Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Malediven

Steckbrief

Malediven - Fakten

Ländername Republik Malediven (Republic of Maldives)
Klima tropisch mit relativ hoher Luftfeuchtigkeit, keine Jahreszeiten, sondern Monsunzeiten (Nordost-Monsun von November bis März, Südwest-Monsun von Juni bis Ende August); Jahresniederschlag 2100 mm, durchschnittliche Mindesttemperatur 25,5°C, durchschnittliche Höchsttemperatur 30,4°C
Beste Reisezeit Januar, Februar, März, April, Juli, August, November, Dezember
Lage Inselstaat im Indischen Ozean, süd-westlich der Südspitze des indischen Subkontinents gelegen, bestehend aus einzelnen Inselgruppen (Atollen) mit insgesamt rund 1.190 Inseln, ausgedehnt über rund 750 km Länge und 120 km Breite; etwa 200 der meist kleinen Eilande werden von Einheimischen bewohnt, weitere 88 touristisch genutzt.Die beiden wichtigsten Atolle sind das Nord-Malé Atoll (mit der Hauptstadt Malé auf der gleichnamigen Insel, der Insel Hulule mit dem internationalen Flughafen, sowie bedeutenden Touristeninseln) und das Addu-Atoll mit dem ehemaligen britischen Luftwaffen-Stützpunkt Gan.
Fläche 298 km2
Hauptstadt Malé, 129.381 Einwohner (2014)
Bevölkerung 370.000 Einwohner (2016), Bevölkerungswachstum: +7,55% (von 2014 auf 2016)
Sprache Dhivehi, verwandt mit dem alt-singhalesischen Elu; stark mit arabischen Fremdwörtern angereichert; Englisch ist in der Führungsschicht und in der Geschäftswelt allgemein verbreitet.
Religion Islam
Nationaltag 26. Juli
Unabhängigkeit 26. Juli 1965
Staats-/Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Präsident Abdulla Yameen Abdul Gayoom (seit 17. November 2013)
Regierungschef Abdulla Yameen
Außenminister Dr. Mohamed Asim (seit 13. Juli 2016)
Parlament Das Parlament (People's Majlis) besteht aus 85 in Direktwahl gewählten Abgeordneten.
Währung Maledivische Rufiyaa (Stand Februar 2018: 1 Euro = etwa 18,79 MVR)
Zeitzone MEZ + 4h
Stromnetz 220 V/ 50 Hz (britischer Stecker)
Reiseadapter A, D, G, J, K, L
Kfz-Länderkennzeichen MV
ISO-3166 MV, MDV
Internet-TLD .mv
Landesvorwahl +960
Reisepass & Visum Notwendig

Geographie

19 Atolle mit 1087 Koralleninseln (davon 220 bewohnt) umfasst die Inselrepublik im Indischen Ozean. Keine der Inseln ist größer als 13 km², einige Atolle besitzen Tiefwasserlagunen. Die Höhe der Atolle liegt in der Regel unter 2,5 m. Bei tropischem Klima bringt vorwiegend der Südwestmonsun (April–September) hohe Niederschläge, während des Nordostmonsuns von Dezember bis April ist es relativ trocken.

Politik und Bevölkerung

Nach der Verfassung (1968) der Präsidialrepublik werden Parlament und Staatsoberhaupt vom Volk gewählt, dabei standen erstmals 2008 mehrere Kandidaten zur Wahl. Politische Parteien sind erst seit 2005 zugelassen. Der Islam ist Staatsreligion. Nach ihrer Herkunft werden in dem Mischvolk 40 % Singhalesen, 30 % Draviden und 30 % Araber unterschieden.

Geschichte

Zwischen Afrika, Vorderasien und Indien gelegen, war die kleine Inselgruppe unterschiedlichen Einwanderungswellen und kulturellen Einflüssen ausgesetzt. 1887–1965 waren die Malediven britisches Protektorat. Trotz eines offiziellen Schutzvertrages ließen die Protektoratsherren die innere Autonomie weitgehend unangetastet. Administrativ wurden die Malediven der britischen Kronkolonie Ceylon zugeordnet. Nach deren Unabhängigkeit war die Inselrepublik London direkt unterstellt.

Malediven - Geschichte

4./5. Jh. v. Chr. Tamilen aus Indien besiedeln die Inseln, Einwanderer aus Sri Lanka bringen später den Buddhismus auf den Archipel
2. Jh. n. Chr. Ptolemäus erwähnt Inseln, die Ähnlichkeit mit den Malediven aufweisen
8./9. Jh. Auf dem Weg nach Asien zerschellen etliche phönizische Schiffe an den Riffen
11./12. Jh. Arabische Reisende berichten von den Malediven
Um 1100 Der Araber Yusuf-al-Barbary bringt den Islam auf die Malediven
1153 Mit dem Islam beginnt eine neue Zeitrechnung. Erster Sultan wird Mohammed Ibn Abdullah
Um 1340 Der arabische Reisende Ibn Battuta lebt zwei Jahre auf den Malediven
1558 Portugiesen übernehmen die Macht und werden 1573 wieder vertrieben
1939-45 Im Addu-Atoll dürfen die Briten eine Luftwaffenbasis errichten
1.1.1953 Einführung der Demokratie; erster Präsident: Amin Didi
1954 Amin Didi wird erschossen
26.7.1965 England entlässt die Malediven in die Unabhängigkeit
1972 Das erste Touristenresort (Kurumba) wird eröffnet
2004 Am 26. Dez. löst ein Seebeben einen Tsunami aus, der auch die Malediven trifft
2008 Präsident Abdul Gayoom wird durch Mohamed Nasheed abgelöst
2012 Nach Nasheeds Rücktritt wird Mohammed Waheed Hassan Regierungschef
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Die Bundesrepublik Deutschland unterhält in Male' (38, Orchid Magu | Tel. 3323080) ein Honorarkonsulat. Österreichischen Staatsbürgern hilft man in Male' bei Universal Enterprises Ltd. (39, Orchid Magu | Tel. 3322971). Für Schweizer ist das Schweizer Konsulat in Colombo (Sri Lanka) zuständig: 63, Gregory's Road | Colombo 7 | Tel. 00941 12695117 | col.vertretung@eda.admin.ch.

Notruf

Die Polizei ist in Male' stationiert und reist bei Bedarf im Boot an. Ansprechpartner in Notfällen ist die Hotel- bzw. Reiseleitung. Nur wenige Polizeibeamte sprechen Englisch.

Internet

Der umfangreichste deutsche Internetauftritt ist www.visitmaldives.de - die offizielle Internetseite des Maledivischen Tourismusbüros. Hier findet man Kurzbeschreibungen aller Inseln und Tipps für die Vorbereitung einer Malediven-Reise. Unter den vielen mehr oder weniger privaten Homepages zu den Malediven sticht besonders die Seite www.malediven.at hervor, die sehr ausführlich über die einzelnen Touristenresorts berichtet und auch Wissenswertes über Land und Leute sowie ein Forum enthält.

Auf einigen Inseln gibt es Webcams, die aktuelle Bilder z. B. vom Wetter bieten. Eine Auflistung finden Sie unter www.webcamgalore.com.

Internetcafés & Wlan

Fast alle Inseln bieten drahtlose WLAN-Hotspots, WiFi genannt, zumindest in den public areas wie Bar, Bibliothek oder Rezeption, oft auch im Zimmer. Der Zugang zu Mails und zum Internet ist in den meisten Fällen sogar kostenlos.

Post

In Male' befindet sich am westlichen Ende des Marine Drive das Hauptpostamt (So-Do 8.15-21, Fr 15-21, Sa 9.15-21 Uhr). Post können Sie selbstverständlich an der Hotelrezeption abgeben. Dort erhalten Sie auch (z.T. sehr dekorative) Briefmarken. Postkarten und Briefe (Luftpost) kosten 10-12 Ruffiya. Die Laufzeit nach Europa beträgt 8-14 Tage.

Telefon & Handy

Mittlerweile sind auch die abgelegenen Atolle handytechnisch erschlossen, nur: Das mobile Telefonieren hat seinen Preis. Minutenpreise von 8-12 Euro sind üblich, da es mit Dhiraagu und Wataniya nur zwei Telefongesellschaften gibt. Tipp: Anrufen lassen, das kostet "nur" 2-4 Euro pro Minute. Prepaidkarten funktionieren nicht. Die Mailbox sollten Sie zu Hause ausschalten, weil sonst das Gespräch zuerst auf die Malediven und bei Nichterreichbarkeit wieder zurück nach Deutschland geht. Allerdings sind auch Telefonate vom Festnetz nicht billig; rechnen Sie mit ca. 5 Euro/Min. Am günstigsten sind Telefonkarten, die man auf Einheimischeninseln erhält und mit denen Sie dort auch von Telefonzellen aus anrufen können. Anrufe mit Skype (www.skype.de) sind zzt. nur zwischen Skype-Teilnehmern möglich, Anrufe auf ein Festnetztelefon auf den Malediven derzeit noch nicht.

Vorwahl für die Malediven 00960, für Deutschland 0049, für Österreich 0043, für die Schweiz 0041.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Mit den Festivitäten auf den Malediven ist das so eine Sache: Finden sie statt, sind die meisten Touristen auf ihren Hotelinseln und bekommen in aller Regel gar nichts davon mit. Denn die größten Feste - wie das ausgiebig gefeierte Fastenbrechen nach dem Fastenmonat Ramadan - finden abends nach Sonnenuntergang statt. Dann eine Einheimischeninsel zu besuchen, ist erstens (zumindest offiziell) nur in Ausnahmefällen gestattet und zweitens findet man kaum einen Dhonikapitän, der sich bei Dunkelheit durch die gefährlichen Untiefen traut.Anders sieht es Ende Juli mit dem Independence Day, dem "Tag der Unabhängigkeit" aus. Dann kann man einen Besuch von Male' oder einer Einheimischeninsel damit verbinden, die bunten Paraden zu beobachten oder den kleinen Rummelplatz auf Male' zu besuchen. Ähnliches geschieht am 3. November, dem Tag des Sieges über die Portugiesen im Jahre 1573.Grundsätzlich gilt - wie in allen islamischen Ländern - der Freitag als Feiertag. Behörden und Schulen sind dann geschlossen, in Male' auch viele Geschäfte sowie Banken und die Post. Da Touristen auch an Freitagen nach Male' kommen, beschränken sich manche Geschäftsinhaber auf die Ladenschließung während der Gebetszeiten. An der Ladentüre hängt dann ein Schild "Closed for praying time".Auf manchen Hotelinseln können sich freitags u. U. sogar die Essenszeiten verschieben, da das Servicepersonal selbstverständlich ebenfalls zum Gebet (in die Moschee) geht.

Religiöse Festtage

Allgemein

Der islamische Kalender rechnet nach Mondmonaten und Mondjahren. Die im Folgenden genannten Termine können sich um bis zu ein oder zwei Tage verschieben, da die Sichtung des Neumondes eine entscheidende Rolle spielt:

30. Sept. 2017, 20. Sept. 2018

Ashura-Fest (Fasten- und Rettungstag des Propheten Moses)

30. Nov./ 01. Dez. 2017, 19./20. Nov. 2018

Mevlid (Geburtstag des Propheten Mohammed)

27. Mai 2017, 16. Mai 2018

Ramadan: Beginn des Fastenmonats; die Fastenpflicht betrifft alle Muslime ab der Geschlechtsreife, vor diesem Zeitpunkt können Kinder freiwillig fasten. Das Fasten beginnt täglich bei der Morgendämmerung und endet mit dem Sonnenuntergang. Während dieser Zeit ist es den Gläubigen nicht erlaubt zu essen, zu trinken, zu rauchen oder Geschlechtsverkehr zu haben. Alte, kranke und schwache Menschen sowie Reisende, Schwangere, Wöchnerinnen und menstruierende Frauen sind von der Fastenpflicht allerdings befreit.

25.-27 Juni 2017, 15.-17. Juni 2018

Fest des Fastenbrechens (drei Tage): Ende des Fastenmonats, was mit ausgiebigen Festmahlen und gemeinsam mit Freunden und Verwandten gefeiert wird.

1.-4. Sept. 2017, 21.-24. August 2018

Opferfest: Gemeinsam mit dem Fest des Fastenbrechens ist das Opferfest das wichtigste Fest der islamischen Welt und für alle islamischen Glaubensrichtungen verbindlich. Beim Opferfest wird des Propheten Ibrahim gedacht, der einst die göttliche Probe bestanden hatte und Allah seinen Sohn Isaak opfern wollte.

21. Sept. 2017, 11. Sept. 2017

Islamisches Neujahrsfest (1435 n. H.; d.h. nach der Auswanderung des Propheten Muhammad von Mekka nach Medina im Jahre 622 n. Ch., dem Beginn der islamischen Zeitrechnung)

Offizielle Feiertage

1./2. Januar Neujahrsfest
25. Januar Huravee-Fest im Gedenken an einen maledivischen Nationalhelden, der erfolgreich die Gegenwehr gegen die portugiesischen Besatzer organisierte
26./27. Juli Independence Day
3. November Tag des Sieges über die Portugiesen
11./12. Dezember Tag der Republik
Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Das liegt nicht zuletzt darin begründet, dass abgesehen vom Fisch alles andere für teures Geld auf dem Luftweg importiert werden muss: Käse und andere Milchprodukte aus Dubai, Fleisch aus Australien und Neuseeland, Halbfertigprodukte aus Europa. Deshalb ist es erstaunlich, was manche Köche zustande bringen. Auch die traditionelle maledivische Küche ist eher bodenständig. Die Hauptzutat ist Fisch, der für die einheimische Bevölkerung das Grundnahrungsmittel und entsprechend preisgünstig ist. Deshalb freuen sich vor allem Liebhaber von Meeresfrüchten über gegrillten Thunfisch, über gebratenen Red Snapper (eine Art Rotbarsch) oder über eine köstliche Makrele. Beliebt ist auch Seezunge (fillet of sole). Überraschend gut schmeckt ein Fischgulasch (Mas Riha), wozu das Fleisch des Bonito, einer Thunfischart, verwendet wird. Relativ teuer sind Krustentiere wie Hummer, Langusten und Krebse, die ebenfalls zum Großteil importiert werden müssen, da der Verbrauch nicht durch eigenen Fang vor Ort gedeckt werden kann. Als Beilagen werden zumeist Reis, Nudeln oder Kartoffeln in verschiedenen Variationen gereicht. Vielerlei Nudelgerichte gibt es naturgemäß auf den Inseln, die von italienischen Reiseveranstaltern bedient werden.

Kaum zu verleugnen sind die indischen Einflüsse auf die maledivische Küche: Gekocht wird mit Gewürzen, die vorwiegend aus der Küche des nahen Subkontinents stammen. Scharf gewürzte Curries - ob mit Geflügel, Rindfleisch oder Fisch - sind eine willkommene Bereicherung des Speiseplans. Ein traditionelles maledivisches Gericht ist Garudiya, eine Art Fischsuppe: Verschiedene Fischsorten werden in Stücke geschnitten, mit Zitronensaft beträufelt und mit Zwiebeln in Salzwasser gekocht. Dazu wird Reis oder das typische maledivische Fladenbrot (roschi) serviert. Eine andere maledivische Spezialität ist Hiki mas, getrockneter Fisch - freilich nicht jedermanns Geschmack. Ein Tipp für den Fall, dass Sie der Hauptstadtinsel Male' einen Besuch abstatten: Rund um die Fischmarkthalle gibt es ein paar kleine Restaurants (Tea Shops), in denen vorzügliches maledivisches Essen serviert wird.

Auf den Hotelinseln hat die internationale Küche Einzug gehalten. Die Zeiten, da mittags Fisch mit Reis und abends Reis mit Fisch auf der Speisekarte standen, sind vorbei. Das Frühstück wird zumeist in Form eines reichhaltigen Büfetts angeboten und entspricht den Essgewohnheiten der Gäste. Brot, Toast, Marmelade, Wurst, Käse und Eier in verschiedenen Variationen gehören heute zu den Selbstverständlichkeiten, Kaffee oder Tee und frisch gepresste Fruchtsäfte ebenso. Vielfach wird auch das Mittag- und Abendessen als Büfett angeboten, à la carte ist eher die Ausnahme. Ein Tipp: Buchen Sie - wenn möglich - nur Halbpension. Bei den tropischen Temperaturen ist das Hungergefühl vor allem nach einem ausgedehnten Frühstück eher gering. Für den kleinen Hunger gibt es auf jeder Hotelinsel eine Cafeteria, in der zwischen den Hauptmahlzeiten kleine Gerichte wie Pizza, Spaghetti oder Sandwiches serviert werden. Köstlich ist das Obst, das es auf den Malediven gibt: Bananen, Papayas, Mangos und natürlich Kokosnüsse wachsen auf den Inseln selbst, Orangen müssen importiert werden.

Vielfach wird jetzt auch All-inclusive angeboten, dann sind sämtliche Speisen zu jeder Tageszeit sowie auf einigen Inseln auch alkoholische Getränke (z. B. der Tischwein zum Abendessen) im einmal gezahlten Preis enthalten. Sonderwünsche (z. B. Hummer) müssen jedoch extra bezahlt werden.

Und was trinkt man auf den Malediven? Wasser natürlich, das auf den meisten Hotelinseln durch Meerwasserentsalzungsanlagen hergestellt oder auch aus Sri Lanka importiert wird. Dann ist es allerdings recht teuer, denn eine 1,5-Liter-Flasche Trinkwasser kostet ca. 3 Euro.

Alkoholische Getränke gibt es, dem Alkoholverbot des Islam entsprechend, ausschließlich auf den Hotelinseln, und sie sind recht teuer: 3,50 Euro für ein Bier vom Fass (0,3 l) muss man einkalkulieren, auf einigen wenigen Inseln gibt es neben belgischen oder niederländischen sogar deutsche Biere wie Erdinger Weißbier (0,5 l ca. 7 Euro) oder Bitburger (0,3 l ca. 6 Euro). Wein ist noch teurer, wobei die Auswahl vor allem auf den Inseln der gehobenen Kategorie bisweilen erstaunlich ist. So leistet sich z. B. die Hotelinsel Sonevafushi im Baa-Atoll den Luxus eines eigenen, in den Korallenstock gegrabenen Weinkellers, in dem sogar Spitzenweine aus Frankreich gelagert werden. Und jede Hotelinsel hat mindestens eine Bar, in der alle international bekannten Cocktails und Longdrinks (ab ca. 10 Euro) gemixt werden. Softdrinks wie Coca Cola, Sprite und Tonic (ca. 3 Euro) gibt's in Dosen oder Flaschen. Als Nationalgetränk gilt der Tee (Sai).

Trinkgeld

Faustregel: Pro Woche Aufenthalt ist ein Trinkgeld in Höhe von US $ 5-10 angemessen, jeweils für den Restaurantkellner sowie den Roomboy. Bei gutem Service ist ein höherer Betrag immer willkommen.

Einkaufen und Shoppen

Die Malediven sind alles - bloß kein Paradies für Souvenirjäger. Das meiste, was man in den Andenkenshops auf den Hotelinseln erhält, trägt die Aufschrift "Made in China", was darauf zurückzuführen ist, dass es auf den Einheimischeninseln keine Produktion gibt. Und weil die Souvenirs importiert werden müssen, sind sie entsprechend teuer. Wenn Sie eine Einheimischeninsel besuchen, finden Sie auch hier Souvenirgeschäfte - der Unterschied zu jenen auf den Hotelinseln liegt im Preis. Außer hübschen und vor allem wirklich auf den Malediven hergestellten Reiseandenken gibt es hier aber auch Dinge des täglichen Bedarfs (Sonnenschutzmittel, Zahnpasta, Rasierzeug usw.) zu günstigen Preisen.

Auf dem Flughafen Hulule gibt es eine zollfreie Shoppingmeile mit etlichen Geschäften. Elektronische Geräte wie auch Kameras sind hier unter Umständen preiswerter als in Europa, bedenken Sie jedoch die Freigrenzen bei der Einfuhr. Parfüm, alkoholische Getränke und Tabakwaren sind hier billiger zu erwerben.

Briefmarken

Philatelisten erhalten im Postamt von Male' (Majeedi Magu/Chandani Magu | Sa-Do 9-12 und 16-18 Uhr) postfrische Sätze der großen, bunten maledivischen Briefmarken.

Gewürze

Auf Male' lohnt der Obst- und Gemüsemarkt einen Besuch; Hobbyköche werden hier auf der Suche nach exotischen Gewürzen fündig. Safran, das wohl kostbarste Gewürz der Welt, ist hier erschwinglich, günstig sind Currymischungen für Fisch und Huhn oder gerebelter Chili.

Korallen & Co

Die Malediver verstehen sich auf die Herstellung hübscher Souvenirs aus Korallen. Besonders beliebt ist dabei die Schwarze Koralle, die allerdings seit Jahren auf der Liste des Washingtoner Artenschutzabkommens steht und geschützt ist. Streng genommen darf man sie nicht pflücken, allerhöchstens sammeln, wenn sie am Strand angeschwemmt wird. Denken Sie daran, dass bei der Wiedereinreise in EU-Staaten u. U. von Ihnen verlangt wird, die legale Herkunft Ihrer erworbenen Schmuckstücke nachzuweisen.

Das gilt auch für Schildkrötenpanzer. Wer einmal gesehen hat, wie einer Schildkröte bei lebendigem Leibe der Panzer abgezogen wird, dem dürfte die Lust an Andenken aus diesem Material ohnehin vergangen sein. Außerdem steht auch die Karettschildkröte unter dem Schutz des Artenabkommens. Auch Haie werden durch maledivische wie auch internationale Gesetze geschützt, ihr Fang ist grundsätzlich verboten. Dennoch gibt es Geschäfte, in denen Haifischgebisse als Deko-Objekte feilgeboten werden. Verzichten Sie bitte auf den Kauf derartiger Souvenirs!

Einen Besuch der Hauptstadt Male" kann man auch gut zum Einkauf von Souvenirs nutzen. Nahe der großen Freitagsmoschee finden Sie zahlreiche Geschäfte, in denen neben mehr oder weniger qualitätsvollen Textilien auch Schnorchel- und Tauchausrüstung sowie Badebekleidung angeboten werden. Die Preise entsprechen europäischem Niveau, Handeln ist z. T. bei größeren Einkäufen möglich. Auf den Einheimischeninseln werden Muscheln und Schnecken als Souvenirs angeboten. Auch hier gilt Vorsicht, denn die besonders hübsche Kauri-Schnecke, einst ein über die Malediven weit hinaus gültiges Zahlungsmittel, steht ebenfalls unter besonderem Schutz. Leere Muscheln dienen schließlich Krebsen und anderen Kleintieren als Unterschlupf.

Kunsthandwerk

Schauen Sie sich doch besser nach anderen Andenken um, z. B. nach den handgefertigten Dhoni-Modellen (die für die Malediven typischen Boote) aus Palmenholz. Sie werden ohne Klebstoff zusammengefügt. Hübsch sind auch die bemalten und aus Palmenholz gefertigten Dosen mit traditionellen Mustern, die auf den Inseln im Süden der Malediven gemacht werden. Wenn Sie die Malediven im November besuchen, sollten Sie einen Besuch des alljährlich abgehaltenen, zweiwöchigen Kunstgewerbemarkts in der Iskander-Schule auf Male' nicht versäumen.

Öffnungszeiten

Der Freitag gilt Muslimen als Feiertag. An diesem Tag ruht nahezu das gesamte öffentliche Leben, Behörden und andere staatliche Einrichtungen sind geschlossen. Auch während des Fastenmonats Ramadan sind die Öffnungszeiten eingeschränkt. Geschäfte in Male': tgl. 8-21, Fr bis ca. 14 Uhr geschl.; Banken: Mo-Do 8-13.30 Uhr; Behörden: Mo-Do 7-13.30 Uhr

FKK

Der Islam ist Staatsreligion, womit sich die Frage nach Nacktbaden von selbst erledigt. Selbst oben ohne wird nicht geduldet; es drohen saftige Geldstrafen (ca. 1000 US $).

Spezialitäten

Alui diese Süßkartoffeln sind eine beliebte Beilage zu allen Fischgerichten
Garudiya Fischsuppe aus verschiedenen Fischsorten, mit Zwiebeln und Zitrone in Salzwasser gekocht
Gulhi bokibaa zum Dessert oder auch zwischendurch isst man auf den Malediven diesen süßen, mit vielen Gewürzen verfeinerten Kuchen
Hiki mas getrocknete Fischstücke
Huni mas getrocknete, geraspelte Fischstücke
Kastad stark gesüßter Pudding, der seinen Namen von der zugegebenen Vanillesoße (Englisch custard) erhielt
Keemia aus Reis, Gewürzen und Fisch geformte, kleine Röllchen
Keyku ein süßer und locker gebackener Kuchen, den man gern als Dessert serviert
Kurumba das köstlich erfrischende Wasser der halbreifen Kokosnuss. Kurumba kann man direkt aus der Nuss trinken
Mas finohu Sammelbezeichnung für diverse Gerichte mit gekochtem, gebratenem oder gegrilltem Fisch
Mas Riha Fischgulasch, das ähnlich wie ein europäisches Gulasch mit Paprika zubereitet wird
Massuni Salat aus getrocknetem Thunfisch, mit Zwiebeln, Kokosflocken und etwas Öl vermischt
Riha Fisch in Currysoße, wobei man unter Curry eine aus vielen verschiedenen Gewürzen bestehende Mischung versteht
Riha hakuru maledivische Fischsoße, als Würzmittel sehr beliebt
Roschi maledivisches Fladenbrot, eine traditionelle Beilage zu Fischgerichten
Sai Tee, das Nationalgetränk der Malediver. Wie ihre Nachbarn in Indien und Sri Lanka trinken auch die Malediver gern schwarzen Tee. Als stark gesüßter Tee heißt er kalu sai
Stichworte

Abgetaucht

Politiker tauchen ja bisweilen gerne ab, wenn die Lage unübersichtlich wird. Die maledivische Regierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Mohamed Nasheed nahm diese Redewendung am 17. Oktober 2009 wörtlich: Eine halbe Stunde lang tagte das Kabinett medienwirksam in 6 m Tiefe vor der Insel Girifushi im Nord-Male"-Atoll. In schwarzen Taucheranzügen unterzeichneten die 13 Kabinettsmitglieder - natürlich mit wasserfesten Stiften - auf dem Meeresboden eine Resolution, in der sie die internationale Staatengemeinschaft aufforderten, den CO2-Ausstoß baldmöglichst zu verringern. Das ist notwendig, weil die nur maximal 2,50 m über dem Meeresspiegel liegenden Inseln konkret vom Untergang bedroht sind, wenn der Klimawandel und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels nicht schnell gestoppt werden. Auch unter Nasheeds Nachfolger Mohammed Waheed Hassan wollen die Malediven 2020 als erstes Land der Erde klimaneutral werden, das heißt, kein CO2 mehr produzieren.

Bevölkerung

Die Malediver sind von singhalesischen, arabischen, malaiischen und afrikanischen Ethnien geprägt. Die meisten haben eine hellbraune Hautfarbe und eine schlanke, zierliche Statur. Malediver lachen gern, sind gastfreundlich, zuweilen neugierig, die Frauen eher zurückhaltend. Eine typische Eigenschaft ist die Gabe, selbst in Stresssituationen gelassen zu bleiben. Insha' Allah, gesprochen Inschallah ("So Gott will!"), ist ein beliebter Ausdruck, wenn man demjenigen etwas überlassen will, der die Geschicke lenkt. Auf den offiziell 220 von Einheimischen bewohnten Inseln leben je 200 bis 6000, insgesamt ca. 329000 Menschen. Die Bevölkerungsdichte täuscht aber, denn auf den nur 5,7 km2 großen Hauptstadtinseln drängen sich allein etwa 135000 Menschen - das ist mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Male' ist damit die am dichtesten besiedelte Hauptstadt der Erde. Viele junge Malediver zieht es in die Hauptstadt, da es hier bessere Arbeitsmöglichkeiten gibt.

Dhonis

Das Dhoni ist das traditionelle Verkehrsmittel der Malediven, selbst größere Entfernungen werden mit diesen Booten, die der arabischen Dhau ähneln, überwunden. Die Bauform blieb über die Jahrhunderte hinweg fast unverändert, allerdings wurde der Rumpf mit dem Einbau von Dieselmotoren schlanker. Es gibt Segel- und Motordhonis, erstere erkennt man am trapezförmigen Lateinersegel. Doch findet man unterschiedliche Bauarten für Dhonis, die nur innerhalb der Atollringe verkehren, und für andere, mit denen der Verkehr zwischen den Atollen sichergestellt wird. Die Bootsbauer auf der Insel Alifushi im Raa-Atoll stehen im Ruf, die besten Dhonis der Malediven zu bauen, Werften findet man aber auf allen Einheimischeninseln. Auf Touristeninseln werden motorbetriebene Dhonis eingesetzt, um z.B. Taucher zu Unterwasserrevieren zu transportieren.

Flora und Fauna

Die Pflanzenwelt der Malediven ist mit Ausnahme der südlichsten Atolle spärlich. Die Kokospalme stellt eine unentbehrliche Rohstoff- und Nahrungsquelle dar und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie gilt als Lebensbaum der Malediver. Die Nüsse - pro Jahr trägt eine Palme bis zu 90 Früchte - enthalten in halbreifem Zustand ein Fruchtwasser, das als erfrischendes Getränk beliebt ist. Nach und nach verdickt sich dieses Fruchtwasser zu Fruchtfleisch, das nach der Ernte herausgeschält, geraspelt und getrocknet wird und dann als Kopra exportiert wird - ein Grundstoff z. B. für die kosmetische Industrie. Die getrockneten Schalen sind ein billiger Brennstoff. Die Blätter der Kokospalme werden als Dachabdeckung beim Hausbau, die Stämme beim Schiffbau verwendet.

Weitere Palmen sind die Schrauben-, die Betelnuss- und die Nipapalme. Unter den wenigen Baumarten finden sich der Brotfrucht-, der Banyan- und der Mangobaum. Zu den wichtigsten Früchtelieferanten zählen Banane und Papaya, weitere Nutzpflanzen sind Süßkartoffel, Maniok und Taro sowie Mais und Hirse. Auf einigen Inseln, vor allem solchen, die in der Nähe von Hotelresorts liegen, wird Gemüse angebaut, wenn auch in bescheidenem Umfang. Auch der Reisanbau spielt nur eine geringe Rolle und kann den Eigenbedarf nicht decken.

Die geringe Artenvielfalt der Pflanzen bringt es mit sich, dass auf den Inseln nur wenige Landtiere leben. Auf einigen Inseln gibt es wilde Kaninchen und Palmhörnchen, wobei Letztere eher unbeliebt sind: Sie laufen nachts auf den Palmdächern hin und her und bringen die Hausbewohner um den Schlaf. Beliebt sind dagegen die Geckos, kleine Echsen, die Ungeziefer jeder Art als ihre Leibspeise betrachten. Zur Gattung der Fledermäuse zählen die Fliegenden Hunde, die man erst in den Abend- und Nachtstunden bemerkt. Tagsüber halten sie sich kopfüber schlafend in den Bäumen auf.

Am frühen Abend und nachts wird es an den Stränden lebendig. Mit etwas Geduld können Sie beobachten, wie die Sandkrabben das Höhlensystem anlegen, in dem sie tagsüber leben. Um den Sand wegzuschaufeln, bedienen sie sich ihrer Hinterbeine, zuvor graben sie mit den vorderen Zangen den Höhleneingang.

Durch die spezifische Bebauung der Inseln gelang es, die Moskitoplage in den Griff zu bekommen. Man legte je eine breite Straße an, die die Insel in der Hauptwindrichtung durchzieht. Das hat zur Folge, dass auch die Moskitos diesen Weg nehmen. Nur bisweilen werden sie lästig, weshalb Sie sich abends mit entsprechender Kleidung wappnen sollten.

Folklore

Unverkennbar sind die arabischen und afrikanischen Einflüsse, die Zuwanderer auf die Malediven mitbrachten. Boduberu (große Trommel) heißt die traditionelle Unterhaltung. Dabei begleiten drei Trommler den Wechselgesang zwischen einem Vorsänger und einem Chor (dann ist es ein Baburu Lawa, übersetzt "Negergesang"). Während diese Art der Unterhaltung Männern vorbehalten ist, wird die Bandiyaa Dschehun nur von jungen Frauen vorgeführt. Dabei werden die Finger rhythmisch gegen Metallgefäße geschlagen. Eine Variante davon ist der Dandi Dschehun, bei dem sich die Tänzerinnen in zwei Reihen gegenüberstehen und den Rhythmus mit Stöcken schlagen.

Geografisches

Die Malediven sind von Frankfurt/M. ca. 7880 km entfernt und erstrecken sich auf einer Länge von 871 km in Nord-Süd-Richtung. Die geografische Lage entspricht 7 Grad nördlicher und 1 Grad südlicher Breite sowie dem 72. und dem 74. Grad östlicher Länge. Der Äquator verläuft zwischen dem Gaafu-Alifu-Atoll und dem Gnyaviani-Atoll im Süden. Zwischen dem Indischen Subkontinent und den Malediven beträgt die größte Entfernung 360 km, nach Sri Lanka sind es 770 km. Nähme man die Fläche aller Inseln zusammen, ergäbe das nur etwa 298 km2 - weniger als die Fläche Münchens ...

Klima

Die Malediven sind ein Ganzjahresreiseziel, die Temperaturunterschiede halten sich übers Jahr hinweg in engen Grenzen. Bestimmend ist der Monsunwind, der von April bis Oktober aus südwestlicher, in der übrigen Zeit aus nordöstlicher Richtung weht. Unangenehm kann er in der Zeit des Wechsels (Mai/Juni und Sept./Okt.) werden, dann gibt es manchmal auch Stürme mit starken Regenfällen. Am heißesten ist es mit Temperaturen bis zu 33 Grad im April und Mai; allerdings macht eine beständige Brise auch solche Werte erträglich. Der Unterschied zu den "kältesten" Monaten (Nov.-Feb.) beträgt nur 2 Grad. Ebenfalls gering ist der Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperaturen, er bewegt sich bei 3 Grad. Eine Regenzeit gibt es auf den Malediven nicht. Konstant sind auch die Wassertemperaturen, die während des ganzen Jahres bei 28/29 Grad liegen.

Naturschutz

Seit es westlich von Male' eine zentrale Müllverbrennungsanlage gibt und die Betreiber von Hotelinseln verpflichtet wurden, eigene Müllverbrennungsöfen zu installieren, scheint das Problem einigermaßen gelöst. Trotzdem: Jeder Reisende kann zur Müllvermeidung beitragen (das beginnt beim Bier vom Fass und nicht aus der Dose). Neue Resorts werden nur noch unter strenger Beachtung von Umweltauflagen genehmigt, bestehende zu entsprechenden Umbauten gezwungen. Die Gewinnung von Trinkwasser erfolgt heute fast ausschließlich durch Meerwasser-Entsalzungsanlagen.

Die inzwischen abgelöste Regierung unter Mohamed Nasheed beschloss 2011 ein ehrgeiziges Programm: Bis 2020 sollen die Malediven als erstes Land der Erde klimaneutral werden. Mit einem umfangreichen Programm soll u.a. die Nutzung der Sonne durch Photovoltaik intensiviert werden. Außerdem wurde das nordwestlich von Male" gelegene Baa-Atoll 2011 von der Unesco zum ersten Weltbiosphärenreservat der Malediven erklärt und unter Schutz gestellt.

Regierung

Nach der Unabhängigkeit der Malediven von Großbritannien (1965), wurde eine präsidiale Regierung installiert. Ihr steht seit einer Verfassungsänderung 1975 ein Präsident vor, der auch als Regierungschef fungiert. Seit dem mehr oder weniger freiwilligen Rücktritt von Präsident Mohamed Nasheed am 7. Februar 2012 steht Mohammed Waheed Hassan an der Spitze der Regierung. Für 2013 wurden demokratische Neuwahlen angekündigt, bei denen Nasheed wieder kandidieren will. Das Parlament (Majlis) besteht aus 42 gewählten Abgeordneten, dazu kommen acht Abgeordnete, die der Präsident bestimmt. Bei ihnen handelt es sich meist um Mitglieder einflussreicher Familien. Politische Parteien sind erst seit 2005 erlaubt.

Religion

Gemäß der Verfassung von 1968 gilt der Islam als Staatsreligion, die Ausübung anderer Glaubensbekenntnisse ist untersagt. Deshalb gibt es auf den Malediven auch keine christlichen Kirchen. Nach einer gewissen Lockerung ist seit einigen Jahren eine Rückkehr zu islamischen Traditionen sichtbar geworden. So sieht man z. B. vermehrt Frauen, die das Kopftuch tragen und das Gesicht teilweise verhüllen, obwohl die Verschleierung von Frauen gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Strikt eingehalten werden die Ge- und Verbote des Islam, z. B. das Schweinefleisch- oder Alkoholverbot.

Sprache

Landessprache ist das Dhivehi, eine arabisch-singhalesische Mischsprache, in die viele Anglizismen Eingang gefunden haben. Die Insulaner sprechen unterschiedliche Dialekte, was die Verständigung untereinander nicht gerade erleichtert. Auf den Touristeninseln wird Englisch verstanden und auch gesprochen. Thanaa heißt die Schrift, die sich aus dem arabischen Vorbild entwickelt hat. 1972 gab es eine Schriftreform, seither werden auch lateinische Schriftzeichen verwendet. Eine Vereinheitlichung der Schreibweise von Eigennamen und Begriffen gibt es noch nicht, deshalb trifft man immer wieder auf unterschiedliche Schreibweisen von geografischen Bezeichnungen wie Atoll- oder Inselnamen. Bemerkenswert ist die Alphabetisierungsquote: 99 Prozent aller Malediver können lesen und schreiben!

Bloss nicht!

Souvenirs aus dem Meer mitnehmen

Klar: Wenn man von den Malediven zurückkehrt, will man etwas mitbringen. Aber muss es ein Schmuckstück aus Schwarzer Koralle sein? Oder ein Döschen mit Deckel aus Schildpatt? Denken Sie daran, dass jedes dieser "Andenken" den Reichtum des Meeres zerstört. Überdies sind die Kontrollen bei der Ausreise streng. Wer mit Souvenirs aus Schildpatt oder Schwarzer Koralle erwischt wird, ist die Andenken los und muss mit einer Strafe rechnen. Das gilt auch für die Wiedereinreise in die EU, wenn es sich bei den Andenken um geschützte Tiere oder Pflanzen handelt.

Korallen "pflücken"

Vorsicht daher auch beim Schnorcheln: Durch unachtsames Betreten werden die sehr empfindlichen Korallenbänke zerstört. Dass es verantwortungslos wie auch strafbar ist, Korallen zu "pflücken", sollte man umweltbewussten Besuchern nicht sagen müssen.

Religiöse Gefühle verletzen

Etwas gegen den Islam zu sagen, kann verhängnisvolle Wirkung haben. Allah hat immer Recht, besonders auf den Malediven, wo die Lehre des Propheten Staatsreligion ist. Schon so mancher Besucher fand sich unversehens vor einem Schnellgericht wieder - und wurde zügig abgeschoben. Ähnliches gilt auch für negative Äußerungen über die Regierungsverhältnisse.

Langfingern Gelegenheit geben

Es empfiehlt sich, die an den Hotelrezeptionen vorhandenen Safes für Wertsachen zu benutzen. Die Regierung der Malediven greift zwar hart gegen Straftäter durch: zum Beispiel mit einer lebenslänglichen Verbannung auf eine der unbewohnten Inseln. Nicht zuletzt deshalb sind die Malediven ein sicheres Reiseland. Trotzdem: Passen Sie auf Ihre Sachen auf, Gelegenheit macht Diebe!

Auf Nepp reinfallen

Wenn man nicht auf der Stelle in einem Souvenirshop landen will, sollte man in Male' die Angebote, die einem Einheimische unmittelbar nach der Ankunft im Dhoni-Hafen machen, höflich, aber bestimmt zurückweisen. Manche bieten zuerst eine kostenlose Stadtführung an. Rein zufällig kommt man dann an einem Andenkengeschäft vorbei. Im überhöhten Preis für die angebotenen Souvenirs ist das Honorar für die Stadtführung dann auch gleich enthalten.

Sand mitnehmen

Nur ein bisschen Sand als Souvenir? Stellen Sie sich mal vor, jeder der rund 475000 Besucher nimmt nur 100 g Sand vom Strand mit. Das wären hochgerechnet 47,5 Tonnen des Materials, das von der Natur in jahrhundertelanger Arbeit produziert wurde. Deshalb: Lassen Sie doch den Sand, wo er hingehört, auf den Malediven.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Seit Anfang Februar 2018 kommt es in der Hauptstadt Malé zu Demonstrationen mit vereinzelten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Der am 5. Februar 2018 daraufhin ausgerufene Notstand wurde am 22. März 2018 beendet.
Aufgrund der nicht absehbaren Entwicklung der angespannten politischen Lage wird Reisenden weiterhin empfohlen, die Medienberichterstattung zu verfolgen, besonders vorsichtig zu sein und von nicht notwendigen Reisen nach Malé derzeit abzusehen. Menschenansammlungen und Demonstrationen sollten gemieden und die Anweisungen der Sicherheitskräfte unbedingt befolgt werden.
Der Transfer in die Resorts erfolgt in der Regel direkt vom Flughafen, so dass ein Aufenthalt in Malé nicht erforderlich ist.
Mitte Januar 2018 ist es erstmals auch zu Polizei- und Zollrazzien in mehreren Resorts gekommen.

Terrorismus

Terroristische Anschläge können auch auf den Malediven nicht ausgeschlossen werden. Im September 2017 wurden einige Personen unter dem Verdacht, einen terroristischen Anschlag in Malé geplant zu haben, festgenommen. Sicherheitskräfte an belebten Orten wie am internationalen Flughafen in Hulhumale wurden daraufhin verstärkt. Reisenden insbesondere außerhalb der reinen Resort-Inseln und nahe religiöser Stätten wie Moscheen wird zu erhöhter Aufmerksamkeit geraten.

Kriminalität

Die Kriminalität (u. a. Messerstechereien), ausgehend von Angehörigen rivalisierender Jugendbanden, hat in Malé nach Regierungsangaben in der letzten Zeit zugenommen. Bei Besuchen in der Hauptstadt wird grundsätzlich zu besonderer Vorsicht geraten, vor allem in den Abendstunden und bei Dunkelheit.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.
Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Reisen über Land/Infrastruktur

Der Verkehr zwischen den maledivischen Inseln wird mit Booten und Wasserflugzeugen abgewickelt. Beratung durch örtliche Reiseveranstalter ist empfehlenswert.

Zuständige Auslandsvertretung

Auf den Malediven gibt es keine berufskonsularische Vertretung, zuständig ist die deutsche Botschaft in Colombo/Sri Lanka.
In dringenden Fällen kann mit dem deutschen Honorarkonsul auf den Malediven Kontakt aufgenommen werden.

Arbeitsaufnahme

Bei Arbeitsaufnahme auf den Malediven, z. B. in den Hotels, sollten Arbeitnehmer darauf achten, ihren Reisepass nicht dem Arbeitgeber über längere Zeit auszuhändigen, da der Pass häufig bei Arbeitsstreitigkeiten als Druckmittel verwendet wird.

Geld/Kreditkarten

Ein gewisser Vorrat an Bargeld wird ebenfalls empfohlen, da Geldbeschaffung auf den kleineren Inseln schwierig sein kann.

Auch Pauschalreisenden wird empfohlen, eine gültige Kreditkarte mit ausreichendem Kreditrahmen und PIN bzw. Bank-Karte mitzuführen.

Ramadan/Besondere Verhaltenshinweise

Während des Fastenmonats Ramadan (2018 voraussichtlich vom 15. Mai bis 14. Juni) ist außerhalb der Touristen-Ressorts mit Einschränkungen im Alltag (z.B. tagsüber Schließung von Restaurants außerhalb der Hotels, reduzierte Arbeitszeiten bei Behörden) und mit erhöhter Sensibilität in religiösen Angelegenheiten sowie in Fragen der Respektierung islamischer Traditionen zu rechnen.
Öffentliches Essen, Trinken, Rauchen, auch in Fahrzeugen, - selbst das Kauen von Kaugummi - ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auch für Nichtmuslime bei Strafe verboten.
Frauen sollten insbesondere während dieser Zeit möglichst dezente, langärmelige Kleidung tragen, Männer auf das Tragen kurzer Freizeitkleidung verzichten.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Visum

Für deutsche Staatsangehörige besteht für die Einreise Pass- und Visumzwang. Touristenvisa bis zu 30 Tagen werden bei der Einreise in die Malediven erteilt.

Die Verlängerung eines Touristenvisums auf 90 Tage ist möglich, bedarf aber eines Antrages, der vor Ort (auf den Malediven direkt) gestellt werden muss, sowie einer Empfehlung der entsprechenden Hotelinsel, die ebenfalls vor Ort ausgesprochen werden muss. Eine Genehmigung wird durch das Department of Immigration and Emigration in Male erteilt.

Die Buchung eines touristischen Aufenthalts von einer Dauer, die 30 Tage überschreitet, erfolgt daher auf eigenes Risiko. Auch wenn Sie nur einen Tag nach Ablauf der Visumsfrist von 30 Tagen ohne genehmigte Verlängerung auf den Malediven bleiben, kann dies zu hohen Geldstrafen und zu einem Einreiseverbot führen!
Weitere Informationen zu den Einreisebestimmungen sind auf der Webseite des Department of Immigration zu finden.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen sind nur direkt bei der Botschaft oder einem der Konsulate des Ziellandes erhältlich.

Medikamente unterliegen einer strikten Einfuhrkontrolle. Die maledivische Regierung ist bestrebt, den Handel mit illegal eingeführten Medikamenten zu bekämpfen. Bei der Einfuhr von verschreibungspflichtigen Medikamenten zum persönlichen Gebrauch ist daher eine Bescheinigung des behandelnden Arztes mitzuführen, aus der der Name des Patienten, der Name des Medikaments bzw. der Medikamente und die therapeutische Tagesdosierung hervorgeht. Diese Bescheinigung muss in englischer Sprache abgefasst oder mit einer englischen Übersetzung versehen sein. Die Einfuhr nicht verschreibungspflichtiger Medikamente unterliegt keinen Beschränkungen. Allerdings wird auch hier empfohlen, eine ärztliche Bescheinigung mitzuführen, sofern es sich nicht um allgemein bekannte Medikamente, z. B. gegen Magenprobleme oder Kopfschmerzen handelt.

Alkohol darf nicht eingeführt werden, auch nicht in den anderswo üblichen zollfreien Mengen, Ebenfalls verboten ist der Import von Götterabbildungen wie z. B. Buddha-Statuen. Derartige Waren können jedoch bei der Einreise gegen Quittung am Flughafen an einem Sonderschalter deponiert und bei Ausreise wieder abgeholt werden.

Zeitschriften, die spärlich bekleidete Personen zeigen, dürfen nicht eingeführt werden.

Weitergehende Informationen zur Einfuhr von Waren sind direkt bei der Botschaft oder einem der Konsulate des Ziellandes bzw. unmittelbar bei der maledivischen Zollbehörde erhältlich. Nur dort können rechtsverbindliche Auskünfte gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Auf den Malediven ist jeglicher Rauschgiftbesitz strikt verboten. Verstöße können selbst bei geringen Mengen schwere Strafen zur Folge haben. Auch Touristen wurden bereits zu lebenslanger Haft verurteilt.
Grundsätzlich verboten sind auch homosexuelle Aktivitäten. Bei Nichtbeachtung droht strafrechtliche Verfolgung.
Auf den Malediven ist der Islam (sunnitischer Richtung) Staatsreligion, die Rechtsordnung orientiert sich an der Scharia. Jegliche christliche Missionstätigkeit oder missionsähnliche Veranstaltung ist untersagt.
Außerhalb der touristisch erschlossenen Resorts, in sogenannten "Artificial Beach Areas", z. B. in Malé oder in der Nähe von einfachen Gästehäusern, wurden Hinweisschilder angebracht, dass das Tragen unangemessener ("improper") Badekleidung (z. B. Bikini) dort nicht gestattet ist.

Impfschutz

Personen die älter als ein Jahr sind müssen, falls sie sich innerhalb von 9 Tagen vor ihrer Einreise in einem Land mit erhöhtem Gelbfieberrisiko aufgehalten haben, eine gültige Gelbfieberimpfung nachweisen (siehe www.who.int). Für Reisende, die sich vor ihrer Reise auf die Malediven nur in Deutschland aufgehalten haben, bestehen keine Impfvorschriften.

Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene (siehe: www.rki.de) anlässlich einer Reise zu überprüfen und gegebenenfalls zu vervollständigen. Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderlähmung), ggf. auch gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B und Typhus empfohlen.

Dengue-Fieber

Dengue-Fieber wird durch den Stich tagaktiver Mücken übertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und können mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelfällen können schwere Verläufe mit ernsthaften Gesundheitsschäden oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue-Viren. Dengue-Fieber kommt häufiger während und unmittelbar nach der Regenzeit (Mai bis September) vor.
Der Aufenthalt in mücken-geschützen Räumen (Fliegengitter, Klimaanlagen) vermindern das Risiko einer Übertragung deutlich und schützen auch vor anderen, von Stechmücken übertragenen Erkrankungen.

Chikungunya

Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver Mücken übertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und können mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya-Viren.

Zika-Virus-Infektion

Gemäß der Weltgesundheitsorganisation () werden die Malediven mit einer möglichen Übertragbarkeit von Zika-Viren klassifiziert, d.h. Kategorie 1 bzw. 2 der aktuellen -Einteilung, auch wenn u.U. aktuell keine neuen Erkrankungsfälle dokumentiert werden.
Das Übertragungsrisiko kann dabei sowohl regional als auch saisonal erheblich variieren.
In Anlehnung an die derzeitigen -Empfehlungen empfiehlt das Auswärtige Amt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von vermeidbaren Reisen in Regionen der o.g. -Kategorie 1 oder 2 abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist.
Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion und deren Prävention finden Sie im mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG) sowie dem Robert Koch-Institut (RKI) abgestimmten Merkblatt Zika-Virus-Infektion des Gesundheitsdienstes des Auswärtigen Amtes.

Malaria

Es gibt keine endemische Malaria auf den Malediven.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen,
- körperbedeckende helle, ggf. imprägnierte Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
- ganztätig Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
- ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen.
Siehe dazu auch das Merkblatt Expositionsprophylaxe.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten

Durch sexuelle Kontakte, bei intravenösem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen), durch Tätowierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen.

Durchfall- und Darmerkrankungen

Hepatitis A und Durchfallerkrankungen kommen überall im Archipel vor. Leitungswasser, auch in den Städten, hat nicht immer Trinkwasserqualität. Es wird empfohlen, nur originalverpackte und möglichst kohlensäurehaltige Getränke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss gründlich abzukochen, zu filtern oder chemisch zu desinfizieren. Für das Waschen von Obst oder zum Zähneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungeschälter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sollten ebenfalls nur gut durchgegart verzehrt werden. Allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder Händedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln können die Gefahr einer Infektion vermindern.

Grippe (Saisonale Influenza)

Die saisonalen Influenzaviren, einschließlich der neuen Influenza A/H1N1 ("Schweinegrippe"), zirkulieren auf den Malediven ganzjährig und im Allgemeinen ohne epidemische Verläufe. Ein Impfschutz empfiehlt sich ggf. bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen (siehe: www.rki.de).

Vogelgrippe (Influenza A H5N1)

Bisher wurden auf den Malediven weder bei Tieren noch bei Menschen Fälle von Vogelgrippe nachgewiesen.

Geographisch und klimatisch bedingte Erkrankungen

Die durch die Äquatornähe intensive Sonneneinstrahlung, besonders zur Mittagszeit, wird von Urlaubern gerne unterschätzt und kann zu unangenehmen und langfristig gefährlichen Sonnenbränden führen. Auf einen guten Sonnenschutz und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme muss insbesondere bei Kindern und älteren Personen geachtet werden. Gefährliche Strömungen führen immer wieder zu tragischen Ertrinkungsunfällen. Auf entsprechende Warnungen ist an den Stränden zu achten. Alkoholkonsum sollte beim Baden und Schwimmen vermieden werden. Kinder sollten an Stränden niemals unbeaufsichtigt spielen. Durch Tierkot verunreinigte Strände bergen ein Infektionsrisiko für parasitäre Hauterkrankungen (Larva migrans cutanea). Badeunfälle durch Quallen, Giftfische, Wasserschlangen und Haie sind selten. Taucher müssen mit den grundlegenden Gefahren des Sporttauchens vertraut sein und sollten sich vor Reiseantritt tauchmedizinisch beraten und untersuchen lassen (siehe: www.gtuem.org).

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung auf den Malediven ist eingeschränkt und entspricht in vielen Fachbereichen nicht europäischem Standard. Das gilt auch für die beiden Krankenhäuser in Malé. Insbesondere bei schweren Erkrankungen oder Unfällen ist meist eine Evakuierung, z.B. nach Singapur oder Dubai (erreichbar innerhalb von 4 Stunden per Linienflug, je zweimal täglich), eventuell auch nach Indien (aufwändigere Einreiseformalitäten) notwendig. Ein ausreichender und gültiger Krankenversicherungsschutz einschließlich einer Reiserückholversicherung ist dringend angeraten.
Besonders chronisch kranken und behandlungsbedürftigen Menschen wird eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in genügendem Abstand vor der Ausreise empfohlen (siehe: www.dtg.org oder www.frm-web.de).
Reisende sollten regelmäßig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge auf die Malediven mitbringen und sich für die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Druckkammer-Zentren gibt es gegenwärtig auf Bandos Island Resort & Spa (Nord-Malé-Atoll), Kuramathi Island Resort (Rasdhoo-Atoll), Kuredu Island Resort & Spa (Lhaviyani-Atoll) und Shangri-La's Villingili Resort & Spa (Addu-Atoll). Die Druckkammern auf Alidhoo Island und Kandholhudhoo Island existieren nach Wissen der Botschaft in Colombo nicht mehr.

Das Honorarkonsulat in Malé verfügt für den Notfall über eine Adressenliste von Ärzten und Krankenhäusern in der Stadt.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle, einen Tropenmediziner oder einen Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie schon Erfahrung mit Reisen in die Tropen haben (siehe z.B.: www.dtg.org oder: www.frm-web.de).

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Auf allen Urlaubsinseln gibt es Erste-Hilfe-Stationen. Auf Malé befinden sich zwei Krankenhäuser. Grundsätzlich gilt jedoch, dass die medizinische Versorgung nicht der in Deutschland gewohnten entspricht.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung und einer Reiserückholversicherung wird empfohlen.

Für die Einfuhr von Medikamenten ist bei der Einreise ein ärztliches Attest für verschreibungspflichtige Mittel in englischer Sprache mitzuführen (sollte in etwa enthalten: "[Name des Patienten] requires the medicine on medical grounds for personal use in the Maledives".). Für rezeptfreie Medikamente als Teil einer Reiseapotheke ist keine ärztliche Bescheinigung erforderlich.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber 1 -
Cholera Nein Nein
Typhus & Polio Ja -
Malaria Nein -
Essen & Trinken 2 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von sechs Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiet einreisen. Sollte diese nicht vorhanden sein, wird eine Gelbfieber-Impfung durchgeführt und eine zehntägige Quarantäne verhängt bzw. es erfolgt eine Ausweisung außer Landes. Ausgenommen sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht verlassen haben sowie Transitpassagiere, die den Transitraum auf den Malediven nicht verlassen.

[2]
Wegen der Gefahr möglicher Infektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Milch ist nicht pasteurisiert und sollte abgekocht werden. Milchprodukte aus ungekochter Milch sowie rohe Salate und Mayonnaise am besten vermeiden. Fleisch- oder Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden. In vielen Ferienanlagen ist der Hygienestandard jedoch sehr hoch, so dass sich die oben erwähnten Vorsichtsmaßnahmen erübrigen.

Gesundheitszeugnis

Für Arbeits- und Langzeitaufenthalte wird ein Gesundheitszeugnis ("Health Certificate") sowie ein HIV-Test in englischer Sprache verlangt.

Andere Risiken

Chikungunya kommt vor. Ein Impfschutz ist nicht möglich. Als Vorsorgemaßnahme wird ein möglichst effizienter Schutz gegen Insektenstiche empfohlen.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor. Übertragungszeit ist von März bis September. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Das Zika-Virus wird durch Stechmücken auf den Menschen übertragen. Zu den Symptomen gehören u.a. Fieber, Gelenkschmerzen und eine Bindehautentzündung. Häufig bleibt die Infektion unbemerkt oder verläuft nur mit milden Symptomen. Bisher dokumentierte, vereinzelte Todesfälle standen überwiegend mit anderen Vorerkrankungen in Zusammenhang. Das Auswärtige Amt rät Schwangeren von nicht zwingend notwendigen Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ab, weil das Virus im Verdacht steht, bei Ungeborenen Mikrozephalie zu verursachen.
Es existiert weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Eine konsequente Einhaltung persönlicher Mückenschutzmaßnahmen wird empfohlen.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Deutschland Ja Ja/1 Ja
Österreich Ja Ja/1 Ja
Schweiz Ja Ja/1 Ja
Andere EU-Länder Ja Ja/1 Ja
Türkei Ja Ja/1 Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, sollte bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Visainformationen

[1] Touristenvisa haben eine Gültigkeit von 30 Tagen (Verlängerung auf 90 Tage vor Ort möglich) und werden bei der Ankunft auf dem Flughafen von Malé unter Vorlage gültiger Reisedokumente (ggf. Visa für Drittländer), Rück-/Weiterreisetickets und Unterkunftsbestätigung (oder ausreichender Geldmittel) kostenlos ausgestellt.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Haustiere dürfen i. d. R. nicht eingeführt werden. Ausnahmen sind nur mit vorab besorgter Genehmigung des Außenministeriums (Ministry of Foreign Affairs, Marine Drive, Malé) möglich, die allerdings selten erteilt wird.

Aufenthaltsverlängerung

Der Aufenthalt kann spätestens 1 Tag vor Ablauf des Touristenvisums um weitere 60 Tage für einen Gesamtaufenthalt von 90 Tagen gebührenpflichtig (700 Mrf) beim Einwanderungsamt in Malé (Department of Immigration and Emigration, Ground Floor, Huravee Building, Ameer Ahmed Magu, Tel: 333 04 44) verlängert werden.

Antrag erforderlich

Visum bei der Einreise
(a) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist.
(b) Rück- oder Weiterreisetickets und -papiere.
(c) Unterkunftsnachweis (z.B. Hotelbuchung, Pauschalreise) oder ausreichende Geldmittel.
(d) im Flugzeug ausgefüllte Arrival/Departure Card.

Geld

Geldwechsel

Alle gängigeren Währungen können in Banken, Hotels und größeren Geschäften gewechselt werden. Einkäufe und Rechnungen werden in den meisten Resorts und Hotels in harter Währung, vorzugsweise US-Dollar, bezahlt. Euro werden ebenso als Zahlungsmittel angenommen, jedoch zu einem ungünstigeren Kurs. Die Mitnahme von Bargeld, möglichst in kleinen Stückelungen, ist besonders auf den kleineren Inseln empfehlenswert.

Währung

1 Maledivische Rufiyaa = 100 Laari. Währungskürzel: MRf, MVR (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten von 500, 100, 50, 20, 10 und 5 MRf. Münzen in den Nennbeträgen 2 und 1 MRf sowie 50, 25, 10, 5, 2 und 1 Laari. Im Tourismusbereich ist es üblich in US-Dollar zu bezahlen.

Devisenbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung und von Fremdwährungen ist unbeschränkt.

Kreditkarten

American Express, Visa, Mastercard, JCB und Diners Club und alle anderen bekannteren Kreditkarten werden u.a. in Geschäften und Hotels akzeptiert. Abhebungen an Geldautomaten sind mit Kreditkarten problemslos möglich. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Werden überall angenommen, Reiseschecks in US-Dollar empfohlen.

Öffnungszeiten der Bank

So-Do 07.30/08.00-14.30 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei in die Malediven eingeführt werden (ab 16 J.):

200 Zigaretten oder 25 Zigarren und 250 g Tabak;

Gegenstände für den persönlichen Gebrauch wie Kleidung, Schmuck, Uhren, Schreibwaren, Hygienartikel, elektrische Geräte, Bücher und Zeitschriften.
Geschenke bis zu einem Wert von 6.000 Rf.

Verbotene Importe

Alkohol, Drogen, Waffen, Sprengstoff, Harpunen, Speere oder Unterwassergewehre für die Unterwasserjagd, pornographische Zeitschriften, religiöse Bildnisse zur Anbetung, Islam-feindliche Schriften, Schweinefleisch und bestimmte tierische Produkte.

Anmerkung: Drogenbesitz wird mit langjährigen Haftstrafen geahndet. Die Einfuhr von verschreibungspflichtigen Medikamenten zum persönlichen Gebrauch ist nur mit Zustimmung des Gesundheitsministeriums der Malediven zulässig, die vor der Einreise einzuholen ist. Aus dem Rezept des Arztes muss hervor gehen, dass der Patient das Medikament aus medizinischen Gründen für eine genau bezeichnete Dauer benötigt (mit dem Namen des Patienten, dem Namen des Medikaments und der Tagesdosierung).

Die Einfuhr von rezeptfreien Arzneimitteln (z.B. gegen Kopfschmerzen oder Magenverstimmungen) ist meist problemlos möglich. Im Zweifelsfall sollten sich Reisende an den Reiseveranstalter oder die maledivischen Behörden wenden.
 

Verbotene Exporte

Muscheln (stehen unter Artenschutz), schwarze Korallen, diverse Fische, Schildkrötenpanzer und Produkte aus Schildpatt.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Malediven, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2013-11, 2009-09
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Malediven - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 22.03.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 22.03.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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