Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Israel

Steckbrief

Israel - Fakten

Ländername Staat Israel
Klima Drei Klimazonen: Küstenebene - feuchtheiße Sommer, milde und regenreiche Winter (z.B. Tel Aviv); Bergland - warme und trockene Sommer, kalte Winter (z.B. Jerusalem); Wüste - heiße und trockene Sommer, milde Winter (z.B. Negev)
Beste Reisezeit März, April, Mai
Lage Zwischen 34° und 29° nördlicher Breite und 34° und 36° östlicher Länge
Fläche 20.766 Quadratkilometer (in den Waffenstillstandslinien von 1949 - "Grüne Linie")
Hauptstadt Jerusalem, 849.800 Einwohner (1.034.200 Einwohner im Gesamtbezirk Jerusalem, davon 689.900 Juden und 327.000 Araber). Die offiziellen Angaben des israelischen Statistikamtes schließen Bewohner im 1967 besetzten und mit Gesetz vom 30. Juli 1980 annektierten Ostteil der Stadt ein (international nicht anerkannt).
Bevölkerung 8.630.700 (Dezember 2016), davon 74,8 Prozent Juden, 20,8 Prozent Araber. Die offiziellen Angaben des israelischen Statistikamtes schließen Bewohner der annektierten Gebiete Golan und Ostjerusalem sowie israelische Bewohner des Westjordanlandes ein (international nicht anerkannt).
Sprache Hebräisch, Arabisch. Handelssprache: Englisch
Religion Juden 80,1 %, Muslime 14,6 % (meistens Sunnitisch), Christen 2,1 %
Nationaltag Tag der Unabhängigkeit (Yom HaAtzma'ut): 19. April 2018 (jährlich wechselnd, weil der Unabhängigkeitstag nach dem jüdischem Kalender begangen wird)
Unabhängigkeit 14. Mai 1948 (Proklamation des Staates Israel)
Staats-/Regierungsform Parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt Reuven Rivlin, Präsident des Staates Israel: Amtsantritt 24.07.2014. Wahl des Staatspräsidenten alle sieben Jahre durch das Parlament.
Vertreter des Staatsoberhaupts Parlamentspräsident Yuli Edelstein (Likud), Vorsitzender der Knesset, Amtsantritt 31.03.2015
Regierungschef Benjamin Netanyahu (Likud), Premierminister des Staates Israel, Amtsantritt 14.05.2015.
Außenminister Benjamin Netanyahu (Amtsantritt: 14.05.2015), Vize-Außenministerin: Tzipi Hotovely (Likud)
Parlament Knesset, Einkammer-Parlament mit 120 Sitzen. Parlamentswahlen nach Verhältniswahlrecht alle vier Jahre (ein Wahlkreis, 3,25% - Hürde).
Währung 1 Neuer Israelischer Schekel (NIS) = 100 Agorot
Zeitzone MEZ+1h
Stromnetz 230 V/ 50 Hz
Reiseadapter C, H
Kfz-Länderkennzeichen IL
ISO-3166 IL, ISR
Internet-TLD .il
Landesvorwahl +972
Website http://www.israel.org/
Reisepass & Visum Notwendig

Geographie

Israel gliedert sich in drei Landschaftsstreifen. Hinter der flachen Küste erstreckt sich eine Ebene, die im Norden in das Jesreeltal übergeht. Nur bei Haifa (Hefa) stößt das Karmelgebirge (Karmil) bis zum Mittelmeer vor. Das galiläische Bergland erreicht im Norden die höchsten Erhebungen. Von den Skihängen des Meronberges (1208 m) ist es nur eine kurze Distanz zum steil abfallenden Jordangraben mit subtropischen Temperaturen am See Genezareth (Kinneret), der 212 m u.d.M. liegt. Ein Großteil des Südens wird von der Negevwüste eingenommen. Das Tote Meer (yam Hamelah/Bahret Lut) ist mit 403 m u.d.M. die tiefste Stelle der Erdoberfläche und zählt zu den salzigsten Gewässern der Erde (27–31 % Salzgehalt).

Politik und Bevölkerung

In der parlamentarischen Republik Israel existiert bis heute noch keine schriftliche Verfassung. Grundlage des politischen Systems sind einzelne Gesetze und die Unabhängigkeitserklärung von 1948. Die 120 Mitglieder des Parlaments (Knesset) vertreten ein breites gesellschaftliches und religiöses Spektrum. Nur ein Sechstel der heutigen Juden Israels waren bereits vor der Staatsgründung in Palästina ansässig. Etwa 40 % sind Einwanderer und deren Nachkommen. Die Verteilung der Bevölkerungsgruppen entspricht auch der Gliederung nach der Religionszugehörigkeit: rund 75 % Juden, 20 % Araber, 3 % Christen und 1,7 % Drusen.

Geschichte und Kultur

Nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. begann die Vertreibung der Juden und eine lange Phase in der Diaspora, die durch Unterdrückung, Verfolgung und Vernichtung gekennzeichnet war. 1948 wurde die Republik Israel gegründet, obwohl die arabischen Nachbarn jeglichen Anspruch der Juden auf Palästina und damit die Existenz des Staates Israel bestritten. Vier Kriege waren das Ergebnis der Feindseligkeiten, aus denen Israel dreimal siegreich hervorging. Im Zuge des Sechstagekriegs von 1967 besetzten die Israelis den Gazastreifen, das Westjordanland, die Altstadt von Jerusalem, die syrischen Golanhöhen und die Sinaihalbinsel. Im Oktoberkrieg von 1973 verlor Israel einen Teil der Sinaihalbinsel. Der Friedensvertrag von 1979 mit Ägypten leitete auf lange Sicht eine Entspannung ein, die dann ab 1993 zu direkten Gesprächen mit der PLO und den arabischen Nachbarstaaten führte. Erster Schritt zur Lösung des Problems ist die palästinensische Selbstverwaltung im Westjordanland und im Gazastreifen. Nach dem Tod von Palästinenserführer Arafat Ende 2004 wurden die Friedensbemühungen zunächst wieder verstärkt und die palästinensische Selbstverwaltung im Westjordanland und im Gazastreifen eingeführt. Der fortgesetzte Siedlungsbau in den von Israel besetzten Gebieten erschwert einen Frieden mit den Palästinensern. Kultureller Brennpunkt der Menschheit ist Jerusalem, wo die drei großen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam heilige Stätten unterhalten.

Israel - Geschichte

1500 v. Chr. Hirtenstämme wandern aus Mesopotamien (heute Irak) nach Palästina ein
957 v. Chr. König Salomon errichtet den Ersten Tempel in Jerusalem
587 v. Chr. König Nebukadnezar II. zerstört den Ersten Tempel. Die Zeit der sogenannten "Babylonischen Gefangenschaft" beginnt
70 Der römische Kaiser Titus zerstört den Zweiten Tempel. Das Gebiet Palästina wird danach von den Mächten, die jeweils den Nahen Osten beherrschen, kontrolliert
1918 Großbritannien sichert sich Palästina als Mandatsgebiet des Völkerbunds
1947 Die UN schlagen eine konföderative Teilung Palästinas vor
1948 Am 14. Mai ruft David Ben-Gurion in Tel Aviv den Staat Israel aus
1967 Israel erobert die Golan-Höhen, die Westbank sowie den Sinai. Die UN fordern den israelischen Rückzug
1973 Yom-Kippur-Krieg. Israel beginnt mit der Besiedlung der eroberten Gebiete
1979 Rückgabe des Sinai an Ägypten (Camp-David-Abkommen)
1987 Auflehnung der Palästinenser in den besetzten Gebieten (1. Intifada)
1993 Gaza-Jericho-Abkommen
1995 Yitzhak Rabin wird ermordet; Friedensprozess stockt
ab 2001 2. Intifada, palästinensische Selbstmordattentate
2005 Räumung des Gaza-Streifens. Israel baut Mauer z. T. auf Palästinenser-Gebiet
2008 Krieg im Gaza-Streifen
2009 Benjamin Netanjahu wird Ministerpräsident
2010 Der völkerrechtswidrige Siedlungsbau in der Westbank ruht für kurze Zeit
2011 Beginn des "Arabischen Frühlings". Ägyptens Präsident Mubarak stürzt, Grenzöffnung zum Gaza-Streifen. Palästina beantragt Aufnahme in die UNO
2012 In Jerusalem protestieren orthodoxe Juden für Geschlechtertrennung in öffentl. Verkehrsmitteln
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Daniel Frish St. 3 | Tel Aviv | Tel. 03 69313-13 | www.tel-aviv.diplo.de

Honorarkonsulate der Bundesrepublik Deutschland

Hanassi Ave. 98 | Haifa | Tel. 04 8381408 | haifa@hk-diplo.de

Neviot St. 5 | Eilat | Tel. 08 6374536 | eilat@hk-diplo.de

Vertretung in den Palästinensischen Gebieten

Berlin St. 13 | Ramallah | Tel. 02 2977630 | www.ramallah.diplo.de |Mo-Fr 9-12 Uhr

Österreichische Botschaft

Beit Crystal | Hajilazon St. 12 | Ramat Gan | Tel. 03 6120924 | www.austrian-embassy.org.il

Schweizer Botschaft

Ha Yarkon St. 228 | Tel Aviv | Tel. 03 5464455 | www.eda.admin.ch/telaviv

Notrufe

Polizei: Tel. 100; Magen David Adom (Rotes Kreuz): Tel. 101; Feuerwehr: Tel. 102

Internet

Informative Internetadressen für die Vorbereitung Ihres Urlaubs: berlin.mfa.gov.il (Seiten der israelischen Botschaft in Deutschland mit allgemeinen sowie politischen und wirtschaftlichen Informationen); www.jerusalem-hotels.org.il (Website der Jerusalemer Hotelvereinigung).

Internetcafés & wlan

Fast alle Hotels, christliche Hospize und Jugendherbergen bieten ihren Gästen Zugang zum Internet. Außerdem gibt es in allen Städten Internetcafés, z. B. in Tel Aviv: Private Link (Ben Yehuda St. 78 | Tel. 03 5299889 | 1 Std. 40 NIS); in Eilat: Unplugged Bar (Tourist Center | Tel. 08 6326299 | 30 Min. 20 NIS); in Jerusalem: Eye Tech (Altstadt, am Neuen Tor | Tel. 02 6264261 | 1 Std. 25 NIS).

In Israel gibt es vereinzelt WLAN-Hotspots. Dazu gehören alle teureren Hotels (Gebühren!) und wenige Cafés in den großen Städten (kostenlos). Flächendeckend und kostenlos: die Sheinkin Street in Tel Aviv. Eine Übersicht über entsprechende Angebote bietet www.hotspot-locations.com

Post

Ein weißer Hirsch auf rotem Grund ist das Kennzeichen der israelischen Postämter. Geöffnet sind sie So-Do 8-12.30 u. 15.30-18 Uhr, Fr 8-12 Uhr. Postkarten nach Europa 3 NIS, Briefe 4,50 NIS.

Telefon & Handy

Für öffentliche Fernsprecher benötigen Sie Telefonkarten. Man erhält sie bei jedem Postamt sowie in sehr vielen Geschäften; die Karten besitzen unterschiedliche Guthaben (ab 20 NIS). Durch eine Zahl, die man bei Auslandsgesprächen an Stelle der zweiten Null wählt, bestimmt man die Gesellschaft: Zurzeit telefonieren Sie nach Europa günstig mit den Vorwahlen 013 oder 014 (1 Min. ca. 5 NIS).

Deutsche Handys funktionieren im ganzen Land, aber die Roaminggebühren der israelischen Telefongesellschaften sind sehr hoch. Prepaid-Karten sind zwar teuer, ersparen Ihnen aber Roaming-Gebühren. Immer günstig sind SMS. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: noch im Heimatland abschalten! Wer möchte, kann sich jederzeit am Flughafen in Tel Aviv ein zweites mit entsprechender SIM-Karte und neuer Telefonnummer mieten. Die Schalter der verschiedenen Mobilanbieter liegen nebeneinander in der Ankunftshalle.

Ländervorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Israel 00972

Zeitungen

Von den rund zwei Dutzend israelischen Zeitungen sind die "Jerusalem Post" (konservativ) und "Ha'aretz" (linksliberal) die einzigen Tageszeitungen, die in Englisch erscheinen. Ha'aretz ist die einzige regierungskritische Zeitung; ihr liegt eine Beilage der US-amerikanischen International Herald Tribune bei. Die deutschsprachigen "Israel Nachrichten" sind eine Art landsmannschaftliches Organ der aus Deutschland emigrierten Juden.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Der nationale wöchentliche Feiertag in Israel ist der jüdische Shabbat. Er beginnt mit dem Untergang der Sonne am Freitag und endet am Samstagabend, ebenfalls bei Sonnenuntergang. Für die Muslime ist der Freitag der wöchentliche Feiertag. Das spüren Touristen im arabischen Teil Jerusalems und in den besetzten Gebieten.Der jüdische Kalender basiert auf dem Mondzyklus, wird aber durch Schaltmonate dem Sonnenjahr angepasst, sodass das jüdische Jahr immer im Herbst beginnt und die Feiertage immer in die gleiche Jahreszeit fallen. Im Staat Israel sind die hohen jüdischen Feiertage auch gesetzliche Feiertage. Bei den jüdischen Wochenfesten ist der erste Festtag immer auch gesetzlicher Feiertag. Alle Feiertage beginnen am Abend zuvor bei Sonnenuntergang.

Jüdische Feste

Rosh Ha Shanah

Die jüdische Zeitrechnung beginnt mit der Schöpfung der Welt im Jahre 3761 v. Chr.; deshalb begann für fromme Juden an Rosh Ha Shanah ("Kopf des Jahres") 2017 das Jahr 5778. In den Synagogen wird an Neujahr das Shofar (gebogenes Horn des Widders) geblasen. Zu den traditionellen Speisen des Fests gehören Honigkuchen, Weintrauben und in Honig getauchte Apfelscheiben als Hoffnung auf ein "gutes, süßes Jahr". 21. Sept. 2017, 10. Sept. 2018

Yom Kippur

Der heiligste Feiertag der Juden, der Tag der Versöhnung, des Gebets und ein Tag der absoluten öffentlichen Ruhe. In der Zeit des Zweiten Tempels nach der Babylonischen Gefangenschaft opferte der Hohepriester einen Bock, um mit seinem Blut die Bundeslade zu benetzen. Ein zweiter Bock wurde symbolisch mit den Sünden des Volks beladen und in die Wüste gejagt. 30. Sept. 2017, 19. Sept. 2018

Sukkoth

Das Laubhüttenfest ist das biblische Erntedankfest. In Erinnerung an die Wüstenwanderung der Kinder Israels wohnen fromme Juden während des Sukkoth in Hütten aus Zweigen und Palmwedeln in ihren Vorgärten oder auf ihren Balkons. 5. Okt. 2017, 24. Sept. 2018

Chanukah

Lichterfest zur Erinnerung an die Reinigung des Tempels 167 v. Chr. durch Judas Makkabäus. Ab 13. Dez. 2017, ab 3. Dez. 2018

Purim

Man gedenkt mit Umzügen, Verkleidung und viel Alkohol der Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft. 1. März 2018, 21. März 2019

Pessach (Passah, Passover)

Das einwöchige, freudige Familienfest zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. Ab 31. März 2018, ab 20. April 2019

Yom Ha Shoa

Holocaust-Gedenktag. 12. April 2018, 1. Mai 2019

Yom Ha Atzmaut

Der Tag, an dem am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeit des Staates Israel ausgerufen wurde. 19. April 2018, 9. Mai 2019

Shavout

Das Fest der Offenbarung Gottes, der an diesem Tag im Sinai den Kindern Israels die Zehn Gebote gab. 1. Juni 2017, 21. Mai 2018

Festival

Israel Festival

Das größte Kulturereignis im Land: Drei Wochen lang gastieren im Mai und Juni u. a. in Jerusalem ausländische Theater-, Tanz- und Musikensembles. Info-Tel. 026 23 70 00, www.israel-festival.org.il

Red Sea Jazz Festival

In Eilat treffen sich vier Tage im August alljährlich nationale und internationale Jazzmusiker. www.redseajazzeilat.com/en

Jerusalem Wine Festival

Auf dem größten israelischen Weinfest werden vier Tage im August/September die besten Weine des Landes probiert und prämiert. www.imj.org.il

Mobilität vor Ort

Auto

Autofahren in Israel macht Spaß: Die Straßen sind gut ausgebaut, das Straßennetz ist sehr dicht. Es bestehen Anschnallpflicht und Tempolimits (50 km/h in Ortschaften, 80 km/h auf Landstraßen, 90 km/h auf Autobahnen). Promillegrenze 0,0. Die Straßen- und Hinweisschilder sind im Allgemeinen dreisprachig (hebräisch, arabisch, englisch). Anhalten ist an den blau-weißen Bordsteinmarkierungen erlaubt, an den rot-weißen verboten, an den gelb-roten wird sofort abgeschleppt. Benzin Super kostet 8 NIS.

Pannen- und Abschleppdienst leistet der israelische Automobilclub MEMSI, Zentrale: Memsi House | Harakevit St. 20 | Tel Aviv | Tel. 03 5641111 | www.memsi.co.il

Bahn

In Israel reisen die meisten per Bus oder Auto. Aber es gibt auch ein bescheidenes Eisenbahnnetz. Züge fahren von Tel Aviv entlang der Küste nach Norden über Haifa nach Akko bzw. nach Süden bis Ashdod. Man kann auch von Tel Aviv hinein in den Negev bis Beersheva und Dimona oder von Tel Aviv nach Jerusalem fahren. Diese Züge verkehren zwischen neuen modernen Stationen außerhalb der Innenstädte. Dabei ist es ein Erlebnis, 800 Höhenmeter zu überwinden. Abfahrt Tel Aviv: Al Parashut Derachim St., Abfahrt Jerusalem: Neuer Bahnhof, Yitzhak Modai, Malcha | Fahrpläne und Preise unter www.rail.co.il

Busse

Busse sind das meistbenutzte und billigste Verkehrsmittel, sowohl innerstädtisch als auch über Land (eine Fahrt von Tel Aviv zum Ben-Gurion-Flughafen kostet z. B. ca. 25 NIS). Alle wichtigen Ortschaften werden von den grünen Egged-Bussen (Petah Tikya | Bareket St. 4 | Tel Aviv | Tel. 03 6948888 | www.egged.co.il) angefahren. Die für Tel Aviv zuständige Kooperative heißt Dan (Tel. 03 639444 | www.dan.co.il). Mit wenigen Ausnahmen verkehren die Busse von 5 bis 23.30 Uhr (außer am Shabbat). Infos in allen zentralen Busbahnhöfen (Tahanal Merkasit).

Taxi

Taxis sind in Israel günstiger als in Deutschland. Städtische Taxis haben Taxameter, deren Gebrauch Pflicht ist. Schlägt der Fahrer vor, diesen auszuschalten, ist es meist nicht zu Ihrem Vorteil. Trinkgeld wird angenommen. Fahrgäste haben ein Anrecht auf eine ausgedruckte Taxi-Quittung. Überlandstrecken haben feste Tarife, die Fahrer besitzen Preislisten, die Sie einsehen können - z. B. kostet eine Fahrt von Tel Aviv zum Ben-Gurion-Flughafen 70-100 NIS.

Sherut-Taxis verkehren als zusätzliche Transportmittel innerhalb und zwischen den wichtigsten Städten. Diese Taxis fahren erst los, wenn genügend Fahrgäste Platz genommen haben. Bei Überlandstrecken fahren sie von den zentralen Busbahnhöfen ab, in Jerusalem nahe dem Zionplatz. Eine Fahrt von Tel Aviv zum Ben-Gurion-Flughafen kostet z. B. ca. 30 NIS.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Man speist also vorzüglich französisch oder jemenitisch, marokkanisch oder österreichisch, russisch oder polnisch, argentinisch oder ungarisch, und überall gesellt sich orientalischer Einfluss hinzu.

Das israelische Frühstück ist üppig. Die meisten Hotels und öffentlichen Cafés offerieren ein Mammutbuffet, bei dem frische Früchte, auf verschiedene Arten zubereitete Eier, viele Käsesorten, Oliven und Gemüsesalate, Humus und Joghurt, aber auch geräucherter und marinierter Fisch das übliche Brötchen mit Marmelade ergänzen.

Zum Mittagessen bietet sich die Gelegenheit, orientalische Gerichte kennenzulernen: Israelis beginnen eine Mahlzeit mit Mezze. Man kann das Wort Mezze mit Vorspeisen, Snack, Hors d'œuvre oder Appetithäppchen übersetzen, aber keiner dieser Begriffe vermag die breite Palette der in kleinen Schüsselchen servierten, gekochten, gegarten oder rohen Köstlichkeiten wiederzugeben, die auf den Tisch gestellt werden: z. B. gefüllte Weinblätter und Humus, gegrillte Hühnerleber und saure Gurken, Zwiebelringe in Essig und eingelegte Steckrüben, Tabbouleh und Oliven und Zhoug (Chilipaste mit Petersilie und Koriander). Jeder bedient sich selbst, auch aus dem großen Brotkorb, der immer zur Mezze gehört. Wer von allem etwas auf seinen Teller häuft, gibt sich als Tourist zu erkennen. Israelis wählen die Speisen hintereinander aus, um den Eigengeschmack jeder Köstlichkeit gebührend genießen zu können.

Viele biblische Speisen haben in Israel ihre Bedeutung bis heute behalten. Wichtig sind die Brotarten, die ausschließlich Weizen, Gerste, Hirse und Roggen enthalten. Das runde Rosh-Ha-Shanah-Brot symbolisiert Glück, das Shabbat-Brot ist geflochten, die Größe der Challah-Brote hängt vom jeweiligen Feiertag ab. Pittah-Brot aus Weizenmehl, Salz, Hefe und etwas Öl begleitet viele Gerichte.

Was fälschlicherweise mit der jüdischen Küche in Zusammenhang gebracht wird und was als Begriff auf jeder Speisekarte Jerusalems auftaucht, ist das Schlüsselwort "koscher". Auf Hebräisch bedeutet es rein, sauber, erlaubt und definiert, ob die Zutaten der Speisen und ihre Zubereitung den religiösen Vorstellungen des Alten Testaments entsprechen. Alle Restaurants deklarieren am Eingang, ob sie koscher sind. Erlaubt ist nach Mose das Fleisch jener Tiere, die "ganz durchgespaltene Klauen haben" und zugleich "widerkauen", also Ziegen, Rinder und Schafe. Schweine und Kamele erfüllen diese Bedingungen nicht. Als einzige Schlachtform ist das Schächten erlaubt, das vollständige Ausblutenlassen des toten Tiers. Als unrein gelten Kaninchen, wild lebende Vögel und Meerestiere, "die weder Schuppen noch Kiemen haben". Hummer, Muscheln, Krabben oder Aal stehen deshalb auf keiner koscheren Speisekarte. Vergebens werden Sie in einem koscheren Restaurant auch Fleisch mit einer Sahnesauce suchen, denn die jüdischen Essensregeln (Kaschrut) verlangen die strikte Trennung von Fleisch und Milch bei der Zubereitung, deshalb ist sogar zwischen dem Verzehr von Fleisch und Milch ein zeitlicher Abstand von mindestens sechs Stunden einzuhalten. Nach einem Fleischmenü Kaffee mit Milch zu trinken, verstößt gegen das Reinheitsgebot. Um ganz sicher zu gehen, haben koschere Restaurants und strenggläubige Familien deshalb zwei Küchen, getrennte Töpfe, Geschirr und Bestecke jeweils für Fleisch- und Milchgerichte.

Die Israelis mögen Fisch und sie grillen ihn gern auf Holzkohle, abgeschmeckt mit Knoblauch, Zitronensaft und Paprika. Israel deckt seinen Bedarf durch Küsten- und Hochseefischerei im Mittelmeer oder aus Zuchtteichen. Selbst der berühmte St.-Peter-Fisch, der heute rund um den See Genezareth angeboten wird, weil Petrus und die anderen Jünger hier einst ihre Netze auswarfen, stammt nicht mehr aus dem See Genezareth.

Das wohl bekannteste aller Fischgerichte, das einem im Zusammenhang mit jüdischer Kochkunst einfällt, ist der Gefillte Fisch. Dabei handelt es sich um eine undefinierbare, zusammengepresste Fischmasse unter einer dicken, gallertartigen Sauce, eine Art Pastete, die nach Fisch riecht und als Fisch geformt serviert wird. Das Gericht stammt wohl aus Polen. Polnische Juden pflegten seit Jahrhunderten gekochten - und deshalb oft zerfallenen - Fisch mit einer gelatineartigen Sauce aus Zucker und Mandeln zu bedecken, um seine Form zu stabilisieren.

Das Abendessen der Israelis ist im Gegensatz zu dem der Araber leicht. Auf die arabische Küche in guten Restaurants in Ostjerusalem und in allen anderen größeren Städten, muss man heute nicht mehr verzichten. Israelische Palästinenser oder aus arabischen Ländern eingewanderte Juden haben ihre Kochkünste bewahrt.

Es ist das Verdienst der Rothschilds, dass man heute in Israel vorzügliche einheimische Weine trinken kann. 1886 schenkte Baron Edmond zionistischen Siedlern, die sich an den Westhängen des Carmel-Gebirges niedergelassen hatten, mehrere Weinpressen. Weil hier Klima und Böden stimmen, konnten nun Juden nach 2000 Jahren im Gelobten Land wieder koschere Weine für ihre religiösen Feiern herstellen. Heute ist die Carmel Winery im Zikron Yaakov unter den über 200 Winzerbetrieben die größte in Israel. Seit vier Jahrzehnten wird auch in den Bergen Galiläas und auf den von Israel annektierten (syrischen) Golan-Höhen Wein angebaut und exportiert.

Für den Restaurantbesuch reicht informelle Kleidung, selbst in den feinen Restaurants. Es gilt ein allgemeines Rauchverbot in allen Restaurants.

Trinkgeld

In Israel ist Trinkgeld eine Selbstverständlichkeit. Nicht immer wird es in einer Restaurantrechnung aufgeführt. Wenn kein Trinkgeld im Preis eingeschlossen ist, wird es erwartet. Zwischen 10 und 15 Prozent sind angemessen.

Einkaufen und Shoppen

Das Warenangebot in Israel unterscheidet sich nicht wesentlich von dem europäischer Länder, zumal ausgefallene Artikel sowieso aus Europa oder den USA importiert werden. Auch das Preisniveau in den eleganten Geschäften der Dizengoff (Tel Aviv) oder der King David- bzw. der Ben Yehuda Street (Jerusalem) gleicht dem europäischer Metropolen. Diamanten und Juwelen, in vielen Fällen Pelze und Lederwaren sind jedoch günstiger als in Europa. Aber Vorsicht bei der Rückreise wegen der EU-Zollvorschriften.

Dead Sea Cosmetics

Das Tote Meer enthält die weltweit höchste Konzentration an Mineralien. In seinen Schlammschichten finden sich viele natürliche Elemente, die für die Gesundheit und die Geschmeidigkeit der Haut wesentlich sind. Kleopatra, die schon vor mehr als zweitausend Jahren das Tote Meer als schönheitsförderndes Heilbad aufsuchte, wird gerne als Kronzeugin für die Wirksamkeit der Dead Sea Cosmetics zitiert. Vom Kibbuz Mizpe Shalem an den Ufern des Toten Meers nahe En Gedi haben sie seit 1999 als A'Hava die Welt erobert. Die Auswahl an A'Hava-Lotions und -Cremes ist in israelischen Parfümerien besonders groß und ihr Preis günstig (www.deadsea-cosmetics.com).

Devotionalien

In der Altstadt Jerusalems und rund um den See Genezareth gibt es das größte Angebot an christlichen Geschenkartikeln und bibelbezogenen Souvenirs. Ihr Vorteil: Made in Holy Land.

Juwelen

In Israel werden die meisten Diamanten und jeder dritte Edelstein der gesamten Weltproduktion zu Schmuck verarbeitet und der größte Teil davon exportiert. Die großen Juweliere der Welt - allen voran Stern und Oppenheimer - unterhalten in Israel Niederlassungen, deren Filialen in den Foyers der Luxushotels einen ersten Eindruck davon vermitteln, welche Werte VIPs zur Schau stellen.

Märkte & Bazare

Fast in jeder Stadt gibt es große offene Märkte. Zu den bekanntesten zählen in Tel Aviv der Carmel Market (Gemüse, Obst, Kleidung) oder der Künstlermarkt in der Nahalat Binyamin. Beliebt sind bei Touristen die in der Altstadt eines Orts liegenden Bazare, also jene traditionellen Ladenstraßen und Einkaufsviertel, in denen die gleichen Waren in mehreren Geschäften oder Ständen nebeneinander und in gleicher Qualität angeboten werden. Im Bazar ist in jedem Fall Handeln angebracht. Der größte dieser Bazare befindet sich in der Altstadt Jerusalems.

Pelze & Leder

Fachkenntnisse vorausgesetzt, kann man in Israel auch relativ preisgünstig Pelze und Lederwaren einkaufen. Die Verarbeitungskünste jüdischer Kürschner haben eine lange Tradition.

Shoppingzentren

Modetrends im Heiligen Land bestimmt das unfromme Tel Aviv. Hier gehen die Uhren anders als im frommen Jerusalem. Israels Pendant zum New Yorker Greenwich Village ist in Tel Aviv die Sheinkin Street. In kleinen Geschäften und Lädchen bieten junge Künstler und Kunsthandwerker ihre "arts & crafts" unterschiedlichster Stil- und Moderichtungen an. Dazwischen Altes und Futuristisches, Kurioses und Kitschiges sowie viele Cafés, Restaurants und Clubs. Wer diesen Stil des Einkaufens bevorzugt, findet auch im Tel Aviv Port, dem ehemaligen, vollkommen umgestalteten Hafen im Norden der Stadt, das Passende.

Typische Souvenirs

Was kann ich den Daheimgebliebenen mitbringen? Hier einige Tipps aus der Kategorie "preiswert": frisch gepflückte Jaffa-Orangen; Carmel-Wein (aus dem "Weinberg Gottes"); Salzstücke aus dem Toten Meer; ein Ölzweig (den man nicht unbedingt im Garten Gethsemane abgebrochen haben muss); orientalische Gewürze, die frisch in den Bazaren angeboten werden.

FKK

Textilfreies Baden, selbst "oben ohne", ist in der Öffentlichkeit nicht gestattet und verpönt.

Spezialitäten

Blintzes süße, mit Quark gefüllte Pfannkuchen
Felafel in schwimmendem Fett gebratene Humusbällchen - werden meist mit Salat in einer Brottasche gereicht
Gefillte Fisch eine Fischfarce mit vielen Zutaten, die in eine Fischhaut gefüllt oder in eine Fischform gebracht wird
Hamentashen dreieckige, mit Marmelade, Sirup oder Zuckerguss gefüllte Plätzchen; eine Spezialität an Purim
Humus sämiger Kichererbsenbrei, gewürzt mit Zitronensaft, Knoblauch, Kümmel und Tahina. Morgens mit warmem Pittah-Brot, mittags/abends mit Knoblauch und Zitronensaft zu gekochten Bohnen; dazu frischer Salat und Oliven
Kebab gegrilltes oder gebratenes, gut gewürztes Rinder- oder Hammelhackfleisch in Form von Bällchen
Knisches Teigtasche, gefüllt mit Zwiebeln, Kartoffeln und gewürztem Fleisch
Konafa Gebäck mit Honigsirup, Mandeln, Nüssen und Pistazien
Krupnik Suppeneintopf aus Graupen, Bohnen, Gemüse und Fleisch
Mashi gefüllte Auberginen
Mazze ungesäuertes Brot
Mazzenknejdl Klöße aus Brot, Milch und Salz in panierter oder unpanierter Form; Festessen an den Purim-Tagen
Schischlik geröstetes Lamm- oder Rindfleisch am Spieß
Seniya Lamm- oder Rindfleisch in Tahinasauce (Tahina ist cremiges Butterfett aus weißen Sesamsamen)
Sharwarma geröstetes Hammel- oder Hühnchenfleisch, das frisch von einem rotierenden Fladen abgeschnitten und mit Salat meist in einem Pittah-Brot gereicht wird
Shulent osteuropäischer Bohneneintopf mit Kartoffeln und fettem Fleisch
Tabbouleh Salat aus geschrotetem Weizen, mit viel Petersilie, Minze und Zitronensaft
Stichworte

Besetzte Gebiete

Israel hält seit seinem militärischen Sieg von 1967 die syrischen Golan-Höhen und den größten Teil der Westbank, jene westlich des Jordans gelegenen ehemaligen Gebiete Jordaniens, besetzt, auf die Jordanien zugunsten eines Palästinenserstaates verzichtet hat. Aber anhaltende militärische Besetzungen nach einem Sieg sind gemäß Völkerrecht rechtswidrig und werden von den UN regelmäßig verurteilt. Den knapp 40 Jahre lang besetzten Gaza-Streifen räumte Israel 2005. Die Palästinenser verwalten autonom bisher nur wenige Teilgebiete (sog. A-Zonen). In der Westbank sind das voneinander isolierte Städte wie Hebron, Nablus, Ramallah oder Jericho, in die israelisches Militär jederzeit eindringen kann.

Bevölkerung

Auf dem Staatsgebiet Israel (in den völkerrechtlich anerkannten Grenzen von 1948 bzw. 1967) leben heute 6,8 Mio. Staatsbürger mit israelischem Pass. Von ihnen sind ca. 5,3 Mio. jüdische und 1,5 Mio nichtjüdische Israelis, die sich wiederum aufteilen in ca. 1,2 Mio Muslime, 130000 Christen sowie 90000 Drusen. Israelis sind auch die mehr als 300000 jüdischen Siedler in der palästinensischen Westbank und ca. 200000 Juden, die inzwischen im annektierten Ostjerusalem wohnen. Auf den annektierten syrischen Golan-Höhen leben außer den Drusen weitere 7000 jüdische Israelis. Mehr als ein Drittel der israelischen Juden ist nicht im Land geboren, sondern eingewandert.

Eretz Israel

Der Anspruch Israels auf die besetzten Gebiete wird politisch damit begründet, dass Gott den Juden ein Eretz Israel (Land Israel) bis zum Jordan verheißen habe (Genesis 13, 14-17; 15, 18-21). Tatsächlich befinden sich in Israels Grenzen ("grüne" Grenze vor 1967) keine religiös bedeutenden jüdischen Stätten, nahezu alle aber in den 1967 eroberten Gebieten. Weltweit stößt Israel mit der völkerrechtswidrigen Argumentation, die Thora als Grundbuch auszulegen, auf Widerspruch.

Gaza-Jericho-Abkommen

Am 13. Sept. 1993 unterzeichneten Israel und die PLO in Washington ein Abkommen, das eine palästinensische Teilautonomie für den Gaza-Streifen und Teile der Westbank vorsieht. Die Weltöffentlichkeit interpretierte das Abkommen als ersten Schritt zu einem palästinensischen Staat. Doch Israel verzögert seinen Rückzug. Auch die 2002 vereinbarte "Roadmap" harrt der Verwirklichung. Bisher ist weniger als ein Viertel der Westbank geräumt.

Intifada

Der Name Intifada kommt vom arabischen Wort für "sich erheben, abschütteln". Zwischen 1987 und 1993 wehrten sich die Palästinenser in den besetzten Gebieten mit Streiks und Steinwürfen gegen die israelische Militärbesatzung (1. Intifada). Ziel war ein eigener Palästinenserstaat. Mit dem Gaza-Jericho-Abkommen wurde sie offiziell beendet. Doch wegen Israels zögerlichen Rückzugs und der Fortsetzung des Siedlungsbaus in der Westbank brach die 2. Intifada aus. Sie richtete sich zunächst nur gegen Israel als Besatzungsmacht, setzte dann aber auch palästinensischerseits Selbstmordattentate im israelischen Mutterland ein. Nach Angaben israelischer Zeitungen starben bei der 2. Intifada 1036 Israelis und 3592 Palästinenser. Offiziell beendeten Mahmoud Abbas und Ariel Sharon Anfang 2005 die 2. Intifada. Seit 2007 fühlt sich Hamas im Gaza-Streifen nicht an diese Vereinbarung gebunden.

Judentum

"Jeder Jude hat das Recht, nach Israel einzuwandern", und jeder jüdische Einwanderer ("Rückkehrer") wird seit 1952 automatisch Staatsbürger. Nichtjuden dürfen nicht einwandern. Wer ist Jude? Staatliche Definition: "Jeder ist Jude, der von einer jüdischen Mutter geboren oder zum Judentum übergetreten ist und keiner anderen Religion angehört." Ziel des Staates Israel ist eine kulturell und religiös einheitliche Bevölkerungsstruktur.

Grundlage des Judentums ist der Talmud (hebr.: Studium, Lehre), die im 6. Jh. verfasste Zusammenstellung jüdischer Glaubensregeln, zu der auch die Thora gehört, die hebräische Sammelbezeichnung für die biblischen Fünf Bücher Mose. Sie gelten als Wort Gottes.

Die Juden in Israel unterteilen sich in die Gemeinden der Ashkenasim (Juden aus West- und Osteuropa sowie aus den USA. Ihr kulturelles und gesellschaftliches Leben ist europäisch bestimmt) und der Sephardim (alle Juden afro-asiatischer Herkunft). Ungeachtet dieser Gruppierungen stehen sich in Israel säkulare und orthodoxe Juden gegenüber, besonders die ultrafrommen Haredim (kein Wehrdienst, nur Studium der heiligen Schriften, viele Kinder) gewinnen politisch an Einfluss.

Kibbuz

Als Verwirklichung sozialistischer Gleichheitsideale und aus sicherheitspolitischen Interessen gründeten einwandernde Juden in Palästina ab 1909 eine neue Form landwirtschaftlicher Unternehmen. Kennzeichen: gemeinsames Leben, gemeinsames Eigentum, anfangs auch gemeinsame Kindererziehung. Gegenwärtig leben nur noch drei Prozent der Israelis in einem Kibbuz; viele Kibbuzim unterhalten heute kleine Hotels. www.kibbutz.org.il

Nahostkonflikt

1917 sicherte der britische Außenminister Lord Balfour Baron Rothschild die "Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina" öffentlich zu. Andererseits hatte 1915 bereits der britische Hochkommissar in Ägypten, Sir Henry McMahon, dem haschemitischen Großsharif von Mekka versprochen, nach dem Ende des Osmanischen Reichs, zu dem bis 1918 formal Palästina und die dort lebende arabische Bevölkerung gehörten, ein unabhängiges Groß-Arabien anzuerkennen und zu unterstützen. Nach 1918 vergaß Großbritannien beide Versprechen und sicherte sich selbst bis 1948 Palästina als Mandatsgebiet des Völkerbunds zu. Die von der UN 1947 vorgeschlagene konföderative Lösung zweier Staaten mit Jerusalem als internationalisierter Stadt kam durch die damalige Ablehnung der arabischen Staaten und die Ausrufung des Staates Israels durch die jüdischen Bewohner des britischen Mandatsgebietes nicht zustande. Seitdem bestimmten kriegerische Auseinandersetzungen das Geschehen im israelisch-palästinensischen Konflikt, die 1948 zu Vertreibungen und 1967 zu großen territorialen Veränderungen führten. Bis heute gibt es von der UN betreute palästinensische Flüchtlingslager in den benachbarten arabischen Staaten und noch immer hat Israel die 1967 militärisch eroberten Gebiete annektiert (Ostjerusalem und Golan-Höhen) bzw. hält sie seit sechzig Jahren militärisch besetzt (Westbank). Eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts ist nicht in Sicht. Auch wenn die Ursachen komplex sind, die meisten Menschen auf beiden Seiten sehen heute den besten Weg zu einem Frieden im Nahen Osten in der Schaffung zweier Staaten. Mit der Anerkennung Palästinas als eigener Staat durch die UN wäre der Nahostkonflikt zwar nicht über Nacht gelöst, aber eine Dynamik in Richtung Frieden nähme nach Jahrzehnten des Stillstands wieder Fahrt auf.

Palästinenser

Die Palästinenser sind ein arabisches Volk ohne eigenes Territorium. Nachdem in Teilen des historischen Palästina die jüdischen Bewohner des britischen Mandatsgebiets 1948 einen eigenen Staat Israel ausriefen und in dem dadurch ausgelösten ersten Nahost-Krieg Jordanien, Syrien und Ägypten sich des Rests bemächtigten, wurde Israel als Staat von den UN schnell anerkannt, während die Forderung nach einem eigenen Staat für die Palästinenser seitdem Kern des Nahostkonflikts ist.

Die Palästinenser hatten als Folge ihrer Geschichte bisher nicht die Möglichkeit einer kontinuierlichen politischen Vertretung ihrer nationalen Rechte. 1920-48 hatte die britische Mandatsregierung das Sagen, danach standen Teile unter ägyptischer oder jordanischer Verwaltung und seit 1967 unter israelischer Besatzung. Mit dem Gaza-Jericho-Abkommen erreichten sie 1993 zum ersten Mal auf eigenem Territorium eine autonome Selbstverwaltung.

Heute leben knapp 1,2 Mio. Palästinenser als Minderheit in Israel, ca. 1,9 Mio. in der Westbank und ca. 1,3 Mio. im Gaza-Streifen. In den Flüchtlingslagern Syriens und Libanons leben weitere 800000 und im arabischen Raum 300000 Arbeitsemigranten. Von den 3 Mio. Einwohnern Jordaniens sind je nach Schätzung 40-65 Prozent Palästinenser.

Im Laufe der Jahre haben sich die politischen Ziele der Palästinenser und ihrer größten politischen Organisation, der PLO (Palestine Liberation Organization) unter ihrem Führer Yassir Arafat (1929-2004) geändert. Während bis 1967 im bewaffneten Kampf gegen Israel versucht wurde, einen säkularen Staat im britischen Mandatsgebiet Palästina zu erreichen, ist seit der Konferenz in Rabat 1974 ein eigener Palästinenserstaat auf dem Territorium des Gaza-Streifens und der ehemals jordanischen Gebiete der Westbank das Ziel. Seit den ausbleibenden Erfolgen des Osloer Friedensabkommens hat die fundamentalistische Hamas an Einfluss gewonnen.

Anfang 2005 wurde Mahmoud Abbas zum neuen Präsidenten der Palästinenser gewählt. 2006 gewann seine Partei, die El Fatah, die Parlamentswahlen, aber im Gaza-Streifen siegte Hamas: Seitdem verschärft sie von dort ihre anti-israelische Position (z. B. durch Raketenabschüsse). Israel antwortet mit Bombardierung und Isolierung des Gaza-Streifens.

Regierung

Israel ist eine parlamentarische Demokratie. Der Ministerpräsident und die 120 Abgeordneten des Parlaments (Knesset) werden für vier Jahre von allen Israelis ohne Aufteilung in Wahlkreise gewählt. Da weder konservative Parteien (Likud; Kadima) noch die Arbeitspartei (Marach) jemals absolute Mehrheiten erreichen, können die kleinen, meist religiös ausgerichteten Parteien das politische Geschehen wesentlich beeinflussen. Das Staatsoberhaupt (seit 2008 Simon Peres) wird für fünf Jahre von der Knesset gewählt. Der derzeitige Ministerpräsident Israels, Benjamin Netanjahu, stützt sich seit 2009 auf eine Koalition aus rechtskonservativen und politreligiösen Parteien.

Sprache

Hebräisch, als die wiederbelebte und aktualisierte Sprache der Juden, und Arabisch sind die offiziellen Landessprachen in Israel. Englisch wird überall im Land verstanden. Die Transkription hebräischer Namen erfolgt nach Gehör. Schreibweisen sind also nur der Versuch, Laute und Intonation des hebräischen Worts in die jeweilige Sprache zu übertragen. Daher findet man für dasselbe Wort oft viele unterschiedliche Schreibweisen in lateinischer Schrift. Der Begriff "Neujahr" wird z. B. Rosh Ha Shana oder Roschhaschana geschrieben. Oft benutzt man die Transkription, die dem Englischen am nächsten steht. Zunehmend lässt sich feststellen, dass auf Hinweis- und Straßenschildern ausschließlich die hebräische Sprache benutzt wird.

Tempel

Der Tempel in Jerusalem war Schauplatz vieler biblischer Ereignisse und das Zentrum jüdischen Glaubens. Der Erste Tempel wurde um 950 v. Chr. von König Salomon errichtet. 563 v. Chr. ließ ihn König Nebukadnezar vollständig niederreißen. Nach ihrer Rückkehr aus babylonischer Gefangenschaft bauten die Juden ab 538 v. Chr. genau an derselben Stelle einen neuen Tempel. Im Jahr 70 zerstörten die Römer diesen Zweiten Tempel. Von diesem zweiten Tempel steht heute nur noch die westliche Begrenzung, die Klagemauer.

Totes Meer

Der große Salzsee am tiefsten frei zugänglichen Punkt der Erde, weltbekannt unter dem Namen Totes Meer, verändert sich dramatisch. Sein Pegel fällt pro Jahr um 70 cm. Wenn nichts geschieht, existiert das Tote Meer in 300 Jahren nicht mehr. Wer am See entlangfährt, sieht die Veränderung an den Ufern. Kurhotels und Badeanlagen, die einst mit ihrer direkten Lage am Ufer um Besucher mit Haut- und Atemerkrankungen warben, liegen mittlerweile landeinwärts weit vom Strand entfernt. Der Rückgang des Wassers hinterlässt jedes Jahr an den Ufern eine schmale, treppenähnliche Terrasse. Sie bildet sich im Winter, wenn der Regen den Verlust ausgleicht, der Pegel ein paar Monate konstant bleibt und die Wellen in dieser Zeit das Ufer aushöhlen. So geschieht das Jahr für Jahr. Deshalb ist seit 1980 der See um 21 m gesunken und seine Oberfläche um ein Viertel geschrumpft. Da das Wasser des Jordans, von Israel und Jordanien als Trinkwasser und für die Landwirtschaft genutzt, heute nur noch als Rinnsal das Tote Meer erreicht, sind seit Jahren zwei Lösungen im Gespräch: eine Pipeline vom Mittelmeer oder ein Kanal vom Roten Meer. Doch ihre Realisierung scheiterte bisher an den Kosten.

Zionismus

Zion ist die symbolische biblische Bezeichnung für Jerusalem und Israel. Der von Theodor Herzl 1897 in Basel einberufene Erste Zionistische Weltkongress formulierte für die in aller Welt verstreuten Juden die Idee einer Heimstätte in Palästina. Diese "Rückkehr nach Zion" wurde 1948 mit der Gründung des Staates Israel erfüllt. Heute steht hinter der Idee des politischen Zionismus auch die Verwirklichung von Eretz Israel und damit die Annexion und Besiedlung des Westjordanlands.

Bloss nicht!

Die Shabbat-Ruhe stören

Gott ruhte am siebten Schöpfungstag, und in der Bibel verlangt er von den Menschen, dies auch zu tun. Aber er verlangt noch mehr, z. B. "Ihr sollt kein Feuer anzünden in all Euren Stätten am Shabbat" (2. Moses 35,3). Für fromme Juden gilt dieses Gebot absolut: Deshalb rauchen sie am Shabbat nicht. In vielen Hotels werden nachlässige Besucher am Shabbat durch Tischkärtchen gebeten, sich dieser Sitte anzuschließen. Wegen 2. Mose, Vers 35 fahren orthodoxe Juden am Shabbat auch kein Auto, weil der Zündfunke im Motor eine neuzeitliche Variante von Feuer ist. Der Stadtteil Mea Shearim in Jerusalem ist an diesem Tag für alle Autos gesperrt. Am Shabbat wollen die Gläubigen an der Klagemauer nicht fotografiert werden. Das sollte man unbedingt respektieren, denn die Betroffenen unterbinden notfalls jeden Versuch in Selbsthilfe.

Enttäuscht sein über das geschäft "Heiliges Land"

Im Heiligen Land und besonders an den Heiligen Stätten geht es auch sehr irdisch zu. Tiefe Religiosität und gnadenloses Abzocken - beides ist gleichzeitig zu erleben. In Jerusalem und um die Grabeskirche am heftigsten: Dornenkronen in den Größen S bis XXL werden als Souvenirs angeboten und schwere Holzkreuze zum Tragen auf dem Passionsweg entlang der 14 Stationen der Via Dolorosa gegen Gebühr ausgeliehen. Auch am Grab Jesu, im Zentrum der Grabeskirche, steht immer ein Geistlicher, der die Eintretenden mit dezent ausgestreckter Hand um eine Spende bittet. Die erhält er auch, denn wer will schon dem frommen Diener des Herrn an dessen Grab eine Spende verweigern. Aber man sollte wissen: Es gibt unter den vielen in Jerusalem vertretenen christlichen Konfessionen nur sechs, die in der Grabeskirche vertreten sind und die in jahrhundertelangen Streitereien einen exakten Zeitplan für dieses Spendensammeln ausgehandelt haben.

Im Ben-Gurion-Flughafen Geld tauschen

Touristen erwerben gern unmittelbar nach Ankunft die Landeswährung, damit sie erste Ausgaben gleich bezahlen können. Wenn überhaupt, dann sollten Sie nur eine kleine Summe im Ben-Gurion-Flughafen tauschen, denn dort zahlen Sie außer den Gebühren noch eine "Airport-Tax", die sich nach der Höhe des Umtauschbetrags richtet und bei 100 Euro ca. 10 Prozent beträgt.

Den Shabbat-Aufzug benutzen

In den Hotelhochhäusern gibt es mehrere Fahrstühle. Da der Herr am siebten Tag Arbeit untersagt, dürfen fromme Juden am Shabbat keinen Fahrstuhlknopf drücken. Deshalb wird in jedem Hotel von Freitagabend bis Samstagabend ein Aufzug so codiert, dass er in jedem Stockwerk automatisch hält. Wenn Sie diesen Aufzug benutzen, benötigen Sie bis zu Ihrem Zimmer im 25. Stock eine halbe Stunde.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Dies ist ein gemeinsamer Reisehinweis für Israel und die palästinensischen Gebiete (Westjordanland, Ost-Jerusalem und Gaza-Streifen)

Ab Freitag, 30. März 2018, sind in palästinensischen Städten Protestmärsche und Kundgebungen anlässlich des sogenannten "Land Day" angekündigt. Im Gaza-Streifen wurde insbesondere zu Kundgebungen und Protestaktionen am Grenzzaun aufgerufen. Gewalttätige Ausschreitungen in Jerusalem, dem Westjordanland und im Gazastreifen sind nicht auszuschließen.

Bei Besuchen der Altstadt von Jerusalem wird zu erhöhter Vorsicht geraten.
Von Besuchen des Tempelbergs/Haram al-Sharif und seiner Umgebung wird am Freitag, den 30. März 2018, abgeraten, da es dort wegen des gleichzeitig mit Ostern stattfindenden jüdischen Pessach-Feiertags und des Freitagsgebets in besonderem Maße zu Ausschreitungen kommen könnte.

Reisende werden gebeten, die lokalen und internationalen Medien zu verfolgen, Checkpoints, Grenzen und Menschenansammlungen im Allgemeinen soweit möglich weiträumig zu meiden und den Anweisungen von lokalen Sicherheitskräften Folge zu leisten.
Es ist zu befürchten, dass sich die Sicherheitslage in den nächsten Wochen, vor dem Hintergrund der geplanten Eröffnung der US Botschaft in Jerusalem am 14. Mai 2018 und dem anstehenden Jahrestag der israelischen Staatsgründung Mitte Mai, weiter verschärfen wird.
Besucher Jerusalems werden gebeten, besondere Vorsicht walten zu lassen, insbesondere in der Altstadt, dem Tempelberg/Haram al-Sharif und deren Umgebung am Damaskustor und den übrigen Altstadttoren sowie in den an die Altstadt angrenzenden Stadtvierteln. In diesen Gebieten kann es wie in der Vergangenheit jederzeit zu gewaltsamen Ausschreitungen kommen.
Die Checkpoints im Westjordanland können von vorübergehenden Schließungen betroffen sein. Die generelle Schließung der Checkpoints während der jüdischen Pessach-Feiertage (30. März bis 07. April 2018) gilt ausschließlich für Inhaber von palästinensischen ID-Nummern aus dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen.

In jüngster Zeit haben sich die Spannungen im israelisch-libanesischen sowie im israelisch-syrischen Grenzgebiet erhöht, wo es zu mehreren sicherheitsrelevanten Zwischenfällen gekommen ist. Vor diesem Hintergrund wird dringend geraten, die allgemeine Nachrichtenlage aufmerksam zu verfolgen.
Von Aufenthalten im unmittelbaren Grenzgebiet zu Syrien, insbesondere östlich der Straße 98, und zu Libanon wird derzeit abgeraten, siehe auch

Grenzgebiet zu Syrien und Libanon.

Die Sicherheitslage in Israel und den Palästinensischen Gebieten ist wesentlich vom israelisch-palästinensischen Konflikt geprägt. Aufgrund des Konflikts besteht das Risiko, als Besucher in Sicherheitsvorfälle verwickelt zu werden, auch wenn diese sich nicht gegen Ausländer richten. Insbesondere im Umfeld von Checkpoints sind Auseinandersetzungen nicht auszuschließen. Es wird geraten, die Lageentwicklung aufmerksam zu verfolgen und Menschenansammlungen zu meiden.

Überwiegend im Westjordanland und in Ost-Jerusalem werden immer wieder Messerattacken auf israelische Zivilisten und Sicherheitskräfte verübt. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass ausländische Besucher Ziel dieser Gewalt sind. Dennoch wird vor allem in Jerusalem und dem Westjordanland dringend zu erhöhter Vorsicht geraten. Auch bei zunächst friedlichen Versammlungen besteht das Risiko, dass die Situation sehr schnell eskaliert.

Es kann nach wie vor nicht ausgeschlossen werden, dass es in der aktuellen Situation auch zu terroristischen Angriffen im öffentlichen Raum kommen kann - das Risiko eines Anschlags besteht fort. Reisende sollten bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in Israel und den Palästinensischen Gebieten besondere Vorsicht walten lassen.

Ergänzend zu den oben aufgeführten Empfehlungen gelten folgende regionale Hinweise:

Palästinensische Gebiete: Gaza-Streifen

Vor Reisen in den Gaza-Streifen wird gewarnt.
Die zuständigen deutschen Auslandsvertretungen können im Gaza Streifen und in den dazugehörigen Küstengewässern praktisch keine konsularische Hilfe leisten. Gleiches gilt für die Ausreise aus dem Gaza-Streifen.
Im Rahmen der israelischen Militäroperation "Protective Edge" erfolgten schwere Angriffe auf Ziele im Gaza-Streifen mit vielen Toten und Verletzten. Dabei wurde auch öffentliche Infrastruktur, wie Straßen, Strom- und Abwasserversorgung, beschädigt. Ferner befinden sich in Trümmer sowie auf wenig befahrenen Wegen nach wie vor nicht detonierte Sprengmittel (UXO).
Die Versorgungslage im Gaza-Streifen ist schwierig. Die öffentliche Stromversorgung ist auf wenige Stunden am Tag beschränkt. Treibstoffmangel wirkt sich auch auf andere öffentliche Dienstleistungen, wie Kläranlagen, aus.
Die Einreise nach Gaza auf dem Seeweg ist nicht möglich. Es wird angesichts einer drohenden Gefährdung für Leib und Leben dringend vor Versuchen gewarnt, in die von Israel verhängte Sperrzone der Küstengewässer vor dem Gaza-Streifen einzudringen. Im Mai 2010 kamen bei einem solchen Versuch (sog. "Gaza-Flottille") neun Menschen ums Leben.
Der einzige Personenübergang zwischen Israel und dem Gaza-Streifen, in Erez, ist zurzeit insbesondere für humanitäre Fälle und internationale Organisationen geöffnet. Der Gaza-Streifen ist seit Juni 2007 für den allgemeinen Personenverkehr von und nach Israel fast vollständig abgeriegelt. Personenverkehr zwischen Israel und dem Gaza-Streifen, über den Grenzübergang Erez, wird nur bei Vorliegen einer israelischen Sondergenehmigung erlaubt und Doppelstaatern mit palästinensischen Ausweispapieren in der Regel gar nicht gestattet. Auch die Ausreise über Erez ist in der Regel nur für Personen möglich, die mit Genehmigung der israelischen Behörden über Erez eingereist sind. Der Grenzübergang Erez wurde auch in der Vergangenheit wiederholt kurzfristig geschlossen.
Der Grenzübergang Rafah, zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen, ist aufgrund der aktuellen Sicherheitslage grundsätzlich geschlossen. Er wird in unregelmäßigen Abständen kurzzeitig (wenige Tage oder Stunden) eingeschränkt für bestimmte Personengruppen (u. a. humanitäre Notfälle, ausländische Staatsangehörige und Studenten) geöffnet. Der Grenzübergang kann dann nach Angaben der ägyptischen Behörden regulär - nur - von Palästinensern mit gültigen Ausweispapieren der Palästinensischen Behörde benutzt werden. Für die Ausreise aus dem Gaza-Streifen bedarf es eines ägyptischen Visums und einer palästinensischen Ausreiseerlaubnis. Eine Ausreise aus dem Gaza-Streifen kann bei erfolgter Einreise über Rafah auch nicht über den israelischen Grenzübergang Erez erfolgen.
Es besteht eine Reisewarnung für den Nordsinai. Auch vor dem Transit durch den Nord-Sinai zwecks Einreise in den Gaza-Streifen über Rafah wird gewarnt.
Auf die erheblichen Gefahren eines Transits durch den Nord-Sinai wird hingewiesen (siehe Reise- und Sicherheitshinweise - Teilreisewarnung - Ägypten).

Jerusalem (einschließlich Ost-Jerusalem)

Bei Besuchen der Altstadt von Jerusalem wird zu erhöhter Sicherheit geraten.
Von Besuchen des Tempelbergs/Haram al-Sharif an muslimischen und jüdischen Feiertagen und an Freitagen abgeraten.

Besucher der Altstadt von Jerusalem oder anderer exponierter Orte sollten sich einer ortskundigen Begleitung versichern. Von Besuchen der Altstadt in den späten Abend- und Nachtstunden wird abgeraten.

Israel allgemein

Angesichts der aktuellen Sicherheitslage wird landesweit zu erhöhter Vorsicht geraten, insbesondere in der Nähe von Bushaltestellen und Bahnhöfen. Menschenansammlungen sollten gemieden werden.
Im europäischen Vergleich kommt Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl relativ selten vor. Gleichzeitig bleibt Israel das erklärte Ziel von islamistischen Terrorgruppen. In den letzten Jahren sind Sicherheitsvorfälle mit terroristischem Hintergrund signifikant zurückgegangen. Es gibt derzeit keine konkreten Hinweise auf eine gezielte Gefährdung von Ausländern.
Reisende sollten sich mit den vorhandenen Schutzvorkehrungen (Lage der Schutzräume) vertraut machen und ggf. die Anweisungen der israelischen Zivilschutzbehörden befolgen. Auf der Webseite der Deutschen Botschaft Tel Aviv sind Informationen der israelischen Behörden mit Verhaltenshinweisen in Krisensituationen, u.a. bei Raketenangriffen, eingestellt. Weitere Informationen finden Sie auch auf der englisch-sprachigen Facebook-Seite des israelischen Zivilschutzes (Home Front Command).

Grenzgebiet zu Syrien und Libanon

Im israelisch-syrischen Grenzgebiet haben sich die Spannungen erhöht. Es ist zu mehreren sicherheitsrelevanten, auch militärischen Zwischenfällen gekommen, bei denen Raketen, Mörsergranaten, etc. auf israelischem Territorium niedergegangen sind. Die israelischen Streitkräfte behalten sich Gegenmaßnahmen jeweils ausdrücklich vor. Am 10. Februar 2018 wurde im erweiterten syrisch-israelischen Grenzgebiet eine in den israelischen Luftraum eingedrungene Drohne von den israelischen Streitkräften erfolgreich bekämpft, ein israelischer Militärjet ging zu Boden.
Auch zuvor kam es vereinzelt zu gezielten Angriffen auf israelische Ziele in der Nähe der demilitarisierten Zone auf den Golanhöhen.
Von Aufenthalten im unmittelbaren Grenzgebiet zu Syrien (insbesondere östlich der Straße 98) und Libanon wird abgeraten.

Grenzgebiet zu Ägypten

In der Vergangenheit wurden vereinzelt Raketen aus dem Sinai auf Israel abgeschossen, die in unbewohntem Gebiet um Eilat eingeschlagen sind. Es kam nicht zu Personen- oder Sachschäden.
Vereinzelte bewaffnete Zwischenfälle entlang der israelisch-ägyptischen Grenze können nicht ausgeschlossen werden. In der Vergangenheit kam es dabei kam es auch zu Schusswechseln.
Es wird dazu geraten, Fahrten entlang der israelisch-ägyptischen Grenze zu vermeiden und auf alternative Routen auszuweichen. Auf die Reise- und Sicherheitshinweise Ägypten mit einer Teilreisewarnung für den Nord-Sinai inklusive des Grenzgebiets zu Israel wird hingewiesen.

Grenzgebiet zum Gaza-Streifen

Im Sommer 2014 kam es zu intensiven militärischen Auseinandersetzungen in und um den Gaza-Streifen (Operation "Protective Edge"). Dabei kam es zu massiven Raketen- und Mörserangriffen auf israelisches Territorium, die ganz überwiegend die Ortschaften in Nähe des Gaza-Streifens (Radius von ca. 40 km) betrafen. Trotz der anschließend vereinbarten Waffenruhe kommt es immer wieder zu vereinzeltem Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen.
Bei Aufenthalten im unmittelbaren Grenzgebiet zum Gaza-Streifen wird zu erhöhter Vorsicht geraten. Es wird - insbesondere bei längeren Aufenthalten - empfohlen, sich vor Ort über die Lage von Schutzräumen und das Verhalten bei Raketenangriffen zu informieren.

Palästinensische Gebiete: Westjordanland (Westbank)

Das Westjordanland (Westbank) ist seit 1967 militärisch besetzt und in Gebiete mit verschiedenen Verwaltungsarrangements eingeteilt. Es gibt zahlreiche Checkpoints und gesperrte Straßen, vor allem zwischen Israel und Jerusalem einerseits und dem Westjordanland andererseits, aber auch innerhalb des Westjordanlands. Sie sollten das Westjordanland grundsätzlich nicht ohne Ortskenntnis oder ortskundige Begleitung bereisen Aufgrund der größtenteils konservativen Gesellschaft sollten Sie sich stets angemessen kleiden und auf kurze Hosen/Röcke und nicht schulterbedeckende Kleidung verzichten.
Es kommt immer wieder zu Anschlägen, Angriffen und Auseinandersetzungen zwischen israelischen Sicherheitskräften, jüdischen Siedlern und palästinensischer Bevölkerung mit Toten und Verletzten auf beiden Seiten. Es gibt immer wieder Berichte über Angriffe auf Fahrzeuge, die mit Steinen oder Molotow-Cocktails beworfen werden, teils durch Palästinenser, teils durch israelische Siedler.

Die Sicherheitslage im Westjordanland ist ausgesprochen volatil und kann sich nach akuten Sicherheitsvorfällen schnell ändern. In solchen Fällen können einzelne Ortschaften durch das israelische Militär abgeriegelt oder sogenannte "fliegende" Checkpoints eingerichtet oder bestehende Checkpoints vorübergehend geschlossen werden.

Bei der Benutzung der Straße 60 im Westjordanland wird zu besonderer Vorsicht geraten, insbesondere um Hebron, um die sogenannte Gush-Etzion-Kreuzung sowie generell in der Nähe von israelischen Siedlungen und Checkpoints.
Von Fahrten in der Dunkelheit wird generell abgeraten. Zugangsbeschränkungen zu militärischen Sperrgebieten sind unbedingt zu beachten.
Besuche in den von der Palästinensischen Behörde verwalteten Städten Bethlehem, Beit Sahour, Beit Jalla, Jericho und Ramallah, sowie die Benutzung der Straße 1 zum Toten Meer und der Straße 90 im Jordantal sind auch ohne besondere Ortskenntnis oder ortskundige Begleitung vertretbar.
Es wird empfohlen, die Berichterstattung in den Medien über sicherheitsrelevante Ereignisse aufmerksam zu verfolgen.

Naturkatastrophen

Israel und die Palästinensischen Gebiete liegen in einer seismisch aktiven Zone, weshalb es zu Erdbeben kommen kann. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben bietet das Merkblatt des Geoforschungszentrums Potsdam.
In den Wintermonaten kann es zu Überschwemmungen kommen, insbesondere in der Negev-Wüste.
Am Toten Meer gibt es inzwischen Tausende von Einsturzlöchern ("Sink Holes"). Innerhalb von Sekunden entstehen an der Küste Einsturztrichter bzw. Erdfälle von bis zu 20 Meter Tiefe und 80 Meter Breite. Befestigte Straßen und Wege sollten nicht verlassen und Warnschilder unbedingt beachtet werden.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen, die sich - auch nur vorübergehend - in Israel oder den Palästinensischen Gebieten aufhalten, wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen.
Für Aufenthalte in Israel ist die zuständige Auslandsvertretung die Botschaft Tel Aviv, für Aufenthalte in den Palästinensischen Gebieten ist die zuständige Auslandsvertretung das Vertretungsbüro Ramallah. Als zuständige Vertretung ist die einzutragen, in deren Amtsbezirk man sich meistens aufhält.
Der Amtsbezirk des Vertretungsbüros Ramallah umfasst die Palästinensischen Gebiete, d.h. das Westjordanland, Ost-Jerusalem und den Gaza-Streifen (bitte Reisewarnung beachten).
Vor und während der Reise nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete wird geraten, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren sowie die Webseiten der Botschaft in Tel Aviv und des Vertretungsbüros Ramallah zu konsultieren.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Reisen im Land

Bei Reisen in Israel und den Palästinensischen Gebieten sollte stets ein Ausweisdokument mit sich geführt werden.
Bei Besuchen der Altstadt von Jerusalem, orthodoxen Vierteln und der Palästinensischen Gebiete sollte auf kurze Hosen/Röcke und nicht schulterbedeckende Kleidung verzichtet werden.
Fahrten in ultra-orthodoxe Viertel am Shabbat sollten vermieden werden.

Badeunfälle

In Tel Aviv und Umgebung kommt es immer wieder zu tödlichen Badeunfällen. Reisende sollten sich immer in Strandnähe aufhalten und nicht zu weit hinaus schwimmen. Vor teilweise sehr starken Strömungen wird gewarnt. Es wird empfohlen, nur an bewachten Küstenabschnitten zu baden, die Beflaggung an den Stränden und die Durchsagen der Bademeister unbedingt zu beachten und diesen Folge zu leisten.

Mietwagen

Die Anmietung von Mietwagen in Israel ist problemlos möglich, aus versicherungstechnischen Gründen dürfen damit aber grundsätzlich keine Straßen in den Palästinensischen Gebieten befahren werden. Ausgenommen sind die Straße 1 von Jerusalem zum Toten Meer und die Straße 90 im Jordantal. Im Zweifelsfall sind die Mietbedingungen genau zu prüfen.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch

Medizinische Versorgung.

Für deutsche Staatsangehörige mit palästinensischer Personenkennziffer (ID) und deutschen Staatsangehörigen, die in das palästinensische Bevölkerungsregister eingetragen sind, gelten besondere Vorschriften (siehe unten).

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: Reisedokumente müssen sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein.

Staatenlose Personen müssen (anstelle eines Reisepasses) im Besitz eines gültigen Fremdenpasses oder Reiseausweises sein, der für ein Jahr gültig ist.

Visum

Deutsche Staatsangehörige, die nach dem 1. Januar 1928 geboren sind, benötigen bis zu einem Aufenthalt von drei Monaten kein Visum.
Deutsche Staatsangehörige, die in der Vergangenheit aus Israel ausgewiesen wurden, sich illegal in Israel aufgehalten haben oder denen die Einreise nach Israel verweigert wurde, müssen vor ihrer Einreise bei einer israelischen Auslandsvertretung oder dem israelischen Innenministerium ihren Fall überprüfen lassen und ein Visum einholen.

Grenzübergänge

Ein Großteil der Reisenden reist über den internationalen Flughafen Ben Gurion, knapp 20 Kilometer südöstlich von Tel Aviv, nach Israel ein. Dort sowie an den Grenzübergängen Taba (nach Ägypten) und Allenby-Brücke (nach Jordanien) erhält jeder Reisende eine Einreisekarte ("Border Control Clearance"), die bis zur Ausreise aufbewahrt werden muss. Ein Einreisestempel im Pass wird dann nicht mehr angebracht. Bei der Überquerung von Kontrollpunkten, insbesondere im Westjordanland, sollte die Einreisekarte zur Vermeidung von Schwierigkeiten mitgeführt werden.
Bei der Einreise über den Grenzübergang Yitzhak Rabin und Arava-Aqaba kommt dieses Verfahren noch nicht zum Einsatz. Es sollte darauf geachtet werden, dass ein israelischer Sichtvermerk in den Pass gestempelt wird, der die maximale Aufenthaltsdauer (üblicherweise drei Monate) angibt. Auf Wunsch kann dieser in der Regel auch auf ein separates Papier gestempelt werden, das bis zur Ausreise aufbewahrt werden sollte.
Bei den Grenzübergängen von Eilat nach Ägypten (Taba) und Jordanien (Arava-Aqaba), sowie den Grenzstationen Sheikh Hussein von Israel nach Jordanien und Allenby Bridge vom Westjordanland nach Jordanien kann es immer wieder zu kurzzeitigen Schließungen, bzw. einer Verkürzung der Öffnungszeiten kommen. Vor jüdischen Feiertagen sind die Öffnungszeiten regelmäßig eingeschränkt. Es ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen.

Ein- und Ausreisepraxis

Vorherige Reisen in arabische Staaten oder nach Iran stellen per se kein Einreisehindernis dar.
Sollten im Reisepass Visa arabischer Staaten oder von Iran vorhanden sein, so ist jedoch bei der Einreise mit einer Sicherheitsbefragung durch israelische Sicherheitskräfte zu rechnen (Ausnahme: Jordanien und Ägypten). Dies gilt ebenfalls bei Stempeln/Visa von Malaysia, Indonesien oder dem Sudan. Auch müssen deutsche Staatsangehörige mit auch nur vermuteter arabischer Abstammung oder islamischer Religionszugehörigkeit mit einer Sicherheitsbefragung rechnen.
Gegebenenfalls empfiehlt sich eine entsprechende Nachfrage bei der israelischen Botschaft in Berlin.

Das israelische Parlament hat am 6. März 2017 ein Gesetz verabschiedet, wonach nicht-israelischen Staatsangehörigen die Einreise nach Israel grundsätzlich verweigert wird, wenn sie öffentlich und wissentlich zum Boykott von Israel aufgerufen oder sich verpflichtet haben, sich an einem solchen Boykott zu beteiligen. Gleiches gilt, wenn sie einer Organisation angehören oder bei einer Einrichtung arbeiten, die zu einem solchen Boykott aufgerufen hat. Hierunter fällt auch der Boykott von Siedlungen im Westjordanland oder Ost-Jerusalem. Diese Regelung betrifft nicht Inhaber einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis für Israel.

Auf die Möglichkeit der Ausstellung eines Zweitpasses durch die zuständige Passbehörde wird hingewiesen. Auch deutsche Staatsangehörige palästinensischer Herkunft müssen mit einer Sicherheitsbefragung und ggf. längeren Wartezeiten rechnen, insbesondere bei der Einreise von Ägypten und Jordanien aus. Eine mehrstündige Sicherheitsbefragung, die bis hin zur Verweigerung der Einreise unmittelbar am Grenzübergang führen kann, ist jederzeit ohne Angaben von Gründen möglich. Die deutsche Botschaft hat in diesen Fällen keine Möglichkeit der Unterstützung.

Bei der Ausreise aus Israel über den Flughafen Ben Gurion finden zeitintensive Sicherheitsüberprüfungen des Gepäcks, sowie Befragungen der Reisenden statt. Es empfiehlt sich, frühzeitig am Flughafen zu erscheinen. Wenn elektrische Geräten, insbesondere Laptop-Computer, durch die israelischen Sicherheitsbehörden für Untersuchungen einbehalten werden, werden sie in der Regel nach ein bis drei Tagen an den Aufenthaltsort des Reisenden nachgesandt.

Flugreisende sollten beachten, dass jede Fluggesellschaft ihre Beförderungsbestimmungen eigenständig festlegt. Das Check- in sowie die Passagier- und Gepäckkontrollen für Flüge nach Israel werden von den Fluggesellschaften unterschiedlich gehandhabt, gegebenenfalls kann es zu zusätzlichen Sicherheitsüberprüfungen und Wartezeiten kommen, die ein frühzeitiges Erscheinen am Flughafen erforderlich machen. Es obliegt jedem Reisenden, sich mit den Beförderungsbedingungen der Fluggesellschaft seiner Wahl vertraut zu machen und seine Reise entsprechend zu planen.

Hinweise für die Einreise von Minderjährigen

Minderjährige unter 16 Jahren, die allein oder in Begleitung eines Elternteils reisen, sollten eine Einverständniserklärung der Eltern/des anderen Elternteils mitführen.

Besondere Hinweise für deutsch-israelische Staatsangehörige, die ihren Wehrdienst in Israel noch nicht abgeleistet haben

Israelische Staatsangehörige und "Permanent Residents" (Inhaber einer Personenkennziffer ohne israelische Staatsangehörigkeit), die ihren Wehrdienst noch nicht abgeleistet und ihren gewöhnlichen Aufenthalt nach Vollendung ihres 16. Lebensjahres aus Israel in ein anderes Land verlegt haben, unterliegen grundsätzlich der israelischen Wehrpflicht, auch wenn sie gleichzeitig die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Nicht-Meldung bei der israelischen Musterungsstelle (israelische Auslandsvertretung) wird als Ordnungswidrigkeit betrachtet. Bei (auch nur besuchsweiser) Einreise wird auf die Musterung verwiesen; eine Ausreise kann nur nach erfolgter Musterung und ggf. erst nach abgeleistetem Wehrdienst wieder erfolgen.

Besondere Hinweise für Deutsche Staatsangehörige mit palästinensischen Personenkennziffern (ID-Nummern)

Deutschen Staatsangehörigen mit palästinensischen Personenkennziffern (ID-Nummern) wird die direkte Einreise nach Israel grundsätzlich verweigert. Eine Einreise in das Westjordanland kann nur über Jordanien, Allenby-Brücke, erfolgen. Die Weiterreise vom Westjordanland nach Israel ist für diese Personengruppe nur mit einer Sondergenehmigung möglich, die vor Ort beantragt werden muss.

Deutsche Staatsangehörige, die gleichzeitig eine palästinensische Personenkennziffer (ID-Nummer) haben, müssen zudem mit ihrem palästinensischen Reisepass einreisen. Sollte dieser nicht mehr vorhanden sein, wird die palästinensische Personenkennziffer von den israelischen Grenzbehörden in den deutschen Reisepass eingetragen und der Reisende aufgefordert, einen palästinensischen Reisepass zu beantragen. Mitunter wird in diesen Fällen die Ausreise verweigert, wenn nicht ein palästinensischer Pass vorgelegt wird. Inhaber einer palästinensischen Personenkennziffer erhalten bei der Einreise über die Allenby-Brücke keine Einreisekarte ("Border Control Clearance"), sondern nach wie vor einen Einreisestempel in einen Passierschein oder, falls vorhanden, in den palästinensischen Pass.

Deutsche Staatsangehörige mit palästinensischer ID-Nummer, die über die Allenby-Brücke in das Westjordanland einreisen, müssen mitgeführte Geldmittel (Bargeld, Reiseschecks, Gold), die den Betrag von umgerechnet 2000 Jordanischen Dinar (ca. 2000 EUR) erreichen oder übersteigen, beim israelischen Zoll anmelden. Anmeldeformulare sollen an den Übergängen erhältlich sein. Missachtung kann Geld- oder Gefängnisstrafe nach sich ziehen und das Geld eingezogen werden.

Besondere Hinweise für Ehegatten von Personen (auch Deutschen) mit palästinensischen Personenkennziffern (ID-Nummern)

Die gemeinsame Einreise mit dem palästinensischen Ehegatten über Jordanien, Allenby-Brücke, in das Westjordanland ist nur dann möglich, wenn in der ID der Familienstatus "verheiratet" eingetragen ist. Andernfalls kann die Einreise des Ehepartners des palästinensischen ID-Inhabers verweigert werden. Sobald die israelischen Stellen aber Kenntnis von der Eheschließung mit einer Person mit palästinensischen Personenkennziffern (ID-Nummern) erhalten haben, z.B. durch einen erfolglosen Einreiseversuch an der Allenby-Brücke, kann aber auch die direkte Einreise nach Israel über den Flughafen Ben-Gurion grundsätzlich verweigert werden. Die Änderung der ID muss beim palästinensischen Innenministerium beantragt werden.

Bei einer Weiterreise von Israel nach Jordanien auf dem Landweg

Deutsche Staatsangehörige, die auf dem Landweg von Israel nach Jordanien reisen und dafür den Grenzübergang Aqaba/Yitzhak Rabin (Nähe Eilat) nutzen möchten, benötigen seit Januar 2016 grundsätzlich ein Visum, das sie vor Reiseantritt bei der jordanischen Botschaft in Berlin, der jordanischen Botschaft in Tel Aviv oder dem jordanischen Vertretungsbüro in Ramallah beantragen können. Die Reise- und Sicherheitshinweise für Jordanien enthalten genauere Informationen zu den dortigen Einreisebestimmungen.

Bisher wurde die Änderung der Einreisepraxis noch nicht offiziell von jordanischer Seite bestätigt. Reiseveranstalter bieten weiterhin Ausflüge unter Vermittlung der Grenzabfertigung (gegen Gebühren) an, so dass keine vorherige Visumerteilung, aber die vorherige Übermittlung von Passkopien erforderlich ist. Sollte eine Reise von Israel nach Jordanien auf dem Landweg geplant sein, wird im Zweifelsfall empfohlen, vor Reiseantritt Kontakt mit der jordanischen Botschaft in Tel Aviv oder der Botschaft des Königreichs Jordanien in Berlin, bzw. dem jordanischen Vertretungsbüro in Ramallah aufzunehmen.

Einreise in die Palästinensischen Gebiete (Westjordanland) aus Israel

Grundsätzlich können deutsche Staatsangehörige unter Beachtung der Öffnungszeiten der Übergänge problemlos von Israel in das Westjordanland reisen.
Die Übergänge zu den Palästinensischen Gebieten zwischen Israel und dem Westjordanland, sowie zwischen Jordanien und dem Westjordanland werden von israelischen Behörden kontrolliert und können ohne vorherige Ankündigung geschlossen werden.

Begrenzung des Aufenthalts auf die Palästinensischen Gebiete (Westjordanland) - "PA only" und "Judea & Samaria Permit"-Stempel

Für Personen, die als Reiseziel ausschließlich die Palästinensischen Gebiete angeben, kommt es bei der Einreise nach Israel regelmäßig zu Wartezeiten auf Grund längerer Befragungen. Sie sollten dort auf keinen Fall falsche Angaben machen, da dies regelmäßig zu Einreiseverboten führt. In jüngster Zeit haben israelische Behörden bei Kurzzeitaufenthalten vereinzelt einen sogenannten "PA -only" Stempel im Reisepass angebracht, der den Aufenthalt auf die Palästinensischen Gebiete beschränkt. Eine Ein- und Ausreise über den Flughafen Ben Gurion ist dann nicht möglich und muss über die Allenby-Brücke erfolgen. Gleiches gilt für den "Judea & Samaria Permit" Stempel, der bei Langzeitaufenthalten auf dem israelischen Visum angebracht wird. Bitte wenden Sie sich an das deutsche Vertretungsbüro in Ramallah für weitere Informationen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Die Ein- oder Ausfuhr von Geldmitteln (Bargeld, Barschecks, Reiseschecks) im Gegenwert von zusammen 80.000 Schekel muss angemeldet werden. Das entsprechende "Zoll-Formular Nr. 84" kann telefonisch unter +972 2 658 7777 angefordert werden.

Besondere Vorschriften gelten für die Einfuhr von Geldmitteln in die Palästinensischen Gebiete, siehe auch Einreisebestimmungen.

Ein zu touristischen Zwecken eingeführtes Fahrzeug muss zwingend wieder ausgeführt werden. Andernfalls muss das Auto in Israel verzollt werden. Die israelischen Behörden können die Ausreise verweigern, solange sich das Fahrzeug unverzollt in Israel befindet.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Homosexuelle Handlungen von Männern sind in den Palästinensischen Gebieten strafbar. Bisher ist allerdings kein Fall bekannt geworden, in dem Ausländer wegen homosexueller Handlungen strafrechtlich belangt wurden. Schwerer als die strafrechtliche Verfolgung fällt jedoch die gesellschaftliche Diskriminierung ins Gewicht: Homosexualität ist im Westjordanland und im Gazastreifen weiterhin ein soziales und religiöses Tabuthema.

Impfschutz

Eine Gelbfieberimpfung ist bei Einreise aus Infektionsgebieten vorgeschrieben. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Gelbfieberimpfung notwendig.

Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe http://www.rki.de).
Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B und Tollwut empfohlen.

HIV / AIDS

Die Prävalenz von weniger als 0,1% der Bevölkerung ist eher gering. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden. Wenn Sie Ihre Gesundheit während Ihres Aufenthaltes nicht gefährden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise:
Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser mit Kohlensäure, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes und abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen wo möglich Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen oder selber Schälen. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen, Einmalhandtücher verwenden.

Weitere Infektionskrankheiten

Einige durch Mücken oder Zecken übertragene Infektionskrankheiten kommen vor, sind insgesamt aber selten (z.B. Leishmaniasis, West-Nile Fieber, Phlebotomus Fieber). Insektenschutz beachten (z. B. Repellentien, Moskitonetz, langärmlige Kleidung).

Medizinische Versorgung

Das Versorgungsniveau in Israel ist gut bis sehr gut, die Notfallversorgung und Entbindungen erfolgen ausschließlich im dafür bestens etablierten staatlichen Gesundheitssystem. In den Palästinensischen Gebieten ist das Versorgungsniveau deutlich eingeschränkt. Krankenwagen dürfen die Grenze zu Israel nicht passieren. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption im Notfall ist empfehlenswert.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe z. B. www.dtg.org oder www.frm-web.de).

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Israel hat ausgezeichnete medizinische Einrichtungen und Urlauber können alle Erste-Hilfe-Zentren und Unfallstationen in Anspruch nehmen. Gesundheitszentren sind mit einem roten Davidsstern auf weißem Grund gekennzeichnet. In den palästinensischen Gebieten muss mit Einschränkungen gerechnet werden. Über die deutsche Botschaft in Tel Aviv (s. Adressen) ist eine Liste deutschsprachiger Vertrauensärzte erhältlich.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung und Reiserückholversicherung wird empfohlen.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Essen und Trinken

Leitungswasser ist in der Regel gechlort und relativ sauber, es können jedoch unter Umständen leichte Magenverstimmungen auftreten. Für die ersten Wochen des Aufenthaltes wird daher abgefülltes Wasser empfohlen, welches überall erhältlich ist. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Milch, Milchprodukte, Fleischwaren, Geflügel, Obst und Gemüse können unbesorgt verzehrt werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber Nein -
Cholera Nein -
Typhus & Polio 1 -
Malaria Nein -
Essen & Trinken - -

Anmerkungen Impfungen

[1] Typhus kommt vor (eine Impfung ist besonders bei Reisen in die palästinensischen Gebiete zu erwägen). Die WHO fordert alle Reisenden, die Israel verlassen und sich länger als 4 Wochen in Israel aufgehalten haben, sich gegen Poliomyelitis impfen zu lassen und dies in einem Impfausweis zu belegen.
 

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden. 

Hepatitis A tritt auf, Hepatitis B ist endemisch. Impfschutz gegen Hepatitis A wird empfohlen, bei Langzeitaufenthalten und bei Kindern und Jugendlichen auch gegen Hepatitis B.

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose kommt selten vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel. 

HIV/Aids ist eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Tollwut kommt vor. Überträger sind u.a. streunende Hunde und Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Zeckenbissfieber kommt landesweit vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Reisewarnung

Überblick

Stand - Mon, 13 Aug 2018 18:15:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Mon, 13 Aug 2018 18:15:28 +0200)


Letzte Änderungen:
Landesspezifische Sicherheitshinweise (Grenzgebiet zu Syrien und Libanon / Grenzgebiet zum Gaza-Streifen)

Dies ist ein gemeinsamer Reisehinweis für Israel und die palästinensischen Gebiete (Westjordanland, Ost-Jerusalem und Gaza-Streifen)

Aktuelle Hinweise

Am Grenzzaun im Gaza-Streifen finden weiterhin Kundgebungen und Protestaktionen statt. Bei Demonstrationen kam es zu zahlreichen Todesopfern und Verletzten auf palästinensischer Seite. Insbesondere werden zahlreiche mit Brandsätzen ausgestattete Drachen eingesetzt, die vom Gaza-Streifen aus starten und im Nahbereich des Grenzzauns landen. In den letzten Tagen ist es zu heftigem Raketen- und Mörserbeschuss aus dem Gaza-Streifen heraus auf israelisches Staatsgebiet und zu israelischen Vergeltungsangriffen gekommen. Es kann weiter zu Zwischenfällen im unmittelbaren Bereich des Grenzzauns kommen. Die Grenzregion zum Gaza-Streifen sollte daher bis auf weiteres unbedingt gemieden werden.

Auch im syrisch-israelischen Grenzgebiet ist es in letzter Zeit zu mehreren sicherheitsrelevanten Zwischenfällen gekommen. Vor diesem Hintergrund wird dringend geraten, von Aufenthalten im unmittelbaren Grenzgebiet zu Syrien, insbesondere östlich der Straße 98, abzusehen.

Im Übrigen werden Reisende auch weiterhin gebeten, die lokalen und internationalen Medien aufmerksam zu verfolgen und den Anweisungen von lokalen Sicherheitskräften Folge zu leisten.

Landesspezifische Sicherheitshinweise - Reisewarnung für den Gaza-Streifen

Die Sicherheitslage in Israel und den Palästinensischen Gebieten ist wesentlich vom israelisch-palästinensischen Konflikt geprägt. Aufgrund des Konflikts besteht das Risiko, als Besucher in Sicherheitsvorfälle verwickelt zu werden, auch wenn diese sich nicht gegen Ausländer richten. Insbesondere im Umfeld von Checkpoints sind Auseinandersetzungen nicht auszuschließen. Es wird geraten, die Lageentwicklung aufmerksam zu verfolgen und Menschenansammlungen zu meiden. Auch bei zunächst friedlichen Versammlungen besteht das Risiko, dass die Situation sehr schnell eskaliert.
Es kann nach wie vor nicht ausgeschlossen werden, dass es in der aktuellen Situation auch zu terroristischen Angriffen im öffentlichen Raum kommen kann – das Risiko eines Anschlags besteht fort. Reisende sollten bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in Israel und den Palästinensischen Gebieten besondere Vorsicht walten lassen.

Ergänzend zu den oben aufgeführten Empfehlungen gelten folgende regionale Hinweise:

Palästinensische Gebiete: Gaza-Streifen
Vor Reisen in den Gaza-Streifen wird gewarnt.
Die zuständigen deutschen Auslandsvertretungen können im Gaza-Streifen und in den dazugehörigen Küstengewässern praktisch keine konsularische Hilfe leisten. Gleiches gilt für die Ausreise aus dem Gaza-Streifen.
Im Rahmen der israelischen Militäroperation „Protective Edge" erfolgten schwere Angriffe auf Ziele im Gaza-Streifen mit vielen Toten und Verletzten. Dabei wurde auch öffentliche Infrastruktur, wie Straßen, Strom- und Abwasserversorgung, beschädigt. Ferner befinden sich in Trümmern sowie auf wenig befahrenen Wegen nach wie vor nicht detonierte Sprengmittel (UXO).
Die Versorgungslage im Gaza-Streifen ist schwierig. Die öffentliche Stromversorgung ist auf wenige Stunden am Tag beschränkt. Das Grundwasser gilt als belastet. Treibstoffmangel wirkt sich auch auf andere öffentliche Dienstleistungen, wie Kläranlagen, aus. Sie dürfte sich angesichts der derzeitigen Zuspitzung noch verschlechtern.
Die Einreise nach Gaza auf dem Seeweg ist nicht möglich. Es wird angesichts einer drohenden Gefährdung für Leib und Leben dringend vor Versuchen gewarnt, in die von Israel verhängte Sperrzone der Küstengewässer vor dem Gaza-Streifen einzudringen. Im Mai 2010 kamen bei einem solchen Versuch (sog. „Gaza-Flottille") neun Menschen ums Leben.
Der einzige Personenübergang zwischen Israel und dem Gaza-Streifen, in Erez, ist zurzeit insbesondere für humanitäre Fälle und internationale Organisationen geöffnet. Der Gaza-Streifen ist seit Juni 2007 für den allgemeinen Personenverkehr von und nach Israel fast vollständig abgeriegelt. Personenverkehr zwischen Israel und dem Gaza-Streifen, über den Grenzübergang Erez, wird nur bei Vorliegen einer israelischen Sondergenehmigung erlaubt und Doppelstaatern mit palästinensischen Ausweispapieren in der Regel gar nicht gestattet. Auch die Ausreise über Erez ist in der Regel nur für Personen möglich, die mit Genehmigung der israelischen Behörden über Erez eingereist sind. Der Grenzübergang Erez wurde auch in der Vergangenheit wiederholt kurzfristig geschlossen.
Der Grenzübergang Rafah, zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen, ist aufgrund der aktuellen Sicherheitslage grundsätzlich geschlossen. Er wird in unregelmäßigen Abständen kurzzeitig (wenige Tage oder Stunden)  eingeschränkt für bestimmte Personengruppen (u. a. humanitäre Notfälle, ausländische Staatsangehörige und Studenten) geöffnet. Der Grenzübergang kann dann nach Angaben der ägyptischen Behörden regulär - nur - von Palästinensern mit gültigen Ausweispapieren der Palästinensischen Behörde benutzt werden. Für die Ausreise aus dem Gaza-Streifen bedarf es eines ägyptischen Visums und einer palästinensischen Ausreiseerlaubnis. Eine Ausreise aus dem Gaza-Streifen kann bei erfolgter Einreise über Rafah auch nicht über den israelischen Grenzübergang Erez erfolgen.
Es besteht eine Reisewarnung für den Nordsinai. Auch vor dem Transit durch den Nord-Sinai zwecks Einreise in den Gaza-Streifen über Rafah wird gewarnt.
Auf die erheblichen Gefahren eines Transits durch den Nord-Sinai wird hingewiesen (siehe Reise- und Sicherheitshinweise - Teilreisewarnung - Ägypten).

Jerusalem (einschließlich Ost-Jerusalem)
Bei Besuchen der Altstadt von Jerusalem wird stets zu erhöhter Vorsicht geraten. Insbesondere auf dem Tempelberg/Haram Al Sharif und dessen Umgebung kann es zu Auseinandersetzungen kommen, etwa an muslimischen und jüdischen Feiertagen sowie an Freitagen.
Besucher der Altstadt von Jerusalem oder anderer exponierter Orte sollten sich einer ortskundigen Begleitung versichern und über die aktuelle Lage informiert halten.

Israel allgemein
Angesichts der aktuellen Sicherheitslage wird landesweit zu erhöhter Vorsicht geraten, insbesondere in der Nähe von Bushaltestellen und Bahnhöfen. Menschenansammlungen sollten gemieden werden.
Im europäischen Vergleich kommt Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl relativ selten vor. Gleichzeitig bleibt Israel das erklärte Ziel von islamistischen Terrorgruppen. In den letzten Jahren sind Sicherheitsvorfälle mit terroristischem Hintergrund signifikant zurückgegangen. Es gibt derzeit keine konkreten Hinweise auf eine gezielte Gefährdung von Ausländern.
Reisende sollten sich mit den vorhandenen Schutzvorkehrungen (Lage der Schutzräume) vertraut machen und ggf. die Anweisungen der israelischen Zivilschutzbehörden befolgen. Auf der Webseite der Deutschen Botschaft Tel Aviv sind Informationen der israelischen Behörden mit Verhaltenshinweisen in Krisensituationen, u.a. bei Raketenangriffen, eingestellt. Weitere Informationen finden Sie auch auf der englisch-sprachigen Facebook-Seite des israelischen Zivilschutzes (Home Front Command).

Grenzgebiet zu Syrien und Libanon
Im israelisch-syrischen Grenzgebiet haben sich die Spannungen erhöht. Es ist zu mehreren sicherheitsrelevanten, auch militärischen Zwischenfällen gekommen, bei denen Raketen, Mörsergranaten, etc. auf israelischem Territorium niedergegangen sind. Die israelischen Streitkräfte behalten sich Gegenmaßnahmen jeweils ausdrücklich vor. Am 24. Juli 2018 wurde im Grenzgebiet ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen. Bereits zuvor kam es vereinzelt zu gezielten Angriffen auf israelische Ziele und militärischen Operationen in der Nähe der demilitarisierten Zone auf den Golanhöhen.

Von Aufenthalten im unmittelbaren Grenzgebiet zu Syrien und Libanon, insbesondere östlich der Straße 98, wird abgeraten.

Grenzgebiet zu Ägypten
In der Vergangenheit wurden vereinzelt Raketen aus dem Sinai auf Israel abgeschossen, die in unbewohntem Gebiet um Eilat eingeschlagen sind. Es kam nicht zu Personen- oder Sachschäden.
Vereinzelte bewaffnete Zwischenfälle entlang der israelisch-ägyptischen Grenze können nicht ausgeschlossen werden. In der Vergangenheit kam es dabei kam es auch zu Schusswechseln.
Es wird dazu geraten, Fahrten entlang der israelisch-ägyptischen Grenze zu vermeiden und auf alternative Routen auszuweichen. Auf die Reise- und Sicherheitshinweise Ägypten mit einer Teilreisewarnung für den Nord-Sinai inklusive des Grenzgebiets zu Israel wird hingewiesen.

Grenzgebiet zum Gaza-Streifen
Im Sommer 2014 kam es zu intensiven militärischen Auseinandersetzungen in und um den Gaza-Streifen (Operation „Protective Edge"). Dabei kam es zu massiven Raketen- und Mörserangriffen auf israelisches Territorium, die ganz überwiegend die Ortschaften in Nähe des Gaza-Streifens (Radius von ca. 40 km) betrafen. Trotz der anschließend vereinbarten Waffenruhe kommt es immer wieder zu Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen. Zuletzt kam es im August 2018 zu militärischen Auseinandersetzungen.
Von Aufenthalten im unmittelbaren Grenzgebiet zum Gaza-Streifen wird derzeit abgeraten. Auf jeden Fall sollte man sich - insbesondere bei längeren Aufenthalten - vor Ort über die Lage von Schutzräumen und das Verhalten bei Raketenangriffen zu informieren.

Palästinensische Gebiete: Westjordanland (Westbank)
Das Westjordanland (Westbank) ist seit 1967 militärisch besetzt und in Gebiete mit verschiedenen Verwaltungsarrangements eingeteilt. Es gibt zahlreiche Checkpoints und gesperrte Straßen, vor allem zwischen Israel und Jerusalem einerseits und dem Westjordanland andererseits, aber auch innerhalb des Westjordanlands. Sie sollten das Westjordanland grundsätzlich nicht ohne Ortskenntnis oder ortskundige Begleitung bereisen Aufgrund der größtenteils konservativen Gesellschaft sollten Sie sich stets angemessen kleiden und auf kurze Hosen/Röcke und nicht schulterbedeckende Kleidung verzichten.
Es kommt immer wieder zu  Anschlägen, Angriffen und Auseinandersetzungen zwischen israelischen Sicherheitskräften, jüdischen Siedlern und palästinensischer Bevölkerung mit Toten und Verletzten auf beiden Seiten. Es gibt immer wieder Berichte über Angriffe auf Fahrzeuge, die mit Steinen oder Molotow-Cocktails beworfen werden, teils durch Palästinenser, teils durch israelische Siedler.

Die Sicherheitslage im Westjordanland ist ausgesprochen volatil und kann sich nach akuten Sicherheitsvorfällen schnell ändern. In solchen Fällen können einzelne Ortschaften durch das israelische Militär abgeriegelt oder sogenannte „fliegende" Checkpoints eingerichtet oder bestehende Checkpoints vorübergehend geschlossen werden.

Bei der Benutzung der Straße 60 im Westjordanland wird zu besonderer Vorsicht geraten, insbesondere um Hebron, um die sogenannte Gush-Etzion-Kreuzung sowie generell in der Nähe von israelischen Siedlungen und Checkpoints.
Von Fahrten in der Dunkelheit wird generell abgeraten. Zugangsbeschränkungen zu militärischen Sperrgebieten sind unbedingt zu beachten.
Besuche in den von der Palästinensischen Behörde verwalteten Städten Bethlehem, Beit Sahour, Beit Jalla, Jericho und Ramallah, sowie die Benutzung der Straße 1 zum Toten Meer und der Straße 90 im Jordantal sind auch ohne besondere Ortskenntnis oder ortskundige Begleitung vertretbar.
Es wird empfohlen, die Berichterstattung in den Medien über sicherheitsrelevante Ereignisse aufmerksam zu verfolgen.

Naturkatastrophen
Israel und die Palästinensischen Gebiete liegen in einer seismisch aktiven Zone, weshalb es zu Erdbeben kommen kann. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben bietet das Merkblatt des Geoforschungszentrums Potsdam.
In den Wintermonaten kann es zu Überschwemmungen kommen, insbesondere in der Negev-Wüste.
Am Toten Meer gibt es inzwischen Tausende von Einsturzlöchern („Sink Holes"). Innerhalb von Sekunden entstehen an der Küste Einsturztrichter bzw. Erdfälle von bis zu 20 Meter Tiefe und 80 Meter Breite. Befestigte Straßen und Wege sollten nicht verlassen und Warnschilder unbedingt beachtet werden.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen, die sich - auch nur vorübergehend - in Israel oder den Palästinensischen Gebieten aufhalten, wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen.
Für Aufenthalte in Israel ist die zuständige Auslandsvertretung die Botschaft Tel Aviv, für Aufenthalte in den Palästinensischen Gebieten ist die zuständige Auslandsvertretung das Vertretungsbüro Ramallah. Als zuständige Vertretung ist die einzutragen, in deren Amtsbezirk man sich meistens aufhält.
Der Amtsbezirk des Vertretungsbüros Ramallah umfasst die Palästinensischen Gebiete, d.h. das Westjordanland, Ost-Jerusalem und den Gaza-Streifen (bitte Reisewarnung beachten).
Vor und während der Reise nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete wird geraten, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren sowie die Webseiten der Botschaft in Tel Aviv und des Vertretungsbüros Ramallah zu konsultieren.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Reisen im Land/Straßenverkehr
Bei Reisen in Israel und den Palästinensischen Gebieten sollte stets ein Ausweisdokument mit sich geführt werden.
Bei Besuchen der Altstadt von Jerusalem, orthodoxen Vierteln und der Palästinensischen Gebiete sollte auf kurze Hosen/Röcke und nicht schulterbedeckende Kleidung verzichtet werden.
Fahrten in ultra-orthodoxe Viertel am Shabbat sollten vermieden werden.
Die Promillegrenze beträgt 0,5. Außerhalb von Ortschaften ist vom 1. November bis 31. März auch tagsüber Abblendlicht Pflicht.

Badeunfälle
In Tel Aviv und Umgebung kommt es immer wieder zu tödlichen Badeunfällen. Reisende sollten sich immer in Strandnähe aufhalten und nicht zu weit hinaus schwimmen. Vor teilweise sehr starken Strömungen wird gewarnt. Es wird empfohlen, nur an bewachten Küstenabschnitten zu baden, die Beflaggung an den Stränden und die Durchsagen der Bademeister unbedingt zu beachten und diesen Folge zu leisten.

Mietwagen
Die Anmietung von Mietwagen in Israel ist problemlos möglich, aus versicherungstechnischen Gründen dürfen damit aber grundsätzlich keine Straßen in den Palästinensischen Gebieten befahren werden. Ausgenommen sind die Straße 1 von Jerusalem zum Toten Meer und die Straße 90 im Jordantal. Im Zweifelsfall sind die Mietbedingungen genau zu prüfen.

Führerschein
Der deutsche Führerschein ist ausreichend.

Geld/Kreditkarten
Landeswährung ist der neue Schekel (ILS). Kreditkarten werden als Zahlungsmittel vielerorts akzeptiert. Bargeld kann an entsprechend gekennzeichneten Geldautomaten mit Kredit- als auch teilweise mit Bankkarten abgehoben werden. Der Umtausch von Euro und US-Dollar ist problemlos möglich.

Versorgung im Notfall
Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Für deutsche Staatsangehörige mit palästinensischer Personenkennziffer (ID) und deutschen Staatsangehörigen, die in das palästinensische Bevölkerungsregister eingetragen sind, gelten besondere Vorschriften (siehe unten).

Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: Reisedokumente müssen sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein.

Staatenlose Personen müssen (anstelle eines Reisepasses) im Besitz eines gültigen Fremdenpasses oder Reiseausweises sein, der für ein Jahr gültig ist.

Visum
Deutsche Staatsangehörige, die nach dem 1. Januar 1928 geboren sind, benötigen bis zu einem Aufenthalt von drei Monaten kein Visum.
Deutsche Staatsangehörige, die in der Vergangenheit aus Israel ausgewiesen wurden, sich illegal in Israel aufgehalten haben oder denen die Einreise nach Israel verweigert wurde, müssen vor ihrer Einreise bei einer israelischen Auslandsvertretung oder dem israelischen Innenministerium ihren Fall überprüfen lassen und ein Visum einholen.

Grenzübergänge
Ein Großteil der Reisenden reist über den internationalen Flughafen Ben Gurion, knapp 20 Kilometer südöstlich von Tel Aviv, nach Israel ein. Dort sowie an den Grenzübergängen Taba (nach Ägypten) und Allenby-Brücke (nach Jordanien) erhält jeder Reisende eine Einreisekarte („Border Control Clearance"), die bis zur Ausreise aufbewahrt werden muss. Ein Einreisestempel im Pass wird dann nicht mehr angebracht. Bei der Überquerung von Kontrollpunkten, insbesondere im Westjordanland, sollte die Einreisekarte zur Vermeidung von Schwierigkeiten mitgeführt werden.
Bei der Einreise über den Grenzübergang Yitzhak Rabin und Arava-Aqaba kommt dieses Verfahren noch nicht zum Einsatz. Es sollte darauf geachtet werden, dass ein israelischer Sichtvermerk in den Pass gestempelt wird, der die maximale Aufenthaltsdauer (üblicherweise drei Monate) angibt. Auf Wunsch kann dieser in der Regel auch auf ein separates Papier gestempelt werden, das bis zur Ausreise aufbewahrt werden sollte.
Bei den Grenzübergängen von Eilat nach Ägypten (Taba) und Jordanien (Arava-Aqaba), sowie den Grenzstationen Sheikh Hussein von Israel nach Jordanien und Allenby Bridge vom Westjordanland nach Jordanien kann es immer wieder zu kurzzeitigen Schließungen, bzw. einer Verkürzung der Öffnungszeiten kommen. Vor jüdischen Feiertagen sind die Öffnungszeiten regelmäßig eingeschränkt. Es ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen.

Ein- und Ausreisepraxis
Vorherige Reisen in arabische Staaten oder nach Iran stellen per se kein Einreisehindernis dar.
Sollten im Reisepass Visa arabischer Staaten oder von Iran vorhanden sein, so ist jedoch bei der Einreise mit einer Sicherheitsbefragung durch israelische Sicherheitskräfte zu rechnen (Ausnahme: Jordanien und Ägypten). Dies gilt ebenfalls bei Stempeln/Visa von Malaysia, Indonesien oder dem Sudan. Auch müssen deutsche Staatsangehörige mit auch nur vermuteter arabischer Abstammung oder islamischer Religionszugehörigkeit mit einer Sicherheitsbefragung rechnen.  
Gegebenenfalls empfiehlt sich eine entsprechende Nachfrage bei der israelischen Botschaft in Berlin.

Das israelische Parlament hat am 6. März 2017 ein Gesetz verabschiedet, wonach nicht-israelischen Staatsangehörigen die Einreise nach Israel grundsätzlich verweigert wird, wenn sie öffentlich und wissentlich zum Boykott von Israel aufgerufen oder sich verpflichtet haben, sich an einem solchen Boykott zu beteiligen. Gleiches gilt, wenn sie einer Organisation angehören oder bei einer Einrichtung arbeiten, die zu einem solchen Boykott aufgerufen hat. Hierunter fällt auch der Boykott von Siedlungen im Westjordanland oder Ost-Jerusalem. Diese Regelung betrifft nicht Inhaber einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis für Israel.

Auf die Möglichkeit der Ausstellung eines Zweitpasses durch die zuständige Passbehörde wird hingewiesen. Auch deutsche Staatsangehörige palästinensischer Herkunft müssen mit einer Sicherheitsbefragung und ggf. längeren Wartezeiten rechnen, insbesondere bei der Einreise von Ägypten und Jordanien aus. Eine mehrstündige Sicherheitsbefragung, die bis hin zur Verweigerung der Einreise unmittelbar am Grenzübergang führen kann, ist jederzeit ohne Angaben von Gründen möglich. Die deutsche Botschaft hat in diesen Fällen keine Möglichkeit der Unterstützung.

Bei der Ausreise aus Israel über den Flughafen Ben Gurion finden zeitintensive Sicherheitsüberprüfungen des Gepäcks, sowie Befragungen der Reisenden statt. Es empfiehlt sich, frühzeitig am Flughafen zu erscheinen. Wenn elektrische Geräten, insbesondere Laptop-Computer, durch die israelischen Sicherheitsbehörden für Untersuchungen einbehalten werden, werden sie in der Regel nach ein bis drei Tagen an den Aufenthaltsort des Reisenden nachgesandt.

Flugreisende sollten beachten, dass jede Fluggesellschaft ihre Beförderungsbestimmungen eigenständig festlegt. Das Check- in sowie die Passagier- und Gepäckkontrollen für Flüge nach Israel werden von den Fluggesellschaften unterschiedlich gehandhabt, gegebenenfalls kann es zu zusätzlichen Sicherheitsüberprüfungen und Wartezeiten kommen, die ein frühzeitiges Erscheinen am Flughafen erforderlich machen. Es obliegt jedem Reisenden, sich mit den Beförderungsbedingungen der Fluggesellschaft seiner Wahl vertraut zu machen und seine Reise entsprechend zu planen.

Hinweise für die Einreise von Minderjährigen
Minderjährige unter 16 Jahren, die allein oder in Begleitung eines Elternteils reisen, sollten eine Einverständniserklärung der Eltern/des anderen Elternteils mitführen.

Besondere Hinweise für deutsch-israelische Staatsangehörige, die ihren Wehrdienst in Israel noch nicht abgeleistet haben
Israelische Staatsangehörige und „Permanent Residents" (Inhaber einer Personenkennziffer ohne israelische Staatsangehörigkeit), die ihren Wehrdienst noch nicht abgeleistet und ihren gewöhnlichen Aufenthalt nach Vollendung ihres 16. Lebensjahres aus Israel in ein anderes Land verlegt haben, unterliegen grundsätzlich der israelischen Wehrpflicht, auch wenn sie gleichzeitig die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Nicht-Meldung bei der israelischen Musterungsstelle (israelische Auslandsvertretung) wird als Ordnungswidrigkeit betrachtet. Bei (auch nur besuchsweiser) Einreise wird auf die Musterung verwiesen; eine Ausreise kann nur nach erfolgter Musterung und ggf. erst nach abgeleistetem Wehrdienst wieder erfolgen.

Besondere Hinweise für Deutsche Staatsangehörige mit palästinensischen Personenkennziffern (ID-Nummern)
Deutschen Staatsangehörigen mit palästinensischen Personenkennziffern (ID-Nummern) wird die direkte Einreise nach Israel grundsätzlich verweigert. Eine Einreise in das Westjordanland kann nur über Jordanien, Allenby-Brücke, erfolgen. Die Weiterreise vom Westjordanland nach Israel ist für diese Personengruppe nur mit einer Sondergenehmigung möglich, die vor Ort beantragt werden muss.

Deutsche Staatsangehörige, die gleichzeitig eine palästinensische Personenkennziffer (ID-Nummer) haben, müssen zudem mit ihrem palästinensischen Reisepass einreisen. Sollte dieser nicht mehr vorhanden sein, wird die palästinensische Personenkennziffer von den israelischen Grenzbehörden in den deutschen Reisepass eingetragen und der Reisende aufgefordert, einen palästinensischen Reisepass zu beantragen. Mitunter wird in diesen Fällen die Ausreise verweigert, wenn nicht ein palästinensischer Pass vorgelegt wird. Inhaber einer palästinensischen Personenkennziffer erhalten bei der Einreise über die Allenby-Brücke keine Einreisekarte („Border Control Clearance"), sondern nach wie vor einen Einreisestempel in einen Passierschein oder, falls vorhanden, in den palästinensischen Pass.

Deutsche Staatsangehörige mit palästinensischer ID-Nummer, die über die Allenby-Brücke in das Westjordanland einreisen, müssen mitgeführte Geldmittel (Bargeld, Reiseschecks, Gold), die den Betrag von umgerechnet 2000 Jordanischen Dinar (ca. 2000 EUR) erreichen oder übersteigen, beim israelischen Zoll anmelden. Anmeldeformulare sollen an den Übergängen erhältlich sein. Missachtung kann Geld- oder Gefängnisstrafe nach sich ziehen und das Geld eingezogen werden.

Besondere Hinweise für Ehegatten von Personen (auch Deutschen) mit palästinensischen Personenkennziffern (ID-Nummern)
Die gemeinsame Einreise mit dem palästinensischen Ehegatten über Jordanien, Allenby-Brücke, in das Westjordanland ist nur dann möglich, wenn in der ID der Familienstatus „verheiratet" eingetragen ist. Andernfalls kann die Einreise des Ehepartners des palästinensischen ID-Inhabers verweigert werden. Sobald die israelischen Stellen aber Kenntnis von der Eheschließung mit einer Person mit palästinensischen Personenkennziffern (ID-Nummern) erhalten haben, z.B. durch einen erfolglosen Einreiseversuch an der Allenby-Brücke, kann aber auch die direkte Einreise nach Israel über den Flughafen Ben-Gurion grundsätzlich verweigert werden. Die Änderung der ID muss beim palästinensischen Innenministerium beantragt werden.

Bei einer Weiterreise von Israel nach Jordanien auf dem Landweg
Deutsche Staatsangehörige, die auf dem Landweg von Israel nach Jordanien reisen und dafür den Grenzübergang Aqaba/Yitzhak Rabin (Nähe Eilat) nutzen möchten, benötigen seit Januar 2016 grundsätzlich ein Visum, das sie vor Reiseantritt bei der jordanischen Botschaft in Berlin, der jordanischen Botschaft in Tel Aviv oder dem jordanischen Vertretungsbüro in Ramallah beantragen können. Die Reise- und Sicherheitshinweise für Jordanien enthalten genauere Informationen zu den dortigen Einreisebestimmungen.

Bisher wurde die Änderung der Einreisepraxis noch nicht offiziell von jordanischer Seite bestätigt. Reiseveranstalter bieten weiterhin Ausflüge unter Vermittlung der Grenzabfertigung (gegen Gebühren) an, so dass keine vorherige Visumerteilung, aber die vorherige Übermittlung von Passkopien erforderlich ist. Sollte eine Reise von Israel nach Jordanien auf dem Landweg geplant sein, wird im Zweifelsfall empfohlen, vor Reiseantritt Kontakt mit der jordanischen Botschaft in Tel Aviv oder der Botschaft des Königreichs Jordanien in Berlin, bzw. dem jordanischen Vertretungsbüro in Ramallah aufzunehmen.

Einreise in die Palästinensischen Gebiete (Westjordanland) aus Israel
Grundsätzlich können deutsche Staatsangehörige unter Beachtung der Öffnungszeiten der Übergänge problemlos von Israel in das Westjordanland reisen.
Die Übergänge zu den Palästinensischen Gebieten zwischen Israel und dem Westjordanland, sowie zwischen Jordanien und dem Westjordanland werden von israelischen Behörden kontrolliert und können ohne vorherige Ankündigung geschlossen werden.

Begrenzung des Aufenthalts auf die Palästinensischen Gebiete (Westjordanland) – „PA only" und „Judea & Samaria Permit"-Stempel
Für Personen, die als Reiseziel ausschließlich die Palästinensischen Gebiete angeben, kommt es bei der Einreise nach Israel regelmäßig zu Wartezeiten auf Grund längerer Befragungen. Sie sollten dort auf keinen Fall falsche Angaben machen, da dies regelmäßig zu Einreiseverboten führt. In jüngster Zeit haben israelische Behörden bei Kurzzeitaufenthalten vereinzelt einen sogenannten „PA -only" Stempel im Reisepass angebracht, der den Aufenthalt auf die Palästinensischen Gebiete beschränkt. Eine Ein- und Ausreise über den Flughafen Ben Gurion ist dann nicht möglich und muss über die Allenby-Brücke erfolgen.  Gleiches gilt für den „Judea & Samaria Permit" Stempel, der bei Langzeitaufenthalten auf dem israelischen Visum angebracht wird. Bitte wenden Sie sich an das deutsche Vertretungsbüro in Ramallah für weitere Informationen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Besondere Zollvorschriften

Die Ein- oder Ausfuhr von Geldmitteln (Bargeld, Barschecks, Reiseschecks) im Gegenwert von zusammen 80.000 Schekel muss angemeldet werden. Das entsprechende „Zoll-Formular Nr. 84" kann telefonisch unter +972 2 658 7777 angefordert werden.

Besondere Vorschriften gelten für die Einfuhr von Geldmitteln in die Palästinensischen Gebiete, siehe auch Einreisebestimmungen.

Ein zu touristischen Zwecken eingeführtes Fahrzeug muss zwingend wieder ausgeführt werden. Andernfalls muss das Auto in Israel verzollt werden. Die israelischen Behörden können die Ausreise verweigern, solange sich das Fahrzeug unverzollt in Israel befindet.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Homosexuelle Handlungen von Männern sind in den Palästinensischen Gebieten strafbar. Bisher ist allerdings kein Fall bekannt geworden, in dem Ausländer wegen homosexueller Handlungen strafrechtlich belangt wurden. Schwerer als die strafrechtliche Verfolgung fällt jedoch die gesellschaftliche Diskriminierung ins Gewicht: Homosexualität ist im Westjordanland und im Gazastreifen weiterhin ein soziales und religiöses Tabuthema.

Medizinische Hinweise

Impfschutz
Eine Gelbfieberimpfung ist bei Einreise aus Infektionsgebieten vorgeschrieben. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Gelbfieberimpfung notwendig.

Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe http://www.rki.de).
Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B und Tollwut empfohlen.

HIV / AIDS
Die Prävalenz von weniger als 0,1% der Bevölkerung ist eher gering. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden. Wenn Sie Ihre Gesundheit während Ihres Aufenthaltes nicht gefährden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise:
Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser mit Kohlensäure, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes und abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen wo möglich Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen oder selber Schälen. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen, Einmalhandtücher verwenden.

Weitere Infektionskrankheiten
Einige durch Mücken oder Zecken übertragene Infektionskrankheiten kommen vor, sind insgesamt aber selten (z.B. Leishmaniasis, West-Nile Fieber, Phlebotomus Fieber). Insektenschutz beachten (z. B. Repellentien, Moskitonetz, langärmlige Kleidung).

Medizinische Versorgung
Das Versorgungsniveau in Israel ist gut bis sehr gut, die Notfallversorgung und Entbindungen erfolgen ausschließlich im dafür bestens etablierten staatlichen Gesundheitssystem. In den Palästinensischen Gebieten ist das Versorgungsniveau deutlich eingeschränkt. Krankenwagen dürfen die Grenze zu Israel nicht passieren. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption im Notfall ist empfehlenswert.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe z. B. www.dtg.org oder www.frm-web.de).

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Akkordeon

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Deutschland Ja 1 Ja
Österreich Ja Nein Ja
Schweiz Ja Nein Ja
Andere EU-Länder Ja Nein Ja
Türkei Ja Ja Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig sein.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind für einen touristischen Aufenthalt von bis zu 3 Monaten u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder, die einen Einreisestempel kostenlos bei der Einreise erhalten:

EU-Länder und Schweiz ([1] Deutschland: nur Personen, die nach dem 1. Januar 1928 geboren sind, können visumfrei einreisen).
 

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass mit Lichtbild oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.
Achtung: Minderjährige unter 16 Jahren, die allein oder in Begleitung eines Elternteils reisen, sollten eine Vollmachtserklärung der jeweils nicht mitreisenden Erziehungs- bzw. Aufenthaltsbestimmungsberechtigten mitführen. Außerdem müssen Minderjähre eine Kopie ihrer Geburtsurkunde und die Kopien der Reisepässe ihrer Eltern bzw. ihrer Sorgeberechtigten mit sich führen. 

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Bearbeitungsdauer

Ca. 2-3 Wochen, je nach Nationalität verschieden. Wenn eine Rückfrage in Israel notwendig ist, manche Nationalitäten auch 4-6 Wochen.

Expressbearbeitung in Berlin: 3 Konsulararbeitstage. 

Bei persönlicher Antragstellung am selben Tag möglich.

Gültigkeit

Das Visum ist im Allgemeinen für eine einmalige Einreise innerhalb von drei Monaten gültig. Gerechnet wird ab dem Tag der Visaausstellung.
Das Besuchsvisum berechtigt zu einem Aufenthalt von bis zu drei Monaten ab dem Einreisetag (entscheidend ist der Einreisestempel). Das Transitvisum ist für einen zweitägigen Aufenthalt gültig.

Aufenthaltsverlängerung

Eine Verlängerung ist gegen eine Gebühr möglich, Beantragung bei den Büros des Innenministeriums.

Visaarten und Kosten

Touristen-, Studenten- und Transitvisum.

Kosten

Unterschiedlich je nach Nationalität und Reisezweck, Anfragen an die konsularischen Vertretungen.

Mitreisende Kinder visumpflichtiger Reisender, Deutsche, die vor 1928 geboren sind, und türkische Staatsbürger erhalten das Visum kostenlos bei der konsularischen Vertretung.

Antrag erforderlich

Touristenvisum:
(a) 1 Antragsformular (downloadbar auf der Internetseite der zuständigen diplomatischen Vertretung).
(b) 1 aktuelles Passfoto (5 x 5 cm).
(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist.
(d) Reserviertes Rück- oder Weiterreiseticket.
(e) Gebühr (per Überweisung mit Kopie des Belegs oder bei persönlicher Beantragung per ec-Karte).
(f) Unterkunftsnachweis (Einladung oder Hotelbuchungsbestätigung).
(g) Nachweis ausreichender Geldmittel.
(h) Ggf. Aufenthaltsgenehmigung/Arbeitserlaubnis für Deutschland, Österreich oder die Schweiz, die bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist.
(i) Eine Arbeitsplatzbestätigung / Arbeitslosen- oder Sozialhilfebescheinigung / Rentenbescheid / Studentenbescheinigung mit Finanzierung des studentischen Aufenthaltes (z.B. Bafögbescheinigung, Stipendiennachweis) / o. Ä.
(j) Nur deutsche Staatsbürger, die vor 1928 geboren sind, müssen zusätzlich ein ausgefülltes Erklärungsformular abgeben (betrifft Zugehörigkeit zur NSDAP), downloadbar auf der Internetseite der zuständigen diplomatischen Vertretung.

(k) Nachweis einer Auslandskrankenreiseversicherung.

Geschäftsvisum zusätzlich:
(l) Einladungsschreiben der Firma in Israel.
(m) Entsendungsschreiben der Firma mit genauen Angaben zur Reise und Beschäftigungsnachweis.

Visumbeantragung für mitreisende Kinder:
Falls Kinder mitreisen, gilt für alle Kinder, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben:
(a) Reisepass, Aufenthaltsgenehmigung, Passfoto, Antragsformular und Flugreservierung wie oben.
(b) Kopie der Heiratsurkunde.
(c) Kopie der Geburtsurkunde des Kindes.
(d) Eine von beiden Eltern (oder dem Erziehungsberechtigten) unterschriebene Einverständniserklärung, dass das Kind reisen darf (oder beide Unterschriften auf dem Antragsformular).
(e) Kopie des Reisepasses der Mutter / des Vaters mit erkennbarer Unterschrift - oder Sorgerechtbescheinigung / Scheidungsurkunde, wo das Sorgerecht vermerkt ist.

Bei postalischer Beantragung ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag beizulegen.

Geld

Geldwechsel

Fremdwährungen dürfen nur in hierzu berechtigten Banken und Hotels umgetauscht werden. Der Geldwechsel vor Ort bietet die besten Kurse. Auch am Flughafen gibt es Wechselmöglichkeiten. Nicht ausgegebene Landeswährung sollte vor der Abreise zurückgetauscht werden. Wer die Hotelrechnung oder manche Einkäufe in Fremdwährung bezahlt (vor allem in US-Dollar, Pfund Sterling oder Euro), ist von der Mehrwertsteuer befreit.

Währung

1 Neuer Israelischer Shekel = 100 Agorot. Währungskürzel: NIS, ILS (ISO-Code). Banknoten sind im Wert von 200, 100, 50 und 20 NIS im Umlauf. Münzen im Wert von 10, 5, 2, 1 und ½ NIS sowie 10 Agorot.

Devisenbestimmungen

Einfuhr von Landes- und Fremdwährungen unbegrenzt, es besteht jedoch Deklarationspflicht ab einem Betrag im Gegenwert von 100.000 NIS (Formular 84). Für die Ausfuhr von Landeswährung muss vor der Abreise bei der örtlichen Bank eine Genehmigung eingeholt werden (höhere Beträge nicht empfohlen, da hohe Umtauschkursverluste im Ausland). Ausfuhr von Fremdwährungen in Höhe des bei der Einreise deklarierten Betrages.

Kreditkarten

Internationale Kreditkarten werden in größeren Hotels, Geschäften und Autoverleihfirmen akzeptiert. Weitere Informationen vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Werden häufig angenommen, empfohlen werden US$- und Euro-Reiseschecks.

Öffnungszeiten der Bank

So-Do 08.30-12.00, So, Di, Do + So 16.00-18.00 Uhr. Am Tag vor einem jüdischen Feiertag ist meist nur vormittags geöffnet. Die Banken um Ben Gurion Flughafen sind durchgängig geöffnet.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel dürfen im Handgepäck zollfrei nach Israel eingeführt werden:

200 Zigaretten oder 250 g Tabakwaren (Personen ab 18 J.);
1 l Spirituosen (Personen ab 18 J.);
2 l Wein (Personen ab 18 J.);
250 ml Parfüm oder Eau de Cologne;
Geschenke bis zum Wert von 200 US$ (außer alkoholischen Getränken, Tabakwaren, Aufnahmegeräten, Kameras, Fernsehgeräten), davon maximal 3 kg Lebensmittel (einzelne Lebensmittel dürfen 1 kg nicht überschreiten).

Verbotene Importe

Blumen, Pflanzen Samen, Frischfleisch, frischem Obst und Gemüse Medikamente ohne Rezept, Drogen, Klappmesser und Dolche.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Israel, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2013-11, 2009-10
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Israel - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 29.03.2018 (Unverändert gültig seit: 28.03.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 29.03.2018 (Unverändert gültig seit: 28.03.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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