Wasser ist Leben

Wasser ist Leben

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  • Themenjahr-Reisen
  • Interview
  • Kulturrauschen
  • Nachhaltigkeit

Wasser ist Leben

Das Gebeco Themenjahr 2020

Auf zwölf neuen Dr. Tigges Studienreisen folgen wir dem Thema „Wasser ist Leben“ durch 27 Länder. Reisen Sie mit uns entlang der Ufer des heiligen Ganges, schauen Sie von der griechischen Küste auf das Mittelmeer, in dem sich uralte Sagen und jahrhundertealte Geschichte spiegeln oder entdecken Sie den Ursprung des Nils im Zentrum Afrikas.

Erfahren Sie auf den nächsten Seiten mehr über die Quelle allen Lebens und unsere Themenjahrreisen.



Lebensadern der Kulturen

In den Ozeanen treiben Inseln aus Plastikmüll. Wetterextreme nehmen zu, während die Artenvielfalt unseres Planeten – auch und gerade in den Meeren, Seen und Flüssen – täglich abnimmt. Und geschätzt 663 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Dass ein Umdenken stattfinden muss – und zwar jetzt – ist heute das tonangebende Thema, damit dieser blaue Planet eine Chance hat, sich zu regenerieren und den kommenden Generationen sowie Fauna und Flora eine Zukunft schenken zu können. Häufig drängen sich wirtschaftliche Aspekte in den Vordergrund, stellen sich Machtgefüge Innovationen in den Weg und verselbstständigen sich als Wahrheiten deklarierte Informationen in rasanter Geschwindigkeit.

Was können wir tun, was wird bereits getan und wo können wir Vorbilder und neue Hoffnungsträger aus der Taufe heben? Wir wollen uns ein eigenes Bild machen und werfen auf unseren Themenjahrreisen 2020 einen genauen Blick auf und unter die Wasseroberfläche jener Lebensadern unserer Erde. Welche Bedeutung hat Wasser aus wirtschaftlicher und geschichtlicher, aus religiöser und kultureller Sicht? Welche Wasserläufe verbinden Kulturen und Epochen miteinander, welche schaffen Barrieren auf der Landkarte oder in den Köpfen der Menschen? Und wir wollen sie intensiv erleben, jene Faszination, die das flüssige Element auf so vielfältige Art und Weise entfacht. Unsere Themenjahrreisen schaffen innerhalb des vielfältigen Studienreise-Angebots von Gebeco jedes Jahr einen sorgfältig ausgewählten, thematisch konzentrierten Zugang zu Ländern und Kulturen. Wagen Sie sich in Ihrem Reisejahr 2020 gemeinsam mit uns vor zur Quelle all dessen, was uns begeistert und träumen lässt, was uns nährt und fordert, trennt und zusammenführt, kurz: was uns ausmacht.

Zwölf kostbare Wasser-Kulturgeschichten

Lassen Sie sich von Ihrer Studienreiseleitung tief in die Kultur Ihres Gastlandes hineinführen und erfahren Sie durch inspirierende Begegnungen mit den Einheimischen mehr darüber, mit welchen Herausforderungen der Mangel, aber auch ein unkontrollierbarer Überschuss an Wasser verbunden ist – und welchen Stellenwert der Schutz dieser Ressource einnimmt. Denn das ist ein Thema, das uns mittlerweile weltweit eint.

Entlang des Mekong durch Südostasien
18 Tage Dr. Tigges Studienreise
Laos + 3 weitere

Entlang des Mekong durch Südostasien

  • 4 Länder entlang des Mekongs
  • Authentisch und nachhaltig: Übernachtung in der Lisu-Lodge
  • Außergewöhnlicher Khmer-Tempel Preah Vihear
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ab € 3,495 inkl. Anreise

Entlang des Mekong durch Südostasien

• Vier Länder entlang des Mekongs
•  Authentisch und nachhaltig: Übernachtung in der Lisu-Lodge
•  Außergewöhnlicher Khmer-Tempel Preah Vihear

Die „Mutter aller Wasser“ hat einen Namen: Mekong. Ein Wort wie ein Donnerhall. Dabei ist man sich noch nicht einmal sicher, wo genau der Mekong entspringt. Sicher ist nur, dass es irgendwo auf dem tibetischen Hochplateau sein muss und der Mekong dann anschließend durch sechs Länder fließt. Endstation ist das Südchinesische Meer.

Alle sechs Länder am Mekong nutzen die Wasserkraft des großen Stroms und die Bewohner der Länder sind somit im Besonderen von ihm abhängig. Doch der mächtige Strom, in dessen Einzugsgebiet rund 60 Millionen Menschen leben, ist noch viel mehr, er ist Lebensader, spirituelle Heimat, Wirtschaftsraum, Kulturträger und manchmal auch Unheilbringer.

Auf dieser Reise lernen wir den Mekong in all seinen Facetten kennen. Gemeinsam erleben wir den mächtigen Strom zwischen Gestern und Morgen und unternehmen eine Reise, wie es sie so kein zweites Mal gibt.

Thailand Mekong Literaturtipp Themenjahr2020Unser Literatur-Tipp: Lesereise Mekong: Vom Dach der Welt zum Delta der neun Drachen

Buddhas magischer Fluss in ganzer Länge.Seine Menschen, Dörfer, Städte, Landschaften.

Autor: Bernd Schiller, Picus Verlag | ISBN: 978-3-7117-1040-6

Weitere Themenjahrreisen

Indien: Alles im Fluss
Indien ─ Alles im Fluss
15 Tage Dr. Tigges Studienreise
Indien + 1 weiteres

Indien ─ Alles im Fluss

  • Rundreise zu den wichtigsten Pilgerorten Indiens
  • Bootsfahrt auf dem Ganges
  • Verlängerung durch die Sunderbans in Bangladesch möglich
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ab € 2,695 inkl. Anreise
•  Rundreise zu den wichtigsten Pilgerorten Indiens
•  Bootsfahrt auf dem Ganges
•  Verlängerung durch die Sunderbans in Bangladesch möglich

Im indischen Kulturkreis wird Wasser nicht nur als unsterbliches Element angesehen, sondern gilt auch als Urquelle des Lebens. Andererseits ist das Ende des Lebens ebenfalls mit Wasser verbunden, transportiert es doch die Seelen der Toten zum Ort der Ewigkeit.

Für Hunderte von Millionen Menschen ist der Ganges, der durch die nordindische Tiefebene fließt, der heiligste aller Flüsse. Eine Reise entlang seiner Ufer zeigt uns, wie tief dieser Fluss in den religiösen Koordinaten der Hindu-Religionen verankert ist. Gleichzeitig ist der Ganges aber auch ein grandioser und einmaliger Naturraum, was besonders in seinem Delta in Bangladesch deutlich wird.

UnseIndien Rowohlt Shiva Moon Themenjahr 2020 Wasser ist leben Literaturtippr Literatur-Tipp: Shiva Moon: Eine Reise durch Indien

Der Ganges, Indiens Schicksalsstrom, von der Quelle im Himalaya bis zum Delta am Indischen Ozean.

Autor: Helge Timmerberg, rowohlt | ISBN: 978-3-4996-2118-5

China: Lebenselixier Wasser
China ─ Lebenselixier Wasser
17 Tage Dr. Tigges Studienreise
China

China ─ Lebenselixier Wasser

  • Museum in Sanxingdui
  • Bewässerungssystem von Dujiangyan
  • Shanghai Museum
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ab € 3,295 inkl. Anreise
•  Museum Sanxingdui
•  Bewässerungssystem von Dujiangyan
•  Yangtze-Kreuzfahrt

Keine anderes Land kann eine so reiche Wasserkultur aufweisen wie China.
Das verwundert nicht angesichts der mehrtausendjährigen bäuerlichen Tradition im Reich der Mitte. Doch die außergewöhnliche Bedeutung des Wassers zieht sich auch durch alle anderen Bereiche des Lebens – in der Medizin, in der Geomantik, in der Philosophie, um hier nur einige zu nennen.

Dabei war Wasser nicht immer nur unverzichtbarer Baustein der Welt, sondern mitunter auch ein Zerstörer, der gezähmt werden musste. So gesehen ziehen sich auch Staudämme und Bewässerungsanlagen wie ein Roter Faden durch die Geschichte Chinas.

China CLinks Verlag Cover Themenjahr 2020 Wasser ist Leben Literaturtipp
Unser Literatur-Tipp: Wasser. Eine Reise in die Zukunft

Mixtur aus Reisereportage und Einblicken in Bewässerungsprojekte der Zukunft auf allen Kontinenten.

Autor: Terje Tvedt, Ch.Links Verlag | ISBN: 978-3-86153-732-8

Usbekistan: Wasser – kostbares Gut Zentralasiens
Wasser ─ kostbares Gut Zentralasiens
15 Tage Dr. Tigges Studienreise
Usbekistan

Wasser ─ kostbares Gut Zentralasiens

  • Übernachtung in einer Jurte
  • Naturschutzgebiet Boday Tugai
  • Nekropole Shah-e Sende
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ab € 2,595 inkl. Anreise
•  Übernachtung in einer Jurte
•  Naturschutzgebiet Boday Tugai
•  Nekropole Shah-e Sende

Nirgendwo sonst auf der Welt wird Wasser als so kostbar empfunden wie in Wüsten und semiariden Regionen. Wasser ist aber auch seit jeher besonders in diesen Gebieten ein strategischer Rohstoff, wie in anderen Regionen Erdgas oder Erdöl. Und je knapper ein Gut ist, umso höher ist das Konfliktpotenzial, was bei den großen zentralasiatischen Strömen besonders zwischen den Oberanlieger- und Unteranliegerstaaten deutlich wird.

Wasser ist aber immer auch Leben. Ohne diese Geo-Ressource wäre kein Leben möglich. Auf dieser Reise erleben wir ein Land mit großer Geschichte, voller Mythen und Legenden, und haben dabei das Wasser – den kostbarsten Rohstoff – immer fest im Blick.

Unser LiMein Usbekistan: Eine persönliche ReisebegleitungThemenjahr 2020 Wasser ist leben Literaturtippteratur-Tipp: Mein Usbekistan: Eine persönliche Reisebegleitung

200 Abbildungen, Informationen und persönlichen Reflexionen machen Lust Usbekistan kennenzulernen.

Autor: Marga Kreckel, Mitteldeutscher Verlag | ISBN: 978-3-898-12549-9

Uganda und Ägypten: Der Nil – Lebensader Afrikas
Der Nil: Lebensader Afrikas
15 Tage Dr. Tigges Studienreise
Uganda

Der Nil: Lebensader Afrikas

  • Bootsfahrt zu den Murchison Falls
  • Ins Innere der Cheopspyramide
  • Besuch im SEKEM-Zentrum
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ab € 4,895 inkl. Anreise
•  Bootsfahrt zu den Murchison Falls
•  Ins Innere der Cheopspyramide
•  Besuch im SEKEM-Zentrum

Der Nil ist der beherrschende Strom des östlichen Afrikas. Seine beiden Quellflüsse, der Weiße Nil und der Blaue Nil entspringen im Bereich des Viktoriasees, bzw. des äthiopischen Hochlandes.

Er durchquert tropische Landschaften, genauso wie die Sahara und das landwirtschaftlich intensiv genutzte Nildelta. Die stark schwankenden Wasserstände veranlassten seine Bewohner immer wieder zu Regulierungsmaßnahmen, wie etwa dem Bau von Staudämmen. So wurde die Flußoase des Nil zur Kornkammer Ägyptens.

Die Entdeckung der Nilquellen Themenjahr 2020 Wasser ist leben LiteraturtippUnser Lieratur-Tipp: Die Entdeckung der Nilquellen

Historisches Reisetagebuch der Leser erfährt von der kulturellen und politischen Landschaft Afrikas.

Autor: John H. Speke, Edition Erdmann | ISBN: 978-3-7374-0003-9

Israel und Jordanien: Wasser im Nahen Osten
Wasser im Nahen Osten
14 Tage Dr. Tigges Studienreise
Israel

Wasser im Nahen Osten

  • Shafda: Wasseraufbereitungsanlage bei Tel Aviv
  • Besuch in der Kibbuz-Oase Ketura
  • Unterwegs mit Beduinen
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ab € 3,495 inkl. Anreise
•  Shafda: Wasseraufbereitungsanlage bei Tel Aviv
•  Besuch in der Kibbuz-Oase Ketura
•  Unterwegs mit Beduinen

Der Jordan. Mehr als nur ein Grenzfluss oder Demarkationslinie. Lange Zeit war das Wasser dieses mythischen Flusses ein politisches Pfand seiner Anrainer. Es ging nicht nur um die eigene Nutzung dieser wichtigen Wirtschaftsressource, sondern auch darum, dem Nachbarn die Nutzung zu verweigern. Die Folgen dieses Denkens sind dramatisch.

Der Jordan ist über weite Strecken ein Rinnsal, der Wasserspiegel des Toten Meeres sinkt seit Jahrzehnten, die Artenvielfalt der Fauna nimmt besorgniserregend ab.

Doch ein Umdenken hat eingesetzt. Ein Masterplan soll helfen, die Situation am unteren Jordan zu verbessern. Effizientere Ressourcennutzung für alle hat man sich auf die Fahnen geschrieben. So gesehen kann ein Grenzfluss zu etwas Verbindenem werden und die Anrainerstaaten zusammenbringen. Der Umgang mit Wasser hat diese älteste Hochkulturregion der Menschheit schon immer geprägt.

Israel und Palästina Themenjahr 2020 Wasser ist leben LiteraturtippUnser Literatur-Tipp: Israel und Palästina. Warum kämpfen sie und wie können sie aufhören?

Eine sachkundige Einführung in einen der schwierigsten politischen Konflikte unserer Zeit.

Autor: Bernard Wasserstein, C.H. Beck | ISBN: 978-3-406-59159-4

Die Ostsee – das sensible Meer
Die Ostsee-das sensible Meer
14 Tage Dr. Tigges Studienreise
Polen + 7 weitere

Die Ostsee-das sensible Meer

  • Besuch des Maritimen Museums in Danzig
  • Im Jugendstilmuseum von Riga
  • Vasa-Schiff-Museum in Stockholm
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ab € 2,895 inkl. Anreise
•  Besuch des Maritimen Museums in Danzig
•  Im Jugendstilmuseum von Riga
•  Vasa-Schiff-Museum in Stockholm

Die Ostsee ist einer der bedeutendsten Naturräume Europas. Einflüsse und Verflechtungen der Anrainer machen die Region zu einem Tausende Jahre alten Kulturraum.

Das Überleben der Fauna und Flora im Brackwassermeer Ostsee ist auf die Erhaltung des empfindlichen Gleichgewichts dieses einmaligen Naturraums angewiesen. 2010 verabschiedeten die Ostseeanrainer einen ambitionierten Plan, mit dem die Ostsee bis 2021 „wiederbelebt“ werden soll.

Das Ostsee Buch Themenjahr 2020 Wasser ist leben LiteraturtippUnser Lieratur-Tipp: Das Ostsee Buch. Highlights einer faszinierenden Region

Der Bildband liefert mit Farbfotografien und informativen Texten spannende Eindrücke des Ostseeraums

Autor: Kunth Verlag | ISBN: 978-3-95504-450-3

Griechenland und Türkei: Wie der Orient nach Europa kam
Wie der Orient nach Europa kam
9 Tage Dr. Tigges Studienreise
Griechenland + 1 weiteres

Wie der Orient nach Europa kam

  • Besuch im Tempel von Didyma
  • Archäologie auf Samos
  • In den Gassen von Nafplio
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ab € 2,095 inkl. Anreise
•  Besuch im Tempel von Didyma
•  Archäologie auf Samos
•  In den Gassen von Nafplio

Das Mittelmeer ist – global gesehen – ein nur sehr kleines Meer, aber riesengroß an Geschichte und Kultur. Nirgendwo sonst sind die Einflüsse so sehr hin und hergegangen, haben sich die Traditionen der Gesellschaften so reich befruchtet wie hier.

Der Orient mit seinen medizinischen, künstlerischen und geistigen Errungenschaften konnte so den Aufstieg Griechenlands erst möglich machen. Das Meer war alles hier, nur keine Grenze.

Das Mittelmeer Themenjahr 2020 Wasser ist leben Literaturtipp

Unser Literatur-Tipp: Das Mittelmeer. Eine Biographie

Das Standardwerk in opulenter Ausstattung. Die Geschichte eines einzigartigen Kulturraums neu erzählt.

Autor: David Abulafia, Fischer Verlage | ISBN: 978-3-596-17441-6

Das Wasser als Lebensgrundlage in Italien
Das Wasser als Lebensgrundlage in Italien
11 Tage Dr. Tigges Studienreise
Italien

Das Wasser als Lebensgrundlage in Italien

  • Besuch eines ökologischen Weingutes
  • Wasseraufbereitung im Veneto
  • Küstenschutzprojekt MO.S.E.
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ab € 2,595 inkl. Anreise
•  Besuch eines ökologischen Weingutes
•  Wasseraufbereitung im Veneto
•  Küstenschutzprojekt MO.S.E.

Diese Reise zeigt, wie wichtig Wasser für Italien war und bis heute ist. Wir betrachten Wasser nicht nur als Getränk, sondern auch die Kriegs- und Handelswege im römischen Reich und hören und sehen, welche Rolle Wasser im Alltag eingenommen hat.

Lebensmittel, im wahrsten Sinne des Wortes, Grundlage für Weinbau, Park- und Gartenanlagen, die römische Bäderkultur und Fischfang, aber auch Quelle für Krankheitserreger – all diese Facetten werden wir auf unserer Reise durch Italien beleuchten.

Unser LiDie Seele des Flusses Po_Cover_themenjahr2020teratur-Tipp: Die Seele des Flusses. Auf dem Po durch ein unbekanntes Italien

Der Po, eine unbekannte Welt, ein grandioses Abenteuer: Kulturgeschichte von Italiens größtem Fluss.

Autor: Paolo Rumiz, Folio | ISBN: 978-3-852-56742-6

Spanien und Portugal: Die Lebensader der Iberischen Halbinsel
Vom Duero zum Douro ─ Lebensader der Iberischen Halbinsel
10 Tage Dr. Tigges Studienreise
Spanien + 1 weiteres

Vom Duero zum Douro ─ Lebensader der Iberischen Halbinsel

  • Fischerdorf Afurada
  • Bootsfahrt bei Miranda do Douro
  • Weinprobe in der Bodega Peñafalcon
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ab € 2,995 inkl. Anreise
•  Fischerdorf Afurada
•  Bootsfahrt bei Miranda do Douro
•  Weinprobe in der Bodega Peñafalcon

Der Duero kreuzt einmal die gesamte Iberische Halbinsel und wird auf dem Weg zum Atlantik an der portugiesischen Grenze zum Douro. Doch egal, welchen Namen der Fluss gerade trägt, in jedem Fall ist er eine der wichtigsten Lebensadern der Länder Spanien und Portugal.

Auf unserer Reise entlang des Flusses erleben wir an diversen Stationen hautnah, wie vielfältig Wasser ist. Wir erleben die durch die Flussnähe begünstigten fruchtbaren Naturräume, die Heimat einer reichhaltigen Flora und Fauna sind. Aber sehen Sie selbst wie die Bewohner Spaniens und Portugals ihren alltäglichen Nutzen aus dem Fluss ziehen.

Unser LiteraDas Portwein-Erbe Themenjahr 2020 Wasser ist leben Literaturtipptur-Tipp: Der Portwein-Erbe

Überraschend erbt Nicolas ein Weingut am Douro. Doch mysteriöse Vorfälle überschatten das Erbglück.

Autor: Paul Grote, dtv Verlagsgesellschaft | ISBN: 978-3-423-21082-9

USA: Lebensader Mississippi
Lebensader Mississippi
13 Tage Dr. Tigges Studienreise
USA

Lebensader Mississippi

  • Gespräch mit einem Farmer
  • Choctaw Tribal Farm
  • Bootsfahrt in die Bayous
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ab € 5,795 inkl. Anreise
•  Gespräch mit einem Farmer
•  Choctaw Tribal Farm
•  Bootsfahrt in die Bayous

Der Mississippi mit seinen Nebenflüssen bildet das Rückgrat der Vereinigten Staaten von Amerika. Am Wasser und mit dem Wasser des Mississippi drückt sich das Leben in allen Facetten aus.

Schon vor der Zeit der europäischen Einwanderer trafen sich hier Kulturen und schufen eine einzigartige Zivilisation. Der Mississippi ist Grundlage für einen großen Teil der hochtechnisierten Landwirtschaft in den Vereinigten Staaten. Die Baumwollplantagen im Süden hatten einen wichtigen Anteil an der politischen und kulturellen Geschichte der USA.

Im Flussdelta bei New Orleans werden die ökologischen Probleme der modernen Zivilisation augenfällig, aber gleichzeitig auch die Initiativen vieler amerikanischen Bürger zur Erhaltung eines einzigartigen Lebensraum.

Tom Sawyer USA Themenjahr 2020 Wasser ist leben LiteraturtippUnser Literatur-Tipp: Die Abenteuer des Tom Sawyer

Das große Abenteuer am Mississippi von dem vorwitzigen Jungen, der es faustdick hinter den Ohren hat.

Autor: Mark Twain, Dressler Verlag | ISBN: 978-3-7915-2005-6

Peru – Vom flüssigen Gold im Land der Inka
Peru ─ vom flüssigen Gold im Land der Inka
17 Tage Dr. Tigges Studienreise
Peru

Peru ─ vom flüssigen Gold im Land der Inka

  • Amazonas Kreuzfahrt in Außenkabinen
  • Besuch von Machu Picchu
  • Themenbezogene Projektbesuche
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ab € 5,695 inkl. Anreise
•  Amazonas Kreuzfahrt in Außenkabinen
•  Besuch von Machu Picchu
•  Themenbezogene Projektbesuche

Das Wasser – überall auf der Welt eine lebenswichtige Ressource – in Peru dazu noch eine besonders knappe. Wie kann es sein, dass über eine Million Menschen in der Hauptstadt nicht an das Versorgungsnetz angeschlossen sind? Wie kommt es, dass eine der trockensten Regionen des Kontinents einer der Hauptspargelexporteure der Welt ist? Welche mythologische Bedeutung haben Titicaca und Amazonas für die Urvölker des Landes?

All diesen Fragen gehen wir mit unserer Studienreiseleitung auf den Grund. Und wir erlauben uns einen kritischen Blick auf Verteilungsfragen, Flussbegradigungen und Umweltthemen, den wir beim Besuch mehrere Hilfsprojekten vertiefen.

Unser LiteFaszination Amazonas Themenjahr 2020 Wasser ist leben Literaturtippratur-Tipp: Faszination Amazonas. Seine Menschen, seine Tiere, seine Pflanzen

Der Amazonas und sein angrenzender Regenwald wird hier in allen wichtigen Facetten dargestellt.

Autor: Lother Staeck, Springer | ISBN: 978-3-662-58327-2

Alles fließt zusammen

Unser blauer Planet – der Begriff zeigt, was die Erde ausmacht. Denn die Ozeane bedecken einen Großteil unseres Heimatplaneten. Wasser ist der Ursprung allen Lebens, nährt uns, verbindet uns, schürt die Sehnsucht und stiftet Lebensfreude. Nicht umsonst zieht es die Menschen immer wieder an das Meer oder an stehende und fließende Gewässer. Dieses Element ist faszinierender als jedes andere – und dabei so fragil. Wir haben drei Experten zum Gespräch gebeten und betrachten gemeinsam die verschiedenen Blickwinkel zum Thema Wasser

Herr Bohlander, zum Einstieg in unser Gespräch möchten wir gerne wissen, wie die Idee zum Themenjahrschwerpunkt Wasser entstanden ist. Gab es konkrete Impulse?

Thomas Bohlander: Wie bei jedem Themenjahr ist ein wichtiger Impuls die aktuelle gesellschaftliche Debatte. Hier wollen wir ein Statement abgeben! Die Welt, die wir kennen, kann nur fortbestehen, wenn wir den Wert des Wassers erkennen, schätzen und schützen. Wo Quellen versanden oder Wasser durch Müll verunreinigt wird, verschwindet auch das Leben.

Wir wollen Reisende mitnehmen zu den Orten, an denen durch das Wasser faszinierende Kulturschätze entstanden sind. Wir wollen verständlich machen, wie Menschen auf der ganzen Welt über Jahrhunderte versucht haben, in Einklang mit Überschuss und Mangel von Wasser zu leben, wie dieses ihr kulturelles Erbe geformt und bereichert hat. Wasser hat insofern immer mindestens zwei Gesichter – es ist das Medium der Entspannung, der Erholung, des Loslassens und der Meditation. Gleichzeitig spiegelt sich im Wassermangel oder -überfluss das Gesicht des Vergehens und des Sterbens.

In den letzten Jahren fiel eines besonders auf: Überall berichten Menschen von den beunruhigenden Veränderungen des Klimas und sorgen sich über die zur Verfügung stehende Wassermenge für das tägliche Leben.

 

Welche Destinationen sind Ihnen aufgrund Ihrer persönlichen Reiseerfahrungen zuerst in den Sinn gekommen?

Thomas Bohlander: Da steht China an erster Stelle. In der chinesischen Kultur spielt Wasser eine ganz besondere Rolle; sie reicht von der alltäglichen Teezeremonie bis hin zur traditionellen Medizin. Jeder, der einmal auf dem Yangtze unterwegs war, wird bestätigen, dass dies eine einzigartige Reiseerfahrung mit vielen spektakulären Naturmomenten ist. Ebenso der Mekong: Die „Mutter aller Wasser“ fließt durch sechs Länder – und zeigt sehr deutlich, wie ein Fluss Lebensader, spirituelle Heimat, Wirtschaftsraum und Kulturträger zu gleich sein kann.

 

Gerade beim Thema Wasser gibt es ganz unterschiedliche Blickwinkel: den  religiösen, wirtschaftlichen, sozialen oder historischen. Welche Blickwinkel üben für Sie einen besonderen Reiz aus?

Nikolaus Gelpke: Insbesondere die Verknüpfung all dieser Blickwinkel macht für mich die eigentliche Faszination aus. Wenn z. B. Europa mit dem ausgehenden 15. Jahrhundert die Neue Welt entdeckt, sich somit neue Handelsrouten und Märkte erschließt, dann markiert das zugleich auch den Beginn der Aufklärung; das Wissen beginnt, das Glauben endet. Dies alles brachte uns Reichtum, Macht und die Moderne mit ihren Erkenntnissen. Das ist nur ein Beispiel einer unbedingten Verknüpfung von Aspekten, die das Meer uns bietet.

Thomas Bohlander: Für mich persönlich sind es allem voran die kulturellen, religiösen Aspekte, die einen besonderen Reiz ausmachen. Wasser ist die Lebensader einer Kultur. Daher ist es kaum verwunderlich, dass viele Kulturen ihre Wasserquellen als Gottheiten verehren. Alles hängt davon ab: Ernte, Transport, die gesamte Lebensgrund-lage. Auch die komplexen Beziehungen zwischen Kulturen und Ländern erklären sich jedem, der sich mit dem Thema Wasserwege befasst. Es sind aber gerade die sozialen und wirtschaftlichen Faktoren, die unsere Produktentwickler und Reiseleiter vor besondere Herausforderungen stellen. Hier geht es nicht selten um Konflikte und die problematischen Seite des Themas. Uns muss es dann gelingen, Programmpunkte zu finden, die beide Seiten anschaulich beleuchten. Die Studienreiseleitung wiederum hat die Aufgabe, vor Ort immer wieder auch die kritischen Punkte im Umgang mit den Wasservorkommen zu beleuchten.

Nikolaus Gelpke: Jede Kultur kennt den Überlebenswert von Trinkwasser. Und alle Kulturen und Völker nutzten schon immer die Meere als Handelswege. Das Segel ist auch viele tausend Jahre älter als das Rad! Ohne das Meer hätte es den kulturellen Austausch zwischen Völkern nie so rasant und massiv gegeben. Europa hat mit seiner hegemonialen Langzeitpolitik, gepaart mit der Mission des Christentums, sicherlich am stärksten die kulturellen und politischen Möglichkeiten der Meere für sich genutzt.

 

Gewässer können einen gesamten Kulturraum prägen, kann ebenso die Völker einen wie entzweien. Sind Sie thematisch damit in Berührung gekommen?

Nikolaus Gelpke: Ich bin zum Teil in Italien groß geworden. Besonders in Mittelmeerländern treffen Sie überall auf Einflüsse anderer Kulturen. Ob das die Rückkehrer der Kreuzzüge waren, die Architektur der Mauren oder die Erkenntnisse in Mathematik oder Astronomie – überall spürt man die Prägung Europas durch Afrika und das Morgenland. Das Meer vereint!

 

Bisher lief der wirtschaftliche Standpunkt allzu oft dem akuten Handlungsbedarf aus Umweltschutzgründen den Rang ab. An welcher Stelle zeichnet sich heute ein Umdenken ab?

Ulrich Bähr: Leider an zu wenigen. Die Meereskrise hat viele Gesichter – Überdüngung, Versauerung, Verschmutzung durch Plastik und Öl, Erwärmung und vieles mehr. Einige dieser Probleme sind in den Fokus gerückt, wie z. B. Plastikmüll. Andere wiederum sind der Öffentlichkeit fast unbekannt, wie z. B. die Überdüngung. Gehandelt wird meiner Auffassung nach kaum und zu langsam.

Nikolaus Gelpke: Es ist ja auch immer so, dass die Gesellschaft zuerst eine wirtschaftliche Grundsicherung anstrebt. Damit einhergehend entwickeln sich natürlich auch neue wirtschaftliche Ideen. Umweltschutz ist eine geistige Haltung, die wir uns erst erlauben, wenn wir wirtschaftlich abgesichert sind. Man kann das immer wieder gut bei Bundestagswahlen erkennen: In Rezessionszeiten finden Sie Umweltschutz auf den hinteren Rängen der wichtigen Wahlthemen, also auf Platz sieben oder neun. Wenn die Wirtschaft prosperiert, dann finden Sie das Umweltthema durchaus auf Platz eins oder zwei. Die Prioritäten entsprechen denen der Darwinistischen Lehre: erst existentielle Absicherung, dann das längerfristige Denken. Das derzeitige Umdenken wurde uns erst ermöglicht durch soziale, wirtschaftliche und friedliche letzte Dekaden in Europa. Zugleich spüren wir einen gewissen existentiellen Bedarf aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse.

 

Tatsächlich gehören Umweltschutz im Allgemeinen sowie Klima- und Meeresschutz im Speziellen zu den hochaktuellen Themen. Welche Bedeutung hat das Thema Bildung in diesem Themenkomplex?

Ulrich Bähr: Die unbekannten und wenig fassbaren Probleme beispielsweise der Ozeane müssen in den Fokus gerückt werden. Ein wesentlicher Adressat für Bildung ist dabei die politische Klasse. Nur wenige Probleme – wie etwas Plastikmüll oder zusammenbrechende Fischbestände – lassen sich durch eine Verhaltensänderung der Verbraucher ändern; es kann nicht alles durch den Markt geregelt werden.

 

Welchen Stellenwert nimmt der Nachhaltigkeitsgedanke bei der Konzeption einer Gebeco-Reise ein?

Thomas Bohlander: Tourismus und Nachhaltigkeit zu vereinen, bringt selbstverständlich Herausforderungen mit sich. Die größte dabei: eine nachhaltige Reiseerfahrung zu schaffen, ohne den Komfort und den Erlebniswert für die Reisenden zu sehr einzuschränken. Bei Gebeco gehen wir diese Herausforderung mit viel Engagement und Ideenreichtum an.

Von primärer Bedeutung sind für uns vor allem die Förderung der lokalen Wertschöpfung und das Schaffen von Begegnungen mit den Gastgebern vor Ort. Jede Gebeco-Reise soll dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis für unterschiedliche Lebensweisen zu verbessern, wobei gleichzeitig ein verantwortungsvoller Umgang mit den ökologischen Ressourcen, kulturellen Schätzen und sozialen Gegebenheiten vor Ort umzusetzen ist – das ist unser Anspruch an uns selbst, bei jeder Reise.

Ulrich Bähr: Ich glaube, jeder Mensch begreift instinktiv den Wert der Gewässer für uns alle und jeden ganz persönlich. So spielt das Meer in Mythen und Geschichten fast aller Völker eine herausragende Rolle. Wir müssen seine Bedeutung immer wieder in allen Facetten zeigen und erfahrbar machen, dass es nämlich kein Konsumgut für den Urlaub oder ausbeutbarer Lieferant für Nahrung und Energie ist, dass wir nicht von ihm, sondern mit ihm leben müssen. Und das in den Bildern und Geschichten der Kulturen.

 

Treten wir zum Abschluss thematisch noch einmal einen Schritt zurück: Die Sehnsucht nach
Wasser – warum zieht es uns an die Küsten und Ufer? Und warum ist der Blick aufs Wasser für uns ein Inbegriff von Urlaub und Erholung?

Nikolaus Gelpke: Die Sehnsucht nach dem Meer, nach der Erholung an Ufern und Flüssen scheint sich aus verschiedenen Aspekten herzuleiten. Die kontemplative Weite, verbunden mit der Reduktion an Farben, Geräuschen, Motiven und Gerüchen, entspricht sehr stark den Grundsätzen des Mönchsdaseins. Die Konzentration auf das Wesentliche wird ermöglicht durch die Reduzierung an Sinneseindrücken. Das Meer steht für all das. Ebenso der Fluss – beispielsweise als Motiv bei Siddharthas Fährmann.

Zudem empfinden wir die Weite auch in der dritten Dimension als Herausforderung für Geist und Körper. Mal ganz abgesehen von den wirklich fantastischen haptischen Eigenschaften von Wasser oder dem beruhigenden Rauschen der Brandung.

Thomas Bohlander: Am greifbarsten war für mich die Sehnsucht nach Wasser in Asien zu spüren. Die ersten Regenfälle nach Monaten der Trockenheit sind wie ein wahrer Befreiungsschlag: Endlich wieder Regen, endlich wieder Wasser, endlich wieder Hoffnung für neues Leben! Dieses Gefühl des Aufatmens wird von buddhistischen Völkern jedes Jahr gebührend gefeiert, im Rahmen des Wasserfestes. Traditionell stehen dabei die Frauen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten, denn Wasser steht für Fruchtbarkeit. Mit Tanz, Musik und einer gigantischen Wasserschlacht, durfte ich gemeinsam mit den Einheimischen das Lebensgeschenk Wasser feiern. Die Freude und Ausgelassenheit der Feiernden begleiten mich noch heute. Das Wasserfest hat mir gezeigt, Wasser ist ein wahrhaft faszinierender Stoff, der uns Zeit gibt zum Hoffen und Träumen. Und einige dieser Träume lassen wir auf unseren Themenjahrreisen lebendig werden.

Nikolaus Gelpke

Seine Ziehmutter Elisabeth Mann Borgese hatte ihm den Rat gegeben, Meeresbiologie zu studieren. Und er folgte diesem Rat. Sein Diplom machte der gebürtige Schweizer am jetzigen GEOMAR in Kiel. 1995 gründete er den mareVerlag und veröffentlichte zwei Jahre später die Erstausgabe des Magazins mare, bald ergänzt durch die Sendung mareTV auf NDR sowie das mare Buchprogramm ab 2001. Als Gründer und Herausgeber des World Ocean Review sowie durch seinen Vorsitz und seine Mitarbeit in zahlreichen Meeres NGOs und Stiftungen begrüßen wir einen außerordentlich erfahrenen Experten in unserer Gesprächsrunde.

Ulrich Bähr

Der Experte für Kommunikation, Edutainment und E-Learning ist Träger des Grimme-Online-Awards und stand für zahlreiche Projekte für Kunden wie das Bundespräsidialamt, den WWF und Greenpeace in der Verantwortung. Heute leitet Ulrich Bähr den Bereich Digitalisierung der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein und realisiert den Meeresatlas unter dem Dach der Stiftung – der anhand dezidierter Daten, Fakten und Zusammenhänge, in zahlreichen Beiträgen und Grafiken den Zustand der Weltmeere und den daraus resultierenden Handlungsbedarf aufarbeitet.

Thomas Bohlander

Nach seinem Studium der Sinologie, Geographie und Ethnologie an der Universität Tübingen sowie an der Fudan Universität in Shanghai entdeckte Thomas Bohlander als Studienreiseleiter in Asien seine Liebe zur anspruchsvollen Touristik. 1989 übernahm er das Amt des Chef-Repräsentanten von Gebeco in Peking und wechselte einige Zeit später in die Verkaufsleitung in Kiel. Als mittlerweile langjähriger COO von Gebeco stehen die Bereiche Touristik sowie Marketing und Vertrieb unter seiner Leitung.

kleine Ein- und Ausblicke

Wasser ist Leben – eine Themenjahrreise ist im Jahr 2020 auch eine Reise, auf der uns die fundametale Rolle des kühlen Nass' noch deutlicher bewusst wird. Bevor Sie mit uns auf Reisen gehen, können Sie sich schon einstimmen lassen mit kleinen Einblicken ins Reiseland und den Umgang seiner Bewohner mit dem Medium Wasser. Herzlich willkommen im Kultur-Rauschen.

Usbekistan – Sehnsuchtsorte der Wüste

themenjahr 2020 usbekistan SeeWie eine Insel im unendlichen Wüstenmeer liegt die Oase scheinbar im Nirgendwo. Obwohl sie auf den ersten Blick vom Rest der Welt abgeschnitten scheint, ist sie an Grundwasser, Quellen oder Flussläufe angebunden.

Was muss das für ein Gefühl sein, wenn auf dem unendlichen Weg durch die spröde Wüste, nach stundenlangem Nichts plötzlich das rettende Wasser vor einem auftaucht. Beeindruckende Oasenstädte wie Chiwa im Westen von Usbekistan zeigen, was passiert, wenn Menschen sich an diesen besonderen Orten ansiedeln. Früher war es noch der Aralsee, der diese Perle inmitten der Wüste mit Wasser versorgte. Heute ist es das Kanalsystem des Flusses Amu Darya.

Das flüssige Gold von Zentralasien

Themenjahr 2020 UsbekistanLange galt die Seidenstraße für die Länder Zentralasiens als bedeutende Handelsroute für Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Turkmenistan. Heute ist der Zusammenschluss passé. Denn die Wasserknappheit sorgt immer wieder für Konflikte.

Eine sehr wasserintensive Landwirtschaft führte zur Knappheit des flüssigen Goldes und wandelte ganze Landstriche in Salzwüsten um. Kirgistan und Tadschikistan haben Glück. Sie besitzen die Kontrolle über zwei der größten Flüsse in der Region. Ihren Reichtum wollen sie für die Energiegewinnung aus Wasserkraft nutzen. Ganz anders die Länder am Unterlauf – Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan. Sie setzen auf Landwirtschaft und benötigen hierfür reichliche Wasserressourcen.

Die ungleiche Verteilung und unterschiedlichen Ansätze für die Nutzung des flüssigen Goldes führen seit Jahren zu regionalen Spannungen und Konflikten.

Der Mekong

Die Umkehr des Flusses

themenjahr2020 Kambotscha Tonle-seeKann ein Fluss flussaufwärts fließen? Tatsächlich gibt es einige Flüsse, die zu bestimmten Zeiten aufgrund besonderer klimatischer, geologischer oder astronomischer Gegebenheiten ihre Richtung ändern. Der Tonle in Kambodscha gehört zu diesen wenigen Ausnahmen und bietet damit ein weltweit einzigartiges Naturschauspiel.

Schuld daran ist der Mekong, der mit Beginn der Regenzeit im Sommer sein Hochwasser in den Tonle drückt. Neben den schweren Monsun-Niederschlägen sorgt die Schneeschmelze im Himalaya für noch mehr Wassermassen, die in das Gewässer drängen. Die Folge: Der hohe Wasserdruck und das geringe Gefälle des Tonles erzwingen die Umkehr des Flusses. Er dehnt sich dabei aus und befüllt mit seinen Wassermassen den gleichnamigen Tonle See. An die Eigenart des Flusses haben sich die Menschen angepasst. Imposante Pfahlbauten ragen am Fluss- und Seeufer empor, welche die meist bunten Häuser vor Hochwasser schützen.

Im November fließt das Wasser wieder ab und kehrt in den Mekong zurück. Dieses Ereignis feiern die Kambodschaner in Phnom Penh im ganz großen Stil – und zwar drei Tage lang mit Festessen, Musik, Tanz und Feuerwerk. Das Wasserfestival ist das am meisten besuchte Fest in ganz Kambodscha. Seit dem 13. Jahrhundert wird das sogenannte „Bon Om Touk“ zu Ehren des Wassers zelebriert. Denn für die Menschen hat es eine herausragende Bedeutung: Der überflutete See ist eine reichhaltige Quelle für den Fischfang und auch das umliegende Ackerland profitiert von den Mineralien aus dem See.

 

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Indien – Heilige Lebensader

Der Ganges: Indiens heilige Lebensader

O Mutter Ganga! Du bist der Halsschmuck auf dem Kleid der Erde.
Du bist es, durch die man den Himmel erreicht. O Bhagirathi!
Ich bitte Dich, möge mein Körper vergehen, nachdem er an Deinen
Ufern gelebt und Dein reines Wasser getrunken hat;
nachdem ihn Deine Wellen geschaukelt und er Deines Namens gedacht hat.

Gebet aus dem Epos Ramayana

Ganges bad Themenjahr 2020Für die mehr als eine Milliarde Hindus auf der ganzen Welt ist der zweitlängste Fluss Indiens so viel mehr als nur ein Gewässer. Er ist ihnen der heiligste aller Flüsse!

Das Gebet aus dem Epos Ramayana ist ihr gewidmet, dem Ganges, der nämlich eigentlich weiblichen Geschlechts ist. Ein Bad im Flusswasser der „Mutter Ganga“ soll von den Sünden reinwaschen und eine heilende Wirkung haben. Obwohl der Ganges inzwischen zu den dreckigsten Flüssen der Welt zählt, vertrauen die Gläubigen weiter auf seine reinigende Kraft.

Neugeborene und frisch Vermählte werden mit dem Flusswasser besprenkelt. Millionen von Pilgern besuchen jährlich die unzähligen kleinen und großen Wallfahrtsorte entlang des Ufers. Auch zum Sterben kommen jedes Jahr zehntausende Menschen an den Fluss. Denn nach Vorstellung der Gläubigen transportiert das Wasser die Seelen der Toten zum Ort des ewigen Lebens.

Über 2.700 Kilometer schlängelt sich der Ganges durch Indien und Bangladesch – vom Himalaya zum Indischen Ozean. Für hunderte Millionen Menschen ist er nicht nur ein heiliger Fluss, sondern auch Lebensader, spendet Trinkwasser, sorgt für Arbeit – und gilt doch gleichermaßen als keimverseuchte Gefahr für Leib und Leben.

Seine herausragende Bedeutung bringt manchen Konflikt mit sich. Der Farakka-Staudamm in der Nähe der Grenze zu Bangladesch gilt dabei als der größte Streitherd. Während die Inder den Wasserpegel auf ihrer Seite je nach Bedarf mithilfe des Staudamms regulieren können, haben die Menschen in Bangladesch mit versalzenen Böden und unbändigen Wassermassen als Folgen zu kämpfen.

 

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Ein Massenbad befreit von allen Sünden

Wenn Millionen von Menschen in safranfarbenen Gewändern oder ohne Kleidung nur mit Blumenketten und heller  Asche bemalt in den Ganges strömen, findet in Indien das größte Fest der Menschheit statt. Kumbh Mela nennt sich dieses besondere Ereignis, was übersetzt „Das große Krugfest“ bedeutet. Schauplatz des heiligen Massenbads ist die  Flusskreuzung von Ganges und Yamunas. Ein Bad an genau dieser Stelle soll von allen Sünden befreien. Ganges Themenjahr 2020Der hinduistischen Mythologie zufolge verschütteten die Götter etwas von dem Nektar der Unsterblichkeit.

Das große Krugfest findet nur alle zwölf Jahre statt. Denn nur dann stehen die Sterne in optimaler Konstellation, bei der die Wirkung des wertvollen Elixiers am größten sein soll. Doch auch an jedem anderen Abend finden sich hunderte von Gläubigen am Ufer des Ganges ein, um zu beten und die Aarti-Zeremonie zu feiern.

Die Gesänge der Mantras und religiöser Hymnen erfüllen die Luft, während Öllampen entzündet werden. Kleine Lichter und Blüten werden auf Schiffchen gesetzt, welche mit der Strömung den Fluss hinabtreiben. Riesige Flammen erleuchten das Ufer. Sie gelten der Göttin Ganga und sollen den Gläubigen Erleuchtung bringen und alles Negative im Feuer verbrennen. 

Chinas großer Fluss

Traditionelle Lebensader – Chinas Yangtze-Strom

Kaum ein anderer Fluss auf dieser Welt ist so vielseitig. Der Yangtze – auch Großer Drache genannt – ist der längste Fluss Chinas. Leise und fast schon sanft entspringt er in den Hochebenen Tibets. Dort lässt er die schönsten Hochgebirgswiesen entstehen, bevor er immer schneller und größer werdend über die ersten Höhenstufen stürzt und in der Tigersprungschlucht seine wilde Kraft entfalten kann. Hängebrücken und todbringende Übergänge: Wer diese unter Kontrolle hatte, beherrschte die Ländereien.

Der Yangtze teilt das Land klimatisch und geografisch in zwei Hälften und fließt mehr als 2.000 Kilometer auf Shanghai und das Meer zu. Den landwirtschaftlich so vielfältig nutzbaren Gegenden gibt dieser Fluss Leben.

Im Laufe der Zeit bauten die Menschen gewaltige Städte an diesem Strom. Durch die Staudämme wurde der Yangtze auch zum Vater der neuen Energiegewinnung, der vielen Leben gibt und durch die so mancher Lebensraum genommen wurde. Yin und Yang: Sie stehen für den Charakter dieses Flusses, der sich am Ende seiner Reise durch das Land mit dem Ostchinesischen Meer vereint.

 

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Der Nil – Lebensader Afrikas

Herodot und die „Nilozentrik“

themenjahr 2020 Nil AgyptenDer griechische Geschichtsschreiber hat ein ganzes Buch seiner berühmten „Historien“ dem Land der Pharaonen gewidmet. Aber hat er es überhaupt je besucht? Da streiten sich die Gelehrten noch.

Auf jeden Fall wusste er um die Bedeutung des Nils für Ägypten und nannte das Land ein „Geschenk des Nils“. Gemeint war damit vor allem das durch die immer wiederkehrenden Überschwemmungen so immens fruchtbare Nildelta. Und wirklich: Ohne den Fluss ist die Geschichte und Kultur der Pharaonen gar nicht zu verstehen.

Und heute? Der große Staudamm bei Assuan hält den fruchtbaren Schlamm zurück, der steigende Meeresspiegel bedroht das tiefliegende Delta.

Was heute als Kornkammer des Landes gilt, war früher einmal die Geburtsstätte der wichtigsten Götter, nämlich der beiden Fruchtbarkeitsgötter und späteren Herrscher der Unterwelt Osiris und Isis.

Von Touristen kaum beachtet, lag und liegt hier eigentlich das Herz des Landes. Und dazu gehört auch Alexandria, benannt nach einem großen Griechen, ist heute der Dreh- und Angelpunkt von Handel und Industrie in Ägypten.

 

Aus der Höhe entspringt ein Fluss

Themenjahr 2020 Henry Morton Stanley und David Livingstone NilDie alten Ägypter sahen die Ursprungsquellen des Nils in den Katarakten südlich von Assuan. Der Schotte David Livingstone und der Brite Henry Morton Stanley suchten sie Mitte des 19. Jahrhunderts unermüdlich im Zentrum des Kontinents.

Generationen haben die Berichte der beiden Forscher gelesen. Heute, nach über fünf Jahrtausenden der Unwissenheit, wissen wir es genau: Der Blaue Nil entspringt im abessinischen Hochland Äthiopiens, der Weiße Nil in den Bergen von Ruanda und Burundi westlich und südlich des Viktoriasees – beide auf etwa 2.700 Metern Höhe.

Der Orient und der Jordan

Der Jordan – Kampf ums Wasser

themenjahr 2020 jordanDas Schild an der Straße um den See Genezareth macht auf den Jordan aufmerksam. Doch wer ihn überquert, sieht ihn kaum noch zwischen den Schilf- und Grasbüscheln an seinen Ufern. Mittlerweile ist er wohl der berühmteste Bach der Welt. Dreitausend Jahre Geschichte. Dreitausend Jahre Streit um Grenzen von Reichen, Dynastien und Ländern. Die Lebensader des Nahen Ostens entspringt in den Bergen des Libanon und auf den Golanhöhen – weshalb er auch der „herabsteigende Fluss“ genannt wird. Die Bibel nennt ihn oft: Josua überquerte ihn, Jesus wurde mit seinem Wasser getauft. Heute geht es um die Wasserentnahme für die Landwirtschaft. Israel und Jordanien, die Kibbuzim und die Bauern aus der Gegend um Amman sind auf sein Wasser angewiesen. Verträge regeln die Zuteilung, sie sollen es jedenfalls. Verständlich wird hier auch die Sorge um militärische Konflikte. So hält Israel seine Hand auf die Golanhöhen, um den Zugang zum Fluss zu sichern. Und der unaufhaltsame Klimawandel wird die Situation nicht begünstigen: Weiter sinkende Wasserstände – man sieht es deutlich – kann sich der Jordan wohl nicht leisten.

Hoffnung für das Tote Meer

Der tiefstgelegene See der Welt – heute rund 430 Meter unter dem Meeresspiegel – hat nur einen wesentlichen Zufluss: den Jordan. Und genau das ist das Problem. Der Jordan führt immer weniger Wasser, da die Anrainerstaaten Israel und Jordanien dieses für ihre Bewässerungsprojekte entnehmen. Daher kommt es immer wieder auch zum Streit über die Verteilung.

Helfen können nur sehr teure Projekte wie Meerwasserentsalzungsanlagen oder gar eine Leitung direkt aus dem Mittelmeer in die Senke des Jordangrabens. Solange hier keine einvernehmlichen Lösungen gefunden werden, geht der Streit um das überlebenswichtige Wasser weiter – und das Tote Meer geht mehr und mehr zurück.

Dabei handelt es sich um einen einzigartigen Naturraum. Sehen Sie in der Kirche von Madaba mal genau hin: Dort haben die Mosaikkünstler vor rund 1.400 Jahren Fische in den Jordan eingearbeitet. Doch am Toten Meer machen sie halt und kehren um, da nur Algen darin leben können. Sollte sich hier eine alte Geschichte wiederholen? In alter Zeit hieß das Tote Meer auch „Meer von Sodom“. Einige Wissenschaftler nehmen an, dass dort die Städte Sodom und Gomorrha lagen, die bei einem gewaltigen Erdrutsch in das Seebecken gerutscht seien.

Solche Bewegungen können die Folge größerer Veränderungen der Uferlinie sein. Vielleicht weist also eine alte Geschichte auf die Gefahren hin, die bei einem unsachgemäßen Umgang mit diesem sensiblen Lebensraum durchaus bestehen.

 

Themenjahr 2020 Totes Meer

Die Ostsee

Profil mit flüssigen Übergängen

Themenjahr 2020, Wasser ist Leben, Schiff,Wenn die Ostsee selbst auch verhältnismäßig jung sein mag, so trägt der daraus gewachsene Kulturraum mit seinen mehreren tausend Jahren ein hohes Alter – und eine nicht mindere Bedeutung. Polymorph, dynamisch, autark – alle diese Attribute fließen innerhalb dieses Kulturraumes ineinander. Die Anrainer sind auf vielfältige Weise miteinander verflochten und voneinander abhängig.

Aus den verschiedenen Besiedelungsformen entlang der Küsten sind mächtige Handelsbeziehungen wie die der Wikinger und später des Hansebunds hervorgegangen, deren Stempel bis heute manche Stadtarchitektur ziert. Auch nachdem die Entdeckung der Neuen Welt den Untergang der Hanse besiegelte, verteidigte die Ostsee ihre Bedeutung als Schifffahrtsweg, und die Wirtschafts- und Kulturbeziehungen blühten ungehindert auf. Bis der Eiserne Vorhang fiel.

Nach einem halben Jahrhundert im ökonomischen Dornröschenschlaf schlug der Zusammenbruch der Sowjetunion neue Wellen in die Ostsee. Heute könnte das Binnenmeer, das so lange neben seinem großen Bruder, dem Mittelmeer, wirtschaftlich vor sich hingedümpelt hatte, europäischer kaum sein: Fast alle Anrainerstaaten sind EU-Mitglied, Wirtschaftspartner und Verbündete im Kampf für den Umwelt- und Meeresschutz.

Aus der komponentenreichen Mischung aus allen Buchten der Ostseeküste hat sich eine ganz eigene Identität, ein übergreifendes Profil entwickelt, das sich etwa in der ähnlichen Wesensart und kulturellen Ausprägung der Skandinavier, Norddeutschen und Balten widerspiegelt. Und wie gut diese Art ankommt, sieht man an der stetig wachsenden touristischen Nachfrage.

 

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Das Mittelmeer

Zwischen Grenze und Sehnsuchtsort

themenjahr 2020 MittelmeerDas Mittelmeer ist nicht immer ein Ort der Entspannung und Erholung gewesen. Wasser bedeutet in der Antike ein Medium, das von Göttern bewohnt war, die man zufriedenstellen musste. Am Ende des Horizonts endete auch die vorstellbare Welt und der „Abgrund“ begann.

Im 19. Jahrhundert wurde das Wasser in Thermalbädern, Badeorten und Lustgärten ein Fluidum der Entspannung, der Gesundung und der Meditation. Die Küsten Griechenlands wurden Sehnsuchtsorte vieler Menschen – und die Ungeheuer aus den Erzählungen um den Seefahrer Odysseus verloren ihren Schrecken.

Dies galt und gilt jedoch nur für diejenigen, die über die entsprechenden Mittel verfügten und das Recht besaßen, frei zu reisen. Millionen von Menschen südlich des Mittelmeeres schauten und schauen heute wieder in ganz anderer Form über die Weite des Meeres, verbanden und verbinden ganz andere Gefühle, wenn sie den Sonnenuntergang schauen und ihre Gummiboote betreten. Ihre „Kreuzfahrt“ in eine bessere Welt kostet sie unter Umständen das Leben und bringt ihnen eine vollkommen andere Zukunft als erhofft. Für sie ist das Meer eine Grenze, unter ungünstigen Umständen gar ein Todesraum. Also werden wir eine Reise zu einem Mittelmeer unternehmen, das in jeder Weise in der Mitte unseres Denkens liegt.

Das „bewegte“ Mittelmeer

themenjahr 2020 MittelmeerNach dem Griechisch-Osmanischen Krieg 1919 bis 1922 – für die Griechen eine „kleinasiatische Katastrophe“, für die Osmanen ein „Befreiungssieg“ – wurden im Vertrag von Lausanne umfangreiche Zwangsumsiedlungen beschlossen.

Das Griechentum in Kleinasien, das unzählige Dichter und Philosophen hervorgebracht und damit das „Abendland“ geprägt hat, nahm ein abruptes Ende. Jeder vierte Grieche flüchtete und ebenso musste eine halbe Million Osmanen aus Nordgriechenland und von den Inseln weichen.

Für die Volkszugehörigkeit war damals die Religion ausschlaggebendes Kriterium. Traumatische Geschehnisse – bis heute. Im ehemals magischen Ephesos begegnen Reisenden wiederum den Spuren des „Völkerapostels“ Paulus, der viel Unruhe in die Stadt brachte, in der mit dem Tempel der Artemis eines der sieben Weltwunder zu finden ist.

Sind seine Motive und Argumente heute im Diskurs um religiöse und kulturelle Deutungshoheit überhaupt noch interessant? Oder können wir sogar etwas von ihm lernen? Auch auf diese Fragen wird man nur vor Ort verlässliche Antworten finden – in dieser Region jener so dynamischen und oft auch so widersprüchlichen Welt.

Das Wasser und das alte Rom

Die Badekultur und der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens

themenjahr2020 Italien BadDie Badekultur der alten Römer war von derart hohem Stellenwert, dass die landesweit besten Architekten und Bauleute gerufen wurden, um die prunkvollsten Anlagen zu errichten. Filigrane Mosaike, glänzende Marmorböden, varianten-reiche Badebecken, Schwitz- und Dampfbäder waren Bestandteile der eindrucksvollen Prestigebauten.

Auch wenn heute kein Wasser mehr in den Gemäuern der Terme di Caracalla plätschert, erzählt uns die einst zu den größten Thermenanlagen Roms gehörende Ruine davon, wie hier alle Komponenten des städtischen Miteinanders zusammengeflossen sind. Reinlichkeit stand im Übrigen nicht unbedingt im Vordergrund. Denn eine Therme war weit mehr als ein Ort der heilsamen Entspannung, sondern gleichermaßen Besprechungsraum, Verhandlungstreffpunkt und erotischer Lustort.

Douro – fließende Grenzen

Auf der Iberischen Halbinsel staut sich was

themenjahr2020, Wasser ist Leben, DueroKlima und Geographie der Iberischen Halbinsel führen zu einer sehr ungleichen Verteilung der lebenswichtigen Ressource Wasser. Die Landschaft ist  einerseits durch den sehr feuchten Norden geprägt. Andererseits gibt es wüstenähnliche Gebiete, wie etwa in den autonomen Regionen Aragon und Kastilien. Gleichzeitig findet ein Großteil der für den Export so wichtigen landwirtschaftlichen Produktion in den eher trockenen Gebieten am Mittelmeer statt, wie etwa in Andalusien und Murcia.

Was also tun? Schon in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts wurde in Spanien der Plan Hidrográfico Nacional erstellt. Alleine entlang des spanisch-portugiesischen Flusssystems Duero/Douro befinden sich heute 15 Stauseen. Insgesamt gibt es derzeit etwa 350 Stauseen in ganz Spanien. Der größte Staudamm, die Embalse La Serena liegt nahe der portugiesisch-spanischen Grenze. Hier wird die unvorstellbar große Wassermenge von bis zu 3,12 Milliarden Kubikmetern gespeichert. Und doch reicht die Wassermenge immer noch nicht aus, um alle Verbraucher zufriedenzustellen.

Die stetig wachsende Nachfrage ist übrigens eher der Landwirtschaft geschuldet. Spanien hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der größten Gemüse- und Obstproduzenten Europas entwickelt. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, muss Jahr für Jahr mehr Wasser aus dem Norden transportiert werden. Gleichzeitig werden laufend neue Staudämme geplant, in den letzten Jahren allerdings gegen den wachsenden Widerstand ökologisch bewusster Kreise.

 

themenjahr2020, Wasser ist Leben, Duero

Mississippi

USA – Verliebt in einen Fluss

themenjahr 2020 missisippi schiff3.778 Kilometer – misst der Mississippi von der Quelle bis in den Golf von Mexico wie Mark Twain einst schrieb „in jeder Hinsicht bemerkenswert“. Wie der junge Mark Twain mit seinen Streichen und seiner Abenteuerlust in der streng kirchlichen Stadt und bei seinem Vater aneckte, erzählen uns seine späteren Romane „Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn“. Die Faszination des Mississippi begleitete Mark Twain sein Leben lang. Die Liebe zu diesem bemerkenswerten Fluss spiegelt sich nicht zuletzt in der Wahl seines Künstlernamens wider. „Mark Twain!“ (Zwölf Fuß Wasserstand) riefen die Matrosen der Mississippi-Schiffe ihren Lotsen an gefährlichen Stellen immer wieder laut zu, damit diese das Steuer richtig ausrichten konnten.

Genau wie in seinem Leben, spielt der Mississippi auch in Mark Twains literarischen Werken eine zentrale Rolle. Dank seiner Geschichten über das Leben am und auf dem Fluss, ging von dem Wort „Mississippi“ bald eine ganz eigene Magie aus. Auch ohne ihn je selbst gesehen zu haben, träumten Leser weltweit von diesem fantastischen Fluss.

Heute nutzen fast 20 Millionen Amerikaner den Fluss täglich als Trinkwasserquelle. Das nährstoffreiche Wasser des Flusses schafft fruchtbare Böden, die ertragreich für die Landwirtschaft genutzt werden. Viele Projekte arbeiten zur Zeit an Naturschutzlösungen, die die Wasserqualität bewahren und gleichzeitig die Produktivität der landwirtschaftlichen Flächen erhalten sollen. Zusammen mit den ansässigen Landwirten werden Schutzmaßnahmen ergriffen, die den gemeinsamen Lebensspender – den Mississippi wie Mark Twain ihn einst kannte – retten sollen.

Der Amazonas und der Titicaca-See

Lebensader Perus

themenjahr 2020 Peru AmazonasDer längste Fluss Südamerikas führt seinen Namen Amazonas ab genau der Stelle, wo seine Quellflüsse Marañón und Ucayali in Peru zusammenfließen. Als Hauptverkehrsader für Fracht, Nährquelle für Landwirtschaft, roter Faden im spirituellen Selbstverständnis und Heimat indigener Völker, prägt das mächtige fließende Gewässer das Land Peru landschaftlich und kulturell.

Um das Amazonasgebiet im Nordwesten wirtschaftlich besser zugänglich zu machen, soll bis 2020 in der Provinz Loreto ein verbreiteter Kanal entstehen. Wie stark umstritten das Vorhaben der Regierung vor allem bei der indigenen Bevölkerung ist, vernimmt man beispielsweise an einem jener dörflichen Umschlagplätze am Ufer des Flusses. Neben Obst und Gemüse, Gewürzen und Fisch werden auch Sorgen und Hoffnungen, Erinnerungen und Zukunftsaussichten untereinander ausgetauscht.

Generationen auf der Wasseroberfläche

Damals wie heute ist der Titicaca-See von einem unschätzbaren landwirtschaftlichen, kulturellen und spirituellen Wert für das indigene Volk der Uro. Einst lebte es ausschließlich vom und auf dem See. Von ihren schwimmenden Inseln aus getrocknetem Schilf treiben heute noch knapp 50 Stück östlich vom Hafen Puno auf der Wasseroberfläche. Die meisten Nachkommen der Uro haben sich aber mittlerweile auf dem Festland niedergelassen.

Der Titicaca-See ist reich an Fischen und darüber hinaus ein außerordentlich gut funktionierender Wärmespeicher, der um sich herum Kartoffeln, Mais, Gerste und Quinoa sprießen lässt, was für diese Höhenlage normalerweise unmöglich wäre.

 

themenjahr 2020 Peru Titicacasee

Wir übernehmen Verantwortung

Mit wachen Augen und offenem Herzen

Nachhaltigkeit bedeutet für uns seit jeher gelebte Verantwortung. Sensibilität gegenüber unseren Gastgeberländern und den Menschen, die dort zu Hause sind, Respekt und Rücksicht gegenüber der Natur und all ihren Geschöpfen, wenn unsere Reisegruppen auf der ganzen Welt unterwegs sind, aber auch der Ressourcen schonende Umgang im Arbeitsalltag sind Bestandteile unserer Philosophie. Wir sind seit Jahren der größte TourCert CSR zertifizierte Reiseveranstalter Deutschlands. Entscheidender als ein Siegel aber ist die Grundhaltung.

Statt des „Bereisens“, interpretieren wir das Reisen als Begegnung, als Austausch auf Augenhöhe und Einlassen auf die Einzigartigkeiten von Kultur und Gesellschaft. Wir suchen nach Wegen der Begegnung mit dem authentischen Alltag, versuchen uns stets eine eigene Meinung zu bilden jenseits der üblichen Vorurteile und meiden – wo möglich – „touristische Massenpfade“. Und wir betrachten einzelne Aspekte in ihrem jeweiligen Kontext – so wie das Wasser, als Schwerpunkt unseres neuen Themenjahres.

 

Lokales Engagement

Nachhaltigkeit Kinderhilfsprojekt MyanmarWir fördern gemeinsam mit Partnern in vielen Ländern Hilfsprojekte, die sich Bildung, Ausbildung, die kulturelle Vielfalt und Wahrung der Lebensräume von Minderheiten sowie die Versorgung mit Trinkwasser als Grundprinzip gesetzt haben. In Myanmar unterstützen wir drei Schulprojekte, bei denen wir neue Klassenräume gebaut haben, Lehrer in jeder Weise fördern und eine gute Trinkwasserversorgung für die Schüler durch Errichtung von Brunnen sichergestellt haben. Unser jüngstes Projekt in Myanmar ist ein Schulgarten, in dem die Kinder gemeinsam mit einem Gärtner das Bewässern und die Pflege der Pflanzen sowie den Ackerbau lernen. Hier werden nicht nur praktische Fähigkeiten gefördert, auch die Schulspeisen können schon bald durch das eigens angebaute Obst und Gemüse ergänzt werden.

Die Unterstützung lokaler Strukturen ist so nicht nur ein guter Weg, unsere Dankbarkeit gegenüber den Einwohnern zu zeigen, sondern auch die Entstehung lokaler Wertschöpfung, die die Lebensverhältnisse vor Ort nachhaltig verbessert.

Mehr über unser Engagement erfahren Sie hier.

 

Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen

Die Wahrung der Menschenrechte ist für uns mehr als ein Bekenntnis. Wir haben diese fest in unserem Unternehmensleitbild verankert.

Nachhaltigkeit Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen

Um Ihre Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen, ist es wichtig, dass wir besonders auf die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen in unseren Gastländern achten und diese umgesetzt werden. Denn nur zufriedene Busfahrer, Reiseleiter oder Servicekräfte können gute Gastgeber sein und machen Ihre Reise so einzigartig. Aus diesem Grund folgen wir dem „global code of ethics for tourism“ und haben zudem gemeinsam mit anderen Veranstaltern und Organisationen den „Roundtable Human Rights in Tourism“ mit dem Ziel der Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen gegründet (www.humanrights-in-tourism.net).

Ebenso wichtig ist uns die Einhaltung des Kinderschutzes und unterstützen daher als Fördermitglied von ECPAT (https://ecpat.de/) den Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung. Auch unsere Gäste möchten wir für dieses Thema sensibilisieren. Missstände, die Ihnen während Ihrer Reise bezüglich Menschenrechte oder sexueller Ausbeutung von Kindern auffallen, können Sie unter dieser E-Mailadresse melden: menschenrechte@gebeco.de

 

Nachhaltige Reisen

Bei der Reiseplanung wollen wir unvergessliche Erlebnisse schaffen und dabei auch mit möglichst geringem CO2 Fußabdruck unterwegs sein. Die Reisedauer oder die Nutzung von Transportmitteln sollen immer in einem angemessenen Verhältnis stehen, denn mit unseren Reisen verfolgen wir stets das Ziel einen „besseren Tourismus“ zu leisten.

Daher bieten wir auch 2020 wieder über 50 Reisen an, die als nachhaltig gekennzeichnet sind und bei denen wir besonders auf die Einhaltung der Kriterien achten. Auf diesen Reisen besuchen Gäste unsere lokalen Hilfsprojekte, wohnen in nachhaltig zertifizierten Hotels oder Lodges und nutzen möglichst oft den öffentlichen Nahverkehr.

Darüber hinaus sind wir Gründungsmitglied von Futouris, der Nachhaltigkeitsinitiative der Deutschen Tourismuswirtschaft. Gemeinsam engagieren wir uns mit anderen Mitgliedern weltweit für die Verbesserung der Lebensverhältnisse, den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Umwelt- und Klimaschutz.

Alle Kriterien für unsere nachhaltigen Reisen finden Sie hier.

Für unsere nachhaltige Unternehmensführung sind wir seit 2011 von der unabhängigen Gesellschaft TourCert als größter deutscher Reiseveranstalter CSR-zertifiziert.