Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Bulgarien

Steckbrief

Bulgarien - Fakten

Ländername Republik Bulgarien, Republika Balgaria
Beste Reisezeit Mai, Juni, September
Fläche 110.993 km2
Hauptstadt Sofia
Bevölkerung 6.951.482
Sprache Bulgarisch, weitere Sprachen entsprechen den Gebieten der ethnischen Minderheiten
Religion Bulgarisch-orthodox 82,6%, muslimisch 12,2%, römisch-katholisch 1,7%, Juden
Staats-/Regierungsform parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Präsident Rumen Radev seit 22.01.2017, in direkter Wahl auf fünf Jahre gewählt (Bulgarischen Sozialistischen Partei BSP; als unabhängiger Kandidat gewählt)
Regierungschef Ministerpräsident Boyko Borisov seit 04.05.2017, vorige Amtszeiten: 27.07.2009 bis 20.02.2013 und 07.11.2014 bis 14.11.2016 (Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens GERB)
Außenminister Ekaterina Gecheva-Zaharieva seit 04.05.2017 (GERB)
Währung Lev (BGN), an den Euro gebunden: 1 Euro = 1,95583 BGN
Zeitzone MEZ+1
Stromnetz 220V/ 50Hz
Reiseadapter Nicht notwendig
Kfz-Länderkennzeichen BG
ISO-3166 BG, BGR
Internet-TLD .bg
Landesvorwahl +359
Website http://www.government.bg/
Reisepass & Visum Nicht notwendig
Geeignet für Kultur, Meer, Wintersport, Feiern

Geographie

Hügelländer und Ebenen prägen zwei Drittel der vielgestaltigen Landschaft, während das übrige Drittel von Gebirgen bedeckt ist. Das nordbulgarische Donauhügelland ist eine mit Löss bedeckte, 100–500 m hohe Plateaulandschaft, durch die sich zahlreiche Zuflüsse ziehen. Es bricht in einer Steilstufe zur Donauebene ab, an die sich in südlicher Richtung der Balkan, die Oberthrakische Tiefebene (Marizabecken) und die höchsten bulgarischen Gebirge Rila, Pirin und Rodopi anschließen. Die östliche Grenze bildet die Schwarzmeerküste. Die Donau ist der Grenzfluss zu Rumänien und der einzige schiffbare Fluss des Landes. Der Norden Bulgariens wird vom gemäßigten Kontinentalklima und der Süden vom subtropischen Klima des Mittelmeer-raums geprägt. Großen Einfluss auf das Klima haben auch die Gebirge. Im 130 km langen Rosental südlich des Balkans befinden sich die größten Rosenpflanzungen der Erde.

Politik und Bevölkerung

Nach der Verfassung von 1991 ist Bulgarien eine parlamentarische Republik. Das auf vier Jahre gewählte Parlament, die Volksversammlung, besteht aus einer Kammer. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der direkt vom Volk gewählt wird. Die Bevölkerung ist sehr ungleichmäßig verteilt. Gut zwei Drittel der Bewohner des Landes leben in Städten. Die größte ethnische Gruppe sind die Bulgaren, die über einen historisch langen Zeitraum aus Slawen, Altbulgaren und Thrakern hervorgegangen sind und heute ca. 85 % der Bevölkerung ausmachen. Über 85 % der Bulgaren sind orthodoxe Christen.

Geschichte und Kultur

Der bulgarische Staat ist einer der ältesten in Europa. Er wurde bereits 681 gegründet. Im 9. Jh. wurde Bulgarien christianisiert und das bulgarische Alphabet geschaffen. Die um die Mitte des 14. Jh. einsetzende türkische Fremdherrschaft hatte große Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes. Nach mehreren Befreiungskämpfen wurde Bulgarien 1878 als Fürstentum autonom. 1947 wurde die Volksrepublik Bulgarien gegründet, die bis Ende des 20. Jh. wirtschaftlich und politisch eng mit dem Ostblock verflochten war. Seit 2007 ist das Land Mitglied der Europäischen Union. Unter den Türken blühte die Volkskunst auf, hervorzuheben sind vor allem Ikonen, Stickereien und Weberei. Heute werden diese selten gewordenen Künste nur noch in abgelegenen Klöstern gepflegt. Bulgarien besitzt eine reichhaltige und interessante Folklore. Volkstänze, -lieder und -trachten sind regional differenziert und sehr vielfältig. Der bekannteste bulgarische Künstler ist Christo (Jawaschew), der u. a. den deutschen Reichstag verhüllte.

Bulgarien - Geschichte

681–1018 Erstes bulgarisches Reich; größte Ausdehnung unter Simeon I.
863 Erstes slawisches Alphabet, Begründung der slawischen Schriftsprache durch die Mönche Kiril und Metodij
865 Christianisierung
1018–1185 Byzantinische Herrschaft
1185–1396 Zweites bulgarisches Reich
1396–1878 Osmanische Herrschaft, Christen unterstehen dem Patriarchen von Konstantinopel
Ab 1762 „Nationale Wiedergeburt“: Bestrebungen nach kultureller und kirchlicher Selbstständigkeit; ab Mitte des 19. Jhs. formiert sich eine nationalrevolutionäre Bewegung
1876–1878 Aprilaufstand der nationalen Bewegung wird niedergeschlagen (1876); russisch-türkischer Krieg (1877–1878)
1878 Bulgarien wird unabhängig, ein Teil bleibt unter osmanischer Hoheit
1879 Erste demokratische Verfassung, Bulgarien wird Fürstentum
1887 Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha wird Fürst von Bulgarien
1908 Fürst Ferdinand erklärt die Unabhängigkeit beider Teile Bulgariens. Das Land wird wieder Zarenreich
1912–1913 Balkankriege
1918 Zar Boris III. (bis 1943)
1941 Eintritt in den Zweiten Weltkrieg an der Seite Deutschlands. Königshaus und Bevölkerung widersetzen sich erfolgreich der Verfolgung und Deportation der im Land lebenden Juden
1944 Sowjetische Truppen besetzen das Land
1946 Bulgarien wird zur Volksrepublik erklärt
1989 Ende der Einparteienherrschaft
1990 Erste freie Wahlen seit mehr als 50 Jahren
2004 Mitgliedschaft in der Nato
2007 Bulgarien wird EU-Mitglied
2009 Die bürgerliche GERB wird Regierungspartei
Klimadaten
Burgas
Sofia
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Ulitsa Frederic Jolio-Curie 25 | Sofia | Tel. 02 918380 | www.sofia.diplo.de

Österreichische Botschaft

Ulitsa Shipka 4 | Sofia | Tel. 02 9329032 | www.bmeia.gv.at/botschaft/sofia

Schweizer Botschaft

Ulitsa Shipka 33 | Sofia | Tel. 02 9420100 | www.eda.admin.ch/sofia

Notruf

Notruf Tel. 112, Feuerwehr Tel. 160, Notarzt Tel. 150, Polizei Tel. 166

Internet

Die informativsten Internetportale für alles rund um Bulgarien sind www.dir.bg, www.online.bg und www.search.bg, jeweils auf Bulgarisch und Englisch. Neuigkeiten auf Deutsch gibt es unter www.bulgarien.de. Viele Informationen über verschiedene Tourismusbereiche finden Sie z. B. bei www.discover-bulgaria.com, www.bulgariatravel.org und www.bulgarien-reise.de. Onlinebuchungen sind zum Teil möglich, eine Auswahl von Hotels finden Sie auf den Seiten www.hotelbg.com und www.hotelite.net. Restaurants und Bars gibt es unter www.restaurant.bg und shaker.dir.bg, Diskotheken und Nachtclubs unter www.disco.bg. Eine relativ gute Übersicht über den Tourismus an der Schwarzmeerküste bietet www.beachbulgaria.com. Nachrichten über aktuelle Politik, aber auch allgemeine Informationen bieten die Nachrichtenwebsites www.novinite.com und www.sofiaecho.com. Einzelne Städte sind bereits mit Websites im Internet vertreten. Veranstaltungen und Kulturtipps gibt es auf den Seiten www.programata.bg und www.cult.bg. Fast alle großen Hotels bieten WLAN an.

Internetcafés

In jeder größeren Stadt gibt es zumindest ein kleines Internetcafé. Die Ausstattung der Computer ist allerdings oft rudimentär. In den Hochburgen am Gold- und Sonnenstrand führen viele Hotels eigene Internetcafés. – Sofia: Internet Centre Garibaldi (Ulitsa Graf Ignatiev 6) – Varna: BGZone (Ulitsa Kjustendzha 24) – Plovdiv: Internet Club Neo (Ulitsa Raiko Daskalov 48) ; Internet Club Fantasy (Ulitsa Knjaz Aleksandar Batemberg 31)

WLAN

Über einen WLAN-Internetzugang verfügen hauptsächlich Einrichtungen in den Großstädten und an der Schwarzmeerküste. Viele Hotels haben WLAN, auch einige Restaurants, Cafés, Verkaufsmärkte und die OMV-Tankstellen rund um Sofia.

Telefon & Handy

Hotels bieten Stadtgespräche häufig sehr günstig, in Sofia sogar kostenfrei an. Auslandsgespräche dagegen sind teuer. Vorwahlen: Tel. 0049 nach Deutschland, Tel. 0043 nach Österreich, Tel. 0041 in die Schweiz, Tel. 00359 von Europa nach Bulgarien, dann jeweils die Stadtvorwahl ohne die Null.

Telefonieren mit dem Handy: Beim Roaming spart, wer das günstigste Netz wählt. Mit einer bulgarischen Prepaid-Karte, die Sie vor Ort kaufen können, entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Die am häufigsten benutzten Anbieter sind M-Tel und Globul. Ihre SIM-Karten gibt es in Firmenshops in allen großen, aber auch in vielen kleineren Orten zu kaufen. Sie können Prepaid-Karten vor der Anreise kaufen. Sie sind zwar teurer, ersparen aber ebenfalls alle Roaming-Gebühren.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Die höchsten Feiertage in Bulgarien sind die Osterfeiertage und Weihnachten. Hoch angesehen sind auch der Nationalfeiertag am 3. März und der nationale Kulturfeiertag (24. Mai). Ausgiebig feiern die Bulgaren ihre Namenstage. Die Mehrheit der Muslime begeht zudem die religiösen Feiertage des Islam.

Feste & Festivals

Es gibt zahlreiche Festivals der klassischen Musik, des Jazz und der Folklore. Besonders beliebt bei den Bulgaren sind die sogenannten Sabori. Bei diesen volkstümlichen Festen auf dem Lande wird musiziert und getanzt, gegessen und getrunken.

Februar

Am Samstag sechs Wochen vor Ostern: Todor-Tag (Todorovden), auch Kleinostern genannt. Auf dem Dorfplatz findet zu Ehren des Heiligen Theodor, des Schutzpatrons von Pferd und Reiter, ein Volksfest mit Pferderennen statt.

März/April

1. März: Frühlingsanfang. Man überreicht sich gegenseitig die Martenica, zwei kleine, rot-weiße Troddeln an den Enden eines rot-weißen Fadens. Sie dürfen erst wieder abgenommen werden, wenn ein Storch gesichtet wurde.

März: Beginn der Fastenzeit. Männer in Tierkostümen (Kukeri) und mit Fruchtbarkeitssymbolen behängt, ziehen durchs Dorf und tanzen auf dem Dorfplatz.

Mitte März: Sofia International Film Festival. Neun Kinos in Sofia zeigen Spiel-, Dokumentar- und Animations- und Kurzfilme: Blockbuster, Low-Budget-Filme, experimentelles Kino. In Wettbewerben werden die besten Filme ausgezeichnet. Die Kinofilme in Bulgarien werden in Originalsprache mit Untertiteln gezeigt.

März: Internationales Festival Martenski musikalni Dni für sinfonische, Kammer- und Opernmusik in Ruse

Acht Tage vor Ostersonntag: Lazarovden, Fruchtbarkeitswünsche und Brautschau – junge Mädchen in Nationaltrachten singen und tanzen.

Mai

6. Mai: Georgievden: Tag des Schutzheiligen der Armee – überall finden Militärparaden und Feierlichkeiten statt.

In ungeraden Jahren: Festival des Humors und der Satire in Gabrovo

21. Mai: Nestinarstvo: zum Namenstag der Heiligen Elena und des Heiligen Konstantin Feuertänze auf glühenden Kohlen. Vor allem im Südosten (Balgari, Brodilovo, Rezovo)

Mai–Juli

Sofiiski musikalni Sedmizi: Festival für klassische und moderne Orchestermusik in Sofia

Juni

Anfang des Monats: Festival der Rosen in Karlovo und Kazanlak. Rituale der Rosenernte in folkloristischer Darbietung.

Mitte Juni–Mitte August Varnaer Sommer: klassische Musik, Oper und Ballett – ein renommiertes Festival mit vorzüglichen Ensembles aus aller Welt, Ballettwettbewerb alle zwei Jahre

Juli

Joghurt-Festival in Razgrad. „Lactobazillus bulgaricus“ sei Dank ist der bulgarische Naturjoghurt weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Das Sauermilchprodukt wird auch in Gaststätten angeboten.

August

Folklorefestival in Koprivshtitsa, eine Mischung aus Popfestival und mittelalterlichem Jahrmarkt

Internationales Jazzfestival in Bansko, immer vom 8. bis 13.

September

Apolonia-Festival der Künste in Sozopol an der Schwarzmeerküste

Offizielle Feiertage

1. Januar Neujahr
3. März Nationalfeiertag
März/April Ostermontag (Termin richtet sich nach dem orthodoxen Kalender)
1. Mai Tag der Arbeit
6. Mai Tag der bulgarischen Armee
24. Mai Tag der bulgarischen Bildung und Kultur, im Volksmund Kiril und Metodij
6. September Tag der Vereinigung
22. September Tag der Unabhängigkeit
1. November Tag der Volksaufklärer
24., 25. und 26. Dezember Weihnachten
Mobilität vor Ort

Auto

Der nationale Führerschein genügt, die internationale grüne Versicherungskarte ist aber obligatorisch, sonst muss an der Grenze eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Für Schadensregulierung ist ein Polizeiprotokoll erforderlich. Höchstgeschwindigkeiten: PKW auf Autobahnen 130 km/h, auf Landstraßen 90 km/h, in Ortschaften 50 km/h; PKW mit Wohnwagen und Motorräder 100/70/50 km/h.

Telefonieren im Auto ist nur mit einer Freisprechanlage erlaubt. Vom 1. November bis 1. März ist tagsüber mit Abblendlicht zu fahren. Promillegrenze: 0,5. PKW, Motorräder und Wohnmobile benötigen eine Vignette. Sie wird an allen Grenzübergängen in drei Varianten verkauft: Sieben Tage kosten 5 Euro, ein Monat 13 und ein Jahr 34 Euro.

Der Pannendienst hat die Rufnummer Tel. 02 91146 und Tel. 146. Zuständig für den zentralen Pannendienst ist der Sajus na Balgarskite Avtomobilisti SBA in Sofia (Ploshtad Pozitano 3 | Sofia | Tel. 02 9357935 | www.uab.org).

Öffentliche Verkehrsmittel

Sowohl der innerstädtische wie auch der Überlandverkehr verfügen über ausgedehnte Netze und sind preiswert. Im Fernverkehr ist meistens der Bus der Eisenbahn vorzuziehen; über die Busunternehmen kann man sich bei den großen Hotels erkundigen. Zu empfehlen sind die großen Gesellschaften Etap Adress/Grup plus (etapgroup.com) und Biomet (www.biomet-bg.com). Abfahrtszeiten an den zentralen Busbahnhöfen. Inlandsflüge gibt es zwischen Sofia und Varna und zwischen Sofia und Burgas.

Taxi

Ein Taxameter ist Pflicht, ebenso eine Quittung. Ein Schild mit dem Kilometerpreis muss sichtbar an der Frontscheibe oder am Fenster des Wagens hängen. Fragen Sie den Taxifahrer nach dem Gesamtpreis, bevor Sie einsteigen.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Qualität und Auswahl von Restaurants sind heute größer denn je. Neben klassischen Restaurants gibt es volkstümlich eingerichtete, kleine Wirtshäuser (Han, Hanche). Mehana nannte man früher die einfache Kneipe; heute werden in diesen typisch bulgarischen Lokalen neben Bier, Schnaps und Wein auch frische Salate, Gegrilltes und Regionalgerichte serviert. In den letzten Jahren haben viele modern eingerichtete Cafés eröffnet, die eine gute Auswahl an Vor-, Haupt- und Nachspeisen sowohl mittags als auch abends anbieten. In den größeren Städten und in den Tourismuszentren gibt es zudem Pizzerias und internationale Fastfood-Restaurants

Obwohl sich mittlerweile ein reiches Angebot an sogenannten Kaffeehäusern entwickelt hat, ist die traditionelle Sladkarnica nach wie vor beliebt. Der „Ort fürs Süße“ (so die wörtliche Übersetzung) ist eine Art Konditorei und volkstümliches Gemeingut. Bei der Bestellung des Kaffees sollten Sie angeben, welche Art Sie wünschen (Espresso, Cappuccino, Nescafé oder türkischen Kaffee), sicherheitshalber auch den Grad der Süße, da z. B. beim türkischen Kaffee der Zucker mitgekocht wird. Daneben gibt es noch eine Fülle von Buden und Ständen: Da die Bulgaren gern knabbern, stehen überall Verkäufer mit Erdnüssen, Sonnenblumen- und Kürbiskernen.

Die Preise in den Restaurants sind durchweg erschwinglich: Zwei Personen werden für ein Menü und eine Flasche bulgarischen Wein selten mehr als 30 Euro ausgeben. Nur in den großen touristischen Zentren erreichen die Preise westeuropäisches Niveau.

Die bulgarische Küche ist für die reiche Verwendung von Gemüse und Früchten bekannt. Berge von Wassermelonen türmen sich ab dem Frühsommer an den Straßenrändern. Im Herbst werden die Melonenberge von Kürbissen, später dann von Kohlköpfen abgelöst. Man ist hier stolz auf die im Land angebauten Früchte. Spätestens wenn Sie einmal bulgarische Tomaten gekostet haben, werden Sie verstehen, warum.

Bulgarien ist und bleibt übrigens eine gentechnikfreie Zone. Der Grund sind die strengen Schutzbestimmungen rund um Naturschutzgebiete, Bioanbauflächen und Bienenstöcke. Bulgarien ist ein Land der Hobbyimker, es bleibt praktisch kein Platz für genmanipulierte Pflanzen. Geplant ist, die Biolandwirtschaft auszubauen, künftig sollen 8 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche so genutzt werden.

Das Frühstück hat in Bulgarien – wie in allen südeuropäischen Ländern – keine besonders große Bedeutung. Die meisten Hotels haben sich natürlich mit einem entsprechenden Angebot an die mitteleuropäischen Gewohnheiten angepasst. Wenn Sie sich aber allein auf die Suche nach einem Frühstück aufmachen, werden Sie vermutlich zu den beliebten Backwaren greifen müssen. Hierzu zählt die Banica, oft auch unter ihrem türkischen Namen Bjurek geläufig, das ist ein meist mit Schafskäse, zuweilen auch mit Hackfleisch gefüllter Blätterteig. Man bekommt sie in Lokalen, die eine Mischung aus Bäckerei und Snackbar darstellen. Die pfannkuchenartige, mit Puderzucker bestreute Mekiza ist vor allem bei Kindern ein Renner.

Die bulgarische Hauptmahlzeit beginnt meist mit einem Salat. Er hat vor allem die Funktion, den Schnaps zu begleiten, den man als Aperitif zu sich nimmt. Von den zahlreichen Obstschnäpsen rühmen die Bulgaren am meisten den Pflaumenschnaps Trojanska Slivova. Außerdem zu empfehlen sind die etwas milderen Muskatova-Sorten, vor allem der Burgaska Muskatova oder Slivenska Perla. Zu den Hauptgerichten wird oft keine Beilage, sondern nur Brot gereicht. Als „Garnitur“, wie es im Bulgarischen heißt, sind vor allem Beilagen aus Kartoffeln zu empfehlen.

Sogar die einfachsten Restaurants bieten eine große Auswahl an Vorspeisen, wie Kjopolu, Leber oder panierten Schafskäse. Die Hauptgerichte basieren hauptsächlich auf Fleisch. Sehr beliebt sind Kebapcheta oder Steaks vom Grill. Typisch sind die mit Hackfleisch gefüllten Paprikaschoten oder Weinblätter. Für Letztere gibt es auch eine vegetarische Variante.

Die Desserts sind meist sehr süß. Dazu gehören verschiedene Sorten Baklava, ein Gebäck aus Blätterteig, das mit gehackten Walnüssen gefüllt, mit einem Sirup aus gekochtem Zuckerwasser getränkt und mit Zimt gewürzt wird. Auch Joghurt mit Honig, Crème caramel oder Eis sind typische Nachspeisen. Gleichzeitig wird frisches Obst je nach Saison serviert.

Der bulgarische Wein kann auf eine fast 5000-jährige Tradition zurückblicken. Schon Homer erwähnt in seiner „Ilias“ die regelmäßigen Lieferungen von thrakischem Wein, die Troja erreichten. Auch in der „Odyssee“ findet der „wie Honig süße Wein“ bereits Erwähnung. Zwar ist das Land für Liebhaber trockener Weine immer noch kein Traumziel, doch das Angebot ist inzwischen viel größer geworden.

Die besten Rotweine sind vollmundig und robust, viele der guten Weißweine zeichnet ein angenehmes Bukett aus. Unter den einheimischen Rebsorten gehören sowohl ihrer Qualität wie auch ihrer mengenmäßigen Bedeutung nach Gamza, Mavrud, Pamid, Dimjat und Misket zu den Spitzenreitern. Reine Dessertweine sind der Mavrud aus Asenovgrad und der Misket Slavjanska.

Einkaufen und Shoppen

Shopping kann während eines Bulgarienaufenthalts zu einem faszinierenden Erlebnis werden – wenn man für Überraschungen offen ist, die Geduld nicht zu rasch verliert und den Einkaufsbummel als ausgedehnten Spaziergang begreift. Grundsätzlich gilt, dass viele Händler alles verkaufen, was ihnen unter die Finger kommt. Egal ob Lebensmittel, Kleidung oder Souvenirs, immer gilt: Außerhalb der Touristenzentren sind die Preise wesentlich niedriger.

Markt & Flohmarkt

Basare

Auf keinen Fall sollten Sie Bulgarien verlassen, ohne die unterschiedlichen Arten von Märkten genossen zu haben. Besondere Einblicke in den bulgarischen Alltag gewinnen Sie auf den Basaren: Außerhalb der Stadtzentren haben sich Basare etabliert, für die „Flohmarkt“ eine verniedlichende Bezeichnung wäre. Ramsch jeglicher Art wird hier feilgeboten, von der verrosteten Mistgabel bis zum krächzenden Grammofon. Viele Anbieter kommen aus Russland, China, der Türkei, dem früheren Jugoslawien. Die meisten Händler haben feste Preise, lassen sich aber dennoch auf Feilschen ein. Der größte Basar nicht nur Bulgariens, sondern auf dem ganzen Balkan, ist der Stock basaar Ilianci in Sofia.

Jede größere Stadt hat mindestens einen offenen Markt für Obst und Gemüse. Bauern aus der Umgebung verkaufen ihre Erzeugnisse, darunter Käse, Fleisch, Eier. Der Markt ist der Mittelpunkt des sozialen Lebens in der Stadt: Man trifft hier Bekannte und Freunde, trinkt Kaffee, philosophiert über Politik und erzählt vom Alltag. Sehr bekannt ist der Frauenmarkt (Zhenskija Pazar) in Sofia.

Mode

Kleidung & Schuhe

Die Zahl der kleinen Boutiquen in den Städten ist riesig, die Preise reichen von richtig teuer bis Schnäppchen. Vorsicht ist bei angeblichen Markenwaren geboten. Oft handelt es sich um billige Imitate. Shoppen können Sie am besten in Sofia. Viele internationale Labels haben ihre Geschäfte in der Hauptstadt, die Preise sind westeuropäisch. Auch teure einheimische Mode, Pelzkleidung und Luxusartikel sind im Angebot.

Kunstgalerie

Kunst & Antiquitäten

In den letzten Jahren ist die Zahl der Kunstgalerien in den Städten und in den Tourismuszentren enorm gestiegen. Sie bieten Kunstwerke verschiedener Art – von Gemälden, Plastiken und Ikonen bis Schmuck, Handwerk und Trachtenmode. In den Antiquitätenläden findet man Möbel, Uhren, Geschirr, Kleinkram. Solche Läden gibt es vor allem in den großen Städten, sie sind oft sehr klein und vollgestopft. Es lohnt sich, hier zu stöbern, und der Preis ist fast immer verhandelbar.

Souvenirs

Mitbringsel

Lohnend sind Töpferwaren, Porzellanservice, Lederwaren und Besticktes (Blusen, Tischdecken), Kupfer- und Zinngefäße. Oft bieten Frauen gehäkelte oder geklöppelte Tischdecken, Schals und Umhänge auf den Straßen an. Zu den typischen Souvenirs gehören Rosenöl (in hübschen, kleinen Holzgefäßen), Puppen in ländlicher Tracht und Holzschnitzereien. Anspruchsvolle Produkte nicht nur dieser Art bieten die Geschäfte des Verbands der bulgarischen Künstler an.

Einkaufszentrum

Shoppingmalls

Die Rieseneinkaufszentren, die Malls, sind auch in Bulgarien angekommen – und boomen. In ihnen kann man nicht nur einkaufen, sondern seine neuen Klamotten vorführen, Freunde treffen, etwas essen, ins Kino gehen und entspannen. Malls mit WLAN gibt es vor allem in Sofia und Varna.

Tabak, Wein & Spirituosen

Es lohnt sich, den Pflaumenschnaps Trojanska Slivova mitzunehmen, ebenfalls den Weinbrand Pliska, den Anisschnaps Mastika oder die besten Rotweine. Vorsicht ist angebracht, wenn Ihnen an Straßenständen importierte Getränke zu unglaublich niedrigen Preisen angeboten werden: Nicht immer ist das drin, was draufsteht.

Öffnungszeiten

In der Regel haben Lebensmittelgeschäfte montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr, Bekleidungsgeschäfte von 10 bis 19 Uhr und Banken von 9 bis 16 Uhr auf. Auch samstags sind Supermärkte, Einkaufszentren und kleine Läden geöffnet. In fast allen größeren Städten gibt es Lebensmittelgeschäfte, die von Montag bis Sonntag rund um die Uhr geöffnet haben. Die Postämter sind meist montags bis samstags von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Briefmarken sind hier und an einigen Kiosken erhältlich.

Fotografieren

Die meisten Bulgaren lassen sich fotografieren und nehmen es mit südländischer Gelassenheit. Das Fotografieren militärischer Anlagen ist untersagt. In Kirchen wird es unterschiedlich gehandhabt.

Spezialitäten

Baklava sehr süße, siruphaltige Blätterteigtaschen, meist mit Nüssen gefüllt
Banica Blätterteigtaschen, mit Schafskäse gefüllt
Gjuvech im Topf gebackene Mischung aus Gemüse mit Fleisch und Kartoffeln
Kachamak eine Art Maisbrei, mit Ei und Käse überbacken, im Tontopf serviert
Kavarma Gulasch vom Hammel oder Schwein mit Gemüse und Tomatenmark im Tontopf serviert
Kebapcheta Hackfleischröllchen vom Grill
Kjopolu Auberginensalat. Es gibt ihn nicht überall, aber wenn Sie ihn finden, sollten Sie ihn unbedingt probieren
Kjufte Hackfleischklößchen vom Grill
Lukanka salamiartige Wurst, die auf Platten in Scheiben geschnitten serviert wird
Meshana Skara gemischtes Fleisch vom Grill
Musaka Auflauf mit Auberginen, Tomaten und gehacktem Fleisch
Ovcharska Hirtensalat: gemischter Salat mit Schinken, Oliven und geriebenem Schafskäse
Palachinka gefüllter Pfannkuchen (mit Schokolade, Marmelade etc.)
Shopska-Salat der bulgarische Klassiker: Tomaten-Gurken-Salat mit Paprika und geriebenem Schafskäse darauf
Sirene po shopski im Tontopf gebackener Schafskäse mit Tomaten und Ei
Skumrija gegrillte Makrele, ein Klassiker der bulgarischen Küche
Snezhanka Gurkensalat in eingedicktem Joghurt, mit Walnussstückchen garniert
Tarator kalte Gurkensuppe, angemacht mit Dill, Walnüssen und viel Knoblauch. Sehr erfrischend, vor allem in den Sommermonaten
Stichworte

Fauna und Flora

Bulgarien hat zwei Gesichter: das satte Grün und die volle Blüte der zahlreichen Felder und Plantagen des fruchtbaren Bodens sowie das karge, verbrannte Braun des Spätsommers, wenn das Land der Sonne seinen Tribut zollt. Die Pflanzen- und Tierwelt weisen ebenfalls auf den Grenz- und Übergangscharakter Bulgariens hin. Nördlich des Balkans und in den Gebirgsregionen herrscht eine mitteleuropäische Vegetation vor. Der Süden ist eher mediterran mit Ölbäumen, Myrten, Zypressen und immergrünem Eichenbuschwerk. Etwa ein Drittel des Landes ist bewaldet, davon sind 25 Prozent Nadelwälder, vor allem im Pirin- und im Rila-Gebirge. Den größeren Teil nehmen Laubwälder ein. Wildtiere gibt es nur noch vereinzelt, doch in den Waldgebirgsregionen kommen Braunbären, Wölfe, Luchse, Füchse, Wildschweine, Hirsche, Rehe und Gämsen vor. Aber die Wildtiere und ihre Lebensräume sind bedroht durch die Neubauten von Hotelanlagen und Wohnungskomplexen in der Nähe von Nationalparks und Naturschutzgebieten, etwa an der Schwarzmeerküste oder im Pirin-Gebirge. Als Haustiere werden Büffel, Esel und Maultiere gehalten.

Wasserverschmutzung und Fischfang haben den Fischbestand des Schwarzen Meeres arg strapaziert. Robben und Delphine sind fast ausgestorben, selbst der Steinbutt ist in Gefahr. In den Süßgewässern tummeln sich vor allem Forellen und Karpfen. Bulgarien liegt auf der Via Pontica, einer von Zugvögeln stark frequentierten Strecke entlang der Ostroute. Mehr als 110 Vogelarten fliegen zweimal im Jahr hier entlang, darunter knapp 30 Raubvogelarten, Pelikane und Singvögel. Rund 80 Prozent der gesamten Weißstorchpopulation gehören dazu, ebenso zwei Wildstorcharten. Die meisten Rastplätze befinden sich entlang der nördlichen Schwarzmeerküste, in der Nähe von Kaliakra und Balchik, rund um die Seen bei Durankulak und Schabla sowie bei Kap Emine und bei Sozopol.

Horo

Dieser Reigentanz wird auf dem Dorf bei keinem Fest fehlen, ebensowenig in den touristischen Zentren in einem Lokal mit einem folkloristischen Programm. Auch in den Großstädten tanzen die Bulgaren bei Hochzeiten und anderen großen Feiern diesen Tanz, und immer mehr junge Menschen sind mit dabei.

Lassen Sie sich nicht von den meist komplizierten Taktarten abschrecken, und machen Sie mit. Die Vortänzer sind höchst flexibel und improvisieren häufig die Schrittformen. Wenn Sie sich einreihen, werden Sie anfangs vielleicht ab und zu aus dem Takt, niemals aber aus dem Reigen geraten. Ihre Nachbarn halten Sie fest und führen Sie gern und geduldig in den Rhythmus zurück.

Joghurt

Der bulgarische Naturjoghurt kiselo mljako (saure Milch) kann wahre Wunder bewirken – das behaupten zumindest die Bulgaren. Er sorgt für ein langes gesundes Leben, verbessert die Haut, lindert den Sonnenbrand und hilft der Verdauung. Die Bulgaren essen Joghurt zu jeder Mahlzeit, zubereitet als Vor- und Nachspeise, als Beilage zum Hauptgericht oder zum Frühstück. Auch als kleiner Snack für zwischendurch kommt er zum Einsatz.

Der bulgarische Joghurt wird mithilfe der einzigartigen Bakterienkultur Lactobacillus bulgaricus hergestellt und hauptsächlich aus Kuhmilch produziert. Als besondere Spezialität gilt zudem Joghurt, der aus Schafs- oder Büffelmilch hergestellt wird. Diese Sorten haben einen höheren Fettanteil und sind strenger im Geschmack. Je mehr Fett im Joghurt enthalten ist, desto fester ist seine Konsistenz. Fragt man Bulgaren, dann ist der beste Joghurt derjenige, der sich mit einem Messer schneiden lässt.

Kiril und Metodij

Die Brüder Kiril (ursprünglich Konstantin, geboren 826 oder 827, gestorben 869) und Metodij (geboren um 815, gestorben 885), im Westen allgemein unter der Bezeichnung „Slawenapostel“ bekannt, sind die Begründer des slawischen Alphabets (glagolitische Schrift), der slawischen Schriftsprache und Literatur. Sie wurden in Saloniki (dem heutigen Thessaloniki) geboren und in Byzanz ausgebildet. Auf Bitten des mährischen Fürsten Rostislaw wurden sie vom byzantinischen Kaiser Michael III. nach Mähren entsandt, um dort die Slawen in ihrer Muttersprache in der christlichen Lehre zu unterweisen und damit dem deutschfränkischen Einfluss zu begegnen. Kurze Zeit nach der glagolitischen Schrift wurde ein weiteres Schriftsystem begründet, das zur Niederschrift altslawischer Texte diente. Es erhielt, obwohl es nicht von Kiril stammte, den Namen „Kirilica“. Die Verehrung für die beiden Slawenapostel ist bei den Bulgaren über alle politischen Systeme hinweg lebendig geblieben. Am 24. Mai, früher der Tag der beiden Heiligen, der heute nach dem Kirchenkalender auf den 11. Mai fällt, wird der „Tag der bulgarischen Bildung und Kultur“ begangen.

Kosmetik aus Rosenöl

Das Rosenöl ist vielleicht der bekannteste Exportschlager Bulgariens. Das kostbare ätherische Öl wird aus den Blütenblättern der Damaszener-Rose gewonnen. Rosenöl gibt es überall im Land als Souvenir in kleinen Behältern aus Holz zu kaufen. In den letzten Jahren wurden aber auch Kosmetikprodukte auf der Basis von Rosenöl entwickelt. Gesichtscremes, Rosenwasser, Parfums, Seifen und auch Duftkerzen werden an vielen Orten im Land verkauft, nicht nur im berühmten Tal der Rosen.

Martenitsa

Am 1. März überreichen sich die Menschen im ganzen Land gegenseitig die Martenitsa – rot-weiße Troddeln aus Wolle, meist zwei, die jeweils an einem roten oder weißen Wollfaden baumeln und oben miteinander verknotet sind. Die Martenitsa ist ein Symbol, mit dem man dem oder der Beschenkten Gesundheit wünscht und gleichzeitig den beginnenden Frühling feiert. Traditionell gilt die Martenitsa auch als Symbol für Fruchtbarkeit, weswegen sie zuweilen auch Obstbäumen oder jungen Tieren angehängt wird.

Minderheiten

Mehr als ein Sechstel der insgesamt ca. 7,5 Mio. Einwohner Bulgariens gehört nicht dem Volk der südslawischen Bulgaren, sondern einer der nationalen bzw. ethnisch-religiösen Minoritäten an: 800 000 Türken, 250 000 bis 300 000 Bulgarisch sprechende Muslime (die den für sie verwendeten Ausdruck „Pomaken“ nicht gern hören) und mindestens 400 000 Roma.

Das Verhältnis zwischen Bulgaren und Türken verschlechterte sich Mitte der 80er-Jahre rapide, als die Kommunistische Partei 1984 eine Bulgarisierungskampagne startete und die Türken zwang, bulgarische Namen anzunehmen und von ihren Bräuchen, ja selbst vom Gebrauch ihrer Sprache in der Öffentlichkeit abzulassen. Bei einem Massenexodus verließen 1989 rund 300 000 Türken das Land, von denen nach der politischen Wende etwas mehr als die Hälfte zurückkehrte. Seit Beginn der Neunzigerjahre hat sich das bulgarisch-türkische Verhältnis beruhigt, wozu auch die Zulassung einer politischen Interessenvertretung der türkischen Minderheit beitrug.

Gravierender noch ist in der jüngsten Vergangenheit die problematische Lage der Roma zutage getreten, die über das ganze Land verteilt sind und am Rand der Großstädte in ghettoartigen Vierteln leben. Die Roma werden von allen anderen Gruppen abgelehnt, und auch integrationswillige Roma stoßen auf einhellige Zurückweisung. In einzelnen Städten hat dies dazu geführt, dass Teile der Romaviertel für Nichtroma unzugänglich sind.

Musik

Die Bulgaren sind ein musikbegeistertes, musizierendes und seine Musiker tief verehrendes Volk. Die traditionell wichtigsten Anlässe, fast schon rituelle Feierlichkeiten – die Hochzeit und der Aufbruch zum Militärdienst –, sind in ihrem Ablauf durch die Musik gekennzeichnet. Auch die jungen Bulgaren lieben Volksmusik, allerdings in einer verpoppten Art, die Chalga genannt wird. Im Sommer finden überall im Land Popfolkkonzerte mit den Stars und Sternchen dieser Musikrichtung statt. Vor allem in den größeren Städten hat sich eine eigene Technoszene abseits des Mainstreams etabliert.

Namenstage

Die Bulgaren feiern ihre Geburtstage kaum, aber dafür umso ausgiebiger ihre jeweiligen Namenstage. Das Namenskind wird ohne Einladung besucht, und dabei wird ihm die Ehre erwiesen. Populäre Namenstage sind etwa 1. Januar – Vassil, 6. Mai – Georgi, 6. Dezember – Nikolai und 27. Dezember – Stefan. Überall im Land werden an den wichtigsten Namenstagen alte bulgarische Bräuche zelebriert. Am Georgstag wird Lammfleisch gegessen, am Todortag werden Reiterkämpfe veranstaltet, und am Jordanstag springen junge Männer in die kalten Flüsse, um ein Kreuz aus dem Wasser zu holen.

Nationale Wiedergeburt

Die Periode zwischen 1762 und 1878 ist als Zeit der Nationalen Wiedergeburt in die Geschichtsbücher des Landes eingegangen. Sie lieferte den kulturellen, geistlichen und politischen Nährboden für das neuzeitliche Bulgarien. Den Anstoß zur kulturellen Erweckung, der ersten Phase der Wiedergeburt, gab der Mönch Paisij, der 1762 das erste Werk über die slawisch-bulgarische Geschichte vollendete. Hauptziel des Werks war die Weckung eines nationalen Bewusstseins des Volks für seine Vergangenheit, seine Sprache und sein Brauchtum. Im 19. Jh. führte die von Paisij verursachte Bewegung zum Kampf um eigene Schulen und eine eigenständige Kirche, die Loslösung vom griechischen Patriarchat in Konstantinopel, die 1870 erreicht wurde. Zu dieser Zeit hatte sich bereits eine teils national, teils demokratisch geprägte Bewegung formiert, die den Kampf um die politische und staatliche Befreiung vom Osmanischen Reich aufnahm. Höhepunkt dieser Bewegung war der Aprilaufstand 1876, der aber blutig niedergeschlagen wurde.

Eines der Opfer dieses Aufstands war der bulgarische Nationaldichter und Freiheitskämpfer Christo Botev. Zwei Jahre nach seinem Tod erlangte Bulgarien als Folge des russisch-türkischen Krieges die staatliche Selbstständigkeit. Der Aprilaufstand, bei dem viele Revolutionäre ihr Leben ließen, ging als heroische Legende ins historische Gedächtnis des Volks ein. Am Todestag von Christo Botev, dem 2. Juni, beginnen um Punkt 12 Uhr die Sirenen im Land zu heulen, die Menschen halten in ihrer Arbeit inne, an den Kreuzungen stoppt der Verkehr, im Gedenken an den Dichter und die Ziele seiner Generation.

OP-Tourismus

Der OP-Tourismus oder auch Gesundheitstourismus gewinnt überall in Osteuropa an Bedeutung. Bulgarien macht dabei keine Ausnahme. Zahnarztpraxen und Fachkliniken werben für ihre Dienstleistungen mit gut ausgebildetem Fachpersonal und niedrigen Preisen. In Varna und am Schwarzen Meer gibt es mehrere Zahnkliniken. Reisebüros organisieren den Aufenthalt der Touristen. All das klingt verlockend, dennoch bleibt dabei immer ein Restrisiko, dass die preiswerte Behandlung missglückt.

Politik

Das Ende der kommunistischen Ära wurde 1990 durch freie Wahlen eingeleitet. Seit 1991 ist Bulgarien eine Republik, deren politisches System die parlamentarische Demokratie ist. 2004 trat das Land der Nato bei, 2007 wurde es EU-Mitglied. Doch der Rechtsstaat steht bislang auf wackligen Füßen. Bulgarien kämpft mit Korruption und organisierter Kriminalität. Die Veruntreuung von EU-Geldern hat 2008 sogar dazu geführt, dass Brüssel die Finanzhilfen für das Land kappte.

Regierungspartei ist die GERB, die „Partei für eine europäische Entwicklung“. Der heutige Premierminister Boyko Borisov verdankt seinen Wahlerfolg nicht nur seiner demonstrativen Volksnähe, sondern auch seiner Kampfansage an die organisierte Kriminalität und Korruption. Viele Bulgaren sind skeptisch, ob er hier seine Ziele erreichen wird. Immerhin wurde – nicht zuletzt auf Druck aus Brüssel hin – die Einrichtung eines Fachgerichts und einer Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität beschlossen. Auch die Zollverwaltung wurde weiter umgebaut.

Rakija

Schnaps, das ist in Bulgarien oft nicht das letzte, sondern vor allem beim Essen das erste Wort. Denn ein echtes bulgarisches Mahl beginnt üblicherweise mit einem kleinen Salat und einem Rakija: Das bulgarische Nationalgetränk ist ein hochprozentiger Obstschnaps, meist aus Pflaumen oder Trauben gebrannt. Die besten dieser Schnäpse gibt es – natürlich – bei den Einheimischen zu Hause. Schnapsbrennen ist in Bulgarien nicht nur legal, es ist geradezu ein Volkssport. Und selbstverständlich wetteifern viele Bulgaren darum, wer den besten Selbstgebrannten zustande bringt. Die meisten Eigenproduktionen sind schmackhaft, rein und bekömmlich – wenn man die gewohnte und nicht unbedingt die von einigen Einheimischen bevorzugte Dosis einhält.

Bloss nicht!

In der Stadt Auto fahren

Der Straßenverkehr in den Großstädten ist chaotisch, vor allem in Sofia und Varna. Am besten, Sie lassen dort das Auto stehen und steigen auf die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Taxi um. Wenn Sie doch selber fahren, sollten Sie am besten auf einem bewachten Parkplatz parken – und auf keinen Fall im Parkverbot. Im Abschleppen sind die Bulgaren sehr schnell.

Zustimmend nicken

Es werden kaum Situationen zu vermeiden sein, in denen man sich nonverbal verständigen muss. Damit keine Missverständnisse entstehen: Wenn die Bulgaren nicken, das heißt den Kopf einmal von unten nach oben und dann langsam zurückziehen, dann heißt das „Nein!“. Wenn sie den Kopf schütteln, das heißt, ihn nach links und dann nach rechts ziehen und das Ganze bei heftiger Zustimmung wiederholen, dann heißt das „Ja!“. Wenn Sie also jemandem nonverbale Zustimmung signalisieren wollen – hüten Sie sich vor dem Nicken!

Leichtsinnig sein

Es besteht zwar kein Anlass zur Panik, aber Sie sollten auf jeden Fall vorsichtig sein: Passen Sie gut auf Wertvolles auf, und halten Sie es fest, parken Sie das Auto unbedingt – auch tagsüber – bewacht, und funktionieren Sie es nicht zum Ausstellungsgelände für Kameras, Handtaschen und anderes um. Und bitte wedeln Sie nicht mit einem dicken Geldbündel herum. Handys sind ein bevorzugtes Diebesgut! Vorsicht ist geboten, wenn Sie in überfüllten Straßenbahnen und Bussen, besonders in Sofia, unterwegs sind: Dort sind oft Taschendiebe anzutreffen.

Nachts spazierengehen

Vorsicht im Dunkeln! Nicht die Diebe, sondern die Schlaglöcher in den Straßen sind eine Gefahr für die Fußgänger. Nehmen Sie besser eine Taschenlampe mit, um dieser Gefahr aus dem Weg gehen zu können.

Auf Schwarzmarkthändler einlassen

Auf der Straße zu tauschen lohnt sich nicht und ist zudem noch illegal. Wenn es auch seltener als früher passiert, es gibt immer noch einige Passanten, die Touristen ansprechen und Geld tauschen wollen. Zumeist wird das Angebot etwas günstiger sein als der übliche Durchschnittskurs. Gehen Sie in keinem Fall auf das Angebot ein, und mag es noch so verlockend sein. Denn in Bulgarien gibt es geschickte Geldfälscher. Vorsicht ist auch angesagt, wenn Sie gebeten werden, größere Scheine in kleinere zu wechseln. Achtung auch in Wechselstuben: In einigen ist die Provisionsgebühr sehr hoch. Behalten Sie Ihr Geld stets im Auge, und verlangen Sie eine Quittung! Lassen Sie sich kleine Scheine geben, um Wechselprobleme zu vermeiden. Wesentlich sicherer wechseln Sie in einer Bank. Am einfachsten ist es, Sie heben Geld am Geldautomaten ab.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Bulgarien liegt auf der wichtigsten Transitroute für den Straßenverkehr von Deutschland über Serbien oder Rumänien in die Türkei. In der Ferienzeit entstehen durch den Urlaubsverkehr - insbesondere an Wochenenden - an den Grenzübergängen häufig Verkehrsstaus mit mehrstündigen Wartezeiten. Es wird deshalb empfohlen, Reisen in dieser Zeit am Wochenende zu meiden und auf Wochentage auszuweichen.

Die Grenzen von Bulgarien zu Serbien, zur Türkei und zu Mazedonien sind -Außengrenzen. Da Bulgarien nicht Teil des Schengen-Raums ist, muss bei allen Grenzübertritten mit Ausweis- und Zollkontrollen gerechnet werden.

Aufgrund von Bauarbeiten und Folgen von Hochwasserschäden kommt es immer wieder zu Staubildung am Grenzübergang Kapikule/Kapitan Andreevo. Es wird empfohlen, insbesondere zu Hauptreisezeiten auf andere Grenzübergänge, insbesondere Lesovo, auszuweichen.

An den Grenzübergangen zu Rumänien Ruse/Giurgiu und Calafat/Vidin kann es insbesondere bei erhöhtem Verkehrsaufkommen an langen Wochenenden und in der Ferienzeit weiterhin zu teilweise erheblichen Verzögerungen kommen, insbesondere bei der Lkw-Abfertigung.

Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von beeinträchtigt sein, siehe Aktuelles.

Es gibt Inlandsflüge, Eisenbahn- und Busverbindungen sowie Taxis.

Bei der Benutzung von Taxis sollte vor dem Einsteigen auf den Preisaufkleber geachtet werden, der für alle Taxis gesetzlich vorgeschrieben ist und der sich am Fenster der hinteren Türen befindet. Die meisten haben einen Tarif von deutlich unter 1,- BGN pro Einheit (unterschiedlich bei Tag oder Nacht). Vereinzelt werden weitaus höhere Preise verlangt (in Urlaubsorten). Dies ist nicht ungesetzlich und regional abweichend zulässig. Alle Taxis in Bulgarien sind gelb und mit Taxametern ausgestattet.

Der Zustand vieler Straßen (hauptsächlich innerörtlich, aber auch Landstraßen) ist schlecht. Große und tiefe Löcher im Belag sowie Steine und andere unvorhersehbare Hindernisse sind nicht selten. Wegen der damit verbundenen Gefahr von Unfällen und Beschädigungen ist vor allem bei Fahrten in Dunkelheit erhöhte Wachsamkeit geboten.

Es besteht ganzjährig die Pflicht, auch tagsüber mit Abblendlicht zu fahren.

Die Höchstgeschwindigkeit für normale PKW (Kategorie B, keine Kleinbusse zur Personenbeförderung) beträgt, sofern keine anderen Regelungen örtlich getroffen wurden, innerorts 50 km/h, außerorts 90 km/h, auf Schnellstraßen 120 km/h und auf Autobahnen 140 km/h. Die höchstzulässige Blutalkoholkonzentration für Fahrzeugführer liegt bei 0,5 Promille. Bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung ist mit Geldstrafe und - insbesondere bei Alkoholverstößen und Geschwindigkeitsübertretungen - Führerscheinentzug, auch des Halters, zu rechnen.

Polizeiliche Kontrollen an den Landstraßen und Autobahnen sind häufig. Verkehrspolizisten sind verpflichtet, reflektierende Schutzwesten und einen Dienstausweis mit Lichtbild, Name und Einheit zu tragen. Geldstrafen wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung sind nie direkt an die kontrollierenden Verkehrspolizisten, sondern nur unbar per Bankeinzahlung zu zahlen.

Auch im Rahmen der Grenzkontrolle wird eine Überprüfung der Fahrzeugführerin/ des Fahrzeugführers auf unbezahlte Bußgelder vorgenommen. Werden unbezahlte Bußgelder, bei denen die Widerspruchsfristen abgelaufen und die nicht verjährt sind, festgestellt, wird der Vorgang vor Ort an die örtlich zuständige Nationalpolizei übergeben. Die Fahrerin/ der Fahrer hat die Möglichkeit, direkt am Grenzübergang das Bußgeld zu bezahlen. Andernfalls ist damit zu rechnen, dass Führerschein und der PKW eingezogen wird, was weitere Kosten nach sich zieht.

Der Shipkapass auf der E 85 ist ganzjährig für Fahrzeuge über 10 Tonnen gesperrt.

In der Zeit vom 15. November bis 1. März gilt landesweit eine Winterreifenpflicht (mindestens 4 mm Profil).

Für Fahrzeuge, die aus der Türkei kommen, hat Bulgarien die Desinfektionspflicht (gegen eine Gebühr) eingeführt. Dies kann zu zusätzlicher Staubildung an den türkisch-bulgarischen Grenzen führen.

Alle Fahrzeuge, ausgenommen Motorräder, benötigen auf den bulgarischen Nationalstraßen eine Vignette, die seit Anfang Januar 2019 nur noch digital gegen Bezahlung per Bank- oder Kreditkarte erhältlich ist.
Die Vignette kann online bei BGToll erworben werden oder an Tankstellen, Grenzübergängen und bei den Straßenbehörden. Es gibt Vignetten für einen Tag, ein Wochenende, eine Woche, einen Monat, drei Monate oder ein Jahr. Es wird empfohlen, die Bestellbestätigung, die als Quittung gilt, mitzuführen und über die Gültigkeitsdauer hinaus aufzubewahren.
Die Wochen- und Monatsvignetten gelten jeweils ab dem Kauftag bis einschließlich des gleichen Tages der Folgewoche bzw. des Folgemonats. Die Jahresvignette ist ein Jahr ab einem gewünschten Datum gültig. Dieses Datum wird beim Kauf der Vignette durch den Kunden ausgewählt/ bestimmt.
Wer ohne gültige Vignette fährt, muss eine Strafe in Höhe von 300,00 BGN zahlen, kann aber hilfsweise eine Ausgleichszahlung in Höhe von 70,00 BGN leisten, die ihm ermöglichen soll, zeitnah, noch am selben Tag, die erforderliche Vignette zu erwerben. Bei erneutem Fahren ohne Vignette wird aber eine Strafzahlung fällig.

Der deutsche Führerschein ist gültig und ausreichend.

Eine Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung ist in Bulgarien verboten. Die gesellschaftliche Akzeptanz der LGBTIQ-Gemeinschaft ist im Vergleich zu anderen -Mitgliedstaaten jedoch schwächer ausgeprägt. Weder gleichgeschlechtliche Ehen noch eingetragene Partnerschaften sind derzeit zugelassen. Das bulgarische Verfassungsgericht erklärte am 27. Juli 2018, dass das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, auch bekannt als Istanbul-Konvention, nicht der bulgarischen Verfassung entspricht.

  • Beachten Sie die allgemeinen Hinweise für LGBTIQ.

Bulgarien ist Transitland auf der so genannten "Balkan-Route" des internationalen Drogenschmuggels. Wegen Drogendelikten überführte Straftäter müssen mit empfindlichen und langjährigen Haftstrafen rechnen.

Beim Versuch des illegalen Grenzübertritts, etwa durch das Verstecken von Personen im Auto (auch wenn das Ziel der Reise nicht Bulgarien, sondern Deutschland ist), kann das benutzte Fahrzeug als "Tatwerkzeug" entschädigungslos zu Gunsten des bulgarischen Staates eingezogen werden.

Gegen Ausländer, die in Bulgarien einer strafbaren Handlung beschuldigt werden, können die bulgarischen Behörden ein Ausreiseverbot verhängen, das gewöhnlich für die gesamte Dauer der Ermittlungen aufrechterhalten wird. Die Konsequenz - auch für Touristen - kann ein monatelanger Zwangsaufenthalt in Bulgarien sein.

Als Folge einer strafrechtlichen Verurteilung wird oft ein ein- oder mehrjähriges Verbot der Wiedereinreise verhängt.

Landeswährung ist der Lev (BGN). Bargeld sollte eher in Banken als in Wechselstuben getauscht werden. Geldautomaten sind weit verbreitet. Der maximale Betrag, der üblicherweise ausgezahlt wird, beträgt zurzeit 400,- BGN.

  • Lassen Sie bei der Benutzung von Geldautomaten und Zahlung mit Kreditkarte die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen Betrug walten, um ein Ausspähen der Geheimzahl, eine Manipulation der Geldautomaten oder das Kopieren der Karte zu verhindern.

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Erkrankung, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zur Pandemie erklärt.

Die hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ergänzen.

Für die Einreise nach Bulgarien sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfung werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, FSME und Tollwut empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die .

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen und Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

In den Flussniederungen besteht das Risiko der Übertragung einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) v.a. in den Monaten April bis Oktober (spärliche Datenlage). Der in Deutschland erhältliche FSME-Impfstoff schützt. Zecken können auch andere Krankheiten (die Borreliose) übertragen.

  • Suchen Sie Ihren Körper nach Aufenthalten im Freien im o.e. Zeitraum sorgfältig nach Zecken ab und entfernen sie diese so rasch wie möglich. Für weitere Empfehlungen zu möglicherweise notwendigen Behandlungen ist ein Arzt aufzusuchen.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer FSME-Impfung beraten und impfen.

Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelmäßig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). In Bulgarien treten gelegentlich Fälle von Tollwut auf. Einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung, siehe Merkblatt Tollwut.

  • Vermeiden Sie den Kontakt mit streunenden Tieren.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer Tollwut-Impfung beraten und impfen.
  • Suchen Sie auch bei bestehender Impfung nach Kontakt mit einem potentiell infizierten Tier oder Menschen (Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen) umgehend einen Arzt auf.

Beim West-Nil-Fieber handelt es sich um eine durch Zugvögel verbreitete, von tagaktiven Mücken auf den Menschen übertragene Viruserkrankung. In den Sommermonaten kann es in Bulgarien zu saisonalen Ausbrüchen kommen; aktuelle Fallzahlen bietet das ECDC. Die Infektion verläuft überwiegend klinisch unauffällig, in seltenen Fällen können jedoch schwere neurologische Symptome auftreten. Eine Schutzimpfung oder spezifische Behandlung existiert nicht, siehe Merkblatt West-Nil-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von West-Nil-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Die medizinische Versorgung ist nicht mit der in Deutschland vergleichbar. Zwar ist die Ausbildung der Ärzte an den großen Krankenhäusern insgesamt gut, es fehlt jedoch vielerorts an moderner medizinischer Ausstattung. Viele der in Deutschland gängigen Medikamente sind in bulgarischen Apotheken erhältlich; dennoch sollten Personen, die auf regelmäßige Einnahme von Medikamenten angewiesen sind, diese mitbringen.

Ausländische Patienten haben in der Regel die Kosten für eine ärztliche Behandlung vor Ort in bar zu bezahlen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Kosten für die medizinische Behandlung von Ausländern relativ hoch sein können. Es sollte auf jeden Fall auf Ausstellung einer formellen Rechnung/Quittung bestanden werden.

Am Goldstrand kann vermehrt festgestellt werden, dass Privatärzte, die ihre Praxen z.T. in Hotels haben, sehr hohe Gebühren auch für einfachere Behandlungen verlangen. Vereinzelt wird von deutschen Ärzten auch über aufwändige und teure Fehldiagnosen und unnötige Behandlungen berichtet. Bei Nichtbezahlung wird mit Verhinderung der Ausreise und Passeinzug gedroht. In Einzelfällen werden Touristen durch Service-Personal des Arztes oder z.T. auch durch einzelne Hotelmitarbeiter bedrängt, die Rechnung zu begleichen und bei Ankunft in Deutschland sogar weiter mit Telefonanrufen belästigt. Erfragen Sie die Behandlungskosten nach Möglichkeit im Voraus und wenden Sie sich in diesen Fällen bitte sofort an Ihren Reiseveranstalter und die Polizei.

In Deutschland gesetzlich Versicherte können medizinische Notfallbehandlungen in staatlichen Krankenhäusern und bei Ärzten, die mit der bulgarischen Nationalen Krankenversicherung vertraglich verbunden sind, direkt über die Versicherung abrechnen, eine Barzahlung ist dann nicht erforderlich. Voraussetzung hierfür ist die Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card - EHIC), erhältlich bei Ihrer Krankenversicherung in Deutschland. Siehe hierzu auch die Informationen der bulgarischen staatlichen Krankenversicherung NHIF.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Krankenversicherung ab, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen werden (z. B. notwendiger Rücktransport nach Deutschland im Krankheitsfall, Behandlung bei Privatärzten oder in Privatkliniken). Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss:

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Reisewarnung

Überblick

Stand - Mon, 10 Aug 2020 14:00:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Mon, 10 Aug 2020 14:01:58 +0200)

Letzte Änderungen: Redaktionelle Änderungen

Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:
- Verfolgen Sie Nachrichten und Wetterberichte
- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz
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Letzte Änderungen:
Redaktionelle Änderungen

Aktuelles

Die Ausbreitung von COVID-19 führt weiterhin zu Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens.

Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Verwaltungsbezirke (Oblaste) Blagoevgrad, Dobritsch und Varna wird derzeit aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt.

Epidemiologische Lage

Bulgarien ist von COVID-19 inzwischen stärker betroffen, die Zahl der Neuinfizierten steigt regional erheblich an. Derzeit gibt es regionale Infektionsherde in Blagoevgrad, Dobritsch und Varna mit einer Inzidenz von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb das Robert-Koch-Institut diese Gebiete zu Risikogebieten erklärt hat. Daraus resultiert eine Quarantäneverpflichtung bzw. ab 8. August 2020 ein kostenloser verpflichtender PCR-Test bei Einreise nach Deutschland.
Aktuelle und detaillierte Zahlen bietet das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC).

Einreise

Seit dem 1. Juni 2020 ist deutschen Staatsangehörigen die Einreise aus Deutschland und anderen EU-Staaten nach Bulgarien ohne verpflichtende häusliche Quarantäne wieder gestattet. Bei der Einreise ist ein Einreiseformular mit Kontaktdaten auszufüllen, das am Flughafen/Grenzstellen erhältlich ist.
Für Einreisende aus Drittstaaten mit Ausnahme weniger Nachbarstaaten, darunter Serbien, Bosnien und Herzegowina und Montenegro, gilt nach wie vor - unabhängig von der Staatsangehörigkeit der Einreisenden - eine verpflichtende 14-tägige häusliche Quarantäne. Das gilt nicht für die Durchreise.
Es muss auch nach wie vor mit verstärkten Einreisekontrollen und Gesundheitsprüfungen mit Temperaturmessungen gerechnet werden.

Durch- und Weiterreise

Es gibt keine nennenswerten Störungen bzw. Schließungen von Grenzübergängen. Im Rahmen der Grenzkontrollen wird auch eine Überprüfung des Fahrzeugführers auf unbezahlte Verwarngelder vorgenommen siehe Infrastruktur/Verkehr.

Reiseverbindungen

Der Flugverkehr von und nach Bulgarien ist nach wie vor eingeschränkt, belebt sich aber wieder deutlich. Es bestehen aktuell regelmäßige Flugverbindungen von Sofia nach Deutschland sowie zu zahlreichen Flughäfen in Anrainerstaaten. Der Flughafen Varna wird wieder aus Deutschland angeflogen. Der Inlandsflugverkehr zwischen Sofia und Varna wurde wieder aufgenommen. Der internationale Personenzugverkehr ist nach wie vor eingestellt. Es werden lediglich Verbindungen nach Rumänien befahren.

Beschränkungen im Land

Es gilt ein Betretungsverbot von Lebensmittelgeschäften und Apotheken für Personen unter 60 Jahren täglich zwischen 8.30 und 10.30 Uhr. Ansonsten gibt es keine Bewegungsbeschränkungen im Land.

Hygieneregeln

Die epidemische Ausnahmesituation gilt fort. Es besteht u.a. Maskenpflicht bei der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs, in Apotheken und anderen geschlossenen öffentlichen Räumen.

  • Sollten Sie sich derzeit touristisch z.B. in Albena (Dobritsch) oder Goldstrand (Varna) aufhalten, kontaktieren Sie bitte ggf. Ihren Reiseveranstalter für eine mögliche Umbuchung z.B. nach Sonnenstrand (Burgas).
  • Informieren Sie sich über detaillierte Maßnahmen bei der deutschen Botschaft in Sofia, auf der Webseite des bulgarischen Gesundheitsministeriums sowie auf dem bulgarischen COVID-19 Informationsportal.
  • Bei COVID-19 Symptomen oder Kontakt mit Infizierten kontaktieren Sie die bulgarischen Behörden unter der zentralen Notrufnummer 112 (neben Bulgarisch auch auf Englisch verfügbar).
  • Befolgen Sie stets die Hinweise lokaler Behörden.
  • Bitte beachten Sie unsere fortlaufend aktualisierten Informationen zu COVID-19 /Coronavirus.

Sicherheit

Terrorismus

Aufgrund der bestehenden weltweiten Gefahr terroristischer Anschläge wurden in Bulgarien die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Insbesondere wurden umfassende Kontrollen an den Grenzen eingeführt.

Kriminalität

Kleinkriminalität wie Taschendiebstähle kommt insbesondere an belebten Orten wie Flughäfen und Bahnhöfen sowie von Touristen stark frequentierten Orten vor.

Es ist inner- wie außerorts zu Diebstählen aus nicht verschlossenen Autos gekommen, bei denen der Fahrer, z.B. wegen einer Reifenpanne, kurzzeitig abgelenkt war. Fahrzeug-Diebstähle kommen gelegentlich vor, wobei höherwertige Pkw mit ausländischem Kennzeichen bevorzugte Ziele sind. Es gibt stellenweise bewachte Parkplätze; dort wird jedoch bei Diebstahl des Fahrzeuges keine Haftung übernommen.

Vor dem Hintergrund hoher Zahlen von Flüchtlingen könnte die Mitnahme von Anhaltern nach bulgarischem Recht den mit hohen Strafen belegten Straftatbestand der Schleusung erfüllen.

  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Reiseunterlagen und andere wichtigen Dokumente sicher auf.
  • Seien Sie in größeren Menschenmengen besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Schließen Sie Fahrzeuge immer ab und lassen Sie keine offen sichtbaren Gegenstände oder Wertsachen und Dokumente im Fahrzeug liegen.
  • Nehmen Sie keine unbekannten Anhalter mit.
  • Bevorzugen Sie bargeldlose Zahlungen und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen mit.
  • Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei.

Natur und Klima

Bulgarien liegt in einer seismisch aktiven Zone, weshalb es zu Erdbeben kommen kann.

Es herrscht überwiegend Kontinentalklima mit warmen Sommern und relativ kalten Wintern.

Im Schwarzen Meer entstehen auch in Strandnähe immer wieder gefährliche Unterwasserströmungen. Es kommt vereinzelt zu tödlichen Badeunfällen.

  • Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden und Rettungsschwimmer.
  • Achten Sie auch in flachen Gewässern darauf, ob das Baden an der Stelle tatsächlich erlaubt ist.
  • Machen Sie sich mit Verhaltenshinweisen bei Erdbeben, Vulkanen und Tsunamis vertraut. Diese bieten die Merkblätter des Deutschen GeoForschungsZentrums.

Reiseinfos

Grenzkontrollen

Bulgarien liegt auf der wichtigsten Transitroute für den Straßenverkehr von Deutschland über Serbien oder Rumänien in die Türkei. In der Ferienzeit entstehen durch den Urlaubsverkehr - insbesondere an Wochenenden - an den Grenzübergängen häufig Verkehrsstaus mit mehrstündigen Wartezeiten. Es wird deshalb empfohlen, Reisen in dieser Zeit am Wochenende zu meiden und auf Wochentage auszuweichen.

Die Grenzen von Bulgarien zu Serbien, zur Türkei und zu Mazedonien sind EU-Außengrenzen. Da Bulgarien nicht Teil des Schengen-Raums ist, muss bei allen Grenzübertritten mit Ausweis- und Zollkontrollen gerechnet werden.

Aufgrund von Bauarbeiten und Folgen von Hochwasserschäden kommt es immer wieder zu Staubildung am Grenzübergang Kapikule/Kapitan Andreevo. Es wird empfohlen, insbesondere zu Hauptreisezeiten auf andere Grenzübergänge, insbesondere Lesovo, auszuweichen.

An den Grenzübergangen zu Rumänien Ruse/Giurgiu und Calafat/Vidin kann es insbesondere bei erhöhtem Verkehrsaufkommen an langen Wochenenden und in der Ferienzeit weiterhin zu teilweise erheblichen Verzögerungen kommen, insbesondere bei der Lkw-Abfertigung.

Infrastruktur/Verkehr

Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von COVID-19 beeinträchtigt sein, siehe Aktuelles.

Es gibt Inlandsflüge, Eisenbahn- und Busverbindungen sowie Taxis.

Bei der Benutzung von Taxis sollte vor dem Einsteigen auf den Preisaufkleber geachtet werden, der für alle Taxis gesetzlich vorgeschrieben ist und der sich am Fenster der hinteren Türen befindet. Die meisten haben einen Tarif von deutlich unter 1,- BGN pro Einheit (unterschiedlich bei Tag oder Nacht). Vereinzelt werden weitaus höhere Preise verlangt (z.B. in Urlaubsorten). Dies ist nicht ungesetzlich und regional abweichend zulässig. Alle Taxis in Bulgarien sind gelb und mit Taxametern ausgestattet.

Der Zustand vieler Straßen (hauptsächlich innerörtlich, aber auch Landstraßen) ist schlecht. Große und tiefe Löcher im Belag sowie Steine und andere unvorhersehbare Hindernisse sind nicht selten. Wegen der damit verbundenen Gefahr von Unfällen und Beschädigungen ist vor allem bei Fahrten in Dunkelheit erhöhte Wachsamkeit geboten.

Es besteht ganzjährig die Pflicht, auch tagsüber mit Abblendlicht zu fahren.

Die Höchstgeschwindigkeit für normale PKW (Kategorie B, keine Kleinbusse zur Personenbeförderung) beträgt, sofern keine anderen Regelungen örtlich getroffen wurden, innerorts 50 km/h, außerorts 90 km/h, auf Schnellstraßen 120 km/h und auf Autobahnen 140 km/h. Die höchstzulässige Blutalkoholkonzentration für Fahrzeugführer liegt bei 0,5 Promille. Bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung ist mit Geldstrafe und - insbesondere bei Alkoholverstößen und Geschwindigkeitsübertretungen – Führerscheinentzug, ggf. auch des Halters, zu rechnen.

Polizeiliche Kontrollen an den Landstraßen und Autobahnen sind häufig. Verkehrspolizisten sind verpflichtet, reflektierende Schutzwesten und einen Dienstausweis mit Lichtbild, Name und Einheit zu tragen. Geldstrafen wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung sind nie direkt an die kontrollierenden Verkehrspolizisten, sondern nur unbar per Bankeinzahlung zu zahlen.

Auch im Rahmen der Grenzkontrolle wird eine Überprüfung der Fahrzeugführerin/ des Fahrzeugführers auf unbezahlte Bußgelder vorgenommen. Werden unbezahlte Bußgelder, bei denen die Widerspruchsfristen abgelaufen und die nicht verjährt sind, festgestellt, wird der Vorgang vor Ort an die örtlich zuständige Nationalpolizei übergeben. Die Fahrerin/ der Fahrer hat die Möglichkeit, direkt am Grenzübergang das Bußgeld zu bezahlen. Andernfalls ist damit zu rechnen, dass Führerschein und ggf. der PKW eingezogen wird, was weitere Kosten nach sich zieht.

Der Shipkapass auf der E 85 ist ganzjährig für Fahrzeuge über 10 Tonnen gesperrt.

In der Zeit vom 15. November bis 1. März gilt landesweit eine Winterreifenpflicht (mindestens 4 mm Profil).

Für Fahrzeuge, die aus der Türkei kommen, hat Bulgarien die Desinfektionspflicht (gegen eine Gebühr) eingeführt. Dies kann zu zusätzlicher Staubildung an den türkisch-bulgarischen Grenzen führen.

Alle Fahrzeuge, ausgenommen Motorräder, benötigen auf den bulgarischen Nationalstraßen eine Vignette, die seit Anfang Januar 2019 nur noch digital gegen Bezahlung per Bank- oder Kreditkarte erhältlich ist.
Die Vignette kann online bei BGToll erworben werden oder an Tankstellen, Grenzübergängen und bei den Straßenbehörden. Es gibt Vignetten für einen Tag, ein Wochenende, eine Woche, einen Monat, drei Monate oder ein Jahr. Es wird empfohlen, die Bestellbestätigung, die als Quittung gilt, mitzuführen und über die Gültigkeitsdauer hinaus aufzubewahren.
Die Wochen- und Monatsvignetten gelten jeweils ab dem Kauftag bis einschließlich des gleichen Tages der Folgewoche bzw. des Folgemonats. Die Jahresvignette ist ein Jahr ab einem gewünschten Datum gültig. Dieses Datum wird beim Kauf der Vignette durch den Kunden ausgewählt/ bestimmt.
Wer ohne gültige Vignette fährt, muss eine Strafe in Höhe von 300,00 BGN zahlen, kann aber hilfsweise eine Ausgleichszahlung in Höhe von 70,00 BGN leisten, die ihm ermöglichen soll, zeitnah, d.h. noch am selben Tag, die erforderliche Vignette zu erwerben. Bei erneutem Fahren ohne Vignette wird aber eine Strafzahlung fällig.

Führerschein

Der deutsche Führerschein ist gültig und ausreichend.

LGBTIQ

Eine Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung ist in Bulgarien verboten. Die gesellschaftliche Akzeptanz der LGBTIQ-Gemeinschaft ist im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten jedoch schwächer ausgeprägt. Weder gleichgeschlechtliche Ehen noch eingetragene Partnerschaften sind derzeit zugelassen. Das bulgarische Verfassungsgericht erklärte am 27. Juli 2018, dass das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, auch bekannt als Istanbul-Konvention, nicht der bulgarischen Verfassung entspricht.

Rechtliche Besonderheiten

Bulgarien ist Transitland auf der so genannten "Balkan-Route" des internationalen Drogenschmuggels. Wegen Drogendelikten überführte Straftäter müssen mit empfindlichen und langjährigen Haftstrafen rechnen.

Beim Versuch des illegalen Grenzübertritts, etwa durch das Verstecken von Personen im Auto (auch wenn das Ziel der Reise nicht Bulgarien, sondern Deutschland ist), kann das benutzte Fahrzeug als „Tatwerkzeug" entschädigungslos zu Gunsten des bulgarischen Staates eingezogen werden.

Gegen Ausländer, die in Bulgarien einer strafbaren Handlung beschuldigt werden, können die bulgarischen Behörden ein Ausreiseverbot verhängen, das gewöhnlich für die gesamte Dauer der Ermittlungen aufrechterhalten wird. Die Konsequenz – auch für Touristen – kann ein monatelanger Zwangsaufenthalt in Bulgarien sein.

Als Folge einer strafrechtlichen Verurteilung wird oft ein ein- oder mehrjähriges Verbot der Wiedereinreise verhängt.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist der Lev (BGN). Bargeld sollte eher in Banken als in Wechselstuben getauscht werden. Geldautomaten sind weit verbreitet. Der maximale Betrag, der üblicherweise ausgezahlt wird, beträgt zurzeit 400,- BGN.

  • Lassen Sie bei der Benutzung von Geldautomaten und Zahlung mit Kreditkarte die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen Betrug walten, um ein Ausspähen der Geheimzahl, eine Manipulation der Geldautomaten oder das Kopieren der Karte zu verhindern.

Einreise und Zoll

Ein- und auch Durchreisebestimmungen können aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 derzeit abweichen, siehe Aktuelles.

Einreise- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie nur direkt bei den Vertretungen Ihres Ziellandes.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass:  Ja
  • Vorläufiger Reisepass:  Ja
  • Personalausweis:  Ja
  • Vorläufiger Personalausweis:  Ja
  • Kinderreisepass:  Ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:

Alle Reisedokumente müssen bei Ein- und Ausreise gültig sein. Abgelaufene Reisedokumente können bei der Einreise nach Bulgarien und bei der Ausreise aus Bulgarien seitens der bulgarischen Grenzpolizei zu Zurückweisungen führen.

Von der Ein- bzw. Ausreise mit einem als gestohlen/verloren gemeldeten und wieder aufgefundenen Reisedokument wird abgeraten. Auch wenn die örtliche deutsche Polizei bzw. Passbehörde die Fahndung nach diesem Dokument aufgehoben hat, besteht keine Garantie, dass diese Information auch an den Grenzkontrollstellen vorliegt. 

Die Anforderungen einzelner Fluggesellschaften an die von ihren Passagieren mitzuführenden Dokumente weichen zum Teil von den staatlichen Regelungen ab.

Registrierung

Bei Aufenthalten von mehr als 90 Tagen ist es erforderlich, dass Sie sich bei der zuständigen Ausländerbehörde am Aufenthaltsort anmelden und die Ausstellung einer „Bescheinigung für EU-Bürger" über Ihr Aufenthaltsrecht beantragen.

Minderjährige

Minderjährige, die neben der deutschen auch die bulgarische Staatsangehörigkeit haben, werden von den bulgarischen Behörden als bulgarische Staatsangehörige angesehen und müssen daher die für bulgarische Minderjährige gültigen Reisebestimmungen erfüllen. Reist ein solcher Minderjähriger allein oder in Begleitung einer nicht sorgeberechtigten Person aus Bulgarien aus, so ist grundsätzlich eine Vollmacht des oder der Sorgeberechtigten erforderlich. Die Vollmacht des anderen Elternteils wird benötigt, wenn ein Minderjähriger in Begleitung nur eines Sorgeberechtigten reist.

Minderjährige mit doppelter Staatsangehörigkeit (z.B. deutsch und bulgarisch) benötigen dann keine notarielle Einverständniserklärung des nicht mitreisenden Elternteils, wenn beide gültigen Pässe/Personalausweise bei Grenzübertritt den bulgarischen Grenzbehörden vorgelegt werden, siehe YourEurope.

Weitere Einzelheiten erfragen Sie bitte bei der bulgarischen Botschaft in Berlin.

Einfuhrbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr von Summen ab 10.000,- Euro ist gegenüber den bulgarischen Zollbehörden schriftlich zu deklarieren. Entsprechende Formulare sind u.a. auch in deutsch, englisch und französisch beim Zoll erhältlich. Mit Bargeld sind auch Wertpapiere gemeint.

Die Ein- und Ausfuhr von Waren unterliegt den Bestimmungen der Europäischen Union. Der Grundsatz keiner Warenkontrollen schließt Stichprobenkontrollen im Rahmen der polizeilichen Überwachung der Grenzen und der polizeilichen Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs nicht aus.

Erfolgt die Einreise nicht direkt aus einem anderen EU-Staat, muss unter Umständen nachgewiesen werden, dass die Waren innerhalb der EU erworben wurden. Bei großen Mengen von Alkohol, Kaffee und ähnlichen hoch besteuerten Waren muss eventuell glaubhaft gemacht werden, dass sie für persönliche, nicht kommerzielle Zwecke bestimmt sind.

Bei Nichtbeachtung der Deklarationspflichten wird der gesamte im- oder exportierte Betrag entschädigungslos zu Gunsten des bulgarischen Staates eingezogen. Außerdem können Bußgelder verhängt werden.

Ausländer dürfen ferner Edelmetalle, -steine und -erzeugnisse ein- und ausführen, ohne sie zu deklarieren:
- bis zu 37 Gramm Gold und Platin (in rohem oder bearbeitetem Zustand und Münzen),
- 60 Gramm Gold- oder Platinschmuck
- 300 Gramm Silber (in rohem oder bearbeitetem Zustand, Münzen und Schmuck)

Bei größeren Mengen ist eine schriftliche Zollerklärung abzugeben. Bei Nichtbeachtung der Deklarationspflicht gilt auch hier, dass die gesamte mitgeführte Ware entschädigungslos eingezogen wird und Bußgelder verhängt werden können.

Bei Münzen mit archäologischem, historischem oder numismatischem Wert und Gegenständen unter Denkmalschutz ist eine Ausfuhrbescheinigung des Kulturministeriums vorzulegen.

Heimtiere

Für Reisen mit bestimmten Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) in Länder der Europäischen Union mit Ausnahme von Irland, Großbritannien, Malta und Finnland, wo abweichende Bestimmungen gelten, ist ein EU-Heimtierausweis erforderlich. Er dient u. a. als Nachweis, dass das Tier gegen Tollwut geimpft ist.
Einen Musterausweis sowie weitergehende Informationen bietet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Gesundheit

Aktuelles

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Erkrankung COVID-19, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zur Pandemie erklärt.

Die WHO hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko. 

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ggf. ergänzen.

Impfschutz

Für die Einreise nach Bulgarien sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfung werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, FSME und Tollwut empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die DTG.

HIV/AIDS

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen und Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein HIV-Übertragungsrisiko. 

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Durchfallerkrankungen

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

FSME und Borreliose

In den Flussniederungen besteht das Risiko der Übertragung einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) v.a. in den Monaten April bis Oktober (spärliche Datenlage). Der in Deutschland erhältliche FSME-Impfstoff schützt. Zecken können auch andere Krankheiten (z.B. die Borreliose) übertragen.

  • Suchen Sie Ihren Körper nach Aufenthalten im Freien im o.e. Zeitraum sorgfältig nach Zecken ab und entfernen sie diese so rasch wie möglich. Für weitere Empfehlungen zu möglicherweise notwendigen Behandlungen ist ein Arzt aufzusuchen.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer FSME-Impfung beraten und ggf. impfen.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelmäßig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). In Bulgarien treten gelegentlich Fälle von Tollwut auf. Einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung, siehe Merkblatt Tollwut.

  • Vermeiden Sie den Kontakt mit streunenden Tieren.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer Tollwut-Impfung beraten und ggf. impfen.
  • Suchen Sie auch bei bestehender Impfung nach Kontakt mit einem potentiell infizierten Tier oder Menschen (Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen) umgehend einen Arzt auf.

West-Nil-Fieber

Beim West-Nil-Fieber handelt es sich um eine durch Zugvögel verbreitete, von tagaktiven Mücken auf den Menschen übertragene Viruserkrankung. In den Sommermonaten kann es in Bulgarien zu saisonalen Ausbrüchen kommen; aktuelle Fallzahlen bietet das ECDC. Die Infektion verläuft überwiegend klinisch unauffällig, in seltenen Fällen können jedoch schwere neurologische Symptome auftreten. Eine Schutzimpfung oder spezifische Behandlung existiert nicht, siehe Merkblatt West-Nil-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von West-Nil-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe  insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist nicht mit der in Deutschland vergleichbar. Zwar ist die Ausbildung der Ärzte an den großen Krankenhäusern insgesamt gut, es fehlt jedoch vielerorts an moderner medizinischer Ausstattung. Viele der in Deutschland gängigen Medikamente sind in bulgarischen Apotheken erhältlich; dennoch sollten Personen, die auf regelmäßige Einnahme von Medikamenten angewiesen sind, diese mitbringen.

Ausländische Patienten haben in der Regel die Kosten für eine ärztliche Behandlung vor Ort in bar zu bezahlen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Kosten für die medizinische Behandlung von Ausländern relativ hoch sein können. Es sollte auf jeden Fall auf Ausstellung einer formellen Rechnung/Quittung bestanden werden.

Am Goldstrand kann vermehrt festgestellt werden, dass Privatärzte, die ihre Praxen z.T. in Hotels haben, sehr hohe Gebühren auch für einfachere Behandlungen verlangen. Vereinzelt wird von deutschen Ärzten auch über aufwändige und teure Fehldiagnosen und unnötige Behandlungen berichtet. Bei Nichtbezahlung wird mit Verhinderung der Ausreise und Passeinzug gedroht. In Einzelfällen werden Touristen durch Service-Personal des Arztes oder z.T. auch durch einzelne Hotelmitarbeiter bedrängt, die Rechnung zu begleichen und bei Ankunft in Deutschland sogar weiter mit Telefonanrufen belästigt. Erfragen Sie die Behandlungskosten nach Möglichkeit im Voraus und wenden Sie sich in diesen Fällen bitte sofort an Ihren Reiseveranstalter und die Polizei.

In Deutschland gesetzlich Versicherte können medizinische Notfallbehandlungen in staatlichen Krankenhäusern und bei Ärzten, die mit der bulgarischen Nationalen Krankenversicherung vertraglich verbunden sind, direkt über die Versicherung abrechnen, eine Barzahlung ist dann nicht erforderlich. Voraussetzung hierfür ist die Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card - EHIC), erhältlich bei Ihrer Krankenversicherung in Deutschland. Siehe hierzu auch die Informationen der bulgarischen staatlichen Krankenversicherung NHIF.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Krankenversicherung ab, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen werden (z. B. notwendiger Rücktransport nach Deutschland im Krankheitsfall, Behandlung bei Privatärzten oder in Privatkliniken). Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss: 

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger.

In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen, für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Die medizinische Grundversorgung ist ausreichend, kann jedoch nicht mit dem Standard westeuropäischer Länder verglichen werden. Viele in Westeuropa gängige Medikamente sind auch in Bulgarien erhältlich. Bei einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme wird jedoch empfohlen, diese mitzubringen.

Essen und Trinken

Leitungswasser ist gechlort und relativ sauber, es können u. U. jedoch leichte Magenverstimmungen auftreten, besonders in entlegenen Gebieten. Für die ersten Wochen des Aufenthalts wird daher abgefülltes Wasser empfohlen, welches überall erhältlich ist. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Milch ist pasteurisiert und Milchprodukte sind im Allgemeinen ebenso unbedenklich wie einheimisches Fleisch, Geflügel, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber Nein -
Cholera Nein -
Typhus Nein Nein
Malaria Nein Nein
Essen & Trinken - -

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken, Poliomyelitis und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Zecken sind während der Monate April bis Oktober vor allem in Flussniederungen und Waldgebieten mancher Teile Bulgariens aktiv. Schutz gegen Borreliose bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Bei beruflicher Tätigkeit oder Freizeitaktivitäten mit möglicher Zeckenexposition in endemischen Gebieten zwischen April und Oktober ist eine Schutzimpfung gegen FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) zu empfehlen. 

Landesweit besteht ein Infektionsrisiko für Hepatitis A und Hepatitis B. Es empfiehlt sich ein Impfschutz gegen Hepatitis A. Bei längerem Aufenthalt, bei Reisen unter einfachen Bedingungen und bei Aufenthalt außerhalb der Touristenzentren empfiehlt sich auch ein Impfschutz gegen Hepatitis B. Es sollte zudem unbedingt auf eine sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene geachtet werden.

HIV/Aids kommt vor und ist grundsätzlich eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Tollwut kommt landesweit vor. Hauptüberträger sind Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten im Land wird ein Impfschutz empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Türkei Ja 2 Ja -
Schweiz Ja/1 Nein Nein Ja
Andere EU-Länder Ja/1 Nein Nein Ja
Deutschland Ja/1 Nein Nein Ja
Österreich Ja/1 Nein Nein Ja

Personalausweise/Identitätskarten

[1] Staatsangehörige von EU-Ländern und der Schweiz können auch mit gültigem Personalausweis/Identitätskarte einreisen.

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich. Der Reisepass muss bei Visumpflicht noch mindestens 3 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig sein, noch mindestens zwei freie Seiten enthalten und darf nicht älter als zehn Jahre alt sein. Besteht keine Visumpflicht, muss der Pass mindestens für die Dauer des Aufenthaltes gültig sein, 3 Monate sind empfohlen.

Visainformationen

Achtung: Reiserückkehrer aus den Verwaltungsbezirken Blagoevgrad, Dobritch und Varna müssen bei der Einreise nach Deutschland einen Corona-Test machen und müssen mit einer 14-tägigen Quarantänepflicht rechnen.

Ein Visum ist allgemein erforderlich, ausgenommen sind für ununterbrochene und mehrmalige Aufenthalte mit Gesamtdauer von max. 90 Tagen pro Halbjahr, gerechnet vom Datum der Ersteinreise, die Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder:

(a) EU-Länder und Schweiz;

(b) [2] Türkische Staatsangehörige, die eine gültige Aufenthaltsgenehmigung für ein Schengen-Land oder ein gültiges Schengen-Visum (Kategorien A und C) oder ein gültiges nationales Visum (Kategorie D) besitzen.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Kinderreisepass mit Lichtbild oder eigener Reisepass oder Personalausweis.

Österreicher: Eigener Reisepass oder Personalausweis.

Schweizer: Eigener Reisepass oder Identitätskarte.

Türkei: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern. Visumpflichtige Kinder brauchen ein eigenes Visum.

Hinweis: Bulgarische alleinreisende Minderjährige benötigen eine Einverständniserklärung der Eltern/Sorgeberechtigten.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und aus nicht tollwutfreien Drittstaaten benötigen einen EU-Heimtierausweis (pet pass), der nur von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt werden kann, und müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass bei dem Tier eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Die Einfuhr ist auf 5 Tiere beschränkt. Heimtiere unter 4 Monate sind von der Impfpflicht gegen Tollwut ausgenommen. 

 

Für Hunde, Katzen und Frettchen sowie für Vögel und Kleintiere aus nicht tollwutfreien Drittstaaten gilt die folgende zusätzliche Vorschrift:

Für jedes Tier wird ein Gesundheitszeugnis benötigt. Für den Eintritt in das EU-Gebiet muss bei den Haustieren 3 Monate vor der Einreise eine Untersuchung auf Anwesenheit von vakzinalen Antikörpern durchgeführt werden. Ausnahme: Die 3-Monatsfrist gilt nicht für Heimtiere aus dessen EU-Heimtierausweis hervorgeht, dass die Blutentnahme durchgeführt wurde bevor dieses Tier das Gebiet der Gemeinschaft verlassen hat und dass bei der Blutanalyse genügend Antikörper auf Tollwut nachgewiesen worden sind.

 

Für Hunde, Katzen und Frettchen aus tollwutfreien Drittstaaten (z.B. Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikanstadt) kann ebenfalls der Heimtierausweis, der eine gültige Tollwutimpfung bestätigt, für die Einfuhr benutzt werden.

Bearbeitungsdauer

5-10 Werktage zzg. Postweg. Die Expressbearbeitung in München dauert 3-4 Werktage, in Bern 3 Werktage.

Gültigkeit

I.d.R. 3 Monate (einmalige Einreise).

Visa zur mehrmaligen Einreise haben eine Gültigkeit von 3, 6 oder 12 Monaten für einen Aufenthalt von maximal 90 Tagen pro Halbjahr.

Transit

Transitreisende, die mit dem nächsten Anschluss innerhalb von 24 Stunden weiterfliegen und über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Hinweis für türkische Staatsangehörige:
Staatsangehörige der Türkei benötigen kein Transitvisum, wenn sie über eine permanente Aufenthaltsgenehmigung für ein Schengen-Land, die Schweiz oder für Liechtenstein verfügen oder über ein Visum für ein Schengen-Land oder über ein gültiges Schengen-Visum (Kategorie A oder C) verfügen.

Türkische Staatsangehörige und ihre mitreisenden Kinder brauchen auch kein Transitvisum, wenn sie mit einem EU-Staatsbürger verheiratet sind, zusammen mit diesem nach oder durch Bulgarien reisen und bei der Einreise die Heiratsurkunde vorlegen.

Kosten

Auskünfte über ggf. erforderliche Visa und deren Gebühren erteilen die konsularischen Vertretungen. Visa werden nicht an den Grenzen ausgestellt.

Antrag erforderlich

(a) 1 Antragsformular (downloadbar auf der Internetseite der zuständigen diplomatischen Vertretung).
(b) 1 aktuelles Passfoto in Farbe mit hellem Hintergrund (3,5 x 4,5 cm).
(c) Reisepass, der noch mindestens drei Monate über den Aufenthalt hinaus gültig ist und noch zwei leere Seiten enthält; Kopie der relevanten Seiten.
(d) Nachweis ausreichender Geldmittel in Höhe von 50 € pro Tag (jedoch mindestens 500 € oder Hotel- bzw Pauschalreisevoucher, s. (h)), bei Pkw-Reisen zusätzlich 200 €. Ausgenommen sind die Angehörigen von Staatsbürgern der EU- und EFTA-Länder.
(e) Nachweis einer in der EU gültigen Krankenversicherung, die nicht weniger als 30.000 € abdeckt. Ausgenommen davon sind die Angehörigen von Staatsbürgern von EU- und EFTA-Ländern.
(f) Reisebestätigung.
(g) Ggf. Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, Österreich oder die Schweiz, die noch mindestens sechs Monate über den Aufenthalt hinaus gültig ist; u. U. Kopie.
(h) Touristen: Beleg über im Voraus bezahlte touristische Dienstleistungen (Hotels, Tickets etc.).
(i) Private Besuche: Beglaubigte Einladung.

(j) Langzeitvisum Kategorie D: persönliches Interview.
(k) Geschäftsvisum: Beglaubigtes Einladungsschreiben einer bulgarischen Firma, eine Bestätigung der bulgarischen Handelskammer sowie ein Begleitschreiben der Firma des Antragstellers.
(l) Gebühr in bar. Bei postalischer Antragstellung ist die Gebühr sowie zusätzliche Bearbeitungsgebühren bei Erhalt der Postsendung mit dem visierten Pass in bar zu zahlen. Von der Gebühr ausgenommen sind Familienangehörige von Staatsbürgern von Bulgarien und von EU-Ländern.

(m) Minderjährige: Geburtsurkunde und eine notariell beglaubigte Reiseerlaubnis für Minderjährige, die alleine reisen oder in Begleitung von nur einem Elternteil/ Sorgeberechtigten.

Für die Zustellung des visierten Reisepasses ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag erforderlich.

 

Geld

Geldwechsel

Die Umtauschquittungen (Bordereau) müssen bis zum Ende des Aufenthalts aufbewahrt und bei der Ausreise vorgelegt werden. Geld sollte nur in Geschäftsbanken gewechselt werden, nicht in Wechselstuben oder auf dem Schwarzmarkt. In Wechselstuben ist es gegenüber Touristen häufig zu unlauteren Praktiken gekommen. Geldautomaten sind inzwischen weit verbreitet, sie sind in Varna und Burgas sowie in einigen Kurorten in Banken zu finden. Der beste Wechselkurs ist beim Bargeldabheben am Geldautomaten erhältlich.

Währung

1 Lew = 100 Stotinki. Währungskürzel: Lw, BGN (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 100, 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Lw; Münzen in den Nennbeträgen 1 Lw sowie 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Stotinki. Der Lew ist an den Euro gebunden. Die Einführung des Euro ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Devisenbestimmungen

Für Reisende innerhalb der EU bestehen keine Beschränkungen für die Einfuhr oder Ausfuhr von Landes- und Fremdwährung.

Reisende, die in die EU einreisen oder aus ihr ausreisen und Barmittel von 10.000 € oder mehr (oder den Gegenwert in anderen Währungen oder anderen leicht konvertiblen Werten wie auf Dritte ausgestellte Schecks) mit sich führen, müssen diesen Betrag bei den Zollbehörden anmelden.

Kreditkarten

Diners Club, American Express und Visa werden in größeren Hotels, Mietwagenbüros, in einigen Restaurants und Geschäften akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
 

Reiseschecks

Reiseschecks sind in Deutschland und in der Schweiz nicht mehr und in Österreich kaum noch erhältlich.

Reiseschecks können in Bulgarien kaum noch eingelöst werden. Sie wurden in Bulgarien als Zahlungsmittel von der Kreditkarte fast komplett ersetzt.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 09.00-16.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei (bei Einreise aus Nicht-EU-Ländern) nach Bulgarien eingeführt werden (Personen ab 17 J.):

200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak;
1 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt über 22% oder 2 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22% oder Schaumwein;
4 l Tafelwein;
16 l Bier;
Geschenke/sonstige Waren bis zu einem Gesamtwert von 430 € (Flug- und Seereisen) bzw. 300 € (Reisen mit der Bahn/dem Auto); Kinder unter 15 Jahren generell 175 €.

Verbotene Importe

Waffen und Munition, Pornographie, Drogen und Betäubungsmittel.

Für lebendes Geflügel, besteht im Reiseverkehr ein generelles Einfuhrverbot aus Drittländern (ausgenommen aus den Färöer, Grönland, Island, Liechtenstein und der Schweiz).

Fleisch und Fleischprodukte aus den GUS-Staaten, der Türkei sowie aus Afrika und Asien dürfen nicht nach Bulgarien eingeführt werden.

Exportbestimmungen

Wertvolle Münzen sowie Gegenstände unter Denkmalschutz können nur mit einer Ausfuhrgenehmigung des Kultusministeriums ausgeführt werden.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Bulgarien, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2017-13, 2012-11
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Bulgarien - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 11.08.2020 (Unverändert gültig seit: 10.08.2020)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 11.08.2020 (Unverändert gültig seit: 10.08.2020)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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