Seco de Pollo ist in Ecuador von der Küste über das Hochland bis in das Amazonasgebiet weit verbreitet und gehört dort zu den Gerichten, die man häufig bei familiären Zusammenkünften serviert. Ursprünglich kam die Technik des langsamen Schmorens im 16. Jahrhundert durch die Spanier nach Südamerika. In Verbindung mit heimischen Zutaten wie der Andenfrucht Naranjilla und lokalem Koriander entstand die bis heute so beliebte Hühncheneintopftradition.
Das Herz des Gerichts bildet damals wie heute das Hühnchen. Früher kamen überwiegend ältere Hennen zum Einsatz, die durch langes Schmoren zart gekocht wurden. Heute verwenden wir vor allem junge Hühnerstücke, die eine kürzere Garzeit benötigen.
In unserer Familie servieren wir Seco de Pollo gerne mit gebratenen Kochbananen und Avocado. Da Seco ein Gericht zum Teilen ist, kochen wir dazu meistens genügend gelben Reis, damit genug für alle da ist.
Entscheidend für den charakteristischen Geschmack und zugleich Basis des Eintopfes ist das so genannte Sofrito. Dieses besteht meist aus einer Mischung aus Knoblauch, Zwiebeln, Tomaten und Paprika. Die Zugabe von Bier und Naranjillasaft sorgt für die typische süß-säuerliche Note. Außerdem verleiht frisch gehackter Koriander dem Gericht seine frische Kräuternote.
Da Würzung und Beilagen regional wie familiär variieren, hat jeder Eintopf seinen ganz eigenen, vertrauten Charakter.