Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Islamische Republik Iran

Steckbrief

Islamische Republik Iran - Fakten

Ländername Islamische Republik Iran, Jomhuri-je Eslami-je Iran
Klima Kontinental-trocken bis auf die Randgebiete am Kaspischen Meer und Persischen Golf
Lage Zwischen 25° und 40° nördlicher Breite sowie zwischen 44° und 64° östlicher Länge. Grenzt im Norden an das Kaspische Meer, im Süden an den Persischen Golf. Nachbarländer im Westen Türkei und Irak, im Osten Pakistan, Afghanistan und Turkmenistan, im Norden Aserbaidschan und Armenien
Fläche 1.648.000 Quadratkilometer
Hauptstadt Teheran (circa 12 Millionen Einwohner)
Bevölkerung ca. 82 Millionen, etwas mehr als die Hälfte Perser sowie Aseris, Kurden, Luren, Araber, Belutschen, Kaschkai, Turkmenen und andere; Bevölkerungswachstum circa 1,2 Prozent pro Jahr
Sprache Offizielle Sprache Persisch, daneben werden Turksprachen, Kurdisch, Arabisch, Belutschisch und andere gesprochen
Religion Mehr als 98 % Muslime (davon ca. 90 % Schiiten, 10 % Sunniten)
Nationaltag 22. Bahman (circa 10./11. Februar, je nach Schaltjahr)
Unabhängigkeit Iran war nie Kolonie, stand jedoch zeitweise unter britischem und russischem Einfluss.
Staats-/Regierungsform Islamisch-Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt Die Verfassung der Islamischen Republik Iran kennt das Amt des Obersten Führers der Islamischen Revolution, das seit 6. Mai 1989 Ayatollah Seyed Ali Musavi Khamene'i inne hat (berufen auf unbestimmte Zeit durch den vom Volk gewählten Expertenrat).
Vertreter des Staatsoberhaupts Eshagh Jahangiri, Erster Vizepräsident der Islamischen Republik Iran
Regierungschef Hassan Rohani; Amtsantritt: 3. August 2013, Wiederwahl auf weitere 4 Jahre am 19.05.2017
Außenminister Mohammed Javad Zarif
Parlament Versammlung des Islamischen Rates (Madschlis), eine Kammer, 290 Sitze, Präsident: Dr. Ali Laridschani, Wahlen alle vier Jahre, zuletzt zum 10. Madschlis im Februar 2016 (Stichwahlen im April 2016); konstituierende Sitzung am 28. Mai 2016
Währung iranischer Rial (IRR); Wechselkurs Stand 20.06.2019: 1 EUR = 47.336 IRR (Zentralbankkurs) bzw. 148.000 IRR (Wechselstubenkurs)
Zeitzone MEZ+2,5h
Stromnetz 230 V / 50 Hz, Steckertyp C
Reiseadapter Nicht notwendig
Kfz-Länderkennzeichen IR
ISO-3166 IR, IRN
Internet-TLD .ir
Landesvorwahl +98

Geographie

Der alpidische Gebirgsgürtel gabelt sich vom Ararathochland nach Osten in den nördlichen Elburs (Alborz; über 5600 m) und das südliche Zāgrosgebirge (4500 m). Abflusslose Becken und Basaltgebirge kennzeichnen das Hochland. Der ganzjährig beregnete landwirtschaftlich genutzte Küstenstreifen am Kaspischen Meer ist 600 km lang. Die Wüste Lūt zählt zu den heißesten der Erde. Nur die Randgebirge im Westen und Süden empfangen Winterregen.

Politik und Bevölkerung

Der Iran ist eine Islamische Republik. Es gelten die Glaubensgrundsätze der schiitischen Muslime. Neben dem Staatspräsidenten hat der „geistliche Führer“ höchste Autorität. Parlament und Staatsoberhaupt werden alle vier Jahre direkt gewählt. In 25 Provinzen und 196 Gouvernements sowie 501 Distrikte ist der Staat administrativ gegliedert. Militäraktionen richten sich gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden. 50 % iranische Perser, 20 % turktatarische Aserbaidschaner, 8 % Kurden u. a. machen die Bevölkerung aus. Schätzungsweise zwei Fünftel sind Analphabeten, gut 59 % leben in Städten, etwa 1 % sind Nomaden. Mit 1,2 % ist das Bevölkerungswachstum erheblich zurückgegangen. Iran leidet unter den wegen der Atompolitik verhängten Sanktionen des Westens.

Geschichte und Kultur

Im 2. Jt. und in der 1. Hälfte des 1. Jt. v. Chr. wanderten indogermanische Iranier in den Raum ein. Im 8. Jh. v. Chr. wirkte im östlichen Iran der Religionsstifter Zarathustra. Kyros II. (559–530 v. Chr.) begründete das persische Weltreich. In den Kriegen gegen die Griechen unterlagen die Perser (Ionischer Aufstand 500–494 v. Chr.). Als das Reich Alexanders d. Gr. zerfiel, beherrschten die Seleukiden den Staat, später (bis 642 n. Chr.) die Sassaniden, die den Angriffen der Araber im 7. Jh. nicht standhielten. Mit der Islamisierung begann eine Zeit des kulturellen Aufschwungs. Im 16./17. Jh. erlebte der Iran eine Blütezeit unter Schah Abbas I. (1587–1629). Im 19. Jh. geriet das Land in den Interessenkonflikt zwischen Russland und Großbritannien. Nach einem Staatsstreich 1921 kam Schah Resa Pahlewi an die Macht, der Heer, Gesetzgebung und Finanzwesen reorganisierte. Nach der Verstaatlichung der Ölindustrie kam es zu einer Krise, in deren Verlauf der Schah ins Ausland flüchtete. Der wiedergewählte Premierminister Mossadegh wurde von der CIA gestürzt (Operation Ajax) und der Schah wurde wieder eingesetzt. Sein Sohn Mohammed Resa leitete ab 1960 Boden- und Sozialreformen ein. Eine revolutionäre Bewegung unter Ayatollah Khomeini zwang ihn 1979 außer Landes. Es entstand die Islamische Republik.

Special Geschichte

Ab 3000 v. Chr. Entstehung des Staates Elam und erster Städte
9. Jh. v. Chr. Einwanderung der Meder
559–529 v. Chr. Regent Kyros II. begründet das altpersische Weltreich
um 330 v. Chr. Alexander der Große erobert das Perserreich
224–651 n. Chr. Neupersisches Reich der Sassaniden
636–640 Sieg der Araber; der Iran wird islamisch
680 Schlacht von Kerbela, Mord am Enkel des Propheten Mohammed. Schisma in Sunniten und Schiiten ist besiegelt
11. Jh./12. Jh. Die seldschukischen Herrscher fördern die persische Sprache und Kultur
1501–1722 Dynastie der Safawiden; 12er-Schia als Staatsreligion
1794–1925 Qadscharen-Dynastie, großer Einfluss Russlands und Großbritanniens
1905/06 Konstitutionelle Revolution, Bildung eines Parlaments
1908 Erste Erdölfunde
1925 Reza Pahlevi wird Schah, radikale Modernisierung
1953 Mossadegh-Krise und die Ölverstaatlichung
1979 Revolution, Sturz des Schahs, Ayatollah Khomeini (Tod 1989) ruft die Islamische Republik aus
1980–88 Iran-Irak-Krieg
1997–2005 Liberale Ära unter Khatami
Juli 2015 Einigung im Atomstreit
2017 Wiederwahl von Präsident Hassan Rouhani
Klimadaten
Schiras
Teheran
Kommunikation & Adressen

Orientierung vor Ort

In manchen Städten gibt es Büros der Kultur- und Tourismusbehörde Miras Farhangi, die meist wegen der Sprachbarriere und aus Mangel an Schriftlichem für Europäer nur selten nützlich sind. Fragen Sie an der Hotelrezeption oder Passanten auf der Straße. Iraner sind enorm hilfsbereit. Von den Jüngeren in den Städten sprechen viele Englisch. Schilder sind überwiegend auch lateinisch beschriftet. Wo im Band mehrere Straßennamen angegeben sind, muss man in dieser Reihenfolge abzweigen, um ans Ziel zu kommen.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft 

Kh. Ferdowsi 324, P. O. Box 11365–179 Teheran | Tel. 021 3 99 90 00, Handy für Notfälle: 0912 1 13 10 07 | www.teheran.diplo.de

Österreichische Botschaft

Mirvali Alley 6–8, Niavaran, 19796–33755 Teheran | Tel. 021 22 75 00 40 | www. bmeia.gv.at/botschaft/teheran

Schweizer Botschaft

Kh. Yasaman 2, Sharif Manesh Ave., Elahieh, P. O. Box 19395–4683 Teheran | Tel. 021 22 00 83 33 | www.eda.admin.ch/tehran

Notruf

Polizei: landesweit Tel. 110, Krankenwagen: Tel. 115

Internetzugang & WLAN

Den Laptop, das iPad etc. mitzubringen und online zu gehen, ist kein Problem. Fast alle Hotels und viele Cafés bieten kostenloses, wenn auch manchmal noch recht langsames WiFi. Manche internationale Websites und Social Media aber, etwa Facebook und Twitter, werden von der Regierung zensiert oder blockiert.

Telefon & Handy

Festnetzanrufe ins Ausland von Hotels oder Postämtern kosten sehr wenig. Noch preiswerter ist die Verwendung einer SIM-Karte, die man auf Flughäfen und in allen Handyshops gegen Vorlage des Reisepasses erhält. Das Mobilnetz ist flächendeckend ausgebaut. Auch deutsche Handys funktionieren, die Roaminggebühren sind aber hoch. Inlandsgespräche hingegen sind sehr günstig. Vorwahlen: D: 0049, A: 0043, CH: 0041, IR: 0098. Inländische Vorwahlen ändern sich mit entnervender Regelmäßigkeit.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

An allen religiösen Feiertagen finden ausführliche Gebete in den Moscheen, teilweise auch Umzüge in den Straßen statt. Termine und Verlauf sind in der Regel nicht rituell fixiert, an denen man sich als Tourist orientieren könnte. Auf die vielerorts stattfindenden Umzüge stößt man eher zufällig.

Feste & Festivals

Januar/Februar

Fajr Int. Theaterfestival: interessante Inszenierungen aus dem In- und Ausland auf mehreren Bühnen Teherans. Parallel läuft das Fajr Music Festival (www.fajr musicfestival.com). Zweite Monatshälfte Jashn-e Sadeh: altiranisches, mit großen Freudenfeuern begangenes Mittwinterfest. (29./30. Jan.) Fajr Film Festival: 10-tägige, weltweit be achtete Leistungsschau des iranischen Kinos, Ableger für internationale Filme im April, beide in Teheran. www.fajriff.com

März

Chaharsanbe-Suri: In der letzten Dienstag- Nacht des Jahres wird gesungen, gelärmt, werden zur Vertreibung der Wintergeister Feuer entzündet. Nowruz: Das wichtigste nicht-religiöse Fest markiert den Beginn des Frühlings und neuen Jahres. Ein Fest der Familie und die Zeit für längere Urlaube. Für zwei Wochen nimmt das ganze Land eine Auszeit. Viele Behörden, Läden, Restaurants – nicht aber touristische Sehenswürdigkeiten! – sind geschlossen. 21.–24.

Mai

Rosenwasser-Festival: Zum Höhepunkt der Ernte- und Destilliersaison stehen die berühmten „Rosendörfer“ Qamsar und Niyasar bei Kashan ganz im Zeichen der duftenden Tradition. Zweite Monatshälfte

August

Mobarak Puppentheater-Festival: Gastspiele in- und ausländischer Meisterensembles zeigen in Teheran ihre Kunst. Zweite Monatshälfte

Oktober

Nomadenzüge: Unterwegs im Bergland begegnet man Nomaden, die mit ihren riesigen Tierherden zum Überwintern in den Süden ziehen. Im März/April wandern sie wieder zurück. Mehregan: Fest des Erntedanks und der gegenseitigen Verbundenheit. 9./10.

Dezember

Shab-e Yalda: die längste Nacht. Man feiert mit Freunden und Verwandten den Sieg des Lichts über die Finsternis, entzündet Feuer, liest Hafis-Verse und weissagt einander die Zukunft. 20./21. oder 21./22.

Religiöse Feiertage

19. Feb. 2018, 9. Feb. 2019 Todestag Fatimas
29. März–1. April 2018, 19.–22. März 2019 Geburtstag Imam Alias und Etekaf (nur Moscheen geschlossen)
16. Mai–14. Juni 2018, 6. Mai–5. Juni 2019 Während des Fastenmonats Ramadan, der mit dem Opferfest Eid al-Fitr endet, sind zwar alle Attraktionen zugänglich, der Alltag läuft jedoch in vielen Bereichen verlangsamt
5. Juni 2018, 26. Mai 2019 Todestag Imam Alis
9. Juli 2018, 29. Juni 2019 Todestag Imam Sadeghs
19./20. Sept. 2018, 9./10. Sept. 2019 Tassua und Ashura, Gedenken an Imam Husseins Tod in der Kerbela-Schlacht
31. Okt. 2018, 20. Okt. 2019 Arbain, der 40. Tag nach Ashura
8. Nov. 2018, 28. Okt. 2019 Todestag des Propheten Mohammed
9. Nov. 2019, 29. Okt. 2019 Todestag Imam Rezas

Feiertage

10. Feb. Siegestag der Islamischen Revolution
19. März Tag der Nationalisierung des Erdöls
21.–24. März Nowruz
1. April Gründung der Islamischen Republik
2. April Tag der Natur (Sizdah be Dar)
4. Juni Todestag Imam Khomeinis
Mobilität vor Ort

Öffentliche Verkehrsmittel

Busse: Bus fahren ist extrem preiswert und man erreicht praktisch jeden Ort. Diverse Unternehmen bieten vor allem zwischen den größeren Städten exzellente Verbindungen, oft auch über Nacht. Da auf Hauptstrecken alle 15 bis 30 Min. Busse verkehren, einfach am entsprechenden Busterminal Ticket kaufen und los. Auf Nummer sicher geht, wer die Tickets vorab über eine Agentur kauft. Für lange Fahrten sollte man die komfortableren VIP-Busse nehmen. Noch billiger und für kürzere Strecken gut sind Sammeltaxis (Savari) mit oft eigenen Standplätzen. Eisenbahn: Das Schienennetz ist flächendeckend gut ausgebaut. Schnellverbindungen bestehen von Teheran nach Isfahan und Mashhad. Tickets kauft man online oder direkt an den Bahnhöfen. Vor allem in Ferienzeiten vorab buchen! www. rai.ir, www.iranrail.net Inlandsflüge: Iran Air (www.iranair.com) und diverse andere Gesellschaften bedienen ein dichtes Streckennetz, das die meisten Provinzhauptstädte umfasst. Die Preise sind niedrig, mehrstündige Verspätungen aber häufig. Tickets am besten über Reiseagenturen besorgen, was in der Praxis nur vor Ort funktioniert. Metro: Teheran besitzt eine sehr effiziente U-Bahn mit 5 Linien. Auch in Tabriz, Isfahan, Shiraz und Mashhad gingen vor Kurzem Metros in Betrieb.

Taxi

Innerstädtische Taxis gibt es viele, alle ohne Taxameter. Preise sind Verhandlungssache, für Touristen zwar meist erhöht, aber im Vergleich noch sehr billig. Offizielle Taxis sind gelb oder grün, die vielen privaten, nicht gekennzeichneten aber auch ohne Bedenken nutzbar.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Die persische Küche zählt unter Feinschmeckern zu den besten der Welt, reich an unterschiedlichsten Zutaten und Rezepten. Sie ist das Ergebnis vieler Einflüsse, aus dem Kaukasus, Russland, Europa, Indien, dem Nahen Osten, aber geprägt auch von der klimatischen und kulturellen Vielfalt im Land selbst. Geschmacklich können Sie auf eine faszinierende Entdeckungsreise gehen, vom Kamelkebab mit Datteln in der Wüstenoase über den Fisch aus dem Golf bis zur berühmten Gemüseküche, deren Zutaten von den Feldern der fruchtbaren Provinzen am Kaspischen Meer stammen. Die Gerichte sind meistens gut gewürzt, aber nicht scharf. Und sie sind, weil oft auf frischen Gemüsen und Kräutern basierend und von Salaten begleitet, unterm Strich überdurchschnittlich gesund. Auch Vegetarier können sich ganz gut verköstigen, obwohl Iraner insgesamt eindeutig Fleischgerichte bevorzugen. Die Hygienestandards sind hoch – in Vorderasien alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Die Kühlkette funktioniert. Was auf dem Teller landet, ist gewaschen. Montezuma übt nur sehr, sehr selten Rache.

Schön ist auch, dass man in vielen Lokalen nach wie vor wählen kann, ob man sein Essen wie Westler an Tischen oder nach alter Landessitte im Schneidersitz auf Takhts, flachen, mit Teppichen und Rückenpolstern ausgekleideten Holzpodesten, einnehmen will. Und: Hierzulande isst man mit Muße. Mahlzeiten, von denen die am Mittag die wichtigste ist, sind traditionell Anlässe für Geselligkeit und dauern. Slow Food in Reinkultur. Dass in den Städten trotzdem auch eine Liebe zu Fastfood, Burger, Sandwich und Pizza grassiert, das steht auf einem anderen Blatt.

Eine nicht so gute Nachricht lautet: Als Einzelreisender, der auf die Geldbörse schaut und oft abseits der Großstädte unterwegs ist, aber auch in der Gruppe, wenn man hauptsächlich in Hotelrestaurants isst, wird man oft mit einem arg beschränkten Repertoire an Gerichten abgespeist. Ja, mal findet sich auf der Menükarte einer der typischen, köstlichen Eintöpfe (Khoresht), mal eine Lammkeule (Mahiche), ein Fisch (Mahi) und die eine oder andere regionale Spezialität. Auch Vorspeisen- und Salatbüfetts sind verbreitet. Und in den traditionellen Teehäusern (Chaikhaneh) sowie einfachen Kneipen, wo Arbeiter und Basarhändler, ausschließlich Männer übrigens, werktags Kalorien tanken, bekommt man meist Abgusht, Dizi oder Ash, die berühmte Suppe. Aber oft sind Spieße mit Rind-, Hammel- oder Hühnerfleisch – kein Schwein in der Islamischen Republik – die einzige Option. Nicht, dass solche Kebabs nicht zu empfehlen wären. Im Gegenteil: Mager, über Holzkohlenfeuer gegrillt und mit Sumach lecker gewürzt, kombiniert mit den Bergen von gebuttertem Reis, den Grilltomaten, der rohen Zwiebel und dem Joghurt, den man dazu serviert, haben sie mit dem Döner, den man in Europa im Stehen verschlingt, nur den Namen gemeinsam. Doch nach ein, zwei Wochen Chelo kebab, so heißt dieses Nationalgericht, sehnt man sich nach Abwechslung. Vor allem da die Frühstücksbüfetts im gastronomischen Alltag ziemlich mager ausfallen – in der Regel sind sie bloß mit Weißbrot, etwas Schafskäse, Marmelade, ein paar Eiern, Gurkenscheibchen und Instantkaffee bestückt – und sich das Dessert, wenn es denn überhaupt eines gibt, meist auf ein Stück Wassermelone oder eine Portion grellbunten Wackelpudding beschränkt. Um Vielfalt und Raffinement der persischen Cuisine wirklich zu erschmecken, muss man ausgewählte, teurere Lokale aufsuchen. Oder das Privileg genießen, bei einer Familie daheim zu essen. Wenn es sich um einen traditionellen Haushalt handelt, sitzt man dort auf dem Boden um das Sofreh, das über den Teppich gebreitete Tischtuch. Die Schuhe hat man gleich am Wohnungseingang abgestreift und dort auch schon das obligate Geschenk für die Gastgeberin überreicht, am besten Blumen. Und während die nach stundenlanger Kocharbeit in der Küche, bis heute ihre Domäne, letzte Vorbereitungen trifft, reicht der Hausherr, um das Warten zu verkürzen, Schalen mit Obst, Nüssen und Süßigkeiten. Schließlich wird das Essen aufgetragen, und zwar alles gleichzeitig: ein Potpourri kalter und warmer Vorspeisen, von Hummus und diversen Dolmeh bis zu Kräuteromeletts (Kuku- ye Sabzi) und Bohneneintopf (Lubia); dazu Mixed Pickles (Torshi) und ein Bündel frischer Kräuter (Sabzi Khordan), die man – bitte immer mit der reinen, rechten, nie mit der linken „Toiletten“-Hand nehmen! – als Fingerfood mit Fladenbrot und Ziegenkäse isst. Die Hauptgerichte, oft sind es mehrere, kommen meist mit Reis, im Idealfall dem inländischen langkörnigen (Berendj) aus der Provinz Gilan, der mit Safran, Berberitze oder Orangenschalen verfeinert wurde. Nebenbei: Sie sollten immer einen kleinen Rest auf dem Teller zurücklassen. Andernfalls fühlt sich der Gastgeber zu einem Nachschlag verpflichtet. Und: Nicht wundern, wenn Sie kein Messer vorfinden. Iraner essen sogar Fleisch mit Gabel und Löffel, Reis übrigens immer mit Letzterem.

Und zu trinken? Da Alkohol zumindest offiziell strikt tabu ist, gibt es neben Mineralwasser meistens alkoholfreies Bier und Softdrinks. Ein Klassiker ist Dough, eine Mischung aus Joghurt, Molke und Wasser, die man auf viele Arten würzt, etwa mit Minze oder Pfeffer. Zum Abschluss serviert man Irans Nationalgetränk schwarzen Tee, zuckersüß, im Samowar zubereitet und im Idealfall zusammen mit einer Wasserpfeife (Kalian).

Einkaufen und Shoppen

Na klar, auch in iranischen Großstädten stehen längst riesige Shoppingmalls, gibt es jede Menge moderner Boutiquen und Einzelhändler. Doch das authentische, ungleich sinnlichere Kauferlebnis bietet bis heute der Basar. In jedem Stadtkern schlägt so ein zeitlos altes Herz des Handels. Die prächtigsten, bestsortierten besitzen Isfahan, Shiraz, Yazd, Kerman, Tabriz und Teheran. Aber auch in den Marktgassen von Provinzstädten wie Zanjan, Arak, Qazvin oder Urumiyeh zum Beispiel fühlt man sich wie in 1001 Nacht. Und das Angenehme: Man kann in der Regel völlig ungestört flanieren. Niemand nervt mit: „Nur gucken!“, zupft am Ärmel. Für alle Waren des alltäglichen Gebrauchs gelten mehr oder weniger Fixpreise. Handeln darf und soll man bei gehobenen Souvenirs, Kunsthandwerk, Antiquitäten. Sich etwa im Teppichladen beim Glas Tee gesprächsweise zu umtänzeln, ist gleichzeitig spielerisches Ritual und Teil des Geschäfts. Vorsicht aber: Wer ohne echte Kaufabsicht zu schachern beginnt, ist ein unfairer Zeitdieb. Und wer die Forderung des Händlers mit dem Gegenangebot um mehr als zehn, maximal 15 Prozent unterschreitet, verliert das Gesicht und verdirbt den Deal.

Öffnungszeiten

Der Freitag ist arbeitsfrei. Behörden und Firmen arbeiten Sa–Mi 8/9–16/17, Banken bis 14 Uhr, z. T. auch donnerstags vormittags. Läden haben, auch in den Basaren, in der Regel Sa–Do 9–20 Uhr offen, in touristischen Zonen z. T. auch freitags nach dem Mittagsgebet. Circa 13–15.30 Uhr, im Sommer auch länger, ist Siesta. Restaurants sind oft mittags (ca. 12–15 Uhr) und abends (ca. 18.30–22 Uhr), einfachere Lokale den ganzen Tag geöffnet. Bei deutlichen Abweichungen sind bei den Adressen genaue Zeiten angegeben. Montags sind Museen oft zu. Im Sommerhalbjahr (21. März–21. Sept.) sind die meisten Museen und Sehenswürdigkeiten länger geöffnet als im Winter. Bei den Adressen im Band ist es auch ohne explizite Angabe möglich, dass außerhalb des Sommers später geöffnet und früher geschlossen wird.

Fotografieren

Grundsätzlich agieren Iraner vor Kameras äußerst entspannt, ja lieben es, gemeinsam mit Ausländern Selfies zu schießen. Dass man von Personen zuvor höflichkeitshalber deren Zustimmung einholt, versteht sich von selbst. Bei militärischen und polizeilichen Anlagen verstehen Uniformträger keinen Spaß. Auch in Grenzgebieten, in Häfen, auf Flughäfen, vor Behördengebäuden, Gefängnissen etc. sollte der Verschlussdeckel auf der Linse bleiben. Einschränkungen gibt es an manchen religiösen Stätten und in Museen.

Special Spezialitäten

Abgusht früher ein Arme-Leute-Suppeneintopf aus Schaf- oder Kalbfleisch, Hülsenfrüchten, Tomaten und Kartoffeln
Ash nahrhafte, regional sehr unterschiedlich zubereitete Suppe, gängige Varianten: Ash-e reshteh, aus Nudeln, Hülsenfrüchten, Kräutern und Molke, und Ash-e mast, mit Linsen, Zwiebeln und Joghurt
Dizi im traditionellen Tontopf zubereitete Version von Abgusht; Fleisch und Beilagen werden mit einem Stößel zu dickem Brei zerstampft und mit Brot gegessen; die restliche, rote Suppenbrühe isst man separat
Ghorm-e Sabzi „Grüner Eintopf“ aus Bohnen, (Lamm-)Fleisch und diversen Kräutern
Kaleh pacheh nichts für empfindliche Mägen, aber viele Iraner essen das zum Frühstück: Eintopf aus Hammelköpfen und -füßen
Kebab Grillfleisch am Spieß, meist mariniert, am beliebtesten in den Versionen Kubideh, aus Hackfleisch vom Hammel, Djudjeh, vom Hühnchen, und Bakthiyari, eine Kombi aus Lamm und Huhn
Khoresht-e Fesendjan Eintopf aus Hühnerfleisch, dazu Granatapfelsauce mit gemahlenen Walnüssen
Köfte Tabrizi oft kolossale Knödel aus Reis, Hackfleisch, Spalterbsen, mit süßem Kern
Mirza Ghasemi Lieblingsgericht nicht nur aller Vegetarier: Auberginenpüree, vermengt mit Tomaten, Knoblauch und Eiern, mit Reis oder Brot serviert
Shirin Polo süßes Reisgericht aus Hühner- oder Lammfleisch mit Berberitzen, Safran und gemahlenen Pistazien
Tadigh Reisgericht auf Basis der beim Kochen auf dem Topfboden gebildeten, goldgelben Kruste; wird gerne mit dünn geschichteten Kartoffelscheiben serviert
Tahchin Morgh Reiskuchen mit Hühnerfleisch, Joghurt und Zwiebeln
Zeytun Parvardeh pikantes Appetithäppchen vom Feinsten: marinierte Oliven in Granatapfelsauce mit Nüssen
Stichworte

Wo das Feuer ewig brennt

Freddie Mercury, legendärer Leadsänger von Queen, war einer; der Dirigent Zubin Metha ist’s und auch der indische Industriemagnat Tata. Trotzdem weiß die Welt über die Zoroastrier, die einst heilige Flammen in Feuertempeln hüteten, herzlich wenig. Kein Wunder, denn rund um den Globus leben nur noch etwa 140 000 Anhänger der Uralt-Religion. Und von diesen bloß noch jeder Sechste in ihrem Stammland, dem Iran. Vor 2500 Jahren waren sie die erste Religionsgemeinschaft, die einen einzigen Gott verehrte und der hieß Ahura Mazda. Ihre heilige Schrift trägt den Namen Avesta. Wirklich spannend zu wissen ist, dass viele Ideen des Abendlands indirekt dem Zoroastrier- Propheten Zarathustra zu verdanken sind. Die Vorstellung von Paradies, Fegefeuer und Hölle zum Beispiel, vom Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt oder deren Erschaffung in sieben Tagen. Und auch von einem jungfräulich geborenen Erlöser und einem Tag des jüngsten Gerichts – kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Eben. Der Geist von alldem wurzelt in iranischem Boden. Bleibt die Frage, wie er in den Westen wanderte. Vermutlich dank eines gewissen Propheten Daniel. 539 v. Chr. als Jude von den Persern aus dem babylonischen Exil befreit, war er Berater an deren Königshof. Und was er dort lernte, erraten, fand über sein Buch Daniel Eingang in das Alte Testament und damit in die mittelmeerische Kultur.

Gott steh' mir bei

Rushhour frühabends in Teheran: Der Freeway hat in jede Richtung vier Fahrspuren. Aber die Rücklichter stauen sich mindestens in Achterreihen. Da wird auf Teufel komm raus geschnitten, aufgefahren, ausgebremst. Und die Motorradfahrer stürzen sich – klar, die meisten als echte Männer ohne Helm – mit Highspeed ins Karosseriegetümmel. 28 000 Tote verzeichnet Irans Unfallstatistik pro Jahr (in Deutschland mit seinen ebenfalls gut 80 Mio. Ew. sind es knapp 3500). Selbst strenge Polizeikontrollen und Strafregister konnten das Kamikazetum bislang kaum eindämmen. Äußerlich wirken Iraner hinterm Lenkrad cool. Doch am Steuer gilt uneingeschränkt das Recht des Stärkeren und Taarof, die sonst in allen Lebenslagen gepflegte Höflichkeit, plötzlich als Tugend der Verlierer. Kein Wunder, dass die meisten Taxifahrer das Armaturenbrett mit Märtyrerbildchen beklebt und in Griffnähe am Rückspiegel ihre Tasbih baumeln haben, den islamischen Rosenkranz. Und, auch kein Wunder, das Heck jedes zweiten Trucks oder Busses zieren fromme, flehentlich hingepinselte Beschwörungen wie „Ya Ali“ („Oh Ali!“), „Ya Hossein“ oder auch nur: „My friend, don’t forget God!“.

Muskeln und Tugend trainieren

Sie schwingen Keulen, stemmen Schilde und schütteln Eisenketten, unter deren Gewicht jeder Normalo wohl zusammenbrechen würde. Nein, Varzesh-e Pahlavani, der „Sport der Helden“, ist definitiv nichts für Schwache. Die Männer, die sich da Abend für Abend treffen, bekleidet mit ledernen, kunstvoll bestickten Kniehosen, um ihren Kanon wunderlicher Übungen zu absolvieren, sind aus ähnlich hartem Holz geschnitzt wie ihr archaisches Trainingsgerät. Die Pahlavane dienen als ihre Vorbilder – altpersische Ritter, die diesen Nationalsport lange vor dem Aufkommen des Islam schon praktizierten. Zurkhaneh heißen ihre Treffpunkte auf Farsi – Häuser der Kraft. Es gibt sie in jeder größeren Stadt. Früher, vor allem in Zeiten von Fremdherrschaft, waren sie geheime Zentren des Widerstands, in engen Basargassen hinter winzigen Türen versteckt. Frei nach dem Motto „gestählter Muskel, demütiges Herz“ ging es auch um die Stärkung von Kampf- und Edelmut. Diese politische Funktion haben sie längst verloren. Doch Brennpunkte kultureller Selbstvergewisserung und eines mit Begeisterung kultivierten Patriotismus sind sie immer noch. Und die Athleten sind auf die Tradition so stolz, dass sie während des Trainings in ihren Arenen Zuschauer, vor allem auch ausländische, herzlichst willkommen heißen.

Untröstlich bis zum Exzess

Wie eng religiöse Ekstase und Schmerz miteinander verbunden sind, kann man heute noch im Iran beim großen Trauerfest zu Ashura erleben. Am zehnten Tag des heiligen Monats Muharram greifen Millionen frommer Männer, in Teherans Straßenschluchten wie auf dem Dorfplatz im hintersten Bergnest, zu kleinen, metallenen Kettenbündeln, den Zandschirs, und geißeln sich damit stundenlang den Rücken. Andere, auch ganz in Schwarz gekleidet, schlagen sich mit der flachen Hand wieder und wieder auf die Brust. Dumpfes Pochen, Geseufze, Getrommel, Klagegesänge ... Der Soundtrack dieser oft kilometerlangen Kolonnen schlägt sich mit Wucht direkt aufs Zwerchfell. Und wofür diese glühende Verzweiflung? Das Schlüsselereignis heißt Kerbela und passierte in der Frühgeschichte der Schiiten. Im Jahr 680 wurde in jener Oase im Südirak ihr Anführer Hussein, der Enkel des Propheten Mohammed, mit einem Grüppchen Getreuer von Soldaten des Kalifen massakriert. Und dafür, ihn im Stich gelassen und den wahren Glauben aus Todesangst verleugnet zu haben, muss man wenigstens einmal im Jahr Sühne leisten. Immerhin: Noch vor zwei Generationen hatten die Ketten Eisenstachel, sodass reichlich Blut floss. Inzwischen sind solche halbnackten Exzesse verboten. Die Gläubigen malträtieren ihren – bekleideten – Rücken nur noch symbolisch.

Prost auf die Mullahs

Die Sittenwächter waren alles andere als amused, als das Sozialministerium in Teheran kürzlich kundtat, die Iraner tränken im Jahr 60 Mio. Liter alkoholische Getränke. In der Islamischen Republik sind Verkauf und Konsum von Bier, Wein & Co. strikt verboten. Ertappten „Tätern“ drohen hohe Bußgelder und wer nicht dazulernt: Peitschenhiebe. Die Behörde gab selbst zu, die Strafen würden wenig Wirkung zeigen. Fakt ist, dass auf dem Schwarzmarkt die gesamte Palette problemlos erhältlich ist, wenn auch zu stark überhöhten Preisen. Der Schmuggel übers Meer aus Dubai und über die Gebirgspässe Kurdistans läuft wie geschmiert. Man weiß, was man hat an jenen Grenzschützern in Uniform, die ein Auge zudrücken und dafür die Hand aufhalten. Billiger kommt es, auch das ist kein Problem, von Privatleuten heimlich zu Hause selbst fabrizierten Schnaps und Wein zu kaufen. Den sauren Abgang oder sogar saftigen Brummschädel tags darauf nimmt man dabei wohl oder übel in Kauf.

Ein Land am Tropf

Der Iran setzt alles daran, eine Großmacht zu sein. Im Energiegeschäft ist er das längst. Das Land, das wie sein Erzrivale Saudi-Arabien dem Ölstaatenkartell Opec angehört, besitzt die viertgrößten Erdöl- und die größten Erdgasvorkommen der Welt. Asaluyeh an der Golfküste zeigt, was für ein Megarad die Iraner da wirtschaftlich drehen. Von dem ehemaligen Fischerdorf aus, gar nicht weit von ihrem berüchtigten, bisher einzigen Atomkraftwerk in Bushehr, beuten sie gemeinsam mit den Katarern das ergiebigste Gasfeld der Welt aus. 28 Raffinerien und 25 petrochemische Fabriken sind hier zurzeit am Laufen. Und der Komplex wird weiter stark ausgebaut. Dabei haben die Iraner das Glück, dass ihre Energiequellen generell leicht zugänglich und die Förderkosten niedrig sind. Sie verdienen selbst bei gefallenen Marktpreisen Geld. Doch noch kämpft die Branche mit Altlasten: Durch die Sanktionen im Atomstreit war das Land lange von westlicher Hightech abgeschnitten. Irans technisches Equipment ist hoffnungslos veraltet und die Fördermenge dramatisch geschrumpft. Außerdem ist es den Betreibern des Boykotts im neuen „Great Game“ um die Exportwege für fossile Energie bislang gelungen, den Iran von internationalen Pipelineprojekten Richtung Europa fernzuhalten.

Der Paradiesische

Er tat für die Sprache der Iraner, was Luther für das Neuhochdeutsche und Dante für das moderne Italienisch taten – Firdausi schrieb vor 1000 Jahren ein Werk, das bis heute jeder im Original versteht. Und was für eines! Er schuf nicht nur das Neupersische als Hochsprache, sondern auch das gewaltigste je von einem einzelnen Menschen verfasste Epos. In beinahe 60 000 Versen, mehr als Homers Ilias und Odyssee zusammen, beschreibt sein „Königsbuch“, das Schahnameh, die Geschichte Irans in einer Mischung aus Legenden und historischen Fakten. Dabei weckte er bei seinen damals schon muslimischen Landsleuten den Stolz auf die durch Zarathustra geprägte Weltordnung ihrer Ahnen. Ironie am Rand: Als er sein Lebenswerk dem damals mächtigsten Herrscher der islamischen Welt, einem gewissen Mahmud von Ghazna, vorlegte, verweigerte der ihm den zuvor versprochenen Lohn. Altersarmut war die Folge. Die Wiedergutmachung kam spät, aber mit Macht: 1934 ließ Reza Schah, der Vater des letzten Pahlevi-Herrschers, Firdausi zu seinem 1000. Geburtstag in seiner Heimatstadt Tus bei Mashhad ein kolossales Grabmonument bauen. Dort erweisen dem „Paradiesischen“, das bedeutet sein Name auf Deutsch, bis heute viele Verehrer die Reverenz.

Verkannte Frauenpower

Als Shirin Ebadi nach Erhalt des Friedensnobelpreises 2003 mutig die Gleichberechtigung der Frauen in ihrer Heimat anmahnte, hörte ihr die Welt betroffen zu. Und Irans Patriarchen und Machos ballten wohl heimlich die Fäuste. Grund zu klagen hatte die mutige Anwältin aus Hamadan und haben Frauen bis heute tatsächlich genug. Schließlich behandelt das Zivil- und Strafrecht der Islamischen Republik die beiden Geschlechter nach wie vor sehr unterschiedlich. Frauen gelten beim Erben ebenso wie als Zeugen oder Verbrechensopfer prinzipiell nur halb so viel. Mädchen sind ab neun strafmündig und können schon in der Pubertät verheiratet werden. Ihrem Ehemann (wenn man vorab nichts anderes vertraglich vereinbart hat) müssen sie bedingungslos gehorchen. Der kann ihr etwa die Ausreise oder Ausübung ihres Berufes verbieten. Auch das Joggen, Radfahren, Schwimmen ist Frauen nur in strikt abgeschirmten Zonen erlaubt. Allerdings ist nicht alles düstere Repression. Erstaunliche Errungenschaften werden oft übersehen. So zählen Irans Frauen zu jenen mit der höchsten Bildung in der islamischen Welt. Sie stellen ein Drittel der Arbeitskräfte und aller Ärzte und an den Unis mehr als die Hälfte der Studierenden. Sie lenken ihr eigenes Auto und Firmen, gehen wählen, besetzen hohe politische Ämter und kämpfen, hochgradig organisiert und viel vehementer als in irgendeinem anderen arabischen Land, für mehr Rechte. Und sie haben erkannt, dass sich jede private Geste, jeder Akt gegen den offiziellen Benimmkodex als Protest instrumentalisieren lässt. So signalisiert den Sittenwächtern jeder Zentimeter, den das Kopftuch nach hinten rutscht, auch latente Bereitschaft zur Rebellion.

Auf einen Plausch ins Gotteshaus

„Psst! psst!“ In Kirchen, heißt es, hat man still zu sein. Höchstens ehrfürchtiges Flüstern geht. In Moscheen dagegen geben sich Gläubige, im Iran wie überall in der islamischen Welt, vergleichsweise viel freier und schwatzen, lachen, ja halten auf dem Teppich hingestreckt ein Schläfchen. Woran das liegt? Moscheen erfüllen seit Mohammeds Zeiten nicht nur religiöse Funktionen. Sie dienten lange als Sitz der Verwaltung und Rechtsprechung, als Ort für Versammlungen und militärische Befehlsausgaben, an dem auch Geschäftsabschlüsse besiegelt und Eheverträge geschlossen wurden; als Koranschulen, Rastplatz und Asyl für Arme, Reisende, Verfolgte. Als öffentlicher Erholungsraum, wo man vor und nach dem Gebet getrost plaudern, einfach Geselligkeit genießen kann, dienen sie bis heute. Zum Erstaunen vieler Europäer, die in einem Gotteshaus ausschließlich den Raum zur inneren Einkehr sehen.

Bloss nicht!

Iranisch mit arabisch verwechseln

Iraner sind ungemein stolz auf ihre Nation und jahrtausendealte, eigenständige Hochkultur. Auf ihre Sprache, Bräuche, Kunst und oft auch auf ihren vorislamischen Glauben. Deshalb bitte: Iran ist kein arabisches Land, Farsi, die Landessprache, nicht Arabisch. Und der Golf, um diesen Streitpunkt auch ein für allemal zu klären, heißt „Persischer“ Golf. Das haben schon die Historiografen der alten Griechen festgehalten.

Vor anderen schneuzen

In Gesellschaft das Taschentuch zu zücken, empfinden Iraner als ausgesprochen rüde. Tut man’s beim Essen, verdirbt man ihnen den Appetit. Also: aufstehen und sich diskret entfernen, bevor man losschnaubt! Am besten in einen Nebenraum oder nach draußen.

Öffentlich flirten

Trotz fortschreitender Liberalisierung: Sich vor aller Augen einzuhängen, zu umarmen oder gar zu küssen (Wangenküsse zwischen Angehörigen des gleichen Geschlechts ausgenommen), ist nach wie vor verpönt. Auch reichen weiterhin die meisten Frauen Männern in der Öffentlichkeit nicht die Hand.

Schuhe anlassen

Iraner legen Wert auf höchste Hygiene. Deshalb zieht man bei Privateinladungen am Eingang zur Wohnung unbedingt die Straßenschuhe aus. Ob man dann die bereitstehenden Hausschuhe überstreift oder in Socken über den echten Perser wandelt, bleibt jedem selbst überlassen. Raus aus den Schuhen gilt übrigens auch, bevor man Gebetsräume in Moscheen betritt oder in Restaurants auf einem Takht Platz nimmt.

Den Daumen recken

Ein Klassiker des krassen Missverständnisses: Streckt man in Europa dem Gegenüber seinen Daumen entgegen, signalisiert man damit Zustimmung, teilt die Freude über gute Laune oder einen Erfolg. Im Iran meint dieselbe Gebärde das genaue Gegenteil. Im Klartext: den Stinkefinger. Sollten Sie ihn im Affekt doch mal hochhalten, keine Sorge: Einheimische, die schon mit Westlern zu tun hatten, wissen um die konträre Bedeutung und werden nur innerlich milde lächeln, statt sich brüskiert zu fühlen.

Über Politik sprechen

Kellner, Taxifahrer, Zufallsbekanntschaften von der Straße – viele sagen gegenüber Ausländern, wenn die Rede auf die politische Lage im Land kommt, frei heraus, was sie denken. Doch wie viel sie auch lamentieren und schimpfen mögen: Iraner sind Nationalisten und hören Kritik an ihrer Heimat von außen ungern. Drum: Wenn es sich nicht um sehr vertraute Freunde – oder freigeistige Reiseleiter – handelt, lieber höflich zuhören und auf Fragen diplomatisch ausweichend antworten.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Infrastruktur/Straßenverkehr

Alle internationalen Flüge ab Teheran werden nur vom Flughafen Imam Khomeini abgewickelt. Der zentral gelegene Flughafen Mehrabad wird nur noch für nationale Flüge genutzt.
Die Infrastruktur im Land ist gut. Es gibt ein ausgedehntes Linienflugnetz, mit dem alle größeren Städte des Landes zu erreichen sind. Es sind nur wenige Bahnverbindungen vorhanden. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und es gibt viele inneriranische Busverbindungen. Innerhalb der Städte sollten Reisende Taxis bzw. Mietwagen mit Fahrer bevorzugen.
Das Verhalten vieler Teilnehmer im Straßenverkehr ist unberechenbar, daher ist vor allem in Großstädten erhöhte Vorsicht geboten. Die mangelhafte Wartung eines großen Teils der Fahrzeuge (Beleuchtung, Bremsen, Reifen) stellen ein hohes Unfallrisiko dar. Autofahrten in die Wüste sollten ausschließlich in organisierten Gruppen von mehreren Geländefahrzeugen und in Begleitung eines lokalen Führers unternommen werden. Ein Navigationsgerät sowie ein ausreichender Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen sind überlebenswichtig.
Obwohl bestimmte Straßen auf Karten unter Umständen als befahrbar ausgewiesen sind, sollten Hinweisschilder auf militärische Sperrgebiete unbedingt beachtet werden. Dies gilt insbesondere für die Strecke Semnan - Mo'Alleman - Jandaq durch die Wüste Dasht-e Kavir. Auch in der Grenzregion zum Irak und insbesondere in der Provinz Kurdestan gibt es zahlreiche Sperrgebiete, die in jedem Falle gemieden werden sollten.
Diesel ist nur an wenigen Tankstellen und nur außerhalb der Großstädte erhältlich, da in Iran keine privaten Diesel-Kfz gefahren werden. Die Qualität des Diesels ist oft schlecht und manche Tankstellen verweigern den Verkauf an private, ausländische Kraftfahrer. In der Regel wird eine gesonderte Tankkarte benötigt, welche bereits bei Grenzübertritt erworben werden sollte.

Führerschein

Der Internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.

Bootsexkursionen/Besonderheiten in der "Straße von Hormuz"

Bei Bootsexkursionen vor der Westküste der Vereinigten Arabischen Emirate () und in die "Straße von Hormuz" wird dringend empfohlen, die Gewässer um die Inseln Abu Moussa, Greater Tumb und Lesser Tumb zu meiden. Die drei Inseln werden sowohl von den als auch von Iran beansprucht und in Seekarten als zum jeweiligen Territorium gehörend ausgewiesen. Ausländische Bootsbesatzungen, die sich den Inseln von -Seite genähert haben, sind von iranischer Seite unter dem Vorwurf der "Verletzung der iranischen Hoheitsgewässer und illegaler Einwanderung" festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt worden.

Besondere Verhaltenshinweise

Die in Iran geltenden Gesetze und moralischen Wertvorstellungen sind unbedingt zu respektieren, siehe auch Besondere strafrechtliche Vorschriften.
Fotografieren und Filmen (auch mit Mobiltelefon) sollte insgesamt restriktiv und mit der gebotenen Sensibilität gehandhabt werden. Es sind Fälle bekannt geworden, in denen Touristen Kameras abgenommen und sie vorübergehend festgenommen wurden, da sie verdächtigt wurden, öffentliche Gebäude oder Demonstrationen fotografiert zu haben. Ebenfalls abzusehen ist vom Versenden von Fotos oder Reiseberichten, die in irgendeiner Weise Bezug zu aktuellen politischen Entwicklungen haben. Gleiches gilt für SMS und Telefonate. Die entsprechende Kommunikation wird überwacht und es sind Fälle bekannt, bei denen ausländische Staatsangehörige aufgrund derartiger Kommunikation mit ihrem Heimatland angeklagt und verurteilt worden sind, siehe auch Besondere strafrechtliche Vorschriften. Die Kommunikation im Inland und mit dem Ausland ist phasenweise sehr schwierig und nicht immer möglich.
Iranischen Bürgern ist seit Anfang 2010 der Kontakt zu zahlreichen westlichen Organisationen und Medien verboten. Iraner wurden zudem aufgefordert, keine Kontakte mit Ausländern, ausländischen Botschaften und mit ihnen zusammenarbeitenden Organisationen "über das normale Maß" hinaus zu pflegen. In Einzelfällen wurden deutsche Staatsangehörige, die ihre Unterkunft in Iran über soziale Netzwerke im Internet organisiert hatten, von den iranischen Behörden überprüft und um sofortige Ausreise gebeten oder wurden an dieser gehindert. Reisende sollten dies bei der Wahl einer Unterkunft, insbesondere bei ihnen persönlich unbekannten Gastgebern, bedenken.

Ramadan

Ramadan ist der islamische Fastenmonat, dessen Daten von Jahr zu Jahr variieren. In dieser Zeit religiöser Besinnung gilt für Muslime ein Fastengebot, der Verzicht auf Speisen, Getränke, Rauchen sowie sinnliche Genüsse wie Parfüm, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Auch wenn die Fastenregeln nur für Muslime gelten (wobei Ausnahmen für Schwangere, Kranke, kleine Kinder und Reisende bestehen), sollten auch Nichtmuslime dem Fasten der Muslime mit Respekt begegnen und darauf achten, keine religiösen Gefühle zu verletzen. Während des Ramadans ist tagsüber das Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit auch für Nichtmuslime verboten.
Während des Ramadan ist mit Einschränkungen im Alltag (tagsüber Schließung von Restaurants außerhalb der Hotels, reduzierte Arbeitszeiten bei Behörden) und mit erhöhter Sensibilität in religiösen Angelegenheiten sowie in Fragen der Respektierung islamischer Traditionen zu rechnen.

Kommunikation

Der Gebrauch verschiedener Kommunikationsmedien ist regelmäßig nur eingeschränkt möglich. Sowohl Festnetzleitungen als auch Mobiltelefone sind häufig nicht erreichbar, auch Telefonverbindungen in ausländische Netze kommen nicht immer zustande. Zahlreiche Internetseiten und Kommunikationsapplikationen sind nicht oder nur eingeschränkt zugänglich, wie zum Beispiel Skype, Facebook oder verschiedene E-Mail-Anbieter. Auch bekannte VPN's und Proxys bieten kaum noch Zugang zum freien Internet.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist der Rial (IRR). Bislang aufgrund von Sanktionen ausgeschlossene iranische Banken können erst seit Mitte Januar 2016 wieder an das internationale Zahlungsverkehrssystem angeschlossen werden. Derzeit gibt es noch keine verlässlichen Überweisungswege im privaten Geldverkehr, die ausländische Touristen kurzfristig nutzen könnten. Reisende haben in Iran noch keinerlei Möglichkeiten, Geld abzuheben oder sich anderweitig zu beschaffen. Eine Zahlung mit Kreditkarte ist nur in sehr seltenen Ausnahmefällen möglich. Reisende sollten bei ihrer Urlaubsplanung deshalb unbedingt beachten, dass sie für ihren Aufenthalt in Iran genügend Bargeld bei sich führen. Bei Einreise sind mitgeführte Bargeldbeträge mit einem Gegenwert von über 10.000 Euro und bei Ausreise von über 5.000,- Euro anzumelden, siehe auch Besondere Zollvorschriften.
Devisen können bei der Einreise am Flughafen oder bei verschiedenen Banken und Wechselstuben zum Tageskurs in Rial umgetauscht werden, wobei auf die Qualität der Scheine geachtet wird und eingerissene oder anderweitig beschädigte oft nicht angenommen werden. Der Bankenkurs unterscheidet sich merklich vom Wechselstubenkurs. Ein Rücktausch von nicht benötigten Rialbeträgen ist in der Regel nicht oder nur mit erheblichem Kursverlust möglich.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.
Ein gültiger Krankenversicherungsschutz ist Voraussetzung für die Visumerteilung bei iranischen Auslandsvertretungen, siehe auch

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige.

Aktuelle medizinische Hinweise

Die hat im Januar 2019 einen fehlenden Impfschutz gegen Masern zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Eine Überprüfung und Ergänzung des Impfschutzes gegen Masern für Erwachsene und Kinder wird daher spätestens in der Reisevorbereitung dringend empfohlen.

Im Mai 2019 wurde im Iran Wild-Poliovirus Typ 1 (Kinderlähmung) in Umweltproben nachgewiesen. Fälle bei Menschen wurden bisher nicht berichtet. Alle Reisenden sollten einen kompletten Impfschutz gegen Polio mit Auffrischimpfungen alle 10 Jahre besitzen. Weiterführende Informationen finden Sie im Merkblatt Polio-Impfung bei Auslandsreisen.

Impfschutz

Eine Impfung gegen Gelbfieber wird nur für die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert, siehe www.who.int. Für die direkte Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.
Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene anlässlich jeder Reise zu überprüfen und zu vervollständigen.
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Influenza, Pneumokokken und Herpes Zoster (Gürtelrose).
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Meningokokken-Erkrankungen, Typhus und Tollwut empfohlen.

Malaria

Malaria kann im Iran landesweit in Höhenlagen unter 1.500 Metern vorkommen. Die jährlichen Fallzahlen sind aber nicht hoch, das Risiko ist damit gering. Im Norden des Landes ist eine Übertragung von Juni bis September möglich, im Süden von Mai bis September und an der Küste des Persischen Golfs ganzjährig.
Die Übertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) manchmal tödlich. Im Südosten gehen 35 Prozent der Erkrankungen auf das Konto dieses Erregers. Ansonsten ist P. vivax, Erreger der Malaria tertiana vorherrschend.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden eine Expositionsprophylaxe empfohlen. Speziell sollte auf folgende Punkte geachtet werden:

  • das Tragen von körperbedeckender, heller Kleidung (lange Hosen, lange Hemden)
  • Wiederholtes Auftragen von Insektenschutzmittel tagsüber (Dengue!) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria!) auf alle freien Körperstellen
  • Schlafen unter einem imprägnierten Moskitonetz

Tagsüber schützen diese Maßnahmen auch vor anderen durch Stechmücken übertragenen Erkrankungen wie Phlebotomen Fieber, West Nil Fieber oder Krim-Kongo hämorrhagischem Fieber. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe der Malaria) wird nicht generell empfohlen, siehe www.dtg.org, und ist nur in Ausnahmefällen zu erwägen. Bei Fieber sollte, insbesondere im Süden des Landes, innerhalb von 24 Stunden ein Arzt aufgesucht werden, um eine Malaria ausschließen zu können.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten

HIV/Aids kommt im Iran vor. Durch sexuelle Kontakte, bei intravenösem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen), durch Tätowierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex, dringend empfohlen.

Durchfall- und Darmerkrankungen

Durchfallerkrankungen sind im Iran noch relativ weit verbreitet. Zur Prophylaxe wird empfohlen, nur originalverpackte Getränke aus Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss zu kochen, antibakteriell zu filtern oder zu desinfizieren. Zuhause ist eine Behandlung des Leitungswassers mit Gegenosmose (Reverse Osmosis RO) empfehlenswert.
Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungeschälter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart sein.
Allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder Händedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln können die Gefahr einer Infektion vermindern.

Tollwut

Tollwut kommt im Iran vor. Das Virus wird am häufigsten von Hunden übertragen. Das Risiko ist in ländlichem Gebiet größer als in den meisten Städten. Bei der Tollwut handelt es sich um eine fast immer tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, Lecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). Die aufwändigen Maßnahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind im Iran, außerhalb der Großstädte, nicht immer möglich. Zuverlässigen Schutz vor Tollwut bietet die Impfung vor einem Biss. Die präexpositionelle Impfung ist daher für Reisen in den Iran besonders wichtig.

Leishmaniose

Haut-Leishmaniose (eine von Sandfliegen übertragene, parasitäre Erkrankung mit Hautveränderungen, die meist erst Wochen bis Monate nach dem Stich auftreten und lange persistieren) ist in ländlichen Gegenden verbreitet. Maßnahmen für einen zuverlässigen Mückenschutz tagsüber sollten deshalb dringend beachtet werden. Bei nicht heilenden Hautgeschwüren nach einem Iran Aufenthalt muss an die Möglichkeit einer Haut-Leishmaniose gedacht werden. Bei anhaltenden, unklaren Fieberschüben und Milzvergrößerung kann auch die gefährliche, generalisierte (sog. "viszerale") Form vorliegen, die dann in einer tropenmedizinisch erfahrenen Klinik behandelt werden muss.

Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt landesweit noch häufig vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen können resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger entstehen. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes schützt nicht vor einer Ansteckung!

Geographisch bedingte Erkrankungen

Iran ist derzeit ein eher seltenes Reiseziel für Trekkingtouristen und Bergsteiger. Bei Aufenthalten über 2.300 Meter Höhe kann es bei Einzelnen zu den verschiedenen Formen der Höhenkrankheit kommen, wenn keine graduelle Anpassung an die Höhe stattfindet.

Die Höhenkrankheit ist eine potentiell gefährliche Funktionsstörung von Lunge und Gehirn. Erkranken können auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, selbst wenn sie bereits früher große Höhen und rasche Aufstiege ohne Probleme bewältigt haben.

Weitere Gesundheitsgefahren

Das Unfallrisiko ist im Iran insbesondere bei Überlandfahrten sehr hoch. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notfällen oder Unfällen, kann in weiten Landesteilen nicht gewährleistet werden, ein zuverlässig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den Städten nicht überall existent.

Medizinische Versorgung

Die spezialisierte, medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch nicht auf der Höhe der Hauptstadt und nicht vergleichbar mit europäischem Standard. Sprachbarrieren können gerade auf dem Land die Kommunikation erschweren. In Teheran ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem recht hohen Niveau möglich. Auch bei schweren Erkrankungen muss deshalb nur selten eine medizinische Evakuierung ins Ausland, nach Dubai, oder eine sofortige Repatriierung erwogen werden. Ein ausreichender Krankenversicherungsschutz, einschließlich einer Reiserückholversicherung, ist dennoch dringend notwendig.

Reisende sollten regelmäßig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge in den Iran mitbringen und sich für die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Mitnahme einer Reiseapotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen beinhaltet, wird dringend empfohlen, da westliche Medikamente regelmäßig nicht zur Verfügung stehen. Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise in den Iran bewusst sein.

Die deutsche Botschaft in Teheran verfügt für den Notfall über eine Adressenliste von Ärzten und Krankenhäusern in der Stadt.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen/ Tropenmediziner/ Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte sind z. B. über die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. zu finden.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden, wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden können nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbesondere bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige, eingehende, medizinische Beratung durch einen Reisemediziner/Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Außerhalb Teherans ist die Gesundheitsversorgung unzureichend und die Rettung bei Verkehrs-, Arbeits- und Sportunfällen schwierig.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung mit Reiserückholversicherung wird dringend empfohlen.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Essen und Trinken

Wegen der Gefahr möglicher Darminfektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Wasser sollte generell vor dem Trinken, Zähneputzen und vor der Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Milch ist meist pasteurisiert, unpasteurisierte Milch sollte abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Milchprodukte aus ungekochter Milch vermeiden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden. Von dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird abgeraten.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber 1 -
Cholera 2 -
Typhus & Polio Ja -
Malaria 3 -
Essen & Trinken - -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen.

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch, v.a. in den Provinzen Hamadan (Asadabad District, Hamadan District), Kerman, Khuzestan, Markazi (Arak District), Qom Province (Qom District), Sistan and Baluchistan (Iranshahr District, Nikshahr District) und Zanjan (Khodabandeh District). Um sich zu schützen, sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.

[3] Geringes Malariarisiko landesweit unterhalb von 1.500 m von Mai bis September und an der Küste des Persischen Golfs ganzjährig. Die weniger gefährliche Form Plasmodium vivax herrscht hier vor.
In einigen Gegenden nördlich des Zagros-Gebietes (Provinz Ardebil und Ost-Aserbaidschan) sowie in den west- und südwestlichen Gebieten soll die vorherrschende gefährlichere Form Plasmodium falciparum chloroquin- und sulfadoxin-pyrimethamin-resistent sein.

Gesundheitszeugnis

Für Arbeits- und Langzeitaufenthalte wird ein HIV-Test in englischer Sprache verlangt.

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Tuberkulose Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden. 

Bilharziose-Erreger kommen in Teichen und Flüssen vor, v.a. in der Provinz Khuzestan. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind ungefährlich.

Hepatitis A kommt vor, Hepatitis B ist endemisch. Impfschutz gegen Hepatitis A wird empfohlen, bei Langzeitaufenthalten und bei Kindern und Jugendlichen auch gegen Hepatits B. 

HIV/Aids ist eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, Tätowierungen, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Die Höhenkrankheit tritt in Höhen ab etwa 2300 m bei einem zu raschem Aufstieg auf. Die Symptome reichen von Atemnot und Kopfschmerzen bis hin zu Koordinationsstörungen und Erbrechen.

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose, vor allem die Haut-Leishmaniose durch die Sandfliege, kommt in ländlichen Gebieten vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel. 

Tollwut kommt vor. Überträger sind u.a. streunende Hunde und Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Tuberkulose kommt landesweit vor. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion. 

Zeckenbissfieber kommt landesweit vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Das Krim-Kongo-hämorrhagische Fieber kommt ganzjährig vereinzelt in der Provinz Sistan-Baluchistan im Südosten des Landes vor. Es wird durch Zecken und von Mensch zu Mensch übertragen.

Reisewarnung

Überblick

Stand - Mon, 27 May 2019 14:00:00 +0100
(Unverändert gültig seit: Mon, 27 May 2019 14:20:39 +0100)

Letzte Änderungen:
Aktuelle Hinweise (Entfall)
Landesspezifische Sicherheitshinweise (Naturkatastrophen)
Medizinische Hinweise
Redaktionelle Änderungen und Ergänzungen

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Von Reisen in den Osten der Provinz Kerman und Sistan-Belutschistan sowie in die Grenzgebiete Irans mit Pakistan und Afghanistan wird dringend abgeraten. In diesen Gebieten besteht ein erhebliches Entführungs- und Anschlagsrisiko. Dies betrifft insbesondere das Gebiet im Dreieck zwischen den Städten Zabol, Bam und Chabahar. Stabiler ist die Lage in der Hafenstadt Chabahar selbst, sofern der Luftweg für die Anreise genutzt wird.
Von nicht notwendigen Individual- oder Trekkingreisen in die Kurdengebiete im Nordwesten Irans, insbesondere entlang der türkischen und irakischen Grenze, wird grundsätzlich abgeraten. Gelegentlich werden die Grenzübergänge zur Türkei und zum Irak geschlossen.
Für Afghanistan, Irak und die an Iran grenzende pakistanische Provinz Belutschistan bestehen Reisewarnungen.

Innenpolitische Lage
Im Iran, insbesondere außerhalb der Hauptstadt Teheran, kann es zu politisch motivierten Kundgebungen und einem dadurch bedingten hohen Aufgebot an Sicherheitskräften kommen.
Reisende sollten während des Aufenthalts in Iran die aktuelle politische Lage in den Medien aufmerksam verfolgen und Menschenansammlungen oder Demonstrationen weiträumig meiden.
Insbesondere sollten Film- oder Tonaufnahmen von Demonstrationen, ihres Umfeldes oder von Polizisten/Sicherheitskräften und öffentlichen Gebäuden unter allen Umständen vermieden werden, da dies als Spionagetätigkeit gewertet werden kann.
Internetdienste, vor allem soziale Medien und auch die Telefonnetze können zeitweilig abgestellt werden.  
Besondere Vorsicht sollten Reisende an folgenden Daten walten lassen:
11. Februar – Revolutionstag
10. September 2019 - Ashura Fest
04. November - Besetzung der US-Botschaft
29. November – Übergriffe auf die britische Botschaft
07. Dezember - sog. Studententag

Terrorismus
In Iran kommt es, meistens in Minderheitenregionen, unregelmäßig zu Zwischenfällen mit terroristischem Hintergrund. Seit den Pariser Anschlägen vom November 2015 haben iranische Behörden die allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen im Grenzbereich zu Irak und zu Pakistan, aber auch in der Hauptstadt Teheran, erhöht. Im Juni 2017 ist es dennoch in Teheran zu Anschlägen auf das Parlamentsgebäude und auf das Mausoleum von Ayatollah Khomeini gekommen, die Todesopfer und Verletzte forderten. Auch in anderen Landesteilen fanden in den vergangenen Jahren Anschläge statt.
Anschläge richteten sich bisher nicht gegen Ausländer oder Touristen. Reisende in Grenzregionen Irans zu Irak und zu Pakistan sollten grundsätzlich immer auch die jeweils aktuelle Lage in den Nachbarländern in Betracht ziehen.
In der Provinz Sistan-Belutschistan (Südosten, Grenze zu Pakistan/Afghanistan) kommt es regelmäßig zu Konflikten zwischen iranischen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppierungen. Die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt und es gibt vermehrte Sicherheits- und Personenkontrollen. Wiederholt wurden Ausländer in der Region festgehalten und längeren Verhören unterzogen. Eine Weiterreise war in manchen Fällen nur noch mit iranischer Polizeieskorte möglich. Dies geschah vor dem Hintergrund von seit Jahren häufig auftretenden Fällen bewaffneter Angriffe auf iranische Sicherheitskräfte in der Region.
In der Provinz Kurdistan und der ebenfalls von Kurden bewohnten Provinz West-Aserbaidschan gibt es wiederholt Anschläge gegen Sicherheitskräfte, lokale Repräsentanten der Justiz und des Klerus. In diesem Zusammenhang haben Sicherheitskräfte ihr Vorgehen gegen kurdische Separatistengruppen und Kontrollen mit Checkpoints noch einmal verstärkt. Seit März 2011 gab es in der Region wieder verstärkt bewaffnete Zusammenstöße zwischen iranischen Sicherheitskräften und kurdischen Separatistenorganisationen wie PJAK und DPIK, mit Todesopfern auf beiden Seiten. Insbesondere die Grenzregionen zum Irak und die Region um die Stadt Sardasht waren betroffen. Trotz eines im September 2011 vereinbarten Waffenstillstandes kam es im Jahr 2015 und verstärkt im Sommer 2016 zu gewaltsamen Konflikten. In bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen iranischen Sicherheitskräften und Angehörigen der DPIK im September 2016 nahe der Stadt Sardasht wurden zehn Personen und drei Revolutionsgardisten getötet. Seit Juni 2016 kam es in der Region zu mehreren derartigen Vorfällen. Bereits 2015 hatte es nahe der Stadt Khoy, im iranisch-türkischen Grenzgebiet (Provinz West-Aserbaidschan), Zusammenstöße mit mehreren Todesopfern gegeben.
Seit 2015 kommt es nach iranischen Angaben in der Provinz Khuzestan und in anderen Landesteilen, auch in Teheran, wiederholt zu Verhaftungen von Personen, die mit dem sogenannten Islamischen Staat in Verbindung stehen und Terroranschläge in Iran geplant haben sollen.

Kriminalität
In Teheran kommt es gelegentlich zu Personenkontrollen durch vermeintliche Sicherheitsbeamte. Die Kontrolleure erweisen sich anschließend als Trickbetrüger, welche z.B. nach erfolgter "Kontrolle" die Geldbörse oder deren Inhalt einbehalten. Es wird geraten, darauf zu bestehen, entsprechende Kontrollen lediglich im Hotel oder der nächstgelegenen Polizeistation durchführen zu lassen.
Wenn möglich sollten Pässe und Wertsachen im Hotelsafe deponiert und nur eine Kopie des Passes mitgeführt werden. Die Zahl der Diebstähle von Pässen, Geld und Taschen in Geschäften und auf der Straße (auch durch Motorradfahrer) nimmt - ebenso wie die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser - zu. Besondere Umsicht ist hier geboten. Vorsicht ist auch bei von Fremden angebotenen Süßigkeiten/Keksen und (offenen) Getränken geboten, da Diebe k.o.-Tropfen benutzen, um Touristen zu betäuben und auszurauben.
Individualreisende sollten grundsätzlich vermeiden, allein nachts oder in einsamen Gebieten zu reisen. Es gab in der Vergangenheit einzelne Fälle von sexueller Belästigung, daher sollten besonders allein reisende Frauen darauf achten, sich nicht in menschenleeren Gegenden, wie z.B. fernab der regelmäßig frequentierten Wanderrouten in den Bergen, aufzuhalten.

Naturkatastrophen
Iran liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone. Mit Erdbeben unterschiedlichen Ausmaßes muss in den meisten Teilen des Landes gerechnet werden. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben, Vulkanen und Tsunamis bietet das Deutsche GeoForschungsZentrum.
In einigen Landesteilen können Staub- und Sandstürme auftreten. Anhaltender Starkregen kann wie zuletzt im März/April 2019 zu weitreichenden Überschwemmungen führen und den Reiseverkehr beeinträchtigen. Aktuelle Informationen bietet z.B. die Iran Meteorological Organisation.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Infrastruktur/Straßenverkehr
Alle internationalen Flüge ab Teheran werden nur vom Flughafen Imam Khomeini abgewickelt. Der zentral gelegene Flughafen Mehrabad wird nur noch für nationale Flüge genutzt.
Die Infrastruktur im Land ist gut. Es gibt ein ausgedehntes Linienflugnetz, mit dem alle größeren Städte des Landes zu erreichen sind. Es sind nur wenige Bahnverbindungen vorhanden. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und es gibt viele inneriranische Busverbindungen. Innerhalb der Städte sollten Reisende Taxis bzw. Mietwagen mit Fahrer bevorzugen.
Das Verhalten vieler Teilnehmer im Straßenverkehr ist unberechenbar, daher ist vor allem in Großstädten erhöhte Vorsicht geboten. Die mangelhafte Wartung eines großen Teils der Fahrzeuge (Beleuchtung, Bremsen, Reifen) stellen ein hohes Unfallrisiko dar. Autofahrten in die Wüste sollten ausschließlich in organisierten Gruppen von mehreren Geländefahrzeugen und in Begleitung eines lokalen Führers unternommen werden. Ein Navigationsgerät sowie ein ausreichender Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen sind überlebenswichtig.
Obwohl bestimmte Straßen auf Karten unter Umständen als befahrbar ausgewiesen sind, sollten Hinweisschilder auf militärische Sperrgebiete unbedingt beachtet werden. Dies gilt insbesondere für die Strecke Semnan – Mo'Alleman - Jandaq durch die Wüste Dasht-e Kavir. Auch in der Grenzregion zum Irak und insbesondere in der Provinz Kurdestan gibt es zahlreiche Sperrgebiete, die in jedem Falle gemieden werden sollten.
Diesel ist nur an wenigen Tankstellen und nur außerhalb der Großstädte erhältlich, da in Iran keine privaten Diesel-Kfz gefahren werden. Die Qualität des Diesels ist oft schlecht und manche Tankstellen verweigern den Verkauf an private, ausländische Kraftfahrer. In der Regel wird eine gesonderte Tankkarte benötigt, welche bereits bei Grenzübertritt erworben werden sollte.

Führerschein
Der Internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.

Bootsexkursionen/Besonderheiten in der „Straße von Hormuz"
Bei Bootsexkursionen vor der Westküste der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und in die „Straße von Hormuz" wird dringend empfohlen, die Gewässer um die Inseln Abu Moussa, Greater Tumb und Lesser Tumb zu meiden. Die drei Inseln werden sowohl von den VAE als auch von Iran beansprucht und in Seekarten als zum jeweiligen Territorium gehörend ausgewiesen. Ausländische Bootsbesatzungen, die sich den Inseln von VAE-Seite genähert haben, sind von iranischer Seite unter dem Vorwurf der "Verletzung der iranischen Hoheitsgewässer und illegaler Einwanderung" festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt worden.

Besondere Verhaltenshinweise
Die in Iran geltenden Gesetze und moralischen Wertvorstellungen sind unbedingt zu respektieren, siehe auch Besondere strafrechtliche Vorschriften.
Fotografieren und Filmen (auch mit Mobiltelefon) sollte insgesamt restriktiv und mit der gebotenen Sensibilität gehandhabt werden. Es sind Fälle bekannt geworden, in denen Touristen Kameras abgenommen und sie vorübergehend festgenommen wurden, da sie verdächtigt wurden, öffentliche Gebäude oder Demonstrationen fotografiert zu haben. Ebenfalls abzusehen ist vom Versenden von Fotos oder Reiseberichten, die in irgendeiner Weise Bezug zu aktuellen politischen Entwicklungen haben. Gleiches gilt für SMS und Telefonate. Die entsprechende Kommunikation wird überwacht und es sind Fälle bekannt, bei denen ausländische Staatsangehörige aufgrund derartiger Kommunikation mit ihrem Heimatland angeklagt und verurteilt worden sind, siehe auch Besondere strafrechtliche Vorschriften. Die Kommunikation im Inland und mit dem Ausland ist phasenweise sehr schwierig und nicht immer möglich.
Iranischen Bürgern ist seit Anfang 2010 der Kontakt zu zahlreichen westlichen Organisationen und Medien verboten. Iraner wurden zudem aufgefordert, keine Kontakte mit Ausländern, ausländischen Botschaften und mit ihnen zusammenarbeitenden Organisationen „über das normale Maß" hinaus zu pflegen. In Einzelfällen wurden deutsche Staatsangehörige, die ihre Unterkunft in Iran über soziale Netzwerke im Internet organisiert hatten, von den iranischen Behörden überprüft und um sofortige Ausreise gebeten oder wurden an dieser gehindert. Reisende sollten dies bei der Wahl einer Unterkunft, insbesondere bei ihnen persönlich unbekannten Gastgebern, bedenken.

Ramadan
Ramadan ist der islamische Fastenmonat, dessen Daten von Jahr zu Jahr variieren. In dieser Zeit religiöser Besinnung gilt für Muslime ein Fastengebot, d.h. der Verzicht auf Speisen, Getränke, Rauchen sowie z.B. sinnliche Genüsse wie Parfüm, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Auch wenn die Fastenregeln nur für Muslime gelten (wobei Ausnahmen für Schwangere, Kranke, kleine Kinder und Reisende bestehen), sollten auch Nichtmuslime dem Fasten der Muslime mit Respekt begegnen und darauf achten, keine religiösen Gefühle zu verletzen. Während des Ramadans ist tagsüber das Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit auch für Nichtmuslime verboten.
Während des Ramadan ist mit Einschränkungen im Alltag (z.B. tagsüber Schließung von Restaurants außerhalb der Hotels, reduzierte Arbeitszeiten bei Behörden) und mit erhöhter Sensibilität in religiösen Angelegenheiten sowie in Fragen der Respektierung islamischer Traditionen zu rechnen.

Kommunikation
Der Gebrauch verschiedener Kommunikationsmedien ist regelmäßig nur eingeschränkt möglich. Sowohl Festnetzleitungen als auch Mobiltelefone sind häufig nicht erreichbar, auch Telefonverbindungen in ausländische Netze kommen nicht immer zustande. Zahlreiche Internetseiten und Kommunikationsapplikationen sind nicht oder nur eingeschränkt zugänglich, wie zum Beispiel Skype, Facebook oder verschiedene E-Mail-Anbieter. Auch bekannte VPN's und Proxys bieten kaum noch Zugang zum freien Internet.

Geld/Kreditkarten
Landeswährung ist der Rial (IRR). Bislang aufgrund von Sanktionen ausgeschlossene iranische Banken können erst seit Mitte Januar 2016 wieder an das internationale Zahlungsverkehrssystem SWIFT angeschlossen werden. Derzeit gibt es noch keine verlässlichen Überweisungswege im privaten Geldverkehr, die ausländische Touristen kurzfristig nutzen könnten. Reisende haben in Iran noch keinerlei Möglichkeiten, Geld abzuheben oder sich anderweitig zu beschaffen. Eine Zahlung mit Kreditkarte ist nur in sehr seltenen Ausnahmefällen möglich. Reisende sollten bei ihrer Urlaubsplanung deshalb unbedingt beachten, dass sie für ihren Aufenthalt in Iran genügend Bargeld bei sich führen. Bei Einreise sind mitgeführte Bargeldbeträge mit einem Gegenwert von über 10.000 Euro und bei Ausreise von über 5.000,- Euro anzumelden, siehe auch Besondere Zollvorschriften.
Devisen können bei der Einreise am Flughafen oder bei verschiedenen Banken und Wechselstuben zum Tageskurs in Rial umgetauscht werden, wobei auf die Qualität der Scheine geachtet wird und eingerissene oder anderweitig beschädigte oft nicht angenommen werden. Der Bankenkurs unterscheidet sich merklich vom Wechselstubenkurs. Ein Rücktausch von nicht benötigten Rialbeträgen ist in der Regel nicht oder nur mit erheblichem Kursverlust möglich.

Versorgung im Notfall
Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.
Ein gültiger Krankenversicherungsschutz ist Voraussetzung für die Visumerteilung bei iranischen Auslandsvertretungen, siehe auch Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen ab Einreise noch sechs Monate gültig sein.
Die Einreise oder die Beantragung eines Visums mit einem Pass, der einen israelischen Einreisestempel enthält, kann verweigert werden.

Reisen nach Iran können sich auf spätere Einreisen in die USA auswirken. Weitere Informationen dazu sind in den Reise- und Sicherheitshinweise USA zu finden.

Visum
Für die Einreise ist ein Visum erforderlich. Seit Ende November 2018 ist offenbar die Einreise mit einem sogenannten Blattvisum bzw. elektronischen Visum, das nicht im Reisepass angebracht wird, sondern als loses Blatt ausgestellt wird, möglich. Dadurch entfällt die Anbringung eines Einreisestempels im Reisepass. Zu dem neuen Verfahren des elektronischen Visums liegen jedoch noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.
Für nicht touristische Aufenthalte in Iran ist zwingend ein entsprechendes Visum zu beantragen (z. B. Journalistenvisum, Arbeitsvisum). Bei Verstoß gegen die iranischen Einreisebestimmungen muss mit strafrechtlicher Verfolgung und unverhältnismäßig hohen Strafen (u.a. mehrjährige Freiheitsstrafen) gerechnet werden.
Bei Überschreitung der Gültigkeit des Visums oder bei Verlust des Reisepasses ist mit erheblichen Schwierigkeiten zu rechnen. Die Geldstrafe, die Ausländern ohne gültige Aufenthaltserlaubnis auferlegt wird, beträgt pro Tag derzeit 400.000,- Rial. Die Ausstellung eines Ausreisevisums durch die iranischen Behörden dauert im Einzelfall mehrere Tage bis Wochen.

Online-Visum (e-Visa) bei den iranischen Auslandsvertretungen in Deutschland
Die Botschaft der Islamischen Republik Iran in Berlin und die Generalkonsulate in Hamburg, Frankfurt am Main und München bieten seit Mai 2017 die Möglichkeit, ein Online-Visum (e-Visa) für die Einreise nach Iran zu beantragen. Die Gebühren betragen je nach Reisezweck zwischen 40,- und 80,- Euro, die Bearbeitungszeit beträgt (außer für Pressevisa) 7 bis 14 Tage, gegen einen Aufschlag von 50% ist auch ein Express-Visum möglich.

Visumerteilung am Flughafen
Für deutsche Staatsangehörige besteht weiterhin die Möglichkeit, bei der Einreise über einen internationalen Flughafen ein zeitlich begrenztes, touristisches Einreisevisum (bis zu 90 Tagen) zu beantragen. Nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amts war die Visaerteilung am Flughafen in jüngerer Vergangenheit in der Regel unproblematisch. Es wird empfohlen, den Nachweis einer Krankenversicherung und eine Einladung, in der Name, Adresse und Telefonnummer des Einladers vermerkt ist, bzw. Hotelbuchungsbestätigung mitzuführen. Der Bearbeitungsprozess kann sich je nach Aufkommen über einige Stunden hinziehen und eine Ablehnung des Visumantrags und Rückschiebung nach Deutschland kann nicht ausgeschlossen werden. Außerdem können bei Einreise erteilte Visa in der Regel nicht verlängert werden. Reisenden wird deshalb empfohlen, rechtzeitig vor Reiseantritt ein Visum bei der zuständigen iranischen Auslandsvertretung zu beantragen.
Seit Eröffnung des neuen Internationalen Flughafen Imam Khomeni in Teheran sind mehrfach Beschwerden von Geschäftsreisenden bekannt geworden. Wiederholt ist es in der Vergangenheit zu Komplikationen bei der Einreise und zu langen Wartezeiten gekommen. Trotz Vorlage eines Geschäftsvisums wurden teilweise entweder ein Einladungsschreiben oder eine Hotelbuchungsbestätigung oder beides verlangt. Das Auswärtige Amt empfiehlt in jedem Fall die Mitführung des Einladungsschreibens und einer Hotelbuchungsbestätigung bzw. der genauen Angabe der Aufenthaltsadresse in Iran.

Krankenversicherung
Für die Dauer des Aufenthaltes in Iran ist eine iranische oder deutsche Unfall- und Krankenversicherung notwendig. Die iranischen Auslandsvertretungen sind verpflichtet, vor Ausstellung des Visums den Krankenversicherungsschutz zu überprüfen. Bereits bei Antragstellung des Visums in Deutschland ist deshalb das Bestehen einer entsprechenden Versicherung durch Vorlage eines Versicherungsvertrages nachzuweisen. Weitere Informationen können Reisende direkt bei der zuständigen iranischen Auslandsvertretung erfragen.

Einreise mit eigenem Fahrzeug
Zum jetzigen Zeitpunkt ist unklar, ob die Einreise mit dem eigenen Kraftfahrzeug nach Iran weiterhin möglich ist. Vor einer Autoreise nach Iran sollten sich Reisende unbedingt bei der zuständigen iranischen Auslandsvertretung informieren. Bisher war zur Einreise mit einem eigenen Kraftfahrzeug ein „Carnet de passage" erforderlich. Es sollte des Weiteren unbedingt darauf geachtet werden, dass ausreichender Versicherungsschutz für den gesamten Aufenthalt in Iran besteht.
Seit 2009 berichten deutsche Staatsangehörige vermehrt über Probleme bei der Einreise mit einem Dieselfahrzeug nach Iran. Reisende sollten sich deshalb rechtzeitig vor der Reise über die Voraussetzungen der Einreise mit einem Dieselfahrzeug bei den iranischen Behörden informieren.

Weiterreise nach Afghanistan und Pakistan
Für Afghanistan, Irak und die an Iran grenzende pakistanische Provinz Belutschistan bestehen Reisewarnungen.
Die deutsche Botschaft in Teheran kann bei der Beantragung von Visa für die Länder Afghanistan und Irak sowie für Reisen nach Pakistan oder Indien auf dem Landweg durch die oben genannten Regionen keine Unterstützung gewähren. Nach Auskunft der pakistanischen Botschaft in Teheran können nur noch Visa an deutsche Staatsangehörige erteilt werden, die ihren Wohnsitz in Iran haben und im Besitz einer iranischen Aufenthaltserlaubnis sind.

Grenzübergänge für die Ein- und Ausreise
Ausländer können über die internationalen Flughäfen des Landes sowie aus der Türkei (Übergang Bazargan, Esendere), Aserbaidschan (Übergänge Astara und Jolfa) und Turkmenistan (Übergänge Badj-Giran, Sarakhs, Loftabad und Pol) und Armenien (Übergang Nurduz-Mogri) ein- und ausreisen. Am Übergang Mirjaveh / Pakistan ist besondere Vorsicht geboten (siehe Landesspezifische Sicherheitshinweise).
Grundsätzlich ist für Ausländer der Grenzübertritt aus der Türkei auch bei Esendere und Sero (nahe Orumiyeh) möglich, auch mit eigenem Kfz. Es gab jedoch Fälle, in denen an diesen Übergängen Ausländern unter Verweis auf den in Bazargan möglichen Grenzübertritt die Einreise verweigert wurde. Der Grenzübergang Kapiköy ist für mit dem Zug reisende Ausländer (Verbindung Tabriz - Van) geöffnet.
Alle Einreise-, Zoll- und Devisenformulare sollten sorgfältig und genau ausgefüllt werden.
Bitte achten Sie bei der Einreise über den Land- oder Seeweg besonders darauf, dass ein Einreisestempel in Ihrem Pass angebracht wird. Wenn kein entsprechender Einreisestempel im Pass vorhanden ist, wird die Ausreise verweigert.

Transitreisen
Bei einem Transit über den Flughafen Imam Khomeini ist die Fluggesellschaft, mit der Sie von Teheran aus weiterfliegen, für die Abholung Ihres Gepäcks und Ihr erneutes Einchecken zuständig. Demnach sind eine Einreise nach Iran und die Beantragung eines iranischen Visums nicht notwendig.

Einreise von deutsch-iranischen Doppelstaatern
Reisende, die neben der deutschen auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzen, werden vermehrt nach Einreise von den iranischen Sicherheitsbehörden über den Grund ihres Auslandsaufenthaltes verhört. Möglich sind auch Passentzug und Verhängung einer Ausreisesperre, sowie Überprüfung von Handys, Kamera und PC. Auch eine strafrechtliche Verfolgung von politischen Aktivitäten in Deutschland (z. B. Teilnahme an anti-iranischen Demonstrationen in Deutschland), bis hin zu Inhaftierung und Verurteilung in Iran, kann nicht ausgeschlossen werden.
Iranische Behörden behandeln Personen, die sowohl die deutsche wie auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzen (sog. Doppelstaater), beim Aufenthalt in Iran ausschließlich als iranische Staatsangehörige. Dies bedeutet, dass diese Personen nur mit einem iranischen Reisepass, der bei Wohnsitz in Deutschland bei der zuständigen iranischen Auslandsvertretung zu beantragen ist, nach Iran ein- und wieder ausreisen können.
Wenn Zweifel bestehen, ob eine Person neben der deutschen auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzt, sollte dies mit iranischen Behörden (Auslandsvertretungen) vor einer Reise nach Iran geklärt werden.
Nach iranischem Recht ist das Zusammenleben von Mann und Frau in einer eheähnlichen Gemeinschaft ohne Eheschließung strafbar. Doppelstaater, deren Ehe in Iran nicht anerkannt ist, müssen bei Einreise eventuell mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Für miteingereiste Kinder sind in diesem Fall in Iran iranische Geburtsurkunden und Reisepässe zu beantragen, bevor eine Ausreise ermöglicht wird. Dies kann mit nicht unerheblichen Schwierigkeiten und zeitlichen Verzögerungen verbunden sein.
Die Möglichkeiten einer Unterstützung in Konsularangelegenheiten durch die Deutsche Botschaft bei doppelter Staatsangehörigkeit sind sehr beschränkt. Unter anderem wird der Botschaft grundsätzlich keine konsularische Betreuung von inhaftierten deutsch-iranischen Staatsangehörigen gewährt.
Zur Ausreise aus Iran benötigen deutsch-iranische Doppelstaater zwingend einen iranischen Reisepass. Sollte die Gültigkeit des iranischen Reisepasses abgelaufen oder der Reisepass von den iranischen Behörden eingezogen worden sein, ist eine Ausreise aus Iran erst nach Ausstellung eines neuen iranischen Reisepasses oder Rückgabe des iranischen Passes durch die iranischen Behörden möglich. Der deutsche Reisepass allein berechtigt Doppelstaater nicht zur Ausreise aus Iran.
Zur Einreise nach Deutschland sollten reisende Doppelstaater zusätzlich einen gültigen deutschen Reisepass mit sich führen. Auch der bis zu einem Jahr abgelaufene deutsche Reisepass und ein deutscher Personalausweis berechtigen zur Einreise nach Deutschland. Für den Fall, dass Sie ohne gültigen deutschen Reisepass ausreisen wollen, sollten Sie sich vor Antritt der Reise bei Ihrer Fluggesellschaft versichern, dass Ihnen die Mitreise auch mit einem Personalausweis oder ungültigem Reisepass gestattet wird.

Wehrdienst für deutsch-iranische Doppelstaater
Mit Beginn des iranischen Kalenderjahres (21. März), in dem ein Mann 18 Jahre alt wird, wird er in Iran wehrpflichtig und muss einen aktiven Wehrdienst von 24 Monaten leisten. Nach Erreichen des 50. Lebensjahres ist ein Mann vom Militärdienst befreit; ggf. muss er jedoch bis zum 60. Lebensjahr Wehrdienst leisten. Es besteht die Pflicht, sich selbst zum Militärdienst registrieren zu lassen (alle im Ausland lebenden Iraner müssen von sich aus bei der für sie zuständigen iranischen Auslandsvertretung ihre Registrierung vornehmen lassen). Auslandsiranern kann unter bestimmten Voraussetzungen einmal jährlich eine Einreise nach Iran ohne Dienstverpflichtung gewährt werden, Einzelheiten sind bei der zuständigen iranischen Auslandsvertretung zu erfragen.
Bei Einreisen männlicher Doppelstaater wird darauf hingewiesen, dass diese bis zur Ableistung des Wehrdienstes in Iran (oder Erhalt einer Ausnahmegenehmigung) eine Ausreisesperre erhalten können.

Hinweise für deutsche Ehefrauen iranischer Staatsangehöriger
Durch eine nach iranischem Recht rechtmäßige Eheschließung mit einem Iraner erwirbt die deutsche Ehefrau automatisch die iranische Staatsangehörigkeit. Hierzu gibt es ausführliches Merkblatt der deutschen Botschaft in Teheran.
Rechtsverbindliche Auskünfte zum Erwerb der iranischen Staatsangehörigkeit können nur die zuständigen iranischen Behörden erteilen. In Einzelfällen kann es vorkommen, dass die iranischen Behörden bei der Einreise oder bei der Ausstellung des sog. Shenasnameh für die deutsche Ehefrau den deutschen Reisepass der Betroffenen einbehalten. In diesem Falle werden Sie gebeten, umgehend mit der Deutschen Botschaft Teheran Kontakt aufzunehmen. Die deutsche Staatsagehörigkeit geht bei einem automatischen Staatsangehörigkeitserwerb nicht verloren. Gemeinsame Kinder erwerben durch Geburt sowohl die iranische Staatsangehörigkeit über den Vater als auch die deutsche Staatsangehörigkeit über die Mutter. Da die iranischen Behörden eine doppelte Staatsangehörigkeit grundsätzlich nicht akzeptieren, spielt die neben der iranischen bestehende deutsche Staatsangehörigkeit für sie keine Rolle. Ehefrau und Kinder werden in Iran ausschließlich wie iranische Staatsangehörige behandelt.
Da nach iranischem Recht der Ehemann das Aufenthaltsbestimmungsrecht sowohl für seine Ehefrau als auch die gemeinsamen Kinder besitzt, bedeutet dies, dass der iranische Ehemann seiner Ehefrau und gemeinsamen Kindern die Ausreise verweigern kann. Um das Land wieder zu verlassen, benötigen Ehefrau und Kinder die Zustimmung ihres Ehemannes.
Da diese Konstellation in der Praxis häufig vorkommt und zu erheblichen Schwierigkeiten führen kann, sollten sich insbesondere deutsch-iranische Frauen vor Einreise mit dieser Problematik befassen. Insbesondere für miteinreisende Kinder ist das Risiko einer möglichen Ausreisesperre mit all ihren Konsequenzen sorgfältig abzuwägen. Die deutsche Botschaft in Teheran hat aufgrund der bestehenden iranischen Staatsangehörigkeit keine rechtliche Möglichkeit, die Beteiligten bei der Aufhebung der Ausreisesperre zu unterstützen.
Der iranische Ehemann kann eine Ausreisesperre verhängen, solange nach iranischem Recht die Ehe fortbesteht. Dies ist auch nach einer außerhalb Irans erfolgten Scheidung möglich, solange die ausländische Scheidung nicht offiziell von den iranischen Behörden registriert und in den Shenasnamehs (Personenstandsdokument) der Beteiligten eingetragen wurde. Eine Ausreise der Frau ist in diesem Fall bis zur Registrierung und Eintragung der Scheidung durch ein entsprechendes iranisches Gerichtsverfahren ohne Zustimmung des früheren Ehemanns nicht möglich. Um eine Verzögerung der Rückreise nach Deutschland aus diesem Grund zu vermeiden, ist es empfehlenswert, rechtzeitig vor einer Reise nach Iran die Registrierung der Scheidung bei einer iranischen Auslandsvertretung zu beantragen.

Arbeitsaufnahme (Monteure, Sportler, Geschäftsleute)
Jeder, der sich mit einer Arbeitserlaubnis in Iran aufhält, benötigt zur Ausreise ein Exitvisum, welches nur unter Vorlage einer Unbedenklichkeitsbestätigung des Finanzamtes und des Arbeitgebers durch die iranische Ausländerpolizei ausgestellt wird. In mehreren Fällen wurde deutschen Staatsangehörigen die Ausreise für einige Zeit auf Grund von Steuerrückständen oder sonstigen Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber verweigert.
Bei der Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages sollte der deutsche Arbeitnehmer deshalb unbedingt auf eine eindeutige Regelung zur Steuerpflicht achten. Aus dem Vertrag sollte hervorgehen, wer die Steuerlast zu tragen hat und auf welche Weise diese beglichen wird. Im Einzelfall kann die rechtzeitige Einschaltung eines Anwaltes hilfreich und sinnvoll sein.
Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass der Arbeitgeber rechtzeitig vor der geplanten Ausreise mit der Einleitung der Ausreiseformalitäten beginnt.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Über diese Hinweise hinausgehende Fragen zu den Einreisebestimmungen müssten Sie bitte direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate des Ziellandes erfragen. Nur dort können Sie eine rechtsverbindliche Auskunft erhalten. 

Besondere Zollvorschriften

Barmittel mit zu einem Wert von 10.000 Euro dürfen ohne weitere Erklärung eingeführt werden.  Die Ausfuhr von Devisen aus Iran durch Flugreisende ist auf 5.000 Euro bzw. den Gegenwert in anderen Währungen beschränkt; für andere Reisende liegt die Beschränkung bei 2.000 Euro. 
Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung Rial ist momentan auf 50 Millionen Rial beschränkt.

Verboten ist die Einfuhr von Alkohol, Schweinefleisch und Publikationen, die das sehr strenge iranische Moralverständnis verletzen könnten.

Bei der Ausreise darf jede Person einen bis zu sechs qm großen und höchstens 30 Jahre alten Teppich mit sich führen. Die Ausfuhr von Antiquitäten (Gegenstände, die älter als 30 Jahre sind) ist nur mit einer Genehmigung der Organisation für Kulturerbe zulässig. Unter Vorlage eines Flugtickets als Nachweis der Ausreise ist die Organisation für Kulturerbe der Provinz Teheran nach vorheriger Terminvereinbarung (Tel. +98 21 66702061 4, Durchwahl 212, Imam Khomeini Str., 30 Tir Str., Iran-Bastan-Museum) zu kontaktieren. Kaviar muss nachweislich mit Devisen erworben werden.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Alkoholgenuss ist untersagt. Frauen müssen die islamischen Bekleidungsvorschriften einhalten. Es müssen Arme und Beine bis zu Knöcheln bzw. Handgelenken bedeckt sein. Ein Mantel muss mindestens knielang sein und soll die weiblichen Körperformen verhüllen. Haare und Nacken müssen durch ein Kopftuch bedeckt sein. Es werden vermehrt Straßenkontrollen durchgeführt. Männer sollten keine kurzen Hosen tragen. An religiösen Orten (Moscheen etc.) sollte außerdem langärmelige Oberbekleidung getragen werden. Die für das Verhältnis zwischen Mann und Frau geltenden Gesetze und Regeln sind unbedingt zu beachten. Kontakte zwischen Nichtverheirateten können geahndet werden (siehe auch Einreisebestimmungen).

Insbesondere bei Übernachtungen bei iranischen Einzelpersonen oder Familien, deren Anschriften nicht bei Visabeantragung oder Einreise angegeben wurden, muss mit Passentzug und Gerichtsverfahren, beim Umgang mit iranischen Frauen oder Männern in der Öffentlichkeit mit Polizeikontrollen gerechnet werden.

Homosexuelle Beziehungen sind strafbar. Das gleiche gilt für sonstige sexuelle Handlungen, sofern sie außerhalb der Ehe ausgeübt werden. Nach iranischem Verständnis unzüchtiges Verhalten wird streng geahndet; teilweise ist es mit der Todesstrafe bedroht.

Fotografieren von öffentlichen Einrichtungen, Militärgeländen, Flughäfen und Häfen, Sicherheits- und Regierungsfahrzeugen, Polizisten und Sicherheitskräften ist verboten, kann als Straftatbestand der Spionage gewertet und mit entsprechend langen Freiheitsstrafen belegt werden. Das Fotografierverbot gilt auch für Botschaftsgebäude. Beim Fotografieren von Menschen ist größte Zurückhaltung erforderlich.

Besonders für Individualreisende besteht das Risiko, durch auffälliges Verhalten oder Gebrauch von technisch höher entwickeltem Gerät, wie GPS-Geräten, unter Spionageverdacht zu geraten. Als Spionagetätigkeit kann ebenfalls die Benutzung oder auch nur die Einfuhr einer Drohne in bzw. nach Iran gewertet werden. In diesem Zusammenhang wird bei Aufenthalten in der Nähe von Sicherheitsobjekten besondere Zurückhaltung empfohlen. Schon der bloße Aufenthalt in der Nähe von Militär- oder Atomanlagen kann bereits zu schwerwiegenden Missverständnissen bis hin zu Spionagevorwürfen führen. Aufenthalte in unmittelbarer Nähe von Standorten von Atomanlagen in Busher, Natanz, Qom sowie den entsprechenden Objekten in der Umgebung von Arak und Isfahan sind dementsprechend zu meiden.

Verstöße gegen das Artenschutzabkommen werden vom Umweltministerium streng verfolgt und können mit Haftstrafen bis zu drei Jahren belegt werden. Vor der Ausfuhr von Tieren jedweder Art wird gewarnt.

Handlungen, die nach westlichem Rechtsverständnis strafbar sind, werden auch in Iran gerichtlich geahndet. Die verhängten Strafen sind häufig sehr schwer und mit westlichem Rechtsverständnis oft nicht vereinbar.
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Gefängnisstrafen geahndet. Für schwere Drogendelikte, Mord, bewaffnete Raubüberfälle, schwere Finanzdelikte und gewisse andere Straftaten kann die Todesstrafe verhängt werden. Die Haftbedingungen sind sehr hart.

Medizinische Hinweise

Aktuelle medizinische Hinweise
Die WHO hat im Januar 2019 einen fehlenden Impfschutz gegen Masern zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Eine Überprüfung und ggf. Ergänzung des Impfschutzes gegen Masern für Erwachsene und Kinder wird daher spätestens in der Reisevorbereitung dringend empfohlen.

Im Mai 2019 wurde im Iran Wild-Poliovirus Typ 1 (Kinderlähmung) in Umweltproben nachgewiesen. Fälle bei Menschen wurden bisher nicht berichtet. Alle Reisenden sollten einen kompletten Impfschutz gegen Polio mit Auffrischimpfungen alle 10 Jahre besitzen. Weiterführende Informationen finden Sie im Merkblatt Polio-Impfung bei Auslandsreisen.

Impfschutz
Eine Impfung gegen Gelbfieber wird nur für die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert, siehe www.who.int. Für die direkte Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.
Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene anlässlich jeder Reise zu überprüfen und zu vervollständigen.
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Influenza, Pneumokokken und Herpes Zoster (Gürtelrose).
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Meningokokken-Erkrankungen, Typhus und Tollwut empfohlen.

Malaria
Malaria kann im Iran landesweit in Höhenlagen unter 1.500 Metern vorkommen. Die jährlichen Fallzahlen sind aber nicht hoch, das Risiko ist damit gering. Im Norden des Landes ist eine Übertragung von Juni bis September möglich, im Süden von Mai bis September und an der Küste des Persischen Golfs ganzjährig.
Die Übertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) manchmal tödlich. Im Südosten gehen 35 Prozent der Erkrankungen auf das Konto dieses Erregers. Ansonsten ist P. vivax, Erreger der Malaria tertiana vorherrschend.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden eine Expositionsprophylaxe empfohlen. Speziell sollte auf folgende Punkte geachtet werden:

  • das Tragen von körperbedeckender, heller Kleidung (lange Hosen, lange Hemden)
  • Wiederholtes Auftragen von Insektenschutzmittel  tagsüber (Dengue!) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria!) auf alle freien Körperstellen
  • Schlafen ggf. unter einem  imprägnierten Moskitonetz

Tagsüber schützen diese Maßnahmen auch vor anderen durch Stechmücken übertragenen Erkrankungen wie Phlebotomen Fieber, West Nil Fieber oder Krim-Kongo hämorrhagischem Fieber. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe der Malaria) wird nicht generell empfohlen, siehe www.dtg.org, und ist nur in Ausnahmefällen zu erwägen. Bei Fieber sollte, insbesondere im Süden des Landes, innerhalb von 24 Stunden ein Arzt aufgesucht werden, um eine Malaria ausschließen zu können.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten
HIV/Aids kommt im Iran vor. Durch sexuelle Kontakte, bei intravenösem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen), durch Tätowierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex, dringend empfohlen.
Durchfall- und Darmerkrankungen
Durchfallerkrankungen sind im Iran noch relativ weit verbreitet. Zur Prophylaxe wird empfohlen, nur originalverpackte Getränke aus Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss zu kochen, antibakteriell zu filtern oder zu desinfizieren. Zuhause ist eine Behandlung des Leitungswassers mit Gegenosmose (Reverse Osmosis RO) empfehlenswert.
Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungeschälter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart sein.
Allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder Händedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln können die Gefahr einer Infektion vermindern.

Tollwut
Tollwut kommt im Iran vor. Das Virus wird am häufigsten von Hunden übertragen. Das Risiko ist in ländlichem Gebiet größer als in den meisten Städten. Bei der Tollwut handelt es sich um eine fast immer tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, Lecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). Die aufwändigen Maßnahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind im Iran, außerhalb der Großstädte, nicht immer möglich. Zuverlässigen Schutz vor Tollwut bietet die Impfung vor einem Biss. Die präexpositionelle Impfung ist daher für Reisen in den Iran besonders wichtig.

Leishmaniose
Haut-Leishmaniose (eine von Sandfliegen übertragene, parasitäre Erkrankung mit Hautveränderungen, die meist erst Wochen bis Monate nach dem Stich auftreten und lange persistieren) ist in ländlichen Gegenden verbreitet. Maßnahmen für einen zuverlässigen Mückenschutz tagsüber sollten deshalb dringend beachtet werden. Bei nicht heilenden Hautgeschwüren nach einem Iran Aufenthalt muss an die Möglichkeit einer Haut-Leishmaniose gedacht werden. Bei anhaltenden, unklaren Fieberschüben und Milzvergrößerung kann auch die gefährliche, generalisierte (sog. „viszerale") Form vorliegen, die dann in einer tropenmedizinisch erfahrenen Klinik behandelt werden muss.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit noch häufig vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen können resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger entstehen. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes schützt nicht vor einer Ansteckung!
Geographisch bedingte Erkrankungen
Iran ist derzeit ein eher seltenes Reiseziel für Trekkingtouristen und Bergsteiger. Bei Aufenthalten über 2.300 Meter Höhe kann es bei Einzelnen zu den verschiedenen Formen der Höhenkrankheit kommen, wenn keine graduelle Anpassung an die Höhe stattfindet.

Die Höhenkrankheit ist eine potentiell gefährliche Funktionsstörung von Lunge und Gehirn. Erkranken können auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, selbst wenn sie bereits früher große Höhen und rasche Aufstiege ohne Probleme bewältigt haben.

Weitere Gesundheitsgefahren
Das Unfallrisiko ist im Iran insbesondere bei Überlandfahrten sehr hoch. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notfällen oder Unfällen, kann in weiten Landesteilen nicht gewährleistet werden, ein zuverlässig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den Städten nicht überall existent.

Medizinische Versorgung
Die spezialisierte, medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch nicht auf der Höhe der Hauptstadt und nicht vergleichbar mit europäischem Standard. Sprachbarrieren können gerade auf dem Land die Kommunikation erschweren. In Teheran ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem recht hohen Niveau möglich. Auch bei schweren Erkrankungen muss deshalb nur selten eine medizinische Evakuierung ins Ausland, z.B. nach Dubai, oder eine sofortige Repatriierung erwogen werden. Ein ausreichender Krankenversicherungsschutz, einschließlich einer Reiserückholversicherung, ist dennoch dringend notwendig.

Reisende sollten regelmäßig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge in den Iran mitbringen und sich für die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Mitnahme einer Reiseapotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen beinhaltet, wird dringend empfohlen, da westliche Medikamente regelmäßig nicht zur Verfügung stehen. Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise in den Iran bewusst sein.

Die deutsche Botschaft in Teheran verfügt für den Notfall über eine Adressenliste von Ärzten und Krankenhäusern in der Stadt.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen/ Tropenmediziner/ Reisemediziner  persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte sind z. B. über die  Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. zu finden.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden, wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden können nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbesondere bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige, eingehende, medizinische Beratung durch einen Reisemediziner/Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Deutschland Ja Ja Ja
Österreich Ja Ja Ja
Schweiz Ja Ja Ja
Andere EU-Länder Ja Ja Ja
Türkei Ja Nein Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen Aufenthalt von bis zu 3 Monaten mit einem Reisepass, der bei der Ausreise noch mindestens 6 Monate gültig ist:

Türkei.

Visum bei der Einreise:
Staatsangehörige der folgenden Länder können an zahlreichen internationalen Flughäfen nach vorheriger Antragstellung online, die mindestens 48 Stunden vor der Reise stattgefunden haben muss, bei der Einreise ein Touristenvisum (an zahlreichen Flughäfen bis zu 3 Monate gültig für einen Aufenthalt von max. 30 Tagen) beantragen. Ablehnung der Visumanträge sowie verzögerte Bearbeitung kommen gelegentlich vor, die Visumbeantragung vor der Einreise wird deshalb empfohlen. Vorzulegen sind: Reisepass (mind. 6 Monate Gültigkeit), Krankenversicherung, pre-arrival eVisa confirmation (Siehe "Achtung" unten), Einladung bzw. Hotelbuchungsbestätigung, Rückflugticket, 1 Passfoto (Frauen mit Kopftuch), ausgefülltes Antragsformular (am Flughafen erhältlich). Kosten: ca. 75 €:


(a) EU-Länder (Ausnahme: Großbritannien);

(b) Schweiz.


Achtung: Von der Beantragung eines Touristenvisums am Flughafen wird aus mehreren Gründen abgeraten. Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Erteilung eines Visums und es kann zu Zurückweisungen kommen. Die Wartezeit kann bis zu 24 Stunden dauern. Reisenden, die kein vorab besorgtes Visum besitzen, sollten unbedingt nur mit einer vor der Reise beim iranischen Außenministerium eingeholten Bestätigung ("pre-arrival eVisa confirmation") reisen, mit der sie nach der Einreise ein Flughafenvisum erhalten. Eine Kontaktaufnahme mit der Botschaft vor der Reise ist dringend empfohlen.

Geschäftsleute, Journalisten, Kameramänner und Fotografen benötigen immer ein vorab besorgtes Visum.

Hinweis: Wer mit einem Geschäftsvisum einreist, sollte zusätzlich ein Einladungsschreiben und die Hotelbuchungsbestätigung bei der Einreise vorlegen können. In der Vergangenheit wurden diese Dokumente trotz vorliegendem Geschäftsvisum immer wieder verlangt.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Bearbeitungsdauer

Persönliche Beantragung: In der Regel 1-2 Wochen.  Expressbearbeitung in München: 6 Arbeitstage. Da manche Visa vom Außenministerium in Teheran bestätigt werden müssen, kann die Bearbeitungszeit jedoch bis zu 2 Monate dauern.

Bern: 2 Wochen nach Einreichung aller Dokumente und der Referenznummer.

Visum bei der Einreise: Der Bearbeitungsprozess kann u.U. mehrere Stunden dauern, manchmal sogar bis zu 24 Stunden.

 

Gültigkeit

Touristenvisum: Bis zu 3 Monate, Aufenthaltsdauer 1-3 Monate.

Geschäfts-/Einreisevisum: unterschiedlich.

Transitvisum: Bis zu 5 Tage.

Aufenthaltsverlängerung

Verlängerungsanträge an das Ausländeramt des Teheraner Polizeipräsidiums. Über die Gültigkeitsdauer sowie die Dauer des Aufenthaltes wird von Fall zu Fall entschieden.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Transitreisende, die den Transitraum nicht verlassen, innerhalb von 24 Stunden weiterfliegen und Tickets für die Weiterreise nachweisen können, brauchen kein Transitvisum. Das Transitvisum kann bei der Ankunft gegen eine Gebühr von 40 US$ bezogen werden.

Visaarten und Kosten

U.a. Einreisevisum (u.a. für Geschäftsreisende), Touristen- und Transitvisa.

Kosten

Die angegeben Gebühren gelten für alle Staatsbürger der Länder, die am Schengener Abkommen teilnehmen, für vorab beantragte Visa:

Antragstellung in Berlin:

Touristenvisum: (einmalige Einreise, 10 - 12 Wochen gültig): 50 € (Normalbearbeitung).
Geschäfts-/Einreisevisum: (einmalige Einreise): 60 €; (mehrmalige Einreise, 3 Monate gültig): 100 €; (mehrmalige Einreise, 1 Jahr gültig): 200 €.

Transitvisum: 40 €.

e-Visum: 40 - 80 € je nach Reisezweck.

Expressbearbeitung: Visumgebühr + 50 %.

Bei Antragstellung in anderen konsularischen Vertretungen (Frankfurt, Hamburg, München) gelten abweichende Gebühren.

Antragstellung in der Schweiz:

Touristenvisum: 58 CHF (einmalige Einreise), 87 CHF (zweimalige Einreise).
Geschäfts-/Einreisevisum (einmalige Einreise): 69 CHF.
 
 

Antrag erforderlich

Touristenvisum:
(a) 1 Antragsformular und 1 Zusatzformular (in Frankfurt: Kopie des dreiseitigen Formulars Form 1).
(b) 2 aktuelle Passfotos (3 x 4 cm) in Farbe.
(c) Reisepass (Original) und Kopie, der bei der Visumbeantragung noch mindestens 6 Monate gültig ist und der zwei freie, gegenüberliegende Seiten enthält.
(d) Bestätigung der Einzahlung der Visumgebühren (Überweisung).

(e) Nachweis einer im Iran gültigen Unfall- und Krankenversicherung, abgeschlossen bei einer internationalen oder iranischen Versicherungsgesellschaft, oder eine Verpflichtungserklärung des Reisenden, bei Grenzübertritt am iranischen Flughafen bei einer iranischen Versicherungsgesellschaft
(f) Referenznummer der Einladung vom iranischen Außenministerium, die vom Reisebüro bereitgestellt wird.

(g) Ggf. Kopie des Flugtickets.

(h) Fingerabdrücke, die auf der Polizeidienststelle des Wohnortes abgenommen wurden.

(i) Hotelbuchungsbestätigung.

(j) Dokumente zur geplanten Reiseroute.

Geschäftsvisum:

(a) Eine Vorabgenehmigung (Visa Grant Notice) muss von der iranischen Firma online beantragt werden und mit Barcode versehen sein. Diese ersetzt das Antragsformular.

(b)-(i).
(j) Referenznummer des iranischen Außenministeriums: Die Referenznummer wird vom iranischen Geschäftspartner beim iranischen Außenministerium beantragt und in der zuständigen Botschaft in Deutschland hinterlegt.
(k) Entsendungsschreiben der Firma mit Reisegrund und -dauer, vollständigen Angaben zum Geschäftspartner im Iran und Bestätigung der Kostenübernahme.

(l) Einladungsschreiben sowie eine Visitenkarte des entsendenden Unternehmens.
(m) Buchungsbestätigung der Rück- oder Weiterreise.

 

Der postalischen Formularbestellung ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag erforderlich.

Geld

Geldwechsel

Da Barzahlung üblich ist, sollte ausreichend Bargeld in Hartwährungen (US-Dollar, Euro) mitgeführt werden. Devisen können bei der Einreise am Flughafen oder bei verschiedenen Banken zum Tageskurs in Rial umgetauscht werden. Ein Rücktausch nicht benötigter Rialbeträge ist meist nicht möglich. Die Wechselbestätigungen sollten aufgehoben werden. Bei der Melli Bank Hamburg kann man Geld in den Iran überweisen lassen und bei den dortigen Filialen ausgezahlt bekommen.

Währung

1 Iranischer Rial = 100 Dinar. Währungskürzel: Rl, IRR (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 100.000, 50.000, 20.000, 10.000, 5.000, 2.000, 1.000, 500, 200 und 100 Rl; Münzen in den Nennbeträgen 1000, 500, 250, 100 und 50 Rl.

Wegen des hohen Wertverlustes des Rial sind statt Banknoten die sogenannten Iran-Cheques im Umlauf und werden als gängiges Zahlungsmittel verwendet. Sie werden ausschließlich von der Iranischen Zentralbank ausgegeben.

Devisenbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist auf einen Betrag von 50 Mio. Rl begrenzt. Unbeschränkte Einfuhr von Fremdwährungen in bar, Deklarationspflicht ab einem Gegenwert von über 10.000 €. Die Ausfuhr von Fremdwährungen in bar ist ab einem Gegenwert von 5.000 € (Flugreisende) bzw. 2.000 € (Reisende zu Land und zu Wasser) zu deklarieren.

Deklarationspflicht für alle mitgeführten Gold- und Silbergegenstände bei der Einreise. Bei der Ausreise werden alle nicht deklarierten Gold- und Silbergegenstände beschlagnamt.

Kreditkarten

Meist werden Kreditkarten nicht akzeptiert. Unter Umständen ist die Zahlung mit Kreditkarte bei Fluggesellschaften und in großen Hotels möglich, dies sollte aber unbedingt vor der Buchung erfragt werden. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Generell gilt, dass es im Iran keinerlei Möglichkeiten gibt, Geld abzuheben oder sich anderweitig zu beschaffen. Es gibt auch keine offiziellen Überweisungswege, die ausländische Touristen kurzfristig nutzen könnten. Reisende sollten deshalb unbedingt genügend Bargeld mitführen.

Reiseschecks

Werden nicht akzeptiert.

Öffnungszeiten der Bank

Sa-Mi 07.30-16.00 Uhr (mit Mittagspause), Do 07.30-12.00 Uhr

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei in den Iran eingeführt werden:

Eine angemessene Menge Tabakwaren für den persönlichen Gebrauch: Maximal 200 Zigaretten oder 50 Zigarren bzw. 250 g Tabak;
Parfüm für den persönlichen Bedarf;

Hochwertige Gegenstände werden vom Zoll bei Einreise im Reisepass vermerkt und dürfen im Iran nicht verkauft werden (Zollkontrolle bei Ausreise). Wer beabsichtigt, mit demselben Pass zu einem späteren Zeitpunkt erneut in den Iran einzureisen, sollte darauf achten, dass der Zollvermerk über diese Artikel im Pass getilgt wird.

Verbotene Importe

Alkohol (auch mit Alkohol gefüllte Pralinen und Schokolade), Betäubungsmittel (bei Drogenkonsum und Drogenbesitz kann die Todesstrafe verhängt werden), Schweinefleisch, Schusswaffen und Munition, Obst, Gemüse, Pflanzen (einschließlich Samen, Knollen, Wurzeln oder Erdreich), alte Bücher, Zeitschriften, Pornografie und alle Publikationen, die das iranische Moralverständnis verletzen, Bakterienkolonien, Schimmelpilze, Insekten und Viren. Reisende werden darauf hingewiesen, dass der Besitz von Video- oder Audiokassetten, CDs und Zeitschriften streng kontrolliert wird.

Quellenangaben
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Islamische Republik Iran - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.06.2019 (Unverändert gültig seit: 27.05.2019)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Marco Polo - Iran, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2018-01
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.06.2019 (Unverändert gültig seit: 27.05.2019)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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