Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Marokko

Steckbrief

Marokko - Fakten

Ländername Königreich Marokko (Al-Mamlaka al-maghribiya)
Klima verschiedene Klimazonen; Rabat: atlantisches Klima, feucht-heiß im Sommer, feucht-kühl im Winter
Beste Reisezeit Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
Lage Marokko liegt zwischen dem 28. und 36. Breitengrad und dem 1. und 13. Längengrad.
Fläche 459.000 qkm (völkerrechtlich umstrittenes Westsahara-Gebiet zusätzlich ca. 266.000 qkm)
Hauptstadt Rabat, 800.000 Einwohner (mit Schwesterstadt Salé ca. 1,6 Millionen).
Bevölkerung ca. 35 Millionen Einwohner; Durchschnittsalter 27 Jahre; Bevölkerungswachstum 1,2 Prozent jährlich
Sprache offiziell Arabisch (gesprochen wird der maghrebinisch-arabische Dialekt Darija) und seit Annahme der neuen Verfassung auch die Berbersprache Tamazight; lokal weitere Berbersprachen; Französisch ist als Geschäfts- und Bildungssprache verbreitet, Spanisch im Norden.
Religion Muslime 98.7%, Christen 1.1%, Juden 0.2%
Nationaltag 30. Juli (Thronbesteigung Mohammeds VI. 1999)
Unabhängigkeit 1956
Staats-/Regierungsform Konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt König Mohammed VI. von Marokko (seit 1999)
Regierungschef Saadeddine Othmani
Währung Dirham (1 EUR = knapp 11 Dirham)Hinweis:Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
Zeitzone UTC (MEZ-1h)
Stromnetz 127-220 V/ 50Hz (Europäischer Stecker)
Reiseadapter C, D, E, F
Kfz-Länderkennzeichen MA
ISO-3166 MA, MAR
Internet-TLD .ma
Landesvorwahl +212
Reisepass & Visum Notwendig
Geeignet für Kultur, Shopping, Outdoor, Meer, Wintersport, Feiern

Geographie

Es gibt vier landschaftliche Großräume: die Mittelmeer- und die Atlantikküste im Norden und Westen, die atlantische Region mit der marokkanischen Meseta, die Gebirgsregion mit dem Hohen Atlas, dem Mittleren Atlas und dem Rifgebirge (Ar-Rif) sowie die nordöstliche und südöstliche Region mit den Plateaus im Nordosten, dem Anti-Atlas und den großen Becken am Sahararand. Klimatisch ist das Land dreigeteilt: Im Norden herrscht Mittelmeerklima, im Landesinnern Steppen-, im Süden Wüstenklima.

Politik und Bevölkerung

Staatliches und geistliches Oberhaupt Marokkos ist der König. Seit 1999 verfolgt König Mohammed VI. einen Kurs der Modernisierung, der 2011 in eine neue Verfassung mündete. 30 % der Marokkaner sind Berber, 20 % Araber und 50 % arabisierte Berber. Staatsreligion ist der Islam.

Geschichte

Im 7. Jh. eroberten die muslimischen Araber Marokko und verdrängten die Berber in unzugänglichere Regionen. Wechselnde islamische Dynastien regierten das Land in den folgenden Jahrhunderten. Ende des 19. und Anfang des 20. Jh. versuchten Deutschland und Frankreich, Marokko unter ihre Kontrolle zu bekommen; 1912 wurde das Land französisches Protektorat. Seit 1956 ist Marokko unabhängig. Ein Referendum über die Zukunft der Westsahara wurde bislang noch nicht durchgeführt.

Marokko - Geschichte

ab 2000 v. Chr. Nordafrika wird von Berberstämmen besiedelt
146 v. Chr. Nordafrika wird römische Provinz
697 Muslimische Araber besetzen die Region und verbreiten den Islam
789 Mulay Idris gründet die erste arabische Dynastie der Idrisen in Fès
1061–1147 Herrschaft der berberischen Almoraviden
1147–1269 Herrschaft der berberischen Almohaden
1554–1667 Herrschaft der arabischen Saaditen
1667 Beginn der Dynastie der Alawiten, die bis heute herrschen
1909/1912 Beginn des spanischen bzw. französischen Protektorats
1921 Beginn von Aufständen gegen die Kolonialmächte
1956 Unabhängigkeitserklärung
1961 Hassan II. wird König
1975 Besetzung der Westsahara durch den von Hassan II. organisierten „Grünen Marsch“
1999 Tod von Hassan II., Inthronisation von Mohammed VI.
2004 Das neue Familienrecht tritt in Kraft und gibt den marokkanischen Frauen die Gleichberechtigung
2011 Der sogenannte Arabische Frühling führt auch in Marokko zu Demonstrationen und zur Verfassungsänderung zugunsten der Demokratie. Doch die Lage ist im Vergleich zu anderen Ländern Nordafrikas ruhig
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Zankat Madnine 7 | BP 235 | Tel. 05 37218600 | www.rabat.diplo.de

Österreichische Botschaft

Zankat Tiddas 2 | BP 135 | Tel. 05 37762698 | www.bmeia.gv.at/botschaft/rabat.htm

Schweizer Botschaft

Sahat Berkane | BP 169 | Tel. 05 37268030

Notruf

Polizei (Tel. 19) ; Krankenwagen (Tel. 15)

Internet

Folgende Links sind informativ und hilfreich: www.marokko.com, das größte und beste deutschsprachige Internetforum zu Marokko; www.tourismus-in-marokko.de, die offizielle Seite des marokkanischen Fremdenverkehrsamts, gibt eine gute Übersicht über all das, was Marokko zu bieten hat; www.fesfestival.com sowie www.festival-gnaoua.net informieren über Termine und Hintergründe der beiden wichtigsten Festivals in Marokko. Maßgeschneiderte Reisen sowie Hintergrundwissen und Literaturtipps finden Sie bei Tour Serail unter www.tourserail.com.

Internetcafés & Wlan

Trotz der hohen Dichte an Internetanschlüssen gibt es eher wenige Orte in Marokko, die über WLAN verfügen. Ausnahmen sind alle Flughäfen sowie viele der gehobenen Riads. Eine stets aktualisierte Liste findet sich unter www.caryl.fr/hotspots-marrakech oder auch www.caryl.fr/hotspots-agadir. Man kann hier jeden Städtenamen einsetzen und bekommt die Hotspots der gewählten Städte. Internetcafés hingegen, sogenannte Cybercafés oder Espace Internet, findet man an jeder Ecke.

Post

Postämter gibt es im ganzen Land. Sie sind größtenteils zu unregelmäßigen Zeiten zwischen Montag und Freitag geöffnet. Ein Brief nach Europa kostet 6,50 Dirham und ist etwa zehn Tage unterwegs.

Telefon & Handy

Sogenannte Téléboutiques ersetzen die öffentlichen Telefonzellen. Man kann mit 1-, 2- und 5-, manchmal auch mit 10-Dirham-Münzen telefonieren. Vorwahl Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Marokko 00 212. Das Handynetz ist in Marokko sehr gut ausgebaut. Es kann aus den deutschen Netzen telefoniert werden. Wer längere Zeit in Marokko unterwegs ist, kann sich überlegen, eine marokkanische Prepaid-Karte (Carte Jawal) für das eigene Handy (le portable) zu kaufen, was fast überall möglich ist. Kosten: 30 DH plus Telefonguthaben.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Ein stark ausgeprägter Heiligenkult sorgt dafür, dass in Marokko ganzjährig große Folklorefeste stattfinden. Nicht ganz so bunt und eher in der Familie gefeiert werden die religiösen Feste, die sich nach dem islamischen Kalender richten und deshalb von Jahr zu Jahr im Datum variieren. An Nationalfeiertagen sind alle Ämter, Banken und Schulen im Land geschlossen.

Moussems

Februar

Mandelblütenfest in Tafraoute: Unter rosafarbenen Blüten wird ein großes Fest gefeiert.

Mai

Rosenfest in El-Kelaat M’Gouna: Zur Rosenernte kommen Berber von überallher. Es gibt einen riesigen Markt, und eine Rosenkönigin wird gewählt.

September

Moussem des Moulay Idris in Fès: Moulay Idris gilt als Staatsgründer und ist der Heiligste des Landes. Man sagt, wer sieben Mal nach Moulay Idris gepilgert ist, braucht nicht mehr nach Mekka.

Hochzeitsmarkt von Imilchil: Der Stamm der Ait Haddidou feiert Hochzeit. Frauen suchen sich ihre Männer aus, geheiratet wird direkt vor Ort.

Oktober

Dattelfest in Erfoud: Es gibt Musik, einen großen Markt und die Wahl zur Miss Dattel.

Musikfestivals

Mai

Wüstenmusik-Festival in Er-Rachidia: Das Festival zieht Gruppen aus der ganzen arabischen Welt an. www.festivaldudesert.ma

Juni

Festival de la Musique Sacré in Fès: Das internationale Musikfestival ist fest in den Händen europäischer Plattenfirmen. www.fesfestival.com

Gnaoua-Festival in Essaouira: Als Gnaoua werden die schwarzen Mystiker bezeichnet, die vor allem in Essaouira und Marrakech leben. Das Festival ist eines der größten und spannendsten in Marokko. www.festival-gnaoua.co.ma

Juli

Folklorefestival in Agadir: eher klein im Vergleich zu den beiden anderen Festivals, aber durchaus interessant; mit vielen Folkloregruppen vor allem aus Südmarokko

August

Kulturfestival in Asilah: Künstler aller Sparten kommen in der schönen Stadt am Atlantik zusammen.

FTANJAzz: Internationales Jazz-Festival in Tanger

Nationalfeiertage

1. Januar Neujahr
1. Mai Aid asch-Schughl (Tag der Arbeit): In Rabat finden Demonstrationen statt
31. Juli Aid al-Arasch (Thronfest): An diesem Tag werden der König und das Königshaus mit bunten Paraden, Folkloredarstellungen und zahlreichen Fantasias gefeiert.
21. August Aid al-Schabab (Fest der Jugend)
6. November Aid al-Masira (Tag des Grünen Marsches): Man feiert die Besetzung der Westsahara.
18. November Aid al-Istiqlal (Tag der Unabhängigkeit)

Religiöse Feiertage

26. Juni 2017, 15. Juni 2018 Aid al-Fitr, das Zuckerfest am Ende des Fastenmonats Ramadan
31. Sept. 2017, 21. Aug. 2018 Aid al-Adha, das Opferfest. An diesem wird dem Opfer gedacht, das Ibrahim (Abraham) zu bringen bereit war, als er seinen Sohn für Gott opfern sollte.
Allgemein Die anderen islamischen Feiertage werden in Marokko so gut wie nicht gefeiert.
Mobilität vor Ort

Auto

Die Verkehrsregeln entsprechen im Großen und Ganzen denen in Deutschland. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in Städten 40 km/h, in kleineren Orten 60 km/h, auf Landstraßen 100 km/h, auf Autobahnen 120 km/h; striktes Alkoholverbot. Verstöße gegen Tempolimits und andere Sicherheitsvorkehrungen werden streng geahndet. Wie in fast allen arabischen Städten ist der Verkehr in Marokko etwas chaotisch. Aber zumindest gibt es an Kreuzungen Polizisten, die den Verkehr regeln.

Öffentliche Verkehrsmittel

Bahnen

Die ONCF, die staatliche marokkanische Eisenbahngesellschaft, hat nördlich des Atlas ein ausgezeichnetes Schienennetz. So wird in der Nord-Süd-Achse Tanger mit Marrakech via Rabat und Casablanca verbunden und in der West-Ost-Achse Sidi Kacem mit Oujda via Meknès, Fès und Taza. Auskunft über Fahrplan und Preise: www.oncf.ma

Busse

Der Bus ist das gebräuchlichste Verkehrsmittel in Marokko. Das größte Busunternehmen ist die staatliche Linie CTM, die alle größeren Städte anfährt. Die Busse der CMT sind in aller Regel neu und gut. Zu empfehlen ist auch die Bahnbusgesellschaft Supratours, die ihre Linienbusse überall dort einsetzt, wo die Schienen aufhören. Supratours gilt als schnellste und sicherste Buslinie im Land, ist aber nur in den größeren Städten zu finden. Mit privaten Busgesellschaften der unterschiedlichsten Qualität oder Sammeltaxis kommt man auch in die hintersten Winkel des Landes.

Taxi

Innerhalb der Städte fahren die Petit Taxis. (2 Dirham/km, Grundpreis: 1,40 Dirham). Kürzere Überlandstrecken fährt man mit Sammeltaxis. Diese sind unbequem, es sei denn, man kauft zwei Plätze. Dafür sind sie schnell und flexibel. Sammeltaxis haben eigene Bahnhöfe. Eine Strecke von 50 km kostet etwa 2,50 Euro.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Vorweg oder auch dazu gibt es Salat. Typisch marokkanisch werden Gurken und Tomaten, klein gehackt, zusammengemischt. Als Nachspeise kann es einen französischen Obstkuchen oder auch nur Obst geben. Nationalgerichte sind Tajine und Couscous. Von Tajine, einem Gericht, das in einem Tontopf ähnlich unserem Römertopf gegart wird, existieren unzählige Varianten. Mit Fisch, Schaf- und Rinderfleisch, vielleicht süß-sauer mit Backpflaumen oder ganz vegetarisch mit Gemüse. Am besten schmeckt die Tajine, wenn sie in traditionellem Tongeschirr auf Holzkohle zubereitet wird und eine gute Stunde im eigenen Saft vor sich hin brutzelt.

Couscous ist das typische Freitagsessen. Jede Woche, nach dem traditionellen Freitagsgebet in der Moschee, wartet zu Hause Couscous auf dem Tisch. Couscous wird traditionellerweise mit der Hand gegessen. Genauer gesagt mit den Fingern der rechten Hand. Dies erfordert einiges an Geschick, da aus dem Weizengrieß zusammen mit dem Gemüse kleine Kugeln geformt werden, die man so lange in die Luft wirft, bis sie nicht mehr auseinander brechen. Dies ist wahrscheinlich der Grund, weshalb heute immer mehr auf den Löffel zurück gegriffen wird, um Couscous zu essen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Hände beim Essen tabu wären – ganz im Gegenteil: Es ist absolut üblich, dass große Fleischstücke sowohl bei Tajine als auch beim Couscous mit der Hand auseinandergebrochen werden – und eine Ehre für Sie, wenn der Gastgeber ihnen dann mit seiner rechten Hand (die linke gilt als unrein) ein Stück Fleisch überreicht. Überhaupt:Sie können unbesorgt, selbst im Restaurant, wo Gabel und Messer automatisch serviert werden, bei Problemen mit Fisch oder Hühnchen die Hände mit zur Hilfe nehmen.

Wie in der ganzen Welt üblich, ist das Essen im Privathaushalt am besten, und man bekommt viele Speisen vorgesetzt, die es im Restaurant nicht gibt. Lehnen Sie also die Einladung einer marokkanischen Familie unter keinen Umständen ab, und freuen Sie sich auf die liebevoll zubereiteten Gerichte.

Die Speisekarten der Restaurants unterscheiden sich deutlich voneinander – abhängig davon, wo und wie Sie essen. In den gängigen kleinen Restaurants, die vorwiegend von Einheimischen aufgesucht werden oder die sich um touristische Zentren erstrecken, gibt es in der Regel Tajines, Fleischspießchen (brochettes), gebratene Hähnchen, seltener Leber oder Lammkoteletts (immer mit Pommes frites und einem kleinen Salat). In den guten und gehobenen Restaurants kann sich durch mehrere Gänge schlemmen und die wahre Vielfalt der marokkanischen Küche genießen. In kleinerem Umfang ist dies auch in gut geführten Riads möglich, wo es fast immer diverse Vorspeisen gibt, gefolgt von Tajines, Couscous oder gegrilltem Fleisch (Maschawi). Die Auswahl an internationalen Restaurants ist vor allem in den Städten groß und gut. Entlang der Atlantik- und Mittelmeerküste bekommt man immer frischen Fisch. Im Sommer stehen mancherorts an Badestränden kleine Garküchen, die frisch gegrillte Sardinen anbieten – mit Zwiebeln und klein gehacktem Koriander ein unbedingtes Muss. Sie sind von mittags bis spätabends geöffnet und bereiten auf Wunsch auch verschiedene Salate zu. Überhaupt sollte sich niemand scheuen, in den kleinen Restaurants zu essen, von denen es in jedem Ort unzählige gibt. Sie sind sehr gut und billig.

Wer ein Unterhaltungsprogramm zum Essen wünscht, für den gibt es in Marrakech und Fès zahlreiche Gelegenheiten. Bei einem mondänen Dinner in den Restaurants der Medina, von denen manche fürstlichen Hallen im orientalischen Design gleichen, steht Bauchtanz als Dessert auf dem Programm. Marrakech gilt neben Casablanca als Gourmetzentrum, wo Sie sehr gute internationale Restaurants finden, vor allen Dingen gehobene französische Küche. Im Norden Marokkos bekommen Sie Paella oder auch eine Tortilla aus Kartoffeln. In den Bars in Tanger und Tetouan wird, selbst über 50 Jahre nach der Unabhängigkeit, die spanische Tradition der Tapas gepflegt. Auf der Straße wird Caliente (die Warme), eine Art Fladenpizza aus Maismehl, von mobilen Ständen aus verkauft.

Marokkanische Weine sind sehr gut und passen zu jeder Gelegenheit. Besonders empfehlenswert sind Cabernet President Rouge oder auch ein eiskalter Ksar Rosé in der Sommerhitze Marokkos. Die lokalen Biere Flag und Storck ähneln stark den deutschen Bieren. Gläubige Marokkaner halten sich an das islamische Alkoholverbot und trinken Cola oder Limonade zum Essen. Als Mineralwasser gibt es Oulmes mit, Sidi Ali und Sidi Herazem ohne Kohlensäure. Wichtiges Getränk ist thé à la menthe, der zum Essen oder im Café getrunken wird. In den Cafés treffen sich meist nur Männer, die nach der Arbeit oder am Sonntagvormittag über Politik oder andere Dinge diskutieren. Unverzichtbar dabei ist, neben dem Pfefferminztee, der café au lait (Milchkaffee) und der café noir (Espresso).

Trinkgeld

Im Restaurant gibt man normalerweise 10 Prozent Trinkgeld, im Café 1 Dirham pro Getränk. Kofferträger erhalten je nach Hotel 5–15 Dirham pro Gepäckstück. Es ist üblich, auch Taxifahrern ein wenig mehr zu geben, als das Taxameter anzeigt; etwa 2–5 Dirham, je nach Fahrpreis.

Einkaufen und Shoppen

Das Warenangebot in den Medinas der marokkanischen Städte ist wahrlich überwältigend. Ein Geschäft reiht sich dort an das andere, mit typischen Lederwaren, Schmuck, Keramik, Kleidung, Lampen und Holzarbeiten. Beim Kauf von Souvenirs sollten Sie sich aber in jedem Fall Zeit lassen.

Auch wenn es selbst in den Suqs immer mehr Läden gibt, die Festpreise verlangen, so ist doch Handeln ein fester Bestandteil eines Kaufs und kann manchmal so nervenaufreibend wie amüsant sein. Hartnäckigkeit lohnt sich, vermeiden Sie so lange wie möglich, einen Preis zu nennen. Sind Sie eingestiegen, beginnt die Diskussion. Scheuen Sie sich nicht, nein zu sagen, auch wenn Sie vom Ladenbesitzer zum Tee eingeladen wurden. Gastfreundschaft ist hier Teil des Geschäfts. Je geduldiger und hartnäckiger Sie verhandeln, desto mehr wird man Sie als ernsthaften Geschäftspartner betrachten.

Wenn Ihnen diese Basargepflogenheiten missfallen, können Sie auch in staatlichen Geschäften einkaufen, in denen alle Waren zu Festpreisen angeboten werden. Grundsätzlich sollten Sie aber in den Geschäften, die auf Touristen als Kunden spezialisiert sind und von Keramik über Schmuck bis hin zu Schuhen alles anbieten, nicht einkaufen. Jede Handwerkerzunft hat in der Altstadt ihre eigene Gasse oder ihr kleines Viertel. Neben einer größeren Auswahl ist es auch ein besonderes Erlebnis, durch die verwinkelten Gassen zu schlendern. Wichtig ist, dass Sie Souvenirs in den entsprechenden Regionen kaufen, wo sie auch beheimatet sind, Qualität und Preis sind dort meist besser.

Kunsthandwerk & Design

Keramik

Bekannt ist Fès nicht nur für Kupferarbeiten, sondern auch für Keramiken mit ihrem typischen blau-weißen Muster. Wunderschön sind große Schalen, die man etwa für Obst benutzen kann. Besonders reizvoll ist das Fèser Essgeschirr, das gerade in Blau-Weiß sehr edel wirkt. Die Keramik aus Fès ist von der Qualität her hochwertiger als die Produktionen aus der Stadt Safi, dem zweiten Töpferzentrum des Landes. Hier wie auch in Marrakech finden Sie die einfachen Keramikarbeiten, wozu auch die originalen Tajinetöpfe gehören.

Delikatessen

Kulinarisches

Sie können auch kulinarisch ein Stück Marokko mit nach Hause nehmen. Auf den imposanten Gewürzmärkten bekommen Sie frischen Pfeffer, Kreuzkümmel oder auch kalt gepresstes Olivenöl. Besonders empfehlenswert ist das Öl des Arganbaums, der nur in Marokko wächst und ein Alter von bis zu 300 Jahren erreicht. Zum ersten Mal wird er 1219 vom arabischen Arzt Inb Al Baytar erwähnt. Das aus den Nüssen des Baums kalt gepresste Öl hat einen starken Nussgeschmack und dient der Veredelung von Speisen. In Marokko werden die Nüsse des Baums auch mit Mandeln und Honig vermischt (Amlou) und als Brotaufstrich verwendet.

Arganienöl kann ebenfalls in Kosmetikartikeln enthalten sein. Es schützt und pflegt die Haut. In der Naturheilkunde setzt man es unter anderem bei Akne und rheumatischen Beschwerden ein. Mit kulinarischen Souvenirs aus Marokko können Sie zu Hause nicht nur dem Essen eine exotische Note geben und Ihre Gäste beeindrucken. Das Hühnchen, im Original-Tajine-Geschirr zubereitet, mit Safranreis als Beilage, und der Salat mit einem Tropfen Arganöl bringen Reiseerlebnisse zurück und machen Lust, Marokko möglichst bald noch einmal zu entdecken.

Schmuck

Silber & Kupfer

Silberschmuck der Berber und der Tuareg kauft man in Südmarokko. Dort wird der Schmuck der Nomaden in großer Zahl und auch günstig angeboten. Häufig finden Sie dort auch Ketten und Ringe mit Halbedelsteinen. Ziselierte Kupfer- und Bronzearbeiten sucht man in Fès. In den Suqs der malerischen, antiken Medina findet man eine reiche Auswahl an Platten, Tellern oder Teekannen.

Spezialitäten

Beghrir Pfannkuchenartige Fladen, bevorzugt zum Frühstück mit Honig, Butter oder Amlou (Mischung aus Honig, Mandeln und Argannüssen)
Briouats Kleine, gefüllte und frittierte Teigtaschen mit Hackfleisch und/oder Käse und/oder Gemüse
Brochette Fleischspießchen aus Lamm, Rind, Hähnchen oder Hack
Couscous Hartweizengrieß mit sieben Gemüsen, wahlweise mit Rindfleisch, Lamm oder Huhn, seltener mit Fisch. Der süße Couscous wird mit Rosinen und gedünsteten Zwiebeln serviert, meist mit Hühnerfleisch
Café au lait Starker Espressokaffee, mit geschäumter Milch aufgegossen
Harrira Die Suppe, mit der man im Fastenmonat Ramadan nach Sonnenuntergang das Fasten bricht. Eine sehr reichhaltige Speise, basierend auf kleinen Linsen und Kichererbsen. Wahlweise mit Schaf- oder Rindfleisch, manchmal auch mit Reis und Tomatenmark zubereitet
Kefta Hackfleisch gibt es als Spießchen, die über Holzkohle gegrillt, oder als Bällchen, in Butter oder Öl gebraten
Mechoui Das marokkanische Festtagsgericht. Ein gebratener Hammel (oder Lamm), für den ein spezieller Ofen aus Lehm erbaut wird. Der Ofen wird mit Holz gefüllt, das bis zur Glut herunterbrennt. Wenn der Ofen heiß genug ist, wird das Lamm im Ganzen eingehängt und je nach Größe drei bis fünf Stunden gegart. Köstlich!
Pastilla In Blätterteig gefülltes Tauben-, Hühner- oder Hackfleisch, mit Puderzucker und Zimt bestreut
Tajine Schaffleisch, Fisch oder Rind mit Gemüse, Oliven oder Backpflaumen, im Tontopf gekocht und serviert
Thé à la menthe Grüner Tee mit frischen Pfefferminzblättern
Stichworte

Alkohol

In Marokko werden zwar Wein und Bier produziert, aber alkoholische Getränke kann man nicht, wie es in Europa und allen westlichen Gesellschaften nahezu überall üblich ist, in jedem Supermarkt kaufen. Dafür gibt es speziell lizenzierte Läden, von denen in jeder größeren Stadt mindestens einer zu finden ist. Außer in den großen Hotels sowie in einigen Restaurants der gehobenen Klasse gibt es Alkohol auch in den meisten Diskotheken. Während des Fastenmonats Ramadan und an religiösen Feiertagen sind die Alkoholläden jedoch geschlossen, und der Alkoholausschank für nichtmuslimische Ausländer ist dann auf eine oder zwei Bars in jeder Stadt beschränkt.

Berber

Die Amazirin, wie sie sich selbst bezeichnen, stellen die autochthone Bevölkerung Marokkos dar. Sie sind kein einheitliches Volk, sondern bestehen aus vielen Stämmen und Gruppierungen, die man unter dem Namen „Berber“ zusammenfasst.

Berber leben in allen Teilen des Landes – teils als Bauern, teils als Nomaden, teils aber auch als Städter. Rein äußerlich sind sie von den Arabern nicht zu unterscheiden. Nach Schätzungen sprechen rund 40 Prozent der marokkanischen Bevölkerung eine der drei offiziellen Berbersprachen. Anders als in Algerien werden die Berber in Marokko als eigene Volksgruppe anerkannt. Unter Mohammed VI. wurde ein Berberinstitut gegründet, das Sprache, Tradition und Geschichte dokumentiert.

Familie

Die Großfamilie ist ein Grundpfeiler der marokkanischen Gesellschaft. Trotz wirtschaftlicher Veränderungen leben Kinder, Eltern und Großeltern noch unter einem Dach zusammen. Bei einem Mindesteinkommen von 180 Euro im Monat ist die Familie für viele Marokkaner die einzige Sicherheit. Hinzu kommt die Tradition, nach der es üblich ist, die Söhne und Töchter erst nach einer Heirat aus dem elterlichen Haus zu entlassen. Jugendliche, die an der Universität einer anderen Stadt studieren, fahren jedes Wochenende nach Hause, um die Familie zu besuchen.

Hammam

In jedem marokkanischen Dorf gibt es ein öffentliches Bad, das mit Holz beheizt wird. Als es noch kein fließendes Wasser gab, ging man einmal in der Woche zur Reinigung ins Badehaus. Noch heute wird dieser Ritus von vielen beibehalten, obwohl sie zu Hause eine Dusche haben. Hammams, die es seit dem 3. Jh. gibt, dienen heute weniger der Reinigung als vielmehr der Entspannung. Früher waren sie für die Frauen ein Ort, um außerhalb des Hauses zusammenzukommen. Das Badehaus galt als ideale Ergänzung zur Moschee. Vor jedem der fünf täglichen Gebete ist den Gläubigen eine rituelle Waschung vorgeschrieben.

Haschisch

In einem Bericht aus dem Jahr 2004 wurde zum ersten Mal offiziell eingeräumt, dass mehr als 800 000 Marokkaner vom Hanfanbau leben. Zuvor hatte dies die Regierung immer geleugnet, obwohl es ein offenes Geheimnis war, dass Marokko der größte Haschischexporteur der Welt ist. Cannabis wird auf einer Fläche von 1340 km2 besonders im Norden des Landes angebaut und ist eines der wichtigsten Erzeugnisse der Landwirtschaft. Konsum und Handel mit Cannabis sind aber nach wie vor unter Strafe gestellt.

Islam

Nach den Terroranschlägen in Casablanca 2003 und in Marrakech 2011 rückte Marokko als ein Land der radikalen Islamisten ins Rampenlicht. Tatsächlich wird aber, im Gegensatz etwa zu Saudi-Arabien, von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung ein moderater Islam praktiziert. Die Religion bestimmt zwar das Alltagsleben, ist aber weit weniger ideologisch gefärbt. Marokko geriet nie unter die Herrschaft der Osmanen, die im Mittleren Osten einen puritanischen Islam einführten. Im Maghreb sind bis heute noch viele Traditionen aus vorislamischer Zeit vorhanden, die anderswo als heidnisch bezeichnet werden würden und den Islam offener und leichter machen.

Landessprache

Hocharabisch ist in Marokko offizielle Amtssprache. Im täglichen Leben wird aber Darija, ein arabischer Dialekt, gesprochen, der sich sehr vom Hocharabischen unterscheidet und in den Ländern des Mittleren Ostens nur schwer verstanden wird. Daneben gibt es als weitere Landessprachen Tachelhit, Tamazight und Tarifit – die drei Berbersprachen. Französisch ist weit verbreitet und gilt als zweite Amtssprache. In Agadir kommt man mittlerweile auch mit Deutsch relativ weit. Im Norden des Landes wird häufig Spanisch gesprochen.

Magie

Die Magie ist ein fester Bestandteil der marokkanischen Gesellschaft, auch wenn niemand gern darüber spricht. Überall gibt es in der Nachbarschaft eine Frau oder einen Mann, die sich auf magische Rituale verstehen. Vom Talisman mit Koranversen bis zu Zaubermitteln für die eifersüchtige Ehefrau oder den Ehemann mit Mätresse ist alles zu bekommen – nur gegen Barzahlung, versteht sich. In jeder Stadt finden Sie Läden, die eine große Palette von magischen Utensilien verkaufen: Schutz gegen den bösen Blick, Pulver gegen Migräne oder ein Aphrodisiakum. Ob Humbug oder nicht: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Medina

Medina bedeutet auf Arabisch Stadt, bezeichnet aber im heutigen Sprachgebrauch das Altstadtviertel. Hinter unscheinbaren Türen verbergen sich oft Paläste mit großen Gärten und mehreren Dachterrassen – früher vom Sultan, seinen Haremsdamen oder hohen Verwaltungsbeamten bewohnt. Bescheidenere Häuser haben einen kleinen Innenhof, der Aufenthaltsort und Lichtschacht zugleich ist. Diese sogenannten Riads sind besonders bei Europäern beliebt. In Marrakech wurde ein Großteil der Medina von Ausländern aufgekauft, die die Gebäude restauriert haben. Die Medina ist auch ein Geschäftszentrum, in dem den unterschiedlichen Handwerkszünften bestimmte Gassen vorbehalten sind. So gibt es etwa ein Viertel der Goldschmiede, ein anderes für die Textilbranche oder die Gewürzhändler.

Mellah

Nach der christlichen Verfolgung in Spanien im 14. Jh. fanden jüdische Flüchtlinge eine neue Heimat in Marokko. Sie standen unter dem besonderen Schutz des Sultans. Jahrhundertelang wohnten sie in der Mellah, einem ihnen speziell zugewiesenen Viertel in der Medina. Da den Muslimen Geldgeschäfte verboten sind, übernahmen hebräische Geschäftsleute den Geldverleih. In Fès, wo Synagoge und Friedhof noch heute zu besichtigen sind, lebte die größte jüdische Gemeinde. Von den einstmals rund 1 Mio. Juden sind heute noch etwa 8000 in Marokko ansässig.

Migration

Vom afrikanischen Kontinent reisen jährlich Tausende von Menschen nach Tanger, um auf einem Boot (patera) nach Spanien überzusetzen. Jedes Jahr sterben bei der Überquerung der Meerenge von Gibraltar rund 3000 Menschen, darunter auch Marokkaner, die sich in Europa ein besseres Leben versprechen. Vorbild sind die etwa 3 Mio. Auslandsmarokkaner, die vorwiegend in Frankreich, Spanien und Italien leben und im Sommer mit voll bepackten Autos auf Heimaturlaub kommen. Die Auslandsmarokkaner, die fast 10 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, sind ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft. Jährlich überweisen sie rund 3,4 Mrd. Euro an ihre Familien.

Musik

Musik ist in Marokko allgegenwärtig. Ob im Bus oder Taxi, der Kassettenrecorder mit arabischer Musik läuft immer. Oft wird auch einfach gesungen und im Rhythmus dazu geklatscht, um sich die Zeit zu vertreiben. In allen Orten ziehen Musikanten von Haus zu Haus, spielen ein Ständchen und bekommen dafür einige Dirham oder etwas zu essen. Ob Hochzeit, Beschneidungszeremonie oder Beerdigung, traditionelle Musik gehört immer dazu. Beliebt sind die Stile Gnaoua und Jajouka, die manche Zuhörer in Trance verfallen lassen. Im Norden ist andalusische Musik populär, eine Mischung aus spanischen und arabischen Klängen.

Rolle der Frau

Die Rolle der Frau ist eine Mischung aus Tradition und Moderne. Im Straßenbild finden sich Kopftuch und Minirock gleichermaßen. Das neue Familiengesetz, das von Mohammed VI. initiiert wurde, bestärkt die Emanzipation der Frauen in einer Männerwelt. Ein neues Familiengesetzbuch garantiert den Frauen in der Ehe gleiche Rechte und gestattet amtliche Scheidungen. Beispielhaft für ein neues Frauenbild ist Salma Bennani, die als erste Königsbraut in der marokkanischen Geschichte ohne Schleier auftrat und ihren Mann bei offiziellen Anlässen begleitet. In einem arabisch-islamischen Land kommt dies einer kleinen Revolution gleich.

Tourismus

In Marokko ist jeder Gast willkommen – denn er kommt von Gott. Gastfreundschaft ist in diesem nordafrikanischen Land sprichwörtlich und vielerorts anzutreffen. So willkommen Touristen als Gäste sind, so dringend werden sie für die Ökonomie benötigt. Der Tourismus ist mit fast 10 Prozent einer der wichtigsten Devisenbringer des Landes und spielt so eine große Rolle für die marokkanische Wirtschaft.

Der plan azur, der zu Beginn des Jahrtausends ins Leben gerufen wurde, ist dementsprechend ambitioniert. Ersah vor, innerhalb eines Jahrzehnts 10 Mio. Touristen ins Land zu bringen. Dieses Ziel sollte in erster Linie mit neuen Stranddestinationen, neuen Ferienresorts und klassischem Pauschaltourismus erreicht werden.

Bis zum Jahr 2008 lief alles wie gewünscht, und es sah so aus, als könne das Vorhaben gelingen: Die Tourismuszahlen stiegen, die Stranddestinationen wurden ausgebaut und angenommen. Doch dann kam die Wirtschaftskrise, und es musste umdisponiert werden. Die sich zu der Zeit im Bau befindlichen neuen Feriendomizile an der Mittelmeer- und Atlantikküste wurden zwar fertiggestellt, doch statt nun weitere Massenunterkünfte entlang der Küste zu erstellen, wurde neu geplant. Öko- und Luxustourismus sollen nun stärker in den Vordergrund rücken.

Die Altstadtsanierung, seit Ende der 1990er-Jahre langsam vorangetrieben, ist so mittlerweile zu einem der Hauptanliegen der Tourismusplaner geworden, aber auch die Erhaltung der alten Lehmburgen und der Ausbau kleiner, aber feiner Stranddestinationen erhielt einen höheren Stellenwert. Dem Land tut es gut – und der Wirtschaft auch. Vor allem ist es aber für die Besucher Marokkos eine Wohltat.

Westsahara

Nach dem Abzug der spanischen Besatzungstruppen annektierte Hassan II. 1975 das Grenzland zwischen Algerien, Marokko und Mauretanien. In den folgenden Jahren kämpfte die Guerillaorganisation Polisario mit Unterstützung Algeriens für die Unabhängigkeit des Gebiets. Im Jahr 1991 kam es zu einem Waffenstillstand zwischen Marokko und der Polisario. Ein geplantes Selbstbestimmungsreferendum konnte jedoch bis heute nicht durchgeführt werden. Es scheiterte nicht zuletzt am Veto Marokkos, das die phosphatreiche Westsahara als einen unverzichtbaren Teil seines Staatsgebiets betrachtet und die Westsahara als Provinz „Sahara“ auf allen Landkarten als Teil des Landes hat eintragen lassen.

Bloss nicht!

Alles fotografieren

Die Menschen Marokkos sind – nicht selten zu ihrem Leidwesen – bei vielen Touristen beliebte Fotomotive. Grundsätzlich sollten Sie jeden vorher fragen, ob Sie ihn (oder sie) fotografieren dürfen. Die meisten Frauen lehnen dies ab, sehr viele Gläubige auch, denn im Islam herrscht ein Bilderverbot. Andere wiederum verlangen Geld dafür. Es ist verboten, militärische Anlagen zu fotografieren.

Auf falsche Führer hereinfallen

Die sogenannten Faux Guides, die falschen Führer, tummeln sich überall. Sie bieten – oft als Studenten der deutschen Sprache getarnt – ahnungslosen Touristen Geleitschutz und Erklärungen der Basare, Burgen und Altstädte an. Sie sagen, sie wollen kein Geld dafür, hoffen aber auf ein kleines Geschenk oder ein kleines Geschäft. Oftmals hängen sie wie Kletten an ihren Opfern und versuchen alles, die Reisenden in ein Geschäft zu lotsen, um dann, nach erfolgtem Kauf, eine ansehnliche Provision zu kassieren. Falls es dort jedoch nicht zum von ihnen gewünschten Ergebnis kommt, werden die Urlauber im schlimmsten Fall beschimpft.

Rauschgift annehmen

Marokko gehört zu den wichtigsten Haschischexporteuren der Welt. Das Rif-Gebirge ist voller Hanffelder. Die Droge wird in aller Öffentlichkeit geraucht, und so scheint es, als sei sie legal. Das ist sie nicht, auch wenn man den Stoff überall im Land offen angeboten bekommt. Die Polizei ahndet Rauschgiftdelikte (dazu gehört auch der Besitz von Haschisch) streng. Je nach politischer Stimmung kann dies mit einer Gefängnisstrafe enden – da kann auch die Deutsche Botschaft nicht mehr allzu viel machen.

Allzu luftig gekleidet sein

Trotz der zur Schau gestellten Moderne ist Marokko ein traditionelles Land mit konservativen Moralvorstellungen. Diesen zufolge gelten Frauen, die sehr freizügig gekleidet sind, als Prostituierte oder mannstoll. Entsprechend werden sie behandelt. Aber auch Männer sollten sich bei ihrer Kleiderwahl ein wenig nach den Landessitten richten, sonst lacht man sie (zumindest außerhalb von Agadir) aus: Träger-T-Shirts gelten als Unterhemden, Shorts als Unterhosen. Weite Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt, ist angemessen – und für die Temperaturen geradezu ideal.

Hetzen

In Marokko herrschen andere Zeitvorstellungen als bei uns. Man sagt hier: Die Europäer haben die Uhren – wir haben die Zeit. Diese Philosophie müssen Sie sich zu Eigen machen, denn wer nach europäischem Usus hetzt, kann vieles nicht sehen und erleben.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Demonstrationen, insbesondere in Großstädten, können sich spontan und unerwartet entwickeln. Seit Oktober 2016 kommt es insbesondere in der Region um die Hafenstadt Al Hoceima, aber auch in anderen Großstädten wie Casablanca, zu nicht genehmigten Demonstrationen, die in Einzelfällen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften führten. Die Proteste richten sich meist gegen soziale Ungerechtigkeit, Korruption und Behördenwillkür. Es wird dringend empfohlen, Demonstrationen und Menschenansammlungen zu meiden und die politische Lage aufmerksam zu verfolgen.

Von Reisen in entlegene Gebiete der Sahara, in die Grenzregionen mit Algerien und Mauretanien und jenseits befestigter Straßen wird eindringlich abgeraten.

Dieser Hinweis betrifft nicht die beliebten Touristenstrecken nach Zagora (Draa-Tal) und Erfoud/Merzouga. Offroad-Touren sollten jedoch grundsätzlich nur in einer Gruppe und mit marokkanischen Tourführern unternommen werden. Die Sicherheitslage für solche Touren sollte tagesaktuell auch bei den marokkanischen Polizeibehörden abgefragt werden.

Von Fahrten in und durch das völkerrechtlich umstrittene Gebiet der Westsahara wird dringend abgeraten. Eine konsularische Betreuung durch die Botschaft Rabat ist dort aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

Die Landgrenze nach Algerien ist seit 1994 geschlossen.

Terrorismus

Auch in Marokko besteht ein Risiko terroristischer Anschläge mit islamistischem Hintergrund, die insbesondere auf ausländische Staatsangehörige abzielen können. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die instabile Sicherheitslage in den Regionen Nordafrika, Sahel und Nah-/Mittelost auf Marokko auswirkt.
Es muss mit Anschlägen durch Kämpfer aus diesen Regionen gerechnet werden sowie mit Aktionen von Personen oder Gruppierungen, die innerhalb Marokkos agieren und sich von der Propaganda terroristischer Gruppierungen beeinflussen lassen.

Kriminalität

In der Nähe von touristischen Attraktionen und historischen Stadtzentren besteht eine erhöhte Gefahr von Raubüberfällen und DiebstählenAllgemein, aber vor allem in den Großstädten, haben Eigentumsdelikte zugenommen. Es kommt dabei auch zum Einsatz von Hieb- und Stichwaffen gegenüber Touristen. Falls Sie überfallen werden, verhalten Sie sich möglichst ruhig und leisten keinen Widerstand, Angreifer könnten auch unter Drogeneinfluss stehen.

Reisen über Land

Im Rif-Gebirge wird Cannabis angebaut. In Einzelfällen kann es zu Belästigungen von Reisenden durch Rauschgifthändler kommen. Es wird empfohlen, das Rif-Gebirge nicht allein zu bereisen.
Von dem Kauf von Drogen wird dringend abgeraten. Der Besitz von Drogen wird in Marokko strafrechtlich verfolgt und führt zu empfindlichen Freiheitsstrafen!

Allein reisende Frauen sollten sich zurückhaltend verhalten und gesundes Misstrauen zeigen. Auch wenn viele Marokkanerinnen berufstätig sind, bleibt das Rollenverständnis insbesondere in ländlichen Gebieten von herkömmlichen Mustern bestimmt.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Infrastruktur / Straßenverkehr

Marokko verfügt in den größeren Städten und bei Überlandverbindungen über eine gute Verkehrsinfrastruktur.

Im Straßenverkehr ist große Vorsicht geboten. Autofahrer wie Fußgänger können sich nicht auf gegenseitige Rücksichtnahme sowie auf die Beachtung von Verkehrsregeln verlassen. Nachtfahrten sollten vermieden werden. Auch auf Autobahnen ist mit Fußgängern und Tieren oder unbeleuchteten Fahrzeugen zu rechnen. Die Durchsetzung berechtigter Schadensersatzansprüche ist kaum möglich.

Ramadan

Während des Fastenmonats Ramadan (2017 voraussichtlich vom 26./27. Mai bis 25. Juni) ist außerhalb der Touristenzentren mit Einschränkungen im Alltag (z.B. tagsüber Schließung von Restaurants, reduzierte Arbeitszeiten bei Behörden) und mit erhöhter Sensibilität in religiösen Angelegenheiten sowie in Fragen des Respekts islamischer Traditionen zu rechnen. Es wird empfohlen, nicht in der Öffentlichkeit zu essen, zu trinken oder zu rauchen. In Restaurants, die tagsüber Speisen anbieten, ist dies selbstverständlich möglich.

Es wird dringend geraten, eine Auslandsreisekrankenversicherung mit Krankenrücktransport vor Antritt der Reise nach Marokko abzuschließen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Visum

Deutsche Staatsangehörige können für touristische und geschäftliche Zwecke bis zu 90 Tagen visumfrei nach Marokko einreisen. Ein längerer Aufenthalt stellt einen Verstoß gegen das Aufenthaltsrecht dar und wird strafrechtlich geahndet.

Eine Verlängerung des Aufenthalts ist grundsätzlich nicht möglich, es sei denn der Ausländerpolizei wird ein vollständiger Antrag mit Nachweis über finanzielle Mittel, ggf. Arbeitsvertrag in Marokko und Begründung, warum längerer Aufenthalt erforderlich ist, vorgelegt.

Einreise mit Kfz

Ein bei der Einreise eingeführtes Kraftfahrzeug, muss bei der Ausreise wieder ausgeführt werden. Andernfalls wird die Ausreise verweigert und es drohen hohe Zollstrafen (auch bei Unfallwagen).
Eine für Marokko gültige "Grüne Versicherungskarte" muss mitgeführt werden und wird gelegentlich, bei Unfallbeteiligung in jedem Fall, von der Polizei verlangt.

Hinweis für Doppelstaater

Personen, die neben der deutschen auch die marokkanische Staatsangehörigkeit besitzen, können in der Regel mit dem deutschen Reisepass ein- und ausreisen, müssen dann aber in den meisten Fällen auch den marokkanischen Personalausweis (CNIE = Carte national d'identité éléctronique, früher CIN = Carte d'Identité Nationale) vorlegen. Der Besitz der marokkanischen Identitätskarte ist für marokkanische Staatsangehörige ab 16 Jahren gesetzlich vorgeschrieben. Achtung: Die Rückgabe des marokkanischen Passes an eine marokkanische Auslandsvertretung aus Anlass der Einbürgerung in den deutschen Staatsverband führt nicht zum Verlust der marokkanischen Staatsangehörigkeit so dass es sich bei diesem Personenkreis für die marokkanischen Behörden weiterhin um marokkanische Staatsbürger handelt.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Eingeführte Kfz, die nicht wieder ausgeführt werden (z. B. bei Verkauf, Unfall), müssen verzollt werden (s. oben).

In Marokko gelten strenge Devisenbestimmungen: Grundsätzlich dürfen Dirham-Beträge weder ein- noch ausgeführt werden. Aktuell bestehen unterschiedliche Toleranzgrenzen für Touristen (derzeit 1.000,- Dirham) und Residenten. Es empfiehlt sich, vorab die Webseite des marokkanischen Zolls zu konsultieren.

Die Einfuhr von Flugdrohnen aller Art ist verboten. Für weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren und aktuellen Devisenbestimmungen beachten Sie bitte die Webseite des marokkanischen Zolls sowie die Webseite der deutschen Botschaft Rabat.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Der Besitz von Rauschgift wird in Marokko mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren sowie hohen Geld- und Zollstrafen geahndet. Bereits der Besitz kleinster Mengen ist strafbar.

Außereheliche und gleichgeschlechtliche Sexualbeziehungen (auch einvernehmliche) sind in Marokko Straftatbestände.

Impfschutz

Pflichtimpfungen für die Einreise nach Marokko sind nicht erforderlich.

Das Auswärtige Amt empfiehlt die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (www.rki.de). Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, ggf. Poliomyelitis (Kinderlähmung), sowie gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) und Influenza.

Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition zusätzlich Hepatitis B, Typhus und Tollwut empfohlen.

Durchfallerkrankungen

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden. Wenn Sie ihr Wohlbefinden während des Aufenthaltes nicht gefährden wollen, dann beachten Sie die entsprechenden Merkblätter mit den einschlägigen Verhaltens- und Hygiene-Hinweisen.

Tollwut

Tollwut wird durch Biss und Speichel infizierter Tiere, meist Hunde, auf den Menschen übertragen. Einziger möglicher Schutz ist die präexpositionelle Impfung (= vor der Reise), Tierkontakte meiden oder - nach einem Biss - die postexpositionelle Impfung mit einem modernen Tollwutimpfstoff (und Immunglobulinen - auf dem Land gelegentlich schwer erhältlich).

HIV / AIDS

Ca. 30.000 Fälle von HIV/AIDS-Infektionen werden 2010 für Marokko gemeldet. 0,1 % der erwachsenen Bevölkerung und ca. 2 % der Prostituierten waren HIV-positiv.

Malaria

Das Vorkommen (ausschließlich Malaria tertiana durch P. vivax) beschränkt sich auf einzelne ländliche Gegenden der Provinz Chefchaouen von Mai bis Oktober. Es besteht keine Notwendigkeit einer medikamentösen Malariaprophylaxe.

Zur Vorbeugung mückengebundener Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:
- Körper bedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
- in den Abendstunden und nachts Insektenschutzmittel auf freie Körperstellen aufzutragen,
- ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht ganz zu vergleichen. In Rabat und Casablanca finden sich allerdings ausgezeichnete Privatkliniken von hohem Standard. Auf dem Lande hingegen kann die medizinische Versorgung bezüglich der apparativen Ausstattung bzw. Hygiene problematisch sein. Hier fehlen z.T. europäisch ausgebildete, Englisch oder gut Französisch sprechende Ärzte.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinische Versorgung ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist besonders auf dem Land z.T. technisch, apparativ und hygienisch problematisch. Vielfach fehlen besonders auf dem Land auch europäisch ausgebildete, Englisch oder Französisch sprechende Ärzte. In allen Großstädten gibt es gute medizinische Einrichtungen, einschließlich Notdienst-Apotheken (manchmal im Rathaus), die außerhalb der üblichen Zeiten geöffnet haben. Die Krankenhäuser bieten in Notfällen für eine geringe Gebühr oder auch kostenlos ärztliche Behandlung. Grundsätzlich ist keine Kostenrückerstattung für Sachleistungen (Medikamente, ärztliche Behandlung) möglich.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung sowie einer Reiserückholversicherung wird empfohlen.

Essen und Trinken

Wegen der Gefahr möglicher Darminfektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Wasser sollte generell vor dem Trinken, Zähneputzen und vor der Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Milch ist nicht pasteurisiert und sollte abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Milchprodukte aus ungekochter Milch am besten vermeiden. Fleisch- oder Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Typhus & Polio Ja -
Cholera Nein -
Gelbfieber Nein -
Essen & Trinken - -
Malaria 1 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Das Malariarisiko ist sehr gering. Malaria tritt nur in der weniger gefährlichen Form Plasmodium vivax in einigen ländlichen Gebieten der Provinz Chefchaouen zwischen Mai und Oktober auf. Medikamente zur Prophylaxe gegen Malaria sind allenfalls bei speziellen Reiserouten sinnvoll.

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Bilharziose-Erreger können in manchen Teichen und Flüssen vorkommen, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Landesweit besteht das Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Fleckfieber tritt ebenfalls landesweit auf. Das Fieber wird durch Kleiderläuse ausgelöst. Um sich zu schützen sollte man regelmäßige Körper- und Kleiderhygiene betreiben. Nur in seltenen Fällen sollte eine Impfung erwogen werden.

Landesweit besteht ein hohes Infektionsrisiko für Hepatitis A und ein mittleres Infektionsrisiko für Hepatitis B. Eine Impfung gegen Hepatitis A wird empfohlen. Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B-Impfung in Erwägung zu ziehen.

HIV/Aids ist eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose sowie die ebenfalls durch Mücken übertragene Krankheit Kala Azar kommen landesweit vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. streunende Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Tuberkulose kommt vor. Bei besonderer Exposition empfiehlt sich eine Impfung.

Reisewarnung

Überblick

Marokko

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 02.02.2017
Unverändert gültig seit: 27.01.2017

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Türkei Ja Nein Ja
Andere EU-Länder Ja Nein Ja
Schweiz Ja Nein Ja
Österreich Ja Nein Ja
Deutschland Ja Nein Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Österreichische Reisepässe müssen während des gesamten Aufenthalts gültig sein. Einige Fluggesellschaften verlangen jedoch eine Mindestgültigkeit von 3 oder 6 Monaten.

Anmerkung zum Reisepass

Bei Einreise per Auto muss auch die Ausreise wieder per Auto erfolgen, andernfalls drohen hohe Zollstrafen (auch bei Unfallwagen). Eine entsprechende Versicherung empfiehlt sich.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsangehörige der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen touristischen Aufenthalt von bis zu 3 Monaten (sofern nicht anders angegeben):

(a) EU-Länder,

(b) Schweiz und

(c) Türkei.

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Hunde und Katzen werden ein Gesundheitszeugnis des Herkunftslands benötigt, das bei Ankunft nicht älter als 10 Tage sein darf, sowie ein Tollwut-Impfzertifikat, aus dem hervorgeht, dass die Impfung mindestens 30 Tage, aber nicht mehr als 6 Monate vor Ankunft erfolgt ist. Gesundheitszeugnis und Impfzertifikat müssen in französischer Sprache vorliegen. Weiterhin muss das Tier durch eine Tätowierung oder einen implantierten Microchip gekennzeichnet sein.

Vögel können ohne Formalitäten nach Marokko verbracht werden.

Bearbeitungsdauer

Unterschiedlich, abhängig von der Nationalität des Antragstellers. Staatsangehörige mancher Länder müssen zur Beantragung eines Visums zuerst eine Genehmigung der Behörden in Rabat einholen, wobei mit einer Bearbeitungszeit von 6-8 Wochen zu rechnen ist. Ist keine Genehmigung erforderlich, beträgt die Bearbeitungszeit ca. 20 Tage. Weitere Informationen sind bei den marokkanischen Botschaften erhältlich.

Gültigkeit

Einreisevisa sind maximal 3 Monate gültig. Verlängerungen müssen innerhalb von 21 Tagen nach der Einreise bei der Polizei beantragt werden. Weitere Auskünfte erteilen die konsularischen Vertretungen (s. Kontaktadressen).

Aufenthaltsverlängerung

Eine Verlängerung des Aufenthalts ist möglich, wenn der Ausländerpolizei ein vollständiger Antrag mit Nachweis über finanzielle Mittel, ggf. Arbeitsvertrag in Marokko und Begründung, warum längerer Aufenthalt erforderlich ist, vorgelegt wird. Außerdem müssen sich alle Ausländer, die ihren Aufenthalt verlängern lassen wollen, innerhalb von 21 Tagen ab ihrer Ankunft polizeilich registrieren lassen. Wird die 3-Monatsfrist überschritten, muss mit der Vorführung vor dem Staatsanwalt und einer anschließenden Abschiebung gerechnet werden.

Transit

Transitreisende, die am selben Tag mit dem nächsten Anschluss weiterfliegen, über gültige Weiterreisepapiere verfügen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Einreise- und Transitvisum.

Kosten

Je nach Nationalität unterschiedlich. Weitere Auskünfte erteilen die konsularischen Vertretungen (s. Kontaktadressen).

Antrag erforderlich

a) 1 ausgefülltes Antragsformular (www.botschaft-marokko.de/sites/default/files/Visumsantrag%20-%20Auskunftsformular.pdf).
(b) 3 aktuelle biometrische Passfotos.
(c) Kopie des Reisepasses (muss bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein).
(d) Gebühr (Zahlungsmodus ist beim Konsulat zu erfragen).
(e) Nachweis ausreichender Geldmittel (aktueller Bankauszug).
(f) Ggf. Kopie der Aufenthaltsgenehmigung des Gastlandes, die noch mindestens 3 Monate gültig sein muss.

Geschäftsvisum zusätzlich:
(g) Entsendungsschreiben der eigenen Firma mit Name des Reisenden und Reiseanlass und -dauer. Weitere Unterlagen für Dienstreisen sind beim Konsulat im Einzelnen zu erfragen.

Bei postalischer Antragstellung ist ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag beizufügen.

Hinweis: Die Visumgebühren, der Reisepass im Original, ein Nachweis gültiger Hin- und Rückflugtickets sowie ein Unterkunftsnachweis sind nach Bewilligung des Visums einzureichen.

Geld

Geldwechsel

Marokkanische Dirham können nur in Marokko erworben werden. Der Geldwechsel sollte ausschließlich in offiziellen Wechselstuben erfolgen, die an ihrem goldenen Logo zu erkennen sind, und an Hotelrezeptionen. Der Umtausch ist gebührenfrei und man erhält eine Quittung, die bis zur Ausreise aus Marokko aufbewahrt werden muss, um ggf. den Rücktausch nicht benötigter Dirham zu gewährleisten.

Währung

1 Marokkanischer Dirham (Dh) = 100 Centimes. Währungskürzel: Dh, MAD (ISO-Code). Banknoten sind im Wert von 200, 100, 50, 25 und 20 Dh im Umlauf; Münzen in den Nennbeträgen 10, 5, 2, 1 und 1/2 Dh sowie 20 und 10 Centimes.

Devisenbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist nicht erlaubt, wird jedoch bis zu 1.000 Dh pro Ein- bzw. Ausreise toleriert. Die Ein- und Ausfuhr von Fremdwährungen ist unbeschränkt, ab einem Gegenwert von 100.000 Dh jedoch deklarationspflichtig. 

Der Rücktausch der Landeswährung in Fremdwährungen ist wie folgt gestattet:
Aufenthalt bis 48 Std.: 100% des bei der Ankunft eingetauschten Betrages.
Aufenthalt über 48 Std.: 50% des bei der Ankunft eingetauschten Betrages.

Kreditkarten

Die größeren internationalen Kreditkarten werden in größeren Hotels, Geschäften und in Restaurants akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
Bargeld kann in größeren Städten auch mit Kreditkarte von Geldautomaten abgehoben werden. Jedoch haben sich Falschbuchungen an Geldautomaten in Marokko mit deutschen Kreditkarten in letzter Zeit gehäuft.

Reiseschecks

Werden von Banken und in größeren Hotels angenommen, sollten in Euro, US-Dollar oder britischen Pfund-Sterling ausgestellt sein.

Öffnungszeiten der Bank

Winter: Mo-Fr 08.00-11.15 und 14.15-16.30 Uhr.
Sommer: Mo-Fr 08.00-14.30 Uhr.
Ramadan: 09.30-14.00 Uhr.

Auf internationalen Flughäfen und in größeren Hotels auch Sa und So 09.00-13.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel dürfen zollfrei nach Marokko eingeführt werden (Personen ab 21 J.):

200 g Tabak;
1 l Spirituosen und 1 l Wein;
Parfüm (150 ml);

Eau de Toilette (250 ml);
Kaffee, Tee und Nahrungsmittel nur in Form von Reiseproviant;
Geschenke in einem Wert von bis zu 2.000 Dh.

Verbotene Importe

Betäubungsmittel, Drogen, pornografische Erzeugnisse.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Marokko, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2012-15
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Marokko - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 17.11.2017)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 17.11.2017)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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