Die Bestandteile von Flija stammen bewusst aus dem, was ein Bergbauernhaushalt traditionell selbst produzierte: Mehl aus eigenem Getreide, Butter aus der eigenen Milchwirtschaft und Kos, der hausgemachte Joghurt.
Zunächst rühren wir einen einfachen Teig aus Mehl, Wasser und einer Prise Salz an, bis er glatt und flüssig genug ist, um hauchdünne Schichten zu bilden. Während der Teig ruht, bereiten wir die Glut unter der gewölbten Eisenhaube (Sač) vor und achten darauf, dass die Hitze gleichmäßig, aber nicht zu stark ist.
Die erste dünne Schicht Teig wird nun in die Pfanne gegeben. Nach kurzem Backen wird die Oberfläche sofort mit geschmolzener Butter und hausgemachtem Kos bestrichen und eine nächste Schicht gegossen. Wichtig dabei ist, die Glut ständig zu kontrollieren und die Hitze zu regulieren, damit die Lagen gleichmäßig backen. Die Zubereitung von Flija ist aufgrund der vielen zeitgleichen Arbeitsschritte selten die Aufgabe einer einzelnen Person. Idealerweise teilen wir uns diese Arbeit. Eine Person überwacht die Glut, eine gießt den Teig und eine andere bestreicht die Schichten. Diese Arbeitsteilung macht das Kochen somit selbst zu einem Gemeinschaftserlebnis, bei dem mehrere Generationen einer Familie zusammenkommen. Die Kinder lernen am Herd, wie dünn eine Schicht sein muss, ältere Familienmitglieder geben ihr über Jahrzehnte erworbenes Gefühl für die richtige Hitze weiter.
Je nach Tradition entstehen so acht bis fünfzehn oder auch mehr Lagen. Da die Zubereitung mehrere Stunden dauern kann, braucht es viel Zeit und Sorgfalt, die man in ein Gericht investieren muss.
Wenn alle Schichten gebacken sind, lassen wir das Flija kurz ruhen und schneiden es in kleine Portionen.
Je nach Region, Anlass und Familientradition wird Flija sowohl herzhaft als auch süß serviert. Zu den herzhaften Begleitern zählen traditionell eingelegtes Gemüse wie Turshia oder milde Peperoni oder salziger weißer Schafskäse. Wer es gerne süß mag, kombiniert Flija zum Frühstück oder Kaffee mit Honig, Marmelade oder einfach mit etwas Zucker.