Könntet ihr euch vorstellen, mitten in Vietnam durch Ho-Chi-Minh-Stadt mit einer Vespa zu fahren? Euch pünktlich zur Rush Hour mit Hunderten auf die Straßen der Stadt zu begeben? Oder lieber die ruhigen Wasserwege des Mekong‑Deltas auf einer Bootsfahrt zu entdecken? Wer es aktiv mag, erkundet Vietnam am besten per Fahrrad, vorbei an Palmen, Mangroven, Reisfeldern und kleinen Dörfern. In diesem Artikel zeigen wir euch, wie ihr auf unseren Rundreisen Vietnam aus neuen Blickwinkeln erleben könnt.
Sicherlich braucht es für eine Vespa-Tour durch die 14-Millionen-Stadt Ho-Chi-Minh-Stadt ein wenig Vorstellungskraft und in jedem Fall tatkräftige Unterstützung. Doch in der Gruppe und mit erprobten Fahrenden bereitet diese Tour unglaublich viel Freude und schafft vor allem die Möglichkeit, ein Stück weit in das Alltagsleben in Vietnam einzutauchen.
Schließlich wächst man in Vietnam mit einem motorisierten Gefährt auf, um sich schnell und einfach auf den vielbefahrenen Straßen fortzubewegen. Da wäre es doch umso schöner, sich diesem Gefühl ebenfalls hinzugeben.
Gestartet mit der Vespa-Tour wird direkt am Hotel, wo euch ein erfahrenes Team aus Fahrenden in Empfang nimmt und eine kurze Einweisung als Beifahrende gibt. Das richtige Auf- und Absteigen, das Aufsetzen des Helmes und das ordnungsgemäße Festhalten während der Fahrt werden für ein sicheres Gefühl während der gesamten Tour sorgen. Sind alle fahrbereit, zünden die Motoren. Auf direkten Wege reihen sich die Fahrenden in den alltäglichen Straßenverkehr ein, die „wilde“ Fahrt kann beginnen. In den nächsten fünf Stunden warten mehrere Stationen auf euch. Euch erwartet ein guter Mix aus Fahrtzeit und kulinarischen wie musikalischen Pausen.
Kaum in Gänze wahrzunehmen ist die Vielzahl an Eindrücken in den ersten Fahrminuten. Mal ganz vorne, mal weiter hinten fahrt ihr in der Gruppe an den Restaurants und Marktständen, an Hotels und Bars, an Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei und seid Teil des vietnamesischen Straßenverkehrs. Schneller als im Schritttempo zu fahren, ist mitten in der Innenstadt gar nicht möglich. Es hupt von hinten, von der Seite. Doch eure Fahrenden wissen ganz genau, welche Lücke sie wann wie nutzen können. Wann die Kreuzung überquert und wann der Kreisverkehr bezwungen werden kann.
Zwischen den Fahrten dürft ihr euch auf Ausblicke von einer Rooftop-Bar im Herzen der Stadt, auf genussvolle vietnamesische Speisen und traditionelle Klänge im Caféhaus freuen. Die Zeit wird wie im Fluge vergehen, bis es wieder Abschied nehmen heißt.
Den Mekong per Ruderboot befahren
Die zahlreichen Wasserkanäle im vietnamesischen Mekong-Delta bieten sich hervorragend für Bootsfahrten an, seien es Schnellboote, Motor- oder Ruderboote. Schließlich ist das Mekong-Delta ein lebendiges Zeugnis menschlicher Anpassungsfähigkeit. Die hier lebende Bevölkerung hat ihr Leben vollständig auf die Wasserwelt abgestimmt.
Seien es die Pfahlhäuser, die an wechselnde Wasserstände angepasst sind und vor extremem Hochwasser schützen. Die Hausboot-Haushalte, die es Familien ermöglichen, Transportwege und Wohnraum zu vereinen. Seien es die flussbasierten Märkte, um Handel auf dem Wasser zu betreiben. Knapp 20 Millionen Menschen leben hier und machen diese Region zu einer der am stärksten besiedelten und wichtigsten landwirtschaftlichen Flächen in ganz Vietnam.
Genau hier setzt unsere Ruderboottour an. In Tân Phong steigt ihr in ein Ruderboot und lasst euch auf den kleinen Kanälen immer tiefer in das Delta fahren. Vorbei an heimischen Pflanzen, kleinen Holzstegen und unter Brücken hindurch. Im Gegensatz zu den lebhaften Stadtgeräuschen in Ho-Chi-Minh-Stadt vernehmt ihr hier nur das aufgeregte Vogelgezwischter, das Eintauchen des Ruders in das Wasser und das leise Rauschen des Windes durch die Bäume.
Bei prallem Sonnenschein bietet euch auf der gesamten Fahrt der traditionelle vietnamesische Hut Nón lá Schutz. Diese kegelförmige Kopfbedeckung, häufig aus Palmblättern, Bambus und Latanierblättern gefertigt, ist ein beliebtes Mitbringsel bei Reisenden und tief in der Kultur Vietnams verankert. Hier in Vietnam begegnet ihr dem Hut an jeder Ecke.
Früher gehörte das Fahrrad in Vietnam zum Alltag und war für viele Menschen das wichtigste Verkehrsmittel. Mit wachsendem Wohlstand und der Verfügbarkeit günstiger Motorroller wurden viele Fahrräder jedoch nach und nach durch motorisierte Fahrzeuge ersetzt. Bis heute wird das Fahrrad in manchen Kontexten noch mit geringeren Einkommen assoziiert, sodass nur langsam das Fahrradfahren in Vietnam wieder in den Alltag integriert wird.
In jedem Fall mit weniger Lärm, Auspuff und aktiver erkundet ihr vor allem die ländlichen Gebiete Vietnams weiterhin per Fahrrad. So bietet sich die Flussinsel An Bình ideal an, um an Palmen und Mangroven, an Obst- und Gemüsegärten vorbeizufahren. Ab und zu überquert ihr einen der Flussarme des Mekongs, auf denen Boote große Mengen an Reis oder Kokosnüssen transportieren.
Kleine Pausen ermöglichen ein Innehalten und intensives Wahrnehmen, vor allem aber ein „Sich-bewusst-machen“ dessen, gerade nicht durch einen botanischen Garten zu Hause, sondern mitten im Mekong-Delta Fahrrad zu fahren.
Sowohl auf unseren 13 Vietnam Erlebnisreisen wie auch unseren fünf Vietnam Studienreisen haben wir mindestens eines dieser Fortbewegungsmittel im Programm. Wenn ihr den Fokus vor allem auf das Radfahren legen möchtet, können wir unsere Vietnam Radreise empfehlen.
Auf diesen Reisen erkundet ihr Vietnam aus neuen Blickwinkeln