Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Chile

Steckbrief

Chile - Fakten

Ländername República de Chile / Republik Chile
Klima Von Wüsten (Norden) über mediterrane (Mitte) bis zu gemäßigt feuchtkühlen Zonen (Süden)
Beste Reisezeit Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
Lage 17° - 56° südlicher Breite
Fläche 756.626 km2
Hauptstadt Santiago (6,5 Mio. Einwohner)
Bevölkerung 18,4 Mio., ca. 75% Nachkommen europäischer Einwanderer, etwa 9% Indigene, Wachstumsrate ca. 0,8%
Sprache Spanisch
Religion Römisch-katholisch 70 %, Protestantisch 15 %
Nationaltag 18./19. September (Fiestas Patrias)
Unabhängigkeit 18. September 1810 (von Spanien)
Staats-/Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Präsident Sebastián Piñera
Vertreter des Staatsoberhaupts Andrés Chadwick, Innenminister (Unión Demócrata Independiente - UDI)
Regierungschef identisch mit Staatsoberhaupt
Parlament Kongress, bestehend aus Senat (43 Sitze) und Abgeordnetenkammer (155 Sitze); gewählt nach einem Verhältniswahlsystem (zwischen zwei und fünf Senatoren in 15 Senatswahlkreisen und zwischen drei und acht Abgeordneten in 28 Abgeordnetenwahlkreisen); letzte Wahl am 19. November 2017.
Währung Chilenischer Peso (CLP)
Zeitzone UTC -4 (MEZ -5), Sommerzeit UTC -3 (MEZ -4)
Stromnetz 220 V/ 50 Hz
Reiseadapter C, L
Kfz-Länderkennzeichen RCH
ISO-3166 CL, CHL
Internet-TLD .cl
Landesvorwahl +56
Reisepass & Visum Notwendig
Geeignet für Outdoor, Meer, Wintersport

Geographie

Chile reicht in der Länge über 39 Breitengrade, das sind 4300 km, hat jedoch nur eine Breite von bis zu 400 km. Im Süden löst sich das Land in Inseln auf. Die Landesnatur ist weitgehend von der Hochkordillere der Anden geprägt. Entsprechend der Längserstreckung reicht das Klima von einer subtropischen Zone (Norden) über sommertrockene Subtropen (Mitte) bis zum hochozeanischen und kühlgemäßigten Klima (Süden). Es existieren sowohl vegetationslose Wüstenregionen als auch sommergrüner Laubwald und immergrüner Regenwald.

Politik und Bevölkerung

Gemäß der 2005 geänderten Verfassung von 1981 ist Chile eine Präsidialrepublik. Das Parlament besteht aus Abgeordnetenkammer und Senat. Nach 16-jähriger Militärdiktatur unter General Pinochet erlebt das Land seit den Wahlen von 1989 einen Demokratisierungsprozess. Im Mai 1990 übernahm erstmals seit dem Putsch von 1973 wieder eine Zivilregierung die Macht. Rund 95 % der Bevölkerung sind Mestizen (Mischlinge aus Ursprungsbewohnern und europäischen Einwanderern). Etwa 5 % gehören der indianischen Urbevölkerung an. Die Analphabetenrate liegt bei rund 5 %.

Geschichte und Kultur

Älteste menschliche Kulturen lassen sich bis auf 12 000 v. Chr. zurückdatieren. Dieses Gebiet wurde um 1480 vom Inkareich eingenommen, bevor Spanier das Land ab 1539 besetzten. Der endgültigen Unabhängigkeit gingen längere Auseinandersetzungen mit der Kolonialmacht voraus. Erstmals wurde die Unabhängigkeit 1810 erklärt, für den Norden und die Mitte des Landes aber erst 1818 erreicht. Nach weiteren Kämpfen gegen die Spanier kam der Süden einige Jahre später hinzu. In der ersten Hälfte des 20. Jh. herrschten heftige Konfrontationen zwischen Gewerkschaften (erste Gründung 1900) und der besitzenden Minderheit. Tief greifende Veränderungen setzten allerdings erst mit der Wahl Salvador Allendes 1970 ein. Diese fanden 1973 mit dem Putsch General Pinochets ein jähes Ende. Der Putsch hatte auch einschneidende Folgen für die chilenische Kunst. Viele Künstler mussten vor den Militärs ins Ausland fliehen.

Chile - Geschichte

um 13000 v. Chr. Erste Besiedlung des heutigen Chile von Nordosten her
um 6000 v. Chr. Chinchorro-Jägerkultur bei Arica; die Toten werden als Mumien im Sand bestattet
1470 Das Inkaimperium dehnt sich bis nach Mittelchile aus
1535 Diego de Almagro stößt von Peru nach Chile vor
1540 Pedro de Valdivia wird Gouverneur von Chile und gründet ein Jahr später Santiago
18. Sept. 1810 Bildung der ersten Nationalregierung. Nach 8-jährigem Befreiungskrieg ruft Bernardo O'Higgins die Unabhängigkeit aus und setzt sich an die Spitze der jungen Republik
ab 1829 Chile gewinnt als Nationalstaat Kontur; Entdeckungen von Silber- und Salpetervorkommen
1879-84 Pazifischer Krieg ("Salpeterkrieg") gegen Bolivien und Peru um die Salpetervorkommen in der Atacamawüste. Chile gewinnt Territorien hinzu
ab 1884 Der Salpeterbergbau wird Chiles wichtigster Wirtschaftszweig
1929/30 Weltwirtschaftskrise trifft Chile schwer
1960 Schweres Erdbeben in Südchile (9,5 auf der Richterskala): 5000 Tote
1966-71 Verstaatlichung des Kupferbergbaus; Gründung des staatlichen Konzerns Codelco, heute größtes Kupferunternehmen der Welt
1970 Der Sozialist Salvador Allende wird zum Präsidenten gewählt
11. Sept. 1973 Blutiger Putsch von General Augusto Pinochet; es folgen 17 Jahre Diktatur
1989 Patricio Aylwin wird zum Präsidenten gewählt; Rückkehr zur Demokratie.
ab 1990 Chile setzt auf die Öffnung zum Weltmarkt (Freihandelsabkommen), ausländische Investitionen und die Bekämpfung der Armut
2006 Als erste Frau tritt Michelle Bachelet das höchste Staatsamt an
2010 Ein schweres Erdbeben (Stärke 8,8) in Mittelchile fordert ca. 600 Todesopfer
2010 Der milliardenschwere Unternehmer Sebastián Piñera wird neuer Präsident
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Chilenische Botschaften

- Mohrenstr. 42 | D-10117 Berlin | Tel. 030 7262035 | consulado1@echile.de

Konsulatsadressen unter www.echile.de

- Lugeck 1 | A-1010 Wien | Tel. 01 5129208 | echile.austria@minrel.gov.cl

- Eigerplatz 5 | CH-3007 Bern | Tel. 031 3700058 | embajada@embachile.ch

Deutsche Botschaft

Las Hualtatas 5677 | Vitacura, Santiago | Tel. 2 4632500 | www.santiago.diplo.de

Österreichische Botschaft

Barros Errázuriz 1968 | Providencia, Santiago | Tel. 2 2234774 | www.aussenministerium.at/botschaft/santiago-dechile

Schweizer Botschaft

Av. Vespucio Sur 100, piso 14 | Las Condes, Santiago | Tel. 2 9280100 | www.eda.ad min.ch/santiago

Notruf

Notrufnummer Polizei (carabineros): Tel. 133, Ambulanz: Tel. 131

Internetzugang/WLAN

Wenn Sie den Daheimgebliebenen per Mail, Skype, Facebook & Co. von Ihrer Reise vorschwärmen und sie mit Fotos beeindrucken möchten, wird Ihnen das in Chile nicht schwerfallen. Zumindest die größeren Städte und Touristenzentren sind gut ans Internet angebunden. In den meisten Unterkünften gehört die WLAN-Verbindung für Gäste zum (kostenlosen) Standard, oft stehen auch Internet-PCs zur Verfügung. Ebenso kann man sich mit Notebook, Tablet oder Smartphone in den meisten Cafés und Restaurants einklinken und lossurfen - fragen Sie die Bedienung nach dem Passwort (la clave).

Schwieriger wird das in abgelegenen Gegenden wie San Pedro de Atacama oder Torres del Paine: Hier kommt kein Glasfaserkabel mehr hin, und Internet läuft - wenn überhaupt - über das Handynetz und ist langsam und teuer. Da kann ein Prepaid-Surfstick fürs Mobilfunknetz nützlich sein (internet móvil), den Sie sich in einem Handyladen oder Kaufhaus für ca. 30 Euro (Startguthaben inklusive) besorgen können; nachgeladen wird per Kreditkarte. In ländlichen Gebieten, die kein 3G-Standard erreicht, kann das mobile Surfen freilich eine langwierige Angelegenheit werden.

Post

Ein Standardbrief nach Europa kostet ca. 70 Cent und braucht 5-8 Tage. Briefkästen sind unüblich, die Post (correos) unterhält überall Filialen.

Telefon & Handy

Chile (Vorwahl 0056) verfügt über ein modernes Telefonnetz mit mehreren Anbietern. Erkundigen Sie sich nach einem preiswerten carrier und der entsprechenden Einwahl für Anrufe ins Ausland. Tarife ändern sich oft, meist haben die Hotels oder Centros de llamadas (öffentliche Telefonzentralen) ohnehin einen Vertrag mit einer Gesellschaft. Wer viel telefoniert, ist mit einer internationalen Telefonkarte gut beraten. Noch günstiger ist es, über das Internet per Skype oder einen ähnlichen Anbieter zu telefonieren.

Handys sind weit verbreitet, allerdings brechen die Digitalnetze in abgelegenen Regionen schnell zusammen. Die meisten deutschen Mobilfunkbetreiber bieten für Chile Roaming an, Sie benötigen dafür ein Tribandgerät. Erkundigen Sie sich vorher nach den meist stolzen Tarifen. Die SIM-Karte Ihres Handys gegen einen chilenischen Prepaidchip auszutauschen ist ähnlich preiswert, wie sich vor Ort ein Prepaidhandy mit Gesprächsguthaben zu kaufen. Chilenische Handynummern sind achtstellig; bei der Anwahl aus dem Festnetz wird 09 vorgewählt.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Die katholische Kirche hat dem Festkalender ihren Stempel aufgedrückt - und muss wie anderswo der Säkularisierung ihrer Feiertage zusehen. Für die Chilenen, mit 15 Urlaubstagen pro Jahr nicht gerade reich gesegnet, ist jedweder Feiertag zunächst ein willkommener Anlass, dem Alltag über ein langes Wochenende zu entfliehen - egal, ob nun der Unbefleckten Empfängnis oder der Seeschlacht von Iquique gedacht wird. Wirklich wichtig sind eigentlich nur zwei Feste: der Nationalfeiertag Dieciocho im September und Weihnachten.In Nordchile haben die Ureinwohner die katholischen Riten und Prozessionen in ihre stampfenden Maskenfeste integriert - eine faszinierende Synthese. Ansonsten feiern die Chilenen eher bodenständig als ausgelassen - der Karneval hat es nie über die Anden geschafft.

Feste

Januar

Theatermonat: Erstklassige Inszenierungen aus Chile und Gastländern in Dutzenden Spielstätten und unter freiem Himmel. www.stgoamil.cl

Musikwochen: Renommierte Klassikfestspiele in Frutillar am Ufer des Llanquihue-Sees (Ende Jan./Anf. Feb.). www.semanasmusicales.cl

Februar

Tapati: Volksfest auf der Osterinsel mit Tanz, Sängerwettstreit und Ethno-Triathlon (Anf. Feb.)

Festival de Viña: internationales Schlagerfest in Viña del Mar (Mitte Feb.)

März

Vendimia: Weinlesefest in den Winzerhochburgen, am besten das in Curicó. Hier werden die Trauben barfuß gestampft und die Weinkönigin mit Flaschen abgewogen (Mitte März-Mitte April).

Rodeo: Beim nationalen Stiertreiber-Finale in Rancagua werden die besten huasos gekürt und mit einem zünftigen Volksfest gefeiert (Ende März/Anfang April). www.huasosyrodeo.cl

April/Mai

Cumbre Guachaca: Oktoberfest auf chilenisch in der Hauptstadt Santiago - mit viel Folklore, viel Tanz und noch mehr Rotwein bis zum Morgengrauen. www.guachacas.cl

Juli

Fiesta de La Tirana: Das einsame Wüstennest bei Iquique füllt sich mit 100000 Pilgern aus dem ganzen Land, die der Jungfrau Carmen huldigen. Aymara-Tanzgruppen stampfen mit Tubas, Trommeln und Teufelsmasken tagelang durch die staubigen Straßen (12.-18.7.). Ähnliche Feste gibt es auch noch in vielen anderen Dörfern Nordchiles zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

September

Mes de la Patria: Im "Monat des Vaterlands" werden die Häuser und Autos mit Wimpeln und Nationalflaggen geschmückt, und rund um den Nationalfeiertag Dieciocho (18.9.) wird in Festzelten landauf, landab die chilenische cueca getanzt - bis am Abend doch die Salsa-Scheiben aufgelegt werden. Dazu gibt es empanadas (Teigtaschen) und anticuchos (Fleischspieße) satt, und chicha (Federweißer) und tinto (Rotwein) fließen in Strömen ...

Dezember

Año Nuevo: Hunderttausende Schau- und Feierlustige pilgern zu Silvester nach Valparaíso und nach Viña del Mar, um von einem der Hügel oder vom Ufer aus um Mitternacht eine gute Sicht auf das bombastische Feuerwerk über der Hafenbucht zu haben.

Offizielle Feiertage

1. Jan. Neujahr
März/April Ostern(nur Karfreitag ist arbeitsfrei)
1. Mai Tag der Arbeit
21. Mai Seeschlacht von Iquique
*29. Juni Peter und Paul
16. Juli Jungfrau Carmen
15. Aug. Mariä Himmelfahrt
18. Sept. Unabhängigkeitstag
19. Sept. Tag des Heeres
*12. Okt. Entdeckung Amerikas
*31. Okt. Tag der ev. und protestantischen Kirchen
1. Nov. Allerheiligen
8. Dez. Mariä Empfängnis
25. Dez. Weihnachten
Allgemein (* Diese Feiertage werden auf den jeweils nächsten Montag verlegt)
Mobilität vor Ort

Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt innerorts 60, auf Landstraßen 100, auf Autobahnen 120 km/h. Das Autofahren ist ungefährlich, wenn man bestimmte Regeln beachtet: 1. Fahren Sie möglichst in Begleitung einer anderen Person, die Sie am Steuer ablösen kann. 2. Tanken Sie immer voll und in abgelegenen Regionen bei jeder Gelegenheit; die Abstände zwischen den Tankstellen können 100 km oder mehr betragen. 3. Erkundigen Sie sich bei den Carabineros nach dem Zustand von Pisten in abgelegenen Gebieten. 4. Befahren Sie Schotterstraßen vorsichtig und begegnen Sie anderen Fahrzeugen langsam (Steinschlag!). 5. Vermeiden Sie Nachtfahrten. 6. Lassen Sie im Wagen keine Wertgegenstände oder Gepäck offen zurück. 7. Besorgen Sie sich gute Karten bei www.trekkingchile.com/karten oder der Tankstellenkette Copec.

Busse & Bahnen

Chile ist bis ins letzte Dorf mit einem guten Busnetz überzogen. Auf den Überlandstrecken fahren moderne, klimatisierte Busse mit Toiletten. Für lange Strecken sollte man 1. Klasse (salón cama) wählen - die Preise sind vergleichsweise niedrig. Das größte Streckennetz und einen guten Service bietet die Gesellschaft Tur-Bus, auf deren Website man die Tickets online buchen kann; je früher, desto günstiger: www.turbus.com.

Züge verkehren nur noch zwischen Santiago und Chillán (mit Speisewagen). Auskunft in Santiago: Tel. 600 5855000 | www.terrasur.cl

Taxi

Fahren Sie nicht los, ohne einen Pauschalpreis ausgehandelt zu haben bzw. ohne dass der Taxameter eingeschaltet ist. Taxifahren ist billig, aber oft mühselig, da sich die Fahrer selten auskennen. Lassen Sie sich, wenn möglich, lieber ein Funktaxi (radiotaxi) rufen: Diese Firmen bieten mehr Sicherheit, modernere Wagen und moderate Fixpreise.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Die Marktschreier preisen zu Recht die vielfältigen Ingredienzen der chilenischen Küche. Die übt sich freilich in Bescheidenheit: Ihre Gaumenfreuden verstecken sich in einer europäisch geprägten Speisekarte, die wenigen Nationalgerichte sind mehr Hausmannskost als Haute Cuisine. Das Meer vor der 6435 km langen Küste liefert frischen Fisch vom Feinsten: congrio (Seeaal), reineta (eine Art Flunder), corvina (Adlerfisch) und salmón (Lachs), wobei Letzterer meist aus den Netzen von Zuchtfarmen stammt. Über 500000 t der rosafarbenen Filets gehen jährlich tiefgefroren oder geräuchert in den Export.

Zubereitet wird Fisch meist in der Pfanne (frito) oder auf dem Grill (a la plancha), raffinierter schon al pil pil (mit Knoblauchsoße) oder a la margarita - in einer köstlichen Muschelsoße. Noch faszinierender ist die Vielfalt der Meeresfrüchte: Ins Auge fallen etwa die rotzangige jaiva (Seekrebs) oder die patagonische centolla (Königskrabbe). Roh mit Zitrone geschlürft werden ostras (Austern) und ostiones (Kammmuscheln). Andere Muscheln, wie almejas, machas und choritos, werden kurz gekocht bzw. gedünstet.

Trotz all dieser Meeresleckerbissen darf für viele Chilenen beim Essen eine ordentliche Portion Fleisch nicht fehlen. Rind und Huhn dominieren die Speisekarten, in der Schafzuchtregion Patagonien findet man auch Gerichte mit Lammfleisch (cordero). Der Holzkohlegrill (parrilla) gehört untrennbar zu Familienfesten und Ausflügen; dabei bezeichnet asado sowohl das Fleisch als auch den geselligen Anlass.

Meer und Land vereinen sich in einem urwüchsigen Gericht Südchiles, das manchmal noch wie einst im Erdloch mit heißen Steinen zubereitet wird: dem curanto. Ursprünglich ein Reste-Eintopf, werden hier Kartoffelpuffer, Muscheln (mitunter auch Fisch), Hühnchen und Würste miteinander gegart. Eine echte Spezialität ist auch pastel de choclo, ein gehaltvoller Maisauflauf, der gern mit Zucker überbacken wird. Und wenn's mal schnell gehen soll, holen Sie sich eine empanada (Teigtasche) oder ein sandwich: Das schmeckt noch im einfachsten Stehrestaurant um Klassen besser als bei McDonald's.

Spätestens zum Nachtisch mögen es die Chilenen überaus süß, ob Torten, Gebäck oder die von den deutschen Einwanderern mitgebrachten kúchenes. Ohne manjar - eine klebrig-braune Paste aus eingekochter Kondensmilch - kommt kein Konditor aus. Ein Tipp: Bestellen Sie Ihren Kaffee oder Fruchtsaft ohne Zucker (sin azúcar), und süßen Sie selbst!

Meist zu süß statt "sauer" wird auch der Cocktail pisco sour serviert - Achtung, ein Kalorienhammer! Der beliebte Aperitif basiert auf dem klaren Traubenschnaps Pisco, der in Nordchile gebrannt wird. Zum Essen sollten Sie dann einen chilenischen Wein bestellen: einen der herrlich trockenen Weißen (blanco) zu Fisch und Meeresfrüchten bzw. einen kräftigen Roten (tinto) zu Fleisch oder Pasta. Chile hat es mit seinen hervorragenden und zugleich preiswerten Tropfen mittlerweile zum fünftgrößten Weinexporteur der Welt gebracht. Den größten Anteil haben die Modetrauben Cabernet Sauvignon und Merlot (beide rot), bei den Weißweinen Chardonnay und Sauvignon Blanc. Letzthin experimentieren die Kellereien auch mit den Traubensorten Syrah, Malbec und vor allem Carménère, einer Rebsorte, deren Stöcke nur in Chile "überlebt" haben.

Viele Restaurants tragen dem Boom mit einer vielseitigen Weinkarte Rechnung, leider fehlt es oft noch an fachkundiger Beratung. Wenn es etwas Besseres sein soll, achten Sie bei Rotwein auf die Qualitätsbezeichnung "Reserva" oder "Gran Reserva", die die (längere) Lagerung im Eichenfass angibt. Und vielleicht können Sie auf einem Weingut oder in einem guten Lokal mal einen der Premiumweine probieren: etwa den legendären Don Melchor von Concha y Toro, den Newcomer Alpha M von Montes oder den soliden Casa Real von Santa Rita.

Aber auch Biertrinker müssen in Chile nicht darben: Während die großen Brauereien leichten blonden, mitunter etwas faden Gerstensaft en masse produzieren, florieren in den letzten Jahren allerorten die Kleinbrauereien mit charakterstarken, ungefilterten Bieren. Wo Sie hinkommen in Chile - bestellen Sie das lokale cerveza artesanal! Auch die Deutschen haben ihre Hand im Spiel: So wird die erfolgreichste der neuen Marken, "Kross", von dem Berliner Braumeister Asbjörn Gerlach hergestellt.

Vorsicht ist beim Kaffee nach dem Essen geboten: Einfache Lokale servieren oft nur lauwarmen löslichen Kaffee, und auch dort, wo eine Espressomaschine steht, sollte man keine zu hohen Ansprüche stellen.

Die chilenischen Tischgewohnheiten ähneln übrigens denen der Spanier: Es beginnt mit einem eher kargen Frühstück (desayuno), gefolgt von einem späten Mittagessen (almuerzo, gegen 14 Uhr). Am Nachmittag wird eine once genannte Vesper eingelegt - wenn Zeit dazu ist - und am späten Abend (meist erst nach 20 oder 21 Uhr) ein warmes Abendessen (cena) eingenommen.

Trinkgeld

Ca. 10 Prozent Trinkgeld werden im Restaurant erwartet; man lässt einen Teil des Wechselgeldes zurück. Kofferträger, Schuhputzer (mit festen Tarifen), Zimmermädchen und andere dienstbare Geister erwarten ein paar Pesos, weil sie davon leben müssen.

Einkaufen und Shoppen

Das beste Souvenir können Sie nirgendwo kaufen: Das sind Ihre Eindrücke von der Reise. Ledergürtel, -hüte und -taschen: Wo in der Welt bekommt man das nicht? Aber die Sandrose, den Quarzit, den blauen Gipskristall, den Sie in der Atacamawüste gefunden haben, die Riesenkrebsschere vom Strand - das sind allemal bessere Fundstücke als Modeschmuck aus der Hotelboutique.

Kunsthandwerk

Es gibt Holzgeschnitztes, Strohgeflochtenes und Getöpfertes aller Art. Die zahlreichen Märkte (ferias artesanales) haben in ganz Chile ein ähnliches Sortiment, und fast überall können Sie handeln. Hochwertiges Kunsthandwerk gibt es im Pueblito Los Dominicos (Av. Apoquindo 9085) in Santiago, das schon wegen seines Ambientes einen Besuch lohnt. Authentische Arbeiten finden Sie im Indianermarkt neben dem Eingang zum Cerro Santa Lucía (Alameda/Miraflores).

Erlesenes Kunsthandwerk zu Fair-Trade-Preisen vertreibt die Stiftung Artesanías de Chile (Av. Bellavista 0357 | www.artesaniasdechile.cl) mit weiteren Geschäften im Kulturzentrum La Moneda und in anderen Städten. Raffinierte Fusionen aus moderner Kunst und traditionellem Handwerk werden in mehreren Läden im Viertel Bellavista angeboten, z.B. im Patio Bellavista (Pío Nono 73) oder im Künstlerhaus Constitución 8 (auch Sa/So geöffnet). Schöne Erinnerungsstücke sind Duplikate der Diaguita-Keramik aus der Zeit um 900-1400 n. Chr., die Sie u. a. im Museo Precolombino (Bandera 361 | Santiago) erstehen können.

Musik

Wer auf der Reise die chilenische Folklore lieben gelernt hat und den Daheimgebliebenen ein melancholisches Liebeslied von Víctor Jara oder eine volkstümliche Ballade von Violeta Parra vorspielen will, kann sich in einem Plattenladen (z. B. Feria del Disco, in allen Stadtzentren und Malls) mit den Standards eindecken. Ein breiteres Angebot von Inti Illimani über Congreso bis zu Folkrockbarden wie Joe Vasconcellos, Manuel García oder Francisca Valenzuela findet sich in Spezialläden wie Chilenmúsica (Constitución 30 | Bellavista | Santiago). Dort gibt's auch Aufnahmen populärer Rockbands wie Los Tres oder Chancho en Piedra sowie chilenischen Jazz, z. B. mit Marraqueta oder Cristián Cuturrufo.

Schmuck

Nur in Chile und Afghanistan kommt der blaue Halbedelstein Lapislazuli vor. Eingelegt in elegantes Gold- und Silber-Geschmeide wird Lapislazuli in zahlreichen Werkstattläden auf der Avenida Bellavista in Santiago angeboten, ebenso im Patio Bellavista. Dort bleibt das Auge auch hängen an fein ziselierten Ohrgehängen aus Silber und Bast, vielfarbigen Ketten aus Keramik oder Natursamen und Silberringen mit eingelegten Holz- oder Natursteindessins.

Wein & Pisco

Beeindrucken können Sie die Lieben daheim immer mit einer hochprozentigen Flasche Pisco (Traubenschnaps) oder einem Kistchen Rotwein, möglichst mit der Qualitätsbezeichnung Reserva. Eine sehr gute Auswahl erlesener chilenischer Tropfen hält El Mundo del Vino bereit (Isidora Goyenechea 3000 | Santiago | www.elmundodelvino.cl). In Holzkistchen zu je zwei oder drei Flaschen bekommen Sie den Wein problemlos und unfallfrei nach Hause (Zollbeschränkungen siehe S. 113).

Wolle

Ein schönes und praktisches Souvenir zugleich ist ein handgefertigtes Kleidungsstück, am besten bei der Weberin oder Strickerin selbst erworben: im Norden die Ponchos und bestickten Blusen der Indianer, die Schals und Pullover aus Alpaka- und Vikunjawolle, im Süden die wetterfesten Pullover aus patagonischer Schafwolle. Kleidung mit ausgefeilten Dessins, schicke Accessoires und Dekoartikel aus Wolle und Filz gibt es u.a. bei Ona im Viertel Lastarria (J. V. Lastarria/Ecke V. Subercaseaux | Santiago | www.onachile.com). Und wer preisbewusst ist, der lässt sich seinen Anzug aus bester Schurwolle in Chile schneidern (z. B. in Santiago bei Monferrato | Av. El Bosque Norte 0222).

Spezialitäten

caldillo de congrio von Pablo Neruda besungene Seeaalsuppe
carne mechada gespicktes Rindfleisch
cazuela de ave/de vacuno sättigender Hühner- oder Rindfleischeintopf
centolla Königskrabbe
ceviche roher Fisch an Limone, Zwiebeln und Koriander
chupe de mariscos dicke Muschelsuppe
cordero Lamm, das in zahlreichen Zubereitungsvarianten angeboten wird, vor allem in Patagonien
curanto Muscheleintopf mit Fisch, Kartoffeln, Fleisch und Wurst
empanadas de horno/frita gebackene/frittierte Teigtaschen, mit Fleisch, Muscheln oder Käse gefüllt
ensalada chilena Salat aus Tomaten und rohen Zwiebeln
humitas Maiswickel, am besten mit Tomatensalat
loco Stachelschnecke; sehr lecker und begehrt, daher inzwischen aber auch eine bedrohte Art
lomo a lo pobre "Armeleutesteak", nämlich so feudal wie möglich mit Pommes frites, Schmorzwiebeln und Spiegelei
longaniza kräftige Schlackwurst
machas a la parmesana mit Käse überbackene Miesmuscheln
mote con huesillos Erfrischungsgetränk mit Dörrpfirsichen und gequollenem Weizen
paila marina klare Suppe mit Fisch und ganzen Meeresfrüchten
parrillada Fleisch vom Grill
pastel de choclo Maisauflauf mit Hackfleisch, Huhn, Ei, Rosinen und Oliven
pastel de jaivas Krabbenauflauf
pebre/chancho en piedra scharfe Tunke aus ají (Chile-Pfeffer), Knoblauch und Koriander, milder mit Tomaten statt ají
pisco sour Traubenschnaps mit Limonen, Zucker und Eiweiß
plateada butterweich gekochtes Rindfleisch
porotos granados Bohneneintopf mit Mais und Kürbis
quinoa Andenhirse, eine nahrhafte Beilage
salmón Lachs, meist Zuchtlachs
schop Fassbier (0,5 l)
sopaipillas Kürbisküchlein
vaina Mix aus Portwein, Wermut, Kakao und Ei
Stichworte

Allende

Die Figur des schnauzbärtigen Präsidenten mit der Hornbrille, der sich am 11. September 1973 im brennenden, von Putschisten umstellten Regierungspalasts La Moneda das Leben nahm, spaltet die Chilenen bis heute. Salvador Allende Gossens (geb. 1908), Arzt, Senator, "Anwalt der Armen" aus bürgerlichem Hause, war 1970 als weltweit erster Marxist auf demokratischem Weg an die Macht gekommen. Der Präsident der Volksfront wollte beweisen, dass der Sozialismus auf friedlichem Wege, dem Camino Chileno, erreichbar war. Doch das war in der Zeit des Kalten Krieges eine Illusion. Der gemäßigte Allende stand auf verlorenem Posten: von der Rechten mit Unterstützung der USA wütend bekämpft, von der radikalen Linken sabotiert. Wirtschaftskrise, Massenstreiks und Versorgungsmisere taten das ihre, den Boden für den Militärputsch zu bereiten.

33 Helden

Die Bilder gingen um die Welt: Am 13. Oktober 2010 kamen in der Mine San José bei Copiapó 33 Bergleute wieder zurück ans Tageslicht. Einer nach dem anderen wurde mit einer futuristisch anmutenden Rettungskapsel nach oben geholt und von Präsident Sebastián Piñera persönlich umarmt. 69 Tage lang hatten sie nach einem Bergrutsch in 700 m Tiefe ausharren müssen. Wie durch ein Wunder überlebten alle, tranken das Kühlwasser der Minenfahrzeuge und aßen alle zwei Tage einen halben Keks und einen Löffel Dosenfisch. Zunächst war ihr Schicksal nach dem Unglück äußerst ungewiss gewesen. Erst nach 17 Tagen drang eine Bohrsonde in den Schacht vor, in dem sie vermutet wurden - und brachte auf einem Zettel die erlösende Nachricht nach oben: "Estamos bien en el refugio los 33" ("Uns 33 geht es gut im Schutzraum"). Doch noch nie hatte man Bergleute aus so großer Tiefe gerettet. 1700 Journalisten vor Ort und Millonen Fernsehzuschauer in aller Welt fieberten mit bei der nun folgenden Doku-Reality. Ein deutsches Großbohrgerät schaffte es schließlich, einen Schacht zu den Verschütteten zu drillen, der groß genug war für die Kapsel "Phönix" - das Happy End für die "33 Helden von San José" und für eine der spektakulärsten Rettungsaktionen der Geschichte.

Familie

Wer einmal den Alltag einer chilenischen Familie erlebt, kann das Staunen lernen. Da steht plötzlich die Schwiegermutter unangemeldet in der Tür und mischt sich in der Küche ein; da lassen sich die Kinder noch mit Ende 20 bemuttern und denken gar nicht daran auszuziehen; da trifft sich die ganze Sippe selbstverständlich jeden Sonntag zum gemeinsamen Grillen. Auch wenn sich die traditionell sehr engen Bande allmählich lockern - die Familie bildet nach wie vor das Rückgrat der chilenischen Gesellschaft. Dazu gehören nicht nur Vater, Mutter und Kinder, sondern der komplette Clan mit Großeltern, Onkeln, Tanten, Cousins und Cousinen und auch die in der Mittelklasse obligatorische nana, die als Haushälterin, Köchin und Kindermädchen häufig mit im Haus wohnt. In einer Gesellschaft, deren soziales Netz noch immer große Löcher aufweist, ist die Solidarität der Großfamilie wichtig: Da borgt man dem bankrotten Schwager Geld, da verhilft man der arbeitslosen Nichte mit pitutos (guten Beziehungen) zu einem Job, da lässt man den geschiedenen Vetter monatelang im Wohnzimmer schlafen …

Flora und Fauna

So vielfältig wie Chiles Naturräume präsentieren sich die Tierarten, die sie beleben. Erstaunlich sind die andinen Kamelarten, die noch in den kargen Wüsten und Gebirgen des Nordens genug zu fressen finden: das stattliche Guanako und das zierliche Vikunja, dazu Lama und Alpaka, beide von den Ureinwohnern als Woll- und Fleischquelle domestiziert. Raubvögel wie der Andenkondor und Flamingos bevölkern die Trockensteppen und Salzseen. An der fischreichen Pazifikküste sind Guanovögel und Pelikane zu sehen. Mit zunehmender Niederschlagsmenge sind in Mittel- und Südchile Waldtiere wie Füchse, Wildkatzen (u. a. Pumas) und die scheuen Andenrehe und -hirsche heimisch. Zahlreiche endemische Vogelarten bevölkern die Täler und Seen, darunter Felsensittiche, Ibisse und Falken. An den Küsten Patagoniens tummeln sich Seelöwen und Pinguine, Seeschwalben und Raubmöwen.

In botanischer Hinsicht ist Chile besonders interessant. Übermannshohe Kakteen und Dornengewächse sind für die Wüste charakteristisch. Die Urwälder im Süden vermitteln eine Vorstellung davon, wie es in Europa zur Zeit der Germanen ausgesehen haben mag: riesige Baumfarne, bemooste Baumstämme, unheimliche Sümpfe. Südeiche, Südbuche und Südzypresse sind genetisch nicht mit ihren europäischen Namensgebern verwandt. Die schirmförmige Araukarie mit ihren Kandelaberästen und der tausendjährige, kerzengerade Alerce-Baum haben schon bessere Zeiten gesehen. Die einstmals ausgedehnten Urwälder mussten vielerorts Viehweiden oder monotonen Kiefernplantagen weichen. Den fortschreitenden Raubbau an der Natur bremsen vor allem die gut hundert Nationalparks und Naturreservate, die insgesamt rund 15 Mio. Hektar Land schützen - immerhin fast ein Fünftel der gesamten Staatsfläche.

Kap Hoorn

Das "Ende der Welt", das zu einem berüchtigten Seemannsgrab wurde, hatten die Holländer Willem Cornelisz Schouten und Jakob le Maire 1616 entdeckt. Um die Südspitze Chiles, wo Pazifik und Atlantik aneinanderstoßen, tosen die Stürme. Hier liegen ca. 800 Schiffswracks begraben. Bis zum Bau des Panamakanals mussten Handelsschiffe, die Häfen an der amerikanischen Pazifikküste anlaufen wollten, ums Kap herumsegeln. Das war für jeden Kapitän eine Feuertaufe, die, einmal bestanden, dazu berechtigte, der (2003 aufgelösten) Bruderschaft der Kap-Hoorniers anzugehören.

Klimakind

Etwa alle acht Jahre bringt El Niño (wörtlich "das Kind") das Pazifikklima gründlich durcheinander. Benannt nach seinem Auftreten um die Weihnachtszeit (Christkind), beginnt das Phänomen mit einer Verschiebung der Windzonen; warme Wasserschichten werden zur Küste Südamerikas gelenkt und schwächen dort den Humboldtstrom ab. Diese kalte Meeresströmung streicht normalerweise, aus dem Südpazifik kommend, an der Westküste des Kontinents entlang und funktioniert - ähnlich wie der (warme) Golfstrom im Nordatlantik - wie eine gigantische Klimamaschine: Die kühlen, nährstoffreichen Wassermassen sorgen für prall gefüllte Fischernetze sowie für Morgennebel und ergiebige Niederschläge an den Hängen der Küstenkordillere. El Niño aber lässt die Fischschwärme in kühlere Gewässer abwandern und sorgt für Sintfluten in Chile und Peru. Zugleich kreisen vor Mexiko gewaltige Wirbelstürme, und auf der anderen Seite des Pazifiks, in Indonesien und Australien etwa, führt die Trockenheit zu großen Buschfeuern.

Kupfer

Chiles Schicksal hängt noch immer am Kupferdraht. Die Minen liefern mit 5,4 Mio. Tonnen ca. ein Drittel der Weltproduktion des kostbaren Metalls, wovon jedes zweite Gramm in der Elektroindustrie eingesetzt wird. Seit 100 Jahren bestimmt der Kupferpreis das Schicksal Chiles; noch heute beruht der Löwenanteil der Exporteinnahmen (ca. 50 Prozent) auf Kupfer.

Naturgewalten

In Chile lassen sich die enormen Kräfte der Natur quasi live beobachten. Fast immer raucht irgendwo ein Vulkan - zuletzt 2011/12 der Puyehue in Südchile. 150 aktive Vulkane, darunter die höchsten der Erde (mit über 6000 m!), gehören zum Pazifischen Feuerring, der hier die Kollision der Ostpazifischen mit der Südamerikanischen Platte markiert, durch welche die Anden aufgefaltet wurden. Auch periodisch auftretende Erdbeben erinnern daran, dass die gewaltigen Platten weiterhin in Bewegung sind. Das schwerste Beben der Neuzeit (9,5 auf der Richterskala) hatte 1960 sein Epizentrum bei Valdivia. Im Februar 2010 richteten ein Beben der Stärke 8,8 und der anschließende Tsunami in der Region zwischen Curicó und Concepción schwere Schäden an - fast 600 Menschen starben. Doch die Chilenen, an Naturkatastrophen gewöhnt, rappelten sich auch diesmal wieder auf und begannen schnell mit dem Wiederaufbau. Das gängige Sprichwort "Al mal tiempo, buena cara" (auf Dt. etwa: "Gute Miene zum schlechten Wetter") beschreibt den Optimismus, mit dem sie mangelndes Sicherheitsdenken wettmachen. Immerhin: Nach dem Beben 2010 wurde in ein landesweites Bebenmessnetz investiert. Auch die Vulkane sollen stärker überwacht werden - und in den Küstenstädten weisen Schilder und Straßenmarkierungen im Fall einer drohenden Flutwelle den Fluchtweg.

Patriotismus

"C-H-I, Chi-Chi-Chi Le-Le-Le, Viva Chile!" - "Es lebe Chile!". Der Schlachtruf wird bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten skandiert: im Fußballstadion, bei politischen Demonstrationen oder beim Liedfestival. Die Chilenen lieben ihr Land über alles und finden auch mal abfällige Worte über ihre Nachbarn. Vielfach übertüncht der so zur Schau getragene Patriotismus einen Minderwertigkeitskomplex. Er hat seine Wurzeln in der jahrhundertelangen Bedeutungslosigkeit des armen Landes weitab vom Weltgeschehen. Daher die neidvolle Orientierung am alten Europa und an den USA, daher der Stolz auf bescheidene Erfolge: die Miss Universe 1987, die Aufnahme in den Kreis der OECD-Länder 2010, den Einzug ins Achtelfinale der Fußball-WM 2010. Und das ganze Land stand Kopf, als die Tennisstars Massú und González 2004 die ersten olympischen Goldmedaillen für Chile holten.

Pinochet

Sein Bild als finsterer Putschist mit Stahlhelm und Sonnenbrille ging am 11. September 1973 um die Welt. General Augusto Pinochet Ugarte ging brutal gegen die Anhänger des gestürzten Präsidenten Allende vor. Mehr als 3000 Regimegegner wurden ermordet, 100000 Chilenen gingen ins Exil. Erst nach 17 Jahren Diktatur gab Pinochet dem Druck nach und trat ab. Doch er hatte vorgesorgt: Bis 1998 blieb er Heereschef, und eine Selbstamnestie verhinderte die Sühnung der meisten Diktaturverbrechen. Nur in wenigen Fällen wurden hohe Militärs vor Gericht gestellt und verurteilt. Pinochet selbst wurde 1998 in einer Londoner Klinik verhaftet, und nur seine Altersdemenz rettete ihn vor der Auslieferung nach Spanien, wo er wegen Menschenrechtsverbrechen angeklagt war. Doch das Eis war gebrochen: Zurück in Chile, wurden mehrere Verfahren gegen ihn eröffnet. Als er 2006 starb, war er wegen zuvor entdeckter Geheimkonten auch bei vielen einstigen Anhängern in Ungnade gefallen.

Politik

Chiles Regierung beruhte von 1990 an auf einer Mitte-Links-Koalition der Christdemokraten (DC), der Sozialisten (PS), der Sozialdemokraten (PPD) und weiterer Kräfte, die sich 1988 als Concertación gegen die Militärjunta zusammengeschlossen hatten. Alle Präsidenten der Koalition führten das von Pinochet übernommene neoliberale Wirtschaftsmodell fort, versuchten es jedoch sozial abzufedern. 2010 gewann erstmals eine Koalition der rechten Parteien RN und UDI die Wahl, und der Unternehmer Sebastián Piñera übernahm die Regierung. Mit einem Privatvermögen von über einer Milliarde Dollar gehört er zu den zehn reichsten Regierungschefs der Welt.

Ureinwohner

700000 Chilenen sind indianischer Abstammung. Die meisten (87 Prozent) gehören zum Volk der Mapuche ("Menschen der Erde"), von den spanischen Eroberern auch Araukaner genannt. Die Halbnomaden behaupteten sich bis Mitte des 19. Jhs. südlich des Río Bío Bío. Dann wurden auch sie besiegt und verdrängt. Die meisten Mapuche-Familien leben heute in Reservaten in Südchile oder in Randbezirken Santiagos. Seit dem Ende der Militärdiktatur rebellieren die Mapuche zunehmend gegen Diskriminierung und fordern das Land ihrer Vorfahren zurück. Auf dem Altiplano und in den Wüstenoasen Nordchiles leben noch ca. 75000 Aymara, Quechua und Atacameños. 4600 Osterinsulaner gehören zur polynesischen Ethnie Rapa Nui. Ona, Yagan und Alakaluf, die Ureinwohner Südpatagoniens, haben das Vordringen der Weißen nicht überlebt.

Bloss nicht!

Bei Erdbeben in Panik geraten

Leichte Erdbeben sind häufig, meist aber kaum spürbar. Sollte es einmal stärker "wackeln", verlassen Sie auf keinen Fall panikartig den Raum oder das Gebäude, sondern suchen Sie unter dem Türbogen, notfalls unter einem Tisch Schutz. Vermeiden Sie die Benutzung von Aufzügen. Eine Taschenlampe sollte griffbereit sein.

Polizisten gegenüber respektlos sein

Die carabineros lassen nicht mit sich spaßen und schon gar nicht mit sich handeln. Allenfalls können Sie auf einen "Gringo-Bonus" hoffen, wenn Sie in die Radarfalle getappt sind und nett bleiben. "Trinkgeldangebote" sind völlig fehl am Platz. Dafür können Sie im Notfall auf korrekte Hilfe rechnen.

Pünktlich kommen

Die Chilenen kommen zu Verabredungen gern eine Viertelstunde zu spät ("der Stau!") und rufen grundsätzlich nicht zurück. Als geradezu unhöflich gilt es, bei privaten Einladungen pünktlich auf die Minute aufzukreuzen - mindestens eine halbe Stunde Puffer sollten Sie den Gastgebern einräumen.

Sich selbst überschätzen

Der Pazifik ist nicht die Ostsee, die Anden sind nicht die Alpen ... Jedes Jahr sterben Touristen, weil sie die örtlichen Gegebenheiten unter- und ihre Fähigkeiten überschätzen. Daher: Baden Sie nur in geschützten Buchten oder an Stränden mit grüner Flagge, und halten Sie respektvollen Abstand zur vielerorts tückischen Brandung! Gehen Sie nur mit ortskundiger Begleitung, guter Ausrüstung und ausreichend Vorräten ins Hochgebirge! Geben Sie vor Touren in einsame Nationalparks den Parkrangern Bescheid, wohin Sie gehen! Und nehmen Sie den Fuß vom Gas auf losen Schotterpisten ...

Das Küsschen vergessen

Chilenischen Frauen darf man oder frau bei der Begrüßung ein (und nur ein!) Küsschen auf die rechte Wange hauchen - egal, ob man sich kennt oder nicht! Bei förmlichen Anlässen oder großem Altersunterschied können Sie der Dame auch die Hand geben, oder beides zugleich. Männer untereinander begrüßen sich mit Handschlag, gute Freunde auch mit Schulterklopfen und Umarmung.

Unvorsichtig sein

Chile ist das sicherste Reiseland in Südamerika. Trotzdem können Sie Zielobjekt von Kleinkriminellen werden, die gern in Fußgängerzonen, vollen Bussen, dicht besetzten Cafés oder an belebten Badestränden zuschlagen. Tragen Sie keine Wertsachen offen mit sich herum, verstecken Sie Ihr Geld, tragen Sie Taschen im Gedränge vor dem Körper, lassen Sie Ausweise im Hotelsafe (führen Sie nur Kopien mit), leisten Sie bei einem Überfall keine Gegenwehr.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Reisen über Land/Infrastruktur

Chile ist ein gut erschlossenes Reiseland. Mit modernen Überlandbussen sind fast alle Teile des Landes erreichbar. Zugverbindungen gibt es von Santiago aus nur in Richtung Süden (bis Chillán).
Reisende sollten zumindest über Grundkenntnisse des Spanischen verfügen, da Englisch- und Deutschkenntnisse (außer im Süden des Landes) wenig verbreitet sind.
Auf den Überlandstraßen und Wüstenpisten kommt es vor allem im Norden Chiles immer wieder zu teils schweren Auto- und Busunfällen. Grund sind in der Regel technische Defekte der Fahrzeuge, überhöhte Geschwindigkeit bzw. nicht angepasste Fahrweise und Übermüdung der Fahrer. Bei Mietwagen und organisierten Touren sollte je nach Anbieter auf den technischen Zustand der Fahrzeuge geachtet und die Fahrweise an die klimatischen und Straßenverhältnisse angepasst bzw. die Fahrer dazu angehalten werden.
In den Wintermonaten (Juni bis August) treten in Santiago und anderen größeren Städten Umweltprobleme in Verbindung mit Smog auf. Dabei werden regelmäßig Fahrverbote verhängt.
Aufgrund seiner enormen Nord-Süd-Ausdehnung verfügt das Land über eine große geographische und klimatische Vielfalt. Reisende unterschätzen die entstehenden Gefahren durch die weiten Entfernungen, das teilweise extreme Klima sowie plötzliche Wetterumschwünge.
Wegen immer wieder vorkommender Unglücks- und Todesfälle sollten Berg- und Vulkanbesteigungen nur mit ortskundigen Führern sowie guter Ausrüstung und ausreichender Verpflegung durchgeführt werden; diese Empfehlung gilt auch für erfahrene Bergsteiger. Insbesondere bei der Besteigung der Vulkane Villarica und Osorno, die für ihre gefährlichen Spalten bekannt sind, sollte auf die Führung durch gut ausgebildete Bergführer geachtet werden. Den örtlichen Carabineros oder Nationalparkwächtern sollte die ungefähre Route sowie die Dauer der Wanderung mitgeteilt werden, um eventuelle Suchaktionen zu erleichtern. Besondere Vorsicht ist aufgrund rascher Wetterumschwünge geboten.
Der Lago Chungará an der chilenisch-bolivianischen Grenze liegt auf 4500 m. Von der auf Meereshöhe liegenden Stadt Arica werden Tagesausflüge mit dem Bus dorthin angeboten. Die Höhe, verbunden mit den Anstrengungen der Fahrt, verursacht bei vielen Touristen, v.a. bei älteren Menschen, Höhenkrankheit, die bereits zu Todesfällen geführt hat. Auf langsame Akklimatisation, z. B. durch eine Übernachtung in dem auf 3300m Höhe gelegenen Ort Putre sollte unbedingt geachtet werden. Bei Auftreten der Höhenkrankheit hilft in der Regel nur ein Abstieg.
In den trockenen Gebieten in Nordchile ist außerdem darauf zu achten, dass stets ausreichend Wasser mitgeführt und getrunken wird. Auch in der Wüste wird es trotz der hohen Tagestemperaturen nachts empfindlich kalt (z. B. bei Ausflügen zum Hochplateau El Tatio bei San Pedro de Atacama).

Führerschein

Laut Auskunft des chilenischen Außenministeriums ist für Reisende der deutsche nationale Führerschein in Chile an sich ausreichend. Für eventuelle Polizeikontrollen empfiehlt es sich, eine spanische Übersetzung oder den mehrsprachigen internationalen Führerschein mitzuführen.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist der Chilenische Peso (CLP). Kreditkarten können grundsätzlich verwendet werden; Einschränkungen für deren Benutzung sind lediglich in kleineren Orten gegeben. Bargeld kann mit Kreditkarte oder Bankkarte (nicht V-Pay) an den meisten Geldautomaten abgehoben werden. Geldautomaten sollten aus Sicherheitsgründen nur während der Geschäftszeiten benutzt werden. Es wird empfohlen, grundsätzlich keine größeren Bargeldmengen bei sich zu tragen.
Das Preisniveau in Chile ist im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern relativ hoch; es sollten ausreichend Reisemittel eingeplant werden.

Kommunikation/Mobiltelefone

Seit September 2017 ist es gesetzlich nicht mehr möglich, aus dem Ausland ein- oder mitgeführte Mobiltelefone mit der SIM-Karte eines örtlichen chilenischen Mobilfunknetzbetreibers zu nutzen. Hierfür ist eine vorherige Registrierung der Telefongeräte bei den zuständigen chilenischen Stellen notwendig. Eine andere Möglichkeit, Pre-paid SIM-Karten (tarjetas prepago) chilenischer Mobilfunktanbieter zu nutzen, besteht derzeit nicht mehr, die Registrierung ist in jedem Fall erforderlich. Datenroaming über SIM-Karten aus der funktioniert weiterhin ohne Registrierung, verbunden mit den entsprechenden höheren Tarifgebühren. Alternativ müssten deutsche Besucher, die sich nur vorübergehend in Chile aufhalten, vor Ort ein neues Mobiltelefon beschaffen oder sind mehr oder weniger auf die Kommunikation per WLAN angewiesen. Weiterführende Hinweise erteilt die Subsecretaría de Telecomunicaciones in spanischer Sprache.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Zika-Virus-Infektion
Bisher sind auf dem Festlandteil von Chile lediglich eingeschleppte Infektionen bekannt geworden. Da die Überträgermücken nicht vorkommen, wird eine Gefahr für die Bevölkerung hier nicht gesehen.
Auf den zu Chile gehörenden Osterinseln sind 2014 und 2015 Infektionen bekannt geworden, dort kommt auch die Überträgermücke vor.
Auf eine ganztägige konsequente Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Mückenstichen sollte hier geachtet werden, s.u. und auch: Expositionsprophylaxe Insektenstiche.
Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion und deren Prävention finden Sie im

Impfschutz

Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird auch bei Reisen auf die Oster-Inseln nicht mehr verlangt.
Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (www.rki.de).
Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, auch gegen Pertussis, Mumps, Masern Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza.
Als Reiseimpfungen werden zudem Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt auch Hepatitis B empfohlen; nur bei besonderer Exposition auch Tollwut und Typhus.

Malaria

Chile ist malariafrei

Dengue-Fieber

Dengue wird derzeit nur auf der Osterinsel durch tagaktive Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende.
In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung zum Teil schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Diese sind jedoch bei Reisenden insgesamt extrem selten.
Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Maßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen, (s. u.).

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:
- körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
- ganztägig Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
- unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen.

HIV/AIDS

Durch ungeschützte sexuelle Kontakte und bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV/AIDS-Infektion. Kondombenutzung wird immer, insbesondere aber bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera

Der Verzehr roher Fleisch-, Geflügel-, Fisch- bzw. Eier-Speisen sollte vermieden werden.

Hantavirus

Diese insgesamt seltene Erkrankung kann landesweit in der Regel in ländlichen Gebieten nach durchschnittlich 2-4 Wochen nach Aufnahme von mit Hantaviren kontaminierten Sekreten infizierter Nagetiere über die Atemwege bzw. den Magen-Darm-Kanal zu grippeähnlichen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen führen.
In seltenen Fällen können tödliche Komplikationen durch Befall der Nieren oder des Herz-Lungensystems entstehen (hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom, HFRS oder kardio-pulmonales Syndrom, HPS bzw. HCPS).
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nur in extrem seltenen Fällen statt.
Eine Impfung bzw. medikamentöse Prophylaxe existiert nicht.
Einer Infektion kann lediglich dadurch vorzubeugen versucht werden, indem auf möglichst hochgradige Sauberkeit der Unterkünfte und Aufenthaltsräume geachtet wird und Hinweise auf das Vorkommen von Ratten und anderen Nagetieren sowie deren Ausscheidungen in oder in der Nähe der Unterkünfte an die jeweiligen Betreiber weitergegeben wird.

Medizinische Versorgung

Das medizinische Versorgungsangebot ist in den größeren Städten in der Regel mit dem in Europa zu vergleichen. Sie ist auf dem Lande jedoch vielfach technisch, apparativ und hygienisch problematisch. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen.

Vor einer Reise nach Chile wird eine individuelle Beratung durch Tropen- bzw. Reisemediziner empfohlen; zu Beratungsstellen siehe auch www.dtg.org

Die deutschen Auslandsvertretungen vor Ort stellen auf Wunsch Listen der ihnen bekannten deutsch- und englischsprachigen Ärzte zur Verfügung. Die Angaben erfolgen aufgrund von Informationen, die den Auslandsvertretungen zum Zeitpunkt der Abfassung vorliegen. Die Hinweise und insbesondere die Benennung der Ärzte sind dabei unverbindlich und ohne Gewähr. Der Patient hat für alle Kosten und Gebühren im Zusammenhang mit dem von ihm selbst erteilten Behandlungsauftrag aufzukommen.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinische Versorgung im Lande ist nur in großen Städten direkt mit Europa zu vergleichen. Sie ist vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch problematisch. Oft fehlen auch europäisch ausgebildete Englisch / Französisch sprechende Ärzte.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung und Reiserückholversicherung wird dringend empfohlen.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken 3 -
Malaria Nein -
Typhus & Polio 2 -
Cholera 1 -
Gelbfieber - Nein

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Cholera-Schutzimpfung ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch landesweit. Um sich zu schützen sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.
[2] Typhus kommt vor, Poliomyelitis nicht. Eine Typhusimpfung wird bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten empfohlen.
[3] Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Milchpulver nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von unzureichend gegartem Schweinefleisch (Trichinose-Gefahr insbesondere im Süden des Landes), rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden. Vor dem Verzehr von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Aufgrund einer überdurchschnittlich hohen Zahl von Erkrankungen nach dem Verzehr von Meeresfrüchten in den letzten Monaten wird empfohlen, besondere Vorsicht walten zu lassen und möglichst vom Genuss roher Meeresfrüchte abzusehen.

Gesundheitszeugnis

Für Arbeitsaufenthalte wird ein Gesundheitszeugnis ("Health Certificate") sowie ein HIV-Test in deutscher und spanischer Sprache verlangt (Formular auf Anfrage über die Botschaft).

Andere Risiken

Es werden vermehrt Hantavirus-Infektionen gemeldet, die ein hämorrhagisches Fieber auslösen können. Bei Rucksackreisen mit Campen im Freien oder in ähnlichen Situationen sollten sich Reisende von Nagetieren fernhalten und eine sorgfältige Lebensmittelhygiene durchführen.

Chagas-Erkrankungen werden durch Raubwanzen, die in den Slums vor allem im Norden und den zentralen Gebieten des Landes und vorkommen, herbeigeführt. Reisenden, die in einfachen Hütten und im Freien übernachten, empfiehlt sich ein Insektenschutz mit Moskitonetzen.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

HIV/Aids
ist weit verbreitet und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Epidemische Ausbrüche der Meningokokken-Meningitis kommen vor allem in den Slums der Großstädte vor. Um sich zu schützen, sollte man sich impfen lassen und große Menschenansammlungen meiden.

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Reisewarnung

Überblick

Letzte Änderungen:
Medizinische Hinweise (Entfall Gelbfieber-Impfpflicht bei Reisen auf Oster-Inseln)
Redaktionelle Änderungen

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Kriminalität
In der Umgebung von Temuco (VIII. und IX. Region) kommt es regelmäßig zu Angriffen auf Fahrzeuge, wobei Gewalttäter gelegentlich auch Fernstraßen sperren. Die Polizei rät, nachts (20 bis 8 Uhr) keine Fernstraßen in der IX. Region und Umgebung zu befahren. Besucher sollten aufmerksam sein und sich bei Übergriffen defensiv verhalten. Der Besuch ärmerer Wohnviertel, ohne ortskundige Begleitung, sollte vermieden werden.
In ganz Chile - insbesondere in der Innenstadt, dem Stadtteil Bellavista und im Parque Metropolitano von Santiago, in den historischen Innenstädten und an den Uferpromenaden von Valparaíso und Viña del Mar sowie den Touristenzentren Calama und San Pedro de Atacama - kommt es regelmäßig zu Rucksack- und Taschendiebstahl bei Reisenden, häufig unter Gewaltanwendung. Die Täter verwenden manchmal sog. K.O.-Tropfen bzw. Nervengifte, die die Opfer für mehrere Stunden handlungsunfähig machen. Eine weitere Variante ist der sogenannte Vogelkot-Trick. Touristen wird dabei eine nach Vogelkot riechende breiige Flüssigkeit übergeschüttet. Umgehend leisten Umstehende „Hilfe" beim Reinigen. Währenddessen nutzen deren Komplizen die Ablenkung der Betroffenen blitzschnell zum Diebstahl. Bitte versuchen Sie daher Abstand zu halten und, sofern möglich, sofort den Ort des Geschehens zu verlassen.
Einbrüche in Mietwagen sind keine Seltenheit mehr. Zunehmend kommt es auch zu Überfällen auf wartende PKWs an Kreuzungen und Ampeln. Die Täter schlagen die Autoscheibe ein, um z. B. Taschen vom Beifahrersitz zu entwenden. Taschen und Wertgegenstände sollten möglichst an einem von außen nicht sichtbaren Ort verstaut werden. Darüber hinaus werden parkenden Mietwagen die Reifen zerstochen. Während Umstehende „Hilfe" leisten wollen und die Betroffenen in ein Gespräch verwickeln, nutzen deren Komplizen die Lage für einen Diebstahl aus. Bringen Sie in solchen Situationen Ihre Wertsachen in Sicherheit und verlassen Sie umgehend den Ort des Geschehens. Wegen der Panne sollten Sie die Mietwagenfirma unterrichten, die Ihnen ggfls. einen Abschleppdienst empfehlen kann.
In Busbahnhöfen, an öffentlichen Plätzen, am Strand, in Restaurants, Cafés und Supermärkten sowie bei Metrofahrten sollte das Gepäck bzw. die persönliche Habe nicht aus den Augen gelassen und möglichst immer in unmittelbarer Nähe behalten werden.
Insgesamt ist große Vorsicht geboten. Insbesondere Reisepässe, Führerscheine, Flugtickets und Geld/ Kreditkarten sollte im Hotel eingeschlossen oder sicher am Körper getragen werden.

Naturkatastrophen
Chile liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone, in der immer mit unvorhersehbar einsetzender tektonischer und vulkanischer Aktivität gerechnet werden muss.
Aktivitäten zeigten zuletzt Vulkane im Nationalpark Conguillío in der Región de la Araucania, in der Región de los Lagos, der Región de los Riós, der Región de Antofagasta, der Región de Aysén und  der Región de Bío-Bío.
Schwerere Erdbeben haben des Öfteren Todesopfer und Verletzte gefordert.
Kleinere Beben sind an der Tagesordnung. Tsunami-Warnungen mit weitreichenden Evakuierungen von Küsten weg können dabei erforderlich werden. 
Etwaigen Anordnungen der lokalen Behörden ist stets Folge zu leisten. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben bieten das Merkblatt des Geoforschungszentrums Potsdam.  

In Chile gibt es extreme Wetterbedingungen unterschiedlicher Art und hohe Temperaturschwankungen auch innerhalb eines Tages.
Insbesondere in den Sommermonaten kann es vielerorts zu zum Teil verheerenden, weitflächigen Waldbränden und in Folge dessen zu Beeinträchtigungen im Verkehr, der Stromversorgung und der Kommunikation kommen. Heftige Regenfälle führen dann auf ausgetrocknetem Boden zu reißenden Flüssen, Überschwemmungen und Erdrutschen.
Die chilenische Katastrophenschutzbehörde ONEMI veröffentlicht ständig aktualisierte Informationen.

Gefährdung durch Landminen
Grenzgebiete zu den Nachbarstaaten Peru, Bolivien und Argentinien, verschiedene kleinere Inseln in der XII. Region sowie in der V. Region (Sector San Antonio – Tejas Verdes) sind selbst in der Nähe von Touristenorten und in Naturschutzgebieten zum Teil noch vermint.  Auf öffentlichen Straßen und Wegen wurden die Landminen geräumt; Minenfelder abseits sind in der Regel markiert, Warnschilder sollten unbedingt beachtet werden. Die Kennzeichnung der Minenfelder ist allerdings nicht flächendeckend sichergestellt bzw. in unwegsamem Gelände nicht vorhanden. Insbesondere in abgelegenen Gegenden sollten Reisende sich in diesen Gebieten nur auf befestigten Straßen und Wegen oder mit ortskundigen Führern bewegen.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Reisen über Land/Infrastruktur
Chile ist ein gut erschlossenes Reiseland. Mit modernen Überlandbussen sind fast alle Teile des Landes erreichbar. Zugverbindungen gibt es von Santiago aus nur in Richtung Süden (bis Chillán).
Reisende sollten zumindest über Grundkenntnisse des Spanischen verfügen, da Englisch- und Deutschkenntnisse (außer im Süden des Landes) wenig verbreitet sind.
Auf den Überlandstraßen und Wüstenpisten kommt es vor allem im Norden Chiles immer wieder zu teils schweren Auto- und Busunfällen. Grund sind in der Regel technische Defekte der Fahrzeuge, überhöhte Geschwindigkeit bzw. nicht angepasste Fahrweise und Übermüdung der Fahrer. Bei Mietwagen und organisierten Touren sollte je nach Anbieter auf den technischen Zustand der Fahrzeuge geachtet und die Fahrweise an die klimatischen und Straßenverhältnisse angepasst bzw. die Fahrer dazu angehalten werden.
In den Wintermonaten (Juni bis August) treten in Santiago und anderen größeren Städten Umweltprobleme in Verbindung mit Smog auf. Dabei werden regelmäßig Fahrverbote verhängt.
Aufgrund seiner enormen Nord-Süd-Ausdehnung verfügt das Land über eine große geographische und klimatische Vielfalt. Reisende unterschätzen die entstehenden Gefahren durch die weiten Entfernungen, das teilweise extreme Klima sowie plötzliche Wetterumschwünge.
Wegen immer wieder vorkommender Unglücks- und Todesfälle sollten Berg- und Vulkanbesteigungen nur mit ortskundigen Führern sowie guter Ausrüstung und ausreichender Verpflegung durchgeführt werden; diese Empfehlung gilt auch für erfahrene Bergsteiger. Insbesondere bei der Besteigung der Vulkane Villarica und Osorno, die für ihre gefährlichen Spalten bekannt sind, sollte auf die Führung durch gut ausgebildete Bergführer geachtet werden. Den örtlichen Carabineros oder Nationalparkwächtern sollte die ungefähre Route sowie die Dauer der Wanderung mitgeteilt werden, um eventuelle Suchaktionen zu erleichtern. Besondere Vorsicht ist aufgrund rascher Wetterumschwünge geboten.
Der Lago Chungará an der chilenisch-bolivianischen Grenze liegt auf 4500 m. Von der auf Meereshöhe liegenden Stadt Arica werden Tagesausflüge mit dem Bus dorthin angeboten. Die Höhe, verbunden mit den Anstrengungen der Fahrt, verursacht bei vielen Touristen, v.a. bei älteren Menschen, Höhenkrankheit, die bereits zu Todesfällen geführt hat. Auf langsame Akklimatisation, z. B. durch eine Übernachtung in dem auf 3300m Höhe gelegenen Ort Putre sollte unbedingt geachtet werden. Bei Auftreten der Höhenkrankheit hilft in der Regel nur ein Abstieg.
In den trockenen Gebieten in Nordchile ist außerdem darauf zu achten, dass stets ausreichend Wasser mitgeführt und getrunken wird. Auch in der Wüste wird es trotz der hohen Tagestemperaturen nachts empfindlich kalt (z. B. bei Ausflügen zum Hochplateau El Tatio bei San Pedro de Atacama).

Führerschein
Laut Auskunft des chilenischen Außenministeriums ist für Reisende der deutsche nationale Führerschein in Chile an sich ausreichend. Für eventuelle Polizeikontrollen empfiehlt es sich, eine spanische Übersetzung oder den mehrsprachigen internationalen Führerschein mitzuführen. 

Geld/Kreditkarten
Landeswährung ist der Chilenische Peso (CLP). Kreditkarten können grundsätzlich verwendet werden; Einschränkungen für deren Benutzung sind lediglich in kleineren Orten gegeben. Bargeld kann mit Kreditkarte oder Bankkarte (nicht V-Pay) an den meisten Geldautomaten abgehoben werden. Geldautomaten sollten aus Sicherheitsgründen nur während der Geschäftszeiten benutzt werden. Es wird empfohlen, grundsätzlich keine größeren Bargeldmengen bei sich zu tragen.
Das Preisniveau in Chile ist im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern relativ hoch; es sollten ausreichend Reisemittel eingeplant werden.

Kommunikation/Mobiltelefone 
Seit September 2017 ist es gesetzlich nicht mehr möglich, aus dem Ausland ein- oder mitgeführte Mobiltelefone mit der SIM-Karte eines örtlichen chilenischen Mobilfunknetzbetreibers zu nutzen. Hierfür ist eine vorherige Registrierung der Telefongeräte bei den zuständigen chilenischen Stellen notwendig. Eine andere Möglichkeit, Pre-paid SIM-Karten (tarjetas prepago) chilenischer Mobilfunktanbieter zu nutzen, besteht derzeit nicht mehr, die Registrierung ist in jedem Fall erforderlich. Datenroaming über SIM-Karten aus der EU funktioniert weiterhin ohne Registrierung, verbunden mit den entsprechenden höheren Tarifgebühren. Alternativ müssten deutsche Besucher, die sich nur vorübergehend in Chile aufhalten, vor Ort ein neues Mobiltelefon beschaffen oder sind mehr oder weniger auf die Kommunikation z.B. per WLAN angewiesen. Weiterführende Hinweise erteilt die Subsecretaría de Telecomunicaciones in spanischer Sprache.

Versorgung im Notfall
Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Noch nicht offiziell anerkannt, wird aber in der Praxis akzeptiert

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Visum
Für einen kurzfristigen Aufenthalt zu Tourismus- oder Besuchszwecken ist kein Visum erforderlich. Bei der Einreise wird an der Grenze kostenlos eine "Tarjeta de Turismo" (Touristenkarte) ausgestellt, die zu einem Aufenthalt von maximal 90 Tagen berechtigt.
Die "Tarjeta de Turismo" muss beim Verlassen des Landes zurückgegeben werden.
Bei Verlust oder Diebstahl muss daher vor Ausreise von der "Policía Internacional" in Santiago (Morandé 672, Santiago Centro, Tel. +56 2 26809110, oder am Flughafen, Tel. +56 2 26901781) bzw. in anderen Regionen von der "Policía de Investigaciones" eine Ersatzkarte ausgestellt werden.
Der Aufenthalt kann gegen eine Gebühr von 100,- US $ einmalig um 90 Tage verlängert werden. Zuständig sind hierfür und weitere Auskünfte zum Aufenthaltsrecht das  in Santiago bzw. in anderen Regionen die jeweilige "Gobernación Provincial".

Hinweise für die Reise mit Minderjährigen
Für Reisen mit minderjährigen Kindern gelten in Chile besonders strikte Vorschriften, die das Departamento de Extranjería y Migración in englischer Sprache erläutert.
Auch wenn diese grundsätzlich nur für in Chile lebende Kinder gelten, kommt es des Öfteren auch zu erheblichen Problemen für Touristen.
Die chilenischen Vorschriften besagen, dass bei Ein- und Ausreise nach und aus Chile für allein oder nur mit einem Elternteil reisende minderjährige Kinder eine von einem deutschen oder chilenischen Notar oder einer chilenischen Auslandsvertretung beglaubigte Reisegenehmigung mitgeführt werden muss, die von dem/den nicht mitreisenden Elternteil(en) erteilt wird. Zur Erteilung der Reisegenehmigung muss neben den gültigen Ausweisdokumenten von Eltern und Kind auch die Geburtsurkunde vorgelegt werden. Die Beglaubigung durch einen deutschen Notar muss zusätzlich mit der Apostille versehen werden. Weitere Hinweise zur Apostille sind auf der Webseite der deutschen Botschaft in Santiago zu finden. Eine bei einer chilenischen Auslandsvertretung beglaubigte Reisegenehmigung muss nach Einreise in Chile zusätzlich vom chilenischen Außenministerium mit einer Bestätigung versehen werden. Bis zum 30. August 2016 formgerecht erstellte Reisegenehmigungen behalten ihre Gültigkeit.

Ein- und Ausreise über die USA
Bei Ein- und Ausreise über die USA sind die Einreisebestimmungen für die USA zu beachten.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Besondere Zollvorschriften

Gegenstände, die für den persönlichen Bedarf der Reisenden während der Fahrt und des Aufenthalts bestimmt sind, können zollfrei eingeführt werden.

Ein striktes Einfuhrverbot besteht für frische Nahrungsmittel (Milchprodukte, Obst und Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren) sowie Pflanzen, Waffen, Drogen und pornographisches Material. Verstöße (auch der versehentlich nicht deklarierte Apfel im Handgepäck) werden mit hohen Bußgeldern und in schwerwiegenden Fällen auch mit Inhaftierung geahndet. Grundsätzlich sollten alle mitgeführten Lebensmittel, auch noch original verpackte, wie etwa Nüsse, auf dem Einreiseformular angegeben werden.

Detaillierte Einfuhrbestimmungen findet man in Spanisch unter www.sag.gob.cl

Devisen dürfen unbegrenzt ein- und ausgeführt werden. Reisende, die Bargeld oder Wertpapiere im Wert von mehr als 10.000,- US$ mitführen, müssen dies dem Zoll anzeigen.

Zu den vorgenannten Einfuhrbestimmungen muss bei Einreise ein Formular (Spanisch/Englisch) in Form einer eidesstattlichen Erklärung ausgefüllt und unterschrieben werden. Alleinreisende Minderjährige sind vom Ausfüllen des Formulars befreit.

Für im persönlichen Gepäck mitgeführte (grundsätzlich anmeldepflichtige) Neuwaren gilt im Allgemeinen als obere Wertgrenze 500,- US$, darüber hinaus muss Zoll bezahlt werden.

Jede Person ist berechtigt, Importgeschäfte durchzuführen. Bei einem Warenwert von über US$ 500,- FOB muss ein Zollagent eingeschaltet werden. Die Verzollung erfolgt in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Die geforderten Dokumente (Handelsrechnung fünffach, voller Konnossementensatz bzw. Luftfrachtbrief dreifach) müssen vollständig sowie inhaltlich und formal fehlerfrei sein. Die chilenischen Behörden halten sich streng an die geltenden Form- und Rechtsvorschriften. Auch Tippfehler können daher zu Verzögerungen führen.

Für Ausländer, die mit einem von einer chilenischen Auslandsvertretung ausgestellten Visum nach Chile einreisen, gelten besondere Zollerleichterungen.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Drogenkonsum und –handel werden auch bei kleinen Mengen mit hohen Haftstrafen geahndet. Auch die Mitnahme bzw. Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann daher verhängnisvolle Folgen haben.

Bei Unfällen mit Personenschäden ist mit Untersuchungshaft für alle Beteiligten zu rechnen. Bei Verhaftungen sollte auf sofortiger Unterrichtung der deutschen Botschaft bestanden werden.

Medizinische Hinweise

Zika-Virus-Infektion
Bisher sind auf dem Festlandteil von Chile lediglich eingeschleppte Infektionen bekannt geworden. Da die Überträgermücken nicht vorkommen, wird eine Gefahr für die Bevölkerung hier nicht gesehen.
Auf den zu Chile gehörenden Osterinseln sind 2014 und 2015 Infektionen bekannt geworden, dort kommt auch die Überträgermücke vor.
Auf eine ganztägige konsequente Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Mückenstichen sollte hier geachtet werden, s.u. und auch: Expositionsprophylaxe Insektenstiche.
Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion und deren Prävention finden Sie im

Impfschutz
Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird auch bei Reisen auf die Oster-Inseln nicht mehr verlangt.
Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (www.rki.de).
Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, ggf. auch gegen Pertussis, Mumps, Masern Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza.
Als Reiseimpfungen werden zudem Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt auch Hepatitis B empfohlen; nur bei besonderer Exposition ggf. auch Tollwut und Typhus.

Malaria
Chile ist malariafrei

Dengue-Fieber
Dengue wird derzeit nur auf der Osterinsel durch tagaktive Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende.
In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung zum Teil schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Diese sind jedoch bei Reisenden insgesamt extrem selten.
Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Maßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen, (s. u.).

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:
- körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
- ganztägig Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
- ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen.

HIV/AIDS
Durch ungeschützte sexuelle Kontakte und bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV/AIDS-Infektion. Kondombenutzung wird immer, insbesondere aber bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera
Der Verzehr roher Fleisch-, Geflügel-, Fisch- bzw. Eier-Speisen sollte vermieden werden.

Hantavirus
Diese insgesamt seltene Erkrankung kann landesweit in der Regel in ländlichen Gebieten nach durchschnittlich 2-4 Wochen nach Aufnahme von mit Hantaviren kontaminierten Sekreten infizierter Nagetiere über die Atemwege bzw. den Magen-Darm-Kanal zu grippeähnlichen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen führen.
In seltenen Fällen können tödliche Komplikationen durch Befall der Nieren oder des Herz-Lungensystems entstehen (hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom, HFRS oder kardio-pulmonales Syndrom, HPS bzw. HCPS).
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nur in extrem seltenen Fällen statt.
Eine Impfung bzw. medikamentöse Prophylaxe existiert nicht.
Einer Infektion kann lediglich dadurch vorzubeugen versucht werden, indem auf möglichst hochgradige Sauberkeit der Unterkünfte und Aufenthaltsräume geachtet wird und Hinweise auf das Vorkommen von Ratten und anderen Nagetieren sowie deren Ausscheidungen in oder in der Nähe der Unterkünfte an die jeweiligen Betreiber weitergegeben wird.

Medizinische Versorgung
Das medizinische Versorgungsangebot ist in den größeren Städten in der Regel mit dem in Europa zu vergleichen. Sie ist auf dem Lande jedoch vielfach technisch, apparativ und hygienisch problematisch. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen.

Vor einer Reise nach Chile wird eine individuelle Beratung durch Tropen- bzw. Reisemediziner empfohlen; zu Beratungsstellen siehe auch www.dtg.org

Die deutschen Auslandsvertretungen vor Ort stellen auf Wunsch Listen der ihnen bekannten deutsch- und englischsprachigen Ärzte zur Verfügung. Die Angaben erfolgen aufgrund von Informationen, die den Auslandsvertretungen zum Zeitpunkt der Abfassung vorliegen. Die Hinweise und insbesondere die Benennung der Ärzte sind dabei unverbindlich und ohne Gewähr. Der Patient hat für alle Kosten und Gebühren im Zusammenhang mit dem von ihm selbst erteilten Behandlungsauftrag aufzukommen.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Akkordeon

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Türkei Ja Nein Ja
Andere EU-Länder Ja Nein Ja
Schweiz Ja Nein Ja
Österreich Ja Nein Ja
Deutschland Ja Nein Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Anmerkung zum Reisepass

Da sich Bestimmungen oft kurzfristig ändern, sollte man sich bei der zuständigen Botschaft nach den neuesten Regelungen erkundigen.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für touristische Aufenthalte und Besuchsreisen von bis zu 90 Tagen, sofern nicht anders angegeben:

(a) Deutschland, Österreich und alle anderen EU-Länder (Ausnahme: Staatsangehörige von Griechenland dürfen sich ohne Visum maximal 60 Tage in Chile aufhalten);

(b) Schweiz und

(c) Türkei.

Bei Einreise erhalten Touristen kostenlos eine "Tarjeta de Tourismo" (Touristenkarte), die bei der Ausreise wieder vorgelegt werden muss. Bei Verlust muss bei der "Policía Internacional" in Santiago, Gral. Borgoño 1052, (Tel. +56 2 26809110), oder am Flughafen, (Tel. +56 2 26901781) bzw. in anderen Regionen von der "Policía de Investigaciones" ein Doppel angefordert werden.
 

Einreise mit Kindern

Deutsche: Eigener Reisepass. Der Kinderreisepass mit Lichtbild wird zwar nicht offiziell anerkannt, in der Praxis wird er jedoch bei der Einreise akzeptiert.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.
Achtung: Minderjährige bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, die alleine reisen, müssen eine entsprechende Genehmigung ihrer Erziehungsberechtigten mit sich führen. Diese in spanischer Sprache verfasste Erklärung muss von einer chilenischen Auslandsvertretung (Botschaft oder Generalkonsulat) oder von einem Notar beglaubigt sein. Erziehungsberechtigte, die alleine mit minderjährigen Kinder reisen, müssen eine entsprechende Genehmigung des zweiten Erziehungsberechtigten sowie eine Geburtsurkunde des Kindes und gültige Ausweisdokumente der Eltern mit sich führen.

Diejenigen, die z. B. alleiniges Sorgerecht haben bzw. verwitwet sind oder adoptiert haben, müssen ebenfalls eine Bescheinigung mitführen. Eine minderjährige Person, die bei Einreise nach Chile von den Erziehungsberechtigten begleitet wird, jedoch nicht in deren Begleitung ausreisen soll, benötigt eine Einverständniserklärung in der oben beschriebenen Form zur Ausreise aus Chile. Für alle Fälle sind alle Dokumente ins Spanische zu übersetzen, damit es bei den Einreiseformalitäten keine Probleme gibt. Von einem deutschen Notar beglaubigte Dokumente müssen zusätzlich mit einer Apostille versehen sein.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Katzen, Hunde und Frettchen wird ein Gesundheitszeugnis vom Amtstierarzt des Herkunftlands benötigt, das höchstens 10 Tage vor Abreise ausgestellt wurde (bei Anreise über die USA: höchstens 15 Tage) und ins Spansiche übersetzt wurde. Zusätzlich wird für Katzen und Hunde ein Zertifikat über eine Tollwutimpfung verlangt, die mindestens 30 Tage und maximal 12 Monate vor der Ankunft durchgeführt wurde, sowie der Nachweis einer Behandlung gegen interne und externe Parasiten. Ansteckende Krankheiten müssen in dem Gesundheitszeugnis beim einzelnen als ausgeschlossen vermerkt sein. Weibliche und männliche Frettchen müssen kastriert sein. 
Anmerkung: Die Einfuhr von Papageien ist verboten.

Bearbeitungsdauer

Ca. 4-6 Wochen.

Gültigkeit

I.d.R. bis zu 1 Jahr (Arbeitsvisum bis zu 2 Jahren). Die Einreise muss innerhalb von 90 Tagen nach Ausstellung des Visums erfolgen.

Aufenthaltsverlängerung

Die 90-tägige Aufenthaltsdauer kann gegen eine Gebühr von 100 US$ einmalig um 90 Tage verlängert werden. Die Verlängerung muss mindestens 30 Tage vor Ablauf der Aufenthaltsgenehmigung im "Departamento de Extranjería" (Ausländerbehörde), San Antonio 580, Santiago de Chile (Tel. (02) 24 86 30 00) oder bei der jeweiligen "Gobernación Provincial" (Provinzverwaltung) beantragt werden.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die mit dem nächsten Anschluss innerhalb von 24 Stunden weiterfliegen, über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Touristen-, Arbeits-, Studenten- und Aufenthaltsvisum. Wer in Chile arbeiten oder studieren möchte, braucht eine besondere Genehmigung. Besucher aus Ländern, die keine diplomatischen Beziehungen mit Chile unterhalten, benötigen Aufenthaltsvisa.

Kosten

Deutschland

Visum (alle Typen): 69 €.

Antrag erforderlich

Touristenvisum (mit einmaliger oder mehrfacher Einreise):

(a) ein ausgefülltes Antragsformular (www.echile.de/images/Formulario-Visa-deutsch.pdf)

(b) Bestätigte Buchung des Hin- und Rückfluges.
(c) Einfache Fotokopie des gültigen Reisepasses (dessen Gültigkeitsdauer die des Visums überschreiten muss)
(d) Ggf. Fotokopie der Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland / Österreich oder in der Schweiz.
(e) Arbeitsbescheinigung oder die drei letzten Lohnabrechnungen.
(f) Einladungsbrief einer Privatperson oder eines Unternehmens in Chile (Anschrift, Telefonnummer, E-Mail) bzw. Hotelreservierung.
(g) Ein biometrisches Passfoto mit vollständigem Namen auf der Rückseite.

Geld

Geldwechsel

Fremdwährungen können in Banken, Wechselstuben (Cambios), bevollmächtigten Geschäften, Restaurants, Hotels und Klubs umgetauscht werden. Es empfiehlt sich die Mitnahme von US-Dollar in bar, da diese auch in entlegeneren Gebieten gut getauscht werden können. Besucher sollten sich nicht von den besseren Wechselkursen (10-15%) auf dem Schwarzmarkt verführen lassen, hier kann man leicht an gefälschte Scheine geraten.

Währung

1 Chilenischer Peso = 100 Centavos (spielen in der Praxis keine Rolle). Währungskürzel: Chil$, CLP (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 20.000, 10.000, 5.000, 2.000 und 1.000 Chil$; Münzen in den Nennwerten 500, 100, 50, 10, 5 und 1 Chil$.

Devisenbestimmungen

Keine Beschränkungen bei Ein- und Ausfuhr von Landes- und Fremdwährung, Deklarationspflicht bei Ein-und Ausfuhr von Zahlungsmitteln ab einem Gegenwert von 10.000 US$.

Kreditkarten

Diners Club, Visa, American Express und Mastercard werden am häufigsten akzeptiert. Von kleineren Ortschaften abgesehen werden Kreditkarten  akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
 

Reiseschecks

Werden in US-Dollar allgemein bei Banken und größeren Hotels akzeptiert. Es kann jedoch schwierig sein, außerhalb großer Ortschaften Reiseschecks zu tauschen.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 09.00-14.00 Uhr, teils auch 15.00-18.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Chile eingeführt werden:

400 Zigaretten und 500 g Pfeifentabak und 50 Zigarren (Personen ab 18 J.);
2,5 l Spirituosen (Personen ab 18 J.);
Parfüm für den persönlichen Bedarf;
Geschenke bis zu einem Wert von 300 US$;

in Duty-free-Shops auf chilenischen Flughäfen erworbene Artikel bis zu einem Wert von 500 US$ (Personen ab 15 J.).

Verbotene Importe

Pornographische Erzeugnisse, Drogen, Waffen, frische Lebensmittel (Obst, Gemüse, Fleisch und Fleischerzeugnisse (z.B. Wurstwaren), Milch und Milchprodukte), Pflanzen, Pflanzenteile und Saatgut dürfen nicht eingeführt werden.

Verstöße (auch ein versehentlich nicht deklarierter Apfel im Handgepäck) werden mit hohen Geldbußen und auch mit Inhaftierung geahndet.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Chile, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2014-07, 2008-05
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Chile - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 13.10.2018 (Unverändert gültig seit: 26.06.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 13.10.2018 (Unverändert gültig seit: 26.06.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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