Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Kanada

Steckbrief

Kanada - Fakten

Ländername Kanada (Canada)
Klima Kontinentalklima mit kalten, langen Wintern und heißen Sommern; in den Küstenprovinzen Seeklima
Beste Reisezeit Januar, Februar, März, Juni, Juli, August, September
Lage Zwischen 53° und 141° westlicher Länge, bzw. zwischen 83° und 41° nördlicher Breite
Fläche 9.984.670 km2
Hauptstadt Ottawa (Provinz Ontario), 934.243 bzw. 1.323.783 Einwohner (Großraum Ottawa-Gatineau, Provinzen Ontario und Quebec))
Bevölkerung 36.503.097 (1. Quartal 2017), Wachstumsrate: 5% (seit dem letzten Zensus 2011), Dichte: 3,9 Personen pro km2
Sprache Englisch, Französisch
Religion Römisch-Katholisch 46 %, Protestantisch 36 %, andere 18 %
Nationaltag Kanadatag / Canada Day - 1. Juli
Unabhängigkeit 1867, voll souverän seit 17. April 1982 (Constitution Act)
Staats-/Regierungsform Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt Königin Elizabeth II., vertreten durch die Generalgouverneurin und Oberkommandierende von Kanada (Governor General and Commander-in-Chief of Canada) Julie Payette
Regierungschef Premierminister Justin Trudeau, Abgeordneter im Unterhaus und Vorsitzender Liberale Partei
Außenminister Christina Alexandra ("Chrystia") Freeland, Abgeordnete im Unterhaus und Mitglied der Liberalen Partei
Währung (2015, durchschnittlich): 1 Euro =1,4182 CAD
Zeitzone UTC-2,5 - UTC-8
Stromnetz 120 V/60 Hz
Reiseadapter A, B
Kfz-Länderkennzeichen CDN
ISO-3166 CA, CAN
Internet-TLD .ca
Landesvorwahl +1
Website http://www.canada.ca
Reisepass & Visum Notwendig
Geeignet für Kultur, Shopping, Outdoor, Meer, See, Wintersport, Feiern

Geographie

Kanada nimmt mit Ausnahme Alaskas den gesamten Norden des nordamerikanischen Kontinents ein. Es erstreckt sich vom Atlantik zum Pazifik und von den Großen Seen im Süden über die Hudson Bay und die arktische Inselwelt bis zum Nordpolarmeer. Nach Russland ist Kanada das flächenmäßig zweitgrößte Land der Erde. Sein geologisches Kernstück ist der Kanadische Schild, ein felsiges und gewässerreiches Flachland mit zahlreichen Seen am Westrand. Der Osten ist dominiert von den nördlichen Ausläufern der Appalachen. Im Westen folgen auf den Kanadischen Schild die Great Plains, die nach Westen hin allmählich bis auf 1500 m ansteigen und vor den nordamerikanischen Kordilleren enden. Höchste Gipfel der hier im Schnitt 4000 m hohen Rocky Mountains sind mit 6050 m der Mount Pierre Elliott Trudeau (Mount Logan) und mit 5489 m der Mount St. Elias. Wegen der Größe des Landes und der vorbeifließenden kalten Meeresströme ist das Klima überwiegend kontinental und weist große Temperaturschwankungen auf. Nur am Pazifikrand (British Columbia) ist das Klima ausgeglichener. Da dem Land schützende breitenkreisparallele Gebirge fehlen, können arktische Luftmassen bis weit ins Landesinnere vordringen. Während durch die Stauwirkung der Küstenkordillere an der Westküste bis zu 6000 mm pro Jahr als Schnee und Regen niedergehen, sinkt der Niederschlag von 800 bis 1500 mm im Einflussbereich des Atlantiks bis auf 300 mm in den Inneren Ebenen. Im Norden des kanadischen Festlandes und auf den arktischen Inseln taut der Permafrostboden nur im Sommer oberflächlich auf, er kann mehrere hundert Meter tief reichen.

Politik und Bevölkerung

Der nach britischem Vorbild gestaltete demokratisch-parlamentarische Bundesstaat erhielt seine Verfassung 1867. Bis 1982 gab es ein Mitspracherecht der britischen Krone, seither besitzt Kanada die volle Souveränität über Verfassung und Gesetzgebung, ist aber nach wie vor Mitglied des Commonwealth. Offizielles Staatsoberhaupt ist damit der britische Monarch, vertreten durch einen Generalgouverneur. Chef der Regierung ist der vom Abgeordnetenhaus gewählte Premierminister. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Zweikammerparlament (Senat und Abgeordnetenhaus). Insgesamt besteht Kanada aus zehn politisch weitgehend selbstständigen Provinzen und drei dünn besiedelten Territorien (Yukon, Northwest, Nunavut), die direkt der Bundesregierung unterstehen. Die 35 Mio. Einwohner sind zu 98,5 % Nachkommen von Einwanderern, 2,7 % sind Indianer und Inuit (Eskimos). Rund zwei Drittel der Kanadier sprechen Englisch, etwa ein Viertel Französisch, insbesondere in der Provinz Québec, beides sind gleichberechtigte, offizielle Landessprachen. 45 % sind Katholiken, etwa 36 % protestantischen Glaubens. Kanada ist (bei Erfüllung strikter Kriterien) noch immer ein Einwanderungsland.

Geschichte und Kultur

Indianer und Inuit waren bis ins 16. Jh. hinein die einzigen Bewohner Kanadas. Zu Beginn des 17. Jh. wurde Kanada Einwanderungsland, sein Name kommt von dem Wort „Kanata“: der Bezeichnung der Irokesen für ihr Dorf, das erste Einwanderer missverstanden. In den Jahren 1534/35 drang der Franzose Jacques Cartier in das Gebiet um den Saint-Lawrence-Strom ein und gründete Neufrankreich. Ab 1674 unterstand das Gebiet der französischen Krone. Bis 1718 gelang es, die Verbindung zwischen dem Saint-Lawrence-Strom und dem Mississippi herzustellen. Nach langen Kämpfen mit den Engländern kam Kanada mit dem Frieden von Paris 1763 schließlich in britischen Besitz. 1818 wurde der 49. Breitengrad Grenzlinie zwischen Kanada und den USA, die bundesstaatliche Ordnung erhielt Kanada zum 1. Juli 1867 durch das britische Parlament. Bis heute wirksam ist der anglo-französische Antagonismus, der im Verein mit der dünnen Besiedlung bisher eine einheitliche Nationalkultur verhindert hat.

Kanada - Geschichte

Um 35000 v. Chr. Paläo-indianische Jägervölker wandern über die Beringstraße nach Nordamerika
Um 1000 n. Chr. Wikinger erkunden Vinland, das heutige Neufundland
1497 John Cabot segelt in britischem Auftrag nach Neufundland
1535/36 Der Franzose Jacques Cartier entdeckt den St.-Lawrence-Strom und verwendet erstmals den Namen Kanada
1608 Samuel de Champlain gründet Québec City
1670 Londoner Kaufleute gründen die Hudson's Bay Company
1759 Die Schlacht um Québec: Neufrankreich wird britische Kolonie
1793 Pelzhändler Alexander Mackenzie durchquert als Erster den Kontinent
1867 Die Geburt Kanadas: Die Kolonien im Osten werden zur Dominion of Canada erklärt
1881 Die Hudson Bay Company wird zur größten Handelsgesellschaft Kanadas
1885 Fertigstellung der Trans-Canada-Eisenbahnlinie
1897/98 Goldrausch am Klondike
1901 Erste Funkverbindung von Neufundland nach Europa
1931 Kanada wird souveräner Staat im British Commonwealth
1962 Bau des Trans-Canada-Highway, der ersten Straße vom Atlantik zum Pazifik
1965 Kanada nimmt das Ahornblatt in die Nationalflagge auf
1967 Steigende Ölpreise führen zum ersten Abbau der Athabasca-Ölsande in Alberta
1995 Québecer stimmen gegen die Separation - Kanadas Einheit ist gesichert
1999 Die Inuit erhalten ein eigenes Territorium im hohen Norden: Nunavut
2010 Olympische Winterspiele in Vancouver und dem Skiort Whistler
2012 Dank vieler Öl- und Rohstoffvorkommen boomt Kanadas Wirtschaft
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

1 Waverley St. | Ottawa | Tel. 613 2321101 | www.ottawa.diplo.de

Österreichische Botschaft

445 Wilbrod St. | Ottawa | Tel. 613 7891444 | www.austro.org

Schweizer Botschaft

5 Marlborough Ave. | Ottawa | Tel. 613 2351837 | www.eda.admin.ch/canada

Bei Passverlust und in Notfällen können Sie sich auch an die Generalkonsulate in Montréal, Toronto oder Vancouver wenden.

Notruf

Tel. 911 oder operator: Tel. 0

Internet/Wlan

Kanada ist exzellent vernetzt. In Hotels kostet der Highspeed-Internetzugang meist 10-15 $ pro Tag; oft gibt es auch einen kostenlos zu nutzenden Computer in der Lobby. In allen öffentlichen Bibliotheken Kanadas und oft auch in den Visitor Centres können Sie kostenlos oder gegen geringe Gebühr im Web surfen und Ihre Mails abrufen.

Für den eigenen Laptop, das Wi-Fi-fähige Smartphone oder iPad finden Sie in vielen Hotels und coffee shops WLAN (wireless network), teils kostenlos, teils erhält man gegen Gebühr das Passwort beim Personal.

Post

Postämter sind Mo-Fr 9-18 und Sa 8-12 Uhr geöffnet. Das Porto für Luftpostbriefe oder -postkarten beträgt nach Europa 1,80 $. Aus den Großstädten ist eine Karte fünf Tage unterwegs, sonst etwa acht Tage.

Telefon & Handy

Alle Telefonnummern in Kanada sind siebenstellig, dazu kommt für Ferngespräche und innerhalb einiger Großstädte eine dreistellige Vorwahl (area code). Ortsgespräche aus der Telefonzelle kosten 25-35 ¢, bei Ferngesprächen gibt nach dem Wählen eine Computerstimme die Gebühr an. Vorsicht: Im Hotel werden oft horrende Aufschläge berechnet! Bei Telefonproblemen hilft der operator "0" weiter, er vermittelt auch R-Gespräche (collect calls). Über die gebührenfreien Nummern mit der Vorwahl 800, 866, 877 oder 888 kann man z. B. Hotels reservieren.

Vorwahl aus Kanada nach Deutschland 01149 (Österreich 01143, Schweiz 01141), dann die Ortsvorwahl ohne 0 und die Nummer. Vorwahl nach Kanada: 001.

Tri- oder Quadband-Handys aus Europa funktionieren auch in Westkanada - aber meist nur in den Städten und im Süden der Provinzen (Roaming-Aufpreis bis 2 Euro). Günstiger ist für Anrufe von der Zelle und aus dem Hotel der Kauf einer prepaid phone card, vor Ort erhältlich an Tankstellen und kleinen Märkten. Bei einem längeren Aufenthalt kann es sich lohnen, für das (entsperrte!) Handy eine Sim-Karte der kanadischen GSM-Netzanbieter Fido oder Rogers zu kaufen.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Neben großen Sommerevents wie dem Stratfords Shakespeare Festival und dem Shaw Festival in Niagara-on-the-Lake hat jedes Dorf eigene Anlässe zum Feiern: Holzfällerwettbewerbe, Rodeos und indianische powwows (Tanzfeste) im Westen, Hummer-, Folklore- und Musikfeste im Osten (Infos in den Visitor Centres).

Feste und Festivals

Februar

Vancouver: Chinesisches Neujahrsfest, Masken, Feuerwerk und große Parade

Québec City: Carnaval d'Hiver, Kostümparade und Bootsrennen auf dem Sankt Lorenz, meist erste Monatshälfte

Ottawa: Winterlude, Schlittschuhfest und Eisskulpturen

Whitehorse: Sourdough Rendezvous, Goldgräberwinterfest zu Beginn oder am Ende des 1600 km langen Schlittenhunderennens Yukon Quest (www.yukonquest.info)

Mai

Victoria: Am Victoria Day Kostümparade, Konzerte und Oldtimerrennen

Ottawa: Canadian Tulip Festival, erste Maihälfte, Frühlingsfest mit Konzerten und Millionen von Tulpen

Juni

Vancouver: Die Chinesen feiern Mitte des Monats das Dragon Boat Festival.

Toronto: Bei der Pride Week (www.pridetoronto.com) Ende Juni treffen sich Schwule und Lesben aus ganz Kanada.

Montréal: Zum International Jazz Festival (www.montrealjazzfest.com) von der letzten Juniwoche bis Anfang Juli kommen mehr als 1000 Musiker.

Juli

Flaggen überall, Picknicks, Paraden, Konzerte und Straßenfeste: Am Canada Day, dem 1. Juli, feiert das ganze Land, in Williams Lake sogar mit Rodeo.

Shediac: Fünf Tage dreht sich Anfang des Monats beim Lobster Festival alles um das leckere Krustentier.

Calgary: Sogar aus Australien reisen in der ersten Monatshälfte die Profi-Cowboys an, um bei der Calgary Stampede (www.calgarystampede.com), dem weltgrößten Rodeo, mitzumachen.

Québec City: Festival d'Été (www.infofestival.com), zwei Wochen lang Theater und Konzerte - das größte französischsprachige Kulturereignis in Nordamerika

Toronto: Karibisches Lebensgefühl bei der Caribana (www.caribanatoronto.com) Mitte Juli mit farbenprächtiger Parade

August

Manitoulin Island: Wikwemikong Indian Powwow (www.wikwemikongheritage.org) mit Musik und Tänzen der Ojibwa und anderer Stämme

Lethbridge: Whoop-up Days, Rodeo und Westernvolksfest in der Monatsmitte

Squamish: Squamish Days, erstes Wochenende Holzfällerfest

Digby: Annual Scallop Days, Festwoche der Jakobsmuscheln

Whistler: Mitte August findet das große Mountainbike-Fest Crankworx (www.crankworx.com) mit internationaler Starbesetzung statt.

Winnipeg: Folklorama (www.folklorama.ca), zwei Wochen mit Musik und Nationalgerichten der Immigranten

Dawson City: Discovery Days, um den 17. August feiert die Stadt den ersten Goldfund im Yukon.

Toronto: Canadian National Exhibition, Kanadas größter Jahrmarkt in der zweiten Monatshälfte

September

Trois-Rivières: am ersten Wochenende traditionelles Kanurennen (193 km)

St. Catharines: Niagara Grape and Wine Festival (www.niagarawinefestival.com), Erntefest, Weinprobe und Parade zur Monatsmitte

Offizielle Feiertage

1. Jan. Neujahr
März/April Karfreitag, Ostermontag
Montag vor dem 25. Mai Victoria Day, Jour de la Reine (Sommersaisonbeginn)
24. Juni Johannistag (Québec)
1. Juli Canada Day, Fête du Canada
1. Montag im Aug. Provinzfeiertag (außer Québec und Neufundland)
1. Montag im Sept. Labour Day, Fête du Travail (Sommersaisonende)
2. Montag im Okt. Thanksgiving, Action de Grâce
11. Nov. Remembrance Day
25./26. Dez. Christmas/Boxing Day
Mobilität vor Ort

Auto

Der nationale Führerschein ist für Reisen bis zu drei Monaten ausreichend (im Yukon Territory: 1 Monat). In allen Provinzen besteht Anschnallpflicht. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt auf Fernstraßen meist 80 oder 100 km/h, in Orten 50 km/h und auf Autobahnen max. 110 km/h. Die Verkehrsregeln gleichen denen in Europa. Besonderheiten: An Ampeln dürfen Sie auch bei Rot nach rechts abbiegen und auf mehrspurigen Straßen rechts überholen, jedoch dürfen Schulbusse mit eingeschalteter Warnblinkanlage nicht passiert werden - auch nicht aus der Gegenrichtung.

Der kanadische Automobilclub CAA hilft auch Mitgliedern ausländischer Clubs (Notruf 800 2224357).

Bus & Bahn

Greyhound und mehrere regionale Buslinien (z. B. Voyageur) verbinden alle größeren Orte miteinander. Auskünfte bei den Reisebüros und unter www.greyhound.ca. Ein beliebtes Busunternehmen für Backpacker und junge Leute ist Moose Travel Network (www.moosenetwork.com).

Per Zug ist Kanada besonders schön auf der legendären Trans-Kanada-Route von Toronto nach Vancouver mit VIA-Rail sowie mit dem Rocky Mountaineer (www.rockymountaineer.com) von Calgary über Banff bzw. von Jasper aus nach Vancouver (Achtung: mehrere Monate vorab reservieren).

VIA-Rail bietet einen Canrail-Pass für ihr gesamtes Bahnnetz; erhältlich in Deutschland und in der Schweiz bei CRD International (Stadthausbrücke 1-3 | 20355 Hamburg | Tel. 040 30061670 | www.viarail.ca, www.crd.de) sowie in Österreich bei Canadareisen.at (Buchberggasse 34 | 3400 Klosterneuburg | Tel. 02243 25994 | www.canadareisen.at).

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

In Toronto und Vancouver isst man vorzüglich chinesisch, in den Prärien gibt es dank der vielen südrussischen Einwanderer die besten ukrainischen Restaurants in Nordamerika. In Montréal speist man portugiesisch oder jüdisch-koscher, und in der Stadt Québec sind die deftigen altfranzösischen Lokale zu Hause.

Dass sich die Kochkünste der Kulturen auch gegenseitig befruchten, zeigen die schicken neuen Restaurants mit Fusion- oder auch Pacific-Rim-Cuisine. Hier werden asiatische Gewürze und Zutaten - Curry und Sushi - mit europäischen Gerichten zu neuen Kreationen vermählt. Daneben fehlen aber auch nicht die typischen Gerichte, für die das Land bekannt ist: Steaks, Hummer und frischer Lachs in allen Variationen. Ebenfalls sehr lecker: die calamari, die vor den Küsten Neufundlands gefischt werden.

Jede Region hat natürlich ihre eigenen kulinarischen Highlights. Frischer Fisch und Muscheln sind die Spezialität am Atlantik. Der nur langsam wachsende Hummer aus dem kalten Atlantik gilt unter Kennern sogar als der beste der Welt. Auf Prince Edward Island werden im Sommer bei den lobster suppers in Gemeindehallen und Kirchensälen mächtige Hummerbuffets angerichtet.

Die Provinz Québec ist der kulinarische Nabel Kanadas. Hier wird noch nach alter französischer Tradition gekocht - oft verfeinert mit vitaminreichem Ahornsirup oder köstlichem Käse aus eigener Herstellung. Probieren Sie die dicke Erbsensuppe mit Speck, danach vielleicht ein Stück tourtière, eine würzige Fleischpastete, und zum Nachtisch Heidelbeerkuchen mit frischen Beeren aus den Wäldern Nordquébecs.

In Ontario liefert die mit mildem Klima gesegnete Niagara-Halbinsel frisches Gemüse, immer besseren Wein und ausgezeichnetes Obst. Aus den Seen im Hinterland der Provinz kommen Hechte und Forellen auf den Speiseplan, dazu vielleicht wilder Reis, den die Indianer ernten. In den Prärien, dem Brotkorb Kanadas, wird meist bodenständig-deftig gekocht, ein zarter, in Butter geschwenkter Maiskolben gehört immer dazu.

In Alberta müssen Sie Steak probieren - im Restaurant oder selbst gegrillt auf dem Campingplatz. Das Fleisch der auf den riesigen Ranches frei lebenden Rinder ist unübertrefflich, und die Portionen sind für hungrige Holzfäller zugeschnitten. Westlich der Rocky Mountains, im warmen Okanagan-Tal, wachsen süße Pfirsiche, Äpfel und Trauben. Und an der Westküste locken wieder Meeresfrüchte - Krabben, Heilbutt und Lachs. Eine pochierte Lachsschnitte (am besten vom Sockeye-Lachs) mit frischem Gemüse aus dem Fraser-Tal gehört zum Feinsten, was Kanada bieten kann.

Traditioneller Treff zum Frühstück ist der coffee shop. Er gehört entweder zum Hotel oder liegt bei Motels gleich nahebei. Dort können Sie das kleine continental breakfast (Saft, Kaffee, Toast mit Marmelade) nehmen oder ein großes amerikanisches Frühstück bestellen, das oft den ganzen Tag vorhält.

Zum lunch, etwa zwischen 12 und 14 Uhr, essen die Kanadier oft nur kleinere Gerichte, die auf einer separaten Speisekarte (lunch menu) aufgeführt sind. Auf dem Land wird das dinner abends schon zwischen 17.30 und 19 Uhr serviert, in den größeren Städten etwas später, also von 19 bis 22 Uhr. Wissen sollten Sie auch, dass man in den meisten Restaurants einen Tisch zugewiesen bekommt. Ein Schild am Eingang zeigt dies an: Please wait to be seated. Und wie in Europa darf inzwischen in fast allen Restaurants nicht mehr geraucht werden.

Falls Sie lieber in freier Natur picknicken möchten, statt im Restaurant zu essen: Alle größeren Supermärkte in Kanada haben eine eigene deli section: eine Theke mit Wurst, Käse, Sushi und oft auch Grillhühnchen und anderen heißen Gerichten. Hier werden auch frische Sandwiches und Salate zubereitet - einfach perfekt fürs preiswerte Picknick.

Und wie sieht es aus mit Getränken? Kanada ist Bierland, und das süffige kanadische Bier kann sich im Vergleich zum wässrigen US-amerikanischen sehen lassen. Molson Canadian oder Labatt's Blue gibt es überall, Spezialbiere wie Kokanee oder Moosehead nur in manchen Regionen. In den letzten Jahren haben sich zunehmend micro breweries etabliert, kleine Spezialbrauereien. Probieren Sie mal Bier von Propeller Brewing in Nova Scotia, von 3 Brasseurs in Québec oder von Upper Canada Brewing in Toronto. In Alberta schmecken die Biere der Wild Rose Brewing Company aus Calgary. Und in British Columbia sind die Biere von Okanagan Spring oder Granville Island Brewing Co. die besten.

Aber auch der heimische Wein - beispielsweise Weiß- wie Rotwein aus dem fruchtbaren Okanagan Valley - ist durchaus konkurrenzfähig. Wer hochprozentige Getränke möchte, kann auf den exzellenten kanadischen Whiskey zurückgreifen, der entweder auf Eis (on the rocks) oder, wie auch Rum oder Gin, in vielerlei Mixgetränken serviert wird.

Trinkgelder

Im Restaurant ist der Service nicht inklusive und oft ein wesentlicher Bestandteil des Gehalts, man gibt daher ca. 15 Prozent des Rechnungsbetrags als tip. Auch das Zimmermädchen (1-2 $/Nacht), den Kofferträger (1-2 $/Gepäck) und den Service fürs valet parking (1-2 $) nicht vergessen.

Einkaufen und Shoppen

Kanada ist kein Billigland zum Einkaufen, auch wenn es Discountketten wie etwa Winners gibt. Der starke Dollar hält die Preise hoch, aber Sportklamotten oder auch Vitaminpillen sind deutlich günstiger als in Europa. An Gelegenheiten zum Shoppen fehlt es jedoch nicht: Moderne Einkaufszentren, Kaufhäuser und Boutiquen finden Sie in allen größeren Städten. Um dem bitterkalten Winterwetter zu entkommen, haben sich die Kanadier sogar ganze Shoppinglandschaften unter Glas gebaut, etwa das sehenswerte Eaton Centre in Toronto oder die riesige West Edmonton Mall mit gut 800 Geschäften. Die Montréaler haben sich in den Untergrund gebuddelt und eine Ville Souterraine geschaffen mit kilometerlangen Tunnels, in denen sich Kinos, Restaurants und Läden aneinanderreihen.

Shoppen in Altstädten und General Stores

Städtebaulicher Trend ist das Renovieren der alten Hafenviertel: So wurden etwa Granville Island in Vancouver, Queens Quay in Toronto oder die Historic Properties im alten Hafen von Halifax zu schicken Shopping- und Flanierbezirken mit Kunstgalerien und Straßencafés hochgepäppelt. Fußgängerzonen werden Sie dagegen kaum entdecken - ihre Funktion erfüllen die Malls.

Auf dem Land nimmt das Einkaufsangebot meist recht schnell ab. Ein kleiner Lebensmittelladen mit Tankstelle, ein general store, der auch Schuhe und Motorsägen verkauft, muss in vielen kleinen Orten für alle Wünsche ausreichen. Es ist daher ratsam, vor einer längeren Tour ins Hinterland oder in den Norden den Camper mit den benötigten Lebensmitteln und der Ausrüstung aufzustocken. Denn je weiter man nach Norden kommt, desto teurer werden auch alle Einkäufe für den täglichen Bedarf.

Kulinarisches

Aus Québec und Ontario stammt das für Kanada wohl berühmteste Mitbringsel: Ahornsirup, flüssig in Flaschen oder zu zuckersüßen Pralinen und Keksen verarbeitet. Die Prärien sind bekannt für guten Honig und Marmelade aus saskatoon berries, von der Westküste kommt feiner Räucherlachs - Wildlachs versteht sich, der, in Trockeneis verpackt, die Heimreise gut übersteht. Sehr beliebt als Souvenir ist zudem Eiswein von der Niagara-Halbinsel oder aus dem Okanagan-Tal.

Kunst der Ureinwohner

Zu den schönsten - und teuersten - Andenken gehören die kunsthandwerklichen Produkte der Indianer und Inuit. Die Ojibwa und Irokesen in Ontario fertigen Mokassins und geflochtene Körbe, oft aufwendig verziert mit Stachelschweinborsten. Die Stämme der Westküste, einst berühmt für ihre Totempfähle, fertigen heute kleinere Objekte sowie Silberschmuck und Zeichnungen an. Die Inuit der Arktis sind bekannt für ihre Skulpturen aus Speckstein oder Walknochen, aber auch für hochwertige Drucke, die in Galerien im Süden des Lands zu erwerben sind (ab ca. 300 $).

Outdoor-Ausrüstung

In allen größeren Städten und in Schutzgebieten wie Banff oder dem Algonquin-Park findet man große Sport- und Outfitterläden, die qualitativ hochwertige Ausrüstung und Kleidung für die Reise in die Wildnis anbieten. Dazu gibt es auch original kanadische Trendmarken wie LuluLemon oder Roots Canada, deren Designer auch das kanadische Olympiateam einkleiden.

Wollpullis und Cowboy-Outfit

Typisch für die Atlantikprovinzen sind neben hochwertigem Segelzubehör die schönen, handgestrickten Pullover der Neufundländer und allerlei Objekte aus Holz und Keramik. Besonders Québec erweist sich als ergiebige Fundgrube für kreative Anstecker, Accessoires und witziges Kunsthandwerk. Ideale Souvenirs aus Alberta sind alle Artikel, die mit dem Cowboyimage zu tun haben: Stetsonhüte, silberne Gürtelschnallen oder handgearbeitete Stiefel. Hier gibt es auch die typischen Holzfällerhemden, die schon während der Reise als stichfester Schutz vor den Moskitos gute Dienste leisten können.

Öffnungszeiten

Läden sind überwiegend Mo-Sa 9.30-18 Uhr geöffnet, die großen Shoppingmalls der Städte 10-21, So 12-17 Uhr, Lebensmittelsupermärkte meist auch abends und an den Wochenenden, in Großstädten sogar rund um die Uhr. Viele Museen bleiben montags geschlossen.

Spezialitäten

bagel with lox rundes Brötchen mit Räucherlachs (beliebt in Montréal)
bannock schottisch-indianisches Brot, in der Pfanne gebacken
beavertail Schmalzgebäck mit Zimt und Zucker (Ontario)
Caesar ein mit Selleriesalz gewürzter Drink aus Wodka und Muschelsaft
Caesar salad Salat mit Parmesan-Anchovis-Dressing und Croûtons
caribou Québecer Rotweinpunsch, beliebt zum Karneval
cedar planked salmon Lachs auf indianische Art über einem Holzbrett gedünstet (Westküste)
chicken/buffalo wings Vorspeise aus kross gebratenen Hähnchenflügeln
clam/seafood chowder sämige Muschel-/Fischsuppe
dulse rote Algen, Beilage in den Atlantikprovinzen
eggs over easy with hash browns einmal gewendete Spiegeleier mit fein geraspelten Bratkartoffeln
eggs sunny side up with maple smoked bacon Spiegeleier mit über Ahornholz geräuchertem Speck
filet mignon with baked potato Filetsteak mit Folienkartoffel
French toast Brotscheiben in Eihülle
garlic mashed potatoes Kartoffelbrei mit Knoblauch
lobster roll Hummersandwich (am Atlantik)
New York steak saftiges Steak mit Fettrand
onion rings frittierte Zwiebelringe
pancakes with maple sirup Pfannkuchen mit Ahornsirup
pickerel kleiner Süßwasserfisch, weit verbreitet in Ontario
poutine Pommes frites mit Bratensauce und Frischkäse
prime rib with horseradish sauce dicke, sehr zarte Bratenscheibe mit Meerrettich
pumpkin pie Kürbiskuchen
scallops Jakobsmuscheln
sirloin steak with corn on the cob Lendensteak mit gebuttertem Maiskolben
sockeye salmon Rotlachs (Wildfang)
tourtière würzige Québecer Quiche mit Fleisch
turkey with stuffing and gravy, yams and cranberry sauce Truthahn mit Füllung und Bratensauce, Süßkartoffeln sowie Preiselbeermarmelade
Stichworte

Bären

Von einem abenteuerlichen Erlebnis mit Bären zu erzählen gehört zu jeder Kanadareise, denn gleich drei Spezies sind hier zu Hause: Eisbären, Grizzlys und Schwarzbären. Die bis zu 600 kg schweren Eisbären kommen allerdings nur in der Packeisregion der Arktis vor, die scheuen Grizzlybären nur in abgelegenen Hochtälern der Rockies, entlang der Westküste und in der arktischen Tundra. Ganz anders die Schwarzbären. Neugierig und hungrig schnüffeln sie schon mal abends über den Campingplatz, verjagen verdutzte Wanderer aus ihrem Blaubeerrevier oder kreuzen über den Highway. Doch Vorsicht: Das beliebte Bärenfoto sollten Sie nur aus gebührendem Abstand machen, alle Lebensmittel geruchsdicht im Auto verstauen - und das nach Steak duftende Geschirr sofort spülen. Bären sehen schlecht, deshalb empfiehlt es sich, auf dem Wandertrail laut zu reden, zu singen oder hin und wieder etwas Lärm zu machen - denn einen Bären zu überraschen kann gefährlich sein.

Céline und Co.

Kanada hat keine eigene Popszene, kanadische Stars sind international. Sie spielen in Hollywood, New York oder London. Céline Dion etwa hatte sogar ihre eigene Show in Las Vegas. Aber auch Sänger wie Bryan Adams, Alanis Morissette, Avril Lavigne, Justin Bieber und Bands wie Barenaked Ladies oder Arcade Fire zählen zur Weltelite. Weniger bekannt ist, dass auch Altstars wie Neil Young oder die Band Steppenwolf aus Kanada kamen.

Eishockey

Der offizielle Nationalsport Kanadas ist lacrosse, ein altes indianisches Ballspiel. Beliebter aber ist Eishockey - bei sieben Monaten Winter in vielen Landesteilen kein Wunder. Schon im Kindergarten lernen die Kids in peeweeclubs das Schlittschuhfahren und spielen später in Mannschaften jeder Altersgruppe. Wenn Teams aus Kanada bei den Play-offs für den Stanley Cup mitspielen, gerät das ganze Land in den Hockeyrausch. Die berühmtesten Clubs heißen Montreal Canadiennes, Toronto Maple Leafs, Vancouver Canucks, Edmonton Oilers und Calgary Flames.

Erfindergeist

Wenn es darum geht, die Welt mit neuen Ideen voranzubringen, hat Kanada seinen Beitrag geleistet. Alexander Graham Bell führte 1875 in Ontario das erste Telefongespräch der Welt, Eddie Ezra Butler erfand das Streichholz, der schwedische Immigrant Gideon Sundback den Reißverschluss. Die beiden Mediziner Frederick Banting und Charles Best entwickelten 1929 an der University of Toronto den Wirkstoff Insulin. Und der Eisenbahningenieur Sandford Fleming schlug 1879 eine wahrhaft weltweite Neuerung vor - nämlich die Erde in 24 Zeitzonen einzuteilen. Und natürlich sind da noch mehr grandiose kanadische Erfindungen, ohne die wir heute kaum noch leben könnten, wie etwa die Malerrolle oder die Trockenflocken fürs Kartoffelpüree …

Flora & Fauna

Der größte Teil Kanadas liegt im Bereich des borealen Nadelwalds, der sich wie ein breites grünes Band über 6000 km von der Pazifikküste bis Neufundland zieht. Hier wachsen Weiß- und Schwarztannen, Kiefern und Fichten.

Diese gewaltigen Wälder, die sich in Nord-Süd-Richtung auf über 1000 km Breite dehnen, sind Lebensraum für Bären, Elche, Hirsche, Luchse, Stachelschweine, Biber und kleinere Nager. Nach Norden hin gehen die Wälder in Taiga und schließlich baumlose Tundra über. Nur noch Karibus (Rentiere), Schneehasen und Moschusochsen können hier von den spärlich wachsenden Flechten und Moosen leben. Doch die großen Süßwasserflächen ernähren im Sommer zahllose Wasservögel.

Im Süden von Ontario und Québec wächst Mischwald, dessen Ahorn- und Eichenarten im Herbst die spektakuläre rote Färbung des Indian Summer liefern. An den Westhängen der Coast Mountains und auf Vancouver Island wuchert üppiger Regenwald mit bis zu 80 m hohen und 600 Jahre alten Douglasien, Sitkatannen und riesigen Zedern.

Frankokanada

Die Nachfahren der französischen Siedler machen heute knapp 30 Prozent der Bevölkerung Kanadas aus. Im 19. Jh. beuteten anglokanadische und US-amerikanische Firmen die reichen Rohstoffe der Provinz aus, die schlecht ausgebildete, überwiegend arme Bevölkerung wurde politisch und sozial unterdrückt.

Erst bei der "stillen Revolution" der 1960er-Jahre lehnten sich die Québecer gegen die wirtschaftliche Ausbeutung und gegen die geistige Vormachtstellung der katholischen Kirche auf. Der nationalistische Parti Québécois forderte damals gar die völlige Loslösung von Kanada; es kam zu terroristischen Anschlägen von Separatisten. Zweimal hielt man dazu bisher Volksabstimmungen ab: 1980 und 1995. Beide Male sprach sich die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Ablösung aus. Seit 2003 die Separatisten abgewählt wurden, scheint das Thema in den Hintergrund zu treten.

Hudson's Bay Company

Dem Biber und der europäischen Hutmode verdanken wir die Erschließung Kanadas. Aus dem wolligen Unterpelz der Nager wurde der in Europa stark gefragte Hutfilz hergestellt. 1670 übergab der englische König Charles II. seinem Vetter Prince Rupert und 17 Londoner Investoren die Gründungsurkunde der Hudson's Bay Company, einer Gesellschaft, die zu einem der größten Handelsimperien der Geschichte werden sollte.

Ihr Territorium, Rupert's Land, umfasste vom 49. bis zum 65. Breitengrad eine Fläche von fast 4 Mio. km2, ihr Handelsgebiet schließlich ein Zwölftel der Erdoberfläche. Aus den Forts der Pelzhändler wurden später Städte, aus ihren Handelswegen Highways. 1869 trat die Hudson's Bay Company ihr Land für 300000 englische Pfund an das neu gegründete Kanada ab. Doch bis heute ist der Name The Bay als der einer großen Kaufhauskette vertreten.

Indianer & Inuit

Die Vorfahren der Indianer kamen während der Eiszeit über die Beringstraße nach Nordamerika. Sie breiteten sich im Lauf der Jahrtausende über den Kontinent aus, entwickelten sich zu eigenständigen Kulturgruppen: Halbnomadische Jägerstämme lebten im Norden, die Irokesen und Huronen der Waldlandkultur waren dagegen fest im Osten ansässig und bauten Mais, Bohnen und Tabak an. Die Stämme der Plains in den Prärien des Westens folgten den großen Büffelherden, während das reiche Nahrungsangebot an der Westküste den Kwakiutl und Haida genügend Muße ließ, zu kunstfertigen Holzschnitzern zu werden.

Die Pelzhändler waren auf die Mitarbeit der Indianer angewiesen und griffen nur begrenzt in deren Lebensweise ein. Allerdings dezimierten eingeschleppte Krankheiten die Stämme. Erst mit der Besiedlung des Westens im 19. Jh. wurden sie in Reservate abgedrängt. Heute leben von den First Nations - wie die Kanadier die Ureinwohner nennen - rund 700000 Indianer und 50000 Inuit in Kanada. In der Verfassung von 1982 wurden ihre Rechte als ursprüngliche Besitzer des Lands anerkannt.

Seither fordern viele Stämme im Norden und Westen Landrückgabe und Selbstverwaltung. Am erfolgreichsten waren die Inuit: Sie erhielten 1999 im hohen Norden Kanadas ein eigenes Territorium.

Moderne Architektur

Kanada ist eher für seine spektakuläre Natur bekannt, doch haben auch Architekten der Postmoderne Highlights im Land geschaffen. Der Montréaler Moshe Safdie setzte schon 1967 mit dem in innovativer Zellstruktur angelegten Wohnprojekt "Habitat" erste Akzente. Des Weiteren bekannt sind der Westküstenarchitekt Arthur Erikson und der deutschstämmige Ed Zeidler. Sogar ein Architekt indianischer Herkunft zählt zur ersten Riege: Douglas Cardinal. Er schuf das hervorragende Museum of Civilization in Ottawa. In den letzten Jahren hat vor allem Toronto neue Architektur hervorgebracht: das wie ein Malkasten auf dünnen Buntstiftbeinen stehende Sharp Centre for Design von Will Alsop etwa oder den vierstöckigen, wie ein Kristall gestalteten Anbau des Royal Ontario Museum von Daniel Libeskind.

Nationalparks

"… zum Wohle, Vorteil und Vergnügen der Bevölkerung Kanadas" wurde 1885 der Vorläufer des heutigen Banff National Park gegründet. Er war der erste in einer langen Reihe von Parks, in denen die schönsten und ursprünglichsten Regionen Kanadas geschützt werden. Gerade unter ökologischen Gesichtspunkten gilt das dem Umweltministerium unterstellte Parksystem als weltweit bahnbrechend. 44 Nationalparks gibt es heute, mit einer Gesamtfläche von fast 250000 km2 - dreimal die Größe Österreichs! Zehn weitere Parks sind bereits geplant. Für Infos: www.parkscanada.ca

Rohstoffe & Industrie

Kanada ist ungeheuer reich an Rohstoffen: Im harten Gestein des Kanadischen Schilds lagern große Eisen-, Zink-, Nickel- und Goldvorkommen, am Fuß der Rocky Mountains findet man Öl, Erdgas und Ölschiefer. Die großen Flüsse liefern schier unbegrenzte Energie, und in den Prärien werden alljährlich über 20 Mio. Tonnen Weizen eingefahren. Dennoch versucht das Land seit dem Zweiten Weltkrieg, von seiner traditionellen Rolle als Rohstofflieferant für die Weltwirtschaft wegzukommen.

Die industrielle Produktion, deren Zentrum in Südontario liegt, macht heute drei Viertel des Bruttoinlandsprodukts aus. Noch immer hängt aber jeder zehnte Arbeitsplatz in Kanada von der Holzindustrie ab. Jedes Jahr werden rund 10000 km2 Wald geschlagen. Der größte Teil endet als Zeitungspapier auf Frühstückstischen in aller Welt.

Staatssystem

Kanada ist eine bundesstaatlich geordnete parlamentarische Monarchie im British Commonwealth. Offizielles Staatsoberhaupt ist daher die englische Monarchin Queen Elizabeth II., die aber lediglich zeremonielle Aufgaben zu erfüllen hat. Die zehn Provinzen besitzen weitreichende Selbstverwaltung, z. B. im Schulwesen, in der Kulturpolitik, im Gesundheitswesen und in der Nutzung der Bodenschätze.

Dagegen werden die drei nur sehr dünn besiedelten Nordterritorien noch weitgehend von der Bundeshauptstadt Ottawa aus regiert und finanziert.

Totempfahl

Totempfähle liegen im Trend. Kunstvoll geschnitzt und oft mit Fratzen und mythischen Tierfiguren versehen, stehen sie heute vor vielen Regierungsgebäuden und Museen Kanadas. Kitschige Nachbildungen aus Plastik zieren die Souvenirläden. Ursprünglich gab es diese hoch entwickelte Schnitzkunst jedoch nur im Kulturkreis der Nordwestküsten-Indianer am Pazifik. Die totem poles waren Prestigesymbole, mit denen eine Sippe oder ein Häuptling Macht und Reichtum zeigte. Nachdem das "heidnische Schnitzwerk" lange von Regierung und Missionaren verboten war, ist seit der Renaissance der indianischen Kultur in den 1960er-Jahren wieder ein Aufleben der Kunst zu beobachten. Die schönsten Pfähle können Sie in Vancouver, Ottawa und Victoria sehen.

Umweltschutz

Nachhaltigkeit, sustainability, ist das magische Wort der kanadischen Ökobewegung. Auch wenn die konservative, wirtschaftsorientierte Zentralregierung in Ottawa Ende 2011 aus dem Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz ausstieg - viele Kanadier sehen sich durchaus als umweltbewusst. Müll wird vielerorts getrennt und recycelt, Naturparks werden geschaffen, Umweltorganisationen aktiv unterstützt. Oft gibt es auf örtlicher Ebene auch Aufräumaktionen oder große Kampagnen im ganzen Land wie etwa gegen die umstrittene Ausbeutung der gewaltigen Ölsandvorkommen im Norden Albertas.

Westkanada ist nicht von ungefähr der Geburtsort mächtiger Schutzorganisationen: die David Suzuki Foundation etwa oder die Living Oceans Society. Sogar Greenpeace wurde einst in Vancouver gegründet. Allerdings ist das Land im weltweiten Vergleich noch immer einer der größten Verschwender. Kein Wunder, denn die Kanadier konnten immer aus dem Vollen schöpfen. Bodenschätze, Energie und Wasser sind überreichlich vorhanden - und das Umdenken dauert. Infos über grüne Themen: thegreenpages.ca

Wellness

Der weltweite Trend zum Wohlfühlurlaub hat längst auch Kanada erreicht. Alle größeren Resorthotels, manchmal sogar Ranches oder Angelcamps haben heute ein Spa mit Fitnessraum, Sauna, Pool, Massagen, Yogastunden und teils recht innovativen Anwendungen. Einzigartig ist bestimmt das schwimmende Bota Bota Spa (www.botabota.ca) auf einem renovierten alten Fährschiff im Hafen von Montréal. Auf der Echo Valley Ranch (www.evranch.com) in British Columbia können Sie sich in einem thailändischen Tempelbau nach dem Ausritt fernöstlich massieren lassen. Oder Sie entspannen in einer der großen Badelandschaften der Scandinave Spa-Kette (www.scandinave.com). Weitere Infos unter: www.leadingspasofcanada.com, www.traveltowellness.com

Bloss nicht!

Die Entfernungen Kanadas unterschätzen

Unterschätzen Sie nicht die Dimensionen Kanadas. Besonders im Norden der Provinzen kann ein Fingerbreit auf der Landkarte eine elend lange Tagestour auf Schotterstraßen bedeuten. Für eine vierwöchige Reise genügt es völlig, sich einen Landesteil vorzunehmen: den Osten oder den Westen. Sonst artet der Urlaub nämlich schnell zur Kilometerfresserei auf dem Highway aus.

Die Regeln der Nationalparks verletzen

Bei jährlich 30 Mio. Besuchern gilt es, sich an die Regeln zu halten: Kein Tier darf gefüttert, kein Zweig abgebrochen werden. Ein Wildblumenstrauß kann Sie bis zu 500 $ Strafe kosten. Jagen ist generell verboten.

Unvorsichtig sein

Kanada ist ein sicheres Reiseland. Trotzdem sollten Sie die übliche Vorsicht nicht außer Acht lassen. Gelegenheit macht auch in Kanada Diebe. Also am Parkplatz keine Kameras offen im Wagen liegen lassen, in den Großstädten nicht nachts allein durch dunkle Seitenstraßen gehen.

Ohne Notiz in die Wildnis wandern

Sei es ein Tag, eine Woche oder ein Monat, den Sie auf einer Wanderung oder Kanutour in der unberührten Wildnis verbringen wollen: Hinterlassen Sie immer eine Notiz über Ihre geplante Route und die voraussichtliche Zeit der Rückkehr - beim Kanuvermieter, beim Buschpiloten, der Sie ins Hinterland fliegt, oder beim warden im Nationalpark. Auch jede Polizeistation (RCMP) nimmt solche Meldungen entgegen. Falls etwas schiefgehen sollte, kann ein Suchtrupp losgeschickt werden.

Vergessen Sie aber nicht, sich zurückzumelden, wenn Sie wieder wohlbehalten angekommen sind.

Die Auslandskrankenversicherung vergessen

Als Ausländer sind Sie beim Arzt oder im Krankenhaus grundsätzlich Privatpatient. Ein Tag im kanadischen Hospital kann leicht 1000 $ und mehr kosten. Eine Jahresversicherung für Urlaubsreisen ist bereits für 10-20 Euro zu bekommen - und Sie reisen wesentlich beruhigter.

Ohne Moskitoschutz reisen

Die winzigen Plagegeister sind auf Wanderungen oft Ihre ständigen Begleiter. Was tun? Locker sitzende Kleidung hilft. Dicke Holzfällerhemden und weite Jeans. Durch eng anliegende Hosen stechen die Biester glatt hindurch. Alle frei liegenden Körperteile - Hals, Hände, Gesicht und auch die nur durch dünne Socken geschützten Fußknöchel - sollten Sie mit einem Mittelchen aus dem Drugstore besprühen. Off, Muskol oder Cutter wirken erfahrungsgemäß gut.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Alkohol und Rauchen

Das Mindestalter für den Erwerb und Konsum von alkoholischen Getränken liegt bei 19 Jahren (Ausnahme: 18 Jahre in Alberta, Manitoba, Quebec). Das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit ist in Kanada untersagt. Alkoholische Getränke dürfen ausschließlich innerhalb der dafür lizenzierten Lokale oder zuhause eingenommen werden.
In Kanada ist das Rauchen in und vor öffentlichen Gebäuden, Transportmitteln, Einkaufszentren, Restaurants, Bars etc. verboten.

Straßenverkehr/Führerschein

In Kanada gilt (im Gegensatz zu den) das metrische System: Entfernungen werden in km angegeben. Geschwindigkeitsbegrenzungen sind niedriger als in Deutschland, auf Autobahnen max. 100/110 km/h. Es drohen empfindliche Strafen bei Tempo- und Alkoholverstößen. Informieren Sie sich über die Verkehrsregeln, Abweichungen zu Deutschland bestehen z. B. im Rechtsabbiegen bei Rot, Kreuzungen mit 4-way-stop, Rechtsüberholen auf Autobahnen, Überholverbot von haltenden Schulbussen mit Warnblinker.
Mit dem deutschen Führerschein kann bei touristischen bzw. Besuchsaufenthalten in Kanada bis zu einer Dauer von sechs Monaten gefahren werden. Vorsorglich wird empfohlen, zusätzlich auch einen internationalen Führerschein mitzuführen.
Strafzettel sollten bezahlt werden, da sonst bei einer erneuten Einreise nach Kanada Schwierigkeiten auftreten können.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Wie in den benachbarten beginnt auch in Kanada ab Mai die West-Nil-Fieber-Saison, eine grippeähnliche Viruserkrankung, die durch vorwiegend nachtaktive Mücken auf Menschen übertragen werden kann. Schwere Komplikationen - auch Todesfälle - kommen vor. Insbesondere ältere Menschen und Immungeschwächte sollten sich zur Sicherheit vor Mückenstichen schützen.

Impfschutz

Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes (www.rki.de) für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden. Bei Aufenthalten in den nördlichen Landesteilen wird eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B empfohlen. Die Meningitisimpfung (Schutzimpfung gegen Hirnhautentzündung) gehört in Kanada zum Standardimpfprogramm für Kinder und Jugendliche, sie ist als Reiseimpfung für diesen Personenkreis empfohlen. Darüber hinaus können Schutzimpfungen gegen Masern und gegen Tollwut sinnvoll sein.

Sanitäre und hygienische Verhältnisse entsprechen weitgehend denen in Deutschland. Das Gesundheitssystem in Kanada ist staatlich organisiert. Arzttermine sind sehr schwer zu bekommen. Im Bedarfsfall wenden Sie sich an sogenannte "walk-in clinics", und im Notfall gehen Sie direkt in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Behandlungen sind allerdings teuer und erfolgen mit Ausnahme von Erstmaßnahmen bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oft nur gegen Vorkasse oder zumindest direkte Bezahlung. Eine Krankenversicherung unter Einschluss von Kanada wird daher dringend empfohlen ebenso wie das Mitführen einer mit höheren Beträgen belastbaren Kreditkarte.

Das Leitungswasser ist trinkbar, enthält jedoch relativ viel Chlor, was den Geschmack beeinträchtigt.

Die Versorgung mit Medikamenten ist in Kanada gut. Verschreibungspflichtige Medikamente können mit kanadischem Rezept beschafft werden. Haltbare deutsche Spezialmedikamente können in den erforderlichen Mengen und unter Vorlage des Rezepts mitgebracht werden.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinischen Einrichtungen sind ausgezeichnet. Die Qualität und Zuverlässigkeit der Gesundheitsversorgung, zumindest in den Provinzen Québec und Ontario, entspricht allerdings bei weitem nicht dem deutschen Standard. Überlastung von Krankenhäusern und Ärzten und damit lange Wartezeiten bis zur Behandlung führen dazu, dass weder eine der deutschen adäquate Notfallversorgung noch eine durchgehende ärztliche Behandlung sichergestellt ist. Auch Privatpatienten sind hiervon betroffen. Eine Erste-Hilfe-Ausrüstung sollte in die abgelegenen nördlichen Landesteile mitgenommen werden.

Der Notdienst ist unter der Telefonnummer »911« zu erreichen.

Eine Reisekrankenversicherung bis zu 50.000 US$ Deckung ist absolut notwendig, da die Krankenhauskosten hoch sind (ab 1000-2000 US$ pro Tag; in manchen Provinzen 30% Zuschlag für Personen ohne ständigen Wohnsitz in Kanada).

Essen und Trinken

Das Leitungswasser ist trinkbar, enthält jedoch meist chemische Zusätze (Chlor), die den Geschmack beeinflussen. Einheimische und importierte Mineralwässer werden in großer Auswahl angeboten.

Das Wasser aus Seen und Flüssen sollte vor dem Genuss gefiltert, gekocht oder mit Wasseraufbereitungstabletten gereinigt werden, weil es mit Giardia kontaminiert sein könnte. 

Vorsicht ist beim Verzehr von unzureichend gegartem Fleisch geboten (v.a. Robben-, Walross- und Polarbärenfleisch). Es besteht die Gefahr einer Trichinose (Wurmerkrankung), die immer wieder vereinzelt auftritt. Bei vollständig durchgebratenem oder abgekochtem Fleisch besteht jedoch kein Infektionsrisiko.

Der Genuss von Muscheln direkt aus dem Meer kann zu Muschelvergiftungen mit Lähmungserscheinungen führen.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken - -
Typhus & Polio Nein -
Malaria Nein -
Cholera Nein -
Gelbfieber Nein -

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Vor allem im Südosten von British Columbia besteht von April bis September das Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Hepatitis B kommt landesweit vor. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Für Kinder und Jugendliche gilt eine Impfempfehlung gegen Meningokokken-Meningitis. 

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Es kommt immer wieder zu Ausbrüchen von Mumps und Masern infolge von zu geringen Durchimpfungsraten bei Kindern und Jugendlichen. Reisende sollten ihren Impfschutz bzw. eine mögliche Immunität durch eine schon erfolgte Erkrankung überprüfen.

In vielen Landesteilen besteht von Mai bis Oktober ein erhöhtes Infektionsrisiko für das durch Mücken übertragene West-Nil-Fieber. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Reisewarnung

Überblick

Stand - Thu, 12 Jul 2018 11:00:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Thu, 12 Jul 2018 11:05:24 +0200)

Letzte Änderungen:
Allgemeine Reiseinformationen (Straßenverkehr)
Redaktionelle Änderungen

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Zum Schutz vor terroristischen Anschlägen wurden die allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Bei der Einreise nach Kanada sowie auf innerkanadischen Flügen ist deshalb vermehrt mit zeitaufwändigen Kontrollen zu rechnen. Deshalb sollten Reisende sicherstellen, dass sie alle Dokumente, die für die Ein- und Weiterreise benötigt werden, mit sich führen.

Naturkatastrophen
In den Wintermonaten kommt es regelmäßig zu teilweise schweren Schneestürmen.
Reisende sollten auf entsprechende Meldungen in den Medien und ggf. auf Hinweise der lokalen Behörden und des Government of Canada zu "Environment and Climate Change" achten.

Von Juni bis September kommt es besonders im Westen Kanadas (British Columbia, Alberta, Saskatchewan, Northwest Territories und Manitoba) immer wieder wegen Trockenheit zu Busch- und Waldbränden. Auch in anderen Bundesstaaten Kanadas können Waldbrände auftreten. Aktuelle Informationen zu Waldbränden sind auf einer interaktiven Karte zu finden.

Kriminalität
Es wird empfohlen, Reisepässe, Tickets und Wertsachen nicht im geparkten Auto zu belassen, da es zu Aufbrüchen und Diebstählen kommen kann, auch auf bewachten Parkplätzen.
Außerdem wird empfohlen, vor Abreise eine Kopie des Reisepasses zu fertigen, die getrennt vom Pass mitgeführt wird. Sollte der Reisepass verloren gehen, ist eine unbedingt erforderliche Verlustanzeige unter Vorlage der Kopie einfacher bei der kanadischen Polizei aufzugeben.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Versorgung im Notfall
Reisende nach Kanada sollten unbedingt auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Alkohol und Rauchen
Das Mindestalter für den Erwerb und Konsum von alkoholischen Getränken liegt bei 19 Jahren (Ausnahme: 18 Jahre in Alberta, Manitoba, Quebec). Das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit ist in Kanada untersagt. Alkoholische Getränke dürfen ausschließlich innerhalb der dafür lizenzierten Lokale oder zuhause eingenommen werden.
In Kanada ist das Rauchen in und vor öffentlichen Gebäuden, Transportmitteln, Einkaufszentren, Restaurants, Bars etc. verboten.

Straßenverkehr
In Kanada gilt (im Gegensatz zu den USA) das metrische System: Entfernungen werden in km angegeben. Geschwindigkeitsbegrenzungen sind niedriger als in Deutschland, auf Autobahnen max. 100/110 km/h. Die Promillegrenze beträgt 0,5 und 0,0 für Fahranfänger in den ersten zwei Jahren oder unter 21 Jahren.
Es drohen empfindliche Strafen bei Tempo- und Alkoholverstößen sowie bei der Benutzung des Mobiltelefons ohne Freisprechanlage während der Fahrt. Informieren Sie sich über die Verkehrsregeln, es gibt auch Abweichungen zwischen Provinzen und Territorien. Abweichungen zu Deutschland bestehen z.B. im Rechtsabbiegen bei Rot, Kreuzungen mit 4-way-stop, Rechtsüberholen auf Autobahnen, Überholverbot von haltenden Schulbussen mit Warnblinker. Es muss auch tagsüber mit Abblendlicht gefahren werden.
Strafzettel sollten bezahlt werden, da sonst bei einer erneuten Einreise nach Kanada Schwierigkeiten auftreten können.

Führerschein
Mit dem deutschen Führerschein kann bei touristischen bzw. Besuchsaufenthalten in Kanada je nach Provinz bis zu einer Dauer von drei bzw. sechs Monaten gefahren werden.

Vorsorglich wird empfohlen, zusätzlich auch einen internationalen Führerschein mitzuführen.

Geld/Kreditkarten
Landeswährung ist der Kanadische Dollar (CAD). Die Akzeptanz von Kreditkarten ist sehr hoch, das Abheben von Bargeld mit Bank- und Kreditkarten ist an entsprechend gekennzeichneten Geldautomaten vielerorts möglich.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich.

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Das Reisedokument muss für die Dauer des Aufenthalts in Kanada gültig sein.

Visum und weitere Voraussetzungen für die Einreise
Für touristische oder geschäftliche Aufenthalte bis zu sechs Monaten ist die Ein- und die Transitreise zwar visumsfrei, aber grundsätzlich nur noch mit einer elektronischen Einreiseerlaubnis möglich.
2015 wurde in Kanada das eTA-Verfahren (Electronic Travel Authorization) eingeführt. Deutsche Staatsangehörige, die von der Visapflicht für Kanada befreit sind, müssen vor der Abreise zwingend eine elektronische Einreiseerlaubnis einholen, um auf dem Luftweg nach Kanada ein- oder durchreisen zu können.
Nur bei Einreise auf dem Land- oder Seeweg ist eine eTA nicht erforderlich.

Deutsche Staatsangehörige, die im Besitz eines gültigen Visums/Aufenthaltstitels für Kanada sind (entry visa, study/work visa, temporary residence permit, permanent residence permit, diplomatic/consular acceptance etc.) benötigen zur Einreise keine eTA. Auch Flugpersonal ist für berufliche Transitaufenthalte in Kanada von bis zu 24 Stunden von der Pflicht zur Beantragung einer eTA befreit.

Hinweis für Doppelstaater: Deutsche Staatsangehörige, die auch die kanadische Staatsangehörigkeit besitzen, können seit November 2016 nicht mehr nur mit ihrem deutschen Reisepass (und eTA) nach Kanada einreisen, sondern müssen zwingend im Besitz eines kanadischen Reisepasses sein.

Antragsverfahren für die elektronische Einreisegenehmigung (eTA)
Die Beantragung muss vor Antritt der Flugreise online erfolgen. Informationen auch in deutscher Sprache, Antragsformulare und FAQ finden sich auf der Webseite des Government of Canada.

Nicht-offizielle Webseiten bieten unter Erhebung deutlich überhöhter Gebühren die Vermittlung der electronic Travel Authorization (eTA) an. Hierbei könnte es sich zum Teil betrügerisch um eine nur vermeintliche „eTA" handeln, die von den kanadischen Behörden nicht anerkannt wird. Bitte halten Sie sich ausschließlich an die in obengenannter Webseite.

Für Antragsteller mit körperlichen oder geistigen Behinderungen kann die Einreisegenehmigung durch einen Vertreter auf alternativem Wege eingeholt werden.

Reisende sollten beachten, dass auch eine erteilte Genehmigung keinen Anspruch auf Einreise nach Kanada begründet. Die endgültige Entscheidung obliegt weiterhin dem zuständigen kanadischen Grenzpersonal.

Gebühren und Gültigkeitsdauer
Im Zuge der elektronischen Beantragung ist eine Gebühr in Höhe von 7,- CAD ( ca. 5,- EUR) zu entrichten. Die Einreisegenehmigung wird für fünf Jahre erteilt und ist an das jeweilige Reisedokument des Antragstellers gebunden. Wird folglich innerhalb des Gültigkeitszeitraums ein neuer Reisepass ausgestellt, muss das eTA-Verfahren erneut durchgeführt werden. Reisende, die im Besitz mehrere Reisepässe sind, müssen ggf. für jeden Pass eine gesonderte eTA beantragen (die Erteilung mehrerer eTA ist möglich, auch wenn sich diese zeitlich überschneiden).

Bei Ankunft in Kanada erfolgt eine Einreisebefragung durch Beamte der Einwanderungsbehörde CBSA. Reisende müssen den Beamten überzeugend darlegen, dass sie über ausreichende finanzielle Mittel für den geplanten Aufenthalt verfügen, keine Arbeitsaufnahme beabsichtigen und Kanada nach Ende des Besuchs wieder verlassen. Ergeben sich bei der Befragung Zweifel, kann sich in Einzelfällen das Verfahren durch weitere Nachforschungen der Einwanderungsbehörde über mehrere Stunden erstrecken. Besonders bei der Vermutung einer Beschäftigung sind die kanadischen Behörden sehr streng.

Die Einreise wird zudem verweigert, wenn Reisende als nicht akzeptabel zur Einreise („inadmissible") eingestuft werden, z.B. bei falschen Angaben, Gefahr für die Sicherheit, Verurteilung wegen Straftaten (auch außerhalb Kanadas), Risiko für die öffentliche Gesundheit o.Ä.

Bei gewährter Einreise wird die zulässige Aufenthaltsdauer vom Grenzbeamten festgelegt und im Einreisestempel vermerkt. Anträge auf Verlängerung sollten 30 Tage vor Visumsablauf gestellt werden.

Die Visa- und Einwanderungsabteilung der Botschaft von Kanada in Berlin wurde geschlossen. Zuständig ist für Antragsteller aus Deutschland ist die Botschaft von Kanada in Wien/Österreich. Anträge im Rahmen des deutsch-kanadischen Abkommens zur Jugendmobilität (International Experience Canada) können nur online gestellt werden.

Hinweise für die Einreise von Minderjährigen
Bei Minderjährigen, die allein, mit nur einem Elternteil oder einer dritten Person nach Kanada einreisen, muss mit einer Befragung über die Reiseumstände gerechnet werden. Für diesen Fall sollten Nachweise über das Sorgerecht und eine schriftliche Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten mit deren Daten und Erreichbarkeiten bereitgehalten werden.

Praktikum/ Beschäftigung als Au-Pair u. ä.
Für die Ableistung von Praktika, die Aufnahme einer Au-Pair Tätigkeit oder ähnliche Beschäftigungen ist die vorherige Einholung einer Arbeitserlaubnis („work permit") über die Botschaft von Kanada in Wien erforderlich. Dies gilt auch für unbezahlte Beschäftigungen wie z. B. Kinderbetreuung im Rahmen von Gastaufenthalten!
Ausnahmen bestehen lediglich im Rahmen des Programms „International Experience Canada.

Näheres zu den kanadischen Einreisebestimmungen findet sich im Internet unter auf der Webseite des Government of Canada.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Besondere Zollvorschriften

Kleidung und Gegenstände für den persönlichen Bedarf („personal baggage") können eingeführt werden.

Alkoholische Getränke
Einreisende dürfen 1,1 Liter Spirituosen oder 1,5 Liter Wein oder etwa 8 Liter Bier in Flaschen oder Dosen zollfrei einführen. Sie müssen beim Zoll angemeldet werden. Die Mindestaltersgrenze beträgt 18/19 Jahre, s. o. allgemeine Informationen zu Alkohol.

Tabak
Zollfrei sind 200 Zigaretten, 50 Zigarren, 200g Tabak und 200 Tabak-Sticks. Mindestalter 18 Jahre.

Geschenke
Zollfrei sind Geschenke im Wert bis 60 CAD pro beschenkte Person. Bei Überschreitung ist die beschenkte Person abgabenpflichtig.

Waffen
Die Einfuhr von Waffen muss bei der Einreise deklariert werden. Im Regelfall wird eine Genehmigung für 60 Tage erteilt.

Lebensmittel, Pflanzen, Tiere
Diese Gegenstände müssen grundsätzlich deklariert werden. Da sich Bedrohungen kurzfristig ändern, unterliegen die Einfuhrbestimmungen täglichen Anpassungen. Aktuelle Regeln sind auf der Webseite der Canadian Food Inspection Agency (CFIA) zu finden.

Einfuhr von Zahlungsmitteln
Zahlungsmittel ab einem Gegenwert von 10.000 CAD müssen bei Einreise deklariert werden.

Einfuhrverbot
Es besteht ein Einfuhrverbot für pornografisches Material, Hasspropaganda.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit ist in Kanada verboten. In Fahrzeugen dürfen sich keine geöffneten alkoholischen Getränke in Reichweite des Fahrers befinden. Während kanadischer Feiertage wird üblicherweise ein Alkoholverbot auf Campingplätzen und in National- und Provinzparks verhängt.

Medizinische Hinweise

Wie in den benachbarten USA beginnt auch in Kanada ab Mai die West-Nil-Fieber-Saison, eine grippeähnliche Viruserkrankung, die durch vorwiegend nachtaktive Mücken auf Menschen übertragen werden kann. Schwere Komplikationen - auch Todesfälle - kommen vor. Insbesondere ältere Menschen und Immungeschwächte sollten sich zur Sicherheit vor Mückenstichen schützen.

Impfschutz
Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes (www.rki.de) für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden. Bei Aufenthalten in den nördlichen Landesteilen wird eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B empfohlen. Die Meningitisimpfung (Schutzimpfung gegen Hirnhautentzündung) gehört in Kanada zum Standardimpfprogramm für Kinder und Jugendliche, sie ist als Reiseimpfung für diesen Personenkreis empfohlen. Darüber hinaus können Schutzimpfungen gegen Masern und gegen Tollwut sinnvoll sein.

Sanitäre und hygienische Verhältnisse entsprechen weitgehend denen in Deutschland. Das Gesundheitssystem in Kanada ist staatlich organisiert. Arzttermine sind sehr schwer zu bekommen. Im Bedarfsfall wenden Sie sich an sogenannte „walk-in clinics", und im Notfall gehen Sie direkt in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Behandlungen sind allerdings teuer und erfolgen mit Ausnahme von Erstmaßnahmen bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oft nur gegen Vorkasse oder zumindest direkte Bezahlung. Eine Krankenversicherung unter Einschluss von Kanada wird daher dringend empfohlen ebenso wie das Mitführen einer mit höheren Beträgen belastbaren Kreditkarte.

Das Leitungswasser ist trinkbar, enthält jedoch relativ viel Chlor, was den Geschmack beeinträchtigt.

Die Versorgung mit Medikamenten ist in Kanada gut. Verschreibungspflichtige Medikamente können mit kanadischem Rezept beschafft werden. Haltbare deutsche Spezialmedikamente können in den erforderlichen Mengen und unter Vorlage des Rezepts mitgebracht werden.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Akkordeon

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Schweiz Ja Nein Ja
Andere EU-Länder Ja Nein Ja
Deutschland Ja Nein Ja
Österreich Ja Nein Ja
Türkei Ja Ja Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss während des Aufenthalts gültig sein (sollte jedoch möglichst noch mindestens 6 Monate ab der Ausreise gültig sein, weil das einige Fluggesellschaften verlangen).

Achtung: Der Ausdruck des eTAs muss bei der Einreise vorgelegt werden.

Anmerkung: Für die Beantragung eines eTAs wird ein elektronischer Reisepass benötigt.

Anmerkung zum Reisepass

Advanced Passenger Information System (Apis):
Das System der vorab erfassten Passagierdaten, Advanced Passenger Information System (Apis) genannt, verlangt die Registrierung der folgenden personenbezogenen Daten der Passagiere durch die transportierende Fluggesellschaft:
Name, Vorname, Geburtsdatum, Nationalität, Passnummer, Land des Wohnsitzes, Art des Reisedokuments und Geschlecht.
Die Daten werden entweder beim Check-in erfasst oder können von den Reisenden schon vor der Anreise zum Flughafen in einem Online-Formular eingegeben werden. Ein druckfähiges Formular ist herunterladbar.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen touristischen oder geschäftlichen Aufenthalt von bis zu 6 Monaten (wenn sie über den Luftweg einreisen, benötigen diese Staatsbürger ein eTA):

EU-Länder und Schweiz.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass mit Lichtbild oder eigener Reisepass für Kinder unter 12 Jahren, ab 12 Jahren nur mit eigenem Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Mitreisende visumpflichtige Kinder ab 18 Jahren müssen jeweils einen eigenen Visumantrag stellen.

Achtung: Personen unter 18 Jahren, die alleine oder mit einem Elternteil/Sorgeberechtigten oder einer anderen Person reisen, sollten eine schriftliche Genehmigung des anderen Elternteils/Sorgeberechtigten bzw. beider Eltern auf Englisch oder Französisch und Nachweise über das Sorgerecht sowie eine Kopie ihrer eigenen Geburtsurkunde einreichen. Der mitreisende Elternteil sollte Dokumente vorweisen können, aus denen hervorgeht, dass es sich um sein eigenes Kind handelt. Außerdem muss das allein reisende Kind den Namen des Erwachsenen vorlegen können, der sich in Kanada um die allein reisende minderjährige Person kümmert.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Vögel aus allen Ländern (ausgenommen sind die USA) wird für die Verbringung eine Einfuhrgenehmigung benötigt. Ggf. wird auch eine Bewilligung vom Canadian Wildlife Service verlangt. Nähere Informationen gibt die Canadian Food Inspection Agency. Maximal zwei Vögel dürfen eingeführt werden. Sie müssen sich in den letzten 90 Tagen beim Halter aufgehalten haben. Bei Vögel aus den USA muss der Besitzers den Eigentumsnachweis haben und die Vögel müssen bei der Einreise für gesund befunden werden.

Hunde und Katzen aus tollwutfreien Ländern dürfen mit einem Gesundheitszeugnis eines lizenzierten Tierarztes eingeführt werden, das das Tier deutlich identifiziert und bescheinigt, dass in dem Herkunftsland während der letzten 6 Monate vor der Einreise kein Tollwutfall aufgetreten ist und dass das Tier in dieser Zeit das Herkunftsland nicht verlassen hat. Ein Impfpass muss eine in den letzten drei jahren durchgeführte Tollwutimpfung nachweisen. Ausgenommen sind Hunde und Katzen unter 3 Monaten.
Für Hunde und Katzen unter 8 Monaten, die bei der Verbringung nach Kanada nicht von ihrem Besitzer begleitet werden, gelten die oben ausgeführten Bestimmungen. Nähere Informationen gibt die Canadian Food Inspection Agency.  Internetseite www.inspection.gc.ca unter der Rubrik Animals - Import und dort unter Pets.

Hunde und Katzen aus nicht tollwutfreien Ländern dürfen mit einem gültigen Impfzertifikat eines lizenzierten Tierarztes gegen Tollwut nach Kanada verbracht werden. Das Impfzertifikat muss in englischer oder französischer Sprache ausgestellt sein.

Bearbeitungsdauer

Postalisch mindestens 6- 8 Wochen. Persönliche Antragstellung: unterschiedlich, z. T. am selben Tag, aber auch bis zu 2 Wochen und länger.

Aktuelle Bearbeitungszeiten weltweit sind vom Government of Canada erhältlich: www.cic.gc.ca/english/information/times/index.asp

Gültigkeit

Visumfreie Einreise bis zu 6 Monate. Die Länge des Aufenthaltes wird bei der Einreise von der Einwanderungsbehörde festgelegt.

Aufenthaltsverlängerung

Ein Antrag auf Verlängerung des Aufenthalts muss mindestens 30 Tage vor Ablauf des genehmigten Aufenthalts beim Case Processing Centre (CPC) in Vegreville (Alberta) eingereicht werden. Weitere Informationen von Immigration Canada in englischer oder französischer Sprache).

Visaarten und Kosten

Besucher- und Transitvisum.

Kosten

Deutschland, Österreich, Schweiz
Die folgenden Visagebühren gelten u.a. für Türken:
Besuchervisum: 100 Can$, einfache Einreise und mehrfache Einreise).
Studienerlaubnis: 150 Can$, enthält Visumgebühr falls ein Visum benötigt wird, Gültigkeitsdauer hängt vom jeweiligen Studienprogramm ab).

Zusätzliche Bearbeitungsgebühr der VFS Services Germany GmbH: 33,70 €.

Antrag erforderlich

(a) Ausgefüllte Antragsformulare IMM 5257 und IMM 5645.
(b) 2 aktuelle biometrische Passfotos (weitere Informationen sind vom Government of Canada erhältlich.)
(c) Reisepass, der für den gesamten Aufenthalt gültig ist und mindestens eine freie Seite enthält, sowie Kopie aller relevanten Seiten.
(d) Gebühr (Bezahlung nur online möglich, Beleg muss dem Antrag beigelegt werden).
(e) Frankierter Einschreiben-Rückumschlag.
(f) Nachweis über ein Rückflugticket.
(g) Nachweis eines gefestigten Aufenthaltsstatus im Herkunftsland.
(h) Urlaubs- und Beschäftigungsnachweis oder Gewerbeanmeldung.
(i) Nachweis ausreichender Geldmittel (die drei letzten Kontoauszüge/Arbeitsvertrag/Einkommenssteuerbescheid).
(j) Einladung des Gastgebers in Kanada oder genaue Angaben über Reisearrangements.
(k) Kopie der Unterlagen des Gastgebers zu dessen Status in Kanada.
(l) Private Krankenversicherung.
(m) ggf. unbefristete Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, Österreich, die Niederlande oder die Schweiz.
(n) Verheiratete: Kopie der Heiratsurkunde zusammen mit der Meldebescheinigung für die ganze Familie.
(o) Personen unter 18 J., die alleine reisen oder nur mit einem Elternteil: Kopie der Geburtsurkunde und Einverständniserklärung der abwesenden Elternteile auf Englisch oder Französisch. Einverständniserklärungen in allen anderen Sprachen müssen beglaubigt sein.
(p) Gebühr (Überweisungsbeleg).

(q) U.a. Staatsangehörige der Türkei: Biometrische Daten wie Fingerabdruck und biometrisches Passbild (Erneuerung alle 10 Jahre) zusammen mit einer Bearbeitungsgebühr von 85 CAD$ pro Person. 

Besuchervisum

vollständige Liste der benötigten Dokumente: www.cic.gc.ca/english/pdf/kits/forms/IMM5484E.pdf

Bei der Visumabholung durch eine andere Person als den Antragsteller ist eine Vollmacht des Antragstellers erforderlich.

Geschäftsreisen zusätzlich:
(q) Entsendungsschreiben der Firma mit Angaben zu Reiseanlass und -dauer, Bestätigung der Kostenübernahme und Bescheinigung, dass der Reisende ein festes Anstellungsverhältnis hat.

Geld

Geldwechsel

Geld kann bei Banken, bei offiziell anerkannten Geldinstituten und in Wechselstuben umgetauscht werden. Geschäfte, Hotels und Restaurants tauschen zwar auch Geld, jedoch gewöhnlich zu einem schlechteren Kurs als Geldinstitute.

Währung

1 Kanadischer Dollar = 100 Cents. Währungskürzel: C$, CAD (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 100, 50, 20, 10 und 5 C$. Münzen in den Nennbeträgen 2 und 1 C$ sowie 50 (selten), 25, 10, 5 und 1 Cent (1-Cent-Münzen werden seit 2012 nicht mehr geprägt).

Devisenbestimmungen

Keine Beschränkungen. Deklarationspflicht ab einem Betrag im Gegenwert von 10.000 C$.

Kreditkarten

Internationale Kreditkarten wie Mastercard und Visa, aber auch American Express und Diners Club werden in Kanada fast überall akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Reiseschecks in kanadischen Dollars werden überall angenommen.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 09.00-16.00/17.00 Uhr, donnerstags und freitags manchmal länger.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Kanada eingeführt werden:

200 Zigaretten und 50 Zigarren (oder Zigarillos) und 200 Feinschnitttabaken (Sticks) und 200 g Tabak*;
1,14 l Spirituosen oder 1,5 l Wein und bis zu 8,5 l Bier in Dosen/Flaschen Bier*;
Geschenke im Wert von bis zu 60 Can$ pro Person (jedoch kein Alkohol oder Tabakwaren).

[*] Die angegebenen Alkohol- und Tabakmengen gelten für Personen ab 18 Jahren bei der Einreise nach Alberta, Manitoba und Québec bzw. für Personen ab 19 Jahren bei Einreise nach British Columbia, Prince Edward Island, Northwest Territories, Yukon Territory, New Brunswick, Newfoundland und Labrador, Ontario, Saskatchewan und Nova Scotia.

Verbotene Importe

Schusswaffen, Sprengstoffe, vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Kanada, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2009-10
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Kanada - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 01.02.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 01.02.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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