Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Vietnam

Steckbrief

Vietnam - Fakten

Ländername Sozialistische Republik Vietnam /Cong hoa xa hoi chu nghia Viet Nam
Klima subtropisch bis tropisch
Lage 8°34'N - 23°22'N
Fläche 332.800 qkm
Hauptstadt (Einwohnerzahl): Hanoi (nach Gebietsreform rund 7,6 Millionen)
Bevölkerung ca. 95,5 Millionen, davon ca. 10 Millionen Angehörige von Minderheiten (54 ethnische Gruppen, u. a. Hmong, Thai, Khmer, Chinesen)
Sprache Vietnamesisch
Religion Buddhisten (67 %), Hoa Hao, Cao Dai, Katholiken (8 %)
Nationaltag 2. September
Unabhängigkeit 2. September 1945
Staats-/Regierungsform Volksrepublik
Staatsoberhaupt Staatspräsident Tran Dai Quang
Vertreter des Staatsoberhaupts Vizepräsidentin Dang Thi Ngoc Thinh
Regierungschef Premierminister Nguyen Xuan Phuc
Außenminister Pham Binh Minh (seit August 2011), gleichzeitig Vize-Premierminister (seit November 2013)
Parlament 14. Nationalversammlung, Legislaturperiode 2016-21, 489 Mitglieder, Einkammerparlament, Wahl alle 5 Jahre
Währung 1 Đồng (VND) (= 10 Hào = 100 Xu, historisch)),1 € = 24.700 VND (29.04.2010)
Zeitzone UTC+7h
Stromnetz 220 V/ 50 Hz
Reiseadapter A, C, G
Kfz-Länderkennzeichen VN
ISO-3166 VN, VNM
Internet-TLD .vn
Landesvorwahl +84
Website http://www.vietnam.gov.vn/portal/page/portal/English

Geographie

Das Land besteht aus drei Küstenlandschaften: Tonkin (Tonking) mit dem Delta des Sông Hông (Roter Fluss) im Norden, Annam in der Mitte und Cochinchine mit dem Mekongdelta im Süden. In dem überwiegend bergigen Land verläuft die westliche Staatsgrenze auf der Hauptkette des Annamgebirges. Der Wechsel von Regen- und Trockenzeiten bestimmt das Klima Vietnams.

Politik und Bevölkerung

Die 1992 verabschiedete Verfassung der sozialistischen Republik legt die Rolle der Kommunistischen Partei fest, sieht aber Marktwirtschaft vor. Die Bevölkerung besteht zu 87 % aus Vietnamesen. 13 % sind Hmong, Thai, Khmer oder Chinesen. Der Buddhismus ist verbreitet.

Geschichte

Vor der französischen Kolonialherrschaft in Indochina (1858–1945) regierten mehrere national-vietnamesische und chinesische Dynastien das Land. 1945 rief Ho Chi Minh die Unabhängigkeit aus. Der Erste Indochinakrieg mit Frankreich 1947–54 hatte die Teilung Vietnams zur Folge. 1960 wurde der Vietcong gegründet, die Nationale Front für die Befreiung Südvietnams, der 1963 fast ganz Südvietnam kontrollierte. Durch Interventionen der USA und Nordvietnams kam es zum offenen Krieg (1964–73). Nach Abzug der US-Truppen wurden 1976 Nord- und Südvietnam vereinigt.

Vietnam - Geschichte

8.–4. Jh. v. Chr. Die Viet wandern aus Südchina ein
3. Jh. v. Chr. Das Reich Au Lac formt sich im Delta des Roten Flusses zur Abwehr der Chinesen
111 v. Chr.–930 n. Chr. Nordvietnam wird von den Chinesen beherrscht. Im Süden entsteht ab dem 7. Jh. das Reich der Cham
938 Unabhängigkeit Vietnams unter General Ngo Quyen
1009 Erste stabile Dynastie unter Ly Thai To. Thang Long (Hanoi) wird Hauptstadt
15.–17. Jh. Erste europäische Handelsstützpunkte im Süden
1771–1802 Tay-Son-Aufstand. Hue wird Sitz der Nguyen-Kaiser (bis 1945)
1858 Französische Kolonien und Protektorate in Cochinchina (Süden)
1954 Teilung Vietnams, im Süden Militärherrschaft
1964 Beginn des Vietnamkriegs, den die Kommunisten 1975 gewinnen
1976 (2. Juli) Gründung der Sozialistischen Republik Vietnam
2000 Handelsvertrag mit den USA. US-Präsident Bill Clinton besucht Vietnam. Schwere Überschwemmungen im Mekongdelta
2005 Eröffnung des 6,3 km langen Hai-Van-Tunnels zwischen Da Nang und Hue
2007 Vietnam wird Mitglied der Welthandelsorganisation WTO
2008/2009 Nach dem Wirtschaftswunder (seit 1991) trifft die Weltwirtschaftskrise auch Vietnam: Inflation, Einbruch des Immobilien- und Aktienmarkts, Abwertung des Dong
2010 Hanoi wird 1.000 Jahre alt – gefeiert mit einem Riesenspektakel am 10.10.10. Der deutsch-vietnamesische Handel wächst um 30 Prozent, Deutschland wid größter EU-Handelspartner Vietnams
2011 Im Juni besucht Außenminister Guido Westerwelle Vietnam und trifft den Premierminister Nguyen Tan Dung Bundeskanzlerin Angela Merkel ist im Oktober erstmals zu Besuch in Vietnam; da Deutschland größter EU-Handelspartner Vietnams ist, ist u. a. die Beteiligung deutscher Firmen (Siemens) am U-Bahn-Bau in Saigon ein Thema
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

29 Tran Phu | Hanoi | Tel. 04 38453836 | www.hanoi.diplo.de

Deutsches Generalkonsulat

126 Nguyen Dinh Chieu | Saigon | Tel. 08 38291967

Österreichische Botschaft

53 Quang Trung | Hanoi | Tel. 04 39433050 | www.bmeia.gv.at

Schweizer Botschaft

Hanoi Central Office Building | 44b Ly Thuong Khiet | Hanoi | Tel. 04 39346589 | www.eda.admin.ch

Post

Luftpostsendungen nach Europa sind bis zu drei Wochen unterwegs (Porto für eine Postkarte ca. 0,40 Euro). Briefe oder Karten sollten Sie nur in den Postämtern der größeren Städte oder in gehobenen Hotels aufgeben. Abzuraten ist vom Paketversand (teuer und unzuverlässig), es sei denn, Sie wählen den Kurierdienst DHL (Schalter im Postamt Saigon).

Telefon & Handy

Vorwahl Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Vietnam 0084, dann jeweils die Ortsnetzkennzahl ohne Null. Auslandsgespräche vom Hotel aus kosten mit VoIP-Vorwahlnummern (z. B. 171, für Deutschland also Tel. 1710049) unter 1 Euro pro Minute, normale Hotel-Selbstwählverbindungen (Festnetz Vietnam – Festnetz Deutschland): ca. 1,50 Euro/Min., Billigvorwahlen (171 oder 1718) funktionieren in manchen Hotels nicht. Billiger geht es mit IDD-Telefonkarten von Postämtern und einigen Telefonzellen aus (bis ca. 0,40 Euro/Min.), am billigsten in Internetläden (z. B. per Skype oder yahoo-voice – kostenlos –, aber oft noch mit schlechten Verbindungen – am besten Webcam abschalten).

Mobil-Netzbetreiber sind Vinaphone (www.vinaphone.com.vn) und Mobiphone (www.mobifone.com.vn). Mit einer deutschen SIM-Karte telefoniert man in Vietnam eher teuer. Auch bei deutschen Providern kommen Extragebühren des vietnamesischen Providers bei ankommenden Gesprächen dazu (bis zu 1 Euro/Min.!), die die deutschen Provider u. U. verschweigen! Infos zu Roamingabkommen: www.gsmworld.com. Tipp: Zusätzlich eine Prepaidcard „1718“ kaufen (d.h. mit der Billig-Vorwahl 1718 (-0049…): ca. 2000 VND/Min. (0,7 Euro/Min.) nach Deutschland.

Wesentlich billiger ist es, sich im Call-Back-Verfahren aus Deutschland anrufen zu lassen. Von Deutschland nach Vietnam (Festnetz und Handy): Mit Billignummern (www.billiger-telefonieren.de) mit Call by Call (mit Telekom-Festanschluss) oder Call Through-Nummern; via Skype; mit „Rubbelkarten“, z. B. in Asia-Läden zu erhalten, telefoniert man für 5 Euro ca. 240 Min. (z.B. www.nobelphonecard.eu).

Mit einer vietnamesischen SIM-Karte (3–15 Euro mit ca. 6 Euro Guthaben) kann man für ca. 0,20 Euro/Min. nach Deutschland telefonieren und SMS versenden (ca. 0,10 Euro), jedoch nur mit Entsperrcode und einer neu zugeteilten Telefonnummer. Da es unterschiedlich teure Telefonnummern in Vietnam gibt (z. B. teure, wie die einfach zu merkende 4 00 40 04 00) sollte man beim Kauf ggf. nach einer „billigen“ Telefonnummer fragen.

Zeitungen

Mit der „Saigon Times Weekly“ und den „Vietnam News“ (www.vietnamnews.com.vn) werden zwei englischsprachige Zeitschriften verkauft. Ausländische Presse ist in Saigon und Hanoi in großen Hotels, internationalen Buchhandlungen und den Straßen der Stadtzentren erhältlich. Touristische Infos gibt es in „Time out Vietnam“ und „The Guide“.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Feste nach dem Mondkalender

Tet Nguyen Dan: Das chinesische bzw. vietnamesische Neujahrsfest ist das wichtigste Familienfest, es wird eine Woche lang gefeiert. Es kann zu Engpässen bei Flügen kommen. (1. Tag des 1. Monats)

Thanh Minh: Die Vietnamesen schmücken die Gräber ihrer Verwandten mit Blumen, Kerzen und Papiergeld. (5. Tag des 3. Monats)

Phat Dan: Buddhas Geburtstag wird mit Prozessionen zu den buddhistischen Pagoden gefeiert. (8. Tag des 4. Monats)

Tet Doan Ngo: Das Mittsommerfest beginnt mit dem symbolischen Abbrennen von Papierstatuen – so will man sich von Personen lossagen, die mit einer Krankheit behaftet sind. Es herrscht der Glaube, dass im Hochsommer die Gefahr von Epidemien am größten sei. (5. Tag des 5. Monats)

Trung Nguyen: In der Hoffnung, dass die umherirrenden Seelen vergessener Verstorbener keinen negativen Einfluss auf das persönliche Schicksal nehmen, werden an diesem Feiertag an Hausaltären und Tempeln Opfergaben in Form von Geschenken und Speisen dargebracht. (15. Tag des 7. Monats)

Trung Thu: Das Mittherbstfest, das auch ein Fest zu Ehren der Kinder ist, wird mit nächtlichen Laternenprozessionen bei Vollmond begangen. Es werden spezielle gefüllte, mondförmige Klebreiskuchen gegessen. Dies ist auch die Zeit, um Verlobungen und Hochzeiten zu feiern. (15. Tag des 8. Monats)

Lokale Feste nach dem Mondkalender

Frühjahr und Herbst

Wer im Frühjahr oder Herbst durchs Land fährt, sieht überall in den Dörfern bunte Fahnen wehen – sie kündigen die Le-Hoi-Feste an. Der Tag des Le Hoi gilt als der wichtigste Tag im Jahreszyklus eines jeden Dorfes und wird zu Ehren des Dorfschutzgeists gefeiert. Nach einer Prozession bringen die Bewohner ihrem Schutzgeist Opfer dar. Danach werden ausgiebige Festessen veranstaltet oder Theaterstücke und Konzerte aufgeführt.

Besonders prächtig ist Le Hoi Choi Trau (am 8./9. Tag des 8. Monats) das Dorffest in Do Son (25 km südöstlich von Hai Phong): Nach dem Auftakt mit Musik und Tanz kämpfen jeweils zwei Wasserbüffel so lange gegeneinander, bis einer aufgibt. Der Besitzer des siegreichen Büffels bekommt eine Geldprämie, das Tier wird dem Erntegott geopfert.

April/Mai

Das Huong-Tich-Fest (am 15. Tag des 3. Monats)wird mit großen Frühlingswallfahrten zu den Tempeln des Huong Tich Son begangen.

Offizielle Feiertage

1. Januar Tet Duong Lich (Christliches Neujahr)
3. Februar Gründungstag der Kommunistischen Partei Vietnams (1930)
30. April Tag der Befreiung (Einnahme Saigons durch die nordvietnamesische Armee 1975)
1. Mai Tag der Arbeit
19. Mai Geburtstag Ho Chi Minhs (1890)
2. September Nationalfeiertag (Staatsgründung 1945)
Mobilität vor Ort

Inlandsreisen & -touren

Tägliche Flüge mit Vietnam Airlines verbinden alle größeren Städte, ein Rückflugticket Saigon–Hanoi (2 Std. Flugzeit) kostet ab ca. 140 Euro. Besonders vor dem Tet-Fest ist eine rechtzeitige Buchung erforderlich.

Es gibt tägliche Zugverbindungen zwischen Hanoi und Saigon. Der Wiedervereinigungsexpress zuckelt in knapp 38 Std. fünfmal täglich von Nord nach Süd und umgekehrt. Es empfiehlt sich, per Soft Sleeper der 1. Klasse zu reisen (rechtzeitig buchen).

Weniger ratsam ist es, die öffentlichen Überlandbusse zu benutzen, denn es kommt zu vielen schweren Unfällen (vor allem nachts). Wer mit dem Touristenbus reisen möchte, erkundigt sich in den Travellercafé-Ketten nach sogenannten Open Tours. Neu sind Busse mit Schlafsitzen (Hanoi – Hue für 6 Euro). Eine zuverlässige Busfirma ist Mai Linh Express Bus (Tel. 08 39292929).

Für individuelle Touren haben sich Mietwagen mit Fahrer bewährt. Man bucht sie in Hotels oder besser direkt bei Reiseagenturen (es gibt keine int. Mietwagenfirmen!), inkl. Fahrer und Benzin kostet ein Wagen ab ca. 25 Euro pro Tag, je nach Modell, Kilometerpauschale, falls gewünscht zzgl. einer Pauschale für einen Führer (ca. 25 US-Dollar/18 Euro pro Tag). Selbst zu fahren ist für Touristen verboten; auch das Mopedfahren ist offiziell nicht erlaubt (und gefährlich).

Mekong-Touren: Mekong Eyes Cruise (in Freiburg und Can Tho | www.mekongeyes.com) veranstalten Bootstouren auf einer umgebauten Reisbarke mit 30 schönen Doppelzimmern, unter deutscher Leitung. Ein guter Veranstalter ist Sinh Balo Adventure Travel (Pham Ngu Lao 283/20 | Saigon | Tel. 08 38376766 | www.sinhbalo.com | zwei Tage für zwei Personen ca. 140 Euro pro Person). Ein weiterer Mekong-Anbieter ist Tu Trang Travel (www.tutrangtravel.com). Ganz luxuriös reist man mit den Pandaw-Schiffen (www.pandaw.com), die zwischen Saigon/My Tho und Angkor in Kambodscha verkehren.

Taxi & Rikscha

In Hanoi und Saigon gibt es viele Taxis mit Taxameter (pro km ca. 0,30 Euro), die Taxameter-Grundgebühr beginnt beim Einstieg mit 11.000 VND. Es mehren sich in Hanoi und Saigon leider rasant die Tricks und Betrügereien der Taxifahrer: Oft sind „falsche“ Taxis mit manipulierten Taxametern unterwegs, in denen man am Ende mehrere Mio. VND für eine Stadtstrecke bezahlen soll. Wenn der Taxameter auffällig schnell rattert und der Fahrer oft hupt: anhalten, angemessene Summe zahlen und schnell aussteigen! Am besten im Hotel ein offizielles Taxi bestellen lassen bzw. nur die offiziellen, bekannten Firmen anhalten. Zuverlässig sind in Saigon Vinasun und Vinataxi sowie May Linh in ganz Vietnam (deren Hotline: Tel. 08 38277979). Typisch sind Cyclos, Fahrradrikschas, bei denen der Preis ausgehandelt werden muss. Beliebt sind auch Mopedtaxis (bitte immer mit Helm!). In manchen Städten, wie in Can Tho, gibt es auch schon motorisierte Cyclo-Taxis (ein Mofa vor einem zweisitzigen Karren). Da die wenigen öffentlichen Busse (nur in Saigon und Hanoi) etwas schwer zu durchschauen sind, und die U-Bahn in Saigon frühestens 2015/16 eröffnen soll, sind die zahlreichen Taxi-Varianten die Hauptfortbewegungsmittel für Touristen in Vietnam.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Die Maîtres gaben sich alle erdenkliche Mühe – und so kommt es, dass allein die traditionelle vietnamesische Küche heute über 500 verschiedene Gerichte zählt.

Alle bestellten Gerichte – Fleisch, Fisch und Seafood, Eierspeisen, Gemüse, Salate und Suppen – werden gleichzeitig serviert, dazu: gekochter Reis com trang. Daneben stehen auf den Tischen Teller mit klein geschnittenem Gemüse oder frischen Kräutern wie Basilikum, Koriander, Petersilie, Minze oder Zitronengras, die man nach Wahl über die Gerichte streut; oft gibt es auch Salatblätter dazu. Überall werden zudem kleine, sehr gute Baguettes angeboten, eine Hinterlassenschaft der französischen Kolonialherren. Reisnudeln oder Eiernudeln werden vor allem in der Suppe (bun oder pho) kredenzt. Eine Variation ist z. B. die mien luon, eine Nudelsuppe mit Aalstückchen. Weit verbreitet ist mien ga, Nudelsuppe mit Hühnchen, Pilzen, Schalotten oder Gemüse. Auf den Tischen stehen zudem große Flaschen mit nuoc mam, der Fischsauce aus den Fabriken in Phan Thiet und auf der Insel Phu Quoc, die zu keinem Gericht fehlen darf. Mit xin moi (bitte zugreifen) ist das Mahl eröffnet und jeder kostet, indem er sich mit Stäbchen Häppchen in seine Reisschüssel füllt.

Die Restaurantauswahl reicht vom feinen Lokal bis zu kleinen Garküchen am Straßenrand. In gehobenen Restaurants wird à la carte gespeist. Doch sind die Rezepturen in Hotelrestaurants allzu oft dem Geschmack der westlichen Kundschaft angepasst: Es fehlt an Schärfe, und es wird fettreich gekocht. Die vielen Spezialitätenrestaurants in den Großstädten und Touristenorten sind oft hervorragend – regelrechte Feinschmeckerlokale mit gepflegtem Ambiente und authentischer Küche. Wegen des kühleren Klimas kommen im Norden eher Geschmortes, Frittiertes, Pfannengerichte und Reisbrei auf den Tisch.

In der Heimat der Kaiser, rund um Hue, isst man wie ebensolche: In speziellen Touristenlokalen werden die einst kaiserlichen Gerichte heute wieder aufs Prächtigste garniert, scharf gewürzt und mundwässernd präsentiert. Der gastronomische Hit in Hue ist banh khoai: knusprige Pfannkuchen mit Krabben, Schweinefleisch, Sojabohnensprossen und einer Sauce aus Erdnüssen und Sesam.

Im Süden kommt mehr Exotik und Feuer in Topf und Pfanne: Man rührt schnell und pfiffig, sautiert flink und nicht zu lang, grillt und würzt deftig bis scharf, etwa bei den Currys.

Doch keine Vietnamreise ist vollständig ohne Kostprobe an einer der Garküchen am Wegesrand. Meist gibt es nur eine Suppe oder einen Eintopf für umgerechnet ca. 0,50 bis 1 Euro. Zumeist empfehlenswert sind auch die mit com pho (Reissuppe) gekennzeichneten Restaurants außerhalb großer Ortschaften. Englisch ist hier eine Fremdsprache – lassen Sie sich den Preis aufschreiben.

Gut beraten ist man, den Umgang mit Stäbchen zu üben. Zwar wird auf Wunsch auch westliches Besteck gereicht, doch viel mehr Spaß macht das Essen mit dem traditionellen „Werkzeug“, das zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger gehalten wird. Achtung: Wer die Stäbchen nach dem Mahl im Reis stecken lässt, beschwört nach dem Glauben der einfachen Leute einen Todesfall herauf. Unhöflich ist es, im Essen herumzustochern – picken Sie sich lieber gezielt einzelne Bissen heraus. Als ganz unfein gilt es, mit den Stäbchen auf Menschen zu zeigen.

Auch allerlei Süßspeisen finden sich in Vietnam: Zum Nachtisch werden beispielsweise banh bao serviert, kleine, süßliche Kuchen, die mit Fleisch und Gemüse gefüllt sind. Banh deo sind in Zuckerwasser getränkte Klebreiskuchen, die mit Früchten und Sesam gefüllt werden. In Bananenblättern gedünstet werden banh it nhan dao, Kuchen aus Mungbohnenstärke, Reismehl und Zucker. Wem der Sinn nach Kandiertem – ob Früchte oder Gemüse – steht, bestellt mut. Zum Tee reicht man die zuckersüßen, geleeartigen Mungbohnenkuchen banh dau xan, und als Spezialität zum Tet-Fest, dem vietnamesischen Neujahrsfest, gibt es banh chung, mit Bohnen und Fleisch gefüllte Klebreiskuchen.

Die Obstpalette ist unüberschaubar. Die in Tempeln geopferten Obstteller sind übrigens voller Bedeutung: Eine Kokosnuss etwa steht für Genügsamkeit, eine Papaya für Vergnügen, der Zimtapfel erfüllt einen Wunsch, Pflaumen verheißen hohes Alter, die Drachenfrucht verleiht Stärke, und die „Augen des Drachen“ (longans) sollen entspannend wirken.

Natürlich kann man den Durst mit Mineralwasser (nuoc soi) oder allerlei Cola-Limonaden löschen. Doch Getränke wie der allgegenwärtige grüne Tee (che), frische Kokosmilch (nuoc dua) und die oft ausgezeichneten Obstsäfte (sinh to) aus tropischen Früchten sind nicht zu verachten. Reiswein mag nicht jedermanns Sache sein, aber Bier ist in sehr guter Qualität zu haben – entweder als bia hoi (frisch gezapft) oder als Castel, Huda (aus Hue), Saigon Export, Bia Hanoi, Salida oder 333 (sprich: ba ba ba) – und mit ca. 0,50 Euro auch preisgünstig.

Der vietnamesische Kaffee ist sehr gut und recht stark. Auf die Tasse kommt ein Blechaufsatz mit Sieb und gemahlenem Kaffee, darauf wird kochendes Wasser gegossen, das dann langsam in die Tasse mit gesüßter Kondensmilch tröpfelt.

Trinkgeld

Trinkgeld kann man gerne geben, es ist in besseren Restaurants und Hotels aber oft als service charge enthalten. In Garküchen wird kein Trinkgeld erwartet.

Einkaufen und Shoppen

Vietnam ist ein Tummelplatz für Souvenirjäger. Besuchen Sie Shops, in denen die Auslagen nicht mit Preisschildern versehen sind: Dann gehört Feilschen zum Geschäft, und es sind mitunter wahre Schnäppchen möglich. Das Angebot an Antiquitäten ist groß, oftmals „vergessen“ die Verkäufer jedoch, dass Touristen für solch ein altes Stück eine Ausfuhrlizenz benötigen. Ohne diese Erlaubnis wird die Ware am Zoll konfisziert – dies gilt übrigens auch für auf antik getrimmte Imitate. Und Vorsicht: Bei Edelsteinen handelt es sich häufig um billige Fälschungen.

Kunstgalerie

Fotografien

Einer der besten Fotografen in Vietnam ist Long Thanh. Seine Arbeiten kann man in seiner Galerie in Nha Trang (Hoang Van Thu 126 | Nha Trang | www.longthanhart.com) als Poster erstehen: stimmungsvolle Alltagsmotive mit wunderbarer, manchmal überraschender Perspektive zwischen Licht und Schatten.

Souvenirs

Kegelhüte

Die konischen Hüte dienen den Reisbauern als Regen- oder Sonnenschutz. Bei qualitätvollen Exemplaren kann man zwischen den Strohhalmen dünne Papierschnitzel entdecken. Die schönsten Kegelhüte kommen aus der Region Hue: Das Dorf der Hutmacher Phu Cam (auch: Phuoc Vinh) liegt am Südufer des An-Cuu-Flusses. Dort zaubern die Frauen mit größter Fertigkeit aus Palmblättern die leicht transparenten Hüte, die sie mit Seidenfäden, Landschaftsbildern oder Poesiesprüchen verzieren (auch auf dem Dong-Ba-Markt in Hue erhältlich).

Lackarbeiten

Aus dem Harz des Son-Baumes wird brauner oder schwarzer Lack gewonnen und zu Deko-Artikeln verarbeitet, vom Teeservice bis zur Sitzgarnitur. Erkundigen Sie sich bei teuren Stücken, die es in Fachgeschäften gibt, nach der Zahl der aufgetragenen Lackschichten: Je mehr Schichten, desto wertvoller das Objekt. Minimum sind ca. zehn, Maximum oft mehr als 100 Schichten.

Mode

In Seidengeschäften, beispielsweise in der „Schneiderstadt“ Hoi An, können Sie sich Kleidung sehr preisgünstig anfertigen lassen. Wer sich ein Ao Dai, die Nationalbekleidung vietnamesischer Frauen, zulegen möchte – gute Exemplare kosten ca. 20 Euro –, sollte bedenken, dass diese Seidengewänder vor allem für wärmere Klimazonen geeignet sind.

Kunsthandwerk & Design

Seide, bemalte oder von Hand bedruckte Baumwollstoffe, Stickereien, Kupfer- und Silberarbeiten, Schmuck, Statuen, Holzschnitzereien, Miniaturen, Lederwaren, Teppiche und sogar wunderschöne Möbel mit Intarsien sind zu günstigen Preisen erhältlich. Wer auf dem Weg von Hanoi nach Ha Long City ist, sollte das Hong Ngoc Humanity Center (an der N 18 | Sao Do) besuchen: Hier gibt es u. a. auch Schuhe, Seidenkleider, Teeservice, Bücher und Gemälde; die Erlöse gehen an ein Ausbildungsprojekt für Behinderte. Wie wäre es mit einem Ho Chi Minh aus weißem Marmor für die Terrasse zu Hause oder einem lindgrünen Buddha als Briefbeschwerer? Am Fuß der Marmorberge im Dorf Quang Nam sind die Skulpturenmeister tätig – man folgt dem unüberhörbaren Hämmern vom Berg abwärts. Nicht weit vom Zentrum Nha Trangs, südlich der Hon-Chong-Bucht, hat sich Familie Hong Chau Sa (Nha Tho 4 B | Vinh Hai) auf Malereien aus 30 verschiedenen natürlichen Sandfarben spezialisiert: kunstvolle Souvenirs, ob Ho Chi Minhs Antlitz, eine typische Landschaftsszene oder, ganz westlich, der Weihnachtsmann.

Musik & Video

Pop & Co.

Die Auswahl an preisgünstigen CDs und Musikkassetten ist groß. Angesagt ist Fusion-Sound: Die softe Version liefert die Sängerin Huong Thanh („Dragonfly“), mit gewaltiger Stimme kommt Vietnams populärste Sängerin Than Lam daher. Derart westlich inspirierte traditionelle Musik gibt es auch vom Jazzgitarristen Nguyen Le. Ethnojazz für Fortgeschrittene macht Billy Bang („The Aftermath“).

Öffnungszeiten & Eintrittspreise

Pünktliche Öffnungszeiten dürfen Sie eher nicht erwarten. Viele Sehenswürdigkeiten sind jederzeit zugänglich, bei anderen findet man auch abends noch Einlass. Wenn nichts anderes angegeben ist, ist der Eintritt frei.

Spezialitäten

Banh cuon gedünsteter, hauchdünner Reiskuchen mit gehacktem Fleisch
Bon bay mon hauchdünn geschnittenes Rindfleisch, in verschiedenen Saucen eingelegt, Spezialität aus Saigon
Bun cha Schweinehackfleischbällchen vom Holzkohlegrill
Bun thang kräftige Suppe aus Reisnudeln, Hühner- und Schweinefleisch, Garnelen und Spiegeleiern
Canh chua süßsaure Fischsuppe, die mit Tamarinde, Koriander und Sojasprossen stark gewürzt wird
Cha fein geschnittenes, mariniertes Schweinefleisch, auf Holzkohle gegrillt
Cha ca fein geschnittene, in Fischsauce und Safran eingelegte, auf Holzspießchen über dem Grill geröstete Fischfilets
Cha gio Frühlingsrolle, zumeist aus dünnem Reisteig, gefüllt mit Krabben, Schweinefleisch, Ei, Zwiebeln, Nudeln und Pilzen, in Öl gebraten. Nationalgericht, im Norden nem ran genannt
Com thap cam gerösteter Reis mit Hühner- und Schweinefleisch, Würsten, Eigelb, Karotten, Erbsen, Ingwer und anderen Gewürzen
Dua gia fermentierter Salat aus Bohnenkeimen
Ech tam bot ran Froschfleisch im Rührteig, in Öl gebraten; wird mit Essig, Pfeffer und Fischsauce verzehrt
Ga kho gung Huhn, gekocht mit Ingwer, Fischsauce, Zucker und Pfeffer, karamellisiert (Südvietnam)
Gio mageres Schweinefleisch, im Mörser zerstampft und dann in Bananenblätter gewickelt und gekocht
Hot pot eine Art vietnamesisches Fondue: In einem Samowar oder Tontopf werden Fisch, Seafood, Rindfleisch, Glasnudeln im brodelnden Suppensud am Tisch gegart. Dazu: Zwiebeln, Tomaten, Pilze, Bohnen und andere Gemüse
Mam chung fermentierter Fisch (aus dem Reisfeld), sehr aromatisch, mit Hackfleisch, Ei, Nudeln und Kräutern gefüllt und gedämpft
Stichworte

Aberglaube

Der Aberglaube blüht oft als seltsame Mischung aus daoistischen Vorstellungen – wie Unglückstage oder böse Omen – und Naturreligion. Sichtbar wird dies zum Beispiel in Tempeln, wo Zettel mit entstellten chinesischen Schriftzeichen verbrannt werden, um böse Geister sinnbildlich auszulöschen. Immer mehr selbst ernannte Wahrsager ziehen durch die Dörfer, sie entscheiden Familienstreitigkeiten und Liebesgeschichten oder fertigen Horoskope an. Hochkonjunktur haben auch Wunderheiler, die mit allerlei seltsamen Mixturen zu Werke gehen.

Ahnenverehrung

Für die Vietnamesen enden die familiären Bindungen nicht mit dem Tod, sondern die verstorbenen Angehörigen greifen sogar hilfreich in das Leben der Nachkommen ein. Damit das so bleibt, müssen die Toten symbolisch mit Nahrung und Geld versorgt werden. Aus diesem Grund stehen in vielen Häusern und Tempeln kleine Altäre, die der Ahnenverehrung dienen. Am Todestag, zu Feiertagen oder bei Familienfesten werden den Ahnen beispielsweise Süßigkeiten, Obst oder Zigaretten geopfert.

Besondere „Delikatessen“

Die Küche Vietnams ist vielfältig und tischt Leckereien für jeden Geschmack auf. Doch zu den „Spezialitäten“ gehören auch jene, die für den westlichen Gaumen eher fremd und abstoßend sind: Da Aberglaube weit verbreitet ist, essen hierzulande (meist chinesischstämmige) Männer auch schon mal potenzsteigernden Tigerpenis, Schildkröteneier für ein langes Leben oder ein Schwalbennestersüppchen. Zu den Delikatessen gehören auch „wärmender“ Hund (im kälteren Norden), gekochtes Affenhirn, Schlangenfleisch, Zibetkatzen, Frösche usw. Keine Sorge: Solcherlei Spezialitäten sind teuer – einer unwissenden „Langnase“ würde man sie niemals vorsetzen!

Bevölkerung

In Vietnam leben 87 Mio. Menschen, ein Völkergemisch. Rund 88 Prozent der Bevölkerung gehören der größten Volksgruppe der Viet (auch: Kinh) an. Außerdem unterscheidet man 53 ethnische Minderheiten, von denen die größten Gruppen mit jeweils rund einer Million zu den Bergstämmen (Tai-Völker und Muong) und den chinesischstämmigen Hoa sowie den kambodschanischen Khmern zählen, letztere leben vorwiegend im Mekongdelta. Vor allem die Bergvölker unterscheiden sich noch heute in ihren Traditionen, in Sprache, Kleidung, Festen und Siedlungsweise. Die Vietnamesen bezeichnen die Bergstämme oft als moi (Wilde). Jede Volksgrupppe lebt weitgehend für sich, es gibt kaum Mischehen. Übrigens: Die Vietnamesen gelten als die „Deutschen Asiens“. Mit ihrem Fleiß und ihrer Improvisationskunst haben sie nicht nur den Krieg, sondern auch die Hungerjahre danach überstanden und sich aus einem napalmverbrannten Land schon nach wenigen Jahren an die Weltspitze der Reis-Exporteure arbeiten können.

Cham

Im südlichen Zentrum Vietnams werden Sie ihnen häufiger begegnen: den Cham. Im 4.–13. Jh. war das Königreich ihrer Vorfahren, Champa, eines der mächtigsten Reiche in Südostasien, das sich bis ins heutige Kambodscha erstreckte. Von den einst 250 Tempelstätten der Cham-Hochkultur sind heute nur noch rund 20 Ruinen erhalten, etwa das Unesco-Weltkulturerbe My Son bei Da Nang . Wie Architektur und Symbole (z. B. der Lingam als Phallussymbol für Hindugott Shiva) deutlich zeigen, waren die frühen Cham Anhänger des Hinduismus. Ihre Nachfolger hingegen, von denen noch rund 100 000 in Vietnam leben, gehören dem Islam an, allerdings einer sehr gemäßigten Variante und mit eigenen Festen. Einen hervorragenden Einblick in die Kultur der Cham gibt das Cham-Museum in Da Nang .

Fauna und Flora

In den Dschungelgebieten gibt es noch Großkatzen, darunter Leoparden, Tiger und Zibetkatzen. Es leben außerdem Elefanten, Bären, Schakale, Stinktiere, Mungos, Flughörnchen und Rotwild in den Wäldern. Nur noch maximal 12 Prozent des Landes sind, vor allem im Süden, mit tropischen Wäldern bewachsen, die mit ca. 1500 Baumspezies sehr artenreich sind. Mehr als 800 Vogelarten, Krokodile, Pythons und verschiedene Echsen leben dort, aber auch seltene Affen wie die Östlichen Schwarzen Schopfgibbons, die bis 2002 als ausgerottet galten. Im Norden wachsen auch Laub abwerfende Monsunwälder. In höheren Lagen überwiegt immergrüner Bergwald, und an den flachen Küsten im Norden und Süden des Landes gibt es Mangroven. Der Einsatz chemischer Kampfstoffe im Vietnamkrieg, Brandrodungen und Abholzungen haben jedoch die ursprüngliche Vegetation erheblich geschädigt.

Ho Chi Minh

Ho Chi Minh kämpfte schon als junger Revolutionär gegen die seit 1862/63 bestehende französische Kolonialherrschaft und gründete 1930 in Hongkong die Kommunistische Partei Vietnams. Nach der Teilung des Landes 1954 wurde er Präsident der Demokratischen Republik Vietnam im Landesnorden. Die Wiedervereinigung des Landes als Sozialistische Republik Vietnam im Juli 1976 konnte der bis heute verehrte „Onkel Ho“ nicht mehr erleben: Er starb am 2. September 1969 im Alter von 79 Jahren.

Konfuzianismus

Der Konfuzianismus ist seit fast 2000 Jahren die wichtigste Staatsphilosophie in Vietnam: Vom chinesischen Philosophen Konfuzius vor 2500 Jahren geschaffen, ordnet sie die Beziehungen und Verhaltensregeln innerhalb der Familie und Gesellschaft und sogar im Staatsgebilde: Jüngere ordnen sich den Älteren unter, ebenso Frauen den Männern, der Untertan dem Herrscher. Die fünf wichtigsten Tugenden: Menschlichkeit oder auch Liebe, Rechtschaffenheit, Gewissenhaftigkeit, Ehrlichkeit und Sittenhaftigkeit. Im täglichen Miteinander macht sich der Konfuzianismus überall bemerkbar, vor allem in den Familien. Dort bestimmt er die Rangfolge einzelner Familienmitglieder – der Älteste ist immer noch die wichtigste Respektsperson. Das gilt auch für den gesellschaftlichen Umgang. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie gleich beim Kennenlernen nach Ihrem Alter gefragt werden.

Kunst und Kunsthandwerk

Im 11. Jh. blühten Kunsthandwerk und Malerei in Vietnam. Volkstümliche Künstler hielten bäuerliche Szenen fest, etwa die Reisernte oder die Aussaat. Ganze Dorfgemeinschaften waren damit beschäftigt, Schwarz-Weiß-Holzschnitte herzustellen, die heute noch als tranh tet, Neujahrsbilder, bekannt sind. Zur gleichen Zeit brachte die Than-Hoa-Schule der Ly-Dynastie (1009–1225) die wohl feinsten Keramiken des Landes hervor, Töpferkunst, die selbst in Japan und China Anklang fand. Im 13. Jh. entdeckten Künstler die Seidenmalerei und schufen z. B. Porträts, die der Ahnenverehrung dienten. Die Cham-Kultur mit ihren buddhistisch-hinduistischen Figuren führte einen Aufschwung von Bildhauerei und Schnitzkunst herbei. Im 15. Jh. kam die Lackmalerei auf, die es in China bereits seit vielen Jahrhunderten gab.

Heute leben Hunderte von Kunstmalern von der Kopierkunst: Werke von Picasso oder Rembrandt hängen an jeder Ecke in der Altstadt Hanois, natürlich nur als sehr erschwingliche „Zitate“ der berühmten Meisterwerke – ein Caravaggio oder Dalí für ganze 30 Euro!

Politisches System

Vietnam wurde nach dem Ersten Indochinakrieg gegen die Franzosen 1954 auf Beschluss der Genfer Konferenz in die Demokratische Republik Vietnam im Landesnorden und den amerikanisch beeinflussten Süden aufgeteilt („provisorische“ Teilung des Landes). Die Wiedervereinigung des Landes als Sozialistische Republik Vietnam fand 1976 nach dem Vietnamkrieg statt. Formelles Staatsoberhaupt ist der Präsident, der alle fünf Jahre vom Parlament gewählt wird; 2011 wurde Truong Tan Sang in das Amt gewählt. Dem Ministerrat der Regierung steht Ministerpräsident Nguyen Tan Dung vor, ein Reformanhänger. Die 498 Mitglieder der Nationalversammlung, zumeist Angehörige der Kommunistischen Partei (KP), werden auf fünf Jahre gewählt und kontrollieren formell die Arbeit der Regierung. Der politische Kurs wird vom Generalsekretär der KP (seit 2011 Nguyen Phu Trong) vorgegeben. Hart durchgegriffen wird nach wie vor gegen Regierungskritiker. Auch Korruption und Verbrechen hat die Regierung den Kampf angesagt; so wurden 2004 der Mafiaboss Nam Cam und fünf seiner Gefolgsleute hingerichtet.

Reis

Zu den Hauptanbauprodukten in der Landwirtschaft, in der zwei Drittel der Bevölkerung tätig sind, zählt der Reis. Seit Jahrtausenden bauen die Vietnamesen Reis an, der vietnamesische Alltag wäre ohne ihn nicht denkbar. Legenden und Märchen befassen sich mit dem Hauptnahrungsmittel. Vietnam gehört heute weltweit zu den drei führenden Reis-Exportnationen. Drei Millionen Menschen leben allein im Mekongdelta als Reisbauern: Von hier stammen die höchsten Reiserträge, da das Wasser im Mekong regelmäßig steigt und fällt und somit für die optimale Bewässerung des Nassreis und bis zu drei Ernten im Jahr gesorgt ist.

Religion

In Vietnams Tempeln und Pagoden herrscht ein tolerantes Miteinander religiöser und animistischer Anschauungen. Eine Funktion im Alltag haben seit Ewigkeiten Buddha ebenso wie die chinesischen Philosophen Konfuzius und Laotse sowie seit Jüngstem Jesus Christus. Es ist für einen Vietnamesen kein Problem, gleichzeitig Buddhist und Christ zu sein.

Im Buddhismus unterscheiden sich zwei Grundrichtungen: die Theravada- (auch: Hinayana) Buddhisten und die Mahayana-Buddhisten, die in Vietnam vorherrschen. Beide suchen ihre Erlösung und Vollkommenheit vor allem durch grenzenlose Geduld, Mitgefühl und Toleranz gegenüber allen Lebewesen.

Laotse ist keine historisch nachweisbare Person, gilt aber als Begründer des Daoismus und ist zuständig für Harmonie im Alltag, entsprechend seiner esoterisch-mystischen Naturlehre, deren wichtigste Symbole das Yin- und Yang-Zeichen (als weibliches und männliches Ur-Element) und der Jadekaiser Ngoc Hoang als oberster Weltenherrscher sind.

Ca. 1–2 Mio. Vietnamesen gehören dem 1926 begründeten Kult der Cao Dai an. An der Spitze dieser Mischung aus den großen Religionen mit einer Prise Okkultismus (Séancen), Mystik und Starkult mit hochverehrten verstorbenen Repräsentanten aus Politik und Weltliteratur steht der Cao-Dai-Papst. Im Süden stehen die meisten der etwa 500 auffälligen Tempel.

Vietnamkrieg

Über die Vergangenheit wird in Vietnam nicht gern gesprochen. Es entspricht vielmehr dem daoistisch untermauerten Glauben der Leute, dass, wer immer wieder an die tragischen Ereignisse erinnert, sie letzten Endes aufs Neue heraufbeschwört. Doch kann man über 4 Mio. Tote und Verletzte, Verwüstungen ganzer Landstriche, Dörfer und Städte oder Massaker wie jenes in My Lai nicht so einfach hinwegsehen. Von 1964 bis 1975 hatten sich die USA in einer bisher beispiellosen Material- und Menschenschlacht gegen die kommunistischen Truppen des Vietcong gestellt und einen angeblichen Stellvertreterkrieg gegen den Weltkommunismus geführt. Erst mit dem Vietnambesuch des US-Präsidenten Bill Clinton im November 2000, 25 Jahre nach dem Sieg des Vietcong, normalisierten sich die Beziehungen zwischen den ehemaligen Feinden.

Wasserpuppen

Mindestens 1000 Jahre alt ist die Kunst des Wasserpuppenspiels, die von Reisbauern entwickelt wurde, indem sie das übliche Puppenspiel einfach in den Pausen an ihrem Arbeitsplatz stattfinden ließen. Die Puppen aus Feigenbaumholz verkörperten Dorfbewohner, Tiere, Sagengestalten oder Geister. Oft wurden sie auf einer schwimmfähigen Unterlage angebracht und unter Wasser mit einem Bambusstock bewegt. Dargestellt wurden Alltagsszenen, Begebenheiten im Dorf oder auf den Feldern. Die heutigen Puppen sind teils über 50 cm hoch und wiegen bis zu 15 kg, das Spiel ist also Schwerstarbeit. Wiederbelebt wurde die Kunst mit der Eröffnung des Städtischen Wasserpuppentheaters in Hanoi.

Wirtschaft

Vietnam trat 2007 der Welthandelsorganisation (WTO) bei. Der wirtschaftliche Aufschwung, den das Land seit 1991 verzeichnet (7–8 Prozent Wachstum pro Jahr), ist auch auf Tausende von Auslandsvietnamesen zurückzuführen, die ihr Heimatland besuchen und vor allem im prosperierenden Süden Joint Ventures gründen. Industrie und Bausektor sowie Dienstleistungen und Export haben den größten Anteil am Wachstum. Bedeutend sind die Automobil-, Zweirad- und Stahl- sowie Zementproduktion, daneben Tourismus und Bankwesen. Zu den wichtigsten Exportgütern zählen Rohöl, Textilien und Schuhe sowie Meeresfrüchte und Reis. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2010 – bei einem starken Stadt-Land-Gefälle – pro Kopf ca. 1200 US-Dollar. Die Vietnamesen sind ebenso Meister im Kopieren wie die Chinesen, sie nehmen das Copyright wörtlich: the right to copy! Es gibt hier neben Millionen illegaler DVD-Kopien auch täuschend echte Tampro-Taschentücher und den Media Mart.

Bloss nicht!

Mönche berühren

Vor allem orthodoxe Buddhisten nehmen es mit der Vorschrift sehr genau, dass keine Frau sie berühren darf. Der Betroffene muss sich nämlich, wenn dies doch passiert, sehr zeitaufwendigen Reinigungsriten unterwerfen, weil er „unrein“ geworden ist. Wer einem Mönch ein Geschenk überreichen möchte, tue dies am besten über einen Vertrauten, zum Beispiel den Reiseleiter. Auch warte man mit der Begrüßung durch Händeschütteln ab – reicht der Mönch Ihnen nicht selbst die Hand, werden Sie auf keinen Fall aktiv!

Bargeld spenden

Auch wenn sie Ihr Mitleid erregen – spenden Sie Bettlern an der Straße kein Geld. Tausende professionelle Bettler, die in Ringen organisiert sind und von skrupellosen Geschäftemachern ausgebeutet werden, gibt es allein in Saigon, viele Tausend auch im Rest des Landes. Sie haben es ausschließlich auf Bargeld abgesehen. Touristen sind gut beraten, den vielen wirklich armen Menschen keine bare Münze zu geben. Spenden Sie Ihr Geld lieber einem der vielen karitativen Vereine, die sich um Straßenkinder und Behinderte kümmern, wie etwa der Kinderhilfe Hyvong (www.kinderhilfe-hyvong.de) in Berlin, Saigon Children (www.saigonchildren.com), Reaching Out (www.reachingoutvietnam.com) in Hoi An oder der Hoa Sua School (www.hoasuaschool.com) in Sa Pa. Weitere Informationen finden Sie bei Terre des Hommes (www.tdh.de).

Prahlen

Vietnamesen sind zurückhaltende Menschen, nicht zuletzt bedingt durch die konfuzianische Erziehung. Man vermeide es tunlichst, mit Erfolgen, dem Einkommen, Statussymbolen und anderen Dingen anzugeben oder euphorisch sein Herkunftsland zu loben. Niemand ist davon beeindruckt.

Zum Tet-Fest verreisen

Zum Tet-Fest, dem vietnamesischen Neujahr, sind ganz Vietnam und Millionen Auslandsvietnamesen auf Reisen. Touren und Tickets – falls überhaupt noch zu bekommen – sind dann bis zu 50 Prozent teurer, die Zimmerpreise können sich auf wundersame Weise verdoppeln, Service und Tourangebot sind eine Woche lang lahmgelegt, viele Restaurants und Läden geschlossen.

Das rechte Maß verkennen

In Vietnam liegt die Kraft in der inneren Ruhe. Wer während seines Urlaubs von der Minutenzählerei lassen kann, erlebt, wie die Dinge plötzlich wie von selbst geschehen. Wer sich aufregt, den Dingen des Alltags nicht gelassen begegnet und die konfuzianischen Regeln verletzt, zeigt, dass ihm die innere Harmonie, das „Gesicht“ abhanden gekommen ist und er keinen Respekt verdient. Nichts ist schlimmer – egal ob der Grund dafür unpassende Kleidung im Tempel, FKK-Baden, starkes Schwitzen, Küssen in der Öffentlichkeit oder Ungeduld ist.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Kriminalität

Es gibt nur relativ geringe Gewaltkriminalität gegen Ausländer. In Touristengebieten ist jedoch ein Anstieg von Bagatelldelikten (Diebstahl, Betrug etc.) zu beobachten. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte auf Fahrten mit Fahrradtaxis (Cyclos) oder Motorradtaxis (Xe Om) verzichtet werden. Am Bahnhof von Hanoi kommt es häufiger zu Diebstählen v.a. bei Touristen, die mit dem Nachtzug aus Hue oder Sapa ankommen. Am Flughafen sollten nur die offiziellen Taxis benutzt werden. Die angeschriebenen Fahrpreise gelten nicht pro Person, sondern pro Fahrt. Generell wird empfohlen, nur Taxis zuverlässiger Anbieter zu benutzen. Es wurden Fälle bekannt, in denen Taxifahrer, die nicht einem als zuverlässig bekannten Unternehmen angehörten, das Taxameter manipuliert hatten und bei Fahrtende den ungerechtfertigt hohen Fahrpreis unter Gewaltandrohung einforderten.

Bei der Benutzung von Bussen, Bahnen und Taxis sollten Reisende sich vorher über die üblichen Preise informieren. Es kommt immer wieder vor, dass "Vermittler" Transportdienstleistungen zu völlig überhöhten Preisen anbieten. Tickets für Busse, Bahnen, Boote etc. sollten nur an offiziellen Verkaufsstellen erworben werden, um keine gefälschte Fahrscheine zu erhalten.

In Ho-Chi-Minh-Stadt werden vermehrt ausländische Touristen unter verschiedenen Vorwänden - beispielsweise mit Hinweisen auf eine Begegnung am Flughafen oder auf nahe Verwandte, die demnächst in Europa studieren oder arbeiten werden - angesprochen und in Privathäuser eingeladen. Nach Schaffung einer gastfreundlichen und geselligen Atmosphäre wird im weiteren Verlauf das Opfer in fingierte Karten- bzw. Glücksspiele verwickelt, an deren Ende das Opfer verliert und unter Drohungen zur Zahlung angeblicher Spielschulden veranlasst wird. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Speisen oder Getränke mit Drogen versetzt werden. Es wird daher empfohlen, große Umsicht bei Privateinladungen walten zu lassen.

In Ho-Chi-Minh-Stadt, Nha Trang und Hanoi mehren sich Handtaschen- und Gepäckdiebstahl, sowohl von vorbeifahrenden Mopeds aus als auch nach Ablenkungsmanövern durch Kinderbanden, insbesondere bei Ankunft und Abreise vor dem Hotel. Außerdem kommt es verstärkt zum Diebstahl von Bargeld aus Hotelzimmern, auch aus "besseren" Hotels. Es wird daher empfohlen, Wertgegenstände im Hotelsafe zu deponieren und nur unbedingt benötigte Wertgegenstände in der Stadt oder am Strand mit sich zu führen.

In den letzten Monaten wurden Fälle von Kreditkartenbetrug bekannt, in denen Karten kopiert und Abbuchungen vorgenommen worden sind.

Sollten Pässe, Bargeld, Reiseschecks oder sonstige Wertgegenstände abhanden kommen, ist der Verlust bei der Polizei am Tatort anzuzeigen. Weder die Ausländerpolizei in Hanoi noch andere Polizeidienststellen protokollieren nachträglich Verlustanzeigen. In der Vergangenheit hat es Fälle gegeben, bei denen sich die Polizei geweigert hat, Protokolle aufzunehmen, vor allem dann, wenn die Polizisten Zweifel am Hergang der Tat oder an den Wertangaben hatten.

Schiffsunfälle in der Ha Long-Bucht

In den letzten Jahren gab es in der Ha Long Bucht wiederholt Schiffsunfälle, die zum Teil tödlich verliefen. Es wird daher dringend empfohlen, Ausflüge nur bei renommierten Unternehmen zu buchen. Vergewissern Sie sich zusätzlich selbst über die Seetüchtigkeit des Schiffs und das Vorhandensein ausreichender Rettungsmittel und Fluchtwege, insbesondere bei mehrtägigen Fahrten mit Übernachtung an Bord.

Naturkatastrophen

In den Provinzen von Mittelvietnam und dem Mekong-Delta, aber auch in einigen Provinzen im Süden Vietnams, kann es besonders zwischen Juni und November zu schweren Stürmen und großflächigen Überschwemmungen kommen, die teilweise zur Zerstörung der Infrastruktur führen. Reisende in dieser Zeit werden um Beachtung der Hinweise zu Wirbelstürmen im Ausland gebeten.
Ganzjährig kann es bei starken Regenfällen zu Erdrutschen in den nördlichen Provinzen kommen.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Reisen über Land/Straßenverkehr/Führerschein

Eine starke Gefährdung geht vom Straßenverkehr aus. Bei der Anzahl der Verkehrstoten (nach Schätzung der aus dem Jahr 2016 knapp 22.000 jährlich, das ist eine Rate von 24,5 auf 100.000 Einwohner - im Vergleich dazu Deutschland: 4,3) rangiert Vietnam in der Weltstatistik ganz vorn. Auch die mittlerweile eingeführte Helmpflicht für Mopedfahrer hat daran nichts geändert, denn Gründe sind eine oftmals rücksichtslose Fahrweise sowie die steigende Anzahl der Verkehrsteilnehmer. Es wird daher zu größtmöglicher Vorsicht im Straßenverkehr geraten und nachdrücklich davor gewarnt, während des Urlaubaufenthaltes angemietete Pkw oder Mopeds eigenhändig in dem ungewohnten Verkehr zu steuern.
Wer im Besitz eines gültigen, in Deutschland ausgestellten internationalen Führerscheins ist, darf die gemäß Führerschein zugelassene Fahrzeugklasse auch in Vietnam führen. In diesem Fall ist eine Umschreibung des ausländischen in einen vietnamesischen Führerschein nicht mehr nötig. Zu beachten ist, dass das Fahren von Motorrädern oder Motorrollern über 50 cm3 Hubraum mit einem Führerschein der Klasse B nicht erlaubt ist.
Das Fahren ohne gültigen Führerschein kann mit einem Bußgeld oder - im Fall eines schweren Unfalls - mit einer mehrjährigen Haftstrafe geahndet werden. Um die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren, gelten striktere Alkoholgrenzen im Straßenverkehr, für Fahrrad- und Motorradfahrer 0,5 Promille, für Autofahrer 0 Promille.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Das Reisedokument muss sechs Monate über die Gültigkeit des Visums hinaus gültig sein.
Mit einem deutschen Reiseausweis für Ausländer, für Flüchtlinge und für Staatenlose ist eine Einreise in Vietnam nicht möglich.

Visum

Für deutsche Staatsangehörige ist die Einreise für einen Aufenthalt bis maximal 15 Tage visumfrei möglich. Hierfür muss das Reisedokument im Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Es wird empfohlen, einen Ausdruck des Rückflugtickets mitzuführen, um es bei Einreise vorlegen zu können. Zu beachten ist, dass eine erneute visumfreie Einreise erst wieder möglich ist, wenn seit der letzten Ausreise aus Vietnam 30 Tage vergangen sind.

Die Möglichkeit der visumfreien Einreise für deutsche Staatsangehörige ist derzeit bis zum 30. Juni 2018 befristet. Über eine darüber hinausgehende Verlängerung der Visumbefreiung liegen bisher keine Informationen vor.

Zuständig und verantwortlich für die Gewährung der visumfreien Einreise sind ausschließlich die vietnamesischen Behörden. Bei konkreten Fragen sollten sich Reisende an die zuständige vietnamesische Auslandsvertretung wenden. Informationen finden Sie z.B. auf der Webseite der vietnamesischen Botschaft in Berlin und des vietnamesischen Generalkonsulats in Frankfurt/Main.

Nach Ablauf des visumfreien Aufenthalts von 15 Tagen ist eine einmalige Verlängerung für weitere 15 Tage möglich, wenn eine Pauschalreise bei einem vietnamesischen Reisebüro gebucht wird. Das Reisebüro kümmert sich dann in der Regel um die Verlängerung für den Kunden. Die Gebühren für die Verlängerung betragen 10 US-Dollar, die an die Ausländerbehörde zu zahlen sind. Über die Kosten für die Buchung der Reisetour bei einem vietnamesischen Reisebüro kann keine Auskunft gegeben werden.

Deutsche Staatsangehörige benötigen kein Transitvisum, sofern sie den Transitbereich des Flughafens nicht verlassen. Erfolgt eine Einreise, d. h. wird der Transitbereich verlassen, um z. B. einen inländischen Weiterflug anzutreten, sind die o.g. Regelungen zur visumfreien Einreise zu beachten.

In allen anderen Fällen müssen deutsche Staatsangehörige ein Visum beantragen. Der Visumantrag muss online unter http://visa.mofa.gov.vn/Homepage.aspx ausgefüllt und ausgedruckt und zusammen mit den erforderlichen Unterlagen bei der zuständigen vietnamesischen Auslandsvertretung in Deutschland eingereicht werden.

Anfang Februar 2017 hat Vietnam zunächst probehalber für zwei Jahre ein elektronisches Visum (e-Visum) eingeführt. Der Online-Antrag ist über https://evisa.xuatnhapcanh.gov.vn/ abrufbar. Das Verfahren gilt für 40 Staaten, u.a. für deutsche Staatsangehörige. Das e-Visum ist für max. 30 Tage und für eine einmalige Einreise gültig. Die Bearbeitungsdauer beträgt lediglich drei Tage.

Ein Touristenvisum wird in der Regel für vier Wochen zur einmaligen Einreise ausgestellt. Die Erteilung für einen längeren Zeitraum und zur zwei- oder mehrfachen Einreise ist bei entsprechender Beantragung und Vorlage weiterer Unterlagen gegen höhere Gebühr nach Auskunft der vietnamesischen Botschaft möglich.

Visa für Geschäftsreisende und Investoren können für die Dauer von bis zu einem Jahr ausgestellt werden Für diesen Personenkreis kann auch nach Einreise eine Aufenthaltserlaubnis bis zu drei Jahren ausgestellt werden. Einzelheiten dazu sollten direkt bei der vietnamesischen Botschaft erfragt werden.

Familienangehörige von Vietnamesen und Personen vietnamesischer Abstammung, die keinen vietnamesischen Pass mehr besitzen, können auf Antrag von der Visumspflicht befreit werden. Darüber wird eine für fünf Jahre gültige Bescheinigung ausgestellt, mit der mehrere Ein- und Ausreisen und ein Aufenthalt von bis zu 90 Tagen je Besuch möglich sind. Nähere Informationen erteilen die vietnamesischen Auslandsvertretungen.

Eine Verlängerung oder Änderung der Gültigkeitsdauer des Visums in Vietnam ist möglich, nahezu alle Reisebüros bieten diesen Service gegen oft überhöhte Gebühren an.

Im Internet werden vielfach sogenannte "Visa on arrival" angeboten. Damit ist eine Einreise nur über die internationalen Flughäfen in Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt und Da Nang möglich. Es wird grundsätzlich die vorherige Einholung des Visums bei einer vietnamesischen Auslandsvertretung empfohlen, da damit die Einreise nach Vietnam an jedem offiziellen Grenzübergang (auch über den Landweg aus den Nachbarländern) möglich ist und das "Visa on arrival" eigentlich für Fälle der Eilbedürftigkeit, oder wenn im Aufenthaltsland keine vietnamesische Auslandsvertretung existiert, vorgesehen ist. Über die Zuverlässigkeit einzelner Internet-Anbieter können keine Aussagen getroffen werden.

Sperrgebiete

Mit einem gültigen Visum darf der Ausländer über jeden offiziellen Grenzübergang (Flughäfen, Häfen und Landweg, also die Grenzen Vietnam/China, Vietnam /Laos und Vietnam /Kambodscha) nach Vietnam einreisen. Davon ausgenommen sind militärische Sperrgebiete, die nicht immer als solche gekennzeichnet sind bzw. lediglich Schilder auf Vietnamesisch tragen, sowie das unmittelbare Grenzgebiet, das ebenfalls nicht immer ausreichend gekennzeichnet ist und dessen Ausdehnung bzw. Abstand vom tatsächlichen Grenzverlauf von den örtlichen Sicherheitsorganen oft willkürlich interpretiert wird. Bei beabsichtigten Besuchen in Grenznähe müssen gesondert zu beantragende Genehmigungen des Ministeriums für öffentliche Sicherheit mitgeführt werden. Da diese Gebiete auch kurzfristig zu "restricted areas" erklärt werden können, empfiehlt sich für Reisende, die abseits der üblichen Touristenziele unterwegs sind, vor Reiseantritt eine Rückfrage bei den örtlichen Volkskomitees oder Polizeibehörden.

Vorübergehende Einfuhr von Fahrzeugen (Autos und Motorräder)

Die vorübergehende Einfuhr von Kraftfahrzeugen, darunter fallen Kfz (Linkslenker), die im Ausland zugelassen sind, mit bis zu neun Sitzplätzen und Motorräder mit ausländischer Zulassung, ist nur für touristische Zwecke, für maximal 30 Tage, zulässig. In besonderen Fällen, bei Naturkatastrophen, Unfällen oder bei technischen Schäden, die nicht in Vietnam behoben werden können, ist eine Verlängerung um maximal 10 Tage möglich. Die Genehmigung für das Mitführen von Kraftfahrzeugen muss über ein vietnamesisches Reisebüro beantragt werden. Eine Erteilung an der Grenze ist nicht möglich, auch stellt die Tourismusbehörde in Vietnam keine kurzfristigen Genehmigungen für die Einfuhr von Fahrzeugen im touristischen Reiseverkehr mehr aus. Die Bearbeitung des Antrags dauert mindestens drei Tage. Beigebracht werden müssen: Zulassungsnachweis (Kfz-Schein) und ein gültiger Nachweis über Verkehrssicherheit und Umweltschutz (Hauptuntersuchung und Abgassonderuntersuchung).

Aufgrund eines Abkommens von November 2007 gilt für in Thailand und Laos zugelassene Fahrzeuge ein vorgeblich vereinfachtes Verfahren, das sich in der Praxis als äußerst umständlich erweist. Die Genehmigungen können in Thailand bzw. Laos eingeholt werden und gelten für die Einreise.

Registrierung

Es besteht Registrierungspflicht. Diese wird jedoch meist vom Hotel übernommen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Bei Einreise können folgende Gegenstände zollfrei eingeführt werden:
200 Zigaretten oder
100 Zigarren oder
500 g Tabak sowie
1,5 l Alkohol über 22 % oder 2 l Alkohol unter 22 %

Persönliche Gegenstände können zollfrei eingeführt werden. Als persönliche Gegenstände zählen solche Gegenstände, die man in angemessener Anzahl und Menge unter Berücksichtigung von Zweck und Dauer der Reise benötigt bzw. mit sich führt. Darüber hinaus gehende Gegenstände sind zu verzollen, wenn sie den Wert von 5 Mio. Dong übersteigen.

Gold in Barren muss bis zu 1 kg bei Einreise deklariert werden, es muss eine Genehmigung seitens der Bank vorliegen.
Gold über 1 kg muss im Flughafenlager deponiert werden, Goldschmuck über 300 gr muss deklariert werden.
Bargeld ausländischer Währungen im Wert über 5.000,- US-Dollar und Bargeld der vietnamesischen Währung Dong im Wert über 15 Mio. Dong muss deklariert werden.
Tee kann bis zu 5 kg importiert werden, Kaffee bis zu 3 kg. Persönliche Gegenstände können eingeführt werden.
Die o.a. Regelungen gelten für Personen über 18 Jahre.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Angesichts der Zunahme einschlägiger Haftfälle wird eindringlich vor dem Erwerb, dem Besitz, der Verteilung sowie der Ein- und Ausfuhr von Rauschgiften aller Art gewarnt. Auch die Mitnahme bzw. der Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann verhängnisvolle Folgen haben. Rauschgiftdelikte werden strafrechtlich verfolgt und es drohen drakonische Strafen. Schon der Besitz geringer Drogenmengen führt oft zu hohen Freiheitsstrafen; ab dem Besitz von 20 kg Opium bzw. 600g Heroin droht sogar die Todesstrafe.

Prostitution ist gesetzlich verboten. Freiern drohen Verwarnungen oder (bei Ausländern eher üblich) Geldbußen in Höhe von umgerechnet bis zu 400,- Euro (€).

Der sexuelle Missbrauch von Kindern wird hart bestraft. Es drohen mindestens 12 Jahre Freiheitsentzug, in besonders schweren Fällen droht sogar die Todesstrafe.

Es wird darauf hingewiesen, dass der Missbrauch von Kindern auch nach deutschem Recht strafbar ist, wenn diese Tat von Deutschen im Ausland begangen wird.

Die Todesstrafe wurde in letzter Zeit in Vietnam auch an Ausländern vollstreckt. Gerichtsverfahren entsprechen nicht deutschen rechtsstaatlichen Standards. Zu beklagen sind u. a. jahrelange Untersuchungshaft, teure und dennoch unzureichende anwaltliche Verteidigung und harte Haftbedingungen mit schwersten Gefahren und Schäden für die Gesundheit. Die deutschen Auslandsvertretungen können Strafverfahren und Haftumstände in der Regel nicht beeinflussen; der Betreuung deutscher Gefangener sind häufig enge Grenzen gesetzt.

Impfschutz

Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird nur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet gefordert, siehe www.who.int. Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.
Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene zu überprüfen und zu vervollständigen, siehe www.rki.de. Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken. Als Reiseimpfung wird Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut, Typhus sowie Japanische Enzephalitis empfohlen.

Dengue-

Fieber

Dengue wird in vielen Teilen des Landes inkl. der Städte durch den Stich der tagaktiven Mücke Aedes aegypti übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag und ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung zum Teil schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Diese sind jedoch bei Reisenden insgesamt extrem selten.
Da es derzeit weder eine reisemedizinisch etablierte Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Maßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen (s. u.).

Zika-Virus-Infektion

Gemäß der Weltgesundheitsorganisation () wird Vietnam mit einer möglichen Übertragbarkeit von Zika-Viren klassifiziert, d.h. Kategorie 1 bzw. 2 der aktuellen -Einteilung, auch wenn u.U. aktuell keine neuen Erkrankungsfälle dokumentiert werden.
Das Übertragungsrisiko kann dabei sowohl regional als auch saisonal erheblich variieren.
In Anlehnung an die derzeitigen -Empfehlungen empfiehlt das Auswärtige Amt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von vermeidbaren Reisen in Regionen der o.g. -Kategorie 1 oder 2 abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist.
Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion und deren Prävention finden Sie im mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG) sowie dem Robert Koch-Institut (RKI) abgestimmten Merkblatt Zika-Virus-Infektion des Gesundheitsdienstes des Auswärtigen Amtes.

Malaria

Malaria tritt in Vietnam regionsabhängig ganzjährig auf, ca. 66% der Fälle im Land werden durch die gefährlichere Form Plasmodium falciparum hervorgerufen. Humane Infektionen mit Plasmodium knowlesii sind möglich. Zunehmend werden Arteminisin-Resistenzen berichtet.
Mittleres Risiko (höher in der Regenzeit, geringer in der Trockenzeit) vor allem im zentralen Hochland unterhalb 1500m südlich des 18. Breitengrades (Provinzen Kon Tum, Gia Lai, Dak Lak, Binh Phuoc, Dak Nong, sowie Hinterland der Küstengebiete von Quang Tri, Ninh Thuan, Quang Nam, Khanh Hoa); weniger ausgeprägt im gesamten Süden mit dem Mekong-Delta.
Geringes oder kein Risiko in den Küstenregionen und im Norden.
Stadtgebiete inkl. Ho-Chi-Minh-Stadt und Großraum Hanoi bis zur Halong-Bucht gelten als malariafrei.

Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica (durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Beim Auftreten von Fieber nach einem Vietnambesuch ist eine schnelle Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Neben der immer notwendigen Expositionsprophylaxe (Schutz vor Mückenstichen) kann je nach Reiseprofil für die Risikogebiete ggf. eine Chemoprophylaxe oder eine Notfall-Selbsttherapie empfohlen. Die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.

Aufgrund der o.g. mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:
- körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
- ganztägig (Dengue) und in den Abendstunden und nachts (Malaria) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
- ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen.
Siehe dazu auch das Merkblatt Expositionsprophylaxe.

HIV/AIDS

HIV/AIDS ist im Lande, insbesondere in den Risikogruppen, ein großes Problem. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes Infektionsrisiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Durchfallerkrankungen

Jährlich kommt es in Vietnam während und nach den Regenzeiten zu vermehrtem Auftreten von Durchfallerkrankungen. Bei entsprechender Behandlung verlaufen diese in der Regel ohne Komplikationen.
In den Provinzen Ha Tinh, Quang Binh, Quang Tri und Thua Thien-Hue ist das Meerwasser durch Industrieabwässer verunreinigt, zur Vorsicht beim Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten in den betroffenen Regionen wird geraten.

Einige Grundregeln

Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, kein Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen und Eiswürfel vermeiden. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen, selbst schälen oder desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Toilettengang, vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen, Einmalhandtücher verwenden.

Japanische Enzephalitis

Die meisten Fälle dieser durch Moskitos übertragenen Virusinfektion des Gehirns treten im Süden während der Regen- und der frühen Trockenzeit und im Norden im Spätsommer und Herbst auf. Bei längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten sind Mückenschutz (s.o.) und eine Impfung wirksame Prophylaxemaßnahmen.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelmäßig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und damit Übertragung einer Tollwut. Die notwendigen medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Vietnam nicht immer möglich. Einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung für Reisen nach Vietnam je nach Reiseprofil eine besondere Bedeutung zu.

Tuberkulose

Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger auch in Vietnam.

Diverse Influenza Infektionen

Seit einigen Jahren ist in Vietnam die klassische Geflügelpest (aviäre Influenza A/H5N1, Vogelgrippe) bekannt. Seit den ersten Krankheitsfällen im Dezember 2003 wurden in Vietnam immer wieder Ausbrüche von H5N1 registriert.

Zahlenangaben der zu den menschlichen Erkrankungen sowie weitere Informationen können über www.who.int sowie www.pandemicflu.gov eingesehen werden.Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, gilt als Übertragungsweg weiterhin der direkte Kontakt mit infiziertem Geflügel. Bei Reisen im Land sollte daher auf Kontakt mit Vögeln und Geflügel verzichtet werden, insbesondere auch auf den Besuch von Geflügelmärkten. Die saisonale Influenza ist über das ganze Jahr zu unterschiedlichen Jahreszeiten verbreitet. Seit Mai 2009 wird sie von der pandemischen Neuen Influenza A/H1N1 in den meisten Landesteilen verdrängt.

Hand-Fuß-Mundkrankheit

Diese durch Viren hervorgerufene Infektionskrankheit zeigt regelmäßige größere Ausbrüche, besonders betroffen ist der Süden des Landes. An der Infektion erkranken in der Regel junge Kinder. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, Symptome sind hohes Fieber und Bläschenbildung an Händen, Füßen und Mundschleimhaut. Eine spezifische Behandlung existiert nicht. Auf gute persönliche Hygienemaßnahmen sollte geachtet werden.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit der in Europa nicht zu vergleichen. Sie ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. In Hanoi und HCMC gibt es mehrere Krankenhäuser, die über einen etwas besseren Standard verfügen. Einige internationale Kliniken (Family Medical Practice, SOS International) sind oftmals erste Anlaufstellen für erkrankte Besucher bzw. Touristen.

Rücksprache mit dem zuständigen Krankenversicherungsträger vor Reisebeginn bzw. Abschluss einer Reisekrankenversicherung und einer zuverlässigen Reiserückholversicherung wird dringend empfohlen. Es muss damit gerechnet werden, dass der Patient für die anfallenden Behandlungskosten zunächst in Vorlage treten muss.

Lassen Sie sich vor einer Reise nach Vietnam durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle bzw. einen Tropen- oder Reisemediziner beraten, siehe beispielsweise www.dtg.org. Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Vietnam bewusst sein.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Tropen- oder Reisemediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

In den größeren Städten gibt es Krankenhäuser und in allen Provinzen Gesundheitszentren, die Einrichtungen sind jedoch begrenzt. Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung sowie einer Reiserückholversicherung wird empfohlen.

Essen und Trinken

Wegen der Gefahr möglicher Darminfektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Auf den Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten sollte man verzichten. Wasser sollte generell vor dem Trinken, Zähneputzen und vor der Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. 

Milch ist häufig nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Milchprodukte aus ungekochter Milch am besten vermeiden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst abgeschält werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Gelbfieber 1 -
Cholera 2 -
Typhus & Polio Ja -
Essen & Trinken - -
Malaria 3 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in den von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebieten einreisen und über ein Jahr alt sind. Ausgenommen sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht verlassen haben sowie Transitpassagiere, die in Vietnam den Transitraum nicht verlassen. In Vietnam selbst besteht kein Risiko einer Gelbfieber-Infektion.

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch v.a. in der Hauptstadt Hanoi und in den Provinzen Binh Tri Thien, Nghia Binh und Phú Khánh. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen. Um sich zu schützen sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Eine Impfung ist nur in seltenen Fällen zu empfehlen.

[3] Ein Malariarisiko besteht landesweit ganzjährig (hohes Risiko im Norden in der Regenzeit April-Oktober) unter 1.500m Höhe, v.a. im zentralen Hochland in den Provinzen südlich des 18°N: Dak Lak, Gia Lai, Binh Phuoc, Dak Nong und Kon Tum. Sowie  im Hinterland der Küstengebiete von Quang Tri, Ninh Thuan, Quang Nam und Khanh Hoa, weniger Infektionen im Süden einschließlich Mekong-Delta. Geringes oder kein Malariarisiko besteht in den Küstengebieten und im Norden. Die Stadtgebiete inklusive Ho-Chi-Minh-Stadt, Hanoi und Umgebung bis Halong Bucht gelten als malariafrei. Es werden Resistenzen gegen die Standardmedikamente, vor allem gegen Artemisinin gemeldet.

Gesundheitszeugnis

Für Aufenthalte über 3 Monaten wird ein HIV-Test gefordert. Ausländer die eine Vietnamesin/ einen Vietnamesen heiraten wollen, müssen ein ärztliches Attest vorlegen, dass sie frei von Geschlechtskrankheiten und HIV sind. Kurzfristige Änderungen sind möglich. Auskünfte erteilt die zuständige konsularische Vertretung.

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Polio, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Bilharziose-Erreger kommen v.a. im Mekong-Delta vor. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit ganzjährig, aber verstärkt von April bis Oktober, vor. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

V. a. in den ländlichen Gebieten tritt die durch Insekten verursachte Filariose auf. Ein wirksamer Insektenschutz reduziert die Übertragungsgefahr.

Fleckfieber tritt landesweit auf. Das Fieber wird durch Kleiderläuse ausgelöst. Um sich zu schützen sollte man regelmäßige Körper- und Kleiderhygiene betreiben. Nur in seltenen Fällen sollte eine Impfung erwogen werden.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

HIV/Aids ist eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Erhöhtes Ansteckungsrisiko für Japanische Enzephalitis besteht v.a. von Mai bis Oktober vor allem in ländlichen und suburbanen Gebieten.

Tollwut kommt landesweit vor. Hauptüberträger sind Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen, medizinische Zentren sind im Bedarfsfall nicht immer schnell zu erreichen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, da der Krankheitsverlauf dramatisch sein kann.

Tuberkulose kommt vor. Bei besonderer Exposition sollte eine Impfung in Betracht gezogen werden.

Eine Zunahme der Infektionen mit der Hand-Mund-Fuß-Krankheit wurde vor allem aus dem Süden des Landes berichtet. Oft erkranken Kinder, vor allem Kleinkinder sind gefährdet. Fieber und Bläschenbildung an Händen, Füßen und im Mund sind die klassischen Anzeichen. Auf gute persönliche Hygienemaßnahmen sollte geachtet werden.

Reisewarnung

Überblick

Vietnam

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 11.01.2017
Unverändert gültig seit: 05.01.2017

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Die Folgen der im April 2016 aufgetretenen Verunreinigung von Badestränden der zentralvietnamesischen Provinzen Ha Tinh, Quang Binh, Quang Tri und Thua Thien-Hue durch Industrieabwässer, die zu Strandsperrungen und einem Fischsterben führten, sind nach Angaben des vietnamesischen Umweltministeriums mittlerweile weitgehend beseitigt, die Badegewässer wieder zu allen Arten des Wassersports freigegeben. Es wird jedoch nach wie vor zur Vorsicht beim Verzehr von Meeresfrüchten in den betroffenen Regionen geraten.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Deutschland Ja/1 2 Ja
Österreich Ja Ja Ja
Schweiz Ja Ja Ja
Andere EU-Länder Ja/1 2 Ja
Türkei Ja Ja Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 1 Monat über die Gültigkeit des Visums hinaus gültig sein (empfohlen wird ein Reisepass mit einer Gültigkeit von mindestens 6 Monaten bei der Ausreise.) Deutsche Reisepässe für Flüchtlinge und Staatenlose sind für die Einreise nach Vietnam nicht gültig.

Bei Staatsbürgern u.a. der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder muss der Reisepass bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein: 
 
[1] Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Nordirland, Spanien und Schweden.


 

Visainformationen

Allgemein erforderlich. 

Allgemein erforderlich. Ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für touristische und geschäftliche Aufenthalte von bis zu 15 Tagen (eine einmalige Verlängerung für weitere 15 Tage ist nur im Rahmen einer Pauschalreise über einen vietnamesischen Reiseveranstalter möglich). Erforderlich ist ein Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist. Zwischen zwei visumfreien Aufenthalten müssen mindestens 30 Tage liegen. Die Aufhebung der Visumpflicht gilt für die im Folgenden genannten Länder bis zum 30.6.2018:
 
[2] Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass (empfohlen).

Österreicher: Eigener Reisepass.
Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Hunde und Katzen werden ein Gesundheitszeugnis und ein Tollwutimpfzertifikat benötigt.

Bearbeitungsdauer

Touristenvisum: Ca. 7 Werktage (davon abhängig, wie schnell die Bestätigung aus Vietnam eingeht. Schnellere Visumerteilung bei Beantragung über ein Reisebüro oder per Fax).

e-Visum: 3 Werktage.

Expressvisum: am selben Tag (zusätzl. Gebühr).

Schweiz: Per Post mind. 2-3 Tage.

Expressvisum: am selben Tag (zusätzl. Gebühr).

Gültigkeit

Touristenvisum: in der Regel 1 Monat Aufenthalt für eine einmalige Einreise. Verlängerung vor Ort möglich.
Geschäftsvisum: bis 1 Jahr.

Geschäftsvisa mit mehr als 3 Monaten Gültigkeitsdauer werden nur unter Vorlage einer Einreisegenehmigung gewährt.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die am selben Tag weiterfliegen, über gültige Papiere für die Weiterreise verfügen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Touristen- und Geschäftsvisum zur ein- und mehrmaligen Einreise, e-Visum.

Kosten

Deutschland: 
Gebühren, wenn keine erteilte Einreisegenehmigung vorliegt:
Touristenvisum/Geschäftsvisum:  
35 € (mit Einlassgenehmigung)/ 65 € (ohne Einlassgenehmigung), (einmalige Einreise, für einen Aufenthalt von max. 30 Tagen) bzw. 60 € (mit Einlassgenehmigung) / 90 € (ohne Einlassgenehmigung) (mehrmalige Einreise). 
60 € (einmalige Einreise, für einen Aufenthalt von max. 3 Monaten) bzw. 90 € (mehrmalige Einreise). 
Expresszuschlag (Visumerteilung innerhalb von 24 Std.): 25-27 € 

Expresszuschlag (Visumerteilung innerhalb von 24 Std.): 25 €. 

E-Visum (30 Tage gültig): 25 US$.


Österreich:
Touristen- und Geschäftsvisum:
90 € (einmalige Einreise, bis 4 Wochen gültig),
95 € (mehrmalige Einreise, bis 4 Wochen gültig).

Schweiz:
Normalvisum:

90 CHF (für einen Aufenthalt von bis zu 1 Monat, einmalige Einreise). 

105 CHF (für einen Aufenthalt von bis zu 1 Monat, mehrmalige Einreise). 

105 CHF (für einen Aufenthalt von bis zu 3 Monaten, einmalige Einreise).

140 CHF (für einen Aufenthalt von bis zu 3 Monaten, mehrmalige Einreise).
 

Expresszuschlag (Visumerteilung innerhalb von 24 Std.): 20 CHF 

Antrag erforderlich

(a) 1 Antragsformular (muss online unter visa.mofa.gov.vn ausgefüllt und mit den anderen Unterlagen eingereicht werden).
(b) 1 aktuelles Passfoto in Farbe.
(c) Reisepass, der noch mindestens 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig sein muss.
(d) Gebühr (bei Antragstellung per Verrechnungsscheck).
(e) Nachweis über Aufenthaltszweck.
(f) Nachweis über ausreichende Geldmittel zur Bestreitung des Aufenthalts.
(g) Ggf. Aufenthaltserlaubnis für Deutschland, Österreich oder die Schweiz.
(h) Türkische Staatsbürger benötigen für touristische Aufenthalte eine Einreisegenehmigung des vietnamesischen Innenministeriums. Beantragung über die einladende Person in Vietnam oder über den vietnamesischen Reiseveranstalter. 

Geschäftsvisum zusätzlich:
(i) Der Geschäftspartner in Vietnam muss eine Einreisegenehmigung (Approval Code) für den Antragsteller beantragen. Erst wenn die Bestätigung des Immigration Department vorliegt, kann die Botschaft ein Visum ausstellen.

Der postalischen Antragstellung ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag beizufügen.

Geld

Geldwechsel

Geldwechsel sollte nur in offiziellen Wechselstuben erfolgen und die Quittungen gut aufbewahrt werden. US-Dollar (in kleinen, unbeschädigten Scheinen) werden bevorzugt angenommen, allerdings können auch andere Währungen getauscht werden. In großen Städten werden Fremdwährungen problemlos getauscht, in ländlichen Gebieten kann nur US-Dollar gewechselt werden.

Währung

Neuer Dong. Währungskürzel: D, VND (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 500.000, 200.000, 100.000, 50.000, 20.000, 10.000, 5.000, 2.000, 1.000, 500, 200 und 100 D. Münzen gibt es im Wert von 5.000, 2.000, 1.000, 500 und 200 D.

Devisenbestimmungen

Bei der Einfuhr von Bargeld ausländischer Währungen im Wert über 5.000 US-Dollar und Bargeld der vietnamesischen Währung Dong im Wert über 15 Mio. Dong besteht Deklarationspflicht. Ausfuhr bis in Höhe der deklarierten Beträge, abzüglich der Umtauschbeträge. Alle Quittungen sollten aufbewahrt werden.

Kreditkarten

Visa, MasterCard, Diners Club und American Express werden in großen Hotels, Einkauszentren und Reisebüros akzeptiert, jedoch nur in größeren Städten (Vorsicht vor Betrugsversuchen). Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Reiseschecks, die in US-Dollar ausgestellt sein sollten, sind nur beschränkt verwendbar, werden aber in großen Hotels und Banken angenommen.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 08.00-11.30 Uhr und 13.00-15.00 Uhr, Sa 08.00-13.00 Uhr (Abweichungen sind möglich).

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Vietnam eingeführt werden (Personen ab 18 Jahren):

400 Zigaretten und 100 Zigarren oder 50 g Tabak; 
 1,5 l Spirituosen (Alkoholgehalt über 22 %) oder 2 l alkoholische Getränke und Spirituosen (Alkoholgehalt bis zu 22 %); 
3 kg Kaffee und 5 kg Tee;
Parfüm für den persönlichen Bedarf;
Medikamente für den persönlichen Bedarf;
Sonstige Waren im Gesamtwert von maximal 5 Millionen D.
Bei der Einreise müssen zwei Zollerklärungen ausgefüllt werden, die man bis zur Ausreise aufbewahren sollte.

Verbotene Importe

Drogen, alle Arten von Waffen, Munition, Sprengstoff, brennbares Material und pornografische Erzeugnisse.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Vietnam, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2012-11
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Vietnam - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 13.03.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 13.03.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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