Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Irland

Steckbrief

Irland - Fakten

Ländername Irland - Éire - Ireland
Klima Seeklima, gemäßigt; milde Winter, häufige Wetterwechsel, erhebliche Niederschläge ("Grüne Insel")
Beste Reisezeit Mai, Juni, Juli, August
Lage Zwischen 51°30' und 55°30' nördlicher Breite, 5°30' und 10°30' westlicher Länge
Fläche Irland ist mit 70.282 qkm etwa so groß wie Bayern; die staatlich zum Vereinigten Königreich gehörenden 6 Counties im Nordosten (Nordirland) umfassen zusätzlich 14.139 qkm.
Hauptstadt Dublin; Dublin City: 525.383 Einwohner; County Dublin: 1,273 Mio. Einwohner; Großraum: 1,8 Mio. Einwohner
Bevölkerung 4,75 Mio. (Volkszählung 2016); 8,1% Wachstumsrate seit 2006; in Folge derEU-Erweiterung und Migration aus europäischen und nicht-europäischen Ländern (vor allem aus Polen und den baltischen Staaten) und nicht-europäischen Ländern (vor allem Philippinen und Nigeria) ist der Ausländeranteil auf 8,1 % gestiegen (EU-Durchschnitt 6,6%); seit 2008 Umkehrung des Migrationstrends durch mehr Aus- als Zuwanderung.
Sprache Irisch (erste Amtssprache, aber Tagessprache nur für etwa 3% der Bevölkerung), Englisch
Religion Römisch-Katholisch 84,2%, Church of Ireland 2,8%, Muslime 1%, Andere 5,9%, Keine Religion 6,1%
Nationaltag 17. März - St. Patrick's Day
Staats-/Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Präsident (President of Ireland) mit vorwiegend repräsentativen Funktionen; Direktwahl für sieben Jahre; Amtsinhaber seit November 2011 Michael D. Higgins, nächster Wahltermin Oktober 2018.
Regierungschef Ministerpräsident (Taoiseach) Enda Kenny (Fine Gael), seit März 2011, in zweiter Amtszeit seit Mai 2016; gewählt vom Parlament.
Außenminister Charles Flanagan
Parlament (Oireachtas): wird mindestens alle fünf Jahre gewählt (letzte Wahl im Februar 2016), besteht aus zwei Kammern: Unterhaus (Dáil Éireann) mit 158 Sitzen und Senat (Seanad Éireann) mit 60 Sitzen.Dáil: Anteilmäßige Sitzverteilung durch System des "single transferable vote" (STV); in jedem Wahlkreis wird über drei bis fünf Mitglieder des Unterhauses abgestimmt; Präsident (Ceann Comhairle) Séan Ó Fearghaíl (Fianna Fáil);Seanad: 11 Mitglieder werden durch Taoiseach ernannt, 43 Standesvertreter werden durch ein Wahlgremium (Vertreter Abgeordnetenhaus, Senat, Counties) aus 5 gesellschaftlichen Gruppen (Kultur- Bildung- Erziehung, Landwirtschaft, Arbeit und Gewerkschaften, Industrie und Handel, Verwaltung) ausgewählt, die verbleibenden 6 kommen aus dem Hochschulbereich; Präsident (Cathaoirleach) Senator Denis O'Donovan (Fianna Fail)
Währung Euro
Zeitzone Greenwich Mean Time (= MEZ - 1h)
Stromnetz 230V/50Hz (UK Stecker)
Reiseadapter G (D, M)
Kfz-Länderkennzeichen EIR
ISO-3166 IE, IRL
Internet-TLD .ie
Landesvorwahl +353
Website http://www.gov.ie/
Reisepass & Visum Nicht notwendig
Geeignet für Kultur, Outdoor, Meer, Feiern

Geographie

Die im Nordatlantik liegende Insel hat in ihrem Zentrum eine ausgedehnte Tiefebene, die von einem fast geschlossenen Mittelgebirgsring umgeben ist. Besonders im Westen erstreckt sich eine teilweise spektakuläre Steilküste. Atlantik und Golfstrom prägen das Klima, das den Bewohnern milde Winter, kühle Sommer und meist wechselhaftes Wetter bringt; die Niederschlagsmengen nehmen von Westen nach Osten ab.

Politik und Bevölkerung

Die „Grüne Insel“ ist seit 1949 eine parlamentarisch-demokratische Republik mit einem Zweikammerparlament. Der Präsident wird direkt vom Volk für eine Amtszeit von sieben Jahren gewählt. Die weitaus meisten Einwohner im „Land des Regenbogens“ sind keltischer Abstammung. Die ursprüngliche Sprache der Iren, das dem Schottischen nahe verwandte Gälische, wird heute nur noch von etwa 5 % aller Iren gesprochen. Seit der großen Hungersnot von 1845, die über 1 Mio. Menschen das Leben kostete, ist Irland ein Auswanderungsland; über 16 Mio. irischstämmige Personen leben im Ausland, davon die meisten in den USA. Knapp 90 % aller Iren bekennen sich zum Katholizismus.

Geschichte und Kultur

Die Besiedlung der Insel begann um 6000 v. Chr., einen ersten kulturellen Höhepunkt stellte im 3. Jt. v. Chr. die Megalithkultur dar. Um 600 v. Chr. wanderten die Kelten in Irland ein. Mit dem hl. Patrick begann 432 die Christianisierung. 1171/72 eroberte der englische König Heinrich II. die Insel. Damit fing die fast 800-jährige harte und grausame Unterdrückung der Iren durch die Engländer an. 1921 avancierte Irland zum Freistaat, 1937 wurde mit einer neuen Verfassung die volle Unabhängigkeit proklamiert. Die Wurzeln der irischen Kultur liegen in der katholischen Kirche und in der gälischen Sprache. In bewusstem Widerspruch zu diesen Grundpfeilern haben Autoren wie James Joyce, Samuel Beckett und Sean O’Casey der irischen Literatur Weltgeltung verschafft. Die ausdrucksvolle irische Folk Music ist ein Exportschlager der Inselrepublik.

Irland - Geschichte

400 v. Chr.–2. Jh. n. Chr. Kelten spanischen Ursprungs kommen nach Irland und siedeln in kleinen Königreichen. Der Handel mit Britannien und dem römischen Gallien führt zur Christianisierung
8. Jh. Das Christentum ist im gesamten Land verbreitet, das Schulwesen eingeführt, kirchliche Führer sind den weltlichen gleichgestellt
1534 Heinrich VIII., König von England, unterwirft Irland in der Schlacht von Maynooth
1845 Kartoffelmissernten führen zu einer Hungersnot. Eine Million Menschen sterben, eine weitere Million verlässt das Land
1916 Die Partei Sinn Féin („Wir für uns“) bildet ein irisches Parlament. England antwortet mit Waffengewalt, die IRA entsteht
1921 Irland wird politisch geteilt
1969 Gewalttätigkeiten zwischen Protestanten und Katholiken, britische Truppen werden in Nordirland verstärkt, die IRA unterstützt die katholische Verteidigung
1973 Irland tritt der EG (Europäischen Gemeinschaft) bei
2002 Euro-Einführung
2005 Umstellung auf das metrische System
2007 Die britische Armee beendet nach 38 Jahren ihren Einsatz in Nordirland
2010 Irland entgeht nur knapp einem Staatsbankrott
2011 Neuwahlen wegen der Schuldenkrise: Enda Kenny von der Partei Fine Gael wird Ministerpräsident; Irland erhält eine Milliardenhilfe von der EU
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Tel. 01 2693011 | www.dublin.diplo.de

Österreichische Botschaft

Tel. 01 2694577

Schweizer Botschaft

Tel. 01 2186382 | www.eda.admin.ch/dublin

Notruf

Notruf landesweit: Tel. 999 oder Tel. 112

WLAN

Viele Shoppingzentren, Restaurants und Hotels bieten kostenlosen WLAN-Zugang, dreimal mehr als in Deutschland. Internetcafés finden Sie in allen größeren Städten: www.cybercafes.com.

Telefon & Handy

Vorwahl nach Irland: Tel. 00353. Deutschland: Tel. 0049. Österreich Tel. 0043. Schweiz Tel. 0041. Kartentelefone sind weit verbreitet, Karten kosten 10, 15 oder 20 Euro und sind bei der Post erhältlich.

Handy: Mit einer irischen Prepaid-Karte entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Günstige lokale SIM-Karten werden von O2 (www.o2.ie) und Meteor (www.meteor.ie) ab 15 Euro angeboten. Immer günstig sind SMS. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: Noch vor der Abreise abschalten, das ist nur im Heimatland möglich! In Irland benötigt man ein Handy (mobile phone) mit GSM-Standard. Ein Steuerungssystem schaltet Mobiltelefone in öffentlichen Gebäuden (auch Theatern) aus.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Der Inselsommer wird begleitet von Festen und Festivals. Einige davon – wie das Cork Jazz Festival – sind international bekannt. Die fleadh genannten Festivals sind ausschließlich der traditional music gewidmet, zu der auch getanzt wird.

Festivals

Januar

Temple Bar Traditional Festival of Irish Music: Fünf Tage lang treffen sich Ende Januar in Dublin Folkmusiker mit Fiddle, Bodhrán und Banjo. www.templebartrad.com

März

St. Patrick's Festival, Mitte März: Rund um den Nationalfeiertag St. Patrick's Day feiert ganz Dublin fünf Tage lang auf der Straße mit Umzügen, Tanz, Artistik, Unterhaltung. www.stpatricksfestival.ie

Juni

Bloomsday, 16. Juni: ein Tag im Leben des Leopold Bloom im Jahre 1904, von James Joyce in seinem Roman „Ulysses“ in aller Ausführlichkeit beschrieben. Er wiederholt sich für seine Anhänger in Vorträgen, Spaziergängen und Kneipenbesuchen. Dublin | www.jamesjoyce.ie

Juli

Galway Arts Festival, zweite Monatshälfte: zwei Wochen Kunst und Theater, Tanz und Musik, Comedy, Literatur und Film. Tel. 091 509700 | www.galwayartsfestival.ie

August

Kilkenny Arts Festival, zehn Tage Mitte August: Kunst- und Musikfestival vom Konzert in der Kathedrale bis zum Straßentheater. Tel. 056 7752175 | www.kilkennyarts.ie

Fleadh Cheoil na hEireann, zweite Monatshälfte: Drei Tage lang wird irische Volksmusik gespielt – in Pubs, Hotels und Schulen, sogar auf der Straße, jedes Jahr an einem anderen Ort. www.comhaltas.com

Dublin Horse Show, fünf Tage im August stehen Pferde im Mittelpunkt: mit Dressur- und Springvorführungen, Pferdeshow und bedeutsamem Pferdemarkt. www.dublinhorseshow.com

Puck Fair, Mitte des Monats: authentisches Volksfest mit viel Musik, Viehmesse und 100 000 Besuchern. Hier dreht sich alles um einen Ziegenbock (puck). Tel. 066 9762366 | Killorglin | Kerry | www.puckfair.ie

Rose of Tralee International Festival, fünf Tage im August: ein Schönheitswettbewerb für junge Irinnen mit zahlreichen Open-Air-Konzerten. Tel. 066 7121322 | Tralee | www.roseoftralee.ie

September

Galway Oyster Festival: viertägiges Gourmetfestival Ende September mit frischem Fisch, viel Guinness und Austern. www.galwayoysterfest.com

DublinTheatre Festival Ende Sept.–Mitte Okt.: klassisches Programm und experimentelles Theater. www.dublintheatrefestival.com

Oktober

Kinsale Gourmet Festival, drei Tage kulinarische Events in Kinsale. www.kinsalerestaurants.com

Guinness Jazz Festival, vier Tage Ende Oktober in Cork: seit Jahrzehnten eine fast legendäre Veranstaltung mit Jazzgrößen aus aller Welt, Sessions und Rhythmen an fast jeder Ecke der Stadt. www.corkjazzfestival.com

Wexford Festival Opera, zweite Oktoberhälfte: Seit 60 Jahren zeigt die kleine Stadt jedes Jahr vergessene und wenig bekannte Opern. Wexford | www.wexfordopera.com

Gesetzliche Feiertage

1. Januar Neujahr
17. März St. Patrick's Day (Nationalfeiertag)
März/April Ostermontag
1. Montag im Mai May Day
1. Montag im Juni gesetzl. Feiertag
1. Montag im August gesetzl. Feiertag
letzter Montag im Oktober gesetzl. Feiertag
25. Dezember Weihnachten
26. Dezember St. Stephen's Day
Mobilität vor Ort

Auto

In Irland herrscht Linksverkehr. Kreisverkehr hat Vorfahrt. Die Höchstgeschwindigkeit in Orten ist 50 km/h, auf Landstraßen 100 km/h. Regionale Landstraßen sind teilweise sehr schmal. Die Promillegrenze liegt bei 0,8. In Irland benötigen EU-Bürger nur den nationalen oder EU-Führerschein. Bußgelder (z. B. bei Alkohol am Steuer, Tempoüberschreitung, falschem Parken) sind sehr hoch, ein Überschreiten der Promillegrenze kostet ab 1270 Euro. Auf Kreuzungen gemalte gelbe Gitter bedeuten: Kreuzung frei halten!

Öffentliche Verkehrsmittel

Bus Éireann (www.buseireann.ie) bietet den Open-road-Pass (z. B. 3 aus 6 Tagen 54 Euro; 4 aus 8 Tagen 69 Euro; 5 aus 10 Tagen 84 Euro). In Dublin und anderen großen Städten gibt es ein gut ausgebautes Nahverkehrsnetz, Dublin Area Rapid Transport (DART) verkehrt entlang der Küste. Iarnród Éireann (www.irishrail.ie) bietet Zugfahrten und in Verbindung mit Busreisen das Irish Explorer Bus & Rail Ticket (8 von 15 aufeinander folgenden Tagen kosten 245 Euro).

Für Senioren wird sogar ein kostenloses Ticket angeboten: Die Golden Trekker Card erlaubt Reisenden ab 66 Jahren für vier zusammenhängende Tage Bahnreisen mit Irish Rail, und zwar dreimal pro Jahr. Sie muss mindestens drei Tage vor Anreise beantragt werden und kann so z. B. während einer zweiwöchigen Reise in drei verschiedenen Zeitabschnitten eingesetzt werden (Tel. 069 66800950 | www.discoverireland.com/goldentrekker).

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

In letzter Zeit hat sich aber einiges getan in puncto kulinarische Entwicklung. Die Slow-Food-Bewegung, die für genussvolles, bewusstes und regionales Essen steht, ist auch in Irland angekommen. Prominenteste Vertreterin ist Darina Allen, die in Irland fast jedes Kind kennt. Die bekannte Fernsehköchin und Autorin von über einem Dutzend Kochbüchern gehört zu den Wegbereitern einer „neuen“ irischen Küche. In ihrer „Ballymaloe Cookery School“ in Shanagarry vermittelt sie die Freude am Genuss und zeigt, wie irische Klassiker durch die Verwendung von besten irischen Produkten veredelt werden können. So wird selbst Porridge zur kulinarischen Offenbarung am Frühstückstisch, wenn der Haferbrei aus frisch geschrotetem Getreide und mit frischer Sahne zubereitet wird.

Eine unendliche Variationsbreite an Zubereitungsmöglichkeiten bietet die Kartoffel, die seit Jahrhunderten zum täglichen Essen der Iren gehört. Groß ist die Auswahl zudem an Fisch- und Meeresspezialitäten. Austern (in Irland recht preiswert), Hummer, Muscheln, Krabben sowie alle Sorten Fisch (darunter auch Spezialitäten wie Haifisch, Thunfisch und Seewolf) stehen auf den Speisekarten. Vielfältig ist auch das Angebot an Käsespezialitäten. Noch heute wird die alte Kunst der Käseherstellung gepflegt. Zu den besten der farmhouse cheeses gehören der gubbeen, ein halbfester Schnittkäse, und gigginstown, ein Rohmilchkäse. Irish goat, ein brieähnlicher Ziegenkäse, steht den mediterranen Angeboten in nichts nach. Zu empfehlen sind weiterhin cashel blue und burren gold sowie der dem Gruyère ähnliche gabriel (traditioneller Gebirgskäse) und desmond, von weicherer Konsistenz. Der cais nan deise ist ein Hartkäse mit nussartigem Aroma.

Die Preise für Mahlzeiten im Restaurant sind recht hoch, sie beginnen häufig erst bei 15 Euro. Eine Einrichtung, die den Geldbeutel schont, sind Touristenmenüs. Die dreigängigen Menüs gibt es zum festen Preis (15–20 Euro). Sie erkennen Lokale, die solche Menüs anbieten, an einem kleinen grünen Schild (Kochgesicht mit -mütze und der Aufschrift special value, tourist menu). Serviert wird irische und internationale Küche von mittlerer Qualität. In den gehobenen Restaurants ist es üblich, dass Sie zuerst in der Lounge oder an der Bar einen Drink zu sich nehmen, bevor Sie dann später einen Platz zugewiesen bekommt. In der Hotelgastronomie gibt es keinen Ruhetag, Restaurants haben während der Saison (Juni bis September) in der Regel ebenfalls an allen Wochentagen, häufig aber erst zum Abendessen, geöffnet.

Neben Restaurants bieten Cafés und Pubs kleine Snacks an (etwa pub grub, sogenanntes Kneipenfutter, meist Salat, Sandwich oder Suppe). Fastfoodlokale schießen in den größeren Orten aus dem Boden, sie stellen eine Ergänzung der angelsächsischen Version der Fish-&-chips-Buden dar. Hinweise auf besondere Restaurants und Events finden Sie bei www.fabulousfoodtrails.ie.

Traditionell fällt das Frühstück in Irland sehr reichhaltig aus: Zum Tee oder Kaffee gibt es Orangensaft, porridge (Haferflockenbrei) und cereals (Getreideflocken), Eier und Würstchen sowie Speck. Dazu werden soda brown bread und Toast serviert. Während der Mittagspause (lunch hour) nehmen die Iren oft nur einen leichten Snack ein, Berufstätige essen häufig im nächsten Pub eine Suppe oder ein Sandwich. In den Zentren sind die Gaststätten dann meist voll. Die Hauptmahlzeit findet abends statt. Immer mehr in Vergessenheit gerät der sogenannte high tea, eine Mahlzeit zwischen 17 und 19 Uhr, die aus Tee oder Kaffee, Brot, Eiern, Speck und Schinken, eventuell auch einem kleinen Steak sowie Kuchen besteht.

Die Iren sind Teetrinker und genießen das Getränk mit Milch und Zucker. Zwei bekannte Teefirmen, die die Kunst des Mischens (Verblenden) beherrschen, sind Barry (Cork) und Bewley (Dublin).

Das Pub (public house) ist in Irland weit mehr als eine Kneipe, in der man sein Bier trinkt. Er ist ein Treffpunkt, um zu reden und zu musizieren, über die Politik zu klatschen, sich Gehör zu verschaffen und anderen zuzuhören. Im Pub begegnen sich Leute aller sozialen Schichten, aller Altersgruppen, früher (auf dem Land noch heute) vornehmlich Männer. Pubs in Irland sind zweigeteilt: in die Lounge, in der die Ladies mit ihren Ehemännern zusammensitzen oder mit einer Freundin plaudern, und in die Bar (Ausschankraum). Man bestellt seine Getränke am Tresen und zahlt auch gleich dort. Die Pubs sind im Allgemeinen von 10 bis 24 Uhr, an Sonntagen von 16 bis 23 Uhr geöffnet. Jugendliche unter 18 finden selten Einlass, Kinder sind unerwünscht, und das Mindestalter für einen Sitzplatz an der Theke beträgt 21 Jahre. In Pubs und Restaurants herrscht Rauchverbot, das auch kontrolliert wird.

Guinness ist zwar als das irische Bier schlechthin bekannt, dabei ist es nur ein Markenname für dunkles Bier (stout), daneben sind auch die Marken Beamish und Murphy's beliebt. Wer ein stout bestellt, erhält ein pint (etwa einen halben Liter). Wem das zu viel ist, der bestellt half a pint oder einfach ein Glas, a glass. Bitter ist ein halbdunkles obergäriges Bier, lager ein leichtes helles Bier, und unter ale versteht man ein obergäriges Bier mit geringerem Alkoholgehalt (ähnlich wie Altbier oder Kölsch).

Trinkgeld

Bei Taxifahrern rundet man auf, im Restaurant sollten Sie rund 10 Prozent (falls nicht auf der Rechnung) Trinkgeld geben, im Pub 10 Prozent (nicht am Tresen). Zimmermädchen bekommen pro Tag 1 Euro. An der Tankstelle mit Bedienung rundet man ebenfalls auf.

Einkaufen und Shoppen

Große Warenhäuser gibt es nur in Dublin, Galway, Cork und Limerick. Viel aufregender sind ohnehin die kleinen Läden, die sich z. B. auf Schmuck mit altkeltischen Motiven spezialisiert haben, auf Filmplakate oder wohlriechende Seifen. Häufig finden Sie noch stores, die vom Tabak über die Angelschnur bis zur daily mail so ziemlich alles bereithalten, was der Landmensch zum Leben braucht.

Einen Besuch wert sind auch die tea- und coffeeshops, die gleichzeitig als Buchgeschäfte, Galerien oder Verkaufsausstellungsräume fungieren.

Normalerweise sind die Geschäfte von 9 oder 9.30 Uhr bis 17.30 bzw. 18 Uhr geöffnet. An Sonntagen haben nur einzelne Supermärkte offen.

Kunsthandwerk & Design

Keramik & Schmuck

In Kunstgeschäften und Kunstgalerien finden Sie eine reichhaltige Auswahl an Bildern und Keramik, Kristallwaren, bedruckten Stoffen sowie Schmuck. Dabei wird das jahrhundertealte keltische Claddagh-Design (zwei Hände halten ein gekröntes Herz) heute für die Herstellung von Ringen und Ohrringen verwendet. Daneben finden Sie auch Nachbildungen alter keltischer Spangen.

Spitze & Leinen

Irische Spitze, z. B. verarbeitet in Tischdecken und Taschentüchern, stammt traditionell aus Limerick und Carrickmacross. Landesweit bekannt und preiswert ist irisches Leinen, verarbeitet zu Geschirrtüchern und Bettwäsche.

Delikatessen

Als handgepäcktaugliches Mitbringsel empfiehlt sich geräucherter Wildlachs, eine seltene Delikatesse. Er ist zudem weniger fetthaltig als der auf dem Kontinent erhältliche Zuchtlachs, der seine rote Farbe häufig durch chemische Futterzugaben erhält. Auch köstliche Rohmilchkäsesorten (farmhouse cheese) können Sie noch kurz vor der Rückreise am Dubliner Flughafen erstehen.

Mode

Aran Sweaters werden in Irland seit ewigen Zeiten gestrickt, das jeweilige Strickmuster verwies symbolhaft auf das Leben der Iren als Fischer. Traditionell werden die Pullover aus ungefärbter, beiger Wolle gefertigt. Die echten Sweater kosten um 100 Euro und tragen eingenäht den Namen der Strickerin. Handgewebte Tweedsachen stammen aus der Grafschaft Donegal und genießen weltweit einen guten Ruf. Groß ist die Auswahl an Tweedjacken in gediegenen Erdtönen, die, klassisch streng geschnitten, mit Lederflicken und Lederknöpfen bestückt, schön anzuschauen sind. Das anfangs steif erscheinende Tweed passt sich im Laufe der Zeit dem Träger an und wird mit den Jahren immer schöner. Zu den bekannteren Marken gehören Magee und Harris. Für Reiter, Angler, Jäger und Golfer halten Irlands Läden ebenfalls ein reichhaltiges Angebot an Spezialkleidung und Utensilien bereit.

Wer nach trendiger Mode und individuellem Design sucht, kann zu Produkten des irischen Familienunternehmens Avoca (www.avoca.ie) greifen. Die Palette ist riesig: farbenfrohe Keramik, Holz- und Blechspielsachen, Tweedjacken in moderner, trendiger Optik, Designerkleidung für Frauen, witzige, ungewöhnlich gestylte Haushaltswaren, Duftkerzen und unverwechselbar gestaltete Kochbücher, Schmuck und handgerührte Seifen, Marmeladen, Chutneys und andere Lebensmittel. Avoca-Produkte werden in qualitativ hochwertigen Läden verkauft sowie in den eigenen Outlets (u. a. in Powerscourt House und Moll's Gap am Ring of Kerry). Headquarter ist der Kilmacanogue Store in Bray, County Wicklow, untergebracht in dem ehemaligen Gelände der Jameson Whiskey.

Tabak, Wein & Spirituosen

Zu den beliebtesten Spirituosen gehört Whiskey: Paddy's und Jameson sowie der in Nordirland in der ältesten Destillerie der Welt hergestellte Bushmills. Schauen Sie nach den zehn oder zwölf Jahre alten Sorten! Auch „Baileys“ (Original Irish Cream), ein Likör (17 Prozent) aus irischem Whiskey und Sahne, ist ein gern gesehenes Mitbringsel. Er wird pur, mit Eis als Cocktail oder statt Milch oder Sahne im Kaffee getrunken.

SpeisenGetränke

boxty eine Art Schweizer Rösti
coddle traditioneller Eintopf aus Kartoffeln, Wurst, Zwiebeln und Speck
crubeen Schweinsfüße, deftig gewürzt und geräuchert, auch gepökelt
fish & chips frittiertes Fischfilet und Kartoffeln oder Pommes frites
fried rasher gebratene Schinkenspeckscheiben zum „Full Irish Breakfast“
fried woodcock Waldschnepfe mit einer Speckscheibe umwickelt
Irish stew irisches Nationalgericht, ein Eintopf aus Kartoffeln, Weißkohl, Lammfleisch und meist Karotten
kippers gebratene Heringe, die zum „Full Irish Breakfast“ gehören
lamb with mintsauce Lamm mit saurer Minzsoße
porridge warmer Haferflockenbrei, zum Frühstück mit Sahne oder Milch
scones kleine Brötchen aus Kuchenteig, die zur tea time mit Butter, Marmelade, Honig und Rahm (clotted cream) serviert werden
seafood dazu gehören oysters (Austern), prawns (Garnelen), salmon (Lachs), monkfish (Seeteufel) und lobster (Hummer)
shepherd's pie Fleischauflauf, mit Kartoffelbrei überbacken
smoked salmon Räucherlachs, vom wilden Lachs meist hell und teurer, vom Zuchtlachs meist rosa und fetter
cider moussierendes Apfelweingetränk mit niedrigem Alkoholgehalt
Guinness die bekannteste Marke unter den dunklen Bieren (stout)
Irish coffee starker heißer Kaffee mit braunem Zucker, einem Schuss Whiskey und Sahnehaube
spring water Quellwasser in Flaschen, ein erfrischendes Trinkwasser
Stichworte

Bevölkerung

Spätestens seit der großen Hungersnot 1845 war das Armenhaus Europas ein klassisches Emigrationsland. Von den 1990er-Jahren bis etwa 2007 kehrten wegen des Wirtschaftsbooms viele Iren in ihre Heimat zurück. Irland ist eine junge Nation, das Durchschnittsalter der 4,4 Mio. Einwohner liegt bei 35 Jahren. 10 Prozent der Bevölkerung sind Migranten, die Hälfte von ihnen ist afrikanischer oder asiatischer Abstammung. Die Republik Irland gehört zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas, auf einen km2 kommen gerade einmal 60 Menschen. Ein Drittel der Einwohner lebt im Großraum Dublin, sodass große Gebiete wie menschenleer wirken. 60 Prozent aller Iren leben in den Städten.

Gälisch

Als Gaeltacht-Gebiete werden die Regionen im Westen Irlands bezeichnet, in denen die irische Sprache Gälisch noch heute gesprochen wird und in denen die traditionellen Sitten und Gebräuche erhalten geblieben sind. Vermutlich kam die Sprache, ein Zweig der keltischen Sprachfamilie, im 1. Jh. v. Chr. nach Irland. Im 19. Jh. wurde sie von den Briten durch Englisch ersetzt. Offiziell ist Irland heute zweisprachig. Etwa fünf bis zehn Prozent der Iren beherrschen die Sprache ihrer Ahnen. Gegenwärtig erlebt das Gälische einen enormen Aufwind. Auch unter gebildeten Städtern gilt es als erstrebenswert, gälische Kultur zu fördern. Besonders rührig ist der Verein „Seachtain na Gaeilge“. Er veranstaltet Lesungen und Musikabende in gälischer Sprache und alljährlich im März ein zehntägiges Festival (www.snag.ie), bei dem sich alles um gälisches Brauchtum dreht.

Gärten

Das milde irische Klima, begünstigt durch den warmen Golfstrom und häufige kurze Regenschauer, hat für eine einzigartige Vegetation gesorgt. Zwar gleicht ganz Irland einem einzigen großen Landschaftsgarten, aber viele Iren haben ihre privaten Gärten zu Schmuckstücken gestaltet, die sie auch der Öffentlichkeit präsentieren. Neben verschwenderisch angelegten Cottage-Gärten, verwunschenen Klostergärten und Zen-Oasen gibt es berühmte Skulpturenparks und „geschmückte Gutshöfe“, sogenannte fermes ornées, die Landwirtschaft und Gartenbau vereinen. Auf ihnen leben vom Aussterben bedrohte Nutztiere, historische Gemüsesorten werden angepflanzt, etwa im Larchill Arcadian Garden im County Kildare (www.larchhill.ie). Eine ausführliche Beschreibung von öffentlich zugänglichen Gärten finden Sie auf der Website www.castlesgardensireland.com.

Aus Großbritannien schwappte die Begeisterung für mehrtägige organisierte Gartentouren herüber (z. B. über www.essenceofireland.ie). RTE One, der älteste Fernsehsender der Insel, produziert eine Gartensendung nach der anderen. In Deutschland erhältlich ist der schöne Bildband „Die Gärten von Irland“, in dem die britische Gartenfotografin Melanie Eclare gleich 20 außergewöhnliche Gärten und deren Besitzer vorstellt.

Hungersnot

The great famine, die größte Katastrophe der irischen Geschichte, ereignete sich 1845–1849. Schuld an der Misere war eine schreckliche Armut, hervorgerufen durch die Ausbeutung der Agrargüter durch englische Großgrundbesitzer. Den Iren blieb als Hauptnahrungsmittel nur die Kartoffel. Doch zwischen 1816 und 1842 hatte es schon über ein Dutzend kleinere und größere Kartoffelkrankheiten gegeben. Im Herbst 1845 wurde die Kartoffel erneut von einem Pilz befallen. In diesem und in den darauf folgenden Jahren wurden die Ernten, die die Lebensgrundlage der Menschen bildeten, komplett vernichtet. Eine Million der damals 8,5 Mio. Iren starben, ebenso viele mussten auswandern.

Katholische Kirche

Irland ist eine Hochburg des Katholizismus. 88 Prozent der Bevölkerung sind katholisch, in Erziehung und Bildung sowie im Sozialwesen ist die Kirche seit Jahrhunderten engagiert. Umso tiefer saß der Schock, als 2010 die ganze Tragweite eines Missbrauchsskandals öffentlich wurde. Von den 1930ern bis in die 1990er-Jahre wurden bis zu 14 500 Kindern und Jugendlichen Opfer von sexuellen Übergriffen katholischer Würdenträger. Vier Bischöfe mussten zurückgetreten, weil sie die Taten vertuscht hatten.

Zwar hat die Amtskirche damit an Glaubwürdigkeit verloren, umso mehr aber pilgern gläubige Iren nach Knock, einer irischen Version von Lourdes. Der kleine Ort im Westen in der Grafschaft Mayo ist für ca. 1,5 Mio. Pilger jährlich einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte, nachdem sich 1879 die Jungfrau Maria 15 Gläubigen gezeigt und die Gegend in strahlendes Licht getaucht haben soll. Heute besitzt Knock nicht nur eine große Basilika, sondern auch einen internationalen Flughafen (Knock Airport).

Literatur

Die Iren erzählen nicht nur gerne Geschichten, sie sind auch Meister darin, sie aufs Papier zu bringen. Irland als das Land der Dichter und Schriftsteller hat schon vier Literaturnobelpreisträger hervorgebracht: William Butler Yeats erhielt den Nobelpreis im Jahr 1923, Bernard Shaw 1925, Samuel Beckett 1969 und Seamus Heaney 1995. Andere irische Schriftsteller sind nicht weniger bekannt: Jonathan Swift, Sean O'Casey, Oscar Wilde, Brendan Behan, Flann O'Brien und James Joyce. Letzterer ist mit seinem 1918 veröffentlichten Dublin-Roman „Ulysses“ berühmt geworden, der bis heute als bahnbrechend für die moderne Literatur gilt. Gegenwärtig sammeln Anne Enright, John Banville und Colum McCann höchste Literaturpreise. Irische Romane und Dramen sind von Idealismus und Humanität geprägt, stilistisch liegt die Bandbreite zwischen einfühlsamer Poesie und teilweise subtiler Satire.

Moore

Ein Geruch von Torf liegt über den irischen Dörfern, aufsteigend aus den Mooren und Feuern. Noch zu Anfang des 19. Jhs. waren 15 Prozent der Inselfläche mit Torfmooren, bogs genannt, bedeckt. Neben dem industriellen Abbau durch die 1946 gegründete Bord na Mona, die Torfkraftwerke betreibt, wird traditionell von Hand gestochen. Viele Gebiete stehen mittlerweile unter Naturschutz, auch jene des 7 m tiefen und 10 000 Jahre alten Clara Bog in der Grafschaft Offaly.

Musik

Die Iren sind nicht nur große Geschichtenerzähler, sondern auch virtuose Musikanten. Tradtitionelle Instrumente sind Akkordeon, Blechflöte, Geige (fiddle), Bodhrán-Trommel, Violine, Querflöte und uilleann pipe, die irische Variante des Dudelsacks. Musiker treffen sich zu Sessions, in Irland auch seisiun genannt, bei denen ausgelassen gesungen, getanzt und musiziert wird. Legendären Status genießt die 1962 gegründete Band „The Dubliners“, im selben Jahr schlossen sich fünf Musiker zur bis heute erfolgreichen Folkband „The Chieftains“ zusammen. Seit 1976 gibt die Dubliner Rockband „U2“ mit dem Leadsänger Bono in der irischen Popmusik den Ton an. Weltweit verehrt wird der aus Belfast stammende Jazz-, Blues- und Countrysänger Van Morrison. Bob Geldorf mit den „Boomtown Rats“, die Folk-Punk-Band „The Pogues“, die Sängerinnen Sinéad O'Connor und Enya haben neben den Boybands „Boyzone“ und „Westlife“ die moderne Musikszene der Insel geprägt.

Nationalparks

In den sechs Nationalparks, die vom „National Parks and Wildlife Service“ (NPWS) verwaltet werden, sind viele seltene Tiere zu Hause, u. a. ausgewilderte Steinadler, sowie die größte Rotwildherde Irlands. Neben dem Killarney National Park, dem Connemara National Park, dem Ballycroy National Park, dem Burren National Park und dem Wicklow Mountains National Park ist der Glenveagh National Park (www.glenveaghnationalpark.ie) mit seinen Mooren, Seen und Wäldern auf über 160 km2 Fläche der größte und auch reizvollste Nationalpark des Landes. Er liegt in den Derryveagh Mountains im County Donegal. 1983 vermachte sein damaliger Besitzer McIlhenny dem irischen Staat die wunderschöne Seen- und Berglandschaft, die zum Wandern einlädt. Das Besucherzentrum des frei zugänglichen Parks liegt am Nordende des Lough Veagh.

Nordirlandkonflikt

Die Wurzeln des Konflikts reichen bis ins 12. Jh. zurück, als Großbritannien begann, Irland zu erobern. Nach Jahrhunderten der Rechtlosigkeit und Unterdrückung, in denen protestantische englische Siedler die katholisch geprägten Iren verdrängten, kämpfte nach dem Ersten Weltkrieg die IRA (Irish Republican Army) gegen die britische Besatzung. Mit dem Ergebnis, dass Irland seit 1921 geteilt ist: in die eigenständige Republik Irland mit der Hauptstadt Dublin und in Nordirland (Hauptstadt: Belfast), das weiterhin zu Großbritannien gehört. Doch der innere Konflikt in Nordirland blieb bestehen: Katholische Nationalisten fühlen sich bis heute von der protestantischen Mehrheit unterdrückt und wollen sich mit der Republik Irland vereinigen, protestantische Unionisten möchten dagegen Teil des United Kingdom bleiben. 1969 eskalierte der Konflikt, in der nordirischen Stadt Derry lieferten sich Protestanten und Katholiken Straßenschlachten. Insbesondere in den 1970er-Jahren verübte die IRA zahlreiche Bombenanschläge, Tausende kamen ums Leben. 2005 schwörte die IRA der Gewalt ab, hielt die Waffenruhe aber bis heute nicht konsequent ein. Seit 1998 hat die Republik Irland auf ihre Forderung nach einer Wiedervereinigung mit Nordirland verzichtet. Gleichzeitig sind auch die Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland weggefallen. Es ist aber fraglich, ob der jahrhundertelange Kampf um Unabhängigkeit und Gleichberechtigung, der viel mehr als nur ein religiöser Konflikt ist, damit wirklich zu Ende ist.

Pferde

Irland ist ein Paradies für Pferdefreunde. Das liegt nicht nur daran, dass sich auf der Insel die schönsten Reitwege und Galoppstrecken finden lassen. Gleich drei äußerst beliebte Pferderassen stammen von der Insel: Irish Hunter sind eine Kreuzung aus Vollblutpferd und dem Irish Draught Horse, die robusten Irish Tinker (ursprünglich ein Arbeits- und Zugpferd der irischen nichtsesshaften Bevölkerung) gelten als hervorragende Jagd- und Vielseitigkeitspferde, und Connemara-Ponys sind besonders wendig. Pferdefans aus aller Welt pilgern alljährlich im Oktober in die Midlands. In Ballinasloe findet Europas ältester und größter Pferdemarkt statt – mit Volksfest und Reitturnier (ballisnasloeoctoberfair.com).

St. Patrick

Irlands Schutzpatron ist die wichtigste Figur des irischen Katholizismus. Der häufigste Name ist daher in Irland Patrick (Paddy). Der um 385 in Wales Geborene wurde um das Jahr 400 von Piraten auf die Grüne Insel verschleppt. Patrick floh nach Frankreich, erlangte dort die Priesterwürde und kehrte 432 als Missionar nach Irland zurück. Anhand eines dreiblättrigen Kleeblatts versinnbildlichte er den Iren die Dreifaltigkeit. Zum Wallfahrtsort wurde der Berg Croagh Patrick, auf dessen Gipfel der Heilige 441 angeblich 40 Tage fastete und alle Schlangen ins Meer trieb. Am 17. März 461 starb Patrick in Nordirland. Dieser Tag wird bis heute als irischer Nationalfeiertag St. Patrick's Day gewürdigt – mit ausgelassenen Feiern und Umzügen.

Wirtschaft

1973, beim Eintritt in die EG, war Irland das ärmste Land der Gemeinschaft. Nach 35 Mrd. Euro Zuschüssen und starker wirtschaftlicher Entwicklung gehörte das Land dann 2005 zu den reichsten Staaten – in der EU und weltweit. Doch der „keltische Tiger“ kam durch die weltweite Finanzkrise mächtig ins Wanken. Der durch sehr niedrige Zinsen ausgelöste Immobilienboom platzte, die Bankenkrise führte schnell zu einer Staatschuldenkrise. Das Land geriet 2008 in die Rezession, die Arbeitslosenquote stieg auf über 13 Prozent. Seitdem beherrscht die Wirtschaftskrise die Grüne Insel. Seit 2010 stuften die Ratingagenturen Irland immer weiter herab, 2011 wurde ein drohender Staatsbankrott nur mit einer Milliardenspritze der EU verhindert. Dass sich die Wirtschaft in absehbarer Zeit erholen wird, davon geht momentan niemand aus – trotz rigoroser Sparmaßnahmen auch bei Sozialleistungen sowie Steuererhöhungen.

Bloss nicht!

Curiosity missverstehen

„Curious“ sein heißt neugierig sein, und diese Spielart des persönlichen Interesses an anderen Menschen ist eine von den redseligen Iren gern gepflegte Eigenschaft. Darauf sollte man nicht abweisend reagieren, denn Neugierde bedeutet in diesem Land nichts Negatives, sondern signalisiert Aufgeschlossenheit gegenüber Wohlergehen und Anteilnahme an Sorgen – auch bei Fremden.

Zu sorglos sein

Irland ist ein sicheres Pflaster; Ausnahmen sind einige Bezirke und Straßen im Norden von Dublin. In den Nachtstunden sollten Besucher vermeiden, nördlich der O'Connell Street, Gardiner Street und Mountjoy Square unterwegs zu sein, den bevorzugten Treffs von Drogenabhängigen und Jugendgangs. Übermäßiger Alkoholgenuss, besonders an Wochenenden, kann ebenfalls dazu führen, dass sich in einigen eher einfachen Dubliner Pubs die Atmosphäre unangenehm aufheizt. In diesem Fall räumt man besser das Feld.

Ohne Regenkleidung nach Irland

Die Iren halten es für ein Vorurteil, doch wir wissen es besser: Mit Regen sollte man immer rechnen, auch wenn es gelegentlich trockene Tage gibt. Daher ist es ratsam, stets eine Regenjacke dabeizuhaben.

Als Feinschmecker nach Kinsale

Kinsale ist zweifellos ein hübsches Hafenstädtchen, aber die kulinarische Hauptstadt Irlands, wie es sich selbst nennt, ist der Ort ganz bestimmt nicht. Nur wegen der Restaurants und des Essens lohnt sich die Reise also nicht. Während die Erbsen kaum gesalzen sind, sind es die Preise dafür häufig umso mehr.

Halteverbot ignorieren

Die gelbe Linie am Straßenrand bedeutet: Parken verboten. Parkt einer gar an einer doppelten gelben Linie, heißt das, er ignoriert das absolute Halteverbot. Und das bedeutet auch: Das Auto wird abgeschleppt, bevor der Halter vom Fish-&-chips-Essen zurück ist. Dann beginnt erst der Ärger. Das Depot liegt weit draußen, ist nur mit dem Taxi zu finden, und das Bußgeld ist richtig saftig. Wenn man Glück hat und überhaupt während der Öffnungszeiten erscheint.

Eine Runde aussetzen

Iren sind gesellige Leute, Iren lieben ihre Pubs. Kein Wunder, dass es dort gang und gäbe ist, sich sein Bier nicht allein am Tresen oder am Tisch zu bestellen, sondern gleich auch für die, mit denen man gerade im Gespräch ist. Dabei gilt die eiserne Regel: Wenn man eingeladen war, revanchiert man sich. In einer größeren Runde müssen Sie daher aufpassen, wann Sie an der Reihe sind, die Getränke zu bezahlen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Kriminalität

Es werden, vor allem in den touristischen Zentren, häufig Taschendiebstähle verübt. Reisende sollten deshalb auch in Geschäften und Restaurants bzw. Pubs stets auf ihre persönlichen Gegenstände und Ausweise achten. Eine Fotokopie des Ausweises kann bei Ausweisverlust hilfreich sein.
Bei Pkw-Fahrten, insbesondere mit einem Mietwagen, sollten auch bei kurzem Verlassen des Wagens keine Wertgegenstände im Fahrzeug verbleiben.
Vorsicht ist außerdem geboten bei Vorauszahlungen für die Anmietung von privaten Zimmern/Wohnungen per Internet.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um in einem Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Straßenverkehr/Führerschein

Es herrscht Linksverkehr; Scheinwerfer sollten hierfür eingestellt sein.
Die Promillegrenze beträgt 0,5 bzw. 0,2 für Berufsfahrer und Fahranfänger.
Es gibt mautpflichtige Straßen, die Bezahlung kann vor Ort oder online per eToll erfolgen. Informationen hierzu bietet Transport Infrastructure Ireland.
Doppelte gelbe Linien am Fahrbandrand bedeuten Parkverbot, einfach markiere Halteverbot. Rot-schwarze Schilder markieren eine "Control-Zone", in der es nicht erlaubt ist, Fahrzeuge abzustellen. Bei Nichtbeachtung droht, dass ein Fahrzeug abgeschleppt wird.
Der deutsche Führerschein ist ausreichend.

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

Vorläufiger Personalausweis: Ja

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Irland ist nicht Vertragspartei des Europäischen Übereinkommens über die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957. Reisedokumente müssen daher bei Ein- und Ausreise gültig sein.

Es wird davon abgeraten, mit Ausweisdokumenten einzureisen, die einmal als verloren oder gestohlen gemeldet waren und wieder aufgefunden wurden. Es kommt vor, dass die irische Grenzpolizei diese Ausweisdokumente einzieht, weil sie in der Interpol-Datenbank nicht als "wiedergefunden" erfasst sind.

Visum/ Aufenthalts- bzw. Arbeitserlaubnis

Deutsche Staatsangehörige benötigen für Irland kein Einreisevisum. Für deutsche Staatsangehörige gibt es auch bei einem längeren Aufenthalt in Irland im Rahmen der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union keine Melde- und Registrierungspflicht. Sie benötigen keine Aufenthalts- und/oder Arbeitserlaubnis.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Heimtiere können mit einem -Heimtierausweis ohne Quarantänepflicht begleitet nach Irland ein- und ausgeführt werden. Ausführliche Informationen zur Ein- und Ausfuhr von Heimtieren sind in einem Merkblatt der deutschen Botschaft in Dublin zu finden.

Umzugsgut, persönliches Gepäck und ein Kraftfahrzeug können grundsätzlich bei Wohnsitzwechsel innerhalb der ohne Zollabgaben eingeführt werden. Insbesondere bei der Einfuhr von Kraftfahrzeugen gelten jedoch teilweise besondere Bestimmungen, die bei den irischen Behörden rechtzeitig erfragt werden sollten. So muss ein eingeführtes Fahrzeug binnen einer Woche nach Einreise an- bzw. umgemeldet werden.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Verbindliche Informationen zu speziellen strafrechtlichen Bestimmungen können vom irischen Justizministerium (Department of Justice) über die irische Botschaft in Berlin erbeten werden. Allgemeine Information zum ausländischen Recht erteilt das Bundesverwaltungsamt.

Ein Merkblatt zur Rechtsverfolgung in Irland und eine unverbindliche Liste mit Anschriften von deutschsprachigen Anwälten in Irland sind auf der Webseite der Botschaft Dublin eingestellt.

Impfschutz

Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden.
Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition Meningokokken-Impfung für Kinder und Jugendliche.

Die Kosten für Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte liegen über den deutschen Sätzen. Arztkosten müssen selbst getragen werden, es sei denn, es handelt sich um eine Notfallbehandlung in einem öffentlichen Krankenhaus (public hospital). Personen, die ein niedriges Einkommen haben, können bei der örtlichen Gesundheitsbehörde (Health Board) eine sog. "medical card" beantragen, die es ermöglicht, die meisten ärztlichen Leistungen kostenfrei in Anspruch zu nehmen. Alle Arten von Operationen können in Dublin durchgeführt werden.

In Irland besteht für alle Personen, die in Deutschland gesetzlich versichert sind, ein Anspruch auf Behandlung - soweit dringend erforderlich - bei Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern usw., die vom ausländischen gesetzlichen Krankenversicherungsträger zugelassen sind.

Die Europäische Krankenversicherungskarte, die von der Krankenkasse ausgestellt wird, ist vor der Reise einzuholen. Diese berechtigt zu einer Notfallbehandlung im öffentlichen irischen Gesundheitssystem und ist direkt beim Arzt oder im Krankenhaus vorzulegen.

Unabhängig davon wird dringend empfohlen, für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen werden (z. B. notwendiger Rücktransport nach Deutschland im Krankheitsfall, Behandlung bei Privatärzten oder in Privatkliniken).

Weitere Einzelheiten enthält die Internetseite www.dvka.de der Deutschen Verbindungsstelle für Krankenversicherung Ausland unter der Rubrik "Urlaub im Ausland".

Ansonsten erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse Auskünfte über die aktuellen Regelungen.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen der Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger.

Im Krankheitsfall wendet man sich mit der EHIC an einen praktischen Vertragsarzt des irischen Gesundheitsdienstes (General Medical Services oder GMS) und weist ihn darauf hin, dass man wie ein Versicherter des irischen Gesundheitsdienstes behandelt werden möchte ("I would like to be treated under the Irish Health Service.").

In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.
Aushelfender Träger ist der irische Gesundheitsdienst. Nur in dessen Rahmen ist eine kostenlose Behandlung gewährleistet.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken Nein -
Malaria Nein -
Typhus & Polio Nein -
Cholera Nein -
Gelbfieber Nein -

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden. 

Hepatitis B kommt vor. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

In Irland kommt es immer wieder zu Masernerkrankungen. Reisende sollten ihren Impfschutz vor einer Irland-Reise überprüfen und ggf. auffrischen.

Derzeit gilt bei Langzeitaufenthalten oder bei besonderer Exposition die Impfempfehlung gegen Meningokokken-Meningitis für Kinder und Jugendliche.

Reisewarnung

Überblick

Irland

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 23.01.2017
Unverändert gültig seit: 18.01.2017

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Für Irland besteht derzeit kein landesspezifischer Sicherheitshinweis.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Türkei Ja Ja/1 Ja -
Andere EU-Länder Nein Nein Nein Ja/1
Schweiz Nein Nein Nein Ja
Österreich Nein Nein Nein Ja
Deutschland Nein Nein Nein Ja

Personalausweise/Identitätskarten

U. a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können für Aufenthalte von bis zu 3 Monaten mit gültigem Personalausweis/Identitätskarte einreisen (der für den Aufenthalt gültige Reisepass wird jedoch empfohlen):

EU-Länder und Schweiz.

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei Visumpflicht noch mindestens 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig sein. Besteht keine Visumpflicht, muss der Reisepass während des Aufentalts gültig sein.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen Aufenthalt von bis zu 3 Monaten:

(a) EU-Länder und Schweiz.

(b) [1] Staatsbürger der Türkei, die ein Schengen-Langzeitvisum oder ein Visum für das Vereinigte Königreich haben, reisen unter dem Visa Waiver Programme. Diese Regelung gilt noch bis zum 31.10.2021. Staatsbürger der Türkei, die Inhaber einer EU-Family Member Residence Permit sind und Familienangehöriger eines Staatsangehörigen eines EU-Landes oder der Schweiz sind und mit diesem Familienmitglied zusammen reisen oder zu diesem Familienmitglied reisen, benötigen kein Visum für Irland. 

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass für Kinder unter 12 Jahren oder eigener Reisepass oder Personalausweis.

Österreicher: Eigener Reisepass oder Personalausweis.

Schweizer: Identitätskarte oder eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Hinweis: Minderjährige, die allein bzw. nur in Begleitung eines Elternteils oder einer dritten Person reisen oder eines Erziehungsberechtigten, der einen anderen Nachnamen als der Minderjährige führt, sollten eine schriftliche Genehmigung des/der nicht mitreisenden Eltern / Sorgeberechtigten mit sich führen. Die Erziehungsberechtigung / das Verwandtschaftsverhältnis sollte durch Dokumente (Geburtsurkunde, Ehebescheinigung, Adoptionsnachweis) nachgewiesen werden können. Verschiedene Fluggesellschaften befördern jedoch allein reisende Minderjährige unter 14 Jahren auch dann nicht, wenn diese Genehmigung vorliegt.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Vögel aus allen Ländern wird eine Genehmigung vom Department of Agriculture and Fisheries benötigt. Für Papageien wird zusätzlich eine Genehmigung vom Gesundheitsamt verlangt.

Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und aus nicht tollwutfreien Drittstaaten benötigen einen EU-Heimtierausweis (pet pass) bzw. einen nationalen Heimtierausweis, der nur von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt werden kann, und müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass bei dem Tier eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Die Einfuhr ist auf 5 Tiere beschränkt. Heimtiere unter 4 Monate sind von der Impfpflicht gegen Tollwut ausgenommen. 
Die transportierende Flug- bzw. Fährgesellschaft muss die Ankunft der Tiere mindestens 24 Stunden vorher beim Department of Agriculture anmelden.

Für Hunde, Katzen und Frettchen sowie für Vögel und Kleintiere aus nicht tollwutfreien Drittstaaten gelten die folgenden zusätzlichen Vorschriften:
Für jedes Tier wird ein Gesundheitszeugnis benötigt. Für den Eintritt in das EU-Gebiet muss bei den Haustieren 3 Monate vor der Einreise eine Untersuchung auf Anwesenheit von vakzinalen Antikörpern durchgeführt werden. Außerdem wird ein Dokument benötigt, das eine Einfuhrgenehmigung des Departments of Agriculture nachweist. Die Tiere dürfen nur über die Flughäfen in Cork, Shannon oder Dublin eingeflogen werden. Eine 6-monatige Quarantäne ist Pflicht. Während dieser Zeit wird das Tier zweimal gegen Tollwut geimpft.

Für Hunde, Katzen und Frettchen aus tollwutfreien Drittstaaten (z.B. Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikanstadt) kann ebenfalls der Heimtierausweis (pet pass), der eine gültige Tollwutimpfung bestätigt, für die Einfuhr benutzt werden.

Bearbeitungsdauer

2-3 Wochen, in einigen Fällen jedoch bis zu 8 Wochen, da die meisten Anträge in Dublin bearbeitet werden.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die innerhalb von 24 Std. weiterreisen, über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

Besuchs-, Geschäfts-, Transitvisum und andere Kategorien. Nähere Angaben von den konsularischen Vertretungen (s. Kontaktadressen).

Kosten

Deutschland, Österreich
Die angegebenen Gebühren gelten für türkische Staatsbürger, die eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland oder Österreich besitzen:
Touristen- und Geschäftsvisum: 60 € (einmalige Einreise); 100 € (mehrmalige Einreise). Transitvisum: 25 €.

Hinzu kommen 5 € Portogebühren bei postalischer Antragstellung.

Visumpflichtige Ehepartner und Familienmitglieder von EEA-Bürgern erhalten ihr Visum kostenlos.


Schweiz
Die angegebenen Gebühren gelten für türkische Staatsbürger, die eine Aufenthaltsgenehmigung für die Schweiz besitzen:
Touristen- und Geschäftsvisum: 70 CHF (einmalige Einreise); 116 CHF (mehrmalige Einreise).
Transitvisum: 30 CHF.

Hinzu kommen 7 CHF Portogebühren bei postalischer Antragstellung.

Visumpflichtige Ehepartner und Familienmitglieder von EEA-Bürgern erhalten ihr Visum kostenlos.

Antrag erforderlich

(a) 1 Online-Antragsformular.
(b) 2 aktuelle Passfotos in Farbe.
(c) Kopie aller Seiten des Reisepasses, der noch mindestens 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig ist.
(d) Gebühr (per Verrechnungsscheck oder Überweisung).
(e) Ggf. Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, Österreich oder die Schweiz, die noch mindestens 3 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig ist.
(f) Kopie des Mietvertrages oder Eigentumsnachweis oder Meldebestätigung (nicht bei Geschäftsreisen).
(g) Arbeitsbescheinigung/ Arbeitslosenbescheinigung/ Studienbescheinigung/ Schülerbescheinigung (kein Schülerausweis) sowie für Schüler/Studenten Nachweis einer Krankenversicherung.
(h) Nachweis ausreichender Geldmittel (Kontoauszug der letzten sechs Monate. Achtung: einmalige, hohe Einzahlungsbeträge kurz vor Visumbeantragung werden nicht berücksichtigt)
(i) Einkommensnachweis (Nachweis der letzten drei Lohn- bzw. Gehaltsabrechnungen; bei Selbständigkeit letzter Steuerbescheid o. Ä.).

Touristischer Aufenthalt:
(a) - (i) und
(j) Hotelreservierung.

Geschäftsvisum:
(a) - (i) und
(k) Einladungsschreiben der irischen Firma sowie ausführliches Entsendungsschreiben der deutschen Firma mit Bestätigung der Kostenübernahme.

Frankierter Einschreiben-Rückumschlag bei postalischer Beantragung.
 

Geld

Währung

1 Euro = 100 Cents. Währungskürzel: €, EUR (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro, Münzen in den Nennbeträgen 1 und 2 Euro, sowie 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cents.

Devisenbestimmungen

Für Reisende bestehen keine Beschränkungen für die Einfuhr oder Ausfuhr von Landeswährung, Einfuhr und Ausfuhr von Fremdwährungen unbegrenzt. Es besteht auch keine Deklarationspflicht. Die Herkunft und Bestimmung von großen Beträgen sollten jedoch nachweisbar sein.

Kreditkarten

MasterCard, American Express und Visa werden in ganz Irland angenommen. Bei anderen Kreditkarten sollte vor der Reise beim Aussteller erfragt werden, ob sie als Zahlungsmittel eingesetzt werden können. Weitere Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Werden landesweit akzeptiert und sollten in Euro, britischen Pfund Sterling oder US-Dollar ausgestellt sein.

Öffnungszeiten der Bank

Mo, Di, Mi und Fr 09.30-16.30 Uhr, Do 09.30-17.00 Uhr. Einige Banken haben auch am Samstagvormittag geöffnet. Die Öffnungszeiten können ja nach Größe und Lage der Bank variieren.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können (bei Reisen aus Nicht-EU-Ländern) zollfrei nach Irland eingeführt werden:

200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak (nur Personen ab 17 J.);
1 l Spirituosen (über 22 % Alkoholgehalt) oder 2 l alkoholische Getränke bis zu 22 % (einschl. Sekt) (Personen ab 17 J.);
4 l Wein (Personen ab 17 J.);
16 l Bier;
Geschenke/sonstige Waren bis zu einem Gesamtwert von 430 € (Personen ab 15 Jahren)  bzw. 215 € (Kinder unter 15 Jahren).

Verbotene Importe

Milch und Milchprodukte rohes Gemüse, Heu und Stroh (auch, wenn es lediglich als Verpackungsmaterial dient). Aus Ländern, in denen die Geflügelpest aufgetreten ist, ist die Einfuhr von Vögeln, Eiern und anderen Produkten vom Geflügel sowie Federn oder unbehandelten Jagdtrophäen in die Europäische Union (EU) verboten. Für lebendes Geflügel, Fleisch und Fleischerzeugnisse besteht im Reiseverkehr ein generelles Einfuhrverbot aus Drittländern (ausgenommen aus den Färöer, Grönland, Island, Liechtenstein und der Schweiz).
Anmerkung: EU-Bürger, die Waffen einführen wollen, müssen über den European Firearms Pass verfügen, um eine Sondergenehmigung beim Department of Justice oder beim Office of Public Works in Irland erhalten zu können.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Irland, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2012-14
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Irland - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 05.03.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 05.03.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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