Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Costa Rica

Steckbrief

Costa Rica - Fakten

Ländername Republik Costa Rica, República de Costa Rica
Beste Reisezeit Januar, Februar, März, April, Dezember
Fläche 51.100 km2
Hauptstadt San José
Bevölkerung 4.905.769
Sprache Spanisch
Religion Römisch Katholisch 76,3 %, Evangelisch 13,7 %, Zeugen Jehovas 1,3 %
Staats-/Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Carlos Alvarado Quesada, Presidente de la República, Partido Acción Ciudadana (PAC), seit 08.05.2018
Regierungschef Carlos Alvarado Quesada, Presidente de la República, Partido Acción Ciudadana (PAC), seit 08.05.2018
Außenminister Manuel Ventura Robles, Ministro de Relaciones Exteriores y Culto, seit 07.01.2019
Währung Costa Rican Colón (CRC)
Zeitzone MEZ-7h
Stromnetz 120 V 60 Hz
Reiseadapter A, B
Kfz-Länderkennzeichen CR
ISO-3166 CR, CRI
Internet-TLD .cr
Landesvorwahl +506
Website https://www.visitcostarica.com/en
Reisepass & Visum Notwendig
Geeignet für Outdoor, Meer

Geographie

Der neben Panama zweite Brückenstaat zwischen den beiden amerikanischen Landmassen wird von drei nordsüdlich verlaufenden Gebirgsketten dominiert. Die mittlere ist mit sieben noch aktiven Vulkanen besetzt. In der zentralen Hochebene zwischen mittlerer und westlicher Kette, dem Valle Central, haben sich auf fruchtbarem vulkanischem Land über die Hälfte aller Bewohner Costa Ricas niedergelassen. Zur Siedlungsgunst tragen auch die gemäßigteren Höhentemperaturen des Tropenklimas bei.

Politik und Bevölkerung

Das Einkammerparlament sowie der Präsident der präsidialen Republik werden alle vier Jahre vom Volk gewählt. Eine Wiederwahl des Präsidenten ist für die folgenden zwei Amtsperioden ausgeschlossen. Das politisch stabile Land, zuweilen auch die Schweiz Lateinamerikas genannt, ist das einzige Land Mittelamerikas mit überwiegend weißer Bevölkerung (ca. 87 %). Hinzu kommen 7 % Mestizen, 3 % Schwarze und Mulatten sowie zahlreiche Ausländer. Die Zahl der Indianer ist auf unter 1 % gefallen.

Geschichte

Seinen Landesnamen erhielt Costa Rica („die reiche Küste“) von den Spaniern, deren Hoffnung auf Gold und andere Bodenschätze jedoch enttäuscht wurde. Nach jahrzehntelangen Kämpfen um Unabhängigkeit sowie inneren Unruhen stieg der Einfluss der USA, die an der Agrarproduktion interessiert waren (vor allem Bananen und Kaffee). Ihre wirtschaftliche und politische Dominanz wurde erst mit der Verfassung von 1949 eingedämmt.

Costa Rica - Geschichte

Ab 500 v. Chr. Unter dem Einfluss süd- und nordamerikanischer Einwanderer bilden sich im Bereich des heutigen Costa Rica drei Völker: Huetares sowohl im Valle Central als auch an der Karibikküste, Chorotega im nördlichen Costa Rica und südlichen Nicaragua sowie Brunca am südlichen Pazifik und im Norden Panamas
800–1400 n. Chr. Blütezeit von Guayabo, einer Huetares-Siedlung nahe des heutigen Cartago, mit Straßen, Brücken, Aquädukten und steinernen Wohnhäusern
1502 Christoph Kolumbus landet auf der Insel Uvita vor Puerto Limón und nennt das Land Costa Rica („Reiche Küste“)
1563 Die Spanier gründen Cartago und machen es zur Hauptstadt, was bis 1823 so bleibt
1821 Unabhängigkeit von Spanien, Costa Rica wird Teil des mexikanischen Kaiserreichs
1848 Ausrufung der Republik
1899 Die US-amerikanische United Fruit Company übernimmt den Bananenhandel
1948 José María Figueres Ferrer wird Präsident, begründet ein System der sozialen Wohlfahrt und schafft ein Jahr später die Armee ab
1987 Präsident Óscar Arias Sánchez erhält den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz im Nicaragua-Konflikt
2007 Die zweite Amtszeit von Óscar Arias Sánchez beginnt mit Demonstrationen gegen sein Freihandelsabkommen (CAFTA) mit den USA
2011 Mit knapp 2,2 Mio. Besuchern bisher höchstes Touristenaufkommen
Klimadaten
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft in San José

Torre La Sabana, 8° piso, del ICE Sabana Norte 300 m al oeste | Westen | Tel. 2909091 | www.san-jose.diplo.de

Österreichisches Honorar-Generalkonsulat in San José

Centro Corporativo la Nunciatura | Tel. 22916142

Schweizer Botschaft in San José

Edificio Centro Colón | Paseo Colón/Calle 36–38 | Tel. 2214829

Notruf

Allgemeiner Notruf (Tel. 911). Rotes Kreuz (Tel. 128)

Internet

– www.visitcostarica.com (deutsch, Website des Instituto Costarricense de Turismo)

– www.costaricabureau.com (englisch, ausführliche Website von Tourismusanbietern für Hotels, Touren, Sport u. a. mit Reservierung)

– www.centralamerica.com (englisch, hauptsächlich Hotels, Veranstalter, Autovermieter)

– www.whereincostarica.com (englisch, Hinweise auf Veranstaltungen, Sport, Wetter und mehr)

– www.centralamerica-tourism.com (private Allianz von Hotels, Autovermietern, Reiseagenturen etc.)

– www.ticotimes.net (englischsprachige Onlineausgabe der Wochenzeitung mit touristischen Neuigkeiten)

Internetcafés & Wlan

WLAN ist in Costa Rica – es heißt dort wifi (wireless fidelity) – noch nicht weit verbreitet; doch die Entwicklung ist schnell, fast täglich kommen neue hinzu. Ein Verzeichnis von Internetcafés finden Sie unter www.cybercafes.com, von WLAN-Plätzen unter www.hotspot-locations.com.

– Liberia: Ciberm@nía (Parque Central | Tel. 26667237 | www.cibermania.net)

– Puerto Viejo de Talamanca: Atec (Calle Principal | Tel. 27500191 | www.ateccr.org)

– San José: Internet Café Costa Rica (Paseo Colón | Centro Colón | Tel. 22213121)

– Puntarenas: Millenium Cyber Café (Paseo de los Turistas | Tel. 26614759 | www.millenium.fws1.com)

Post

Das Porto für Brief bzw. Postkarte mit Luftpost nach Europa betrug bei Redaktionsschluss 395 bzw. 375 Colones.

Telefon & Handy

Öffentliche Telefone finden Sie überall, auf dem Land oft in Hotels, Restaurants, Geschäften. Man benutzt Telefonkarten (500/1000/3000 Colones). In Costa Rica gibt es keine Vorwahlen. Drei Minuten nach Europa kosten rund 1,50 Euro, vom Hotel ist es ca. 30 % teurer. Die Vorwahl nach Costa Rica ist Tel. 00506, von Costa Rica nach Deutschland Tel. 0049, nach Österreich Tel. 0043, in die Schweiz Tel. 0041.

Die meisten Anbieter haben Roamingverträge mit dem costa-ricanischen Provider ICE. Prepaidkarten sind für Touristen (am ICE-Schalter im Ankunftsbereich des Flughafens und in ICE-Geschäftsstellen) ab 2500 Colones erhältlich. Beim Mieten eines Handys sind 100–200 US-$ Kaution zu hinterlegen.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Festivals & Veranstaltungen

2. Februar

Den Día de la Candelaria (Mariä Lichtmess) begeht man besonders aufwendig in Paraíso bei Cartago; zu Ehren der Jungfrau gibt es Theater, Konzerte, Musik und Tanz.

Februar

Im Februar wird in zahlreichen Ortschaften die Fiesta de los Diablitos gefeiert, das Fest der Teufelchen, bei dem die Einheimischen bei Flöten- und Trommelmusik Tänze mit Masken aus Balsaholz aufführen, mit denen die Kämpfe zwischen Indigenen und den Spaniern symbolisiert werden. Die Spanier werden durch Stiere dargestellt, die Einheimischen durch diablitos (Teufelchen).

Karneval

Am Karnevalsdienstag und Aschermittwoch steigt in Liberia ein gewaltiges Volksfest mit Reiterumzügen, Viehmarkt und Tanz; Höhepunkt sind die Stierkämpfe, bei denen Mutproben rund um den Stier gezeigt werden.

Mitte April

Beim Festival Internacional de las Artes in geraden Jahren gibt es Musikaufführungen und Theaterstücke, Ballett und Tänze in ganz San José zu bestaunen und einen Kunsthandwerksmarkt auf der Plaza de la Cultura zu besichtigen. www.festivaldelasartes.go.cr

Ostern

Seit der Kolonialzeit ist Ostern das bedeutendste Fest, das mit landesweiten Umzügen und Prozessionen begangen wird. Wer es sich erlauben kann, legt während der Semana Santa, der Osterwoche, einen Kurzurlaub ein.

Mitte Juli

Die Fiesta de la Virgen del Mar, die feierliche Prozession zu Ehren der Jungfrau des Meeres, findet in Puntarenas auf dem Wasser statt. Beteiligt ist praktisch alles, vom Ruderboot bis zur Motoryacht. Alle sind festlich geschmückt und beleuchtet. So zieht sich die Wasserparade einmal um die Halbinsel im Golf von Nicoya. www.puntarenas.com/puntarenas/virgendelmar.html

2. August

Am Tag der Schutzpatronin ziehen wahre Pilgerscharen zur Basilika von Cartago, wo 1635 Nuestra Señora de los Ángeles, die Jungfrau von den Engeln, erschien und zur Schutzheiligen des Landes wurde.

Oktober

Wochen vor dem eigentlichen Termin um den 12. Okt. hört man bereits die Steeldrums der für den großen Umzug probenden Bands. Während der Festwoche des Karnevals in Limón ist dann an Schlaf kaum zu denken, ununterbrochen bewegen sich die Limonenses zusammen mit sambabegeisterten Besuchern durch die Straßen.

20. Dezember–2. Januar

Zwischen Weihnachten und Neujahr wird im gesamten Land das Fin del Año gefeiert, das Ende des Jahres, mit Pferdeparaden (topes), Stierkämpfen (corridas) und festlichen Umzügen, besonders aufwendig in der Innenstadt von San José.

Offizielle Feiertage

1. Jan. Año Nuevo (Neujahr)
19. März Día de San José (St. Josef)
Gründonnerstag/Karfreitag Jueves y Viernes Santo
11. April Juan-Santamaría-Tag (Gedenktag der Schlacht von Rivas 1856)
1. Mai Día del Trabajo (Tag der Arbeit)
29. Juni San Pedro y Pablo (Peter und Paul)
25. Juli Anexión de Guanacaste (Guanacaste-Tag)
2. Aug. Virgen de los Ángeles (Tag der Schutzheiligen Costa Ricas, der Jungfrau von den Engeln)
15. Aug. Día de la Madre (Mariä Himmelfahrt und Muttertag)
15. Sept. Día de la Independencia (Unabhängigkeitstag)
12. Okt. Día de la Raza (Kolumbustag)
2. Nov. Día de los Muertos (Allerseelen)
8. Dez. Concepción Inmaculada (Mariä Empfängnis)
25. Dez. Navidad (Weihnachten)
Mobilität vor Ort

Auto

Für Urlauber reicht der nationale Führerschein. Bei Fahrten abseits der Hauptstraßen und in Nationalparks ist ein Wagen mit Allradantrieb (doble tracción) erforderlich. Die Straßen sind oft in sehr schlechtem Zustand, teilweise sogar gefährlich. Hinweisschilder fehlen, und die ticos fahren riskant. Im Dunkeln sollten Sie nicht unterwegs sein. Tempolimit: 80 km/h, auf der Straße San José–Puerto Limón 90 km/h.

Öffentliche Verkehrsmittel

Busse fahren von San José in alle Orte und Landesteile. Sie sind äußerst preiswert, am Wochenende aber oft überfüllt. Die privaten Gesellschaften unterhalten eigene Bahnhöfe (in San José mehr als zehn), über deren Lage und Ziele ein Busplan (erhältlich beim ICT und in Hotels) Auskunft gibt. Für Fernverbindungen und Reisen am Wochenende sollte man sein Ticket im Voraus kaufen. Das private Busunternehmen Interbus (www.interbusonline.com) verkehrt mit sechs- bis zwölfsitzigen Kleinbussen täglich in alle Touristenorte, auch von Hotel zu Hotel. Zahlreiche Fähren verkehren im Golf von Nicoya und über die Mündung des Río Tempisque. Im Süden wichtige Verbindung von Golfito nach Puerto Jiménez sowie Fährboot nach Rincón.

Taxis sind an ihrer roten Farbe zu erkennen. Die Preise sind moderat, wenn das Taxameter (maría) eingeschaltet wird. Sonst ist der Preis vorher auszuhandeln, Hinweise dazu im Hotel.

Kreuzfahrten

Puerto Limón an der Karibikküste und Puntarenas am Pazifik sind Ziele von Kreuzfahrtschiffen; in beiden Häfen liegt der Pier nahe dem Stadtzentrum. Golfito ist als künftiges Ziel im Gespräch.

Adressen

Es gibt nicht immer Straßennamen, dann heißt es z. B. „100 m südlich des xy-Parks“. Hausnummern sind fast unbekannt, man gibt die Ecke an: Av. 4/C. 5, d. h. Avenida 4, Ecke Calle 5, oder schreibt z. B. C. 2/Av. 2–4 (noch kürzer: c2, a2/4): „2. Straße zwischen den Avenidas 2 und 4“. Im Übrigen herrschen Postfachangaben (apartado, apto, apdo) vor.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Ein weiteres Grundnahrungsmittel ist Reis, für den man viele Hundert Zubereitungsarten kennt. Reis und schwarze Bohnen sind auch die Basiszutaten für das costa-ricanische Nationalgericht casado. Das bedeutet eigentlich „verheiratet“ – und warum heißt nun dieses populäre Tagesmenü ausgerechnet casado? Es ist das, was den tico angeblich täglich – und für den Rest seines Lebens – erwartet, wenn er eine tica heiratet: Reis und gebratene schwarze Bohnen, Zwiebeln, oft mit Rührei oder auch Sauerrahm. Dazu gibt es gebratene Kochbananen, gebratenes oder gekochtes Fleisch und Salat.

Traditionell wird bereits am Morgen gallo pinto serviert, das zweite Nationalgericht, wiederum eine Mischung aus Reis und schwarzen (oder roten), in der Pfanne gebratenen Bohnen, dazu wahlweise Zwiebeln, Sauerrahm, dünne Maismehlfladen (tortillas), Käse oder Rührei. Auch kann das Gericht ergänzt werden durch Schinken, Huhn oder Speck.

Mittags und abends schätzen die Costa-Ricaner – neben Reis und Bohnen – Hühner- oder Rindfleisch; Eier und Fisch ergänzen den Speiseplan. Köstlich sind die diversen Gemüsegerichte und -beilagen. Neben Karotten, Paprika, Kartoffeln, Kürbis und Zwiebeln werden häufig auch exotisch anmutende Gemüsesorten wie Yucca und Maniokwurzeln serviert. Vorsicht ist angezeigt bei den so harmlos aussehenden picadillos, in Chilischoten und Essigwasser eingelegten Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und Paprika von mitunter enormer Schärfe.

Für Europäer fremdartig ist vor allem die kreolische Küche, in der Kokosnuss und Gewürze die Hauptrolle spielen. Einer der beliebtesten Eintöpfe heißt rundown (auch: rondon), in Kokosmilch gekochtes Fleisch und Gemüse. Das Meer bildet einen der größten Reichtümer des Landes und versorgt die Costa-Ricaner mit Fisch und Meeresfrüchten. Aus Mexiko kommt ceviche, eine beliebte Vorspeise aus rohem, in Zitronensaft mariniertem Fisch, gewürzt mit Koriander, Limetten und Zwiebeln. Auf Meeresfrüchte spezialisierte Restaurants nennen sich marisquería.

Als Nachtisch gibt es Käse aus Monteverde (z. B. Monte Rico) oder eine der vielen Süßigkeiten wie granizado con fruta, Eiscreme und Früchte auf zerstoßenem Eis.

In Costa Rica schätzt man ein gutes Bier, und die im Land gebrauten Sorten Bavaria, Pilsen und Imperial brauchen den Vergleich mit europäischem Bier nicht zu scheuen. Wein ist teuer und meist importiert. Äußerst beliebt sind Fruchtmixgetränke (frescos), etwa pürierte Mangos oder Bananen, die mit Milch oder Wasser aufgefüllt sind, während in den Hotels und Touristenrestaurants auch reine Fruchtsäfte serviert werden. Am Straßenrand verkauft werden grüne Kokosnüsse (pipas), mit einer Machete geöffnet und mit dem Strohhalm ausgeschlürft – ein idealer Durstlöscher, darüber hinaus heilsam bei Magen-Darm-Problemen.

Costa-ricanischer Kaffee wird in alle Welt exportiert und von den Einheimischen den ganzen Tag über gern getrunken. Beliebt als Sundowner sind die köstlichen Mixgetränke, zum Beispiel piña colada (Ananassaft, Kokosmilch, Rum), daiquirí (Zitronensaft, Rum, zerstoßenes Eis), margarita (Zitronensaft, Cointreau, Tequila), Cuba libre (weißer Rum, Zitronensaft, Cola).

In San José finden Sie Restaurants jeder Couleur. Im mittleren Preisbereich herrschen US-angepasste Häuser vor, die „bessere“ einheimische Gesellschaft bevorzugt europäische Restaurants. Auf dem Land überwiegen einfachere Lokale (sodas) mit einheimischer Küche. Zu den ausgewiesenen Preisen kommen 15 Prozent Steuern und zehn bis 20 Prozent Service hinzu; wo der Bedienungszuschlag nicht pauschal dazuaddiert wird, wird ein entsprechendes Trinkgeld erwartet.

Jeder größere Ort hat seinen Zentralmarkt mit zahlreichen Essständen. Man sitzt auf Holzhockern vor dem Tresen und bekommt vom Frühstück bis zum Abendessen alles serviert. Dazu gibt es Kaffee sowie Obst- und Gemüsesäfte. Und auf den Straßen findet man an vielen Ecken einen Imbissstand, dessen Angebot jedoch oft nichts für den empfindlichen Magen ist. Mit bar schließlich kann fast alles gemeint sein: Kneipe, Esslokal, Café, Gemischtwarenladen oder all das zusammen. Star der costa-ricanischen Kochszene ist Flora Sobrado de Echandi, im Land berühmt unter dem Namen Tía Florita. Die Verfasserin von bald 20 Kochbüchern und Star ungezählter Kochshows führt vor, wie die traditionelle Landesküche variiert werden kann. Ihre Rezepte (www.tiaflorita.tv/recetas) schöpfen aus Altbewährtem, werden durch Verwendung von Gewürzen und neuen Zutaten moderner. Anders als im nördlich gelegenen Mexiko verwendeten die Ticas bis in die jüngste Vergangenheit kaum feurige Saucen und würzten nicht mit Chilis.

In den von Touristen besuchten Orten sind zahlreiche vegetarische Restaurants entstanden sowie von Ausländern betriebene italienische, französische und asiatische Restaurants – deren Kochtraditionen nehmen nun ihrerseits Einfluss auf die Landesküche ebenso wie die aus den USA herüberschwappende Welle des Fusion Food, bei dem aus allen Küchen der Welt geschöpft wird. Fusion-Food-Gerichte werden hauptsächlich in teureren Restaurants angeboten.

Trinkgeld

Im Restaurant ist Service in der Rechnung enthalten, deswegen geben Costa-Ricaner auch meistens kein Trinkgeld; von Touristen wird dies jedoch immer häufiger erwartet. Zimmermädchen sollten ungefähr 300 Colones pro Nacht erhalten, Gepäckträger 200 pro Gepäckstück.

Einkaufen und Shoppen

Aus poliertem Kokosnussholz gefertigte Schalen, an langen Bändern aufgefädelte Muschelketten, die als luftige Vorhänge fungieren, rustikale Keramiken in sanften Erdfarben: In Costa Rica kaufen Sie für wenig Geld individuell hergestellte Artikel. Die Herstellung von artesanías, Kunstgewerbe, hat Tradition: Die mittelamerikanischen Völker waren bereits zu Kolumbus’ Zeiten bekannt für ihre feinen Goldschmuckarbeiten, Keramiken und Webereien.

Kunsthandwerk & Design

Kunsthandwerk & Textilien

Liebhaber finden auch farbenfroh bestickte und mitunter handgewebte Kleider, Jacken, Blusen und Hosen, die auf Märkten angeboten werden. Einige der Artikel stammen aus Guatemala und Mexiko oder sind in ihrer Gestaltung inspiriert von der in Panama verbreiteten Molas-Stickerei. Was für die Textilien gilt, trifft auch auf viele andere Kunsthandwerksartikel zu: Diese werden meist in anderen lateinamerikanischen Ländern hergestellt und nach Costa Rica importiert. Besucher kann das nur freuen, da man so die große Vielfalt des Kunstschaffens an einem Ort erleben kann.

In Sarchí und Umgebung sind besonders viele Kunsthandwerker ansässig; hier blüht das Geschäft mit den bunten carretas, den traditionellen Ochsenkarren, einem farbenfrohen Symbol für Costa Rica. Die Wagen werden in allen Größen hergestellt, dienen als Dekorationsobjekt in Haus und Garten. Weniger auffällig sind die vielen Schaukelstühle aus Leder und Holz, zusammenklappbar und deshalb auch leicht zu transportieren.

Markt & Flohmarkt

Märkte & Geschäfte

Zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten bieten sich in der Hauptstadt an, sie sind freilich teurer als in den übrigen Landesteilen oder direkt beim Erzeuger, aber meist von guter Qualität. Und natürlich ist die Auswahl hier größer. Spezialgeschäfte gibt es zuhauf, man kauft aber auch an der Straße, wo fliegende Händler ihre Waren ausstellen, und auf Märkten. Jedes Dorf hat seinen mercado central, Fundgrube für einfach alles, von Heilkräutern und Tinkturen über Schuhe bis zu Teppichen und handgeschnitzten Kämmen. Kommunikationszentren in ländlichen Gebieten sind die ungezählten pulperías, Krämerläden, die Gewürze und Zigaretten, Haarshampoo und Trockenmilch verkaufen.

Souvenirs

Ökoshops

Eine Fundgrube für Mitbringsel sind die ökologisch orientierten Shops in den Nationalparks bzw. in deren Umgebung. Hier kaufen Sie von Hand hergestellte Seifen aus Limettenöl oder mit Mangoduft, exotische Wellnessöle, Briefpapier aus Bananenblättern, mit Schildkröten bedruckte T-Shirts für Kinder, Kaffee aus heimischer Produktion und vieles mehr.

Unter den vielen nach Costa Rica eingewanderten Menschen sind auch zahlreiche Künstler und Kunsthandwerker, die eigene Produktionslinien schufen. Beliebt ist die Herstellung von Schmuck sowie, bedingt durch den großen Reichtum an Tropenhölzern, aufwendig gefertigten Holzobjekten wie beispielsweise Kämmen, Schmuckschatullen, Tellern und Schalen.

Was Sie nicht kaufen sollten

Ein grauer Markt existiert nicht nur für Schildpatt und daraus hergestellte Produkte, sondern auch für die nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen geschützten Seeschnecken und Muscheln. Wie beim Kauf von Schildpattkämmen setzt auch durch den Erwerb von Riesenmuscheln eine folgenschwere Entwicklung ein: Statt Strandgut zu sammeln, werden bei starker Nachfrage die Tiere eigens für Touristen gefangen und getötet. Solche „Souvenirs“ sollten Sie ebenso wenig kaufen wie alles, was aus Schildpatt oder der Haut von Leguanen hergestellt wurde. Und beim Kauf von Waren aus Edelholz sollten Sie sicherstellen, dass es sich um Plantagenholz handelt, um dem Raubbau am tropischen Regenwald nicht Vorschub zu leisten.

Nationalparks

Bei Wanderungen in den Nationalparks sind oft Gummistiefel und eine Regenjacke vonnöten. Fernglas nicht vergessen! Der Eintritt für die staatlichen Parks beträgt meist 10 US-$. Nationalparkbüro in San José: SINAC (Avenida 15 | Tel. 25226500 | www.sinac.go.cr)

Spezialitäten

arreglado kleines Sandwich mit Fleisch, Käse oder Huhn
arroz con carne/pollo/pescado Reis mit Fleisch/Huhn/Fisch
cajeta Dessert aus Kokos, Zucker, Vanille und Milch
carne asada dünne, gebratene Rindfleischscheiben
chicharrones knusprig gebackene Stücke der Schweineschwarte
chorreado Maispfannkuchen mit Sauerrahm
empanada gerollter Maispfannkuchen mit Bohnen, Käse, Fleisch, Kartoffeln
enchilada Teigtasche mit Käse, Kartoffeln, Fleisch
frijoles molidos Püree aus Bohnen mit Zwiebeln und Paprika
frijoles refritos Brei aus gebratenen roten oder schwarzen Bohnen
gallo Tortilla mit Bohnen, Käse, Fleisch, Tomaten, Bratkartoffeln
guacamole pürierte Avocados, gewürzt mit Zitronensaft und Tomaten
olla de carne Eintopf mit Fleisch, Huhn, Kartoffeln, Gemüse, Mais, Yucca, Kochbanane
pan bon dunkles Früchtegewürzbrot
patacones dünne, frittierte Kochbananenscheiben
patí Teigtaschen mit Hackfleisch, Huhn, Fisch oder Kochbanane
pionono Püreerolle aus Kochbanane und schwarzen Bohnen
plátanos fritos gebratene Kochbananen
pollo asado scharf gewürztes Brathähnchen
quesadillas Getreidemehltortilla mit Käse
sopa negra schwarze Bohnensuppe mit Gemüse und Ei
taco frittierte Tortilla mit Fisch-, Fleisch- oder Gemüsefüllung
tamal in Bananen- oder Maisblättern gedämpfter Maisfladen, gefüllt mit Fleisch und Paprika
tostada gebackene Tortilla mit Füllung
Stichworte

Bananen

Grün und Blau prägen das Bild der Landschaft: das Grün der Bananenstauden, das Blau der über die reifenden Früchte gehängten und mit Insektiziden getränkten Plastiktüten. Bananen sind heute ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, Costa Rica gilt als der weltweit zweitgrößte Bananenexporteur. Anbau und Vermarktung begannen Ende des 19. Jhs. Neben Kaffee avancierten Bananen zum bedeutendsten Exportgut, und das Land wurde damit abhängig von US-amerikanischen Konzernen und Geldgebern.

Bevölkerung

80 Prozent der 4,6 Mio. ticos sind weiß – als Nachfahren der Spanier nehmen sie damit eine Sonderstellung unter den Bewohnern Lateinamerikas ein. Nur 15 Prozent der Bevölkerung sind Mestizen (zum Vergleich: in Mexiko 80 Prozent), also Nachkommen von Weißen und Indigenen. 1 Prozent der Bevölkerung sind Schwarze, 1 Prozent Chinesen und 1,5 Prozent indígenas; die Nachfahren der indianischen Ureinwohner – rund 55 000 von ihnen leben in 35 kleinen Reservaten – gehören zur ärmsten Bevölkerungsgruppe. Da in Costa Ricas Verfassung das Recht auf politisches Asyl verankert ist, wurde das kleine Land zur Zuflucht vieler Tausend aus El Salvador und Nicaragua geflohener Menschen. Das Bevölkerungswachstum ist hoch, die Kinderzahl pro Familie liegt bei durchschnittlich fünf. Knapp 90 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch.

Epiphyten

Sie prägen das Bild der tropischen Wälder: In den Astgabeln und auf den Stämmen anderer Bäume wachsen Gastpflanzen. Es gibt Zehntausende unterschiedliche Arten: Bromelien, Farne, Moose und Kakteen – die schönsten sind allerdings zweifellos die 1300 tropischen Orchideenarten. Da es am Waldboden sehr schattig ist, sichert ihre luftige Höhe den Pflanzen das Überleben: Im Dach des Waldes ist es heller und zugleich weniger feucht.

Geografie

Costa Rica ist mit 51 200 km2 (das entspricht ungefähr der Größe der Schweiz) das drittkleinste Land auf dem amerikanischen Festland. Seine Topografie wird zum beträchtlichen Teil von Bergland bestimmt, das 70 erloschene und aktive Vulkane überragen. Diese Kordillerenkette zieht sich von Nordwesten nach Südosten quer durch das Land und wirkt als Wetterscheide. Der höchste Berg, der Chirripó, misst 3819 m. Ein großer Tieflandbereich zieht sich an der Atlantikküste entlang: ein tropisches, immerfeuchtes Gebiet von Sümpfen, Lagunen und Flüssen. Die Hauptstadt San José und ihre dicht besiedelte Umgebung liegen in der zentralen Hochebene am Fuß der Cordillera Central. Die Grenzen des Landes zwischen Atlantik- (200 km) und Pazifikküste (1200 km) bilden Nicaragua im Norden und Panama im Süden.

Landwirtschaft

Da Bodenschätze rar sind, sind Bananen, Kaffee, Zucker, Ananas, Kakao, Palmöl und Rindfleisch bedeutsame Ausfuhrprodukte. Auch die Holzwirtschaft ist ein wichtiger ökonomischer Faktor. Costa Rica verkauft Edelhölzer in alle Welt, koppelt den Einschlag jedoch mit umfangreicher Wiederaufforstung.

Militär

1948, in politisch unruhigen Zeiten, übernahm der Sozialdemokrat José Figueres Ferrer für 18 Monate die Regierungsgeschäfte, begann mit wirksamen sozialen Reformen und legte ein Jahr später eine Verfassung vor, die die Abschaffung des Militärs enthielt. Eine Maßnahme, die sich für Costa Rica in vielfacher Weise bezahlt machte: Das gesparte Geld wurde für soziale Wohlfahrt und das Gesundheitswesen, für die Alphabetisierung der Bevölkerung und eine umfassende Reform des Bildungswesens eingesetzt. Heute steht Costa Rica mit diesen Errungenschaften in Lateinamerika einzigartig da, ohne dass es durch die fehlende Armee je einen Nachteil hatte.

Nationalparks & Naturschutzgebiete

Zu Costa Ricas mehr als 20 Nationalparks kommen weitere Wild- und Naturschutzgebiete sowie in Privatbesitz befindliche Wälder und Reservate, solche, die von Hotels und Gästehäusern, von Haciendas, Fincas und Lodges sowie Tier- und Naturschutzorganisationen unterhalten werden. Eintrittsgelder, Spenden und touristische Attraktionen (Zip Lines, Aerial Tram etc.) dienen zum Teil deren Unterhalt. Die Zugänglichkeit der Reservate erlauben angelegte Pfade (senderos), die Sie individuell oder mit Führer (guide) begehen können. In der Regel darf man in Costa Rica nicht an den nature guides sparen, da man ohne diese viel weniger sieht und versteht. Zudem sind sie oft sehr gut ausgebildet, voller Verständnis für die Natur und auch für die Interessen der costa-ricanischen Bevölkerung und kompetente und freundliche Gesprächspartner. www.sinac.go.cr

Öko & Eco

Costa Rica ist das weltweit bedeutendste Ziel für Ökotourismus, Synonym für naturnahes, umweltverträgliches Reisen, seitdem das Land in den 1980er-Jahren Natur als Ressource erkannte und Schutzgebiete ausbaute. Heute gibt es kaum ein Hotel, keinen Anbieter, der für sein Geschäft nicht die Bezeichnung „ecological“ im Beinamen verwendet. Doch mit der wachsenden Beliebtheit des kleinen Landes leiden immer häufiger die empfindlichen Ökosysteme. Beispiel Manuel Antonio, das heute mit mehreren Flügen täglich von San José erreicht wird: Die senderos im nur 7 km2 großen Nationalpark werden jährlich von Hunderttausenden von Besuchern abgelaufen, so dass die Affen mittlerweile um Bananen betteln und montags der Park zum Müllbeseitigen geschlossen wird. In Tortuguero werden Touristen mit dem Motorboot über die Kanäle zu den Lodges und den Krokodilen gebracht – eine langsamere Fortbewegung würde weniger Schaden anrichten. Auch die Kriterien für die zahlreichen Qualitätssiegel, mit denen sich Hotels und Lodges schmücken, sind nicht immer durchsichtig. Und mitunter bringt die Forschung verblüffende Ergebnisse: große, nachhaltig ausgerichtete Hotels mit umweltbewusster Versorgungstechnik hinterlassen weniger Umweltschäden als kleine, überall im Land entstehende Lodges.

Regenwald

Höhen von 40 m und mehr sind keine Seltenheit unter den Tausenden von Baumarten im costa-ricanischen Regenwald. Tatsächlich beherbergt dieser Wald – der nur noch weniger als zehn Prozent der Erdoberfläche bedeckt – mehr als die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten weltweit. Das Leben im Dschungel spielt sich in stockwerkartigen Etagen ab – dunkel, heiß und extrem feucht am Boden; weitgehend unerforscht ist das Leben in den Baumkronen. Das stabilste, aber auch sensibelste Ökosystem der Erde, Millionen von Jahren alt, überstand Klimaschwankungen bis hin zur Eiszeit, ist heute jedoch durch den Menschen und die von ihm verursachten Umwelteinflüsse bedroht. Noch vor 50 Jahren bedeckten in Costa Rica der Regenwald (in den tropischen Tieflandregionen) und der Nebelwald (in Höhen ab 1000 m) über 70 Prozent des Landes.

Schildkröten

Die einen schätzen sie als Häppchen oder Suppe, die anderen als Schmuck: Trotz zahlreicher Artenschutzabkommen und gesetzlicher Bestimmungen werden Eier, Fleisch und Panzer der Schildkröten in den Tropen noch immer verwertet und exportiert. Einige Arten der Tiere, seit rund 100 Mio. Jahren auf der Welt, gehen heute ihrem Ende zu. In Costa Rica hat man sich ihrer angenommen, mehrere Forschungsstationen untersuchen, kennzeichnen, schützen sie und ziehen sie auch auf. An beiden Meeren des Landes schwimmen die Schildkröten zu Tausenden an den Strand, bei Hochwasser und Mondlicht, kriechen mühsam hinauf und graben 50 cm tiefe Löcher für ihre Eier. Einige der Tiere sind mehrere Hundert Kilo schwer, und entsprechend langsam gestaltet sich die nächtliche Prozedur, bei der Touristen – mit einigen Vorsichtsmaßnahmen, d. h. ohne Licht und Geräusche – zuschauen können. Die Eier werden in sechs bis acht Wochen von der Sonne ausgebrütet – falls sie niemand vorher ausgräbt –, und dann wühlen sich bis zu 100 kleine Schildkröten durch die Sandschicht nach oben und streben sofort dem Wasser zu. Viele erreichen ihr Ziel nicht und werden vorher zur Beute von Menschen, Vögeln und Fischen.

Steinkugeln

Hunderte hat man bisher entdeckt, und viele werden vermutlich noch gefunden werden: künstliche Steinkugeln, aus Granit und Lava, zwischen 10 cm und 2 m groß, perfekt gerundet und bis zu kolossalen 16 t schwer. Die Rundung war nicht so schwer: Vermutlich wurde mit einer Schnur und einem spitzen Stein ein Halbkreis auf stabiles Holz geritzt und der Halbkreis ausgeschnitten. Damit entstand eine Schablone, und die Feinbearbeitung des Steins erfolgte durch Rotieren des Steins in der Schablone. Sie liegen in Costa Ricas Süden im Dschungel und in Flussmündungen, in Tälern und auf Bergen. Die Kugeln wurden vermutlich von den Brunca, einem präkolumbischen Volk, hergestellt und symbolisierten möglicherweise die Gestirne, deren Anordnung man mit ihnen „nachstellen“ konnte. Viele wurden von den Spaniern zerstört, weil sie in deren Mitte Gold vermuteten. Die auch indian stone balls oder spheres (www.mystery spheres.com) genannten Kugeln zieren heute Museen, Parks und öffentliche Gebäude, zwei sieht man im Vorgarten des Paseo Colón 2044 in San José.

Ticos & Ticas

Die spanische Verkleinerungsform, das „ito“ oder „ita“, ist ein Zeichen von Freundlichkeit. Aus momento wird so momentito, „Momentchen“. Die Costa-Ricaner verwenden als Diminutiv „ico“, sagen also momentico, und besonders gern verdoppeln sie die Verkleinerungsform, machen aus hermano (Bruder) hermanitico (kleines Brüderchen). Wegen dieser Angewohnheit nennen die übrigen Lateinamerikaner sie ticos, und das haben sie gern angenommen.

Volunteering

Kein anderes Land bietet so viel Gelegenheit für Freiwilligenarbeit und zieht so viele volunteers an wie Costa Rica, in erster Linie in den Bereichen Tierschutz und Naturschutz. Dies reicht von der Bewachung von Schildkröteneiern an den Pazifik- und Karibikstränden über Hilfsarbeiten in den Naturschutzgebieten bis zur Betreuung verletzter Wildtiere und Englischunterricht für Schulkinder. In der Hacienda „Paradiesblume“ arbeiten volunteers in der organischen Landwirtschaft, im botanischen Garten, im Wald oder Stall und nehmen teil an der Umwelterziehung. www.la-flor.org/volunteer.html

Bei der Organisation „Praktikawelten“ (www.praktikawelten.de) kann eine Vielzahl von Praktika, auch mit Spanischunterricht und Unterkunft in Hostels bzw. bei Gastfamilien, gebucht werden.

Vulkane

Keine Angst, Vulkanausbrüche sind in Costa Rica selten und meist vorhersehbar. Auch in anderer Hinsicht entsprechen sie nicht immer dem verbreiteten Image. So zeigen durchaus nicht alle Vulkane des Landes die klassische Zuckerhutform, viele tarnen sich als gewöhnliche Berge. Und Vulkanasche bescherte dem Land seine fruchtbaren Böden. Der Vulkan Arenal (1657 m), 100 km nördlich von San José, ist der aktivste des Landes; 1968 erfolgte ein großer Ausbruch mit mehr als 80 Toten. Bei seinen regelmäßigen Eruptionen tritt Lava aus, die die Westhänge herabfließt. In dem umliegenden Hotels und Lodges können Sie nachts und bei wolkenlosem Himmel die Eruptionen und rot glühenden Lavaströme sehen.

Wirtschaft

In den letzten Jahren erlebte Costa Rica einen starken wirtschaftlichen Aufschwung mit sinkender Arbeitslosenzahl. Der Export von Bananen und Kaffee sank zwar, jedoch nahmen Industrie (z. B. Computerchips), Tourismus und Dienstleistungen zu. Allerdings gehen 40 Prozent der Exporte in die USA, und die Mehrheit der Touristen kommt ebenfalls von dort. Diese starke Abhängigkeit von nur einem Wirtschaftspartner bereitet vielen Politikern im Land beträchtliche Sorge.

Bloss nicht!

In Drogengeschäfte verwickeln lassen

An der Karibikküste sind die eindeutigen Angebote besonders häufig, aber die Polizei versteht auch bei „weichen“ Drogen keinen Spaß. Denn lange galt Costa Rica als Umschlagplatz für den Drogenhandel zwischen Süd- und Nordamerika, und man ist bemüht, diesem Ruf die Grundlage zu entziehen. Also besser ein eindeutiges und bestimmtes no, gracias.

Falsche Kleidung tragen

Bei der Wahl ihrer Kleidung sind die Costa-Ricaner konservativ, auch wenn ein Teil der weiblichen Jugend einen anderen Eindruck macht. Knappe Oberteile und kurze Hosen trägt man nicht in der Öffentlichkeit.

Leichtsinnig sein

Verglichen mit anderen lateinamerikanischen Ländern ist Costa Rica nahezu ein Paradies. Der neoliberale Wirtschaftskurs hat aber eine Schicht besonders armer Leute nach sich gezogen, dazu gibt es rund 200 000 Flüchtlinge aus Nicaragua ohne Einkommen. Haben Sie am besten wenig dabei, wenn Sie in San José, Puntarenas oder Limón zu Fuß unterwegs sind, und: Tragen Sie keinen Schmuck!

Unbedacht Souvenirs kaufen

Unter den vielen Souvenirs sind auch einige, die Tierschützern Sorgen bereiten: Taschen aus Krokodil- und Schlangenleder, Tierfelle, Schildpattarbeiten, Schildkrötenpanzer, seltene Muscheln sowie Korallen und daraus gefertigter Schmuck. Verboten ist die Einfuhr dieser Dinge in das Heimatland ohnehin.

Strömungen unterschätzen

Vorsicht beim Baden: An der gesamten Pazifikküste und am südlichen Atlantik gibt es gefährliche Strömungen, teilweise auch schon in knietiefem Wasser. Sie sollten daher nie am offenen Meer, sondern immer in Buchten baden. Kleine Kinder niemals aus dem Auge verlieren. Strandwachen gibt es nur wenige, am besten nach den Einheimischen richten.

Nachts Auto fahren

Auf den Straßen sind Schlaglöcher keine Seltenheit. Tiefe Löcher können gefährlich werden. Weil man die Löcher nachts schlechter sieht, bleibt das Auto dann am besten stehen.

Haifischflossen bestellen

Der Handel mit Haiflossen ist in Costa Rica verboten, jedoch an der Pazifikküste weit verbreitet. Taiwanesische Fischfirmen haben hier Fischkutter und private Docks, der Hauptteil des Fangs geht nach Asien. Ihrer Flossen beraubt, sinken Haie auf den Meeresgrund und ersticken langsam und qualvoll. Falls in Restaurants Haifischflossensuppe auf der Karte steht, sollten Sie deshalb unbedingt verzichten!

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Taxis, Mietwagen, Überlandbusse und für entlegene Gebiete Flugverbindungen stehen zur Verfügung. Auch wenn die Entfernungen in Costa Rica kurz erscheinen, nehmen Überlandreisen oft viel Zeit in Anspruch, mit Staus müssen Sie jederzeit rechnen. Die Straßen befinden sich generell in einem sehr schlechten Zustand (Schlaglöcher). Die Unfallrate im Land ist sehr hoch.

Im Falle eines Unfalls dürfen die beteiligten Fahrzeuge i.d.R. erst nach Aufforderung der Polizei bewegt werden, da dies andernfalls als Schuldeingeständnis gewertet wird. In diesem Fall kommt ein Sachverständiger der Versicherungsgesellschaft Grupo INS.

Bei Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss droht im Falle eines Unfalls mit Todesfolgen eine Gefängnisstrafe bis zu 15 Jahren.

Auch in Costa Rica sind die Nutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt und das Fahren ohne Sicherheitsgurt unter - sehr hohe - Strafen gestellt.

Geldstrafen können in Costa Rica ausschließlich über nationale Banken beglichen werden.

  • Planen Sie für alle Reisen genügend Zeit ein.
  • Vermeiden Sie möglichst Nachtfahrten.
  • Fahren Sie stets vorsichtig und defensiv.
  • Informieren Sie sich über die Straßenverhältnisse vor Ort telefonisch unter 800-87267486.
  • Warten Sie im Falle eines Unfalls das Eintreffen von Sachverständigen ab.
  • Zahlen Sie keine Strafzettel in bar vor Ort, sondern nur in Banken.

Sicherheitsvorkehrungen bei Abenteuer-Tourismus (Wildwasser-Rafting, Canopy) entsprechen häufig nicht deutschem Standard, es kommt immer wieder zu Unfällen.

Besuche des Vulkans Poás sind nur mit Online-Anmeldung über das Sistema Nacional de Àreas de Conservación SINAC möglich.

  • Buchen Sie Abenteuer-Touren nur bei etablierten, beim Instituto Costarricense de Turismo (ICT) registrierten Tourismusunternehmen.
  • Meiden Sie Alleingänge und unbekannte Wege.
  • Seien Sie während der Regenzeit von Mai bis November beim Wandern und Baden an Wasserfällen und in Flüssen besonders vorsichtig.

Der deutsche Führerschein ist in Verbindung mit einem gültigen Reisepass bei Aufenthalten bis zu drei Monaten grundsätzlich ausreichend. Die zusätzliche Mitnahme eines Internationalen Führerscheins ist zur Vermeidung von Problemen bei Polizeikontrollen jedoch empfehlenswert.

  • Beachten Sie die allgemeinen Hinweise für LGBTIQ.

Ein besonderes Augenmerk richten die costa-ricanischen Strafverfolgungsbehörden auf Fälle von Kindesmissbrauch. Hier drohen langjährige Haftstrafen. Diese Taten werden, wenn sie von Deutschen oder an Deutschen im Ausland begangen werden, auch in Deutschland nachdrücklich strafrechtlich verfolgt.

Drogenbesitz und -handel sind in Costa Rica strafbare Delikte und werden von den einheimischen Behörden verfolgt. Bei Festnahme müssen Sie mit einer Verurteilung zu einer drastischen Haftstrafe rechnen.

Die Teilnahme an politischen Veranstaltungen wie Demonstrationen ist Ausländern untersagt und kann zur Haftstrafen oder einer Ausweisung führen.

Landeswährung ist der Colon (CRC), Zahlungen in US-Dollar sind landesweit möglich und üblich. Die Abhebung von Bargeld am Geldautomaten mit Kreditkarte ist meist bis zu bis zu einer Höhe von ca. 200.000,-Colones pro Tag (ca. 300,- €) bzw. dem mit der Hausbank vereinbarten Rahmen (oft nur gegen Gebühr) möglich. Die meisten Banken haben Verträge mit Maestro gekündigt, so dass Sie mit einer Maestro-Bankkarte in der Regel kein Bargeld mehr abheben können.

  • Seien Sie vorsichtig beim Geldziehen mit einer Kreditkarte direkt am Schalter. Dies löst häufig eine Spontansperre der Karte aus, die nur durch telefonische Kontaktaufnahme mit Ihrer Hausbank aufgehoben werden kann.
  • Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Kreditkarten, sondern führen Sie alternative Zahlungsmittel (Bargeld in Euro und US-Dollar) mit.

Die hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ergänzen.

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet müssen alle Personen ab einem Alter von neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen.
Zudem muss bei Einreise aus Tansania, Sambia, südamerikanischen Ländern außer Argentinien und Panama, Kolumbien (außer Barranquilla, Cali, Cartagena, Medellín, San Andrés und Bogota), Ecuador (nur Morona-Santiago, Napo, Orellana, Pastaza, Sucumbíos und Zamora-Chinchipe), Paraguay (außer der Hauptstadt Ascunción), Peru (außer Lima, Cusco, Machu Picchu, Inka Trail, Lambayeque, Tumbes, Piura und Cajamarca), Trinidad und Tobago (außer städtische Gebiete von Port of Spain, Reisende im Transit oder Reisende nur auf der Insel Tobago) der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung erfolgen. Costa Rica selbst ist kein Gelbfieberinfektionsgebiet.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus und Tollwut empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die .

Die vorrangig durch tagaktive Aedes-Mücken übertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen.

  • Beachten Sie für Ihre Reise die Empfehlungen im Merkblatt Zika-Virus-Infektion.

Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie, siehe Merkblatt Chikungunya-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Chikungunya-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

Es besteht ganzjährig ein minimales Malariarisiko in den Provinzen Heredia, Alajuela und Limón. Als malariafrei gelten San José sowie die übrigen Landesteile, siehe Ständiger Ausschuss Reisemedizin (StAR) der . Zusätzlich wurden 2019 Malariafälle auch in der Provinz Puntarenas bekannt, so dass auch hier von einem minimalen Risiko auszugehen ist.

Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie unter einem imprägnierten Moskitonetz.

Je nach Reiseprofil ist neben der notwendigen Expositionsprophylaxe zudem eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.

  • Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
  • Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

In Costa Rica kann durch Ausscheidungen von Raubwanzen, die in Ritzen einfacher Behausungen in ländlichen Regionen leben, die amerikanische Trypanosomiasis (Chagas) übertragen werden. Diese können sowohl durch den Biss infizierter Wanzen oder seltener durch verunreinigte Frucht- bzw. Zuckerrohrsäfte aufgenommen werden. In der akuten Erkrankungsphase stehen grippeähnliche Symptome und eine Schwellung des Augenlides im Vordergrund. Bis zu Jahre nach der Infektion können z.T. gravierende Organveränderungen am Herzen und des Verdauungstraktes auftreten. Insgesamt ist das Risiko für Reisende an Chagas zu erkranken sehr gering.

  • Nutzen Sie zum Schutz gegen Bisse korrekt angebrachte Bettnetze.

Bei der Tollwut handelt es sich um eine tödlich verlaufende Viruserkrankung, die über den Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen wird. Landesweit besteht in Costa Rica ein hohes Risiko für Bissverletzungen, siehe Merkblatt Tollwut.

  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Tieren.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer Tollwut-Impfung beraten und impfen. Die Impfserie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein.
  • Suchen Sie auch bei bestehender Impfung nach Kontakt mit einem potentiell infizierten Tier oder Menschen (Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen) umgehend einen Arzt auf.

Diese durch Sandfliegen übertragene, parasitäre Erkrankung kommt landesweit vor und kann zu Hautveränderungen (kutane Form) oder einer generalisierten Erkrankung mit Fieberschüben und Milzvergrößerung (viszerale Form) führen.

  • Schützen Sie sich im Rahmen einer Expositionsprophylaxe adäquat vor Sandfliegen.
  • Stellen Sie sich bei nicht heilenden Hautgeschwüren oder anhaltenden Fieberschüben in einer tropenmedizinisch erfahrenen Klinik vor.

Diese bakterielle Infektion wird ganzjährig vereinzelt durch Kontakt mit Oberflächenwasser, das mit Nagetierausscheidungen kontaminiert ist, übertragen. Meist verläuft die Erkrankung wie ein milder grippaler Infekt, in seltenen Fällen kann es jedoch zu einer schwerwiegenden Beteiligung der Leber und Nieren kommen, siehe Merkblatt Leptospirose.

  • Erwägen Sie bei zu erwartender Exposition im Einzelfall nach sorgsamer Risikoabwägung durch einen Reise- bzw. Tropenmediziner eine medikamentöse Prophylaxe mit Doxycyclin.

Die Gesundheitsversorgung ist gerade in ländlichen Gebieten häufig nicht mit europäischen technischen und hygienischen Standards vergleichbar. Planbare Eingriffe sollten nach Möglichkeit daher in Deutschland erfolgen. Grundsätzlich sollte bei ernsthaften Erkrankungen, Unfällen, etc. schnellstmöglich eines der Krankenhäuser im Großraum San José aufgesucht werden.

Die Kosten für eine medizinische Behandlung sowie Medikamente müssen in der Regel vor Ort sofort in bar (auch Kreditkartenzahlung ist möglich) beglichen werden.

Notfallpatienten wird regelmäßig wegen nicht vorliegender Kostenübernahme die Behandlung verweigert. Gleiches gilt für die zahlreichen privaten Ambulanzdienste (für Helikoptertransport vom Unfallort in ein Krankenhaus in San José). Hier muss der Patient in Vorkasse treten.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die .

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss:

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die ärztliche Versorgung und hygienischen Verhältnisse in San José sind gut. In den ländlichen Regionen kann es zu Engpässen kommen.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung und Reiserückholversicherung wird empfohlen.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken 5 -
Malaria 4 -
Typhus & Polio 3 -
Cholera 2 -
Gelbfieber 1 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die älter als zwölf Monate sind und innerhalb von zwölf Stunden nach Aufenthalt oder Durchreise in einem von der WHO ausgewiesenen endemischen Gelbfieber-Infektionsgebiet einreisen.

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch v.a. in den Provinzen Limón und San José vor. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen. Um sich zu schützen sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Eine Impfung ist nur in seltenen Fällen zu empfehlen.

[3]
Typhus kommt vor, Poliomyelitis nicht. Eine Typhusimpfung wird bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten empfohlen.

[4]
Malariaschutz ist ganzjährig in den Regionen mit mittlerem Risiko Matina (Provinz Limón), Talamanca (Provinz Limón) und Los Chiles (Provinz Alajuela) erforderlich. Ein geringeres Risiko besteht in den ländlichen Gebieten der übrigen Landesteile. Als malariafrei gelten das zentrale Hochland und San José.

Die weniger gefährliche Form Plasmodium vivax (Malaria tertiana) herrscht vor. Die Plasmodium falciparum (Malaria tropica) macht weniger als 1 % der Erkrankungen aus. Durch Malariaprophylaxe in Form von langärmliger Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen und Mosquitonetze wird das Ansteckungsrisiko deutlich gemindert. Nur in den mittleren Risiko-Regionen (s.o.) sollte ein medikativer Schutz abgewogen werden.

[5] Das Trinkwasser ist stark gechlort und kann u. U. leichte Magenverstimmungen hervorrufen. Während der ersten Urlaubstage wird abgefülltes Wasser empfohlen. Das Trinkwasser außerhalb großer Städte ist nicht immer keimfrei und sollte sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Milch, Milchprodukte, Fleisch, Geflügel, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse können unbesorgt verzehrt werden. Jahreszeitlich bedingt (Frühling in Costa Rica) kann es zu einer Vermehrung von Rotalgen kommen. Der Verzehr von Meerestieren kann zu dieser Zeit zu Vergiftungserscheinungen führen. Es wird darum dringend abgeraten, Fisch und Schalentiere zu verzehren.

Gesundheitszeugnis

Bei längerem Aufenthalt wird ein Gesundheitszeugnis und ein negativer HIV-Test verlangt. Einzelheiten von den konsularischen Vertretungen (s. Adressen).

Andere Risiken

Chagas-Erkrankungen werden durch Raubwanzen, die vor allem in zentralen Landesteilen, im Nordwesten und Südosten vorkommen, herbeigeführt. Bei Übernachtungen in einfachen Hütten und im Freien empfiehlt sich ein Insektenschutz mit Moskitonetzen.

Es treten vermehrt Chikungunya-Erkrankungen auf. Das Chikungunya-Virus wird von Mücken übertragen. Reisenden wird empfohlen, sich gegen Mückenstiche zu schützen.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor. Es besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz. 

Ebenfalls landesweit tritt die durch Insekten verursachte Filariose auf. Reisende reduzieren die Übertragungsgefahr, wenn sie einen wirksamen Insektenschutz benutzen.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose kommt vereinzelt vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Tollwut kommt landesweit vor. Hauptüberträger sind Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Das Zika-Virus wird durch Stechmücken auf den Menschen übertragen. Zu den Symptomen gehören u.a. Fieber, Gelenkschmerzen und eine Bindehautentzündung. Häufig bleibt die Infektion unbemerkt oder verläuft nur mit milden Symptomen. Bisher dokumentierte, vereinzelte Todesfälle standen überwiegend mit anderen Vorerkrankungen in Zusammenhang. Das Auswärtige Amt rät Schwangeren von nicht zwingend notwendigen Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ab, weil das Virus im Verdacht steht, bei Ungeborenen Mikrozephalie zu verursachen.
Es existiert weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Eine konsequente Einhaltung persönlicher Mückenschutzmaßnahmen wird empfohlen.

Reisewarnung

Überblick

Stand - Thu, 28 Nov 2019 17:15:00 +0100
(Unverändert gültig seit: Thu, 28 Nov 2019 17:11:20 +0100)

Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:
- Verfolgen Sie Nachrichten und Wetterberichte
- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz
- Abonnieren Sie unseren Newsletter oder nutzen Sie unsere App „Sicher Reisen"
- Folgen Sie uns auf Twitter: AA_SicherReisen
- Registrieren Sie sich in unserer Krisenvorsorgeliste

Letzte Änderungen:
Redaktionelle Änderungen und Ergänzungen

Sicherheit

Terrorismus

Innenpolitische Lage

Die Lage im Land ist ruhig. Demonstrationen, Protestaktionen und Streiks können im Rahmen der Reformpolitik insbesondere in der Hauptstadt San José vorkommen und zu vereinzelten gewaltsamen Auseinandersetzungen und Verkehrsbeeinträchtigungen führen.

  • Informieren Sie sich über die lokalen Medien.
  • Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist in Costa Rica niedriger als in den Nachbarländern. Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl und Handtaschenraub kommen insbesondere in den Städten und in stark frequentierten Nationalparks vor, vereinzelt auch unter Anwendung von Gewalt.

In der Hauptstadt San José kommt es insbesondere in der Umgebung der Busbahnhöfe und der Calles 14 y 6, Av. Central y 7 vermehrt zu Diebstählen, nach Einbruch der Dunkelheit erhöhen sich die Gefahren.

An der Karibikküste weist die Gegend der Hafenstädte Moin und Limón eine besonders hohe Gewaltkriminalität auf, auch in den beliebten Touristenzentren Cahuita und Puerto Viejo kommen bewaffnete Raubüberfälle vor.

Besonders verbreitet ist der Diebstahl der in der Gepäckablage von Linien- und Überlandbussen verstauten Tagesrucksäcke durch Ablenkungsmanöver.

Auf der Strecke zum Flusshafen Embarquadero La Pavona mit Ziel Tortuguero wurden im Jahr 2018 touristische Reisebusse überfallen. Touristenbusse fahren hier in der Regel im Konvoi.

Sexualdelikte insbesondere gegen Frauen kommen landesweit vor.

Autos werden häufiger, insbesondere an der Brücke beim Fluss Tarcoles und an den Stränden, auch auf bewachten Parkplätzen, aufgebrochen.

In den großen Touristenzentren (Guanacaste, Playa de Coco, Flamingo, Tamarindo und Nosara) stehen Dienststellen der Touristenpolizei bereit. Die landesweite kostenlose Notrufnummer lautet 911. Auch das costa-ricanische Tourismusinstitut (ICT) bietet Touristen über die kostenlose Rufnummer (+506) 800-8868-7476 oder 800-8887-4766 Unterstützung an.

  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtigen Dokumente sicher auf und fertigen Sie Kopien an bzw. speichern Sie sie elektronisch.
  • Bevorzugen Sie bargeldlose Zahlungen und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen mit, verzichten Sie insbesondere auf Schmuck und sichtbar getragene Gürteltaschen.
  • Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, an Bahnhöfen, auf Märkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Meiden Sie das Zentrum von San José bei Dunkelheit sowie Armenviertel.
  • Seien Sie besonders als allein reisende Frau besonders umsichtig und misstrauisch in unerwarteten Situationen.
  • Transportieren Sie Ihr Gepäck im Linien- und Überlandverkehr nach Möglichkeit immer im Personenteil oder im Fußraum des Busses und lassen Sie es nicht aus den Augen.
  • Lassen Sie Ihr Gepäck auch in abgeschlossenen Fahrzeugen nicht unbeaufsichtigt. Das gilt auch für private touristische Busse mit Reiseleitung.
  • Halten Sie Türen und Fenster auch während der Fahrt verschlossen und verriegelt und stellen Sie Fahrzeuge nur auf bewachten Parkplätzen ab.
  • Halten Sie bei eigenen (auch vermeintlichen) Pannen nicht sofort an, sondern fahren Sie bis zur nächsten Werkstatt oder Tankstelle oder rufen Sie professionelle Hilfe.
  • Nehmen Sie keine Anhalter mit.
  • Leisten Sie im Fall eines Überfalls keinen Widerstand.
  • Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei.

Natur und Klima

Tropenstürme

Das Klima ist tropisch bis subtropisch. Von Mai bis Ende November ist Hurrikan-Saison. In dieser Zeit ist mit Tropenstürmen und intensiven Regenfällen zu rechnen. Starke Regenfälle können gefährliche Flutwellen in Flüssen und Bächen sowohl in den Bergen als auch an der Küste und Erdrutsche auslösen und in der Folge zu Überschwemmungen und Verkehrsbeeinträchtigungen führen.

Erdbeben und Vulkane

Costa Rica liegt in einer seismisch aktiven Zone, weshalb es zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen kommt.
Von den 16 Vulkanen in Costa Rica sind derzeit die Vulkane Turrialba, Rincon de la Vieja, Poás und Irazú aktiv. Der Ausbruch eines Vulkans kann zur Schließung des internationalen Flughafens Juan Santamaria in San José/Alajuela führen.

Meeresströmungen

Starke Strömungen und plötzlicher, starker Wellengang können auch gute Schwimmer in Gefahr bringen und führen jährlich zum Tod von Touristen und Einheimischen. Auch im niedrigen Wasser können diese so stark sein, dass selbst Erwachsene ins offene Meer gezogen werden. Nur wenige Strände werden von Rettungsschwimmern bewacht oder haben Rettungsboote.

Reiseinfos

Infrastruktur/Verkehr

Taxis, Mietwagen, Überlandbusse und für entlegene Gebiete Flugverbindungen stehen zur Verfügung. Auch wenn die Entfernungen in Costa Rica kurz erscheinen, nehmen Überlandreisen oft viel Zeit in Anspruch, mit Staus müssen Sie jederzeit rechnen. Die Straßen befinden sich generell in einem sehr schlechten Zustand (Schlaglöcher). Die Unfallrate im Land ist sehr hoch.

Im Falle eines Unfalls dürfen die beteiligten Fahrzeuge i.d.R. erst nach Aufforderung der Polizei bewegt werden, da dies andernfalls als Schuldeingeständnis gewertet wird. In diesem Fall kommt ein Sachverständiger der Versicherungsgesellschaft Grupo INS.

Bei Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss droht im Falle eines Unfalls mit Todesfolgen eine Gefängnisstrafe bis zu 15 Jahren.

Auch in Costa Rica sind die Nutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt und das Fahren ohne Sicherheitsgurt unter - sehr hohe - Strafen gestellt.

Geldstrafen können in Costa Rica ausschließlich über nationale Banken beglichen werden.

  • Planen Sie für alle Reisen genügend Zeit ein.
  • Vermeiden Sie möglichst Nachtfahrten.
  • Fahren Sie stets vorsichtig und defensiv.
  • Informieren Sie sich ggf. über die Straßenverhältnisse vor Ort telefonisch unter 800-87267486.
  • Warten Sie im Falle eines Unfalls das Eintreffen von Sachverständigen ab.
  • Zahlen Sie keine Strafzettel in bar vor Ort, sondern nur in Banken.

Abenteuer-Tourismus/Besuche von Vulkanen

Sicherheitsvorkehrungen bei Abenteuer-Tourismus (Wildwasser-Rafting, Canopy usw.) entsprechen häufig nicht deutschem Standard, es kommt immer wieder zu Unfällen.

Besuche des Vulkans Poás sind nur mit Online-Anmeldung über das Sistema Nacional de Àreas de Conservación SINAC möglich.

  • Buchen Sie Abenteuer-Touren nur bei etablierten, beim Instituto Costarricense de Turismo (ICT) registrierten Tourismusunternehmen.
  • Meiden Sie Alleingänge und unbekannte Wege.
  • Seien Sie während der Regenzeit von Mai bis November beim Wandern und Baden an Wasserfällen und in Flüssen besonders vorsichtig.

Führerschein

Der deutsche Führerschein ist in Verbindung mit einem gültigen Reisepass bei Aufenthalten bis zu drei Monaten grundsätzlich ausreichend. Die zusätzliche Mitnahme eines Internationalen Führerscheins ist zur Vermeidung von Problemen bei Polizeikontrollen jedoch empfehlenswert.

LGBTIQ

Rechtliche Besonderheiten

Ein besonderes Augenmerk richten die costa-ricanischen Strafverfolgungsbehörden auf Fälle von Kindesmissbrauch. Hier drohen langjährige Haftstrafen. Diese Taten werden, wenn sie von Deutschen oder an Deutschen im Ausland begangen werden, auch in Deutschland nachdrücklich strafrechtlich verfolgt.

Drogenbesitz und -handel sind in Costa Rica strafbare Delikte und werden von den einheimischen Behörden verfolgt. Bei Festnahme müssen Sie mit einer Verurteilung zu einer drastischen Haftstrafe rechnen.

Die Teilnahme an politischen Veranstaltungen wie Demonstrationen ist Ausländern untersagt und kann zur Haftstrafen oder einer Ausweisung führen.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist der Colon (CRC), Zahlungen in US-Dollar sind landesweit möglich und üblich. Die Abhebung von Bargeld am Geldautomaten mit Kreditkarte ist meist bis zu bis zu einer Höhe von ca. 200.000,-Colones pro Tag (ca. 300,- €) bzw. dem mit der Hausbank vereinbarten Rahmen (oft nur gegen Gebühr) möglich. Die meisten Banken haben Verträge mit Maestro gekündigt, so dass Sie mit einer Maestro-Bankkarte in der Regel kein Bargeld mehr abheben können.

  • Seien Sie vorsichtig beim Geldziehen mit einer Kreditkarte direkt am Schalter. Dies löst häufig eine Spontansperre der Karte aus, die nur durch telefonische Kontaktaufnahme mit Ihrer Hausbank aufgehoben werden kann.
  • Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Kreditkarten, sondern führen Sie alternative Zahlungsmittel (Bargeld in Euro und US-Dollar) mit. 

Einreise und Zoll

Einreise- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie nur direkt bei den Vertretungen Ihres Ziellandes.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Nein
  • Vorläufiger Personalausweis: Nein
  • Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:
Reisedokumente müssen im Zeitpunkt der Einreise noch mindestens für den Tag der Einreise und den Folgetag gültig sein und sich in gutem Zustand befinden.

Da für die Rückreise (auch Transit) oder die Weiterreise über andere Länder meist eine längere Gültigkeit erforderlich ist, die mindestens den kompletten Reisezeitraum abdecken muss oder darüber hinausgehende Gültigkeiten voraussetzt, wird grundsätzlich empfohlen, Reisedokumente mit einer Gültigkeit von mindestens noch einem halben Jahr mit sich zu führen.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise und den Aufenthalt zu touristischen Zwecken für bis zu 90 Tage kein Visum.

Ein Anspruch auf die maximale Aufenthaltsdauer besteht nicht, häufig wird eine kürzere Aufenthaltsgenehmigung erteilt. Die Entscheidung hierüber wird vom Beamten bei der Einreise auf der Grundlage des Rückflugtickets, Aufenthaltszwecks, finanzieller Leistungsfähigkeit, etc. erteilt. Reisende müssen ein Rückflugticket/Anschlussticket/Busticket und einen Finanzierungsnachweis für den Aufenthalt im Land vorlegen. Anträge auf Verlängerung der Aufenthaltsdauer können bei der Ausländerpolizei (Migración) gebührenpflichtig gestellt werden.

Sollten Sie einen längeren Aufenthalt oder die Einreise zu einem anderen Zweck (z.B. Praktikum, Freiwilligendienst, Studium) planen, sollten Sie dafür vor der Einreise eine Aufenthaltserlaubnis bei der zuständigen Botschaft Costa Ricas in Berlin beantragen.

Über Einwanderungsvoraussetzungen informiert die costa-ricanische Einwanderungsbehörde.

Einreisekontrolle

Achten Sie bei der Einreise von Panama und Nicaragua nach Costa Rica auf dem Landweg unbedingt darauf, dass sowohl der costa-ricanische Einreisestempel als auch der panamaische bzw. nicaraguanische Ausreisestempel im Reisepass angebracht werden. Bei dem panamaisch-costaricanischen Grenzübergang Sixaola muss eine Brücke zu Fuß überquert werden. Reisende müssen dort darauf achten, von beiden Grenzkontrollen Stempel zu erhalten und die Brücke nicht ohne den Besuch der jeweiligen (daneben befindlichen) Grenzstationen zu überqueren. Gleiches gilt für die Rückreise.

Ohne diese Stempel im Pass kann es zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Aus- und Weiterreise kommen, da die Ausländerpolizei in diesen Fällen die Möglichkeit eines illegalen Aufenthalts in Costa Rica prüft und zu diesem Zweck die Pässe bis zu einem Monat einbehält. Es können aus diesem Grund Inhaftierungen und Abschiebungen erfolgen.

Ein- und Ausreise über die USA

Beachten Sie für die Ein- und Ausreise über die USA die Einreisebestimmungen für die USA.

An den costaricanischen Flughäfen gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen bei Reisen in und über die USA. So ist u.a. die Mitnahme von pulvrigen Substanzen (z. B. Kaffee) im Handgepäck nicht gestattet. Zu Ausnahmen (z. B. Erwerb in der Duty-Free-Zone) kontaktieren Sie bitte Ihre Fluglinie.

Gebühren bei Ausreise

Seit Juni 2015 ist die Ausreisesteuer bei den meisten Fluggesellschaften in den Flugtickets enthalten. Wird die Grenze auf dem Landweg überquert, ist die Steuer zu entrichten (i.d.R. 7,- USD, zahlbar auch in colones).

Seit April 2018 müssen Strafen bei illegalem Aufenthalt in Höhe von 100,- US-Dollar pro angefangenen Monat ohne gültige Aufenthaltserlaubnis gezahlt werden. Diese kann bei der Migración, landesweit in den Filialen der Banco de Costa Rica oder über Tucán und in Postfilialen der Correos de Costa Rica in Paso Canoas, La Cruz, Liberia und Alajuela gezahlt werden. Bei Nichtbegleichung wird ein Einreiseverbot verhängt, das für den dreifachen Zeitraum des illegalen Aufenthaltes gilt. Diese Regelung gilt sowohl für Touristen, als auch für Personen mit temporärem Aufenthaltstitel.

Minderjährige

Minderjährige können grundsätzlich ohne Begleitung der Sorgeberechtigten einreisen und benötigen nach costa-ricanischem Recht nicht deren förmliche Einverständniserklärung. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden kann, dass die costa-ricanischen Behörden auf die Vorlage einer notariellen Einwilligungserklärung der gesetzlichen Vertreter, in spanischer Sprache mit Apostille (Überbeglaubigung) nach dem Haager Übereinkommen zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation, bestehen.

Bei der Ausreise aus Costa Rica von Minderjährigen, die auch costa-ricanische Staatsangehörige oder in Besitz einer Aufenthaltsgenehmigung (residencia) für Costa Rica sind, auch wenn dieser Aufenthaltstitel bereits abgelaufen ist, und die allein oder in Begleitung nur eines Elternteils oder einer dritten Person ausreisen, verlangen die costa-ricanischen Grenzbehörden ein sog. „Permiso de Salida" (Ausreiseerlaubnis), das bei der Migración in San José (bei Aufenthalt in Costa Rica) oder bei der costa-ricanischen Botschaft in Berlin beantragt werden kann. Ohne dieses Dokument wird eine Ausreise aus Costa Rica selbst dann nicht gestattet, wenn der mitausreisende Elternteil sein alleiniges Sorgerecht nachweisen kann. Welche Unterlagen im Einzelfall für die Ein- und Ausreise notwendig sind, sollten Sie vor der Reise mit der Botschaft Costa Ricas in Berlin klären.

Einfuhrbestimmungen

Landes- und Fremdwährung dürfen bis zu einem Wert von 10.000 US-Dollar eingeführt werden.

Es ist verboten, Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukte, Obst und Gemüse (Ausnahme: Konserven) im Reisegepäck nach Costa Rica einzuführen.

Für die Einfuhr von verschreibungspflichtigen Medikamenten müssen Sie ein Attest in englischer oder spanischer Sprache mit sich führen, ggf. auch noch weitere Unterlagen. Diesbezügliche Informationen erteilt der Zoll in Costa Rica, zuständig ist das Ministerio de Hacienda.

Die Ausfuhr von Pflanzen, Tieren und Muscheln aus Costa Rica ist ebenfalls verboten.

Heimtiere

Für die Einfuhr von Heimtieren ist mindestens eine tierärztliche Gesundheitsbestätigung in englischer oder spanischer Sprache von einem Tierarzt sowie ein Heimtierausweis mit Nachweis der Impfungen insbesondere gegen Tollwut erforderlich. Ausführliche Informationen erteilt die Botschaft Costa Ricas in Berlin.

Gesundheit

Aktuelles

Die WHO hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ggf. ergänzen.

Impfschutz

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet müssen alle Personen ab einem Alter von neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen.
Zudem muss bei Einreise aus Tansania, Sambia, südamerikanischen Ländern außer Argentinien und Panama, Kolumbien (außer Barranquilla, Cali, Cartagena, Medellín, San Andrés und Bogota), Ecuador (nur Morona-Santiago, Napo, Orellana, Pastaza, Sucumbíos und Zamora-Chinchipe), Paraguay (außer der Hauptstadt Ascunción), Peru (außer Lima, Cusco, Machu Picchu, Inka Trail, Lambayeque, Tumbes, Piura und Cajamarca), Trinidad und Tobago (außer städtische Gebiete von Port of Spain, Reisende im Transit oder Reisende nur auf der Insel Tobago) der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung erfolgen. Costa Rica selbst ist kein Gelbfieberinfektionsgebiet.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus und Tollwut empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die DTG.

Zika-Virus-Infektion

Die vorrangig durch tagaktive Aedes-Mücken übertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen.

Dengue-Fieber

Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Chikungunya-Fieber

Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie, siehe Merkblatt Chikungunya-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Chikungunya-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Malaria

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

Es besteht ganzjährig ein minimales Malariarisiko in den Provinzen Heredia, Alajuela und Limón. Als malariafrei gelten San José sowie die übrigen Landesteile, siehe Ständiger Ausschuss Reisemedizin (StAR) der DTG. Zusätzlich wurden 2019 Malariafälle auch in der Provinz Puntarenas bekannt, so dass auch hier von einem minimalen Risiko auszugehen ist.

Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz. 

Je nach Reiseprofil ist neben der notwendigen Expositionsprophylaxe zudem eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.

  • Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
  • Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.

HIV/AIDS

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Durchfallerkrankungen

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

Trypanosomiasis („Mal de Chagas")

In Costa Rica kann durch Ausscheidungen von Raubwanzen, die in Ritzen einfacher Behausungen in ländlichen Regionen leben, die amerikanische Trypanosomiasis (Chagas) übertragen werden. Diese können sowohl durch den Biss infizierter Wanzen oder seltener durch verunreinigte Frucht- bzw. Zuckerrohrsäfte aufgenommen werden. In der akuten Erkrankungsphase stehen grippeähnliche Symptome und u.U. eine Schwellung des Augenlides im Vordergrund. Bis zu Jahre nach der Infektion können z.T. gravierende Organveränderungen am Herzen und des Verdauungstraktes auftreten. Insgesamt ist das Risiko für Reisende an Chagas zu erkranken sehr gering.

  • Nutzen Sie zum Schutz gegen Bisse korrekt angebrachte Bettnetze.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine tödlich verlaufende Viruserkrankung, die über den Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen wird. Landesweit besteht in Costa Rica ein hohes Risiko für Bissverletzungen, siehe Merkblatt Tollwut.

  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Tieren.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer Tollwut-Impfung beraten und ggf. impfen. Die Impfserie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein.
  • Suchen Sie auch bei bestehender Impfung nach Kontakt mit einem potentiell infizierten Tier oder Menschen (Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen) umgehend einen Arzt auf.

Leishmaniasis

Diese durch Sandfliegen übertragene, parasitäre Erkrankung kommt landesweit vor und kann zu Hautveränderungen (kutane Form) oder einer generalisierten Erkrankung mit Fieberschüben und Milzvergrößerung (viszerale Form) führen.

  • Schützen Sie sich im Rahmen einer Expositionsprophylaxe adäquat vor Sandfliegen.
  • Stellen Sie sich bei nicht heilenden Hautgeschwüren oder anhaltenden Fieberschüben in einer tropenmedizinisch erfahrenen Klinik vor.

Leptospirose

Diese bakterielle Infektion wird ganzjährig vereinzelt durch Kontakt mit Oberflächenwasser, das mit Nagetierausscheidungen kontaminiert ist, übertragen. Meist verläuft die Erkrankung wie ein milder grippaler Infekt, in seltenen Fällen kann es jedoch zu einer schwerwiegenden Beteiligung der Leber und Nieren kommen, siehe Merkblatt Leptospirose.

  • Erwägen Sie bei zu erwartender Exposition im Einzelfall nach sorgsamer Risikoabwägung durch einen Reise- bzw. Tropenmediziner eine medikamentöse Prophylaxe mit Doxycyclin.

Medizinische Versorgung

Die Gesundheitsversorgung ist gerade in ländlichen Gebieten häufig nicht mit europäischen technischen und hygienischen Standards vergleichbar. Planbare Eingriffe sollten nach Möglichkeit daher in Deutschland erfolgen. Grundsätzlich sollte bei ernsthaften Erkrankungen, Unfällen, etc. schnellstmöglich eines der Krankenhäuser im Großraum San José aufgesucht werden.

Die Kosten für eine medizinische Behandlung sowie Medikamente müssen in der Regel vor Ort sofort in bar (auch Kreditkartenzahlung ist ggf. möglich) beglichen werden.

Notfallpatienten wird regelmäßig wegen nicht vorliegender Kostenübernahme die Behandlung verweigert. Gleiches gilt für die zahlreichen privaten Ambulanzdienste (z.B. für Helikoptertransport vom Unfallort in ein Krankenhaus in San José). Hier muss der Patient in Vorkasse treten.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die DTG.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss: 

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Türkei Ja Nein Ja
Andere EU-Länder Ja Nein Ja
Schweiz Ja Nein Ja
Österreich Ja Nein Ja
Deutschland Ja Nein Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Einreise und am Folgetag der Einreise gültig sein. Bei Transit/Weiterreise über andere Länder wird eine Gültigkeit des Reisepasses von mindestens einem halben Jahr dringend empfohlen. Türkische Reisepässe müssen bei der Einreise noch mindestens 3 Monate gültig sein. 

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind für einen touristischen oder geschäftlichen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen (sofern nicht anders angegeben) u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder:

(a) EU-Länder und Schweiz.
(b) Türkei für Aufenthalte von bis zu 30 Tagen.

Da die meisten Flüge von Deutschland nach Costa Rica in den USA zwischenlanden, müssen auch die Einreisebestimmungen für die USA beachtet werden (siehe auch Reisepass/Visum USA).

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass mit Lichtbild oder eigener Reisepass. Achtung: Bei Anreise über die USA besteht mit Kinderreisepass Visumpflicht, nur der eigene Reisepass berechtigt zur visumfreien Einreise.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Achtung: Ausländische Minderjährige können grundsätzlich allein nach Costa Rica ein- und ausreisen. In der Praxis verlangen Grenzbeamte bei der Ein- und Ausreise von Minderjährigen, die allein reisen bzw. sich lediglich in Begleitung eines Sorgeberechtigten befinden, jedoch gelegentlich eine notarielle Einwilligungserklärung in spanischer Sprache beider bzw. des abwesenden Sorgeberechtigten ("permiso de salida"). Welche Unterlagen im Einzelfall für die Ein- und Ausreise notwendig sind, sollte vor der Reise mit der zuständigen costaricanischen Vertretung geklärt werden.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für die Einfuhr von Katzen und Hunden werden eine internationale tierärztliche Bescheinigung und ein Heimtierausweis benötigt. Die internationale tierärztliche Bescheinigung muss im Original und in Kopie vorliegen sowie entweder ins Spanische oder Englische übersetzt worden sein. Außerdem muss sie bestätigen, dass das Tier gesund und ohne Anzeichen einer ansteckenden Krankheit ist. Dieser Test darf nicht früher als zwei Wochen vor der Abreise durchgeführt worden sein. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass Hunde gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirus und Tollwut geimpft sind und gegen Tollwut geimpft sind.

Die Tollwutimpfung darf nicht weniger als 30 Tage und nicht mehr als 3 Monate zurückliegen. Der Impfausweis und die Gesundheitsbescheinigung (nicht früher als 2 Wochen vor der Reise) müssen von einem Amtstierarzt überbeglaubigt und danach von der zuständigen konsularischen Vertretung legalisiert werden.

Papageien benötigen immer eine Einfuhrgenehmigung vom Landwirtschaftsministerium in San José. Die Vögel müssen mindestens 6 Monate ihrem Besitzer gehört haben. Zusätzlich wird für Papageien ein Gesundheitszeugnis, ausgestellt von einem Konsulat von Costa Rica, verlangt, das bescheinigt, dass das Tier frei ist von der Papageienseuche, Salmonellen, Ornithose und anderen ansteckenden Krankheiten.
Weitere Informationen erteilen die zuständigen diplomatischen Vertretungen (s. Kontaktadressen).

Bearbeitungsdauer

In der Regel 2 - 3 Wochen; ist eine Genehmigung der Einwanderungsbehörde in Costa Rica erforderlich, dauert die Beantragung bis zu 2 Monate.

Gültigkeit

Visa: bis zu 30 Tage Aufenthalt. Verlängerungsanträge sollten vor Ort eingereicht werden.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die mit demselben oder dem nächsten Flugzeug innerhalb von 12 Stunden weiterreisen, über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Touristenvisum, Transitvisum.

Kosten

Gebühren ändern sich häufig und sind von Nationalität und Dauer des geplanten Aufenthalts abhängig. Reisenden wird empfohlen, sich rechtzeitig vor Antritt der Reise bei der zuständigen Botschaft (s. Kontaktadressen) zu erkundigen. Die aktuellen Visumgebühren werden in US$ auf der Internetseite der Botschaft der Republik Costa Rica in Berlin zusammen mit dem aktuellen Wechselkurs ausgewiesen.

Antrag erforderlich

(a) Antragsformular.
(b) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist.
(c) Ggf. Aufenthaltstitel für Deutschland/Österreich/Schweiz, der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist.
(d) Nachweis ausreichender Geldmittel für den Aufenthalt.
(e) Rück-/Weiterreiseticket.

(f) Zahlungsbeleg über die Visumgebühren, (in Berlin: der aus dem gleichen Monat stammen muss, in dem das Antragsgespräch stattfindet).

Ja nach Nationalität und Reisezweck sind noch weitere Unterlagen (Passfotos, etc.) sowie Gebühren notwendig, die im Einzelfall bei der zuständigen Botschaft zu erfragen sind.

Geld

Geldwechsel

Casas de Cambio (Wechselstuben) sind weit verbreitet und bieten die günstigsten Wechselkurse an. Euro kann man in allen größeren Städten wechseln. Die Mitnahme von US-Dollar in bar wird empfohlen.

Währung

1 Costa-Rica-Colón = 100 Céntimos. Währungskürzel: CRC (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 50.000, 20.000, 10.000, 5.000, 2.000 und 1.000 CRC; Münzen sind im Wert von 500, 100, 50, 25, 20, 10 und 5 CRC im Umlauf. US-Dollar werden hauptsächlich in größeren Orten und in Touristenzentren akzeptiert.

Devisenbestimmungen

Landes- und Fremdwährung dürfen unbegrenzt eingeführt werden. Die Ein- und Ausfuhr der Landes- und Fremdwährungen ist ab einem Betrag im Gegenwert von 10.000 US$ deklarationspflichtig.

Kreditkarten

Alle gängigen Kreditkarten wie Mastercard, Visa und Diners Club werden in der Regel akzeptiert, American Express weniger häufig. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte. Die Mitnahme von US-Dollar in bar wird als alternative Geldversorgung empfohlen.

Reiseschecks

Reiseschecks sind in Deutschland und in der Schweiz nicht mehr und in Österreich kaum noch erhältlich. Reiseschecks werden in Costa Rica in den größeren Städten von Banken und Wechselstuben angenommen. Reiseschecks sollten in US-Dollar ausgestellt sein.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 08.30- 15.00 Uhr (Abweichungen sind möglich).

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Costa Rica eingeführt werden:

500 g Schnupftabak (Personen ab 18 J.);
5 l alkoholische Getränke (Personen ab 18 J.);
5 kg Süßigkeiten.

Persönliche Gebrauchsgegenstände im Wert von bis zu 500 US$.

Verbotene Importe

Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukte, Obst und Gemüse (Ausnahme: Konserven) dürfen im Reisegepäck nicht eingeführt werden.

Verbotene Exporte

Pflanzen, Tiere und Muscheln dürfen nicht ausgeführt werden.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Costa Rica, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2017-10, 2013-08
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Costa Rica - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 24.11.2019 (Unverändert gültig seit: 19.11.2019)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 24.11.2019 (Unverändert gültig seit: 19.11.2019)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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