Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Myanmar

Steckbrief

Myanmar - Fakten

Ländername Republic of the Union of Myanmar (Republik der Union Myanmar)
Klima tropisch (im Norden subtropisch) mit ständig hoher Luftfeuchtigkeit, Regenzeit von Mitte Mai bis Mitte Oktober;Durchschnittswerte Rangun: Höchsttemperatur: 42,2°C, Niedrigsttemperatur: 9,2°C, Niederschlag: 2639 mm
Lage Südostasien, zwischen 9°58' Nord und 28°31' Nord sowie 92°10' Ost und 101°11' OstSeegrenze Golf von Bengalen und Golf von Martaban 2800 km, Landgrenzen 5800 km (Bangladesch, Indien, China, Laos und Thailand)
Fläche 676.577 qkm, knapp zweimal so groß wie Deutschland; größte Ausdehnung Nord-Süd 2.500 km, Ost-West 900 km
Hauptstadt Naypyidaw
Bevölkerung ca. 53,9 Millionen Einwohner; Abstammung: mehrheitlich zur tibeto-birmanischen Volksgruppe gehörend, daneben Mon-Khmer und Thai-chinesische Abstammungsgruppen; 135 unterscheidbare Volksgruppen; Wachstumsrate: etwa 1,2 Prozent pro Jahr.
Sprache Birmanisch als Hauptsprache (von etwa 70% der Bevölkerung als erste Sprache gesprochen), daneben Minoritätensprachen wie Shan, Kachin, Rakhine (Arakenesisch), Chin, Mon, Karen; Englisch ist erste Fremdsprache und Sprache im diplomatischen und internationalen Geschäftsverkehr.
Religion Buddhisten 89 %, Christen 4 %, Muslime 4 % u.a.
Nationaltag 4. Januar (Unabhängigkeitstag)
Unabhängigkeit 4. Januar 1948
Staats-/Regierungsform Militärregime
Staatsoberhaupt Staatspräsident Htin Kyaw (vereidigt am 30. März 2016), Vertreter: 1. Vizepräsident Myint Swe (vereidigt am 30. März 2016), 2. Vizepräsident: Henry Van Thio (vereidigt am 30. März 2016)
Regierungschef Staatspräsident Htin Kyaw
Parlament Das Unionsparlament umfasst zwei Kammern: Oberhaus (Nationalitätenkammer) und Unterhaus (Volkskammer). Daneben gibt es noch Parlamente der 14 Staaten und Regionen.
Währung Kyat (MMK), (11.2012)
Zeitzone MEZ+5,5h
Reiseadapter C, D, F, G
Kfz-Länderkennzeichen MYA
ISO-3166 MM, MMR
Internet-TLD .mm
Landesvorwahl +95

Geographie

In vier große Teilräume ist das Land gegliedert: den lang gestreckten, teils gebirgigen Südosten, das westburmanische Randgebirge mit Höhen bis 3826 m, das teils verkarstete Shanplateau und das zentrale, dicht besiedelte Irawadibecken (Irrawaddy), die größte Reisbaulandschaft der Erde. Es herrscht tropisches Monsunklima.

Politik und Bevölkerung

2011 trat in Myanmar eine neue Verfassung in Kraft, die nach dem Willen der bis dahin herrschenden Militärjunta den Weg zur Demokratisierung des Landes öffnen soll. Tatsächlich sind in dieser Hinsicht einige Fortschritte zu beobachten. Außer den 70 % buddhistischen Birmanen und 9 % Shan zählen zu den Myanmaren 7 % christliche Karen, 4 % muslimische Rohingya sowie Inder, Chinesen u. a. Minderheiten.

Geschichte

Vor den britischen Eroberungen (ab 1824) beherrschten verschiedene Dynastien das Land. 1948 erreichte Birma seine Unabhängigkeit. Aus dem Bürgerkrieg 1949–62 ging das Militär als die zentrale Macht hervor. Nach einem Militärputsch 1988 errang bei den ersten freien Parlamentswahlen 1990 die oppositionelle Nationale Liga für Demokratie (NLD) 80 % der Sitze. Das Militärregime verhinderte die Regierungsübernahme und hielt ab 1989 die Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi immer wieder unter Hausarrest, 2012 kam es jedoch zur Aussöhnung und zur Wiederbeteiligung der NLD und ihrer Protagonistin an der Macht.

Special Geschichte

5.–2. Jh. v. Chr. Entstehung erster kultureller Zentren. Ausbreitung von Buddhismus und Hinduismus
1044–1283 Blütezeit von Bagan
1885 Nach drei Anglo-Birmanischen Kriegen ist ganz Myanmar britische Kolonie und der König im Exil. Yangon erlebt als Rangoon seine Blütezeit
1948 Unabhängigkeit; Gründung der „Union of Burma“
1962 General Ne Win übernimmt nach einem Putsch die Macht
1988 Massendemonstrationen gegen die schlechte wirtschaftliche Situation werden brutal unterdrückt
1989 Offizielle Umbenennung des Lands in „Republik der Union Myanmar“
1991 Die Menschenrechtlerin Aung San Suu Kyi erhält den Friedensnobelpreis
2006 Umzug der Regierung von Yangon nach Naypyidaw
2007 Neue Massenproteste (Safranrevolution) werden gewaltsam niedergeschlagen
2008 Der Zyklon Nargis verwüstet das Ayeyarwady-Delta: 138 000 Tote
2010 Erste Wahlen seit 20 Jahren. Es gewinnt die militärnahe USDP (Union Solidarity and Development Party). Beginn der Reformpolitik
2015 Erste freie Wahlen. Erdrutschsieg der NLD (National League for Democracy) mit knapp 80 Prozent
2016 US-Präsident Obama besucht Myanmar und kündigt eine mögliche Aufhebung der in den 1990er-Jahren eingeleiteten Sanktionen an
Klimadaten
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Mo–Fr 9–11 Uhr | 9 Aung San Museum Rd. | Yangon | Tel. 01 54 89 51 | www.rangun.diplo.de. Zuständig auch für Österreicher, Niederländer und Luxemburger.

Schweizer Botschaft

Mo–Fr 9–11 Uhr | 11 Kabaung Lan | Yangon | Tel. 01 54 37 54 | short.travel/mya7

Notruf

Ambulanz: 192
Feuerwehr: 191
Polizei: 199

Internet

Immer mehr Hotels und Lokale bieten einen kostenlosen WLAN-Zugang, doch bisher ist die Verbindung schlecht. Mit Glück können Sie E-Mails checken, Facebook nutzen und über Whatsapp kommunizieren, meist reicht die Bandbreite aber selbst hierfür nicht aus.

Post

Wer eine Postkarte oder einen Luftpostbrief (bis 20 g) verschicken möchte, frankiert diese mit 500 Kyat; Briefmarken gibt‘s im Postamt. Aus Mandalay oder Yangon ist Post nach Europa etwa 10–14 Tage unterwegs, aus der Provinz länger.

Telefon & Handy

Wollen Sie vor Ort mit dem Handy günstig telefonieren, dann besorgen Sie sich eine Prepaidkarte. Die beste Netzabdeckung bietet der staatliche Anbieter MPT (www.mpt.com.mm/en). Die Netze der privaten Anbieter Telenor (www.telenor. com.mm) und Ooredoo (www.ooredoo. com.mm) werden stetig besser. Eine Prepaidkarte bekommen Sie ab 1500 Kyat in den Telefongeschäften (am einfachsten in Yangon). Aus Myanmar telefonieren Sie dann für ein paar Euro, und wenn Sie jemand aus Deutschland anrufen möchte, kann er dies dank Billigvorwahlen oft bereits für wenige Cent. Mit den IDD-Telefonen im Hotel können Sie ebenfalls nach Europa telefonieren, doch das wird teuer. Bereits der Einwahlversuch kostet 5 US-$ sowie jede Gesprächsminute.

Internationale Vorwahlen:

Myanmar: 0095, Deutschland: 0049, Österreich: 0043, Schweiz: 0041. Die 0 der jeweiligen Ortsvorwahl entfällt.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Fast alle religiösen und traditionellen Feste und sogar einige staatliche Feiertage richten sich nach dem Mondkalender, d. h., ihr Datum liegt im westlichen Kalender jedes Jahr ein wenig anders. Im ganzen Land wird gern und ausgiebig gefeiert, und überall gibt es noch viele weitere regionale Happenings: z. B. die verschiedenen Neujahrsfeste der Minderheiten in den Bergen und die Feiertage der religiösen Minderheiten.

Feste

Januar/Februar

Der Tag der Reiskochwettbewerbe: Beim Hta-mane-Fest (vergleichbar mit unserem Erntedank) am Tabodwe-Vollmond wird von leicht beschürzten Köchen Klebreis in riesigen Woks zubereitet und an Mönche und Nachbarn verteilt.

Das Chinesische Neujahr (Neumond) in Yangons Chinatown ist mit seinen akrobatischen Drachentänzen und ohrenbetäubenden Knallfröschen ein echtes Erlebnis.

Februar/März

Zum Tabaung-Vollmond wird die Shwedagon- Pagode Schauplatz eines großen Tempelfests: Tausende Lichter und Räucherstäbchen werden von festlich gekleideten Besuchern entzündet.

Mitte April

Thingyian: Das einwöchige Neujahrsfest ist ein Erlebnis für sich: eine einzige spaßige Wasserschlacht, bei der niemand – und auch kein Tourist – trocken bleibt.

April/Mai

Vesakh-Fest: An Buddhas Geburtstag, dem Vollmondtag des Monats kason, wird der höchste buddhistische Feiertag begangen. Viele Tempelfeste sorgen für Betrieb in den Pagoden, Räucherstäbchenverkäufer haben Hochkonjunktur.

Juli/August

Nat-Pwe: Eine Woche vor dem Vollmond des Monats wagaung treffen sich Tausende Pilger bzw. Feierwütige im kleinen Ort Taungbyone, 30 km nördl. von Mandalay. Die sehr ausgelassenen, einwöchigen Feierlichkeiten gelten den beiden verehrten nats Min Gyi und Min Lay.

September/Oktober

Die dreiwöchigen Phaung-Daw-U-Feierlichkeiten, bei denen vier hochverehrte Buddhastatuen kreuz und quer über den Inle-See gefahren werden, finden am Thadingyut-Vollmond ihren Höhepunkt mit Bootsrennen und viel Spektakel.

Oktober/November

Ballonfest: Für alle, die im Mondmonat tazaungmon am Inle-See sind, ist das Festival in Taunggyi ein Muss. Eine Woche lang gehen Tag und Nacht die abenteuerlichsten selbst gebauten Ballons (oft inkl. Feuerwerk) in die Luft, an denen im ganzen Shan-Staat ein Jahr lang gewerkelt wurde. Ein lautes, wildes Fest zum Mitfeiern. Halten Sie sich aber besser etwas am Rand, denn es kommt immer wieder zu Unfällen.

Nat-Pwe: Während des tazaungmon finden im ganzen Land viele Geisterfeste statt. Vor allem der heilige Mount Popa bei Bagan zieht Tausende Besucher an.

Dezember/Januar

Ananda-Tempelfest: Tempelfest mit unzähligen Essensständen, Gesangs- und Theaterdarbietungen zum Pyatho-Vollmond in Bagan

Feiertage

4. Jan. Unabhängigkeitstag
12. Feb. Tag der Union
Vollmond Feb./März Tabaung-Vollmond
2. März Tag der Bauern
27. März Tag der Streitkräfte
Mitte April Neujahrsfest
Vollmond April/Mai Kason-Vollmond
1. Mai Tag der Arbeit
Vollmond Juni/Juli Waso-Vollmond
19. Juli Tag der Märtyrer
Vollmond Sept./Okt. Thadingyut-Vollmond
Vollmond Okt./Nov. Tazaungmon-Vollmond
10 Tage nach Tazaungmon Nationalfeiertag
25. Dez. Weihnachten
Mobilität vor Ort

Reisen im Land

Reisen in Myanmar bedeutet Entschleunigung. Ob Busse oder Flüge: Mal wird eine Verbindung gestrichen, mal kurzfristig verlegt. Bleiben Sie gelassen: Meist geht alles besser aus, als Sie fürchten. Klimatisierte Überlandbusse verbinden die meisten touristischen Ziele, gefahren wird in der Regel nachts. Tickets gibt es direkt am Busbahnhof, in Reisebüros und online unter www.myanmarbus ticket.com. Kurzstrecken werden tagsüber von klapprigen Bussen übernommen. Tickets ab 1000 Kyat, für Langstrecken etwa 10 000–25 000 US-$. Viele Reisende kürzen die Transportzeit mit Flügen ab. Inlandsflüge, die je nach Strecke ab 80–160 US-$ kosten, bieten u. a. Air KBZ (www.airkbz.com) und Air Bagan (www.airbagan.com).

Mit der Bahn brauchen Sie Zeit: Der Zug rumpelt mehr, als dass er fährt. Tickets gibt es für Kurzstrecken am Tag der Abfahrt, Nachtfahrten sollten Sie ein bis zwei Tage vorher buchen. Kurzstrecken auf der Holzbank kosten nur einige Kyat, auch die besseren Nachtzüge sind mit ein paar tausend Kyat ebenfalls sehr günstig. Komfortabel und nah dran am Leben ist eine Reise mit Mietwagen und Fahrer (ab 80 US-$/Tag): Bei dieser Variante können Sie nicht nur die Route und das Tempo individuell bestimmen, Sie werden dank Ihres Fahrers auch oft direkten Kontakt zu den Menschen finden. Selbst Auto fahren dürfen Sie als Tourist nicht.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Aber die Jahrzehnte der Abschottung und des Mangels haben es ihr nicht leicht gemacht. Erst in jüngster Zeit hat sich das Angebot landesweit verbessert  – und bietet jetzt manche Überraschung.

Grundnahrungsmittel in Myanmar ist der Reis. Um diesen so schmackhaft und abwechslungsreich wie möglich auf den Tisch zu bringen, werden in der typisch birmanischen Alltagsküche jede Menge kleine Begleitgerichte gezaubert. Das wichtigste ist das Curry: ein Fleisch- oder Fischgericht in einer aromatischen Sauce auf Ölbasis mit Chili, Ingwer, Zwiebeln, Knoblauch, zerkleinertem Gemüse und verschiedenen Gewürzen. Dazu gibt es eine dünne Gemüsesuppe, meist klar und pfefferig, einen Salat aus rohem oder blanchiertem Gemüse (Tomaten, Gurken, Rettich o. Ä.) und gekochtes Gemüse (z. B. Kohl, Bohnen oder Okra). Außerdem rohes, geschnittenes Gemüse (oft kleine Auberginen), das man braucht, um es in den Dip – eine scharfe, oft auch saure und salzige Paste – zu stippen, und etwas Knuspriges wie frittierte Kartoffelchips oder geröstete Büffelhaut. Fertig ist die birmanische Mahlzeit – ein Tisch voller verlockend beladener Teller und Schüsselchen. Nehmen Sie sich mal von diesem, mal von jenem, aber packen Sie auf keinen Fall den Teller gleich mit allen Beilagen bis an den Rand voll, das würde gegen die guten Sitten verstoßen.

Unterwegs in Myanmar werden Sie weitere Küchen kennenlernen, z. B. die Shan-Küche, die ursprünglich aus dem Nordosten stammt. Hier sind Reisnudeln die Hauptzutat: gebraten, als Suppe oder Salat, köstlich angerichtet mit Schweinefleisch oder Huhn. Dazu frittierter Tofu und eine Kanne grüner Tee – einfach lecker. Kontrastprogramm bietet die Rakhine-Küche, die Sie z. B. in Ngapali und Mrauk U kosten können: wieder auf Reisbasis, aber mit jeder Menge frischem Seafood, vor allem Fisch und Garnelen. Hier kann es auch mal etwas schärfer werden!

Auch die Küchen der Nachbarländer sind weit verbreitet: vor allem im Süden die Thaiküche mit ihren raffinierten, scharfen Gerichten. In den ehemaligen Zentren der britischen Kolonialherrschaft gibt es hervorragende (und preisgünstige) indische Küche, denn viele Inder und Nepalesen, die im Dienst der Briten standen, sind nach der Kolonialzeit im Land geblieben. Chinesische Gerichte finden Sie im ganzen Land; vor allem in der Provinz oft eine gute Wahl, da die Speisen frisch zubereitet und gut durchgegart werden. Die täglichen Essenszeiten unterscheiden sich etwas von unseren: Das Frühstück macht seinem Namen alle Ehre und findet gegen 6 Uhr statt. Meist gibt es eine herzhafte Suppe, einen Klebreiskuchen oder etwas aufgebratenen Reis vom Vortag. Um 11 Uhr meldet sich dann schon der Mittagshunger, und Abendessen gibt es gegen 18 Uhr. Aber keine Sorge: Als Tourist müssen Sie sich diesem Zeitplan nicht unterwerfen. In den Hotels gibt’s bis ca. 9 Uhr – meist europäisches – Frühstück (wenn Sie am Abend vorher fragen, wird man Ihnen gern eine landestypische mohinga auftischen), und die Zeiten, als Sie abends auf der Suche nach dem letzten offenen Restaurant um 20 Uhr hungrig durch die Stadt irren mussten, sind lange vorbei. Restaurants sind in der Regel ab spätestens 10 Uhr bis 21 oder 22 Uhr geöffnet, Ruhetage gibt es nicht.

In Restaurants, die sich auf Touristen eingestellt haben, bestellen Sie ganz einfach von der englischsprachigen Karte, die oft sogar bebildert ist. In einfacheren Läden und an Straßenständen suchen Sie sich etwas aus den ausgestellten Töpfen und Schalen aus und bestellen per Fingerzeig. Gegessen wird meist mit Löffel und Gabel: Der Löffel rechts geht zum Mund, die Gabel links ist nur zum Beladen des Löffels gedacht. Stecken Sie sie nicht in den Mund, eventuelle Zuschauer werden Angst haben, dass Sie sich verletzen. Zu Shan-Nudeln gibt es Stäbchen.

Bei den Getränken punktet Myanmar mit einer soliden Auswahl an selbst gebrauten Bieren, sei es Myanmar-Beer oder Mandalay-Beer. Auch Softdrinks werden im Land produziert, aber nach und nach von Importmarken verdrängt. Eine Kanne Grüntee sollte zum Essen nicht fehlen, und auch Kaffee produziert das Land, teils sogar in Bioqualität. Wein wird erst seit wenigen Jahren im Shan-Staat angebaut. Eine Besonderheit ist der toddy, auch sky beer genannt: am Morgen frisch gezapfter Palmwein, der ein bisschen an Federweißen erinnert, im Lauf des Tages mehr und mehr gärt und abends getrunken sein muss – später schmeckt er nicht mehr. Probieren können Sie ihn an kleinen Ständen in Zentralmyanmar und in Mrauk U – fragen Sie Ihren Guide. Als Vegetarier bleibt Ihnen in der traditionellen birmanischen Küche nichts anderes übrig, als die Fleischgerichte, d. h. das Curry, also den Hauptbestandteil, wegzulassen. Inzwischen gibt es aber genug auf Touristen eingestellte Restaurants, die auch vegetarische Küche anbieten. Veganer haben es allerdings etwas schwerer und versorgen sich am besten auf den Märkten mit frischem Obst – und was gibt es da nicht alles! Hier gedeihen Mangos, Litschis, Papaya, verschiedene Sorten Bananen, Jackfrüchte und Pomelos. Die Erdbeeren und Mandarinen sind vorzüglich, nur bei den Äpfeln schauen Sie besser zweimal hin: Wenn sie aussehen wie gemalt, dann sind sie wahrscheinlich aus China importiert und stark gespritzt.

Die traditionelle birmanische Küche kennt übrigens eine ganze Reihe von Geheimnissen, welche Speisen sich gut miteinander vertragen – und welche nicht. Koche nie Krokodilfleisch zusammen mit Kurkuma oder Pfau mit Tofu! Auch Schnecken und Rindfleisch vertragen sich nicht oder Papagei und Kürbis. Aber keine Angst: Solch exotische Kombinationen werden Sie unterwegs kaum finden.

Trinkgeld

Preise in Hotels und Restaurants enthalten in der Regel eine Servicegebühr, doch jede Putzfrau, jeder Kofferträger und jeder Kellner freut sich über eine kleine Zuwendung. Tourguides rechnen mit einem Trinkgeld von ca. 5000 Kyat pro Tag.

Einkaufen und Shoppen

Shopping in Myanmar ist etwas anders, als Sie es aus anderen Reiseländern kennen. Rein touristische Märk te und Mitbringsel gibt es nur wenige. Selbst wenn es Ihnen touristisch erscheint, etwa vor Pagoden oder in Handwerkerstraßen, so sind die Kunden hier vor allem Birmanen, meist auf Pilgerfahrt. Auf Märkten gibt es manchmal einzelne Stände für Touristen, doch noch sind das Ausnahmen. Stürzen Sie sich also mittenrein: Stöbern, riechen und schmecken Sie, lassen Sie sich inspirieren. Wenn Sie gleichzeitig mit einer Reisegruppe auf einem Markt herumspazieren, setzen Sie sich am besten hin und warten ein paar Minuten. Wieder allein, macht der Bummel gleich doppelt Spaß. Auch das Handeln fällt leichter, wenn Sie nicht in einer Horde anderer Touristen unterwegs sind.

Bilder, Marionetten & Schirme

Die wohl am ehesten für Touristen perfektionierten Souvenirs sind Gemälde orange gewandeter Mönche und Bildnisse von Buddha. Auch die Marionetten von Bagan und Mandalay gehören auf jeden Fall zu dieser Art Andenken. Viele dieser Holzschnitzfiguren scheinen lebendig, einige sehen aus, als würden sie gleich losspazieren. Auch bei den bunten Schirmen, die traditionell Mönche, Nonnen und Frauen vor der Sonne schützen, können viele Touristen nicht widerstehen. Für Regengüsse sind die wenigsten geeignet, aber meist werden diese Schirme zu Hause sowieso zum exotischen Lampenschirm: eine Lichtquelle dahinter gestellt... Fertig!

Gewürze, Kaffee, Tee & Speiseregeln

Mmmh, dieser Duft! Dieser Geschmack! Sie lieben die exotischen Currys, den Biokaffee, den Tee, den Sie beim Ausflug in die Berge probiert haben? Packen Sie diese Erinnerung doch einfach in den Koffer! Wie? Ganz einfach: Decken Sie sich mit Gewürzen ein. Ob Chili, Pfeffer, Ingwer, Zimt, Kurkuma oder Koriander: Sie werden sehen, Ihre Erinnerungen werden sensorisch auch Monate später noch wachgekitzelt. Gewürze bekommen Sie in Supermärkten und auf Märkten für wenige Kyat. Tee und Kaffee kaufen Sie am besten direkt dort, wo Sie ihn probiert haben. Und noch ein Tipp: Besuchen Sie unterwegs einen Kochkurs und fragen Sie genau nach, welche Gewürze Sie für die Gerichte brauchen. Nichts zum Essen, aber schön an der Küchenwand sind die „Food Poison“-Poster mit ungünstigen Speisekombinationen, die Sie an Straßenständen in der Altstadt von Yangon kaufen können.

Lackwaren

Schon die Könige von Bagan wussten die heimischen Lackwaren zu schätzen. Ob winzige Teetasse, aufwendig verziertes Tablett oder Vase: Lackarbeiten gehören zu den beliebtesten Mitbringseln aus Myanmar. Lassen Sie sich gut beraten, denn nicht alles ist beste Qualität: Statt Pferdehaar und Bambus wird inzwischen auch billige Pappe für die Konstruktion eingesetzt. Am besten, Sie stöbern in den Werkstätten in Bagan.

Stoffe & Kleidung

Bunte Farben, Muster, die Sie so bisher selten gesehen haben werden: Die farbliche Gestaltung der Wickelröcke für Birmaninnen ist auf den ersten Blick vielfach etwas gewöhnungsbedürftig. Doch an die Farb- und Formkombinationen werden Sie sich schnell gewöhnen – und oft gefällt Ihnen am Ende der Reise etwas, was Sie am Anfang überhaupt nicht schön fanden. Die Stoffe für Damen sind in verschiedenen Größen zu kaufen. Stoffe für Männer-Longyis sind oft schon vernäht. Alle eignen sich, wenn schon nicht für einen Rock, so doch z. B. als Tischdecke: vor allem dann, wenn Sie Freunde zum Probieren Ihrer kulinarischen Mitbringsel einladen.

Umhängetaschen

Preiswert und praktisch sind die farbenfrohen, handgewebten Umhängetaschen, die von vielen Bergbewohnern benutzt werden. Schauen Sie sich in Kalaw oder am Inle-See auf den Märkten um: Hier gibt es viele Muster und verschiedene Größen – auch für Kinder.

Fotografieren

Die Menschen lassen sich in der Regel gern fotografieren, Sie sollten aber immer fragen (mit Worten oder Blicken), ob das okay ist. In manchen Pagoden wird eine Foto- bzw. Videogebühr von 300 bis 1000 Kyat erhoben. Bei Handys sagt bisher keiner was. Das Fotografieren militärischer Anlagen ist verboten.

Special Spezialitäten

Le-pet thouq Salat aus fermentiertem Tee; vielleicht das berühmteste myanmarische Gericht. Die grünen Blätter werden mit Bohnen, Knoblauch, Chili, manchmal auch Tomaten serviert und schmecken überall anders
Ma dschi paleik süßsaure Tamarindenplättchen, wird in Bagan oft als Geschenk zum Nachtisch serviert. Gutes Mitbringsel!
Mohinga inoffizielles Nationalgericht: kräftige Fischbrühe mit dünnen runden Reisnudeln, Kräutern, kleinen Zwiebeln und – wenn vorhanden – kleinen Stückchen einer Bananenblüte. Besonders beliebt zum Frühstück
Myi shi dicke Reisnudeln mit Huhn oder Schwein und gedünsteten Sojasprossen, zusammengehalten von geröstetem Klebreis. Als Gewürze: Chili, Öl und Essig
Oun oh kauq sweh Weizennudeln in Kokosnussmilch mit gezupftem Hühnchenfleisch, Scheiben von hart gekochten Eiern und einem Spritzer Chiliöl. Dazu gibt es ein Tellerchen mit fein geschnittenen Schalotten und Limetten
Shan kauq sweh Shan-Nudeln, ein beliebtes, einfaches, aber sehr schmackhaftes Gericht aus flachen, weißen Reisnudeln mit mariniertem Schweine- oder Hühnerfleisch, das entweder in einer klaren Brühe schwimmt oder „trocken“ angerichtet wird, d. h., die Brühe wird in einem Extragefäß gereicht 
Tohu nwe kauq sweh heißt übersetzt warme Tofu-Nudeln, hat aber mit Tofu nichts zu tun. Das Gericht ähnelt den Shan-Nudeln, nur dass die Brühe hier durch einen Brei aus Kichererbsenmehl ersetzt wird
Stichworte

Demokratie mit Aung San Suu Kyi

Als Aung San Suu Kyi am 18. September 1988 an der Shwedagon-Pagode ihre erste flammende Rede für die Demokratie hielt, rechnete sie wohl nicht damit, dass sie schon bald zur Volksheldin würde – und Poster von ihr den Weg bis in die hinterletzte Berghütte fänden. Doch mit der Verleihung des Friedensnobelpreises 1991 bekam sie mächtig Rückenwind. Sehr zum Ärger der regierenden Generäle, die sie mit zeitweise langem Hausarrest belegten – insgesamt 15 Jahre. Diese Frau verkörpert die jüngere Geschichte Myanmars wie niemand anderes: Sie ließ sich von der Militärherrschaft nicht unterkriegen und steht nach Jahren der Repressionen erneut auf der politischen Bühne. Nun will die Tochter des birmanischen Unabhängigkeitskämpfers Aung San ihren Traum von der Demokratie Wirklichkeit werden lassen und das Land in eine neue Zeit führen. An der Seite ihres engen Parteifreunds Htin Kyaw, der im März 2016 zum Präsidenten gewählt wurde, und als Regierungschefin und Außenministerin Myanmars stehen ihr viele Möglichkeiten offen.

Hautpflege mit Holzpaste

Wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen Leute mit gelb verschmierten Gesichtern entgegenkommen, und Kinder, die von oben bis unten mit einer solchen Schutzschicht eingeschmiert sind, haben nicht etwa im Schlamm gespielt. Auch als kunstvolle Gesichtsbemalung begegnet Ihnen dieses Outfit: Wer mehr Wert auf Schönheit legt, der bemalt seine Wangen mit Blumen und Blättern. Thanaka ist auf allen Gesichtern: ob alt oder jung, schüchternes Mädchen oder cooler Junge. Dafür wird das Holz des indischen Holzapfelbaums mit Wasser auf einem Stein zu einer Paste verrieben. Neueste Forschungen zeigen, dass thanaka effektiv vor Sonne schützt. Probieren Sie es doch mal als Alternative zu Ihrer Sonnencreme aus!

Der Albtraum-Linksverkehr

Aufgrund eines schlechten Traums, in dem er rechts auf der Straße fahrend verunglückte, entschied Staatschef Ne Win 1970, dass ab sofort alle links fahren sollten – ob Ochsenkarren, Bus oder Auto. So geschah es, und für die Ochsen war das auch kein Problem. Für alle anderen aber schon, denn die Lenkräder befanden sich von nun an auf der falschen Seite. Was sehen Sie dann, wenn Sie einen Laster überholen wollen? Nichts! Die Birmanen helfen sich mit gegenseitigem Bescheidblinken: Alles frei zum Überholen, dann blinkt der Fahrer für seinen Hintermann und geht auch etwas vom Gas. Neuere Autos sind fast alle mit einem korrekt angebrachten Lenkrad bestückt, doch da die alten Modelle jahrhundertelang zu fahren scheinen, wird eine komplette Umstellung sicherlich noch Zeit brauchen.

Roter Saft, der Zähne schwärzt

Ein überfüllter Bürgersteig in Yangon- Downtown, Sie schlängeln sich durchs Gedrängel und versuchen möglichst niemanden anzurempeln, da spuckt Ihnen jemand direkt vor die Füße. Was soll das denn? Ganz normaler Alltag: Denn das Kauen von Betel ist in Myanmar noch weit verbreitet – eine billige Alltagsdroge. Und der Betelsaft muss raus! Überall sehen Sie die kleinen Stände, an denen flinke Finger die gehackten Nüsse der Areca-Palme in kleine Blätter wickeln, zusammen mit etwas gelöschtem Kalk, kandierten Früchten und anderen Zutaten. Diese Mischung wirkt anregend, hält wach und ist gut gegen Hunger. Bei regelmäßigem Konsum verfärben sich zudem nach und nach die Zähne. Na, wie wär‘s? Wenn Sie das mal ausprobieren möchten, keine Angst, es macht nicht sofort süchtig. Einen Betelpfriem bekommen Sie für 100 oder 200 Kyat. Stecken Sie ihn in die Backe und kauen Sie langsam darauf herum. Der zuerst bittere Geschmack vergeht, und nach wenigen Minuten kommt das typische Aroma. Spucken nicht vergessen! Schlucken Sie auf keinen Fall den Saft hinunter – Ihr Magen wird es Ihnen danken.

Glück durch verzicht

Als vor über 2500 Jahren der indische Prinz Siddhartha Gautama, bevor er zu Buddha wurde, die wohlbehütete Umgebung des elterlichen Palasts verließ, sah er Leid und Elend. Seine große Frage: „Was kann man dagegen tun?“ Nach vielen Jahren der Suche wusste er: Abstand nehmen von Gier. Glücklich sein im Geben und nicht im Nehmen. Alles ist stetiger Veränderung unterworfen – warum also an etwas festhalten? Eine Lebenseinstellung, die die Birmanen offenkundig in der Mehrzahl leben. Die Menschen Myanmars sind arm, aber wirken doch glücklich und ausgeglichen. Ist das jetzt unser idealisierter und romantisierender Blick – oder das tief verwurzelte, gelebte Wissen Buddhas? Wenn Sie ein bisschen von diesem Denken verinnerlichen, sind Sie zwar noch nicht erleuchtet, aber Sie haben einen der größten Schätze dieser Philosophie erkannt.

Steinreich

Rubine, Saphire und vor allem Jade. Myanmar ist reich an Edelsteinen. 2016 wurde der größte Jadestein der Welt im Norden des Lands gefunden. Das Dilemma: Das gute Stück wiegt 175 t und ist so groß, dass es sich seinem Transport erfolgreich widersetzt. So liegt bis zur Lösung des Problems ein gigantischer graugrüner Klotz im Wert von 170 Mio. US-$ unter einer blauen Plastikplane. Hobbysammler aufgepasst: Die Edelsteinminen liegen alle in nicht für Touristen zugänglichen Gebieten. Selber suchen geht also leider nicht.

Elefantastisch

Sie schufteten in den Wäldern Myanmars und schleppten mächtige Stämme aus unwegsamem Gelände. Diese Zeiten sind passé, denn der Einsatz von Arbeitselefanten ist seit 2016 offiziell verboten. Viel besser geht es vielen Tiere trotzdem nicht, denn nur wenige haben das Glück, ein schönes Zuhause in einem Camp gefunden zu haben. Einfach wieder im Wald leben können sie nicht, denn das haben sie verlernt. In guten Camps aber lassen sie sich von Touristen füttern und baden und genießen ihren Ruhestand. Doch man muss ganz klar sehen: Touristen und Elefanten in Asien – das ist ein heikles Thema. Nun hat der Elefantentourismus in Myanmar zwar noch längst nicht solche Ausmaße (und Auswüchse) angenommen wie z. B. in Thailand. Der Kontakt zu den domestizierten Elefanten ist jedoch ein lukratives Geschäft. Es ist ja tatsächlich ein tolles Erlebnis, den Dickhäutern mal so nahe zu kommen. Die Grenze zwischen reinem Asyl bzw. Ruhesitz für alternde „Jumbos“ und reinem Kommerz mit Touristenbespaßung ohne Rücksicht auf das Wohl der grauen Riesen verläuft dabei fließend. Eine Trendwende ist spürbar: Die ersten Reiseveranstalter streichen die Besuche von Shows mit Elefanten aus ihrem Programm. Und auch Sie können aktiv Tierschutz betreiben: Verzichten Sie aufs Reiten und helfen Sie bei einem Campbesuch lieber beim Füttern. Da haben Sie genug zu tun, denn ein Elefant frisst bis zu 280 kg Gemüse – täglich.

Bunte Völkervielfalt

Über 130 verschiedene ethnische Gruppen mit einer Vielzahl eigener Sprachen leben in den Randgebieten Myanmars, und wenn man alle Untergruppen mitzählt, sind es noch viel mehr. Die größte Gruppe sind die Bamar (Birmanen, knapp 30 Mio.), die im Zentralland am Ayeyarwady ihr ursprüngliches Zuhause haben und deren Sprache – Birmanisch – die Amtssprache Myanmars ist. Drum herum in den Bergen leben die Shan (Nordosten), die Kachin (Norden) und die Chin (Nordwesten), an der Westküste die Rakhiner, an der Grenze zu Thailand die Kayin und die Kayah sowie die Mon, die sich kulturell am stärksten an die Bamar assimiliert haben. Viele der Ethnien beharren bisher erfolgreich auf ihrer Identität und zeigen dies stolz mit ihrem ganz eigenen Kleidungsstil. Oft tragen sie bei der täglichen Arbeit auf dem Feld noch ihre traditionelle Tracht – was Sie als Tourist oft erfreuen wird, denn viele Kleidungsstücke sehen ausgesprochen schön aus. Andere verteidigen ihren Lebensstil allerdings mit Waffengewalt – das werden Sie hoffentlich nicht zu Gesicht bekommen.

Gut berockt durch den Tag

Schnell haben Sie sich an den Anblick gewöhnt: Männer in Röcken, die alle paar Minuten am Knoten herumnesteln, der das schlauchförmige Beinkleid vorne zusammenhält. Das ist der longyi, Myanmars traditionelles Kleidungsstück für untenrum. Kleinkariert und in gedeckten Farben für ihn, bunter mit verschiedenen Designs für sie. Wie genau man so einen longyi trägt und knotet – Männer binden ihn vorn, Frauen seitlich –, wird man Ihnen übrigens auf jedem Markt mit dem allergrößten Vergnügen beibringen. Sie werden sich wundern, wie viele amüsierte Zuschauer Sie dabei haben werden.

Ein Hallo an alle Geister

Geister gibt es nicht! Sicher? In Myanmar könnte es sein, dass Sie einem begegnen. Im Tempel, an einer Straßenkreuzung, an einem Ortseingang, überall werden Sie sie sehen: wenn nicht die Geister, so doch deren Häuser. Kleine Schreine mit geschmückten Statuen, die Sie aus weiter Ferne anzustarren scheinen ... In diesen Schreinen wohnen nats, die Geister historischer Persönlichkeiten, die auch über ihren Tod hinaus für Wohl und Wehe sorgen. Um sie zu besänftigen, werden ihnen regelmäßig Gaben dargebracht: zu Feiertagen, wenn es ein Problem gibt oder wenn man einen Wunsch hat. Mal ein paar Blumen, mal eine Cola. Und wenn Sie selber nicht sicher sind, ob Ihnen ein Geist etwas Böses will, dann spenden Sie ihm doch einfach auch ein Blümchen oder ein paar Kyat.

Buchstabenpuzzle und Namenswirrwarr

Rangun, Rangoon, Yangon – ja wie denn nun? Für die schriftliche Fixierung der aus dem indischen stammenden „Kringelschrift“ in lateinische Buchstaben gibt es keine einheitliche Regelung. Daher werden Sie auf viele verschiedene Schreibweisen z. B. für Ortsnamen stoßen. Aber ob nun Nay Pyi Taw oder Naypyidaw, gemeint ist immer die gleiche Stadt. Zur weiteren Verwirrung trägt bei, dass auch noch alte britische Ortsnamen im Umlauf sind: Akyab für Sittwe, Maymyo für Pyin U Lwin usw. Setzen Sie einfach Ihr Fragegesicht auf, wenn Sie nicht weiterwissen: Dann werden Ihnen meist alle möglichen Namen aufgezählt, und einen kennen Sie bestimmt. In diesem MARCO POLO werden die gängigsten bzw. für Sie als Reisenden nützlichsten Schreibweisen verwendet.

Tempel mit Haaren und Zähnen

Myanmar gilt als „Land der tausend Pagoden“ (buddhistischen Tempel) – die Untertreibung schlechthin, denn es sind viel mehr. Und ständig entstehen neue. Im Zentrum einer Pagode steht der Stupa, ein glockenförmiger Bau, der über alle weltlichen Dinge hinaus den Weg zu höheren Sphären weist. Oft sind in diesem Stupa Reliquien untergebracht: Vor allem Haare und Zähne, die von Buddha stammen sollen, erfreuen sich größter Beliebtheit. Ob sie tatsächlich alle auf den historischen Buddha Gautama zurückzuführen sind? Vielleicht stammen einige auch von heiligen Männern, die zu ihrer Zeit ein buddhaähnliches Ansehen erlangt hatten. Der Verehrung tut dies keinen Abbruch. Die Stupas sind meist sehr imposant, oft vergoldet und gekrönt von glitzernden Edelsteinen. Aus der Ferne sehen sie fast niedlich aus: Wie kleine goldene Zipfelmützen thronen sie auf zahllosen Bergkuppen am Horizont.

Hoch lebe das Bananenblatt!

„Schmeiß deinen Müll einfach irgendwo hin“, sagte der Tourguide am Wasserfall auf die Frage: „Wohin mit der leeren Getränkedose?“ Zugegeben, die Frage des Touristen war überflüssig, denn es ist klar: Der Müll kommt mit zurück ins Hotel und wandert dort ins Recycling (das funktioniert ganz gut in Myanmar). Doch die Reaktion des Guides ist leider typisch. Aber warum geht er mit Müll so sorglos um? Ganz einfach: Waren und Lebensmittel waren lange Zeit nur in Naturmaterialien verpackt. Nun ist Plastik auf dem Vormarsch und die Tatsache, dass sich eine solche Tüte nicht auflöst wie ein Bananenblatt, wird noch nicht so richtig wahrgenommen – obwohl bereits ziemlich viel Müll die Landschaft verschandelt.

Bloss nicht!

Die falschen Souvenirs ausführen

Lassen Sie sich nicht zum Kauf von Antiquitäten verführen: Die dürfen nämlich nicht ohne Sondergenehmigung außer Landes gebracht werden. Das gilt auch für Edelsteine, ob roh oder verarbeitet. Buddhafiguren haben ebenfalls Ausreiseverbot.

Buddha beleidigen

Mit Buddhastatuen posieren oder gar darauf herumklettern ist ein No-Go und sollte unterlassen werden. Sie haben ein Buddha-Tattoo? Dann verhüllen Sie es tunlichst, denn auch dies gilt als Sakrileg. Tatsächlich sind schon Reisende deswegen ausgewiesen und mit einem Einreiseverbot belegt worden. Und ein Neuseeländer, der für seine Bar einen Buddhakopf mit Kopfhörern auf Facebook gepostet hatte, wurde 2015 zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Im Bikini ins Fischerdorf

Strandtourismus ist noch recht jung in Myanmar, und die Fischer, die am Strand ihre Netze flicken oder den Fang sortieren, staunen oft nicht schlecht, was sie da so alles zu sehen bekommen. Bringen Sie die Leute nicht in Verlegenheit und seien Sie etwas zurückhaltend, was Ihren Stranddress angeht, und marschieren Sie auf keinen Fall in Bikini und Badehose in ein Fischerdorf! An einigen ganz neuen Zielen im Süden empfiehlt es sich sogar, voll bekleidet ins Wasser zu gehen.

In verbotene Gebiete reisen

Immer noch sind viele Gebiete Myanmars nicht für Touristen zugänglich. Das liegt zum Teil an bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen lokalen Armeen und der Zentralregierung, zum Teil auch einfach an mangelnder Infrastruktur. Da Sie gewiss weder als Kollateralschaden bei einem Scharmützel enden noch bei einem Erdrutsch von der Straße gerissen werden wollen, halten Sie sich einfach an die erlaubten Ziele. Die reichen für mehrere Reisen, versprochen!

Schuhe anlassen

Ob in Tempeln oder Privathäusern, am Eingang heißt es immer: Schuhe aus! In allen religiösen Stätten müssen Sie außerdem Ihre Knie und Schultern bedeckt halten. Hotpants und Spaghettitop lassen Sie also besser im Koffer.

Fotografieren, ohne zu fragen

Seit dem Einzug des Smartphones in Myanmar fotografiert eigentlich ständig jeder jeden. Kurz fragen sollten Sie vorher trotzdem. Bei Trips zu den ethnischen Minderheiten in den Bergen ist etwas mehr Fingerspitzengefühl gefragt. Vielleicht kaufen Sie dem/der Fotografierten ja zuvor eine kleine Handarbeit ab – so haben beide Seiten etwas davon. Eine nette Geste ist es, dem oder der Abgelichteten anschließend das Bild auf dem Display zu zeigen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Infrastruktur/Straßenverkehr

Es gibt ein Inlandsflugnetz, Eisenbahnen, Busverbindungen und Taxis. Die Sicherheit des zivilen Flugverkehrs innerhalb Myanmars kann im Einzelfall durch veraltetes bzw. mangelhaft gewartetes Fluggerät lokaler Luftverkehrsgesellschaften beeinträchtigt sein.
Für Inlandsflüge beträgt die Flughafengebühr MMK 1000,-. Die Flughafengebühr ist in den Ticketpreisen enthalten. In Ausnahmefällen wird sie beim Check-in fällig. Es ist zu beachten, dass auch bei Inlandsflügen Passkontrollen stattfinden können.
Während des Monsuns kann es im ganzen Land zu Unterbrechungen der Verkehrsverbindungen kommen. Insbesondere Landstraßen im Gebirge oder in der Nähe von Flussläufen, aber auch Bahnverbindungen, können tagelang unpassierbar sein.
Der schlechte Straßenzustand und das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer bilden ein erhebliches Unfallrisiko, das bei Dunkelheit noch erhöht wird.
Straßensperren der Polizei, des Militärs und anderer Behörden sind auf den Überlandstraßen an der Tagesordnung. Hotels und Gästehäuser müssen der Polizei die Passdaten ihrer Übernachtungsgäste zur Verfügung stellen. Reisende sind deshalb verpflichtet, ihren Reisepass ständig bei sich zu führen. Es empfiehlt sich, zusätzlich eine Passkopie zu fertigen und diese getrennt vom Original aufzubewahren.

Führerschein

Deutsche und internationale Führerscheine werden in Myanmar nicht anerkannt.

Reisegenehmigungen/Grenzübertritte in Nachbarländer

Es bestehen staatliche Reisebeschränkungen für die meisten Grenzgebiete, aber auch für andere Landesteile. Reisen in diese Gebiete sowie Ein- und Ausreisen auf dem Landweg erfordern besondere Reisegenehmigungen.
Es gibt eine geringe Anzahl von Grenzübergangsstationen aus den Nachbarländern, die jedoch ohne vorherige Ankündigung geschlossen werden können:
- Tachilek (Shan-Staat) - Mae Sai (nördliches Thailand)
- Kaw Thoung (Thantharyi) - Ranong (südliches Thailand)
- Myawady (Kayin) - Mae Sot (Thailand)
- Hteekhee (Thantharyi) - Phunaron (Thailand)
- Tamu (Chin-Staat) - Morei (Indien)
Reisende, die über diese Grenzübergänge einreisen, benötigen ein gültiges Visum. Die Ausreise über die internationalen Flughäfen Rangun, Mandalay und Naw Pyi Taw nach der Einreise über Land ist zulässig.
Der Grenzübergang Muse (Shan-Staat) - Ruili (China) ist nur für Handel geöffnet, nicht für Touristen.
Ausnahmen bedürfen staatlicher Genehmigung, die mindestens 14 Tage vorher zu beantragen ist. Selbst nach Erteilung von Ausnahmegenehmigungen ist es nicht auszuschließen, dass die örtlichen Behörden Schwierigkeiten bei der Ausreise bereiten. Vor illegalem Grenzübertritt wird dringend gewarnt.
Es wird empfohlen zu prüfen, inwieweit für Reisen in entfernte Landesteile eine Reisegenehmigung erforderlich ist. Ausländische Reisende, die ohne erforderliche Reisegenehmigung angetroffen werden, müssen mit Haftstrafen rechnen.
Informationen zu Reisebeschränkungen und zu eventuell erforderlichen Genehmigungen können beim Ministry of Hotels and Tourism of Myanmar eingeholt werden.

Konsularische Unterstützung

Die entsandten Beschäftigten der deutschen Botschaft in Myanmar unterliegen Beschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit im Land, die durch die myanmarische Regierung verfügt wurden. Schneller konsularischer Beistand durch die deutsche Botschaft kann daher, aber auch wegen der unzureichenden Infrastruktur und Kommunikationseinrichtungen, außerhalb der touristischen Zentren nicht immer sichergestellt werden.

Besondere Verhaltenshinweise

Myanmar ist ein überwiegend buddhistisches Land. Religiöse Rituale und Zeremonien haben einen großen Einfluss auf das Alltagsleben und dürfen nicht gestört werden. Reisende sollten ihr Verhalten und ihre Kleidung den lokalen Gepflogenheiten und religiösen Empfindsamkeiten anpassen.
Die Einfuhr und Verwendung von Drohnen ist ohne besondere Genehmigung verboten und strafbar, siehe Besondere strafrechtliche Vorschriften.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist der Kyat (MMK). Auch wenn derzeit erneut der Versuch unternommen wird, den myanmarischen Kyat als Hauptzahlungsmittel zu etablieren, könnten bestimmte Leistungen (Hotels, Inlandsflüge, Zug- und Schiffsfahrscheine, Eintrittsgebühren) von Reisenden nur in US-Dollar bezahlt werden.
Kreditkarten werden zunehmend anerkannt, allerdings mit z.T. hohen Gebühren. Barabhebungen mit Bank- oder Kreditkarten sind an zahlreichen Geldautomaten landesweit möglich. Reisende sollten sich jedenfalls darauf einstellen, viele Zahlungen weiterhin in bar leisten zu müssen und daher ausreichende Barmittel vorzugsweise in US-Dollar mitzunehmen. Abgenutzte, beschädigte, stark geknickte oder verschmutzte sowie US-Dollar-Noten der Serien vor 1996 und 100-US-Dollar-Noten mit Seriennummern CB beginnend werden nicht akzeptiert. Es wird empfohlen, nur absolut neue, unbeschädigte und glatte Dollarnoten mitzuführen.
Neuwertige Scheine des Euro werden zunehmend in Rangun zum Umtausch akzeptiert. Der Geldumtausch sollte in den Wechselstuben stattfinden. Vom Umtausch bei Straßenhändlern wird dringend abgeraten.

Kommunikation

Die Möglichkeiten der Kommunikation mit dem Ausland sind stark störanfällig. Telefonverbindungen sind häufig defekt oder überlastet und internationale Ferngespräche sind sehr teuer. Mitgebrachte SIM-Karten funktionieren nicht immer, es können vor Ort, am Flughafen Rangun lokale SIM-Karten erworben werden.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Aktuelle medizinische Hinweise

Die hat im Januar 2019 einen fehlenden Impfschutz gegen Masern zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Eine Überprüfung und Ergänzung des Impfschutzes gegen Masern für Erwachsene und Kinder wird daher spätestens in der Reisevorbereitung dringend empfohlen.

Impfschutz

Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird nur für die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet gefordert, siehe www.who.int. Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.
Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene anlässlich jeder Reise zu überprüfen und zu vervollständigen.
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Influenza, Pneumokokken und Herpes Zoster (Gürtelrose). Die Impfung gegen Influenza schützt auch gegen die Schweinegrippe H1N1, die in Myanmar zuletzt 2017 ausbrach.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A und Poliomvelitis (Kinderlähmung), bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut, Typhus und Japanische Enzephalitis empfohlen.

Dengue-Fieber

Dengue-Fieber wird durch den Stich hauptsächlich tagaktiver, infizierter Mücken übertragen. Eine Impfung oder Chemoprophylaxe ist nicht möglich. Dengue Fieber tritt in Myanmar häufig auf, vorwiegend während der Regenperioden. Stadtgebiete sind oftmals stark betroffen, mit einem Übertragungsrisiko ist aber landesweit zu rechnen. Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen, siehe Merkblatt Expositionsprophylaxe.

Zika-Virus-Infektion

Gemäß der Weltgesundheitsorganisation () wird Myanmar als Land mit einer möglichen Übertragbarkeit von Zika-Viren klassifiziert, Kategorie 1 bzw. 2 der aktuellen -Einteilung, auch wenn aktuell keine neuen Erkrankungsfälle dokumentiert werden.
Das Übertragungsrisiko kann dabei sowohl regional als auch saisonal erheblich variieren.
In Anlehnung an die derzeitigen -Empfehlungen empfiehlt das Auswärtige Amt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von vermeidbaren Reisen in Regionen der o.g. -Kategorie 1 oder 2 abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist.
Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion und deren Prävention finden Sie im mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. () sowie dem Robert Koch-Institut (RKI) abgestimmten Merkblatt Zika-Virus.

Chikungunya-Fieber

Chikungunya Fieber ist analog zu Dengue eine durch den Stich infizierter Mücken übertragene Viruserkrankung mit Fieber und vorrangig z. T. langanhaltenden Gelenkschmerzen, die in Myanmar immer wieder auftreten kann. Auch hier gibt es keine Schutzimpfung,

Japanische Enzephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen oft bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb ist ein sorgfältiger Mückenschutz (s.u.) und eine vorbeugende Schutzimpfung wichtig.

Malaria

In Myanmar besteht ganzjährig ein Malariarisiko, verstärkt in den Regenperioden (März - Dezember). Zunehmende Artemisinin-Resistenzen werden berichtet. Ein mittleres Risiko (höher in der Regenzeit, geringer in der Trockenzeit) besteht vor allem im Südosten (Karen, Kayah, Tenasserim, östliches Shan), besonders im Grenzgebiet zu Thailand sowie im Westen (südwestliches Chin mit Grenzgebiet zu Bangladesch und Indien). Ein geringes Risiko besteht in den übrigen Landesteilen. Höhenlagen über 1000m sowie die Stadtgebiete von Rangun und Mandalay gelten als malariafrei.

Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica (in Myanmar ca. 65% der Fälle) bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist eine schnelle Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Neben der immer notwendigen Expositionsprophylaxe ist je nach Reiseprofil die Mitnahme einer Notfallselbsttherapie sinnvoll, siehe www.dtg.org. Hierfür wird in Myanmar nur Atovaquon/Proguanil (Malarone®) empfohlen. Die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden eine Expositionsprophylaxe empfohlen. Speziell sollte auf folgende Punkte geachtet werden:,
- körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden)
- tagsüber (Dengue!) und in den Abendstunden und nachts (Malaria, Japanische Enzephalitis!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen
- unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen

HIV/AIDS

HIV/AIDS ist mittlerweile auch in Myanmar, insbesondere in größeren Städten und in den Grenzgebieten, ein gravierendes Problem. Gefährdet sind alle, die Infektionsrisiken eingehen: ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen, Tätowierungen und Bluttransfusionen können ein lebensgefährliches Risiko bergen. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Durchfallerkrankungen

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden. Wenn Sie Ihre Gesundheit während Ihres Aufenthaltes nicht gefährden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise:
Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, Flaschenwasser, nie Leitungswasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen, Schälen oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht durchführen, Einmalhandtücher verwenden.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelmäßig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und damit Übertragung einer Tollwut. Die notwendigen medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Myanmar nicht immer möglich. Einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung für Reisen nach Myanmar eine besondere Bedeutung zu.

Vogelgrippe/Aviäre Influenza

Auch in Myanmar tritt die die klassische Geflügelpest (hochpathogene Form der aviären Influenza, "Vogelgrippe") auf. Bei Reisen im Land sollte daher auf Kontakt mit Vögeln und Geflügel verzichtet werden, insbesondere auf den Besuch von Geflügelmärkten. Bitte beachten Sie auch die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlichten aktuellen Informationen für Reisende zur Vogelgrippe.

Tuberkulose

Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. Oft fehlen auch europäisch ausgebildete englisch-/französischsprechende Ärzte. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs von den z. T. hohen Temperaturen geschützt werden.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben, siehe www.dtg.org.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden können nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinische Versorgung ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ oder hygienisch problematisch. Oft fehlen auch europäisch ausgebildete, Englisch oder Französisch sprechende Ärzte.

In Notfällen kann Rat bei der SOS-Klinik (Myanmar SOS International Ltd, Inya Lake Hotel, 37 Kaba Aye Pagoda Road, Mayangone Township, Yangon, Tel: (+95) (01) 66 78 77 (rund um die Uhr), oder (+95) (01) 66 78 71. Internet: www.internationalsos.com) in Rangun eingeholt werden, die auch Rettungsflüge organisiert.

Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs der z.T. hohen Temperaturen wegen geschützt werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber 1 -
Malaria 3 -
Typhus & Polio Ja -
Essen & Trinken 4 -
Cholera 2 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt oder Transit in den von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen. Ausgenommen sind Transitreisende, die in den Infektionsgebieten den Transitraum nicht verlassen haben sowie Transitpassagiere, die in Myanmar den Flughafen nicht verlassen.

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, ein geringes Risiko einer Infektion besteht jedoch. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.

[3] Malariarisiko besteht ganzjährig in allen Landesteilen unter 1000 m außer in den größeren Städten der Distrikte Yangon und Mandalay. Am höchsten ist das Risiko in den entfernter gelegenen ländlichen, hügeligen und bewaldeten Gegenden. Die vorherrschende gefährlichere Form Plasmodium falciparum soll stark gegen Chloroquin- und Sulfadoxin/Pyrimethamin resistent sein. In der Provinz Schan ist die Form P. falciparum resistent gegen Melfloquin. Die weniger gefährliche Form Plasmodium vivax ist gegen Chloroquin resistent.
[4] Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Milch ist nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser weiterverarbeiten. Milchprodukte aus ungekochter Milch am besten vermeiden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von Schweinefleisch, rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.

Andere Risiken

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit besonders von Juni bis Oktober vor. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

Die ebenfalls durch Mücken übertragene Filariose kommt landesweit vor.

Ein Risiko für das durch Kleiderläuse übertragene Fleckfieber besteht landesweit. Man schützt sich durch konsequente Körperhygiene und regelmäßigen Wäschewechsel.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

HIV/AIDS ist mittlerweile auch in Myanmar, insbesondere in größeren Städten und in den östlichen Grenzgebieten, ein gravierendes Problem. Gefährdet sind alle, die Infektionsrisiken eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein lebensgefährliches Risiko bergen.

Erhöhtes Ansteckungsrisiko für Japanische Enzephalitis besteht in ländlichen Gebieten von Mai bis Oktober.

Die Pest kommt landesweit vor. Der Schutz vor Ratten und Flöhen durch sichere Schlafplätze und häufigeres Wäschewechseln sowie das Fernhalten von bereits Erkrankten reduzieren die Ansteckungsgefahr. Bei beruflicher Tätigkeit in Pestgebieten empfiehlt sich die prophylaktische Einnahme von Antibiotika.

Tollwut kommt landesweit vor. Asien gilt als der Kontinent mit den meisten Tollwuterkrankungen. Übertragung hauptsächlich durch streunende Hunde und Katzen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Aktuell ist Myanmar von einem Schweinegrippe-Ausbruch betroffen, ein regionaler Schwerpunkt ist Yangon. Eine Grippeimpfung bietet Schutz vor der Ansteckungsgefahr.

Reisewarnung

Überblick

Stand - Wed, 17 Apr 2019 15:30:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Wed, 17 Apr 2019 15:38:43 +0200)

Letzte Änderungen:
Redaktionelle Änderungen

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Innenpolitische Lage/Terrorismus
In Teilen des Kachin State bzw. nördlichen Shan State werden weiterhin bewaffnete Konflikte zwischen Rebellenarmeen und dem myanmarischen Militär ausgetragen, bei denen es auch zu Todesopfern kam. Dies betrifft auch die Städte Lashio und Hsipaw bzw. deren Umgebung. Viele Menschen sind auf der Flucht, Grenzübergänge zu China wurden teilweise geschlossen.
In einigen Grenzregionen, in denen bewaffnete Rebellengruppen operieren (Teile des Chin State und der Sagaing Region, Teile der Shan, Mon, Kayin, Karen und Kayah States) bleibt die Lage angespannt. Besondere Vorsicht ist hier geboten. Ungekennzeichnete Minenfelder stellen eine zusätzliche Gefahr dar.
Es kommt im Rakhine State immer wieder zu ethnisch motivierten Zusammenstößen. Insbesondere in der Stadt Mrauk-U und umliegenden Gemeinden finden seit Anfang 2019 verstärkt Kampfhandlungen statt. Die touristischen Städte Ngapali und Sittwe sind derzeit nicht betroffen. In einigen Teilen Rakhines bestehen jedoch Ausgangssperren. Der Aufenthalt in den Grenzregionen ist nur mit besonderer Genehmigung gestattet.
Von Reisen in die oben genannten Regionen wird derzeit abgeraten.

Politisch motivierte Gewalttaten können nicht ausgeschlossen werden. Immer wieder werden in Myanmar Sprengstoffanschläge verübt, bei denen es auch zu Toten und Verletzten kommt.
Bei Demonstrationen in größeren Städten des Landes besteht stets die Gefahr, dass sie von Sicherheitskräften gewaltsam aufgelöst werden.
Reisenden wird empfohlen, sich von eventuellen Protestzügen und Demonstrationen fernzuhalten. Auch zunächst friedliche Proteste können unvermittelt in gewalttätigen Auseinandersetzungen enden.

Naturkatastrophen
Myanmar befindet sich in einer seismisch aktiven Zone, in der mit Erdbeben gerechnet werden muss. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben, Vulkanen und Tsunamis bietet das Deutsche GeoForschungsZentrum.
In den Küstenregionen treten während des Monsuns von Mai bis Oktober Zyklone auf. Reisende in dieser Zeit in dieser Region werden gebeten, ggf. die Hinweise zu Wirbelstürmen im Ausland zu beachten.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in der Krisenvorsorgeliste zu registrieren, um eine schnelle Kontaktaufnahme in einem Notfall zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Infrastruktur/Straßenverkehr
Es gibt ein Inlandsflugnetz, Eisenbahnen, Busverbindungen und Taxis. Die Sicherheit des zivilen Flugverkehrs innerhalb Myanmars kann im Einzelfall durch veraltetes bzw. mangelhaft gewartetes Fluggerät lokaler Luftverkehrsgesellschaften beeinträchtigt sein.
Für Inlandsflüge beträgt die Flughafengebühr MMK 1000,-. Die Flughafengebühr ist in den Ticketpreisen enthalten. In Ausnahmefällen wird sie beim Check-in fällig. Es ist zu beachten, dass auch bei Inlandsflügen Passkontrollen stattfinden können.
Während des Monsuns kann es im ganzen Land zu Unterbrechungen der Verkehrsverbindungen kommen. Insbesondere Landstraßen im Gebirge oder in der Nähe von Flussläufen, aber auch Bahnverbindungen, können tagelang unpassierbar sein.
Der schlechte Straßenzustand und das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer bilden ein erhebliches Unfallrisiko, das bei Dunkelheit noch erhöht wird.
Straßensperren der Polizei, des Militärs und anderer Behörden sind auf den Überlandstraßen an der Tagesordnung. Hotels und Gästehäuser müssen der Polizei die Passdaten ihrer Übernachtungsgäste zur Verfügung stellen. Reisende sind deshalb verpflichtet, ihren Reisepass ständig bei sich zu führen. Es empfiehlt sich, zusätzlich eine Passkopie zu fertigen und diese getrennt vom Original aufzubewahren.

Führerschein
Deutsche und internationale Führerscheine werden in Myanmar nicht anerkannt.

Reisegenehmigungen/Grenzübertritte in Nachbarländer
Es bestehen staatliche Reisebeschränkungen für die meisten Grenzgebiete, aber auch für andere Landesteile. Reisen in diese Gebiete sowie Ein- und Ausreisen auf dem Landweg erfordern besondere Reisegenehmigungen.
Es gibt eine geringe Anzahl von Grenzübergangsstationen aus den Nachbarländern, die jedoch ohne vorherige Ankündigung geschlossen werden können:
-           Tachilek (Shan-Staat) – Mae Sai (nördliches Thailand)
-           Kaw Thoung (Thantharyi) – Ranong (südliches Thailand)
-           Myawady (Kayin) – Mae Sot (Thailand)
-           Hteekhee (Thantharyi) – Phunaron (Thailand)
-           Tamu (Chin-Staat) – Morei (Indien)
Reisende, die über diese Grenzübergänge einreisen, benötigen ein gültiges Visum. Die Ausreise über die internationalen Flughäfen Rangun, Mandalay und Naw Pyi Taw nach der Einreise über Land ist zulässig.
Der Grenzübergang Muse (Shan-Staat) – Ruili (China) ist nur für Handel geöffnet, nicht für Touristen.
Ausnahmen bedürfen staatlicher Genehmigung, die mindestens 14 Tage vorher zu beantragen ist. Selbst nach Erteilung von Ausnahmegenehmigungen ist es nicht auszuschließen, dass die örtlichen Behörden Schwierigkeiten bei der Ausreise bereiten. Vor illegalem Grenzübertritt wird dringend gewarnt.
Es wird empfohlen zu prüfen, inwieweit für Reisen in entfernte Landesteile eine Reisegenehmigung erforderlich ist. Ausländische Reisende, die ohne erforderliche Reisegenehmigung angetroffen werden, müssen mit Haftstrafen rechnen.
Informationen zu Reisebeschränkungen und zu eventuell erforderlichen Genehmigungen können beim Ministry of Hotels and Tourism of Myanmar eingeholt werden.

Konsularische Unterstützung
Die entsandten Beschäftigten der deutschen Botschaft in Myanmar unterliegen Beschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit im Land, die durch die myanmarische Regierung verfügt wurden. Schneller konsularischer Beistand durch die deutsche Botschaft kann daher, aber auch wegen der unzureichenden Infrastruktur und Kommunikationseinrichtungen, außerhalb der touristischen Zentren nicht immer sichergestellt werden.

Besondere Verhaltenshinweise
Myanmar ist ein überwiegend buddhistisches Land. Religiöse Rituale und Zeremonien haben einen großen Einfluss auf das Alltagsleben und dürfen nicht gestört werden. Reisende sollten ihr Verhalten und ihre Kleidung den lokalen Gepflogenheiten und religiösen Empfindsamkeiten anpassen.
Die Einfuhr und Verwendung von Drohnen ist ohne besondere Genehmigung verboten und strafbar, siehe Besondere strafrechtliche Vorschriften.

Geld/Kreditkarten
Landeswährung ist der Kyat (MMK). Auch wenn derzeit erneut der Versuch unternommen wird, den myanmarischen Kyat als Hauptzahlungsmittel zu etablieren, könnten bestimmte Leistungen (u.a. Hotels, Inlandsflüge, Zug- und Schiffsfahrscheine, Eintrittsgebühren) von Reisenden nur in US-Dollar  bezahlt werden.
Kreditkarten werden zunehmend anerkannt, allerdings mit z.T. hohen Gebühren. Barabhebungen mit Bank- oder Kreditkarten sind an zahlreichen Geldautomaten landesweit möglich. Reisende sollten sich jedenfalls darauf einstellen, viele Zahlungen weiterhin in bar leisten zu müssen und daher ausreichende Barmittel vorzugsweise in US-Dollar mitzunehmen. Abgenutzte, beschädigte, stark geknickte oder verschmutzte sowie US-Dollar-Noten der Serien vor 1996 und 100-US-Dollar-Noten mit Seriennummern CB beginnend werden nicht akzeptiert. Es wird empfohlen, nur absolut neue, unbeschädigte und glatte Dollarnoten mitzuführen.
Neuwertige Scheine des Euro werden zunehmend in Rangun zum Umtausch akzeptiert. Der Geldumtausch sollte in den Wechselstuben stattfinden. Vom Umtausch bei Straßenhändlern wird dringend abgeraten.

Kommunikation
Die Möglichkeiten der Kommunikation mit dem Ausland sind stark störanfällig. Telefonverbindungen sind häufig defekt oder überlastet und internationale Ferngespräche sind sehr teuer. Mitgebrachte SIM-Karten funktionieren nicht immer, es können vor Ort, z.B. am Flughafen Rangun lokale SIM-Karten erworben werden.

Versorgung im Notfall
Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Alle Reisedokumente müssen sechs Monate über das Ende der Reise hinaus gültig sein.

Von der Einreise mit einem als gestohlen/verloren gemeldetem und wieder aufgefundenem Reisedokument wird dringend abgeraten. Auch wenn die örtliche deutsche Polizei bzw. Passbehörde die Fahndung nach diesem Dokument aufgehoben hat, besteht auch nach mehreren Monaten oder Jahren keine Garantie, dass diese Information auch an den Grenzkontrollstellen in Myanmar vorliegt. Dies führt zur Verweigerung der Einreise und Verpflichtung zur sofortigen Rückreise, eine Einflussnahme durch die deutsche Botschaft in Rangun ist nicht möglich.

Visum
Deutsche Staatsangehörige benötigen zur Einreise nach Myanmar ein Visum. Zuständig für die Visumerteilung ist die Botschaft der Republik der Union Myanmar in Berlin.
Touristenvisa werden in der Regel nur für eine einmalige Ein- und Ausreise ausgestellt.
Aufgrund der hohen Zahl zu bearbeitender Visaanträge bei der Botschaft von Myanmar in Berlin werden telefonische oder E-Mail-Anfragen zum Stand einzelner Anträge nur sehr eingeschränkt beantwortet. Die Bearbeitung der Visumanträge und die Rücksendung des Passes können mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Reisende sollten dieses bei der Reiseplanung entsprechend berücksichtigen.

Bei Vorlage einer vollständigen Dokumentation zum Reisezweck können Geschäftsleute Visa bei Einreise (Visa-On-Arrival) erhalten, sofern diese über die internationalen Flughäfen Rangun und Mandalay erfolgt.

Es besteht für Touristen und für Geschäftsreisende auch die Möglichkeit, elektronisch ein Visum zu beantragen (eVisum). Mit einer Wartezeit von durchschnittlich fünf Tagen muss gerechnet werden.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes

Besondere Zollvorschriften

Die Ein- und Ausfuhr ausländischer Devisen ist in unbegrenzter Höhe zulässig; ausländische Besucher müssen jedoch Beträge, die (insgesamt) den Gegenwert von 10.000 US-Dollar übersteigen, deklarieren. Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung Kyat ist nicht gestattet.

Tragbare Computer (z. B. Laptops oder Notebooks) können ohne vorherige Genehmigung eingeführt werden. Das Gleiche gilt für Mobiltelefone. Die Einfuhr und der Betrieb von Satellitentelefonen wie auch von Drohnen bedürfen jedoch weiterhin der vorherigen Genehmigung durch das myanmarische Post & Telecommunications Department.

Einfuhrverbote bestehen u. a. für Waffen, pornographische Materialien, Spielkarten und Gegenstände, die die Staatsflagge Myanmars und/oder das Bildnis Buddhas oder myanmarischer Pagoden zeigen. Die Abbildungen von myanmarischen Sehenswürdigkeiten (Buddhas, Pagoden) auf Reiseführern sind unbedenklich.

Die Ausfuhr von Antiquitäten ist streng verboten. Zuwiderhandlungen können zu sofortiger Festnahme und mehrmonatiger Haft führen. Die Ausfuhr von Edelsteinen (sowohl ungeschliffen, als auch geschliffen und/oder gefasst), von Schmuck und Silber ist nur gegen Vorlage der Kaufquittung eines staatlich zugelassenen Händlers zulässig.

Nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen dürfen bestimmte Tiere und Erzeugnisse daraus nicht in die Bundesrepublik Deutschland eingeführt werden. Dazu gehören zum Bespiel Schildkröten/ Schildpatt. Nähere Informationen können beim Bundesamt für Naturschutz oder beim deutschen Zoll erlangt werden.

Ausnahmslos alle Reisegepäckstücke werden bei Ein- und Ausreise, aber auch auf Inlandsflügen durchleuchtet und vereinzelt auch von Hand durchsucht.

Zollinformationen zur Einfuhr von Waren sind direkt bei der Botschaft des Ziellandes zu erhalten. Nur dort kann eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Kritik an der Regierung ist unter Umständen strafbar und ausländische Besucher müssen immer noch damit rechnen, überwacht zu werden. Dies gilt auch für Äußerungen in den sozialen Medien. Politische Betätigung ist verboten. Ausländische Staatsangehörige sind bereits mehrfach wegen Verstößen gegen diese Bestimmungen inhaftiert und/oder ausgewiesen worden. In Einzelfällen wurden langjährige Haftstrafen verhängt.

Militärische Einrichtungen, Uniformierte sowie strategisch bedeutende Infrastruktureinrichtungen wie Brücken dürfen nicht fotografiert werden.

Die Verwendung von Drohnen auch an Urlaubsorten ohne besondere Genehmigung der myanmarischen Behörden ist verboten und kann zur Beschlagnahme der Drohnen und Verhaftung und Strafverfolgung führen. Insbesondere ist die Benutzung an oder über Militär- und Regierungsbehörden sowie religiösen Stätten als auch an touristischen Orten verboten.

Der Besitz schon geringer Mengen von Drogen, einschließlich so genannter „weicher Drogen", wird mit langjährigen Haftstrafen bestraft, in besonders schweren Fällen kann die Todesstrafe verhängt werden.

Myanmarische Vorstellungen zur Sexualmoral unterscheiden sich teilweise deutlich von denen in Europa oder anderen Ländern der Region.

Prostitution und der Besitz von pornographischen Materialien sind strafbar.

Homosexualität wird nicht ausdrücklich im myanmarischen Strafrecht genannt, kann jedoch unter Art. 377 des Penal Code („Unnatural Offences") verfolgt werden und zu einer bis zu lebenslänglichen Freiheitsstrafe führen. Tatsächliche Verurteilungen sind bislang nicht bekannt geworden, zumal die buddhistische Kultur gegenüber diskret geführten homosexuellen Beziehungen eine gewisse Toleranz aufweist. Ein offenerer Umgang mit Homosexualität ist z.B. in Form von Foto-Ausstellungen in jüngster Zeit in Rangun erkennbar, ansonsten aber derzeit in Myanmar nicht möglich.

Bei sexuellem Missbrauch von Kindern drohen langjährige Haftstrafen. Darüber hinaus werden solche Straftaten auch in Deutschland verfolgt.

Medizinische Hinweise

Aktuelle medizinische Hinweise
Die WHO hat im Januar 2019 einen fehlenden Impfschutz gegen Masern zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Eine Überprüfung und ggf. Ergänzung des Impfschutzes gegen Masern für Erwachsene und Kinder wird daher spätestens in der Reisevorbereitung dringend empfohlen.

Impfschutz
Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird nur für die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet gefordert, siehe www.who.int. Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.
Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene anlässlich jeder Reise zu überprüfen und zu vervollständigen.
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Influenza, Pneumokokken und Herpes Zoster (Gürtelrose). Die Impfung gegen Influenza schützt auch gegen die Schweinegrippe H1N1, die in Myanmar zuletzt 2017 ausbrach.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A und Poliomvelitis (Kinderlähmung), bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut, Typhus und Japanische Enzephalitis empfohlen.

Dengue-Fieber
Dengue-Fieber wird durch den Stich hauptsächlich tagaktiver, infizierter Mücken übertragen. Eine Impfung oder Chemoprophylaxe ist nicht möglich. Dengue Fieber tritt in Myanmar häufig auf, vorwiegend während der Regenperioden. Stadtgebiete sind oftmals stark betroffen, mit einem Übertragungsrisiko ist aber landesweit zu rechnen. Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen, siehe Merkblatt Expositionsprophylaxe.

Zika-Virus-Infektion
Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Myanmar als Land mit einer möglichen Übertragbarkeit von Zika-Viren klassifiziert, d.h. Kategorie 1 bzw. 2 der aktuellen WHO-Einteilung, auch wenn u.U. aktuell keine neuen Erkrankungsfälle dokumentiert werden.
Das Übertragungsrisiko kann dabei sowohl regional als auch saisonal erheblich variieren.
In Anlehnung an die derzeitigen WHO-Empfehlungen empfiehlt das Auswärtige Amt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von vermeidbaren Reisen in Regionen der o.g. WHO-Kategorie 1 oder 2 abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist.
Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion und deren Prävention finden Sie im mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG) sowie dem Robert Koch-Institut (RKI) abgestimmten Merkblatt Zika-Virus.

Chikungunya-Fieber
Chikungunya Fieber ist analog zu Dengue eine durch den Stich infizierter Mücken übertragene Viruserkrankung mit Fieber und vorrangig z. T. langanhaltenden Gelenkschmerzen, die in Myanmar immer wieder auftreten kann. Auch hier gibt es keine Schutzimpfung,

Japanische Enzephalitis
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen oft bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb ist ein sorgfältiger Mückenschutz (s.u.) und ggf. eine vorbeugende Schutzimpfung wichtig.

Malaria
In Myanmar besteht ganzjährig ein Malariarisiko, verstärkt in den Regenperioden (März – Dezember). Zunehmende Artemisinin-Resistenzen werden berichtet. Ein mittleres Risiko (höher in der Regenzeit, geringer in der Trockenzeit) besteht vor allem im Südosten (Karen, Kayah, Tenasserim, östliches Shan), besonders im Grenzgebiet zu Thailand sowie im Westen (südwestliches Chin mit Grenzgebiet zu Bangladesch und Indien). Ein geringes Risiko besteht in den übrigen Landesteilen. Höhenlagen über 1000m sowie die Stadtgebiete von Rangun und Mandalay gelten als malariafrei.

Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica (in Myanmar ca. 65% der Fälle) bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist eine schnelle Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Neben der immer notwendigen Expositionsprophylaxe ist je nach Reiseprofil die Mitnahme einer Notfallselbsttherapie sinnvoll, siehe www.dtg.org. Hierfür wird in Myanmar nur Atovaquon/Proguanil (z.B. Malarone®) empfohlen. Die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden eine Expositionsprophylaxe empfohlen. Speziell sollte auf folgende Punkte geachtet werden:,
- körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden)
- tagsüber (u.a. Dengue!) und in den Abendstunden und nachts (Malaria, Japanische Enzephalitis!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen
- ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen

HIV/AIDS
HIV/AIDS ist mittlerweile auch in Myanmar, insbesondere in größeren Städten und in den Grenzgebieten, ein gravierendes Problem. Gefährdet sind alle, die Infektionsrisiken eingehen: ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen, Tätowierungen und Bluttransfusionen können ein lebensgefährliches Risiko bergen. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Durchfallerkrankungen
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden. Wenn Sie Ihre Gesundheit während Ihres Aufenthaltes nicht gefährden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise:
Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen, Schälen oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht durchführen, ggf. Einmalhandtücher verwenden.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelmäßig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und damit Übertragung einer Tollwut. Die notwendigen medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Myanmar nicht immer möglich. Einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung für Reisen nach Myanmar eine besondere Bedeutung zu.

Vogelgrippe/Aviäre Influenza
Auch in Myanmar tritt die die klassische Geflügelpest (hochpathogene Form der aviären Influenza, „Vogelgrippe") auf. Bei Reisen im Land sollte daher auf Kontakt mit Vögeln und Geflügel verzichtet werden, insbesondere auf den Besuch von Geflügelmärkten. Bitte beachten Sie auch die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlichten aktuellen Informationen für Reisende zur Vogelgrippe.

Tuberkulose
Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. Oft fehlen auch europäisch ausgebildete englisch-/französischsprechende Ärzte. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs von den z. T. hohen Temperaturen geschützt werden.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben, siehe z.B. www.dtg.org.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden können nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Türkei Ja Ja Ja
Deutschland Ja Ja Ja
Österreich Ja Ja Ja
Schweiz Ja Ja Ja
Andere EU-Länder Ja Ja Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Ausreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Reisepässe, die ehemals als verloren oder gestohlen gemeldet waren, sollten zur Einreise nach Myanmar nicht genutzt werden. Inhabern von solchen Reisepässen kann die Einreise verweigert werden.

Anmerkung zum Reisepass

Die Einreise nach Myanmar ist nur per Flugzeug und Schiff sowie über den Landweg von Thailand aus an den Grenzübergängen Tarchilek, Myawady und Kawthaung möglich.

Visainformationen

Allgemein erforderlich.

Visum bei der Einreise (nicht für Touristen erhältlich)

An den internationalen Flughäfen Yangon und Mandalay sowie an den Grenzübergängen Tarchilek, Myawady und Kawthaung zwischen Thailand und Myanmar erhalten Bürger mit der Nationalangehörigkeit u.a. der folgenden Länder ein Entry-Visa (max. 28 Tage Aufenthalt, für Meetings, Workshops und Events), ein Transit- (max. 24 Stunden Aufenthalt, nicht verlängerbar) oder ein Geschäftsvisum (max. 70 Tage Aufenthalt, verlängerbar) gegen Vorlage eines Reisepasses, gültiger Rückflugtickets und zwei Passbildern, eines Visumantrages (erhältlich bei den Fluggesellschaften) und von zahlreichen weiteren Dokumenten, zu denen die Botschaft von Myanmar und das Ministry of Immigration nähere Auskunft erteilt:

(a) Deutschland, Österreich, die Schweiz und alle EU-Länder.

e-Visum für Touristen

U.a. die folgenden Nationalitäten können ein e-Visum für eine einmalige Einreise und für einen Aufenthalt von max. 28 Tagen online auf evisa.moip.gov.mm beantragen. Die Inhaber eines e-Visums müssen innerhalb von drei Monaten nach Ausstellung des Visums an den Flughäfen Yangon (RGN), Mandalay (MDL) und Nay Pyi Taw (NYT) einreisen und über ein aktuelles Passbild in Farbe sowie über einen Reisepass mit einer Mindestgültigkeit von 6 Monaten verfügen: 

(a) Deutschland, Österreich, die Schweiz und alle EU-Länder. 

(b) Türkei.

Ist während des Aufenthalts in Myanmar mit e-Visum der Besuch eines Nachbarlandes geplant, wird für die Wiedereinreise ein zweites e-Visum benötigt. 

e-Visum für Geschäftsleute

U.a. die folgenden Nationalitäten können ein e-Visum für eine einmalige Einreise und für einen Aufenthalt von max. 70 Tagen online auf evisa.moip.gov.mm/ beantragen. Die Inhaber eines e-Visums müssen innerhalb von drei Monaten nach Ausstellung des Visums an den Flughäfen Yangon (RGN), Mandalay (MDL) und Nay Pyi Taw (NYT) einreisen und über ein aktuelles Passbild in Farbe, ein Einladungsschreiben, die Firmenregistrierungsnummer sowie über einen Reisepass mit einer Mindestgültigkeit von 6 Monaten verfügen: 
 
(a) Deutschland, Österreich, die Schweiz und alle EU-Länder. 

Ein reguläres Visum von der Botschaft wird jedoch in allen Fällen dringend empfohlen.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Kinderreisepass bis zum vollendeten 12. Lebensjahr oder eigener Reisepass (dringend empfohlen).

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Bearbeitungsdauer

In Berlin zurzeit bis zu mehreren Wochen.

e-Visum: Bis zu 5 Arbeitstage.

Zurzeit ist keine Expressbearbeitung möglich.

Gültigkeit

Touristenvisum: 3 Monate ab Ausstellungsdatum für einen Aufenthalt von bis zu 28 Tagen (nicht verlängerbar).
Geschäftsvisum: 3, 6 oder 12 Monate für Aufenthalte von jeweils bis zu 90 Tagen (verlängerbar)
Besuchsvisum: 1 Monat (Schweiz: 3 Monate) für einen Aufenthalt von bis zu 28 Tagen (verlängerbar).

Transit

Transitreisende, die mit demselben Flugzeug weiterfliegen, über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Touristen- und Geschäftsvisum, Transitvisum, Besuchervisum. Es gibt auch e-Visa für Touristen und für Geschäftsleute. Es wird jedoch empfohlen, mit einem Visum einzureisen, das bei der zuständigen konsularischen Vertretung beantragt wurde. 

Kosten

Deutschland und Österreich

Touristenvisum: 40 € (3 Monate gültig, max. Aufenthalt 28 Tage, auch für Kinder unter 7 Jahren).

Besuchsvisum: 50 € (einmalige Einreise, max. 70 Tage Aufenthalt, 3 Monate gültig)
 

Geschäftsvisum:
50 € (einmalige Einreise, max. 70 Tage Aufenthalt, 3 Monate gültig),
380 € (mehrmalige Einreise, max. 70 Tage Aufenthalt, 6 Monate gültig),
570 € (mehrmalige Einreise, max. 70 Tage Aufenthalt, 12 Monate gültig).

e-Visum für Touristen: 50 US$.

e-Visum für Geschäftsleute: 70 US$.

Schweiz
(Gebühren beim Generalkonsulat von Myanmar in Genf)

Touristenvisum: 40 CHF.

Besuchsvisum: 50 CHF (4 Wochen Aufenthalt, 3 Monate gültig).

Geschäftsvisum:
200 CHF (einmalige Einreise, bis 3 Monate gültig),
400 CHF (mehrfache Einreise, 3 oder 6 Monate gültig),
600 CHF (mehrfache Einreise, 12 Monate gültig).

Visum bei der Einreise

Visa-on-Arrival für Geschäftsleute (max. 30 Tage Aufenthalt): 50 US$.
Transitvisum (max. 24 Std. Aufenthalt): 20 US$.

 

Antrag erforderlich

Touristenvisum:
(a) 2 Antragsformulare (downloadbar auf der Internetseite der zuständigen diplomatischen Vertretung).
(b) 2 aktuelle Passfotos.
(c) Reisepass, der bei der Ausreise noch mindestens 6 Monate gültig ist.
(d) Report of Arrival-Formular.
(e) Buchungsbestätigung (Pauschalreise) bzw. Weiter-/Rückreiseticket.
(f) Gebühr (bar, Verrechnungsscheck oder Überweisung mit Beleg).

Geschäftsvisum:
(a) 2 Antragsformulare (downloadbar auf der Internetseite der zuständigen diplomatischen Vertretung).
(b) 2 aktuelle Passfotos.
(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist.
(d) Report of Arrival-Formular.
(e) Garantiebrief, dass die entsendende Firma im Wohnsitzland für alle Kosten der Reise aufkommt.
(f) Einladungsschreiben des Geschäftspartners oder der betreffenden Regierungsstelle in Myanmar.
(g) Schreiben der Firma mit genauen Angaben über Reisezweck und Aufenthaltsdauer sowie die finanzielle Situation des Antragstellers.
(h) Rückreiseticket.
(i) Gebühr (bar, Verrechnungsscheck oder Überweisung mit Beleg).

(j) Kopie des Handelsregisterauszugs (Certificate of incorporation) des einladenden Unternehmens.

 

Bei postalischer Antragstellung ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag beizulegen.

Geld

Geldwechsel

In Rangun wird der Euro (neue ungebrauchte Geldscheine) in Wechselstuben getauscht. Wegen Betrugsversuchen ist vom Umtausch auf dem Schwarzmarkt dringend abzuraten. Große Scheine bieten den besten Tauschkurs.

Währung

1 Kyat = 100 Pya. Währungskürzel: K, MMK (ISO-Code). Banknoten sind im Wert von 10.000, 5.000, 1.000, 500, 200, 100, 90, 50, 45, 20, 15, 10, 5 und 1 K und 50 Pya im Umlauf. Münzen im Wert von 100, 50, 25, 10, 5 und 1 Pya. Um den Schwarzmarkt zu unterbinden und die finanzielle Situation der Dissidentengruppen zu schwächen, werden gelegentlich bestimmte Banknoten ohne Vorwarnung für ungültig erklärt. US-Dollar und Euro werden nur in neueren und unbeschädigten Scheinen akzeptiert, in manchen Gegenden werden auch Singapur-Dollar als Zahlungsmittel angenommen.

Devisenbestimmungen

Die Landeswährung darf weder ein- noch ausgeführt werden. Keine Beschränkungen bei der Einfuhr von Fremdwährungen, Deklarationspflicht aller Zahlungsmittel ab einer Summe von 10.000 US$. Die Deklaration muss aufbewahrt werden, da die Ausfuhr auf die bei der Einreise deklarierte Summe beschränkt ist. Persönlicher Schmuck sollte bei der Einreise allenfalls deklariert werden, um beim Verlassen des Landes Schwierigkeiten zu vermeiden. Am Flughafen in Rangun finden regelmäßig Kontrollen statt. Daher sollten alle Quittungen zum Nachweis der im Lande ausgegebenen Summen aufbewahrt werden.

Kreditkarten

Kreditkarten werden zunehmend in Einkaufszentren und Hotels angenommen, jedoch muss man mit hohen Extragebühren rechnen.

Ausländische Touristen müssen bestimmte Leistungen wie Flüge, Zugtickets, Eintrittsgebühren, Schiffsreise und Hotelrechnungen in bar (oft in US-Dollar) bezahlen.

 

Reiseschecks

Die Akzeptanz von Reiseschecks nimmt stetig ab, weshalb eine alternative Geldversorgung ratsam ist.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 10.00-14.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Myanmar eingeführt werden (Personen ab 17 J.):

400 Zigaretten oder 100 Zigarren oder 250 g Tabak;
2 l Spirituosen;
150 ml Parfüm oder Eau de Toilette.

Verbotene Exporte

Nicht eingeführt werden dürfen Waffen, pornographische Materialien, Spielkarten und Gegenstände, die die Staatsflagge Myanmars und/oder das Bildnis Buddhas oder myanmarische Pagoden zeigen.

Quellenangaben
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Myanmar - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 06.06.2019 (Unverändert gültig seit: 17.04.2019)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Marco Polo - Myanmar, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2018-01
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 06.06.2019 (Unverändert gültig seit: 17.04.2019)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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