Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Norwegen

Steckbrief

Norwegen - Fakten

Ländername Königreich Norwegen/ Kongeriket Norge
Klima Entlang der Küsten durch Golfstrom bestimmtes ozeanisches Klima. Im Landesinneren eher kontinentales bzw. Hochgebirgsklima
Beste Reisezeit März, Juni, Juli, August
Lage Norwegens Staatsgebiet, das die Westhälfte der Skandinavischen Halbinsel einnimmt, erstreckt sich zwischen dem 57. und 71. Grad nördlicher Breite und dem 4. und 31. Grad östlicher Länge. Hinzu kommen die Inselgruppe Svalbard (mit der Hauptinsel Spitzbergen) und Jan Mayen.
Fläche 385.186 Quadratkilometer
Hauptstadt Oslo 658.000 (2. Quartal 2016); mit Einzugsgebiet circa 1,5 Millionen Einwohner
Bevölkerung Einwohner: 5.258.000(Stand 01.07.2017); Minderheiten: samische Urbevölkerung, nur teilweise Statistiken vorhanden
Sprache Norwegisch (2 Schriftsprachen: bokmål und nynorsk) und Samisch (in einigen Kommunen der Verwaltungsbezirke Troms, Finnmark, Nordland und Nord-Trøndelag mit Norwegisch gleichgestellt)
Religion Evangelisch-Lutherisch 86 % (Staatskirche)
Nationaltag 17. Mai - Verfassungstag
Unabhängigkeit seit 1905 eigenes Königreich (nach Auflösung der Union mit Schweden)
Staats-/Regierungsform Konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt S.M. König Harald V. (seit 17. Januar 1991)
Vertreter des Staatsoberhaupts Kronprinz Haakon Magnus
Regierungschef Ministerpräsidentin Erna Solberg (seit 16. Oktober 2013), Høyre (Konservative)
Außenminister Ine Eriksen Søreide
Parlament Storting (169 Sitze). Letzte Wahl: 11. September 2017, Das Parlament kann nicht vorzeitig aufgelöst werden. Präsident: Olemic Thommessen (seit Oktober 2013), Høyre
Währung 1 norwegische Krone = 100 øre (Durchschnittskurs 2016: 1 Euro = NOK 9,2906); Kurs Stand 01.09.2017: 1 Euro = NOK 9,1 (EZB-Referenzkurs)Hinweis:Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
Zeitzone ME(S)Z
Stromnetz 230 V / 50 Hz
Reiseadapter Nicht notwendig
Kfz-Länderkennzeichen N
ISO-3166 NO, NOR
Internet-TLD .no
Landesvorwahl +47
Website http://www.norway.no/
Reisepass & Visum Nicht notwendig
Geeignet für Kultur, Outdoor, Meer, See, Wintersport, Feiern

Geographie

Norwegen ist gebirgig. Auf 1700 km Länge erstreckt sich entlang der Grenze zu Schweden das Skandinavische Gebirge mit Fjellhochflächen. Im Innern Norwegens erreichen die vergletscherten Gipfel Höhen bis über 2000 m. Das pleistozäne Inlandeis schuf an der Küste unzählige Felsinseln (Schären) und kilometerweit ins Land reichende, heute vom Meer überflutete Täler, die Fjorde. In keinem anderen Gebiet der Erde reichen die gemäßigte Klimazone und die kältebedingte Anbaugrenze so weit polwärts wie in Norwegen. Der an der Westküste entlangströmende Golfstrom stellt die „Warmwasserheizung des Landes“ dar. Die Temperaturen sind deshalb an der Westküste höher als im Landesinnern. Durch den Stau vor dem Gebirge trifft Gleiches auf die Niederschläge zu.

Politik und Bevölkerung

Norwegen ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf parlamentarisch-demokratischer Grundlage mit einer Verfassung aus dem Jahr 1814. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Zweikammerparlament. Die 19 Provinzen des Landes haben überwiegend nur administrative Funktion. Norwegen ist dünn besiedelt. Die Bevölkerung konzentriert sich zu knapp drei Vierteln in Städten, wobei der Großraum Oslo eine besonders hohe Bevölkerungsdichte aufweist. Die Norweger bilden den Hauptteil der Einwohner. Nationale Minderheiten sind die Finnen und die Samen (Lappen). Den christlichen Kirchen gehören ca. 85 % der Norweger an.

Geschichte und Kultur

Etwa von 800 bis 1050 fuhren von den Küsten Norwegens aus die Wikinger nach Island, Grönland, Schottland und in andere Gebiete. Bereits seit dem 10. Jh. Königreich, bildete Norwegen vom Ende des 14. bis zur Mitte des 17. Jh. eine Union mit Dänemark. 1814 musste das mit Napoleon verbündete Dänemark Norwegen an Schweden abtreten. Beide Länder bildeten eine Personalunion, die erst 1905 aufgelöst wurde. 1940 besetzten deutsche Truppen Norwegen. Zeugen jahrhundertealter Kunst und Kultur sind heute noch die Stabkirchen. Der Dichter Henrik Ibsen gilt als Bahnbrecher des Naturalismus.

Norwegen - Geschichte

8000 v. Chr. Mit dem Ende der Eiszeit folgen die ersten Menschen Rentieren und anderem Jagdwild nach Norden
7000–4000 v. Chr. Besiedelung der Finnmark. Im Süden Übergang zur Agrarkultur
1500–500 v. Chr. Bronzezeit. Im Süden meist bäuerliche Kulturformen, im Norden Jagdkultur
793–1066 n. Chr. Wikingerzeit
872 Harald „Schönhaar“ Hårfagre eint große Teile Norwegens. Der teils blutige Einigungsprozess setzt sich noch rund 200 Jahre fort
um 1250 Die Hanse richtet Niederlassungen ein und beutet das Land aus
1349–50 50 bis 60 Prozent der Bevölkerung fallen der Pest zum Opfer
1397–1523 Kalmarer Union (Dänemark, Schweden und Norwegen)
1814 Dänemark tritt Norwegen an Schweden ab. In Eidsvoll wird am 17. Mai das norwegische Grundgesetz verabschiedet
1905 Norwegen löst sich aus der Union mit Schweden
1940–45 Besetzung Norwegens durch die deutsche Wehrmacht
Mitte der 1960er-Jahre Erste vielversprechende Ölfunde in der Nordsee
1972 EU-Abstimmung, 53 Prozent der Norweger votieren gegen eine Mitgliedschaft
1991 Harald V. wird König
1994 Zweites Nein der Norweger zu einer EU-Mitgliedschaft
2010 Das Volumen des norwegischen Erdölfonds beträgt 375 Mrd. Euro
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Tel. 23275400 | www.oslo.diplo.de

Österreichische Botschaft

Tel. 22552348 | oslo-ob@bmeia.gv.at

Botschaft der Schweiz

Tel. 22542390 | www.eda.admin.ch/oslo

Notruf

Polizei (Tel. 112)

Feuerwehr (Tel. 110)

Medizinische Nothilfe (Tel. 113)

Telefon & Handy

In der Telekommunikation war Norwegen schon immer einen Schritt voraus. Es gibt heute nur noch knapp 400 der roten Telefonzellen, bezahlt wird mit 1-, 5- und 10-Kronen-Stücken. Alle Telefonnummern sind achtstellig, Ortsvorwahlen gibt es nicht. Die Vorwahl für Norwegen lautet 0047. Bei Auslandsgesprächen wählt man die Landesvorwahl (Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041) und die Ortsnetzkennzahl ohne Null, dann die Teilnehmernummer. Vom Handy aus wird nur +Landesvorwahl (ohne 00) eingegeben.

Es gibt mehr Handyabos als Einwohner in Norwegen, aber die Handymiete im Land ist kompliziert und nicht zu empfehlen. Die Preise für „normale“ Handygespräche nach Deutschland sinken weiterhin. Günstige Prepaidkarten im Vergleich findet man unter mycards.pushline.com. Die meistgenutzte Prepaidkarte in Norwegen gibt's bei Lebara (www.lebara-mobile.de). Die wichtigsten Telefongesellschaften in Norwegen sind Telenor (www.telenor.no, nur Norwegisch), Tele 2 (www.tele2.com, auf Englisch), und NetCom (www.netcom.no, nur Norwegisch).

Medien

Viele Hütten sind mit TV und Satellitenantenne ausgestattet. Im Autoradio gibt es nur auf der Mittelwelle deutschsprachige Sendungen. In den Narvesen-Kiosken in Oslo, Bergen und anderen größeren Städten beschränkt sich die Auswahl an deutschen Zeitungen auf zwei, drei Titel; auf dem Land wird man nur im Sommer einen deutschen Titel finden.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Feste & Veranstaltungen

Januar

Internationales Filmfestival Tromsø: Die norwegische Festivalsaison wird bei eisiger Kälte und völliger Dunkelheit eröffnet. Zum Trost gibt es das Nordlicht und ein hervorragendes Programm mit Filmen, die nicht in Hollywood entstehen. In der zweiten Januarwoche. www.tiff.no

März/April

Holmenkollen-Skifestival in Oslo: Das Skispringen an der berühmten Sprungschanze wird von bis zu 50 000 Zuschauern in ein Volksfest verwandelt. Am zweiten Märzwochenende. www.holmenkollen-worldcup.no

Vossajazz: Wer die perfekte Synthese von internationaler Volksmusik und Jazz erleben will, sollte am Wochenende vor Ostern ins westnorwegische Voss fahren. Kein Lokal ist zu klein für dieses Happening der World Music. www.vossajazz.no

Osterfestival in Kautokeino und Karasjok: die samische Festwoche mit Hochzeiten, Taufen und anderen Familienfesten, Konzerten, Theater, Kunst, Schneescooter- und Rentierrennen. www.samieasterfestival.org

Mai/Juni

Am 17. Mai ist der Tag des Grundgesetzes (Nationalfeiertag), an dem in ganz Norwegen bunte Umzüge mit viel Musik und wenig Uniformen veranstaltet werden. Besonders schön sind die Feierlichkeiten in Oslo – mit einem Kinderumzug zum Schloss – und in Bergen. Zum Festtagsschmuck gehören neben der Nationalflagge auch junge Birkenzweige.

Festspiele von Bergen (www.fib.no) und Nattjazz (Nachtjazz): Ende Mai bis Anfang Juni steht ganz Bergen zehn Tage lang kopf. Musikvielfalt mit Topkünstlern aus aller Welt, aber auch Gratiskonzerte, Straßenmusik und Spontankunst.

Juni

Am ersten Wochenende werden beim Hardanger-Musikfestival Volksmusik, Kammer- und Kirchenmusik geboten – in einer Landschaft, in der Edvard Grieg viele seiner bekanntesten Stücke komponierte. www.hardangermusikkfest.no

In ganz Norwegen wird am 23. Juni die Mittsommernacht gefeiert, mit Lagerfeuern und viel Alkohol – auch wenn's mitten in der Woche ist.

Ende Juni findet das Risør-Kammermusikfestival statt. Bei diesem fünftägigen Musikfest treten Nachwuchsmusiker und Interpreten internationalen Formats auf. Den Rahmen bilden schaukelnde Boote, das Blau des Skagerraks und die weißen Häuser der Kleinstadt; dazu gibt's Garnelen und Weißwein auf dem Kai. www.kammermusikkfest.no

Juli

Moldejazz ist immer noch das größte und, was die Umgebung anbetrifft, auch das schönste der norwegischen Jazzfestivals. Hier treten sowohl Weltstars als auch Clubbands auf, und Konzerte sind an der Straßenecke, in intimen Bars oder auf einer Bühne im Freilichtmuseum zu erleben. In der dritten Juliwoche in Molde. www.moldejazz.no

Schlacht von Stiklestad: Beim historischen „Spiel vom heiligen Olav“ bei Verdal nördlich von Trondheim werden in einem Freilichtmuseum die Ereignisse von 1030 wieder lebendig, als Olav seinen Kampf um die Krone mit dem Leben bezahlen musste. In der letzten Juliwoche. www.stiklestad.no

August

In der westnorwegischen Kleinstadt Haugesund verbinden sich beim Jazzfestival Sildajazz Ohrenschmaus und Gaumenfreuden miteinander (in der zweiten Augustwoche). In Straßen und Kneipen gibt es traditionellen Jazz, am Hafen Hering in den verschiedensten Varianten. www.sildajazz.no

Das Øyafestival im Mittelalterpark (Middelalderparken) von Oslo ist inzwischen das beste Open-Air-Rockfestival in Norwegen. Am zweiten Augustwochenende. www.oyafestivalen.com

Gesetzliche Feiertage

1. Januar Neujahr
1. Mai Tag der Arbeit
März/April Gründonnerstag, Karfreitag, Ostermontag
17. Mai Tag des Grundgesetzes (Nationalfeiertag)
Mai/Juni Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag
25./26. Dezember Weihnachten (gefeiert wird vom 24. Dez. nachmittags bis zum zweiten Weihnachtstag)
Mobilität vor Ort

Auto

Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften 50 (in Wohngebieten oft 30), auf Autobahnen 90, auf Landstraßen 80, für Gespanne 70 km/h (ungebremst 60 km/h). Abblendlicht ist rund um die Uhr Pflicht. Anschnallpflicht gilt für alle, Kinder unter vier Jahren sitzen in Spezialsitzen.

Auf einspurigen Straßen zeigt ein „M“ die Ausweichstelle an. Im Winter sind gute M+S-Reifen und Schneeketten ein Muss. Mautstationen sind ein gewohntes Bild: Das bompenger liegt zwischen 10 und (bei Tunneln und Brücken) 160 NOK.

Tel. 175 (Der Computer am Anfang spricht nur Norwegisch, nicht gleich auflegen!)

Tel. 81000505

Öffentliche Verkehrsmittel

Bahn

Das Netz der Norwegischen Staatsbahnen (NSB) ist mit knapp 4300 km zwar nicht sehr eng geknüpft, doch besonders auf den Langstrecken macht das Zugfahren Spaß (großzügig gestaltete Großraumwagen, guter Sitz- und Schlafkomfort). Planen lohnt sich: 90 Tage vor Reisedatum werden auch für die längsten Strecken Tickets für 199 NOK angeboten, wer etwas länger wartet, bekommt Tickets für 299 und später für 399 NOK.

Busse

Norwegen hat viele Überland-, Regional- und Lokalbusse, die jeden Winkel des Landes anfahren (Verbindungen: www.nor-way.no).

Fähren

Die Fahrpläne der regionalen Fährgesellschaften: für Westnorwegen www.tide.no; für Mittelnorwegen www.rv17.no; für Nordnorwegen www.veolia-transport.no

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Generell kommen in Norwegen mehr Fisch- als Fleischgerichte auf den Tisch, und auch hier ist die einfache Zubereitung auffallend. Gesalzener Dorsch zum Beispiel wird – nachdem er eine Viertelstunde in heißem Wasser gelegen hat – nur mit Karotten, Kartoffeln und zerlassener Butter serviert. Zu den Fischgerichten zählen auch fiskekaker (Fischfrikadellen), fiskeboller (Fischklößchen) und fiskepudding. Es gibt sie in jedem Supermarkt zu kaufen, und sie werden in heller Sauce zubereitet oder einfach im Backofen warm gemacht.

Es ist erstaunlich, wie viele Speisen aus der Fischer- und Bauerngesellschaft ihren Platz in der norwegischen Küche behalten haben. Am Samstag sind Pfannkuchen oder Milchbrei eine gute Wahl, am Sonntag der Braten, Kochfisch oder eben Frikadellen. Hammelfleisch (fårekjøtt) ist vor allem zur Schlachtsaison im Herbst verbreitet, ein beliebter Eintopf ist Weißkohl mit Hammelfleisch (fårikål).

Von Eingeweihten als Delikatessen bezeichnet, aber nicht jedermanns Sache sind zwei Fischgerichte, die man schon im Mittelalter kannte. Lutefisk nennt man eingeweichten, gelaugten Stockfisch, der zur Weihnachtszeit mit Salzkartoffeln, gebratenem Schinkenspeck und Erbsenmus serviert wird. Vor allem in Ostnorwegen freuen sich Fischesser auf rakørret: Eine gründlich gereinigte Forelle wird einige Wochen lang in Salzlake gelegt und anschließend mit Zwiebeln, Rahm und Kartoffelfladen gegessen. Was während der Gärung und bis zur Zubereitung regelrecht stinkt, kann trotzdem beim Essen selbst Skeptiker begeistern.

Sicher nicht ausschließlich eine Frage des Geschmacks ist die besonders in Westnorwegen gepflegte Tradition des Schafskopfessens. Nur mit reichlich Bier und Aquavit lassen sich die ersten Widerstände gegen das Verzehren von geräucherten Kinnlappen, Schafsohren und -augen überwinden. Anhänger loben besonders Letztgenannte als Spezialität, doch ehrlich gesagt bleibt es bei vielen nur beim ersten Probieren.

Beispielhaft für die enge Bindung an die Gaben der Natur ist das ursprünglich samische Gericht finnebiff: Geschnetzeltes Rentierfleisch – das früher von den Knochen abgekratzt und dann im Schnee vergraben wurde – wird direkt aus dem tiefgefrorenen Zustand angebraten und gedünstet, die Sauce mit einer guten Portion Sauerrahm verlängert. Zu dem mit Pfeffer und Salz gewürzten Fleisch gibt es Salzkartoffeln und frisch geschlagene Preiselbeeren. Neben dem Rentierfleisch werden auch andere Wildsorten wie Hirsch oder Elch zunehmend beliebter – sicher auch deshalb, weil es immer mehr Wildtiere und Jäger gibt und die Norweger bereit sind, mehr Geld für den Sonntagsbraten auszugeben.

Trotz des ausgeprägten Traditionsbewusstseins spielen auch in Norwegen internationale Schnellgerichte eine immer größere Rolle. Zum Samstagabend vor dem Fernseher gehören Pizza oder Brathähnchen, und auch Erwachsene greifen aus Zeitnot gern zur pølse med brød, dem Hotdog, den es an jeder Tankstelle und allen gatekjøkken (Schnellimbissen) zu kaufen gibt.

Der Verkauf von alkoholischen Getränken unterliegt dagegen strengen Beschränkungen. Wein und Spirituosen dürfen nur in den Geschäften des Vinmonopolet verkauft werden. In ganz Norwegen gibt es davon rund 260, meist als Selbstbedienungsläden in den größten Städten. Die Auswahl reicht von Starkbier über Weine von allen Kontinenten bis zu Spirituosen, deren Alkoholanteil allerdings 60 Prozent nicht überschreiten darf. Bier mit niedrigerem Alkoholgehalt ist fast überall im Supermarkt erhältlich. Glaubt man den Statistiken, ist die norwegische Alkoholpolitik erfolgreich: Während der durchschnittliche Konsum je Einwohner in der Europäischen Union bei rund 11 l pro Jahr liegt, liegt er in Norwegen weiterhin bei unter 7 l. Die eher kontinentalen Trinkgewohnheiten setzen sich dennoch allmählich durch, was dazu führt, dass auch zu mors kjøttkaker ab und zu ein Glas Rotwein getrunken wird – und der Alkoholkonsum generell steigt.

Noch immer gibt es einzelne Hotels, die für ihr Restaurant aus ideologischen Gründen kein Schankrecht für Alkoholika beantragt haben. Wer in einem guten Stadtrestaurant essen geht, wird vom Verbot oder freiwilligen Verzicht auf geistige Getränke nichts merken, wohl aber wegen der Preise zögern. Aufgrund der hohen Alkoholsteuer kostet die Flasche Wein mehr als das herzhafte Wildgericht (rund 40 Euro). Für den halben Liter Bier verlangen bessere Restaurants etwa acht Euro. Dann ist es vielleicht doch die bessere Entscheidung, das Essen ungetrübt von Alkohol zu genießen und eine Karaffe eiskaltes Leitungswasser zu bestellen.

Trinkgeld

Man sollte nur Trinkgeld geben, wenn der Service stimmt (bis zu 10 Prozent).

Einkaufen und Shoppen

Niemand fährt zum Shopping nach Norwegen. Das hohe Preisniveau bei Lebensmitteln gilt aber nicht unbedingt auch bei anderen Artikeln, und wer „Made in Norway“ kauft, wird lange Freude daran haben. So haben zum Beispiel Holz- und Strickwaren eine wichtige Gemeinsamkeit: Naturmaterialien werden solide verarbeitet. Die beste Auswahl an typisch norwegischen Souvenirs finden Sie in den Husfliden-Läden (www.husfliden.no), die es in jeder größeren Stadt gibt und die sich durch sehr gut geschulte Fachkräfte auszeichnen.

Kunsthandwerk & Design

Holzwaren & Käsehobel

Trinkbecher, Servierteller und -schüsseln aus Holz und auch Messer mit Holzgriff sind beliebte Geschenke. Kleine Produzenten vor allem auf dem Land haben es geschafft, jahrhundertealte Handwerkstraditionen zu erhalten und die Verbraucher davon zu überzeugen, dass Naturmaterialien ihre eigene Ästhetik haben und lange halten. Eine urnorwegische Erfindung ist der Käsehobel, den es schmuckvoll verziert in rostfreiem Stahl oder in Silber gibt. Beim Norwegenabend nach dem Urlaub gehört er dann auf den Tisch.

Strickwaren

Haltbare und dabei schöne Erinnerungen sind Schals, Fäustlinge, Wollstrümpfe, Strickjacken und Mützen mit traditionellen norwegischen Mustern. Wollene Unterwäsche und Socken aus Norwegen sind warm, funktionell und angenehm zu tragen. Viele echte Ökoprodukte findet man in der Kollektion der Trikotagenfabrik von Janus (www.janus.no): aus reiner und äußerst behaglicher Wolle, perfekt zum Wandern und für den Winter. Norwegerpullover sind, wenn sie handgestrickt und aus norwegischer Wolle sind, teuer, aber auch von sehr hoher Qualität. Es ist wichtig, nach dem Hersteller zu fragen, denn die Strickmuster der Asienprodukte sind mit den in Norwegen gefertigten fast identisch. Dem Label Dale of Norway (dale.no) gelingt es mit seinen Kollektionen, traditionelles und modernes Design zu kombinieren und dabei die sportliche Komponente seiner Wollbekleidung zu betonen.

Mode

Achten Sie beim sommerlichen Stadtbummel in größeren Städten auf den Hinweis tilbud (Angebot). Die Filialen der internationalen Firmen locken mit Angeboten, die jedem Vergleich mit denen in Ihrem Heimatland standhalten. Es gibt übrigens auch in Norwegen produzierte Jeans und in vielen Städten die Produkte der norwegischen Trendsetter von Moods of Norway (www.moodsofnorway.com), deren Kollektionen es bis in die USA geschafft haben.

Delikatessen

Räucherlachs & Kaviar

Guten Räucherlachs erkennen Sie an der dunkleren Farbe, er ist trockener und riecht stärker nach Rauch als weniger hochwertige Ware. Grundsätzlich gilt: Weniger Salz heißt mehr Geschmack. Probieren Sie daher möglichst vor dem Kauf. Auch eingeschweißte Ware aus dem Supermarkt kann von guter Qualität sein, aber achten Sie auch hier auf die Farbe. Die einfache Alternative ist eine Portion Stockfisch (tørrfisk), die Sie in jedem Supermarkt bekommen und zu Hause in einen leckeren bacalhau verwandeln können. Oder Sie nehmen ein paar Tuben Kaviar auf Vorrat mit. Der Brotaufstrich aus Dorschrogen ist gesund, haltbar – und gar nicht so teuer.

Sport & Wandern

Wer einmal im norwegischen Fjell gewandert ist, weiß, wie die richtige Ausrüstung aussehen muss. Von den grundsoliden Wanderstiefeln bis zur Mütze sollte alles von bester Qualität und auf alle klimatischen Überraschungen abgestimmt sein. Ein „urnorwegischer“ Hersteller ist Bergans (www.bergans.de), der neben Kleidung für jede Wanderjahreszeit vor allem Rucksäcke und Zelte in höchster Qualität anbietet. Eine kleinere Produktpalette mit noch höherem Anspruch und höheren Preisen vertreibt Helly Hansen (www.hellyhansen.com). Ehemals ein Hersteller von Segler- und Regenbekleidung, wendet sich das Osloer Unternehmen heute vor allem an Skisportler. Artikel beider Firmen gibt es in jedem guten Sportbekleidungsgeschäft.

Spezialitäten

Eplekake med is warmer Apfelkuchen mit Zimt und Vanilleeis
Fiskekaker Fischfrikadellen. Ostnorwegische Variante: Renkenfilets werden mit Salz, Kartoffelmehl, Zwiebel und Speck zu einem Teig verarbeitet, der zu Frikadellen geformt und gebraten wird
Klippfisk Stockfisch, gekocht und mit Salzkartoffeln, Karotten, zerlassener Butter und Petersilie serviert
Kokt torsk gekochter Dorsch, dazu gibt es Möhren, Salzkartoffeln und geschmolzene Butter
Lammesteik Lammbraten, ein Herbstklassiker, gewürzt mit Thymian, Rosmarin und Knoblauch
Lefse Fladengebäck aus Sauerrahm, Sirup, Zucker, Hirschhornsalz und Weizenmehl, dazu gibt's Zucker und Butter
Moltekrem mit Moltebeermarmelade verrührte Schlagsahne
Ovnsbakt laks mit Porree, Sellerie und Möhren gefüllter Lachs, mit Salz und Knoblauchpfeffer in Folie gebacken
Ovnsbakt steinbit im Ofen gebackene Katfischfilets, dazu in Butter gebratene Zwiebeln, Äpfel und Champignons mit Apfelsaft und Thymian
Pasta med røkt laks Pasta mit einer Sauce aus Zwiebeln und Fischbouillon, Sahne und Streifen von Lachs oder Forelle (geräuchert)
Raspeballer Kartoffelklöße mit Gerstenmehl und Speckwürfeln, serviert mit Rübenmus und Salzkartoffeln. Dazu gibt es Hammelfleisch oder Räucherwürste. In Ostnorwegen heißt das Gericht komle
Røkt elgsteik geräuchertes Elchfleisch, im Ofen geschmort , mit Wurzelgemüse, Rosenkohl, Wildsauce und Salzkartoffeln
Rømmegrøt Brei aus Sauerrahm, Weizenmehl oder Gries und Salz, mit Zucker und Zimt verfeinert. Als Beilage gibt es Pökelfleisch
Trollkrem kalt gerührte Preiselbeeren mit steif geschlagenem Eiweiß
Stichworte

Bodenschätze

Jedes Jahr investiert Norwegen mehr als 10 Mrd. Euro in die Erschließung neuer Erdöl- und Erdgasfelder auf dem Schelf. Die auf Sicht ertragreichsten Vorkommen liegen in der Norwegischen See und vor Nordnorwegen. Eine Industrie mit 30 000 unmittelbar Beschäftigten, die über ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet, ist auch davon abhängig, immer neue Felder zu finden. Umweltschutzorganisationen treten dafür ein, nördlich und westlich des Nordkaps nicht jedes Feld zu erschließen. Sie verweisen dabei auf die extremen Wetterverhältnisse und die Eingriffe in die verwundbare Ökologie in der Barentssee. Der Bergbau hat in Norwegen eine lange Tradition, aber mit Ausnahme des Steinkohleabbaus auf Svalbard an Bedeutung verloren. Heute arbeiten noch ca. 4000 Menschen in norwegischen Gruben.

Familie

Die Gleichstellung von Mann und Frau ist weit vorangeschritten, der rechtliche Unterschied zwischen Ehen und nichtehelichen Lebensgemeinschaften fast ganz aufgehoben. In fast allen Familien sind beide Elternteile erwerbstätig. Norwegen hat die dritthöchste Geburtenrate in Europa, jede Norwegerin bekommt im Schnitt 1,98 Kinder. Die soziale Absicherung der Mütter und Väter ist vorbildlich. Die 47 Wochen Elternschaftsurlaub bei vollem Lohnausgleich (oder 57 Wochen mit 80 Prozent Gehalt) können sich die Eltern nach eigenen Wünschen aufteilen, und ein Elternteil kann mindestens zwei Jahre zu Hause bleiben, ohne den Arbeitsplatz zu verlieren.

Fischerei

Die norwegischen Hoheitsgewässer sind hochproduktive Gebiete, hier leben mehr als 200 Fischarten, Schalen- und Krustentiere. Mit einem Ausfuhrvolumen von rund 5,5 Mrd. Euro ist Norwegen immer noch weltgrößter Fischexporteur, der Anteil der gezüchteten Fische an der Ausfuhr beträgt 56 Prozent. Die Zahl der Fischer ist seit 1950 um fast 80 Prozent, die Fangmengen sind jedoch kaum gesunken. Wegen der bedrohten Bestände im Nordatlantik haben die EU, Norwegen, Russland, Island, die Färöer-Inseln und Grönland Maßnahmen gegen die verbotene Fischerei in diesen Gewässern beschlossen. Eine im Ausland umstrittene Nische ist der Walfang. Es dürfen zwar rund 1000 Zwergwale abgeschossen werden, doch die Nachfrage nach den Produkten ist so stark gesunken, dass kaum noch Wale gejagt werden.

Königshaus

Seit 1991 heißt Norwegens Regent Harald V. Ebenso wie Harald heiratete auch sein Sohn, der 1973 geborene Haakon Magnus, eine Frau bürgerlicher Herkunft, und das stört die Norweger schon lange nicht mehr. Royalisten und Republikanern im Land ist es wichtig, dass der König zwar etwas Besonderes, aber auch „einer wie sie“ ist. Ganz eigene Wege ist Prinzessin Märtha Louise, Haakon Magnus' jüngere Schwester, gegangen – und gerade deshalb viel häufiger in der Regenbogenpresse zu finden als ihre Eltern oder ihr Bruder. Nach der Ausbildung zur Physiotherapeutin und einem Literaturstudium widmete sie sich dem Schreiben und Vortragen von Märchen und Erzählungen, bevor sie ein Zentrum für alternative Behandlungstechniken gründete.

Militär

Die norwegische Verteidigung verfügt über Heer, Luftwaffe und Marine. Die Wehrpflicht für Männer im Alter von 18 bis 44 Jahren beträgt zwölf Monate, Frauen können freiwillig Militärdienst leisten. Norwegen ist der nordöstliche Außenposten der Nato. Die gemeinsame Grenze mit Russland setzt jedoch ein gutes Verhältnis zum großen Nachbarn im Osten voraus. So dürfen ausländische Truppen nur bei Übungen ins Land, und die Stationierung von fremden Waffen auf norwegischem Territorium ist nicht vorgesehen.

Mitternachtssonne

Durch das Fylke Nordland, auf 66° 33' nördlicher Breite, verläuft der Polarkreis. Nördlich davon geht die Sonne in den Tagen um den 23. Juni herum nicht unter. Je weiter man nach Norden kommt, desto länger bleibt sie über dem Horizont. Am Nordkap ist midnattssol theoretisch vom 13. Mai bis zum 29. Juli zu sehen, doch leider ist dort die Sicht selten gut. In Tromsø geht die Sonne vom 20. Mai bis zum 22. Juli nicht unter, auf den Lofoten immerhin noch vom 28. Mai bis zum 14. Juli.

Musik

Norwegen ist die Heimat von Edvard Grieg (1843–1907). Seine Peer-Gynt-Suite gehört zu den meistgespielten klassischen Werken überhaupt. Herausragend unter den gegenwärtigen Interpreten klassischer Musik ist der Pianist Leif Ove Andsnes. Weltbekannt sind auch der Cellist Truls Mørk und der Geiger Henning Kraggerud, der auch gern den Kontakt zum Jazz sucht. Der Pianist Dag Arnesen hat mit seinen Interprationen norwegischer Volkslieder die internationale Jazzwelt überrascht, ebenso wie die Pianisten Tord Gustavsen und Helge Lien mit ihren melodiösen, mutigen Kompositionen. Ebenfalls aus dem Jazz kommt Silje Nergaard mit ihrer einprägsamen Stimme und Balladen, die in Richtung Pop weisen. Auch in deutschsprachigen Ländern beliebt sind die Popsängerinnen Maria Mena, Ingrid Olava und Marit Larsen. Bergen gilt als europäische Hauptstadt des Black Metal, unter anderem dank der Gruppe Immortal.

Nationalparks

Es gibt auf dem norwegischen Festland 40 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von fast 27 000 km2. Hinzu kommen über 80 Landschaftsschutzgebiete, die vor Eingriffen zur Nutzbarmachung geschützt sind. Insgesamt unterliegen gut 40 000 km2 dem Landschaftsschutzgesetz. Diese Flächen sollen eine vielfältige Fauna und Flora bewahren helfen und gleichzeitig dem Einzelnen das Recht sichern, sich in der Natur frei zu bewegen. Die sehr übersichtliche Beschreibung der norwegischen Nationalparks (www.dirnat.no/nasjonalparker) gibt es leider nur in norwegischer Sprache.

Nordlicht

Faszinierend, voller Überraschungen – das Nordlicht (Aurora borealis) ist Naturästhetik vom Feinsten. Ausgelöst wird es von Elektronen, die in großen Mengen und mit hoher Geschwindigkeit auf das Magnetfeld der Erde treffen und mit den oberen Schichten der Atmosphäre kollidieren. Dort befinden sich unterschiedliche Arten von Gasen, die dann in verschiedenen Farben leuchten. Das Nordlicht zeigt sich ziemlich oft nördlich des Polarkreises und an kalten, klaren Winterabenden. Wer es zum ersten Mal sieht, vergisst schnell die Physik: Grüne, wehende Schleier versuchen den Himmel auszufüllen, hellblaue Rundbögen huschen über den Horizont, dazwischen fällt ein vielfarbiger Lichtschauer auf eine Schneelandschaft, einen Bergsee oder das Meer hinunter. Man sucht sich einen Baum zum Anlehnen oder einen Stein zum Sitzen und lässt sich betören.

Polargeschichte

Es gibt kein anderes Land, das mit so viel Stolz auf seine Polargeschichte blickt wie Norwegen. Alle Norweger kennen die Expeditionen, die ihre Landsleute per Schiff oder auf Skiern, allein oder in Gruppen zu den entlegensten Gegenden der Erde gemacht haben. Pionier war Fridtjof Nansen, der 1893 mit dem Schiff Fram zu einer dreijährigen Expedition ins Nordpolarmeer aufbrach. Zusammen mit seinem Begleiter Hjalmar Johansen versuchte Nansen auch, mit Skiern und Hundeschlitten zum Nordpol zu gelangen. Roald Amundsen war 1911 der Erste am Südpol. Er durchquerte die Nordwest- und die Nordostpassage und erreichte im 1926 mit dem Luftschiff Norge als Erster den Nordpol auf dem Luftweg. 1990 erreichten Erling Kagge und Børge Ousland den Nordpol ohne Hilfe von außen. Kagge lief 1992/93 auf Skiern zum Südpol, Ousland erreichte 1994 allein den Nordpol. Ousland, der viermal am Nordpol war und den Mount Everest bestiegen hat, war auch an Bord des Glasfibertrimarans Northern Passage, der 2010 erstmals den gesamten Nordpol umsegelte.

Politik

Norwegen ist durch und durch sozialdemokratisch. Ein gut ausgebauter Sozialstaat und ein hoher Anteil an öffentlich Bediensteten lassen sich bezahlen, solange der Erdölfonds weiter in schwindelnde Höhen wächst. Der Staat verwaltet die Öl- und Gasvorkommen und hält 67 Prozent der Aktien an dem international tätigen Mineralölkonzern Statoil. Obwohl die 167 Abgeordneten im Parlament (Storting) aus sieben verschiedenen Parteien kommen, geht es im politischen Alltag eher geruhsam zu. Der Druck, die Steuern zu senken, nimmt allerdings in jedem Wahlkampf zu, und die am rechten Rand des Parteienspektrums stehende Fortschrittspartei träumt von Norwegen als „Kuwait des Nordens“, ohne Steuern und mit weniger Arbeit. Die Abgeordneten und Minister machen ihre Arbeit und bekommen Gehälter, die nach Berufspraxis und Alter gestaffelt und für jeden einsehbar sind. So bleiben Politiker „Leute wie du und ich“.

Religion

Gesetze, Lieder und Monumente bezeugen, dass das Christentum Mitte des 11. Jhs. in Norwegen Fuß gefasst hatte. Die ersten Bistümer wurden kurz vor 1100 errichtet, Nidaros (das spätere Trondheim) war ab 1152 Sitz des Erzbischofs. 1537 wurde die Reformation durch königlichen Erlass aus Kopenhagen verordnet. Ab dem frühen 17. Jh. war Luthers Lehre das einzige Glaubensbekenntnis in Norwegen. Heute sind rund 86 Prozent der Norweger protestantisch und Mitglieder der Staatskirche, rund 380 000 gehören anderen Glaubensgemeinschaften an – die größten sind die Pfingstgemeinde und der Islam. Nur knapp 46 000 Personen bekennen sich zum katholischen Glauben.

Samen

Vorsichtig geschätzt, gehören insgesamt rund 70 000 Menschen zum Volk der Samen, der skandinavischen Urbevölkerung. 40 000 bis 45 000 von ihnen leben in Norwegen, etwa 25 000 davon im Fylke Finnmark. Um 1980 begann man, ihre Rechtslage in Norwegen zu verbessern, 1989 wurde das samische Parlament Sameting in Karasjok als Rat gebendes Organ offiziell eröffnet. Auch dies hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Samen heute mit neuem Selbstbewusstsein auftreten. Sie begehen wieder ihren Nationalfeiertag am 6. Februar und haben ihr Recht auf die Verwaltung großer Teile des Regierungsbezirks Finnmark durchgesetzt. Im Kerngebiet des Sameland ist Samisch, das zu den finnougrischen Sprachen zählt, die Alltagssprache, in einigen Kommunen auch zweite offizielle Sprache. Neben Rentierhaltung und Fischerei sind Landwirtschaft, Handwerk und Dienstleistungen die wichtigsten Erwerbszweige der Samen.

Sprache

Es gibt zwei amtliche norwegische Schriftsprachen, Bokmål (Aussprache: bukmol) und Nynorsk. Die Unterschiede zwischen beiden sind nicht gravierend, die Gegensätze eher sprachpolitischer Natur. Nynorsk ist ein Konstrukt aus mehreren Dialekten, während Bokmål dem Dänischen entlehnt ist. Die meisten Bücher, Zeitschriften und Zeitungen erscheinen auf Bokmål. Die Einwohner einer Kommune entscheiden selbst, welche der beiden Sprachen Unterrichtssprache in der Grundschule sein soll. Die Schüler an weiterführenden Schulen müssen beide Sprachen schriftlich beherrschen.

Stabkirchen

Die gewöhnliche Stabkirche ist ein einfacher, verhältnismäßig kleiner Holzbau mit schmalem Chor, ihre Wände bestehen aus Pfostenwerk. Die ältesten der noch erhaltenen 29 Stabkirchen wurden im 12. Jh. errichtet. Der Grund für ihre lange Haltbarkeit ist das solide Fundament: Es besteht aus Pfosten und Planken, die auf Schwellen stehen und deshalb nicht verfaulen können. Zentrales Element der Ausschmückung sind die geschnitzten Ornamente im Eingangsbereich. Diese Dekortradition geht wahrscheinlich auf die Tierornamentik der Wikinger zurück. Klassische, viel besuchte Stabkirchen sind die Heddal Stavkirke in der Telemark und die Borgund Stavkirke bei Lærdal am Sognefjord.

Theater

Die Dramen von Henrik Ibsen (1828 bis 1906) werden auf den Bühnen der Welt aufgeführt, Figuren wie Nora, Peer Gynt, John Gabriel Borkman und die Frau vom Meer in allen großen Sprachen dargestellt. In seinem Heimatland war Ibsen zu Lebzeiten umstritten. Skien, Ibsens Geburtsstadt, feiert den Dichter jedes Jahr mit einem Kulturfestival. Das gibt es auch alle zwei Jahre am Osloer Nationaltheater. Und es gibt wieder einen norwegischen Dramatiker internationalen Formats: Mitte der 1990er-Jahre tauchten die Schauspiele von Jon Fosse auf den europäischen Bühnen auf. „Der Name“, „Die Nacht singt ihre Lieder“, „Das Kind“, „Sommertage“ oder „Schlaf“ sind Stücke, die auch in Asien und Amerika oft aufgeführt werden.

Trolle

Schon weil es sie in den norwegischen Volksmärchen und in Souvenirläden zuhauf gibt, sollte man an sie glauben: Trolle wohnen tief in den Wäldern und sind nur schwer zu entdecken. Je nach Unterart leben sie in Familien oder als furchteinflößende Einzelgänger. Sie ähneln knorrigen Bäumen, haben riesige Nasen und zotteliges Fell, stinken fürchterlich und kommen nur nachts aus ihren Höhlen. Weil sie mit Menschen nur wenig zu tun haben wollen und man sie leicht reinlegen kann, hält sich die Bedrohung durch sie in Grenzen. Seien Sie auf Ihrer Wanderung durch norwegische Wälder also wachsam, aber nicht ängstlich.

Bloss nicht!

Ratschläge überhören

Die Norweger sind eher zurückhaltend und vermeiden es, sich offensiv in die Pläne ihrer Gäste einzumischen. Wenn aber ein Ortskundiger auch nur andeutet, dass das Wetter umschlagen kann und die Wanderung oder der Angelausflug lieber kürzer ausfallen oder verschoben werden sollte: Nehmen Sie dies als gut gemeinten Ratschlag – und befolgen Sie ihn.

Für alles danken

Das Wörtchen takk ist Basis aller Höflichkeit und oftmals ein Türöffner. Die Norweger bedanken sich sogar, wenn man nach ihrer Befindlichkeit fragt. Eines aber sagen Sie nicht: Danke für alles – Takk for alt. Das ist Grabsteinen, Kranzschleifen und Nekrologen vorbehalten. Statt dessen sind die Norweger konkret: Nach dem Essen Takk for maten, nach dem gemütlichen Abend Takk for i kveld und für das letzte Beisammensein Takk for sist.

Schnaps anbieten

Wo geistige Getränke so teuer sind, ist die Versuchung groß, eine Flasche Wein oder gar Hochprozentiges als Tauschware einzusetzen. Das aber kann ins Auge gehen. Besonders im Süden und Westen halten viele Menschen Distanz zum Alkohol und empfinden es eher als unangenehm, Wein oder Schnaps angeboten zu bekommen.

Ungeduldig werden

Die Norweger drängeln nicht. Der im Land bekannte Spruch Ting tar tid (Gut Ding will Weile haben) gilt für den Straßenbau ebenso wie für die Bedienung im Kaufhaus. Allerdings nicht für den Bierausschank. Gezapft wird mit sehr wenig Kohlensäure und deshalb in weniger als 15 Sekunden – und zahlen müssen Sie sofort.

Verkehrsstrafen riskieren

Überall wird das Tempo kontrolliert. Das niedrigste Bußgeld beträgt 600 NOK, und fast das Dreifache (1600 NOK) kostet es, wenn Sie in der 70-km/h-Zone 6–10 km/h zu schnell fahren. Für das Abbiegen ohne Blinklicht und für das Fahren ohne Abblendlicht sind je 2000 NOK fällig. Alkohol am Steuer ist ab 0,2 Promille strafbar, ab 0,5 Promille wird der Führerschein entzogen. Ausländische Fahrer erhalten ein Bußgeld, an die Behörden im Heimatland ergeht eine Mitteilung.

Für die heimische Kühltruhe hamstern

Die Ausfuhrbeschränkungen für Fisch (siehe Kapitel „Praktische Hinweise“) sollten ernst genommen werden. Die Fischbestände in den Fjorden sind bedroht, beim Zoll kann es Ärger geben, und das Gerede über Angler, die mit zwei gut gefüllten Kühltruhen auf dem Anhänger ihren Urlaubsort an der Küste wieder verlassen, verursacht Missmut auch in der Bevölkerung.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Norwegen führt seit März 2016 wieder Personenkontrollen bei der Einreise mit der Fähre sowie an der Grenze bei Weiterreise nach Schweden durch. Reisende müssen daher einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit sich zu führen (siehe auch Abschnitt Einreisebestimmungen).

Für Norwegen besteht derzeit kein landesspezifischer Sicherheitshinweis.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden ggfs. über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Ausführliche Informationen zu Reisen in Norwegen bieten die Botschaft des Königreichs Norwegen und das Fremdenverkehrsamt Norwegens.

Über die veterinärrechtlichen Vorschriften Norwegens informiert die Botschaft des Königreichs Norwegen in Berlin.

Straßenverkehr

In Norwegen gibt es einige Straßen, die mautpflichtig sind. Die Kontrolle erfolgt durch automatische Stationen, die einfach durchfahren werden können, ohne anzuhalten. Die Rechnung ergeht später per Post, ohne Extragebühren. Die Einzelheiten werden auf der Webseite der Botschaft des Königreichs Norwegen in Berlin erläutert.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

Vorläufiger Personalausweis: Ja

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: Viele norwegische Behörden und z.B. Banken erkennen den Personalausweis nicht an. Es empfiehlt sich daher für einen längeren Aufenthalt mit dem Reisepass einzureisen.

Aufenthaltsgenehmigung

Deutsche Staatsangehörige, die sich länger als drei Monate in Norwegen aufhalten wollen, sollten spätestens zwei Wochen nach Einreise eine Aufenthaltsgenehmigung bei der norwegischen Polizei beantragen. Nähere Informationen erteilt die Botschaft des Königreichs Norwegen und das norwegische Ausländerzentralamt UDI

Verhalten an der Norwegisch-Russischen Grenze (in der Gemeinde Sør-Varanger/Kirkenes)

Für die Einreise nach Russland ist ein gültiges Visum erforderlich, das bei einer russischen Auslandsvertretung beantragt werden muss und nicht an der Grenze erworben werden kann.
Die Einreise von Norwegen nach Russland kann ausschließlich über den Grenzübergang "Storskog" erfolgen. Ein Grenzübertritt an anderen Stellen in der Region ist nicht möglich (auch nicht von Inhabern eines Visums).
Die Grenze ist teilweise eine "grüne" Grenze ohne sichtbare Absperrung, die allerdings intensiv überwacht wird. Auch der kleinste Schritt über die Grenze wird sowohl seitens der norwegischen, als auch der russischen Behörden strafrechtlich verfolgt. Um derartige Konsequenzen zu vermeiden, wird die strikte Beachtung der entlang der Grenze aufgestellten Hinweisschilder dringend empfohlen. Wanderungen entlang der norwegisch-russischen Grenze sind möglich, solange diese Hinweise beachtet werden.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Die norwegischen Zollbestimmungen sind sehr streng. Insbesondere der Import von Alkoholika, aber auch Tabakwaren unterliegt strikten Begrenzungen. Kleine Überschreitungen werden streng geahndet. Beim Import von PKWs sind hohe Eingangsabgaben zu entrichten.

Bei der Ausreise ist insbesondere zu beachten, dass der norwegische Zoll Angeltouristen die Ausfuhr von maximal 15kg Fisch pro Person gestattet.

Jegliche Überschreitung der Zollobergrenzen bei der Ein- oder Ausfuhr von Waren mit dem PKW oder im Reisebus wird im Regelfall allein dem Fahrer des Fahrzeugs angelastet. Dies auch dann, wenn mehrere Personen im Fahrzeug beteuern, Eigentümer der Waren zu sein. Dadurch können empfindliche Strafen für den Fahrer fällig werden.

Über die genauen zollrechtlichen Vorschriften, die bei einer Einreise nach Norwegen zu beachten sind, informiert - auch auf deutscher Sprache der norwegische Zoll.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Das norwegische Straf- und Ordnungsrecht verfolgt insbesondere das Überschreiten der Geschwindigkeitsbegrenzungen für Kraftfahrzeuge und Alkohol am Steuer, aber auch Rauschgiftdelikte und Verstöße gegen Zoll- und Angelvorschriften streng. Das Mitführen auch geringster Mengen von Betäubungsmitteln führt in der Regel zur Festnahme bereits an der Grenze, Verhängung eines Einreiseverbots oder Haftstrafen.

Angelfreunde sollten sich auf jeden Fall ausreichend über die örtlichen Bedingungen informieren. Missachtungen führen zu sehr hohen Geldstrafen, die direkt vor Ort beglichen werden müssen. Angeln in der Nähe von Zuchtanlagen ist strikt untersagt.

Impfschutz

Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen. Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken. Als Reiseimpfung wird bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch eine Schutzimpfung gegen die durch Zecken übertragbare Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) empfohlen.

Medizinische Versorgung

Wer auf regelmäßige medizinische Betreuung angewiesen ist, sollte sich vorher über die bestehenden Möglichkeiten im dünn besiedelten Norwegen informieren. Regional unterschiedlich kann es im Gesundheitswesen in einigen Bereichen Engpässe geben. Außerhalb der regelmäßigen Dienstzeiten von 8 bis 15/16 Uhr können die örtlichen Notfallzentralen (legevakt) kontaktiert werden. Die zentrale Notrufnummer in Norwegen lautet 112 (Polizei), bzw. 113 (Rettungsdienste und Notarzt).

Beim zahnärztlichen Notdienst (tannlegevakt) muss in der Regel vor Ort in bar oder üblicherweise per Kreditkarte gezahlt werden. Bei allen anderen Behandlungen ist zur Deckung evtl. anfallender Behandlungskosten ist seit 01.01.2005 die Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card) erforderlich, welche über die heimische Krankenkasse erhältlich ist. Weitere Informationen sind bei der Deutschen Verbindungsstelle für Krankenversicherung im Ausland zu erfragen. Reisende sollten beachten, dass die Europäische Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card) auf Svalbard (Spitzbergen) nicht anerkannt wird.

Das Auswärtige Amt rät, einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung abzuschließen. Bei Reisen nach Svalbard sollte darauf geachtet werden, dass dieses Gebiet in den Versicherungsschutz eingeschlossen ist. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen in Rechnung gestellt werden.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis.

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Wer auf regelmäßige medizinische Betreuung angewiesen ist, sollte sich vorher über die bestehenden Möglichkeiten in einem dünn besiedelten Land informieren, dessen Gesundheitswesen in einigen Bereichen Engpässe hat. Außerhalb der regelmäßigen Dienstzeiten von 08.00-15.00/16.00 Uhr können die örtlichen Notfallzentralen (Legevakt) kontaktiert werden. Die zentrale Notrufnummer in Norwegen lautet 112 (Polizei), bzw. 113 (Notarzt). Die norwegische Krankenversorgung ist ansonsten ausgezeichnet.

Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger. Im Krankheitsfall wenden sich EHIC-Inhaber direkt an einen Arzt, der vertraglich an das Nationale Versicherungsbüro (rikstrygdeverket) bzw. an das örtliche Versicherungsbüro (trygdekonteret) gebunden ist oder an eine staatlich ambulant behandelnde Klinik oder an die Unfallstation der Gemeinde.

In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken Nein -
Malaria Nein -
Typhus & Polio Nein -
Gelbfieber Nein -
Cholera Nein -

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Landesweit besteht von April bis Oktober das Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Betroffen sind vor allem die küstennahen Gebiete im Südwesten zwischen Alesund und Stavanger. Obwohl das Infektionsrisiko in Norwegen generell gering ist, wird bei beruflicher Tätigkeit oder Freizeitaktivitäten mit möglicher Zeckenexposition in endemischen Gebieten eine Schutzimpfung empfohlen.

Hepatitis B kommt vor. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Schweiz Nein Nein Nein Ja
Österreich Nein Nein Nein Ja
Deutschland Nein Nein Nein Ja
Andere EU-Länder Nein/1 Nein Nein Ja/1
Türkei Ja 2 Nein -

Personalausweise/Identitätskarten

U. a. Staatsangehörige der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können als Touristen mit gültigem Personalausweis/Identitätskarte einreisen:

EU-Länder und Schweiz (Dänemark nur bei direkter Einreise aus einem skandinavischen Land) ([1] Ausnahmen: Einen Reisepass benötigen Staatsangehörige von Zypern).

Achtung: Viele norwegische Behörden und z.B. Banken erkennen den Personalausweis nicht an. Es wird deshalb empfohlen, mit dem Reisepass zu reisen.

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 3 Monate über das Visum hinaus gültig sein, wenn der Reisende kein EU-Bürger ist. Außerdem dürfen die Reisepässe von Nicht-EU-Bürgern nicht älter als zehn Jahre sein. Reisepässe von EU-Bürgern müssen während des Aufenthalts gültig sein.
 

Anmerkung zum Reisepass

Norwegen ist Unterzeichner und Anwender der EU-Rechtsakte (Schengener Abkommen).

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen Aufenthalt von bis zu 3 Monaten:

(a) EU-Länder und die Schweiz.
(b) [2] Türkische Staatsangehörige, die eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Schengen-Land oder Monaco besitzen.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Personalausweis bei Einreise als Tourist oder maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Personalausweis bei der Einreise als Tourist oder eigener Reisepass.

Schweizer:
Identitätskarte bei der Einreise als Tourist oder eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Hinweis: Allein oder mit nur einem Elternteil/Sorgeberechtigten reisende Minderjährige unter 16 Jahren sollten eine Einverständniserklärung der Eltern/Sorgeberechtigten mitführen.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern, der Schweiz, Island und Liechtenstein benötigen einen EU-Heimtierausweis (pet pass), aus dem hervorgeht, dass bei dem Tier eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Das Tier darf nicht vor dem 21. Tag nach der Impfung eingeführt werden. Die Tiere müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Zusätzlich muss eine Blutprobe mit einer Titrierung neutralisierender Tollwut-Antikörper von mindestens 0,5 IE/ml vorgelegt werden. Außerdem muss eine Bandwurmbehandlung mit Praziquantel oder Espiprantel innerhalb von 120 bis 24 Stunden vor der Einfuhr durchgeführt und innerhalb der ersten 7 Tage nach der Einfuhr wiederholt und im Pass vom Tierarzt eingetragen werden. 
Für Tiere, die aus Ländern mit urbaner Tollwut kommen, ist eine Quarantäne von 4 Monaten Pflicht. Die Tiere müssen mindestens 30 Tage vor ihrer Ankunft beim Amtstierarzt (Norwegisches Amt für Tiergesundheit (Statens Dyrehelsetilsyn, Postfach Ullevaalsveien 68, N-0454 Oslo, Tel: (+47) 22 24 19 40) angemeldet werden.

Der Reisende muss schriftlich bestätigen, dass sich das Haustier in den letzten 6 Monaten in einem EU-/EFTA-Land befunden hat.

Für Hunde, Katzen und Frettchen aus Schweden bestehen keine Einschränkungen.

Die Einfuhr von Kampfhunden und Hunden, die eine Kreuzung aus Hund und Wolf sind, ist verboten. U. U. ist eine Stammtafel als Nachweis zu erbringen.

Für Hunde, Katzen und Frettchen aus allen übrigen Ländern gilt die folgende einzelstaatliche Vorschrift:
Eine Quarantäne von 4 Monaten ist Pflicht. Die Tiere müssen mindestens 30 Tage vor ihrer Ankunft beim Norwegisches Amt für Tiergesundheit (s. o.) gemeldet werden.

Weitere Informationen und Formulare sind von der Norwegian Food Safety Authority erhältlich. 

Die folgenden Hunderassen dürfen nicht nach Norwegen verbracht werden:

Pit Bull Terrier,

Amerikanischer Staffordshire Terrier,

Fila Brasileiro,

Tosa,

Dogo Argentino,

Tschechoslowakischer Wolfhund

sowie Mischlinge dieser Rassen und Mischlinge zwischen Hund und Wolf.

Bearbeitungsdauer

Kurzfristiger Aufenthalt: Zwischen 2 und 10 Arbeitstagen.
Längerfristiger Aufenthalt: Mehrere Monate.

Visaarten und Kosten

Einreise-, Transitvisum.

Kosten

Anfragen an die zuständige konsularische Vertretung (s. Kontaktadressen).

Antrag erforderlich

Je nach Nationalität, Grund und Dauer des Aufenthalts unterschiedlich. Nähere Angaben erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen. (s. Kontaktadressen).

Schengen-Visum:
(a) Reisepass, der mindestens 3 Monate über die Visumgültigkeit hinaus gültig ist und über mindestens zwei leere Seiten verfügt, sowie Kopien der ersten vier Seiten des Reisepasses.

(b) Ggf. alle Dokumente (im Original), die den Zweck (z. B. Einladung von Privatpersonen oder Firmen, ärztliches Attest und Terminvereinbarung beim behandelnden belgischen Arzt oder in einem belgischen Krankenhaus) und die Bedingungen des geplanten Aufenthalts (z. B. Hotelreservierung) rechtfertigen.

(c) Dokumente, die beweisen, dass der (eingeladene) Ausländer über ausreichende Mittel zur Bestreitung der Kosten für Aufenthalt und Rückreise sowie für eventuelle Kosten für seine ärztliche Versorgung verfügt, ggf. in Form einer Kostenübernahmeverpflichtung (Nachweis über Reisebuchung etc.).

(d) Dokument, das beweist, dass der Ausländer auf individueller oder kollektiver Grundlage Inhaber einer die Kosten für die Rückführung aus ärztlichen Gründen, die dringende ärztliche Behandlung und/oder Krankenhausversorgung deckenden gültigen Auslandsreisekrankenversicherung ist. Grundsätzlich muss der Antragsteller eine Versicherung im Wohnsitzstaat abschließen. Wenn der Gastgeber eine Versicherung für den Antragsteller abschließt, so muss er dies im eigenen Wohnsitzstaat tun. Die abgeschlossene Versicherung muss für das gesamte Gebiet der Schengen-Staaten und für die ganze Dauer des Aufenthalts gelten. Die Versicherung muss eine minimale Deckung von 30.000 € aufweisen.

(e) Visumgebühr.

(f) 1 biometrisches Passbild (3,5 x 4,5 cm.

(g) 1 ausgefülltes Antragsformular.

(h) Dokumente, die den beruflichen Status des Antragstellers belegen (Immatrikulationsnachweis, Urlaubserlaubnis des Arbeitgebers, Nachweis über Rentenbezüge, Nachweis über Selbständigkeit etc.).

Geld

Geldwechsel

In Banken, Wechselstuben und Hauptpostämtern kann Geld gewechselt werden.

Währung

1 Norwegische Krone = 100 Øre. Währungskürzel: NKr, NOK (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten von 1000, 500, 200, 100 und 50 NKr, Münzen in den Nennbeträgen 20, 10, 5 und 1 NKr.

Devisenbestimmungen

Die Einfuhr der Landeswährung und von Fremdwährungen ist unbeschränkt und ab einem Betrag im Gegenwert von 25.000 NKr deklarationspflichtig. Unbeschränkte Ausfuhr der Landeswährung. Ausfuhr von Fremdwährungen bis in Höhe der mitgeführten bzw. bei der Einreise deklarierten Beträge.

Kreditkarten

Der Gebrauch von Kreditkarten ist in Norwegen sehr verbreitet, und sie werden so gut wie überall akzeptiert. Visa, American Express und Diners Club sind am gebräuchlichsten und werden in den meisten Geschäften akzeptiert. Jedoch nicht alle Tankstellen nehmen Kreditkarten an. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Reiseschecks werden in Banken, manchen Hotels und Geschäften sowie von Fluggesellschaften akzeptiert (hohe Gebühren).

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Mi und Fr 08.15/09.00-15.30 Uhr (im Sommer bis 15.00 Uhr), Do 08.15/09.00-17.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Norwegen eingeführt werden:

Ausländische Reisende sowie Reisende, die ihren Wohnsitz in Norwegen haben und sich 24 Std. oder länger außerhalb Norwegens aufgehalten haben:

200 Zigaretten oder 250 g andere Tabakwaren ODER 1,5 l alkoholische Getränke (über 2,5 % bis 22 %) (Personen ab 18 J.)
200 Blatt Zigarettenpapier;
1 l Spirituosen (über 22 % bis 60 %) (Personen ab 20 J.),
1,5 l (2 Flaschen) Wein (über 2,5 % bis 22 %) (Personen ab 18 J.) und
 
2 l (6 x 0,33 l Flaschen/Dosen) Bier (über 2,5 %) (einschließlich Starkbier) oder Alkopops (von 2,5 % bis 4,7 %) (Personen ab 18 J.); 
 
Personen ab 18 J. dürfen Wein und Bier einführen. Für die Einfuhr von Spirituosen muss man mindestens 21 Jahre alt sein. 

Verbotene Importe

Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 60 %.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Norwegen, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2012-14
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Norwegen - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 16.06.2018 (Unverändert gültig seit: 15.01.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 16.06.2018 (Unverändert gültig seit: 15.01.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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