Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Schweden

Steckbrief

Schweden - Fakten

Ländername Königreich Schweden, Konungariket Sverige
Beste Reisezeit Juni, Juli
Fläche 450.295 km2
Hauptstadt Stockholm
Bevölkerung 10.409.248
Sprache Schwedisch
Religion Lutheraner 87 %
Staats-/Regierungsform Konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt König Carl XVI. Gustaf, König von Schweden seit 14.09.1973
Regierungschef Ministerpräsidentin Magdalena Andersson seit 30.11.2021 (Sozialdemokraten)
Außenminister Ann Linde seit 10.09.2019 (Sozialdemokraten)
Währung 1 Schwedische Krone (SEK)= 100 Öre
Zeitzone ME(S)Z
Stromnetz 220 V (50 Hz) Wechselstrom
Reiseadapter Nicht notwendig
Kfz-Länderkennzeichen S
ISO-3166 SE, SWE
Internet-TLD .se
Landesvorwahl +46
Website https://sweden.se
Reisepass & Visum Nicht notwendig
Geeignet für Kultur, Outdoor, Meer, See, Wintersport, Feiern

Geographie

Das an der Ostseite der Skandinavischen Halbinsel gelegene Land wird im nördlichen und mittleren Landesteil von den über 1000 m hohen Fjellhochflächen des Skandinavischen Gebirges geprägt. Die vermoorten, von Seen und Flüssen durchzogenen, waldreichen Gebiete gehen zum Bottnischen Meerbusen hin in eine schmale Küstenebene über. Von Stockholm bis in den Süden des Landes erstreckt sich ein Tiefland mit eingelagerten großen Seen und Hügelländern. Die Küsten Mittelschwedens werden von unzähligen Felsinseln (Schären) gesäumt. Der Vänern und der Vättern sind die größten Seen des Landes. Die Klimaschranke des Skandinavischen Gebirges bewirkt für die Breitenlage ein überwiegend kontinental-gemäßigtes Klima.

Politik und Bevölkerung

Laut der Verfassung von 1985 ist Schweden eine konstitutionelle Monarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage. Das Parlament, der Reichstag, besteht aus einer Kammer. Staatsoberhaupt ist der König mit überwiegend repräsentativen Funktionen. Schweden gliedert sich in 21 Provinzen mit jeweils einem von der Regierung ernannten Gouverneur und eigenem Parlament. Neben der schwedischen Bevölkerung leben rund 300 000 Schwedenfinnen, ca. 20 000 Samen und über 500 000 Ausländer im Land. Knapp 70 % der Einwohner gehören der evangelisch-lutherischen Kirche an.

Geschichte und Kultur

Die Geschichte Schwedens ist geprägt vom Macht- und Expansionswillen seiner Könige. Das Land wurde bereits früh besiedelt und war vom 14. bis zum 16. Jh. mehrfach durch eine Union mit Dänemark und Norwegen verbunden. Nachdem Gustav I. Wasa 1523 die Unabhängigkeit Schwedens hergestellt hatte, führte die Krone das Land im 16. und 17. Jh. zur Großmachtstellung. Im 19. Jh. bestieg der französische Marschall Bernadotte den Thron, und die Verfassung wurde reformiert. Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg blieb das Land neutral. Die kulturhistorischen Werte des Landes, vor allem im Bereich der Architektur (z. B. Schloss Gripsholm), sind eng mit der Monarchie verbunden. Die Schriftstellerin Astrid Lindgren ist weltberühmt.

Schweden - Geschichte

Um 10 000 v. Chr. Die Eiszeit endet. Erste Besiedelung
1500 v. Chr. Bronzezeit. Felszeichnungen entstehen
800–1000 n. Chr. Wikingerzeit.
1000–1350 Schweden wird christlich
1300–1600 Hansezeit mit blühendem Ostseehandel
1630–1721 Schweden ist europäische Großmacht.
1810 Jean Baptiste Bernadotte wird schwedischer König
1932 Erste sozialdemokratische Regierung, Aufbau des Wohlfahrtsstaates
1939–45 Zweiter Weltkrieg: Schweden ist neutral
1976 König Carl XVI. Gustaf heiratet Silvia Sommerlath
1986 Mord an Olof Palme
1995 EU-Beitritt
2003 Referendum-Nein zum Euro
2018 Erster Sitzstreik von Greta Thunberg in Stockholm
2020/21 Sonderweg in der Corona-Zeit: Appelle statt Zwang
Klimadaten
Stockholm
Malmö
Kommunikation & Adressen

Auskunft vor Ort

Visit Sweden (visitsweden.se) ist die offizielle Website Schwedens. Die Seite ist übersichtlich gegliedert und sehr informativ. Dort findest du fast alles, was du zur Planung deines Urlaubs brauchst – auch auf Deutsch. Alle Regionen und Städte haben zudem ihr eigenes turistbyrå. Die Websites sind häufig jedoch nur auf Englisch (z. B. visitstockholm.com, goteborg.com, malmotown.com, gotland.com).

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Skarpögatan 9 | Stockholm | Tel. 08 6 70 15 00 | stockholm.diplo.de

Österreichische Botschaft

Kommendörsgatan 35/V | Stockholm | Tel. 08 6 65 17 70 | bmeia.gv.at/stockholm

Schweizerische Botschaft

Valhallavägen 64 | Stockholm | Tel. 08 6 76 79 00 | eda.admin.ch/stockholm

Notruf

Nationale Notrufnummer ist in Schweden die 112.

Internet & WLAN

Viele Cafés, Restaurants und Hotels, aber auch die meisten Städte und Gemeinden in Schweden bieten ihren Gästen kostenloses Wifi an. In Zügen und Bussen gehört das Gratis-Internet mittlerweile ebenfalls häufig zum Standardservice.

Post

Das Porto für Postkarten und Briefe (bis 20 Gramm) weltweit kostet 21 SEK. Die Postfilialen sind in den vergangenen Jahren fast verschwunden, dafür bieten viele Supermärkte und Kioske der Kette Pressbyrån Postdienstleistungen an.

Telefon & Handy

Die Vorwahl für Schweden ist 0046. Vorwahl nach Deutschland: 0049, nach Österreich: 0043, in die Schweiz: 0041.

Das Wegfallen von Roaminggebühren in der EU bedeutet nicht, dass eine Flatrate für das deutsche Netz auch automatisch eine Flatrate für das schwedische Netz ist. Prüfe also die Konditionen deines Vertrags, auch zum mobilen Surfen.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Veranstaltungen

Januar

Snöfestival (Kiruna): Schnee- und Eisskultpurenfestival, snofestivalen.se

Göteborg Filmfestival (Göteborg): Größtes Filmfest Nordeuropas, giff.se

Februar

Jokkmokk Marknad (Jokkmok): Traditioneller Wintermarkt der Samen, jokkmokksmarknad.se

März

Vasaloppet (Sälen, Mora): Ältestes und größtes Skilanglaufrennen (90 km) der Welt, vasaloppet.se

30. April/1. Mai

Valborg (ganz Schweden): Riesige Feuer zur Begrüßung des Frühlings

Juni

Midsommar (ganz Schweden): Feier der Sommersonnenwende mit Tanz um die Mittsommerstange (majstång), visitsweden.de/mittsommer-midsommar/)

Summerburst (Göteborg und Stockholm) Elektronische Tanzmusik, summerburst.se

Juli

Musik vid Siljan (Leksand, Rättvi, Mora): Volks- und World-Musik für die ganze Familie, musikvidsiljan.se

Storsjöyran (Östersund): Schwedens ältestes Musikfestival, yran.se

Stockholm Pride (Stockholm): Stockholms Christopher Street Day, stockholmpride.org

August

Mittelalterfestivals (Visby, Arboga): medeltidsveckan.se, arbogamedeltid.se

Kräftskiva (ganz Schweden): Flusskrebsessen mit Liedern, Papphütchen und Schnaps

Dezember

Luciafest (ganz Schweden): Mit vielen Kerzen auf dem Kopf bringt Santa Lucia am 13. Dezember Licht ins Dunkel

Feiertage

1. Januar Nyårsdagen (Neujahrstag)
6. Januar Heilige Drei Könige
März/April Påsk Karfreitag und Ostermontag
1. Mai Majdagen
Mai Kristi himmelsfärd (Christi Himmelfahrt)
6. Juni Nationalfeiertag
Freitag nach dem 21.6. Midsommarafton
Samstag nach dem 21.6. Midsommardagen
1. November Alla helgons dag (Allerheiligen)
25. Dezember Juldagen (Weihnachten)
26. Dezember Annandag jul (Stefanstag)
31. Dezember Nyårsafton (Silvester)
Mobilität vor Ort

Auto

In Schweden musst du rund um die Uhr mit Licht fahren. Das Tempolimit in Ortschaften beträgt 50 km/h, außerhalb zwischen 70 und 110 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,2. Strafen bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung sind oft drastischer als in Deutschland. Parkplätze sind in den großen Städten rar und teuer, dafür ist der öffentliche Nahverkehr gut ausgebaut. Autofahrer bezahlen in Stockholm (max. 105 SEK/Tag) und Göteborg (max. 60 SEK/Tag) von 6 bis 18.30 Uhr eine City-Maut. Die Gebühr richtet sich nach der Tageszeit. Ausgenommen sind Feiertage, Wochenenden und der Monat Juli. Die Gebühr wird an Verkehrskontrollpunkten automatisch registriert. Die Abrechnung erfolgt via epass24.com.

Zug

Innerhalb Schwedens bieten verschiedene Regionalgesellschaften im Sommer Ticketpässe zu günstigen Konditionen an (z. B. tagkompaniet.se, inlandsbanan.se). Eine Besonderheit ist der schicke Luxus-Gourmet-Zug Blå Tåget (blataget.com) mit Pianobar, der Göteborg mit Stockholm und Uppsala verbindet – da wird schon die Reise zum Urlaub.

Bus

Bequeme Langstreckenbusse, meistens von regionalen Anbietern, verbinden die meisten Städte. Bei der Planung hilft die Überblicksseite reseplanerare (reseplanerare.resrobot.se).

Öffentliche Verkehrsmittel

Der öffentliche Verkehr ist gut ausgebaut und wird meist von privaten Firmen im Auftrag der Provinzen und Gemeinden betrieben. Da an den Wochenenden und vor allem im nördlichen Teil des Lands aber täglich nur wenige Verbindungen angeboten werden, ist dort eine sorgfältige Planung der Ausflüge und Reisen notwendig. Auf der Website resplus.se findest du alle Verbindungen in Schweden. In den größeren Städten ist der Kauf einer Mehrfahrtenkarte bzw. eines Tages- oder Mehrtagespasses ein Muss, kostet doch sonst beispielsweise eine kurze Fahrt mit der Stockholmer Metro ab 43 SEK. Infos: sl.se (Stockholm), vasttrafik.se (Göteborg), dalatrafik.se (Provinz Dalarna).

Taxi

Taxis sind ein bequeme, aber nicht billige Alternative vor allem in den Städten. Es wird immer üblicher, sein Taxi per App zu bestellen.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

In den letzten Jahren hat sich die nordische Küche enorm weiterentwickelt. Schwedische Köche gehören weltweit zu den Besten ihrer Zunft. Mittlerweile gibt es nicht weniger als 26 Restaurants im Land mit mindestens einem Michelinstern. Frantzén in Stockholm hat sogar drei. Die neuen Köche setzen häufig auf regionale Zutaten mit modernem Touch. Natürlich findest du die Edelrestaurants vor allem in den drei Großstädten Stockholm, Göteborg und Malmö. Doch auch im Rest des Landes lässt es sich gut essen.

Do it yourself

Mittags bieten viele Restaurants und Cafés preiswerte Tagesgerichte (dagens rätt) an. Sie kosten rund 14 Euro inkl. Salat, Brot und Kaffee. Vom Kaffee, der oft in Thermosflaschen bereitsteht, kannst du dir übrigens beliebig oft und viel nachschenken. Dieser Gratisservice heißt auf Schwedisch påtår (= noch ein Schluck). Auch Leitungswasser bekommst du immer und überall gratis. Das Essen holst du dir meistens selbst an der Theke. Personalkosten sind hoch in Schweden, so kannst du sparen. Nach der Mahlzeit stellst du dann dein Geschirr samt Tablett in einen der bereitstehenden Abstellwagen. Und weil du alles selbst erledigst, wird auch kein Trinkgeld erwartet.

Treffpunkt Kiosk

Abends sieht es anders aus, da ist Service angesagt. Der hat seinen Preis. Grundsätzlich ist die billige, aber gute Gaststätte in Schweden eher Mangelware. Meistens hast du die Wahl zwischen teuer bis sehr teuer und Fast- Food-Niveau. Vor allem auf dem Land ist die Auswahl oft beschränkt. In jedem Dorf gibt es allerdings eine gatukök, einen Straßenimbiss. Die dort servierten Hot Dogs und Würstchen mit Kartoffelbrei und Pizzen sind zwar keine kulinarischen Highlights, aber fester Bestandteil der gastronomischen Infrastruktur. Entscheidest du dich hingegen für eines der besseren Restaurants, so empfiehlt sich unbedingt eine Reservierung. Sie sind schnell ausgebucht.

Viel mehr als Fleischbällchen

Ja, die Fleischbällchen köttbullar, die übrigens „schöttbullar“ ausgesprochen werden, gehören zur typisch schwedischen Küche. Serviert mit frischem Kartoffelbrei, Preiselbeeren und eingelegter Gurke können sie eine richtige Delikatesse sein. Beliebtester Fisch ist wohl nach wie vor der Hering (sill oder strömming), den es in zahlreichen Variationen gibt. Auch Lachs und Dorsch stehen häufig auf der Speisekarte. Elch und Rentier sind zwar Spezialitäten, jedoch nicht oft in Restaurants zu finden. Häufig behalten die Jäger das Fleisch lieber selbst. Auch Beeren spielen eine wichtige Rolle. Eine Kostbarkeit sind Moltebeeren (hjortron). Sie sehen aus wie knallorange Himbeeren, wachsen jedoch nur hoch im Norden – das macht sie so teuer – und jedes kleine Büschlein trägt nur wenige Beeren.

Middag ist nicht Mittag

Viele traditionelle Gerichte sind an eine bestimmte Jahreszeit gebunden. An Mittsommer stehen Erdbeeren hoch im Kurs. Im August lädt ganz Schweden zu kräftskiva ein, dem alljährlichen Flusskrebsessen, bei dem fleißig gesungen und Schnaps gepichelt wird. In der Weihnachtszeit hat dann das julbord seinen Auftritt, ein üppiges Buffet mit Fisch, Würstchen, Schinken, Auflauf, Pasteten und Milchreis als sättigendem Abschluss.

Während des restlichen Jahres wird zum smörgåsbord gebeten, das ist quasi ein julbord ohne Weihnachtsschinken und Milchreis.

Gegessen wird in der Regel relativ früh. Mittagessen (lunch) gibt es bereits ab 11.30 Uhr. Das Abendessen, das in Schweden verwirrenderweise middag heißt, wird dann schon ab 18 Uhr serviert.

Süßer Zahn

Eine gesellschaftliche Institution ist die fika. Zum Kaffee gibt‘s kanelbullar, Zimtschnecken. Eine leckere Variante ist die Schnecke mit Kardamom (kardemummabulle). Ins Auge sticht die prinsesstårta, eine Sahne- Biskuit-Torte mit knallgrünem Marzipandeckel. Genauso grün, aber mit Schokoladenecken kommen die dammsugare, Staubsauger, daher: kleine Punschrollen. Traditionell ist auch schwedisches Brot (limpa) leicht gesüßt. In den letzten Jahren wurde jedoch auch ungesüßtes Sauerteigbrot immer populärer. Eine Delikatesse ist knäckebröd, probier dich durch die unzähligen Varianten! In Kiosken und Supermärkten siehst du oft Süßigkeiten (godis), die offen und nach Gewicht verkauft werden. In vielen Familien gibt es sie nur an einem bestimmen Wochentag. Meistens ist das der Samstag (lördag). Dann bekommen die Kinder ihre lördagsgodis.

Leichtbier & Co.

Mittags wird in Schweden meist kostenloses Leitungswasser, Limonade (läsk) oder Leichtbier (lättöl) getrunken. Das hat einen maximalen Alkoholgehalt von 2 %. Abends greift man gern zum normalen oder stärkerem Bier (folk- oder starköl). Auch in Schweden sind Mikrobrauereien stark im Kommen, es gibt vor allem in den Städten oft eine beachtliche Auswahl. Das Gleiche gilt für Wein, Schnaps und Cocktails. Rechne damit, dass du für Alkohol aufgrund der hohen Steuern ungefähr doppelt so viel wie zu Hause auf den Tisch blättern musst.

Trinkgeld

Trinkgeld in Cafés, Restaurants oder bei Taxifahrten ist in Schweden nicht so weit verbreitet wie in anderen Ländern. Gerade in Cafés bedient man sich ohnehin oft selbst. Wo aber ordentlich bis gut am Tisch serviert wird, ist es auch in Schweden üblich geworden, um bis zu 10 Prozent des Preises aufzurunden. Und grundsätzlich freut sich jeder, der gute Dienste leistet, über eine kleine Belohnung.

Einkaufen und Shoppen

Einkaufen wird dir in Schweden leicht gemacht. Die Ladenöffnungszeiten sind großzügig, fast alle Geschäfte haben auch sonntags geöffnet. Schnäppchenjäger sollten auf jeden Fall nach herabgesetzter Ware (rea) oder Restposten (fynd) Ausschau halten. Im Sommer sprießen vor allem auf dem Land Flohmärkte (loppis) wie Pilze aus dem Boden.

Design fürs Heim ...

Nicht erst seit Ikea ist Schweden tonangebend, was Wohndesign betrifft. Da sich ein Sofa eher schlecht als Mitbringsel eignet, kannst du nach handlicheren Dekogegenständen Ausschau halten – z. B. in den Läden von Design Torget (designtorget.com) oder Granit (granit.com), die es in vielen größeren Städten gibt.

Altes schwedisches Design findest du auf dem Land. Meist werden einfache Möbel und andere Waren verkauft, die die Händler bei Haushaltsauflösungen erstanden haben. Achte auf Schilder mit der Aufschrift „Antik“ oder „Loppis“.

... und den Kleiderschrank

Neben H&M haben sich inzwischen auch andere schwedische Modelabels fest auf dem internationalen Markt etabliert. Kleidung von Tiger of Sweden, Whyred, Filippa K. oder Acne etwa sind begehrt und in den größeren Städten zu haben. Unschlagbar sind die Schweden auf dem Markt der Outdoor-Kleidung. Halte Ausschau nach Marken wie Fjällräven, Peak Performance und Haglöfs.

Jahrhundertealtes Kunsthandwerk

Seit mehr als 250 Jahren üben südschwedische Glasbläser im glasriket bei Växjö ihr Handwerk aus. Du kannst vor Ort zusehen, wie bildschöne Vasen, Gläser und Schüsseln hergestellt werden, und sie günstig direkt ab Fabrik kaufen. Samisches Kunsthandwerk findest du vor allem im Norden, besonders in den Zentren der samischen Bevölkerung wie in Jokkmokk oder Gällivare nördlich des Polarkreises. Typisch sind Schmuck aus Leder und feinem Zinndraht, Gefäße aus Birkenholz oder Schnitzereien aus Rentierhorn.

Symbolträchtiges Pferd

Das wohl am häufigsten verkaufte Souvenir in Schweden ist das so genannte Dalapferdchen (dalahäst). Das beliebte geschnitzte Holztier ist traditionell rot und wird in der Provinz Dalarna hergestellt. Ursprünglich als Kinderspielzeug gedacht, wurde das Pferd zum Symbol des Landes, als bei der Weltausstellung in New York 1939 ein 3 m hohes Exemplar den schwedischen Pavillon zierte.

Elch, Süßes und Spezielles

Geräuchertes Elch- oder Rentierfleisch ist eine Delikatesse, die sich vakuumverpackt leicht transportieren lässt. Besonders ist auch ein Glas hjortronsylt (Moltebeermarmelade). Mutige wagen sich an surströmming (fermentierter Hering); aber Achtung: Dose unbedingt im Freien öffnen!

Ein Messerchen für alle

Ohne ein Buttermesser (smörkniv) geht an schwedischen Tischen gar nichts. Die Holzmesserchen mit den runden Kanten stecken in Margarine, Butter und anderem Brotaufstrich. Und alle am Tisch teilen sich das eine Stück. Leicht, zweckmäßig und hübsch anzusehen, sind smörknivar ein ideales Mitbringsel. Es gibt sie – klar! – auch mit netten Elchmotiven.

Öffnungszeiten

Viele Geschäfte, vor allem Supermärkte, haben in Schweden bis abends (oft bis 21 Uhr und länger) sowie samstags und sonntags geöffnet. Museen, Sehenswürdigkeiten und Vergnügungsparks haben je nach Saison stark variierende Öffnungszeiten. Von Mitte Juni bis Mitte August, wenn in Schweden Schulferien und die meisten Touristen im Land sind, haben alle Einrichtungen deutlich länger geöffnet als außerhalb der Saison. Beachte bei der Reiseplanung, dass in kleineren Orten Museen und Restaurants außerhalb des Sommers – also auch im Mai und September – nur sehr beschränkt geöffnet sind.

VorspeisenHauptgerichteFür WagemutigeFür GenießerDessertsZwischendurch

senapsill Eingelegter Hering in Senfsauce
toast skagen Toast mit Krabben, Dill und Mayonnaise
purjölöksoppa Lauchsuppe
laxpudding Lachsauflauf mit Kartoffeln, Dill und gebräunter Butter
köttbullar med potatismos och lingon Fleischbällchen mit Kartoffelbrei und Preiselbeeren
älggryta Elcheintopf
janssons frestelse Kartoffelgratin mit Zwiebeln und Anchovis (Die Versuchung des Jansson)
surströmming Nur im August: vergorener Hering aus der Dose – unbedingt im Freien essen!
kräftor Nur im August: Flusskrebse – Schnapslieder einüben!
vaniljglas med hjortron Vanilleeis mit Moltebeeren
blabärspaj med vaniljsas Blaubeer-Pie mit Vanillesauce
nyponsoppa med mandelbiskvier Hagebuttenkaltschale mit Amarettini
vafflor med grädde Frisch gebackene Waffeln mit Schlagsahne
kanel-/kardemummabulle Zimt- oder Kardamomschnecke
mjukglass Cremiges Softeis
Stichworte

Die Sache mit dem Elch

Die Schweden selbst stehen mitunter etwas ratlos vor dem Hype, den Elche bei ausländischen Besuchern auslösen. Viele Einheimische mögen Elche vor allem vor der Flinte und auf dem Teller. In Schweden, so heißt es, gibt es vier große Feiertage: Weihnachten, Ostern, Mittsommer und Elchjagd. Gut ein Viertel der insgesamt 350 000 Elche lassen bei der alljährlichen Jagdsaison ihr Leben. Dennoch – oder gerade deswegen – muss man sich um ihren Fortbestand keine Sorgen machen. Die Elchpopulation in Schweden ist gesund. Das große Problem für touristende Elchfanatiker ist, dass sich die Tiere in freier Wildbahn nur selten zeigen. Doch wozu gibt es 30 Elchparks? Ein Besuch lohnt sich. Der „König des Waldes“ ist tatsächlich etwas ganz Besonderes (Liste der Elchparks, natürlich auch auf Deutsch: short.travel/swe24).

No Cash

Schweden ist auf dem Weg zur bargeldlosen Gesellschaft. Kaugummi im Supermarkt, Coffee to go – selbst Kleinstbeträge bezahlen die Schweden und Schwedinnen mit Karte. Viele Restaurants, Läden und Hotels haben sich zu bargeldlosen Zonen erklärt. Auch „Swish“ ist in. Mithilfe dieser Bezahl- App lässt sich Geld per Smartphone schnell und kostenlos überweisen. Selbst die Kollekte in der Kirche lässt sich mittlerweile „swishen“. Bedenken in Sachen gläserner Bürger oder Überwachungsstaat sind den Schweden fremd.

Gleich, Gleicher, Schweden

Gleichheit ist einer der Grundpfeiler der schwedischen Gesellschaft – bei Geschlecht, Religion und Herkunft. Pride, der Kampfbegriff der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgenderpersonen, schaffte in Schweden früh seinen Durchbruch. Das jährliche Pride-Festival in Stockholm gehört zu den größten seiner Art. Was die Religion anbelangt, so sind – zumindest auf dem Papier – mehr als zwei Drittel der Schweden Protestanten. Im Alltag spielt der Glaube jedoch eine geringe Rolle, Schweden gilt als eines der am wenigsten religiösen Länder der Welt. Ein Vorreiter war und ist das Land hingegen in Sachen Gleichberechtigung von Mann und Frau. Schweden hat eine der höchsten Frauenerwerbstätigkeitsquoten der Welt. In der Regel arbeiten Frauen Vollzeit. Großzügiger Elternurlaub, eine Krippenplatzgarantie, Ganztagskindergärten und -schulen sorgen gleichzeitig für eine der höchsten Geburtenraten in der EU.

Hereinspaziert!

Prinzipiell darf sich in Schweden jeder frei in der Natur bewegen, auch auf Privatgrundstücken. Das regelt das sogenannte allemansrätten (Jedermannsrecht). Gerade wegen dieser Freiheit ist es wichtig, sich an die wenigen Einschränkungen zu halten, um die Natur zu bewahren. Lagerfeuer etwa sind im Wald (Brandgefahr) und auf Felsen (Bruchgefahr) verboten. Das Pflücken geschützter Pflanzen ist ebenso untersagt wie das Fällen von Bäumen. Schilder mit dem Hinweis „Betreten verboten“ sind selten, sollten aber unbedingt beachtet werden. Es empfiehlt sich, das Jedermannsrecht zu studieren (short.travel/swe13), bevor es in die Natur geht. Dort steht nämlich nicht nur, was erlaubt ist und was nicht, die Bestimmungen sind auch ein Stück Kulturerbe, das viel über das Selbstverständnis der Schweden aussagt.

Bei Königs

Erstaunlicherweise erfreut sich im Land der Gleichheit die Monarchie großer Beliebtheit. Weitestgehend skandalfrei (auch wenn über mögliche Affären Carl Gustafs so einiges gemunkelt wurde) leben die Bernadottes vor sich hin und repräsentieren Schweden erfolgreich im Ausland. Politische Macht hat der König als staatliches Oberhaupt nicht mehr, doch der PR-Effekt der königlichen Familie ist enorm.

Außerdem gelingt es Silvia und Co. erfolgreich, altmodischen Prunk und Volksnähe zu vereinen. Geschickt vermischen sie auch Tradition und Moderne und führten z. B. die weibliche Thronfolge ein. So wird die überaus beliebte Victoria einmal ihren Vater beerben.

Skål!

Schnell mal ein Bier oder einen Wein im Supermarkt kaufen, das kannst du in Schweden vergessen. Nach wie vor hat der schwedische Staat ein Alkoholmonopol. Das Recht auf ein solches Monopol hatte man sich beim Eintritt in die EU 1995 ausdrücklich genehmigen lassen. „Richtiges“ Bier, Wein und andere Spirituosen gibt es lediglich in einer der mehr als 430 staatlichen Systembolaget-Filialen zu kaufen. Dort sind die Öffnungszeiten für schwedische Verhältnisse sehr beschränkt und sonntags geht gar nichts. Die Altersgrenze liegt bei 20 Jahren und die Getränke sind teuer, weil hoch besteuert. All das ist Absicht. Alkohol soll schwer zugänglich sein und viel kosten, um Alkoholismusprobleme besser in den Griff zu bekommen. Die Forschung gibt der Regierung recht: Im Durchschnitt trinken die Schweden deutlich weniger als z. B. Deutsche, Österreicher und Schweizer.

Astrid

Heute vergisst man gern, wie revolutionär Astrid Lindgren einst war. Nirgendwo in der Kinderliteratur gab es vor ihr Figuren wie Pippi Langstrumpf. Frech, stark und kämpferisch, zudem noch weiblichen Geschlechts. Lindgren hat Kinder ernst genommen. Das war ihr großes Geheimnis. Einerseits schilderte sie die Idylle im ländlichen Bullerbü. Andererseits schrieb sie über große Fragen wie den Tod, etwa in „Die Brüder Löwenherz“. Die weltberühmte Schriftstellerin, deren eigenes Leben keineswegs immer idyllisch war, engagierte sich gesellschaftspolitisch, kämpfte gegen hohe Steuern und Atomkraft, für Kinder- und Tierrechte. „Ich bin die Beichtmutter der Nation“, sagte sie einmal und war darüber nicht nur glücklich.

Weltklasse-Trendsetter

Irgendwie gelingt es Schweden immer wieder, Revolutionäres auf den Markt zu bringen. Denk mal nur an Ikea, H&M und Tetrapak oder im digitalen Zeitalter an Skype, Spotify und Candy Crush. Bei Mode und Design mischen die Schweden mit COS, Filippa K, Acne und Whyred auch ganz vorne mit. Und dann natürlich die Musik! Abba machte den Anfang. Danach kamen u.a. Roxette, Swedish House Mafia, Avicii und Zara Larsson. Was ist das Geheimnis dieses Erfolgs? Ein gutes Bildungssystem, soziale Absicherung und der Mut zu Unkonventionellem – so lautet eine Standarderklärung. Wir sagen einfach: Hut ab!

Samen

Die Samen gehören zu den wenigen noch existierenden indigenen Völkern in Europa. Ab dem 17. Jh. wurden die rentierzüchtenden Nomaden von den skandinavischen Regierungen verfolgt und unterdrückt. Erst der erfolgreiche Kampf gegen Staudammprojekte in ihrem Lebensraum brachte nach 1980 die Wende. Heute verfügen die gut 90 000 über Nordskandinavien verteilten Samen (früher abschätzig Lappen genannt) über umfassende Minderheitenrechte, eigene Parlamente – das der 30 000 schwedischen Samen hat seinen Sitz in Kiruna –, Medien und Hochschulen. Auch samische Kultur erlebt eine Renaissance. Junge Samen zeigen Selbstbewusstsein und kombinieren z. B. den traditionellen Gesang jojk mit Hiphop oder Popmusik. Der Film „Das Mädchen aus dem Norden“ thematisiert den schwedischen Rassismus der 1930er-Jahre.

Nobel

Alfred Nobel (1833–1896) ist sicherlich einer der berühmtesten Schweden. Zu Lebzeiten kam der gebürtige Stockholmer als Erfinder und Industrieller zu Vermögen und Ansehen. Seine bekannteste Erfindung ist das Dynamit. Weltweit berühmt wurde er als Stifter der nach ihm benannten Nobelpreise. Seit 1901 werden alljährlich die „größten Leistungen für die Menschheit“ auf den Gebieten der Literatur, der Medizin/Physiologie, der Biologie, der Chemie und der Friedenssicherung mit je 10 Mio. Schwedischen Kronen (ca. 1,1 Mio. Euro) bedacht. Nur der Friedensnobelpreis wird nicht in Stockholm, sondern in Oslo verliehen – zu Nobels Zeiten gehörte Norwegen noch zur schwedischen Krone und Nobel wollte die Norweger ebenfalls teilhaben lassen.

Koffeinsucht

Die Schweden sind Vize-Weltmeister im Kaffeetrinken, nur die Finnen konsumieren mehr. Kaffee geht immer – morgens, mittags, abends, aber auch spät nachts. Und die Kaffeepause hat ihren eigenen Namen: fika – mit langem i! Am liebsten trinken die Schweden Filterkaffee, und den gern stark. Nach Espresso oder Cappuccino suchst du auf dem Land oft vergeblich. In den Städten hingegen boomen Kaffeebars. Trendsetter war die 1996 gegründete schwedische Kette Espresso House (espressohouse.com) – inzwischen in deutschen Händen.

Dicke Lippe

Zigaretten sind in Schweden selten zu sehen. Nirgendwo sonst in Europa rauchen so wenig Menschen wie in Schweden. Dafür ist snusen weit verbreitet. Snus ist ein Lutschtabak, der zwischen Lippe und Zahnfleisch geklemmt wird. Dort verbreitet er Geschmack und Wirkung – und nach Ansicht einiger Experten auch Krebs. Snus ist in keinem anderen Land der EU erlaubt. Schweden bekam wegen der langen Tradition des Snusens eine Ausnahmegenehmigung. Siehst du einen Schweden mit dicker Oberlippe, dann weißt du: Er genießt gerade seine prilla, seine Portion Lutschtabak.

(Eis)Wein

Dank gestiegener Durchschnittstemperaturen und computergesteuerter Anbaumethoden haben viele südschwedische Bauern auf den Weinbau umgesattelt. Der Erfolg blieb nicht aus. In den staatlichen Monopolgeschäften systembolaget sind mittlerweile auch einheimische Produkte wie „Domaine Sånana“ in den Regalen zu finden – und in der Provinz Skåne laden Produzenten zu Degustationsreisen entlang des über 100 km langen Vinvägen (Weinstraße) ein. Der Direktverkauf im Weingut ist aber verboten. Wer nicht den Umweg über ein systembolaget (s. S. 19) machen will, kann die schwedischen Lieblingstropfen einfach im Internet bestellen.

Phänomen Greta

Im August 2018 setzte sich die 15-jährige Stockholmerin Greta Thunberg zum ersten Mal mit einem Schild „Ich streike fürs Klima“ vor dem schwedischen Parlament auf den Boden. Kaum jemand beachtete sie. Zwei Jahre später streiken Hunderttausende von Menschen weltweit jeden Freitag fürs Klima, und alle wissen, wer Greta ist. Dank sozialer Medien und ungewöhnlich deutlicher Sprache wurde Thunberg zum Sprachrohr der Klimabewegung. Sie hat das Asperger-Syndrom, bezeichnet es selbst aber nicht als Krankheit, sondern als ihre „Superpower“. Übrigens: Gretas Mutter ist die bekannte Opernsängerin Marlena Ernmann, die Schweden 2009 im Eurovision Song Contest vertrat.

Bloss nicht!

Quengeln

Schweden sind von ausgesuchter Höflichkeit. Ärgerst du dich über schlechten Service oder den verspäteten Bus, dann am besten nicht lauthals. Probiere es mit unerschütterlicher Freundlichkeit! Das hilft. Garantiert.

Rasen

Auf Autobahnen und Landstraßen gelten Tempolimits. Den Schweden ist’s recht. Also lieber entspannen und auch nicht die Lichthupe bedienen, wenn vor dir jemand – was oft passiert – die Mittelspur blockiert.

Die Wohnung mit Schuhen betreten

Der Dreck bleibt draußen. Schweden ziehen sich ganz reflexmäßig beim Betreten einer Wohnung die Schuhe aus und stellen sie neben die Eingangstür. Die feinen (und sauberen) Schuhe für drinnen haben sie in einer Plastiktüte dabei. Im Sommer barfuß in der Wohnung herumzulaufen ist natürlich vollkommen o.k.!

Drängeln

Wer glaubt, die Briten seien Weltmeister im Schlangestehen, der war noch nie in Schweden. Hier wird nicht gedrängelt und geschubst. Man stellt sich brav in die Schlange – möglichst mit gehörigem Abstand zu Vordermann oder -frau.

Elchschilder abmontieren

Ein Zusammenstoß von Elch und Auto endet nämlich oft tödlich – nicht nur für den Elch! Elchschilder mögen zwar ein cooles Souvenir sein, doch sie können auch Leben retten. Daher: Lieber ein Elchschild im Souvenirladen kaufen!

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Schweden hat -unabhängig von der Corona-Pandemie- vorübergehend Grenzkontrollen eingeführt. Stichprobenartige Kontrollen finden an allen Grenzübergangsstellen statt.
Es häufen sich Fälle, insbesondere auf den Rastplätzen vor der Öresundbrücke in Dänemark, bei denen Anhalter um die entgeltliche oder unentgeltliche Mitnahme nach Schweden bitten. Bei Grenzkontrollen auf der schwedischen Seite der Brücke müssen deutsche Autofahrer mit einer Festnahme und Anklage wegen Menschenschmuggels rechnen, wenn sich herausstellt, dass die mitgenommenen Personen über kein gültiges Reisedokument bzw. keinen gültigen Schengen-Aufenthaltstitel verfügen. Gleiches gilt im Fall von Drogenschmuggel.

  • Führen Sie grundsätzlich ein gültiges Reisedokument mit sich.
  • Nehmen Sie keine unbekannten Personen oder fremde Waren über die dänisch-schwedische Grenze mit.

Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von beeinträchtigt sein, siehe

Aktuelles.

Es gibt gut ausgebaute Bus- und Bahnverbindungen, insbesondere Hochgeschwindigkeitszüge zwischen den großen Städten sowie ein gutes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln wie eine U-Bahn in Stockholm. Zumeist muss eine mit Guthaben aufladbaren Karte vorab gekauft werden. Smartphoneinhaber können Tickets auch über die App der städtischen Verkehrsbetriebe erwerben (für Stockholm: SL, für Göteborg: Västtrafik). Anschlagtafeln und Schalter an den Hauptbahnhöfen, nicht jedoch an kleineren Stationen oder in Bussen, geben Aufschluss über Tarifsysteme. In den Innenstädten steht Parkraum nur sehr begrenzt zur Verfügung.

In Schweden muss auch tagsüber ganzjährig mit Abblendlicht bzw. Tagfahrlicht gefahren werden.

Im Straßenverkehr gilt eine Grenze von 0,2 Promille. Wegen Trunkenheit verurteilt werden kann auch, wer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss "ein Fahrzeug nicht mehr sicher steuern kann". Es drohen hohe Strafen bei Verstoß (auch Haftstrafen von bis zu zwei Jahren).

Für Geschwindigkeitsüberschreitungen gibt es keine Toleranzgrenzen. Strafen fallen deutlich höher aus als in Deutschland.

Jeweils geltende Parkregeln sind zu beachten. Falschparken wird mit hohen Bußgeldern bzw. Gebühren (bei privaten Parkplatzeignern) belegt. Aufgrund der Straßenreinigung unterliegen viele Parkplätze zeitlichen Beschränkungen, wie der Angabe von Tagen und Uhrzeiten zu entnehmen ist. Parkplätze in derselben Gegend sind häufig verschiedenen Automaten zugeordnet. An manchen Automaten ist die Bezahlung ausschließlich mit schwedischen Bonus- oder Kreditkarten möglich. Alternativ können Parktickets oft auch über Park-Apps erworben werden. Hinweise zu den Parkplatzbeschilderungen finden Sie in einer Broschüre der schwedischen Transportbehörde.

Die Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer ist verboten. Es drohen hohe Bußgelder. Auch die Nutzung von anderen Kommunikationsgeräten beim Autofahren ist verboten, sofern sie sich negativ auf das Führen des Fahrzeugs auswirkt.

Stockholm und Göteborg haben eine Innenstadt-Maut, Passagen werden automatisch abgelesen und registriert. Informationen zur Citymaut erteilt die zuständige schwedische Transportbehörde.

In abgelegenen Gebieten Schwedens gibt es kein Mobilfunknetz, so dass es bei längeren Wanderungen nicht durchgehend möglich ist, Kontakt zur Außenwelt herzustellen bzw. erreichbar zu sein.

  • Informieren Sie Ihre Angehörigen frühzeitig, sodass sie sich keine Sorgen machen.

Der deutsche Führerschein wird anerkannt.

Es gibt keine Hinweise auf besondere Schwierigkeiten, die Akzeptanz ist insbesondere in Großstädten gut ausgeprägt.

  • Beachten Sie die allgemeinen Hinweise für LGBTIQ.

Die Verletzung des Fotografier- und Betretungsverbots ausgewiesener militärischer Schutzobjekte wird mit erheblichen Geld- und/oder Freiheitsstrafen geahndet.

Anders als in Deutschland ist nach dem schwedischen Waffengesetz das Führen, der Handel und die Einfuhr von Tränengassprays verboten. An Flughäfen gibt es Boxen zum Einwurf solcher Spraydosen. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr, in geringfügigen Fällen bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe geahndet.

Das Führen von Messern ist auf öffentlichen Plätzen verboten. Taschenmesser werden jedoch in der Regel geduldet.

Prostitution ist in Schweden strafbar. Dem Freier drohen Geldbußen oder Haftstrafen von bis zu einem Jahr.

Drogenbesitz - auch in geringen Mengen zum eigenen Verbrauch - ist in Schweden verboten, ebenso wie der Konsum an sich (Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, schwere Fälle auch bedeutend längere Strafen).

Der Konsum von Alkohol ist an vielen öffentlichen Plätzen untersagt. Das Bestimmungsrecht liegt bei der jeweiligen Kommune und ist uneinheitlich geregelt. Um Schwierigkeiten zu vermeiden wird generell vom Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit abgeraten.

Bei einer Festnahme in Schweden unterliegen Untersuchungshäftlinge - und auch ihre Pflichtverteidiger - während der Untersuchungshaft teilweise strengen Restriktionen, wie Kontaktsperren zu Personen außerhalb der Haftanstalt. Für Angehörige ist es daher teilweise sehr schwierig, Informationen über einen Untersuchungshäftling zu erhalten, solange die polizeilichen Ermittlungen noch andauern.

Das geänderte Sexualstrafrecht verlangt, dass beide Partner ausdrücklich und klar erkennbar mit dem Geschlechtsverkehr einverstanden sein müssen.
Das Schutzalter für sexuelle Handlungen liegt in Schweden bei mindestens 15 Jahren. Sexuelle Handlungen mit Kindern und Jugendlichen unterhalb dieser Altersgrenze erfüllen den Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger.

Landeswährung ist die Schwedische Krone (SEK). In Schweden werden auch Kleinstbeträge mit EC- oder Kreditkarte gezahlt. Auch an Parkautomaten und im öffentlichen Nahverkehr wird regelmäßig keine Barzahlung akzeptiert. Die Mitnahme einer international üblichen Kredit- oder Bankkarte wird empfohlen.

Im Oktober 2016 hat Schweden neue 100 und 500 Kronen Banknoten sowie neue 1, 2 und 5 Kronen-Münzen eingeführt. Die alten Scheine und Münzen sind ungültig, können aber über die schwedische Reichsbank gegen Gebühr umgetauscht werden. Nähere Informationen erteilt die Sveriges Riksbank.

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Erkrankung, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zur Pandemie erklärt.

Die hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ergänzen.

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfung wird, abhängig von den Reisebedingungen, dem Reiseziel und der Reisezeit, die Impfung gegen FSME empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die .

FSME kommt besonders an der Ostküste des Landes im Großraum Stockholm vor. Besonders exponierte Personen sollten sich impfen lassen (Risiko ca.1 von 100 Zecken).
Für Borreliose gilt ein Übertragungsrisiko durch 1/3 aller Zecken. Das Erkrankungsrisiko ist aber gering. Eine Impfung ist nicht möglich. Schützende Kleidung und die direkte Entfernung der Zecke sind empfohlen.

Vereinzelt sind Fälle von bisher in Schweden nicht vorgekommenem Fuchsbandwurm (hier: dvärgbandmask) aufgetreten, die schwedische Lebensmittelbehörde (livsmedelsverket) rät jedoch nicht allgemein vom Verzehr von Blaubeeren/Preiselbeeren/Pilzen ab.

Im Allgemeinen ist das Versorgungsniveau in Schweden gut bis sehr gut. Aktuell kann es aufgrund der hohen Belastung des Gesundheitswesens durch die Corona-Pandemie jedoch zu Engpässen bei der Notfall- und Intensivmedizin kommen.
Bundesbürger, wie alle anderen -Bürger, die sich vorübergehend in Schweden aufhalten, können nach dem europäischen Gemeinschaftsrecht im Krankheitsfall Leistungen nach schwedischem Recht in Anspruch nehmen. Als Anspruchsnachweis wird eine vor dem Antritt der Reise von der deutschen gesetzlichen Krankenkasse auszustellende Europäische Versichertenkarte vorgelegt. Zusätzlich zur Versicherungskarte muss als Identifikationsnachweis entweder der Personalausweis oder der Reisepass vorgelegt werden. Bei jedem Arztbesuch wird ein vom Aufwand abhängiger Eigenanteil von mindestens 200 SEK (ca. 20,- €) sofort fällig.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch einen Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die .

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss:

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Reisewarnung

Überblick

Stand - Thu, 02 Dec 2021 17:45:00 +0100
(Unverändert gültig seit: Thu, 02 Dec 2021 17:57:16 +0100)

Letzte Änderungen: Aktuelles – COVID-19 (Einreise), redaktionelle Änderungen

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Aktuelles

COVID-19

Die Ausbreitung von COVID-19 kann weiterhin zu Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens führen. Weiterhin gilt besondere Vorsicht bei allen Reisen und die Kenntnisnahme der fortlaufend aktualisierten Infobox zu COVID-19/Coronavirus. Wichtig ist bei Einreise nach Deutschland die Beachtung der geltenden Corona-Einreiseverordnung. Benötigt wird der Nachweis über eine vollständige Impfung oder die Genesung oder einen aktuellen negativen COVID-19-Test.

Epidemiologische Lage

Schweden ist von COVID-19 weiterhin betroffen.

Aktuelle und detaillierte Zahlen bieten das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) und das schwedische Gesundheitsamt (auf Schwedisch).

Einreise

Bei Einreise ist die Vorlage des Digitalen COVID-Zertifikats der EU erforderlich, welches entweder einen vollständigen Impfschutz oder den Genesenenstatus bestätigt. Ein vollständiger Impfschutz liegt vor, wenn alle empfohlenen Dosen eines in der EU zugelassenen Impfstoffes geimpft wurden und seit Erhalt der letzten Dosis mindestens 14 Tage vergangen sind.
Alternativ kann auch ein negatives COVID-19-Testergebnis vorgelegt werden. Zwischen der Probenabnahme und dem Grenzübertritt dürfen bei Einreisen aus einem EU- oder EWR-Land höchsten 72 Stunden liegen. Es werden Ergebnisse von PCR-, LAMP- und Antigen-Tests akzeptiert. Das Testzertifikat muss folgende Informationen enthalten: Name der getesteten Person, Zeitpunkt der Probenabnahme, Art des Testes (PCR-, LAMP- oder Antigen-Test), Testergebnis, Aussteller des Zertifikats. Zertifikate werden in englischer, schwedischer, norwegischer, dänischer oder französischer Sprache akzeptiert (s.a. Behörde für öffentliche Gesundheit Folkhälsomyndigheten – und auf Krisisinformation.se in englischer Sprache).
Die Nicht-Einhaltung dieser Voraussetzungen, also z.B. die Überschreitung des 72-Stunden-Zeitraums oder die Vorlage eines Testergebnisses in deutscher Sprache führt bei stichprobenartigen Kontrollen an der Grenze erfahrungsgemäß zur Zurückweisung.

Von dem Erfordernis der Vorlage des Digitalen COVID-Zertifikats der EU oder eines negativen COVID-19-Tests sind u.a. schwedische Staatsangehörige, Minderjährige, Personen mit dauerhaftem Wohnsitz in Schweden, Einreisende aus Dänemark, Finnland, Island und Norwegen, Personal des Güter- und Warenverkehrs sowie des Transportsektors, Grenzpendler (müssen einmal pro Woche einen Test vornehmen lassen), Seefahrer und Einreisende aus dringenden familiären Gründen ausgenommen.
Entsprechende Gründe für eine Ausnahme vom Erfordernis der Vorlage des Digitalen COVID-Zertifikats der EU oder eines negativen COVID-19-Tests müssen mit aussagekräftigen Unterlagen an der Grenze nachgewiesen werden. Weitere Informationen zum Testerfordernis und Einreisebeschränkungen aus Drittstaaten veröffentlicht die schwedische Regierung und die schwedische Polizei.

Alle Reisenden (auch Personen, die vom Erfordernis der Vorlage des Digitalen COVID-Zertifikats der EU oder eines negativen COVID-19-Tests befreit sind) sollen den Empfehlungen der Behörde für öffentliche Gesundheit für Einreisende folgen. Dazu gehört auch die Empfehlung für alle Einreisenden über sechs Jahre, sich nach Ankunft in Schweden testen zu lassen. Ausgenommen sind Reisende, die sich ausschließlich innerhalb der nordischen Staaten (Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden) bewegt haben.

Durch- und Weiterreise

Die Durchreise durch Schweden ist eingeschränkt möglich, wobei die Einreisebestimmungen des Ziellandes beachtet werden müssen. Zur Einreise nach Norwegen bzw. Finnland informieren die Reise- und Sicherheitshinweise für Norwegen und die Reise- und Sicherheitshinweise für Finnland. Zu Ein-, Durch- und Rückreise auf dem Land-, Luft und Seeweg über Dänemark informieren die Reise- und Sicherheitshinweise für Dänemark und die deutsche Botschaft in Kopenhagen. Insbesondere bei längeren Reisen ist zu beachten, dass sich die Durch- und Einreisebedingungen kurzfristig ändern können.

Reiseverbindungen

Alle gängigen Reiseverbindungen werden bedient, jedoch teilweise in geringerer Frequenz. Die Beförderungsbedingungen sind auf den Webseiten der entsprechenden Anbieter veröffentlicht.

Beschränkungen im Land

Reisende dürfen sich grundsätzlich frei im Land bewegen, sollen sich jedoch so verhalten, dass das Infektionsrisiko niedrig gehalten wird. Dies bedeutet insbesondere, auf Abstand zu achten und nach Möglichkeit kontaktarme Reisemittel zu wählen, den öffentlichen Nahverkehr zu meiden sowie sich beim Vorliegen von Symptomen zu isolieren. Personen mit COVID-19-typischen Symptomen werden dazu angehalten, sich testen zu lassen.

Seit 1. Dezember 2021 gilt bei Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern die 2G-Regel (Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene), alternativ gelten Einschränkungen bei der Teilnehmerzahl und Mindestabstände.

Das schwedische Gesundheitsamt hat Verhaltensempfehlungen veröffentlicht, die landesweit (auch für Geimpfte) gelten.

Die schwedische Zivilschutzbehörde bietet landesspezifische Informationen in Englisch und weiteren Sprachen an.

Hygieneregeln

Die Bevölkerung wird um Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln gebeten.

Empfehlungen

  • Beachten Sie die ausführlichen Informationen zur Gesundheitslage auf der Grundlage von Daten des ECDC, bestehende Beschränkungen einschließlich der Quarantäne- und Testanforderungen für Reisende und mobile Coronavirus-Kontaktnachverfolgungs- und Warn-Apps auf Re-open EU.
  • Isolieren Sie sich bei Erkältungssymptomen bis zwei Tage nach Abklingen selbst. Informieren Sie sich regelmäßig zu den geltenden Regeln und Maßnahmen und ergänzenden Hinweisen auf den Internetseiten des schwedischen Gesundheitsamts, der schwedischen Regierung und der schwedischen Botschaft in Berlin.
  • Bei COVID-19 Symptomen oder Kontakt mit Infizierten, kontaktieren  Sie die nächstgelegene Gesundheitszentrale (vård central) oder die medizinische Auskunft unter der Telefonnummer 1177 (von einem deutschen /ausländischen Mobiltelefon wie folgt erreichbar: +46 771 1177 00). Bei akuten medizinischen Notfällen wählen Sie den Notruf (112).


Sicherheit

Terrorismus

Seit März 2016 gilt für Bedrohungslagen wegen internationalem Terrorismus die vom schwedischen National Centre for Terrorist Threat Assessment festgelegte Warnstufe 3 von 5, „erhöht".
Im April 2017 wurde ein Anschlag mit einem Lastwagen in der Stockholmer Innenstadt verübt.

Kriminalität

Kleinkriminalität wie Taschendiebstähle kommen insbesondere in den Innenstädten, Touristenzentren und Transferplätzen wie auf Fähren sowie in Flughäfen häufig vor. Auch in Hotels kommt es zu Diebstählen wie Handtaschenraub.
Bandenkriminalität mit vereinzelten gewaltsamen Auseinandersetzungen gibt es in manchen Stadtteilen von Stockholm, Göteborg und Malmö.
Auch Autoeinbrüche und Überfälle auf Wohnwagenbesitzer und Wohnmobile sind keine Seltenheit.

  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtige Dokumente sicher auf und speichern am besten Kopien elektronisch.
  • Bevorzugen Sie bargeldlose Zahlungen und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen mit.
  • Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen und im öffentlichen Nahverkehr besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Suchen Sie bewachte Campingplätze auf und lassen Sie keine Wertsachen in Fahrzeugen zurück.
  • Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei.

Natur und Klima

Es herrscht kühles, im Landesinneren trockenes Kontinentalklima, das durch den Einfluss des Golfstroms temperiert ist.

Im Sommer kann es in Schweden insbesondere nach Trockenperioden zu Busch- und Waldbränden kommen. Mit einer Beeinträchtigung der Infrastruktur muss in diesen Fällen gerechnet werden.

Im Winter sind Temperaturstürze und extreme Kälte im Norden, Schneestürme und Eisregen an der Tageordnung.

Ausreichende Sicherheitsvorkehrungen (Schwimmwesten Mobiltelefon, Leinen etc.) sollten bei Ausflügen auf den zahlreichen Seen und an der Küste unbedingt getroffen werden, auch aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen.

Im Norden des Landes und im Winter erfordern Aktivitäten eine gute Vorbereitung und Ausrüstung.

  • Informieren Sie sich stets über die Wetterlage.
  • Beachten Sie entsprechende Meldungen und Wetterberichte in den Medien.
  • Meiden Sie von Bränden betroffene Gebiete.
  • Tragen Sie den klimatischen Bedingungen Rechnung und planen Sie Aktivitäten entsprechend.
  • Beachten Sie unbedingt Warnungen vor Strömung oder dünnem Eis.
  • Tragen Sie in den dunkleren Jahreszeiten außerhalb der Städte gelbe Warnwesten beim Spazierengehen und Radfahren, wie es in Schweden üblich ist.
  • Folgen Sie Hinweisen und ggf. Anweisungen der lokalen Behörden wie z.B. auf Krisinformation.

Reiseinfos

Grenzkontrollen

Schweden hat -unabhängig von der Corona-Pandemie- vorübergehend Grenzkontrollen eingeführt. Stichprobenartige Kontrollen finden an allen Grenzübergangsstellen statt.
Es häufen sich Fälle, insbesondere auf den Rastplätzen vor der Öresundbrücke in Dänemark, bei denen Anhalter um die entgeltliche oder unentgeltliche Mitnahme nach Schweden bitten. Bei Grenzkontrollen auf der schwedischen Seite der Brücke müssen deutsche Autofahrer mit einer Festnahme und Anklage wegen Menschenschmuggels rechnen, wenn sich herausstellt, dass die mitgenommenen Personen über kein gültiges Reisedokument bzw. keinen gültigen Schengen-Aufenthaltstitel verfügen. Gleiches gilt im Fall von Drogenschmuggel.

  • Führen Sie grundsätzlich ein gültiges Reisedokument mit sich.
  • Nehmen Sie keine unbekannten Personen oder fremde Waren über die dänisch-schwedische Grenze mit.

Infrastruktur/Verkehr

Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von COVID-19 beeinträchtigt sein, siehe Aktuelles.

Es gibt gut ausgebaute Bus- und Bahnverbindungen, insbesondere Hochgeschwindigkeitszüge zwischen den großen Städten sowie ein gutes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln wie eine U-Bahn in Stockholm. Zumeist muss eine mit Guthaben aufladbaren Karte vorab gekauft werden. Smartphoneinhaber können Tickets auch über die App der städtischen Verkehrsbetriebe erwerben (für Stockholm: SL, für Göteborg: Västtrafik). Anschlagtafeln und Schalter an den Hauptbahnhöfen, nicht jedoch an kleineren Stationen oder in Bussen, geben Aufschluss über Tarifsysteme. In den Innenstädten steht Parkraum nur sehr begrenzt zur Verfügung.

In Schweden muss auch tagsüber ganzjährig mit Abblendlicht bzw. Tagfahrlicht gefahren werden.

Im Straßenverkehr gilt eine Grenze von 0,2 Promille. Wegen Trunkenheit verurteilt werden kann auch, wer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss „ein Fahrzeug nicht mehr sicher steuern kann". Es drohen hohe Strafen bei Verstoß (auch Haftstrafen von bis zu zwei Jahren).

Für Geschwindigkeitsüberschreitungen gibt es keine Toleranzgrenzen. Strafen fallen deutlich höher aus als in Deutschland.

Jeweils geltende Parkregeln sind zu beachten. Falschparken wird mit hohen Bußgeldern bzw. Gebühren (bei privaten Parkplatzeignern) belegt. Aufgrund der Straßenreinigung unterliegen viele Parkplätze zeitlichen Beschränkungen, wie der Angabe von Tagen und Uhrzeiten zu entnehmen ist. Parkplätze in derselben Gegend sind häufig verschiedenen Automaten zugeordnet. An manchen Automaten ist die Bezahlung ausschließlich mit schwedischen Bonus- oder Kreditkarten möglich. Alternativ können Parktickets oft auch über Park-Apps erworben werden. Hinweise zu den Parkplatzbeschilderungen finden Sie in einer Broschüre der schwedischen Transportbehörde.

Die Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer ist verboten. Es drohen hohe Bußgelder. Auch die Nutzung von anderen Kommunikationsgeräten beim Autofahren ist verboten, sofern sie sich negativ auf das Führen des Fahrzeugs auswirkt.

Stockholm und Göteborg haben eine Innenstadt-Maut, Passagen werden automatisch abgelesen und registriert. Informationen zur Citymaut erteilt die zuständige schwedische Transportbehörde.

In abgelegenen Gebieten Schwedens gibt es kein Mobilfunknetz, so dass es bei längeren Wanderungen nicht durchgehend möglich ist, Kontakt zur Außenwelt herzustellen bzw. erreichbar zu sein.

  • Informieren Sie Ihre Angehörigen frühzeitig, sodass sie sich keine Sorgen machen.

Führerschein

Der deutsche Führerschein wird anerkannt. 

LGBTIQ

Es gibt keine Hinweise auf besondere Schwierigkeiten, die Akzeptanz ist insbesondere in Großstädten gut ausgeprägt.

Rechtliche Besonderheiten

Die Verletzung des Fotografier- und Betretungsverbots ausgewiesener militärischer Schutzobjekte wird mit erheblichen Geld- und/oder Freiheitsstrafen geahndet.

Anders als in Deutschland ist nach dem schwedischen Waffengesetz das Führen, der Handel und die Einfuhr von Tränengassprays verboten. An Flughäfen gibt es Boxen zum Einwurf solcher Spraydosen. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr, in geringfügigen Fällen bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe geahndet.

Das Führen von Messern ist auf öffentlichen Plätzen verboten. Taschenmesser werden jedoch in der Regel geduldet.

Prostitution ist in Schweden strafbar. Dem Freier drohen Geldbußen oder Haftstrafen von bis zu einem Jahr.

Drogenbesitz – auch in geringen Mengen zum eigenen Verbrauch – ist in Schweden verboten, ebenso wie der Konsum an sich (Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, schwere Fälle auch bedeutend längere Strafen).

Der Konsum von Alkohol ist an vielen öffentlichen Plätzen untersagt. Das Bestimmungsrecht liegt bei der jeweiligen Kommune und ist uneinheitlich geregelt. Um Schwierigkeiten zu vermeiden wird generell vom Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit abgeraten.

Bei einer Festnahme in Schweden unterliegen Untersuchungshäftlinge – und auch ihre Pflichtverteidiger – während der Untersuchungshaft teilweise strengen Restriktionen, wie z.B. Kontaktsperren zu Personen außerhalb der Haftanstalt. Für Angehörige ist es daher teilweise sehr schwierig, Informationen über einen Untersuchungshäftling zu erhalten, solange die polizeilichen Ermittlungen noch andauern.

Das geänderte Sexualstrafrecht verlangt, dass beide Partner ausdrücklich und klar erkennbar mit dem Geschlechtsverkehr einverstanden sein müssen.
Das Schutzalter für sexuelle Handlungen liegt in Schweden bei mindestens 15 Jahren. Sexuelle Handlungen mit Kindern und Jugendlichen unterhalb dieser Altersgrenze erfüllen den Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist die Schwedische Krone (SEK). In Schweden werden auch Kleinstbeträge mit EC- oder Kreditkarte gezahlt. Auch an Parkautomaten und im öffentlichen Nahverkehr wird regelmäßig keine Barzahlung akzeptiert. Die Mitnahme einer international üblichen Kredit- oder Bankkarte wird empfohlen.

Im Oktober 2016 hat Schweden neue 100 und 500 Kronen Banknoten sowie neue 1, 2 und 5 Kronen-Münzen eingeführt. Die alten Scheine und Münzen sind ungültig, können aber über die schwedische Reichsbank gegen Gebühr umgetauscht werden. Nähere Informationen erteilt die Sveriges Riksbank.

Einreise und Zoll

Ein- und auch Durchreisebestimmungen können aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 derzeit abweichen, siehe Aktuelles.

Einreise- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie nur direkt bei den Vertretungen Ihres Ziellandes.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Ja
  • Vorläufiger Personalausweis: Ja
  • Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:
Reisedokumente müssen für die gesamte Dauer des Aufenthalts gültig sein.

Schweden ist nicht Vertragspartei des Europäischen Übereinkommens über die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957, d. h. Reisen mit abgelaufenem Pass sind nicht möglich.

Minderjährige

Es sind keine besonderen Bestimmungen für die Einreise von Minderjährigen bekannt.

Doppelstaater

Seit Anfang 2018 besteht in Schweden die Wehrpflicht für alle schwedischen Staatsangehörigen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Begonnen wurde mit den Jahrgängen 1999 und 2000. Auch deutsch-schwedische Doppelstaater können von der Regelung betroffen sein.

Einfuhrbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr von Waren unterliegt den Bestimmungen der Europäischen Union. Der Grundsatz keiner Warenkontrollen schließt Stichprobenkontrollen im Rahmen der polizeilichen Überwachung der Grenzen und der polizeilichen Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs nicht aus.

Vorschriften für die Einfuhr von Alkohol, Tabak und Lebensmitteln aus Deutschland nach Schweden

Aktuelle Informationen zu Zollbestimmungen bietet der schwedische Zoll Tullverket.

Personen, die jünger als 20 Jahre alt sind, dürfen generell keinen Alkohol, Personen, die jünger als 18 Jahre alt sind, dürfen generell keinen Tabak nach Schweden einführen. Für den Eigenbedarf können Personen, die 20 bzw. 18 Jahre und älter sind, Alkohol und Tabak nach Schweden mitnehmen.

Für den Eigenbedarf können Lebensmittel eingeführt werden. Die Mengengrenze für Fisch ist auf maximal 15 Kilo beschränkt.

Heimtiere

Für Reisen mit bestimmten Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) in Länder der Europäischen Union mit Ausnahme von Irland, Großbritannien, Malta und Finnland, wo abweichende Bestimmungen gelten, ist ein EU-Heimtierausweis erforderlich. Er dient u. a. als Nachweis, dass das Tier gegen Tollwut geimpft ist.
Einen Musterausweis sowie weitergehende Informationen bietet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Aktuelle Informationen u.a. auch über die Einfuhr anderer Haustiere aus EU-Ländern, zur Einfuhr von Haustieren aus Drittländern sowie über Einfuhrrestriktionen gefährlicher Hunderassen bietet das Swedish Board of Agriculture.

Gesundheit

Aktuelles

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Erkrankung COVID-19, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zur Pandemie erklärt.

Masern

Die WHO hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ggf. ergänzen.

Impfschutz

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfung wird, abhängig von den Reisebedingungen, dem Reiseziel und der Reisezeit, die Impfung gegen FSME empfohlen.
  • Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung im Merkblatt Reise-Impfempfehlungen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die DTG.

Von Zecken übertragbare Krankheiten

FSME kommt besonders an der Ostküste des Landes im Großraum Stockholm vor. Besonders exponierte Personen sollten sich impfen lassen (Risiko ca.1 von 100 Zecken).
Für Borreliose gilt ein Übertragungsrisiko durch 1/3 aller Zecken. Das Erkrankungsrisiko ist aber gering. Eine Impfung ist nicht möglich. Schützende Kleidung und die direkte Entfernung der Zecke sind empfohlen.

Fuchsbandwurm

Vereinzelt sind Fälle von bisher in Schweden nicht vorgekommenem Fuchsbandwurm (hier: dvärgbandmask) aufgetreten, die schwedische Lebensmittelbehörde (livsmedelsverket) rät jedoch nicht allgemein vom Verzehr von Blaubeeren/Preiselbeeren/Pilzen ab.

Medizinische Versorgung

Im Allgemeinen ist das Versorgungsniveau in Schweden gut bis sehr gut. Aktuell kann es aufgrund der hohen Belastung des Gesundheitswesens durch die Corona-Pandemie jedoch zu Engpässen bei der Notfall- und Intensivmedizin kommen.
Bundesbürger, wie alle anderen EU-Bürger, die sich vorübergehend in Schweden aufhalten, können nach dem europäischen Gemeinschaftsrecht im Krankheitsfall Leistungen nach schwedischem Recht in Anspruch nehmen. Als Anspruchsnachweis wird eine vor dem Antritt der Reise von der deutschen gesetzlichen Krankenkasse auszustellende Europäische Versichertenkarte vorgelegt. Zusätzlich zur Versicherungskarte muss als Identifikationsnachweis entweder der Personalausweis oder der Reisepass vorgelegt werden. Bei jedem Arztbesuch wird ein vom Aufwand abhängiger Eigenanteil von mindestens 200 SEK (ca. 20,- €) sofort fällig.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch einen Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die DTG.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss: 

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger. Aushelfender Träger ist die Försäkringskassan (Schwedische Allgemeine Versicherungskasse). Ärztliche Behandlung erfolgt durch private Allgemeinärzte und Zahnärzte, die der Sozialversicherung angeschlossen sind, Zahnbehandlung auch durch den Nationalen Zahnbehandlungsdienst. Die Behandlung in Krankenhäusern ist im Allgemeinen kostenfrei. Kostenbeteiligung bei Medikamenten auf Rezept, bei ärztlicher und zahnärztlicher Behandlung.

Bei jedem Arztbesuch wird eine Eigenbeteilung sofort fällig, die sich nach dem Aufwand richtet. Das Minimum liegt bei 200 SEK (ca. 25 €).

In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Im Sommer empfiehlt es sich, Mückenschutzmittel einzupacken; die schwedischen sollen die besten sein.

Essen und Trinken

Generell gibt es keine Vorsichtsmaßnahmen, jedoch sollten selbst gesammelte Blaubeeren, Pilze und Preiselbeeren nicht unbehandelt oder ungewaschen verzehrt werden, da diese u. U. mit dem Fuchsbandwurm kontaminiert sein könnten. 

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber Nein -
Cholera Nein -
Typhus Nein -
Malaria Nein -
Essen & Trinken - -

Gesundheitszeugnis

In Schweden und in allen anderen EU-Ländern gilt neben dem digitalen COVID-19-Impfpass (EU Digital COVID Certificate) auch der Nachweis des COVID-Impfstatus mit dem Impfausweis in Papierform. Schweden akzeptiert das Schweizer COVID-Zertifikat.

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken, Poliomyelitis und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Landesweit besteht von April bis Oktober das Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Betroffen sind vor allem die Provinz Stockholm westlich bis zu den Mälaren und südlich bis zum Revskärs Naturreservat sowie die östlich vorgelagerten Inseln. Weiterhin besteht ein geringes Risiko um die Mälaren bis einschließlich die Provinzen Uppsala und Kalmar sowie auf den vorgelagerten Inseln in der Ostsee. Gegen diese Krankheit ist eine Impfung empfohlen.

Hepatitis B kommt vor. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt mit den Einheimischen sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Deutschland Nein Nein Nein Ja
Österreich Nein Nein Nein Ja
Schweiz Nein Nein Nein Ja
Andere EU-Länder Nein/1 Nein Nein Ja/1
Türkei Ja 2 Ja -

Personalausweise/Identitätskarten

U. a. Staatsangehörige der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können mit gültigem Personalausweis/Identitätskarte für touristische Aufenthalte von bis zu 3 Monaten einreisen:

EU-Länder (Dänemark und Finnland nur bei direkter Einreise aus einem skandinavischen Land. Arbeitsaufnahme für diese Länder ohne Genehmigung gestattet.) und Schweiz ([1] Ausnahmen: Einen Reisepass benötigen Staatsangehörige von Großbritannien).

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 3 Monate über das Visum hinaus gültig sein, wenn der Reisende kein EU-Bürger ist. Reisepässe von EU-Bürgern müssen während des Aufenthalts gültig sein.
 

Anmerkung zum Reisepass

Schweden ist Unterzeichner und Anwender der EU-Rechtsakte (Schengener Abkommen).

Schweden führt zurzeit wieder Grenzkontrollen durch.

Visainformationen

Ein Visum ist allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsangehörige der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen Aufenthalt von bis zu 3 Monaten innerhalb von 180 Tagen:

(a) EU-Länder und Schweiz.
(b) [2] Türkische Staatsangehörige, die über eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Schengen-Land oder Monaco verfügen.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder Personalausweis oder eigener Reisepass.

Österreicher: Personalausweis oder eigener Reisepass.

Schweizer: Identitätskarte oder Reisepass.

Türken: Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Hunde und Katzen aus Norwegen bestehen keine Beschränkungen.

Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und aus nicht tollwutfreien Drittstaaten benötigen einen EU-Heimtierausweis (pet pass) bzw. einen nationalen Heimtierausweis, der nur von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt werden kann, und müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass bei dem Tier vor mindestens 21 Tagen eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Die Einfuhr ist auf 5 Tiere beschränkt. Heimtiere unter 4 Monate sind von der Impfpflicht gegen Tollwut ausgenommen. 
Der Nachweis von Tollwut-Antikörpern und einer Bandwurm-Behandlung (Echinococcus multilocularis) ist seit 2012 nicht mehr erforderlich. Hunde müssen jedoch vor der Reise gegen Zwergbandwurm entwurmt werden.

 

Vögel, die als Haustiere gehalten werden, können ohne Gesundheitszeugnis und Genehmigung eingeführt werden.

Für Hunde, Katzen und andere Kleinhaustiere aus nicht tollwutfreien Drittstaaten gilt die folgende zusätzliche Vorschrift:
Für jedes Tier wird ein Gesundheitszeugnis benötigt. Für den Eintritt in das EU-Gebiet muss bei den Haustieren 3 Monate vor der Einreise eine Untersuchung auf Anwesenheit von vakzinalen Antikörpern durchgeführt werden. Wird das Tier bei der Einreise für krank befunden, muss es für 120 Tage in Quarantäne und anschließend noch einmal für 60 Tage zur isolierten Aufbewahrung.

Folgende Zusatzanforderung gilt für Schweden: Hunde müssen gegen Hundestaupe geimpft sein.

Für Hunde, Katzen und Frettchen aus tollwutfreien Drittstaaten (z.B. Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikanstadt) kann ebenfalls der Heimtierausweis (pet pass), der eine gültige Tollwutimpfung bestätigt, für die Einfuhr benutzt werden.

Weitere Informationen erteilt das Zentralamt für Landwirtschaft.

Bearbeitungsdauer

Kurzfristiger Aufenthalt: Bis zu 14 Tage. Abweichungen sind möglich.
Längerfristiger Aufenthalt: Mehrere Monate.

Gültigkeit

Anfragen an die zuständige konsularische Vertretung (s. Kontaktadressen).

Aufenthaltsverlängerung

EU-Bürger, die sich länger als 3 Monate visumfrei in Schweden aufhalten und zum Beispiel dort arbeiten oder studieren wollen, müssen sich ihr Aufenthaltsrecht seit dem 1. Mai 2014 nicht mehr bei der zuständigen Verwaltungsbehörde bescheinigen lassen. EU-Bürger dürfen in Schweden ohne Aufenthaltsgenehmigung arbeiten, studieren und leben. Schweizer, die sich länger als 3 Monate in Schweden aufhalten möchten, benötigen eine Aufenthaltserlaubnis. Nicht-EU-Bürger müssen vor der Einreise bei der Schwedischen Botschaft eine Aufenthaltserlaubnis beantragen.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die aus einem Nicht-Schengen-Land ohne Verlassen des Transitbereiches am selben Tag (kein Aufenthalt über Nacht) in ein anderes Nicht-Schengen-Land weiterreisen und über gültige Weiterreisepapiere verfügen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Einreise- und Transitvisum.

Kosten

Anfragen an die zuständige konsularische Vertretung (s. Kontaktadressen).

Antrag erforderlich

Je nach Nationalität, Grund und Dauer des Aufenthalts unterschiedlich. Nähere Angaben erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen. (s. Kontaktadressen).

Schengen-Visum:
(a) Reisedokument (z. B. Reisepass), das mindestens 3 Monate über die Visumgültigkeit hinaus gültig ist und innerhalb der letzten 10 Jahre ausgestellt wurde, sowie Kopien der ersten vier Seiten des Reisepasses.

(b) Ggf. alle Dokumente im Original, die den Zweck (z. B. Einladung von Privatpersonen oder Firmen, ärztliches Attest und Terminvereinbarung beim behandelnden Arzt oder in einem Krankenhaus) und die Bedingungen des geplanten Aufenthalts (z. B. Hotelreservierung) rechtfertigen.

(c) Dokumente, die beweisen, dass der (eingeladene) Ausländer über ausreichende Mittel zur Bestreitung der Kosten für Aufenthalt und Rückreise sowie für eventuelle Kosten für seine ärztliche Versorgung verfügt, ggf. in Form einer Kostenübernahmeverpflichtung.

(d) Dokument, das beweist, dass der Ausländer auf individueller oder kollektiver Grundlage Inhaber einer die Kosten für die Rückführung aus ärztlichen Gründen, die dringende ärztliche Behandlung und/oder Krankenhausversorgung deckenden gültigen Auslandsreisekrankenversicherung ist. Grundsätzlich muss der Antragsteller eine Versicherung im Wohnsitzstaat abschließen. Wenn der Gastgeber eine Versicherung für den Antragsteller abschließt, so muss er dies im eigenen Wohnsitzstaat tun. Die abgeschlossene Versicherung muss für das gesamte Gebiet der Schengen-Staaten und für die ganze Dauer des Aufenthalts gelten. Die Versicherung muss eine minimale Deckung von 30.000 € aufweisen.

(e) Visumgebühr.

(f) 2 biometrische Passbilder.

(g) 1 ausgefülltes Antragsformular.

Geld

Geldwechsel

Geld kann an Geldautomaten landesweit abgehoben werden. Bargeld tritt in Schweden jedoch immer mehr in den Hintergrund. Bezahlt wird am häufigsten mit der Kreditkarte oder mit der Bankkarte. Die meisten schwedischen Banken handhaben keine Barmittel mehr.

Währung

1 Schwedische Krone = 100 Öre. Währungskürzel: Skr, SEK (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten von 1000, 500, 200, 100, 50 und 20 Skr; Münzen in den Nennbeträgen 10, 5, 2 und 1 Skr. Sweden unternimmt derzeit keine Bestrebungen zur Einführung des Euro.

Achtung: Besonders in den schwedischen Großstädten ist Barzahlung nicht mehr überall möglich. Viele Cafés, Restaurants, Geschäfte, Museen und auch öffentliche Toiletten akzeptieren keine Barzahlung mehr. Die meisten Banken in Schweden handhaben keine Barmittel mehr. Das mobile Zahlungssystem Swish ist in Schweden sehr beliebt, dafür wird jedoch ein schwedisches Konto benötigt.

Devisenbestimmungen

Für Reisende innerhalb und von außerhalb der EU bestehen keine Beschränkungen für die Einfuhr oder Ausfuhr von Landes- und Fremdwährungen, aber es besteht Deklarationspflicht von Barmitteln ab einem Gegenwert von 10.000 € (auch Reiseschecks, anderen Währungen oder auf Dritte ausgestellte Schecks).

Kreditkarten

Gängige Kreditkarten wie Mastercard, Diners Club und Visa werden sogar bei kleinen Beträgen überall (auch von Ticketautomaten und in Taxis) angenommen. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
 

Reiseschecks

Reiseschecks werden in Schweden nicht mehr akzeptiert.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 09.30-15.00 Uhr. Viele Banken haben außerdem an einem Wochentag bis 17.00 oder 18.00 Uhr geöffnet.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können (bei Einreise aus Nicht-EU-Ländern) zollfrei nach Schweden eingeführt werden:

200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 100 Zigarillos oder 250 g andere Tabakerzeugnisse (Personen ab 18 J.);
1 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von über 22 % oder 2 l süßer Wein (z.B. Port, Sherry) mit einem Alkoholgehalt von maximal 22 % oder Schaumwein (Personen ab 20 J.);
4 l Tafelwein (Personen ab 20 J.);
16 l Bier;
Geschenke/sonstige Waren bis zu einem Gesamtwert von umgerechnet 430 € (ca. 4.300 Skr, Flug- und Seereisen) bzw. 300 € (ca. 3000 Skr, Reisen mit der Bahn/dem Auto).

Verbotene Importe

Für lebendes Geflügel, Fleisch und Fleischerzeugnisse besteht im Reiseverkehr ein generelles Einfuhrverbot aus Drittländern (ausgenommen aus den Färöer, Grönland, Island, Liechtenstein und der Schweiz).

Quellenangaben
  • Marco Polo - Schweden, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2018-15, 2020-16, 2013-13, 2008-11
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Schweden - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 04.12.2021 (Unverändert gültig seit: 02.12.2021)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 04.12.2021 (Unverändert gültig seit: 02.12.2021)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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