Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Ägypten

Steckbrief

Ägypten - Fakten

Ländername Arabische Republik Ägypten; Gumhuriyyat Misr al-Arabiyya
Klima mediterran (Mittelmeerküste, Nildelta) bis wüstenhaft (Kairo, Mittel- und Oberägypten)
Beste Reisezeit Januar, Februar, März, April, November, Dezember
Lage im Nordosten des afrikanischen Kontinents; zwischen 22. Grad und 32. Grad nördlicher Breite und 26. Grad und 33. Grad östlicher Länge
Fläche 1.001.450 Quadratkilometer, davon circa 4 Prozent landwirtschaftlich nutzbar
Hauptstadt Kairo (al-Qahira); mit Einzugsgebiet ca. 22 Millionen Einwohner
Bevölkerung 94,8 Millionen; das Niltal und -delta zählen zu den am dichtesten besiedelten Regionen der Welt (1.120 Einwohner/qkm; Kairo: 28.500 -120.000 Einwohner/qkm)
Sprache Schriftsprache: modernes Hocharabisch, Umgangssprache: ägyptisch-arabischer Dialekt; als Geschäfts- und Bildungssprachen sind Englisch und in geringerem Ausmaß Französisch verbreitet
Religion rund 90 Prozent Muslime (davon 99 Prozent Sunniten, 1 Prozent Schiiten); 10 Prozent Christen (davon 91 Prozent koptisch-orthodox, 4,5 Prozent koptisch-katholisch - Zahlenangaben betreffend Kopten differieren erheblich), 2 Prozent sonstige Religionsgemeinschaften.
Nationaltag 23. Juli (1952), Revolutionstag
Unabhängigkeit 28. Februar 1922
Staats-/Regierungsform Republik, Präsidialdemokratie
Staatsoberhaupt Präsident Abdel Fattah Al-Sisi
Vertreter des Staatsoberhaupts Die im Januar 2014 in Kraft getretene Verfassung sieht keinen Vizepräsidenten vor. Im Falle der Vakanz übernimmt der Präsident des Verfassungsgerichts das Amt kommissarisch.
Regierungschef Sherif Ismail, am 19.09.2015 mit seinem Kabinett vereidigt.
Außenminister Sameh Shoukry
Parlament Im November und Dezember 2015 fanden die Wahlen zum Parlament statt. Die Verfassung von 2014 sieht ein Parlament mit nur einer Kammer (Abgeordnetenhaus oder Maglis El-Nuab) vor. Das bisherige Oberhaus (Schurarat) wurde dagegen abgeschafft.
Währung ägyptisches Pfund
Zeitzone UTC+2
Reiseadapter Nicht notwendig
Kfz-Länderkennzeichen ET
ISO-3166 EG, EGY
Landesvorwahl +20
Reisepass & Visum Notwendig
Geeignet für Kultur, Outdoor, Meer, Feiern

Geographie

Ägypten ist zu 96 % von Wüste bedeckt: der Libyschen Wüste (as-Saḥrā' al-Lībīya) westlich des Nil, die drei Viertel des Landes einnimmt, und der Arabischen Wüste (as-Saḥrā' aš-Šarqīya) im Osten. Die Halbinsel Sinai (Sīnā') hat ebenfalls überwiegend Wüstencharakter. Zwischen Abu Simbel und Assuan (Aswan) liegt der Teil des Nils, der zu Nubien gerechnet wird und heute fast vollständig vom Nasserstausee (Buhairat Nasir) eingenommen wird. An ihn schließt sich nach Norden Oberägypten, die Kornkammer des Landes, an und daran Unterägypten mit dem Nildelta. Die Bevölkerung ballt sich in extremer Konzentration entlang des Nils, seit alters  Lebensader des Landes und im bis zu 250 km breiten Nildelta. Das Klima ist subtropisch trocken, an der Nordküste herrscht Mittelmeerklima.

Politik und Bevölkerung

Laut Verfassung aus dem Jahr 1971 (Änderungen 1980 und 2005) ist Ägypten eine präsidiale Republik. Der für sechs Jahre gewählte, autoritär regierende Präsident Hosni Mubarak lenkte von 1981 bis 2011 das Land mithilfe von Notstandsgesetzen. Nach dessen im Zuge des „Arabischen Frühlings“ erzwungenem Rücktritt verabschiedeten die Ägypter im März 2011 in einem Referendum eine Verfassungsänderung, die jedoch u. a. die Rechte der Frauen und religiösen Minderheiten beschneidet. Die Gewaltenteilung setzte Präsident Mohammed Mursi Ende 2012 faktisch außer Kraft. Im Juli 2013 putschte das Militär und Chalil as-Sisi übernahm die Regierung. Mit einem Bevölkerungswachstum von rund 2 % steigt die Einwohnerzahl jährlich um über 1 Mio. und stellt das Land vor zunehmende Probleme. Die Bewohner Ägyptens bilden eine ethnisch einheitliche Gruppe, in der Phönizier, Griechen, Römer, Perser, Türken, Engländer und Franzosen ihre Spuren hinterlassen haben. 90 % der Ägypter sind Muslime, christliche Kopten bilden die zweitgrößte Religionsgruppe. Ca. 80 000 Beduinen durchziehen noch die Wüste, rund 100 000 Nubier siedeln v. a. im Süden des Landes. In Ägypten ist Kinderarbeit weit verbreitet, sodass die Analphabetenrate rund 45 % beträgt.

Geschichte

Die Pharaonen des Alten Reiches (2640–2160 v. Chr.) ließen die drei großen Pyramiden von Gize erbauen. Pharao Mentuhotep einte das Land und begründete das Mittlere Reich (2040–1650 v. Chr.), in dem die Kultstätte des Osiris in Abydos religiöser Mittelpunkt wurde. Ahmose schuf das Neue Reich (1551–1070 v. Chr.), in dem Echnaton um 1359 den alleinigen Gott Aton einführte und damit den ersten Monotheismus in der Geschichte der Menschheit begründete. Im Tal der Könige bei Luxor ließen sich die Pharaonen in prächtigen Gräbern beisetzen. Ab 945 v. Chr. begann die Fremdherrschaft von Libyern, Assyrern und Persern. Mit der römischen Eroberung (30 v. Chr.) wurde das Nilland „Kornkammer Roms“. Im 3. Jh. breitete sich das Christentum aus, 395 fiel das Land an Byzanz. Mit der arabischen Eroberung 639 begann die Islamisierung Ägyptens. Während der Kreuzzüge unternahm Sultan Saladin von Ägypten aus erfolgreiche Vorstöße nach Palästina. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht überrannten 1517 die Osmanen das Land und gliederten es in ihr Reich ein. Mit Napoleons Angriff begann 1798 die Kolonialzeit. 1806 wurde Muhammad Ali Pascha von Ägypten und sorgte mit weitreichenden Reformen dafür, dass Ägypten eine moderne Gesellschaftsstruktur bekam. Der Suezkanal wurde 1869 eingeweiht, ab 1881 regierte faktisch der britische Generalgouverneur. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Ägypten unabhängig, Großbritannien behielt jedoch weiterhin die Kontrolle über den Suezkanal. Die sogenannten Freien Offiziere unter Gamal Abd el Nasser setzten 1952 König Faruk ab und proklamierten ein Jahr später die Republik, deren Präsident Nasser 1956 wurde. Im selben Jahr verstaatlichte er den Kanal. 1967 und 1973 kam es zu Kriegen mit Israel, 1979 zum Friedensschluss. Seit der Ermordung des Präsidenten Anwar As Sadat 1981 hat der fundamentalistische Einfluss zugenommen und der Trend zur Re-Islamisierung hält im neuen Jahrtausend an.

Kultur

Die ehemalige pharaonische Kultur ist vollständig von den kulturellen Werten des Islam verdrängt worden. Ägypten hat eine lange und erfolgreiche Tradition in der Filmindustrie und produziert auch heutzutage noch Spielfilme für den gesamten arabischen Raum. 1988 erhielt der Schriftsteller Nagib Mahfuz den Nobelpreis für Literatur. In der Kairoer Oper gastieren regelmäßig Ensembles aus aller Welt.

Ägypten - Geschichte

ab 20 000 v. Chr. Am Nil und in den Savannen der Westlichen Wüste leben Nomaden
ab 5000 v. Chr. Die Savanne trocknet aus, Besiedlung des Niltals
ab 3300 v. Chr. Erste regionale Königreiche
ab 3032 v. Chr. Gründung von Memphis, Beginn der Hochkultur
ab 2670 v. Chr. Imhotep baut die Stufenpyramide von Saqqara, später entstehen die Pyramiden von Gizeh
ab 1550 v. Chr. Die Tempel in Luxor und Abu Simbel entstehen
332 v. Chr. Alexander der Große erobert Ägypten und gründet Alexandria
3. Jh. n. Chr. Ausbreitung des Christentums in Ägypten
639 Amr Ibn Al-'As erobert Ägypten, das Land wird islamisch
1517 Ägypten wird zu einer Provinz des Osmanischen Reichs
1882 Die Briten besetzen das Land
1952 El-Nasser wird Präsident
1967 Sechstagekrieg, Ägypten verliert den Sinai an Israel
1973 Oktoberkrieg gegen Israel
1979 Friedensvertrag von Camp David
1980 Ermordung Sadats, Hosni Mubarak wird Präsident
2011 „Revolution des 25. Jan.“, Sturz des Mubarak-Regimes
2012 Erste freie Wahlen: Mohamed Mursi wird Präsident
2013 Mursi wird abgesetzt
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Kairo | Tel. 02 27282000 | www.kairo.diplo.de

Österreichische Botschaft

El-Riad Tower | Kairo | Tel. 02 35702975 | www.austriaegypt.org

Botschaft der Schweiz

| Kairo | Tel. 02 25758133

Ägyptisches Konsulat Berlin

Tel. 030 47901880

Ägyptisches Konsulat Wien

Tel. 01 370810862

Ägyptisches Konsulat Bern

Tel. 031 3528012

Notruf

Polizei: Tel. 122Feuerwehr: Tel. 180Notarzt: Tel. 123

Internet

Eine Stunde Surfen in einem der zahlreichen Internetcafés kostet 2 £E aufwärts. Sollten Sie mit dem eigenen Laptop reisen:Viele Hotels, Cafés und Restaurants bieten ihren Gästen kostenlosen WLAN-Zugang, Hotels dies oft nur in der Lobby, kostenpflichtig aber in den Zimmern und anderen Bereichen. In den Filialen der Mobilfunkanbieter Vodafone, Mobinil und Etisalat sind billige Prepaid-Karten und Daten-Sticks für das mobile Internet
erhältlich.

Post

Postämter sind täglich außer freitags (8–15 Uhr) geöffnet. Briefe kommen nach fünf bis sieben Tagen an. Stecken Sie Ihre Post nur in die Briefkästen an den Postämtern oder geben Sie sie an der Hotelrezeption ab!

Telefon & Handy

Gespräche nach Europa sind teuer, kosten ab 9 £E (ca. 1 Euro) pro Minute. Wenn Sie vom Hotel oder von Ihrem eigenen Handy aus anrufen, vervielfacht sich der Preis. Die Vorwahl für Ägypten ist 0020, für Deutschland 0049, für Österreich 0043, für die Schweiz 0041. Die Mobiltelefone europäischer Netze funktionieren. Mit einer ägyptischen Prepaidkarte entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe, Anrufe nach Europa sind sehr billig. Hohe Kosten verursacht die Mailbox über Roaming; schalten Sie sie besser ab.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Für viele Europäer nur schwer verständlich, aber wahr: Dem entbehrungsreichen islamischen Fastenmonat Ramadan sehen die meisten Ägypter mit einer Vorfreude entgegen, wie wir sie nur von Weihnachten kennen. Vier Wochen lang wird nachts gefeiert, gebummelt, in den Kaffeehäusern gesessen und in den Moscheen gebetet. Der Beginn des Ramadan richtet sich nach dem Neumond, die Mondsichel muss mit bloßem Auge zu erkennen sein. Ein typisch ägyptisches Ereignis sind die Heiligenfeste, die sogenannten Moulids. Die Plätze vor den Moscheen sind dann geschmückt, Kinderkarussells und Schaukeln werden aufgebaut und bunte Umzüge veranstaltet. Bei den meist mehrere Tage andauernden Festivitäten treten Feuerschlucker und Schlangenbeschwörer auf, und Sufis tanzen sich in Trance.

Feste & Veranstaltungen

Januar

Die Buchmesse Kairo, die zweitgrößte der Welt nach der Frankfurter Buchmesse, lockt jedes Jahr Hunderttausende Ägypter auf das Messegelände.

Juli

Den gesamten Monat über findet der Konzertsommer auf der Zitadelle in Kairo statt – genießen Sie klassische Musik unter freiem Himmel.

September

Internationales Festival des experimentellen Theaters: Theatergruppen aus aller Herren Länder zeigen in Kairo ihr Können.

Oktober

Characters of Egypt – Vertreter traditioneller Volksgruppen aus ganz Ägypten reisen an und präsentieren im Wadi El Gemal mehrere Tage lang ihre Speisen und Getränke, Tänze, Trachten sowie Riten und Gebräuche. www.charactersofegypt.com

November/Dezember

Internationales Filmfestival Kairo: Rund zwei Wochen lang werden im Rahmen dieser Veranstaltung internationale Filme mit unterschiedlichen Schwerpunkten gezeigt und Preise in verschiedenen Kategorien vergeben.

Feiertage

1. Januar Neujahrstag
25. Januar Tag der Revolution
25. April Befreiung des Sinai
1. Mai Tag der Arbeit
18. Juni Jahrestag des Abzugs der britischen Truppen
23. Juli Jahrestag der Revolution von 1952
6. Oktober Jahrestag der Überquerung des Suezkanals im Oktoberkrieg

Religiöse Feste

7. Januar Koptische Weihnachten
Mitte Januar 2017 Moulid Sayyidna Hussein: Festumzug und mehrtägige Festivalstimmung vor der Hussein-Moschee in Kairo mit mehreren Hunderttausend Besuchern, die aus ganz Ägypten anreisen und teilweise auf dem Vorplatz kampieren
März/April Koptisches Osterfest
1. Montag nach dem koptischen Osterfest Sham Al-Nessim: Frühlingsfest, das übersetzt in etwa „Duft der Frühlingsbrise“ bedeutet
25. Juni 2017, 15 Juni 2018 Eid Al-Fitr: Fest zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan; an insgesamt drei Tagen müssen die Ägypter nicht arbeiten.
Anfang Juni 2017, Mitte Mai 2018 (immer zwei Wochen vor Beginn des Ramadan) Moulid Abu Al-Haggag: Festumzug in Luxor mit jahrtausendealter pharaonischer Tradition
1. September 2017, 22. August 2018 Eid Al-Adha: Opferfest, bei dem die Ägypter vier, selten fünf Tage frei haben
1. Dezember 2017, 20. November 2018 Moulid Al-Nabi: Geburtstag des Propheten Mohammed
Mobilität vor Ort

Öffentliche Verkehrsmittel

Alle Regionen sind gut zu erreichen. Die beste Zugverbindung besteht zwischen Kairo und Alexandria. Auf der Fahrt von Kairo nach Luxor  sowie Assuan bieten sich die Erste-Klasse-Wagen und Schlafwagenzüge an (ab etwa 300 £E www.wataniasleepingtrains.com). Tickets einen
Tag im Voraus kaufen; Ermäßigung gibt es mit einem internationalen Studentenausweis. Die meisten Busse ab Kairo starten am Turgoman-Busbahnhof, Reisebusse nach Sinai fahren vom Sinai-Terminal in Abassiyya. Eine Alternative zu Bus und Bahn sind Sammeltaxis.

Taxi

Fast alle Taxis besitzen Taxameter, aber häufig werden sie nicht eingeschaltet. Der Fahrpreis ist somit oft Verhandlungssache. Eine Fahrt im Stadtinnern von Kairo kostet zwischen 5 und 20 £E (ca. 0,5–2 Euro), bis zu den Pyramiden etwa 70 £E
(gut 7 Euro). Taxis, die vor den großen Hotels warten, verlangen ein Vielfaches des Üblichen. Wenn Sie sich vorher nach dem Preis erkundigen, z. B. an der Rezeption, können Sie am Ende nach dem Aussteigen das Geld abgezählt durchs Beifahrerfenster reichen. So ersparen Sie sich Diskussionen. In Kairo sind auch weiße, klimatisierte Taxis unterwegs, die nach Taxameter abrechnen und nicht teurer sind als die anderen. Prima funktioniert die Taxi-App Careem.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Dabei hat er wahrscheinlich ein skeptisches Grinsen im Gesicht, denn Ägypter können sich oft nicht vorstellen, dass es Ausländer gibt, die sich für diese Speisen begeistern.

Fuul ist ein dicker Brei aus stundenlang gekochten braunen Saubohnen, abgeschmeckt mit Sesamsauce, Zitrone, verschiedenen Gewürzen, Öl und manchmal auch Tomate. Taamiyya sind knusprig frittierte Gemüsebällchen, die Falafeln ähneln, aber einen höheren Anteil an zerstampftem Bohnenkraut aufweisen. Beide Speisen gelten als Arme-Leute-Essen. Sie sind ausgesprochen nährstoffreich, gesund und deshalb typische Frühstücksgerichte. In verschiedenen Variationen werden sie selbst in Luxusrestaurants serviert, zum Beispiel als Fuul mit Ei und Pasterma, einem getrockneten Schinken im dicken Gewürzmantel, der in den Läden meistens an der Luft hängt, im Ofen überbacken.

Zu allen Speisen gehört Fladenbrot, das die Ägypter Aish – Leben – nennen. Aish baladi, Landbrot, ist dunkel und aus dem vollen Korn gebacken. Eine köstliche, aber seltene Spezialität ist das Aish shamsi, das Sonnenbrot, das in Oberägypten und in den Oasen gegessen wird. Man lässt den Fladen tagsüber im heißen Wüstensand aufgehen und backt ihn abends fünf Minuten im gerade erloschenen Ofen. Fladenbrot wird zu Saucen gegessen, zu Suppen, zu Eintöpfen und Fleisch oder zu Pasterma. Oft ersetzt das Brot den Löffel.

Viele kleine Nebengerichte, die man schon kaum noch als Vorspeisen bezeichnen kann, lockern jede Mahlzeit auf, unter ihnen die leckeren Saucen und andere kalte Speisen, die man in Ägypten auch Mezzen nennt. Am populärsten sind Tahina, eine ölige Sesampaste, sowie Hummus, ein Kichererbsenpüree, und Baba Ghannug, Auberginenbrei. Probieren Sie unbedingt auch die Mahshi-Gerichte, die aus gefüllten Kohl- oder Weinblättern bestehen. Abgerundet wird jedes Gedeck mit einem kleinen Teller Turshi – salzig eingelegten Zwiebeln, Radieschen, Möhren und anderem Gemüse.

Die warme Hauptmahlzeit des Tages essen Ägypter am späten Abend, nicht selten erst gegen Mitternacht, auch in Restaurants. Am Tag vertreiben sie den Hunger vor allem mit Sandwiches.

Die ägyptische Küche besteht seit Jahrtausenden aus dem, was das Niltal hergibt, und das ist vor allem Gemüse und Reis. Fleisch wird als Kebab oder Kufta zubereitet, Hähnchen oder Taube auf Holzkohle gegrillt. Typisch für Oberägypten sind die sogenannten Tagin, die südlich von Kairo Tadschin ausgesprochen werden, es sind Fleisch-Gemüse-Töpfe aus dem Ofen. Besonders lecker: Bamia-Tagin mit Okraschoten und Tomaten. Auch Tagin-Gerichte mit Fisch oder Meeresfrüchten sind köstlich. Überhaupt ist die Fischküche in fast allen Küstenorten sehr empfehlenswert. Die grüne Suppe Molokhiyya, ein ägyptisches Nationalgericht, wird ebenfalls am besten in Oberägypten zubereitet und ist dort in fast jedem Restaurant, von einfach bis luxuriös, erhältlich, auch wenn sie nicht auf der Speisekarte steht. Fragen Sie den Kellner danach!

Ab und an, besonders zum Fest Sham el-Nessim, stößt man auf die bei Einheimischen beliebte Spezialität Fesikh, Fisch, der, nachdem er ein paar Stunden in der Hitze vor sich hingegammelt hat, gepökelt und roh gegessen wird. Fesikh hat nur wenige Liebhaber unter Europäern. Es gehört einige kulinarische Abenteuerlust dazu, das Gericht zu probieren. Es sollte außerdem an einem Ort Ihres Vertrauens serviert werden. Gelegentlich kommt es zu Fischvergiftungen!

Nach dem Essen wird Mokka oder Schwarztee serviert, nur mit Zucker als Shai, mit Pfefferminzblättern als Shai bi-nana. Der Tee wird häufig in Kaffeehäusern eingenommen. Komischerweise denkt man dort oft, Touristen würden Teebeutel bevorzugen. Bestellen Sie deshalb Shai ala bosta, nach Art des Postmanns, wenn Ihnen richtiger Tee aus aufgebrühten Blättern lieber ist! Der Mokka kommt als Ahwa masbut mittelmäßig gesüßt oder als Ahwa sada ohne Zucker.

Für Liebhaber frisch gepresster Obstsäfte ist Ägypten ein Paradies. Überall gibt es günstige Varianten, für die das Fruchtfleisch oft einfach nur püriert ist. Besonders schmackhaft: frische Mangosäfte zwischen Juli und November. Von den in Ägypten gekelterten Weinen sind der rote Obélisque und der weiße Giannaclis die besten. Neben den einheimischen Bieren Stella und Sakara werden im Land auch die Marken Löwenbräu und Carlsberg gebraut.

Schauen Sie in den Restaurants bitte auf das Kleingedruckte in den Speisekarten. Oft müssen Sie zum eigentlichen Preis noch verschiedene Steuern und Gebühren hinzuaddieren, die bis zu 21 Prozent ausmachen können. Bessere Cafés und Gaststätten bestehen zudem nicht selten auf einen Mindestverzehr. Egal, was und wie viel Sie essen oder trinken, Sie müssen dann auf jeden Fall die Minimum Charge zahlen. Vergessen Sie nicht, dem Kellner, der Sie bedient hat, ein, zwei Pfund Trinkgeld zuzustecken – neben jenem Ovulus, den Sie dem kassierenden Kellner geben. Besonders in touristenarmen Zeiten ist das Bakschisch die einzige Einnahmequelle, sogar für fest angestelltes Restaurantpersonal.

Trinkgeld

In Restaurants und Cafés sind etwa fünf bis zehn Prozent der Rechnungssumme üblich. Gepäckträger bekommen etwa 10-15 £E, Zimmermädchen/Room Boys 10 £E pro Tag.

Einkaufen und Shoppen

Für viele Reisende ist Ägypten ein Shoppingerlebnis, für andere ein Albtraum: Sie werden auf den Basaren angesprochen, müssen feilschen und wissen am Ende nie, ob sie übers Ohr gehauen wurden oder nicht. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, die Ägypter handeln auch. Bieten Sie getrost nur zwei Drittel bis die Hälfte dessen, was der Händler haben möchte. Irgendwo in der Mitte werden Sie sich schon treffen. Faustregel: Je touristischer das Angebot, desto mutiger sollten Sie handeln. Bleiben Sie freundlich, flechten Sie einen Witz in die Unterhaltung mit ein! Das beeinflusst den Preis. In Krämerläden, Supermärkten und Shopping Malls ist Handeln unüblich bis verpönt.

Souvenirs

Gewürze, Tee & Parfüm

In Luxor und Assuan finden Sie die besten Gewürze – und den besten Karkadeh (Malvenblütentee). Die Blüten werden getrocknet nach Gewicht verkauft und gehören, wenn sie tatsächlich aus Oberägypten stammen, zu den besten der Welt. Eisgekühlter Karkadeh, also oberägyptischer Malvenblütentee, ist eine ideale, fruchtige und noch dazu gesunde Sommererfrischung.

In vielen Parfümläden wird man ehrlich bedient, immer wieder aber berichten Touristen von unangenehmen Erfahrungen: Nicht selten geschieht es, dass Sie nach einem netten, oft langen Gespräch beim Tee mit dem Parfümhändler den Laden weder mit dem ausgewählten Duft noch der gewünschten Menge verlassen. Achten Sie deshalb beim Abfüllen und Einpacken darauf, dass Sie das erhalten, was Sie auch bezahlt haben!

Kunsthandwerk & Design

Exzellentes ägyptisches Kunsthandwerk finden Sie fast überall. Auf dem Khan El-Khalili in Kairo residieren die Metallschmiede in einer ganzen Straße, dort kann man Stunden zwischen kunstvoll verarbeiteten Lampenschirmen, Tellern, Schalen oder Tabletts aus Kupfer und Messing verbringen. Den besten Silberschmuck fertigen die Beduinen in der Oase Siwa an. Die betörend schönen Armreifen, Ketten und Ringe sind begehrte Sammlerstücke. Vasen, Brieföffner, Dosen und Statuen aus Alabaster kaufen Sie am besten in Luxor, denn hier werden sie hergestellt.

Beliebt sind auch Kissenbezüge und Wandteppiche aus derbem Stoff mit aufgenähten Applikationen. Oft können Sie den Handwerkern zuschauen und sich Stücke nach Ihren Ideen anfertigen lassen. Die Werkstatt NADIM (www.nadim.org) ist im ganzen Land bekannt für ihre prächtigen Holzarbeiten, Teetischchen, Koranständer oder Bilderrahmen im orientalischen Mashrabiyya-Design, ohne Nägel und Schrauben zusammengefügt.

Einkaufszentrum

Malls & Boutiquen

Vor allem in Kairo, aber auch in den Badeorten haben in den letzten Jahren unzählige Shopping Malls mit teilweise bis zu Hunderten von Geschäften eröffnet. Die größte des Landes ist das Citystars Center in Kairo, in dem Sie auf zwei Etagen auch Dutzende verschiedene Läden für orientalische Souvenirs finden, nicht selten zu durchaus fairen Preisen. Versäumen Sie es auch nicht, einen Blick in die moderneren Boutiqen zu werfen! Ägypten ist berühmt für seine Baumwolle, und die Stücke sind hervorragend verarbeitet.

Musik & Video

Ein originelles Mitbringsel sind Koranrezitationen, Tonträger mit arabischer Popmusik oder ganz aktuell mit Beats der Straße und Liedern der Revolution. Kostenpunkt: oft nur zwischen 1 und 2 Euro.

Tabak, Wein & Spirituosen

Wasserpfeifen

Möchten Sie sich eine Wasserpfeife mitbringen, dann stellen Sie sich Ihr persönliches Design zusammen! Und wenn Sie in Ägypten auch gleich noch das Zubehör inklusive Tabak kaufen, dann haben Sie ordentlich Geld gespart. Den gibt es in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen, und er ist in jedem Fall erheblich billiger als in Ihrem Heimatland. Achtung: Die Zollbestimmungen für die Einfuhr von Tabakwaren in die EU gelten auch für Wasserpfeifentabak!

Öffnungszeiten

Einkaufen können Sie ab morgens gegen 10 Uhr bis etwa 21 Uhr am Abend, freitags ab etwa 14 Uhr. In den Einkaufsstraßen der Städte und an den Promenaden der Badeorte wird nicht selten bis 23 Uhr verkauft. Oft legen die Händler in den Basaren am Nachmittag eine Siesta ein. Die Kairoer Shoppingmalls sind bis 23 Uhr geöffnet, Supermärkte wie zum Beispiel die der Metrokette rund um die Uhr. Einige Geschäfte, etwa im Khan Al-Khalili, haben am Sonntag zu. Wenn Sie zum Arzt müssen und einen Termin z. B. um 11 Uhr bekommen, dann müssen Sie fragen, ob vormittags oder abends gemeint ist! Apotheken haben bis spätnachts geöffnet, Banken schließen freitags und samstags, Behörden nur freitags. Im Fastenmonat Ramadan gelten Sonderöffnungszeiten.

Fotografieren

Außer militärischen Anlagen sowie Häfen, Brücken, Bahnhöfen und Flugplätzen dürfen Sie alles fotografieren. In Museen und Pharaonengräbern ist meistens die Benutzung von Blitzlicht und Stativ untersagt. In großen Museen müssen Sie Ihre Kamera sogar am Eingang hinterlegen. Dort ist fotografieren gleich ganz verboten.

SpeisenGetränke

Baba Ghannug Püree aus gegarten Auberginen und Tahina
Baklawa mit Nüssen gefüllte Teigpasteten
Bitingan ma'li bi-toum gebratene Auberginen mit Knoblauch
Fassuliya Bohnen in Tomatensauce
Fatier die ägyptische Variante der Pizza besteht aus knusprigem Blätterteig, sie wird süß oder würzig belegt bzw. gefüllt
Fatta aus Fladenbrot, Fleisch und Reis aufgeschichtetes Gericht, mit Brühe durchtränkt
Fesikh gepökelter Fisch
Kebab gegrilltes Kalb- oder Hammelfleisch am Spieß
Kufta gegrillte Fleischröllchen vom Rind oder Hammel
Kunafa Kuchen aus gebackenen Fadennudeln mit Nüssen und Sirup
Kuszbariyya Fisch mit Tomatensauce, nach Alexandriner Art im Ofen gebacken
Lahma bi-khudaar Fleischeintopf mit Saisongemüse
Mahallabiyya Pudding aus Reismehl
Molokhiyya Nationalgericht des Landes: grüne, schleimige Suppe, die aus einem brennnesselähnlichen Kraut zubereitet wird
Pasterma Formschinken aus gedörrtem Rind- oder Kamelfleisch im Gewürzmantel
Shawarma die arabische Variante des Döner Kebab
Shish Tawuk gegrilltes, entbeintes Hähnchen
Shorbet Ads typische ägyptische Linsensuppe
Umm Ali Nachtisch aus Blätterteig, mit Sahne, Nüssen und Rosinen überbacken
Wara ainab Weinblätter, gefüllt mit würzigem Reis
Assier 'assab Zuckerrohrsaft
Helba heißes Getränk aus gekochtem Bockshornklee
Karkadeh stark gesüßter Malvenblütentee, der heiß oder kalt getrunken wird
Sachleb süßes Milchgetränk mit Nüssen, Maisstärke und geraspelten Kokosnüssen
Stichworte

Bakschisch

Eine der fünf Grundpflichten jedes Muslims ist die Armensteuer Zakat, eine Art institutionalisierte Almosengabe. Sadaqa heißt die Gabe außer der Reihe – viele Ägypter geben Verwandten, in Not geratenen Nachbarn oder Arbeitskollegen regelmäßig von ihrer kargen Habe etwas ab. Das Wort, das Touristen jedoch am häufigsten hören, lautet Bakschisch (mit langem i in der betonten letzten Silbe). Bettler raunen es ihnen am Straßenrand zu, Kinder rufen es Fremden hinterher, denn wer als Tourist nach Ägypten kommt, ist vergleichsweise reich. Für viele Ägypter ist es Ehrensache, Bettlern ein paar Piaster oder mehr zu geben – außer bettelnden Kindern. Wenn Kellner, Zimmermädchen, die Toilettenfrau oder der Tankwart Bakschisch bekommen, dann entspricht das unserem Trinkgeld. Mit einem Unterschied: Es ist das Geld, mit dem sie ihre Familien ernähren. Die Löhne reichen dazu nicht aus. Nicht zuletzt deshalb lautete eine der Losungen während der Revolution: „'Aish Horriyya ‚Adala igtima'iyya“ („Brot, Freiheit, soziale Gerechtigkeit“).

Bauchtanz

Kaum eine Hochzeit oder ein Clubabend ohne ihn: Selbst Kinder beherrschen schon das Kreisen der Hüften zu Musik. Trotzdem hegen die Ägypter eine Hassliebe zum Raqs sharki, wie der Bauchtanz auf Arabisch heißt. Sie finden ihn unsittlich, da er gegen den religiösen Anstand verstößt, aber sie bewundern und verehren seine Superstars. Dabei gehört er zur Lebensfreude der Menschen, und das seit Tausenden von Jahren, wie altägyptische Reliefs zeigen. Durch die Musikfilme der 1940er-Jahre agieren die Tänzerinnen nicht mehr nur in Clubs, aber ihr Ruf besserte sich dadurch nicht. Heute werden die besten Shows in den Kairoer Luxushotels gezeigt.

Bildung

Die Ägypter sind bekannt für ihren Gleichmut, aber einmal im Jahr hört man ein ganzes Land klagen und stöhnen. Vor den großen Sommerferien wird das dem deutschen Abitur vergleichbare Thanawiyya aama abgelegt, Schüler und Eltern stehen am Rand des Nervenzusammenbruchs. In den staatlichen und vielen privaten Schulen wird weder kritisches Denken noch das Lösen von Problemen gelehrt, sondern auswendig gelernt. Die Lehrer bessern ihr Monatsgehalt von etwa 50 Euro mit Privatstunden auf, für die Ägyptens Eltern Hunderte Millionen Pfund pro Jahr ausgeben. Vor allem während dieses Nachhilfeunterrichts erwerben die Schüler das nötige Prüfungswissen. Wochenlanges stoisches Memorieren ist die Folge, jeder Satz muss in der Prüfung sitzen. Die Abiturnote entscheidet über den Studienplatz, kreativ sein schadet da eher. Die Entmachtung Mubaraks im Februar 2011 hat daran bislang wenig geändert.

Gastfreundschaft

Sobald ein Gast das Haus oder das Zelt betritt, so lautet eine alte Beduinenregel, soll man ihn mindestens drei Tage lang wie ein Mitglied der Familie behandeln. Er muss beköstigt, beschützt und notfalls auch gekleidet werden. Auch heute noch ist die Gastfreundschaft der Ägypter nahezu legendär. Die Chance, dass Einheimische Sie zum Essen in ihr Haus oder ihre Wohnung einladen, ist gar nicht so gering. Bevor Sie jedoch eine solche Einladung annehmen, sollte sie mindestens dreimal ausgesprochen sein, und selbst dann kann es passieren, dass die Gastgeber Ihnen zuliebe mit einem opulenten Mahl die Haushaltskasse für Monate im Voraus schröpfen. Bringen Sie ein kleines Geschenk mit, Gebäck oder frisches Obst – und vor allem Hunger. Denn es gibt für die Gastgeber kein größeres Lob, als wenn Sie reichlich essen.

Götter

Diesseits und Jenseits waren für die alten Ägypter zwei Daseinsformen eines größeren Ganzen, getrennt nur durch ein Totengericht, das über die Aufnahme der Verstorbenen ins Jenseits befand. Diesem Gericht stand Osiris vor, Herr der Unterwelten und gleichzeitig Gott der Wiedergeburt. Isis, Muttergottheit sowie Gattin und Schwester des Osiris, hatte seinen von Seth ermordeten und zerstückelten Leichnam eingesammelt und zu neuem Leben erweckt. Isis gebar ihm auch einen Sohn, Horus, den Gott mit dem Falkenkopf, der als erster Pharao den Thron bestieg und somit alle folgenden Pharaonen direkt zu Osiris in Beziehung setzte und gottgleich machte.

Zu den zahlreichen Göttern der Pharaonenzeit gehörten Hathor, die Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe, oft in Kuhgestalt abgebildet, sowie der zum Gott erhobene Baumeister der Stufenpyramide von Saqqara, Imhotep, Schutzherr seiner Zunft sowie der der Ärzte, außerdem Amun, der thebanische Reichsgott und Schöpfer der Welt.

Hieroglyphen

Funde eines Teams des Deutschen Archäologischen Instituts, das seit 1988 in Abydos gräbt, legen die Annahme nahe, dass sich die Schrift der alten Ägypter tatsächlich ohne den Einfluss der Sumerer aus dem Zweistromland entwickelte. Die Zeichen, die das Team auf unzähligen Täfelchen und Scherben fand, sind eindeutig Vorläufer jener späteren Hieroglyphen, die Jean François Champollion anhand des dreisprachigen Steins von Rosetta 1822 übersetzte. Schrift wurde anfangs weder für heilige Texte noch für Geschichtsepen, sondern vor allem für Inventarlisten, Steuervermerke oder Namensetiketten verwendet. Sie ist Produkt eines beeindruckenden Verwaltungsapparats, den man ohne Übertreibung als die älteste Bürokratie der Welt bezeichnen kann.

Islam

Neun von zehn Ägyptern sind Muslime. Die Bedeutung der Religion im Alltag wird auf Schritt und Tritt deutlich. Fünfmal am Tag ertönt der Gebetsruf aus den Lautsprechern der Moscheen und Gebetsräume. Die Scharia, das islamische Recht, ist eine Quelle der Gesetzgebung, neben dem Bürgerrecht, das sich jedoch immer mehr an der Scharia orientiert. Eheschließungen und Bestattungen werden nach islamischem Ritus vollzogen. In kaum einem Restaurant gibt es Schweinefleisch, da Schweine als unrein gelten.

Jeder fromme Muslim erfüllt fünf Grundgebote: Er leistet ein Bekenntnis zu Gott (arabisch: Allah) und zum Propheten Mohammed, betet fünfmal am Tag, fastet im Monat Ramadan, leistet eine Armensteuer und pilgert einmal im Leben nach Mekka. Die heilige Schrift, der Koran, soll dem Propheten Mohammed vor über 1300 Jahren offenbart worden sein. Juden und Christen werden in ihm als Vorläufer, als „Leute des Buchs“, respektiert.

Kopten

Neun Prozent aller Ägypter sind Christen. Im 2. Jh. war das Nildelta bereits christianisiert. Die Kopten, Ägyptens orthodoxe Christen, stellen deshalb eine der ältesten christlichen Glaubensgemeinschaften der Welt dar. Das Verhältnis zur muslimischen Bevölkerungsmehrheit ist angespannt. Die Regierung beschwört die Einheit des ägyptischen Volkes, und viele Ägypter aller Glaubensrichtungen stimmen dem vorbehaltlos zu. Trotzdem kam es nach Mursis Wahlsieg zu bisweilen gewalttätigen Konflikten zwischen Muslimen und Kopten, die der Muslimbruderschaft mit viel Skepsis gegenüberstehen. Die Kopten sind ähnlich stark wie die muslimischen Ägypter an Traditionen orientiert, so gibt es über das ganze Jahr verteilt strenge Fastenperioden und zahlreiche Gottesdienste.

Moschee

Das islamische Gebetshaus, die Moschee, ist – anders als die christliche Kirche – keine sakrale Stätte, sondern vor allem ein praktischer, sauberer und vor allem stiller Ort zum Beten, ob einzeln oder in der Gruppe. Gleichzeitig dient die Moschee als Treffpunkt, zum Ausruhen und Meditieren sowie als Anlaufpunkt für viele Reisende. Wegen des islamischen Bilderverbots sind Moscheen vorwiegend mit kunstvollen Kalligrafien verziert. Außerhalb der Gebetszeiten können Sie fast alle Moscheen besichtigen, wenn Sie die Stille respektieren, keine aufreizende Kleidung tragen und Ihre Schuhe am Eingang ausziehen. Manchmal werden den Besucherinnen am Eingang Tücher gereicht, mit denen sie ihr Haar bedecken können.

Ramadan

Im muslimischen Fastenmonat ist alles anders. Einmal im Jahr für vier Wochen folgt das gesamte öffentliche und private Leben in Ägypten Regeln, die wenig mit denen der übrigen Zeit gemein haben. Zwischen Sonnenaufgang und -untergang verzichten nicht nur die besonders gläubigen Muslime auf Speisen, Getränke, Sex, Parfüm und Nikotin. Auch weniger fromme bleiben vom Ramadan nicht unberührt und versuchen, wenigstens für ein, zwei Wochen mitzufasten. Alle Geschäfte, Ämter und Firmen schließen drei Stunden vor Sonnenuntergang, und zum Zeitpunkt des Fastenbrechens, des Iftars, herrscht Totenstille auf den Straßen, selbst in Kairo: Alle sitzen daheim am Esstisch. Das Mahl fällt besonders festlich aus, man lädt sich gegenseitig ein und feiert. Die Zeit bis zum Suhur, dem letzten Mahl in der Nacht, verbringt man in den Kaffeehäusern oder in speziellen Festzelten bei Wasserpfeife, Tee und Kaffee. Die Straßen sind mit Laternen und Girlanden geschmückt. Der Ramadan endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens, dem Eid Al-Fitr.

Revolution des 25. Januar

An diesem Tag begann 2011 ein Volksaufstand, der 18 Tage dauerte und mit dem Sturz Mubaraks endete. Insgesamt gingen landesweit viele Millionen Menschen auf die Straße. Ihre Proteste wurden mit brutaler Gewalt beantwortet. Mindestens 846 Demonstranten kamen nach Behördenangaben durch Sicherheitskräfte in Uniform und in Zivil ums Leben, vor allem in der ersten Woche. Schließlich übernahm das Militär die Macht, versprach den demokratischen Umbau des Landes und die Inhaftierung führender Regierungsmitglieder sowie des Präsidenten und seiner Söhne. Mehrere Dutzend bürgerliche, linke, liberale und islamistische Parteien wurden in den Monaten danach gegründet. Das Herz der Revolution war der Tahrir-Platz im Kairoer Zentrum. Hier werden seitdem Revolutionssouvenirs verkauft, zum Beispiel T-Shirts.

Shisha

Die markantesten Geräusche eines typisch ägyptischen Kaffeehauses sind das Scharren der kleinen Metalltischchen über den Boden, wenn diese immer wieder neu gruppiert werden, das Klappern der Backgammonsteine sowie das stetige Blubbern der Wasserpfeifen. Die Shisha erfreut sich trotz des hohen Schadstoffgehalts ihres Rauchs weiterhin großer Beliebtheit. Eine Stunde rauchen, so Dr. Fatima Al-Awa von der WHO, entspreche dem Konsum von 100 bis 200 Zigaretten. Seit vor einiger Zeit bekannt wurde, dass über das Mundstück Krankheiten übertragen werden können, verteilt man nun Einwegware aus Plastik. In einigen Cafés trennt man sogar die glühende Kohle mit Alufolie vom Tabak, sodass nur der reine Tabakrauch eingeatmet wird. Es gibt die verschiedensten Aromen wie Apfel, Pfirsich und traditionell Rosenblüte oder Minze.

Wirtschaft

Seit den 1990er-Jahren sahen Fachleute in Ägypten ein hoffnungsvolles Schwellenland. Trotz kurzzeitiger Einbrüche durch das Terrorattentat von New York 2001 und den Irakkrieg legte sein Wirtschaftswachstum in den Jahren vor dem Volksaufstand noch einmal zu, brach dann jedoch im Februar 2011 auf einmal komplett ein. Monatelang blieben die Touristen aus. Ausländische Investitionen lagen auf Eis. Zusammen mit den Suezkanal-Gebühren, den Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport und den Überweisungen ägyptischer Gastarbeiter in ihre Heimat zählt der Tourismus zu den Hauptdevisenbringern des Landes. Die Zukunft der ägyptischen Wirtschaft war bei Redaktionsschluss unklar. Unbestreitbar hat das Land viel Potenzial: Da wären Erdgas, Solarenergie, Tourismus. Zudem hofft man auf die Rückkehr ausländischer Investoren.

Bloss nicht!

Artenschutz missachten

Überall kann es passieren, dass Ihnen Händler Korallen, die aus Riffen herausgebrochen wurden, ausgestopfte Tiere oder Artikel aus Elfenbein anbieten, zum Teil auch in renommierten Kunstgewerbeläden – sogar in Kairo. Es ist streng verboten, Korallenriffe zu beschädigen, selbst das Sammeln von Muscheln und Schnecken ist zum Schutz der Unterwasserwelt untersagt. Der Kauf von ausgestopften Tieren und Elfenbein unterstützt zudem die Wilderer – unabhängig davon, ob die Aus- bzw. Einfuhr der Produkte verboten ist.

Fische ärgern

Reizen oder bedrängen Sie beim Schnorcheln oder Tauchen keine Fische, selbst wenn sie noch so anmutig und friedlich aussehen. An den Korallenriffen des Roten Meers leben einige äußerst giftige Arten. Unfälle sind zwar sehr selten, besser ist es jedoch, wenn Sie sich vor dem Schnorchel- oder Tauchgang in einem Tauchzentrum über mögliche Gefahren informieren!

Drogen andrehen lassen

Bango nennt man das Marihuana in Ägypten, abgeleitet vom arabischen Wort für betäuben, narkotisieren. Haschisch heißt – wie praktisch – Haschiesch, mit lang gezogenem „i“ und betont auf der zweiten Wortsilbe. Beide Drogen sind durchaus populär, aber dennoch streng verboten. Auf Missbrauch weicher wie harter Drogen stehen empfindliche Strafen, die zwar relativ selten, aber regelmäßig auch an Ausländer aus Westeuropa verhängt werden. Die Polizei führt regelmäßig Razzien durch.

Schleppern auf den Leim gehen

In allen Touristenzentren des Landes und in der Downtown von Kairo im Umfeld des Midan Talaat Harb kommt es vor, dass Sie von zumeist jungen Ägyptern auf der Straße angesprochen werden. Diese sprechen zufällig Deutsch, haben zufällig auch einmal früher ausgerechnet in Ihrem Wohnort Verwandte besucht bzw. dort studiert oder gearbeitet und möchten nun mit Ihnen diese Zufälle bei einem Gläschen Tee feiern – bei einem Onkel, der zufällig direkt um die Ecke einen Parfümshop oder einen Papyrusladen betreibt. Wenn Sie nicht mit völlig überteuerten Souvenirs wieder herauskommen wollen, die Sie am Ende aus lauter Höflichkeit gekauft haben, dann weisen Sie die Schlepper nett ab! Kaufen Sie auch nichts vor Gräbern und Tempeln; die Eingänge werden regelrecht belagert von Händlern mit Kitsch und Ramsch.

Sich in der Wildnis überschätzen

Unternehmen Sie Wanderungen und Touren nie allein ohne ortskundigen Führer. Schnell verlaufen Sie sich, denn Dünen und Felsen sehen sich oft zum Verwechseln ähnlich! Wenn Sie in der Wildnis keine Trinkwasservorräte mit sich führen, kann das verheerende Folgen haben.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Am 24. März 2018 kam es in Alexandria mittels eines in einem geparkten Fahrzeug versteckten Sprengsatzes zu einem Anschlag auf einen Fahrzeugkonvoi des örtlichen Sicherheitsdirektors, bei dem mindestens zwei Polizisten getötet wurden.

Es besteht landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen. Diese können sich auch gegen ausländische Ziele und Staatsbürger richten.
Bei Reisen nach Ägypten, einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer, wird generell zu Vorsicht geraten.

Demonstrationen und Menschenansammlungen, insbesondere vor religiösen Stätten, Universitäten und staatlichen Einrichtungen, sowie im Kontext mit den vom 26. bis 28. März 2018 stattfindenden Wahlen, sollten unbedingt gemieden werden.
Seit dem 10. April 2017 gilt landesweit der Ausnahmezustand. Die Maßnahme geht mit erhöhten Eingriffsbefugnissen für Sicherheitskräfte und Militär einher.

Ägypten befindet sich seit der Januarrevolution von 2011 in einer Umbruchphase, die wiederholt zu Demonstrationen und gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt hat.

Es kommt immer wieder zu Anschlägen auf Einrichtungen ägyptischer Sicherheitsbehörden, wie am 14. Juli 2017 auf einen Polizeiposten, rund 40 km südlich von Kairo, bei dem 5 Polizisten getötet wurden.

Seit dem 11. Dezember 2016, als Teilnehmer an einem Gottesdienst in der koptischen Kirche Peter und Paul in Kairo einem Attentat zum Opfer fielen, kam es wiederholt zu Anschlägen auf koptische Christen und koptische Kirchen mit zahlreichen Toten und Verletzten. Zuletzt kam es am 29. Dezember 2017 vor einer koptischen Kirche in Helwan im südlichen Großraum von Kairo zu einem Anschlag mit neun Todesopfern.

Am 21. Oktober 2017 starben nach offiziellen Angaben 16 Polizisten bei einem Schusswechsel mit Terroristen etwa 135 km südwestlich von Giza-Stadt, abseits der Straße nach Bahariya. Medien berichteten teilweise von einer deutlich höheren Anzahl von Opfern.
Am 14. Juli 2017 fielen an einem Hotelstrand in Hurghada zwei deutsche Urlauberinnen einem Angriff mit einem Messer zum Opfer. Ein terroristischer Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden.

Sinai-Halbinsel

Vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet wird gewarnt.
Dies gilt auch für den Reiseort Taba. In diesen Regionen finden militärische Operationen statt, und es kam zu terroristischen Anschlägen. In Taba kam es im Februar 2014 zu einem Anschlag auf einen Reisebus mit koreanischen Touristen.

In allen anderen Regionen der Sinai-Halbinsel wird insbesondere von individuell organisierten und nicht durch staatliche Sicherheitskräfte begleiteten Überlandfahrten abgeraten, ebenso von unbegleiteten Busfahrten im Großraum Sharm el-Sheikh in Richtung Nuweiba.
Von Fahrten abseits des Küstenstreifens wie zum Berg Sinai und dem Katharinenkloster wird gänzlich abgeraten.
Am 31. Oktober 2015 stürzte ein Passagierflugzeug nach dem Start in Sharm el-Sheikh über dem Sinai ab. Als Absturzursache wurde ein Sprengsatz an Bord ermittelt.

Bei Angriffen der Terrormiliz IS gegen Stellungen der ägyptischen Sicherheitskräfte im Raum Sheikh Zuwayd auf der nördlichen Sinai-Halbinsel am 1. Juli 2015 kam es zu einer Vielzahl von Todesopfern.

Im gesamten Norden der Sinai-Halbinsel kam es wiederholt zu schweren Anschlägen.
Zuletzt wurden am 24. November 2017 in Bir al-Abed im Nord-Sinai durch einen besonders schweren terroristischen Anschlag nach dem Freitagsgebet in einer Moschee mehr als 300 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.
Über den nördlichen Teil der Sinai-Halbinsel (Gouvernorat Nord-Sinai) wurde im August 2013 der Ausnahmezustand verhängt und seitdem immer wieder verlängert. Es gilt dort auch eine tägliche Ausgangssperre von 19.00 Uhr bis 6.00 Uhr.
Der Grenzübergang Rafah, zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen, ist aufgrund der aktuellen Sicherheitslage grundsätzlich geschlossen. Er wird in unregelmäßigen Abständen kurzzeitig (wenige Tage oder Stunden) eingeschränkt für bestimmte Personengruppen (u. a. humanitäre Notfälle, ausländische Staatsangehörige und Studenten) geöffnet. Der Grenzübergang kann dann nach Angaben der ägyptischen Behörden regulär - nur - von Palästinensern mit gültigen Ausweispapieren der Palästinensischen Behörde benutzt werden. Für die Ausreise aus dem Gaza-Streifen bedarf es eines ägyptischen Visums und einer palästinensischen Ausreiseerlaubnis. Eine Ausreise aus dem Gaza-Streifen kann bei erfolgter Einreise über Rafah auch nicht über den israelischen Grenzübergang Erez erfolgen. Auf die Reisewarnung für den Gaza-Streifen wird hingewiesen.

Übrige Landesteile
Vor Reisen in entlegene Gebiete der Sahara wird gewarnt.

Die ägyptischen Behörden haben die Grenzregionen zu Libyen und zum Sudan zu Sperrgebieten erklärt und Reisen dorthin untersagt.

Von Überlandfahrten ohne ortskundige Begleitung wird dringend abgeraten.
Im September 2015 wurde im Bereich der westlichen Wüste, nahe Farafra, eine Touristengruppe versehentlich durch ägyptische Sicherheitskräfte beschossen; es gab mehrere Todesopfer. Ausflugsziele, die sich in den entlegenen westlichen und südlichen Wüstengebieten befinden, können grundsätzlich mit einer Sondergenehmigung bereist werden. Derzeit wird jedoch dringend davon abgeraten, Ausflugsziele jenseits gesicherter Orte und Straßenverbindungen zu bereisen.
Alle Arten von Wüstenexkursionen sollten stets durch professionelle Reiseveranstalter bzw. Touranbieter organisiert und durch diese ortskundig begleitet werden. Es kommt jedoch vor, dass bereits genehmigte Wüstenexkursionen durch Militär und Sicherheitsbehörden kurzfristig untersagt werden.

Aufgrund militärischer Operationen im Bereich der westlichen Wüste, gilt insbesondere die Verbindung von 6th of October City in Richtung Bahariya für Touristen und Ausländer nach offiziellen Angaben noch immer als gesperrt. Es kann zu Zurückweisungen kommen.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Ausdehnung der bestehenden Sperrgebiete ständigen Veränderungen unterliegt.
Für den Bereich des Sinai (Zufahrt zum Suez-Tunnel) existieren derzeit Zufahrtsbeschränkungen für Geländefahrzeuge.

Demonstrationen

Seit dem politischen Umbruch im Januar 2011 und verstärkt noch seit der Absetzung von Präsident Mursi im Juli 2013 kam es über das gesamte Land verteilt immer wieder zu Demonstrationen, die teilweise auch einen gewalttätigen Verlauf mit Toten und Verletzten nahmen. Seit der Wahl von Präsident Sisi im Mai 2014 hat sich die Lage wieder etwas stabilisiert. Es ist aber auch weiterhin mit Demonstrationen und Angriffen auf ägyptische Sicherheitskräfte zu rechnen. Menschenansammlungen sollten unbedingt gemieden werden. Aufgrund der Sicherheitslage ist vor allem nachts mit Kontrollen durch die Sicherheitskräfte zu rechnen.
Reisenden wird empfohlen, Hinweise der Hotels und Reiseveranstalter zu beachten und die aktuelle Medienberichterstattung zu verfolgen.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist in Ägypten vergleichsweise gering. Vor dem Hintergrund der prekären wirtschaftlichen und sozialen Situation weiter Teile der Bevölkerung ist wird zur üblichen Vorsicht geraten.

Warnung vor Reisen in den Gazastreifen

Vor Reisen in den Gazastreifen wird nach wie vor dringend gewarnt; dies gilt insbesondere auch für Personen mit Familienangehörigen im Gazastreifen. Der Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen wird regelmäßig nach Anschlägen auf ägyptische Sicherheitskräfte geschlossen. Es ist nicht vorhersehbar, wann die Schließungen jeweils aufgehoben werden und ob der Grenzübergang wieder einen regulären Betrieb aufnehmen wird. Dies birgt stets die Gefahr, aus dem Gazastreifen nicht wieder ausreisen zu können. Auch bei einer Wiedereröffnung des Grenzübergangs werden die Regelungen für den Grenzübertritt in Rafah durch die ägyptischen Behörden sehr restriktiv gehandhabt. Die zuständigen deutschen Auslandsvertretungen können keine Unterstützung bei der Ein- oder Ausreise über den Grenzübergang Rafah leisten. Die Überlandfahrt nach Rafah ist besonders gefährlich. Aufgrund der für den Norden der Sinai-Halbinsel bestehenden Reisewarnung kann dort keine konsularische Hilfe geleistet werden.

Minengefahr

Wegen unzureichend gekennzeichneter Minenfelder ist besondere Vorsicht abseits regulärer Straßen und Wege auf dem Sinai, in einigen nicht erschlossenen Küstenbereichen des Roten Meeres, am nicht erschlossenen Mittelmeerküstenstreifen westlich von El Alamein und in Grenzregionen zu Sudan und Libyen geboten.

Schiffs-, Bahn- und Luftverkehr

Das ägyptische Schienennetz ist teilweise veraltet. Es kommt immer wieder zu schweren Unfällen mit Toten. Der Zugverkehr ist stark eingeschränkt. Mit kurzfristigen Zugausfällen ist insbesondere auf Nebenstrecken zu rechnen. Die Sicherheitsstandards auf den Fährschiffen, wie sie etwa zur Passage über das Rote Meer eingesetzt werden, entsprechen nicht immer internationalen Standards. Vor diesem Hintergrund sollten Überlandfahrten auf der Schiene - mit Ausnahme der Schnellzüge zwischen Alexandria und Kairo - so weit wie möglich vermieden und wo möglich auf Flugverbindungen zurückgegriffen werden.

Taxibenutzung

Aus den Urlaubsgebieten (u. a. Hurghada) gibt es vermehrt Meldungen über betrügerische bzw. erpresserische Verhaltensweisen bei Taxifahrern. Es sollten daher nur Taxis mit eingeschaltetem Taxameter benutzt werden. Fahrgäste sollten sich vorher, bspw. in ihrem Hotel, über das Fahrtziel und den ungefähren Fahrtpreis, informieren. Die Bezahlung sollte nach dem Aussteigen durch das Fenster erfolgen.

Flughafen

Die Sicherheitskontrollen an den ägyptischen Flughäfen sind teilweise unzureichend. In der Vergangenheit kam es vermehrt zu Beschwerden von Reisenden, deren Gepäckstücke am Internationalen Flughafen Kairo geplündert wurden bzw. ganz abhanden kamen.

Allgemeine Informationen sind auf der Webseite der deutschen Botschaft Kairo zu finden.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Verhaltensregeln und allgemeine Sicherheitshinweise

Gastfreundschaft hat in Ägypten einen hohen Stellenwert. Zugleich ist es aber selbstverständlich und wird von allen Gästen des Landes erwartet, dass sie sich den Verhaltensregeln eines islamisch geprägten Landes anpassen und diese respektieren. Die Rücksichtnahme auf die Moralvorstellungen einer islamisch geprägten Gesellschaft beim Aufenthalt in Ägypten ist ein allgemein geltendes Gebot der Achtung, Höflichkeit und des gesunden Menschenverstandes (siehe auch unter Besondere strafrechtliche Bestimmungen).

Bei Aufenthalten außerhalb von Hotel- und Ferienanlagen, in Städten und bei Reisen über Land ist eine nicht körperbetonte, Arme und Beine bedeckende Kleidung angemessen. In jüngerer Zeit mehren sich Berichte, nach denen Individualreisende - gerade auch an Sehenswürdigkeiten - vor dem Hintergrund der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage verstärkt belästigt und bedrängt werden; bei allein reisenden Frauen besteht die Gefahr sexueller Belästigungen. Die Polizei ist nicht immer willens und/oder in der Lage, hiergegen effektiv einzuschreiten.

Vor dem Hintergrund jüngster Unfälle sollten sich Reisende bei der Benutzung von (technischen) Einrichtungen bzw. Geräten (Heißluftballons, Tauchausrüstungen, Quads etc.) vor Benutzung davon überzeugen, dass diese sich in einem guten Zustand befinden und regelmässig gewartet werden.

Hinweise für Doppelstaater

Reisende (auch minderjährige Kinder), die neben der deutschen zugleich auch die ägyptische Staatsangehörigkeit besitzen (etwa durch Abstammung von einem ägyptischen Elternteil), werden entsprechend der allgemeinen internationalen Praxis in Ägypten ausschließlich als Ägypter behandelt. Personen mit einer solchen doppelten Staatsangehörigkeit unterliegen uneingeschränkt den ägyptischen Gesetzen, sobald sie sich in Ägypten aufhalten (u. a. Wehrpflicht, familienrechtliche Bestimmungen). Nach ägyptischem Recht dürfen minderjährige Kinder (unter 21 Jahren) ohne Zustimmung des (ägyptischen) Vaters nicht ausreisen. Konsularische Hilfe durch die deutsche Botschaft ist für diesen Personenkreis in aller Regel nicht möglich.

Versorgung mit Treibstoff / Strom

Bei Individualreisen mit dem PKW - von denen aufgrund der o.g. Hinweise derzeit ohnehin weitgehend abgeraten wird - ist zu beachten, dass die Versorgung mit Treibstoff nicht in allen Gebieten Ägyptens uneingeschränkt sichergestellt ist. Insbesondere bei Dieselkraftstoff gibt es Engpässe, die zu sehr langen, mitunter mehrtägigen Wartezeiten an den Tankstellen führen.

Engpässe gibt es auch im Bereich der Stromversorgung. Bereits jetzt kommt es landesweit gelegentlich zu kurzfristigen (minuten- oder stundenweisen) Stromabschaltungen, die sich mit steigenden Temperaturen verlängern könnten.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja. Es wird eine spezielle Einreisekarte ausgestellt. Hierzu sind zwei biometrische Passfotos erforderlich.
Trotz der Möglichkeit, damit einzureisen, wird der Personalausweis nicht von allen Stellen in Ägypten als ausreichendes Ausweisdokument angesehen; z.B. wird bei Abhebungen von Überweisungen über Western Union die Vorlage eines Reisepasses verlangt.

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Ausweisdokumente müssen sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise ein Visum. Das Visum wird gegen eine Gebühr von 22,- Euro von der ägyptischen Botschaft in Berlin und den Generalkonsulaten in Frankfurt und Hamburg bzw. seit Dezember 2017 auch als "E-Visa" ausgestellt.
Es kann auch bei Einreise nach Ägypten kostenpflichtig erworben werden. Die Gebühr beträgt für ein einfache Einreise 25,- US-Dollar (bzw. entsprechender Gegenwert in Euro), für mehrfache Einreisen 60- US-Dollar, und ist an offiziellen Bankschaltern vor Erreichen der Passschalter zu entrichten. Abweichungen der Gebühren vor Ort sind möglich.
Im Dezember 2017 hat die ägyptische Regierung ein internetbasiertes System zur Erteilung von "E-Visa" eingeführt. Anträge auf elektronische Visa können über die Plattform visa2egypt gestellt werden. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand wird das vorstehend beschriebene System (insbesondere die Möglichkeit der Erteilung von Visa "on arrival" an den Flughäfen) hierdurch bis auf weiteres lediglich ergänzt, aber nicht ersetzt.

Einreise aus Israel

Besondere Auflagen sind bei einer Einreise aus Israel zu beachten. Am Grenzübergang Taba/Eilat erhält man lediglich ein 14-tägiges Visum für die Sinai-Halbinsel.
Möchte man hingegen weitere Teile Ägyptens bereisen, ist das Visum zuvor in Deutschland oder im ägyptischen Generalkonsulat in Eilat (25,- US-Dollar) zu erwerben.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der ägyptischen Botschaft oder einem der Generalkonsulate.

In Ägypten besteht wie in vielen anderen Ländern ein striktes Ausfuhrverbot u.a. für alle antiken Gegenstände sowie für eine Vielzahl von unter Natur- und Artenschutz stehenden Pflanzen und Tieren (z.B. Korallen), auch wenn diese scheinbar legal käuflich erworben wurden.

Die Wiederausfuhr von ägyptischen Altertümern, die von nach Ägypten einreisenden Ausländern mitgebracht werden, ist nicht gestattet, selbst wenn diese Gegenstände im Herkunftsland auf legalem Wege erworben wurden und dafür ein Nachweis erbracht werden kann.

Die Einfuhr von ägyptischer Währung nach Ägypten ist nur in begrenztem Umfang gestattet. Über die aktuellen Einfuhrgrenzen unterrichtet die ägyptische Botschaft in Berlin.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden. Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Drogendelikte werden schon bei Geringfügigkeit mit harten Strafen (Gefängnis bis hin zur Todesstrafe in besonders schweren Fällen) geahndet.

Anders als in Deutschland sind in Ägypten Prostitution und Ehebruch strafbar. Darüber hinaus bestehen weit gefasste Tatbestände zum Schutz der Moral oder Religion, nach denen auch Homosexualität geahndet werden kann, zumal wenn sie offen gezeigt wird. Allerdings ist bisher kein Fall bekannt geworden, in dem ein ausländischer Tourist tatsächlich aufgrund dieser allgemeinen Bestimmungen strafrechtlich verfolgt wurde. Verhaftungen und anschließende Abschiebungen von Ausländern sind dagegen bereits vorgekommen.

Nachdem bei einem Konzert am 22. September 2017 eine Regenbogenflagge geschwenkt wurde, kam es zu zahlreichen Verhaftungen von (Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle). Mehrere Personen wurden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Eintretens für die Rechte von zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Menschenrechtsorganisationen berichten, dass ägyptische Behörden auch dating apps einsetzen, um ausfindig zu machen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch ausländische Touristen Opfer dieses Vorgehens werden könnten.

Das Fotografieren und Filmen von Einrichtungen, Fahrzeugen und Personal des Militärs und der Polizei ohne entsprechende Genehmigung ist nicht gestattet; dasselbe gilt für Gefängnisse bzw. Gebäude der Gefängnisverwaltung. Bei Verstoß droht Beschlagnahme des Foto-/Filmapparates und Festnahme.

Weitere Hinweise und Empfehlungen sind auf der Homepage der Botschaft Kairo unter www.kairo.diplo.de zu finden.

Aktuelle medizinische Hinweise

Im September 2017 kam es zum ersten Ausbruch von Dengue-Fieber am Roten Meer (Alquaseer) seit mehreren Jahren. Inzwischen wurden auch Fälle aus Hurghada gemeldet.

Impfschutz

Eine Gelbfieberimpfung ist bei Einreise aus Infektionsgebieten vorgeschrieben. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Gelbfieberimpfung notwendig.
Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene anlässlich jeder Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe www.rki.de). Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggfs. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A und bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition auch ggfs. Hepatitis B, Meningokokken-Krankheit (ACWY), Typhus und Tollwut empfohlen.

Dengue-Fieber

Dengue wird bisher nur an der Küste zum Roten Meer (Alquaseer und Hurghada) durch tagaktive Mücken übertragen.
Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende.
In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung zum Teil schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Diese sind jedoch bei Reisenden insgesamt extrem selten.
Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen, z.B. lange bedeckende Kleidung und Auftragen von Repellentien auf unbedeckte Hautpartien.

Malaria

Seit Ende Mai 2014 sind südlich von Luxor (Edfu) erneut vereinzelt autochtone Malariaübertragungen (Pl. vivax) nachgewiesen worden.
Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Die Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist eine schnelle Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.
Neben der immer notwendigen Expositionsprophylaxe ist im Normalfall eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) in Ägypten nicht notwendig.
Für die Malariaprophylaxe sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Chloroquin, Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich. Die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden. Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats ist zu empfehlen.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden in ländlichen Gebieten empfohlen:

  • körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
  • tagsüber (Dengue!) und in den Abendstunden und nachts (Malaria!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen
  • ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen
  • Darüber hinaus kann unter Umständen bei Reisen in o.g. Gebiete eine medikamentöse Malariaprophylaxe erwogen werden (nach Beratung bei einem Tropenmediziner).

HIV/AIDS

Die Prävalenz von HIV im Land ist gering (<0,1 % der Bevölkerung). Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Hepatitis C

Die Erkrankung hat weltweit die höchste Prävalenz in einer Bevölkerung. Übertragungsrisiko besteht insbesondere bei direktem Blutkontakt. In diesem Zusammenhang müssen auch Prozeduren wie Körperpiercing, Nadelstichtätowierungen, Rasuren oder Maniküre kritisch gesehen werden.

Durchfallerkrankungen und Cholera

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden. Wenn Sie Ihre Gesundheit während Ihres Aufenthaltes nicht gefährden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise: Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser mit Kohlensäure, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes und abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen wo möglich Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen oder selber Schälen. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen, ggf. Einmalhandtücher verwenden.

Vogelgrippe

Es ist zu menschlichen Erkrankungen und Todesfällen gekommen (weltweit zweithäufigste Anzahl menschlicher Infektionen). Das Risiko für Reisende ist aber sehr gering. Kontakt zu Geflügel trotzdem möglichst meiden. Bei Genuss von gekochten oder gebratenen Geflügelgerichten besteht kein Infektionsrisiko.

Schistosomiasis (Bilharziose)

Die Gefahr der Übertragung von Schistosomiasis besteht bei Süßwasserkontakt (insbesondere Nildelta, Niltal, Nebenflüsse). Baden sollte daher dort grundsätzlich unterlassen werden.

Weitere Infektionskrankheiten

Leishmaniose und West-Nil-Fieber.

Medizinische Versorgung

In Kairo ist eine ausreichende Versorgung gewährleistet. Die medizinische Versorgung außerhalb Kairos hat sich in den letzten Jahren zwar deutlich verbessert, dennoch entspricht sie nach wie vor selbst in den Haupttouristenzentren oft nicht westeuropäischem Standard. Grundsätzlich ist für alle Reisenden eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption im Notfall dringend zu empfehlen.

Lassen Sie sich vor der Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner beraten und Ihren Impfschutz anpassen,, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe z. B.:http://www.dtg.org/ oderhttp://www.frm-web.de).

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Krankenhäuser und Apotheken stehen Besuchern vor allem in den Großstädten und Urlaubsgebieten zur Verfügung. Die medizinische Versorgung auch außerhalb Kairos hat sich in den letzten Jahren zwar deutlich verbessert, dennoch entspricht sie auch in den Touristenzentren nicht immer westeuropäischem Standard.

Daher wird nachdrücklich der Abschluss einer Auslands-Reisekrankenversicherung empfohlen, die auch einen im Notfall medizinisch notwendigen (Flug-)Rücktransport abdecken sollte.

Essen und Trinken

Magen - und Darmprobleme sind häufig, daher sollte man einen Vorrat an entsprechenden Medikamenten mitnehmen. Als Trinkwasser und zum Zähneputzen sollte man nur Mineralwasser verwenden. Für die ersten Wochen des Aufenthalts empfiehlt es sich, abgefülltes Wasser zu trinken, welches überall erhältlich ist. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Milch ist in der Regel nicht pasteurisiert und sollte abgekocht werden. Dosenmilch oder Milchpulver nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Milchprodukte aus ungekochter Milch am besten vermeiden. Fisch- und Fleischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Obst sollte geschält und Gemüse gekocht werden. Von dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird abgeraten.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber 1 -
Cholera Nein -
Typhus & Polio Ja -
Malaria 2 -
Essen & Trinken - -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die über ein Jahr alt sind und innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen. Ausgenommen sind Transitpassagiere, die den Flughafen nicht verlassen. Zusätzlich wird die Gelbfieberimpfung nach Transit und Aufenthalt in Belize und Costa Rica verlangt. Reisende, die aus dem Sudan kommen, müssen einen Impfnachweis bzw. die Bescheinungung einer sudanischen Behörde vorlegen, dass sie sich in den letzten sechs Tagen nicht südlich von 15° nördlicher Breite aufgehalten haben.

[2] Die Malaria-Art Plasmodium vivax und die gefährlichere Form Plasmodium falciparum können von Juni bis Oktober in der Region um Al Faiyoum (Nil-Oase) auftreten, jedoch besteht nur ein geringes Risiko (keine Fälle seit 1998). Ende Mai 2014 gab es bei Edfu in Oberägypten mehrere Fälle von Malaria. In Alexandria und Kairo besteht kein Malaria-Risiko.  

Gesundheitszeugnis

Für eine Arbeitserlaubnis ist ein negativer HIV-Test in englischer Sprache erforderlich.

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Bilharziose-Erreger kommen im Süßwasser vor (vor allem im Nildelta, Niltal und im Suezkanal-Gebiet). Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt an der Küste zum Roten Meer vor. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz. 

Vereinzelt tritt die durch Insekten verursachte Filariose im Nildelta auf. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Fleckfieber tritt landesweit auf. Das Fieber wird durch Kleiderläuse ausgelöst. Um sich zu schützen sollte man regelmäßige Körper- und Kleiderhygiene betreiben. Nur in seltenen Fällen sollte eine Impfung erwogen werden.

Landesweit besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko für Hepatitis A und Hepatitis B. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen. Die durch Blutkontakt übertragene Hepatitis C ist weit verbreitet; Körperpiercing, Tätowierungen, Rasuren und Maniküren sollte man vermeiden.

Leishmaniose und Kala Azar treten vereinzelt im Norden auf. Empfehlenswert ist ein wirksamer Insektenschutz.

HIV/Aids ist eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Es besteht ein Risiko für Meningokokken-Meningitis vor allem im Niltal. Alljährlich werden während der Trockenzeit von Dezember bis Mai vermehrt Meningokokken-Meningitis Erkrankungen registriert. Um sich zu schützen, sollte man sich impfen lassen.

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. streunende Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksack- und Abenteuerreisende sowie für Kinder wird zu einem Impfschutz geraten. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Man sollte auf ausreichenden Sonnenschutz achten und stets eine ausreichende Trinkwassermenge mit sich führen.

Reisewarnung

Überblick

Ägypten

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 02.02.2017
Unverändert gültig seit: 27.01.2017

Aktuelle Hinweise

Es besteht landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen. Diese können sich auch gegen ausländische Ziele und Staatsbürger richten. Bei Reisen nach Ägypten einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer wird generell zu Vorsicht geraten. Demonstrationen und Menschenansammlungen, insbesondere vor religiösen Stätten, Universitäten und staatlichen Einrichtungen sollten unbedingt gemieden werden.

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Ägypten befindet sich seit der Januarrevolution von 2011 in einer Umbruchphase, die wiederholt zu Demonstrationen und gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt hat.

Am 11. Dezember 2016 kam es in Kairo zu einem schweren Anschlag auf die koptische Kirche Peter und Paul. Dabei gab es zahlreiche Tote und Verletzte.

Anfang 2016 kam es zu einem Anschlag auf ein Touristenhotel in Hurghada am Roten Meer und in der Nähe der Pyramiden von Giza zu einem Anschlag auf einen mit israelischen Touristen besetzten Reisebus. Darüber hinaus kommt es immer wieder zu Anschlägen auf Polizeiposten, zuletzt am 9. Dezember 2016 in Kairo, bei dem mehrere Polizisten getötet wurden.

2015 kam es vermehrt zu terroristischen Anschlägen gegen ägyptische Sicherheitsbehörden und kritische Infrastruktur, aber auch gegen westliche Einrichtungen. Am 31. Oktober 2015 stürzte ein Passagierflugzeug nach dem Start in Sharm el-Sheikh über dem Sinai ab. Als Absturzursache wurde ein Sprengsatz an Bord ermittelt. Im Norden der Sinai-Halbinsel kam es wiederholt zu schweren Anschlägen.

Reisen über Land

Von Überlandfahrten ohne ortskundige Begleitung wird dringend abgeraten.

Vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet wird dringend gewarnt.   Dies gilt auch für den Reiseort Taba. In diesen Regionen finden militärische Operationen statt, und es kam zu terroristischen Anschlägen. In Taba kam es im Februar 2014 zu einem Anschlag auf einen Reisebus mit koreanischen Touristen.

In allen anderen Regionen der Sinai-Halbinsel wird insbesondere von individuell organisierten und nicht durch staatliche Sicherheitskräfte begleiteten Überlandfahrten abgeraten, ebenso von unbegleiteten Busfahrten im Großraum Sharm al-Sheikh in Richtung Nuweiba und zum Katharinenkloster. Es wird empfohlen vor der Reise bei den Reiseveranstaltern nachzufragen.

Bei Angriffen der Terrormiliz ISIS gegen Stellungen der ägyptischen Sicherheitskräfte im Raum Sheikh Zuwayd auf der nördlichen Sinai-Halbinsel am 1. Juli 2015 kam es zu einer Vielzahl von Todesopfern.

Über den nördlichen Teil der Sinai-Halbinsel (Gouvernorat Nord-Sinai) wurde im August 2013 der Ausnahmezustand verhängt und seitdem immer wieder verlängert, zuletzt im Januar 2017 bis Ende April 2017. Es gilt dort auch eine tägliche Ausgangssperre von 19.00 Uhr bis 6.00 Uhr. Gleichzeitig ist der Grenzübergang Rafah zum Gaza-Streifen bis auf weiteres geschlossen. 

Vor Versuchen, über den Sinai nach Gaza einzureisen, wird dringend gewarnt.

Von Reisen in entlegene Gebiete der Sahara wird gewarnt.

Die ägyptischen Behörden haben die Grenzregionen zu Libyen und zum Sudan zu Sperrgebieten erklärt und Reisen dorthin untersagt. Am 13.09.2015 wurde im Bereich der westlichen Wüste, nahe Farafra, eine Touristengruppe versehentlich durch ägyptische Sicherheitskräfte beschossen; es gab mehrere Todesopfer. Auch wenn Ausflugsziele, die sich in den entlegenen westlichen und südlichen Wüstengebieten befinden, grundsätzlich mit einer Sondergenehmigung bereist werden können, wird derzeit dringend davon abgeraten.

Aufgrund militärischer Operationen im Bereich der westlichen Wüste, ist insbesondere die Verbindung von 6th of October City in Richtung Bahariya für Touristen und Ausländer bis auf weiteres gesperrt. Es kommt zu Zurückweisungen.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Ausdehnung der bestehenden Sperrgebiete ständigen Veränderungen unterliegt.

Für den Bereich des Sinai (Zufahrt zum Suez-Tunnel) existieren derzeit Zufahrtsbeschränkungen für Geländefahrzeuge.

Demonstrationen

Seit dem politischen Umbruch im Januar 2011 und verstärkt noch seit der Absetzung von Präsident Mursi im Juli 2013 kam es über das gesamte Land verteilt immer wieder zu Demonstrationen, die teilweise auch einen gewalttätigen Verlauf mit Toten und Verletzten nahmen. Seit der Wahl von Präsident Sisi im Mai 2014 hat sich die Lage wieder etwas stabilisiert. Es ist aber auch weiterhin mit Demonstrationen und Angriffen auf ägyptische Sicherheitskräfte zu rechnen. Menschenansammlungen sollten unbedingt gemieden werden. Aufgrund der Sicherheitslage ist vor allem nachts mit Kontrollen durch die Sicherheitskräfte zu rechnen.

Reisenden wird empfohlen, Hinweise der Hotels und Reiseveranstalter zu beachten und die aktuelle Medienberichterstattung zu verfolgen.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist in Ägypten vergleichsweise gering. Vor dem Hintergrund der prekären wirtschaftlichen und sozialen Situation weiter Teile der Bevölkerung ist wird zur üblichen Vorsicht geraten.

Warnung vor Reisen in den Gazastreifen

Vor Reisen in den Gazastreifen wird nach wie vor dringend gewarnt; dies gilt insbesondere auch für Personen mit Familienangehörigen im Gazastreifen. Der Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen wird regelmäßig nach Anschlägen auf ägyptische Sicherheitskräfte geschlossen. Es ist nicht vorhersehbar, wann die Schließungen jeweils aufgehoben werden und ob der Grenzübergang wieder einen regulären Betrieb aufnehmen wird. Dies birgt stets die Gefahr, aus dem Gazastreifen nicht wieder ausreisen zu können. Auch bei einer Wiedereröffnung des Grenzübergangs werden die Regelungen für den Grenzübertritt in Rafah durch die ägyptischen Behörden sehr restriktiv gehandhabt. Die zuständigen deutschen Auslandsvertretungen können keine Unterstützung bei der Ein- oder Ausreise über den Grenzübergang Rafah leisten. Die Überlandfahrt nach Rafah ist besonders gefährlich. Aufgrund der für den Norden der Sinai-Halbinsel bestehenden Reisewarnung kann dort keine konsularische Hilfe geleistet werden.

Minengefahr

Wegen unzureichend gekennzeichneter Minenfelder ist besondere Vorsicht abseits regulärer Straßen und Wege auf dem Sinai, in einigen nicht erschlossenen Küstenbereichen des Roten Meeres, am nicht erschlossenen Mittelmeerküstenstreifen westlich von El Alamein und in Grenzregionen zu Sudan und Libyen geboten. Schiffs-, Bahn- und Luftverkehr

Das ägyptische Schienennetz ist teilweise veraltet. Es kommt immer wieder zu schweren Unfällen mit Toten. Der Zugverkehr ist stark eingeschränkt. Mit kurzfristigen Zugausfällen ist insbesondere auf Nebenstrecken zu rechnen. Die Sicherheitsstandards auf den Fährschiffen, wie sie etwa zur Passage über das Rote Meer eingesetzt werden, entsprechen nicht immer internationalen Standards. Vor diesem Hintergrund sollten Überlandfahrten auf der Schiene - mit Ausnahme der Schnellzüge zwischen Alexandria und Kairo - so weit wie möglich vermieden und wo möglich auf Flugverbindungen zurückgegriffen werden.

Taxibenutzung

Aus den Urlaubsgebieten (u. a. Hurghada) gibt es vermehrt Meldungen über betrügerische bzw. erpresserische Verhaltensweisen bei Taxifahrern. Es sollten daher nur Taxis mit eingeschaltetem Taxameter benutzt werden. Fahrgäste sollten sich vorher, bspw. in ihrem Hotel, über das Fahrtziel und den ungefähren Fahrtpreis, informieren. Die Bezahlung sollte nach dem Aussteigen durch das Fenster erfolgen.

Flughafen

Die Sicherheitskontrollen an den ägyptischen Flughäfen sind teilweise unzureichend. In der Vergangenheit kam es vermehrt zu Beschwerden von Reisenden, deren Gepäckstücke am Internationalen Flughafen Kairo geplündert wurden bzw. ganz abhanden kamen.

Allgemeine Informationen finden Sie auf der Website der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Kairo unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.kairo.diplo.de.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Reisewarnung

Ägypten befindet sich seit der Januarrevolution von 2011 in einer Umbruchphase, die wiederholt zu Demonstrationen und gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt hat.

Am 11. Dezember 2016 kam es in Kairo zu einem schweren Anschlag auf die koptische Kirche Peter und Paul. Dabei gab es zahlreiche Tote und Verletzte.

Anfang 2016 kam es zu einem Anschlag auf ein Touristenhotel in Hurghada am Roten Meer und in der Nähe der Pyramiden von Giza zu einem Anschlag auf einen mit israelischen Touristen besetzten Reisebus. Darüber hinaus kommt es immer wieder zu Anschlägen auf Polizeiposten, zuletzt am 9. Dezember 2016 in Kairo, bei dem mehrere Polizisten getötet wurden.

2015 kam es vermehrt zu terroristischen Anschlägen gegen ägyptische Sicherheitsbehörden und kritische Infrastruktur, aber auch gegen westliche Einrichtungen. Am 31. Oktober 2015 stürzte ein Passagierflugzeug nach dem Start in Sharm el-Sheikh über dem Sinai ab. Als Absturzursache wurde ein Sprengsatz an Bord ermittelt. Im Norden der Sinai-Halbinsel kam es wiederholt zu schweren Anschlägen.

Reisen über Land

Von Überlandfahrten ohne ortskundige Begleitung wird dringend abgeraten.

Vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet wird dringend gewarnt.   Dies gilt auch für den Reiseort Taba. In diesen Regionen finden militärische Operationen statt, und es kam zu terroristischen Anschlägen. In Taba kam es im Februar 2014 zu einem Anschlag auf einen Reisebus mit koreanischen Touristen.

In allen anderen Regionen der Sinai-Halbinsel wird insbesondere von individuell organisierten und nicht durch staatliche Sicherheitskräfte begleiteten Überlandfahrten abgeraten, ebenso von unbegleiteten Busfahrten im Großraum Sharm al-Sheikh in Richtung Nuweiba und zum Katharinenkloster. Es wird empfohlen vor der Reise bei den Reiseveranstaltern nachzufragen.

Bei Angriffen der Terrormiliz ISIS gegen Stellungen der ägyptischen Sicherheitskräfte im Raum Sheikh Zuwayd auf der nördlichen Sinai-Halbinsel am 1. Juli 2015 kam es zu einer Vielzahl von Todesopfern.

Über den nördlichen Teil der Sinai-Halbinsel (Gouvernorat Nord-Sinai) wurde im August 2013 der Ausnahmezustand verhängt und seitdem immer wieder verlängert, zuletzt im Januar 2017 bis Ende April 2017. Es gilt dort auch eine tägliche Ausgangssperre von 19.00 Uhr bis 6.00 Uhr. Gleichzeitig ist der Grenzübergang Rafah zum Gaza-Streifen bis auf weiteres geschlossen. 

Vor Versuchen, über den Sinai nach Gaza einzureisen, wird dringend gewarnt.

Von Reisen in entlegene Gebiete der Sahara wird gewarnt.

Die ägyptischen Behörden haben die Grenzregionen zu Libyen und zum Sudan zu Sperrgebieten erklärt und Reisen dorthin untersagt. Am 13.09.2015 wurde im Bereich der westlichen Wüste, nahe Farafra, eine Touristengruppe versehentlich durch ägyptische Sicherheitskräfte beschossen; es gab mehrere Todesopfer. Auch wenn Ausflugsziele, die sich in den entlegenen westlichen und südlichen Wüstengebieten befinden, grundsätzlich mit einer Sondergenehmigung bereist werden können, wird derzeit dringend davon abgeraten.

Aufgrund militärischer Operationen im Bereich der westlichen Wüste, ist insbesondere die Verbindung von 6th of October City in Richtung Bahariya für Touristen und Ausländer bis auf weiteres gesperrt. Es kommt zu Zurückweisungen.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Ausdehnung der bestehenden Sperrgebiete ständigen Veränderungen unterliegt.

Für den Bereich des Sinai (Zufahrt zum Suez-Tunnel) existieren derzeit Zufahrtsbeschränkungen für Geländefahrzeuge.

Demonstrationen

Seit dem politischen Umbruch im Januar 2011 und verstärkt noch seit der Absetzung von Präsident Mursi im Juli 2013 kam es über das gesamte Land verteilt immer wieder zu Demonstrationen, die teilweise auch einen gewalttätigen Verlauf mit Toten und Verletzten nahmen. Seit der Wahl von Präsident Sisi im Mai 2014 hat sich die Lage wieder etwas stabilisiert. Es ist aber auch weiterhin mit Demonstrationen und Angriffen auf ägyptische Sicherheitskräfte zu rechnen. Menschenansammlungen sollten unbedingt gemieden werden. Aufgrund der Sicherheitslage ist vor allem nachts mit Kontrollen durch die Sicherheitskräfte zu rechnen.

Reisenden wird empfohlen, Hinweise der Hotels und Reiseveranstalter zu beachten und die aktuelle Medienberichterstattung zu verfolgen.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist in Ägypten vergleichsweise gering. Vor dem Hintergrund der prekären wirtschaftlichen und sozialen Situation weiter Teile der Bevölkerung ist wird zur üblichen Vorsicht geraten.

Warnung vor Reisen in den Gazastreifen

Vor Reisen in den Gazastreifen wird nach wie vor dringend gewarnt; dies gilt insbesondere auch für Personen mit Familienangehörigen im Gazastreifen. Der Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen wird regelmäßig nach Anschlägen auf ägyptische Sicherheitskräfte geschlossen. Es ist nicht vorhersehbar, wann die Schließungen jeweils aufgehoben werden und ob der Grenzübergang wieder einen regulären Betrieb aufnehmen wird. Dies birgt stets die Gefahr, aus dem Gazastreifen nicht wieder ausreisen zu können. Auch bei einer Wiedereröffnung des Grenzübergangs werden die Regelungen für den Grenzübertritt in Rafah durch die ägyptischen Behörden sehr restriktiv gehandhabt. Die zuständigen deutschen Auslandsvertretungen können keine Unterstützung bei der Ein- oder Ausreise über den Grenzübergang Rafah leisten. Die Überlandfahrt nach Rafah ist besonders gefährlich. Aufgrund der für den Norden der Sinai-Halbinsel bestehenden Reisewarnung kann dort keine konsularische Hilfe geleistet werden.

Minengefahr

Wegen unzureichend gekennzeichneter Minenfelder ist besondere Vorsicht abseits regulärer Straßen und Wege auf dem Sinai, in einigen nicht erschlossenen Küstenbereichen des Roten Meeres, am nicht erschlossenen Mittelmeerküstenstreifen westlich von El Alamein und in Grenzregionen zu Sudan und Libyen geboten. Schiffs-, Bahn- und Luftverkehr

Das ägyptische Schienennetz ist teilweise veraltet. Es kommt immer wieder zu schweren Unfällen mit Toten. Der Zugverkehr ist stark eingeschränkt. Mit kurzfristigen Zugausfällen ist insbesondere auf Nebenstrecken zu rechnen. Die Sicherheitsstandards auf den Fährschiffen, wie sie etwa zur Passage über das Rote Meer eingesetzt werden, entsprechen nicht immer internationalen Standards. Vor diesem Hintergrund sollten Überlandfahrten auf der Schiene - mit Ausnahme der Schnellzüge zwischen Alexandria und Kairo - so weit wie möglich vermieden und wo möglich auf Flugverbindungen zurückgegriffen werden.

Taxibenutzung

Aus den Urlaubsgebieten (u. a. Hurghada) gibt es vermehrt Meldungen über betrügerische bzw. erpresserische Verhaltensweisen bei Taxifahrern. Es sollten daher nur Taxis mit eingeschaltetem Taxameter benutzt werden. Fahrgäste sollten sich vorher, bspw. in ihrem Hotel, über das Fahrtziel und den ungefähren Fahrtpreis, informieren. Die Bezahlung sollte nach dem Aussteigen durch das Fenster erfolgen.

Flughafen

Die Sicherheitskontrollen an den ägyptischen Flughäfen sind teilweise unzureichend. In der Vergangenheit kam es vermehrt zu Beschwerden von Reisenden, deren Gepäckstücke am Internationalen Flughafen Kairo geplündert wurden bzw. ganz abhanden kamen.

Allgemeine Informationen finden Sie auf der Website der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Kairo unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.kairo.diplo.de.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Deutschland 1 Ja/2 Ja Ja
Österreich Ja Ja/2 Ja -
Schweiz Ja Ja/2 Ja -
Andere EU-Länder Ja/1 Ja/2 Ja 1
Türkei Ja Ja Ja -

Personalausweise/Identitätskarten

Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können für touristische Aufenthalte auch mit dem Personalausweis (+ zwei separate biometrische Passbilder) einreisen, die bei der Ausreise noch mindestens 6 Monate gültig sein muss:

[1] Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und Portugal (Achtung: Staatsangehörige der übrigen EU-Länder, der Schweiz und der Türkei benötigen einen Reisepass). 

Hinweis: Bei der Einreise mit Personalausweis muss eine spezielle Einreisekarte ausgefüllt werden, für die zwei biometrische aktuelle Passfotos vorgelegt werden müssen. Der Personalausweis wird jedoch nicht überall in Ägypten als ausreichendes Ausweisdokument akzeptiert. Die Einreise mit dem Reisepass ist einfacher und schneller.

Die Visumpflicht bleibt jedoch bestehen (siehe dazu auch die Anmerkung [2] zu Visa bei der Einreise).

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Ausreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Österreichische Reisepässe müssen bei der Einreise noch mindestens 8 Monate gültig sein.

Visainformationen

Erforderlich für alle in der obigen Tabelle genannten Staatsbürger.

eVisum

U.a. Staatsbürger der folgenden in der obigen Tabelle genannten Länder können vor der Reise ein e-Visum für touristische und geschäftliche Aufenthalte von bis zu 30 Tagen beantragen. Das e-Visum sollte mindestens 7 Tage vor der Abreise beantragt werden:

(a) Deustchland, Österreich und alle anderen EU-Länder;

(b) Schweiz.

 

Visum bei der Einreise
(a) [2] Derzeit können Staatsbürger der EU-Länder und der Schweiz für einen Aufenthalt von maximal 30 Tagen ein Visum direkt bei der Einreise am Flughafen erhalten (bei Einreise auf dem Land- oder Seeweg ist das Visum vorab zu besorgen). 


Visum bei der Einreise für Badeorte im Süden der Sinai-Halbinsel
Bei der Einreise über den Flughafen Taba, Flughafen St. Catharine und den Flughafen Sharm El-Sheikh können Touristen aus allen in der obigen Tabelle genannten Länder (außer türkische Staatsangehörige, die jünger als 20 und älter als 45 Jahre alt sind)  für einen Aufenthalt von bis zu 15 Tagen einreisen und sich an Badeorten im Süd-Sinai aufhalten. Das Visum ist kostenlos und wird am Grenzübergang ausgestellt.

Einreise mit dem Schiff
Ausländer, die mit einem Schiff in Ägypten ankommen und vom gleichen Hafen abfahren, erhalten eine Erlaubnis, sich maximal 24 Stunden in Ägypten aufhalten zu dürfen. Es gibt auch Aufenthaltserlaubnisse für 3 Tage.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass mit Lichtbild oder Personalausweis oder eigener Reisepass. Bei Einreise mit Personalausweis sind zwei separate aktuelle Passfotos erforderlich.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türkei: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern. Reist ein Minderjähriger unter 18 Jahren allein oder mit nur einem Elternteil/Sorgeberechtigten, benötigt er deren/dessen Einverständniserklärung (auf Englisch) sowie Kopien der Reisepässe der Eltern/des anderen Elternteils/Sorgeberechtigen und seiner eigenen Geburtsurkunde. Der Minderjährige sollte von einem anderen Erwachsenen begleitet werden, der in der Einverständniserklärung erwähnt sein muss.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Hunde und Katzen wird bei der Einreise ein amtstieräztliches Gesundheitszeugnis aus dem Herkunftsland benötigt, das nicht mehr als 2 Wochen alt sein darf. Wird das Tier bei der Einreise dennoch für nicht gesund befunden, muss es für maximal 15 Tage in Quarantäne. Die Kosten trägt der Reisende.

Bearbeitungsdauer

Je nach Staatsangehörigkeit unterschiedlich, mindestens jedoch 3-5 Arbeitstage, in Frankfurt für Reisende mit türkischer Staatsangehörigkeit 5 Konsulararbeitstage (Expressbearbeitung: 2 Konsulararbeitstage). In Bern je nach Nationalität und Reisezweck bis zu 6 Wochen.

Hinweis: Die Bearbeitungszeit in der Konsularabteilung der Botschaft in Berlin beträgt derzeit mindestens 1 Woche.

Gültigkeit

Touristenvisum: I. d. R. 3 Monate ab Ausstellungsdatum (einmalige Einreise). 
Geschäftsvisum: I. d. R. 3 Monaten ab Ausstellungsadatum (einmalige Einreise).

Eine Verlängerung im Land ist bei vorab besorgten Visa sowie bei Visa bei der Einreise mit Reisepass möglich.

Aufenthaltsverlängerung

Visum bei der Einreise: Mit Reisepass (Visastempel) Verlängerung möglich; mit Personalausweis und Einreisekarte Verlängerung nicht möglich.

Transit

Transitpassagiere, die innerhalb von 24 Stunden weiterreisen, den Transitraum nicht verlassen und gültige Weiterreisedokumente vorweisen können, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Einreisevisum (Touristenvisum, Geschäftsvisum, Transitvisum) für ein- oder mehrmalige Einreise.

Kosten

Hinweis: Diese Visumgebühren beziehen sich auf Visa, die vor der Abreise bei einer konsularischen Vertretung beantragt werden, nicht auf Visa bei der Einreise.

Deutschland:
Die Gebühren gelten für Deutsche sowie für türkische Staatsbürger mit Aufenthaltstitel für Deutschland:

Antragstellung in Berlin, Frankfurt und Hamburg:
Touristenvisum: 22 € (Deutsche) und bzw. 38 € (alle anderen Nationalitäten)  (einmalige Einreise), 57 € (mehrmalige Einreise),

Geschäftsvisum: 59 € (einmalige Einreise), 83 € (mehrmalige Einreise).

Visum bei der Einreise am Flughafen: 25 US$ (möglichst in bar).

e-Visum: einmalige Einreise: 25 US$, mehrmalige Einreise: 60 US$

Österreich:
Touristen-/Transitvisum: 25 € (einmalige Einreise), 32 € (mehrmalige Einreise).
Geschäftsvisum: 40 € (einmalige Einreise), 60 € (mehrmalige Einreise).

Visum bei der Einreise am Flughafen: 25 US$ (möglichst in bar).

e-Visum: einmalige Einreise: 25 US$, mehrmalige Einreise: 60 US$ 

Schweiz:
Touristenvisum: 50 CHF (einmalige Einreise), 60 CHF (mehrmalige Einreise).

Geschäftsvisum: 67 CHF (einmalige Einreise), 103 CHF (mehrmalige Einreise).

Visum bei der Einreise am Flughafen: 25 US$ (möglichst in bar).

e-Visum: einmalige Einreise: 25 US$, mehrmalige Einreise: 60 US$

Achtung: Wenn Flug- oder Reisegesellschaften die Visumbeschaffung übernehmen, fallen durch Servicegebühren ggf. deutlich höhere Kosten an.

Antrag erforderlich

(a) 1 ausgefülltes Antragsformular.
(b) 2 biometrische Passfotos.
(c) Reisepass mit mindestens einer freien Seite (Restgültigkeit: 6 Monate bei der Ausreise). Kopie der relevanten Seiten des Reisepasses erforderlich.
(d) Gebühren (bei Antragstellung in bar, in Bern auch per Postanweisung).
(e) Ggf. Aufenthaltserlaubnis für Deutschland, Österreich oder die Schweiz.
(f) Ggf. Hotelbuchungs- und Flugticketbestätigung.
(g) Frankierter Einschreiben-Rückumschlag für die Zustellung des visierten Reisepasses.

Geschäftsvisum zusätzlich:
(h) Firmenschreiben mit Firmenstempel, genaue Adresse des Aufenthaltsorts und Aufenthaltsdauer.

Möglicherweise sind weitere Unterlagen erforderlich.

Unterlagen für ein Visum bei der Einreise
(a) Reisepass (oder Personalausweis mit 2 zusätzlichen Passfotos).
(b) Rück- oder Weiterreisetickets.
(c) Gebühr (25 US$) in bar.

E-Visum

(a) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens 8 Monate gültig ist.

(b) Visumgebühr.

(c) Reiseroute.

(d) Hotelreservierung.

(e) ggf. Einladungsschreiben.

Geld

Geldwechsel

Fremdwährungen können in Banken, offiziellen Wechselstuben und in den meisten Hotels getauscht werden. Bei Banken gibt es meist einen besseren Kurs als bei Wechselstuben oder an der Hotelrezeption. Akzeptiert werden alle gängigen internationalen Währungen.

Währung

1 Ägyptisches Pfund = 100 Piaster. Währungskürzel: LE (£E), EGP (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 200, 100, 50, 20, 10, 5 und 1 E£ und 50, 25, 10 und 5 Piaster; Münzen gibt es in den Nennbeträgen 50, 25, 20, 10 und 5 Piaster sowie 1 £E, sie sind aber so gut wie nicht im Umlauf.

Devisenbestimmungen

Ein- und Ausfuhr der Landeswährung auf 5.000 E£ beschränkt.
Unbeschränkte Einfuhr von Fremdwährungen, Deklarationspflicht ab einem Gegenwert von 10.000 US$. Die Ausfuhr von Fremdwährungen ist auf die eingeführte Summe beschränkt. Quittungen und Umtauschbelege müssen vorgelegt werden.

Kreditkarten

Hinweis: Reisende, die mit ihrer Bankkundenkarte im Ausland bezahlen und Geld abheben wollen, sollten sich vor Reiseantritt bei ihrem Kreditinstitut über die Nutzungsmöglichkeit ihrer Karte informieren.

Mastercard, American Express, Diners Club und Visa werden angenommen. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte. Nur größere Hotels oder Restaurants in Kairo und in den Touristenorten akzeptieren Kreditkarten als direktes Zahlungsmittel. Mit manchen Kreditkarten (Visa/Mastercard) kann an Geldautomaten größerer Banken Bargeld in der Landeswährung abgehoben werden.

Reiseschecks

Reiseschecks sollten vorzugsweise in Euro ausgestellt sein. Einlösbar sind sie bei großen Banken und Wechselstuben zu hohen Gebühren. Insgesamt wird die Mitnahme von Reiseschecks nicht empfohlen, weil sie mittlerweile in Ägypten immer seltener akzeptiert werden.

Öffnungszeiten der Bank

So-Do 08.30-14.00 Uhr. Filialen in Hotels und am Flughafen haben längere bzw. durchgehende Öffnungszeiten.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

200 g Zigaretten oder 25 Zigarren oder 200 g Tabak;
1 l alkoholische Getränke;
Persönliche Gebrauchsgegenstände wie Haarfön und Rasierapparat
und Wertsachen bis 1500 E£.

Anmerkung: Personen, die mit wertvollen elektronischen Geräten wie Kameras, Videokameras, Computern und Mobiltelefonen reisen, müssen diese Gegenstände in ihrem Reisepass eingetragen haben, sofern sie einen Aufenthalt von mehr als 4 Wochen planen. Falls die Gegenstände im Land bleiben, werden Zollgebühren fällig.

Verbotene Importe

Drogen, Betäubungsmittel, Medikamente (außer zum persönlichen Gebrauch), Baumwolle sowie lebende, gefrorene und ausgestopfte Vögel; Vogelprodukte und Produkte aus Vögeln; eine vollständige Liste ist vom Ägyptischen Fremdenverkehrsamt (s. Kontaktadressen) erhältlich.

Exportbestimmungen

Für die Ausfuhr von Teppichen wird eine Genehmigung des Handelsministeriums benötigt.

Verbotene Exporte

Es besteht ein striktes Ausfuhrverbot für antike Gegenstände (mehr als 100 Jahre alt), alle unter Natur- und Artenschutz stehenden Pflanzen und Tiere (z.B. Korallen). Für die Ausfuhr solcher Gegenstände ist eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich. Nicht ausgeführt werden dürfen Drogen und Lebensmittel. Auf Märkten gekauftes Gold und Silber darf nur in kleinen Mengen für den persönlichen Gebrauch ausgeführt werden.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Ägypten, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2015-17
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Ägypten - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 27.03.2018 (Unverändert gültig seit: 26.03.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 27.03.2018 (Unverändert gültig seit: 26.03.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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