Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Kanada

Steckbrief

Kanada - Fakten

Ländername Kanada, Canada
Beste Reisezeit Januar, Februar, März, Juni, Juli, August, September
Fläche 9.984.670 km2
Hauptstadt Ottawa
Bevölkerung 37.894.799
Sprache Englisch 59,3 % (offiziell), Französisch 23,2 % (offiziell), andere 17,5 %
Religion Römisch-Katholisch 46 %, Protestantisch 36 %, andere 18 %
Staats-/Regierungsform Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt Königin Elizabeth II., Königin des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland, Staatsoberhaupt des Commonwealth Realms, Amtsantritt 06.02.1952
Vertreter des Staatsoberhaupts Richard Wagner, Oberster Richter am kanadischen Verfassungsgericht, Amtsübernahme: 21.01.2021 (kommissarisch)
Regierungschef Justin Trudeau, Premierminister von Kanada, Amtsantritt 04.11.2015, Wiederwahl 21.10.2019
Währung Kanadischer Dollar (CAD)
Zeitzone UTC-2,5 - UTC-8
Stromnetz 120 V/60 Hz
Reiseadapter A, B
Kfz-Länderkennzeichen CDN
ISO-3166 CA, CAN
Internet-TLD .ca
Landesvorwahl +1
Website https://www.canada.ca
Reisepass & Visum Notwendig
Geeignet für Kultur, Shopping, Outdoor, Meer, See, Wintersport, Feiern

Geographie

Kanada nimmt mit Ausnahme Alaskas den gesamten Norden des nordamerikanischen Kontinents ein. Es erstreckt sich vom Atlantik zum Pazifik und von den Großen Seen im Süden über die Hudson Bay und die arktische Inselwelt bis zum Nordpolarmeer. Nach Russland ist Kanada das flächenmäßig zweitgrößte Land der Erde. Sein geologisches Kernstück ist der Kanadische Schild, ein felsiges und gewässerreiches Flachland mit zahlreichen Seen am Westrand. Der Osten ist dominiert von den nördlichen Ausläufern der Appalachen. Im Westen folgen auf den Kanadischen Schild die Great Plains, die nach Westen hin allmählich bis auf 1500 m ansteigen und vor den nordamerikanischen Kordilleren enden. Höchste Gipfel der hier im Schnitt 4000 m hohen Rocky Mountains sind mit 6050 m der Mount Pierre Elliott Trudeau (Mount Logan) und mit 5489 m der Mount St. Elias. Wegen der Größe des Landes und der vorbeifließenden kalten Meeresströme ist das Klima überwiegend kontinental und weist große Temperaturschwankungen auf. Nur am Pazifikrand (British Columbia) ist das Klima ausgeglichener. Da dem Land schützende breitenkreisparallele Gebirge fehlen, können arktische Luftmassen bis weit ins Landesinnere vordringen. Während durch die Stauwirkung der Küstenkordillere an der Westküste bis zu 6000 mm pro Jahr als Schnee und Regen niedergehen, sinkt der Niederschlag von 800 bis 1500 mm im Einflussbereich des Atlantiks bis auf 300 mm in den Inneren Ebenen. Im Norden des kanadischen Festlandes und auf den arktischen Inseln taut der Permafrostboden nur im Sommer oberflächlich auf, er kann mehrere hundert Meter tief reichen.

Politik und Bevölkerung

Der nach britischem Vorbild gestaltete demokratisch-parlamentarische Bundesstaat erhielt seine Verfassung 1867. Bis 1982 gab es ein Mitspracherecht der britischen Krone, seither besitzt Kanada die volle Souveränität über Verfassung und Gesetzgebung, ist aber nach wie vor Mitglied des Commonwealth. Offizielles Staatsoberhaupt ist damit der britische Monarch, vertreten durch einen Generalgouverneur. Chef der Regierung ist der vom Abgeordnetenhaus gewählte Premierminister. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Zweikammerparlament (Senat und Abgeordnetenhaus). Insgesamt besteht Kanada aus zehn politisch weitgehend selbstständigen Provinzen und drei dünn besiedelten Territorien (Yukon, Northwest, Nunavut), die direkt der Bundesregierung unterstehen. Die 35 Mio. Einwohner sind zu 98,5 % Nachkommen von Einwanderern, 2,7 % sind Indianer und Inuit (Eskimos). Rund zwei Drittel der Kanadier sprechen Englisch, etwa ein Viertel Französisch, insbesondere in der Provinz Québec, beides sind gleichberechtigte, offizielle Landessprachen. 45 % sind Katholiken, etwa 36 % protestantischen Glaubens. Kanada ist (bei Erfüllung strikter Kriterien) noch immer ein Einwanderungsland.

Geschichte und Kultur

Indianer und Inuit waren bis ins 16. Jh. hinein die einzigen Bewohner Kanadas. Zu Beginn des 17. Jh. wurde Kanada Einwanderungsland, sein Name kommt von dem Wort „Kanata“: der Bezeichnung der Irokesen für ihr Dorf, das erste Einwanderer missverstanden. In den Jahren 1534/35 drang der Franzose Jacques Cartier in das Gebiet um den Saint-Lawrence-Strom ein und gründete Neufrankreich. Ab 1674 unterstand das Gebiet der französischen Krone. Bis 1718 gelang es, die Verbindung zwischen dem Saint-Lawrence-Strom und dem Mississippi herzustellen. Nach langen Kämpfen mit den Engländern kam Kanada mit dem Frieden von Paris 1763 schließlich in britischen Besitz. 1818 wurde der 49. Breitengrad Grenzlinie zwischen Kanada und den USA, die bundesstaatliche Ordnung erhielt Kanada zum 1. Juli 1867 durch das britische Parlament. Bis heute wirksam ist der anglo-französische Antagonismus, der im Verein mit der dünnen Besiedlung bisher eine einheitliche Nationalkultur verhindert hat.

Kanada - Geschichte

Um 35 000 v. Chr. Paläo-Indianer wandern über die Beringstraße
Um 1000 n. Chr. Wikinger siedeln in Neufundland
1497 John Cabot segelt nach Nordamerika
1535/36 Der Franzose Jacques Cartier entdeckt den Sankt Lorenz
1608 Samuel de Champlain gründet Québec
1670 Londoner Kaufleute gründen die Hudson’s Bay Company
1759 Die Schlacht um Québec: Neufrankreich wird englische Kolonie
1867 Geburt Kanadas: Die Kolonien im Osten werden zum Dominion of Canada
1885 Bau der Trans-Canada-Railway
1897/98 Goldrausch am Klondike
1931 Kanada erhält Souveränität im British Commonwealth
1962 Fertigstellung des Trans-Canada Highway
2010 Winterspiele in Vancouver
2018 Kanada legalisiert Cannabis
2020 Auch Kanada wird durch die Corona-Krise hart getroffen
Klimadaten
Whitehorse
Vancouver
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

1 Waverley St. | Ottawa | Tel. 613 2 32 11 01 | kanada.diplo.de

Österreichische Botschaft

445 Wilbrod St. | Ottawa | Tel. 613 7 89 14 44 | austro.org

Schweizer Botschaft

5 Marlborough Ave. | Ottawa | Tel. 613 2 35 18 37 | eda.admin.ch/canada

Bei Passverlust und in Notfällen kann man sich auch an die Generalkonsulate in Montréal, Toronto oder Vancouver wenden.

Notruf

Tel. 911 oder operator: Tel. 0

Internet & WLAN

Kanada ist exzellent vernetzt. In Hotels und Motels ist der Internetzugang oft frei, nur Luxushotels verlangen Gebühren. Häufig gibt es auch einen kostenlos zu nutzenden Computer in der Lobby. In coffeeshops und visitor centres kann man mit dem eigenen Laptop, Smartphone oder iPad ins WLAN (in Kanada heißt es Wifi) – teils kostenlos, teils bekommt man gegen Gebühr das Passwort beim Personal.

Post

Postämter sind Mo–Fr 9–18 und Sa 8–12 Uhr geöffnet, dazu findet man Poststationen häufig auch in drugstores. Das Porto für Luftpostbriefe oder -postkarten nach Europa: 2,50 $. Aus den Großstädten ist eine Karte fünf Tage unterwegs, sonst etwa acht Tage.

Handy

Tri- oder Quad-Band-Handys aus Europa funktionieren in den Städten und im Süden der Provinzen gut (teils hohe Roaming-Gebühren), im Hinterland Kanadas ist das Netz oft sehr weitmaschig. Mobilfunkanbieter bieten vielfach Urlaubssondertarife an. Bei längerem Aufenthalt kann man für das (entsperrte!) Handy auch eine kanadische SIM-Karte kaufen.

Telefonnummern

Alle Telefonnummern in Kanada sind zehnsstellig, eine dreistellige Vorwahl (area code) plus eine siebenstellige Nummer. Für Ferngespräche muss man zusätzlich eine 1 vorab wählen. Bei Telefonproblemen hilft der operator (0) weiter. Gebührenfreie Nummern beginnen mit der Vorwahl 800, 866, 877 oder 888.

Vorwahl nach Deutschland 01 149 (Österreich 01 143, Schweiz 01 141), dann die Ortsvorwahl ohne 0 und die Nummer. Vorwahl nach Kanada: 001

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Veranstaltungen

Februar

Carnaval d’Hiver (Québec City): Karneval mit Bootsrennen, carnaval.qc.ca

Winterlude (Ottawa): Schlittschuhfest mit Eisskulpturen

Yukon Quest (Whitehorse): 1600-km- Schlittenhunderennen, yukonquest.com

Juni/ Juli

Festival International de Jazz (Montréal), montrealjazzfest.com

Williams Lake Stampede (Williams Lake): Rodeo zum Canada Day, 1. Juli, williamslakestampede.com

Pride Parade (Toronto), pridetoronto.com

Lobster Festival (Shediac): Hummerfest, shediaclobsterfestival.ca

Calgary Stampede (Calgary): größtes Rodeo der Welt, calgarystampede.com

Festival d’Été (Québec City): Musik und Theater, feq.ca

Caribana (Toronto): karibisches Festival, caribanatoronto.com

Celebration of Light (Vancouver): Feuerwerk, hondacelebrationoflight.com

August

Wikwemikong Indian Powwow (Manitoulin Island), wiikwemikoong.ca

Big Valley Jamboree (Camrose): Countrymusik, bigvalleyjamboree.com

Squamish Days (Squamish): Holzfällerfest, squamishdays.ca

Scallop Days (Digby): Fest der Jakobsmuscheln, digbyscallopdays.ca

Crankworx (Whistler): das ultimative Bikefestival, crankworx.com

Folklorama (Winnipeg): Gerichte und Musik der Immigranten, folklorama.ca

Discovery Days (Dawson City): Goldgräberfest, dawsoncity.ca

Canadian National Exhibition (Toronto): Kanadas größter Jahrmarkt, theex.com

September

Classique Internationale de Canots (Trois-Rivières): traditionelles Kanurennen, classiquedecanots.com

Grape and Wine Festival (St. Catharines), niagarawinefestival.com

Feiertage

1. Januar Neujahr
März/April Karfreitag, Ostermontag
Montag vor dem 25. Mai Victoria Day, Jour de la Reine 
24. Juni Fête de la St-Jean-Baptiste (Québec)
1. Juli Canada Day, Fête du Canada
1. Montag im August Provinzfeiertag (außer Québec und Neufundland)
1. Montag im September Labour Day, Fête du Travail 
2. Montag im Oktober Thanksgiving, Action de Grâce
11. November Remembrance Day, Jour du Souvenir
25./26. Dezember Christmas, Noël
Mobilität vor Ort

Auto

Der nationale Führerschein ist für Reisen bis zu drei Monaten ausreichend (im Yukon Territory: einen Monat). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt auf Fernstraßen meist 80 oder 100 km/h, in Orten 50 km/h und auf Autobahnen max. 110 km/h. Die Verkehrsregeln ähneln denen in Europa. Besonderheiten: An Ampeln darf man auch bei Rot nach rechts abbiegen, auf mehrspurigen Straßen rechts überholen, Schulbusse mit eingeschalteter Warnblinkanlage dürfen nicht passiert werden – auch nicht aus der Gegenrichtung.

Bus & Bahn

Greyhound (greyhound.ca) und mehrere regionale Buslinien wie Megabus, Maritime Bus und Pacific Coach Lines verbinden alle größeren Orte miteinander. Auskünfte bei den Reisebüros und unter greyhound.ca. Ein beliebtes Busunternehmen für Backpacker und junge Leute ist Moose Bus Adventures (moosebus.travel).

Per Zug ist Kanada besonders schön auf der legendären Trans-Kanada-Route von Toronto nach Vancouver mit VIA-Rail (viarail.ca) sowie mit dem Rocky Mountaineer (rockymountaineer.com) von Calgary oder Jasper nach Vancouver (Achtung: mehrere Monate vorab reservieren).

VIA-Rail bietet einen Canrail-Pass für ihr gesamtes Bahnnetz; erhältlich in Deutschland und in der Schweiz bei CRD International (Große Elbstraße 68 | 22767 Hamburg | Tel. 040 30 06 16 70 | crd.de) sowie in Österreich bei Canadareisen.at (Buchberggasse 34 | 3400 Klosterneuburg | Tel. 02243 2 59 94 | canadareisen.at).

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

In Toronto und Vancouver isst man vorzüglich chinesisch oder japanisches Sushi, in den Prärien gibt es dank der vielen südrussischen Einwanderer die besten ukrainischen Restaurants in Nordamerika. In Montréal speist man portugiesisch oder jüdisch-koscher, in Toronto auch ausgezeichnet karibisch- jamaikanisch und in Québec City sind die deftigen, altfranzösischen Lokale zu Hause. Ganz im Trend wird aber immer häufiger auch vegan und vegetarisch gekocht.

Feine Fusion

Dass sich die Kochkünste der Kulturen auch gegenseitig befruchten, zeigen allerorts die schicken neuen Restaurants mit Fusion- oder im Westen auch Pacific-Rim-Cuisine. Hier werden asiatische oder karibische Gewürze und Zutaten mit europäischen oder südamerikanischen Gerichten zu neuen Kreationen vermählt.

Der kulinarische Nabel Kanadas aber war und ist Québec. Längst hat eine moderne, innovative Küche hier Einzug gehalten, werden Rezepte aus aller Welt mit den französischen verschmolzen. Aber teils wird auch nach alter französischer Tradition gekocht – oft verfeinert mit vitaminreichem Ahornsirup, der einst schon die ersten Siedler im Winter vor Skorbut bewahrte. Klassiker sind die dicke Erbsensuppe mit Speck (soupe aux pois), danach vielleicht ein Stück tourtière, eine würzige Fleischpastete, Käse aus eigener Herstellung und zum Nachtisch Heidelbeerkuchen mit frischen Beeren aus den Wäldern Nordquébecs.

Das Meer deckt den Tisch

Jede Region im Land hat durchaus einige eigene kulinarische Highlights: Frischer Fisch, Hummer und Muscheln sind die Spezialität am Atlantik. Der nur langsam wachsende Hummer aus dem kalten Atlantik gilt sogar als der beste der Welt. Auf Prince Edward Island werden bei den lobster suppers in Gemeindehallen mächtige Hummerbuffets angerichtet. Ebenfalls sehr lecker: die großen Jakobsmuscheln, scallops, aus Nova Scotia und die calamari, die vor den Küsten Neufundlands gefischt werden.

Auch der Pazifik im Westen schenkt den Kanadiern reichlich Meeresfrüchte. Dort locken vor allem Krabben, Heilbutt und Lachs. Eine pochierte Lachsschnitte (am besten vom Sockeye- Lachs) mit frischem Gemüse aus dem Fraser Valley gehört zum Feinsten, was Kanada bieten kann.

Von Acker und Weiden

In Ontario liefert die mit mildem Klima gesegnete Niagarahalbinsel ausgezeichnetes Gemüse, Wein und Obst. Aus den Seen im Hinterland der Provinz gelangen Hechte, Zander und Forellen auf den Speiseplan, dazu wilder Reis, den die Indianer schon seit Jahrtausenden ernten. In den Prärien wird meist bodenständig-deftig gekocht, ein süßer, in Butter geschwenkter Maiskolben gehört immer dazu.

Aus Alberta, heißt es, kommen die besten Steaks – und schmecken am besten selbst gegrillt auf dem Campingplatz. Das Fleisch der auf den riesigen Ranches frei lebenden Rinder ist unübertrefflich, und die Portionen sind für hungrige Holzfäller zugeschnitten. Westlich der Rocky Mountains, im warmen Okanagan-Tal, wachsen süße Pfirsiche, Äpfel und Trauben – die wiederum zu verblüffend gutem Wein gekeltert werden.

Übrigens haben Supermärkte in Kanada oft eine eigene deli section: eine Theke mit Wurst, Käse, Sushi oder auch Gegrilltem. Dazu werden hier frische Sandwiches und Salate zubereitet – perfekt fürs preiswerte Picknick.

Was gibt's wann?

Traditioneller Treff zum Frühstück ist der coffee shop. Dort werden Eier mit Speck und Kartoffelpuffer (hash browns) aufgetischt, pancakes mit Ahornsirup oder ein kleines Frühstück nur mit Saft, Kaffee, Toast und Marmelade. Eine preiswerte Portion Kalorien holen sich viele Kanadier schon morgens bei der beliebten Kette Tim Hortons, wo es neben gutem Kaffee und frisch gebackenen süßen Kringeln auch günstige Suppen und Sandwiches gibt. Mittags essen die Kanadier oft nur Sandwiches, Salate oder eine Suppe, die auf einer separaten Speisekarte (lunch menu) aufgeführt sind. Auf dem Land wird das dinner schon zwischen 17.30 und 19 Uhr serviert.

Knigge auf kanadisch

In den meisten Restaurants bekommt man einen Tisch zugewiesen. Ein Schild am Eingang zeigt dies an: „Please wait to be seated“. Achtung: Die Preise auf der Speisekarte enthalten weder die Steuer (wird auf der Rechnung dazugezählt) noch das Trinkgeld. Man lässt etwa 15–18 Prozent vom Rechnungsbetrag auf dem Tisch liegen oder zählt es auf der Kreditkartenrechnung hinzu.

Prost!

Kanada ist Bierland, und das süffige kanadische Bier kann sich im Vergleich zum wässrigen US-amerikanischen sehen lassen. Molson Canadian oder Labatt’s Blue gibt es überall, Spezialbiere wie Kokanee oder Moosehead nur in manchen Regionen. In den letzten Jahren haben sich überall auch micro breweries etabliert. Einen Test wert sind die Biere von Propeller Brewing in Nova Scotia, von 3 Brasseurs in Québec oder von Upper Canada Brewing in Toronto. In Alberta schmecken die Biere der Wild Rose Brewing Company aus Calgary. Und in British Columbia sind die Biere von Okanagan Spring oder Granville Island Brewing Co. die besten.

Aber auch der heimische Wein – beispielsweise Weiß- wie Rotwein aus dem fruchtbaren Okanagan Valley – ist durchaus konkurrenzfähig. Wer Hochprozentiges möchte, kann auf den exzellenten kanadischen Whiskey zurückgreifen, der entweder auf Eis (on the rocks) oder, wie auch Rum oder Gin, in vielerlei Mixgetränken serviert wird.

Trinkgelder

Im Restaurant ist das Bedienungsgeld nicht inklusive. Man gibt daher ca. 15–18 Prozent des Rechnungsbetrags als tip. Auch das Zimmermädchen (2–5 $/Nacht) und den Kofferträger (1–2 $/Gepäckstück) nicht vergessen.

Einkaufen und Shoppen

Kanada ist kein Billigland, aber der niedrige Dollar gleicht die hohen Preise etwas aus. So sind Sportklamotten oder auch Vitaminpillen deutlich günstiger als in Europa. Zudem lassen sich bei den ständigen sales oft Schnäppchen entdecken. In den Städten ist die Auswahl bestens, im Hinterland wird das Einkaufsangebot schnell dürftig. Es lohnt sich also, vor einer längeren Tour das Wohnmobil vollzupacken.

Shoppen im Untergrund

Um dem kalten Winterwetter zu entkommen, haben sich die Kanadier ganze Shoppinglandschaften in den Untergrund gebuddelt: Path heißt das Tunnellabyrinth in Toronto, Ville Souterraine in Montréal. Kilometerlang reihen sich Kinos, Restaurants und Läden aneinander. Im Sommer dagegen ist zum Shoppen Frischluftbummeln angesagt: in restaurierten alten Hafenvierteln wie Granville Island in Vancouver, der Harbourfront in Toronto oder den Historic Properties in Halifax. Fußgängerzonen sind hingegen eher rar gesät. Ihre Funktionen erfüllen die Malls.

Frisch aus dem Baum

Aus Québec und Ontario stammt das wohl berühmteste Mitbringsel: Ahornsirup, flüssig in Flaschen oder zu süßen Pralinen verarbeitet. Die Prärien sind bekannt für Honig und Marmelade aus saskatoon berries, von der Westküste kommt feiner Räucherlachs – Wildlachs versteht sich, der die Heimreise gut übersteht. Ebenfalls sehr beliebt: Eiswein von der Niagara-Halbinsel oder aus dem Okanagan-Tal, wo die Bedingungen für die feinen Tropfen zur Nachspeise perfekt sind.

Totems & Mokassins

Es muss ja nicht gleich ein Totempfahl sein, aber ein von Indianern oder Inuit gefertigtes Kunstwerk ist immer ein schönes Andenken. Die Ojibwa und Irokesen in Ontario stellen Mokassins und geflochtene Körbe her, oft aufwendig verziert mit Stachelschweinborsten. Die Stämme der Westküste, einst berühmt für ihre Totempfähle, fertigen heute auch kleinere Objekte und Silberschmuck an. Die Inuit sind bekannt für Skulpturen aus Speckstein oder Walknochen, aber auch für hochwertige Drucke (ab ca. 300 $), die in den Galerien im Süden des Lands zu erwerben sind.

Yoga in der Wildnis

Alles Nötige für den Wildnistrip findet man in Sport- und Outfitterläden in größeren Städten und in Schutzgebieten wie Banff oder dem Algonquin-Park. Branchenprimus ist mit einer riesigen Auswahl die Kette Mountain Equipment Coop (mec.ca). Dazu gibt es auch echt kanadische Trendmarken wie LuluLemon (Yogawear) oder Roots Canada, deren Designer auch das kanadische Olympiateam einkleiden

Unbedingt: Holzfällerhemden & Co.

Groß kariert und dick gewebt sind die Holzfällerhemden, und sie tun schon während der Reise als stichfester Schutz vor den Moskitos gute Dienste. Aber es gibt noch mehr: handgestrickte Pullover auf Neufundland, Segelzubehör in den Atlantikprovinzen. Besonders Québec erweist sich als ergiebige Fundgrube für kreative Anstecker, Accessoires und witziges Kunsthandwerk. Souvenirs aus dem Westen sind alle Artikel, die mit dem Cowboyleben zu tun haben: Stetsonhüte, silberne Gürtelschnallen oder handgearbeitete Stiefel.

Öffnungszeiten

Läden sind meist Mo–Sa 9.30–18 Uhr geöffnet, die großen Shoppingmalls 10–21, So 12–17 Uhr. Lebensmittelsupermärkte oft auch abends und am Wochenende. Viele Museen bleiben montags geschlossen.

AppetizersMain CoursesDessertsDrinks

Clam chowder Cremige Suppe mit Muscheln
Bacon wrapped scallops Jakobsmuscheln im Speckmantel
Crispy calamari with truffle aioli Frittierte calamares mit Trüffel-Knoblauch-Mayo
Seared salmon with root vegetables Lachs, scharf angebraten, mit Wurzelgemüse
Lobster with drawn butter Hummer mit zerlassener Butter
Ribeye with garlic mashed potatoes Marmoriertes Steak mit Knoblauch-Stampfkartoffeln
Prime rib Bratenscheibe aus der Hochrippe
Bison burger with yam fries Hamburger mit Bisonfleisch, dazu Yamswurzel-Fritten
Poutine Pommes frites, Käseflocken und Bratensauce
Tarte aux bleuets a la mode Québecer Blaubeerkuchen mit einer Kugel Eiscreme
Beavertails Schmalzgebäck mit Zimt und Zucker
Nanaimo bar Schokoriegel mit Kokosfüllung
Pumpkin pie with whipped cream  Kuchen mit Kürbisfüllung, dazu Schlagsahne
Bloody caesar Wodka scharf gewürzt mit Tomaten-Muschelsaft
Ipa beer India Pale Ale, ein hopfiges, helles Bier
Wine/ Beer flight Wein-/Bierprobe mit mehrere kleinen Gläsern
Stichworte

Bäriges

Eisbären kommen nur im Packeis der Arktis vor, und Grizzlies in den abgelegenen Regionen der Rockies. Aber ein Foto von einem Schwarzbären ist durchaus drin: Neugierig und immer hungrig schnüffeln sie schon mal abends über den Campingplatz oder kreuzen den Highway. Doch Vorsicht: Abstand halten! Am besten verstaut man alle Lebensmittel geruchsdicht im Auto oder hängt sie bei Wildniswanderungen in einen Baum. Bären sehen schlecht, deshalb empfiehlt es sich, auf dem Wandertrail laut zu reden oder zu singen – denn ein überraschter Bär ist ein gefährlicher Bär.

Céline und Co.

Kanada hat keine eigene Popszene, kanadische Stars sind international. Sie spielen in Hollywood, New York oder London. Céline Dion etwa hatte sogar ihre eigene Show in Las Vegas. Aber auch Sänger wie Bryan Adams, Shawn Mendes, The Weeknd, Avril Lavigne, Justin Bieber und Bands wie Barenaked Ladies oder Arcade Fire zählen zur Weltelite. Weniger bekannt ist, dass auch Altstars wie Neil Young oder die Band Steppenwolf aus Kanada kamen.

Zamboni

Bei sieben Monaten Winter ist es kein Wunder, dass Eishockey die beliebteste Sportart in Kanada ist. Schon im Kindergarten lernen die Kids in peewee clubs das Schlittschuhfahren – und was ein zamboni ist, nämlich das Gefährt zum Eisglätten im Stadion. Wenn Teams aus Kanada bei den Playoffs um den begehrten Stanley Cup mitspielen, gerät das ganze Land in den Hockeyrausch. Die wichtigsten Clubs heißen Montréal Canadiennes, Toronto Maple Leafs, Vancouver Canucks, Edmonton Oilers und Calgary Flames..

First Nations

Nicht Indianer und Eskimos, sondern First Nations heißen die Nachfahren der Ureinwohner Kanadas heute politisch korrekt. Damit wollen die Kanadier anerkennen, dass die 617 Stämme des Lands lange vor den Weißen da waren. Ihre Vorfahren kamen während der Eiszeit über die Beringstraße. Sie breiteten sich im Lauf der Jahrtausende über den Kontinent aus, entwickelten sich zu eigenständigen Kulturgruppen: Im Norden lebten halbnomadische Jägerstämme, während die Irokesen und Huronen der Waldlandkultur um den Sankt Lorenz fest ansässig waren und Mais, Bohnen und Tabak anbauten. Die Stämme der Prärien folgten den großen Büffelherden, während das reiche Nahrungsangebot den Kwakiutl und Haida an der Westküste genügend Muße ließ, zu kunstfertigen Holzschnitzern zu werden.

Heute leben von den First Nations rund 700 000 Indianer und 50 000 Inuit in Kanada. Seit in der Verfassung ihre Rechte als ursprüngliche Besitzer des Lands anerkannt wurden, fordern viele Stämme Landrückgabe und Selbstverwaltung. Am erfolgreichsten waren die Inuit: Sie erhielten 1999 im hohen Norden Kanadas ein eigenes Territorium.

Grün denken

Nachhaltigkeit, sustainability, ist das magische Wort der kanadischen Ökobewegung, und das Konzept findet breite Zustimmung: Müll wird vielerorts getrennt und recycelt, Naturparks werden geschaffen, Umweltorganisationen aktiv unterstützt. Nicht von ungefähr wurde einst sogar Greenpeace in Vancouver gegründet. Zahlreiche weitere Schutzorganisationen folgten. Oft gibt es auf örtlicher Ebene Aufräumaktionen oder große Kampagnen im ganzen Land wie etwa gegen die umstrittene Ausbeutung der gewaltigen Ölsandvorkommen im Norden Albertas. Allerdings zählen die Kanadier im weltweiten Vergleich noch immer zu den größten Verschwendern. Kein Wunder, denn sie konnten immer aus dem Vollen schöpfen. Bodenschätze, Energie, Wasser sind überreichlich vorhanden – und das Umdenken dauert. Erst 2015 unter Justin Trudeau trat Kanada dem Pariser Protokoll bei. Infos über grüne Themen: thegreenpages.ca

Gut behütet

Eigentlich verdanken wir die Erschließung Kanadas der europäischen Hutmode. Aus dem wolligen Unterpelz der Biber wurde nämlich der in Europa sehr gefragte Hutfilz hergestellt. 1670 übergab der englische König Charles II. seinem Vetter Prince Rupert und 17 Londoner Investoren die Gründungsurkunde der Hudson’s Bay Company. Sie sollte zu einem der größten Handelsimperien der Geschichte werden.

Ihr Territorium, Rupert’s Land, umfasste vom 49. bis zum 65. Breitengrad eine Fläche von fast 4 Mio. km², ihr Handelsgebiet schließlich ein Zwölftel der Erdoberfläche. 1869 trat die Hudson’s Bay Company ihr Land für 300 000 englische Pfund an das neu gegründete Kanada ab. Aus den Forts der Pelzhändler wurden Städte, aus ihren Handelswegen Highways. Doch bis heute ist der Name The Bay als der einer großen Kaufhauskette geblieben.

Karibus & Ahornwälder

Wie ein breites grünes Band zieht sich der boreale Nadelwald 6000 km weit von der Pazifikküste bis Neufundland. Hier wachsen Weiß- und Schwarztannen, Kiefern und Fichten. Diese gewaltigen Wälder sind Lebensraum für Bären, Elche, Hirsche, Luchse, Stachelschweine, Biber und kleinere Nager. Nach Norden hin gehen die Wälder in Taiga und schließlich baumlose Tundra über. Nur noch Karibus (Rentiere), Schneehasen und Moschusochsen können dort von den spärlich wachsenden Flechten und Zwergweiden leben. Doch die großen Süßwasserflächen ernähren im Sommer zahllose Wasservögel.

Im Süden von Ontario und Québec wächst Mischwald, dessen Ahorn- und Eichenarten im Herbst die spektakuläre rote Färbung des Indian Summer liefern. An den Hängen der Coast Mountains im Westen und auf Vancouver Island wuchert üppiger Regenwald mit bis zu 80 m hohen und 600 Jahre alten Douglasien, Sitkatannen und riesigen Thujen (cedars).

Auf ewig geschützt

„… zum Wohle, Vorteil und Vergnügen der Bevölkerung Kanadas“ wurde 1885 der Vorläufer des heutigen Banff National Park gegründet. Er war der erste in einer langen Reihe von Parks, in denen die schönsten und ursprünglichsten Regionen Kanadas geschützt werden. Gerade unter ökologischen Gesichtspunkten gilt das dem Umweltministerium unterstellte Parksystem als weltweit bahnbrechend. Dabei gilt überall die höchste Schutzstufe, nur Angeln ist erlaubt. 48 Nationalparks gibt es heute, mit einer Gesamtfläche von fast 340 000 km² – viermal die Größe Österreichs! Weitere Parks sind geplant. Für Infos: parkscanada.ca

Hallo? Wer spricht?

Kanada hat der Welt so manche Neuerung geschenkt: Alexander Graham Bell führte 1875 in Ontario das erste Telefongespräch der Welt, Eddie Ezra Butler erfand das Streichholz, der schwedische Immigrant Gideon Sundback den Reißverschluss. Die beiden Mediziner Frederick Banting und Charles Best entwickelten 1929 an der University of Toronto den Wirkstoff Insulin. Und der Bahningenieur Sandford Fleming schlug 1879 eine wahrhaft weltweite Neuerung vor – nämlich die Erde in 24 Zeitzonen einzuteilen.

Rockies

Innerhalb Kanadas ist das mächtige Felsgebirge der Rocky Mountains 1200 km lang und endet erst weit nördlich im Yukon Territory. Die Bergzüge bestehen aus Sedimentgestein, Schiefer, Kalk- und Sandstein, die vor langer Zeit auf dem Grund eines Urmeers abgelagert wurden. Vor rund 60 Mio. Jahren begann dann die Auffaltung des Gebirges. Die Gletscher der Eiszeiten hobelten später Täler aus, hinterließen türkisfarbene Schmelzwasserseen und große Moränen – als Traumkulissen für Naturfreunde und Wildnisurlauber.

Kaffee-Treff

Es muss nicht Starbucks sein. Die Kanadier treffen sich traditionell bei Tim Horton’s – eine Institution und oft der einzige Dorftreff in kleinen Orten. Häufig sind die nach einem legendären Eishockeyspieler benannten Schnellrestaurants (fast 5000 Filialen) schon um 7 Uhr morgens gut gefüllt. Der Kaffee ist frisch gebrüht, dazu gibt es süße Doughnuts in einem Dutzend Variationen. Zum Probieren bestellt man eine Schachtel Tim-bits mit Häppchen des süßen Gebäcks.

Schatzsuche

Kanada ist ungeheuer reich an Rohstoffen: Im harten Gestein des Kanadischen Schilds lagern große Eisen-, Zink-, Nickel- und Goldvorkommen, am Fuß der Rocky Mountains findet man Öl, Erdgas und Ölschiefer. Die großen Flüsse liefern schier unbegrenzte Energie, und in den Prärien werden alljährlich fast 30 Mio. Tonnen Weizen eingefahren. Dennoch versucht Kanada, von seiner traditionellen Rolle als Rohstofflieferant wegzukommen, denn den Kanadiern erscheint dies wie ein Ausverkauf des Lands.

Die industrielle Produktion, deren Zentrum in Südontario liegt, macht heute drei Viertel des Bruttoinlandsprodukts aus. Noch immer hängt aber jeder zehnte Arbeitsplatz im Land von der Holzindustrie ab – der kanadische Wald endet als Bauholz in den USA oder als Zeitungspapier auf Frühstückstischen in aller Welt.

God save the queen

Verblüffend, aber wahr: Queen Elizabeth II. ist das Staatsoberhaupt Kanadas. Das Land ist nämlich eine parlamentarische Monarchie im British Commonwealth. Allerdings hat die Queen nur ein paar zeremonielle Aufgaben und manchmal kommt Prinz Harry mit Familie zum Urlaub nach Vancouver Island. Die zehn Provinzen besitzen weitreichende Selbstverwaltung in Schulwesen, Kulturpolitik, Gesundheitswesen und in der Nutzung der Bodenschätze. Das Parlament in Ottawa ist für die Außenpolitik und Verteidigung zuständig und finanziert auch großteils die drei sehr dünn besiedelten Nordterritorien.

Yes oder oui?

Visitor centre statt center, theatre statt theater – schon in der Schreibweise unterscheidet sich Kanada von den USA. Das britische Erbe ist im postkolonialen Kanada noch sehr lebendig. Stimmt. Mit den US-Amerikanern gleichgesetzt zu werden mögen die Kanadier gar nicht. Die werden eher als laut und rüpelhaft angesehen, als Kanadier ist man höflich und britisch zurückhaltend. Und – man steht Schlange in Kanada. Am Check-in für die Bärentour, an der Bushaltestelle, am Eingang zum Lokal. Überall, gern und ganz gesittet. Drängeln geht gar nicht. Gibt es eine Schlange, reiht man sich erst mal ein und fragt dann, was es gibt. Und zwar sehr höflich. Knapp 30 Prozent der Bevölkerung Kanadas stammt von den französischen Siedlern ab, vor allem in der Provinz Québec. Doch unter der Herrschaft der Briten wurden sie und die reichen Rohstoffe ihrer Provinz im 19. Jh. lange ausgebeutet. Erst bei der „stillen Revolution“ der 1960er-Jahre lehnten sich die Québecer dagegen auf. Der nationalistische Parti Québécois forderte damals gar die völlige Loslösung von Kanada; es kam zu terroristischen Anschlägen von Separatisten.

Zweimal hielt man dazu bisher Volksabstimmungen ab: 1980 und 1995. Beide Male sprach sich die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Ablösung aus, und das Thema trat in den Hintergrund. Doch seit 2019 die Separatisten einen Wahlerfolg erzielten, hört man erneut davon.

Akte X

Hollywoodfilme kommen längst nicht immer aus Hollywood, sondern aus Kanada – auch wegen des günstigen Dollars. Vancouver und Toronto sind wichtige Standorte der Filmindustrie mit Studios und kanadischen Schauspielern von Donald und Kiefer Sutherland bis zu Ryan Gosling und Pamela Anderson. Auch Arnold Schwarzenegger ist Stammgast. Rambo turnte für „Hope“ in British Columbia durch die Wälder, ebenso die Vampire von „Twilight“ und die Agenten von „Akte X“. Allein in Vancouver wurden 2019 Kino- und TV-Produktionen im Wert von 3,5 Mrd. Dollar gedreht. Kein Wunder, dass man oft die Skyline der Stadt im Film wiedererkennt.

Bloss nicht!

Entfernungen unterschätzen

Die Dimensionen Kanadas sind gewaltig, kein Vergleich zu Europa. Vor allem im Norden kann ein Fingerbreit auf der Landkarte eine elend lange Tagestour auf endlosen Schotterstraßen bedeuten.

Blumen pflücken

Zumindest nicht in den Nationalparks. Bei jährlich gut 25 Mio. Besuchern muss es in den Schutzgebieten Regeln geben: Kein Tier darf gefüttert, kein Zweig abgebrochen werden. Ein Wildblumenstrauß kann bis zu 500 $ Strafe kosten. Jagen ist generell verboten.

Blutopfer bringen

Moskitos können auf Wanderungen im Hinterland megalästig sein. Was tun? Locker sitzende Kleidung hilft. Dicke Holzfällerhemden und weite Jeans. Durch eng anliegende Hosen stechen die Biester glatt hindurch. Und ein Fläschchen Off, Muskol oder Cutter wirkt gut gegen die surrenden Monster. Wenigstens übertragen sie keine Krankheiten.

Bären erschrecken

Bären können zwar gut riechen, sind aber kurzsichtig. Wer sich gegen den Wind anpirscht und einen Bären überrascht, ist selber schuld. Es hilft, beim Wandern laut zu reden oder zu singen. Das lässt Meister Petz genug Zeit, sich zurückzuziehen.

Sorglos Wattwandern

Dem Meer darf man nie den Rücken zukehren, heißt es. Stimmt, an Felsküsten können jederzeit freak waves auftreten. Noch krasser ist es an der Bay of Fundy: Bei 15 m Gezeitenunterschied kommt die Flut mit Radfahrtempo – fatal für unvorsichtige Wattwanderer.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von beeinträchtigt sein, siehe Aktuelles.

Es gibt ein weites Inlandsflugnetz, Eisenbahn- und Busverbindungen.

In Kanada gilt im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten das metrische System: Entfernungen werden in Kilometer angegeben.
Geschwindigkeitsbegrenzungen sind niedriger als in Deutschland, auf Autobahnen max. 100/110 km/h.
Abweichungen der Verkehrsregeln zu Deutschland bestehen im Rechtsabbiegen bei Rot, Kreuzungen mit 4-way-stop, Rechtsüberholen auf Autobahnen, Überholverbot von haltenden Schulbussen mit Warnblinker. Es muss auch tagsüber mit Abblendlicht gefahren werden

Die Promillegrenze beträgt 0,5 und 0,0 für Fahranfänger in den ersten zwei Jahren oder unter 21 Jahren. Das Führen eines Fahrzeugs unter Cannabis-Einfluss ist verboten.
Es drohen empfindliche Strafen bei Tempo-, Alkohol- und Cannabisverstößen sowie bei der Benutzung des Mobiltelefons ohne Freisprechanlage während der Fahrt.

Strafzettel sollten bezahlt werden, da sonst bei einer erneuten Einreise nach Kanada Schwierigkeiten auftreten können.

  • Informieren Sie sich über die Verkehrsregeln, es gibt auch Abweichungen zwischen Provinzen und Territorien.
  • Halten Sie Geschwindigkeitsbegrenzungen ein und zahlen Sie mögliche Strafzettel möglichst noch vor Ort.

Mit dem deutschen Führerschein kann bei touristischen bzw. Besuchsaufenthalten in Kanada je nach Provinz bis zu einer Dauer von drei bzw. sechs Monaten gefahren werden.

  • Führen Sie möglichst dennoch auch den Internationalen Führerschein mit.

Homosexualität ist in Kanada nicht strafbar, gleichgeschlechtliche Ehen sind möglich. LGBTIQ-Personen und deren Rechte werden in Kanada in der Bevölkerung und durch die politischen Institutionen gemeinhin anerkannt.

  • Beachten Sie die allgemeinen Hinweise für LGBTIQ.

Seit Oktober 2018 werden der Kauf von kleinen Mengen Cannabis (Marihuana/Haschisch) von staatlich zugelassenen Verkaufsstellen und der Besitz von kleinen Mengen Cannabis zum Eigengebrauch unter Beachtung strenger Kriterien strafrechtlich nicht mehr verfolgt. Dabei gelten in den verschiedenen Provinzen und Territorien teilweise unterschiedliche Regelungen. Reisende sollten sich im Voraus auf Cannabis-In-Canada über die Rechtslage an ihrem Aufenthalt genauestens informieren. Reisende sollten insbesondere beachten, dass jeder Transport von Cannabis über Landesgrenzen hinweg weiterhin nicht gestattet ist.

Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit ist in Kanada verboten. In Fahrzeugen dürfen sich keine geöffneten alkoholischen Getränke in Reichweite des Fahrers befinden. Während kanadischer Feiertage können strengere Regelungen gelten.

Landeswährung ist der Kanadische Dollar (CAD). Die Akzeptanz von Kreditkarten ist sehr hoch, das Abheben von Bargeld mit Bank- und Kreditkarten ist an entsprechend gekennzeichneten Geldautomaten vielerorts möglich.

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Erkrankung, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zur Pandemie erklärt.

Die hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ergänzen.

Für die Einreise nach Kanada sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden bei Aufenthalten in den nördlichen Landesteilen eine Impfung gegen Hepatitis B empfohlen, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition auch gegen Tollwut.
  • Die Meningitisimpfung (Schutzimpfung gegen Hirnhautentzündung) gehört in Kanada zum Standardimpfprogramm für Kinder und Jugendliche, sie ist als Reiseimpfung für diesen Personenkreis empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die .

Sanitäre und hygienische Verhältnisse entsprechen weitgehend denen in Deutschland. Das Gesundheitssystem in Kanada ist staatlich organisiert. Arzttermine sind sehr schwer zu bekommen. Im Bedarfsfall wenden Sie sich an sogenannte "walk-in clinics" und im Notfall gehen Sie direkt in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Behandlungen sind allerdings teuer und erfolgen mit Ausnahme von Erstmaßnahmen bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oft nur gegen Vorkasse oder zumindest direkte Bezahlung.

Das Leitungswasser ist trinkbar, enthält jedoch relativ viel Chlor, was den Geschmack beeinträchtigt.

Die Versorgung mit Medikamenten ist in Kanada gut. Verschreibungspflichtige Medikamente können mit kanadischem Rezept beschafft werden. Haltbare deutsche Spezialmedikamente können in den erforderlichen Mengen und unter Vorlage des Rezepts mitgebracht werden.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch einen Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die .

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss:

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Reisewarnung

Überblick

Stand - Mon, 14 Jun 2021 16:00:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Mon, 14 Jun 2021 16:15:10 +0200)

Letzte Änderungen: Aktuelles - redaktionelle Änderungen

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Aktuelles

Die Ausbreitung von COVID-19 führt weiterhin zu Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens.

Von nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Kanada wird derzeit abgeraten.

Epidemiologische Lage

Kanada ist von COVID-19 weiterhin betroffen. Aktuelle Daten stellt die kanadische Regierung zur Verfügung. Informationen zum Infektionsgeschehen bieten das kanadische Gesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Einreise

Für Kanada besteht derzeit grundsätzlich eine Einreisesperre. Ausgenommen davon sind kanadische Staatsangehörige und Personen mit permanentem Aufenthaltsstatus sowie deren engste Familienangehörige (Ehe-, Lebenspartner, Eltern und Kinder), die die familiäre Beziehung erfahrungsgemäß bereits beim Boarding eines Fluges nach Kanada durch aussagekräftige Unterlagen nachweisen müssen. Die kanadische Regierung informiert in einer Übersicht u.a. ob und unter welchen Voraussetzungen eine Einreise zu Besuchszwecken für Familienangehörige möglich ist. Auch Personen die zum Zweck der Erwerbstätigkeit oder des Studiums mit einer gültigen Arbeits- bzw. Studiengenehmigung einreisen, sind von der Einreisesperre ausgenommen. Ob im Einzelfall eine Einreise nach Kanada möglich ist, kann hier überprüft werden.

Alle Reisenden ab fünf Jahren, ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit, müssen der jeweiligen Fluggesellschaft bzw. bei Einreise auf dem Landweg den Grenzbeamten, gegenüber ein negatives PCR-Testergebnis vorlegen, das  nicht älter als 72 Stunden vor der geplanten Abreise (bzw. bei Einreise auf dem Landweg vor der voraussichtlichen Einreise) sein darf. Reisende, die ein positives Testergebnis haben, bei der die Probe zwischen 14 und 90 Tagen vor der Einreise genommen wurde, erfüllen ebenfalls die Test-Anforderungen vor der Einreise.

Alle Reisenden müssen sich zusätzlich bei Einreise am jeweiligen internationalen Flughafen bzw. bei Einreise auf dem Landweg am Grenzübergang einem PCR-Test unterziehen. Anschließend müssen sie sich in der Regel für drei Tage bzw. bis zum Vorliegen des Testergebnisses in ein von der kanadischen Regierung zugelassenes Hotel begeben. Der Rest der 14-tägigen Quarantäne muss, auch bei erneutem negativem PCR-Testergebnis, am Reiseziel verbracht werden. Gegen Ende der Quarantäne müssen alle Reisenden einen von der kanadischen Regierung bereitgestellten COVID-19-Schnelltest als Selbsttest vornehmen.

Bei Missachtung können Geld- und Freiheitsstrafen verhängt werden. Die kanadische Regierung hält ausführliche Informationen zu Reisebeschränkungen, Ausnahmen und Verhaltenshinweisen vor.

Vor der Einreise müssen sich alle Einreisenden über die ArriveCAN-App registrieren und bei oder vor der Einreise genaue Kontaktinformationen zu ihrem obligatorischen 14-Tage-Quarantäneplan angeben. Die Verwendung der App ist bindend. Die kanadischen Behörden verfolgen die Einhaltung der Quarantänebestimmungen nach.

Durch- und Weiterreise

Die Durchreise durch Kanada ist eingeschränkt möglich, wenn die Regelungen des Dritt- bzw. Zielstaats eine Einreise dort erlauben. Durchreisende, auch deutsche Staatsangehörige, benötigen eine elektronische Reisegenehmigung (eTA), die sie vor Flugbuchung beantragen sollen.

Für den internationalen Transit gilt, dass während des Transfers der Transitbereich nicht verlassen werden darf und z.B. auch ein Terminalwechsel am gleichen Flughafen nicht erforderlich sein darf. Die kanadische Regierung hält ausführliche Informationen zum Transit vor.

Alle Reisenden ab fünf Jahren, ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit, müssen beim Boarding des Fluges nach Kanada der jeweiligen Fluggesellschaft gegenüber ein negatives PCR-Testergebnis nachweisen. Das vom Verkehrsministerium verlangte PCR-Testergebnis, darf dabei nicht länger als 72 Stunden vor der geplanten Abreise zurückliegen.

Die gemeinsame Grenze zwischen Kanada und den USA ist seit Ende März 2020 weitgehend geschlossen. Nur unbedingt notwendige Grenzübertritte werden erlaubt, Heimreisen kanadischer und US-amerikanischer Bürger sollen ermöglicht werden. Der für wichtige Lieferketten relevante Verkehr soll ebenfalls nicht beeinträchtigt werden.

Reiseverbindungen

Internationale Flüge dürfen nur noch auf folgenden vier Flughäfen landen: Toronto Pearson International, Montreal Pierre Elliott Trudeau, Vancouver International, Calgary International. Zahlreiche europäische Fluggesellschaften führen transatlantische Flüge nur in erheblich reduziertem Umfang durch. Die Fluggesellschaften sind angewiesen, keine Reisenden zu befördern, die COVID-19-Symptome aufweisen (einschl. kanadische Staatsangehörige). Infolge vom Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung oder wegen zu geringer Auslastung der Flüge kann es auch kurzfristig zu Änderungen und Stornierungen kommen. Die kanadische Regierung hält ausführliche Informationen zu allen Maßnahmen und Beschränkungen im Flugverkehr vor.

Beschränkungen im Land

In vielen Provinzen, u.a. Ontario, Quebec und British Columbia, gelten Einschränkungen für den Betrieb öffentlicher Einrichtungen einschl. Kultureinrichtungen, Restaurants und Geschäften.
Die kanadische Regierung empfiehlt dringend, "social distancing" zu betreiben und jede nicht unbedingt notwendige Reise zu vermeiden.

In Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen werden Einschränkungen unterschiedlichen Ausmaßes verhängt bis hin zu „Stay-at-home Orders", die den Bürgern Bewegungseinschränkungen für alle nicht unbedingt notwendigen Verrichtungen auferlegen. Hierüber informieren die jeweiligen Provinzregierungen.

Hygieneregeln

An allen Flughäfen gilt die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Für Reisen in Zügen, Bussen und Fähren besteht hierfür eine Empfehlung. Das Personal aller Beförderungsunternehmen kann Personen von der Beförderung ausschließen, die keinen ausreichenden Mund-Nasen-Schutz tragen. Es gelten die üblichen Hygieneregeln.

Empfehlungen

  • Achten Sie auf die Einhaltung der AHA-Vorschriften und befolgen Sie zusätzlich die Hinweise lokaler Behörden.
  • Beachten Sie detaillierte Maßnahmen sowie ergänzende Informationen der kanadischen Regierung.
  • Informieren Sie sich rechtzeitig vor Einreise ob Ihre Reisepläne unter die zugelassenen Ausnahmen fallen.
  • Aufenthalte in fremden Staaten können sich derzeit auf Einreisemöglichkeiten in andere Länder auswirken. Informieren Sie sich daher vor Antritt jeder Reise über aktuelle Bestimmungen zu Einreise, Durchreise und Quarantäne der jeweiligen Reiseländer über die Reise- und Sicherheitshinweise.
  • Beachten Sie bei Rückreise nach Deutschland die gültigen Einreisebeschränkungen wie Anmelde-, Nachweis- und ggf. Quarantäneregelungen, erkundigen Sie sich ggf. nach den aktuellen Beförderungsbedingungen bei der zuständigen Gesellschaft oder Ihrem Reiseveranstalter und kontaktieren Sie bei Einreise aus einem Risikogebiet das Gesundheitsamt Ihres Aufenthalts- bzw. Wohnortes. Weitere Informationen bietet unsere fortlaufend aktualisierte Infobox zu COVID-19/Coronavirus. 

Sicherheit

Terrorismus

Zum Schutz vor terroristischen Anschlägen wurden die allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Bei der Einreise nach Kanada sowie auf innerkanadischen Flügen ist vermehrt mit zeitaufwändigen Kontrollen zu rechnen.

Innenpolitische Lage

Die Lage in Kanada ist stabil.

  • Informieren Sie sich über die lokalen Medien.
  • Meiden Sie Demonstrationen.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist niedrig. In Großstädten und touristischen Zentren kommt es zu Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl. Der Diebstahl von Gepäck aus bzw. vor Touristenhotels ist nicht unbekannt.

  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtigen Dokumente sicher auf und lassen Sie Dokumente nicht in geparkten Autos zurück.
  • Führen Sie eine Kopie Ihres Reisepasses getrennt von Ihrem Pass mit sich.
  • Lassen Sie Ihr Gepäck nie unbeaufsichtigt, auch im bzw. vor dem Hotel.
  • Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen, in der U-Bahn, im Bus besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei unter 911.

Natur und Klima

Kälte und Schneestürme, Überschwemmungen

Es herrscht Kontinentalklima mit kalten, langen Wintern und heißen Sommern, in den Küstenprovinzen Seeklima.

In den Wintermonaten kommt es regelmäßig zu extremer Kälte und teilweise schweren Schneestürmen.
Nach dem Winter können Schneeschmelze und Starkregen zu Überschwemmungen führen, wie im Frühjahr 2019, als der Osten und das Zentrum des Landes und insbesondere das Gebiet des Ottawa-Rivers betroffen waren.

Busch- und Waldbrände

Von Juni bis September kommt es besonders im Westen Kanadas wie in British Columbia, Alberta, Saskatchewan, Northwest Territories und Manitoba wegen Trockenheit immer wieder zu Busch- und Waldbränden.
Starke Rauchentwicklungen und Sichtbehinderungen können auch in Tourismusgebieten die Infrastruktur beeinträchtigen.

Tropenstürme

In der Hurrikan-Saison von Mai bis November können vereinzelt Tropenstürme auch den äußersten Nordosten Kanadas erreichen und zu heftigem Wind, Starkregen und in der Folge zu Überflutungen führen. Beeinträchtigungen im Reiseverkehr und Unterbrechungen der Strom- und Telekommunikationsnetze sind nicht auszuschließen.

Erdbeben, Vulkane, Tsunamis

British Columbia und Yukon liegen in einer seismisch aktiven Zone, weshalb es zu Erdbeben und vulkanischen Aktivitäten, an den Küsten British Columbias auch zu Tsunamis kommen kann.

Reiseinfos

Infrastruktur/Verkehr

Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von COVID-19 beeinträchtigt sein, siehe Aktuelles.

Es gibt ein weites Inlandsflugnetz, Eisenbahn- und Busverbindungen.

In Kanada gilt im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten das metrische System: Entfernungen werden in Kilometer angegeben.
Geschwindigkeitsbegrenzungen sind niedriger als in Deutschland, auf Autobahnen max. 100/110 km/h.
Abweichungen der Verkehrsregeln zu Deutschland bestehen z.B. im Rechtsabbiegen bei Rot, Kreuzungen mit 4-way-stop, Rechtsüberholen auf Autobahnen, Überholverbot von haltenden Schulbussen mit Warnblinker. Es muss auch tagsüber mit Abblendlicht gefahren werden

Die Promillegrenze beträgt 0,5 und 0,0 für Fahranfänger in den ersten zwei Jahren oder unter 21 Jahren. Das Führen eines Fahrzeugs unter Cannabis-Einfluss ist verboten.
Es drohen empfindliche Strafen bei Tempo-, Alkohol- und Cannabisverstößen sowie bei der Benutzung des Mobiltelefons ohne Freisprechanlage während der Fahrt.

Strafzettel sollten bezahlt werden, da sonst bei einer erneuten Einreise nach Kanada Schwierigkeiten auftreten können.

  • Informieren Sie sich über die Verkehrsregeln, es gibt auch Abweichungen zwischen Provinzen und Territorien.
  • Halten Sie Geschwindigkeitsbegrenzungen ein und zahlen Sie mögliche Strafzettel möglichst noch vor Ort.

Führerschein

Mit dem deutschen Führerschein kann bei touristischen bzw. Besuchsaufenthalten in Kanada je nach Provinz bis zu einer Dauer von drei bzw. sechs Monaten gefahren werden.

  • Führen Sie möglichst dennoch auch den Internationalen Führerschein mit.

LGBTIQ

Homosexualität ist in Kanada nicht strafbar, gleichgeschlechtliche Ehen sind möglich. LGBTIQ-Personen und deren Rechte werden in Kanada in der Bevölkerung und durch die politischen Institutionen gemeinhin anerkannt.

Rechtliche Besonderheiten

Seit Oktober 2018 werden der Kauf von kleinen Mengen Cannabis (Marihuana/Haschisch) von staatlich zugelassenen Verkaufsstellen und der Besitz von kleinen Mengen Cannabis zum Eigengebrauch unter Beachtung strenger Kriterien strafrechtlich nicht mehr verfolgt. Dabei gelten in den verschiedenen Provinzen und Territorien teilweise unterschiedliche Regelungen. Reisende sollten sich im Voraus auf Cannabis-In-Canada über die Rechtslage an ihrem Aufenthalt genauestens informieren. Reisende sollten insbesondere beachten, dass jeder Transport von Cannabis über Landesgrenzen hinweg weiterhin nicht gestattet ist.

Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit ist in Kanada verboten. In Fahrzeugen dürfen sich keine geöffneten alkoholischen Getränke in Reichweite des Fahrers befinden. Während kanadischer Feiertage können strengere Regelungen gelten.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist der Kanadische Dollar (CAD). Die Akzeptanz von Kreditkarten ist sehr hoch, das Abheben von Bargeld mit Bank- und Kreditkarten ist an entsprechend gekennzeichneten Geldautomaten vielerorts möglich.

Einreise und Zoll

Ein- und auch Durchreisebestimmungen können aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 derzeit abweichen, siehe Aktuelles.

Einreise- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie nur direkt bei den Vertretungen Ihres Ziellandes.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Nein
  • Vorläufiger Personalausweis: Nein
  • Kinderreisepass: Ja 

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:
Reisedokumente müssen mindestens noch für die Dauer des Aufenthalts gültig sein.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise und den Aufenthalt für Aufenthalte von bis zu sechs Monaten zu touristischen oder geschäftlichen Zwecken oder zum Transit kein Visum.

Deutsche Staatsangehörige, die auf dem Luftweg nach Kanada ein- bzw. durchreisen wollen, müssen vor Reiseantritt eine elektronische Reisegenehmigung (electronic Travel Authorization - eTA) beantragen. Bei Einreise auf dem Land- oder Seeweg ist diese eTA nicht erforderlich.

Für längere Aufenthalte und Erwerbstätigkeiten muss ein Visum vor Einreise beantragt werden.

Näheres zu den kanadischen Einreisebestimmungen bietet die Webseite der kanadischen Regierung.

Elektronische Reisegenehmigung (eTA)

Die elektronische Reisegenehmigung ist vor Antritt der Flugreise gegen eine Gebühr von 7 CAD (ca. 5 Euro) auf der Webseite der kanadischen Regierung beantragen. Dies ist auch durch Vertreter von Personen mit körperlicher oder geistiger Behinderung möglich. Nähere Informationen und Anleitungen finden sich auf der Webseite der kanadischen Regierung.

  • Beantragen Sie die eTA möglichst frühzeitig. Bei Ablehnung ist mit langen Bearbeitungszeiten zu rechnen, die Anforderung weiterer Nachweise liegt im Ermessen der kanadischen Behörden.
  • Benutzen Sie nur die offizielle Webseite der Regierung. Nicht-offizielle Webseiten bieten unter Erhebung deutlich überhöhter Gebühren die Vermittlung der eTA an, die zum Teil von den kanadischen Behörden nicht anerkannt wird.

Einreisekontrolle

Auch Reisende im Besitz einer elektronischen Reisegenehmigung haben keinen Anspruch auf die Einreise nach Kanada. Die endgültige Entscheidung obliegt dem zuständigen kanadischen Grenzpersonal der Einwanderungsbehörde CBSA, das aufgrund einer Befragung über die Einreise entscheidet. Reisende müssen den Beamten überzeugend darlegen, dass sie über ausreichende finanzielle Mittel für den geplanten Aufenthalt verfügen, keine Arbeitsaufnahme beabsichtigen und Kanada nach Ende des Besuchs wieder verlassen. Besonders bei der Vermutung einer Beschäftigung sind die kanadischen Behörden sehr streng.

Bei gewährter Einreise wird die zulässige Aufenthaltsdauer vom Grenzbeamten festgelegt und im Einreisestempel vermerkt. Anträge auf Verlängerung sollten 30 Tage vor Ablauf der zulässigen Aufenthaltsdauer gestellt werden.

Work Permit

Für die Ableistung von Praktika, die Aufnahme einer Au-Pair Tätigkeit oder ähnliche, auch unbezahlte Beschäftigungen ist die vorherige Einholung einer Arbeitserlaubnis („work permit") online über die Webseite der kanadischen Regierung bzw. über die Botschaft von Kanada in Wien erforderlich. Ausnahmen bestehen lediglich im Rahmen des deutsch-kanadischen Programms zur Jugendmobilität „International Experience Canada". Nähere Informationen finden sich ebenfalls auf der Webseite der Regierung.

Doppelstaater

Deutsche Staatsangehörige, die auch die kanadische Staatsangehörigkeit besitzen, können seit November 2016 nicht mehr nur mit ihrem deutschen Reisepass (und eTA) nach Kanada einreisen, sondern müssen zwingend im Besitz eines kanadischen Reisepasses sein.

Zuständige Auslandsvertretung für Visa

Die Visa- und Einwanderungsabteilung der Botschaft von Kanada in Berlin wurde geschlossen. Zuständig ist für Antragsteller aus Deutschland ist die Botschaft von Kanada in Wien/Österreich. Anträge im Rahmen des deutsch-kanadischen Abkommens zur Jugendmobilität (International Experience Canada) können nur online gestellt werden.

Minderjährige

Bei Minderjährigen, die allein, mit nur einem Elternteil oder einer dritten Person nach Kanada einreisen, muss mit einer Befragung über die Reiseumstände durch die Grenzbeamten gerechnet werden. Für diesen Fall sollten Nachweise über das Sorgerecht und eine schriftliche Einverständniserklärung des/der abwesenden Sorgeberechtigten mit deren Daten und Erreichbarkeiten in englischer oder französischer Sprache bereitgehalten werden.

Einfuhrbestimmungen

Zahlungsmittel ab einem Gegenwert von 10.000 CAD müssen bei Einreise deklariert werden.

Bitte beachten Sie bei der Einfuhr alkoholischer Getränke die Mindestaltersgrenze von 19 Jahren (bzw. 18 Jahre in der Provinz Alberta). Die zulässige Höchstmenge der Einfuhr für Spirituosen, Wein und Bier bietet der kanadische Zoll.

Das Verbringen von Cannabis über die Landgrenzen Kanadas ist nicht gestattet.

Die Einfuhr von Waffen muss bei der Einreise deklariert werden. Bei einem zulässigen Grund für die Einfuhr wird eine Genehmigung (sog. temporary registration permit) für bis zu 60 Tage erteilt.

Lebensmittel und Pflanzen müssen grundsätzlich bei der Einreise deklariert werden.

Die Einfuhrbestimmungen ändern sich regelmäßig, die aktuell geltenden Vorschriften bietet die Canadian Food Inspection Agency (CFIA).
Sollten Ihre Fragen dort nicht beantwortet werden, erhalten Sie weitergehende Zollinformationen für Kanada bei der kanadischen Botschaft in Wien.

Heimtiere

Informationen zur Einreise mit Heimtieren erhalten Sie auf der Webseite der Canadian Food Inspection Agency (CFIA). Die Impfvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Heimtierart, für Hunde und Katzen ist stets ein Nachweis über eine Tollwutimpfung erforderlich. Der EU-Heimtierausweis wird als Nachweis für bestehenden Impfschutz akzeptiert.

Gesundheit

Aktuelles

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Erkrankung COVID-19, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zur Pandemie erklärt.

Masern

Die WHO hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ggf. ergänzen.

Impfschutz

Für die Einreise nach Kanada sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden bei Aufenthalten in den nördlichen Landesteilen eine Impfung gegen Hepatitis B empfohlen, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition auch gegen Tollwut.
  • Die Meningitisimpfung (Schutzimpfung gegen Hirnhautentzündung) gehört in Kanada zum Standardimpfprogramm für Kinder und Jugendliche, sie ist als Reiseimpfung für diesen Personenkreis empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die DTG.

Medizinische Versorgung

Sanitäre und hygienische Verhältnisse entsprechen weitgehend denen in Deutschland. Das Gesundheitssystem in Kanada ist staatlich organisiert. Arzttermine sind sehr schwer zu bekommen. Im Bedarfsfall wenden Sie sich an sogenannte „walk-in clinics" und im Notfall gehen Sie direkt in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Behandlungen sind allerdings teuer und erfolgen mit Ausnahme von Erstmaßnahmen bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oft nur gegen Vorkasse oder zumindest direkte Bezahlung.

Das Leitungswasser ist trinkbar, enthält jedoch relativ viel Chlor, was den Geschmack beeinträchtigt.

Die Versorgung mit Medikamenten ist in Kanada gut. Verschreibungspflichtige Medikamente können mit kanadischem Rezept beschafft werden. Haltbare deutsche Spezialmedikamente können in den erforderlichen Mengen und unter Vorlage des Rezepts mitgebracht werden.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch einen Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die DTG.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss: 

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

Mehr

Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinischen Einrichtungen sind ausgezeichnet. Die Qualität der Gesundheitsversorgung entspricht meist dem deutschen Standard. Überlastung von Krankenhäusern und Ärzten und damit lange Wartezeiten bis zur Behandlung führen dazu, dass weder eine der deutschen adäquate Notfallversorgung noch eine durchgehende ärztliche Behandlung sichergestellt ist. Im Notfall wendet man sich deshalb am besten an eine so genannte "Walk-in Clinic". Eine Erste-Hilfe-Ausrüstung sollte in die abgelegenen nördlichen Landesteile mitgenommen werden.

Der Notdienst ist unter der Telefonnummer »911« zu erreichen.

Eine Reisekrankenversicherung bis zu 50.000 US$ Deckung ist absolut notwendig, da die Krankenhauskosten hoch sind (ab 1000-2000 US$ pro Tag; in manchen Provinzen 30% Zuschlag für Personen ohne ständigen Wohnsitz in Kanada).

Essen und Trinken

Das Leitungswasser ist trinkbar, enthält jedoch meist chemische Zusätze (Chlor), die den Geschmack beeinflussen. Einheimische und importierte Mineralwässer werden in großer Auswahl angeboten.

Das Wasser aus Seen und Flüssen sollte vor dem Genuss gefiltert, gekocht oder mit Wasseraufbereitungstabletten gereinigt werden, weil es mit Giardia kontaminiert sein könnte. 

Vorsicht ist beim Verzehr von unzureichend gegartem Fleisch geboten (v.a. Robben-, Walross- und Polarbärenfleisch). Es besteht die Gefahr einer Trichinose (Wurmerkrankung), die immer wieder vereinzelt auftritt. Bei vollständig durchgebratenem oder abgekochtem Fleisch besteht jedoch kein Infektionsrisiko.

Der Genuss von Muscheln direkt aus dem Meer kann zu Muschelvergiftungen mit Lähmungserscheinungen führen.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken - -
Typhus Nein -
Malaria Nein -
Cholera Nein -
Gelbfieber Nein -

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken, Poliomyelitis und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Vor allem im Südosten von British Columbia besteht von April bis September das Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Hepatitis B kommt landesweit vor. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Für Kinder und Jugendliche gilt eine Impfempfehlung gegen Meningokokken-Meningitis

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Es kommt immer wieder zu Ausbrüchen von Mumps und Masern infolge von zu geringen Durchimpfungsraten bei Kindern und Jugendlichen. Reisende sollten ihren Impfschutz bzw. eine mögliche Immunität durch eine schon erfolgte Erkrankung überprüfen.

In vielen Landesteilen besteht von Mai bis Oktober ein erhöhtes Infektionsrisiko für das durch Mücken übertragene West-Nil-Fieber. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Schweiz Ja Nein Ja
Andere EU-Länder Ja Nein Ja
Deutschland Ja Nein Ja
Österreich Ja Nein Ja
Türkei Ja Ja Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss während des Aufenthalts gültig sein (sollte jedoch möglichst noch mindestens 6 Monate ab der Ausreise gültig sein, weil das einige Fluggesellschaften verlangen).

Achtung: Der Ausdruck des eTAs muss bei der Einreise vorgelegt werden.

Anmerkung: Für die Beantragung eines eTAs wird ein elektronischer Reisepass benötigt.

Anmerkung zum Reisepass

Advanced Passenger Information System (Apis):
Das System der vorab erfassten Passagierdaten, Advanced Passenger Information System (Apis) genannt, verlangt die Registrierung der folgenden personenbezogenen Daten der Passagiere durch die transportierende Fluggesellschaft:
Name, Vorname, Geburtsdatum, Nationalität, Passnummer, Land des Wohnsitzes, Art des Reisedokuments und Geschlecht.
Die Daten werden entweder beim Check-in erfasst oder können von den Reisenden schon vor der Anreise zum Flughafen in einem Online-Formular eingegeben werden. Ein druckfähiges Formular ist herunterladbar.

Visainformationen

Achtung: Für Kanada besteht derzeit grundsätzlich eine Einreisesperre. Ausgenommen sind u.a. kanadische Staatsangehörige und deren engste Familienangehörige. Zudem müssen sich ankommende Reisende nach Ankunft 14 Tage lang selbst isolieren. 

Ein Visum ist allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen touristischen oder geschäftlichen Aufenthalt von bis zu 6 Monaten (wenn sie über den Luftweg einreisen, benötigen diese Staatsbürger ein eTA, außer sie sind Inhaber eines Visums für Kanada):

EU-Länder und Schweiz.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass mit Lichtbild oder eigener Reisepass für Kinder unter 12 Jahren, ab 12 Jahren nur mit eigenem Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Mitreisende visumpflichtige Kinder ab 18 Jahren müssen jeweils einen eigenen Visumantrag stellen.

Achtung: Personen unter 18 Jahren, die alleine oder mit einem Elternteil/Sorgeberechtigten oder einer anderen Person reisen, sollten eine schriftliche Genehmigung des anderen Elternteils/Sorgeberechtigten bzw. beider Eltern auf Englisch oder Französisch und Nachweise über das Sorgerecht sowie eine Kopie ihrer eigenen Geburtsurkunde einreichen. Der mitreisende Elternteil sollte Dokumente vorweisen können, aus denen hervorgeht, dass es sich um sein eigenes Kind handelt. Außerdem muss das allein reisende Kind den Namen des Erwachsenen vorlegen können, der sich in Kanada um die allein reisende minderjährige Person kümmert.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Vögel aus allen Ländern (ausgenommen sind die USA) wird für die Verbringung eine Einfuhrgenehmigung benötigt. Ggf. wird auch eine Bewilligung vom Canadian Wildlife Service verlangt. Nähere Informationen gibt die Canadian Food Inspection Agency. Maximal zwei Vögel dürfen eingeführt werden. Sie müssen sich in den letzten 90 Tagen beim Halter aufgehalten haben. Bei Vögel aus den USA muss der Besitzers den Eigentumsnachweis haben und die Vögel müssen bei der Einreise für gesund befunden werden.

Hunde und Katzen aus tollwutfreien Ländern dürfen mit einem Gesundheitszeugnis eines lizenzierten Tierarztes eingeführt werden, das das Tier deutlich identifiziert und bescheinigt, dass in dem Herkunftsland während der letzten 6 Monate vor der Einreise kein Tollwutfall aufgetreten ist und dass das Tier in dieser Zeit das Herkunftsland nicht verlassen hat. Ein Impfpass muss eine in den letzten drei jahren durchgeführte Tollwutimpfung nachweisen. Ausgenommen sind Hunde und Katzen unter 3 Monaten.
Für Hunde und Katzen unter 8 Monaten, die bei der Verbringung nach Kanada nicht von ihrem Besitzer begleitet werden, gelten die oben ausgeführten Bestimmungen. Nähere Informationen gibt die Canadian Food Inspection Agency.  Internetseite www.inspection.gc.ca unter der Rubrik Animals - Import und dort unter Pets.

Hunde und Katzen aus nicht tollwutfreien Ländern dürfen mit einem gültigen Impfzertifikat eines lizenzierten Tierarztes gegen Tollwut nach Kanada verbracht werden. Das Impfzertifikat muss in englischer oder französischer Sprache ausgestellt sein.

Bearbeitungsdauer

Postalisch mindestens 6- 8 Wochen. Persönliche Antragstellung: unterschiedlich, z. T. am selben Tag, aber auch bis zu 2 Wochen und länger.

Aktuelle Bearbeitungszeiten weltweit sind vom Government of Canada erhältlich.

Gültigkeit

Visumfreie Einreise bis zu 6 Monate. Die Länge des Aufenthaltes wird bei der Einreise von der Einwanderungsbehörde festgelegt.

Aufenthaltsverlängerung

Ein Antrag auf Verlängerung des Aufenthalts muss mindestens 30 Tage vor Ablauf des genehmigten Aufenthalts beim Case Processing Centre (CPC) in Vegreville (Alberta) eingereicht werden. Weitere Informationen von Immigration Canada in englischer oder französischer Sprache).

Visaarten und Kosten

Besucher- und Transitvisum.

Kosten

Deutschland, Österreich, Schweiz
Die folgenden Visagebühren gelten u.a. für Türken:
Besuchervisum: 100 Can$, einfache Einreise und mehrfache Einreise).
Studienerlaubnis: 150 Can$, enthält Visumgebühr falls ein Visum benötigt wird, Gültigkeitsdauer hängt vom jeweiligen Studienprogramm ab).

Zusätzliche Bearbeitungsgebühr der VFS Services Germany GmbH: 38,26 €.

Antrag erforderlich

(a) Ausgefüllte Antragsformulare IMM 5257 und IMM 5645.
(b) 2 aktuelle biometrische Passfotos (weitere Informationen sind vom Government of Canada erhältlich.)
(c) Reisepass, der für den gesamten Aufenthalt gültig ist und mindestens eine freie Seite enthält, sowie Kopie aller relevanten Seiten.
(d) Gebühr (Bezahlung nur online möglich, Beleg muss dem Antrag beigelegt werden).
(e) Frankierter Einschreiben-Rückumschlag.
(f) Nachweis über ein Rückflugticket.
(g) Nachweis eines gefestigten Aufenthaltsstatus im Herkunftsland.
(h) Urlaubs- und Beschäftigungsnachweis oder Gewerbeanmeldung.
(i) Nachweis ausreichender Geldmittel (die drei letzten Kontoauszüge/Arbeitsvertrag/Einkommenssteuerbescheid).
(j) Einladung des Gastgebers in Kanada oder genaue Angaben über Reisearrangements.
(k) Kopie der Unterlagen des Gastgebers zu dessen Status in Kanada.
(l) Private Krankenversicherung.
(m) ggf. unbefristete Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, Österreich, die Niederlande oder die Schweiz.
(n) Verheiratete: Kopie der Heiratsurkunde zusammen mit der Meldebescheinigung für die ganze Familie.
(o) Personen unter 18 J., die alleine reisen oder nur mit einem Elternteil: Kopie der Geburtsurkunde und Einverständniserklärung der abwesenden Elternteile auf Englisch oder Französisch. Einverständniserklärungen in allen anderen Sprachen müssen beglaubigt sein.
(p) Gebühr (Überweisungsbeleg).

(q) U.a. Staatsangehörige der Türkei: Biometrische Daten wie Fingerabdruck und biometrisches Passbild (Erneuerung alle 10 Jahre) zusammen mit einer Bearbeitungsgebühr von 85 CAD$ pro Person. 

Besuchervisum

vollständige Liste der benötigten Dokumente: www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/services/application/application-forms-guides.html

Bei der Visumabholung durch eine andere Person als den Antragsteller ist eine Vollmacht des Antragstellers erforderlich.

Geschäftsreisen zusätzlich:
(q) Entsendungsschreiben der Firma mit Angaben zu Reiseanlass und -dauer, Bestätigung der Kostenübernahme und Bescheinigung, dass der Reisende ein festes Anstellungsverhältnis hat.

Geld

Geldwechsel

Geld kann bei Banken, bei offiziell anerkannten Geldinstituten und in Wechselstuben umgetauscht werden. Geschäfte, Hotels und Restaurants tauschen zwar auch Geld, jedoch gewöhnlich zu einem schlechteren Kurs als Geldinstitute.

Währung

1 Kanadischer Dollar = 100 Cents. Währungskürzel: C$, CAD (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 100, 50, 20, 10 und 5 C$. Münzen in den Nennbeträgen 2 und 1 C$ sowie 50 (selten), 25, 10, 5 und 1 Cent (1-Cent-Münzen werden seit 2012 nicht mehr geprägt).

Devisenbestimmungen

Keine Beschränkungen. Deklarationspflicht ab einem Betrag im Gegenwert von 10.000 C$.

Kreditkarten

Internationale Kreditkarten wie Mastercard und Visa, aber auch American Express und Diners Club werden in Kanada fast überall akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Reiseschecks sind in Deutschland und in der Schweiz nicht mehr und in Österreich kaum noch erhältlich.

Reiseschecks in kanadischen Dollar können in Kanada in den Großstädten in einigen Banken und Wechselstuben eingewechselt werden.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 09.00-16.00/17.00 Uhr, donnerstags und freitags manchmal länger.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Kanada eingeführt werden:

200 Zigaretten und 50 Zigarren (oder Zigarillos) und 200 Feinschnitttabaken (Sticks) und 200 g Tabak*;
1,14 l Spirituosen oder 1,5 l Wein und bis zu 8,5 l Bier in Dosen/Flaschen Bier*;
Geschenke im Wert von bis zu 60 Can$ pro Person (jedoch kein Alkohol oder Tabakwaren).

[*] Die angegebenen Alkohol- und Tabakmengen gelten für Personen ab 18 Jahren bei der Einreise nach Alberta, Manitoba und Québec bzw. für Personen ab 19 Jahren bei Einreise nach British Columbia, Prince Edward Island, Northwest Territories, Yukon Territory, New Brunswick, Newfoundland und Labrador, Ontario, Saskatchewan und Nova Scotia.

Verbotene Importe

Schusswaffen, Sprengstoffe, vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere, Drogen (auch Cannabis).

Verbotene Exporte

u.a. Drogen (auch Cannabis).

Quellenangaben
  • Marco Polo - Kanada, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2021-14, 2017-13, 2014-12, 2009-10
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Kanada - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 13.06.2021 (Unverändert gültig seit: 11.06.2021)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 13.06.2021 (Unverändert gültig seit: 11.06.2021)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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