus Pappmaché: Dosen, Schreibgarnituren und Tabletts.

Miniaturmalerei

Tausende von Malern sind damit beschäftigt, mit feinem und feinstem Pinsel immer neue märchenhafte Götter- und Maharajaszenen auf Papier oder Seide zu bringen - oder auch auf Palmblätter. Achten Sie auf die Gesichter der Figuren: An ihnen erkennen Sie die Feinheit der Malerei. Kunsthandwerker lassen sich in Indien gern bei ihrer Arbeit zusehen, auch Malerschulen kann man besuchen.

Schmuck

Indien fördert aus dem eigenen Boden Rubine, Saphire und Diamanten, importiert auch im großen Stil. In teils mehrstöckigen Verkaufspalästen stellen Juweliere ihren Schmuck aus. Wer auf besonders schöne Stücke feinster Juweliersarbeit aus ist, erkundigt sich in guten Hotels nach vertrauenswürdigen Adressen. Jaipur ist Hauptzentrum.

Seide

Kostbare Leichtgewichte sind die indischen Seiden - ob hauchdünn oder als derbere Rohseide. Mit Gold- und Silberfäden brokatartig gemustert, findet man sie in Varanasi, andere berühmte Seidenzentren sind Mysore und Hyderabad. Aus Baumwoll- oder Seidenstoffen können Sie sich vielerorts auch Oberhemden, Morgenmäntel oder Blusen schneidern lassen - oder die fünfeinhalb Meter lange Seidenbahn eines Saris erwerben. Die Verkäuferinnen zeigen Ihnen gern das Kunststück, wie man sich mit den richtigen Handgriffen die Seide um den Körper drapiert.

Teppiche

Mehr handgeknüpfte Teppiche als im Iran werden in Indien produziert. Feine Seidenteppiche - schön als Wandbehänge! - brauchen mehr als einen Arbeitsmonat. Die Qualität der Wollteppiche wird an der Zahl der Knüpfknoten je Quadratzentimeter gemessen. Bei manchen ist auch Seide beigemischt, das gibt den glänzenden silk touch.

Öffnungszeiten

Tempel, Museen, Geschäfte und Büros werden zwischen 8 und 10 Uhr geöffnet. Die Mittagsruhe dauert zwischen 12 und 13 Uhr bis 16 oder 17 Uhr. Museen, die nachmittags öffnen, können Sie schon ab 13 oder 14 Uhr und bis 16 oder 17 Uhr besuchen. Tempel haben meist bis Sonnenuntergang, Läden oft bis 20 Uhr oder länger offen. Einige Restaurants öffnen gegen Mittag und schließen nachmittags für einige Stunden. Viele sind aber von morgens bis in die Nacht für ihre Gäste geöffnet.

SpeisenGetränke

alu matar Kartoffeln und Erbsen in Sauce
biriyani Reis mit Gewürzen, Rosinen, Nüssen oder Gemüse, auch mit Fleisch - Mogulküche
chicken tikka marinierte, gebratene Hühnerfleischstücke in Würzsauce
dahi Joghurt, auch mit Obst- oder Gemüsestücken als raita
dal makhani Linsen, in Butter zubereitet, dazu Reis oder Brotfladen
kebab Schaffleisch oder Lamm in Sauce geschmort
kofta Hackfleischbälle mit Curry, Reis und Chutney
korma Fleisch in Joghurtsauce mild geschmort
murgh (chicken) masala Huhn mit Joghurt, Gewürzen und Nüssen
palak panir Frischkäsewürfel in Spinat
pilau (pullao) Reis mit Gewürzen und Gemüse, manchmal mit Fleisch
roti Fladenbrot, aus grobem Mehl (chapatti), aus feinem Weizenmehl (nan) oder als Pfannkuchen (paratha)
samosa frittierte Teigtasche mit Gemüse gefüllt, südindisch
thali In kleinen Schüsseln angeordnete Speisen: curry, dal, Reis, chapatti, chutney. Meist vegetarisch
beer in Indien gebrautes Bier, leichtes Export, beste Marke: Kingfisher
coffee südindische Kaffeesorten werden mokkastark serviert
fresh pineapple juice Ananassaft aus zerkleinerten frischen Früchten
lassi Joghurt, verdünnt (verlangen Sie ohne Leitungswasser!), süß oder salzig
lemon soda Sodawasser (aus original verschlossenen Kronkorkenflaschen) mit Zitronensaft, sehr erfrischend
masala tea (tchai) mit Gewürzen, Zucker und Milch aufgekochter Tee
Stichworte

Ayurveda

Die wörtliche Übersetzung des aus dem Sanskrit stammenden Wortes Ayurveda bedeutet "Wissenschaft vom Leben und der Langlebigkeit". Es geht um das Gleichgewicht von Körper und Seele. Ayurvedazentren, wie sie in Südindien, vor allem in Kerala, in vielen Hotels angeboten werden, haben zwei Hauptzweige. Der eine ist eine Wellnessbehandlung, gern unter dem Stichwort rejuvenation, also zur Verjüngung, empfohlen. Der andere, nicht so verbreitet, zielt auf die Heilung von Erkrankungen. In beiden Zweigen bauen die Ayurvedakundigen auf Diagnoseerfahrungen auf, die in Jahrtausenden erprobt wurden.

Jeder Mensch hat demnach seine eigene Konstitution, zusammengesetzt aus den drei Doshas Vata, Pitta und Kapha, die jedes für sich zu den beiden anderen Doshas und in Beziehung zu den Elementen steht, zum Feurigen und zum Kalten, zum Flüssigen und zum Festen, zum Schweren und zum Leichten. Wenn das Gleichgewicht der Doshas gestört ist, ist der Mensch krank. Die Kunst des Ayurveda-Arztes besteht darin, die individuelle Konstellation zu erkennen und wiederherzustellen.

Ölmassagen und Stirngüsse, auch Schwitzbäder sind übliche Ayurveda-Behandlungen. Werden ernste Störungen des körperlich-seelischen Gleichgewichts diagnostiziert, hält der Arzt eine Fülle von Kräutermedizinen bereit (aus Hunderten von Heilpflanzen). Oft wird die Ernährung umgestellt, Verzicht auf Alkoholika und Bewegungstherapien wie Yoga empfohlen. Die erstaunlichen Erfolge von Ayurveda - z. B. bei rheumatischen Erkrankungen, auch bei Parkinson - erscheinen vielen unerklärlich. Aber plädieren nicht auch europäische Ärzte für ganzheitliche Medizin, für die Balance von Körper, Geist und Seele? In Indien hat man damit lange Erfahrung.

Brahmanen

Sie kamen aus dem Norden, waren hellhäutig und groß und nannten sich Aryas (Edle). Das war um 1500 bis 500 v. Chr. Kein Wunder, dass die Zuwanderer auf die Ureinwohner und die ebenfalls dunkelhäutigen Drawiden faszinierend wirkten. Und deshalb entstanden Mythen. Lange Zeit hielt das Vindhya-Gebirge in Mittelindien den Weiterzug der Aryas nach Süden auf. Dann aber dienten Brahmanen, die Priester der Aryas mit religiösem Geheimwissen, auf dem ganzen Subkontinent, bald auch im Tempel von Chidambaram im südlich gelegenen Tamil Nadu, lebten Nambudiri-Brahmanen im südwestlichen Kerala, nicht weit vom Südkap Indiens. Brahmanen sind die Hüter der Orthodoxie. Ihren Namen haben sie von dem Sanskrit-Wort Brahman, das "heilige Kraft", auch "höchste Gottheit" bedeutet. Nur Brahmanen sind Priester, aber nicht alle üben ein Priesteramt aus. Man findet sie in vielen anderen gehobenen Berufen und verantwortungsvollen Positionen. Der soziale und persönliche Zwiespalt entsteht dadurch, dass einerseits die Politik die Privilegien der Brahmanen einschränken will, andererseits für die Brahmanen jedoch wegen ihrer strikten Reinheitsgebote (z. B. beim Essen) der uneingeschränkte Kontakt mit der übrigen Bevölkerung ein Problem ist.

Eisenbahnen

Indiens Eisenbahn ist die zweitgrößte einheitlich verwaltete der Welt und die mit den meisten Fahrgästen. Keineswegs sind alle Fahrten so atemberaubend schön wie die mit der Darjeeling Himalayan Railway, wenige so luxuriös wie die im Touristenzug Palace on Wheels. Jeden Mittwoch - von September bis April - startet dieser rollende Palast von New Delhi zur luxuriösen Rundreise durch Rajasthan und zum Taj Mahal. Zwei Restaurants, Schönheitssalon, Satellitentelefon und Butlerservice, nicht zuletzt die breiten Doppelbetten lassen keine Wünsche offen (www.palaceonwheelsindia.com) - zu Preisen wie im 5-Sterne-Hotel. Kaum preiswerter sind auch die beiden Konkurrenzzüge Royal Train (durch Rajasthan und Gujarat) und Deccan Odyssey (von Mumbai durch Maharashtra und Goa).

Vor allem Zahl und Tempo der Fernverbindungen nehmen zu. Der Rajdhani Express (klimatisiert) verbindet Delhi mit Mumbai, Kolkata, Bangalore, Chennai und nun auch mit Thiruvananthapuram. Die erst 1998 eingeweihte Strecke von Mumbai über Goa, Konkan Railway genannt, führt durch eine herrliche Landschaft über unzählige Brücken und durch 92 Tunnel an die tropische Südküste. Statt früher zehn bis elf Stunden brauchen die Züge von Mumbai nach Goa (600 km) nur noch acht Stunden.

Speisewagen sind selten, aber auf den Bahnhöfen finden sich Restaurants und Hunderte von fliegenden Händlern. Genial ist folgendes Versorgungssystem: Ein Mann steigt in den Zug, nimmt Bestellungen auf; am nächsten Bahnhof steigt er aus, übermittelt die Wünsche zum übernächsten Bahnhof; dort steigen Leute mit den bestellten Gerichten ein, bedienen, sammeln das gebrauchte Geschirr wieder ein, kassieren und steigen am vierten Bahnhof aus.

Familie

Für Inder gleich welcher Religion spielt die Familie eine lebenswichtige Rolle. Die Gemeinschaft soll Männer und Frauen in wirtschaftlichen und seelischen Nöten auffangen. Im günstigen Fall erfüllt sie diese Erwartung. Meist leben noch mehrere Generationen unter einem Dach. Aber junge Leute akzeptieren nicht mehr frag- und widerspruchslos, was für ihre Eltern meist noch selbstverständlich war: die arranged marriage, das Lebensbündnis mit einem Partner, einer Partnerin, die von den Eltern oft im Kindesalter ausgesucht wurden. Vorsichtige Eltern warten mittlerweile die Zustimmung ihrer heranwachsenden Kinder ab.

Wie viele Kinder wird das junge Paar haben? "We two - our two" heißt einer der Slogans, mit denen der Staat für kleine Familien wirbt. Indiens dramatischer Bevölkerungszuwachs - binnen wenig mehr als drei Jahrzehnten wurden aus 500 Mio. Menschen eine Milliarde - konterkariert die wirtschaftlichen Erfolge im Kampf gegen die Armut. Der aufstiegsorientierte Mittelstand strebt die Zwei-Kinder-Familie schon an, auch ohne staatliche Werbung. Die ärmeren Leute aber erhoffen sich Unterstützung durch möglichst viele Söhne - sie haben keine andere Altersversorgung. Da Töchter bei der Verheiratung Kosten verursachen, versucht man, möglichst keine zu haben - grausame Mittel sind die medizinische Selektion vor der Geburt oder die Vernachlässigung weiblicher Säuglinge. Statistisch hat Indien ein Frauendefizit.

Frauen

Das höchste Regierungsamt Indiens wurde von einer Frau, Premierministerin Indira Gandhi (1966-1977 und 1980-1984) sowie von Pratibha Patil (2077-2012), ausgeübt. In einem Land, in dem vor 150 Jahren Witwenverbrennungen nicht ungewöhnlich waren? In einem Land, in dem junge Frauen durch eine Kerosinexplosion in der Küche umgebracht werden, weil die Familie des Mannes sich eine weitere Mitgift durch neue Heirat erhofft? Es gibt noch Benachteiligungen der Frauen, aber sie werden weniger. In den Städten sind immer mehr Frauen ausgebildet, berufstätig und daher selbstbewusster. Der Anteil der Frauen in Hightechberufen ist erstaunlich hoch, und auf dem Land ergreifen sie an vielen Orten neue Möglichkeiten wirtschaftlicher Verbesserung. Selbst bei Konservativen wächst mittlerweile das Bewusstsein, das die Hindu-Religion Shakti, die weibliche Kraft, als mächtig und schöpferisch anerkennt.

Heilige Kühe

Auf dem Grünstreifen der Straße hat sie gegrast, sich mitten auf die Fahrbahn gestellt. Reifen quietschen, Autos fahren waghalsige Kurven, sie trottet weiter auf den Bürgersteig. Sie ist heilig, denn sie ist eine Kuh, aber fast jede Kuh ist auch Privateigentum. Ihre Milch wird als Gottesgabe angenommen, ebenso das geschmolzene, geklärte Butterfett ghee, dem höchste Reinheit zugesprochen wird. Die Kuh ist Symbol des Lebens, der Güte und der Freigiebigkeit. Ihre Fladen sind rein und können, von Hand mit Stroh verknetet, an eine Wand zum Trocknen geklebt werden, bevor sie den Herd heizen. Wird die Kuh einem Inder allzu lästig, schiebt er sie beiseite oder ohrfeigt sie.

HIV

Immer wieder begegnet man großflächigen Plakatwänden, die sich von der üblichen Werbung abhebt: Viel Text, der oft in der Schrift der Landessprache geschrieben ist, bis auf vier lateinische Buchstaben mittendrin: AIDS. Außerhalb Afrikas ist Indien das Land mit der höchsten Anzahl von HIV-Infizierten (2,4 Mio.). Die Regierung versucht aufzuklären: mit Plakaten oder mit Kampagnen, bei denen Schulkinder in Demonstrationszügen marschieren. Solche Aktionen brechen aber nicht die Tabuisierung von Sexualität in der indischen Gesellschaft, und Infizierten droht der Ausschluss aus der Gemeinschaft. Risikogruppen wie Fernfahrer oder Prostituierte verstärken die Verbreitung der Immunschwächekrankheit, doch längst betrifft AIDS die gesamte indische Gesellschaft.

Mitgift

In Indien kommen auf 1000 Männer nur 940 Frauen. Dieses Ergebnis der Volkszählung von 2011 klingt banal, ist allerdings ein Zeichen eines schwerwiegenden Problems, das zur gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Bedrohung gerät. Viele indische Familien bevorzugen Söhne. Ein Grund ist der Brauch der Dowry, die Mitgift, die bei Hochzeiten von den Eltern der Braut an die Familie des Bräutigams gestiftet wird. Oft sind hohe Schulden oder sogar der Ruin die Folge. Mehr als 3 Mio. weiblicher Föten sollen seit 2000 in diesem Zusammenhang getötet worden sein. Pränataldiagnostik zur Geschlechtserkennung ist daher in vielen indischen Bundesstaaten verboten, was aber ebenso wenig wirkt wie das seit 50 Jahren bestehende Gesetz gegen die Dowry-Praxis. Nur ein gesteigertes Bildungsniveau und Aufklärung versprechen Besserung.

Mohn

Reist man östlich Chittorgarhs über viele Kurven von Bassi ins Hochland, sind die weißblühenden Felder nicht zu übersehen: Mohnblüten! Daraus wird Opium, aus dem Saft der Fruchtkapseln, und hier im Auftrag der Regierung hergestellt - zur Verwendung in der Medizin als Beruhigungs- und Betäubungsmittel. Wegen der Suchtgefahr gilt das weltweite Opiumverbot auch in Indien. Nur an einem Ort, südlich von Jodhpur im Distrikt Pali ist es aufgehoben - weil hier schon seit Jahrhunderten das Opium ein wichtiges Requisit eines Opferrituals für die Götter und wichtiger Teil des Dorflebens ist. Die Opiumzeremonie, meist zu Ehren Shivas abgehalten, ist religiöse Handlung und gemütlicher Kreis der Dorfältesten zugleich. Frauen ist die Teilnahme nicht erlaubt.

Sprachen

Wie viel Gutes oder Schlechtes die britische Kolonialherrschaft Indien gebracht hat, das indische Staatsvolk verdankt ihr die wichtigste gemeinsame Amtssprache: Englisch. Weil praktisch jeder gut oder halbwegs ausgebildete Inder sich auf Englisch verständigen kann, ist das Leben auch für Touristen ungleich leichter als in vielen anderen exotischen Reiseländern. Außer der englischen gibt es keine gemeinsame Sprache aller Inder, sondern 18 verschiedene von der Verfassung anerkannte Hauptsprachen und mehr als 1600 andere kleinere Sprachen und Dialekte. Hindi wird vor allem in Uttar Pradesh und in Madhya Pradesh gesprochen und ist die in Indien am meisten verbreitete indo-arische Sprache, neben Bengali, Bihari, Punjabi, Rajasthani. Von vier Indern sprechen etwa drei eine indo-arische Sprache. Die frühe indo-arische Hochsprache Sanskrit, in der die heiligen Texte überliefert sind, wird von einer Brahmanenminderheit noch immer gelehrt.

Zur drawidischen Sprachfamilie gehören Tamil (in Tamil Nadu), Kannada (in Karnataka) und Telugu (in Andhra Pradesh). Heftige Opposition flammt im Süden immer wieder gegen die Amtssprache Hindi auf und gegen die Versuche, Hindi statt Englisch zur Nationalsprache zu machen.

Bloss nicht!

Gegen Reinheitsgebote verstoßen

Schuhe beim Betreten religiöser Orte anzubehalten, ist ein Reinheitsverstoß. Auch wenn der Gastgeber in einem indischen Haus die Schuhe auszieht, tun Sie es ihm nach!

Alles fotografieren

Nicht alles, was bunt und bizarr ist, darf einfach fotografiert werden. Privatpersonen erwarten, dass man um Einverständnis bittet. Im Allerheiligsten von Tempeln und bei Leichenverbrennungen ist Fotografieren absolut tabu.

Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit

Küssen, Arm in Arm gehen und andere Zärtlichkeiten sind außerhalb von Privatzimmern unerwünscht und gelten als anstößig. Auch Nacktbaden wird nicht toleriert. An den Stränden kontrolliert die Polizei (in Zivilkleidung!).

Sich von jedem (an-)führen lassen

Gehen Sie nicht auf Angebote ein, sich zum preisgünstigen Laden des Onkels, Bruders oder eines anderen Verwandten führen zu lassen. Der Käufer bezahlt die Schleppergebühr (commission) mit! Auch ist nicht jeder, der sich als guide anbietet, qualifiziert. Zumindest seine englische Aussprache sollte einwandfrei verständlich sein. (Manche Führer sprechen auch Deutsch.) Handeln Sie das Honorar vor der Führung aus!

Milde Gaben geben

Bettelnden Kindern niemals Geld geben, man fördert sonst die gewerbsmäßige Ausnutzung der Bettelei. Stattdessen etwas zu essen, Schreibstifte oder auch Seife schenken.

Missverständnisse aufkommen lassen

Touristinnen sollten nicht mit fremden Indern flirten, wenn sie nicht wollen, dass Freundlichkeit als Aufforderung zu mehr verstanden wird. Männer fragen andere Männer nach dem Weg o. ä., wenden sich jedoch niemals an fremde Frauen (das gilt auch umgekehrt).

Sich Drogen andrehen lassen

Die indischen Behörden kennen kein Erbarmen mit Dealern und Usern, und indische Gefängnisse sind schrecklich. Auch der Konsum oder der Besitz von Cannabis ist illegal und kann schnell bis zu sechs Monate Haft zur Folge haben. Alkohol ist zwar legal, aber Betrunkene werden unter Umständen festgenommen und können nicht mit Verständnis rechnen.

Nackte Füße hochlegen

Zwar sind in Indien nackte Füße üblich, aber wenn Sie sie auf eine Bank oder einen Tisch hochlegen, gilt das als ein Verstoß gegen die guten Sitten. Besonders schlimm ist der Tabubruch, wenn die Füße auf ein Götterbild oder die indische Fahne weisen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Landesteil Kaschmir

Bei Demonstrationen in Kaschmir kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Teilweise wurden Ausgangssperren verhängt.
Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in den Landesteil Kaschmir, einschließlich Srinagar, wird abgeraten.
Reisenden wird empfohlen, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten, besondere Vorsicht walten zu lassen und sich unmittelbar vor und während der Reise laufend über die aktuelle Lage zu informieren und Hinweisen lokaler Behörden, auch bei Straßensperren, Folge zu leisten.

Terrorismus

Die Sicherheitslage in Indien bleibt vor dem Hintergrund zahlreicher schwerer Terroranschläge in den letzten Jahren angespannt. Angesichts der terroristischen Gefahren wird landesweit zu besonderer Wachsamkeit geraten, insbesondere beim Besuch von Märkten und öffentlichen Plätzen, bei großen Menschenansammlungen sowie in der Nähe von Regierungsgebäuden und nationalen Wahrzeichen. Dies gilt insbesondere im zeitlichen Umfeld staatlicher und religiöser Feiertage sowie von Großereignissen. Es muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere New Delhi und andere Metropolen des Landes im Fokus terroristischer Aktivitäten stehen. Die Anschläge der letzten Jahre bestätigen die Tendenz, dass auch touristisch frequentierte Orte zunehmend ins Visier der Terroristen geraten.

Allgemeine Kriminalität

Das Risiko, dem ausländische Reisende durch Gewaltkriminalität ausgesetzt sind, ist in den touristisch erschlossenen Gebieten Indiens eher gering. Reisende sollten sich dennoch stets von Vorsicht leiten lassen. Situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Berichte über sexuelle Übergriffe vor allem auch für alleinreisende Frauen.

Touristen in New Delhi und anderen indischen Städten werden gelegentlich von örtlichen Reiseveranstaltern (vornehmlich im Stadtzentrum von New Delhi "Connaught Place") mit aggressiven Verkaufsmethoden zum Kauf überteuerter Reisen genötigt. Diese Büros geben sich regelmäßig als "staatlich anerkannt" aus, um besondere Qualität und Reputation vorzugeben. Örtliche Taxifahrer arbeiten mitunter mit diesen Veranstaltern und unseriösen Hoteliers zusammen und fahren Touristen gezielt dorthin, insbesondere direkt nach Ankunft am Flughafen in Delhi, unter Ausreden, weshalb das beabsichtigte Ziel nicht erreichbar sei. Reisende sollten bei Reisebuchungen in indischen Reisebüros deshalb besonders wachsam sein. Reisende, die in Bedrängnis geraten, sollte auf unverzügliche Kontaktaufnahme mit der lokalen Polizei (in Delhi die spezielle 24 Stunden operierende "Tourist Police", Notruf 100) bestehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass Touristen - besonders in Rajasthan und Goa - wiederholt Opfer gut organisierter Trickbetrüger geworden sind, u. a. über das Angebot lukrativer Juwelengeschäfte.

Bundesstaat Jammu und Kaschmir (siehe auch Aktuelle Hinweise)

Wegen der Gefahr terroristischer Gewalttaten und unvorhersehbaren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei bzw. Armee wird in Kaschmir stets zu besonderer Vorsicht geraten In den vergangenen Jahrzehnten und auch jüngst kam eszu zahlreichen Bombenanschlägen mit vielen Todesopfern. Gegen Ausländer gerichtete Einzelaktionen (auch Entführungen) können in der gesamten Region nicht ausgeschlossen werden.

Seit September 2016 kommt es wieder verstärkt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen indischen und pakistanischen Truppen wie auch mit verschiedenen Separatistengruppen entlang der internationalen Grenze und der Waffenstillstandslinie (LoC).

Unmittelbar vor und während der Reise in den Landesteil Kaschmir sollten aktuelle Informationen über die Sicherheits- und Infrastrukturlage eingeholt werden. Den Anweisungen der Behörden ist Folge zu leisten.

Unbedingt erforderliche Reisen nach Srinagar sollten auf dem Luftweg erfolgen.

Landesteil Jammu

In Jammu ist die Sicherheitslage grundsätzlich stabil. Allerdings kann es auch hier zu unvorhersehbaren gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kommen, sodass unmittelbar vor einer Reise nach Jammu aktuelle Informationen eingeholt und vor Ort größere Menschenansammlungen vermieden werden sollten.

Landesteil Ladakh

Trekkern wird dringend geraten, sich hinsichtlich der Auswahl der Trekkingrouten vor Ort von vertrauenswürdigen und ortskundigen Führern beraten zu lassen. Generell wird dringend abgeraten, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen Führer durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen Plätzen zu zelten.
Wegen erheblicher Sicherheitsrisiken sollten in Ladakh die Grenzgebiete gemieden werden. In diesem Zusammenhang wird auf die Genehmigungspflicht von Reisen in grenznahe Gebiete durch die indischen Behörden verwiesen.

Nordosten

In der Region um Darjeeling, im Bundesstaat Westbengalen hatten Mitte 2017 Auseinandersetzungen mit separatistischen Gruppen (Angehörige der ethnischen Gorkha) zu gewalttätigen Demonstrationen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt. Auch nach offizieller Beendigung des 100-tägigen Generalstreiks ist sporadisches, lokal begrenztes Aufflammen der Auseinandersetzungen weiterhin nicht völlig auszuschließen.

In den nordöstlichen Bundesstaaten (Arunachal Pradesh, Assam, Nagaland, Manipur, Meghalaya, Mizoram und Tripura) sind in einigen Regionen noch militante politische Gruppen und auch kriminelle Banden aktiv. Touristen sind zumindest bisher nicht Ziel von Anschlägen und Entführungen, können aber dennoch leicht in Gefahr geraten.

Bei Reisen in den Nordosten Indiens sollten sich Reisende daher auf sicherheitsbewusste, zuverlässige lokale Partner (Reiseveranstalter, Hotels/Ressorts, Geschäftspartner) verlassen und sich situationsgerecht verhalten. Für einige Gebiete sind zusätzlich zum Visum Einreisegenehmigungen erforderlich. Es wird empfohlen, zur aktuellen Sicherheitslage und zu eventuellen besonderen Genehmigungserfordernissen kurz vor einer Reise in den Nordosten Indiens aktuelle Informationen, z. B. von lokalen Reiseveranstaltern, einzuholen.

Andere Regionen

Die Bundesstaaten Bihar, Jharkand, Chhattisgarh, der äußerste Südwesten von Orissa, der äußerste Norden von Andhra Pradesh und der äußerste Osten von Maharashtra verzeichnen - insbesondere in ländlichen Gebieten - bewaffnete Aktivitäten einer militant-sozialrevolutionären maoistischen Bewegung, die in einzelnen Distrikten bis hin zur Ausübung quasistaatlicher Gewalt gehen. Die Aktivitäten richteten sich bislang nicht gegen Ausländer, in 2012 ist es jedoch zu einem Entführungsfall gekommen. Auch Sabotageakte und Anschläge auf das öffentliche Eisenbahnnetz wurden in der Vergangenheit verübt. Generell wird dringend geraten, vor Reisen in die genannten Gebiete Informationen über die Sicherheitslage einzuholen und touristische Aktivitäten nicht ohne ortskundige einheimische Begleitung durchzuführen.

Besondere Reisegenehmigungen werden u. a. für Teile von Sikkim, Arunachal Pradesh und für die Lakkadiven (Lakshadweep Islands) benötigt. Die Genehmigungen müssen in Indien vor der Einreise in die genannten Staaten eingeholt werden. Die Genehmigungspflicht für Reisen nach Nagaland, Mizoram und die Andamanen wurde aufgehoben. Eine Registrierung nach Ankunft ist erforderlich. Die Inselgruppe der Nicobaren (Nicobar Islands) ist nach wie vor für Touristen nicht zugänglich. Informationen zu Reisegenehmigungen können bei den indischen Auslandsvertretungen in Deutschland eingeholt werden.

Naturkatastrophen

Verschiedene Teile Indiens liegen in einer seismisch aktiven Zone, so dass es zu Erdbeben kommen kann. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben gibt es im Merkblatt des Geoforschungszentrums Potsdam.

Während der Haupt-Monsunzeit (Juli bis September) lösen starke Regenfälle besonders in den gebirgigen Teilen des Landes immer wieder Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Dadurch können Straßen zeitweise unpassierbar, Zugverbindungen unterbrochen oder einzelne Orte vorübergehend nicht mehr zugänglich sein.

Zyklone und Tropenstürme sind insbesondere in den Monaten September bis Dezember an der Ostküste Indiens nicht ungewöhnlich, in der Bucht von Bengalen auch von April bis Juni. Reisende in dieser Zeit werden gebeten, die Hinweise zu Wirbelstürmen im Ausland zu beachten.

Aktuelle amtliche Wetterwarnungen enthält die Webseite des indischen meteorologischen Departments. Den Sicherheitshinweisen und Empfehlungen der örtlichen Behörden ist unbedingt Folge zu leisten.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Geld/Kreditkarten

Reisenden wird außerdem empfohlen, Kreditkarten mit sich zu führen, da es besonders in ländlichen Bereichen zu Problemen bei der Bargeldversorgung kommen kann.

Nothilfe

Es wird darauf hingewiesen, dass in Indien keine professionelle, private Infrastruktur für Nothilfe - insbesondere für Such- und Bergungsaktionen bei Unfällen im Hochgebirge - zur Verfügung steht. Hilfsmaßnahmen müssen bürokratisch und zeitintensiv über das Außenministerium und die militärischen Einrichtungen eingeleitet werden.

Leihmutterschaft

Wer erwägt, in Indien ein Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen, sollte folgende Hinweise beachten: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Ein von einer verheirateten indischen Leihmutter geborenes biologisches Kind eines deutschen Staatsangehörigen hat keinen Anspruch auf einen deutschen Reisepass. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (Aktenzeichen VG 23 L 79.11). Indien erteilt zudem keine Visa mehr an Ausländer, die zur Durchführung einer Leihmutterschaft einreisen wollen. Weitere Informationen sind in den zur Leihmutterschaft zu finden.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: -

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Indien grundsätzlich ein Visum. Inhaber deutscher Reisepässe können unter bestimmten Voraussetzungen ein elektronisches Touristenvisum (e-Tourist Visa - e-TV) erhalten. Das e-TV muss bis spätestens vier Tage vor dem geplanten Einreisedatum beantragt werden und berechtigt in den meisten Fällen zur zweimaligen Einreise für einen Aufenthalt von bis zu 60 Tagen.
Auf der Homepage indianvisaonline sind die Voraussetzungen für ein elektronisches Touristenvisum aufgeführt. Dort kann das e-TV beantragt werden. In Einzelfällen soll es bei der Online-Bezahlung der e-TV zu Schwierigkeiten gekommen sein. Es wird deshalb empfohlen, sicherzustellen, dass die Zahlung tatsächlich erfolgt ist. Reisende sind verpflichtet einen Ausdruck des e-TV mit sich zu führen.
Eine 24/7-Hotline für elektronische Touristenvisa ist telefonisch unter +91-11-2430 0666 oder per E-Mail über indiatvoa@gov.in eingerichtet.
Das e-TV wurde zusätzlich zu allen bereits bestehenden Visumskategorien eingeführt. Alle anderen Visa sind wie bisher bei der zuständigen indischen Auslandsvertretung zu beantragen, Antragstellungen an der Grenze oder am Flughafen sind nicht möglich.
Reguläre Touristenvisa werden grundsätzlich mit einer Gültigkeitsdauer von sechs Monaten ab dem Tag des Ausstellungsdatums ausgestellt, wobei in der Regel mehrmalige Einreisen möglich sind (multiple entry visa).

Eine Verlängerung der Gültigkeit des Touristenvisums nach Einreise ist nur in begründeten Ausnahme-/Notfällen durch das zuständige örtliche Foreigners' Regional Registration Office (FRRO) möglich.

Bei einer beabsichtigten Gesamtaufenthaltsdauer von mehr als 6 Monaten oder sofern eine solche Auflage im indischen Visum (z. B. Arbeitsvisum) aufgeführt ist, besteht - unabhängig von der beabsichtigten Dauer des einzelnen Aufenthalts - eine Registrierungspflicht beim örtlich zuständigen District Foreigners' Registration Office (FRO) bzw. beim Foreigners' Regional Registration Office (FRRO). Diese muss innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft wahrgenommen werden. Nichtregistrierung führt regelmäßig dazu, dass der/die Betroffene am indischen Flughafen an der Ausreise gehindert wird und dann beim örtlich zuständigen FRRO eine gesonderte Ausreiseerlaubnis einholen muss, was zwangsläufig eine mehrtägige Ausreiseverzögerung mit sich bringt und bei geplanter Ausreise, z. B. von New Delhi, eine Rückreise an den letzten Aufenthaltsort erforderlich macht. Diese Formalitäten sind zudem sehr umständlich und führen regelmäßig zu substanziellen Problemen. Eine Einflussnahme der zuständigen deutschen Auslandsvertretung ist in derartigen Fällen erfahrungsgemäß nicht möglich. Bei Aufenthalt von mehr als 180 Tagen mit Business oder Employment Visa empfiehlt es sich, bei Abreise eine Steuerbescheinigung (Tax Clearance Certificate) mit sich zu führen, die erfahrungsgemäß gelegentlich noch verlangt wird, obgleich dies nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auf der Webseite des indischen Innenministeriums bzw. des Bureau of Immigration sind nähere Angaben zum Thema Touristen- und Arbeitsvisa (Tourist Visa und Employment Visa) zu finden.

Reisende, die nicht innerhalb der Gültigkeit des Visums ausreisen, müssen mit einer Haftstrafe und mehrjährigem Einreiseverbot rechnen.

Es kommt immer wieder vor, dass Pässe bei der Einreise von den Grenzbehörden nicht gestempelt werden. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass Sie einen Einreisestempel erhalten und verwahren Sie Ihren Reisepass sicher! Ohne Einreisestempel kommt es bei der Ausreise zu erheblichen Schwierigkeiten. Mehrtägige Verzögerungen durch Erwerb einer Ausreiseerlaubnis beim FRO und Ministry of Home Affairs (nur in Delhi) sind die Regel. Dies gilt auch im Fall eines Passverlustes während des Indienaufenthalts und der erforderlichen Erteilung eines Ersatzdokuments durch die zuständige deutsche Auslandsvertretung.

Immer wieder kommt es vor, dass Reisende ausgewiesen werden, weil ihre Aktivitäten in Indien (oft NGO-Arbeit) nach Auffassung der indischen Behörden nicht mit dem Status eines Touristenvisums vereinbar sind. Es wird empfohlen, konkret anlassbezogene Visa zu beantragen, z. B. Konferenzvisa oder Business/Employment/Entry (X) Visa für Freiwilligenarbeit.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Devisen ab einem Betrag von 5000,- US-$ (bar oder Reiseschecks) sind bei der Einreise zu deklarieren. Auch andere hochwertige Gegenstände (z. B. Videokameras) müssen deklariert werden.

Die Einfuhr von Goldmünzen und -barren sowie von Waffen ist streng verboten. Für Ausländer indischer Abstammung (PIO) gelten besondere Bestimmungen.

Die Ein- und Ausfuhr der indischen Währung ist für verschiedene Personengruppen unterschiedlich geregelt. Verbindliche Informationen dazu können der Webseite der Reserve Bank of India entnommen werden.

Die Ausfuhr von Antiquitäten ist streng reglementiert. Genaue Informationen finden Sie auf der Webseite von eIndia Tourism.

Die Einfuhr pornografischen Materials ist verboten.

Die Ausfuhr von geschützten Tierhäuten und Pflanzen ist verboten.

Bei einem Verstoß gegen Zollvorschriften drohen hohe Geldstrafen oder gar Verhaftung bei der Ausreise.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Der Besitz - selbst kleinster Mengen - Drogen ist verboten und wird mit hohen Haftstrafen geahndet. Dies gilt ebenso für die Ausfuhr von geschützten Tierhäuten und Pflanzen.

In den einzelnen indischen Bundesstaaten gelten unterschiedliche Vorschriften zu Alkoholkauf und -verzehr. So schwankt das Mindestalter für Alkoholverzehr z.B. zwischen 18 und 25 Jahren. Einige indische Bundesstaaten gestatten Alkohol ausschließlich für medizinische Zwecke, in anderen ist eine spezielle Erlaubnis für den Kauf, Transport oder Verzehr von Alkohol erforderlich. Die Strafen bei Verstoß gegen die jeweiligen Regelungen können teilweise sehr streng sein. Reisenden wird empfohlen, sich in den jeweiligen Bundesstaaten über die geltenden Regelungen zu Alkoholkauf und -verzehr zu informieren.

Auch der illegale Aufenthalt in Indien - ohne gültigen Pass und /oder Aufenthaltserlaubnis, dazu zählt auch die Überschreitung des Gültigkeitszeitraums des Visums und die Verletzung der Registrierungspflicht (vgl. unter Einreisebestimmungen) - kann mit langen Haftstrafen oder Geldstrafen geahndet werden. Ebenso ist der Aufenthalt ohne Genehmigung in Gebieten mit Genehmigungspflicht (protected and restricted areas) eine Straftat, die mit Haft geahndet wird. Dies gilt auch für einige touristisch interessante Gegenden u.a. in Ladakh und Sikkim oder auf den Andamanen.

Gem. § 377 des indischen Strafgesetzbuches ist homosexueller Geschlechtsverkehr strafbar (Urteil des Supreme Court vom 11.12.2013), die Höchststrafe beträgt lebenslange Freiheitsstrafe. Gleichgeschlechtliche Lebenspartner sollten in der Öffentlichkeit diskret und zurückhaltend auftreten.

Der Besitz und die Nutzung von Satellitentelefonen sind in Indien verboten und wird ebenfalls strafrechtlich geahndet.

Impfschutz

Seit März 2014 wird bei Einreise aus Ländern mit gemeldeten Polio Erkrankungen (Afghanistan, Nigeria und Pakistan; Stand 05.02.2014) und Ländern, in denen nachgewiesen wurde, dass dort Polioviren zirkulieren (Äthiopien, Kenia, Somalia und Syrien; Stand 05.02.2014) der Nachweis einer oralen Polioimpfung (früher: Schluckimpfung, heute: OPV), die nicht jünger als sechs Wochen und nicht älter als ein Jahr sein darf, gefordert. Bei wiederholten Reisen ist die orale Polio Impfung ggf. jährlich zu wiederholen. Ein Impfnachweis nach -Standard ist mitzuführen.
Das indische Gesundheitsministerium führte dazu erklärend aus, dass der Impfnachweis für Ausländer, z. B. deutsche Staatsbürger, die in den sieben polio-infizierten Ländern leben und nach Indien reisen, nicht erforderlich ist. Genauso ist der Impfnachweis nicht erforderlich für Ausländer, z. B. deutsche Staatsbürger, die in Indien leben und in polio-infizierte Länder reisen. Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite des.

Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird nur für die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Impfzeugnisse, die eine Impfung in den letzten zehn Jahren vor der Einreise bescheinigen, werden anerkannt. Bei direkter Einreise aus z. B. Deutschland besteht keine Impfnotwendigkeit gegen Gelbfieber.

Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene (siehe www.rki.de) anlässlich einer Reise zu überprüfen und gegebenenfalls zu vervollständigen. Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderlähmung), ggf. auch Masern, Mumps, Röteln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Encephalitis empfohlen.

Durchfall- und Darmerkrankungen

Durchfallerkrankungen sind überall im Land ganzjährig häufig. Leitungswasser hat auch in Städten oft keine Trinkwasserqualität. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getränke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss antibakteriell zu filtern oder zu kochen. Für das Waschen von Obst und Gemüse oder zum Zähneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart sein.

Das Infektionsrisiko für Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Amöben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder Händedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln können die Gefahr einer Infektion vermindern.

Cholera

Cholera tritt in Indien immer wieder auf, ist in aller Regel und bei Beachtung der üblichen Hygieneregeln aber für Touristen keine Bedrohung. Eine Impfung gegen Cholera steht zur Verfügung, wird aber nicht generell empfohlen.

Malaria

Die Übertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles- Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer ähnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverlässig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Schäden oder Beschwerden kommt.

Außer in Höhenlagen über ca. 1500 Meter besteht in Indien ganzjährig ein mittleres Übertragungsrisiko für Malariaerkrankungen mit saisonalen Schwankungen: besonders in den Monaten während und nach der Regenzeit steigen die Fallzahlen an. In Indien sind die großen Städte davon nicht ausgenommen. Insbesondere in Mumbai und in Delhi waren in den letzten Jahren zunehmende Malaria Erkrankungen zu verzeichnen.

Das Risiko ist im Tiefland im Nordosten und im Bundesstaat Orissa am höchsten und nimmt vom Norden und den zentralen Landesteilen nach Süden hin ab. Dabei handelt es sich landesweit in über der Hälfte der Fälle um die potentiell lebensbedrohliche, durch Plasmodium falciparum verursachte, Malaria tropica.

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechmücken (Expositionsprophylaxe), insbesondere während der Dämmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.
- Das Tragen langer, heller und gegen Insekten imprägnierter Bekleidung im Freien,
- Das konsequente Einreiben aller Hautflächen mit einem geeigneten Repellent und
- Das Benutzen imprägnierter Moskitonetze während der Nacht oder
- Der Aufenthalt in Mücken-geschützten Räumen (Fliegengitter, Klimaanlagen)vermindern das Risiko einer Übertragung deutlich und schützen auch vor anderen stechmückenübertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber, Chikungunya und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht generell empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmefällen zu erwägen. Aufgrund des Risikos in Indien, gefälschte Medikamente zu erwerben, ist das Mitführen eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten. Die individuelle Auswahl des Medikaments und mögliche Nebenwirkungen, beziehungsweise Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten, müssen entsprechend dem Reiseverlauf und persönlichen Umständen mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Indien ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.
Siehe dazu auch das Merkblatt Expositionsprophylaxe.

Dengue-Fieber

Dengue-Fieber wird durch tagaktive Mücken übertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und können mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelfällen können schwere Verläufe mit ernsthaften Gesundheitsschäden oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgfältige Expositionsprophylaxe, wie oben für Malaria beschrieben, ist die einzige mögliche Schutzmaßnahme.

Dengue-Fieber kommt landesweit, besonders an den Küsten, aber auch in Städten und in Höhenlagen bis ca. 1.500 Metern vor. Während und nach dem Monsun steigen die Fallzahlen. 2015 ist der Ausbruch in der Hauptstadt New Delhi deutlich stärker als in den Vorjahren.

Chikungunya

Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver Mücken übertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und können mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya Viren. Eine sorgfältige Expositionsprophylaxe, wie oben für Malaria beschrieben, ist die einzige mögliche Schutzmaßnahme. Chikungunya kommt zunehmend während und unmittelbar nach der Regenzeit und besonders in den bevölkerungsreichen Küstengebieten und den großen Metropolen vor.

Zika-Virus-Infektion

Gemäß der Weltgesundheitsorganisation () wird Indien mit einer möglichen Übertragbarkeit von Zika-Viren klassifiziert, d.h. Kategorie 1 bzw. 2 der aktuellen -Einteilung, auch wenn u.U. aktuell keine neuen Erkrankungsfälle dokumentiert werden.
Das Übertragungsrisiko kann dabei sowohl regional als auch saisonal erheblich variieren.
In Anlehnung an die derzeitigen -Empfehlungen empfiehlt das Auswärtige Amt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von vermeidbaren Reisen in Regionen der o.g. -Kategorie 1 oder 2 abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist.
Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion und deren Prävention finden Sie im mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG) sowie dem Robert Koch-Institut (RKI) abgestimmten Merkblatt Zika-Virus-Infektion des Gesundheitsdienstes des Auswärtigen Amtes.

Japanische Encephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgfältiger Mückenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein geringes Übertragungsrisiko für JE besteht in Indien landesweit, besonders auf dem Land. In den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar kommt es immer wieder zum gehäuften Auftreten von Enzephalitiden und Hirnhautentzündungen, deren Ursache nicht immer eindeutig geklärt werden kann und die verschiedenen Erregern zugeschrieben werden. 2011 kam es auch in New Delhi zu einem kleinen Ausbruch von JE, der mit Beginn des Winters abgeflaut ist.

Grippe (Saisonale Influenza)

Die saisonalen Influenzaviren, einschließlich der neuen Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe), zirkulieren in Nordindien in den Wintermonaten. Im Süden sind Grippeviren in deutlich geringerer Häufigkeit ganzjährig nachweisbar. 2010/2011 und 2014/2015 kam es zu einer Häufung von Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe) Fällen, vor allem in Delhi und in den Bundesstaaten Haryana, Maharashtra, Andhra Pradesh, Gujarat und Rajastan.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. Affen können ebenfalls Tollwut übertragen und sollten niemals gefüttert werden. Die notwendigen, medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen bei Ungeimpften sind in Indien außerhalb der Großstädte, z. B. auch auf den Trekkingrouten im Norden, nicht immer möglich, eine ununterbrochene Kühlkette der Impfstoffe ist nicht überall gewährleistet. Zuverlässigen Schutz vor Tollwut bietet die vorbeugende Impfung. Sie ist für Indienreisende besonders wichtig.

Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger.

HIV/ AIDS/Geschlechtskrankheiten

Durch sexuelle Kontakte, bei intravenösem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) durch Tätowierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen. In Indien ist in den letzten Jahren die Zahl der Infektionen hauptsächlich durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr sprunghaft angestiegen.

Geographisch bedingte Erkrankungen

Nordindien ist ein beliebtes Reiseziel für Trekkingtouristen, die in große Höhen aufsteigen. Oft reicht die Zeit nicht für eine stufenweise Höhenanpassung. Verschiedene Formen von akuter Höhenkrankheit sind möglich.

Höhenkrankheit tritt besonders bei raschem Aufstieg auf über 2.300 m auf. Sie kann zu potentiell sehr gefährlichen Funktionsstörung von Lunge und Gehirn führen. Erkranken können auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, selbst wenn sie früher große Höhen und rasche Aufstiege ohne Probleme bewältigt haben. Todesfälle sind möglich.

Beschwerden, die auf eine beginnende Höhenkrankheit hinweisen können, sind: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehstörungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverzüglich mit dem Abstieg begonnen werden - nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Frühsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollständig verschwinden.

Vor Reisen in große Höhen (über 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endgültigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen höhenmedizinisch erfahrenen Arzt, der vielleicht auch ein Medikament zur Vorbeugung verordnet. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z. B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme Kälte und unwegsames oder unbekanntes Gelände bergen weitere Risiken für den Reisenden in großer Höhe. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschläge kann es an gefährdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Berghängen kommen.

Für die Hubschrauberrettung aus Bergnot gibt es in Indien nach Kenntnis der deutschen Botschaft keine zivilen Luftrettungsunternehmen, sondern lediglich die Möglichkeit einer Evakuierung durch das indische Militär, die sich sehr bürokratisch und zeitaufwändig gestaltet. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur sehr verzögert erfolgen, die Benutzung von Satellitentelefonen ist in Indien strikt verboten. Es können trotz großem Zeitdruck aufgrund einzuholender Genehmigungen diverser staatlicher Stellen vor allem am Wochenende mitunter mehrere Tage vergehen, bis ein Suchtrupp oder ein Helikopter dann einsatzbereit sind. Witterungsbedingt sind die Fluggeräte nicht immer einsatzbereit und können meist nur in einem sehr engen Zeitfenster frühmorgens starten. Die Kostenübernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion geklärt sein und ist in der Regel zunächst vom Verunglückten selbst zu tragen. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach Rücksprache mit einem Reisemediziner beim Trekking immer mitzuführen.

Im Süden des Landes ist die Sonneneinstrahlung wegen der Äquatornähe besonders intensiv. Unangenehme und langfristig gefährliche Sonnenbrände sind häufig. Auf einen guten Sonnenschutz und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme muss insbesondere bei Kindern und älteren Personen geachtet werden.

Gefährliche Strömungen führen an den Küsten immer wieder zu Badeunfällen. Warnungen an den Stränden sind unbedingt zu beachten. Kinder sollten an Stränden niemals unbeaufsichtigt spielen. Durch Tierkot verunreinigte Strände bergen ein Infektionsrisiko für parasitäre Hauterkrankungen (Larva migrans cutanea).

Weitere Gesundheitsgefahren

Technische Überwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa üblich, werden in Indien nicht durchgeführt. Verkehrsregeln werden von der großen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunfälle sind insbesondere bei Überlandfahrten häufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notfällen oder Unfällen, kann in weiten Landesteilen nicht gewährleistet werden, ein zuverlässig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den Städten nicht überall existent. Gehwege existieren häufig nicht oder bergen erhebliche Unfallgefahren wie unerwartete Stolperfallen oder nicht gesicherte oder gekennzeichnete Baugruben.

Die Luftverschmutzung in den Städten hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. In Delhi und Kalkutta kommt es in den Wintermonaten außerdem zu einer hohen Belastung der Luft durch Verbrennungsrückstände und Qualm. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD können sich dadurch erheblich verschlechtern.

Über die aktuellen Luftwerte kann man sich im Internet bzw. mittels Smartphone Apps informieren, bspw. auf www.acicn.org/map/india (Auflistung verschiedene Luftwerte Mess-Stationen in Indien) oder http://www.dpccairdata.com/ (Mess-Stationen der Landesregierung von Delhi).

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und während einer Indienreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gewährleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht! In solchen Fällen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre Reisepläne ausführlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europäischem Standard. Sprachbarrieren können gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. In den großen Städten ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen und sehr hohen Niveau und damit auch deutlich teurer. Zahlreiche Patienten aus der ganzen Welt kommen zu planbaren Behandlungen und Operationen ins Land. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung in eine der großen urbanen Kliniken erwogen werden. Dort ist es üblich, vor Behandlungsbeginn eine erhebliche Anzahlung zu leisten, was das Budget eines Reisenden bei schweren Erkrankungen und intensivpflichtigen Behandlungen oft sprengt. Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe Kontaktadressen z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/). Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Indien bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverlässigen Medikamenten und eine ununterbrochene Kühlkette sind nicht überall gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gefälschte Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelmäßig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Indien mitbringen und sich für die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der großen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverlässiger Medikamente an. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegenüber häufig eingesetzten Antibiotika auf.

Die deutsche Botschaft in Neu Delhi und die Generalkonsulate in Bangalore, Chennai, Kalkutta und Mumbai verfügen für den Notfall über eine Adressenliste von Ärzten und Krankenhäusern in der jeweiligen Stadt.

Bitte beachten Sie neben unseren generellen Haftungsausschluss den folgenden Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinische Versorgung ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach - besonders auf dem Land und in kleinen und mittleren Städten - technisch, apparativ und/ oder hygienisch problematisch. Häufig fehlen auch europäisch ausgebildete, Englisch oder Französisch sprechende Ärzte. In den Großstädten ist die medizinische Versorgungslage deutlich besser, z. T. mit hohem Standard. Es gibt staatliche Kliniken in den Städten und Privat- und Fachärzte in den Stadtrandgebieten.

Persönliche Medikamente bringt man am besten in ausreichender Menge mit. Da überall nur nach Vorkasse behandelt wird und Versicherungen u.U. erst nach Monaten zahlen, ist eine belastbare Kreditkarte eine wesentliche gesundheitliche Vorsorge für jede Indienreise.

Der Abschluss einer weltweit gültigen Reisekrankenversicherung und Rückholversicherung wird dringend empfohlen.

Hinweis: Viele Länder verlangen Belege über Schutzimpfungen von Besuchern, die aus Indien einreisen.

Achtung: Reisenden wird empfohlen, ihre Reiseapotheke mit Einmalspritzen auszustatten, da nach Schätzungen des Indian Clinical Epidemiology Network in Indien jede dritte Injektion mit gebrauchtem Material durchgeführt wird.
 

Essen und Trinken

Wegen der Gefahr möglicher Darminfektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Wasser sollte generell vor dem Trinken, Zähneputzen und vor der Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Milch ist nicht pasteurisiert und sollte abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch ist vielerorts erhältlich und sollte auch nur mit keimfreiem Wasser angerührt werden. In größeren Städten ist H-Milch erhältlich. Milchprodukte aus ungekochter Milch am besten vermeiden. Fleisch- oder Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß essen. Der Genuss von Schweinefleisch, Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber 1 -
Typhus & Polio 3 -
Cholera 2 -
Malaria 4 -
Essen & Trinken - -

Anmerkungen Impfungen

[1] Alle Reisenden, die über sechs Monate alt sind und innerhalb von sechs Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiet einreisen, benötigen eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber. Gelbfieberimpfung kann gelegentlich auch bei Einreise aus südafrikanischen Ländern (z.B. Simbawe) verlangt werden, die laut WHO nicht zu den endemischen Gebieten gehören.

Wer auf dem Seeweg oder per Flugzeug ohne Impfbescheinigung ankommt, wird sechs Tage in Quarantäne gehalten, falls der Reisende:

(a) innerhalb der letzten sechs Tage ein Infektionsgebiet verlassen hat,

(b) einen Transitaufenthalt in einem Infektionsgebiet hatte (ausgenommen, der Transit erfolgte per Flugzeug und der Transitraum wurde nicht verlassen; es liegt jedoch im Ermessen der Gesundheitsbehörden, ob diese Ausnahmeregelung anerkannt wird),

(c) mit einem Schiff ankommt, das innerhalb der letzten 30 Tage von einem im Infektionsgebiet liegenden Hafen ausgelaufen ist oder dort angelegt hat (ausgenommen, das Schiff ist zuvor nach WHO-Standards desinfiziert worden) und

(d) mit einem Flugzeug aus einem Infektionsgebiet einreist und nicht gemäß Indian Aircraft Public Health Rules von 1954 oder WHO-Standards desinfiziert worden ist.

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch landesweit. Dennoch ist die Infektionsgefahr für Touristen sehr gering. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.

[3] In Indien besteht ein erhöhtes Polioerkrankungsrisiko. Reisenden wird empfohlen, nur mit gültigem Polioimpfschutz einzureisen. Eine Pflichtimpfung gegen Polio besteht für Reisende, die aus Ländern mit gemeldeten Polio-Erkrankungen (z. B. Pakistan, Afghanistan, Nigeria, u. a.) nach Indien einreisen. Bei der Einreise muss die Impfung mindestens sechs Wochen und maximal ein Jahr her sein. Für deutsche Staatsbürger tritt diese Bestimmung jedoch nicht in Kraft. Außerdem ist ein Impfnachweis nach WHO-Standard mitzuführen. Deutsche Reisende benötigen jedoch keinen Impfnachweis.

Bei besonderer Exposition (Landaufenthalt, Jagd, Jogging, Rucksacktourist u.a.) kann Impfschutz gegen Typhus sinnvoll sein. 

[4] Ein ganzjähriges mittleres Malariarisiko besteht in Gebieten unter 1500 m Höhe auch in den Großstädten besonders Mumbai und Delhi. Die gefährlichere Malariaart Plasmodium falciparum soll stark chloroquinresistent sein.
Im Nordosten Indiens werden jährlich ca. 500 bis 600 Malaria-Todesfälle registriert. Reisenden nach Goa wird neben einem sorgfältigen Mückenschutz auch weiterhin eine vorbeugende Tabletteneinnahme empfohlen. Im Süden des Landes ist das Malariarisiko geringer als im Norden. Auf sorgfältigen Schutz vor Stechmücken in den Abend- und Nachtstunden ist in jedem Fall zu achten. Bei Fieber ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch qualifizierten Arzt wird vor der Reise nach Indien, speziell nach Goa, derzeit dringend empfohlen. 

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Bilharziose-Erreger können in manchen Teichen und Flüssen im Ratnagiri-Distrikt vorkommen, das Schwimmen und Waten in diesen Gewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Die durch Mücken übertragene Viruserkrankung Chikungunya (CHIC) ist verbreitet. Vor allem während der Monsunregenzeiten und unmittelbar nach dem Monsun muss mit einem Infektionsrisiko gerechnet werden, besonders in den Großstädten und an den Küsten. Wirksamen Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt während der Regenzeit und in den Monaten nach der Regenzeit landesweit vor, zurzeit besonders an den Küsten und in den großen Ballungsräumen. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz. 

In den Küstenregionen, insbesondere im Südosten, tritt die durch Insekten verursachte Filariose auf. Reisende sollten einen wirksamen Insektenschutz benutzen. 

Hepatitis A und Hepatitis B kommen landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

HIV/Aids ist eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, Piercings, Tätowierungen, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen. 

Die Höhenkrankheit tritt in Höhen ab etwa 2300 m bei einem zu raschem Aufstieg auf. Die Symptome reichen von Atemnot und Kopfschmerzen bis hin zu Koordinationsstörungen und Erbrechen.

Ein geringes Ansteckungsrisiko für Japanische Enzephalitis besteht landesweit während der Regenzeit in den ländlichen Regionen. Höhere Fallzahlen von Japanischer Enzephalitis treten vor allem in Bihar, in Uttar Pradesh und im Distrikt von Muzaffarpur (Region Bajjikanchal) auf. Um sich zu schützen, sollte man einen wirksamen Insektenschutz und hautbedeckende Kleidung benutzen.

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose kommt vor allem im Osten, die ebenfalls durch Mücken übertragene Krankheit Kala Azar kommt dagegen vereinzelt im Nordwesten vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Epidemische Ausbrüche der Meningokokken-Meningitis kommen vor. Um sich zu schützen sollten sich vor allem Risikogruppen und Reisende, die einen Langzeitaufenthalt planen, über eine mögliche Impfung beraten lassen. 

Tollwut kommt landesweit und in großer Fallzahl vor. Hauptüberträger sind (streunende) Hunde, aber auch Katzen und andere Tiere. Eine Impfung wird für alle Reisenden empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Tuberkulose kommt landesweit vor. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion. 

In allen tropischen Ländern gibt es eine Reihe an Gifttieren, deren Bisse oder Stiche schwere Körperschäden oder den Tod zur Folge haben können. Daher sollte man Abstand von Schlangen, Skorpionen und Spinnen halten. Keinesfalls unter Laub, Erdlöcher oder in  Steinspalten fassen.

Reisewarnung

Überblick

Stand - Mon, 13 Aug 2018 15:00:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Mon, 13 Aug 2018 15:01:11 +0200)

Letzte Änderungen:
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Ungewöhnlich starke Monsunregenfälle im Bundesstaat Kerala haben in den letzten Tagen zu Überschwemmungen und Erdrutschen mit Todesopfern geführt. Es kommt zu erheblichen Beeinträchtigungen der Verkehrsverbindungen. Für die nächsten Tage sind weitere Regenfälle vorhergesagt.
Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in die von den Fluten betroffenen Landesteile des Bundesstaates Kerala wird abgeraten.
Reisenden wird empfohlen, besondere Vorsicht walten zu lassen, sich über die aktuelle Lage zu informieren und Hinweisen lokaler Behörden unbedingt Folge zu leisten.

Landesteil Kaschmir
Bei Demonstrationen in Kaschmir kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Teilweise wurden Ausgangssperren verhängt.
Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in den Landesteil Kaschmir, einschließlich Srinagar, wird abgeraten.
Reisenden wird empfohlen, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten, besondere Vorsicht walten zu lassen und sich unmittelbar vor und während der Reise laufend über die aktuelle Lage zu informieren und Hinweisen lokaler Behörden, auch bei Straßensperren, Folge zu leisten.

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Die Sicherheitslage in Indien bleibt vor dem Hintergrund zahlreicher schwerer Terroranschläge in den letzten Jahren angespannt. Angesichts der terroristischen Gefahren wird landesweit zu besonderer Wachsamkeit geraten, insbesondere beim Besuch von Märkten und öffentlichen Plätzen, bei großen Menschenansammlungen sowie in der Nähe von Regierungsgebäuden und nationalen Wahrzeichen. Dies gilt insbesondere im zeitlichen Umfeld staatlicher und religiöser Feiertage sowie von Großereignissen. Es muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere New Delhi und andere Metropolen des Landes im Fokus terroristischer Aktivitäten stehen. Die Anschläge der letzten Jahre bestätigen die Tendenz, dass auch touristisch frequentierte Orte zunehmend ins Visier der Terroristen geraten.

Allgemeine Kriminalität
Das Risiko, dem ausländische Reisende durch Gewaltkriminalität ausgesetzt sind, ist in den touristisch erschlossenen Gebieten Indiens eher gering. Reisende sollten sich dennoch stets von Vorsicht leiten lassen. Situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Berichte über sexuelle Übergriffe vor allem auch für alleinreisende Frauen.

Touristen in New Delhi und anderen indischen Städten werden gelegentlich von örtlichen Reiseveranstaltern (vornehmlich im Stadtzentrum von New Delhi "Connaught Place") mit aggressiven Verkaufsmethoden zum Kauf überteuerter Reisen genötigt. Diese Büros geben sich regelmäßig als "staatlich anerkannt" aus, um besondere Qualität und Reputation vorzugeben. Örtliche Taxifahrer arbeiten mitunter mit diesen Veranstaltern und unseriösen Hoteliers zusammen und fahren Touristen gezielt dorthin, insbesondere direkt nach Ankunft am Flughafen in Delhi, unter Ausreden, weshalb das beabsichtigte Ziel nicht erreichbar sei. Reisende sollten bei Reisebuchungen in indischen Reisebüros deshalb besonders wachsam sein. Reisende, die in Bedrängnis geraten, sollte auf unverzügliche Kontaktaufnahme mit der lokalen Polizei (in Delhi die spezielle 24 Stunden operierende "Tourist Police", Notruf 100) bestehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass Touristen – besonders in Rajasthan und Goa - wiederholt Opfer gut organisierter Trickbetrüger geworden sind, u. a. über das Angebot lukrativer Juwelengeschäfte.

Bundesstaat Jammu und Kaschmir (siehe auch Aktuelle Hinweise)
Wegen der Gefahr terroristischer Gewalttaten und unvorhersehbaren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei bzw. Armee wird in Kaschmir stets zu besonderer Vorsicht geraten In den vergangenen Jahrzehnten und auch jüngst kam eszu zahlreichen Bombenanschlägen mit vielen Todesopfern. Gegen Ausländer gerichtete Einzelaktionen (auch Entführungen) können in der gesamten Region nicht ausgeschlossen werden.

Seit September 2016 kommt es wieder verstärkt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen indischen und pakistanischen Truppen wie auch mit verschiedenen Separatistengruppen entlang der internationalen Grenze und der Waffenstillstandslinie (LoC).

Unmittelbar vor und während der Reise in den Landesteil Kaschmir sollten aktuelle Informationen über die Sicherheits- und Infrastrukturlage eingeholt werden. Den Anweisungen der Behörden ist Folge zu leisten.

Unbedingt erforderliche Reisen nach Srinagar sollten auf dem Luftweg erfolgen.

Landesteil Jammu
In Jammu ist die Sicherheitslage grundsätzlich stabil. Allerdings kann es auch hier zu unvorhersehbaren gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kommen, sodass unmittelbar vor einer Reise nach Jammu aktuelle Informationen eingeholt und vor Ort größere Menschenansammlungen vermieden werden sollten.

Landesteil Ladakh
Trekkern wird dringend geraten, sich hinsichtlich der Auswahl der Trekkingrouten vor Ort von vertrauenswürdigen und ortskundigen Führern beraten zu lassen. Generell wird dringend abgeraten, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen Führer durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen Plätzen zu zelten.
Wegen erheblicher Sicherheitsrisiken sollten in Ladakh die Grenzgebiete gemieden werden. In diesem Zusammenhang wird auf die Genehmigungspflicht von Reisen in grenznahe Gebiete durch die indischen Behörden verwiesen.

Nordosten
In der Region um Darjeeling, im Bundesstaat Westbengalen hatten Mitte 2017 Auseinandersetzungen mit separatistischen Gruppen (Angehörige der ethnischen Gorkha) zu gewalttätigen Demonstrationen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt. Auch nach offizieller Beendigung des 100-tägigen Generalstreiks ist sporadisches, lokal begrenztes Aufflammen der Auseinandersetzungen weiterhin nicht völlig auszuschließen.

In den nordöstlichen Bundesstaaten (Arunachal Pradesh, Assam, Nagaland, Manipur, Meghalaya, Mizoram und Tripura) sind in einigen Regionen noch militante politische Gruppen und auch kriminelle Banden aktiv. Touristen sind zumindest bisher nicht Ziel von Anschlägen und Entführungen, können aber dennoch leicht in Gefahr geraten.

Bei Reisen in den Nordosten Indiens sollten sich Reisende daher auf sicherheitsbewusste, zuverlässige lokale Partner (Reiseveranstalter, Hotels/Ressorts, Geschäftspartner) verlassen und sich situationsgerecht verhalten. Für einige Gebiete sind zusätzlich zum Visum Einreisegenehmigungen erforderlich. Es wird empfohlen, zur aktuellen Sicherheitslage und zu eventuellen besonderen Genehmigungserfordernissen kurz vor einer Reise in den Nordosten Indiens aktuelle Informationen, z. B. von lokalen Reiseveranstaltern, einzuholen.

Andere Regionen
Die Bundesstaaten Bihar, Jharkand, Chhattisgarh, der äußerste Südwesten von Orissa, der äußerste Norden von Andhra Pradesh und der äußerste Osten von Maharashtra verzeichnen - insbesondere in ländlichen Gebieten - bewaffnete Aktivitäten einer militant-sozialrevolutionären maoistischen Bewegung, die in einzelnen Distrikten bis hin zur Ausübung quasistaatlicher Gewalt gehen. Die Aktivitäten richteten sich bislang nicht gegen Ausländer, in 2012 ist es jedoch zu einem Entführungsfall gekommen. Auch Sabotageakte und Anschläge auf das öffentliche Eisenbahnnetz wurden in der Vergangenheit verübt. Generell wird dringend geraten, vor Reisen in die genannten Gebiete Informationen über die Sicherheitslage einzuholen und touristische Aktivitäten nicht ohne ortskundige einheimische Begleitung durchzuführen.

Besondere Reisegenehmigungen werden u. a. für Teile von Sikkim, Arunachal Pradesh und für die Lakkadiven (Lakshadweep Islands) benötigt. Die Genehmigungen müssen in Indien vor der Einreise in die genannten Staaten eingeholt werden. Die Genehmigungspflicht für Reisen nach Nagaland, Mizoram und die Andamanen wurde aufgehoben. Eine Registrierung nach Ankunft ist erforderlich. Die Inselgruppe der Nicobaren (Nicobar Islands) ist nach wie vor für Touristen nicht zugänglich. Informationen zu Reisegenehmigungen können bei den indischen Auslandsvertretungen in Deutschland eingeholt werden.

Naturkatastrophen
Verschiedene Teile Indiens liegen in einer seismisch aktiven Zone, so dass es zu Erdbeben kommen kann. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben gibt es im Merkblatt des Geoforschungszentrums Potsdam.

Während der Haupt-Monsunzeit (Juli bis September) lösen starke Regenfälle besonders in den gebirgigen Teilen des Landes immer wieder Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Dadurch können Straßen zeitweise unpassierbar, Zugverbindungen unterbrochen oder einzelne Orte vorübergehend nicht mehr zugänglich sein.

Zyklone und Tropenstürme sind insbesondere in den Monaten September bis Dezember an der Ostküste Indiens nicht ungewöhnlich, in der Bucht von Bengalen auch von April bis Juni. Reisende in dieser Zeit werden gebeten, die Hinweise zu Wirbelstürmen im Ausland zu beachten.

Aktuelle amtliche Wetterwarnungen enthält die Webseite des indischen meteorologischen Departments. Den Sicherheitshinweisen und Empfehlungen der örtlichen Behörden ist unbedingt Folge zu leisten.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Geld/Kreditkarten
Reisenden wird außerdem empfohlen, Kreditkarten mit sich zu führen, da es besonders in ländlichen Bereichen zu Problemen bei der Bargeldversorgung kommen kann.

Nothilfe
Es wird darauf hingewiesen, dass in Indien keine professionelle, private Infrastruktur für Nothilfe – insbesondere für Such- und Bergungsaktionen bei Unfällen im Hochgebirge – zur Verfügung steht. Hilfsmaßnahmen müssen bürokratisch und zeitintensiv über das Außenministerium und die militärischen Einrichtungen eingeleitet werden.

Leihmutterschaft
Wer erwägt, in Indien ein Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen, sollte folgende Hinweise beachten: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Ein von einer verheirateten indischen Leihmutter geborenes biologisches Kind eines deutschen Staatsangehörigen hat keinen Anspruch auf einen deutschen Reisepass. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (Aktenzeichen VG 23 L 79.11). Indien erteilt zudem keine Visa mehr an Ausländer, die zur Durchführung einer Leihmutterschaft einreisen wollen. Weitere Informationen sind in den FAQ zur Leihmutterschaft zu finden.

Versorgung im Notfall
Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: -

Visum
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Indien grundsätzlich ein Visum. Inhaber deutscher Reisepässe können unter bestimmten Voraussetzungen ein elektronisches Touristenvisum (e-Tourist Visa – e-TV) erhalten. Das e-TV muss bis spätestens vier Tage vor dem geplanten Einreisedatum beantragt werden und berechtigt in den meisten Fällen zur zweimaligen Einreise für einen Aufenthalt von bis zu 60 Tagen.
Auf der Homepage indianvisaonline sind die Voraussetzungen für ein elektronisches Touristenvisum aufgeführt. Dort kann das e-TV beantragt werden. In Einzelfällen soll es bei der Online-Bezahlung der e-TV zu Schwierigkeiten gekommen sein. Es wird deshalb empfohlen, sicherzustellen, dass die Zahlung tatsächlich erfolgt ist. Reisende sind verpflichtet einen Ausdruck des e-TV mit sich zu führen.
Eine 24/7-Hotline für elektronische Touristenvisa ist telefonisch unter +91-11-2430 0666 oder per E-Mail über indiatvoa@gov.in eingerichtet.
Das e-TV wurde zusätzlich zu allen bereits bestehenden Visumskategorien eingeführt. Alle anderen Visa sind wie bisher bei der zuständigen indischen Auslandsvertretung zu beantragen, Antragstellungen an der Grenze oder am Flughafen sind nicht möglich.
Reguläre Touristenvisa werden grundsätzlich mit einer Gültigkeitsdauer von sechs Monaten ab dem Tag des Ausstellungsdatums ausgestellt, wobei in der Regel mehrmalige Einreisen möglich sind (multiple entry visa).

Eine Verlängerung der Gültigkeit des Touristenvisums nach Einreise ist nur in begründeten Ausnahme-/Notfällen durch das zuständige örtliche Foreigners' Regional Registration Office (FRRO) möglich.

Bei einer beabsichtigten Gesamtaufenthaltsdauer von mehr als 6 Monaten oder sofern eine solche Auflage im indischen Visum (z. B. Arbeitsvisum) aufgeführt ist, besteht - unabhängig von der beabsichtigten Dauer des einzelnen Aufenthalts - eine Registrierungspflicht beim örtlich zuständigen District Foreigners' Registration Office (FRO) bzw. beim Foreigners' Regional Registration Office (FRRO). Diese muss innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft wahrgenommen werden. Nichtregistrierung führt regelmäßig dazu, dass der/die Betroffene am indischen Flughafen an der Ausreise gehindert wird und dann beim örtlich zuständigen FRRO eine gesonderte Ausreiseerlaubnis einholen muss, was zwangsläufig eine mehrtägige Ausreiseverzögerung mit sich bringt und bei geplanter Ausreise, z. B. von New Delhi, eine Rückreise an den letzten Aufenthaltsort erforderlich macht. Diese Formalitäten sind zudem sehr umständlich und führen regelmäßig zu substanziellen Problemen. Eine Einflussnahme der zuständigen deutschen Auslandsvertretung ist in derartigen Fällen erfahrungsgemäß nicht möglich. Bei Aufenthalt von mehr als 180 Tagen mit Business oder Employment Visa empfiehlt es sich, bei Abreise eine Steuerbescheinigung (Tax Clearance Certificate) mit sich zu führen, die erfahrungsgemäß gelegentlich noch verlangt wird, obgleich dies nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auf der Webseite des indischen Innenministeriums  bzw. des Bureau of Immigration sind nähere Angaben zum Thema Touristen- und Arbeitsvisa (FAQ Tourist Visa und FAQ Employment Visa) zu finden.

Reisende, die nicht innerhalb der Gültigkeit des Visums ausreisen, müssen mit einer Haftstrafe und mehrjährigem Einreiseverbot rechnen.

Es kommt immer wieder vor, dass Pässe bei der Einreise von den Grenzbehörden nicht gestempelt werden. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass Sie einen Einreisestempel erhalten und verwahren Sie Ihren Reisepass sicher! Ohne Einreisestempel kommt es bei der Ausreise zu erheblichen Schwierigkeiten. Mehrtägige Verzögerungen durch Erwerb einer Ausreiseerlaubnis beim FRO und Ministry of Home Affairs (nur in Delhi) sind die Regel. Dies gilt auch im Fall eines Passverlustes während des Indienaufenthalts und der erforderlichen Erteilung eines Ersatzdokuments durch die zuständige deutsche Auslandsvertretung.

Immer wieder kommt es vor, dass Reisende ausgewiesen werden, weil ihre Aktivitäten in Indien (oft NGO-Arbeit) nach Auffassung der indischen Behörden nicht mit dem Status eines Touristenvisums vereinbar sind. Es wird empfohlen, konkret anlassbezogene Visa zu beantragen, z. B. Konferenzvisa oder Business/Employment/Entry (X) Visa für Freiwilligenarbeit.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Besondere Zollvorschriften

Devisen ab einem Betrag von 5000,- US-$ (bar oder Reiseschecks) sind bei der Einreise zu deklarieren. Auch andere hochwertige Gegenstände (z. B. Videokameras) müssen deklariert werden.

Die Einfuhr von Goldmünzen und -barren sowie von Waffen ist streng verboten. Für Ausländer indischer Abstammung (PIO) gelten besondere Bestimmungen.

Die Ein- und Ausfuhr der indischen Währung ist für verschiedene Personengruppen unterschiedlich geregelt. Verbindliche Informationen dazu können der Webseite der Reserve Bank of India entnommen werden.

Die Ausfuhr von Antiquitäten ist streng reglementiert. Genaue Informationen finden Sie auf der Webseite von eIndia Tourism.

Die Einfuhr pornografischen Materials ist verboten.

Die Ausfuhr von geschützten Tierhäuten und Pflanzen ist verboten.

Bei einem Verstoß gegen Zollvorschriften drohen hohe Geldstrafen oder gar Verhaftung bei der Ausreise.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Der Besitz - selbst kleinster Mengen - Drogen ist verboten und wird mit hohen Haftstrafen geahndet. Dies gilt ebenso für die Ausfuhr von geschützten Tierhäuten und Pflanzen.

In den einzelnen indischen Bundesstaaten gelten unterschiedliche Vorschriften zu Alkoholkauf und -verzehr. So schwankt das Mindestalter für Alkoholverzehr z.B. zwischen 18 und 25 Jahren. Einige indische Bundesstaaten gestatten Alkohol ausschließlich für medizinische Zwecke, in anderen ist eine spezielle Erlaubnis für den Kauf, Transport oder Verzehr von Alkohol erforderlich. Die Strafen bei Verstoß gegen die jeweiligen Regelungen können teilweise sehr streng sein. Reisenden wird empfohlen, sich in den jeweiligen Bundesstaaten über die geltenden Regelungen zu Alkoholkauf und -verzehr zu informieren.

Auch der illegale Aufenthalt in Indien – ohne gültigen Pass und /oder Aufenthaltserlaubnis, dazu zählt auch die Überschreitung des Gültigkeitszeitraums des Visums und die Verletzung der Registrierungspflicht (vgl. unter Einreisebestimmungen) – kann mit langen Haftstrafen oder Geldstrafen geahndet werden. Ebenso ist der Aufenthalt ohne Genehmigung in Gebieten mit Genehmigungspflicht (protected and restricted areas) eine Straftat, die mit Haft geahndet wird. Dies gilt auch für einige touristisch interessante Gegenden u.a. in Ladakh und Sikkim oder auf den Andamanen.

Gem. § 377 des indischen Strafgesetzbuches ist homosexueller Geschlechtsverkehr strafbar (Urteil des Supreme Court vom 11.12.2013), die Höchststrafe beträgt lebenslange Freiheitsstrafe. Gleichgeschlechtliche Lebenspartner sollten in der Öffentlichkeit diskret und zurückhaltend auftreten.

Der Besitz und die Nutzung von Satellitentelefonen sind in Indien verboten und wird ebenfalls strafrechtlich geahndet.

Medizinische Hinweise

Impfschutz
Seit März 2014 wird bei Einreise aus Ländern mit gemeldeten Polio Erkrankungen (Afghanistan, Nigeria und Pakistan; Stand 05.02.2014) und Ländern, in denen nachgewiesen wurde, dass dort Polioviren zirkulieren (Äthiopien, Kenia, Somalia und Syrien; Stand 05.02.2014) der Nachweis einer oralen Polioimpfung (früher: Schluckimpfung, heute: OPV), die nicht jünger als sechs Wochen und nicht älter als ein Jahr sein darf, gefordert. Bei wiederholten Reisen ist die orale Polio Impfung ggf. jährlich zu wiederholen. Ein Impfnachweis nach WHO-Standard ist mitzuführen.
Das indische Gesundheitsministerium führte dazu erklärend aus, dass der Impfnachweis für Ausländer, z. B. deutsche Staatsbürger, die in den sieben polio-infizierten Ländern leben und nach Indien reisen, nicht erforderlich ist. Genauso ist der Impfnachweis nicht erforderlich für Ausländer, z. B. deutsche Staatsbürger, die in Indien leben und in polio-infizierte Länder reisen. Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite des .

Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird nur für die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Impfzeugnisse, die eine Impfung in den letzten zehn Jahren vor der Einreise bescheinigen, werden anerkannt. Bei direkter Einreise aus z. B. Deutschland besteht keine Impfnotwendigkeit gegen Gelbfieber.

Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene (siehe www.rki.de) anlässlich einer Reise zu überprüfen und gegebenenfalls zu vervollständigen. Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderlähmung), ggf. auch Masern, Mumps, Röteln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Encephalitis empfohlen.

Durchfall- und Darmerkrankungen
Durchfallerkrankungen sind überall im Land ganzjährig häufig. Leitungswasser hat auch in Städten oft keine Trinkwasserqualität. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getränke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss antibakteriell zu filtern oder zu kochen. Für das Waschen von Obst und Gemüse oder zum Zähneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart sein.

Das Infektionsrisiko für Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Amöben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder Händedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln können die Gefahr einer Infektion vermindern.

Cholera
Cholera tritt in Indien immer wieder auf, ist in aller Regel und bei Beachtung der üblichen Hygieneregeln aber für Touristen keine Bedrohung. Eine Impfung gegen Cholera steht zur Verfügung, wird aber nicht generell empfohlen.

Malaria
Die Übertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles- Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer ähnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverlässig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Schäden oder Beschwerden kommt.

Außer in Höhenlagen über ca. 1500 Meter besteht in Indien ganzjährig ein mittleres Übertragungsrisiko für Malariaerkrankungen mit saisonalen Schwankungen: besonders in den Monaten während und nach der Regenzeit steigen die Fallzahlen an. In Indien sind die großen Städte davon nicht ausgenommen. Insbesondere in Mumbai und in Delhi waren in den letzten Jahren zunehmende Malaria Erkrankungen zu verzeichnen.

Das Risiko ist im Tiefland im Nordosten und im Bundesstaat Orissa am höchsten und nimmt vom Norden und den zentralen Landesteilen nach Süden hin ab. Dabei handelt es sich landesweit in über der Hälfte der Fälle um die potentiell lebensbedrohliche, durch Plasmodium falciparum verursachte, Malaria tropica.

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechmücken (Expositionsprophylaxe), insbesondere während der Dämmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.
· Das Tragen langer, heller und gegen Insekten imprägnierter Bekleidung im Freien,
· Das konsequente Einreiben aller Hautflächen mit einem geeigneten Repellent und
· Das Benutzen imprägnierter Moskitonetze während der Nacht oder
· Der Aufenthalt in Mücken-geschützten Räumen (Fliegengitter, Klimaanlagen)vermindern das Risiko einer Übertragung deutlich und schützen auch vor anderen stechmückenübertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber, Chikungunya und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht generell empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmefällen zu erwägen. Aufgrund des Risikos in Indien, gefälschte Medikamente zu erwerben, ist das Mitführen eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten. Die individuelle Auswahl des Medikaments und mögliche Nebenwirkungen, beziehungsweise Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten, müssen entsprechend dem Reiseverlauf und persönlichen Umständen mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Indien ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.
Siehe dazu auch das Merkblatt Expositionsprophylaxe.

Dengue-Fieber
Dengue-Fieber wird durch tagaktive Mücken übertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und können mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelfällen können schwere Verläufe mit ernsthaften Gesundheitsschäden oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgfältige Expositionsprophylaxe, wie oben für Malaria beschrieben, ist die einzige mögliche Schutzmaßnahme.

Dengue-Fieber kommt landesweit, besonders an den Küsten, aber auch in Städten und in Höhenlagen bis ca. 1.500 Metern vor. Während und nach dem Monsun steigen die Fallzahlen. 2015 ist der Ausbruch in der Hauptstadt New Delhi deutlich stärker als in den Vorjahren.

Chikungunya
Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver Mücken übertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und können mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya Viren. Eine sorgfältige Expositionsprophylaxe, wie oben für Malaria beschrieben, ist die einzige mögliche Schutzmaßnahme. Chikungunya kommt zunehmend während und unmittelbar nach der Regenzeit und besonders in den bevölkerungsreichen Küstengebieten und den großen Metropolen vor.

Nipah-Virus-Infektion
Gelegentlich wurden kleinere Nipah-Virus Ausbrüche in Westbengalen beschrieben; 2018 auch erstmals im südlichen Bundesstaat Kerala. Dieser Ausbruch gilt als beendet.

Zika-Virus-Infektion
Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Indien mit einer möglichen Übertragbarkeit von Zika-Viren klassifiziert, d.h. Kategorie 1 bzw. 2 der aktuellen WHO-Einteilung, auch wenn u.U. aktuell keine neuen Erkrankungsfälle dokumentiert werden.
Das Übertragungsrisiko kann dabei sowohl regional als auch saisonal erheblich variieren.
In Anlehnung an die derzeitigen WHO-Empfehlungen empfiehlt das Auswärtige Amt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von vermeidbaren Reisen in Regionen der o.g. WHO-Kategorie 1 oder 2 abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist.
Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion und deren Prävention finden Sie im mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG) sowie dem Robert Koch-Institut (RKI) abgestimmten Merkblatt Zika-Virus-Infektion des Gesundheitsdienstes des Auswärtigen Amtes.

Japanische Encephalitis
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgfältiger Mückenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein geringes Übertragungsrisiko für JE besteht in Indien landesweit, besonders auf dem Land. In den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar kommt es immer wieder zum gehäuften Auftreten von Enzephalitiden und Hirnhautentzündungen, deren Ursache nicht immer eindeutig geklärt werden kann und die verschiedenen Erregern zugeschrieben werden. 2011 kam es auch in New Delhi zu einem kleinen Ausbruch von JE, der mit Beginn des Winters abgeflaut ist.

Grippe (Saisonale Influenza)
Die saisonalen Influenzaviren, einschließlich der neuen Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe), zirkulieren in Nordindien in den Wintermonaten. Im Süden sind Grippeviren in deutlich geringerer Häufigkeit ganzjährig nachweisbar. 2010/2011 und 2014/2015 kam es zu einer Häufung von Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe) Fällen, vor allem in Delhi und in den Bundesstaaten Haryana, Maharashtra, Andhra Pradesh, Gujarat und Rajastan.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. Affen können ebenfalls Tollwut übertragen und sollten niemals gefüttert werden. Die notwendigen, medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen bei Ungeimpften sind in Indien außerhalb der Großstädte, z. B. auch auf den Trekkingrouten im Norden, nicht immer möglich, eine ununterbrochene Kühlkette der Impfstoffe ist nicht überall gewährleistet. Zuverlässigen Schutz vor Tollwut bietet die vorbeugende Impfung. Sie ist für Indienreisende besonders wichtig.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger.

HIV/ AIDS/Geschlechtskrankheiten
Durch sexuelle Kontakte, bei intravenösem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) durch Tätowierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen. In Indien ist in den letzten Jahren die Zahl der Infektionen hauptsächlich durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr sprunghaft angestiegen.

Geographisch bedingte Erkrankungen
Nordindien ist ein beliebtes Reiseziel für Trekkingtouristen, die in große Höhen aufsteigen. Oft reicht die Zeit nicht für eine stufenweise Höhenanpassung. Verschiedene Formen von akuter Höhenkrankheit sind möglich.

Höhenkrankheit tritt besonders bei raschem Aufstieg auf über 2.300 m auf. Sie kann zu potentiell sehr gefährlichen Funktionsstörung von Lunge und Gehirn führen. Erkranken können auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, selbst wenn sie früher große Höhen und rasche Aufstiege ohne Probleme bewältigt haben. Todesfälle sind möglich.

Beschwerden, die auf eine beginnende Höhenkrankheit hinweisen können, sind: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehstörungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverzüglich mit dem Abstieg begonnen werden - nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Frühsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollständig verschwinden.

Vor Reisen in große Höhen (über 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endgültigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen höhenmedizinisch erfahrenen Arzt, der vielleicht auch ein Medikament zur Vorbeugung verordnet. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z. B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme Kälte und unwegsames oder unbekanntes Gelände bergen weitere Risiken für den Reisenden in großer Höhe. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschläge kann es an gefährdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Berghängen kommen.

Für die Hubschrauberrettung aus Bergnot gibt es in Indien nach Kenntnis der deutschen Botschaft keine zivilen Luftrettungsunternehmen, sondern lediglich die Möglichkeit einer Evakuierung durch das indische Militär, die sich sehr bürokratisch und zeitaufwändig gestaltet. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur sehr verzögert erfolgen, die Benutzung von Satellitentelefonen ist in Indien strikt verboten. Es können trotz großem Zeitdruck aufgrund einzuholender Genehmigungen diverser staatlicher Stellen vor allem am Wochenende mitunter mehrere Tage vergehen, bis ein Suchtrupp oder ein Helikopter dann einsatzbereit sind. Witterungsbedingt sind die Fluggeräte nicht immer einsatzbereit und können meist nur in einem sehr engen Zeitfenster frühmorgens starten. Die Kostenübernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion geklärt sein und ist in der Regel zunächst vom Verunglückten selbst zu tragen. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach Rücksprache mit einem Reisemediziner beim Trekking immer mitzuführen.

Im Süden des Landes ist die Sonneneinstrahlung wegen der Äquatornähe besonders intensiv. Unangenehme und langfristig gefährliche Sonnenbrände sind häufig. Auf einen guten Sonnenschutz und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme muss insbesondere bei Kindern und älteren Personen geachtet werden.

Gefährliche Strömungen führen an den Küsten immer wieder zu Badeunfällen. Warnungen an den Stränden sind unbedingt zu beachten. Kinder sollten an Stränden niemals unbeaufsichtigt spielen. Durch Tierkot verunreinigte Strände bergen ein Infektionsrisiko für parasitäre Hauterkrankungen (Larva migrans cutanea).

Weitere Gesundheitsgefahren
Technische Überwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa üblich, werden in Indien nicht durchgeführt. Verkehrsregeln werden von der großen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunfälle sind insbesondere bei Überlandfahrten häufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notfällen oder Unfällen, kann in weiten Landesteilen nicht gewährleistet werden, ein zuverlässig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den Städten nicht überall existent. Gehwege existieren häufig nicht oder bergen erhebliche Unfallgefahren wie unerwartete Stolperfallen oder nicht gesicherte oder gekennzeichnete Baugruben.

Die Luftverschmutzung in den Städten hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. In Delhi und Kalkutta kommt es in den Wintermonaten außerdem zu einer hohen Belastung der Luft durch Verbrennungsrückstände und Qualm. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD können sich dadurch erheblich verschlechtern.

Über die aktuellen Luftwerte kann man sich im Internet bzw. mittels Smartphone Apps informieren, bspw. auf www.acicn.org/map/india (Auflistung verschiedene Luftwerte Mess-Stationen in Indien) oder http://www.dpccairdata.com/ (Mess-Stationen der Landesregierung von Delhi).

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und während einer Indienreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gewährleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht! In solchen Fällen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre Reisepläne ausführlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europäischem Standard. Sprachbarrieren können gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. In den großen Städten ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen und sehr hohen Niveau und damit auch deutlich teurer. Zahlreiche Patienten aus der ganzen Welt kommen zu planbaren Behandlungen und Operationen ins Land. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung in eine der großen urbanen Kliniken erwogen werden. Dort ist es üblich, vor Behandlungsbeginn eine erhebliche Anzahlung zu leisten, was das Budget eines Reisenden bei schweren Erkrankungen und intensivpflichtigen Behandlungen oft sprengt. Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe Kontaktadressen z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/). Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Indien bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverlässigen Medikamenten und eine ununterbrochene Kühlkette sind nicht überall gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gefälschte Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelmäßig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Indien mitbringen und sich für die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der großen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverlässiger Medikamente an. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegenüber häufig eingesetzten Antibiotika auf.

Die deutsche Botschaft in Neu Delhi und die Generalkonsulate in Bangalore, Chennai, Kalkutta und Mumbai verfügen für den Notfall über eine Adressenliste von Ärzten und Krankenhäusern in der jeweiligen Stadt.

Bitte beachten Sie neben unseren generellen Haftungsausschluss den folgenden Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Akkordeon

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Schweiz Ja Ja/1 Nein
Andere EU-Länder Ja Ja/1 Nein
Türkei Ja Ja Nein
Österreich Ja Ja/1 Nein
Deutschland Ja Ja/1 Nein

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss nach Ablauf des Visums noch mindestens 6 Monate gültig sein und mindestens zwei freie Seiten enthalten.

Anmerkung: Es ist dringend empfohlen, sich bezüglich der Reisepass-Vorschriften persönlich bei den indischen Konsulaten rückzuversichern.

Anmerkung zum Reisepass

Da sich die Einreisebestimmungen oft kurzfristig ändern, ist eine rechtzeitige Kontaktaufnahme mit einer indischen konsularischen Vertretung dringend empfohlen.

Für Reisen in manche Landesteile sind Sondergenehmigungen von der Botschaft bzw. der indischen Regierung erforderlich. Der Status dieser Protected Areas und Restricted Areas kann sich kurzfristig ändern, derzeit gelten Beschränkungen für die Staaten bzw. Unionsterritorien Sikkim, Arunachal Pradesh, Ladakh, Nagaland, Manipur und Mizoram sowie für die Inselgruppen der Andamanen und Lakkadiven. Weitere Informationen sind von den Botschaften oder dem Fremdenverkehrsamt (s. Kontaktadressen) erhältlich.

Bei der Einreise ist unbedingt darauf zu achten, dass Pässe von den Grenzbehörden korrekt gestempelt werden. Ohne Einreisestempel kommt es bei der Ausreise zu erheblichen Schwierigkeiten. Mehrtägige Verzögerungen durch den Erwerb einer Ausreiseerlaubnis beim FRO und Ministry of Home Affairs (nur in Delhi) sind die Regel.

Visainformationen

Erforderlich u.a. für Staatsangehörige der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder:

EU-Länder, Schweiz und Türkei.

e-Tourist Visa e-Business Visa bei der Einreise
[1] U. a. Staatsangehörige von Deutschland, Österreich, der Schweiz und von allen EU-Ländern erhalten an den Flughäfen von Ahmedabad, Amritsar, Bagdogra, Bengaluru, Chandigarh, Chennai, Coimbatore, Delhi, Gaya, Goa, Guwahati, Hyderabad, Jaipur, Kochi, Kolkata, Kozhikode, Lucknow, Mangaluru, Mumbai, Nagpur, Pune, Thiruvananthapuram, Tiruchiappalli und Varanasi sowie an den Seehäfen Cochin, Goa und Mangalore ein e-Tourist Visa bei der Einreise für einen Aufenthalt von bis zu 60 Tagen und für max. zwei Einreisen (Verlängerung nicht möglich), wenn sie als Touristen  oder als Geschäftsreisende reisen, Verwandte/Bekannte besuchen oder eine Geschäftsreise machen. Um ein Visum bei der Ankunft zu erhalten, muss man mindestens 4 Tage vor der Reise nach Indien eine Electronic Travel Authorisation (ETA)-Antrag online auf indianvisaonline.gov.in/visa/tvoa.html ausfüllen. Es besteht jedoch keine Einreisegarantie. Es wird empfohlen, ein Visum vor der Einreise zu beantragen.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kindereisepass oder eigener Reisepass mit mindestens zwei freien Seiten.

Österreicher: Eigener Reisepass mit mindestens zwei freien Seiten.

Schweizer: Eigener Reisepass mit mindestens zwei freien Seiten.

Türken: Eigener Reisepass mit mindestens zwei freien Seiten.

Anmerkung: Es ist dringend empfohlen, sich bezüglich der Vorschriften zur Anerkennung von Ausweisdokumenten von Kindern bei der zuständigen konsularischen Vertretung rückzuversichern. Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Hinweis: Alleinreisende Minderjährige unter 18 Jahren müssen über eine Einverständniserklärung sowie über eine Passkopie beider Elternteile verfügen. Minderjährige, die mit nur einem Elternteil reisen, benötigen die Einverständniserklärung sowie die Passkopie des anderen Elternteils.

 

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Haustiere (max. 2 Tiere pro Passagier) wird ein Gesundheitszeugnis (Ausstellungsdatum max. 1 Woche vor Abreise) und Tollwutimpfzertifikat aus dem Herkunftsland benötigt. Für Haustiere ist außerdem eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ("No Objection Certificate") des Animal Quarantine and Certification Services spätestens 2 Wochen vor Abreise einzuholen. Haustiere werden bei der Ankunft, die vorher anzumelden ist, tierärztlich untersucht.

Bearbeitungsdauer

Aktueller Hinweis: Die Bearbeitungszeit in den Konsulaten in Berlin und Frankfurt kann derzeit nicht vorhergesagt werden. Es ist mit starken Verzögerungen zu rechnen.

Generell ist die Bearbeitungszeit von Visa je nach Antragsort unterschiedlich und sollte im Einzelfall erfragt werden. In etwa gelten folgende Zeiträume, die jedoch nicht garantiert werden können:

Persönlich: I. d. R. 3-5 Tage. Samedaybearbeitung in Berlin möglich, jedoch nicht in der Schweiz. 1-2 Arbeitstage in Österreich. Sameday- oder Expressbearbeitung in Hamburg derzeit nicht möglich. Die Expressbearbeitung ist in München derzeit nicht möglich.

Postalisch (jeweils plus Postweg):
Deutschland: Ca. 5 Arbeitstage ab Eingang der Gebühren (Frankfurt: 7-10 Tage, München: 6 Tage).
Österreich: 10-12 Arbeitstage.
Schweiz: 5-7 Arbeitstage (Touristenvisum bis 6 Monate) bzw. mindestens 7-10 Arbeitstage (Touristenvisum bis 1 Jahr).

Geschäfts- und Arbeitsvisa: in Frankfurt derzeit mindestens 5 Tage, in München derzeit mindestens 10 Tage, in Hamburg bis zu 2 Wochen.

Die Bearbeitung von Visa für langfristige Aufenthalte dauert mehrere Wochen bis Monate.

Die Bearbeitungszeit für ausländische Antragsteller dauert i. Allg. länger als für deutsche, österreichische oder Schweizer Antragsteller. So müssen Personen pakistanischer Herkunft (auch wenn sie einen schweizer, deutschen oder österreichischen Pass besitzen) bei der erstmaligen Einreise nach Indien eine längere Zeitspanne für die Einholung des Visums einrechnen. Es dauert mindestens 45 Tage, da die Unterlagen zur Prüfung nach Delhi geschickt werden müssen. 

e-Visum

Das e-Visum kann mindestens 4 Tage und maximal 120 Tage vor der Abreise beantragt werden.

Gültigkeit

Ein Visum ist gültig ab dem Datum der Ausstellung bis zum Ablauf des auf dem Visum angegebenen Zeitraums. Im Normalfall beträgt die Gültigkeit sechs Monate (Touristen- und Geschäftsvisum) bis zu fünf Jahren. In München gibt es auch Touristenvisa, die ein Jahr lang gültig sind und mehrmalige Einreisen erlauben.
Transitvisum: 14 bzw. 15 Tage ab Ausstellungsdatum für Aufenthalt von bis zu 72 Std.

e-Tourist Visa bei der Einreise: 60 Tage ab der Ausstellung. Berechtigt zu einem Aufenthalt von max. 30 Tagen ab der Einreise. Es wird nicht häufiger als zweimal pro Kalenderjahr ausgestellt.

e-Tourist Visa (e-Tv): zweimaligen Einreise

e-Business Visa: zweimalige Einreise

e-Medical Visa: dreimalige Einreise

Hinweis: Wer die Gültigkeitsdauer des Visums überschreitet, muss mit Haftstrafen und mehrjährigen Einreisesperren rechnen.

Aufenthaltsverlängerung

Eine Verlängerung der Gültigkeit des Touristenvisums in Indien selbst durch das zuständige örtliche Foreigners’ Regional Registration Office (FRRO) erfolgt nur in begründeten Ausnahmefällen, wie z.B. ernsthafte Erkrankung am Urlaubsort u. ä.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die mit dem ersten Anschlussflug innerhalb von 24 Stunden weiterreisen, über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen und den Transitbereich nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum. Es ist dringend empfohlen, sich diese Regelung von der zuständigen konsularischen Vertretung im Einzelfall bestätigen zu lassen (s. Kontaktadressen.)

Visaarten und Kosten

Transit-, Touristen-, Geschäfts-, Arbeits-, Studenten-, Konferenz-, Einreise- und Journalistenvisa, e-Tourist Visa (e-TV) bei der Einreise u.a. für Deutsche beantragbar. Außerdem gibt es u.a. das e-Business Visa und das e-Medical Visa.

Achtung:
Geschäftsvisa: Für alle Geschäftsreisenden, die von ihrer deutschen Firma nach Indien entsandt werden.
Arbeitsvisa: Für alle anderen Geschäftsreisegründe, wenn ein indischer Arbeitsvertrag vorliegt, sowie für Monteure und Techniker, die von ihrer deutschen Firma nach Indien entsandt werden.

Die erforderliche Visumkategie für Techniker und Monteure hat sich in der letzten Zeit mehrfach kurzfristig geändert. Eine Kontaktaufnahme mit der Botschaft ist dringend empfohlen.

Nicht nur für die Beantragung des Visums ist die richtige Visumkategorie wichtig, sondern auch bei der Einreise und während des Aufenthaltes. Wer nach Indien einreisen möchte oder sich schon dort aufhält und nicht die für den Reisezweck entsprechende Visumkategorie besitzt, muss mit einer Zurück- oder Ausweisung rechnen.

Kosten

Deutschland:
Die folgenden Gebühren gelten für Deutsche.

Touristenvisum: 
95 € (Endbetrag Beantragung beim Visumprovider in Hamburg und Frankfurt/ Berlin: 110,50 €/ 103 €) (bis zu 1 Jahr gültig, ein- und mehrmalige Einreise).
 
Geschäftsvisum: 
114 € (Endbetrag Beantragung beim Visumprovider in Hamburg und Frankfurt/ Berlin: 129,50 € /122 €) (bis zu 1 Jahr, mehrmalige Einreise);
 
Arbeitsvisum:
114 € (Endbetrag Beantragung beim Visumprovider in Hamburg und Frankfurt / Berlin: 129,50 €/ 122 €) (bis zu 6 Monate Gültigkeit, mehrmalige Einreise); 
190 € (Endbetrag Beantragung beim Visumprovider in Hamburg und Frankfurt / Berlin: 205,50 € / 198 €) (bis zu 1 Jahr, mehrmalige Einreise, nur mit Arbeitsvertrag aus dem Zielland erhältlich.); 
 
Studentenvisum: 76 € (Endbetrag Beantragung beim Visumprovider in Hamburg und Frankfurt / Berlin: 91,50 € / 84 €) (1-5 Jahre, mehrmalige Einreise)
 
Transitvisum:
19 € (Endbetrag Beantragung beim Visumprovider in Hamburg und Frankfurt / Berlin: 13,50 € / 27 €) (14 Tage Gültigkeit, Aufenthalt von 72 Std.).
 
Zu den Visagebühren kommen jeweils 3 € Bearbeitungsgebühr hinzu sowie die Konsularprovidergebühr.
 
e-Tourist Visa bei der Einreise: 82 US$ (ca. 71 €) plus Kreditkartengebühren.

Die Zusatzgebühr für Visa für Restricted oder Protected Areas beträgt 29 €.

Wird der Antrag über die Firma Indo German Consultancy Services Ltd. in Frankfurt oder Hamburg gestellt, fällt zusätzlich zu den Visagebühren eine Bearbeitungsgebühr von 13,50 €. Die IVS Europe GmbH, die für die Visumausstellung in Berlin und München zuständig ist, erhebt eine Bearbeitungsgebühr von 6 €.

Österreich:
Die folgenden Gebühren gelten für Österreicher.

Touristenvisum:
95 € (Endbetrag bei Beantragung beim Visumprovider: 102,20 €) (bis zu 12 Monate Gültigkeit, mehrmalige Einreise);

Geschäftsvisum:
114 € (Endbetrag bei Beantragung beim Visumprovider: 121,20 €) (bis zu 1 Jahr, mehrmalige Einreise);
238 € (Endbetrag Beantragung beim Visumprovider: 245,20 €) (bis zu 5 Jahren, mehrmalige Einreise).

Arbeitsvisum:
114 € (Endbetrag Beantragung beim Visumprovider: 121,20 €) (bis zu 6 Monate Gültigkeit, mehrmalige Einreise);
190 € (Endbetrag Beantragung beim Visumprovider: 197,20 €) (bis zu 1 Jahr, mehrmalige Einreise. Nur mit Arbeitsvertrag aus dem Zielland erhältlich.);
285 € (Endbetrag Beantragung beim Visumprovider: 292,20 €) (bis zu 5 Jahren, mehrmalige Einreise).

Studentenvisum:
76 € (Endbetrag Beantragung beim Visumprovider: 83,20 €) (1-5 Jahre, mehrmalige Einreise).

Transitvisum:
19 € (Endbetrag Beantragung beim Visumprovider: 26,20 €)(15 Tage Gültigkeit, Aufenthalt von 72 Std.).

Zu den Visagebühren kommen jeweils 2 € Bearbeitungsgebühr hinzu sowie die Konsularprovidergebühr.

Die Firma BLS International Visa Services Austria, die für die Visumausstellung in Österreich zuständig ist, erhebt eine Bearbeitungsgebühr von 5,20 €.

e-Tourist Visa bei der Einreise: 82 US$ (ca. 71 €) plus 2 € Kreditkartengebühren.

Schweiz:
Die folgenden Gebühren gelten für Schweizer.
Touristenvisum:
177 CHF (Endsumme bei Beantragung beim Visumprovider: 217,05 CHF) (bis zu 12 Monate Gültigkeit, mehrmalige Einreise);

Geschäftsvisum/Arbeitsvisum:
220 CHF (Endbetrag bei Beantragung beim Visumprovider: 260,05 CHF) (bis zu 1 Jahr Gültigkeit, mehrmalige Einreise. Nur mit Arbeitsvertrag aus dem Zielland erhältlich.);
441 CHF (Endbetrag bei Beantragung beim Visumprovider: 481,05 CHF) (bis zu 5 Jahren Gültigkeit, mehrmalige Einreise).

Studentenvisum:
141 CHF (Endbetrag bei Beantragung beim Visumprovider: 181,05 CHF) (1-5 Jahre, mehrmalige Einreise).

Transitvisum:
45 CHF (Endbetrag bei Beantragung beim Visumprovider: 85,05 CHF) (15 Tage Gültigkeit, Aufenthalt von 72 Std.).

Zu den Visagebühren kommen jeweils 2 CHF Bearbeitungsgebühr der Botschaft hinzu. 

Es fallen zusätzlich Bearbeitungsgebühren von 10,55 CHF beim Visa Application Centre - VFS Global in Bern an.

e-Tourist Visa bei der Einreise: 82 US$ plus Kreditkartengebühren.

Antrag erforderlich

(a) 1 Online-Antragsformular (Internet: https://indianvisaonline.gov.in/visa/).
(b) 2 aktuelle Passbilder in Farbe (5x 5 cm). Der Bildhintergrund muss weiß sein, nur ein heller Bildhintergrund reicht nicht aus.
(c) Reisepass, der bei der Ausreise noch mindestens 6 Monate (bei Geschäftsreisen: 12 Monate) gültig ist und zwei freie Seiten enthält.
(d) Visumgebühr (Postanweisung, Barzahlung nur am Schalter oder Banküberweisung).
(e) Bei postalischer Antragstellung: Mit 4 € frankierter und adressierter Rückumschlag (Einschreiben).
(f) Ggf. Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, Österreich oder die Schweiz, die belegt, dass der Antragsteller seit mindestens 24 Monaten im jeweiligen Land wohnhaft ist bzw. ggf. ausgefülltes Zusatzformular.

Touristenvisum:
(a) - (f) und
 (g) Buchungsbestätigung für ein Rück- oder Weiterreiseticket (Schweizer Staatsangehörige benötigen zusätzlich eine Kopie der Buchungsbestätigung für den Hinflug).

Geschäftsvisum:
(a) - (f) und
(h) Entsendungsschreiben der Firma mit Reiseanlass und -zweck sowie Angabe aller zu besuchenden Orte und Bestätigung der Kostenübernahme.
(i) Einladungsschreiben des indischen Unternehmens mit vollständigen Angaben über Name des Reisenden, Zweck und Dauer des Aufenthalts sowie mit CIN (Corporate Identity Number). Entsendungs- und Einladungsschreiben müssen inhaltlich übereinstimmen.

(j) Handelsregisterauszug des einladenden Unternehmens.

(k) Zeugnisse und Qualifikationen.

Achtung: Für ein Arbeitsvisum (employment visa) sind zusätzliche Unterlagen notwendig. Außerdem müssen alle Unterlagen ins Englische übersetzt sein und die genaue Adresse des Einsatzortes muss in der offiziellen Einladung enthalten sein. Vor allem für Techniker und Monteure hat sich die Visumkategorie in letzter Zeit mehrfach kurzfristig geändert. Wer eine Geschäftsreise plant, sollte sich unbedingt nach der korrekten Visumkategorie und den einzureichenden Unterlagen erkundigen.

Studentenvisum:
(a) - (f) und
(j) Einschreibungsbestätigung der Schule bzw. Universität in Indien.
(k) Nachweis über ausreichende Geldmittel.

e-Tourist Visa bei der Einreise

(a) ETA, das nach der Online-Beantragung via E-Mail zugestellt wird.

(b) aktuelles Foto mit hellem Hintergrund.

(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist.

(d) Rückflugticket bzw. Weiterflugticket.

(e) ausreichende Geldmittel für den Aufenthalt. 

(f) Bezahlung der Visumgebühr bei Online-Antragstellung.

Eine Sondererlaubnis wird für Sperrgebiete benötigt (s. Anmerkung).

Hinweis: Bei Visumbeantragung im indischen Generalkonsulat München sind derzeit alle bisher erteilten Visa für Indien im Original oder als Kopie vorzuweisen. Sollten die Reisepässe, die diese alten Visa enthalten, vernichtet worden sein, muss der Antragsteller dies schriftlich erklären. In Einzelfällen wurde eine Bestätigung der örtlichen Meldebehörde über den Einzug und die Vernichtung des Reisepasses verlangt.

Hinweis zur Antragstellung: Es gelten Strenge Vorschriften darüber, wie der Antrag formell einzureichen ist. Er darf nicht geknickt worden sein, muss in einem Umschlag oder einer Klarsichthülle stecken und die einzelnen Seiten dürfen nicht zusammengeklammert sein. Passfotos, deren einzig akzetables Format 5 x 5 cm ist, dürfen nur mit einer Büroklammer am Antrag befestigt sein. Die Unterschrift des Antragstellers unter dem Passfoto muss genau in das dafür vorgesehene Textfeld passen. Bei Anträgen, die diese Bedingungen nicht erfüllen, muss mit einer Ablehnung gerechnet werden.

Hinweis zu ausländischen Antragstellern: Türkische (und andere nicht-deutsche) Antragsteller müssen auf ihrem Visumantrag folgende Erklärung handschriftlich hinzufügen: „Mir ist bekannt, dass die Bearbeitung meines Visumantrages im Konsulat aufgrund meiner nicht-deutschen Staatsbürgerschaft länger dauert.“ Diese Erklärung, ohne die der Visumantrag nicht bearbeitet wird, ist zu unterschreiben.

Geld

Geldwechsel

Der Umtausch darf nur bei Banken oder offiziellen Wechselstuben erfolgen. Man sollte beim Geldumtausch darauf achten, keine beschädigten Geldscheine zu bekommen, da u. U. die Annahme verweigert wird. Bargeld in US-Dollar, Euro oder britischen Pfund Sterling ist am einfachsten zu wechseln. In allen Großstädten und internationalen Flughäfen gibt es Wechselstuben und/oder Automaten, wo rund um die Uhr Geld gewechselt werden kann. Umtauschbelege sind aufzubewahren.

Währung

1 Indische Rupie = 100 Paise. Währungskürzel: Rs, INR (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 2000, 500, 100, 50, 20, 10, 5 Rupien; Münzen in den Nennbeträgen 10, 5, 2 und 1 Rs sowie 50, 25, 20, 10 und 5 Paise.
Anmerkung: Banknoten im Wert von 1 und 2 Rupien und Münzen zu 5 Paisen werden nicht mehr hergestellt, sind jedoch noch vielfach im Umlauf.

Achtung: Die alten 500- und 1000-Rupien-Scheine wurden im November 2016 für ungültig erklärt. Es sind inzwischen neue 500-Rupien-Scheine und 2000-Rupien-Scheine herausgegeben worden. Neue 1000-, 100- und 50-Rupien-Scheine sollen in naher Zukunft in Umlauf gebracht werden.

Devisenbestimmungen

Für die Einfuhr der Landeswährung besteht ab einem Wert von 25.000 Rs Deklarationspflicht. Die Ausfuhr der Landeswährung ist bis zu 25000 Rs erlaubt.

Für die Einfuhr von Fremdwährungen, die einen Wert von 5.000 US$ in Bargeld und/oder 10.000 US$ in Reisechecks übersteigen, besteht Deklarationspflicht (Deklaration auch bei niedrigeren Beträgen empfohlen). Ausfuhr bis zur Höhe des deklarierten Betrags, abzüglich der Umtauschbeträge. Beim Geldumtausch muss ein Beleg gegengezeichnet oder eine entsprechende Bescheinigung ausgestellt werden. Diese Belege müssen bei der Ausreise vorgelegt werden, um den Rücktausch zu ermöglichen.

Kreditkarten

American Express, Diners Club, MasterCard und Visa werden angenommen. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
 

Reiseschecks

Werden nicht mehr akzeptiert.

Öffnungszeiten der Bank

I. Allg. Mo-Fr 10.00-14.00/15.00 Uhr, Sa 10.00-12.00 Uhr (Abweichungen sind möglich).

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Die folgenden Artikel dürfen zollfrei nach Indien eingeführt werden (Personen ab 17 J.), wenn die Einreise nicht über Nepal erfolgt:

100 Zigaretten oder 25 Zigarren oder 125 g Tabak;
2 l Spirituosen;
ein Laptop;
Artikel für den persönlichen Bedarf und Geschenke bis zum Wert von 8.000 Rs; andere Beträge für Staatsbürger Indiens, Bhutans, Nepals und Pakistans je nach Aufenthaltsland und -länge.
Hochwertige Gegenstände wie z.B. Videokameras müssen bei der Einreise deklariert werden. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden bereits beim Besitz von kleinen Mengen (auch Haschisch) mit drakonischen Haftstrafen geahndet. Bei Verstößen gegen Zollvorschriften droht Verhaftung bei der Ausreise.

Verbotene Importe

Geflügel, Geflügelprodukte (einschließlich Eier, Federn und Fleisch), Schweine, Produkte aus Schweinefleisch und Waffen ohne Sondergenehmigung, pornografische Erzeugnisse, Goldmünzen und -barren.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Indien, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2013-11, 2008-09
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Indien - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 20.03.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 20.03.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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