Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Frankreich

Steckbrief

Frankreich - Fakten

Ländername Französische Republik (République Française)
Klima Vier Hauptzonen: atlantische Zone - gemäßigtes Meeresklima; kontinentale Zone - ausgeprägte Temperaturunterschiede (insbesondere im Osten); mediterrane Zone - gemäßigt, warmes Meeresklima; alpine Zone - raues Bergklima (in den Überseegebieten auch subtropisch und tropisch)
Beste Reisezeit Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Dezember
Lage Westeuropa
Fläche 543.965 Quadratkilometer (ohne Übersee-Departements, die 88.969 Quadratkilometer umfassen)
Hauptstadt Paris. Paris-Stadt zählt 2,2 Millionen Einwohner (2018), der Großraum Paris 12,6 Millionen (2018)
Bevölkerung 64,7 Millionen Einwohner (2018), davon rund 6,0 Millionen Ausländer (2018)
Sprache Französisch
Religion Römisch-Katholisch 83 % bis 88 %, Protestantisch 2 %, Jüdisch 1 %, Muslimisch 5 % bis 10 %,
Nationaltag 14. Juli ("Fête nationale"), Jahrestag des Sturms auf die Bastille 1789 (Beginn der Französischen Revolution)
Staats-/Regierungsform semipräsidiale Republik
Staatsoberhaupt Staatspräsident Emmanuel Macron (unabhängig) Amtsantritt am 14. Mai 2017
Vertreter des Staatsoberhaupts Präsident des Senats, Gérard Larcher
Regierungschef Edouard Philippe, seit 15. Mai 2017
Außenminister Jean-Yves Le Drian, seit 17. Mai 2017
Parlament Nationalversammlung: 577 Abgeordnete (für 5 Jahre gewählt), Präsident der Nationalversammlung: Richard Ferrand (La République en Marche); Senat: 348 Senatoren (für 6 Jahre gewählt), Präsident des Senats: Gérard Larcher (Les Républicains), seit 1. Oktober 2014
Währung Euro
Zeitzone ME(S)Z
Stromnetz 230 V / 50 Hz, Französischer Stecker (Norm E), kompatibel zu 2poligen Steckern ohne Schutzkontakt (Norm C) und Schuko-Steckern (Norm F; zusätzlich mit franz. Loch; Norm CEE_7/7)
Reiseadapter C, E
Kfz-Länderkennzeichen F
ISO-3166 FR, FRA
Internet-TLD .fr
Landesvorwahl +33
Website http://www.france.fr/
Reisepass & Visum Nicht notwendig
Geeignet für Kultur, Shopping, Outdoor, Meer, See, Wintersport, Feiern

Geographie

Das Landschaftsbild wird von drei topografischen Einheiten bestimmt: den großräumigen Beckenlandschaften, die teilweise von Hügelländern durchzogen werden und zum Meer hin in Küstenebenen übergehen (Pariser Becken, Aquitanisches Becken u. a.), den Mittelgebirgen (Zentralmassiv, Vogesen) und den Hochgebirgen (Westalpen, Pyrenäen). Die Beckenlandschaften besitzen gute bis sehr gute Böden und günstige klimatische Bedingungen. Die geologische Situation (große Senkungsgebiete zwischen alten Massiven und jungen Faltengebirgen) begünstigte die Entstehung von Steinkohle, Eisen-, Uran-, Bauxiterz, Erdöl und -gas, die wirtschaftlich bedeutsam sind. Die größten Flüsse (Rhône, Seine, Loire) verlaufen radial. Während der Westen und der Norden des Landes maritimes gemäßigtes Klima aufweisen, liegt der Osten bereits im Übergangsklima. Im Süden Frankreichs werden die Klimaverhältnisse vom Mittelmeer beeinflusst. Den trockenheißen Sommern angepasst, dominieren hier die Hartlaubvegetation und die Macchie, während die übrigen Landesteile im Bereich der sommergrünen Wälder liegen.

Politik und Bevölkerung

Laut Verfassung ist Frankreich eine parlamentarisch-demokratische Republik mit starker Stellung des Präsidenten. Der Präsident der Republik wird auf fünf Jahre direkt vom Volk gewählt. Das französische Parlament besteht aus zwei Kammern, dem Senat mit 321 Mitgliedern und der Nationalversammlung mit 577 Mitgliedern. Bei der Gesetzgebung haben beide Kammern den gleichen Anteil, bei Streitfällen entscheidet in letzter Instanz die Nationalversammlung. Frankreich ist administrativ in 22 Regionen gegliedert; die Insel Korsika besitzt einen Sonderstatus. Zu Frankreich gehören mehrere Überseegebiete wie beispielsweise Französisch-Guyana und die Insel Martinique. Frankreich ist Mitglied der EU und der NATO. Die Bevölkerung ist ungleichmäßig über das Land verteilt. Die größten Ballungsräume sind die industriellen Kernräume im Norden und Nordosten. Etwa jeder fünfte Franzose lebt in der Region Ile-de-France um die Hauptstadt Paris. Über 90 % der Einwohner sind Franzosen. Als Minderheiten zählen u. a. die 1,2 Mio. deutschsprachigen Elsässer und Lothringer. Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung beträgt 6,3 %, es handelt sich vor allem um Nordafrikaner. Drei Viertel der Bevölkerung sind Katholiken.

Geschichte und Kultur

Das Gebiet des heutigen Frankreich war bereits vor über 10 000 Jahren besiedelt. Die Errichtung des Frankenreiches (5.–9. Jh.) unter den Merowingern und Karolingern und die Entwicklung des französischen Königtums bis zum 16. Jh. beeinflussten die Geschichte Westeuropas entscheidend. Die ständigen Auseinandersetzungen mit dem Adel nach innen und mit den Briten nach außen (z. B. Hundertjähriger Krieg) festigten die Zentralgewalt und führten zur Herausbildung einer gesamtnationalen Monarchie, die im 17. und zu Beginn des 18. Jh. ihren Höhepunkt erreichte (Ludwig XIII. bis Ludwig XVI.). Der Sieg des Bürgertums in der Französischen Revolution von 1789 setzte Signale für die europäische Entwicklung im 19. Jh. Nach der Wiedererrichtung des Kaiserreichs führte Napoleon Bonaparte 1803–15 Kriege gegen die europäischen Mächte, die letztlich mit der französischen Niederlage endeten. Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg gehörte Frankreich zu den Siegermächten. Frankreich gilt als Hochburg der Kunst- und Kulturszene in Europa. Die einzigartigen Kunst- und Kulturschätze reichen von den gotischen Kathedralen (Paris, Chartres, Reims), den prachtvollen Königsschlössern an der Loire und in Versailles über literarische Werke (Hugo, Balzac, Sartre) bis zu einem reichhaltigen Musikleben (Oper, Ballett, Chanson).

Frankreich - Geschichte

Bis 8000 v. Chr. Ende der Altsteinzeit; bedeutende Höhlenmalereien entstehen in Südwestfrankreich
58–52 v. Chr. Julius Cäsar erobert Gallien und teilt es in römische Provinzen ein
481–751 n. Chr. Herrschaft der Merowingerkönige
751–987 Herrschaft der Karolingerkönige
1226–70 Unter Ludwig IX., genannt der Heilige, wird Frankreich zum größten Königreich Europas
1337–1453 Hundertjähriger Krieg gegen England
1562–98 Religionskriege zwischen Katholiken und Protestanten
1598 Edikt von Nantes mit Religionsfreiheit und Bürgerrechten für Hugenotten
1685 Ludwig XIV. hebt das Edikt auf, Verfolgungen und Massenflucht von Protestanten
1789–99 Französische Revolution
1804 Napoleon lässt sich zum Kaiser krönen
1852–70 Zweite Republik und zweites Kaiserreich unter Napoleon III.
1870–1914 Dritte Republik
1914–18 Erster Weltkrieg. Die Westfront verläuft durch ganz Frankreich, verlustreicher Stellungskrieg
1940–44 Deutsche Besetzung Frankreichs, Vichy-Regierung; Général de Gaulle führt den Widerstand von England aus
1944 Landung der Alliierten in der Normandie
1946–58 Vierte Republik
1958 Fünfte Republik unter Präsident Charles de Gaulle
1981–95 Nach Georges Pompidou und Valéry Giscard d'Estaing wird François Mitterrand Präsident
1995–2007 Präsidentschaft Jacques Chiracs
2007 Nicolas Sarkozy wird zum Präsidenten gewählt
2011 Die Eurokrise zieht auch Frankreich in Mitleidenschaft
Klimadaten
Paris
Marseille
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Avenue Franklin D. Roosevelt 13–15 | 75008 | Tel. 0153834500 | www.paris.diplo.de

Österreichische Botschaft

Rue Fabert 6 | 75007 | Tel. 0140633063 | www.amb-autriche.fr

Schweizer Botschaft

rue de Grenelle 142 | 75007 | Tel. 01 49556700 | www.eda.admin.ch/paris

Notruf

Seit 2004 gilt in allen europäischen Ländern die gleiche Notrufnummer (Tel. 112). Sie funktioniert vom Festnetz wie vom Handy aus. Die alten Nummern blieben in Frankreich erhalten.

Internet

Im Internet findet man zahlreiche Informationen über Frankreich. Hier ein paar der besten und wichtigsten Adressen. Allgemeine Infos über das Land gibt die Website der französischen Botschaft in Berlin: www.botschaft-frankreich.de. Infos über die deutsch-französische Zusammenarbeit mit aktuellen Kulturterminen finden Sie unter www.france-allemagne.fr. Infos und Wissenswertes über Reisen vermitteln die Websites www.frankreich-experte.de und www.frankreichkontakte.de sowie www.frankreich-trip.com. Details der französischen Geschichte vermittelt www.histoire-pour-tous.fr. Praktische Tipps hält www.parisnetguide.com parat. Aktuelle Wetterinformationen erhält man unter www.wetteronline.de und www.meteo.fr. Eine Liste der französischen Touristenbüros finden Sie bei www.tourisme.fr. Fast 70 Prozent der französischen Kommunen sind mit eigenen Websites online präsent, oft mit zwei: einer Bürger-Website (Stichwort mairie) und einer touristischen.

Internetcafés & Wlan

In den meisten Hotels kommt man über kostenloses WIFI (französisch für WLAN) ins Netz. In größeren französischen Städten sind Webcafés unter gemeinsamem Label zu finden, manche sind rund um die Uhr geöffnet wie Milk Club (7-mal in Paris, 1-mal in Lyon | www.milkclub.com) oder XS Arena Paris (Rue de la Harpe | www.xsarena.com) mit 100 PC-Plätzen. Adressen von Internetcafés im ganzen Land veröffentlicht www.cybercafe.fr.

Post

Briefe (bis 20 g) und Postkarten in Länder der Europäischen Union und in die Schweiz kosten 0,75 Euro.

Telefon & Handy

Öffentliche Telefonzellen funktionieren mit einer Telefonkarte, die in Tabakläden, bei der Post, am Kiosk und an Tankstellen erhältlich ist. Für Auslandsgespräche aus Frankreich nach Deutschland wählt man die Länderkennzahl 0049, für Österreich die 0043 und für die Schweiz 0041 vor und dann die Ortsvorwahl ohne die erste 0. Für Gespräche nach Frankreich wählt man die Länderkennzahl 0033 vor, dann die Rufnummer ohne die einleitende 0. Innerhalb Frankreichs muss die komplette zehnstellige Nummer gewählt werden.

Es gibt in Frankreich drei große Mobilfunkanbieter (Orange, SFR, Bouygues), die Roamingabkommen mit deutschen Anbietern haben. Roaming bleibt teuer, trotz gesetzlicher Vorschriften und europäischer Abkommen diverser Telefongesellschaften. Mit einer Prepaidkarte kommt man billiger weg, weil die Gebühren für weitergeleitete eingehende Anrufe entfallen. Die Mobilbox sollte man selten abhören. Wenn Sie das deutsche Handy eines Urlaubsbegleiters anwählen, müssen Sie trotzdem die deutsche Vorwahl eingeben. Smartphone-Nutzer sollten ihren automatischen Datenabgleich ausstellen, andernfalls können im Hintergrund hohe Internetgebühren entstehen, ohne dass man es mitbekommt.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Irgendwo gibt es in Frankreich immer etwas zu feiern. Das Jahr ist reich an traditionellen, kulturellen, sportlichen und kulinarischen Events. Festliche Hauptsaison ist im Juli und August.

Feste & Veranstaltungen

Januar

Festival International de la Bande Dessinée d'Angoulême: vier Tage Comic-Orgie (www.bdangouleme.com)

Februar

Karneval wird in Frankreich nur in Nizza und in vielen Orten des Nord-Pas-de-Calais gefeiert, Hochburgen: Dunkerque, Douai, Bailleul.

März

Die Feria in Arles eröffnet zu Ostern die Stierkampfsaison.

April

Zum Gruseln: In Beaune findet das Internationale Krimi-Filmfest statt.

Mai

Lebendiges Mittelalter bei den Jeanne-d’Arc-Festen in Orléans (1. Maiwoche) und Rouen (Monatsende).

Pilgerfahrt der gitans in Saintes-Maries-de-la-Mer vom 24. bis 26. Mai

Fête de Corridas in Nîmes

Filmfestspiele in Cannes

Juni

French Open: Tennisturnier im Stadion Roland Garros in Paris.

Am Utah Beach gedenken Veteranen und Pazifisten am 6. Juni der Landung der Amerikaner an der französischen Küste.

Zur Fête de la Musique spielen am 21. Juni in ganz Frankreich Bands kostenlos.

In Le Mans fahren Sportwagen und Motorräder das bekannte 24-Stunden-Langstreckenrennen (www.lemans.org).

Beginn des Montpellier-Danse-Festivals (www.montpellierdanse.com)

Juli

Colmar: In der ersten Julihälfte Konzerte im Rahmen des Festival International de Musique Classique

In Biarritz findet das internationale Surf-Festival (3. Juliwoche) statt.

Ein immer gut besuchter Klassiker: das Theaterfestival in Avignon

August

Paris Plage: Sonnen, Baden und Feiern auf dem künstlich aufgeschütteten Strand an der Promenade am rechten Ufer der Seine

Bei der Fête de Bayonne geht es ebenso farbenfroh wie trinkfreudig zu.

September

Bei den Journées Européenes du Patrimoine öffnen sich sonst verschlossene Denkmäler für das Publikum ( www.journeesdupatrimoine.culture.fr)

Auch der Norden hat sein Filmfest mit Stars aus Hollywood: Festival du Film Américain (Deauville)

Biennale (Lyon): im Jahreswechsel zeigt die Biennale Kunst oder Ballett. www.biennale-de-lyon.org

Oktober

Auch in Paris gibt es einen Weinberg: Die Lese findet im Rahmen der Fêtes des Vendanges am Montmartre statt.

Bei der Nuit Blanche, der langen Nacht der Museen, wird in ganz Frankreich in den Kulturtempeln gefeiert.

November

Le Beaujolais primeur est arrivé! Am 3. Donnerstag um Mitternacht ist offiziell Fassanstich des jungen Rotweins.

Dezember

Am 8. Dezember zelebriert Lyon die Fête des Lumières. Sie geht auf ein religiöses Ereignis von über 150 Jahren zurück. Mehr als 3 Mio. Besucher zieht das vier Tage dauernde Lichtfest jedes Jahr an.

Gesetzliche Feiertage

1. Januar Neujahr
März/April Ostermontag
8. Mai Ende des Zweiten Weltkriegs
Mai/Juni Christi Himmelfahrt; Pfingstmontag
14. Juli Nationalfeiertag
15. August Mariä Himmelfahrt
1. November Allerheiligen
11. November Ende des Ersten Weltkriegs
25. Dezember Weihnachten
Mobilität vor Ort

Auto

In Frankreich werden strenge Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Die Radarstellen sind fest entlang der Autobahn installiert, seltener sieht man mobile Einsatzkräfte. In Ortschaften gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, auf Landstraßen 90 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h und auf Autobahnen 130 km/h (bei Regen 110 km/h). Bei Autopannen sollte man seinen deutschen Pannenservice anrufen, der in der Regel französische Vertragspartner hat. Bei Unfällen ist die Polizei zu informieren, via Autobahnrufsäulen oder mit Rufnummer 17. Die Ambulanz ist unter der Rufnummer 15, die Feuerwehr unter 18 zu erreichen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Das öffentliche Verkehrsnetz ist in Frankreich sehr gut ausgebaut: Neben den TGVs für die Langstrecken versorgen Thalys und Regionalzüge (Transilien) das Land. Selbst in kleineren Orten gibt es in der Regel ein gut ausgebautes Busnetz. In vielen größeren Städten wie Straßburg, Montpellier oder Bordeaux gibt es Trambahnen, die Großstädte Paris, Lyon und Marseille haben Metros.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Dass dies keine französische Marotte ist, hat die Unesco nun offiziell bestätigt: Sie nahm die stilbildende französische Küche ins Weltkulturerbe auf. Dementsprechend hoch sind die Ansprüche an die Köche. Doch selbst im entlegenen Dorfgasthof werden diese Erwartungen aufs Höchste erfüllt. Sehr unterschiedliche klimatische Verhältnisse, Böden und Traditionen haben eine für die jeweilige Gegend typische Spezialitätenküche hervorgebracht. Kombinieren Sie regionaltypische Weine oder andere Getränke mit lokalen Speisen – eine Garantie für kulinarisches Glück.

Viele Gasthäuser und Restaurants haben sonntags geschlossen, da an diesem Tag traditionell zu Hause in der Familie gegessen wird. Nur die Bistros haben immer geöffnet. Sie sind ein wichtiger Teil der französischen Esskultur. Hier nimmt man an der Theke einen schnellen petit noir (Espresso), einen petit crème (mittlere Tasse Kaffee mit wenig Milch) oder einen Aperitif zu sich oder isst einen Happen zwischendurch. Ein Tagesgericht (plat du jour) gibt es immer. Meist handelt es sich dabei um Steak mit Pommes frites und Salat oder um eine Quiche.

Eher auf hungrige Gäste sind die Brasserien eingestellt, gutbürgerliche Speiselokale, die Hausmannskost anbieten. Auch berühmte Küchenchefs kochten erst einmal auf kleiner, regionaler Flamme, Paul Bocuse zum Beispiel probierte seine Künste zunächst in einem Lyoneser Bouchon aus, einer Arbeiter-Brasserie, die hauptsächlich Kuttelwürste oder Rindermagen serviert. Diese kleinen, rustikalen Gaststätten entstanden Anfang des 20. Jhs., als die Bourgeoisie sich ihre Köchinnen nicht mehr leisten konnte. Der Erfinder der Haute Cuisine ist sicherlich der wichtigste Botschafter der französischen Küche. Er hat international die Restaurantkultur revolutioniert und ist noch immer einer von rund 550 französischen Sterneköchen. Mit Sternen, Kochmützen oder Bestecken ausgezeichnete Restaurants gibt es in Frankreich allerorten. Wenigstens einmal sollten Sie tiefer ins Portemonnaie greifen, um die französische Gourmetküche erlebt zu haben. Jenseits der Haute-Cuisine-Zentren Paris, Elsass, Lyon und Côte d'Azur sind diese Nobelrestaurants durchaus bezahlbar. Geschlemmt wird in Frankreich vor allem abends. Das Frühstück hat in Frankreich kaum Bedeutung und fällt mit Croissant und einer Tasse Kaffee oft recht spärlich aus. Fürs Mittagessen lassen sich die Franzosen schon mehr Zeit, auch unter der Woche. Viele Geschäftstermine finden beim déjeuner statt, doch über die wichtigen Dinge spricht man immer erst beim abschließenden petit café, niemals vorher. Das käme einem Sakrileg gleich. Ein offizielles Abendessen (dîner) ist dagegen ein mehrgängiges Menü. Menüs sind grundsätzlich billiger als ein Essen à la carte und bestehen in der Regel aus Vorspeise (entrée), Hauptspeise (plat) und Nachspeise (dessert), einem Käse, fromage blanc (Quark), fruit (Obst) oder süßem Dessert. Selbst im Resto U, der Universitätsmensa, und bei McDonalds wird nicht auf eine Menüfolge verzichtet. Für Wenigesser bieten inzwischen fast alle Restaurants eine Menüwahl zwischen Vorspeise mit Hauptgericht oder Hauptgericht mit Dessert an. Bei den plats handelt es sich um ein Fisch- oder Fleischgericht, serviert mit Gemüsebeilage (Kartoffeln zählen als légumes, also Gemüse).

Eine günstige Alternative zum sehr teuren Mineralwasser ist eine caraffe d'eau, eine offene Flasche Leitungswasser, die nichts kostet. Früher wurde sie – wie Brot – direkt auf den Tisch gestellt, inzwischen muss man sie bestellen. Für den Wein wird in Frankreich gern Geld ausgegeben. Es muss kein Grand Cru sein, aber Sie sollten sich die Probe der verschiedenen guten Tropfen nicht entgehen lassen. Viele Restaurants bieten auch Weine von guter Qualität in halben Flaschen an. Biertrinker haben es gelegentlich schwer in Frankreich, das Bier ist milder – oder wässriger, je nach Ansicht. Renommiert ist das elsässische Bier, das gern zur choucroute serviert wird.

Gegessen wird abends meist etwas später als in Deutschland: In der Provinz ist 19–20 Uhr normal, im Süden und Paris etwas später, gegen 22 Uhr schließen fast alle Restaurantküchen außerhalb von Paris. In der Hauptstadt gibt es abends oft zwei services, also Zweischichtbetrieb. Den frühen Gästen wird mit dem Kaffee als unmissverständliches Signal die Rechnung präsentiert, weil die nächsten Esser schon warten. Es empfiehlt sich daher, den letzten service zu nehmen, um entspannt sitzen bleiben zu können.

Trinkgeld

Das Trinkgeld ist in Frankreich in der Rechnung enthalten. Man lässt jedoch beim Verlassen eines Restaurants oder einer Bar meist einige Münzen auf dem Tisch liegen. War der Service besonders gut, kann man zusätzlich zwischen 5 und 10 Prozent Trinkgeld geben. Selbst in sehr guten Restaurants und bei Kreditkartenzahlung lässt man das Trinkgeld auf dem Tisch liegen. Im Hotel erwartet das Zimmermädchen ein Trinkgeld, in teureren Häusern auch der Portier.

Einkaufen und Shoppen

Schinken aus Bayonne, Nussöl aus Grenoble, Trüffel aus dem Périgord, Lederhandschuhe aus Millau – auf einer Reise durch Frankreich entdecken Sie immer etwas, das es bei uns zu Hause nicht gibt. Die besten regionalen Produkte finden Sie beim Bummel über die Wochenmärkte. Gute Adressen für ausgefallene, handgemachte oder nach alten Rezepten gefertigte Waren sind auch die Maisons de Produits de Pays. Diese regional organisierten Vermarktungsgesellschaften bieten in konzentrierter Form das Sortiment der ansässigen kleinen Produktionsbetriebe und Bauernhöfe an. Die Verkaufsstätten müssen keinen Gewinn erwirtschaften und verkaufen zum Herstellerpreis.

Möbel & Einrichtung

Ess- und Tischkultur

Kristall: In den tiefen Wäldern von Lothringen verstecken sich uralte Kristallfabriken. Die älteste ist Saint-Louis in Saint-Louis-lès-Bitche, die bekannteste Baccarat (www.baccarat.fr) im gleichnamigen Ort. Direkt an den Kristallfabriken gibt es Fabrikverkäufe für Kristallgläser und -vasen.

Messer: Das Klappmesser Laguiole (www.laguiolefrance.com) aus der Region Midi-Pyrénées hat fast jeder in Frankreich, weil es so gut schneidet. Ein echtes Laguiole hat einen Griff aus Holz, Horn, Aluminium oder Elfenbein. Erkennungszeichen ist die Mücke am Klappmechanismus. L’Opinel (www.opinel.com) ist die Konkurrenz zu Laguiole und kommt aus Savoyen. An der Form dieses Messers hat sich seit über 100 Jahren nichts geändert.

Steingut: Fayencen und Töpferware erhalten Sie in ganz Frankreich, die schönsten kommen aus Angoulême, Oloron-Sainte-Marie, Toulouse, Quimper und der Gegend um Aubagne.

Mode

Mode und Textilien

Designermode aus Paris: Die Kreationen der großen Modehäuser aus Paris bekommt man in allen Metropolen der Welt, doch meist nie das ganze Sortiment. Eine Tour durch die Avenue Montaigne und ein Abstecher in den Louis Vuitton Store auf den Champs Elysées lohnen deshalb allemal.

Espadrilles: Die einfachen Jute-Baumwoll-Latschen kommen aus dem Baskenland – und nie aus der Mode. Zentrum der Fabrikation ist der Ort Mauléon, wo sie wie ehedem gefertigt werden. Bekannte Firmen sind Bigaya und Prodiso (www.espadrilles-mauleon.fr).

Haustextilien: Neben den bunten Textilien aus der Provence, die man auf Märkten findet, ist vor allem die Tischwäsche Les Olivades (www.lesolivades.fr) aus Nîmes berühmt.

Matrosenpullis: In der Normandie und der Bretagne hängen sie in fast allen Geschäften. Modische Modelle bekommt man bei der bretonischen Traditionsfirma Armor Lux (www.armorlux.com).

Musik & Video

Musik, Bücher, Filme

Bewahren Sie die Ferienstimmung akustisch! Die Auswahl an CDs mit Chansonklassikern ist riesig. In den 81 Filialen des Medienkonzerns FNAC findet jeder etwas, das gilt auch für Filmklassiker auf DVD.

Delikatessen

Regionale Leckereien

Sie sind unzählig. Hier dennoch ein paar Spezialitäten, nach Regionen sortiert:

Zentrum: Die Würste aus der Auvergne sind ein Gedicht, der Senf aus Dijon ist legendär. Nicht zu vergessen der Burgunderwein.

Osten: Die besten macarons, luftige Biskuithälften mit Creme, kommen aus Nancy. Bergamotte-Bonbons und guten Schnaps gibt es überall in Lothringen. Guten und günstigen Champagner sollten Sie nicht in den großen Häusern, sondern beim regionalen Weinbauern kaufen.

Norden/Westen: Die Normandie ist für ihren Cidre, Calvados und ihre Karamellbonbons bekannt.

Südwesten: Die beste Gänseleberpastete kommt aus dem Périgord. Einen Rundgang verdienen dort auch die Trüffelmärkte. Im Baskenland ist das scharfe Gewürz Espelette erhältlich und weiter nördlich natürlich Bordeauxweine.

Südosten: Gutes Olivenöl gibt es in der Provence. Besondere Spezialitäten sind die calisson (Marzipanplätzchen) aus Aix-en-Provence und die kandierten Früchte aus Apt.

SpeisenGetränke

anchoïade provenzalische Paste aus Sardellen, Knoblauch und Öl
andouillette Bratwurst aus Innereien
barquette d'huîtres à la normande überbackene Blätterteigschiffchen, gefüllt mit Austern, Krabben und Champignons in Buttersauce
bouillabaisse in Südfrankreich erhältliche, sehr reiche Fischsuppe mit gegarter Fischeinlage (mindestens drei verschiedene Fischsorten) und Gemüse als Hauptmahlzeit
cassoulet Eintopf des Südwestens aus weißen Bohnen mit Gänse-, Enten- und anderem Fleisch
confit de canard Entenfleisch, im eigenen Fett gekocht und eingemacht
coq au vin Hähnchen in mit Speck, Zwiebeln und Kräutern angereicherter, dicker Rotweinsauce
coquilles St-Jacques à la provençale gedünstete Jakobsmuscheln in Knoblauchbutter
croque-monsieur überbackener Toast mit Schinken und Käse
foie gras / gâteau de foie Leberpastete von Stopfenten und -gänsen
moules marinières Miesmuscheln in Weißweinsud
pavé de saumon Lachspastete in Gelee
pot au feu Suppentopf mit Rindfleisch, Hühnerfleisch, Gewürzen und Gemüse
quiche lorraine Lothringer Speckkuchen
rillettes Püree aus Schweinefleisch und Schweineschmalz als Baguette-Aufstrich
sauté d'agneau Lammragout
tapenade provenzalische Püreepaste aus Oliven, Kapern, Sardellen, Öl, Senf und Zitronensaft
tarte tatin karamellisierter, gestürzter flacher Mürbeteig-Apfelkuchen
tripes à la mode de Caen Kuttelgericht mit Suppengemüse
café serré sehr starker Espresso
un demi kleines Bier (0,25 l)
infusion Kräutertee
noisette kleiner Espresso mit einem Schuss aufgeschäumter Milch
panaché Radler, Alsterwasser (Bier mit Limonade)
Stichworte

Architektur

Macht und Architektur gehen in Frankreich Hand in Hand. Es gehört zum guten Ton eines Regenten, sich in Bauwerken zu verewigen. Angefangen hat damit bereits Kaiser Augustus (43 v. Chr.–14 n. Chr.). In Nîmes und an anderen Orten im Süden Frankreichs ließ der Herrscher des römischen Reichs Tempel, Thermen und Arenen errichten. Später machten es ihm die kirchlichen Regenten nach. Ihnen verdankt das Land eine große Anzahl an romanischen Kirchen, allen voran Cluny und die Basilika Saint-Sernin in Toulouse, und später Meisterwerke der Gotik, wie Saint-Denis, Reims und Chartres. Innerhalb von 500 Jahren wurden 141 gotische Kathedralen in Frankreich errichtet.

Der gotische Stil mit seinen Spitzbögen hielt sich bis ins 16. Jh. hinein, um dann von einem regelrechten Bauboom im Stil der Renaissance abgelöst zu werden. Die Schlösser an der Loire wie Azay-le-Rideau oder Chambord, später Fontainebleau, überboten sich gegenseitig an Pracht und Ausstattung. Doch es ging noch monumentaler: Im Klassizismus schuf Ludwig XIV. mit Versailles ein Bauwerk, dass alle anderen Schlösser in den Schatten stellte.

Im 18. Jh. entstanden vor allem Stadthäuser, unter der napoleonischen Herrschaft ziemlich verschnörkelte Empire- und später Rokokobauten. Mit der Dritten Republik übernahmen vom Volk gewählte Präsidenten das architektonische Zepter. Präsident Georges Pompidou initiierte das nach ihm benannte Kunstzentrum, und François Mitterrand war in seiner Bauwut kaum noch zu bremsen. Er ließ die besten Architekten der Welt nach Paris einfliegen: Der Chinese Ieho Ming Pei errichtete die Pyramide im Louvre, der Lateinamerikaner Carlos Ott die neue Oper, der Däne Johann Otto von Spreckelsen die Grande Arche de la Défense, um nur einige zu nennen. Mitterrands Nachfolger Jacques Chirac begnügte sich damit, das Musée du Quai Branly von Jean Nouvel zu vollenden. Nicolas Sarkozy seinerseits hat hochfliegende Pläne für eine Welthauptstadt Grand Paris.

Banlieue

Der Begriff, der wörtlich übersetzt „Ort des Banns“ bedeutet, bezeichnet die armen Vorstädte in Frankreich. Die Entstehung dieser quartiers sensibles setzte in den 1950er-Jahren ein, als Frankreich peu à peu seine nordafrikanischen Kolonien verlor und die vertriebenen Franzosen zurück ins Heimatland strömten. Zu ihnen gesellten sich dann später, in den 1970er-Jahren, viele Immigranten. Frankreich hat die höchste Gesamtzahl an Einwanderern in Europa – etwa 5 Mio. Menschen kamen seit 1948 ins Land. Um der heranströmenden Bevölkerung Herr zu werden, zogen die Großstadtverwaltungen im Umkreis massenweise Sozialwohnungen in Plattenbauweise hoch, was zu einer Gettoisierung der Vorstädte führte. Zu trauriger Berühmtheit gelangten die Banlieues, als es im Oktober 2005, bedingt durch den Tod zweier Jugendlicher, die vor der Polizei auf ein Starkstromgelände geflohen waren, zu Unruhen kam. Über Wochen hinweg brannten Autos in den Vorstädten; vor allem die jugendliche Bevölkerung lieferte sich einen erbitterten Kampf mit den Ordnungshütern. Die Ausschreitungen waren die schlimmsten seit den Studentenunruhen im Jahr 1968. An der prekären Lage der Banlieuebewohner, die allein wegen ihrer „schlechten“ Adresse oft keinen Job bekommen und damit keine Zukunftschancen haben, hat sich dadurch jedoch kaum etwas geändert.

Bevölkerung

Frankreich hat seine Bevölkerung in zwei Jahrhunderten verdoppelt. 64,6 Mio. zählt die Nation (einschließlich der Regionen in Übersee). Nach Deutschland hat Frankreich damit die zweithöchste Einwohnerzahl in der EU (13 Prozent). Die Lebenserwartung liegt bei 84,5 Jahren für Frauen und bei 77,8 Jahren für Männer (in Deutschland 82,5 und 77,3). Mit einer Geburtenrate von 2 Kindern pro Frau liegt das Land mit Irland und Großbritannien an der Spitze. 53 Prozent der Kinder werden nichtehelich geboren. Im Land der liberté entscheiden sich viele für eine eingetragene Lebenspartnerschaft, die im Gegensatz zu Deutschland seit 1999 auch für heterosexuelle Paare erlaubt ist. Der „zivile Solidaritätspakt“ PACS als dritter Weg zwischen Ehe und freier Liebe ist bei jungen Paaren so beliebt geworden, dass mittlerweile auf drei Hochzeiten zwei frisch „gepacste“ Paare kommen. PACS-Partner sind Eheleuten weitgehend gleichgestellt, sie können sogar Familienrabatte in Anspruch nehmen. Eine Trennung geht rasch: Die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten kommt der Auflösung eines Mietvertrags gleich.

Dom-rom & Frankofonie

Vier französische Überseegebiete aus ehemaliger Kolonialzeit genießen seit 1946 den Status von Départements: Guadeloupe, Französisch-Guayana, Martinique, La Réunion. 2011 feierte Frankreich mit der Komoreninsel Mayotte die Aufnahme des 101. Départements. Die Überseeregionen werden von den abkürzungsfreudigen Franzosen liebevoll und stolz DOM-ROM genannt: Départements et Régions Outre-Mer. Etwa 160 bis 200 Mio. Menschen in der Welt sprechen Französisch als Mutter- oder Alltagssprache, nur 44 Prozent davon leben in Europa, vor allem in Frankreich, Belgien, Luxemburg und der Schweiz, 46 Prozent in Afrika, vor allem in den Maghreb-Staaten, aber auch südlich der Sahara. In vielen internationalen Organisationen wie Uno, Unesco, Europarat ist Französisch eine der Arbeitssprachen, der Europäische Gerichtshof verhandelt ausschließlich en français. In Deutschland dagegen sinkt das Interesse: Nur noch 2 Prozent der Deutschen können fließend Französisch sprechen. 19 Prozent der Schüler erlernen die Sprache des westlichen Nachbarn, wobei der bilinguale Unterricht beliebter wird.

Korsika

Eine gewisse Sonderstellung nimmt auch die Insel Korsika (300 000 Ew.) ein. Die „Insel der Schönheit“, wie sie gern genannt wird, ist das viertgrößte Eiland im Mittelmeer. Sie verfügt über 1000 km Küste, schneeweiße Strände, raues Gebirge, pittoreske Orte und einen der schwierigsten Wanderwege des Landes, den berühmten GR 20. Die Bewohner sind stolz, fühlen sich nicht als Franzosen, sondern als Korsen. Unabhängigkeitsbestrebungen gab es immer, inzwischen ist es aber um die separatistische Bewegung FLNC recht ruhig geworden. Die Insel ist in zwei Departements verwaltungstechnisch aufgeteilt: Ajaccio, die Geburtsstadt Napoleons, ist Hauptstadt von Corse-du-Sud und Bastia, die Business-Zentrale der Insel, die Hauptstadt von Haute-Corse. Über die Insel informiert ausführlich der MARCO POLO Band „Korsika“.

Mode

Die Mode- und Textilindustrie hat in Frankreich immer eine große Rolle gespielt. Bayeux ist für seine Spitze, Lyon für seine Seide bekannt. Zentrum der Mode ist jedoch heute wie früher Paris. Hier erfand der Engländer Charles Frederick Worth 1857 die Haute Couture, aus der in den 1960er-Jahren die Prêt-à-Porter-Mode hervorging. Viele altehrwürdige Unternehmen wie Chanel, Dior oder Givenchy geben noch heute den Ton an. In den vergangenen Jahren schafften es auch in Vergessenheit geratene Firmen wie Lanvin, Balenciaga oder Nina Ricci durch junge Designer, an alte Erfolge anzuknüpfen.

Regionen

Vor der Französischen Revolution von 1789 war Frankreich in 30 Provinzen gegliedert. Damals entstand eine neue Verwaltungsstruktur mit heute 96 Départements. Die Provinznamen der vorrevolutionären Monarchie überlebten teilweise in den Regionen – zum Beispiel Aquitanien, Auvergne, Bretagne, Burgund, Elsass oder Lothringen. Sie bieten Reisenden eine nützliche geografische Orientierung. Es gibt 22 Regionen einschließlich Korsika ohne die Überseegebiete.

Manche der beliebten Tourismusgebiete verstecken sich allerdings in Wortungetümen, so etwa die in einen Namen gepferchte Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur. Und ganz logisch ist die Aufteilung auch nicht immer zu entschlüsseln, wie es etwa am Beispiel des Périgord zu sehen ist: Der frühere Grafschaftsname bezeichnet heute eine Landschaft, keine Region.

Religion

Frankreich ist ein laizistischer Staat. Das bedeutet, dass Staat und Religionsgemeinschaften vollkommen voneinander getrennt sind. Auf den Laizismus wird großen Wert gelegt, Religion ist Privatsache. Deswegen gibt es auch keine staatlichen Erhebungen über Religionszugehörigkeiten und in staatlichen Schulen keinen Religionsunterricht. Die veröffentlichen Statistiken variieren stark, jedoch geht man davon aus, dass die Mehrheit, konkret 62 Prozent, katholischen Glaubens ist. Der Islam ist zweitstärkste Religion in Frankreich.

Sommerpause

Das Jahr in Frankreich ist inoffiziell in die Zeit vor und nach der Sommerpause eingeteilt. Mitte Juli bis Mitte August ruht in den meisten Büros die Arbeit, in den Großstädten sind viele Geschäfte geschlossen. Das „normale“ Leben hält erst in der ersten Septemberwoche wieder Einzug. Diese Zeit wird als la rentrée (die Rückkehr) bezeichnet. Das Wort orientiert sich an der Rückkehr der Schulklassen, wird inzwischen jedoch weiter gefasst. Denn parallel zur rentrée verschreibt sich das Land einer kulturellen Rundumerneuerung, die mit der Vorstellung neuer Filme, Bücher, Mode usw. einhergeht. In den Ferienorten an den Küsten findet diese Sommerpause nicht statt. Im Hinterland kann es jedoch passieren, dass man vor verschlossenen Restauranttüren steht.

Wein und AOC

Der Schlüssel zum Verstehen der französischen Weinkultur ist die AOC: Appellation d'Origine Contrôlée. Die französische Weinphilosophie unterscheidet sich von der deutschen, weil sie nicht nach Rebsorten (wie Riesling, Silvaner, Müller-Thurgau) als Qualitätskriterium ausgeht, sondern den terroir, also das Gebiet heraushebt. Das Siegel AOC steht für das Zusammenspiel von Boden, Klima und traditionelle Methoden des Weinanbaus, des speziellen savoir-faire, das den Winzern in einem AOC-Gebiet Herstellungstechniken, Höchstmengen und Sorten vorschreibt. Allein im Raum Bordeaux gibt es 37 AOCs. Rund die Hälfte der französischen Weinlese, über 350 Wein-, Cidre- und Rumsorten tragen das AOC-Siegel. Auch Champagner, Cognac und Calvados sind AOC-geprüft.

Das AOC-Prinzip gilt auch für 46 Käsesorten und andere Lebensmittel, zum Beispiel das Poulet de Bresse, ein hochwertiges Hühnchen. Der Roquefort, Schafskäse aus dem Zentralmassiv, erhielt als erster Käse 1925 das AOC-Gütesiegel. Weitere Informationen zur AOC und Hilfe bei der Weinwahl finden Sie unter www.inao.gouv.fr und www.guideduvin.com.

Wirtschaft

In Frankreich waren bis vor wenigen Jahren sehr viele Großbetriebe noch in staatlicher Hand. Man sprach deshalb auch von einer gelenkten Volkswirtschaft. Jedoch wurde, wie auch in Deutschland, zunehmend privatisiert und auch dereguliert. Frankreich ist die zweitgrößte Industrienation in Europa und die fünftgrößte Wirtschafts- und Atommacht der Welt, größter Flächenstaat der EU. Das Hexagon wird weltweit von den meisten Touristen besucht (86 Mio. im Jahr 2010) und ist der zweitgrößte Exporteur von landwirtschaftlichen Produkten in die USA. Wichtige Branchen sind Lebensmittel, Automobil, Baugewerbe und Energie. Zahlenmäßig geringer, aber bedeutend im Außenhandel ist die Mode-, Parfüm- und vor allem die Luxusartikelindustrie, bei der Frankreich als wichtigster Exporteur weltweit gilt.

Bloss nicht!

Dieben eine Chance geben

Gerade in Großstädten sind Touristen oft eine leichte Beute von Dieben. In der Metro deshalb immer den Rucksack nach vorn schnallen und die Handtasche gut festhalten. Kameras, Handys und Portemonnaies nicht während der Fahrt auspacken. An Sightseeing-Brennpunkten wie z. B. Sacré Cœur ist besondere Vorsicht geboten. Hier tummeln sich Taschendiebe aus aller Herren Länder.

Eine private Einladung ausdehnen

Wenn man das Glück hat, von Franzosen zum Essen gebeten zu werden, gelten andere Höflichkeitsregeln als zu Hause. Verlässt einer der Gäste die Tafel, verabschieden sich alle anderen sofort, mag es auch ungemütlich wirken. Und Wein trinkt man nur zum Essen, keinesfalls lässt man sich anschließend zu einem Abschiedstrunk auf dem Sofa der Gastgeber nieder, der Abend endet mit dem letzten Gang, café oder digestif.

Leichtsinnig sein

Die französische Atlantikküste ist wegen des starken Wellengangs ein Surferparadies. Schwimmer jedoch sollten aufpassen, denn starke Strömungen sind schon manchem zum Verhängnis geworden. Vorsicht auch an der normannischen und bretonischen Küste: Hier kommt es häufig zu schnellen Wetterwechseln. Jedes Jahr ertrinken Menschen an der Atlantikküste.

Vor verschlossenen Türen stehen

In Frankreich gehen manche Uhren anders: Banken und Behörden machen erst um 9 Uhr, Geschäfte oft erst um 10 Uhr auf. Die Mittagspause ist heilig: Außer in Paris schließen Läden und Offices de Tourisme à midi, meist von 12 bis 14 Uhr.

Im Juli/August mit dem Auto gen Süden

Im Juli gehört Frankreich den Sportlern der Tour de France – die Folge: Staus in den französischen Etappenregionen. Frankreich ist ein zentralistisch organisiertes Land, alle Schulen schließen im Sommer gleichzeitig zwei Monate, und Paris leert sich. Zwischen Mitte Juli und Mitte August ist das höchste Verkehrsaufkommen, an den Stausamstagen gilt deshalb ein Fahrverbot für Kinderbustransporte. Hier ist die Staugefahr am größten: A 36, A 39, A 7, A 9, A 8, A 6 und im Lyoner Stadttunnel La Fourvière.

Verkehrsregeln missachten

Im Land der liberté herrscht im Straßenverkehr keine fraternité mit Fahrern ausländischer Wagen. Im Kreisverkehr gilt rechts vor links, jedenfalls oft … Der Klügere gibt nach! Die Zahl der Verkehrstoten ist wieder angestiegen, umso strenger werden Regelbrüche geahndet. In Parkverbotszonen sind Abschleppwagen schnell zur Stelle, Radarkontrollen sind häufig.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Die deutsche Botschaft in Paris ist die zuständige konsularische Vertretung auch für die Überseedepartments Frankreichs. In Papeete (Tahiti, Französisch Polynesien), Baie-Mahault (Guadeloupe), Nouméa (Neukaledonien) und Sainte-Clotilde (La Réunion) gibt es deutsche Honorarkonsuln, an die sich Reisende in Notfällen wenden können. Matoury (Französisch-Guyana) und Lamentin (Martinique) werden von Baie-Mahault (Guadeloupe) mit bedient.

Bis mindestens Ende Oktober 2019 finden Kontrollen an den Landesgrenzen Frankreichs zu Belgien, Luxemburg, Deutschland, der Schweiz, Italien und Spanien sowie an den Luft- und Seegrenzen statt. Es kann daher im Reiseverkehr vorübergehend zu Einschränkungen kommen. Insbesondere bei der Einreise aus Großbritannien muss mit längeren Wartzeiten gerechnet werden.

Die Weiterreise von den französischen Antillen auf andere Karibikinseln oder z. B. die Ausreise über den niederländischen Teil der Insel St. Martin (Sint Maarten, Flughafen Juliana) ist nur mit Reisepass möglich.

  • Führen Sie stets ein Ausweisdokument (Reisepass oder Personalausweis) mit sich.
  • Planen Sie Ihren Aufenthalt entsprechend.

Neben einem Inlandsflugnetz gibt es ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz mit Hochgeschwindigkeitszügen und Busverbindungen sowie gut funktionierenden öffentlichen Nahverkehr in den Städten. Mit Behinderungen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr (auf dem Luft- und Landweg) muss im Falle von Streiks gerechnet werden. Aktuelle Informationen auch zu Behinderungen bietet teilweise auch in deutscher Sprache RATP.
Fast alle Autobahnen in Frankreich sind mautpflichtig.
Ein rotes Lichtzeichen in Kreuzform auf der Rückseite der Ampel des Gegenverkehrs signalisiert, dass dieser Rot hat und bei eigener grüner Ampel ein zügiges Linksabbiegen möglich ist, sofern keine bevorrechtigte Fußgänger in der Kreuzung sind. Ein gelb blinkender Pfeil bei auf Rot geschalteten Ampeln signalisiert möglichen bevorrechtigten Querverkehr.
Wenn nichts anderes ausgeschildert ist, gilt im Kreisverkehr rechts vor links, dass der einfahrende Verkehr in der Regel Vorfahrt hat. Bei mehrspurigen Kreisverkehren ist dem auf der Außenspur fahrenden Fahrzeug Vorrang zu gewähren.
Durchgezogene gelbe Streifen am Fahrbahnrand bedeuten absolutes Halteverbot, unterbrochene Parkverbot.
Blaue Markierungen am Fahrbahnrand weisen auf ein begrenztes und. kostenpflichtiges Parken mit Parkscheiben (" Zones Bleues ") hin.
Die Promillegrenze beträgt 0,5; für Fahranfänger in den ersten beiden Jahren 0,2.
Die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen wurde zum 1. Juli 2018 von 90 auf 80 km/h gesenkt.

In der vom Stadtautobahnring Boulevard Périphérique umschlossenen Innenstadt von Paris und zahlreichen anderen französischen Großstädten sind mittlerweile Umweltzonen eingeführt worden. Diese dürfen unabhängig von der Art des Antriebs nur mit Kraftfahrzeugen befahren werden, die mit einer je nach Schadstoffausstoß abgestuften französischen Umweltplakette " Certificat Qualité de l'Air " (auch " Crit'Air ") gekennzeichnet sind. Vor dem 1. Januar 1997 erstmals zugelassenen Kraftfahrzeugen und vor dem 1. Juni 1999 erstmals zugelassenen Krafträdern wird keine Umweltplakette erteilt. Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden. Innerhalb der Umweltzonen können Bereiche für Fahrzeuge bestimmter Schadstoffklassen gesperrt oder Parkverbote errichtet werden. Deutsche Umweltplaketten werden nicht anerkannt. Die französische Umweltplakette Certificat Qualité de l'Air kann auch für in Deutschland zugelassene Kraftfahrzeuge anhand von Angaben aus den gültigen deutschen Zulassungspapieren bestellt werden.

Autofahrer und Fahrer zwei- und dreirädriger Motorräder mit einem Hubraum über 50 ccm sind in Frankreich ausnahmslos verpflichtet, einen Alkohol-Schnelltester im Fahrzeug mit sich zu führen (auch Touristen).

Im Vorgriff auf landesweite Regelungen hat die Stadt Paris für elektrisch betriebene Kleinstfahrzeuge (E-Roller) ein bußgeldbewehrtes Fahrverbot (135,- EUR) auf Gehwegen erlassen.

Der deutsche Führerschein ist ausreichend.

Zahlungsmittel ist der Euro. Das Abheben von Bargeld an Geldautomaten und die Bezahlung mit Kreditkarten sind überall möglich.

Es gibt keine Hinweise auf besondere Schwierigkeiten, die Akzeptanz ist insbesondere in Großstädten gut ausgeprägt.

  • Beachten Sie die allgemeinen Hinweise für LGBTIQ.

An allen öffentlichen Orten gilt ein generelles Rauchverbot.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen mit Haftstrafen geahndet.

Es ist in Frankreich nicht erlaubt, an öffentlichen Orten das Gesicht zu verhüllen. Vergehen können zu Strafen von bis zu 150,- Euro führen.

Die hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ergänzen.

Für die Einreise nach Frankreich sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

Dengue-Viren werden vereinzelt in Südfrankreich durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe auch Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe auch Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

Beim West-Nil-Fieber handelt es sich um eine durch Zugvögel verbreitete, von tagaktiven Mücken auf den Menschen übertragene Viruserkrankung. In den Sommermonaten kann es in Frankreich zu saisonalen Ausbrüchen kommen; aktuelle Fallzahlen bietet das ECDC. Die Infektion verläuft überwiegend klinisch unauffällig, in seltenen Fällen können jedoch schwere neurologische Symptome auftreten. Eine Schutzimpfung oder spezifische Behandlung existiert nicht, siehe Merkblatt West-Nil-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von West-Nil-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Seit 2015 wurden auf Korsika einzelne Fälle von Bilharziose durch Schistosomiasis haematobium berichtet. Sämtliche Infektionen stehen im Zusammenhang mit Aufenthalten und Süßwasserkontakten am Unterlauf des Flusses Cavu/Cavo nahe der Stadt Porto Vecchio im Süden der Insel. Eine grundsätzliche Gefährdung kann dort nicht ausgeschlossen werden, siehe Merkblatt Bilharziose.

  • Sehen Sie vom Baden im Fluss Cavu/Cavo ab.

Es besteht in Frankreich für alle Personen, die in Deutschland gesetzlich versichert sind, ein Anspruch auf Behandlung bei Ärzten, Zahnärzten und in Krankenhäusern, die vom ausländischen gesetzlichen Krankenversicherungsträger zugelassen sind. Als Nachweis ist die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), bzw. Ersatzbescheinigung (beide Dokumente erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse) vorzulegen.

Die vorrangig durch tagaktive Aedes-Mücken übertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen. Bis auf La Reúnion und Mayotte sind alle französischen Überseedépartements Übertragungsgebiete für Zika-Viren.

  • Beachten Sie für Ihre Reise die Empfehlungen im Merkblatt Zika-Virus-Infektion.

Dengue-Viren werden in allen französischen Überseedépartements durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe auch Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Chikungunya-Viren werden in allen französischen Überseedépartements von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie, siehe auch Merkblatt Chikungunya-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Chikungunya-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht in allen französischen Überseedépartments ein grundsätzliches HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Die medizinische Versorgung in den französischen Überseedépartements ist nicht mit dem europäischen Standard vergleichbar, im regionalen Vergleich jedoch gut. Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen sollten sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise in die französischen Überseedépartments bewusst sein.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Nehmen Sie eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen, siehe Merkblatt Reiseapotheke.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V..

Für Französisch-Guayana ist eine Gelbfieberimpfung für alle Personen, die älter als ein Jahr sind, zur Einreise vorgeschrieben, siehe . Es muss landesweit mit einer Übertragung von Gelbfieber gerechnet werden.

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe auch Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

In Französisch-Guayana liegt ganzjährig ein hohes Risiko in den Regionen des Grenzflusses Oiapoque im Osten des Landes, des Flusses Approuague und des Petit-Saut-Staudammes sowie in der zentralen und südlichen Landeshälfte, inklusive der Regionen um Saint Élie und Saül, vor. Ein geringes Risiko besteht im Rest des Landes mit Ausnahme der Küstenregion im Westen von Kourou, Cayenne und Île du Diable, in denen ein minimales Risiko besteht, siehe Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der .

Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie unter einem imprägnierten Moskitonetz.

Je nach Reiseprofil ist neben der notwendigen Expositionsprophylaxe zudem eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.

  • Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
  • Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.

In Französisch-Guayana kann durch Ausscheidungen von Raubwanzen, die in Ritzen einfacher Behausungen in ländlichen Regionen leben, die amerikanische Trypanosomiasis (Chagas) übertragen werden. Diese können sowohl durch den Biss infizierter Wanzen oder seltener durch verunreinigte Frucht- bzw. Zuckerrohrsäfte aufgenommen werden. Einen Schutz gegen Bisse können korrekt angebrachte Bettnetze bieten. In der akuten Erkrankungsphase stehen grippeähnliche Symptome und eine Schwellung des Augenlides im Vordergrund. Bis zu Jahre nach der Infektion können z.T. gravierende Organveränderungen an Herz und Verdauungstrakt auftreten. Insgesamt ist das Risiko für Reisende jedoch sehr gering.

  • Nutzen Sie zum Schutz gegen Bisse korrekt angebrachte Bettnetze.

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung wird für alle Personen, die älter als ein Jahr sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben, gefordert, siehe . Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung notwendig.

Martinique gilt als malariafrei.

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung wird für alle Personen, die älter als ein Jahr sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben, gefordert, siehe . Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung notwendig.

Guadeloupe gilt als malariafrei.

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung wird für alle Personen, die älter als ein Jahr sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben, gefordert, siehe . Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung notwendig.

St. Barthelemy gilt als malariafrei.

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung wird für alle Personen, die älter als ein Jahr sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben, gefordert, siehe . Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung notwendig.

St. Martin gilt als malariafrei.

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung wird für alle Personen, die älter als ein Jahr sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben, gefordert, siehe . Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung notwendig.

Französisch-Polynesien und Neukaledonien gelten als malariafrei.

Für die Einreise nach La Reúnion sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

La Réunion gilt als malariafrei.

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung wird für alle Personen, die älter als ein Jahr sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben, gefordert, siehe . Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung notwendig.

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe auch Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

In Überseedépartement Mayotte besteht ganzjährig ein minimales Risiko im ganzen Land inklusive der Städte, siehe Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der .

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss:

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinische Versorgung ist ausgezeichnet, die Kosten sind dementsprechend hoch und müssen zunächst selbst bezahlt werden. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger.
Aushelfender Träger ist die Ortskasse für Krankenversicherung (Caisse Primaire d'Assurance Maladie).
Für eine ärztliche oder zahnärztliche Behandlung müssen zunächst die Kosten selbst getragen werden. Der Arzt händigt dem Versicherten darauf hin den Behandlungsvordruck "Feuille de soins (assurance maladie)" aus, mit dem man gegen Vorlage der EHIC bei der Caisse Primaire d'Assurance Maladie die Kosten erstattet bekommt (Prozentsatz variiert).

In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Essen und Trinken

In den französischen Überseegebieten besteht eine Infektionsgefahr bei Durchfallerkrankungen, die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden können. Daher sollten stets sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen durchgeführt werden. Wasser sollte vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.  

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber Nein -
Cholera Nein -
Typhus & Polio Nein -
Malaria Nein -
Essen & Trinken Nein -

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Bilharziose-Erreger kommen am Unterlauf des Flusses Cavu/Cavo nahe der Stadt Porto Vecchio im Süden von Korsika vor, in dieser Region sollte daher das Schwimmen und Waten in Binnengewässern vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Landesweit besteht von April bis Oktober das Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Besonders die ländlichen Gebiete im Elsass und die Rheinebene sind betroffen. Gegen diese Krankheit ist eine Impfung möglich. 

In Südfrankreich treten seit Oktober 2014 vereinzelt Chikungunya-Erkrankungen auf. Besonders betroffen ist Montpellier an der französischen Mittelmeerküste. Das Chikungunya-Virus wird von Mücken übertragen. Reisenden wird empfohlen, sich gegen Mücken zu schützen.

Das Dengue-Fieber tritt im Spätsommer in Südfrankreich (Region Nizza) gelegentlich auf. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird für Reisen an die Mittelmeerküste und nach Korsika empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen. 

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose kommt vor allem zwischen Juni und September an der Mittelmeerküste und auf Korsika vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Frankreich ist offiziell frei von terrestrischer Tollwut.

Die Gefahr der Zika-Virus-Infektionen besteht in den französischen Überseegebieten. Schwangeren wird daher geraten, Ausbruchsgebiete nicht zu bereisen, da eine Infektion bei Ungeborenen Fehlbildungen verursachen kann.

Reisewarnung

Überblick

Stand - Wed, 11 Sep 2019 18:00:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Thu, 26 Sep 2019 10:39:09 +0200)

Einschließlich Französische Überseedepartments

Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:
- Verfolgen Sie Nachrichten und Wetterberichte
- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz
- Abonnieren Sie unseren Newsletter oder nutzen Sie unsere App „Sicher Reisen"
- Folgen Sie uns auf Twitter: AA_SicherReisen
- Registrieren Sie sich in unserer Krisenvorsorgeliste

Letzte Änderungen:
Reiseinfos (Infrastruktur/Verkehr)

Sicherheit

Terrorismus

Frankreich ist seit Anfang 2015 Ziel mehrerer schwerer Terroranschläge gewesen: Anschlag auf das Redaktionsbüro von Charlie Hebdo im Januar 2015, Anschläge in Paris im November 2015 und in Nizza im Juli 2016 sowie Angriffe auf Polizisten auf der Avenue des Champs-Élysées in Paris im April und Juni 2017. Im Dezember 2018 wurde ein Angriff auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg verübt, im Mai 2019 explodierte ein Sprengsatz in der Fußgängerzone in Lyon.

Die Sicherheitslage in Frankreich, insbesondere in Paris und anderen Großstädten, bleibt angespannt. Zur Begegnung von terroristischen Bedrohungen gilt in Frankreich der Plan "Vigipirate", der je nach Bedrohungslage verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vorsieht.

Auf Bahnhöfen, Flughäfen, in Zügen und U-Bahnen gibt es auch sonst verstärkte Gepäck- und Personenkontrollen. Auch an Eingängen (zu Museen oder Einkaufszentren) kann es zu Handtaschenkontrollen kommen. In vielen Bahnhöfen gibt es keine Möglichkeit der Gepäckaufbewahrung mehr.

  • Seien Sie insbesondere an belebten Orten und bei besonderen Anlässen aufmerksam.
  • Informieren Sie sich über Medienangebote, insbesondere Social-Media-Accounts (Facebook & Twitter) der französischen Regierungs- und Sicherheitsstellen.
  • Kennzeichnen Sie Ihr Reisegepäck auch bei Bahnreisen mit Namen und Anschrift.
  • Beachten Sie auch den weltweiten Sicherheitshinweis.

Korsika

In der Vergangenheit kam es zu Sprengstoffanschlägen auf öffentliche Einrichtungen, die sich gegen Symbole der Staatsgewalt (Gendarmerie- und Polizeistationen, Gebäude der Finanzverwaltung) richteten. Vor diesem Hintergrund kann weiterhin eine Gefährdung auch von ausländischen Reisenden, die sich in der Nähe solcher Gebäude aufhalten, nicht ausgeschlossen werden.

Innenpolitische Lage

Es finden weiterhin in mehreren Städten Frankreichs Demonstrationen und Proteste der „Gelbwestenbewegung" mit Straßenblockaden statt, die zu Verkehrsbehinderungen führen können. Insbesondere an Samstagen in Paris, aber auch in anderen Städten können teilweise gewalttätige Ausschreitungen und Beschädigungen von Fahrzeugen und Geschäften nicht ausgeschlossen werden.

Insbesondere auf Mayotte und La Réunion sowie in Französisch Guyana kommt es gelegentlich zu Demonstrationen und Streiks, die auch zu Straßenblockaden und bei längerer Dauer zu Versorgungsengpässen führen können.

  • Verhalten Sie sich umsichtig und meiden Sie Demonstrationen.
  • Planen Sie Ihren Aufenthalt entsprechend.
  • Informieren Sie sich frühzeitig über Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr z.B. bei den Pariser Verkehrsbetrieben und vergewissern Sie sich der Öffnungszeiten von Museen und anderer Sehenswürdigkeiten.

Kriminalität

Paris und die großen Städte, dort insbesondere touristisch hoch frequentierte Ziele und touristischen Attraktionen, sind von Kleinkriminalität wie Taschendiebstählen, aber auch von Übergriffen auf ausländische Besucher betroffen, wie insbesondere im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Auch in Nachtzügen mit Schlaf- und Liegewagen in Südfrankreich besteht eine erhöhte Gefahr.
Überfälle auf Fahrzeuge im Straßenverkehr z.B. von Mopeds aus werden insbesondere aus den Regionen Auvergne-Rhone-Alpes, Provence-Alpes-Côte d'Azur, Languedoc-Roussillon, Midi-Pyrénées, Aquitaine gemeldet. Auch auf Rastplätzen werden Aktivitäten organisierter Banden verzeichnet.
Daneben kann es auf der Strecke zum Fähranleger von Calais zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen durch Personen kommen, die illegal ins Vereinigte Königreich zu gelangen versuchen.

Auf Korsika kommt es zu Übergriffen mit eindeutig kriminellem Charakter auf Touristen. Dabei kann es auch zu Überfällen im Straßenverkehr kommen.

Von einigen französischen Überseedepartments wie insbesondere Mayotte wird von steigender Armutskriminalität berichtet. Auch der Besitz und Einsatz von Waffen ist in den Überseedepartments teilweise verbreitet.

  • Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen, in öffentlichen Nah- und Fernverkehr und insbesondere in Nachtzügen besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtige Dokumente sicher auf.
  • Führen Sie nicht unnötig Wertgegenstände mit und fertigen Sie für Notfälle Kopien von Ausweispapieren und führen Sie Listen wichtiger Telefonnummern, jederzeit zugänglich und gesichert im Internet.
  • Lassen Sie Wertsachen während der Fahrt möglichst nicht sichtbar im Fahrzeug liegen, lassen Sie Fahrzeuge verriegelt und stellen sie nicht unbewacht ab.
  • Übernachten Sie mit Wohnmobilen und Campingwagen nur auf bewachten Campingplätzen.
  • Übernachten Sie nicht auf Rastplätzen, insbesondere nicht entlang der Autobahnen in der Nord-Süd-Richtung nach Südfrankreich oder nach Spanien und im gesamten Süden Frankreichs.
  • Seien Sie bei Reisen in den Überseedepartments speziell in ärmeren Gegenden besonders vorsichtig und leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand.

Naturkatastrophen

Busch- und Waldbrände

Insbesondere in Südfrankreich und auf Korsika kommt es vor allem in den Sommermonaten aufgrund der herrschenden klimatischen Bedingungen mit Dürreperioden regelmäßig zu Busch- und Waldbränden. In von Waldbränden betroffenen Gebieten sind Verkehrswege häufig gesperrt, es kann zu Ausfällen der Energieversorgung und der Kommunikationsinfrastruktur kommen.

Überschwemmungen und Herbststürme

Vermehrt kommt es insbesondere im Sommer und Frühherbst zu Sturzfluten, die in der Vergangenheit Todesopfer forderten.
Im Mittelmeer kann es insbesondere von August bis November zu vereinzelten schweren Herbststürmen kommen.

Tropenstürme in den Überseedépartments

In der Karibik ist von Juni bis Ende November Wirbelsturmsaison (Martinique, Guadeloupe, Saint-Martin und Saint-Barthélemy), im Indischen Ozean von Januar bis April (La Réunion und Mayotte), im Südpazifik von November bis April (Französisch Polynesien und Neu-Kaledonien). In dieser Zeit muss mit Tropenstürmen gerechnet werden muss.

Erdbeben und Vulkane

Neu-Kaledonien und Wallis-et-Futuna, La Réunion und Mayotte sowie die karibischen Überseegebiete liegen in zum Teil seismisch sehr aktiven Zonen, weshalb es zu auch schwereren Erdbeben und erheblicher vulkanischer Aktivität kommen kann.

Lawinengefahr

In den Wintermonaten kann in den französischen Alpen Lawinengefahr bestehen. 

  • Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden.
  • Informieren Sie sich fortlaufend über die Witterungslage. Aktuelle Hinweise erhalten Sie über die Medien, z. B. auf Météo France, und über Verlautbarungen der Präfekturen und Gemeinden, in denen Sie sich aufhalten.
  • Beachten Sie Anzeigen auf den Autobahnen, Absperrungen und Warnhinweise. Informationen zum Verkehr finden Sie auch auf der Website Bison Futé.
  • Im Fall einer Sturmwarnung beachten Sie insbesondere die Hinweise zu Wirbelstürmen im Ausland bzw. die Hinweise des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
  • Machen Sie sich bei Reisen in die Überseedepartments mit Verhaltenshinweisen bei Erdbeben, Vulkanen und Tsunamis vertraut. Diese bieten die Merkblätter des Deutschen GeoForschungsZentrums.

Reiseinfos

Zuständige Auslandsvertretung für die Überseedepartments

Die deutsche Botschaft in Paris ist die zuständige konsularische Vertretung auch für die Überseedepartments Frankreichs. In Papeete (Tahiti, Französisch Polynesien), Baie-Mahault (Guadeloupe), Nouméa (Neukaledonien) und Sainte-Clotilde (La Réunion) gibt es deutsche Honorarkonsuln, an die sich Reisende in Notfällen wenden können. Matoury (Französisch-Guyana) und Lamentin (Martinique) werden ggf. von Baie-Mahault (Guadeloupe) mit bedient.

Grenzkontrollen

Bis mindestens Ende Oktober 2019 finden Kontrollen an den Landesgrenzen Frankreichs zu Belgien, Luxemburg, Deutschland, der Schweiz, Italien und Spanien sowie an den Luft- und Seegrenzen statt. Es kann daher im Reiseverkehr vorübergehend zu Einschränkungen kommen. Insbesondere bei der Einreise aus Großbritannien muss mit längeren Wartzeiten gerechnet werden.

Die Weiterreise von den französischen Antillen auf andere Karibikinseln oder z. B. die Ausreise über den niederländischen Teil der Insel St. Martin (Sint Maarten, Flughafen Juliana) ist nur mit Reisepass möglich.

  • Führen Sie stets ein Ausweisdokument (Reisepass oder Personalausweis) mit sich.
  • Planen Sie Ihren Aufenthalt entsprechend.

Infrastruktur/Verkehr

Neben einem Inlandsflugnetz gibt es ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz mit Hochgeschwindigkeitszügen und Busverbindungen sowie gut funktionierenden öffentlichen Nahverkehr in den Städten. Mit Behinderungen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr (auf dem Luft- und Landweg) muss im Falle von Streiks gerechnet werden. Aktuelle Informationen auch zu Behinderungen bietet teilweise auch in deutscher Sprache z.B. RATP.
Fast alle Autobahnen in Frankreich sind mautpflichtig.
Ein rotes Lichtzeichen in Kreuzform auf der Rückseite der Ampel des Gegenverkehrs signalisiert, dass dieser Rot hat und bei eigener grüner Ampel ein zügiges Linksabbiegen möglich ist, sofern keine bevorrechtigte Fußgänger in der Kreuzung sind. Ein gelb blinkender Pfeil bei auf Rot geschalteten Ampeln signalisiert möglichen bevorrechtigten Querverkehr.
Wenn nichts anderes ausgeschildert ist, gilt im Kreisverkehr rechts vor links, d.h. dass der einfahrende Verkehr in der Regel Vorfahrt hat. Bei mehrspurigen Kreisverkehren ist dem auf der Außenspur fahrenden Fahrzeug Vorrang zu gewähren.
Durchgezogene gelbe Streifen am Fahrbahnrand bedeuten absolutes Halteverbot, unterbrochene Parkverbot.
Blaue Markierungen am Fahrbahnrand weisen auf ein begrenztes und ggfs. kostenpflichtiges Parken mit Parkscheiben („Zones Bleues") hin.
Die Promillegrenze beträgt 0,5; für Fahranfänger in den ersten beiden Jahren 0,2.
Die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen wurde zum 1. Juli 2018 von 90 auf 80 km/h gesenkt.

In der vom Stadtautobahnring Boulevard Périphérique umschlossenen Innenstadt von Paris und zahlreichen anderen französischen Großstädten sind mittlerweile Umweltzonen eingeführt worden. Diese dürfen unabhängig von der Art des Antriebs nur mit Kraftfahrzeugen befahren werden, die mit einer je nach Schadstoffausstoß abgestuften französischen Umweltplakette „Certificat Qualité de l'Air" (auch „Crit'Air") gekennzeichnet sind. Vor dem 1. Januar 1997 erstmals zugelassenen Kraftfahrzeugen und vor dem 1. Juni 1999 erstmals zugelassenen Krafträdern wird keine Umweltplakette erteilt. Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden. Innerhalb der Umweltzonen können Bereiche für Fahrzeuge bestimmter Schadstoffklassen gesperrt oder Parkverbote errichtet werden. Deutsche Umweltplaketten werden nicht anerkannt. Die französische Umweltplakette Certificat Qualité de l'Air kann auch für in Deutschland zugelassene Kraftfahrzeuge anhand von Angaben aus den gültigen deutschen Zulassungspapieren bestellt werden.

Autofahrer und Fahrer zwei- und dreirädriger Motorräder mit einem Hubraum über 50 ccm sind in Frankreich ausnahmslos verpflichtet, einen Alkohol-Schnelltester im Fahrzeug mit sich zu führen (auch Touristen).

Im Vorgriff auf landesweite Regelungen hat die Stadt Paris für elektrisch betriebene Kleinstfahrzeuge (E-Roller) ein bußgeldbewehrtes Fahrverbot (135,- EUR) auf Gehwegen erlassen.

  • Informieren sich Sie bei Autoreisen z.B. auf Bison Futé.

Führerschein

Der deutsche Führerschein ist ausreichend.

Geld/Kreditkarten

Zahlungsmittel ist der Euro. Das Abheben von Bargeld an Geldautomaten und die Bezahlung mit Kreditkarten sind überall möglich.

LGBTIQ

Es gibt keine Hinweise auf besondere Schwierigkeiten, die Akzeptanz ist insbesondere in Großstädten gut ausgeprägt.

Strafrecht

An allen öffentlichen Orten gilt ein generelles Rauchverbot.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen mit Haftstrafen geahndet.

Es ist in Frankreich nicht erlaubt, an öffentlichen Orten das Gesicht zu verhüllen. Vergehen können zu Strafen von bis zu 150,- Euro führen.

Einreise und Zoll

Einreise- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie nur direkt bei den Vertretungen Ihres Ziellandes.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Ja
  • Vorläufiger Personalausweis: Ja, muss gültig sein
  • Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:
Frankreich ist Vertragspartei des Europäischen Übereinkommens über die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957. Reisedokumente außer dem vorläufigen Personalausweis dürfen seit höchstens einem Jahr abgelaufen sein.

Reisen in die französischen Überseedépartments

In die Überseedépartements Martinique, Guadeloupe, Französisch-Guayana, Mayotte und La Réunion sowie die Überseeterritorien Französisch Polynesien, Saint-Pierre-et-Miquelon, Wallis-et-Futuna, Saint-Martin und Saint-Barthélemy und Neu-Kaledonien ist die Einreise für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Ja (siehe aber Anmerkungen)
  • Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:
Reisedokumente müssen gültig sein.
Sollte die Flugroute eine Zwischenlandung auf nicht zu den französischen Überseeterritorien gehörenden Inseln vorsehen wie derzeit z.B. via Mauritius nach La Réunion oder via Tobago nach Martinique, kann es zu Ausweiskontrollen kommen. In diesem Fall ist für die Einreise ein mindestens noch 6 Monate gültiger Reisepass erforderlich, der Personalausweis ist nicht ausreichend. Das gilt auch für Rückflüge von St. Martin vom niederländischen Teil der Insel, Sint Maarten, Flughafen Juliana.

  • Bitte erkundigen Sie sich ggf. vor Reiseantritt bei Ihrer Fluggesellschaft.
  • Nehmen Sie sicherheitshalber einen noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass mit.

Minderjährige

Alleinreisende Personen unter 15 Jahren sollten eine amtlich beglaubigte Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten mitführen.

Einfuhrbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr von Waren unterliegt den Bestimmungen der Europäischen Union. Der Grundsatz keiner Warenkontrollen schließt Stichprobenkontrollen im Rahmen der polizeilichen Überwachung der Grenzen und der polizeilichen Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs nicht aus.
Reisende müssen mitgeführte Barmittel (Bargeld, Zahlungsanweisungen, Solawechsel, Aktien, Schuldverschreibungen und fällige Zinsscheine/Kupons) ab 10.000,- € (bei anderen Währungen die entsprechenden Gegenwerte) bei der Einreise in die EU oder der Ausreise aus der EU bei der zuständigen nationalen Behörde, in der Regel bei den Zollbehörden, schriftlich von sich aus anmelden.
Nähere Informationen erteilen die französischen Zollbehörden Douane.

Heimtiere

Für Reisen mit bestimmten Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) in Länder der Europäischen Union mit Ausnahme von Irland, Großbritannien, Malta und Finnland, wo abweichende Bestimmungen gelten, ist ein EU-Heimtierausweis erforderlich. Er dient u. a. als Nachweis, dass das Tier gegen Tollwut geimpft ist.
Einen Musterausweis sowie weitergehende Informationen bietet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Gesundheit

Aktuelles

Die WHO hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ggf. ergänzen.

Impfschutz

Für die Einreise nach Frankreich sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

Dengue-Fieber

Dengue-Viren werden vereinzelt in Südfrankreich durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe auch Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Durchfallerkrankungen

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe auch Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

West-Nil-Fieber

Beim West-Nil-Fieber handelt es sich um eine durch Zugvögel verbreitete, von tagaktiven Mücken auf den Menschen übertragene Viruserkrankung. In den Sommermonaten kann es in Frankreich zu saisonalen Ausbrüchen kommen; aktuelle Fallzahlen bietet das ECDC. Die Infektion verläuft überwiegend klinisch unauffällig, in seltenen Fällen können jedoch schwere neurologische Symptome auftreten. Eine Schutzimpfung oder spezifische Behandlung existiert nicht, siehe Merkblatt West-Nil-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von West-Nil-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Schistosomiasis (Bilharziose)

Seit 2015 wurden auf Korsika einzelne Fälle von Bilharziose durch Schistosomiasis haematobium berichtet. Sämtliche Infektionen stehen im Zusammenhang mit Aufenthalten und Süßwasserkontakten am Unterlauf des Flusses Cavu/Cavo nahe der Stadt Porto Vecchio im Süden der Insel. Eine grundsätzliche Gefährdung kann dort nicht ausgeschlossen werden, siehe Merkblatt Bilharziose.

  • Sehen Sie vom Baden im Fluss Cavu/Cavo ab.

Medizinische Versorgung

Es besteht in Frankreich für alle Personen, die in Deutschland gesetzlich versichert sind, ein Anspruch auf Behandlung bei Ärzten, Zahnärzten und in Krankenhäusern, die vom ausländischen gesetzlichen Krankenversicherungsträger zugelassen sind. Als Nachweis ist die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), bzw. Ersatzbescheinigung (beide Dokumente erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse) vorzulegen.

Französische Überseegebiete

Zika-Virus-Infektion

Die vorrangig durch tagaktive Aedes-Mücken übertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen. Bis auf La Reúnion und Mayotte sind alle französischen Überseedépartements Übertragungsgebiete für Zika-Viren.

Dengue-Fieber

Dengue-Viren werden in allen französischen Überseedépartements durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe auch Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Chikungunya-Fieber

Chikungunya-Viren werden in allen französischen Überseedépartements von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie, siehe auch Merkblatt Chikungunya-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Chikungunya-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

HIV/AIDS

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht in allen französischen Überseedépartments ein grundsätzliches  HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung in den französischen Überseedépartements ist nicht mit dem europäischen Standard vergleichbar, im regionalen Vergleich jedoch gut. Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen sollten sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise in die französischen Überseedépartments bewusst sein.

Französisch-Guayana

Impfschutz

Für Französisch-Guayana ist eine Gelbfieberimpfung für alle Personen, die älter als ein Jahr sind, zur Einreise vorgeschrieben, siehe WHO. Es muss landesweit mit einer Übertragung von Gelbfieber gerechnet werden.

Malaria

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe auch Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

In Französisch-Guayana liegt ganzjährig ein hohes Risiko in den Regionen des Grenzflusses Oiapoque im Osten des Landes, des Flusses Approuague und des Petit-Saut-Staudammes sowie in der zentralen und südlichen Landeshälfte, inklusive der Regionen um Saint Élie und Saül, vor. Ein geringes Risiko besteht im Rest des Landes mit Ausnahme der Küstenregion im Westen von Kourou, Cayenne und Île du Diable, in denen ein minimales Risiko besteht, siehe Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG.

Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz.

Je nach Reiseprofil ist neben der notwendigen Expositionsprophylaxe zudem eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.

  • Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
  • Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.

Trypanosomiasis („Mal de Chagas")

In Französisch-Guayana kann durch Ausscheidungen von Raubwanzen, die in Ritzen einfacher Behausungen in ländlichen Regionen leben, die amerikanische Trypanosomiasis (Chagas) übertragen werden. Diese können sowohl durch den Biss infizierter Wanzen oder seltener durch verunreinigte Frucht- bzw. Zuckerrohrsäfte aufgenommen werden. Einen Schutz gegen Bisse können korrekt angebrachte Bettnetze bieten. In der akuten Erkrankungsphase stehen grippeähnliche Symptome und u.U. eine Schwellung des Augenlides im Vordergrund. Bis zu Jahre nach der Infektion können z.T. gravierende Organveränderungen an Herz und Verdauungstrakt auftreten. Insgesamt ist das Risiko für Reisende jedoch sehr gering.

  • Nutzen Sie zum Schutz gegen Bisse korrekt angebrachte Bettnetze.

Martinique

Impfschutz

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung wird für alle Personen, die älter als ein Jahr sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben, gefordert, siehe WHO. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung notwendig.

Malaria

Martinique gilt als malariafrei.

Guadeloupe

Impfschutz

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung wird für alle Personen, die älter als ein Jahr sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben, gefordert, siehe WHO. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung notwendig.

Malaria

Guadeloupe gilt als malariafrei.

St. Barthelemy

Impfschutz

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung wird für alle Personen, die älter als ein Jahr sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben, gefordert, siehe WHO. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung notwendig.

Malaria

St. Barthelemy gilt als malariafrei.

St. Martin

Impfschutz

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung wird für alle Personen, die älter als ein Jahr sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben, gefordert, siehe WHO. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung notwendig.

Malaria

St. Martin gilt als malariafrei.

Französisch Polynesien und Neukaledonien

Impfschutz

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung wird für alle Personen, die älter als ein Jahr sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben, gefordert, siehe WHO. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung notwendig.

Malaria

Französisch-Polynesien und Neukaledonien gelten als malariafrei.

La Réunion

Impfschutz

Für die Einreise nach La Reúnion sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

Malaria

La Réunion gilt als malariafrei.

Mayotte

Impfschutz

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung wird für alle Personen, die älter als ein Jahr sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben, gefordert, siehe WHO. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung notwendig.

Malaria

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe auch Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

In Überseedépartement Mayotte besteht ganzjährig ein minimales Risiko im ganzen Land inklusive der Städte, siehe Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss: 

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

Mehr

Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Schweiz Ja/1 Nein Nein Ja
Andere EU-Länder Ja/1 Nein Nein Ja
Türkei Ja 2 Nein Nein
Deutschland Ja/1 Nein Nein Ja
Österreich Ja/1 Nein Nein Ja

Personalausweise/Identitätskarten

[1] U. a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können mit gültigem Personalausweis/Identitätskarte einreisen:

EU-Länder und Schweiz.

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 3 Monate über das Visum hinaus gültig sein, wenn der Reisende kein EU-Bürger ist. Reisepässe von EU- und EFTA-Bürgern müssen während des Aufenthalts gültig sein.
 

Achtung: Die Anforderungen von Flug- und Schiffsgesellschaften können hiervon abweichen!

Anmerkung zum Reisepass

Frankreich ist Unterzeichner und Anwender der EU-Rechtsakte (Schengener Abkommen).

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen zeitlich unbegrenzten Aufenthalt sofern nicht anders angegeben:

(a) EU-Länder und Schweiz (Voraussetzungen für den zeitlich unbegrenzten Aufenthalt: Gültiges Ausweisdokument, ausreichende finanzielle Mittel bei Erwerbslosigkeit und gültige Krankenversicherung).
(b) [2] Türkische Staatsangehörige, die eine Aufenthaltsgenehmigung oder ein gültiges Langzeit-Visum (D) für ein Schengen-Land besitzen und über einen Reisepass verfügen, der vor weniger als 10 Jahren ausgestellt wurde, für einen Aufenthalt bis zum Ablauf der Gültigkeit des Visums/ der Aufenthaltsgenehmigung.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass mit Lichtbild, Personalausweis oder eigener Reisepass.

Österreicher: Personalausweis oder Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Schweizer: Identitätskarte oder Reisepass.

Türken: Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Alleinreisenden Minderjährigen wird empfohlen, eine amtlich beglaubigte Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten / Eltern mit sich führen. Alleinreisende Minderjährige mit Wohnsitz in Frankreich müssen eine amtlich beglaubigte Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten / Eltern mit sich führen, wenn sie nicht mindestens von einem Elternteil begleitet werden. Bei Einreise in einen Nicht-EU/Schengen-Staat, müssen die Bestimmungen des jeweiligen Staates beachtet werden.

Einreise mit Haustieren

Für Vögel aus allen Ländern wird pro Tier ein Gesundheitszeugnis benötigt, das bei der Einreise nicht älter als 5 Tage ist und aus dem hervorgeht, dass das Tier keine Krankheiten hat. Es dürfen bis zu 2 Papageien oder Wellensittiche mitgenommen werden. Der Reisende muss schriftlich bescheinigen, dass er der Besitzer der Vögel ist und diese in Frankreich nicht verkaufen wird.

Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und aus nicht tollwutfreien Drittstaaten benötigen einen EU-Heimtierausweis (pet pass), der nur von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt werden kann, und müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass bei dem Tier eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Die Einfuhr ist auf 5 Tiere beschränkt. Heimtiere unter 4 Monate sind von der Impfpflicht gegen Tollwut ausgenommen. 
 
Für Hunde, Katzen und Frettchen sowie für Vögel und Kleintiere aus nicht tollwutfreien Drittstaaten gilt die folgende zusätzliche Vorschrift:
Für jedes Tier wird ein Gesundheitszeugnis benötigt. Für den Eintritt in das EU-Gebiet muss bei den Haustieren 3 Monate vor der Einreise eine Untersuchung auf Anwesenheit von vakzinalen Antikörpern durchgeführt werden. Ausnahme: Die 3-Monatsfrist gilt nicht für Heimtiere aus dessen EU-Heimtierausweis hervorgeht, dass die Blutentnahme durchgeführt wurde bevor dieses Tier das Gebiet der Gemeinschaft verlassen hat und dass bei der Blutanalyse genügend Antikörper auf Tollwut nachgewiesen worden sind.
 
Für Hunde, Katzen und Frettchen aus tollwutfreien Drittstaaten (z.B. Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikanstadt) kann ebenfalls der Heimtierausweis, der eine gültige Tollwutimpfung bestätigt, für die Einfuhr benutzt werden.

Anmerkung: Staffordshire Terrier bzw. American Staffordshire Terrier (beide als "Pitbull" bekannt), Mastiff- und Tosahunde sowie Rassen, die in keinem vom Internationalen Hundeverband zugelassenen Stammbuch eingetragen sind, dürfen generell nicht nach Frankreich eingeführt werden. Nur, wenn sie in einem solchen Stammbuch eingetragen sind, dürfen sie einreisen. Sie unterliegen dann jedoch auf öffentlichen Straßen und Plätzen der Leinen- und Maulkorbpflicht und dürfen nicht in öffentliche Einrichtungen und Verkehrsmittel mitgenommen werden.

Bearbeitungsdauer

Kurzfristiger Aufenthalt: Für die Staatsangehörigen der meisten Länder 1 Werktag.
Längerfristiger Aufenthalt: Variiert je nach Besuchszweck zwischen 2 bis 5 Tagen und 2 Monaten.

Gültigkeit

Transitvisum: 5 Tage (der Einreisetag zählt mit). Kurzzeitvisum: bis zu 90 Tagen.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die aus einem Nicht-Schengenland mit dem nächsten Anschluss in ein anderes Nicht-Schengenland weiterfliegen, den Transitraum nicht verlassen und über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Einreisevisa: Kurzzeitvisa (Transitvisa sowie Touristenvisa für einmalige oder mehrmalige Einreise) und Langzeitvisa (Studien- und Arbeitsaufenthalte).

Kosten

Anfragen an die Konsularabteilung der Botschaft.

Schengen-Visum: 60 €.

Antrag erforderlich

Je nach Nationalität, Grund und Dauer des Aufenthalts unterschiedlich. Nähere Angaben erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen.

Schengen-Visum:
(a) Reisedokument (z. B. Reisepass), das mindestens 3 Monate über die Visumgültigkeit hinaus gültig ist, sowie Kopien der ersten vier Seiten des Reisepasses. Der Reisepass muss innerhalb der letzten 10 Jahre ausgestellt worden sein.

(b) Ggf. alle Dokumente im Original, die den Zweck (z. B. Einladung von Privatpersonen oder Firmen, ärztliches Attest und Terminvereinbarung beim behandelnden Arzt oder in einem Krankenhaus) und die Bedingungen des geplanten Aufenthalts (z. B. Hotelreservierung) rechtfertigen.

(c) Dokumente, die beweisen, dass der (eingeladene) Ausländer über ausreichende Mittel zur Bestreitung der Kosten für Aufenthalt und Rückreise sowie für eventuelle Kosten für seine ärztliche Versorgung verfügt, ggf. in Form einer Kostenübernahmeverpflichtung.

(d) Dokument, das beweist, dass der Ausländer auf individueller oder kollektiver Grundlage Inhaber einer die Kosten für die Rückführung aus ärztlichen Gründen, die dringende ärztliche Behandlung und/oder Krankenhausversorgung deckenden gültigen Auslandsreisekrankenversicherung ist. Grundsätzlich muss der Antragsteller eine Versicherung im Wohnsitzstaat abschließen. Wenn der Gastgeber eine Versicherung für den Antragsteller abschließt, so muss er dies im eigenen Wohnsitzstaat tun. Die abgeschlossene Versicherung muss für das gesamte Gebiet der Schengen-Staaten und für die ganze Dauer des Aufenthalts gelten. Die Versicherung muss eine minimale Deckung von 30.000 € aufweisen.

(e) Visumgebühr in bar.

(f) 2 biometrische Passfotos.

(g) 1 ausgefülltes Antragsformular (downloadbar auf den Websiten der zuständigen diplomatischen Vertretungen).

Geld

Geldwechsel

Einige Hotels sind berechtigt, Geld zu wechseln. Die Credit Mutuel und Credit Agricole (vergleichbar mit den deutschen Sparkassen) haben relativ lange Öffnungszeiten. Laut Gesetz dürfen Hotels und Geschäfte in der Regel keine ausländischen Währungen annehmen. Allerdings findet man Wechselstuben z. T. in Warenhäusern, auf Bahnhöfen, Flughäfen und in der Nähe von Sehenswürdigkeiten.

Währung

1 Euro = 100 Cents. Währungskürzel: €, EUR (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro, Münzen in den Nennbeträgen 1 und 2 Euro, sowie 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cents.

Devisenbestimmungen

Für Reisende innerhalb und von außerhalb der EU bestehen keine Beschränkungen für die Einfuhr oder Ausfuhr von Landes- und Fremdwährungen, aber es besteht Deklarationspflicht von Barmitteln ab einem Gegenwert von 10.000 € (auch Reiseschecks, anderen Währungen oder auf Dritte ausgestellte Schecks). Die Deklaration muß mindestens fünf Tage vor der Reise beim französischen Zoll angemeldet werden, bei Verstößen drohen sehr hohe Geldbußen.

Kreditkarten

Mastercard und Visa werden angenommen und sind weit verbreitet. American-Express und Diners Club werden weniger häufig akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte. Kreditkarten werden in zahlreichen Geschäften, Hotels, Supermärkten und Restaurants akzeptiert. Händler weisen im Aushang oft einen Mindestbetrag für Kreditkarteneinkäufe aus.

Reiseschecks

Reiseschecks sind in Deutschland und in der Schweiz nicht mehr und in Österreich kaum noch erhältlich. Reiseschecks können in Frankreich nur noch in den Großstädten in wenigen Wechselstuben eingelöst werden.

Öffnungszeiten der Bank

Nicht einheitlich: 08.30-16.00 Uhr, auch 09.00-12.00 und 14.00-17.00 Uhr. Manche Banken sind montags geschlossen und/oder samstags bis 12.00 Uhr geöffnet. Am Vortag eines Feiertages schließen die Banken um 12.00 Uhr, in seltenen Fällen bleiben sie zeitweise oder auch den ganzen darauffolgenden Tag über geschlossen.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel dürfen (bei Einreise aus Nicht-EU-Ländern) zollfrei nach Frankreich eingeführt werden:

200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 100 Zigarillos oder 250 g Tabak;
1 l Spirituosen (Alkoholgehalt über 22%) oder 2 l alkoholische Getränke und Spirituosen (Alkoholgehalt bis zu 22%);
4 l Wein;
16 l Bier;
250 g Kaviar;
2 kg Fisch;
1 kg tierische Produkte;
Arzneimittel für den persönlichen Bedarf des Reisenden;
Geschenke/sonstige Waren bis zu einem Gesamtwert von 430 € (Flug- und Seereisen) bzw. 300 € (Reisen mit der Bahn/dem Auto); Kinder unter 15 Jahren generell 150 €.
Tabakwaren und Spirituosen dürfen nur von Personen ab 17 Jahren eingeführt werden.

Verbotene Importe

Eine Goldmenge über 500 g muss deklariert werden.

Für lebendes Geflügel, Fleisch und Fleischerzeugnisse besteht im Reiseverkehr ein generelles Einfuhrverbot aus Drittländern (ausgenommen aus den Färöer, Grönland, Island, Liechtenstein und der Schweiz).

Quellenangaben
  • Marco Polo - Frankreich, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2017-14, 2012-12
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Frankreich - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 19.10.2019 (Unverändert gültig seit: 11.09.2019)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 19.10.2019 (Unverändert gültig seit: 11.09.2019)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
s

Copyright und Haftungsausschluss

© 2019 MD Travel Guide - MAIRDUMONT GmbH & Co. KG. Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Seite darf ohne eine schriftliche Erlaubnis vervielfältigt werden.