Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Namibia

Steckbrief

Namibia - Fakten

Ländername Republik Namibia - Republic of Namibia
Klima arides Klima; Regenzeit: Januar-März/April.
Beste Reisezeit März, April, Mai, August, September, Oktober
Lage Namibia liegt im südwestlichen Afrika zwischen 17 und 29 Grad südlicher Breite und 12 und 25 Grad östlicher Länge.
Fläche 824.292 Quadratkilometer
Hauptstadt Windhuk, ca. 320.000 Einwohner
Bevölkerung ca. 2,3 Millionen Einwohner, Bevölkerungsdichte: rund 2,8 Einwohner pro Quadratkilometer, Bevölkerungswachstum 1,9 Prozent
Sprache Amtssprache: Englisch; sonstige Sprachen: Afrikaans, Oshivambo, Otjiherero, Khoekhoegowab, Deutsch u.a.
Religion Christen 80 % bis 90 % (Lutheraner mind. 50 %), Naturreligionen 10 %
Nationaltag 21. März (Unabhängigkeitstag)
Unabhängigkeit 21. März 1990
Staats-/Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Staatspräsident Dr. Hage Geingob (seit 21.03.2015)Saara Kuugongelwa-Amadhila (seit 23.03.2015)Netumbo Nandi-Ndaitwah (seit 04.12.2012)
Regierungschef Staatspräsident Dr. Hage Geingob (seit 21.03.2015)Saara Kuugongelwa-Amadhila (seit 23.03.2015)Netumbo Nandi-Ndaitwah (seit 04.12.2012)
Währung Namibischer Dollar (NAD, N$); Südafrikanischer Rand (ZAR, R)
Zeitzone MEZ
Stromnetz 220 V/ 50 Hz
Reiseadapter M, D, C
Kfz-Länderkennzeichen NAM
ISO-3166 NA, NAM
Internet-TLD .na
Landesvorwahl +264
Reisepass & Visum Notwendig

Geographie

In einem 80–130 km breiten Streifen erstreckt sich an der Küste die Sand- und Felswüste der Namib. Im Osten schließt sich die markante „Große Randstufe“ (bis 2600 m) an, die das Küstentiefland von den Binnenhochländern trennt. Bekannt ist Ovamboland, in dessen Zentrum der Etosha-Nationalpark liegt.

Politik und Bevölkerung

Die Befreiungsbewegung SWAPO ist in der präsidialen Republik 1994 die führende Partei. Die Legislative liegt bei einem Zweikammerparlament. Die Bevölkerung setzt sich vorwiegend aus Bantu (Ovambo, Kavango, Herero), Weißen und „Coloureds“ zusammen; die Mehrheit bekennt sich zum Christentum.

Geschichte

Das frühere deutsche „Schutzgebiet“ wurde 1915 von Südafrika besetzt und erhielt 1920 offiziell das Mandat durch den Völkerbund. Die Hauptstadt Windhoek (Windhuk) erinnert an eine deutsche Stadt. Die 1966 gegründete SWAPO widersetzte sich der späteren Annexion Namibias durch Südafrika und erreichte 1990 nach einem langjährigen Kampf die Unabhängigkeit.

Namibia - Geschichte

Um 10000 v. Chr. Die San siedeln als erste Menschen im südlichen Afrika, auch im heutigen Namibia. Sie leben nomadisch als Jäger und Sammler
100 bis 500 n. Chr. Durch Einflüsse von Völkern aus dem südlichen Zentralafrika beginnen zunächst die Nama im Süden des heutigen Namibias mit der Viehhaltung
1486 Der Portugiese Diogo Cão landet als erster europäischer Seefahrer an der Küste und errichtet für seinen König ein Steinkreuz am heute danach benannten Cape Cross. Die Gegend erscheint ihm jedoch zu karg für eine Besiedlung
16. Jh. Die Herero wandern, vermutlich aus Ostafrika, als erstes Bantuvolk über den Kunene nach Namibia ein
1883 Adolf Lüderitz kauft den Nama ein Stück Land ab und gründet die Stadt Lüderitz. Ein Jahr später wird das Land zur Kolonie Deutsch-Südwestafrika erklärt - freilich ohne Mitspracherecht für die dort lebenden Menschen
1904-1907 Mit einem erbarmungslosen Völkermord schlagen deutsche Truppen den Widerstand der Nama und Herero nieder. 80 Prozent der Herero und 50 Prozent der Nama finden den Tod
1915 Im Zuge des Ersten Weltkriegs besetzt Südafrika die Kolonie. Nach Kriegsende wird Südafrika zur Mandatsmacht erklärt
1947 Südafrika annektiert Namibia. Ein Jahr später kommt es zur Einführung der Apartheid
1960 Die South West Africa People's Organization (Swapo) wird als namibische Befreiungsbewegung gegründet
1966 Die Uno entzieht Südafrika das Mandat für Südwestafrika und benennt das Gebiet 1968 in Namibia um
1990 Namibia wird unabhängig. Erster gewählter Staatspräsident ist Sam Nujoma
2005 Hifikepunye Pohamba wird Nachfolger Nujomas als Staatspräsident
2009 Pohamba wird mit über 75 Prozent der Stimmen wiedergewählt
2011 Die Berliner Charité übergibt erstmals 20 Schädel von Nama und Herero an eine namibische Delegation. Während des deutschen Völkermords waren Tausende Schädel getöteter Gefangener nach Deutschland gebracht worden
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Sanlam Centre, 6. Etage | 154 Independence Avenue | Windhoek | Tel. 061 273100, Notfallservice 081 1243572 | www.windhuk.diplo.de

Österreichisches Honorarkonsulat

Schäfer Straße 5 | Windhoek | Tel. 061 222159 | hgk.windhoek@gmail.com

Schweizer Generalkonsulat

Independence Avenue 175, Gathemann Building | Windhoek | Tel. 061 223853 | windhoek@honrep.ch

Notruf

Landesweit 10111, bei Überfällen in Windhoeks Innenstadt auch unter 061 2902239

Internetzugang & WLAN

Es gibt kaum noch Orte ohne Internetzugang. Vor allem Lodges und Gästehäuser statten sich verstärkt mit der entsprechenden Technik aus, oft haben auch die Informationszentren einen PC für Gäste. Das Surfen ist aber vielfach nicht ganz billig. Wer häufiger ins Netz möchte, fährt mit einer lokalen SIM-Karte und einem Internetbundle besser. Außerhalb der Städte gibt es jedoch kaum Netzabdeckung. Auf die Navigation mit Google Maps auf dem Smartphone können Sie dort also nicht bauen. Laden Sie Karten vorab herunter oder besorgen Sie sich besser zusätzlich detaillierte Karten.

Telefon & Handy

Mobilfunkempfang gibt es in Städten und deren Umgebung sowie auf dem Land unregelmäßig in der Nähe kleiner Dörfer. Beste Option ist eine Prepaidkarte von MTC-Tango: Sie kostet nur 10 Namibia-Dollar, Guthaben können Sie überall in Supermärkten, an Tankstellen und teilweise sogar von fliegenden Händlern kaufen. Achtung: Manche Handys erkennen die Einstellungen für SMS-Versand in und aus Namibia nicht, ein Handygeschäft kann das Problem aber meist beheben.

Wenn Sie nach Hause telefonieren, geben Sie die Landesvorwahl mit einem Plus und nicht mit zwei Nullen ein, also für Deutschland +49, Österreich +43 und die Schweiz +41. Namibias Landesvorwahl lautet +264.

Medien

Das Fernsehprogramm ist stark südafrikanisch geprägt und nicht gerade hochklassig. Lokale Hörfunksender und Zeitungen gibt es auch auf Deutsch.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Volksfeste haben in Namibia ein großes Problem: Die riesigen Entfernungen in dem dünn besiedelten Land erschweren jede Art von Zusammenkünften ungemein. Wenn die Menschen sich dann aber einmal auf den Weg machen, werden rauschende Feste gefeiert. Der von den deutschstämmigen Namibiern noch immer gepflegte Karneval findet dabei nach und nach auch bei anderen Kulturen Anklang. Dazu kommen einige regionale Feste, die zumeist jeweils den jährlichen Höhepunkt in den kleinen Orten bilden.Eine Besonderheit gibt es bei den staatlichen Feiertagen: Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, ist der darauffolgende Montag arbeitsfrei. Supermärkte und Restaurants haben jedoch in der Regel auch an Feiertagen geöffnet, dann allerdings verkürzt.

Feste

21. März

Independence Day: Der Unabhängigkeitstag wird vor allem in Windhoek alljährlich mit einer Vielzahl von Konzerten gefeiert - sowohl im Stadtzentrum als auch im Township Katutura. Das Angebot reicht vom klassischen Symphoniekonzert bis zu traditionellen afrikanischen Tänzen.

März-September

Karneval: Narrenkappen und Büttenreden prägen auch den namibischen Karneval, das ein oder andere Getränk darf aufgrund der Trockenheit des Landes ebenfalls nicht fehlen. Den Anfang macht der vierwöchige Windhoeker Karneval (WiKa) von Ende März bis Ende April. Nach dem Abschluss mit Heringsessen geht es mit dem Küstenkarneval (KüsKa) in Swakopmund weiter, bis September folgen dann kleinere Feste in Otjiwarongo (Juli), Tsumeb (Juli-August) und Lüderitz (September). Alle zwei Jahre findet zudem der Ostenkarneval (Oska) in dem kleinen Kalahariort Witvlei statt. Und selbst im südafrikanisch geprägten Walvis Bay feierte man nach fast 30 Jahren 2011 erstmals wieder das Narrenfest.

April

Lüderitz Crayfish Festival: Am letzten Wochenende im April feiert Lüderitz bei Bier, Wein, Musik und selbstverständlich Langusten in allen Zubereitungsformen das Ende der Crayfish-Saison.

Juni

Fête de la Musique: Konzerte gibt es in Namibia immer am Samstag vor oder nach dem internationalen Tag der Musik am 21. Juni. Die größten Veranstaltungen finden in Windhoek und Swakopmund statt.

August

Hererotag: Alljährlich am vorletzten oder letzten Augustwochenende gedenken die Herero in einem erstaunlich farbenfrohen und ausgelassenen Festumzug in ihrer traditionellen Kapitale Okahandja der Opfer des Völkermords und ihrer verstorbenen Anführer. Der Marsch durch die Stadt ist in erster Linie eine wichtige Zeremonie für die Herero selbst, aber auch ein authentisches Erlebnis für Gäste, die beim Umzug willkommen sind.

Oktober

Oktoberfest: Mit Bratwurst, Bier und Blasmusik wird Windhoek am ersten Oktoberwochenende zu Klein-München. Längst nicht nur die deutschsprachige Gemeinde feiert mit, auch für Besucher aus dem Ausland hat sich das Fest längst zum Highlight entwickelt.

Dezember

Swakopmunder Musikwoche: Seit 1965 bringt die Musikwoche Laien und Profis aus verschiedenen Ländern und Kulturen zum gemeinsamen Lernen und Musizieren in Swakopmund zusammen. Neun bis zehn Tage im Dezember arbeiten die Künstler gemeinsam, ehe die Veranstaltung in eine Reihe öffentlicher Konzerte mündet. Ein einmaliges Klang- und Kulturereignis in der deutsch geprägten Wüstenstadt.

Offizielle Feiertage

1. Jan. Neujahrstag
21. März Independence Day
März/April Karfreitag, Ostermontag
1. Mai Tag der Arbeit
4. Mai Cassinga Day
Mai Christi Himmelfahrt
25. Mai Africa Day
26. Aug. Heroes' Day
10. Dez. Human Rights Day
25. und 26. Dez. Weihnachten
Mobilität vor Ort

Auto & Verkehr

In Namibia herrscht Linksverkehr. Innerorts gilt ein Tempolimit von 60 km/h, außerorts sind es auf Asphaltstraßen 120 km/h, soweit nicht anders angegeben. Auf nicht geteerten Straßen sind die erlaubten Geschwindigkeiten meist geringer. Geschwindigkeitsübertretungen werden mit empfindlichen Strafen geahndet, so kosten 126 km/h bei erlaubten 120 km/h 1000 Namibia-Dollar. Auch bei Stoppschildern wird penibel darauf geachtet, dass Sie an der dafür gezogenen Linie halten. Das gilt insbesondere an Polizeikontrollpunkten - selbst wenn der Beamte 5 m dahinter steht! Wenn ein Stoppschild einen Zusatz in Form einer roten Drei oder Vier hat, treffen gleichrangige Straßen aufeinander. Wer zuerst steht, darf zuerst weiterfahren.

Achtung vor Schlaglöchern und auch vor Tieren - Wild und Nutzvieh tauchen unberechenbar auf der Fahrbahn auf. Eine Besonderheit sollten Sie in Namibia noch beachten: Nebenstraßen verlaufen mitunter über riesige Farmen, die Sie durchqueren dürfen. Ihre Grenzen sind durch Metallrollen oder feste Tore markiert - Letztere bitte wieder schließen.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Mit den Wiener Schnitzeln, die in weltweit verbreiteten Touristenschuppen serviert werden, hat das allerdings rein gar nichts zu tun: Namibias Küche ist deutsch geprägt, und man ist stolz auf diese Tradition. Der südafrikanische, burische Einfluss lässt sich ebenfalls nicht leugnen, entsprechend viele Fleisch- und Eintopfgerichte gibt es. Am einfachsten und besten werden sie über dem offenen Feuer zubereitet, etwa im potjie, einem dreibeinigen gusseisernen Topf. Die Steaks landen auf dem braai, einem Grill über Holzfeuerglut.

Altbackene Hausmannskost gibt es trotzdem kaum noch. Afrikanische Einflüsse wie scharfe Hühnergerichte und Perlhirse werden zwar nur zaghaft aufgegriffen, der Wandel zur Nouvelle Cuisine hingegen ist deutlich zu sehen und vor allem zu schmecken. Das Gemüse darf heute bissfest sein, statt Salzkartoffeln haben längst kleine Tagliatelletürmchen und Risottos den Teller übernommen.

Die Hauptzutaten allerdings bleiben namibisch, alles andere wäre bei der Fülle an Wild, Fisch und Meeresfrüchten auch purer Frevel. Springbock und Oryxantilope fehlen auf fast keiner Karte. Auch Straußenfleisch, vor 30 Jahren noch als Katzenfutter verpönt, ist wegen seines feinen Wildgeschmacks und des geringen Fett- und Cholesteringehalts heute immer beliebter. Die Variationen in der Zubereitung reichen von Gulasch über Geschnetzeltes und Steaks bis zum klassischen Filet. Die Steaks von Zebra, Büffel oder Eland und die Rippchen von Warzenschweinen gehören noch immer zu den exotischeren Speisen, sind aber dennoch allesamt einen Versuch wert. Sogar Krokodil aus der Zucht kommt in Namibia auf den Teller. Das Ergebnis ist im wahrsten Sinn weder Fisch noch Fleisch, aber frisch und nicht zu trocken gebraten ein hervorragendes Geschmackserlebnis.

Wild spielt auch in den privaten Haushalten eine wichtige Rolle, noch größeren Wert legen die Namibier jedoch auf ihr hochqualitatives Rindfleisch und ihre sensationellen Lammkoteletts. Siegel zu artgerechter Haltung werden Sie im Südwesten Afrikas nicht finden. Sie sind auch gar nicht nötig. Es gibt wohl nicht viele Länder auf der Erde, in denen das Vieh so viel Auslauf hat, so viel natürliche Nahrung bekommt und so viel Freiheit genießt - und genau das schmecken Sie aus dem Fleisch heraus.

Gemüse dagegen wächst klimatisch bedingt nur spärlich in der Wüste. Das mag ein weiterer Grund für den hohen Fleischanteil in den Gerichten sein. Es führt aber auch dazu, dass Namibia reichlich Grünes aus Südafrika importieren muss - zu entsprechend gesalzenen Preisen landet das Gemüse dann in den Supermärkten. Einige einheimische Ausnahmen sind es wert, erwähnt zu werden. So versorgt ein riesiges unterirdisches Wasserreservoir nahe dem Örtchen Stampriet in der Kalahari ein kleines Gemüseanbauzentrum, im Swakoptal gedeiht in der Saison köstlicher Spargel, am Fluss Oranje wachsen Tafeltrauben, und sogar drei Weingüter gibt es inzwischen in Namibia - auch wenn ihre Tropfen es fast nirgendwo in die Keller der Hotels und Restaurants schaffen. Dafür ist die jährliche Produktion zu klein. Stattdessen gibt es südafrikanische Spitzenweine und nach dem Reinheitsgebot gebraute, einheimische Biere.

Ein ähnliches Schicksal wie der namibische Wein erleiden auch die beiden Pilzarten des Landes: Sowohl der nach Regengüssen an Termitenhügeln wachsende Riesenschirmpilz omajova als auch die Wüstentrüffel sind einzigartige Delikatessen, aber nur regional begrenzt und in der relativ kurzen Saison zu bekommen. Ergibt sich eine Gelegenheit, sollten hier allerdings nicht nur Pilzkenner zugreifen.

Wesentlich bekannter sind die kulinarischen Genüsse, die aus dem Wasser vor Namibias Küstenlinie kommen. Das Fleisch des Adlerfischs ähnelt mit etwas Phantasie dem des Kabeljaus, was seinen heimischen Namen kabeljou erklären dürfte. Noch eine Spur delikater sind Meerbrasse (steenbras) oder galjoen, der König der Fischspeisekarte. Auch geräucherte Seehechte (snoek) und Meerbarben (catfish) gehören zu den Spezialitäten der Küste. Übertroffen werden sie alle nur vom crayfish, der namibischen Langustenart, die in Deutschland so sehr geschätzt wird, dass sie bei der Bemessung der Mehrwertsteuer nicht als Lebensmittel, sondern als Luxusgut gewertet wird. In Namibia bekommen Sie die Krustentiere frisch aus dem Meer und wesentlich günstiger. Die ebenfalls schmackhaften Miesmuscheln und Krabben des Atlantiks führen demgegenüber förmlich ein Schattendasein. Verstärkt gefragt sind Austern, die zum Großteil vor Lüderitz gezüchtet werden.

Zu einem standesgemäßen namibischen Menü - und zumindest in den Lodges gibt es fast ausnahmslos drei Gänge - gehört immer auch eine Kalorienbombe zum Nachtisch. Südafrikanisch beeinflusst sind Kreationen aus viel Sahne, Schokolade und Eiscreme, manchmal mit etwas Alibiobst, häufiger mit einem guten Schuss Hochprozentigem und eigentlich immer verführerisch schmackhaft. Die herrlichen altdeutschen Kuchenspezialitäten, die es in Namibia gibt, tauchen bei den Desserts kaum auf, sondern landen eher auf dem Kaffeetisch.

Trinkgeld

Im Restaurant sind zehn Prozent üblich, in der Unterkunft wandern 20 bis 50 Namibia-Dollar in die tip box an der Rezeption, bei längeren Aufenthalten darf es auch etwas mehr sein. Der Parkplatzwächter bekommt je nach Parkdauer 2 bis 5 Namibia-Dollar.

Diamanten & Schmuck

Obwohl der Ertrag der Diamantenindustrie Namibias seit Jahren zurückgeht, gibt es Schmuckdiamanten noch immer in geschliffener Form im Land zu kaufen. Wesentlich häufiger bekommen Sie sie aber eingearbeitet in faszinierende Schmuckstücke. Seit der Unabhängigkeit hat sich ein Markt für Schmuck entwickelt, der als vollendete Kunstform traditionelle afrikanische Elemente und Materialien mit Diamanten und Edelmetallen verbindet. Moderne Designer bedienen diese Nachfrage mit einzigartigen Kreationen. Selbst scheinbar wertlose Grundstoffe wie Edelstahldraht, Glasperlen oder Schafshorn finden Eingang in die namibische Kunst- und Juwelierszene - und zunehmend auch in die Schmucktrends jenseits der Landesgrenzen. Angesagt sind neuerdings Halbedelsteinanfertigungen aus Topas und Turmalin. Das große Schnäppchen ergattern Sie dabei heute nicht mehr - aber immer noch Unikate von einzigartiger Schönheit.

Kunsthandwerk

Es sind nicht einfach nur Holzschnitzereien, die in Namibia als Souvenirs verkauft werden. In den größeren Städten haben sich viele schön eingerichtete Geschäfte auf Handwerkskunst spezialisiert, häufig mit einem klaren Bezug zur Kultur der Produzenten. Himba und San transportieren über die Verkäufe ihrer Arbeiten so auch ein Stück kulturelle Bildung. Die Körbe und Töpferwaren aus Caprivi und von den Ovambo sind eher nützliche Gebrauchsgegenstände mit künstlerischem Anspruch als bloße Andenken. All diesen Waren ist gemein, dass sie in der Regel Einkommen in ansonsten strukturschwache Regionen bringen.

Es ist überraschend, wie viel Kreativität in die Produkte fließt. Das Kunsthandwerk entwickelt sich ständig weiter, und immer neue, wunderschön umgesetzte Ideen finden sich im Angebot. Mit dem entsprechenden Respekt sollten Sie dieser Kunst begegnen. Während in den offiziellen Geschäften Handeln nicht üblich ist, gehört es auf der Straße selbstverständlich dazu. Es stellt sich jedoch die Frage, ob das bei den zumeist überschaubaren Preisen nötig ist. Bedenken Sie, dass die Arbeiten häufig ganze Familien ernähren müssen. Entsprechend hoch ist der Verkaufsdruck, und der sollte nicht aus einer Position wirtschaftlicher Stärke heraus ausgenutzt werden.

Leder, Felle & Pelze

Namibia ist ein Land der Wildtiere und der Viehzucht und entsprechend groß ist die Auswahl an Pelz- und Ledermaterialien für die gehobene Modeindustrie. Das Geschäft hat Tradition, der Boom in der Karakulindustrie, die noch immer einen wichtigen Teil des heimischen Modemarkts ausmacht, liegt bereits Jahrzehnte zurück. Doch längst sind es nicht mehr nur Lämmer, deren Felle zu Mänteln werden. Straußenleder ist gerade absolut en vogue bei edlen Handtaschen. Auch Kudu- und Springbockfelle werden stark nachgefragt, und an der Küste gibt es interessante Kreationen aus Robbenleder. Die vellies, die altgedienten Wüstenbotten aus Kuduleder, sind heute Kultschuhe. Die Produkte stammen selbstverständlich von Jagdfarmen und nicht aus den Nationalparks. Beim Einkauf sollten Sie aber die Richtlinien des Washingtoner Artenschutzabkommens im Auge haben.

Teppiche

Wunderschöne Webereien aus Karakulschafwolle entstehen in den zumeist kleinen Teppichfabriken Namibias, von denen viele gleichzeitig Sozialprojekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen verarmter Gemeinschaften sind. Aus bloßem Mitleid werden ihre Produkte allerdings nicht gekauft, im Gegenteil: Die meisten dieser Stücke sind viel zu schade für den Boden und schmücken später die Wände europäischer und amerikanischer Haushalte. Die Motive dürfen Sie mitbestimmen. Bei Auftragsarbeiten werden die Preise im Vorfeld abgesprochen und hängen von der Größe des Teppichs und der Schwierigkeit des Musters ab. Für Spontankäufer haben die Geschäfte aber auch immer einige Exemplare vorrätig, deren Motive meist das Alltagsleben in den traditionellen Gemeinschaften der Hersteller oder die Tierwelt Namibias aufgreifen. Die Preise sind in der Regel aus europäischer Sicht erschwinglich.

Fotografieren

Bitten Sie um Erlaubnis, bevor Sie ein Bild von jemandem machen. Menschen, die sich fotografieren lassen, freuen sich in der Regel, wenn sie das Bild auch zu Gesicht bekommen. Wird Geld verlangt, sollten Sie von einem Foto absehen.

In ländlichen Gegenden gibt es oft keine oder nur sehr billige, schwache Batterien. Nehmen Sie also Vorräte mit.

GerichteGetränke

boerewors Eine südafrikanische Erfindung. Die Bauernwürste sind wesentlich stärker gewürzt und in der Konsistenz gröber als deutsche Bratwürste. Ins Originalrezept gehört ein Schuss Rotwein. Das Ganze kommt dann auf den braai
gegrillte Ziegenrippen Fettarme Spezialität auf dem braai, die schwer zu bekommen ist, weil sie lokal stark nachgefragt wird
Kalaharitrüffel Ganz so aromatisch wie ihre Verwandten aus Südeuropa sind die namibischen Trüffel nicht. Ihr Geschmack erinnert leicht an Kartoffelstärke.
mahangu Die Perlhirse ist das Basisgetreide der Ovambo und wird als gekochter, fester Brei zu Eintöpfen oder gebacken als Brot gegessen. Dazu gibt es Fleisch-, Fisch- oder Gemüsesaucen. Als Erfrischung dient das an dünnen Joghurt erinnernde Mahangubier, das in der Regel unvergoren getrunken wird
Mopaneraupen Verschiedene Raupenarten, die auf Mopanebäumen leben und frittiert zur gewöhnungsbedürftigen Beilage oder Knabberei werden. Das eiweißhaltige Fleisch schmeckt gut, die stacheligen Härchen stehen jedoch einer Einstufung als Delikatesse ebenso im Weg wie die bräunlich-wurmige Optik
omajova Der Riesenschirmpilz vom Termitenhügel wird gebraten, paniert oder in herrlichen Saucen verarbeitet
smoked catfish Die Südafrikaner werfen Meerbarben wegen ihrer giftigen Stachel und der unappetitlichen Gestalt zumeist angewidert zurück ins Wasser, die Namibier verarbeiten die Fische im Räucherofen zu einer Delikatesse
appletizer, grapetizer erfrischende Saftschorlen, angenehm fruchtig
cider ganz anders als der französische Cidre eine Art Apfelbier, in der trockenen Variante nicht zu süß und perfekt als Sundowner
rock shandy Nationalgetränk aus Sprudel, Sprite, Zitronensaft und einem Schuss Angostura. Extrem durstlöschend!
Stichworte

Bevölkerung und Sprachen

Namibia ist dünn besiedelt, aber reich an unterschiedlichen Kulturen. Seine Einwohner sprechen mehr als 30 Sprachen und Dialekte. Die einzige offizielle Amtssprache, Englisch, ist nur für zwei Prozent der Namibier Muttersprache. Die Ovambo stellen die größte Bevölkerungsgruppe, deshalb ist ihr Oshivambo die am weitesten verbreitete Muttersprache; häufig sind daneben auch Damara-Nama, Herero, RuKwangali und die verschiedenen Klicksprachen der San. Hauptbegegnungssprache, vor allem zwischen Schwarzen und Weißen, ist Afrikaans, die Muttersprache von 60 Prozent der weißen Bevölkerung. Auch Deutsch wird in Namibia noch häufig gesprochen, vor allem in den touristischen Zentren. Verständigungsprobleme gibt es trotz der Vielfalt höchst selten und generell immer weniger, da sich Englisch als Schulsprache durchsetzt.

Die ersten Siedler auf dem Gebiet des heutigen Namibias waren die nomadisch lebenden San. Später wanderten Vieh haltende Bantuvölker aus Norden und Westen zu, und schließlich kamen europäische Siedler sowie die Rehobother Baster, Mischlinge aus Südafrika. Das Konzept von Landbesitz, das die Spätankömmlinge aus Europa mitbrachten, hat die Lebensweise der San heute vollständig zerstört - trotz der endlosen, menschenleeren Weite ist für die Kultur der ersten Namibier kein Platz mehr.

Dachzelte

Was dem Holländer sein Wohnwagen, ist dem Namibier sein Dachzelt. In wenigen Minuten aufgebaut, spart die Vorrichtung nicht nur Stauraum, sondern auch Zeit. Außerdem bietet sie aufgrund ihrer Position auf dem Dach des Autos Schutz vor umherschleichenden Tieren. Die einzigen Nachteile: Die Kopflastigkeit der Geländewagen erhöht sich etwas, und ganz so stromlinienförmig und spritsparend kommt Ihr Vehikel auch nicht mehr daher.

Denkmäler

Das Reiterdenkmal aus der deutschen Kolonialzeit thront, wenn auch um 100 m versetzt, noch immer über der Hauptstadt Windhoek. Auch der Heldenfriedhof der deutschen Soldaten am Waterberg, wo das Hauptschlachtfeld während des Völkermords an den Herero lag, ist weiterhin ordentlich und gepflegt. Lediglich eine kleine Metallplakette erinnert an die Opfer unter den Hererokriegern, nichts an die Zivilisten. Manchen Besucher mag das wundern, es steht aber für eine Herangehensweise, die nicht verdrängen, sondern erinnern will - im Originaltext und unverfälscht. Statt Zeugen der Geschichte abzureißen, hat die neue Regierung sie ergänzt und mit dem Heroes' Acre ein Mahnmal für die Opfer des Befreiungskampfs geschaffen. Dass der Bau mit seiner in Nordkorea gefertigten Soldatenstatue eher stalinistisch als freiheitsliebend wirkt, steht auf einem anderen Blatt.

Energieversorgung

Namibia hat noch keine eigenen Erdölquellen erschlossen, auch wenn Erkundungen, vor allem im Atlantik, bereits laufen. Wegen der großen Entfernungen im Land machen Verkehr und Transport 50 Prozent des Energieverbrauchs aus. Den größten Teil davon deckt Erdöl ab, das aus Südafrika importiert wird. Strom gewinnt Namibia - etwas überraschend für ein so trockenes Land - zum Großteil aus Wasserkraft. 50 Prozent des Bedarfs deckt das Kraftwerk bei Ruacana. Ein weiteres Wasserkraftwerk ist unterhalb der Epupafälle geplant. Es stößt jedoch auf heftigen Widerstand der dort lebenden Himba, die ihr Land gefährdet sehen. Auch Sonnenenergie und Windkraft werden zunehmend erprobt. Im Moment importiert Namibia jedoch die Hälfte seines Stroms aus Südafrika und Sambia.

Fauna

Die Wildtierbestände sind, auch wirtschaftlich gesehen, einer der wichtigsten Schätze des Landes - schließlich gibt es ohne Löwen und Elefanten kaum Safaritourismus. Entsprechend großen Wert legt Namibia darauf, seine Fauna zu schützen, z. B. durch Einrichtung von Nationalparks und Konzessionsgebieten sowie durch Auswilderungsprogramme. Im lange kriegserschütterten Caprivi leben wieder riesige Elefantenherden, und selbst am Rand der Namib im Nordwesten haben sich die Bestände an frei lebenden Wüstenelefanten und Nashörnern prächtig erholt. In den großen Nationalparks sind die Wildbestände ohnehin gesund, und Oryxantilopen, Kudus und Springböcke sind im ganzen Land so zahlreich, dass es nicht ratsam ist, nachts Auto zu fahren.

Felsmalereien und -gravuren

Nicht in Stein gemeißelt, aber immerhin auf Stein gemalt sind vielerorts die Spuren der ersten menschlichen Besiedlung durch die San. Manche der noch erhaltenen Felsmalereien, die in der Regel Tiere, Jagdszenen oder traditionelle Bräuche abbilden, sind bis zu 4000 Jahre alt. Wo es das Gestein zuließ, haben die Künstler ihre Werke auch in den Felsen eingraviert, so beispielsweise in Twyfelfontein, einer Unesco-Weltkulturerbe-Stätte.

Flora

Auch wenn man teilweise genau hinschauen muss: Namibia ist ein dicht bewachsenes Land. In der Steinwüste der nördlichen Namib entfalten sich Flechten, sofern sie nur einen Tropfen Feuchtigkeit ergattern können. Talerbüsche speichern in ihren fleischigen Blättern Wasser, und jahrhundertealte Welwitschias trotzen mit nur zwei Blättern der Trockenheit. Tamarisken können sogar mit versalzenem Wasser überleben, dessen Mineralien sie über die Blätter ausscheiden und gleichzeitig als Sonnenschutz nutzen. Weiter landeinwärts bestimmen sperrige Euphorbienbüsche das Bild in einer dürren Graslandschaft, die nur in Regenjahren sprießt und rund um die Etoshapfanne in Grassteppe und Dornbuschsavannen übergeht. Charakteristischste Pflanze des Nordens ist die hochstämmige, oft einzeln oder in kleinen Gruppen wachsende Makalanipalme, weiter in Richtung Caprivi spenden die weiten Kronen der dicht beblätterten Marula- und Mopanebäume Schatten. Selbst Passionsfrüchte wachsen hier teilweise wild. Im Süden dominieren die sukkulenten Köcherbäume und in der Kalahari die knorrigen Kameldornbäume.

Gästefarmen

Mit Ferien auf dem Bauernhof haben sie zwar kaum etwas zu tun, dennoch gibt es einige Gästefarmen, deren Betreiber gern bereit sind, den landwirtschaftlichen Betrieb zu erklären. Gewirtschaftet wird größtenteils mit Schafen, Ziegen und Rindern, die wegen der spärlichen und langsam nachwachsenden Vegetation große Flächen beanspruchen. Wildtiere wie Springböcke, Kudus und Oryxantilopen leben ebenfalls auf den Farmen und werden in den meisten Fällen auch gejagt - für den Kochtopf, nicht für die Trophäenwand. Für heiße Diskussionen unter Farmern sorgen Leopard und Gepard: Vielerorts sind die Tiere als Viehdiebe gebrandmarkt und verhasst, gleichzeitig ziehen sie aber Touristen an. Weil zumindest der Gepard als weltweit bedroht gilt, darf er ohnehin nur noch in Ausnahmefällen erlegt werden.

Karneval

Es ist ihnen nicht unbedingt anzusehen, doch viele Südwester, wie sich die Nachfahren der deutschen Siedler vielfach noch heute nennen, sind ausgesprochene Frohnaturen. Im Winter wird in den größeren Städten deshalb auf gut rheinische Art Karneval gefeiert.

Landreform

Brisantestes politisches Thema in Namibia ist die Landfrage. Große Teile des nutzbaren Bodens sind in der Hand weißer Farmer oder ausländischer Großgrundbesitzer. Die meisten schwarzen Namibier in den ländlichen Gegenden sind dagegen mittel- und arbeitslos oder verdingen sich für Minimallöhne als Farmarbeiter. Der Ruf nach einer Rückgabe des Landes, das den Schwarzen einst genommen wurde oder das sie unter Zwang verkauften, wird deshalb immer lauter. Radikale Enteignungen wie in Simbabwe sind in Namibia durch die Verfassung ausgeschlossen, die Swapo-Regierung geht den sanften Weg der Umverteilung nach dem Prinzip "williger Käufer, williger Verkäufer". Der Staat reserviert sich per Gesetz ein Vorkaufsrecht und erwirbt Farmen oder Farmteile zu Marktpreisen. Dieses Land verteilt er an die zuvor registrierten Bewerber aus den ehemals benachteiligten Bevölkerungsgruppen.

Doch an dem Programm gibt es viel Kritik: Während viele weiße Farmer durch die Aufforderungen zum Verkauf und die vereinzelten Enteignungen brach liegender Ländereien (gegen Erstattung des Marktpreises) ihren Status gefährdet sehen, geht vielen Schwarzen die Reform zu langsam voran. Hinzu kommt, dass der namibische Staat das Land in Parzellen unterteilt, damit möglichst viele Menschen profitieren. Diese kleinen Farmen sind jedoch häufig nicht wirtschaftlich. Außerdem bemängeln Kritiker Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe und mangelhaftes Training der neu angesiedelten Bauern.

Peace Parks

Die 1997 unter der Schirmherrschaft Nelson Mandelas gegründete Peace Parks Foundation setzt sich für grenzübergreifende Naturschutzgebiete im südlichen Afrika ein. 14 Friedensparks befanden sich bei Redaktionsschluss in Planung, vier waren bereits ausgerufen. Das jüngste und größte dieser Gebiete, die Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KaZa TFCA), entsteht rund um die Capriviregion. Ausgerufen wurde der Park 2011, an etlichen Stellen müssen aber noch Zäune abgebaut und Reiserouten verbunden werden. Dass das geht, zeigen Namibia und Südafrika bereits mit dem /Ai-/Ais Richtersveld Transfrontier Park, der 2001 beiderseits des Grenzflusses Oranje proklamiert wurde. Auch mit Angola ist im Nordwesten eine Verlängerung des Skeleton Coast National Park angedacht.

Regierung

Seit 1990 ist Namibia eine Demokratie mit Mehrheitswahlrecht und unterteilt in 13 Regionen mit eigenen Regionalparlamenten. Im nationalen Parlament in Windhoek genießt die ehemalige Befreiungsbewegung Swapo (South West Africa People's Organization) seit der Unabhängigkeit eine unangefochtene Mehrheit. Erster Präsident des Landes war ihr Gründungsmitglied Sam Nujoma, aktuell amtiert Hifikepunye Pohamba, der gleichzeitig Swapo-Vorsitzender ist.

Swapo war ursprünglich eine sozialistische Bewegung, die ihre Alliierten zu Zeiten des Kalten Kriegs in den sozialistischen Ländern hatte. Die Partei ist - wie die deutsche SPD - weiterhin Mitglied der Sozialistischen Internationale, marxistische Tendenzen spielen jedoch längst keine Rolle mehr. Auch der nach außen kommunizierte Anspruch einer sozialdemokratischen Partei spiegelt sich in der Tagespolitik kaum wider.

Wirtschaft

Der wichtigste Zweig der namibischen Wirtschaft und gleichzeitig derjenige, der am meisten Energie und Wasser verbraucht, ist der Bergbau. Gefördert werden vor allem Diamanten und Uran, aber auch Kupfer und Gold. Selbst in klassischen Touristenregionen wie dem Swakopmunder Hinterland wird nach Uranerz gegraben, im Küstenort Wlotzkasbaken entstand zu dem Zweck sogar eine Meerwasserentsalzungsanlage - die erste in Afrika südlich der Sahara.

Wesentlich arbeitsintensiver ist jedoch die Landwirtschaft, in der rund die Hälfte der Namibier Beschäftigung finden. Vielerorts wird allerdings nur für den eigenen Bedarf produziert. Den größten Anteil an der Agrarwirtschaft hat die Viehzucht, vor allem Rinder, Schafe und Ziegen werden gehalten. Eine immer bedeutendere Rolle spielt zudem der Tourismus.

Bloss nicht!

Zu wenig Wasser mitnehmen

Die namibische Sonne trocknet nicht nur das Land, sondern auch die Menschen erbarmungslos aus. Packen Sie auf Wanderungen lieber zu viel Wasser ein. Auch im Auto sollten immer mehrere Kanister vorhanden sein - bei Motorschäden ist der nächste Pannendienst in der Regel nicht um die Ecke.

Im Caprivizipfel baden

Die Sandstrände von Okavango und Sambesi sind teilweise sehr verlockend, doch selbst im klaren Wasser schaffen Krokodile es, sich unbemerkt zu nähern. Lebensgefahr!

Eigene Allradfahrkünste überschätzen

Raus aus dem Flieger und rein ins Vergnügen: Mit zu viel Schwung hat das schon bei manchem Urlauber zu Unfällen geführt. Die meisten Allradfahrzeuge sind kopflastiger als herkömmliche PKW und haben dementsprechend eine schlechtere Kurvenlage. Außerdem ist ihr Bremsweg - insbesondere auf Schotterstraßen - länger als der eines Golfs auf einer deutschen Autobahn. Gehen Sie es langsam an und genießen Sie die Landschaft!

Im Naturpark aus dem Auto steigen

Obwohl es ausdrücklich verboten ist, klettern selbst im Etosha National Park immer wieder Besucher aus ihren Wagen. Zum Fotografieren ist das ohnehin nicht sinnvoll, weil die Tiere vor Menschen mehr Scheu haben als vor Autos. Für andere Probleme gibt es in den Camps Toiletten. Wer trotzdem zu Fuß loszieht, dem könnten es von Tuberkulose geschwächte Raubtiere danken, die keine andere Beute mehr erwischen, - oder die Parkranger ernsthaft übel nehmen.

Flüsse durchfahren

Die meisten Mietverträge schließen es ohnehin aus, doch schon aus Eigeninteresse sollten Sie abkommende Riviere während der Regenzeit meiden, auch wenn das Umwege oder gar Änderungen der Reiseroute notwendig macht. Bleibt Ihr Wagen im Wasser stecken und schwillt der Fluss in der Folge an, ist das Fahrzeug womöglich verloren. Außerdem kann in tiefem Wasser die Elektronik Schaden nehmen. Auf Querfeldeinfahrten durch die Wüste oder über Salzpfannen sollten Sie ebenfalls verzichten, nicht nur weil Sie dort stecken bleiben können, sondern auch, um diese sensiblen Ökosysteme nicht zu schädigen.

Tankstellen auslassen

Weder die Entfernungen noch den Benzinverbrauch von Geländewagen dürfen Sie in Namibia unterschätzen. Und auch wenn die Situation sich verbessert hat, kommt es immer noch vor, dass einer Tankstelle auf dem Land die Ware ausgeht. Ersatzreifen und Wagenheber gehören zur Grundausstattung, auch eine Reifenpumpe ist sinnvoll.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Kriminalität

Die Zahl der Diebstahlsdelikte gegen Ausländer ist sowohl in Windhuk, als auch in der Provinz unvermindert hoch. Es kommt vermehrt zu bewaffneten Raubüberfällen, auch in Gästehäusern. Spaziergänge sollten möglichst ohne Wertsachen und nicht in der Dunkelheit unternommen werden. In Windhuk ereignen sich Raubüberfälle oft an Sonn- und Feiertagen, wenn die Straßen menschenleer sind. Bei Fahrten im Land wird auch bei kurzzeitigen Zwischenstopps zu erhöhter Vorsicht geraten: Reisende sollten z.B. nur in bewachten Unterkünften übernachten, Fahrzeugtüren immer verriegeln und Wertsachen auch auf Busreisen im Blick behalten. Im eigenen oder gemieteten Fahrzeug sollten Wertsachen, Hand- oder Aktentaschen auch während der Fahrt nicht sichtbar liegen gelassen werden.

Nach Übernahme eines Mietwagens wurden Reisende bereits vom Flughafen gezielt bis zu ihrer Unterkunft verfolgt, durch Ablenkungen z.B. auf einen angeblichen technischen Defekt zum Anhalten gebracht und ausgeraubt. Dabei wurden auch schon Fahrzeuge mit Regierungskennzeichen benutzt. Die Polizei rät daher, nur an Tankstellen und belebten Rastplätzen anzuhalten, wo sich auch andere Personen befinden. Im Notfall ist die Polizei unter 10111 zu rufen.

Ein erhöhtes Überfall-/Diebstahlsrisiko besteht in Taxis, in denen sich außer dem Fahrer bereits andere Personen befinden. Alleinreisende sollten darauf bestehen, dass kein weiterer Fahrgast hinzusteigt.

Besondere Wachsamkeit ist auch an Geldautomaten geboten. Reisende sollten sich dort keinesfalls helfen oder von Umstehenden ablenken lassen.
Die Zahl der Fälle von Kreditkartenbetrug, bei denen Touristen bevorzugte Opfer sind, nimmt rapide zu. Reisende sollten daher bei Kreditkartenzahlungen möglichst während des gesamten Zahlungsvorgangs die Karte im Auge behalten, in Restaurants nach dem mobilen Kartenlesegerät fragen oder das Personal zur Kasse begleiten.

Reisende sollten sich am Flughafen nicht überreden lassen, Wertsachen angeblich aus Sicherheitsgründen in das einzucheckende Gepäck statt ins Handgepäck zu geben.

Hinweis beim Besuch von Nationalparks im Norden Namibias

In den Nationalparks im Norden Namibias sind seitens der Regierung die offiziellen Aktivitäten zur Bekämpfung der Wilderei verstärkt worden. Touristen sollten sich bei Einfahrt in einen Nationalpark ausdrücklich nach Aktivitäten der Anti Poaching Units (APU) und eventuell nach gesperrten Wegen erkundigen. Für den Fall eines Zusammentreffens mit Einheiten der APU, welche nicht immer in Uniformen auftreten, wird ein zurückhaltendes und maßvolles Verhalten angeregt.

Hinweis zur Besichtigung touristischer Attraktionen im Grenzgebiet zu Angola

Die Grenze zu Angola ist an verschiedenen Stellen gar nicht oder nur durch einen niedrigen Drahtzaun markiert. Wer die Grenze (auch nur für wenige Meter) illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die namibische oder angolanische Grenzpolizei, Geldbuße und/oder Haftstrafe rechnen.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um in einem Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Landeswährung ist der namibische Dollar (N$). Daneben wird im Alltag auch der südafrikanische Rand als Zahlungsmittel akzeptiert. Beide Währungen sind im Verhältnis 1:1 aneinander gekoppelt. Geldabhebungen sind mit allen gängigen Kreditkarten sowie Maestro-Karten möglich. Reisende sollten darauf achten, dass insbesondere Maestro-Karten für den Gebrauch im südlichen Afrika freigeschaltet wurden.

Besucher sollten in Namibia immer eine Kopie ihres Reisepasses mit Einreisevisum bei sich führen und das Original an sicherer Stelle verwahren.

Reisen über Land / Straßenverkehr

In Namibia herrscht Linksverkehr.
Touristen dürfen in Namibia grundsätzlich mit ihrem nationalen Führerschein fahren. Es wird dennoch empfohlen, einen Internationalen Führerschein (der z.B. bei der Führerscheinstelle oder über den Automobil-Club beantragt werden kann) oder eine amtliche englische Übersetzung des deutschen Führerscheins mitzuführen.
Es wird empfohlen, direkt nach Ankunft am Flughafen keine weiten Strecken mit einem Mietwagen zu fahren. Übermüdung, ungewohnte Hitze, Höhenunterschiede und anstrengende Fahrten auf unbefestigten Straßen können gefährliche Erschöpfungszustände verursachen.

Von Überlandfahrten bei Dunkelheit wird abgeraten. Neben erhöhter Gefährdung durch kriminelle Übergriffe besteht das Risiko eines Verkehrsunfalls wegen unbeleuchtet abgestellter Fahrzeuge und Wildwechsel (Lebensgefahr!).

Es muss stets mit gefährlichen Überholmanövern des Gegenverkehrs auch in nicht einsehbaren Streckenabschnitten gerechnet werden. Taxis führen zur Aufnahme von Passagieren oft überraschende und völlig unberechenbare Fahrmanöver durch.
Besondere Vorsicht wird bei Fahrten auf Schotterpisten empfohlen, wo es immer wieder zu schweren Unfällen kommt.

Einige von Touristen weniger besuchte Gebiete im Norden Namibias zwischen der Etoscha-Pfanne und der angolanischen bzw. sambischen Grenze können in der Regenzeit, besonders in den Monaten Februar bis April, von Überschwemmungen großen Ausmaßes betroffen sein, die entsprechende Auswirkungen auf die Befahrbarkeit der Straßen haben. Vor Reisen in diese Landesteile sollten daher Erkundigungen, z.B. beim namibischen Tourismusbüro, landeskundigen Reiseveranstaltern oder der deutschen Botschaft in Windhuk, eingeholt werden.

Fahrzeuganmietung in Namibia

Vorsicht ist geboten beim Vertragsabschluss mit hier ansässigen Mietwagenfirmen/ Versicherungen. Es wird empfohlen, bereits bei der Reservierung in Deutschland die vollständigen Vertragsbedingungen einzusehen, genauestens zu studieren und Unklarheiten vor der Unterzeichnung auszuräumen. (Vollkasko -und Anwendung der Vollkasko- werden in Namibia anders vereinbart als in Deutschland).

Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen Versicherungen hiesiger Mietwagenfirmen im Schadensfall die Beweislast umkehren und vom Versicherten den Nachweis verlangen, nicht fahrlässig gehandelt zu haben. Gelingt dieser Nachweis nicht, so verweigert die Versicherung oftmals jegliche Leistung und der Versicherte muss für relativ hohe Beträge aufkommen. Manche Verleiher - auch renommierte Firmen - schrecken nicht davor zurück, bei ausstehenden Zahlungen mit drastischen Maßnahmen - wie der Erlangung eines Haftbefehls - den Versicherten an der Ausreise zu hindern.

Nutzer eines Mietwagens (möglichst eines Autovermieters, der Mitglied der namibischen Vereinigung der Autovermieter - CARAN - ist), sollten vor Fahrtantritt unbedingt Bremsen und Reifenzustand auf ihre Zuverlässigkeit kontrollieren. Wegen der häufigen Reifenpannen auf Schotterpisten sollten zwei Reserveräder mitgeführt werden. (Werkzeug/Wagenheber vorführen lassen)

Mehrwertsteuererstattung bei Ausfuhr

Die Erstattung der Mehrwertsteuer an Touristen anlässlich der Ausfuhr von Souvenirs usw. bei Abreise kann nach Berichten von Betroffenen mit praktischen administrativen Hindernissen verbunden sein (z. B. lange Bearbeitungsfristen, Ablauf von Schecks usw.). Die Deutsche Botschaft Windhuk verfügt über keinerlei Möglichkeiten, im konkreten Einzelfall auf das Privatunternehmen einzuwirken, das im Auftrag der namibischen Regierung die Mehrwertsteuer-Rückerstattung abwickelt. Um in Problemfällen bei der namibischen Seite nachhaken zu können, wird empfohlen, sich bereits beim Kauf zwei Originalrechnungen ("tax invoice" und "duplicate tax invoice") ausstellen und beide Rechnungen vom namibischen Zoll mit einem Stempel ("zur Ausfuhr"/ "for export") versehen zu lassen.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen noch mindestens sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein und noch mindestens zwei freie Seiten enthalten. Sie müssen in einwandfreiem Zustand sein, d.h. weder beschädigt (beispielsweise eingerissen, geknickt, selbst "repariert" oder auch versehentlich gewaschen) noch durch Verschmutzung un- oder schwer leserlich sein.

In der letzten Zeit kam es in Einzelfällen zu Problemen mit den Einreisebehörden am Flughafen und an den Grenzen auf dem Landweg, da die Gültigkeitsdauer von Einreisesichtvermerken willkürlich festgelegt wurde. Bei der Einreise wird dringend empfohlen, auf die Übereinstimmung von erteilten Aufenthaltserlaubnissen mit dem Reisezeitraum zu achten.

Hinweise für die Ein- und Ausreise von Minderjährigen

Unter Verweis auf die Einreisebestimmungen benachbarter Länder ist es derzeit gängige Praxis an namibischen Grenzkontrollstellen, bei der Ein- und Ausreise minderjähriger Kinder die Sorgerechtslage zu prüfen. Personen unter 18 Jahren müssen neben dem Reisepass eine Geburtsurkunde vorweisen können, in der die Eltern aufgeführt sind.

Erforderlich ist eine internationale Geburtsurkunde, bzw. gegebenenfalls eine beglaubigte englische Übersetzung.

Unbegleitete minderjährige Kinder benötigen zur Ein- und Ausreise die Zustimmung beider Elternteile ("Affidavit" in englischer Sprache), dass das Kind alleine reisen darf. Die beglaubigten Kopien der Reisepässe beider Elternteile müssen dem Affidavit angeheftet werden.

Reist ein Minderjähriger nicht in Begleitung beider sorgeberechtigter Elternteile, muss außerdem nachgewiesen werden, dass der nicht anwesende Elternteil entweder mit der Reise einverstanden ist (eidesstattliche Versicherung ("affidavit"), Passkopie und Kontaktdaten des nicht anwesenden Elternteils), bzw. dass die Einverständniserklärung nicht erforderlich ist (gerichtlicher Beschluss über alleiniges Sorgerecht oder Sterbeurkunde oder Negativbescheinigung des deutschen Jugendamts, wenn die minderjährige Person in Deutschland wohnhaft ist).

Personen, die mit Minderjährigen reisen, welche nicht ihre eigenen Kinder sind, müssen neben der vollständigen Geburtsurkunde des Kindes eidesstattliche Versicherungen ("affidavit"), Passkopien und die Kontaktdaten beider sorgeberechtigter Eltern bzw. des gesetzlichen Vertreters des Kindes vorlegen.

Allein reisende Minderjährige müssen darüber hinaus bei Einreise ein Bestätigungsschreiben einschließlich Kontaktdaten und Wohnanschrift, eine Passkopie und gegebenenfalls eine Kopie der namibischen Aufenthaltserlaubnis derjenigen Person vorlegen, zu welcher der Minderjährige in Namibia reisen soll.

Eidesstattliche Versicherungen ("affidavits") bedürfen der Beglaubigung durch einen "commissioner of oaths" (in Namibia), einen Notar oder eine namibische Auslandsvertretung.

Es wird dringend empfohlen, englischsprachige Erklärungen, Urkunden bzw. Übersetzungen vorzulegen. Kurzfristige Änderungen der Bestimmungen oder abweichende Auslegungen durch einzelne Dienststellen können nicht ausgeschlossen werden. Detaillierte und verbindliche Informationen erhalten Sie beim namibischen Ministry of Home Affairs and Immigration oder der für Ihren Wohnort zuständigen namibischen Auslandsvertretung.

Visum

Deutsche können für kurzfristige Aufenthalte von bis zu 90 Tagen im Jahr zu ausschließlich touristischen Zwecken ohne Visum einreisen. Ein gebührenfreier Einreisestempel (Visitors Entry Permit) wird bei Ankunft an allen offiziellen Grenzübergängen erteilt.

Der Einreisestempel "Visitors Entry Permit" kann für einen Zeitraum bis zu 90 Tagen erteilt werden. Dies muss jedoch nicht zwingend der Fall sein. In der Regel wird der Sichtvermerk auf eine Einreise beschränkt, sowie auf den Zeitraum des tatsächlich beabsichtigten Aufenthalts, der sich aus dem Rückflugdatum ergibt. Es wird jedoch dringend empfohlen, sofort bei Einreise zu kontrollieren, ob mindestens so viele Aufenthaltstage genehmigt wurden wie tatsächlich benötigt werden. Eine - auch unbeabsichtigte - Überziehung der Aufenthaltsgenehmigung kann zur Verhängung drastischer (Haft-) Strafen führen. Falls sich während des Aufenthalts die Notwendigkeit zur Verlängerung ergibt - z. B. im Krankheitsfall -, sollte unbedingt rechtzeitig eine Verlängerung des Visums beim Innenministerium (Ministry of Home Affairs and Immigration), Independence Avenue/Ecke Kasino Str., Windhuk, beantragt werden. Hier wird dann jedoch eine Gebühr in Höhe von derzeit ca. 780,- N$ erhoben.

In allen anderen Fällen - auch für Geschäftsreisen oder unbezahlte Tätigkeiten wie Praktika, Studienaufenthalte, Freiwilligendienste o. ä. - ist ein Visum erforderlich, das frühzeitig vor Einreise beantragt werden muss. Journalisten benötigen für eine Tätigkeit in Namibia ein Arbeitsvisum, sowie unter Umständen eine beim namibischen "Ministry of Information and Communication Technology" nach der Einreise einzuholende Akkreditierung. Ansprechpartner für diesbezügliche Fragen und Anträge ist die Botschaft der Republik Namibia.

Das Auswärtige Amt rät dringend von dem Versuch ab, das Visumverfahren dadurch zu "vereinfachen", dass die Einreise als Tourist erfolgt und das Visum unter Änderung des Aufenthaltszwecks erst danach beim Ministry of Home Affairs and Immigration beantragt wird.

Einreise nach Namibia über Südafrika

Bei der Einreise nach Namibia über Südafrika ist zu beachten, dass dort seit dem 01. Juni 2015 neue Einreisebestimmungen gelten. Wichtige Änderungen sind unter anderem: Jedes Überziehen eines Visums führt zur Erklärung zur unerwünschten Person und zu einer Einreisesperre. Für die Ein- und Durchreise mit minderjährigen Kindern sind das Mitführen einer internationalen Geburtsurkunde, aus der die Eltern ersichtlich sind, sowie gegebenenfalls einer Einverständniserklärung des nicht begleitenden Elternteils oder eines Nachweises des alleinigen Sorgerechts erforderlich. Detaillierte und verbindliche Informationen erhalten Sie bei der für Ihren Wohnort zuständigen südafrikanischen Auslandsvertretung.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Besucher sollten sich mit den namibischen Zollbehörden oder der namibischen Botschaft in Berlin in Verbindung setzen, um in Erfahrung zu bringen, bis zu welchen Mengen/Werten Güter, die grundsätzlich zollpflichtig sind (z.B. Wein, Spirituosen, Zigaretten, Parfüm) zollfrei eingeführt werden dürfen. Auskünfte zu Devisenbeschränkungen (insbesondere Einfuhrbeschränkungen für N$) können bei den namibischen Behörden erfragt werden.

Jagdwaffen müssen bei der Einreise an einem speziell eingerichteten Schalter im Gepäckabholbereich des Flughafens vorgezeigt werden. Die Nummer der Waffen wird in ein dort ausliegendes Antragsformular eingetragen. Aufgrund des Antrags wird dann sofort eine zeitlich begrenzte Waffenlizenz für Namibia erteilt. Die Einfuhr von Faustfeuerwaffen ist nicht gestattet.

Ein gültiger Jagdschein des Heimatlandes ist nicht erforderlich: Ausländische Jäger dürfen nur zusammen mit einem namibischen, staatlich lizenzierten Jagdführer bzw. Berufsjäger jagen. Dieser beschafft für die Jäger die nötige Jagderlaubnis vom namibischen Ministerium für Umwelt und Tourismus.

Bei der Ausfuhr von Antiquitäten und Souvenirs sind die Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) zu beachten. Produkte aus in Annex I zu diesem Übereinkommen aufgeführten Tieren dürfen nicht aus Namibia ausgeführt werden. Dies gilt auch, wenn sie in Schmuck oder Kleidung eingearbeitet sind (z. B. Elefantenhaarschmuck). Eine Ausfuhr von Produkten aus Tieren, die in Annex II aufgeführt sind, kommt möglicherweise mit einer entsprechenden Genehmigung in Frage. Hierüber sollten sich Reisende vor dem Kauf durch Rückfrage bei den namibischen Behörden oder beim deutschen Zoll vergewissern. Die Erteilung einer Ausfuhrgenehmigung aus Namibia beinhaltet nicht automatisch die Einfuhrgenehmigung nach Deutschland. Nähere Informationen unter www.cites.org.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Homosexuelle Handlungen können strafrechtlich verfolgt werden. Es sind keine Fälle bekannt, in denen eine solche strafrechtliche Verfolgung tatsächlich stattgefunden hat.

Aktuelle medizinische Hinweise
Anthrax
Seit September 2017 wird ein Ausbruch der Tierseuche Anthrax (Milzbrand) in Kavango-Distrikt am westlichen Rand des Bwabwata National Parks (Caprivi) beobachtet, die bei Kontakt mit dem Erreger auch für Menschen gefährlich sein kann. Insbesondere Flusspferde und Büffel sind betroffen. Die Tierkadaver werden bereits von den Behörden entfernt, die lokale Bevölkerung gewarnt und die Weidetiere geimpft. Viele Kadaver wurden über den Kavango-Fluss auch nach Botsuana geschwemmt.

Eine wirksame Präventionsmaßnahme ist, sich bei z.B. Fuß-Safaris von den toten Tieren fern zu halten.

Impfschutz

Bei der Einreise aus Deutschland (Direktflug) sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen.
Bei Einreise aus einem von der als Gelbfieber-Endemiegebiet deklariertem Land wird der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung verlangt (Internationales Impfzertifikat mit lebenslanger Gültigkeit). Eine Liste der Gelbfieber-Endemiegebiete (z. B. Nachbarland Angola) finden Sie unter www.who.int.

Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (http://www.rki.de)
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio, gegen Mumps, Masern, Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A und bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Meningokokken-Krankheit (ACWY) empfohlen.

Malaria

Ein hohes Risiko besteht ganzjährig im äußersten Norden des Landes, entlang des Kawango und Kuneneflusses sowie in der Region Sambesi (ehemals Caprivi-Streifen). Ein mittleres Risiko (höher in der Regenzeit, geringer in der Trockenzeit) besteht in den Provinzen Omusati, Oshana (östliches Ovamboland) Ohangwena, Oshikoto (Etosha-Nationalpark) sowie in den nordöstlichen Teilen von Otjozondjupa und Omaheke. Kein Risiko besteht im zentralen Hochland, in der Hauptstadt Windhuk sowie in den südlichen und westlichen Landesteilen.

Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft, insbesondere die gefährliche Malaria tropica, bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist eine schnelle Vorstellung in einer geeigneten medizinischen Institution mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Je nach Reiseprofil ist deshalb neben der immer notwendigen Expositionsprophylaxe ggfs. eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll.

Für die Malariaprophylaxe sind in Deutschland verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Atovaquon/Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem Markt erhältlich. Die Auswahl und persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme einer Chemoprophylaxe mit einem Tropen- bzw. Reisemediziner besprochen werden. Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats ist zu empfehlen.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:

  • körperbedeckende (helle) Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
  • in den Abendstunden und nachts Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
  • unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen

Siehe dazu auch das Merkblatt Expositionsprophylaxe.
Weitere nur durch Expositionsprophylaxe vermeidbare Erkrankungen kommen vor.

HIV/AIDS

Etwa 17% der 15-49 Jährigen sind HIV positiv; damit gehört Namibia zu den Ländern mit der höchsten HIV-Prävalenz der Welt. Besonders Risikogruppen (Prostituierte, Männer, die gleichgeschlechtlichen Verkehr haben, sog. MSM) sind darüber hinaus deutlich stärker betroffen Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht ein hohes Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und besonders Cholera vermeiden. In den letzten Jahren ist es wiederholt, v.a. im Norden des Landes, zu einer Häufung von Cholerafällen gekommen, die auch die Hauptstadt Windhuk erreicht haben. Die Cholera ist grundsätzlich eine gut zu behandelnde Erkrankung; eine erhöhte Gefährdung für Reisende aus Europa besteht daher nicht.

Einige Grundregeln: Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen, Schälen oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen, ggfs. Einmalhandtücher verwenden.

Gifttiere

Wie in allen tropischen Ländern kommen auch in Namibia (auch in Windhuk) eine Reihe teilweise gefährlicher Giftschlangen vor, deren Biss schwere Körperschäden inklusive Todesfolge bewirken kann. Dennoch sind Schlangenbisse ungewöhnlich und erfolgen selten unprovoziert. Nicht in Erdlöcher oder -spalten, unter Steine bzw. Reisig, Zweige und ähnlich unübersichtliches Material greifen. Auch gibt es einige recht giftige Spinnen- und Skorpionarten, daneben auch andere Tiere mit potentiell starker Giftwirkung (z. B. bestimmte zum Teil auffällig gefärbte Schmetterlingsraupen, Hundertfüßer, u. a.). Wie in den Tropen allgemein bekannt sein sollte: Vorsicht, wohin man greift, wohin man tritt und wohin man sich setzt oder legt! Vor Benutzung von Bettdecken und -laken, Kleidungsstücken, Schuhwerk, Kopfbedeckungen evtl. vorhandene giftige "Untermieter" durch sorgfältiges Ausschütteln entfernen.

Zeckenübertragbare Erkrankungen

Eine Reihe von Erkrankungen nach Zeckenbissen sind aus Namibia bekannt.

Krim-Kongo-Hämorrhagisches Fieber

Diese hämorrhagische Viruserkrankung tritt sporadisch in Namibia auf. Das Virus wird hauptsächlich durch Zecken der Gattung Hyalomma oder durch Kontakt zu Fleisch oder Blut infizierter Tiere übertragen. Häufig kommt es auch durch engen Kontakt zu Infizierten in den Gesundheitseinrichtungen zu Folgeerkrankungen. Ein Charakteristikum dieser Infektion ist hohes Fieber, ausgeprägtes Krankheitsgefühl und eine Blutungsneigung. Die Erkrankung ist mit einer hohen Sterberate assoziiert.

Afrikanisches Zeckenbissfieber

Eine nach der Malaria häufigste fieberhafte Infektionskrankheit nach Aufenthalt in afrikanischen Nationalparks ist das afrikanische Zeckenbissfieber (african tick bite fever). Der Erreger, Rickettsia africae, wird durch z.T. sehr stechaggressive Zecken bei ungeschütztem Aufenthalt in Gras- und Savannenlandschaften übertragen. Die Erkrankung ist durch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und später durch einen Hautausschlag (Exanthem) gekennzeichnet. Charakteristisch ist die blutverkrustete Einstichstelle (Eschar), die oft zunächst nicht bemerkt wird. Doxyzyclin zur Behandlung ist gut wirksam.

Schutz ist nur durch adäquate Bekleidung, Insektenabwehrmittel und Körperkontrolle auf Zecken nach Exposition spätestens am Abend möglich.

Weitere Gesundheitsgefahren

Immer wieder treten Milzbrand-Erkrankungen bei Tieren aber auch beim Menschen besonders im Norden Namibias (Oshikoto) auf. Milzbrand wird von erkrankten Tieren auf z.B. Farmarbeiter und Tierärzte übertragen, aber auch über das Fleisch infizierter Tiere.

Die UV-Strahlung in Namibia ist sehr hoch. Zum Schutz von Haut und Augen sind Sonnenschutz wie bedeckende Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Sunblocker mit hohem Lichtschutzfaktor daher unbedingt erforderlich.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit der in Europa nicht immer vergleichbar, auf dem Lande kann sie technisch und apparativ problematisch sein, auch die hygienischen Standards sind nicht immer ausreichend. In Windhuk und den größeren Städten gibt es eine gute ambulante und stationäre Versorgung, ähnlich wie in Deutschland. Die Ärzte stehen im Telefonbuch ganz vorn unter "Medical Practitioners". Die deutsche Botschaft in Windhuk führt online eine Liste deutschsprachiger Mediziner.

Der Abschluss einer Auslandskranken- und Reiserückholversicherung wird dringend empfohlen. Selbstfahrer sollten mit ihren Autovermietern anhand der geplanten Reiseroute die Notwendigkeit eines Abschlusses einer Kurzzeitversicherung zur Rettung nach einem Verkehrsunfall abklären.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen Tropenerfahrung haben (siehe z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de).

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland und längere Aufenthalte vor Ort zugeschnitten; für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • nicht unabhängig von individuellen Verhältnissen des Reisenden zu nutzen; vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Tropenmediziner ist unerlässlich;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen nicht unbedingt umfassend, genau und aktuell.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. Vielfach fehlen auch europäisch ausgebildete Englisch / Französisch sprechende Ärzte. Die medizinische Versorgung in den städtischen Bereichen liegt weit über dem afrikanischen Durchschnitt. In allen größeren Orten findet man Krankenhäuser und Apotheken. Die Ärzte stehen im Telefonbuch unter "Medical Practioners".

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden. Medikamente gegen Durchfall, Fieber und Schmerzen sowie Verbandstoff, Pflaster und Wunddesinfektion sollten unbedingt mitgenommen werden. Serum gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche sollte u. U. mitgeführt werden.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung und Reiserückholversicherung wird dringend empfohlen.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken 4 -
Malaria 3 -
Typhus & Polio Ja -
Cholera 2 -
Gelbfieber 1 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von 6 Tagen aus einem der von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete kommen. Es wird ebenfalls keine Impfbescheinigung verlangt, wenn in einem Land der Infektionszone zwischengelandet wurde, und dort der Transitraum nicht verlassen wurde. Personen, die auf Verlangen keine Gelbfieber-Impfbescheinigung vorlegen können, müssen sich einer 6-tägigen Quarantäne unterziehen oder werden ins Herkunftsland zurückgeschickt.
Bei Kindern unter 12 Monaten und Frauen im ersten Drittel einer Schwangerschaft wird nicht auf einer Impfbescheinigung bestanden.

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch. 

[3] Malariaschutz ganzjährig erforderlich im Kawango- und Kunene-Tal sowie im Sambesi (ehemals Caprivi-Streifen) am Sambesi-Fluss (hohes Malaria-Risiko). Von November bis Juni besteht ein mittleres Malariarisiko in den übrigen nördlichen Regionen und in Oshana, Oshikoto, Omusati, Ohangwena, Otjozondjupa und Omaheke. Ein geringeres Risiko herrscht in den übrigen Landesteilen im Norden, Nordwesten und nach Süden. Kein Malaria-Risiko gibt es in den Städten und Süd-Namibia.

Die zu 85 % vorherrschende gefährlichere Form Plasmodium falciparum (Malaria tropica) soll chloroquinresistent sein und tritt im Kawango- und Kunene-Tal sowie im Caprivi-Streifen auf. In den übrigen von Malaria betroffenen Gebieten tritt die weniger gefährliche Plasmodium vivax (Malaria tertiana) auf.
Für die Malariaprophylaxe sind generell langärmelige Kleidung und Mückenschutzmittel empfohlen. In den hohen Risiko-Regionen Kawango-, Kunene-Tal, im Caprivi-Streifen ganzjährig und in den übrigen nördlichen Gebieten von November bis Juni sollte man medikamentös einer Malaria-Infektion vorbeugen. Eine Notfallmedikation empfiehlt sich von Juli bis Oktober in den nördlichen Gebieten.

[4]
Größtes Infektionsrisiko stellen Darminfektionen dar. Die für alle tropischen Länder geltenden Hygieneregeln (z. B. Vorsicht bei Genuss von Nahrungsmitteln und Leitungswasser) sollten sorgfältig beachtet werden. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Unpasteurisierte Milch sollte abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Milchprodukte aus ungekochter Milch sollten nicht konsumiert werden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt.

Gesundheitszeugnis

Für Langzeitaufenthalte wird ein HIV-Test verlangt.

Andere Risiken

Bilharziose-Erreger kommen in manchen Teichen und Flüssen, v.a. im Caprivi-Streifen vor. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Die UV-Strahlung ist sehr hoch und kann zu Hautschäden führen. Sonnenschutz durch hautbedeckende Kleidung und Sonnenschutzmittel (LSF > 20) ist daher unbedingt erforderlich.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

HIV/Aids ist weit verbreitet und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Pest-Fälle wurden aus der Ohangwena-Region im Norden des Landes gemeldet. Der Schutz vor Ratten und Flöhen durch sichere Schlafplätze und häufigeres Wäschewechseln sowie das Fernhalten von bereits Erkrankten reduzieren die Ansteckungsgefahr. Bei beruflich in Pestgebieten Tätigen empfiehlt sich die prophylaktische Einnahme von Antibiotika.

Die durch die Tse-Tse-Fliege übertragene Schlafkrankheit tritt sehr selten bei Reisenden auf, sporadisch im Norden (Caprivi-Streifen). Es empfehlen sich sorgfältige Mücken-Schutzmaßnahmen.

Tollwut kommt landesweit vor. Hauptüberträger sind Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Türkei Ja Ja Ja
Andere EU-Länder Ja 1 Ja
Schweiz Ja Nein Ja
Österreich Ja Nein Ja
Deutschland Ja Nein Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss mindestens 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig sein und mindestens 2 freie Seiten enthalten.

Hinweis: Der Reisepass muss in einwandfreiem Zustand sein.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen touristischen oder geschäftlichen Aufenthalt (nur Besprechungen, keine Vertragsabschlüsse, keine unbezahlte Tätigkeiten wie Praktika, Studienaufenthalte, Freiwilligendienste, keine Anmietung von Räumen, Bankgeschäfte o. Ä.) von bis zu 3 Monaten, die bei der Einreise gebührenfrei eine "Visitors Entry Permit" erhalten:

EU-Länder und Schweiz ([1] Ausnahmen: Staatsangehörige von Bulgarien, Estland, Griechenland, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern benötigen ein Visum).

Hinweis: Die tatsächlich genehmigte Aufenthaltsdauer variert und ist bei der Einreise sofort zu prüfen ggf. zu reklamieren.

Einreise mit Kindern

Hinweis: Alle Reisedokumente müssen mindestens zwei freie Seiten enthalten und in einwandfreiem Zustand sein.

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern. Minderjährige unter 18 Jahren müssen bei der Ein- und Ausreise eine internationale Geburtsurkunde oder eine beglaubigte Übersetzung in englischer Sprache der Geburtsurkunde mit sich führen. In der Geburtsurkunde müssen beide Eltern aufgeführt sein. Bei Einreise von minderjährigen Kindern mit nur einem Elternteil oder ohne Eltern/Sorgeberechtigte wird eine beglaubigte Einverständniserklärung (eidesstattliche Versicherung („affidavit“) der nicht anwesenden Eltern/ Erziehungsberechtigten in englischer Spache gefordert, die u. a. die Reisepassnummer des Minderjährigen enthalten muss. Außerdem müssen eine Passkopie und die Kontaktdaten des nicht anwesenden Elternteils vorgelegt werden. Auch ein alleiniges Sorgerecht muss ggf. nachgewiesen werden. Beglaubigungen müssen von einem namibischen Notar oder Auslandsvertretung stammen.

Allein reisende Minderjährige müssen bei Einreise außerdem die Kontaktdaten ihres Aufenthaltsorts in Namibia angeben sowie ein Bestätigungsschreiben und eine Passkopie und ggf. eine Kopie der Aufenthaltserlaubnis der einladenden Person vorlegen. 

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für die Einfuhr von Hunden und Katzen gelten strenge Bestimmungen. Haustiere sind in namibischen Naturschutzgebieten und -reservaten nicht gestattet.
Anträge für Einfuhrgenehmigungen und weitere Informationen sind bei den Botschaften von Namibia erhältlich. 

Bearbeitungsdauer

Abhängig von der Art des Visum, Touristenvisum ca. 2 Wochen (5 Tage für Normalbearbeitung und 2 Tage für Expressausstellung in Berlin). Anfragen an die konsularischen Vertretungen (s. Kontaktadressen).

Genehmigungsschreiben für Geschäftsreisende (wird vom Innenministerium in Windhoek ausgestellt): 7 Konsulararbeitstage.

Gültigkeit

Touristenvisum: Bis zu 3 Monaten. Eine Verlängerung (max. 90 Tage) ist möglich und sollte rechtzeitig beim Innenministerium (Ministry of Home Affairs, Cohen Building, Casino Street, Private Bag 13200. NA-Windhoek. Tel: (061) 292 21 11) beantragt werden. Achtung: Wer seine Aufenthaltsdauer überschreitet (auch unabsichtlich), muss mit drastischen Strafen rechnen.

Aufenthaltsverlängerung

Eine Verlängerung des Visums kann beim Innenministerium (Adresse s. Gültigkeitsdauer) oder bei der zuständigen namibianischen Vertretung beantragt werden.

Visaarten und Kosten

U.a. Einreise- und Transitvisum.

Kosten

Deutschland, Österreich und Schweiz
Die folgenden Visagebühren gelten für visumpflichtige Staatsangehörige, die bei der Ausreise aus Namibia eine mindestens 6 Monate gültige Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, Österreich oder die Schweiz haben.

Touristenvisum: 80 € (einmalige Einreise), 130 € (zweimalige Einreise);

Geschäftsvisum: 105 €;

Express-Visum: 220 €.

Antrag erforderlich

Touristen-Visum

(a) 2 Antragsformulare.
(b) 3 Passfotos.
(c) Reisepass, der mindestens sechs Monate über den Aufenthalt hinaus gültig ist und mindestens zwei freie Seiten enthält.
(d) Rückflugticket (Kopie).
(e) Gebühr (per Überweisung).

(f) Unterkunftsnachweis.

(g) ausreichende finanzielle Mittel, die mittels der letzten drei Bankauszüge nachgewiesen werden müssen.

(h) im Falle einer privaten Unterkunft: schriftliche Einladung und eine Kopie des Personalausweises des Einladenden.
 

Bei postalischer Beantragung ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag beizulegen.

Alle Dokumente müssen ins Englische übersetzt werden.

Geld

Geldwechsel

Geld kann in Banken und Wechselstuben umgetauscht werden, am einfachsten werden US-Dollar getauscht.

Währung

1 Namibia-Dollar = 100 Cent. Währungskürzel: N$, NAD (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 200, 100, 50, 20 und 10 N$. Münzen in den Nennbeträgen von 5 und 1 N$ sowie 50, 10 und 5 Cents. Der Namibia-Dollar ist an den Südafrikanischen Rand gebunden, der ebenfalls in Namibia als gültige Währung akzeptiert wird.

Devisenbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr von Fremdwährung ist ab einem Gegenwert von 5.000 N$ deklarationspflichtig. Die Landeswährung darf nur bis zu einem Gegenwert von 50.000 US$ eingeführt werden. Die Ausfuhr der Landeswährung ist bis in Höhe der eingeführten, deklarierten Beträge gestattet.

Bei Reisen zwischen den SACU-Staaten Botsuana, Namibia, Lesotho, Südafrika und Swasiland bestehen keinerlei Ein- und Ausfuhrbeschränkungen.

Kreditkarten

Visa, Mastercard, American Express und Diners Club werden akzeptiert. Tankstellen akzeptieren nur Bargeld. Mittlerweile kann auch an Geldautomaten mit der Kreditkarte (vor allem Visa) Geld abgeholt werden. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
 

Reiseschecks

Sollten in Euro ausgestellt sein und werden problemlos in Banken eingetauscht.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 09.00-15.30 Uhr, Sa 08.30-12.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Namibia eingeführt werden:

400 Zigaretten und 50 Zigarren und 250 g Tabak (Personen ab 18 J.);
2 l Wein und 1 l Spirituosen (Personen ab 18 J.);
50 ml Parfüm und 250 ml Eau de Toilette;
Geschenke im Wert bis zu 1.250 N$ (jedoch keine Fernsehgeräte).

Quellenangaben
  • Marco Polo - Namibia, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2013-08, 2008-07
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Namibia - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 27.06.2018 (Unverändert gültig seit: 16.03.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 27.06.2018 (Unverändert gültig seit: 16.03.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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