Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Estland

Steckbrief

Estland - Fakten

Ländername Eesti Vabariik (Republik Estland)
Klima maritim bis mäßig kontinental, sehr lange Winter, kühle Sommer (Durchschnittstemperaturen +17,8° im Juli, +0,7° im Februar)
Beste Reisezeit Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober
Lage Tallinn (früher Reval) liegt auf Meereshöhe etwa auf dem Breitengrad von Stockholm, etwa 80 km südlich von Helsinki
Fläche 45.227 qkm
Hauptstadt Tallinn 443.623 Einwohner, davon 38 % ethnische Russen
Bevölkerung Gesamtbevölkerung: 1.317.797 (Januar 2017), davon ethnische Esten: 69,8%; weitere ethnische Gruppen: Russen 25,2%, Ukrainer 1,7%, Weißrussen 0,9%, Finnen 0,6%, andere 1,8%
Sprache Estnisch (einzige offizielle Sprache), Russisch (Verkehrssprache in Regionen, in denen die russischsprachige Bevölkerung dominiert, besonders im Nordosten)
Religion Evangelisch-lutherisch, Russisch-Orthodox, Estnisch-Orthodox, Baptisten
Nationaltag 24. Februar
Unabhängigkeit Unabhängigkeitserklärung 24.02.1918, nach sowjetischer Okkupation Erklärung zur Wiederherstellung der Unabhängigkeit am 20.08.1991 (staatlicher Feiertag seit 1998)
Staats-/Regierungsform Parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt Präsidentin der Republik Kersti Kaljulaid, Amtsantritt 10.10.2016, am 03.10.2016 vom Parlament für eine fünfjährige Amtszeit gewählt.
Vertreter des Staatsoberhaupts Parlamentspräsident Eiki Nestor (Sozialdemokrat)
Regierungschef Ministerpräsident Jüri Ratas (Zentrumspartei), Amtsantritt am 23. November 2016; nach Misstrauensvotum gegen vorherigen Ministerpräsident Taavi Rõivas (Reformpartei).
Außenminister Sven Mikser (Sozialdemokrat), Amtsamtritt am 23. November 2016
Parlament Ein-Kammer-Parlament "Riigikogu"; zuletzt gewählt am 01.03.2015, 101 Abgeordnete, Parlamentspräsident: Eiki Nestor (Sozialdemokrat), 1. Stellvertreter Enn Eesmaa (Zentrumspartei), 2. Stellvertreter Taavi Rõivas (Estnische Reformpartei)
Währung Euro (€)
Zeitzone ME(S)Z+1h (OE[S]Z)
Stromnetz 230 V/ 50 Hz
Reiseadapter Nicht notwendig
Kfz-Länderkennzeichen EST
ISO-3166 EE, EST
Internet-TLD .ee
Landesvorwahl +372
Website https://estonia.ee/
Reisepass & Visum Nicht notwendig
Geeignet für Kultur, Outdoor

Geographie

Eine buchtenreiche Küste mit etwa 1500 vorgelagerten Inseln, über 1400 Binnenseen, zahlreiche Flüsse, Moorgebiete und leicht gewellte Höhenzüge um 300 m bestimmen das Landschaftsbild. Höchster Berg ist der 318 m hohe Munamägi. Estland ist Teil des vom pleistozänen Inlandeis überformten Osteuropäischen Tieflandes. Das Klima ist kühlgemäßigt und wird von der Ostsee beeinflusst.

Politik und Bevölkerung

Estland errang 1991 die Unabhängigkeit von der Sowjetunion und ist seit 1992 eine parlamentarisch-demokratische Republik. Im Parlament sitzen 101 auf vier Jahre gewählte Abgeordnete. Seit 2004 ist das Land EU-Mitglied, seit 2011 gehört es der Eurozone an. Die Bevölkerung besteht zu zwei Dritteln aus Esten und zu einem Drittel aus Russen und Ukrainern. Über 70 % der Menschen leben in Städten. Die meisten Esten sind konfessionslos, etwa 30 % bekennen sich zu einer der christlichen Kirchen.

Geschichte

Bereits um 9000 v. Chr. wohnten Menschen auf dem Gebiet des heutigen Estland. Zu Beginn des 13. Jh. setzte von Dänemark aus die Missionierung ein. 1629–1710 gehörte Estland zu Schweden. 1721 wurde das Land ein Teil des russischen Zarenreichs. Russland erkannte 1920 die zwei Jahre zuvor proklamierte Unabhängigkeit Estlands an, die jedoch nur bis zur Annexion Estlands durch die Sowjetunion 1940 dauerte.

Estland - Geschichte

4400-2500 v. Chr. Finno-ugrische Völker aus dem Uralgebiet dringen bis ins heutige Finnland und Estland vor
650 Bei den baltischen Völkern bilden sich Herrscherdynastien und feste Grenzen heraus
1202-30 Der Schwertbrüderorden erobert Südestland
1230 Deutsche Kaufleute gründen die Stadt Reval (Tallinn)
1346 Dänemark verkauft Nordestland an den Deutschen Orden
14./15. Jh. Blütezeit der Hanse
1523 Die Reformation erreicht Estland
1558 Zar Iwan IV. fällt in Estland ein
1582-84 Die Schweden vertreiben die Russen und herrschen bis 1645
1710 Im Nordischen Krieg erobert Zar Peter I. Estland
1869 Erstes estnisches Sängerfest
24. Feb. 1918 Ausrufung der Republik Estland, Freiheitskämpfe
1939/40 Hitler-Stalin-Pakt: Umsiedlung der Deutschbalten, Estland wird sowjetrussisch
1941-44 Deutsche Besatzung
1945-88 Russifizierung Estlands
1989 Eine Menschenkette zieht sich in Erinnerung an den Hitler-Stalin-Pakt quer durchs Baltikum
20. Aug. 1991 Estland erklärt sich für unabhängig
1994 Die letzten russischen Truppen verlassen Estland
2004 Estland wird Nato-Mitglied und tritt der EU bei
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Toom-Kuninga 11 | 15048 Tallinn | Tel. 6275300 | Fax 6275304 | www.germany.ee | Notfalldienst: Tel. 5012560

Österreichische Botschaft

Vambola 6 | 10114 Tallinn | Tel. 6278740 | Fax 6314365 | www.austrianembassy.ee

Schweizer Generalkonsulat

Tuvi 12-28 | 10119 Tallinn | Tel. 6313041 | Fax 6314092 | matti.klaar@starman.ee

Notruf

Feuerwehr sowie Notarzt/Krankenwagen: 112. Polizei: 110

Internet

Internet

Touristische Infos: www.visitestonia.com, www.estemb.de, www.estnet.info. Die Seite von www.maaturism.ee informiert über Urlaub auf dem Land, www.estonica.ee über Kultur, Natur und Geschichte. Die wohl umfangreichste Datenbank über touristische Angebote in Estland bietet www.ozoon.de. Auf Deutsch informieren www.estmonde.ch und www.ratgeber-estland.de; interessant auch www.infobalt.de. Ausführliche Urlauberinfos über die Hauptstadt unter www.tourism.tallinn.ee. Bewährt sind die Seiten von www.inyourpocket.com, die aktuelle Veranstaltungstipps über Tartu, Tallinn, Pärnu und Haapsalu bieten. Unter http://web.starman.ee/th/estland.htm finden Sie auf Deutsch Infos über Estland und eine Vielzahl von Links aus dem Land.

Internet-Hotspots

Estland verfügt über ein dichtes, stabiles und schnelles, in der Hauptstadtregion sogar flächendeckendes WLAN-Netz: Tallinn ist als eine der ersten Städte der Welt auf Basis der neuen Wimax-Technologie mit einem großen WLAN-Hotspot ausgerüstet. Doch auch im übrigen Land gibt es selbst in entlegenen Dörfern und an Stränden überall öffentliche Internet-Hotspots, insgesamt etwa 1100 Stück - erkennbar an den blauweißen @-Schildern, die den kostenlosen Zugangspunkt kennzeichnen (komplette Übersicht unter www.wifi.ee). Weltweit einmalig hat Estland den kostenfreien Internetzugang als Grundrecht verankert.

Post

Postämter sind meist Mo-Fr 9-18, Sa 9.30-15 Uhr geöffnet. Briefmarken gibt es auch an einigen Kiosken. Eine Postkarte nach Deutschland kostet ca. 1,2 Euro. www.post.ee

Telefon & Handy

Internationale Vorwahl für Estland: 00372. Durchwahl aus Estland nach Deutschland: 0049 plus Ortsnetzvorwahl ohne 0. Vorwahl Österreich: 0043, Schweiz: 0041. In Estland wird bei Inlandsgesprächen keine 0 vorweg gewählt; alle Anschlüsse haben mit Ortsvorwahl sieben Ziffern. Eine englischsprachige Auskunft erhält man unter Tel. 11 82. Telefonzellen funktionieren mit Telefonwertkarten (2-10 Euro), die es u.a. in Tankstellen, Hotels und bei der Post gibt.

Estland hat ein nahezu flächendeckendes und stabiles Mobilfunknetz. Um Roamingkosten zu sparen, empfiehlt sich der Kauf einer estnischen Prepaid-SIM-Card, die es in Handyläden, Supermärkten, an Kiosken oder bei der Post gibt. Tipp: ein Starterpaket kaufen. Es kostet weniger als 5 Euro, enthalten sind neben der SIM-Card auch gleich Gesprächsguthaben von etwa 6,50 Euro.

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Esten sind Patrioten und daher stolz auf ihr Land und ihre Unabhängigkeit. Es ist eine Folge ihrer wechselhaften Geschichte, dass sie eigentlich zwei Nationalfeiertage haben. Den Unabhängigkeitstag von 1918 und den Tag der wiedererlangten Freiheit im August 1991. An einem symbolischen Siegestag gedenken sie zudem ihrer Wehrhaftigkeit. Dazu kommen noch die kirchlichen Feiertage. Und wenn es um die Musik geht, kennen die Esten erst recht kein Halten mehr. Sie feiern ihre Trachtenfeste, Chortreffen, Volksmusiktage, Klassik-Konzertfeste oder Pop- und Jazzfestivals zu jeder Jahreszeit.

Feste und Veranstaltungen

März

Ende März: Kinder und Jugendmusikfest Muusikamoos in Pärnu

April

Anfang April: Tage der Estnischen Musik (www.ehl.kuhl.ee)

Mitte/Ende April: Studententage in Tartu - Highlife in Bars und Discos (www.studentdays.ee)

Letzte Woche: internationales Jazzfestival Jazzkar in Tallinn (www.jazzkaar.ee)

Mai

Ende Mai: internationales Chorfestival in Pärnu

Juni

Anfang Juni: Altstadttage in Tallinn - Budenzauber, Konzerte, Aufführungen und Trachtenfest

Mitte Juni: Grillfest in Pärnu - Sommerparty mit Livemusik und Barbecue

23./24. Juni: landesweite nächtliche Feiern zur Sommersonnenwende mit Johannisfeuern, Speisen, vielen Getränken und viel Tanz

Juli

Erste Juliwoche: Biersommer auf dem Sängerplatz in Tallinn - die größte Hopfenfete im Baltikum (www.ollesummer.ee)

Mittelalterliche Markttage auf dem Rathausplatz in Tallinn

Mitte Juli: internationales Folklorefestival in Võru - die Stadt verwandelt sich für einige Tage in eine Bühne für Trachten, Volksmusik und Handwerkskunst (www.werro.ee/folkloor.html)

Mitte Juli: Watergate in Pärnu - Sommerfestival rund ums Wasser (www.watergate.ee)

Ende Juli: Operntage in Kuressaare auf Saaremaa (www.operadays.ee)

August

Mitte August: Festtage der "Weißen Dame" in Haapsalu - Stadtfest rund um eine Legende

Ende August: Sommer-Abschlussfest der "Sommerhauptstadt" Pärnu - traditoneller Tanz am Strand - der Ministerpräsident tanzt ebenfalls mit

September

Mitte September: Studententage in Tartu - Openend in Kneipen und Discos; Konzerte, Bandwettbewerbe

Ende September: internationales Fest der orthodoxen Kirchenmusik in Tallinn (www.orthodoxsingers.com)

Oktober

Anfang Oktober: internationales Festival alter Musik in Tartu (www.festivitas.ee)

Dezember

Ende November bis Heiligabend: "Es weihnachtet in Tartu", in der Stadtmitte

Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz in Tallinn

Offizielle Feiertage

1. Januar Neujahr
24. Februar Unabhängigkeitstag - Gründungstag der Republik Estland 1918
März/April Karfreitag
März/April Ostermontag
1. Mai Tag der Arbeit
23. Juni Fest des Sieges (Vöidupüha) - 1919 besiegte die estnische Armee die deutsch-baltische Heimwehr in der Schlacht von Vönnu (Cesis)
24. Juni Johannistag
20. August Tag der wiedererlangten Unabhängigkeit 1991
25./26. Dezember Weihnachten
Mobilität vor Ort

Auto

In Estland muss man auch tagsüber mit Licht fahren. Gewöhnungsbedürftig sind die Schotterpisten in entlegeneren Gebieten. Höchstgeschwindigkeit innerorts 50 km/h, auf Landstraßen 90 km/h. Autobahnabschnitte (bis 110 km/h) gibt es auf den Strecken Tallinn-Narva und Tallinn-Pärnu. Es gelten die Null-Promillegrenze und Handyverbot am Steuer. Von Dezember bis März sind Winterreifen vorgeschrieben. Achtung an Ampeln: Blinkendes Grün entspricht Gelb in Deutschland; bei Gelb daher nie weiterfahren. Tankstellen gibt es genügend und bleifreies Benzin überall, meist mit einem E gekennzeichnet (Normal: 95, Super: 95 E). In der Regel sind die Zapfanlagen farbig markiert: grün (bleifrei), rot (verbleit), schwarz (Diesel). Die grüne Versicherungskarte ist zu empfehlen.

Öffentliche Verkehrsmittel

In Tallinn fahren Straßenbahnen und Trolleybusse. Kaufen Sie die Tickets im Zehnerblock am Kiosk für ca. 5 Euro. Beim Fahrer kostet der Einzelfahrschein 0,80-1 Euro. Ein Routenplan hängt an jeder Haltestelle aus (www.tak.ee). Generell sind Busse das Verkehrsmittel im Land. Jede größere Stadt besitzt einen Busbahnhof. Zwischen den Zentren verkehren Schnellbusse. So braucht man für die knapp 200 km lange Strecke Tartu-Tallinn etwas mehr als 2 Std., Preis: 6 Euro. www.bussireisid.ee

Ein dichtes Eisenbahnnetz existiert für den Personenverkehr nur im Großraum Tallinn. Nach Viljandi, Pärnu, Tartu und Valga gehen ein bis zwei Züge am Tag, Fahrtdauer 3-6 Std.! Die Preise sind niedrig; etwa 3 Euro kostet die Fahrt nach Pärnu. www.elektriraudtee.ee, www.edel.ee

Taxi

Taxifahrten werden nach Entfernung berechnet. Allerdings ist es in Tallinn ratsam, die Fahrtkosten vorher abzuklären und nur einzusteigen, wenn der Preis akzeptabel erscheint. Preis: 6-8 Kronen/km zwischen 6 und 23 Uhr. Normalerweise hängt im Wagen eine Preisliste aus. Auf Verlangen muss der Fahrer eine Quittung auszustellen. Taxiruf Tallinn: Taxis-Klubi Takso | Tel. 14200 | www.klubitakso.ee. Speziell am Flug- und am Fährhafen in Tallinn scheinen einige Taxifahrer ein "Touristen-Taxameter" zu haben. Manche Hotels geben daher auf ihrer Website an, wie hoch der Fahrpreis zum Hotel sein darf.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Nein, Feinschmecker haben für die estnische Küche nicht am Herd gestanden. Das Essen erinnert eher an Großmutters Küche - bodenständig, schmackhaft und relativ schwer. In der Kochkultur spiegelt sich die Geschichte des Landes wider.

Sült - Sülze, Schweinefleisch in Aspik - wird zumeist mit Sauerkraut (hapukapsad) gegessen und steht ganz oben auf dem Speisezettel. Der Einfluss deutscher Küchenmeister ist unverkennbar, aber auch russische Gerichte dampfen in den Töpfen der Esten. Etwa die seljanka: Mit Fleisch- und Wurstresten, geriebenen Möhren, gerösteten Zwiebeln, sauren Gurken, Oliven, Kohl, Gewürzen sowie etwas Dill, Zitrone und einem Schuss saurer Sahne wird diese Suppe zum aromatischen Erlebnis.

"Jätku leiba" - "Möge Ihr Brot reichen" - sagen die Esten traditionell, wenn sie einen guten Appetit wünschen. Das ist Ausdruck einer Zeit, in der der Tisch nicht so reichhaltig gedeckt war wie heute. Die sogenannte Armeleuteküche haben die Esten zur Perfektion entwickelt. Mit allem, was Wald, eigener Garten und Hausschlachtung hergeben, wird gezaubert. Sauerkraut, Schweinefleisch, Würste jeglicher Art, Milch, Quark, Kartoffeln, Roggen, Gerste sowie Beeren und Pilze finden sich in vielen Gerichten. Typisch sind auch Fischspeisen in verschiedenster Zubereitung, vorzugsweise geräuchert oder mariniert.

Traditionell wird in Estland schon morgens warm gegessen. Pfannkuchen, Kartoffelpuffer oder Rührei stärken den Magen, ab Spätsommer auch Omelett mit frischen Pilzen. Doch alternativ gibt es zu Roggenbrot und Weißbrot Marmelade, Wurst, oft geräucherten Käse. Dazu kommen eingelegte Gurken, Zwiebeln oder Pilze. Steinpilze (puravik) und Pfifferlinge (kukeesened) sind am beliebtesten. Eine besondere Schwäche haben die Esten für kama, ein grobes Pulver aus gerösteter Gerste, Hafer und Roggen, Erbsen und schwarzen Bohnen. Es findet sich in vielen Gerichten. Mit Milch oder Buttermilch und Honig verrührt ist es ein beliebter Brei zum Frühstück, mit Kefir vermischt und gekühlt lässt es sich gut trinken. Ansonsten gibt es Tee oder Kaffee. Letzterer hat es in sich. Das Pulver wird direkt in der Tasse aufgebrüht. Das Ganze nennen die Esten nicht türkischen Mokka, sondern stolz "estnischen Kaffee". Und den gibt's rund um die Uhr.

Die Hauptmahlzeit ist das Mittagessen. Beilagen zu vielen traditionellen Gerichten sind gekochte Kartoffeln oder Kartoffelpüree, häufig mit Dill gewürzt. Generell wird das Essen eher gegart als gebraten. Gekochtes Gemüse jedoch ist selten zu finden. Kohl, Sellerie und Möhren werden wie Gurken, Kürbis und Rote Bete eingelegt oder als Rohkostsalat serviert. Als Vorspeisen stehen meist Suppen auf dem Tisch, abgeschmeckt mit etwas Sauerrahm.

Warme Speisen sind auch abends im Angebot. Beispielsweise mit Fleisch, Quark oder Pilzen gefüllter Pfannkuchen (pannkoogid). Auf jedem Fest dabei ist der kartulisalad, Kartoffelsalat mit gekochten Möhren, Erbsen, sauren Gurken, Zwiebeln, Sahne und Mayonnaise.

In allen größeren Städten Estlands hat die estnische Küche internationale Konkurrenz erhalten, wird indisch, griechisch, chinesisch oder koreanisch gekocht. Pizzas, Steaks, Spaghetti, alles ist im Angebot. Speziell in Tallinn ist die Auswahl riesig.

Zum guten Essen gehört in Estland ein Bier. Im Sommer werden überall Bierfeste, "Öllefeste", gefeiert, denn auf ihre Brautradition sind die Esten ziemlich stolz. Die bekanntesten nationalen Biere sind das würzige Saku Originaal der gleichnamigen Brauerei und das süßere, schwerere A. le Coq, das in Tartu gebraut wird. Auch beliebt sind Palmse (Dunkelbier) und Toolse (Leichtbier) der Viru-Brauerei. Zum Bier gibt es oft spezielle Snacks, beispielsweise kuivatatud tindikalad, kleine getrocknete Fischchen, die sehr salzig schmecken.

Hochprozentiges wie Wodka wird seltener getrunken als in der Sowjetzeit, dafür ist liköörid im Kommen, etwa Moosbeerenlikör. Der gängigste Likör heißt Vana Tallinn: Dem "Alten Tallinn" mit seinem milden Rumgeschmack verleihen Zitronenöl, Zimt und Vanille Aroma. Die Esten trinken ihn zum Dessert oder bei einer Tasse Kaffee. Wein ist weniger populär. Aber Achtung: Wein heißt vein auf Estnisch und nicht viin. Das ist Schnaps. Als Erfrischungsgetränk bietet das limonadenähnliche kali Säften oder Cola erfolgreich Paroli. Es lässt sich auch schnell selbst herstellen: 2 kg Brot, 10 l Wasser, Pfefferminzstängel, Schwarze Johannisbeerzweige, Honig oder Zucker, 50 g Hefe, Hopfenwasser, Milch - alles mischen und in einem Eimer gären lassen. Wohl bekomm's.

Einkaufen und Shoppen

Generell bieten die größeren Städte ein umfassendes Angebot an Einkaufsmöglichkeiten: Einkaufszentren mit 40 und mehr Geschäften, riesige Supermärkte und Kettendiscounter finden sich in Tallinn, Tartu, Narva und Pärnu. Auf dem Land wird das Angebot schon erheblich kleiner. Dorfläden befinden sich häufig neben der Tankstelle.

Die Geschäfte sind in der Regel von 9 bis 19 Uhr geöffnet, auch samstags. In Tallinn haben viele Geschäfte und die großen Kaufhäuser sieben Tage die Woche teilweise bis 23 Uhr offen.

Gestricktes

Berühmt sind Estlands Strick- und Wollwaren. Speziell handgestrickte Pullover von der Insel Kihnu haben einen Ruf unter Kennern. Ihre Träger sollten allerdings ziemlich unempfindlich, sprich kratzfest sein. Früher soll jedes Dorf, jede Insel ein eigenes Strickmuster gehabt haben - prächtige Zopfmuster, Blumen- und Schneeflockendesigns -, angeblich auch deshalb, weil so auf der Ostsee vermisste Seeleute leichter identifiziert werden konnten.

Auf jedem Markt ins Auge fallen auch Fäustlinge aus Schafswolle mit ihren althergebrachten geometrischen Mustern und Farben.

Hölzernes & Ledernes

Wahre Künstler sind die Esten im Umgang mit Holz und Leder. Geschnitzte Bierkrüge, Buttermesser und Holzlöffel sowie Brotbretter aus Wacholderholz erinnern an die Zeiten ihrer ländlichen Lebensweise. Filigrane Schatullen aus Leder oder hauchdünner Birkenrinde sowie in Leder eingeschlagene Bücher zeugen von Kreativität und handwerklicher Fertigkeit.

Modisches

Schon zu Zeiten des sowjetischen Einheitsgraus galt Mode aus dem Baltikum als extravagant und avantgardistisch. Längst haben sich estnische Modedesigner mit ihren jungen Designs auch im Westen einen Namen gemacht, und Schnitte von Ivo Nikkolo oder Nuk Nordik, den Shootingstars des estnischen Edelschneiderszene, sind international begehrt. Das Stöbern in Tallinns Modeläden lohnt sich: Von klassisch stilvoll bis unkonventionell und wild ist alles zu haben. Eine Topauswahl an Modeläden (Bastion, Monton, PTA) gibt es im Shoppingcenter Viru Keskus (www.virukeskus.com).

Schmückendes

Ausgefallen bis avantgardistisch, von den Motiven und Ornamenten der baltischen Volkskunst beseelt: Im estnischen Schmuckdesign verschmelzen Moderne und Tradition. Ob schicker Silberschmuck oder salzglasierte Keramik, Textilien oder buntes Glas - das Angebot ist groß und facettenreich in Estland und von anerkannt hoher künstlerischer Qualität.

Vor allem in Tallinn finden Sie viele Boutiquen, Ateliers und Galerien, die Kunst und exklusiven Schmuck feilbieten. Tipp: die kleinen Gildeläden in der Katharinengasse.

Im Ethnografischen Freilichtmuseum Rocca al Mare gibt es Kunsthandwerkliches aus allen Regionen des Landes. Typisch für die Inseln und als Mitbringsel beliebt sind kleine Vasen und Schmuck aus Dolomit, dem "Saaremaa-Marmor". Ebenso Bernsteinschmuck wird vielerorts angeboten, auch in modernen Formen und mit anderen Naturmaterialien interessant kombiniert. Allerdings ist das "Gold der Ostsee" in Estland nicht so populär wie etwa in Litauen - und auch nicht ganz so preiswert.

Süffiges & Süsses

Wollen Sie etwas fürs leibliche Wohl mit nach Hause nehmen, dann ist hochprozentig Aromatisches ein geeignetes Mitbringsel. Die Esten haben ein Faible für Fruchtliköre und den Rumlikör Vana Tallinn - ein Kultgetränk. Natürlich gibt es auch Wodka: Viru Valge und Saaremaa heißen die estnischen Sorten.

An Süßigkeiten sollten Sie Pralinen oder Schokolade der Traditionsmarke Kalev einpacken.

Öffnungszeiten

Geschäfte sind Mo-Sa 9-19 Uhr geöffnet. Auf dem Land können Läden früher schließen - oder die ganze Nacht offen sein. Die Öffnungszeiten von Restaurants, Discos und Bars sind saisonal ausgerichtet, ebenso die der Touristinfos, die meist Mai-Sept. Mo-Fr 9-18, Sa/So 10-15 Uhr, Okt.-April Mo-Fr 10-17 Uhr geöffnet haben. Museen sind montags, manchmal dienstags geschlossen.

Spezialitäten

frikadellisupp Fleischbällchen, mit Gemüse, kleinen Nudeln, Petersilie, Lauch und Dill gekocht
hapukapsabors Borschtsch mit Sauerkraut
heeringas hapukoore ja sibulaga Hering mit Schmand und Zwiebeln
hernesupp Erbsensuppe
kapsarullid Krautrouladen, mit Hackfleisch gefüllt
kotletid Frikadellen
kringel süße Mandelbrezeln
küüslauguleivad Schwarzbrotscheiben, mit Öl und Knoblauch in der Pfanne gebraten (zur Suppe)
leivasupp Roggenbrotsuppe mit Honig, Apfelstücken und Rosinen
mulgi kapsad geschmortes Schweinefleisch mit Sauerkraut und Graupen
mulgi puder pekikastmega Kartoffelbrei mit Schinkensud
pannkoogid Pfannkuchen: herzhaft gefüllt mit Fleisch, Kohl, Quark, Pilzen, aber auch süß mit Obst- oder Beerenkonfitüren
pirukad mit Fleisch und Gemüse gefüllte Teigtasche
praeleib küüslauguga geröstetes salziges Knoblauchbrot, beliebter Snack zum Bier
rosolje Salat mit Kartoffeln, Ei, Roter Bete und Matjes oder Hering
saslik pikante Fleischspieße, oft an Grillständen angeboten
silgurulid gerollter Strömling mit Möhren, Zwiebeln und Pfeffer. Kommt dem deutschen Rollmops nahe
silgusoust Sprotten, gebacken in Sauercreme
sült Sülze (wie in Deutschland)
taidetud basikarind gefüllter Kalbsbraten
verivorst Blutwurst, im Ofen geschmort, die mit gekochten Kartoffeln und Heidelbeer- oder Preiselbeermarmelade vor allem zu Weihnachten serviert wird
veskikivid "Mühlensteine": paniertes Schweinefleisch, gebraten mit Ananas und Kartoffeln
Stichworte

Baltischer Boom

Estland zählt seit Jahren zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften Europas, vor allem aufgrund der anhaltend robusten Binnennachfrage (Wirtschaftswachstum 2006: 6,2 Prozent, BIP 13 Mia. Euro). Mehr als drei Viertel seines Außenhandels wickelt das Land mit der EU ab. Prosperierende Branchen sind die Holzwirtschaft, die Papier- und Zelluloseproduktion und die Möbelindustrie. Aber auch in der Chemieindustrie, in der Elektronikbranche und in der Textilwirtschaft sind estnische Unternehmen aktiv. Dass in estnischen Mooren der Torf für deutsche Gärten und Gewächshäuser gestochen wird, dürfte wenig bekannt sein, ebenso, dass Estland Strom produziert und exportiert, den es durch die Verbrennung von Ölschiefer gewinnt. Um die damit verbundenen ökologischen Probleme zu lösen, wird erheblich in den Umweltschutz investiert. Die Arbeitslosigkeit ist regional sehr unterschiedlich: Im Osten sind es 18 Prozent, auf Saaremaa nur 4. Seit die EU offensteht, verlassen viele junge, gut ausgebildete Esten das Land, um in der EU zu arbeiten, vor allem in Schweden und Großbritannien. Die Folge: ein immer stärker spürbarer Fachkräftemangel, vor allem in der Hauptstadt Tallinn.

Deutschbalten

"Das Land der Esten war, ist und bleibt gleichfalls die Heimat der Deutschbalten", hat Lennart Meri, Estlands erster Staatspräsident nach 1991, wiederholt betont. Als Unterdrücker und Förderer der Esten zugleich prägten sie das Land. Deutsche Ordensritter missionierten Estland mit dem Schwert. Deutsche Hanse-Kaufleute bauten den Fernhandel auf und gründeten Städte. Im Zuge der deutschen Ostsiedlung folgten ihnen Handwerker, Gelehrte, Ärzte. Deutsche Geistliche predigten das christliche Wort und übersetzten die Bibel ins Estnische. Pastoren waren es auch, die die Aufklärung ins Land brachten.

Aus den Ordensrittern ging der deutsch-baltische Adel hervor, der große Teile des Landes in Besitz hielt. Die Enteignung nach 1920 beendete die Zeit der deutschen Barone. 1934 lebten noch 21000 Deutsche in Estland, ehe sie Adolf Hitler 1939 "heim ins Reich" rief, 1944 flohen die letzten. Knapp 50 Jahre sowjetischer Herrschaft haben die Erinnerung an das einst wechselhafte Verhältnis zwischen Deutschen und Esten in das milde Licht der Erinnerung getaucht.

Die "Estonia"

Es war das schwerste Schiffsunglück in der europäischen Nachkriegszeit: Am 28. Sept. 1994 sank die Ostseefähre "Estonia" in einem Herbststurm nachts auf der Fahrt von Tallinn nach Stockholm. 852 Menschen starben. Der Untergang traf die kleine Baltenrepublik schwer: 284 Opfer waren Esten. In fast jeder estnischen Gemeinde gab es Bindungen zu den Opfern, die Besatzung stammte aus Estland, das Schiff gehörte einer estnischen Reederei.

Die Unglücksursache ist bis heute ungeklärt. Zwar benannte der Abschlussbericht die defekte Bugklappe als Auslöser für das Kentern der Fähre, doch andere Experten sprachen von einem Bombenanschlag. Auftrieb erhielt diese These, als im November 2004 offiziell bestätigt wurde, dass Schwedens Geheimdienst die Fähre für geheime Transporte militärischer Güter aus Russland nutzte. Die "Estonia" hält die Esten noch immer fest. Der 28. Sept. ist ein landesweiter Gedenktag. In vielen Städten, wie in Tartu, Pärnu, Võru oder auf Hiiumaa, stehen Estonia-Monumente.

Gensammlung

In Tartu bauen Wissenschaftler die weltweit größte Gen-Datenbank auf. Erfasst werden die Angaben zu Krankheitsgeschichten und Erbgutstrukturen aller Esten im Land, etwa 1 Mio. Menschen. Der Vergleich der Daten einer vollständigen Volksgruppe bietet die Chance, die Veranlagung für Erbkrankheiten frühzeitig erkennen zu können. Das Hightech-Orakel soll es Forschung und Biomedizin ermöglichen, neue Medikamente zielgerichtet zu entwickeln. Die Datenverwaltung wird staatlich kontrolliert. Angestrebtes Ziel: Gründung von Biotechfirmen und Ansiedlung ausländischer Unternehmen. Die Esten sind mehrheitlich einverstanden mit der Auswertung ihrer sensiblen Daten.

Kalevs Sohn

Kalevipoeg, der "Sohn Kalevs", ist das Nationalepos Estlands. Es ist vergleichbar mit der deutschen Nibelungensage und ähnelt dem finnischen Nationalepos "Kalevala". Friedrich Reinhold Kreutzwald aus Võru in Südestland hat es ab 1853 erstmals schriftlich zusammengefasst. Der Kalevipoeg ist eine Sammlung von rund 20000 Versen aus Sagen, Gedichten und Volksliedern mit Episoden aus dem Leben des mythischen Riesen. In der Legende schleudert Kalevipoeg Felsen nach seinen Gegnern, er gestaltet Landschaften und gründet Städte. Der Kalevipoeg bildete im 19. Jh. eine der kulturgeschichtlichen Grundlagen für die Entwicklung des Nationalgefühls der Esten, für die sogenannte "nationale Selbstfindung".

Luthertum und leere Kirchen

Estland ist ein protestantisches Land. Die Reformation erreichte Reval schon 1523. Doch trotz des Endes der Sowjetzeit hat es die lutherische Kirche in Estland schwer und kämpft um ihre Position in der neuen Gesellschaft. Zwar unterstützt der Staat die Restaurierung mancher lutherischer Gotteshäuser aus kulturell-staatspolitischen Gründen, doch rechtlich betrachtet ist die Kirche ein Verein wie ein Fußballklub eben auch, mancherorts nur mit weniger Mitgliedern. Knapp 200000 Esten (etwa 11 Prozent der Bevölkerung) bekennen sich zum lutherischen Glauben, 130 Pastoren betreuen etwa 175 Kirchengemeinden.

Die Zaren brachten ihre Zwiebeltürme nach Estland. Die russisch-orthodoxe Kirche stellt die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft im Land, doch insgesamt gehört nur etwa ein Drittel der Bevölkerung einer Religionsgemeinschaft an.

Mehrheit und Minderheiten

Nach den Esten mit 68 Prozent bilden die Russen mit 26 Prozent die größte Bevölkerungsgruppe. Ein belastendes Erbe der "Russifizierung" in der Sowjetzeit. Die Einwanderer passten sich weder sprachlich noch kulturell den Esten an. Russisch war Amtssprache, alles Estnische wurde unterdrückt. Man lebte nebeneinander her. Nach der Unabhängigkeit blieben viele der ungebetenen Gäste. Die Staatsbürgerschaft kann jeder Einwohner erhalten - wenn er die estnische Sprache beherrscht, einen Verfassungseid leistet, Kenntnisse über Geschichte und Kultur Estlands nachweist und mindestens fünf Jahre im Land lebt. So haben 12 Prozent der Bevölkerung immer noch keine Staatsangehörigkeit, 2006 waren das ca. 140000 Menschen. Sie haben einen Status als "ständige Bewohner"; mit ihrem Fremdenpass (Välismaalase Pass) sind sie auch keine EU-Bürger, und ohne Visum geht nichts.

Sängerfeste

Ein Este ohne Gesang? Unvorstellbar. Doch singt er ungern allein. Schulen, Firmen, Behörden, Dörfer - alle haben ihren eigenen Chor. Alle fünf Jahre messen sich die besten Chöre beim großen nationalen Sängerfest, dem Laulupidu in Tallinn. Wenn an dessen Ende der Gesang von mehr als 21000 Stimmen von der gewaltigen Bühne zum Himmel steigt, dann erklingt der wohl größte Chor der Welt. Der Gesang von Alt und Jung gibt dem Gefühlsleben und der Verbundenheit eines kleinen Volkes Ausdruck.

Die Sängerfeste (das nächste findet 2009 in Tallinn statt) sind die wichtigsten nationalen Kulturfeste der Esten. Die ersten Chöre entstanden im 19. Jh. Zum ersten gesamtestnischen Sängerfest 1869 kamen 822 Teilnehmer in die Universitätsstadt Tartu. "Mu isamaa on minu arm" ("Mein Vaterland ist meine Liebe") hieß eines der Lieder, die sie auf Estnisch sangen. Geschrieben hat es die Nationaldichterin Lydia Koidula. Heute verwahrt das estnische Literaturmuseum 1,3 Mio. Blätter mit Volksliedern, und Koidulas Lied sollte in sowjetischer Zeit zum Symbol des Beharrens auf der Tradition, der nationalen Identität und der Selbstbestimmung der Esten werden.

Saunaliebe

Der Saunabesuch ist für die Esten ein zum Leben gehörendes Ritual. Hier werden Körper, Geist und Seele frei. Die Esten saunieren mit Aufgüssen, und selbstverständlich gehört das "Peitschen" mit Birkenreisig dazu - damit der Kreislauf wirklich anspringt. Es ist nicht selten, dass Gäste zum gemeinsamen Saunagang eingeladen werden. Ein solches Angebot sollten Sie annehmen, denn in Estland lässt sich so manches in der Sauna leichter als auf "offizieller" Ebene besprechen. Übrigens: In Estland kennt man keine gemischte Sauna.

Sprachmelodie

Estnisch ist eine finno-ugrische Sprache, mit Finnisch und Ungarisch eine Familie bildend. Mit den baltischen (Lettisch, Litauisch) und slawischen (Russisch, Polnisch) Sprachen hingegen ist sie nicht verwandt. Im Estnischen gibt es weder Futur noch Präpositionen, auch Zischlaute nicht. Dafür umso mehr Vokale, darum klingt die Sprache auch ungemein melodisch. Wer sie als Ausländer lernen will, hat sich viel vorgenommen: Die Grammatik hat nicht nur 14 Fälle auf Lager, sondern noch so einige weitere Hürden.

Auch die deutsche, schwedische und russische Sprache haben - wen wundert es bei der von wechselnden Fremdherrschaften geprägten Geschichte des Landes - Eingang in das Estnische gefunden, allein aus dem Niederdeutschen gibt es 2000 Lehnwörter. Ein Beispiel ist der Wachtturm "Kiek in de Kök" in Tallinns Stadtmauer: Ein Wachposten musste schließlich wissen, was in der Küche kochte. Meist war es wohl supp ...

Tierwelt

Dank seiner dünnen Besiedlung ist Estland ein Naturparadies. In Europa selten gewordene Vogelarten wie Auerhahn und Schwarzstorch finden hier noch ihr natürliches Revier. Durch die weiten, unberührten Hochmoore und Wälder ziehen Elche, rund 10000 sollen es sein. Auch die großen Räuber, einige Hundert Wölfe, Bären und Luchse, stellen dort ihrer Beute nach: Rotwild, Rehen, Wildschweinen. An Flüssen und Seen bauen Biber ihre Burgen, Seehunde aalen sich an der Ostseeküste im Sand. Und im Nationalpark Vilsandi, an den Stränden der Insel Innaharu, versorgen die seltenen Ostsee-Kegelrobben ihren Nachwuchs.

Bloss nicht!

Die Blumen vergessen

Sollten Sie eingeladen werden, nehmen Sie unbedingt einen Strauß Blumen für Ihre Gastgeber mit. Nicht der Preis, sondern die Geste zählt. Mit leeren Händen zu kommen wird in Estland als unhöflich empfunden. Und Estinnen lieben Blumen: Überall in den Städten gibt es kleine Blumenstände, die ein großes Publikum haben. Vermeiden Sie rote Nelken, da sie an die Sowjetzeit erinnern. Schenken Sie immer in ungerader Zahl, nur bei traurigen Anlässen ist dies anders. Übrigens: Bei Privatbesuchen ist das Ausziehen der Schuhe im Flur üblich. Also vorher auf die Socken achten.

Gewohnheiten missachten

Esten gelten als reserviert, schweigsam und zurückhaltend. Pünktlichkeit zählt hier zur Höflichkeit, sie wird erwartet, ist eigentlich ein absolutes Muss. Bei der Begrüßung reicht man sich die Hände, mehr nicht. Sentimentalitäten im Zwischenmenschlichen vermeiden Esten. Selbst alte estnische Freunde kann es durchaus irritieren, wenn man sie zur Begrüßung drückt oder umarmt. Esten haben ihre Gefühle in der Öffentlichkeit stets unter Kontrolle, und man muss sich schon sehr gut kennen, bevor sie sich im Privaten öffnen.

Das Nationalbewusstsein verletzen

Die Esten sind als kleines Volk stolz auf ihre Nation und ihr Land. Verwechseln Sie die Esten daher bloß nicht mit Letten oder Litauern, das mögen sie nicht. Achten Sie auch darauf, ihre Hauptstadt Tallinn klar von Riga oder Vilnius zu unterscheiden. Manche, die das Baltikum zum ersten Mal bereisen, können seine drei Länder nicht immer in allen Facetten voneinander trennen, was bei Gesprächen zu peinlichen Momenten führen kann. Ebenso ist der in Deutschland übliche Begriff "Balten" für die Esten eine Bezeichnung, die sie mit gemischten Gefühlen hören. Der Begriff ist zwar geografisch korrekt, spiegelt aber die nationale Eigenständigkeit nicht wider. Sie gewinnen Sympathien, wenn Sie die estnische Kultur und Tradition anerkennen und sich selbst bescheiden zeigen. Und: Bezeichnen Sie Esten nie als Russen und sprechen Sie nie von der einstigen Sowjetrepublik. Esten finden es zudem unpassend, wenn man ihr Land klein nennt. Sie haben ja nicht Unrecht: Dänemark, Belgien, Holland sind kleiner. Und im Sport sind die Esten, gemessen an der Einwohnerzahl, noch größer und verweisen gern und stolz auf ihre Erfolge.

Bahn fahren

Die Eisenbahn ist in Estland ein völlig unterentwickeltes Verkehrsmittel, es gibt nur wenige Inlandstrecken, auf denen meist nur zwei- bis dreimal täglich Züge fahren und das dann auch noch kriechend langsam, zumal sie in jedem Nest halten. Die meisten Esten fahren, wenn sie im Land vorwärts kommen wollen, lieber Bus. Das ist schneller und billiger.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Kriminalität

An touristisch frequentierten Plätzen ist auf Kleinkriminalität (Taschendiebstähle) zu achten. Insbesondere in der Altstadt von Tallinn sollten Reisende besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit walten lassen.
Lassen Sie Ihr Gepäck niemals unbeaufsichtigt. Bewahren Sie Geld und Pass getrennt voneinander auf. Rucksäcke und Handtaschen machen es Taschendieben besonders einfach. Fertigen Sie eine Kopie aller Dokumente und Karten und eine Liste von Rufnummern zur Kartensperrung an und bewahren Sie diese getrennt von den Wertgegenständen auf.

Bei Reisen mit Kraftfahrzeugen sollten angesichts einiger Diebstähle möglichst nur bewachte Parkplätze benutzt und keine Wertsachen/Papiere/Gepäckstücke im Auto zurückgelassen werden.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um in einem Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Reisen im Land

Viele Esten, insbesondere die im Hotel- und Gaststättengewerbe und im Handel tätigen, besitzen gute Kenntnisse der englischen, oft auch der deutschen Sprache. Die touristische Infrastruktur ist insbesondere in Städten wie Tallinn, Pärnu, Haapsalu, Viljandi, Kuressaare und Tartu sehr gut ausgebaut und auf dem Lande meist einfach, aber zufriedenstellend.
Es steht ein guter öffentlicher Nahverkehr in Tallinn mit e-tickets zur Verfügung, Informationen gibt es bei Tallinn Tourism; zudem sind Taxis weit verbreitet und relativ preiswert.

Straßenverkehr

Der -Führerschein wird in Estland anerkannt. Inhaber älterer deutscher Führerscheine sollten einen internationalen Führerschein mitführen. Wer in Estland mit dem Pkw unterwegs ist, muss bei Polizeikontrollen neben der gültigen Fahrerlaubnis auch den Versicherungsschutz durch eine Grüne Karte, in der das Länderkürzel für Estland eingetragen ist, nachweisen sowie die Fahrzeugpapiere im Original vorlegen, anderenfalls droht eine hohe Geldstrafe.

In Estland ist ganzjährig auch tagsüber das Fahren mit Abblendlicht vorgeschrieben. Es gilt eine faktische 0,0-Promille-Grenze; polizeiliche Alkohol- und Geschwindigkeitskontrollen sind häufig. Vom 1. Dezember bis 1. März ist die Benutzung von Winterreifen Pflicht; dieser Zeitraum kann aufgrund der jeweiligen Witterungsverhältnisse allerdings auch kurzfristig ausgedehnt werden. Die Benutzung von Spike-Reifen ist vom 15. Oktober bis 31. März gestattet. Es ist verboten, während der Fahrt ein Handy in der Hand zu halten, d.h. am Steuer ist die Benutzung von Mobiltelefonen nur mit Freisprechanlage erlaubt. Die Höchstgeschwindigkeit für Pkw beträgt generell 50 km/h innerhalb und 90 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften. Von Mai bis Oktober sind auf einigen mit Geschwindigkeitsbegrenzungsschildern gekennzeichneten Streckenabschnitten 100 km/h oder 110 km/h zulässig (z.B. auf 4-spurigen Landstraßen). Die höhere Geschwindigkeit gilt bei Regen automatisch nicht. Die großen Verbindungsstraßen entsprechen im Wesentlichen deutschen Bundesstraßen.

Hinweis für Motorradfahrer: In Estland besteht ebenfalls uneingeschränkte Helmpflicht für Motorradfahrer. Es kann im Sommer vorkommen, dass der Teerbelag aufweicht. Abseits dieser Straßen gibt es gut befahrbare, ebene (geschobene) Schotterstraßen.

Fußgänger und Rollstuhlfahrer sind verpflichtet, bei schlechter Sicht und während der Dunkelheit sowohl innerhalb als auch außerhalb von Ortschaften so genannte Reflektoren bzw. eine Lichtquelle zu tragen, damit sie besonders für Autofahrer besser sichtbar sind. Fußgänger müssen diese Reflektoren (auch Katzenaugen genannt) an der Oberbekleidung anbringen; beim Rollstuhl muss sich an der hinteren linken Seite ein rotstrahlender Reflektor oder rotes Licht befinden.

Die Strafen für Verkehrsvergehen sind vergleichsweise hoch (z. B. 120,- € für das Nichtanlegen eines Sicherheitsgurts). Zum Teil sind Verkehrsvergehen Straftatbestände (z.B. erheblich überhöhter Blutalkoholgehalt, erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen).

Lkw-Maut

Ab 1. Januar 2018 sind in Estland Mautgebühren für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zu entrichten. Gebühren müssen vorab online bei der estnischen Road Administration gezahlt werden.

Hinweise für die Ausreise nach Russland

An den drei estnischen Grenzübergängen nach Russland in Narva, Koidula und Luhamaa gibt es eine elektronische Vorbuchung für den Grenzübertritt von Fahrzeugen. Auf der auch englischsprachigen Webseite GoSwift-Queue Managemant Service kann das Fahrzeug bis zu 90 Tage im Voraus für den Grenzübertritt angemeldet werden. Trotz dieser elektronischen Vorbuchung kann es gelegentlich, ohne vorherige Online-Registrierung kommt es regelmäßig zu sehr langen Wartezeiten an der Grenze. Die Online-Registrierung kostet derzeit 1,50 €. Hinzu kommen - bspw. am Grenzübergang in Narva Gebühren in Höhe von derzeit 1,- € für ein Motorrad, 3,- € für einen Pkw und 14,- € für einen Lkw. Die Höhe der Gebühren kann, je nach Grenzübergang, unterschiedlich sein. Damit der städtische Verkehr in Narva nicht durch den Fahrzeugstau zum Grenzübergangspunkt behindert wird, bleibt das gebührenpflichtige Warteterminal (Anschrift: Rahu 4A) weiterhin bestehen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

Vorläufiger Personalausweis: Ja

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen gültig sein.
Estland ist dem Schengener Abkommen beigetreten. Dadurch sind die Binnengrenzkontrollen an den Land- und Seegrenzen zwischen Estland und den anderen Schengenstaaten eingestellt worden. Selbst wenn regelmäßige Grenzkontrollen nicht mehr stattfinden, können weiterhin sowohl Polizei- als auch Grenzschutzbeamte das Vorzeigen eines Ausweisdokumentes fordern, da Reisende gesetzlich verpflichtet sind, sich bei Reisen in Estland und auch bei der Nutzung der Fährverbindungen in Nachbarländer, ausweisen zu können. Eine Reise ohne gültiges Ausweisdokument stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit Geldbußen bis zu 800,- € geahndet werden. Sollten während Ihres Estland-Aufenthaltes Ihre Ausweispapiere verloren gehen oder gestohlen werden, wird daher dringend empfohlen, sich bei der Deutschen Botschaft einen Reiseausweis als Passersatz zur Rückreise ausstellen zu lassen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Die zollrechtlichen Vorschriften für Reisende lehnen sich weitgehend an die in vielen europäischen Staaten üblichen Regelungen an. Aus Nicht--Staaten (Achtung bei Einreise aus Russland!) dürfen 40 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 50g loser Tabak eingeführt werden. Die Ausfuhr von künstlerisch oder historisch bedeutsamen, vor 1946 geschaffenen Objekten unterliegt Beschränkungen. Genauere Informationen über die aktuellen Zollvorschriften sind in englischer Sprache der Webseite der estnischen Zollverwaltung www.emta.ee zu entnehmen.

Estland ist Mitgliedstaat des Washingtoner Artenschutzabkommens. Die Einfuhr von bestimmten Wildtier- und Wildpflanzenarten sowie von daraus gewonnenen Produkten ist daher verboten und strafbar.

Alle Arten von Waffen unterliegen der Anzeigepflicht bei der Einreise. Die Vorlage der entsprechenden Waffentragegenehmigungen ist erforderlich.

Einfuhr von Tieren

Bei der Einfuhr von Haustieren sind die -Verordnung 576/2013 und die Durchführungsverordnung 577/2013 zu beachten. Demnach müssen Haustiere mit einem Mikrochip eindeutig gekennzeichnet sein. Zudem muss ein -Heimtierausweis, aus dem sich ein gültiger Impfschutz gegen Tollwut ergibt, mitgeführt werden. Die Erstschutzimpfung gegen Tollwut muss mindestens 21 Tage und die letzte Tollwutimpfung darf höchstens zwölf Monate vor der Einfuhr nach Estland liegen.
Unter drei Monate alte Heimtiere (Hunde, Katzen, Frettchen) müssen ebenfalls einen Mikrochip tragen und einen -Heimtierausweis besitzen. Sofern sie nicht gegen Tollwut geimpft sind, müssen sie klinisch gesund sein. Als Nachweis hierfür verlangen die estnischen Behörden eine formlose Bescheinigung des zuständigen Tierarztes, dass das Muttertier gegen Tollwut geimpft war (sofern das Jungtier noch von ihr abhängt), bzw. das Jungtier seit der Geburt keinen Kontakt zu infizierten Wildtieren gehabt hat.
Detaillierte Informationen sind auf den Webseiten des estnischen Veterinäramtes www.vet.agri.ee und des estnischen Landwirtschaftsministeriums www.agri.ee verfügbar.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Für das Führen eines Fahrzeuges unter Alkoholeinfluss gelten vergleichsweise hohe Strafen. Es drohen max. 1.200,- € Geldstrafe, Führerscheinentzug bis zu einem Jahr sowie Ordnungshaft.

In Estland ist jeglicher Umgang mit Drogen (wie Konsum, Erwerb, Vermittlung, Anbau - auch Cannabis und Schlafmohn -, Sammeln, Herstellung, Bearbeitung, Verpackung, Aufbewahrung, Ein- und Ausfuhr, Transport, unentgeltliche Weitergabe an dritte Personen, Verkauf, usw.) verboten und wird strafrechtlich mit deutlich höheren Strafen als in Deutschland geahndet. Für amtliche Genehmigungen für den Umgang mit Drogen ist das estnische Sozialministerium oder das estnische Medikamentenamt zuständig. Bereits der Umgang mit Kleinstmengen (auch Konsum ohne Rezept) wird strafrechtlich mit einer Geldstrafe in Höhe von 1.200,- € oder mit Ordnungshaft geahndet.

Einflussnahme auf Minderjährige zur Ausübung sexueller Handlungen, Kinderprostitution sowie sexuelle Nötigung stehen in Estland unter Strafe.

Impfschutz

Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes www.rki.de für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden.
Landesweit kommt es von April bis Oktober zur Übertragung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenbisse. Bei Aufenthalt in dieser Zeit ist eine Impfung empfohlen.
Bei Langzeitaufenthalt über vier Wochen oder besonderer Exposition ist auch eine Impfung gegen Hepatitis A und B sowie Tollwut angeraten. Rechtzeitig vor Einreise sollte deshalb mit einem Reise-/Tropenmediziner Kontakt aufgenommen werden.

Die medizinische Grundversorgung ist gewährleistet und entspricht in der Regel dem europäischen Standard.

Krankenversicherung

Bei einem Unfall oder einer akuten Erkrankung besteht in Estland für alle Personen, die in Deutschland gesetzlich versichert sind, ein Anspruch auf ärztliche Behandlung. Als Nachweis ist die von Ihrer Krankenkasse ausgestellte europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) vorzulegen.
Unabhängig davon wird dringend empfohlen, für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslands-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen werden (z. B. notwendiger Rücktransport nach Deutschland im Krankheitsfall, Behandlung bei Privatärzten, in Privatkliniken oder bei Zahnärzten).
Weitere Einzelheiten enthält die Internetseite der Deutschen Verbindungsstelle für Krankenversicherung Ausland unter dem Link http://www.dvka.de/. Ansonsten erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse Auskünfte über die aktuellen Regelungen.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis.

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von dem individuellen Verhältnissen der Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinische Grundversorgung ist zumeist befriedigend. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger. EHIC-Inhaber wenden sich im Krankheitsfall direkt an einen selbständigen Vertragsarzt oder an einen Arzt in einer öffentlichen kommunalen oder staatlichen Einrichtung.

In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Essen und Trinken

Trinkwasser ist in der Regel sauber. Der hohe Mineralgehalt des Wassers ist allerdings nicht jedermanns Geschmack. In Flaschen abgepacktes Wasser ist überall erhältlich. Um mögliche Infektionen zu vermeiden, sollte man eine vernünftige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene durchführen. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Cholera Nein -
Gelbfieber Nein -
Essen & Trinken - -
Malaria Nein -
Typhus & Polio Nein -

Gesundheitszeugnis

Für eine Daueraufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung ist ein HIV-Test nötig.

Andere Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Landesweit besteht das Übertragungsrisiko von Borreliose durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Hauptübertragungszeit ist von April bis Oktober. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Sie tritt stark in den ländlichen Gebieten um Tallinn, im Süden und Osten in der Provinz Tartu/ Polva auf. Hier ist zusätzlich zu den o.g. Schutzmaßnahmen eine Impfung möglich.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

HIV/Aids ist eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. streunende Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Reisewarnung

Überblick

Estland

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 10.02.2017
Unverändert gültig seit: 02.02.2017

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Für Estland besteht derzeit kein landesspezifischer Sicherheitshinweis.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich Personalausweis/Identitätskarte
Türkei Ja 2 Nein -
Andere EU-Länder Nein/1 Nein Nein Ja/1
Deutschland Nein Nein Nein Ja
Schweiz Nein Nein Nein Ja
Österreich Nein Nein Nein Ja

Personalausweise/Identitätskarten

U. a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können mit gültigem Personalausweis/Identitätskarte einreisen:

EU-Länder und Schweiz ([1] Ausnahmen: Einen Reisepass benötigen Staatsangehörige von Dänemark, Großbritannien und Irland (Rep.)).

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 3 Monate über das Visum hinaus gültig sein, wenn der Reisende kein EU-Bürger ist. Außerdem dürfen die Reisepässe von Nicht-EU-Bürgern nicht älter als zehn Jahre sein. Reisepässe von EU-Bürgern müssen während des Aufenthalts gültig sein.
 

Anmerkung zum Reisepass

Estland ist Unterzeichner und Anwender der EU-Rechtsakte (Schengener Abkommen). Innerhalb des Schengenraums bestehen für Reisende an der Grenze keine Ausweiskontrollen mehr.

Visainformationen

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind Staatsbürger folgender Länder für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen innerhalb eines Halbjahres:

(a) EU-Länder und Schweiz.
(b) [2] Türkische Staatsangehörige, die eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Schengenland besitzen (für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen innerhalb eines Halbjahres).

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass oder eigener Reisepass oder Personalausweis.

Österreicher: Personalausweis oder eigener Reisepass.

Schweizer: Identitätskarte oder Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.
Hinweis: Ab dem 15. Lebensjahr muss jede Person über ein eigenes Reisedokument verfügen.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und aus nicht tollwutfreien Drittstaaten benötigen einen EU-Heimtierausweis (pet pass), der nur von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt werden kann, und müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass bei dem Tier eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Die Einfuhr ist auf 5 Tiere beschränkt. Heimtiere unter 4 Monate sind von der Impfpflicht gegen Tollwut ausgenommen. 

 

Für Hunde, Katzen und Frettchen sowie für Vögel und Kleintiere aus nicht tollwutfreien Drittstaaten gilt die folgende zusätzliche Vorschrift:

Für jedes Tier wird ein Gesundheitszeugnis benötigt. Für den Eintritt in das EU-Gebiet muss bei den Haustieren 3 Monate vor der Einreise eine Untersuchung auf Anwesenheit von vakzinalen Antikörpern durchgeführt werden. Ausnahme: Die 3-Monatsfrist gilt nicht für Heimtiere aus dessen EU-Heimtierausweis hervorgeht, dass die Blutentnahme durchgeführt wurde bevor dieses Tier das Gebiet der Gemeinschaft verlassen hat und dass bei der Blutanalyse genügend Antikörper auf Tollwut nachgewiesen worden sind.

 

Für Hunde, Katzen und Frettchen aus tollwutfreien Drittstaaten (z.B. Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikanstadt) kann ebenfalls der Heimtierausweis, der eine gültige Tollwutimpfung bestätigt, für die Einfuhr benutzt werden.

Bearbeitungsdauer

Kurzfristiger Aufenthalt: Zwischen 2 und 10 Arbeitstagen.
Längerfristiger Aufenthalt: Mehrere Monate.

Gültigkeit

Transitvisum: max. 5 Tage. Kurzzeitvisum: 90 Tage innerhalb von 6 Monaten (ein- und mehrmalige Einreise). Langzeitvisum: 1 Jahr bzw. 6 Monate bei Ausstellung in Genf.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die aus einem Nicht-Schengen-Land am selben Tag in ein anderes Nicht-Schengen-Land weiterfliegen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum. Ausgenommen sind Staatsangehörige einiger Länder. Weitere Auskünfte erteilen die zuständigen diplomatischen Vertretungen (s. Kontaktadressen).

Visaarten und Kosten

Flughafentransit-, Transit-, Kurzzeit- und Langzeitvisum.

Kosten

Schengen-Visum: 60 €.

Antrag erforderlich

Je nach Nationalität, Grund und Dauer des Aufenthalts unterschiedlich. Nähere Angaben erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen. (s. Kontaktadressen).

Schengen-Visum:
(a) Reisedokument (z. B. Reisepass), das mindestens 3 Monate über die Visumgültigkeit hinaus gültig ist, innerhalb der letzten 10 Jahre ausgestellt wurde und über mindestens 2 leere Seiten verfügt, sowie Kopien der ersten vier Seiten des Reisepasses.

(b) Ggf. alle Dokumente im Original, die den Zweck (z. B. Einladung von Privatpersonen oder Firmen, ärztliches Attest und Terminvereinbarung beim behandelnden Arzt oder in einem Krankenhaus) und die Bedingungen des geplanten Aufenthalts (z. B. Hotelreservierung) rechtfertigen.

(c) Dokumente, die beweisen, dass der Ausländer über ausreichende Mittel zur Bestreitung der Kosten für Aufenthalt und Rückreise sowie für eventuelle Kosten für seine ärztliche Versorgung verfügt, ggf. in Form einer Kostenübernahmeverpflichtung.

(d) Dokument, das beweist, dass der Ausländer auf individueller oder kollektiver Grundlage Inhaber einer die Kosten für die Rückführung aus ärztlichen Gründen, die dringende ärztliche Behandlung und/oder Krankenhausversorgung deckenden gültigen Auslandsreisekrankenversicherung ist. Grundsätzlich muss der Antragsteller eine Versicherung im Wohnsitzstaat abschließen. Wenn der Gastgeber eine Versicherung für den Antragsteller abschließt, so muss er dies im eigenen Wohnsitzstaat tun. Die abgeschlossene Versicherung muss für das gesamte Gebiet der Schengen-Staaten und für die ganze Dauer des Aufenthalts gelten. Die Versicherung muss eine minimale Deckung von 30.000 € aufweisen.

(e) Visumgebühr.

(f) 1 biometrisches Passbild (3,5 x 4,5 cm).

(g) 1 ausgefülltes Antragsformular (downloadbar auf vm.ee/en/visa-application-forms).

Geld

Geldwechsel

Bei Banken oder in Wechselstuben, die es an den Flughäfen, in größeren Hotels und vielerorts in der Innenstadt, am Bahnhof und am Hafen gibt, können Fremdwährungen umgetauscht werden. Die Wechselstuben sind von Mo-Fr von 09.00-18.00 Uhr und Sa von 09.00-15.00 Uhr geöffnet. Einige Wechselstuben bieten auch am Sonntag ihren Service an.

Währung

1 Euro = 100 Cents. Währungskürzel: €, EUR (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro, Münzen in den Nennbeträgen 1 und 2 Euro, sowie 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cents.

Anmerkung: Seit dem 1. Januar 2011 ist der Euro in Estland gesetzliches Zahlungsmittel.

Devisenbestimmungen

Für Reisende innerhalb und von außerhalb der EU bestehen keine Beschränkungen für die Einfuhr oder Ausfuhr von Landes- und Fremdwährungen, aber es besteht Deklarationspflicht von Barmitteln ab einem Gegenwert von 10.000 € (auch Reiseschecks, anderen Währungen oder auf Dritte ausgestellte Schecks).

Kreditkarten

Gängige Kreditkarten wie Visa, Mastercard, Diners Club, American Express etc. werden in der Regel von größeren Hotels, Restaurants, Geschäften und Banken angenommen. Die meisten Banken akzeptieren die Kreditkarte nur mit dem Pass zusammen. An den zahlreich vorhandenen Geldautomaten in allen kleineren und größeren Städten kann vielerorts Bargeld auch mit der Kreditkarte abgehoben werden. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Können in vielen Banken eingelöst werden (US-Dollar).

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 09.00-16.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können (bei Einreise aus Nicht-EU-Ländern) zollfrei nach Estland eingeführt werden:

40 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 50 g Tabak und 50 g Kau- oder Schnupftabak (Personen ab 18 Jahren);
1 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt über 22% oder 2 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22% oder Schaumwein (Personen ab 18 Jahren);
4 l Tafelwein;
16 l Bier.
 
Geschenke/sonstige Waren bis zu einem Gesamtwert von 430 € (Flug- und Seereisen) bzw. 300 € (Reisen mit der Bahn/dem Auto); Kinder unter 15 Jahren generell 175 €.

 

Verbotene Importe

Für lebendes Geflügel, Fleisch und Fleischerzeugnisse besteht im Reiseverkehr ein generelles Einfuhrverbot aus Drittländern (ausgenommen aus den Färöer, Grönland, Island, Liechtenstein und der Schweiz).

Quellenangaben
  • Marco Polo - Estland, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2011-03, 2008-02
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Estland - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 07.12.2017)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 07.12.2017)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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