Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Montenegro

Steckbrief

Montenegro - Fakten

Ländername Montenegro (MNE), Crna Gora (CG)
Klima An der adriatischen Küste mediterran, im Landesinneren gemäßigt kontinental, in den Bergen relativ lange Winter mit viel Schnee
Beste Reisezeit Mai, Juni, September
Lage Staat an der Adria, auf dem Balkan; Nachbarn: Serbien, Albanien, Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, von Italien durch die Adria getrennt
Fläche 13.812 Quadratkilometer
Hauptstadt Podgorica, 140.000 (Stadt) bzw. 187.000 Einwohner (Gemeinde); Amtssitz des Präsidenten ist Cetinje (15.000 Einwohner, Stadt)
Bevölkerung (Volkszählung April 2011): 625.266 EinwohnerZusammensetzung in Kategorien der Volkszählung April 2011: 45 Prozent Montenegriner, 29 Prozent Serben, 8,6 Prozent Bosniaken, 3,3 Prozent Moslems, 5 Prozent Albaner, 1 Prozent Kroaten, 1 Prozent RomaBevölkerungswachstum: circa 0,4 Prozent (um Migrationssaldo bereinigt)
Sprache Montenegrinisch (überwiegend geschrieben in lateinischer Schrift, kyrillisch ist jedoch nach wie vor verbreitet). Albanisch ist im überwiegenden Siedlungsgebiet dieser Bevölkerungsgruppe (Städte Ulcinj und Tuzi) offizielle Unterrichtssprache in den Schulen. Schüler können dort zwischen Montenegrinisch und Albanisch wählen.
Religion 72 Prozent serbisch-orthodox, 3,5 Prozent römisch-katholisch, 16 Prozent muslimisch, Rest ohne Angaben (meist konfessionslos)
Staats-/Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Präsident Filip Vujanović (DPS), bereits Staatspräsident der Teilrepublik Montenegro in der Staatenunion Serbien und Montenegro (2003-2006), zuletzt gewählt am 7. April 2013
Regierungschef Premierminister Duško Marković (DPS), Amtsantritt: 28. November 2016
Außenminister Prof. Dr. Srdjan Darmanović (parteilos), Amtsantritt: 28. November 2016
Parlament 81 Abgeordnete, letzte Wahl: 16. Oktober 2016
Währung Euro
Zeitzone MEZ
Stromnetz 220 V/ 50 Hz
Reiseadapter Nicht notwendig
Kfz-Länderkennzeichen MNE
ISO-3166 ME, MNE
Internet-TLD .me
Landesvorwahl +382
Website http://www.gov.me/
Reisepass & Visum Nicht notwendig
Geeignet für Kultur, Outdoor, Meer, See, Wintersport

Geographie

Montenegro ist ein Gebirgsland von zum Teil über 2500 m Höhe, das in Richtung Adriatisches Meer steil abfällt. Die Küste ist buchtenreich. Es herrscht ein kontinentales bis mediterranes Klima.

Politik und Bevölkerung

2006 votierten 55,5 % der montenegrinischen Wahlberechtigten für die Auflösung des Staatenbundes mit Serbien. Nach dem Austritt aus dieser Union und der Übernahme der alleinigen Rechtsnachfolge Jugoslawiens durch Serbien, ist die junge Republik bemüht, die internationalen Abkommen zu erneuern. 45 % der Bevölkerung sind Montenegriner, 29 % Serben und etwa 14 % Bosniaken (oder ethnische Muslime). Drei Viertel aller Montenegriner sind serbisch-orthodoxen Glaubens.

Geschichte und Kultur

2006 erklärte sich Montenegro von Serbien unabhängig. Zuvor verlief die Geschichte der Republik quasi identisch mit der von Serbien.

Montenegro - Geschichte

Um 1200 v. Chr. Illyrer besiedeln die Gebiete rund um den Skutarisee
2. Jh. v. Chr. Das Römische Reich drängt die Illyrer zurück
7. Jh. n. Chr. Slawen dringen in die römische Provinz Duklja ein. Unter byzantinischer Herrschaft bildet sich das montenegrinische Fürstentum Zeta heraus
15.-18. Jh. Herrschaft Venedigs über die Küstenstädte Kotor, Ulcinj, Budva und Bar
1815-1918 Das Habsburger Reich kontrolliert Teile des Küstenstreifens
1878 Auf dem Berliner Kongress wird Montenegro als souveräner, unabhängiger Staat anerkannt
1918 Mit der Niederlage im Ersten Weltkrieg endet auch die Unabhängigkeit. Montenegro wird dem neuen Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen eingegliedert
Zweiter Weltkrieg 1941 beginnt die Okkupation Montenegros durch italienische Truppen. Unter der Führung von Milovan Ðilas schließen sich die montenegrinischen Partisanen Titos Aufstand gegen die Besatzungsmächte an. 1944 wird Montenegro befreit
1992 Nach Beginn der Balkankriege wird die Bundesrepublik Jugoslawien ausgerufen, bestehend aus Serbien und Montenegro
2006 Montenegro tritt aus dem Staatenbund Serbien-Montenegro aus
2012 Nachdem das Land bereits 2010 EU-Beitrittskandidat geworden ist, beschließt die EU die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen
2015 Die Verhandlungen über einen Nato-Beitritt des Landes werden fortgesetzt. Montenegro ist seit 2009 Beitrittskandidat
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaftt

Hercegovačka 10 | Podgorica | Tel. 020 441000 | Mobiltel. in Notfällen 067 211954 | www.podgorica.diplo.de

Österreichische Botschaft

Svetlane Kane Radević 3 | Podgorica | Tel. 020 201135 | podgorica-ob@bmeia.gv.at

Schweizer Generalkonsulat

Bulevar Sv. Petra Cetinjskog 1a | Podgorica | Tel. 020 245100 | www.eda.admin.ch

Notruf

Polizei Tel. 122, Feuerwehr Tel. 123, Notarzt Tel. 124, Bergwacht Tel. 040 256084

Denken Sie bei Anrufen mit nicht montenegrinischer SIM-Karte an die Ländervorwahl: 00382.

Internetzugang & Wlan

Die Zeiten, als Montenegro eine Internetwüste war, sind längst vorbei. Fast alle Hotels bieten WLAN an, die meisten Privatunterkünfte oder Campingplätze auch. WLAN-Hotspots in den Cafés sind ausgewiesen, auch manche Kneipen und Bars haben Internet. Im Prinzip gilt: je größer der Ort, desto besser die Internetanbindung. Wenn Sie mit dem Laptop unterwegs sind und ihn auch nutzen wollen, wenn es kein WLAN gibt, können Sie Internetkarten bei den Postämtern kaufen.

Telefon & Handy

Montenegro hat mehr Handys als Einwohner, drei Mobilfunkbetreiber buhlen um die Kundschaft: Telenor (069), m:tel (068) und T-Com (067). Die Minutenpreise sind höher als in Deutschland, auch Roaming sowie Internetverbindungen sind viel teurer. Wenn Sie vor Ort mit dem Handy telefonieren wollen, kaufen Sie am besten eine Prepaidkarte mit einer montenegrinischen Nummer am Zeitungskiosk oder im Supermarkt. Bei der Post gibt es Karten für Festnetzverbindungen, Sie können auch gleich vor Ort telefonieren. Wenn Sie innerhalb des Landes telefonieren, wählen Sie die Orts- bzw. Mobilfunkvorwahl, die immer mit einer Null beginnt, und dann die Anschlussnummer. Telefonieren Sie vom Festnetz innerhalb eines Orts, entfällt die Ortsvorwahl. Bei Anrufen aus dem Heimatland nach Montenegro und umgekehrt wählen Sie die Landesvorwahl, gefolgt von der Orts- bzw. Mobilfunkvorwahl ohne die führende Null und der Anschlussnummer. Internationale Vorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Montenegro 00382.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Feste & Veranstaltungen

Viele Veranstalter geben genaue Termine erst kurz vor ihrem Event bekannt. Wenn auf dieser Seite kein Datum angegeben ist, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Website der Tourismusorganisation www.montenegro.travel.

Januar

Weihnachten mal ganz anders: mit heidnischen Ritualen, orthodoxen Kirchenchören und farbenfrohen Prozessionen. Heiligabend am 6. Jan. ist ein besonderes Ereignis, das in Kirchen und Klöstern groß gefeiert wird. Ein Eichenast, der badnjak, soll Glück bringen.

Februar

Mimosenfest in Herceg Novi: Mit buntem Treiben werden an einem wechselnden Termin die ersten Mimosenblüten an der Uferpromenade begrüßt. Gelb, laut und empfehlenswert!

In der Karnevalszeit Maskenbälle und bunte Prozessionen entlang der Küste, unter anderem beim Karneval in Kotor

April

Palmsonntag (Vrbica) ist bei den Orthodoxen ein Kinderfest. Kränze aus Palmzweigen werden geflochten, eine kleine Glocke klingelt und Popen segnen die Festtagsprozession mit Weihrauch.

Jazz am Mittag heißt es am 30. April. Dann wird in zehn großen Städten, unter anderem Podgorica, Budva und Kotor, der Internationale Jazztag gefeiert.

Mai

Freeclimber klettern an den steilen Kliffs von Kotor und Nikšić um die Wette beim Montenegro Cup.

Am 19. Mai findet landesweit die Nacht der Museen statt.

Geburtstag Titos: Auch wenn nicht alle Jugoslawen ihren sozialistischen Staat geliebt haben, ihren Präsidenten Tito haben sie innig verehrt. Am 25. Mai wird in Tivat mit Fahnen und Revolutionsgesängen sein Geburtstag gefeiert.

Juli

Die Fashion Week von Kotor zeigt Dior und Gucci, aber auch Kreationen einheimischer Designer.

Festival der Männerchöre in Perast. Die klape haben höchstens acht Mitglieder und tragen ihr Repertoire a cappella vor.

Tage der Olive: In den letzten Juliwochen dreht sich in Tivat alles um die Olive. Es gibt Öl und beste Bioprodukte zum Kosten und Kaufen.

Brückenspringen in Mojkovac: Wagemutige stürzen sich von der Tarabrücke in den Fluss und werden prämiert.

August

Beim Montenegro Filmfestival Anfang des Monats werden auf der Festung Kanli kula in Herceg Novi Filme aus der Region und aller Welt gezeigt. Englische Untertitel gibt es nicht immer, aber die Vorführungen unter freiem Himmel sind in jedem Fall ein Erlebnis.

In Rožaje zeigen kundige Sammler auf einer Pilz- und Kräutermesse alles, was in der Umgebung wächst.

Schwimmmarathon an der Küste zwischen Bar und Sutomore

Sommerkarneval in Kotor und Petrovac

September

Foodmesse in Virpazar: Winzer, Obstbauern und Imker stellen ihre Produkte vor. Dazu gibt es Tanz und Gesang.

Oktober

Halloween in Budva: Hexen und Nixen haben einen Tag lang das Sagen.

Dezember

Am 31. Dez., kurz vor Mitternacht, sind in vielen Städten kostenlose Neujahrskonzerte unter freiem Himmel zu hören.

Feiertage

1./2. Jan. Neujahr
7./8. Jan. orthodoxes Weihnachtsfest
März/April Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag
1./2. Mai Tag der Arbeit
21. Mai Tag der Unabhängigkeit
13. Juli Tag der Staatsgründung
25.-27. Juni 2017, 15.-17. Juni 2018, 5.-7. Juni 2019 Bajramfest am Ende des Fastenmonats Ramadan
13. Nov. Geburtstag des Dichterfürsten Njegoš, Tag der Kultur
24./25. Dez. katholisches Weihnachtsfest
Mobilität vor Ort

Auto

Nationale Zulassung und nationaler Führerschein genügen. Die internationale grüne Versicherungskarte ist Pflicht und bei der Einreise an der Grenze vorzuzeigen. Höchstgeschwindigkeiten: innerorts 40 km/h, auf Landstraßen 80 km/h, auf Schnellstraßen 100 km/h. Fahrzeuge mit Anhänger dürfen höchstens 80 km/h fahren. Die Promillegrenze für Autofahrer liegt bei 0,5. Die Verkehrsstrafen sind empfindlich: überholen im Tunnel oder fahren bei roter Ampel: Führerschein weg; telefonieren im Auto: 20 Euro; unangeschnallt fahren: 15 Euro. Informieren Sie nach einem Unfall unbedingt die Polizei. Bei Pannen unterwegs hilft der Notdienst: Tel. 19807. Parkgebühren sind an der Küste extrem hoch, manchmal bis zu 15 Euro am Tag. Für die Sicherheit der Wagen wird selten garantiert.

Öffentliche Verkehrsmittel

Ein flächendeckendes Autobusnetz verbindet alle größeren Städte miteinander, auch an der Küste verkehren mehrere Linien regelmäßig zwischen den Hauptdestinationen. Tickets können sowohl am Busbahnhof (autobuska stanica) als auch beim Fahrer gekauft werden und sind, verglichen mit westeuropäischen Tarifen, sehr günstig. Die von Bar nach Belgrad verkehrende Bahn hält mehrmals täglich in Sutomore, Podgorica, Kolašin, Mojkovac und Bijelo Polje.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Seit einigen Jahren macht sich auch der Trend zu nachhaltiger Esskultur in Montenegro bemerkbar. Offiziell zertifizierte Biobauern gibt es zwar kaum. Doch in den Bergen gedeiht ohnehin alles auf natürliche Weise, und in der Küstenregion wachsen seit Jahrhunderten Oliven- und Feigenbäume. Die Landwirte können ihre lokal erzeugten Produkte - Honig, Käse, Schinken, Marmeladen und Olivenöl, Obst und Gemüse - aber nur auf Märkten oder Messen verkaufen, da große Supermärkte keine Abteilungen dafür haben. Bieten Restaurants Schinken und Käse aus der Region, können Sie davon ausgehen, dass sie tatsächlich von den Bauern aus den Bergen kommen.

Fast alle Restaurants an der Küste, aber auch viele Kneipen servieren Ihnen Meeresfische - gegrillt (na žaru), gekocht (lešo) oder als Eintopf (brodeto). Auch Muscheln in Weißwein (mušule buzara) oder gefüllten Tintenfisch (punjeni lignji) können Sie hier genießen. Im Mittelalter hinterließen die Venezianer nicht nur architektonische Spuren in Montenegro, auch ihre Kochkünste brachten sie mit. So sind die Einflüsse der feinen italienischen Küche in der Küstenregion noch heute in Pasta und Fischrezepten zu finden. Nudelgerichte und Pizza gibt es, als Fastfood, aber auch hoch im Norden.

Zwischen Küste und Bergen liegt die zweite, stark vom Fischreichtum des Skutarisees geprägte kulinarische Region Montenegros: Aale, Karpfen und Ukeleie kommen hier auf den Tisch, sie werden gegrillt, getrocknet, gekocht, geräuchert oder in der Pfanne gebraten. Einige dieser Fischspezialitäten können Sie auch in den Gaststätten der Hauptstadt Podgorica genießen.

Von Karpfen und Forellen (pastrmka) vielleicht abgesehen, endet in Podgorica die Hoheit der Fische in Pfanne und Kochtopf. Fleisch überwiegt - dementsprechend deftig gestaltet sich die Küche in den höheren Gefilden um Kolašin, Žabljak und Nikšić. Was Weiden und Höfe hergeben, kommt hier auf den Teller - hochwertige natürliche Zutaten, bei denen nicht nur Biofreunde voll auf ihre Kosten kommen. Unbedingt probieren sollten Sie einmal Lammfleisch, das unter dem mit Glut bedeckten Glockendeckel sač gegart wird. Am besten genießen Sie es in einer der traditionellen, runden Holzhütten (savardak). Der njeguški pršut (lufgetrockneter Schinken) und der Käse njeguški sir, der an Ricotta erinnert, stammen aus dem gleichnamigen Dorf Njeguši, das zwischen Cetinje und Kotor liegt. In kleinen, familienbetriebenen konobas (Tavernen) werden diese Köstlichkeiten entlang der Straße angeboten. Dazu bekommen Sie eine dicke Scheibe Brot, das jede Familie nach eigenem Rezept im Holzofen backt, und ein Glas medovina (altslawisches Honiggetränk) und genießen den einmaligen Blick auf das Lovćengebirge. Eine Köstlichkeit ist auch der Ziegenquark mladi kozji sir. Der beste kommt aus der Gegend von Kolašin im Nordosten.

Brot gehört in Montenegro zu jeder Mahlzeit dazu. Typisch ist das narodni hleb: Das staatlich subventionierte "Volksbrot" muss jede Bäckerei vorrätig haben. Ein Laib kostet etwa 0,50 Euro. Der Geschmack des Weißbrots lässt allerdings zu wünschen übrig, es ist etwas fad. Köstlich dagegen sind die typischen Teigtaschen (pita): Jufkablätter, die mit Käse (sirnica), Spinat (zeljanica) oder Fleisch (burek) gefüllt sind und mit einem Glas Joghurt gegessen werden. Fastfood des Balkans sind ćevapčići, würzige Fleischstäbchen, die mit Pommes und rohen Zwiebeln serviert werden, sowie pljeskavica (Hamburger). Beides können Sie in jedem Ort sogar am Kiosk kaufen.

An heißen Sommertagen reicht manchmal schon ein Salat: In šopska salata gehören Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Paprika und ein Häubchen aus Schafskäse. Auch kupus salata ist eine Delikatesse: Zum geraspelten Weißkohl werden schwarze Oliven in einer leichten Vinaigrette mit Olivenöl serviert.

Süßmäuler haben es in Montenegro schwer. Es gibt weder nachmittägliche Runden mit Kaffee und Kuchen, noch Konditoreien, wie man sie in Westeuropa kennt. Einen Ausweg bietet jedes bessere Restaurant, wo auf der Speisekarte das steht, was in früheren Zeiten die Österreicher nach Montenegro brachten: Palatschinke (palačinke). Diese Pfannkuchen werden klassisch mit Nüssen oder mit Marmelade gefüllt. In der moderneren Variante besteht die Füllung aus Nutella, das hier eurokrem heißt. Mit etwas Glück finden Sie auf der Karte auch einen Apfelstrudel (štrudla od jabuka) oder Pflaumenkuchen (pita od šljiva). Obwohl in Montenegro viele Früchte wachsen, steht Obstsalat (voćna salata) selten auf der Karte. Häufiger ist sladoled, Eiscreme. Wer sich an orientalische baklawa (Blätterteig mit Nüssen und Rosinen gefüllt) wagt, sollte das dazu servierte Glas Wasser nicht verschmähen: Es hilft, das süße Gebäck herunterzuschlucken. Viel zu süß für westeuropäische Zungen sind die verschiedenen Konfitüren und Marmeladen, die auf den Märkten und in Supermärkten verkauft werden. Dennoch: Die Feigenkonfitüre (marmelada od smokve) ist eine leckere Spezialität.

Wer mag, sollte auch die typischen Schnäpse des Landes kosten. Während man im Norden den Pflaumenschnaps šljivovica genießt, ist an der Küste der loza genannte montenegrinische Grappa (Alkoholgehalt ab 45 Prozent) beliebt. Beide werden in ganz Montenegro angeboten und oft zum Mokka oder Espresso getrunken. Na dann: einen guten Appetit (prijatno) und Prost (živjeli)!

Trinkgeld

In Cafés ist es üblich, kleinere Beträge aufzurunden. Für Touristen ist es jedoch angemessen, 10 bis 15 Prozent des Gesamtbetrags auf die Rechnung aufzuschlagen.

Einkaufen und Shoppen

Ein besonderes Einkaufserlebnis ist ein Besuch auf einem der Märkte Montenegros, die täglich und meist von morgens bis zum frühen Nachmittag stattfinden. Die Bauernmärkte in den Städten sind eine wahre Freude für Nase und Augen: Die ganze duftende, farbenfrohe Pracht der einheimischen Lebensmittel liegt auf Holztischen ausgebreitet. Besonders sehenswert ist der Bauernmarkt in Bar an der Adria.

Außerdem hat jeder Ort einen Markt, auf dem allerlei andere Produkte verkauft werden. Manchmal ist er dem Bauernmarkt angegliedert, meist ist er bunt, laut und vor allem preiswert. Einmal sollte jeder Montenegrobesucher dieses Schauspiel erleben. Einer der schönsten ist der Markt in Tuzi, einem kleinen Ort zwischen Podgorica und der albanischen Grenze. Wenn Sie in der Gegend sind, ist ein Shoppingbummel hier ein Muss. Zum Angebot der Märkte gehören z. B. günstige Kleidung (Vorsicht: auch Fälschungen von Designermarken!), Hüte aus Stoff und Leder, mit Muscheln beklebte Broschen oder Bierkrüge aus Holz.

Ein Kuriosum der Einkaufswelt hat Montenegros sozialistische Zeiten überlebt: In Schuhläden, Supermärkten, Kneipen und Hotels liegt das knjiga utisaka, das "Buch der Eindrücke" aus. In dem Heft sollen Kunden ihr Einkaufserlebnis bewerten. Positive Kritik wird gern gelesen.

Ikonen

Die orthodoxen Heiligenbilder als Andenken bekommen Sie nicht nur auf den Märkten, sondern auch in den klösterlichen Souvenirshops. Sie kosten nicht viel, sind auch nicht viel wert, sehen aber bunt und hübsch aus. Wenn "richtig alte" Ikonen angeboten werden, ist Vorsicht geboten: Sie sind teuer und meistens gefälscht.

Kunsthandwerk

An langen Winterabenden wird in den Bergen des Nordens geschnitzt, gestrickt und gehäkelt. Die Bergdörfer waren früher von Dezember bis März eingeschneit, die traditionellen Handarbeiten ließen die Zeit schneller vergehen und versorgten die ganze Sippe mit nützlichen Dingen. Heute lebt man auch in Montenegro in Kleinfamilien, doch in Handarbeit wird noch immer produziert - für die Touristen. Die kleinen Kunstwerke werden direkt vor dem Haus verkauft: Große, mit Blumenmotiven geschmückte Schalen oder einfache Bretter und Besteck in allen Größen warten auf Käufer. Auch auf den Märkten und in Souvenirläden werden Holzarbeiten angeboten. Aber Achtung: Wenn sie aus Teakholz sind, sollten Sie sie besser liegen lassen! Das sind billige Importe.

Die Pullis aus Schafswolle sind nicht unbedingt Haute Couture, doch sie sind warm und kuschelig - und manchmal etwas kratzig. Das liegt allerdings nur daran, dass die Wolle nicht mit Chemikalien imprägniert wird. Handgestickte Blusen und Kleider oder gehäkelte Tischdecken werden immer seltener, auch hier hat die Billigkonkurrenz aus Asien Montenegro erreicht.

Mode

Die Auswahl an Modegeschäften ist groß in Montenegro: Im mondänen Porto Montenegro in Tivat warten edle Boutiquen aus Glas und Marmor mit Nobelmarken wie Prada oder Jil Sander und mit italienischen Schuhen auf. Auf den Märkten dagegen bekommen Sie luftige Baumwollkleider für gerade 10 Euro. Einheimische Designerkleidung gibt es z. B. in den Modegeschäften der Altstädte von Budva, Kotor, Herceg Novi und Podgorica. Lange Kleider, weite Ärmel - viele der Stücke sind von traditionellen Trachten inspiriert und basieren auf alten Schnitten. Auch Verzierungen, oft mit Silber- oder Goldfäden, kommen zum Einsatz.

Silberschmuck

Wer sich für filigrane Arbeiten der lokalen Silberschmiede interessiert, findet eine Menge günstige Silberketten, Ringe und Armbänder in Ulcinj, an der albanischen Grenze. Die albanischen Silberschmiede sind für ihre Kunst bekannt. Ansässig sind die Geschäfte vor allem in der Ulca zlatara, der irreführend benannten "Straße der Goldschmiede".

Öffnungszeiten

Es gibt keine festen Öffnungszeiten. Geschäfte und Restaurants sind im Sommer oft bis Mitternacht geöffnet. Viele Ämter haben ab 16 Uhr geschlossen. Die Postämter sind an Werktagen zwischen 7 und 20 Uhr geöffnet, in der Touristensaison mitunter sogar länger.

FKK

Grundsätzlich gibt es kaum Möglichkeiten, in Montenegro nackt zu baden. Einer der wenigen FKK-Strände befindet sich auf der Insel Ada Bojana, in der Nähe von Ulcinj. In Ulcinj selbst ist ein kleiner Felsen für Naturisten reserviert. An der äußersten Spitze von Igalo liegt der kleine FKK-Strand Njivice. In anderen Orten fahren Fischerboote zu den kleinen Buchten, in denen FKK-Touristen baden. Vor Ort fragen!

Spezialitäten

balšića tava mit einer Sauce aus Eiern, Milch und Sahne überbackene Kalbfleischstreifen
bokeljski brodet Fischeintopf: Sprotten, Sardellen oder ähnlicher Fisch wird in einem Sud aus Zwiebeln, Weißwein, Olivenöl, Petersilie und Knoblauch gegart
crni rižot schwarzes Risotto, das seine ungewöhnliche Farbe durch Tintenfischtinte erhält
imam bajeldi gebratene Auberginenstücke mit Tomaten-Knoblauch-Zwiebel-Mischung
Krstač vollmundiger, trockener Weißwein
jagnjetina u mlijeku Lammfleisch in Milch gekocht und anschließend überbacken
kačamak käsige montenegrinische Polenta, die wie ihr italienisches Pendant aus Maismehl hergestellt wird
kajmak geschichteter Käse aus frischem, leicht gesäuertem Rahm
krap u tavu Karpfen aus der Pfanne, serviert mit Dörrpflaumen, Äpfeln und Quitten
Nikšićko pivo das Bier des Landes
njeguška šnicla paniertes, mit kajmak, Schinken und Schafskäse gefülltes Schweineschnitzel
paštrovski makaruli aus Vollkornweizenmehl hergestellte Nudeln, die mit Olivenöl und in Salzlake aufbewahrtem Käse serviert werden
pastrmka u kiselom mlijeku Forelle in Joghurt, wird kalt gegessen
priganice Weizenmehlspeise, in Öl frittiert und mit Honig serviert
riblja juha Fischsuppe
sir u ulju Schafskäse in Öl eingelegt
Vranac Pro Corde bester Rotwein, stärkt das Herz
Stichworte

Crna Gora

Es waren die Venezianer, die im Mittelalter den Namen Montenegro, "Schwarzer Berg", prägten, als sie Kotor, Budva und Ulcinj eroberten. Für den slawischen Namen des Landes gibt es aber eine weitere Übersetzung, denn das Wort gora kann neben Berg und Gebirge auch Wald oder Holz bedeuten. Wenn am Nachmittag die tief stehende Sonne auf die Nadelwälder des Durmitorgebirges scheint, dann schimmern die Berge dunkelgrün, fast schwarz. Deshalb nennen Montenegriner ihr Land Crna Gora, "Schwarzer Wald".

Ehre & Heldentum

Čojstvo i junaštvo - Ehre und Heldentum stehen in der patriarchalischen Gesellschaft von Montenegro seit eh und je an erster Stelle. Unzählige Denkmäler erinnern an frühere Heldentaten. Als die Türken auf dem Balkan herrschten, gelang es ihnen nicht, die Bewohner des bergigen Nordens zu unterwerfen - die Sage der ungebändigten Bergfürsten war geboren. Heute noch weiß jeder Montenegriner, welchem Clan (pleme) und welcher Bruderschaft (bratstvo) er angehört. Einer der größten Clans, Kuči, lebt in Medun bei Podgorica. Ihm ist dort sogar ein Museum gewidmet.

Frauen

Das Bild der schönen und klugen Montenegrinerin prägten vor gut 100 Jahren vier Töchter des letzten montenegrinischen Königs Nikola. Elena und Zorka wurden Königinnen von Italien und Jugoslawien, Anastazia und Milica lebten am russischen Hof. Ein solch angenehmes Dasein blieb den meisten anderen Montenegrinerinnen vorenthalten. In der archaischen Männergesellschaft, in der sie lebten, hatten sie nicht viel zu lachen. Verbürgt ist, dass noch bis in die 1960er-Jahre die Frau einige Schritte hinter ihrem Mann gehen musste, um ihm Respekt zu zollen. Ihre Rolle im Alltag war auf die Betreuung der Kinder und die Arbeit in der Küche begrenzt.

Im 21. Jh. hat sich das endlich geändert. Es sind vor allem junge Montenegrinerinnen, die, gut ausgebildet und selbstbewusst, langsam die von Männern dominierte Gesellschaft verändern. Zudem sind immer häufiger erfolgreiche Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anzutreffen. 2012 wurde etwa die 53-jährige Milica Pejanović-Ðurišić nach langer Karriere in der Politik zur Armeeministerin ernannt. Ljiljana Raičević gründete 1999 das Frauenhaus (Sigurna ženska kuća) in der Hauptstadt Podgorica und half damit unzähligen Frauen, die vor ihren gewalttätigen Männern geflohen waren. Die 65-Jährige nutzt jede Gelegenheit, um öffentlich die verkrusteten Strukturen des Alltags anzuprangern. 2006 wurde sie dafür von Amnesty International mit einem Preis geehrt.

In den entlegenen Dörfern der Bergregion, wie Tušine bei Šavnik, findet man heute noch ein Relikt aus den Zeiten, als Männer vermeintlich mehr wert waren als Frauen: virginas - "das dritte Geschlecht". Das sind Frauen, die als Männer leben müssen, wenn in einer Familie keine Söhne geboren wurden. Sie heiraten nicht, führen Haus und Hof und kleiden sich wie Männer.

Gesang

Der Tag des Familienschutzheiligen ist der wichtigste Festtag der orthodoxen Montenegriner und wird mit Freunden und Familie ausgiebig gefeiert. Dabei erklingen zum Volksinstrument gusle monotone Heldengesänge. Der Guslespieler (guslar) trägt nicht nur alte Stücke vor, sondern dichtet auch selbst neue Lieder. Vor allem im Norden des Landes ist diese Musik beliebt. Für die Ohren von Montenegrobesuchern ist sie allerdings eher gewöhnungsbedürftig.

Ungewohnt klingen auch die Lieder der Klageweiber (narikače), die bei Begräbnissen vorgetragen werden. Die herzzerreißenden Gesänge (tužbalice) dieser Todesbegleiterinnen wurden über Jahrhunderte hinweg überliefert und sind Teil der uralten Begräbnisrituale, die in den Bergen von Montenegro, Albanien und Serbien teilweise heute noch gepflegt werden. Die Institution der Klageweiber ist jedoch im Verschwinden begriffen. Im Nordosten Montenegros, bei Bijelo Polje und Kolašin, gibt es vereinzelt noch Bäuerinnen, die gegen eine kleine Gabe die Toten beweinen.

Habsburger

Die alte österreichisch-ungarische Botschaft in Cetinje ist vielleicht der deutlichste Ausdruck von mehr als 100 Jahren glanzvoller Herrschaft der Doppelmonarchie in Montenegro. Oder genauer: in Teilen Montenegros. Denn auf dem Wiener Kongress 1815 wurde dem Habsburger Reich nur das Gebiet um die Bucht von Kotor bis südlich von Budva zugestanden. Zu Beginn des 19. Jhs. hatte das österreichisch-ungarische Gebiet schon einmal kurze Zeit bis Cetinje gereicht, ehe Russen und dann Franzosen ihre Truppen schickten. Nach der Niederlage Napoleons hielt die Habsburger Herrschaft bis in den Ersten Weltkrieg hinein, weil auch auf dem Berliner Kongress 1878 der Küstenstreifen unter österreichische Oberhoheit gestellt wurde. Nicht nur architektonische Spuren haben die Habsburger in Montenegro hinterlassen: Palačinka (Pfannkuchen), escajg (Esszeug, Besteck) und paradajz (Tomate) gehören zum alltäglichen Sprachschatz.

Immobilien

Der Ausverkauf von Grund und Boden an Montenegros Küste scheint vorbei zu sein: Jeder Einheimische, der Land in der Nähe der Adria besaß, hat es zu Geld gemacht. Als 2008 ein Gesetz ausländischen Grund- und Immobilieneigentümern erlaubte, ihren Besitz auf den eigenen Namen eintragen zu lassen, explodierten die Preise. In den besten Lagen kostete der Quadratmeter Wohnfläche bis zu 3000 Euro. Man schätzt, dass heute 1,5 Mio. m2 in Händen von Ausländern sind. Serben stehen dabei traditionell an erster Stelle, knapp gefolgt von Russen, die ihre Datschas in Montenegro haben. Direkt an den Stränden sind Edelvillen und Luxushotels entstanden und haben den Zugang zum Meer versperrt. Der Bauboom zwischen Budva und Sv. Stefan hat die schönsten Strände Montenegros in gesichtslose Hotelstraßen verwandelt.

Jüdische Gemeinde

Im Herbst 2011 wurde die erste jüdische Gemeinde Montenegros gegründet, damals mit etwa 100 Mitgliedern die kleinste der Welt. 2012 wurde das Judentum als vierte Religion im Staat offiziell anerkannt. Rund 200 Juden leben in Montenegro, sie stammen meist aus interreligiösen Familien, in denen nur die Mütter jüdisch waren.

Der mittelalterliche jüdische Friedhof in der Bucht von Kotor ist eines der wenigen Zeugnisse des jahrhundertealten jüdischen Lebens im Land. Die Geschichte der montenegrinischen Juden begann im 15. Jh., zur Zeit der Inquisition, als Sepharden Spanien und Portugal verlassen mussten und sich auf dem Balkan niederließen. Während der Schoah fanden 62000 von 80000 Juden im damaligen Königreich Jugoslawien den Tod. Die wenigen montenegrinischen Juden flohen nach Albanien, wo der Großteil von ihnen überlebte.

Derzeit gibt es keine Synagoge in Montenegro. Das Geld fehlt, und es bleibt offen, wann ein Gotteshaus gebaut werden kann. Ohnehin fänden sich nicht genug Männer, um einen Synagogengottesdienst zu feiern. Es gibt nur sieben männliche Juden mit jüdischen Müttern, notwendig wären neun.

Njegoš, Dichterfürst

Petar II. Petrović Njegoš (1813-51) ist die vielleicht facettenreichste Persönlichkeit der montenegrinischen Geschichte. Der Bischof und Fürst, der früh an Tuberkulose starb, reformierte nicht nur das marode, in überholten Clanstrukturen verhaftete politische System des Kleinstaats und brachte das Land so näher an Europa. Er setzte auch der südslawischen Literatur mit dem "Bergkranz" (Gorski Vjenac) ein Denkmal, das bis zum Beginn der Balkankriege Pflichtlektüre in ganz Jugoslawien war. Thema: der heldenhafte Befreiungskampf seines Vorvorgängers Danilo I. gegen die Türken und - Kehrseite der Medaille - die Ermordung Tausender zum Islam Konvertierter. Viele aus der Volksdichtung entlehnte Verse schrieb Njegoš im "Bergkranz" zum ersten Mal auf, was die Vereinheitlichung der Schriftsprache entscheidend voranbrachte. Leseprobe: "Im Guten ist's ein Leichtes, gut zu sein/doch in der Not erkennt man erst den Helden."

Seine letzte Ruhestätte fand Njegoš in einem überdimensionierten Mausoleum auf dem Lovćen, dem von der Küste wie vom Hochland gleichermaßen sichtbaren "Olymp" Montenegros.

Ökostaat

1991 wurde der "ökologische Staat Montenegro" ausgerufen, heute existiert er nur noch auf dem Papier. Zu diesem Ergebnis kommt die NGO Green Home (www.greenhome.co.me), die sich mit Umweltfragen beschäftigt. Das Desinteresse der staatlichen Institutionen, die für den Umweltschutz verantwortlich sind, sei das größte Problem. Die Naturressourcen werden rücksichtslos vernichtet, fruchtbarer Boden wird in Bauland verwandelt. Der Bau eines Wasserwerks an der Tara konnte nur durch Menschenketten verhindert werden, die tagelang ausharrten.

Vor allem an der Küste wird die Gleichgültigkeit der Regierung erkennbar: Der enorme Wasserverbrauch in den riesigen Hotelburgen führt jedes Jahr im Sommer zu Wassermangel, der tägliche Stau an der Küstenstraße ist manchmal mehrere Kilometer lang. Tatsächlich arbeitet man mit aller Kraft daran, diese Probleme zu lösen. Straßen werden gebaut, die Wasserversorgung wird verbessert. Doch auch dabei bleibt der Umweltschutz auf der Strecke. Die Bebauung der Halbinsel Luštica steht bevor, und auch die majestätischen Bergzüge Durmitor und Bjelasica sollen erschlossen werden. Die Naturschutzorganisationen Montenegros kämpfen gegen diese Projekte, doch der Ausgang ist ungewiss.

Regen

An Regen denkt man kaum, wenn die Küstenregion von März bis Oktober in strahlendem Sonnenschein badet. Doch im Frühjahr und Spätherbst schummeln sich immer wieder einige nasse Tage dazwischen und beleben die vertrocknete Pflanzenwelt. Allerdings ist der montenegrinische Regen etwas Besonderes: Er dauert nur kurz und ist dafür umso heftiger. Sobald es losgeht, schießen Bäche aus den Bergen direkt ins Meer, es wird dunkel, die weißen Wellen schlagen hoch, es rauscht und donnert, dicke schwere Tropfen prasseln auf die Erde. Doch nach höchstens fünf Minuten ist alles vorbei. Pflanzen und Bäume duften betörend, die Luft ist kristallklar, die Sonne kommt zurück - wiederum für nur fünf Minuten, denn dann geht es von vorne los. Besonders heftig ist das Spektakel im bergigen Norden, wo es blitzt und donnert, während Unmengen von Wasser vom Himmel stürzen. Wer einen solchen Regentag erlebt hat, wird sich lange an die Naturgewalt und ihre Gerüche und Farben erinnern.

Russen

Seit Langem lieben die Montenegriner Majka Rusija, "Mutter Russland". Die Begeisterung ist historisch bedingt. Schon in den Türkenkriegen des 19. Jhs. kämpften die Soldaten des russischen Zaren an der Seite der Einheimischen. Stalin wurde von den montenegrinischen Kommunisten verehrt, selbst nachdem Tito mit der UdSSR gebrochen hatte. Heute wird die Liebe mit großer Leidenschaft erwidert: Die Russen haben Montenegro zu ihrer zweiten Heimat erkoren. Überall im Land gibt es russische Makler, die Wohnanlagen für ihre Landsleute verkaufen. Allein in Budva leben mehr als 10000 Russen. Sie hören lokales russisches Radio, ihre Enkelkinder besuchen russische Schulen. Russische Investoren haben mehr oder weniger erfolgreich in die montenegrinische Wirtschaft investiert, und 2013 kamen mehr als 300000 russische Touristen nach Montenegro - in einem Land, das selbst nur 625000 Einwohner zählt, eine imposante Zahl. Auch 2014, im Jahr der Ukraine-Krise, ließ der Besucherstrom aus Russland nicht nach.

Sprache

Nach der Gründung des neuen Staats wurde per Verfassung Montenegrinisch als Landessprache eingeführt. Bis dahin war Serbisch Amtssprache gewesen. Tatsächlich gibt es zwischen beiden nur winzige Unterschiede in Grammatik und Wortschatz. So heißt etwa Fluss im Montenegrinischen rijeka statt Serbisch reka, Welt svijet statt svet und morgen sjutra statt sutra. Die Ausdrücke dobar dan, guten Tag, und hvala, danke, sind gleich.

Die Frage aber, wer welche Sprache spricht, spaltet das Land und ist zum Politikum geworden. Laut der Volkszählung 2011 verständigen sich 36 Prozent der Einheimischen auf Montenegrinisch, aber 42 Prozent auf Serbisch. Die letztere Gruppe verlangt deshalb mehr Rechte für ihre Sprache, etwa Schulunterricht auf Serbisch in Gebieten, wo es die Mehrheit der Schüler spricht. Das ist im Norden des Landes der Fall. Es geht dabei nicht nur um die Sprache selbst. Seit Jahrhunderten bezeichnen und fühlen sich viele Montenegriner als Serben. Heute noch leben in der serbischen Hauptstadt Belgrad, der "zweitgrößten montenegrinischen Stadt", etwa 100000 Montenegriner. Im neu gegründeten Staat aber sollte alles "Montenegrinische" hervorgehoben und gestärkt werden - so auch die Sprache als Teil der nationalen Identität. Der seit Jahren andauernde Streit ist noch immer nicht beigelegt.

Die Albaner im Land - sie machen 5 Prozent der Bevölkerung aus - haben es leichter: Im Süden und Nordosten, wo auch Albanisch gesprochen wird, ist die Zweisprachigkeit gesetzlich festgelegt.

Bloss nicht!

Zu schnell fahren

Es kann anstrengend sein, wenn Busse oder Lastwagen den Verkehr bremsen und Sie hinterhertuckern müssen. Lassen Sie sich in solchen Momenten nicht dazu verleiten, aufs Gaspedal zu drücken, sondern lehnen Sie sich lieber zurück und fahren langsam. Auf den kurvenreichen Straßen Montenegros ist das sicherer. Zudem wachen überall Radarkontrollen oder Polizisten über die Einhaltung des Tempolimits.

Leitungswasser trinken

In vielen Ortschaften, vor allem an der Küste, fließt noch immer das sogenannte technische Wasser aus dem Hahn. Es ist kein Trinkwasser! Deshalb: Lieber eine Flasche Mineralwasser an den Strand mitnehmen, es löscht den Durst und schmeckt auch gut.

Die schwarzen Berge unterschätzen

Der bergige Norden ist noch immer ein touristischer Geheimtipp. Jedoch ist das Wetter auf 1500 m Höhe oft unberechenbar, und die Wege sind nicht immer so gut gekennzeichnet, wie man es aus deutschen Gebirgsregionen kennt. Deshalb ist es ratsam, in Gruppen von mindestens drei Personen auf Tour zu gehen und auf Wanderungen einen Bergführer mitzunehmen. Informieren Sie sich außerdem vorher über das Wetter. Geben Sie vor dem Beginn der Tour in Ihrer Unterkunft Bescheid, und nehmen Sie zur Sicherheit die Nummer Ihres Hotels mit.

Einfach ins Taxi steigen

Taxen gibt es, vor allem an der Küste, sehr viele, doch nicht alle Fahrer sind ehrlich. Das Taxameter hat nicht viel zu sagen, der vorher ausgemachte Preis aber gilt. Also: Bevor Sie in den Wagen steigen, fragen Sie, was die Fahrt kostet, und handeln Sie. Die meisten Fahrer sprechen ein paar Brocken Englisch. Wenn Sie längere Fahrten planen, holen Sie direkt am Taxistand verschiedene Angebote ein.

Moscheen mit Schuhen betreten

In kleineren muslimischen Gemeinden sind spontane Einladungen, Moscheen zu besichtigen, keine Seltenheit. Ziehen Sie davor Ihre Schuhe aus, wie die Muslime es auch tun! Für Besuche von Kirchen und Klöstern gilt: Betreten Sie die Gebäude nicht in allzu lockerer Kleidung. Orthodoxe Gläubige verlassen religiöse Orte übrigens rückwärts - mit Blick auf die Ikonen.

Fragen Nach Sprache und Religion stellen

Montenegro ist ein multikulturelles Land: Serben, Albaner, Kroaten und Bosnier leben hier, weniger als die Hälfte der Einwohner bezeichnen sich als Montenegriner. Die Lage ist kompliziert, der Streit um Sprache und Nation dauert an. Nicht minder kompliziert ist die Frage nach der Religionszugehörigkeit. Wenn Sie mit Einheimischen ins Gespräch kommen, reden Sie lieber übers Wetter, das ist unproblematisch.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

In Montenegro gibt es derzeit keine politisch begründeten Sicherheitsprobleme. Gelegentliche Spannungen in einigen Nachbarregionen (z.B. Kosovo) wirken sich nicht auf Montenegro aus.

Kriminalität

Die Alltagskriminalität (Kleinkriminalität) ist in Montenegros Städten tendenziell geringer als in manch anderen europäischen Metropolen. Dennoch sollten Touristen auch hier die übliche Sorgfalt walten lassen. Europäische Führerscheine und Reisedokumente sowie Reisedokumente mit europäischen Aufenthaltstiteln sind begehrtes Diebesgut.

Reisen über Land

Höhere Risiken liegen im Straßenverkehr, wo es durch schwierige Bergstrecken, teilweise schlechten Straßenzustand, fehlende Straßenschilder und häufig undisziplinierte Fahrweise zu überdurchschnittlich vielen Unfällen kommt. Landesunkundigen wird von Nachtfahrten außerhalb von Städten abgeraten. Besonders riskant sind die folgenden Strecken:
Budva - Cetinje - Podgorica.
Podgorica - Kolašin - Belgrad und
Podgorica - Danilovgrad - Nikšić.
Die Verkehrspolizei kontrolliert verstärkt Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen. Bußgeldzahlungen sollten nur gegen Ausstellung eines Belegs geleistet werden.

Naturkatastrophen

Montenegro liegt in einer seismisch aktiven Zone, weshalb es zu Erdbeben kommen kann. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben bietet das
In den Sommermonaten kommt es in Montenegro aufgrund der herrschenden klimatischen Bedingungen immer wieder zu Busch- und Waldbränden. Reisende sollten auf entsprechende Meldungen in den Medien und ggf. Hinweise der lokalen Behörden achten.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Zahlungsmittel

In Montenegro werden gängige Kreditkarten landesweit akzeptiert. Bankautomaten sind weit verbreitet. Die Akzeptanz von V-Pay und Maestro Bankkarten ist begrenzt. Diese können lediglich zum Abheben von Bargeld an wenigen Bankautomaten, nicht aber für allgemeine Zahlungsvorgänge genutzt werden.
In Montenegro ist der Euro (€) offizielle Währung.

Kfz-Haftpflicht

Die grüne Versicherungskarte gilt für Montenegro. Der Abschluss einer zusätzlichen Kfz-Haftpflichtversicherung ist somit im Regelfall nicht mehr erforderlich. Sofern keine Grüne Versicherungskarte mit entsprechendem Eintrag vorliegt, kann an den Grenzübergängen für PKW (+ ggfls. Zuschläge für Anhänger oder Wohnwagen) eine Haftpflichtversicherung für 15 Tage abgeschlossen werden, mit der Möglichkeit, diese um weitere 15 Tage zu verlängern. Die Kosten für Abschluss und Verlängerung liegen bei jeweils etwa 30,- Euro. Ohne gültige Haftpflichtversicherung wird die Einreise per Pkw nach Montenegro verweigert.

Kfz-Unfälle

Der Straßenverkehr in Montenegro ist mit weit größeren Risiken behaftet als in Deutschland. Diese ergeben sich aus dem oft schlechten Zustand der Straßen, dem häufig undisziplinierten Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer und der oft unzureichenden Absicherung am Fahrbahnrand, was im sehr gebirgigen Montenegro mit zahlreichen Schluchten eine große Gefahr darstellt. Zusätzlich ist auch in unübersichtlichen Kurven mit überholenden Fahrzeugen undisziplinierter Autofahrer zu rechnen. Eine verhältnismäßig hohe Zahl von Unfallopfern ist die Folge.

Bei Verwicklung von Ausländern in Kfz-Unfälle kommt es insbesondere bei Fällen mit Personenschäden regelmäßig zur Inhaftierung ausländischer Fahrzeugführer und - insbesondere bei Todesfolgen auf montenegrinischer Seite - nach gerichtlicher Feststellung der Schuld zu Verurteilungen mit mehrjährigen Haftstrafen, die - anders als in der deutschen Rechtsprechung - nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Daher wird dringend empfohlen, sämtliche Verkehrsregeln - einschließlich der Höchstgeschwindigkeitsregeln - streng zu beachten und umsichtig und ausgeruht zu fahren. Landesunkundige sollten Nachtfahrten außerhalb der Städte möglichst vermeiden. Da Fahrer und Beifahrer häufig nicht angeschnallt sind, ist das Risiko von Unfällen mit Personenschaden höher als in Deutschland.

Straßenbenutzungsgebühren

Bei Reisen in oder durch Montenegro sind nur für den Tunnel Sozina (zwischen Podgorica und Sutomore), für die Straße von Herceg Novi nach Trebinje (Bosnien und Herzegovina) sowie für die Autofähren (Bucht von Kotor) Gebühren zu zahlen. Ferner werden geringe Gebühren für die Benutzung einiger Panoramastraßen in Nationalparks verlangt (Lovčen, Durmitor).
Informationen sind auch über den AMSCG/ADAC Podgorica (Tel.: +382 20 234 999) erhältlich. Der Pannendienst hat die Nummer 19807 (von ausländischen Mobiltelefonen aus: +382 19807), weiterhin die Mobiltelefonnummer +382 63 239 987.
Für die Betreuung der ADAC-Mitglieder in Montenegro ist die ADAC-Notrufstation in Zagreb (Kroatien) zuständig (Tel.: +385 1 3 44 06 66).

Kraftstoffversorgung

Die Kraftstoffversorgung - auch mit bleifreiem Benzin - ist in allen Landesteilen grundsätzlich gewährleistet. Vereinzelt gibt es Gastankstellen.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja, bei einem Aufenthalt von bis zu 30 Tagen oder zur Durchreise

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Alle Dokumente sollten bei der Einreise noch 3 Monate lang gültig sein.
Die Einreise sollte keinesfalls mit gestohlen oder verloren gemeldeten Dokumenten erfolgen. Auch wenn die Behörden in Deutschland über das Wiederauffinden von Reisedokumenten unterrichtet worden sind, kann es vorkommen, dass das Dokument im System der Grenzkontrollstelle noch zur Fahndung ausgeschrieben ist.

Visum

Die Einreise nach Montenegro ist unabhängig vom Aufenthaltszweck bis zu einer Dauer von 90 Tagen visumsfrei. Bei einem Aufenthalt von mehr als 90 Tagen muss im Lande eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt werden.

Doppelstaater

Personen, die neben der deutschen auch die montenegrinische Staatsangehörigkeit besitzen, werden von den montenegrinischen Behörden ausschließlich als eigene Staatsangehörige betrachtet und sind verpflichtet, bei der Ein- und Ausreise montenegrinische Reisedokumente zu benutzen.

Polizeiliche Anmeldung

Ausländer müssen sich in Montenegro innerhalb von 24 Stunden am Ort des Aufenthaltes polizeilich anmelden. Verstöße gegen diese Meldepflicht werden gelegentlich geahndet. In solchen Fällen kann es bei einer späteren Wiedereinreise Probleme geben. Bei Unterkunft in einem Hotel wird die Anmeldung von diesem übernommen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Die Ein- und Ausfuhr von Devisen ist bis zu einem Betrag mit dem Gegenwert von 10.000,- € erlaubt. Die Ein- und Ausfuhr von Bargeld ab einer Höhe von 10.000,- € ist meldepflichtig.

Reisegepäck und Waren des persönlichen Bedarfs können nach Montenegro vorübergehend zollfrei eingeführt werden, müssen jedoch wieder ausgeführt werden. Bei bestimmten Gegenständen (Kameras, Laptops o.ä.) bestehen zahlenmäßige Beschränkungen.

Weiterhin bestehen in Montenegro für folgende Warengruppen Beschränkungen bei der zollfreien Einfuhr:

Alkoholika (zwei Liter Wein oder ein Liter Spirituosen über 22%)
Tabakwaren (200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Rauchtabak)
Parfum oder Eau de Toilette (50 Gramm)

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Sexuelle Handlungen an Minderjährigen (d.h. Personen vor Vollendung des 18. Lebensjahres) sind in jedem Falle strafbar.

Der Erwerb, Verkauf oder Besitz von Drogen wird in Montenegro streng geahndet. Dies gilt auch für ausschließlich zum Eigenbedarf bestimmte kleinere Mengen.

Reisenden und durchreisenden Urlaubern wird eindringlich empfohlen, keine unbekannten Anhalter mitzunehmen. Vor dem Hintergrund ansteigender Zahlen von Flüchtlingen auf dem Westbalkan könnte dies beim Grenzübertritt nach montenegrinischem Recht den Straftatbestand der Schleusung erfüllen.

Impfungen

Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe). Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggfs. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Masern, Mumps, Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B und Tollwut empfohlen.

Meningoenzephalitis

In Teilen des Landes kommt es zu bestimmten Jahreszeiten zur Übertragung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenbisse. Rechtzeitig vor Einreise sollte deshalb mit einem Reise-/Tropenmediziner wegen einer möglichen Impfung Kontakt aufgenommen werden.

Schlangenbisse

Bei Wanderungen in der Natur und im Hinterland ist der Hinweis angebracht, dass es in der warmen Jahreszeit in vielen Gegenden Montenegros zahlreiche, teils auch giftige Schlangenarten gibt. In felsigen Gegenden und im hohen Gras ist daher Vorsicht angebracht.

Medizinische Versorgung

Eine medizinische Versorgung nach deutschem Standard ist in Montenegro nicht immer gewährleistet. Auch Krankenhäuser verfügen nicht immer über adäquate Ausstattung und sind mitunter nicht in der Lage, Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern angemessen medizinisch zu versorgen. Die Hygiene ist im Allgemeinen nicht ausreichend. Der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung mit der Option des Krankenrücktransports nach Deutschland wird daher empfohlen.

Eine kostenlose Behandlung auf Auslandskrankenschein/ Patientenkarte ist nicht möglich.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Eine medizinische Versorgung nach deutschem Standard ist in Montenegro nicht gewährleistet. Auch Krankenhäuser verfügen nicht immer über ausreichend Medikamente und sind mitunter nicht in der Lage, Notfallpatienten angemessen medizinisch zu versorgen. Die Hygiene lässt i. Allg. zu wünschen übrig.

Montenegrinische medizinische Einrichtungen erheben für die Behandlung von Ausländern oft im Vergleich zu Inländern erheblich höhere Gebühren. Obwohl das gegenseitige Abkommen zwischen Deutschland und Montenegro und damit auch die Anspruchsbescheinigung Ju6 noch gültig ist, wird generell der Abschluss einer Reisekrankenversicherung und Reiserückholversicherung empfohlen.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken 2 -
Malaria Nein -
Typhus & Polio 1 -
Cholera Nein -
Gelbfieber Nein -

Anmerkungen Impfungen

[1] Typhus kann vorkommen, Poliomyelitis nicht. Eine Typhusimpfung wird bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten empfohlen.

[2] Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen), die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden. Daher ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Leitungswasser ist in der Regel gechlort und relativ sauber, es können jedoch leichte Magenverstimmungen auftreten. Für die ersten Wochen des Aufenthalts wird daher abgefülltes Wasser empfohlen. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Milch ist pasteurisiert und Milchprodukte sind im Allgemeinen ebenso unbedenklich wie einheimisches Fleisch, Geflügel, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse. Besondere Vorsicht gilt beim Verzehr von Schweinefleisch, da hier Trichinose-Erkrankungsgefahr besteht.

Gesundheitszeugnis

Eine Bestimmung, dass zur Einreise ein negativer HIV-Test erforderlich ist, kommt in der Praxis kaum zur Anwendung, vor allem nicht bei Touristen.

Andere Risiken

Landesweit besteht das Übertragungsrisiko von Borreliose durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Sie kommen v.a. im Donaubecken westlich von belgrad und in ländlichen Gebieten an der Adria vor. Hier ist zusätzlich zu den o.g. Schutzmaßnahmen eine Impfung möglich.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose kommt vereinzelt im Südwesten von Montenegro vor und kann durch Insektenschutz vermieden werden.

Tollwut kommt vor. Hauptüberträger sind Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Bei Wanderungen in der Natur und im Hinterland ist der Hinweis angebracht, dass es in der warmen Jahreszeit in vielen Gegenden Montenegros zahlreiche, zum Teil giftige Schlangenarten gibt. In felsigen Gegenden und im hohen Gras ist daher Vorsicht angebracht.

Reisewarnung

Überblick

Montenegro

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 19.01.2017
Unverändert gültig seit: 16.01.2017

Landesspezifische Sicherheitshinweise

In Montenegro gibt es derzeit keine politisch begründeten Sicherheitsprobleme. Gelegentliche Spannungen in einigen Nachbarregionen (z.B. Kosovo) wirken sich nicht auf Montenegro aus.

Kriminalität

Die Alltagskriminalität (Kleinkriminalität) ist in Montenegros Städten tendenziell geringer als in manch anderen europäischen Metropolen. Dennoch sollten Touristen auch hier die übliche Sorgfalt walten lassen. Europäische Führerscheine und Reisedokumente sowie Reisedokumente mit europäischen Aufenthaltstiteln sind begehrtes Diebesgut.

Reisen über Land

Höhere Risiken liegen im Straßenverkehr, wo es durch schwierige Bergstrecken, teilweise schlechten Straßenzustand, fehlende Straßenschilder und häufig undisziplinierte Fahrweise zu überdurchschnittlich vielen Unfällen kommt. Landesunkundigen wird von Nachtfahrten außerhalb von Städten abgeraten. Besonders riskant sind die folgenden Strecken:

Budva - Cetinje - Podgorica. Podgorica - Kolašin - Belgrad und Podgorica - Danilovgrad - Nikšić.

Die Verkehrspolizei kontrolliert verstärkt Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen. Bußgeldzahlungen sollten nur gegen Ausstellung eines Belegs geleistet werden.

Naturkatastrophen

In den Sommermonaten kommt es in Montenegro aufgrund der herrschenden klimatischen Bedingungen immer wieder zu Busch- und Waldbränden. Reisende sollten auf entsprechende Meldungen in den Medien und ggf. Hinweise der lokalen Behörden achten.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Andere EU-Länder Nein Nein Ja Ja
Schweiz Nein Nein Ja Ja
Österreich Nein Nein Ja Ja
Deutschland Nein Nein Ja Ja
Türkei Ja Nein Ja -

Personalausweise/Identitätskarten

U. a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können für touristische Aufenthalte von bis zu 30 Tagen mit gültigem Personalausweis/Identitätskarte einreisen (Reisepass wird dennoch empfohlen, da die Entscheidung über die Einreise mit Personalausweis/Identitätskarte dem Grenzbeamten obliegt):

EU-Länder und Schweiz.

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Einreise noch mindestens 3 Monate gültig sein.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für Aufenthalte von bis zu 90 Tagen bei Einreise mit einem Reisepass:

EU-Länder, Schweiz und Türkei.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass mit Lichtbild oder eigener Reisepass (empfohlen) oder Personalausweis.

Österreicher: Eigener Reisepass oder Personalausweis.

Schweizer: Eigener Reisepass oder Identitätskarte.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern. Kinder ab 12 Jahren benötigen einen eigenen Reisepass.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Hunde und Katzen wird ein Gesundheitszeugnis vom Amtstierarzt aus dem Herkunftsland benötigt, das bestätigt, dass das Tier gesund ist. Außerdem ist ein EU-Heimtierausweis (pet pass) notwendig, in dem die Kennzeichnung des Tieres durch einen implantierten Microchip oder eine Tätowierung nachgewiesen ist. Eine ebenfalls geforderte Tollwutimpfung (Nachweis) muss mindestens 15 Tage und längstens 6 Monate vor Abreise erfolgt sein.

Bearbeitungsdauer

1-2 Wochen.

Gültigkeit

Kurzzeitvisa (einmalige, zweimalige und mehrmalige Einreise) berechtigen insgesamt zu einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen pro Halbjahr. Visa zur mehrmaligen Einreise sind 1 Jahr lang ab der ersten Einreise gültig.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die innerhalb von 24 Stunden mit dem nächsten Anschluss weiterfliegen, über gültige Papiere für die Weiterreise verfügen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Visum für Touristenreisen, Geschäfts- und Transitvisa. Gültigkeit und bewilligte Aufenthaltsdauer sind unterschiedlich.

Kosten

20 € (einmalige Einreise), 40 € (zweimalige Einreise), 60 € (mehrmalige Einreise) für ausländische Staatsbürger mit gültigem Aufenthaltstitel für Deutschland.

Antrag erforderlich

Touristenreisen:
(a) 1 Antragsformular.
(b) 1 Passfoto in Farbe.
(c) Reisepass, der bei Ablauf des Visums noch mindestens 3 Monate gültig ist.
(d) Ggf. gültige Aufenthaltsberechtigung für Deutschland, Österreich oder die Schweiz.
(e) Nachweis einer Auslandsreisekrankenversicherung oder Berechtigungsscheine der Krankenkasse.
(f) Nachweis ausreichender Geldmittel.
(g) Buchungsbestätigung der Hin- und Rückreise.
(h) Unterkunftsnachweis (z.B. Hotelvoucher).
(i) Gebühr (keine Barzahlung).
(j) Frankierter Einschreiben-Rückumschlag.

Privatreisen/Geschäftsreisen zusätzlich:
(k) Vom jeweiligen Gemeindeamt/Gericht beglaubigte Einladung der jeweiligen Kontaktperson/des Geschäftspartners in Montenegro.

Geld

Geldwechsel

Geld kann in Banken, in Wechselstuben am Flughafen, in Bahnhöfen, in Postämtern und in größeren Hotels (meist zu einem ungünstigeren Kurs) gewechselt werden.

Währung

1 Euro = 100 Cents. Währungskürzel: €, EUR (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro, Münzen in den Nennbeträgen 1 und 2 Euro, sowie 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cents.

Devisenbestimmungen

Die Einfuhr von Landes- und Fremdwährung ist unbeschränkt, ab einem Gegenwert von 10.000 € (auch Reiseschecks) besteht Deklarationspflicht (Beleg gut aufbewahren, ansonsten droht bei der Ausreise Devisenbeschlagnahmung). Die Ausfuhr von Landes- und Fremdwährung ist bis in Höhe der deklarierten Beträge gestattet.

Kreditkarten

Gängige Kreditkarten wie Mastercard, Visa, American Express und Diners Club werden im ganzen Land akzeptiert, auf Reisen außerhalb der größeren Städte sollte man jedoch Bargeld mitnehmen.
 

Reiseschecks

Reiseschecks werden nur vereinzelt in Banken akzeptiert.

Öffnungszeiten der Bank

I. Allg. Mo-Fr 08.00-19.00 Uhr, Sa 08.00-16.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Montenegro eingeführt werden (Personen ab 17 J.):

 

200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 100 Zigarillos oder 250 g Tabak; 

1 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt über 22 % oder 2 l alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt unter 22 %;

4 l Wein;

16 l Bier;

250 ml Eau de Toilette oder Parfüm bis zu 50 g;

Persönliche Gebrauchsgegenstände, wenn sie wieder ausgeführt werden, bis zu einem Gesamtwert von 300 € (Reisen mit der Bahn/ dem Auto) bzw. 430 € (Flug- und Seereisen); Kinder unter 15 Jahren generell 150 €.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Montenegro, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2015-04, 2009-02
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Montenegro - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 26.02.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 26.02.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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