Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Mauritius

Steckbrief

Mauritius - Fakten

Ländername Republik Mauritius (Republic of Mauritius)
Klima Subtropisch; warmer, trockener Winter (Mai-Nov.); heißer, feuchter Sommer (Nov.-Mai)
Beste Reisezeit Januar, Februar, März, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
Lage Teil der Maskarenen im südwestlichen Indischen Ozean, ca. 800 Kilometer östlich von Madagaskar
Fläche Insgesamt 2.040 km2, davon Mauritius 1.865 km2, Rodrigues 105 km2 sowie Agalega und Saint Brandon (Cargados-Carajos) 71 km2
Hauptstadt Port Louis (rund 150.000 Einwohner)
Bevölkerung Etwa 1,3 Millionen Einwohner (davon: Rodrigues circa 37.000, Agalega und Saint Brandon circa 300), 637 Einwohner pro km2. Inder (ca. 53 Prozent), Kreolen einschließlich Bürger gemischt kreolisch-asiatischer Abstammung (43 Prozent), Europäer (2,3 Prozent), Chinesen (ca. 1,6 Prozent); ca. 0,6 Prozent jährliches Bevölkerungswachstum
Sprache Amtssprache ist Englisch; die Muttersprache des Großteils der Bevölkerung ist allerdings Morisyen, eine vom Französischen abgeleitete Kreolsprache. Daneben werden in den jeweiligen Bevölkerungsgruppen weitere Sprachen gesprochen, vor allem Bhojpuri, Französisch, Hindi, Tamil, Urdu und Chinesisch.
Religion Hindu 52 %, Christen 28,3 % (Römisch-katholisch 26 %, Protestanten 2,3 %)
Nationaltag 12. März, "Republic Day and Independence Anniversary"
Unabhängigkeit 12. März 1968
Staats-/Regierungsform Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Präsidentin Ameenah Gurib-Fakim, seit 05.06.2015
Regierungschef Premierminister Sir Pravind Kumar Jugnauth, seit 24.01.2017
Außenminister H. Seetanah Luchtmeenaraidoo, seit März 2016
Währung 1 EUR entspricht 39,18 MUR (Mauritius-Rupie; Kurs vom 12.12.2017)Hinweis:Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
Zeitzone MEZ + 3h
Reiseadapter C, G
Kfz-Länderkennzeichen MS
ISO-3166 MU, MUS
Internet-TLD .mu
Landesvorwahl +230
Reisepass & Visum Notwendig

Geographie

Der im Indischen Ozean gelegene Inselstaat setzt sich aus der Hauptinsel Mauritius, der Insel Rodrigues sowie der Agalega- und Cargados-Carajos-Gruppe zusammen. Mauritius ist eine von Korallenriffen umgebene Vulkaninsel, deren etwa 600 m hohes Plateau von stark zerklüfteten Bergstöcken überragt wird. Das Klima ist subtropisch.

Politik und Bevölkerung

Seit 1992 bildet der Inselstaat eine Präsidialrepublik im Commonwealth of Nations (Verfassung von 1968). Von den 70 Parlamentssitzen werden 62 gewählt, acht unter den ethnischen Gruppen verteilt. Die Mehrheit der hinduistischen Inder stammt von den im 19. Jh. hereingeholten Plantagenarbeitern ab. Ein Viertel der Bevölkerung sind Kreolen, 2 % Chinesen. Mauritius gehört seit dem Erlangen der Unabhängigkeit im Jahre 1968 zu den etwa 25 Staaten ohne Militär.

Geschichte

Auf der Insel errichteten seit dem 10. Jh. Araber, Malaien, im 16. Jh. Portugiesen und Holländer Siedlungen und Handelsstützpunkte. Seit 1715 kolonisierten Franzosen (unter dem Namen Île de France), von 1810 bis 1968 Briten das Land.

Mauritius - Geschichte

um 900 Mauritius ist arabischen Seefahrern bereits bekannt
1511 Der portugiesische Seefahrer Pedro Mascarenhas entdeckt die unbewohnte Insel Mauritius
1598 Die Holländer übernehmen die Insel und benennen sie nach ihrem Statthalter Prinz Moritz (Maurice) von Nassau
1710 Die Holländer gehen; Piraten lassen sich auf der Insel nieder
1715 Mauritius wird von den Franzosen besetzt
1735 Mahé de Labourdonnais gründet die Haupt- und Hafenstadt Port Louis
1748–1810 Die Engländer versuchen immer wieder, die Insel zu erobern
2. Dez. 1810 Die Franzosen kapitulieren in Port Napoléon (= Port Louis)
1814 Franzosen und Engländer teilen auf: La Réunion bleibt in französischer Hand; Mauritius, Rodrigues und die Seychellen gehen dagegen an England. Auf Mauritius leben 78 000 Menschen, 80 Prozent davon sind Sklaven
1835 Abschaffung der Sklaverei; man bringt Arbeiter aus Indien und China ins Land
1854–99 Durch Epidemien und Naturkatastrophen halbiert sich die Einwohnerzahl
1958 Das uneingeschränkte Wahlrecht wird eingeführt
1968 Mauritius wird ein souveräner Staat im britischen Commonwealth
1992 Ausrufung der Republik
2008 Der Morne Brabant wird Unesco-Weltkulturerbe
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Honorarkonsulat Deutschland

Royal Road | St. Antoine | Tel. 2837500

Honorarkonsulat Schweiz

Jules Koenig Street 2 | Port Louis | Tel. 2088763

Honorarkonsulat Österreich

c/o MSC House Old Quay D Road | Port Louis | Tel. 2026808

Notruf

Polizei (Tel. 999), Krankenwagen (Tel. 114), Feuerwehr (Tel. 995)

Internet

Unter www.airmauritius.com informiert die Fluggesellschaft über Verbindungen zur Insel und über Hubschrauberrundflüge dort, außerdem gibt es erste Informationen zu Land und Leuten. Die offiziellen Sites des Fremdenverkehrsamts sind www.my-mauritius.de und www.tourism-mauritius.mu. Für Touristen ist die Sammlung www.mauritius.net ideal, deren englischsprachige Links von Sehenswürdigkeiten und einem Veranstaltungskalender bis zu Buchungsmöglichkeiten reichen. Ewas unternehmensbezogener ist die deutsche Site www.info-mauritius.com. Bei der Auswahl einer Unterkunft sind www.inselmauritius.de und www.mauritius-ferien.de (dt.) sowie www.mauritius.com (engl.) hilfreich. Auf deutsche Webadressen verweist www.mauritius-links.de. Die Handelskammer berichtet detailliert unter www.mcci.org über alle denkbaren Aspekte der Insel, Schwerpunkt sind Wirtschaft und Gesellschaft. Aktuelle Meldungen entnehmen Sie den Tageszeitungen unter www.lexpress.mu, www.lemauricien.com und www.lematinal.com. Über das Wetter informiert www.mauritius-weather.net, Wind- und Wellenmeldungen für Surfer verbreitet www.windguru.cz.

Internetcafés

Die meisten Hotels stellen ihren Gästen einen Internetanschluss gegen Gebühr zur Verfügung. Viele Häuser bieten auch WLAN (Wifi) an. Cybercafés gibt es u. a. Cybercafé in Port Louis (Telecom Tower | Edith Clavell Street | Tel. 2037277), Cybercafé in Curepipe (Impasse Pot de Terre | Tel. 6761863), Cybercafé in Quatre Bornes (Orchard Centre | Tel. 4240575) und Cybercafé in Grand Baie (Centre Commercial Super U).

Post

Große Postämter gibt es am Hafen in Port Louis und in Curepipe neben dem Markt. Aber fast jedes Dorf hat ein Post Office. Öffnungszeiten: Mo–Fr 8–11 und 12–16, Sa 9–11 Uhr. Eine Postkarte nach Europa kostet je nach Größe bis zu 55 Cent, ein Brief 1 Euro.

Telefon & Handy

Vorwahlen: Deutschland Tel. 02049, Schweiz Tel. 02041 und Österreich Tel. 02043. Vorwahl Mauritius Tel. 00230.

Ein Dreiminutengespräch nach Deutschland kostet ca. 6 Euro aus einem Postamt oder einer Telefonzelle. Telefonkarten sind bei Mauritius Telecom bzw. in Geschäften erhältlich. Für Ortsgespräche aus einer Telefonzelle zahlt man 3 Rupien pro Minute. Vom Hotel aus können Sie meist direkt wählen: ca. 9 Euro je Minute. Handys der Netze D1, D2 und E-plus funktionieren auf der Insel. Auf angenommene Anrufe wird meist eine hohe Roaming-in-Gebühr erhoben.

Medien

Es gibt drei Fernsehsender, die abwechselnd in Französisch, Englisch und Hindi ausstrahlen. Die großen Hotels haben eigene Videokanäle bzw. Satelliten-TV. Deutschsprachige Zeitungen sind nur verspätet und in den größeren Hotels erhältlich.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Mauritius ist ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen. Die unterschiedlichen Einflüsse der mauritischen Bevölkerung aus Hindus, Christen, Buddhisten, Moslems und Taoisten machen sich auch in der Vielzahl der Feste bemerkbar: Es gibt zahlreiche gesetzliche Feiertage. Durch die unterschiedlichen Religionsgruppen fallen die wenigsten Feste auf gleich bleibende Daten, sie „wandern“ zum Teil sogar durch das Jahr. Erkundigen Sie sich deshalb, wann sie in Ihrem Reisejahr gefeiert werden.

Feste und Veranstaltungen

Januar/Februar

Die ersten Tage im neuen Jahr sind von Familienfeiern geprägt. In kleinen Ortschaften kann es durchaus passieren, dass Urlauber von der Straße weg dazu eingeladen werden.

Cavadee: Das hinduistische Fest ist das spektakulärste der Insel. Nach vielen Wochen des Fastens und Meditierens stechen sich die Tamilen am Tag der Prozession Nadeln durch Gesicht, Zunge, Brust und Rücken. Angestrengt tragen sie das bunt dekorierte cavadee. An zwei Seiten eines Bogens baumeln dabei Milchtöpfe, aus denen nichts verschüttet werden oder rinnen darf.

Chinesisches Neujahrsfest: Chinesische Familien schmücken das gesamte Haus mit der Glücksfarbe Rot. In den Pagoden werden Opfergaben aufgestellt, auf den Straßen finden Umzüge statt und Feuerwerkskörper knallen.

Februar

Id-al-Ada: Die Muslime gedenken Abrahams, der dazu bereit war, seinen Sohn Isaak zu opfern. Symbolisch werden nach den Gebeten in der Moschee Schafe geopfert.

Februar/März

Maha Shivaratree: Bei diesem größten Hindufest außerhalb Indiens zu Ehren des Gottes Shiva ziehen mehr als 300 000 weiß gekleidete Hindus zum heiligen Kratersee Grand Bassin, um dort rituelle Waschungen vorzunehmen und Opfer zu bringen.

März

Holi: Das hinduistische Fest zwei Wochen vor dem indischen Neujahr geht auf die Legende vom Prinzen Pralad zurück, der ein Freudenfest feierte, als seine böse Tante Holika im Feuer ums Leben kam. Die Menschen werfen Strohpuppen auf Scheiterhaufen und bespritzen sich gegenseitig mit Farbe.

März/April

Ugadi: Neujahrsfest der Nachkommen aus der indischen Region Andhra Pradesh. Beginn des neuen Mondkalenders; es wird gebetet und man fasst gute Vorsätze.

August/September

Ganesh Chaturthi: Das indische Fest findet zu Ehren des Geburtstags des elefantenköpfigen Gottes Ganesh statt.

September

Père-Laval-Tag: Am 9. September pilgern Einheimische aller Konfessionen zur Kirche Sainte Croix, der Grabstätte des Nationalheiligen, der sich aufopferungsvoll um Arme und Sklaven kümmerte.

Oktober/November

Divali: Das fröhlichste aller Hindufeste symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse. Die Häuser werden opulent mit Kerzen, Öllampen und mittlerweile auch elektrischen Lichterketten dekoriert.

November/Dezember

Ganga Asnan: Hinduistisches Fest am Meeresufer. Da der Ganges in den Indischen Ozean mündet, soll ein Bad im Meer reinigen und neue Kraft geben.

Teemeedee: Ein tamilisches Fest, das das ganze Jahr über auf der Insel gefeiert wird, hauptsächlich jedoch von November bis Februar: Höhepunkt ist der Lauf über glühende Kohlen.

Feste Feiertage

1. und 2. Januar Neujahr
1. Februar Tag der Sklavenbefreiung
12. März Tag der Republik und Unabhängigkeit
1. Mai Tag der Arbeit
9. September Père-Laval-Tag
1. November Allerheiligen
2. November Gedenktag für die ersten indischen Immigranten (1835)
25. Dezember Weihnachten
Mobilität vor Ort

Auto

Auf Mauritius herrscht Linksverkehr. Im Kreisverkehr gilt rechts vor links. Die Geschwindigkeitsbegrenzung beträgt 50 km/h in Orten, sonst 80 km/h, auf der Autobahn 110 km/h. Der Motorway zwischen dem Flughafen im Süden und Grand Baie im Norden ist gut ausgebaut. Der Rest des etwa 1600 km langen Streckennetzes besteht vor allem aus schmalen, kurvenreichen Landstraßen.

Motorroller

Roller können Sie mittlerweile fast überall mieten und damit die Insel erkunden. Sie sollten jedoch nicht nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs sein und sich zudem nicht ängstlich verhalten, wenn Sie im Verkehrsgetümmel in den Städten unterwegs sind. Verlassen Sie sich beim Abbiegen nicht allein auf den Blinker, sondern strecken Sie auch die Hand aus oder besser noch: Der Beifahrer macht das. Wollen Sie z. B. nach links abbiegen, dann strecken Sie den rechten Arm nach oben, leicht nach links geneigt. Beim Rechtsabbiegen wird der rechte Arm nach rechts ausgestreckt.

Busse

Öffentliche Busse fahren fast jeden Ort an, sind die preiswerteste Art, zu reisen, und vermitteln Einblicke in das Leben der Bevölkerung. Jede Stadt hat einen zentralen Busbahnhof. In den Stadtbezirken verkehren die Busse von 5.30 bis 20 Uhr, auf dem Land von 6.30 bis 18.30 Uhr. Fahrscheine gibt es nur beim Schaffner.

Taxi

Taxis haben selten Taxameter. Man muss den Fahrpeis vor der Fahrt aushandeln und sollte pro Kilometer nicht mehr als 1 Euro zahlen. Die Fahrt vom Flughafen nach Port Louis kostet etwa 45 Euro. Taxis können Sie auch für den ganzen Tag mieten.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Sollten Sie ein Selbstversorgerapartment oder eine Pension nahe einer Ortschaft wählen, haben Sie hingegen die Wahl zwischen Snackbars, Straßenständen, Speiselokalen, Pizzerien und Gourmetrestaurants. Da die hygienischen Bedingungen meist gut sind, dürften selbst empfindliche Mägen keine Probleme bekommen. Schade wäre es deshalb, nie außerhalb des Hotels zu essen. Kaum irgendwo auf der Welt ist die Palette an indischen, kreolischen, chinesischen und französischen Menüs größer als hier. Vor allem in Spitzenrestaurants und Luxushotels kreieren die Köche dreier Kontinente extravagante Gaumenfreuden. Jenseits der Touristenzentren darf man in den Lokalen keine allzu hohen Ansprüche an Einrichtung und Service stellen. Die exotische Küche und die Liebenswürdigkeit des Personals machen dies aber wett.

Entlang der Straßen liegen vor allem kreolische, chinesische, europäische und indische Restaurants. Japanische Küche, Thaiküche und Wildspezialitäten werden vereinzelt angeboten. Bei Heimweh lohnt sich ein Abstecher ins Café Müller in Grand Baie oder ins Wiener Walzer in Pamplemousses, wo es österreichische Torten und guten Kaffee gibt. Vegetarier werden vor allem die abwechslungsreiche Kost indischer Restaurants schätzen. Die Buffets in den Hotels stehen allabendlich unter einem Motto, gelegentlich gibt es auch eine Menüauswahl. Wer statt im Hauptrestaurant in einem der zum Hotel gehörenden Spezialitätenrestaurants isst, erhält meist einen Rabatt. Hier stehen bevorzugt mediterrane Küche, Wild, Gegrilltes, Meeresfrüchte oder französische Haute Cuisine auf der Karte.

Die meisten Restaurants sind mittags von 12 bis 14 Uhr und abends ab 18 Uhr geöffnet. Nach 21.30 Uhr ist es schwer, ein offenes Lokal zu finden.

Sonstige Essen & Trinken

Essen

Egal, ob ein Mauritier indisch-hinduistische oder muslimische Vorfahren hat, chinesischer, französischer oder kreolischer Abstammung ist, hier übernimmt jeder die besten Rezepte der jeweils anderen Küche, berücksichtigt dabei allerdings die Sitten und Gebräuche seiner eigenen Kultur. Ein Hindu bereitet das bryani deshalb nicht mit Rindfleisch, sondern mit Lamm oder Huhn zu, und Moslems verzichten bei einem chinesischen Gericht auf Schweinefleisch. Am unbefangensten gehen die Kreolen mit der Vielzahl an Gerichten um. Ihre Alltagsspeisen heißen cari (curry), daube und rougaille. Sie bezeichnen allesamt Fleisch-, Geflügel- oder Fischgerichte mit unterschiedlichen Saucen, zu denen man gekochten Reis, Linsen- oder Bohnengemüse (grains) oder brèdes (zerkochte Gemüseblätter) und chatini, eine frisch zubereitete Mischung aus rohen Tomaten und Chili, reicht. Für die Sauce sind pommes d’amour (Liebesäpfel, der mauritische Name für Tomaten), Zwiebeln, Massala- und Kurkumapulver (Gelbwurz) sowie Koriander (cotomili), Chilis und die Gewürzblätter cari poulet unabkömmlich. Vindaye ist ein Gericht aus Fleisch- oder Fischstückchen, die in einer Sauce aus Ingwer, Knoblauch, Zwiebeln und Essig gegart werden. Die indische Gewohnheit, Fladenbrot (rotis, nans oder faratas) zum Essen zu reichen, findet auf der ganzen Insel Anhänger, manchmal bekommt man aber auch Baguette.

Wer auf einer Inseltour ist, sollte einen der einfachen, günstigen „Snacks“ besuchen und gekochte oder gebratene Nudeln (mine bouille oder mine frite) probieren oder aber die scharfen Snacks kosten, die an Buden oder vom Fahrradständer herunter verkauft werden. Meist handelt es sich dabei um frittierte Teigtaschen (samoussas), die mit Fleisch oder Gemüse gefüllt sind. Sie kosten nur ein paar Rupien, dafür werden sie allerdings in Zeitungspapier serviert. Dholl pouris ist ein Fladenbrot mit gelben Spalterbsen. Farathas heißen jene Brote aus braunem oder weißem Mehl. Keinesfalls sollten Sie es versäumen, von der großen Auswahl an frischen Früchten zu probieren.

Trinken

Auf Mauritius werden drei Sorten Bier gebraut: Phoenix und Black Eagle entsprechen unserem Pils, das Blue Marlin wird als „schwaches Starkbier“ bezeichnet. Der auf der Insel produzierte Wein (local wine genannt) wird aus importierter Traubenmasse vergoren und hergestellt. Empfehlenswerter ist südafrikanischer Wein, der meist in einer großen Auswahl auf den Getränkekarten der Restaurants steht. Bier ist ebenso wie Rum überall an Kiosken zu bekommen und wird auch dort am Straßenrand getrunken.

Köstlich sind die Cocktails und Rum-Mischgetränke (punchs), die an den Hotelbars erhältlich sind. Vitaminhaltig und sehr lecker: frisch gepresste Obstsäfte und Cocktails von exotischen Früchten. Das Joghurtgetränk lassi sowie die Milch der Trinkkokosnuss sollten Sie unbedingt einmal probiert haben. Bei Hitze ist ein Getränk mit Zitronengras sehr erfrischend. Die Blätter werden kurz in Wasser aufgekocht, der Sud dann abgekühlt und mit Zuckersirup gesüßt.

Trinkgeld

Das Bedienungsgeld und 15 Prozent Steuern sind meist in den Preisen enthalten; dennoch ist ein Trinkgeld von bis zu 10 Prozent üblich. Kofferträger bekommen pro Gepäckstück 20 Rupien, dem Zimmermädchen geben Sie pro Tag 25 Rupien. Bei Taxifahrern runden Sie die Summe einfach auf.

Einkaufen und Shoppen

Ohne den Dodo geht auf Mauritius nichts – in jedem Souvenirladen findet sich der ausgestorbene Vogel. Doch die Insel bietet nicht nur kitschige Mitbringsel. Die Regierung förderte den Aufbau weiterer wirtschaftlicher Standbeine neben Zuckerrohranbau und Tourismus. Die wichtigsten sind die Textil- und die Schmuckbranche sowie der Modellschiffbau.

Souvenirs

Blumen

Die herzförmige Anthurie ist ein beliebtes Mitbringsel. Man bestellt sie telefonisch bei Sun Souvenir (Tel. 6373784) und erhält am Flughafen seinen Strauß flugtauglich verpackt in einer Kiste.

Schiffsmodelle

Die Qualität der kleinteilig nach historischen Bauplänen erstellten Modelle ist sehr hoch. Trotzdem sind die Preise niedrig: Sie beginnen bei 50 Euro, für 300 Euro bekommt man hervorragende Stücke. Es stehen viele historische Schiffe zur Auswahl, gern bauen die Fabriken aber auch Modelle nach Vorlagen der Kunden. Das umfangreichste Angebot gibt es in der Fabrik Historic Marine (Zone Industrielle de St. Antoine | Goodlands | Tel. 2839304 | www.historic-marine.com | Mo–Fr 8.30–17, Sa/So 9–12 Uhr).

Einkaufszentrum

Einkaufszentren

Das beste Angebot findet man in Grand Baie am Sunset Boulevard. In den Läden an der Promenade überwiegt Sport- und Freizeitmode für Urlauber. Die Preise entsprechen denen in Deutschland. Zu den beliebtesten Einkaufszentren gehören das Orchard Centre in der St. Jean Road in Quatre Bornes sowie das Trianon Shopping Centre (an der Autobahn), die Cascavelle Shopping Mall an der Straße nach Flic en Flac, die Arcades Curimjee in Curepipe und die Galleries Evershine in Rose Hill. Am schönsten sind die Caudan Waterfront und die Port Louis Waterfront im alten Hafen von Port Louis. Alle großen Firmen haben hier eine Filiale, auch im Happy World House gibt es elegante Boutiquen.

Delikatessen

Getränke

Tee aus Mauritius ist in den Supermärkten als schwarze Mischung und mit Vanille- oder Kokosaroma erhältlich. Der Rum hat in den letzten Jahren sehr an Qualität gewonnen. Am bekanntesten ist die Marke Green Island, doch auch die Domäne Saint Aubin hat guten Rum auf dem Markt: pur, mit Vanille oder mit Kaffeebohnen verfeinert. In der Rhumerie Chamarel gibt es weißen Zuckerrohrschnaps sowie eine Sorte, die nach derselben Methode wie Cognac destilliert wird.

Markt & Flohmarkt

Märkte

Günstig kauft man auf Märkten. Dort gibt es neben Obst und Gemüse auch Kleidung, Stoffe, Körbe und Geschirr. Bei Lebensmitteln ist Handeln nicht üblich, alle anderen Preise aber sind diskutabel.

Märkte: Abercrombie (Di/Do/Sa) ; Centre de Flacq ((Mi/So)) ; Curepipe (Mi/Sa) ; Goodlands (Di/Fr); Mahébourg (Mo) ; Port Louis (tgl.) ; Quatre Bornes (Do/So Kleider-, Mi/Sa reiner Gemüsemarkt).

Schmuck

Auf Mauritius lassen sich keine Diamanten finden, doch eingeführte Edelsteine werden hier geschliffen. Einige Fabriken haben Verkaufsräume, in denen Touristen für den Export hergestellten Schmuck zollfrei kaufen können. Die bekanntesten Diamantschleifereien und Juweliere Adamas, Caunhye Bijoux und Poncini besitzen Filialen in Hotels und Einkaufszentren. Designerschmuck fertigt Goldschmied Bernd Wilhelm (Tel. 4679475 | www.berndwilhelm.com). Seine Werkstatt liegt in Quatre Bornes. Vor einem Besuch sollten Sie sich anmelden.

Mode

Textilien

Die Textilfabriken der Insel produzieren ebenso Massenware wie elegante Anzüge. Fehlerhafte Stücke und Überschussware landen im Fabrikverkauf: T-Shirts und Pullover z. B. in der Knitwear-Boutique in Floréal, Konfektionsware bei Corona Clothing in Curepipe. Hochwertige Stücke gibt es in der Caudan Waterfront (www.caudan.com) in Port Louis, dort führen Maille Street und Harris Wilson auch Kaschmir- und edle Strickwaren.

Öffnungszeiten

Geschäfte öffnen von Mo bis Sa zwischen 9 und 10 Uhr und schließen je nach Region unterschiedlich, für unsere Verhältnisse aber überall früh. In Port Louis wird um 17 Uhr, in Curepipe und anderen Städten um 18 Uhr Feierabend gemacht. Do aber schließen die Läden schon um 12 Uhr, in Port Louis Sa ebenfalls um 12 Uhr. In den meisten Supermärkten kann von 7.30 bis 19 Uhr eingekauft werden. Märkte finden offiziell von 6 bis 18 Uhr statt, doch vor 8 Uhr haben nur wenige Stände geöffnet.

Strandhändler

Strandhändler finden Sie überall dort, wo auch Touristen sind. Gehen Sie davon aus, dass die Preise überhöht sind. Was als „lokale Handwerksartikel“ angeboten wird, ist oft billige Importware. Sehen Sie sich zunächst in den Geschäften um, damit Sie das Preisniveau ungefähr einschätzen können. Danach sind Sie dazu in der Lage, besser mit dem Strandhändler über den Preis zu verhandeln.

Fotografieren

Es ist generell verboten, am Flughafen, im Hafen und rund um Kasernen zu fotografieren. Zudem ist Fotomaterial teurer als in Deutschland.

Bootsvermietungen

In Mauritius werden Motorboote nur mit Skipper vermietet. Sie können das Meer also nicht auf eigene Faust erkunden. Mit kleinen Seglern und Kajaks, die von den Hotels vermietet werden, dürfen Sie innerhalb des Riffs jedoch allein unterwegs sein.

Spezialitäten

alouda milchartiges Getränk, das in rosafarbener, hellgrüner oder vanillegelber Variante erhältlich ist und gut gekühlt serviert wird, zusammen mit Fruchtsamen und Geleestücken
boulettes chinoises kleine Teigbällchen, die frisch frittiert als Snacks angeboten werden
briyani pikante Reispfanne mit Fleisch-, Ei- und Gemüsestreifen
cabri massala Ziegenfleisch in würziger Massalasauce, eine beliebte Spezialität nach hinduistischen Opferzeremonien
cari de cerf Hirschgulasch in herzhafter Tomaten-Zwiebel-Sauce
cari oder curry de poulet Hühnchenfleisch, Tomaten, Zwiebeln und Massalapulver werden zusammen gekocht und mit Reis und Hülsenfrüchten serviert
curry d’agneau avec coco et raisins milder Lammcurry, der mit Kokosnuss und Rosinen verfeinert wird
gâteau patate ein saftiger, fester Kuchen aus Süßkartoffeln, das Nationaldessert auf Mauritius
mine frite kreolische Variante eines chinesischen Nudelgerichts, wahlweise vegetarisch, mit Huhn, Rind oder Fisch
ourite sauce piquante Spezialität aus frischem oder getrocknetem Tintenfisch in einer mit Gelbwurz (Kurkuma), Chili und Ingwer verfeinerten Sauce
poisson sauce créole ganzer gegrillter Fisch oder auch ein Fischfilet in würziger Tomatensauce
punch Punsch, vor allem den hausgemachten, serviert man als Aperitif. In der stärkeren Variante als rhum arrangé (mit Kräutern angesetzter Rum) auch als Digestif zu empfehlen
rougaille de bœuf eine Art Rindergulasch in einer mit Koriander (cotomili) verfeinerten Sauce
samoussas in Öl knusprig gebratene Teigtaschen mit verschiedenen herzhaften Füllungen
Stichworte

Blaue Mauritius

Ein Irrtum führte dazu, dass die 1847 gedruckten Briefmarken „orange Mauritius“ und „blaue Mauritius“ als äußerst seltene und wertvolle Sammlerstücke Weltruhm erlangten. Mauritius war die erste Kolonie, die Briefmarken herausbrachte (Deutschland druckte im Jahr 1849 erste Postwertzeichen). Der Graveur Joseph Barnard stach „Post Office“ neben das Bild der britischen Königin Victoria in die Kupferplatte und druckte 500 Stück. Mit den neuen Marken zierte Lady Gomm, die Gemahlin des damaligen britischen Gouverneurs von Mauritius, 150 der 350 Einladungen zu einem Ball. Kurz darauf wurde bemerkt, dass der Aufdruck hätte „Post Paid“ lauten müssen. Heute ist die Existenz von 13 orangefarbenen One-Penny- sowie zwölf blauen Two-Pence-Marken bekannt. 1993 erstand eine mauritische Interessengemeinschaft je ein Exemplar für zusammen 1,5 Mio. Euro. Die kostbaren Originale sind im Blue Penny Museum in Port Louis ausgestellt.

Blauer Marlin

Das Meer rund um Mauritius wird bereits wenige Kilometer hinter dem Korallenriff sehr tief und ist dadurch ein ideales Revier für Hochseeangler. Am häufigsten wird der Blaue Marlin (Speerfisch) gejagt, der hier nicht selten über 500 kg wiegt. Die Hauptsaison beginnt im November und endet im März. Entsprechende Ausrüster findet man überall entlang der Küste.

Dodo

Der Ende des 17. Jhs. ausgestorbene Vogel ist heute präsenter denn je: Exemplare in allen erdenklichen Formen und Farben, als Stofftiere und auf Kaffeetassen stehen in den Souvenirläden. Restaurants und Bars sind nach ihm benannt und auch ganz offiziell kommt er zu Ehren: als Wappenvogel der Insel.

Der zur Familie der Tauben gehörende Dodo (Raphus cucullatus), der auf Deutsch Dronte heißt, war etwas größer als ein Truthahn, hatte kurze Beine, einen dicken, überaus plumpen Körper und auf einem langen Hals einen runden Kopf mit federlosem Gesicht und großem Hakenschnabel. Anstelle von Flügeln wuchsen ihm kurze Stummel und statt eines Schwanzes besaß er einen dünnen Busch Federn. Fliegen konnte er nicht, seine Eier brütete er auf dem Boden aus – beides wurde ihm zum Verhängnis. Obwohl das Fleisch nicht sonderlich schmackhaft gewesen sein soll, schätzten schon die frühen holländischen Seefahrer den Vogel als Abwechslung auf ihrer eintönigen Speisekarte. Es ist allerdings auch überliefert, dass Matrosen das Tier aus purer Freude erschlugen. Doch mehr noch dürften vom Menschen eingeführte Tiere wie Ratten, Schweine, Ziegen und Affen zum Aussterben des Vogels beigetragen haben. Im Naturhistorischen Museum in Port Louis ist die Rekonstruktion eines Dodos ausgestellt.

Filaos

Nicht Kokospalmen, wie es der Klischeevorstellung von den Tropen entspräche, säumen die weißen Sandstrände von Mauritius, sondern Filaos – auch Kasuarinen genannt. Im 18. Jh. wurden diese Bäume aus Australien eingeführt. Heute ziehen sich die dichten Haine fast überall an den Küsten entlang. Wie die Kokospalme gedeihen auch die Filaos im leicht salzigen Boden des Strandes. Grund für ihre rasche Ausbreitung ist jedoch, dass ihre Stämme und Äste flexibel genug sind, um den schweren Wirbelstürmen, den Zyklonen, nachzugeben. Ihrem Aussehen nach erinnern die Bäume an die europäische Lärche, tatsächlich aber handelt es sich bei den „Nadeln“ um Verlängerungen der Zweige, die ähnlich wie Schachtelhalme ineinandergesteckt sind.

Kolonialvillen

Leider stehen nur noch wenige der eleganten Landhäuser, die reiche Familien Anfang des 19. Jhs. errichten ließen. Als Baumaterial wurden Edelhölzer verwendet, rundum verlief eine überdachte Veranda, auf die Türen aus jedem Zimmer führten. Deren Öffnung ermöglichte eine so gute Durchlüftung, dass die Hitze selbst im Hochsommer erträglich blieb. Um die Brandgefahr zu verringern, wurde die Küche in einem separaten Steinhaus untergebracht. Einen Eindruck von der früheren Pracht vermitteln die zu Museen umgestalteten Residenzen Eureka (1830) bei Moka und die 1872 erbaute Domaine des Aubineaux bei Curepipe. Eureka ist mit wertvollem Mobiliar aus dem 19. Jh. ausgestattet, in Les Aubineaux spürt man noch den gestalterischen Willen der 1999 verstorbenen Besitzerin Louise-Myriam Harel.

Die aus Stein erbauten Verwaltungs- und Repräsentanzgebäude aus der Kolonialzeit, denen Brände und Zyklone weniger zusetzen konnten, blieben in größerer Zahl erhalten. Beispiele sind das Regierungsgebäude, das Mauritius Institute sowie das Theater in Port Louis, das Marinemuseum in Mahébourg und das Collège Royal in Curepipe. Ihnen fehlen jedoch die Leichtigkeit und Verspieltheit der weiß leuchtenden Privatwohnsitze.

Mahé de Labourdonnais

Bertrand François Mahé de Labourdonnais kam 1699 in Saint-Malo zur Welt. Zunächst für die Handelsmarine tätig, wurde er 1735 Generalgouverneur der Maskarenen und sicherte in dieser Funktion die Herrschaft Frankreichs über den Indischen Ozean. Er gründete die Stadt Port Louis, ließ den Hafen erweitern, Straßen anlegen, baute das Regierungsgebäude und errichtete die erste große Zuckermühle sowie Forts zur Verteidigung der Insel. Durch Intrigen verlor er zehn Jahre später seinen Posten und verbrachte mehrere Jahre in Frankreich im Gefängnis. Zwar wurde er rehabilitiert, starb 1753 jedoch gebrochen und verarmt. Mit seinem Einsatz und seinen Visionen hat er den Grundstein für die Entwicklung der Insel gelegt.

Nationalblume

Die Trochetia Boutoniana (zu Deutsch: Ohrring) wächst nur an den Hängen des Morne Brabant. Der orangefarbene Nektar in den leuchtend roten Blüten der Pflanze riecht nach Vanille. Damit werden Geckos, Bienen und Vögel angelockt. Die Trochetia Boutoniana ist seit 1994 Nationalblume von Mauritius.

Paul und Virginie

Mit seinem Roman „Paul und Virginie“ hat der Franzose Jacques-Henri Bernardin de Saint-Pierre (1737–1814) nicht nur der Liebe, sondern auch dem tropischen Urwald von Mauritius ein Denkmal gesetzt. Zwei Naturkinder wachsen in einem abgelegenen Tal auf, sind zunächst Spielkameraden und entdecken in der Jugend ihre Liebe füreinander. Doch dann wird Virginie nach Frankreich geschickt. Vor Sehnsucht nach Paul vergehend, schifft sie sich auf der „St. Géran“ nach Mauritius ein, aber das Boot zerschellt an einem Riff vor der Insel. Das Mädchen ertrinkt in den Fluten – vor den Augen von Paul, der das Drama vom Ufer aus verfolgt. Er selbst stirbt schließlich an gebrochenem Herzen. Als hätten die beiden wirklich gelebt, kann man den Spuren des Paars über die Insel folgen. In Port Louis und Curepipe sind ihnen Denkmäler gewidmet, von der Kirche in Pamplemousses wird behauptet, Virginie und ihre Mutter hätten sie regelmäßig besucht, und im Botanischen Garten des Orts ist sogar das „Grab“ des Mädchens zu finden. An das Unglück der „St. Géran“, die tatsächlich am 17. April 1744 nahe der Île d’Ambre zerschellte, erinnert in Poudre d’Or ein Monument; Wrackteile sind im Museum in Mahébourg ausgestellt. Nach Paul und Virginie sind Hotels und Restaurants benannt, die Illustration des Buchs bekommt man als wertvolle alte Stiche und auf T-Shirts gedruckt. Der Roman aus dem Jahr 1788 wurde in 30 Sprachen übersetzt.

Route Royale

In jedem Ort auf Mauritius heißt die Hauptstraße Route Royale, was bisweilen mit Royal Street, häufiger mit Royal Road übersetzt wird. Dabei ist es durchaus üblich, dass in einer Stadt alle drei Varianten benutzt werden. An diesen Straßen liegen die Läden, Restaurants und Bars. Da es auf Mauritius kaum Hausnummern gibt, sind die Adressen sämtlicher wichtiger Geschäfte identisch. Für den Fremden bedeutet das, entweder mit aufmerksamem Blick die Straße auf- und abzufahren oder einen Einheimischen zu fragen. Da diese allerdings oft nicht die Namen der Nebenstraßen kennen, erfährt man häufig nur den Namen eines Geschäfts in der unmittelbaren Nachbarschaft. Entgegen dem Anschein (vor allem entlang der Nordwestküste gewinnt man schnell diesen Eindruck) ist die Route Royale keine durchgehende Straße, die die gesamte Insel durchzieht.

Seewoosagur Ramgoolam

Dem Namen Seewoosagur Ramgoolam begegnet man auf Mauritius überall. Der Flughafen, der Botanische Garten, das größte Krankenhaus und viele andere Einrichtungen tragen ihn, zudem heißt in fast jedem Ort eine Straße so. Ramgoolam kam 1900 als Sohn indischer Eltern auf Mauritius zur Welt. Nach einem Medizinstudium in Großbritannien kehrte er in seine Heimat zurück, kämpfte sehr bald für eine zunächst begrenzte Selbstverwaltung der Insel und ab 1948 als Vorsitzender der Arbeiterpartei für ihre Unabhängigkeit. 1968 war dieses Ziel erreicht: Erster Premierminister der Insel wurde Ramgoolam. Seine Regierungszeit dauerte bis 1982. Nachdem seine Partei die Mehrheit verlor, hatte er das Amt des Generalgouverneurs inne, welches mit dem unseres Bundespräsidenten vergleichbar ist. Ramgoolam starb 1985. Auf Mauritius nennt man ihn den „Vater der Nation und Architekten der Unabhängigkeit“.

Sega

Sega ist eine Musik afrikanischen Ursprungs, die Ende des 18. Jhs. unter den Sklaven entstand – vielleicht, um sie während der Arbeit auf den Feldern zu singen, möglicherweise auch als Vergnügen in der knappen Freizeit. Bis in die 1980er-Jahre nahm sie außer den Kreolen kaum jemand ernst; heute gilt sie als mauritisches Kulturgut. Jedes größere Hotel organisiert Sega-Abende. Zwar darf die Authentizität dieser farbenfrohen Veranstaltungen bezweifelt werden, doch sie haben ihren Reiz. Die Stücke der Sega handeln von Liebe und Alltag, aber auf ironische Weise auch von aktuellen politischen Problemen. Der Tanz dazu, aufgeführt von mehreren Frauen und einem Mann, ist Ausdruck purer Erotik. Ursprünglich spielte man die Lieder mit einfachen Instrumenten, einer Triangel, der Maravane (einer mit Körnern gefüllten Büchse), der Bobre (einem über eine Kalebasse gespannten Stahlseil) und der Ravanne (einer flachen Trommel). Bei der modernen Sega, mitunter spöttisch „Séga-Salon“ genannt, benutzen die Musiker auch Akkordeon und Elektrogitarre. Seit einiger Zeit greifen indische Künstler die Musik auf. Kreolen versuchen bisweilen, den Rhythmus der Sega mit dem des Reggae zu verbinden und die Stücke für politische Botschaften zu nutzen. Ihre Musik nennen sie „Seggae“.

Sprache

Verwaltungssprache ist Englisch, die Oberschicht unterhält sich auf Französisch, untereinander benutzen die Mauritier Kreolisch. Hindi, Urdu, Marathi, Telegu und Kantonesisch sind Minderheitensprachen, werden aber auch an den Schulen gelehrt. Nur Kreolisch, das 95 Prozent der Mauritier sprechen, ignorieren die Autoritäten weiterhin. Der kreolische Wortschatz basiert auf dem Französischen, gespickt mit madagassischen, indischen und englischen Elementen. In den Medien gibt es Werbespots und täglich eine Nachrichtensendung auf Kreolisch, ansonsten dominiert Französisch. Indische Spielfilme laufen auf Hindi. Als Besucher der Insel kommen Sie mit Englisch zurecht, allerdings ziehen es die Mauritier vor, Französisch zu sprechen.

Zuckerrohr

Die Insel habe zwei Landschaften, sagt man auf Mauritius. Die eine sieht man vor, die andere nach der Zuckerrohrernte. Fährt man zwischen März und Juni durchs Land, ragen die hohen Pflanzen bisweilen wie Mauern neben der Fahrbahn empor. 80 Prozent der Landwirtschaftsfläche sind mit Zuckerrohr bebaut. Wie aus Pflanzenstängeln Saft gewonnen und zu Zucker verarbeitet wird, können sich Besucher an mehreren Orten erklären lassen: in der Freizeitanlage Domaine Les Pailles, wo eine alte Fabrik wiederaufgebaut wurde, im neuen, sehr informativen Zuckermuseum L’Aventure du Sucre bei Pamplemousses oder in den modernen Betrieben, in denen meist jemand abgestellt wird, um Gäste durch die Anlage zu führen.

Zurzeit befindet sich die Zuckerindustrie der Insel im Umbruch. Ein Abkommen mit der EU sicherte den Herstellern lange Zeit Preise deutlich über Weltmarktniveau. Doch bis 2015 soll das Privileg der Preisgarantie fallen. Künftig wollen die Zuckerproduzenten deshalb mehr mit den Nebenprodukten Melasse und Bagasse verdienen und diese in Bioraffinerien verarbeiten. Allein die Energieproduktion mit Bagasse soll sich bis 2015 auf 600 Gigawatt verdoppeln.

Zyklone

Zyklone sind Wirbelstürme, die zwischen Dezember und April auftreten können. Sie entstehen in Äquatornähe über dem Meer, wenn sich das Wasser für längere Zeit über 26 Grad erhitzt und dadurch besonders schnell verdunstet. Nahe dem Zentrum eines Zyklons erreicht der Sturm Geschwindigkeiten von 250 km/h, was zu Springfluten und gewaltigen Niederschlägen führt. An Land haben die Stürme verheerende Auswirkungen: Straßen werden überschwemmt, Hütten fortgeblasen, Bäume entwurzelt und Pflanzen auf den Feldern ausgerissen. In den mauritischen Medien wird schon Tage vorher in allen Landessprachen auf das kommende Unwetter hingewiesen. Dann gilt es, Hab und Gut zu sichern, Vorräte werden aufgestockt; wer in Blechhütten wohnt, findet sich in öffentlichen Gebäuden ein. Es dauert nur wenige Stunden, bis ein Zyklon die Insel überquert hat, aber er hinterlässt meist ein Bild des Schreckens, als hätte er tagelang gewütet.

Bloss nicht!

Falsche Souvenirs sammeln

Muscheln, Korallen und Schildkröten gehören ins Meer und nicht als Staubfänger ins Regal! Wer sie sammelt oder kauft, ist mitverantwortlich für die Zerstörung einer fragilen und einzigartigen Unterwasserwelt. Tot oder lebendig, aus anderen Ländern oder von hier, gezüchtet oder nicht – lassen Sie die Finger davon. So manches Souvenir wird am Zoll beschlagnahmt, weil die Einfuhr verboten ist.

Heimische Verhältnisse erwarten

Trotz Schnellstraßen und Verkehrsampeln ist Mauritius nicht Europa. Besonders nachts heißt es, sich nicht nur auf den Linksverkehr zu konzentrieren: Schlaglöcher, unbeleuchtete Fahrräder, betrunkene Landarbeiter, schlafende Hunde – die Straßen der Insel sind zu jeder Tageszeit belebt. Übrigens: Den Besuch im großen Hotel sollten Sie anmelden, sonst riskieren Sie ein Eintrittsverbot durch den Pförtner.

Oben ohne um jeden Preis

An öffentlichen Stränden, an denen die einheimischen Frauen den Sari sogar im Wasser anbehalten, empfindet die Bevölkerung knappe Bademode oder gar Oben-ohne-Sonnen als Affront. Nacktbaden ist verboten, an den Poolanlagen der großen Hotels wird zumindest oben ohne geduldet. Das Bikinioberteil sollte aber höchstens dort abgelegt werden, wo Urlauber unter sich sind.

Preise kaputt machen

Der Preisunterschied zwischen dem Leben im Hotel und dem in den Dörfern ist gewaltig. Für eine Übernachtung mit Halbpension in einem Doppelzimmer zahlen Urlauber oft mehr, als ein Mauritier im Monat verdient. Für manche der selbst ernannten Führer ist das Grund genug, ihre Tarife einem „westlichen“ Standard anzupassen. Sie sollten deshalb immer vorab die Preise verabreden und sich im Hotel über die gängigen Tarife (z. B. für Taxis) informieren – das erspart Ihnen böse Überraschungen. Bei Führungen durch Tempelanlagen wird eine Spende erwartet. Wer nicht mindestens 20 Rupien gibt, wird Missmut ernten.

Nachlässig sein

Sollten Sie eine private Unterkunft gemietet haben, dann ist anzuraten, die Türen oder Fenster zu schließen, wenn Sie schlafen gehen oder sich aus dem Haus begeben. Lassen Sie Ihre Wertsachen und Geld nicht herumliegen.

Zu viel Haut zeigen

Schon auf der Straße und in Restaurants gilt es als unhöflich, in allzu knapper Freizeitmode herumzulaufen. In Tempeln, mehr noch aber in Moscheen, wird vom Besucher erwartet, lange Hosen und langärmelige Hemden zu tragen. Die Schuhe allerdings muss man am Eingang ausziehen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Zuständige Auslandsvertretung

Auf Mauritius gibt es keine berufskonsularische Vertretung. Zuständig ist die deutsche Botschaft in Antananarivo / Madagaskar. Zuständig für konsularische Hilfe ist die deutsche Botschaft in Pretoria / Südafrika.
In Notfällen können sich Reisende vor Ort an den deutschen Honorarkonsul in St. Antoine, Goodlands wenden.

Sprache

Englische und/oder französische Sprachkenntnisse sind hilfreich. Kreolisch wird auf der ganzen Insel gesprochen.

Baden im Meer

Vorsicht gilt beim Baden im offenen Meer. Vor der Küste gibt es häufig starke und ständig wechselnde Meeresunterströmungen. Durch Nichtbeachtung der markierten Badestrände und der Grundregeln des Schnorcheln/Tauchens (stets mit Partner) kommt es immer wieder an den Riffen und außerhalb der markierten Badezonen zu Todesfällen und auch zu Unfällen mit Schnellbooten. Um Schnorchler besser sichtbar zu machen, geben manche Hotels den Schnorchlern Bojen mit. Es wird empfohlen, am Meeresstrand und im Flachwasser in der Nähe von großen Steinen, an Stellen mit schlammigem Sand sowie auf Riffen, Badeschuhe zu tragen, da sich dort u.a. giftige Steinfische im Sand oder zwischen Steinen verstecken können.

Reisen über Land / Straßenverkehr

Besondere Vorsicht wird im Straßenverkehr empfohlen (Linksverkehr, enge, oft unübersichtliche Straßen außerhalb der Ortschaften). Es ist stets damit zu rechnen, dass Tiere, insbesondere Hunde, frei auf den Straßen herumlaufen. Weiterhin gibt es viele Fahrrad- und Motorradfahrer, von denen einige in der Dunkelheit ohne ausreichende Beleuchtung unterwegs sind. Besondere Vorsicht ist an den häufigen Kreisverkehren geboten. Die meistens dort eingezeichnete Rechtsabbiegerspur hat in der Vergangenheit Autofahrer, die nicht an den Linksverkehr gewöhnt sind, irritiert und dazu verleitet im Kreisverkehr gegen den Fahrstrom zu fahren. Dadurch ist es bereits zu Unfällen mit Todesfolge gekommen.
Der allgemeine Zustand des Straßennetzes ist relativ gut, zumindest was die Hauptstraßen betrifft. In der Stadt gilt eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 40 km/h, außerhalb der Stadtgebiete von 80 km/h und auf den Autobahnen von 90 km/h. Es gibt Taxis und Autobusse, die normalerweise zwischen 5:00 Uhr und 21:00 Uhr verkehren.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Impfschutz

Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird für alle Reisenden, die älter sind als 12 Monate und aus einem Gelbfieberendemiegebiet einreisen, gefordert. Dies gilt auch für dortige Transitaufenthalte, deren Dauer 12 Stunden übersteigt. Eine Liste der betroffenen Länder (Gelbfieberendemiegebiete) kann unter eingesehen werden. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist daher keine Impfung notwendig.
Mauritius ist gelbfieberfrei. Ebenso gilt Mauritius bis dato als zikavirusfrei.

Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise nach Mauritius zu überprüfen und zu vervollständigen.
Dazu gehören, auch für Erwachsene, die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), ggfs. auch gegen Polio, Mumps, Masern, Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus und Meningokokken ACWY empfohlen.

Dengue-Fieber

Dengue wird landesweit durch tagaktive Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung zum Teil schwerwiegende Komplikationen, inkl. möglicher Todesfolge, auf. Diese sind jedoch bei Reisenden extrem selten. Da es derzeit weder eine allgemein verfügbare Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen.

Malaria

Mauritius ist seit 1999 malariafrei.

Chikungunya-Fieber

Chikungunya ist ebenso eine Viruserkrankung und wird auch bevorzugt durch tagaktive Mücken übertragen. Diese Erkrankung führt zu schweren Gliederschmerzen und Fieber, der Krankheitsverlauf ist in den allermeisten Fällen unkompliziert und selbstlimitierend. Wie bei Dengue sind die o.g. persönlichen Schutzmaßnahmen zur Vermeidung der Infektion von entscheidender Bedeutung.

Aufgrund der o.g. mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:
- Körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden)
- tagsüber (Dengue!) und auch in den Abendstunden Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen
- unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen

HIV/ Aids

Etwa 1% der 15 bis 49 Jährigen Bewohner ist HIV-positiv (Quelle: UNAIDS 2014). Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes Infektionsrisiko. Kondombenutzung wird daher immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Durchfallerkrankungen

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden. Wenn Sie Ihre Gesundheit während Ihres Aufenthalts nicht gefährden wollen, dann beachten Sie bitte folgende grundlegende Hinweise: Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. abgepacktes Wasser in Flaschen oder Kanistern, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes und abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen wo möglich Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen oder selber schälen. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich die Hände mit Seife, immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen, ggfs. Einmalhandtücher verwenden.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist ausreichend.

Wichtig ist für Reisende vor Antritt einer Reise der Abschluss einer gültigen Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Reisemediziner/Tropenmediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (s. z.B. www.dtg.org oder www.frm-web.de).

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die öffentliche medizinische Versorgung ist gut, kann aber in der Peripherie im Einzelfall gelegentlich technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch sein. Es gibt zusätzlich mehrere Privatkliniken.

Ein ausreichender Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind empfohlen.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden (Kühlkette).

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken 3 -
Malaria 2 -
Typhus & Polio Ja -
Cholera Nein -
Gelbfieber 1 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von zehn Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiet einreisen und über ein Jahr alt sind. Ausgenommen sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht verlassen haben sowie Transitpassagiere, die den Transitraum in Mauritius nicht verlassen und sich weniger als 12 Stunden im Transitraum aufhalten.

[2]
Es besteht ein sehr geringes Malariarisiko in einzelnen ländlichen Gebieten. Die Insel Rodriguez ist malariafrei. Die weniger gefährliche Malariaart Plasmodium vivax (Malaria tertiana) kann während des ganzen Jahres auftreten. Ein Schutz mit langärmeliger Kleidung und Mückenschutz reichen aus, eine medikamentöse Prophylaxe ist nicht erforderlich.

[3]
Wegen der Gefahr möglicher Darminfektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Milch ist außerhalb der Stadtgebiete nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Milchprodukte aus ungekochter Milch am besten vermeiden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von Schweinefleisch, rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Obst sollte geschält und Gemüse gekocht werden.

Gesundheitszeugnis

Ausländer müssen zur Beantragung einer Arbeitserlaubnis einen negativen HIV-Test in englischer Sprache vorlegen. Eine Nachtestung innerhalb von 3 Monaten nach Ankunft im Land ist möglich.

Andere Risiken

Bilharziose-Erreger kommen landesweit in manchen Teichen und Flüssen vor. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Die durch Mücken übertragene Viruserkrankung Chikungunya (CHIC) kommt vor. Wirksamen Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung erfolgen.

HIV/Aids ist weit verbreitet und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Tollwut kommt vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Reisende müssen in küstennahen Gewässern, aber auch auch im Wasser größerer Hotelstrände mit Steinfischen rechnen, deren Stich schmerzhaft und gefährlich sein kann. Schützendes Schuhwerk minimiert das Risiko, gestochen zu werden. Hotels und Kliniken haben normalerweise Medikamente zur Behandlung vorrätig.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Türkei Ja Nein Ja Nein
Andere EU-Länder Ja Nein Ja Nein
Schweiz Ja Nein Ja Nein
Österreich Ja Nein Ja Nein
Deutschland Ja Nein Ja Nein

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss während des Aufenthalts gültig sein.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder, die für einen touristischen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen (max. 180 Tage) oder geschäftlichen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen (max. 120 Tage) gegen die Vorlage von Reisepass,  Rück- oder Weiterreiseticket und Hotelreservierung sowie einen Nachweis über ausreichende Geldmittel (mindestens 100 US$ pro Tag) (der Nachweis über ausreichende Geldmittel wird in der Praxis nur sehr sporadisch verlangt) für den Aufenthalt eine "Entry Permit" erhalten:

(a) EU-Länder,

(b) Schweiz und

(c) Türkei.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Haustiere werden eine Einfuhrgenehmigung vom Ministerium für Landwirtschaft (Ministry of Agriculture, Veterinary Services, Food Technology and Natural Resources, Port Louis) und ein Gesundheitszeugnis aus dem Herkunftsland benötigt. Die Quarantänepflicht für Hunde und Katzen beträgt 6 Monate und für Vögel 3 Wochen bis 2 Monate.
Anmerkung: Hunde und Katzen, die aus Orten stammen, bei denen innerhalb eines Radius von 100 km Tollwutfälle aufgetreten sind, dürfen nicht nach Mauritius verbracht werden. Für wirbellose Tiere besteht Einfuhrverbot.

Bearbeitungsdauer

3-4 Wochen. In Genf: 5 Arbeitstage.

Gültigkeit

Touristen- und Geschäftsvisum bei der Einreise: verschieden je nach Nationalität.
Verlängerungen können beim Einwanderungsamt vor Ort (Adresse s. Verlängerung des Aufenthalts) beantragt werden.

Aufenthaltsverlängerung

Verlängerungen werden ausgestellt vom Passport and Immigration Office (Einwanderungsamt), 9-11 Lislet Geoffrey Street, Sterling House, MU-Port Louis (Tel: 210 93 12 19). Eine Arbeitsgenehmigung ist erforderlich, falls eine Arbeit in Mauritius aufgenommen werden soll. Ein Aufenthalt kann maximal bis zu einer Gesamtaufenthaltsdauer von 6 Monaten verlängert werden.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die mit dem ersten Anschlussflug innerhalb von 24 Stunden weiterreisen, den Transitraum nicht verlassen und im Besitz gültiger Dokumente für die Weiterreise und ausreichender Geldmittel sind, erhalten bei der Einreise ein Transitvisum. Dauert der Transit mehr als 24 Stunden, ist das Transitvisum vor Antritt der Reise einzuholen.

Visaarten und Kosten

Touristen- und Geschäftsvisum.

Kosten

Es werden keine Gebühren erhoben.

Antrag erforderlich

(a) 1 Antragsformular (auf Englisch auszufüllen).
(b) 2 Passfotos.
(c) Kopie aller relevanten Seiten des Reisepasses (Foto, Nationalität, Reisepassnummer und Behörde, die den Reisepass ausgestellt hat) – nicht das Original.
(d) Ggf. Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, Österreich oder die Schweiz.
(e) Unterkunftsnachweis (Hotelbuchungsbestätigung etc.).
(f) Bestätigung des Reisebüros über bezahlte Rück- oder Weiterreisetickets.
(g) bei Besuchsreisen: Einladung der zu besuchenden Person mit Name, Anschrift, Telefonnummer und Verwandtschaftsverhältnis bzw. Art der Beziehung.

(h) Nachweis ausreichender Geldmittel mit einem aktuellen Kontoauszug (mindestens 100 US$ pro Tag).
(i) Frankierter Einschreiben-Rückumschlag für die Zustellung der Genehmigung.

(j) bei Geschäftsreisen: Brief des Unternehmens.

Unterlagen für ein Visum bei der Einreise
(a) Reisepass, der noch mindestens 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig ist.
(b) Gültiges Rückflugticket.
(c) Nachweis ausreichender Geldmittel (mindestens 100 US$ pro Tag).
(d) Hotelbuchungsbestätigung oder Einladungsschreiben bei privaten Besuchen.
(e) Ggf. Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, Österreich oder die Schweiz.

Geld

Geldwechsel

Geld (Euro sowie US-Dollar) kann in Wechselstuben (haben oft lange Öffnungszeiten), bei Banken, in Hotels und am Flughafen gewechselt werden.

Währung

1 Mauritius-Rupie = 100 Cents. Währungskürzel: Re, MUR (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten von 2000, 1000, 500, 200, 100, 50 und 25 MUR. Münzen im Wert von 10, 5 und 1 MUR sowie 50, 20, 5 und 1 Cent.

Achtung: Barzahlungen über 500.000 Re (ca. 10.000 €) sowie Bareinzahlungen bei Banken sind verboten.

Devisenbestimmungen

Unbeschränkte Ein- und Ausfuhr der Landeswährung. Unbeschränkte Ein- und Ausfuhr von Fremdwährungen; Deklarationspflicht besteht für die Ein- und Ausfuhr von Beträgen im Gegenwert ab 500.000 Re, bei der Ausfuhr besteht für Beträge ab einem Gegenwert von 500.000 Re zudem ein Herkunftsnachweis.

Kreditkarten

Mastercard, Visa, Diners Club und American Express werden in den meisten Hotels, Banken, Restaurants und Touristengeschäften akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Können in Banken, Hotels und dazu berechtigten Geschäften umgetauscht werden.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Do 09.00-15.00, Fr 09.00-17.00; Auf dem internationalen Flughafen Sir Seewoosagur Ramgoolam sind die Öffnungszeiten an die Abflug- und Ankunftszeiten der internationalen Flüge gekoppelt.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Mauritius eingeführt werden (Personen ab 18 J.):

250 g Tabakwaren;
2 l Wein oder Bier;
1 l Spirituosen;

Geschenke im Wert bis zu 7500 MUR.

Verbotene Importe

Waffen, Pflanzen, Lebensmittel, illegale Drogen (Todesstrafe), Zigarettenpapier, anstößige bzw. pornografische Publikationen und Filme, Ausrüstung für die Harpunenfischerei und Medikamente (ärztliches Rezept erforderlich).

Quellenangaben
  • Marco Polo - Mauritius, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2012-11
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Mauritius - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 21.03.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 21.03.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
s

Copyright und Haftungsausschluss

© 2018 MD Travel Guide - MAIRDUMONT GmbH & Co. KG. Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Seite darf ohne eine schriftliche Erlaubnis vervielfältigt werden.