Länderinformationen

Bereiten Sie sich auf Ihre Reise vor und genießen Sie die Vorfreude! An dieser Stelle finden Sie ausführliche Informationen zu Ihrem Reiseziel, wichtige Hinweise zur reisemedizinischen Vorsorge sowie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Bolivien

Steckbrief

Bolivien - Fakten

Ländername Plurinationaler Staat Bolivien - Estado Plurinacional de Bolivia(aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf dieser Webseite die Bezeichnung "Bolivien" verwendet)
Klima von Hochgebirgsklima (Anden) über subtropisches Klima (Yungas) bis tropisches Tieflandklima (Beni) und Trockenzone (Chaco)
Lage zwischen 10 Grad und 23 Grad südlicher Breite sowie 68 Grad und 58 Grad westlicher Länge; Binnenland (Nachbarn: Brasilien, Paraguay, Argentinien, Chile, Peru)
Fläche 1.098.581 km2
Hauptstadt Sucre (ca. 260.000 Einwohner)
Bevölkerung ca. 11 Mio., Wachstumsrate: ca. 1,54% pro Jahr. Hoher Anteil indigener Bevölkerung (laut Volkszählung beschreiben sich 44% der Bevölkerung als Indigene)
Sprache Spanisch, Quechua, Aymara, andere indigene Sprachen
Religion Römisch-Katholisch 95 %, Protestantisch (Evangelikalische Methodisten)
Nationaltag 6. August
Unabhängigkeit 06.08.1825
Staats-/Regierungsform Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt Evo Morales Ayma (seit 22.01.2006)
Vertreter des Staatsoberhaupts Alvaro García Linera (seit 22.01.2006)
Regierungschef Evo Morales
Außenminister Fernando Huanacuni Mamani (seit 23.01.2017)
Parlament Zweikammersystem: Plurinationale Legislative Versammlung, bestehend aus Senat (Senado Nacional, 36 Mitglieder) und Abgeordnetenhaus (Cámara de Diputados, 130 Mitglieder). Der Vizepräsident ist ex officio auch Präsident der Plurinationalen Legislativen Versammlung. In der Abgeordnetenkammer gibt es 7 reservierte Sitze für Vertreter der indigenen Völker. Regierungspartei MAS hat eine Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern.
Währung Boliviano (BOB), umgangssprachlich Peso
Zeitzone MEZ-5h
Reiseadapter A, C
Kfz-Länderkennzeichen BOL
ISO-3166 BO, BOL
Internet-TLD .bo
Landesvorwahl +591

Geographie

Das Land lässt sich geografisch in drei Regionen unterteilen. Das waldlose Andenhochland im Südwesten ist kalt und trocken. Als 3000 – 4000 m hohes Tafelland liegt es zwischen den über 6000 m hohen westlichen und östlichen Kordilleren. In den östlichen Tälern der Anden gehen die tropischen Berg- und Nebelwälder in feuchten tropischen Regenwald über (nördliches Tiefland). Im Süden herrschen Feucht-, Trocken- und Dornstrauchsavannen vor.

Politik und Bevölkerung

Laut Verfassung ist Bolivien eine Republik mit präsidialem System. Trotz parlamentarischer Vertretung (Deputiertenkammer und Senat) besitzen außerparlamentarische Kräfte, vor allem die Militärs, großen Einfluss. 1997 erlangten die Konservativen unter dem früheren Diktator Hugo Banzer die Macht im Land. 2005 wurde der linksgerichtete Evo Morales der erste Präsident indigener Abstammung. Seit den 1980er-Jahren wächst die Macht der Drogenmafia, und seit 1991 wird mithilfe der USA verstärkt gegen den Kokainhandel vorgegangen. Die Bevölkerung besteht knapp zur Hälfte aus den ursprünglichen Ethnien dieser Region, ein Drittel sind Mestizen, der Rest Nachfahren europäischer Einwanderer. Rund 80 % der Menschen leben im bolivianischen Hochland. In den großen Wäldern des Tieflands leben lediglich Gemeinschaften indianischer Stämme. Zwar sind 95 % der Bevölkerung Katholiken, seit 1961 gibt es jedoch keine Staatsreligion mehr.

Geschichte und Kultur

Im Tiefland um den Titicacasee lebte im Zeitraum von 200 v. Chr. bis 600 n. Chr. die hoch entwickelte Kultur der Tiahuanaco. Diese stadtähnlich organisierte Gemeinschaft wurde um 1460 von den Inka unterworfen. 1533 erreichten die ersten Spanier den Titicacasee. Während der gesamten Kolonialzeit gehörte das heutige Bolivien zu Oberperu. Nach den Unabhängigkeitskämpfen bekam das Land seinen Namen – nach seinem ersten Präsidenten Simón Bolívar (1825). Es folgten 100 Jahre der Umstürze und Kriege. Durch Niederlagen im Salpeterkrieg ging der Zugang zum Meer verloren. Seit den 1950er-Jahren erlebte Bolivien einen Militärumsturz nach dem anderen. Demokratische Reformen ab 1952 unter Paz Estenssoro wurden immer wieder zunichte gemacht oder eingeschränkt. Nach einer Absprache mit Peru aus dem Januar 1992 hat Bolivien wieder einen erleichterten Zugang zum Pazifik. Seit Ende der 1980er-Jahre wird versucht, die Existenz der indianischen Bevölkerung zu sichern, deren ethnische Vielfalt die Kultur des Landes prägt.

Peru Bolivien - Geschichte

8000 v. Chr.-2600 v. Chr. Von Höhlenbewohnern zur ersten Stadt Amerikas (Caral/Peru)
1500 v. Chr.-1400 n. Chr. Lokale Kulturen in den Anden und an der Küste
1500-31 Blütezeit des Inkareichs Twantinsuyu
1531-72 Beginn der spanischen Kolonialepoche: 1531 geht Francisco Pizarro in Peru an Land
1650-1781 Indianeraufstände; 1781 wird Túpac Amarú II., der Anführer eines gescheiterten Aufstands, hingerichtet
1809-25 Zeit der Freiheitskämpfe: Peru löst sich 1821 von Spanien, Oberperu erklärt sich 1825 für unabhängig und wird zu Ehren des Freiheitskämpfers Simón Bolívar Bolivien genannt
1850-1912 Wirtschaftlicher Aufschwung durch Guano- und Salpeterexport. Sogenannter Pazifikkrieg mit Chile: Peru verliert zwei Provinzen, Bolivien den Zugang zum Meer. Kautschukboom am Amazonas
1943-64 In Peru und Bolivien wechseln sich Militärdiktaturen und demokratisch gewählte Regierungen ab
1967-90 Linksgerichtete Militärregierung unter General Juan Velasco Alvarado. Exekution Che Guevaras in Bolivien. Hyperinflation und Terror des "Leuchtenden Pfads" in Peru
1990-2000 Alberto Fujimori, Sohn japanischer Einwanderer, wird Präsident und beendet den Terrorimus. Seine zweite Amtszeit ist überschattet von einem Korruptionsskandal, in den sein engster Vertrauter, Geheimdienstchef Vladimiro Montesinos, verwickelt ist. Fujimori setzt sich nach Japan ab
2001-06 In Peru wird der indigene Alejandro Toledo und in Bolivien der Anführer der Kokabauern, Evo Morales, zum Präsidenten gewählt. Ex-Präsident Fujimori landet nach seiner Rückkehr aus Japan nach Peru im Gefängnis. Nachfolger Toledos als Präsident wird Alan García Pérez
2007-12 Schweres Erdbeben an der peruanischen Südküste. Nach Alan García Pérez übernimmt der Nationalist Ollanta Humala die Präsidentschaft Perus. Schwere Ausschreitungen 2009 und 2011 gegen geplante Ölbohrungen und Minenprojekte. In Bolivien verstaatlicht Evo Morales u.a. Öl- und Gasfirmen und wird 2009 wiedergewählt
Kommunikation & Adressen

Diplomatische Vertretungen

in Peru:

Deutsche Botschaft

Av. Arequipa 4202-4210 | Miraflores, Lima 18 | Tel. 01 2125016 | www.lima.di plo.de

Österreichische Botschaft

Av. República de Colombia 643 | San Isidro, Lima 27 | Tel. 014420503 | www.bmeia.gv.at/botschaft/lima.html

Schweizer Botschaft

Av. Salaverry 3240 | San Isidro, Lima 27 | Tel. 01 2640305 | www.eda.admin.ch/lima

in Bolivien:

Deutsche Botschaft

Av. Arce 2395 | La Paz | Tel. 02 2440066 | www.la-paz.diplo.de

Österreichisches Honorarkonsulat

Calle Montevideo 130, Edificio Requima, Piso 6 | La Paz | Tel. 02 2442094 | austro ko@acelerate.com

Schweizer Botschaft

Calle 13, Ecke 14 de Septiembre | Obrajes, La Paz | Tel. 02 2751225 | www.eda.ad min.ch/lapaz

Notruf

In Peru: 105 (Polizei), 116 (Ambulanz) bzw. 012432190 (Touristenpolizei Lima). In Notfällen hilft auch der 24-Std.-Telefondienst für Touristen: 01 5748000 (gratis von allen Provinzen). In Bolivien ist der Notruf 110 (Polizei), 118 (Ambulanz) bzw. 800140071 (Gratisnummer der Touristenpolizei La Paz). Notfallnummer der deutschen Botschaft in Lima: Handy 997576200, bzw. in La Paz: 71527279, des Deutschen Auswärtigen Amts für deutsche Staatsangehörige im Ausland: 0049 3018172000 (Hilfsmaßnahmen werden in Rechnung gestellt).

Internetzugang & wlan

Internetcafés sind stark verbreitet. Eine Stunde Internetsurfen kostet in Peru 1,50-3 S/., in Bolivien ist es mit ebenfalls 1,50-3 Bs noch erheblich billiger. Meist kann man auch Fotos von der Kamera herunterladen und CDs brennen. WLAN-Zonen (vor Ort amerikanisch Zonas WIFI oder Internet inalámbrico genannt) gibt es auf Flughäfen, in Shoppingcentern, Cafés, Restaurants und Hotels. WiFi-Hot-Spots: www.wificafespots.com

Post

Luftpostkarten und -briefe bis 20 g kosten nach Europa umgerechnet 1,83 Euro (Peru) bzw 0,95 Euro (Bolivien); sie sind 7-14 Tage unterwegs. Öffnungszeiten in Bolivien: Mo-Fr 8-20, Sa 8-18 Uhr; in Peru: Mo-Sa 8-20 Uhr

Telefon & Handy

Die großen Telefongesellschaften heißen Telefónica Perú (www.telefonica.com.pe) und Entel (www.entel.bo). Beide verkaufen Telefonkarten für öffentliche Telefone, mit denen man auch Überseegespräche führen kann. In Peru und Bolivien telefoniert man am günstigsten von den Telefonshops, die Locutorios heißen (3 Min. nach Europa ca. 0,70-1 Euro). Auch viele Internetcafés verfügen über Telefonkabinen und/oder bieten kostenlose VOIP-Gespräche (z.B. über Skype) an.

Handys funktionieren in Peru und Bolivien nur, wenn sie mit Triband-Technologie ausgerüstet sind. Mit Prepaidkarten, die man in Supermärkten, Tankstellen und Kiosken kaufen kann, können Sie günstige Ortsgespräche führen.

Vorwahlen: nach Bolivien 00591, nach Peru 0051, von Peru oder Bolivien nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041

Feiertage, Feste & Veranstaltungen

Manchmal ist der Teufel los. So beim Karneval im Hochland von Peru und Bolivien. Wenn die tobas, die Tänzer, mit ihren gigantischen Federhüten unter Trommelwirbel vorbeiziehen, dann ahnt man es schon: Hier wird die indianische Vergangenheit beschworen. An die Bedeutung der katholischen Kirche erinnern neben den zahlreichen Patronatsfesten vor allem die pompösen Prozessionen zur Semana Santa (Osterwoche). Und alle zwei Jahre (2014, 2016 etc.) verzaubern zum Festival Internacional de Música Renacentista y Barroca Americana der Misones de Chiquitos barocke Klänge die Kirchen der Chiquitania (www.festivalesapac.com/musica.htm.

Feste & Veranstaltungen

Januar

Concurso Nacional de Marinera: Großes Tanzfestival in Trujillo (Nordperu) in der letzten Januarwoche, bei dem sich alles um den flamencoartigen Nationaltanz Marinera dreht

Februar

Marienfeste (2.) in Puno auf der peruanischen Seite des Titicacasees und in Copacabana auf der bolivianischen Seite

Karneval in Oruro (Bol.), beginnt am Do vor dem Karnevalswochenende; Höhepunkt ist der Corso de Domingo de Carnaval (So). Die peruanischen Karnevalshochburgen sind Ayacucho und Cajamarca.

März/April

Karfreitagsprozession in Copacabana (Bolivien) am Titicacasee

Osterprozessionen am Sonntag in Arequipa, Ayacucho und Cuzco (Peru)

Juni

Fest des Schutzheiligen Johannes (23./24.): in der Amazonasregion mit rituellen Waschungen und vielen Partys

Inti Raymi (24.-29.): Sonnenwendfeier der Inka; in Sacsayhuamán (Peru) in historischen Kostümen

August

Patronatsfest für die Virgen de Copacabana (5.-6.): berühmtes Wallfahrtsfest für die Schwarze Madonna von Copacabana (Bolivien)

September

Fest der Tagundnachtgleiche (21.): in und um die Ruinenstätte Tiwanaku und in ganz Bolivien

Oktober

Patronatstag von San Francisco (4.): in Peru in allen Kolonialstädten mit Franziskanerkirchen und -klöstern

November

Allerheiligen/Allerseelen (1./2.): In bolivianischen Landgemeinden legen Angehörige u. a. Alkohol und gebackene Brotfiguren aufs Grab.

Folklorefest in Puno (Peru) zum Gedenken an den ersten Inka Manco Capac, der hier - von der Sonneninsel im Titicacasee kommend - an Land ging.

Mitte Nov.: Beginn der Stierkampfsaison in La Paz (Bolivien)

Feiertage in Peru

1. Jan. Año Nuevo (Neujahr)
März/April Jueves Santo (Gründonnerstag); Viernes Santo (Karfreitag)
1. Mai Día del Trabajo (Tag der Arbeit)
29. Juni Día de San Pedro y San Pablo (Peter und Paul)
28. Juli Fiestas Patrias (Unabhängigkeitstag)
30. Aug. Santa Rosa de Lima (Tag der Stadtheiligen von Lima)
8. Okt. Batalla de Angamos (Gedenktag der Schlacht von Angamos)
1. Nov. Día de Todos los Santos (Allerheiligen)
8. Dez. Día de la Inmaculada Concepción (Tag der unbefleckten Empfängnis)
25. Dez. Navidad (Weihnachten)

Feiertage in Bolivien

1. Jan. Año Nuevo (Neujahr)
22. Jan. Nacimiento del Nuevo Estado Plurinacional de Bolivia (Gründungstag des Neuen Vielvölkerstaats Bolivien)
Feb./März Carnaval (Karneval)
März/April Viernes Santo (Karfreitag)
1. Mai Día del Trabajo (Tag der Arbeit)
Mai/Juni Corpus Cristi (Fronleichnam)
6. Aug. Día de la Independencia (Unabhängigkeitstag)
2. Nov. Día de Todos los Difuntos (Allerseelen)
25. Dez. Navidad (Weihnachten)
Mobilität vor Ort

Busse

Der Bus ist das Hauptverkehrsmittel in Peru und Bolivien. In vielen Städten gibt es einen zentralen Busbahnhof (Terminal de Buses, Terminal Terrestre) oder eine Konzentration von Busunternehmen in einem bestimmten Stadtbezirk. Die Qualität der Busse und damit auch die Fahrpreise schwanken beträchtlich. Die Hauptstrecken werden von supermodernen Doppeldeckerbussen bedient, die nicht nur über Liegesitze, AC, Chemieklo, Bordverpflegung, Hilfspersonal, Mahlzeiten, Video, Gepäckservice und in einigen Fällen sogar über WLAN verfügen, sondern auch ein Höchstmaß an Sicherheit bieten. Busse dieser Kategorie empfehlen sich besonders für Nachtfahrten. Die Strecke Lima-Arequipa (ca. 1000 km, 14 Std.) kostet mit dem Komfortbus ab 150 S/. (ca. 43 Euro). Das peruanische Busunternehmen Oltursa (Tel. 017085000 | www.oltursa.pe) liefert Bustickets in größeren Städten und Touristenzentren ohne Aufpreis ins Hotel. In der Regel bekommt man seinen Fahrschein am nächsten Tag von einem Boten gebracht. Für Lima funktioniert dies auch bei Cruz del Sur (Tel. 013115050 | www.cruzdelsur.com.pe).

Taxi

Taxameter gibt es weder in Peru noch in Bolivien, der Preis ist Verhandlungsgeschick. Die Fahrt vom Flughafen nach Miraflores in Lima/Peru kostet je nach Taxikategorie 60-150 S/. (Exklusiv-Taxi, sicherste Kategorie), bzw. 17-42 Euro. Nehmen Sie ein angemeldetes Taxi, erkennbar an den auf beiden Seiten aufgemalten Nummern und dem innen sichtbar angebrachten Ausweis. Preiswerter fährt man in Bolivien mit dem Taxi.

Freizeit & Genießen

Essen und Trinken

Der überaus anregende "Kurze" senkt die Hemmschwelle beim Studium der Menükarte dann tief genug ab, sodass sich mancher auch an Unbekanntes wagt. An ceviche zum Beispiel, eine Schale mit verschiedenen Rohfischstücken, die als Vorspeise gereicht wird. Dünn geschnitzelte Zwiebelscheiben gehören dazu, und der Fisch darf nicht zu klein geschnitten sein. Serviert wird das Ganze mit Süßkartoffeln und gekochtem Mais. Im Hochland bietet sich eine andere leckere Vorspeise an: papa a la huancaina, Kartoffeln mit einer würzigen Sauce, die ihren Ursprung in der Stadt Huancayo in den Zentralanden hat, und die aus Frischkäse, gelben Chilipaprikas und verschiedenen Gewürzen besteht. Garniert wird das kalt servierte Gericht mit schwarzen Oliven und gekochten Eischeiben. Beliebt ist auch guacamole, mit feinen Kräutern, verschiedenen Gewürzen und fein gehackten Zwiebeln angereichertes, frisch gemustes Avocadofleisch, das vorzugsweise als Dipp zu Kartoffelchips gegessen wird.

Wer an der Pazifikküste als Hauptspeise nicht frisch gegrillten Seefisch - zum Beispiel corvina (Seebarsch) - bevorzugt, ist gut mit einer kräftigen chupe de camarones beraten. Die köstliche, reichhaltige Suppe besteht aus einer kräftigen, mit Milch angereicherten Fleischbrühe. Darin schwimmen ganze pochierte Eier, Kartoffelstücke verschiedener Sorten, die geschmacklich alle uns bekannten übertreffen (schließlich gehört Peru zu den Heimatländern der Kartoffel!), Gemüse und natürlich die camarones (Krabben). Eine deftige bolivianische Suppe ist Erdnussbuttersuppe (sopa de Maní) mit Mais, Bohnen und geschmolzenem Käse.

Bei Suppen wird gern ein Kraut verwendet, das nicht unbedingt jedermanns Sache ist: das herb schmeckende cilantro (Koriander). Vorsicht ist auch bei den Mischungen mit fein gehackten Kräutern und Zwiebeln angebracht, die häufig in kleinen Schalen als Würze zum Essen auf den Tisch gestellt werden, denn sie schwimmen in höllisch scharfem Chili-schotensaft.

Im Hochland gilt gegrilltes cuy (Meerschweinchen) als große Delikatesse. Cuy war schon die Leib- und Magenspeise der Inka. Eine andere Andenspezialität ist trucha (Forelle) aus den kristallklaren Flüssen der Berge. Gegrillt schmeckt ihr zartes, rosafarbenes Fleisch am besten. Restaurants, in denen das ebenfalls sehr zarte Alpakafleisch kulinarisch gekonnt zubereitet wird, muss man dagegen schon länger suchen. Eins der besten in Peru ist das Zig Zag in Arequipa (tgl., nur abends | Zela 210 | €). Dazu lässt man sich einen leichten Roten aus den Weinkellereien von Ica munden - lokaltypischer und zugleich besser kann man kaum dinieren. Typisch für Peru sind übrigens auch die chifas - chinesische Restaurants.

Ein Wort zu den Restaurants und Garküchen auf der Straße: Auch wenn die Imbissstände an den Straßen und Plätzen mit "frischer" ceviche oder verführerischen Düften von chicharrones (ausgelassener Schweineschwarte) und anticucho-Spießen (mit Rinderherzfleischstückchen) locken - was für die Einheimischen noch als frisch gilt, bevor es zubereitet wird, bekommt europäischen Mägen eher selten. Vorsicht ist naturgemäß auch bei allen Speisen und Getränken geboten, die mit ungekochtem Wasser geputzt (Salate) oder zubereitet wurden (Eiswürfel).

Ein Getränk wird den Reisenden im Hochland Perus und Boliviens beinahe schon wie Medizin gereicht: der mate de coca. Der Genuss des heißen Aufgusses frischer Cocablätter hilft gegen die Symptome der Höhenkrankheit, die sich oberhalb von 3000 m Höhe mit Übelkeit, Schwindel, Appetitlosigkeit oder Atemnot einstellen kann.

Bei den Festen der Einheimischen fließt reichlich chicha, ein altes indianisches Getränk aus vergorenem Mais, das für den europäischen Gaumen sehr gewöhnungsbedürftig ist. Leichter rinnen da die in den Ländern gebrauten Biere bzw. gebrannten Schnäpse die europäische Kehle hinunter: in Peru das gute Cusqueña zum Beispiel oder in Bolivien der klare Weinbrand Singani.

Bei aller Exotik - die Vielzahl internationaler Restaurants und bekannter Fast-Food-Filialen in den größeren Städten (Bolivien ist allerdings McDonald's-freie Zone) sind für so manchen Reisenden eine kulinarische Erholung von ungewohnter cocina típica (landestypischer Küche). Fast-Food-Restaurants haben außerdem den Vorteil, dass sie in der Regel durchgehend geöffnet sind, während die meisten anderen Restaurants normalerweise zwischen 15 und 18 Uhr ihre Küche schließen.

Trinkgeld

Nicht üblich ist Trinkgeld bei Taxifahrten. In Restaurants der oberen Preisklasse wird in beiden Ländern oft ein Servicezuschlag von 10 Prozent auf die Rechnung erhoben. In einfachen Restaurants bleibt es dem Gast überlassen, ob er den Service mit einem Extra-Obulus belohnt.

Einkaufen und Shoppen

Die Länder haben einiges zu bieten: Kostbares wie Gold- und Silberschmuck oder Mode aus feiner Vicuñawolle und kulturell Wertvolles wie Kunsthandwerk, dessen Wurzeln Jahrtausende zurückreichen. Es gibt Souvenirs, die Glück bringen, und andere, die einfach nur glücklich machen, weil sie noch lange den Zauber der Anden verbreiten. Auf Märkten sollte man den meist überhöhten Erstpreis herunterhandeln. In den Läden werden die gängigen Kreditkarten meist nur gegen einen Aufschlag akzeptiert.

Glücksbringer

Wer sich von der indianischen Magie verzaubern ließ, kann sich zum Beispiel auf dem Mercado de las Brujas (dem "Hexenmarkt") in La Paz seine ganz persönlichen Glücksbringer unter den zahlreich dort angebotenen Amuletten und Fetischen heraussuchen.

Keramik

Gebranntes aus Ton gibt es in den attraktivsten Variationen. Aber Vorsicht bei angeblich und vielleicht sogar wirklich alten Tonfiguren, wie sie Grabräuber an den Mann bringen wollen: Die Ausfuhr von Antiquitäten ist streng verboten. Auch die Ausfuhrberechtigung eines Antiquitätenhändlers hilft bei der Zollkontrolle nicht immer. Es werden sogar häufig Originale als Kopien ausgegeben, weil es vor allem an der peruanischen Küste offenbar noch genügend echte Fundstücke gibt. Im Zweifelsfall wenden Sie sich deshalb vor dem Kauf an einen Vertreter der Tourismusämter in Peru und Bolivien.

Absolut unverfängliche Souvenirs sind dagegen die hübschen, glasierten Minikirchen aus Ton, die die Peruaner in der Region um Ayacucho zum Schutz gegen böse Geister auf die Dächer ihrer Häuser stellen.

Schnitzereien

Die großartigsten Schnitzkunstwerke findet man auf Kürbissen, den mates burilades. Das 3500 Jahre alte Kunsthandwerk, ganze Bildergeschichten haarnadelklein auf der trockenen Kürbisoberfläche anzubringen, wird vor allem in den Dörfern Cochas Chico und Cochas Grande, Cullpa und Paccha im Mantaro-Tal in der Provinz Huancayo noch gepflegt. Verkauft aber werden die filigranen Werke auf allen Märkten. Die eingeschnitzten Geschichten erzählen vom dörflichen Leben, von der Landwirtschaft und lokalen Tänzen.

Silber

Da Peru und Bolivien zu den führenden Silberexporteuren gehören, kosten Silberwaren wenig. Wer immer schon mal einen Bilderrahmen aus massivem Silber besitzen oder verschenken wollte - hier findet er ihn.

Web- und Strickwaren

Die bunten Andenmützen mit den Ohrenklappen, die chullos, sind ein poppiges Mitbringsel für den nächsten Skiwinter. Liebhaber des Folklorelooks können sich auf den Märkten und Ständen des Hochlands günstig mit bunten Strickwaren eindecken. Dazu gibt's Ponchos, Westen, Hosen oder Röcke aus farbenprächtig gewebten Stoffen. Schon die Urahnen der Peruaner und Bolivianer waren Meister der Webkunst.

Wolle

Alpakawolle ist fast so weich und leicht wie Kaschmirwolle, auf der Haut warm und behaglich. Und selbst in Markenläden, die schicke Modelle anbieten, sind Alpakaprodukte noch weitaus preiswerter zu haben als in Europa. Lamawolle dagegen ist härter; aus ihr sind die günstigen, rustikalen Andenpullover gestrickt. Sie fehlen an keinem Souvenirstand. Die wertvollste, weil feinste Wolle liefert das schmale, scheue Vicuña, das in Regionen über 3800 m Höhe lebt, z. B. in der Pampa Galeras (Dep. Ayacucho). Am 24. und 25 Juni werden die Tiere dort während des Festival internacional de la Vicuña (Chaccu) geschoren. Alle Lamas, inklusive der selten gewordenen Guanakos, gehören zur Familie der Kamele. Weitere Informationen über Alpakas und ihre Wolle finden Sie z. B. unter www.incalpaca.com.

Comidas (Speisen)Bebidas (Getränke)

adobo Schweinebraten, gekocht in chicha de jora (mit Mais fermentiertes Bier) mit ganzen Zwiebeln
ceviche marinierte rohe Fischstücke mit Zwiebeln und Sellerie
chairo boliv. Suppe mit Fleischstücken, getrockneten Kartoffeln, Bohnen
choclo Maiskolben mit Käse
chupe de camarones Kartoffelsuppe mit Milch, Ei und Garnelen
cuy (qowi, cuye oder conejillo de indias) Meerschweinchen; wird meist gegrillt
escabeche Gemüseeintopf von Huhn (de gallina) oder Fisch (de pescado)
k'apchi de setas Eintopf aus Meerschweinchen-Stücken mit Bohnen, Kartoffeln und Milch, serviert mit Reis
lechón al horno Spanferkel mit Süßkartoffel
pachamanca verschiedene Fleisch- und Gemüsesorten, in der Erde auf heißen Steinen gegart
picante mit Knoblauch, Zwiebeln und Tomaten gekochtes Fleisch
piqueo kleine Vorspeisen
rocoto relleno in Ei gewälztes und dann gebratenes Hackfleisch mit Käse, Erdnüssen und rocoto-Gewürz (eine Chili-Art)
salteña bolivianisches Nationalgericht: Fleisch, Kartoffeln, scharfe Soße und Paprika in Teig gebacken
sara lawa dickliche Suppe aus Maismehl, Kartoffeln, Käse und Eiern
tamales in Maisblätter eingewickelte Teigtasche aus Mais, mit Huhn oder anderem Fleisch gefüllt
turrón de doña Pepa Honigkuchen
algarrobina süßlicher Sirup des Johannisbrotbaums
chicha vergorener Maissaft
chicha morada beliebtes Erfrischungsgetränk aus violettem Mais, abgeschmeckt mit Zucker und Limettensaft
mate de coco Tee von Cocablättern
Pisco Sour mit Limonensaft, Eiweiß, Sirup und einem Tropfen Angostura vermixter Pisco-Schnaps
Singani hochprozentiger Weinbrand, der Nationalschnaps Boliviens; beliebter Bestandteil einheimischer Cocktails
Stichworte

Andenkamele

Die Anden ohne Lamas - das wäre wie Australien ohne Kängurus. Anders als für Touristen sind Lamas, auf Spanisch Llama (sprich: Jama), für die indianische Hochlandbevölkerung weitaus mehr als nur eine dekorative Attraktion. Seit mehr als 7000 Jahren domestizieren Bauern Lamas und Alpakas. Die Tiere liefern Fleisch und Wolle, sie dienen als Transportmittel, und ihr getrockneter Dung eignet sich als Brennmaterial. Lamas und Alpakas sowie ihre nur wild vorkommenden Artgenossen, die Vicuñas und die seltenen Guanacos, gehören zur Familie der Andenkamele. Sie alle sind bestens angepasst an die Höhe und das harte Klima ihres Lebensraums, der von 2500 bis 5000 m reicht. Die widerstandsfähigen und anspruchslosen Tiere können mehrere Tage ohne Wasser auskommen. Ihre Nahrung besteht aus dem kargen Grasbewuchs des Andenhochlands.

Befreier

Simón Bolívar, der Namensgeber Boliviens, kam am 24. Juli 1783 in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, zur Welt. Als Kind verlor er beide Eltern. Verwandte schickten ihn nach Europa, wo er vom liberalen Denken französischer Philosophen beeinflusst wurde. Bereits in Europa schwor er, Südamerika von der spanischen Kolonialherrschaft zu befreien. Nach seiner Rückkehr engagierte er sich aktiv im Unabhängigkeitskampf gegen Spanien und befreite Venezuela im Jahr 1813. Sein unaufhaltsamer Siegeszug führte ihn durch weitere südamerikanische Staaten. 1819 marschierte er in Bogotá ein und verkündete die Gründung der Republik Kolumbien, die fortan auch Venezuela, Panama und Ecuador umfasste. Bolívar wurde Präsident des Staatenbundes und befreite zusammen mit dem Heer des Generals Sucre auch Peru (1823) und Bolivien (1825). Im Jahr 1827 kehrte der Libertador ("Befreier") nach Kolumbien zurück, um den dort ausgebrochenen Bürgerkrieg zu beenden. Doch neben Venezuela verließ auch Peru 1929 den bolivarischen Staatenbund und zerstörte damit den Traum Bolívars von einer südamerikanischen Nation. Verbittert legte der General 1830 alle Ämter nieder und zog sich in die Kleinstadt Santa Marta in Kolumbien zurück. Dort starb er einsam und verlassen am 17. Dezember 1830.

Bevölkerung

Nirgendwo sonst hat die indianische Urbevölkerung die Eroberung durch die Spanier so zahlreich überlebt wie in Peru und Bolivien. Von den 30 Mio. Peruanern sind ca. 47 Prozent Indígenas, 37 Prozent Mestizen, 13 Prozent europäischer Herkunft und 3 Prozent Mulatten, Schwarze oder Asiaten. Bolivien besitzt mit 55 Prozent den höchsten Anteil indianischer Bevölkerung in ganz Amerika: Von 10,4 Mio. Menschen sind nur ca. 45 Prozent Mestizen (cholos) und Weiße (criollos). Unter den Einwanderern finden sich viele Chinesen, Japaner und Deutsche. Seit der neuen Verfassung von 2009 nennt sich Bolivien ein Vielvölkerstaat mit 37 offiziellen Sprachen. In Peru kennt man noch 15 Sprachfamilien und 43 Dialekte.

Coca

Nach Ansicht der meisten Menschen in Peru und Bolivien hängt ihr Wohlergehen von den Geistern ab, die die Natur beseelen. Und Pachamama, Mutter Natur, schenkte ihnen das Cocablatt, um den Kontakt zu diesen Geistern zu erleichtern. Deshalb kauen sie Cocablätter vor allem bei rituellen und religiösen Handlungen. Coca spielt aber auch in der Heilkunde und als Orakel eine wichtige Rolle. Die Männer begleitet das Cocablatt bei der Arbeit, die Frauen dürfen es bei der Geburt nehmen und als Greisinnen oder Witwen. Beim Kauen werden die Blätter mit Ilipta oder Ilejía, einem Katalysator aus Kalk oder Pflanzenasche, vermengt. Dadurch entfaltet sich ihr anregender Wirkstoff Kokain, weshalb Cocablätter unter die UN-Drogenkonvention fallen. Daneben enthalten sie Proteine, Kohlenhydrate, Eisen, Kalzium, Phosphor und Vitamine.

Flora & Fauna

Mit dem ausgeprägten Höhenprofil von der Küste über den Andenkamm bis zum Amazonastiefland bietet Peru die unterschiedlichsten Vegetationszonen. Bolivien trumpft dazu mit besonderen Extremen auf, z. B. mit den Salaren (Salzseen). Die Pazifikküste Perus ist bis auf einige Flussmündungen wüstentrocken. Hier gedeiht kaum mehr als die eingeführte afrikanische Dattelpalme und die Traube für das Nationalgetränk Pisco. Dafür ernährt der kühle Humboldtstrom mit seinem Fischreichtum Seevögel, Pinguine, Robben und Seelöwen auf der Halbinsel Paracas.

Die Anden sind der Lebensraum des Kondors und der wilden Neuweltkamele, der Guanakos und Vicuñas. Auch die domestizierten Arten Lama und Alpaka sind im Hochland zu Hause. Man sieht sie z. B. in der Puna, der Hochlandsteppe (2000 bis 3500 m). Charakteristisch für diese Vegetationszone ist das kurze, strohgelbe Ichú-Büschelgras. Vereinzelt wächst hier auch die gigantische Riesenbromelie Puya raimondii, deren Blütenstiel bis zu 6 m hoch werden kann. An den Straßenrändern sind mitunter Cantuta-Sträucher zu sehen, deren rotweiße Blüten wie Glockenkelche herunterhängen. Sie wurden zur Nationalblume Perus erklärt.

Von höchster Artenvielfalt ist die Amazonasregion. Als Vorboten grüßen tiefe Täler, die Nebel- und Bergwälder voller Farne und Bromelien säumen. Im Tiefland dann "explodiert" die Natur wie im Treibhaus. Der tropische Regenwald wuchert hier in Etagen. Zu den spektakulärsten Bewohnern zählen Jaguar, Anakonda, Kaiman oder Krokodil. Schmetterlinge umgaukeln Boote, und das Geschrei von Papageien erfüllt die feuchtheiße Luft.

Gold

Peru und Bolivien sind reich an Mineralien und Edelmetallen - ein Großteil der Exporteinnahmen beider Länder entsteht neben Öl- und Gasförderung durch den Abbau von Kupfer, Zink, Silber und in Peru vor allem von Gold. Doch an der Art, wie das glänzende Metall abgebaut wird, scheiden sich die Geister. Während Goldfirmen wie die US-amerikanische Newmont Mining Corporation - der weltweit größte Goldproduzent und Betreiber der Goldmine Yanacocha bei Cajamarca im Norden Perus - jedes Jahr satte Gewinne einfahren, klagen die Bauern, die in der Nähe der Mine Ackerbau und Viehzucht betreiben, über Viehsterben, Umweltverschmutzung und die Verringerung der für die Landwirtschaft verfügbaren Wassermenge. Die Proteste in der Bevölkerung gegen neue Minenprojekte haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Dass es auch anders geht, zeigt die kleine Mine Sotrami in den südperuanischen Anden. Nach eingehender Prüfung darf sie seit 2011 als eine der ersten Goldminen weltweit fair zertifiziertes Gold nach den Standards von Fairtrade International auf dem Weltmarkt anbieten.

Boliviens "Gold" heißt Lithium. Das seltene Metall, von dem es in Bolivien am Salar de Uyuni die weltweit größten Reserven gibt, ist bei der Produktion von elektronischen und medizinischen Geräten sowie in der Nukleartechnik unerlässlich. Doch bis die zum kommerziellen Abbau notwendigen Investitionen getätigt und die entsprechende Infrastruktur geschaffen wird, ziehen wohl noch einige Jahre ins Land.

Grabräuber

Peru und Bolivien gelten als Wiege der präkolumbischen Zivilisationen

Südamerikas. Lange vor den Inka entwickelten sich hier die ersten Hochkulturen. Doch an den Hinterlassenschaften der zahlreichen Kulturen sind nicht nur Archäologen, sondern auch Huaqueros interessiert, wie Grabräuber in Peru genannt werden. Der Name leitet sich von Huaca ab. Mit Huaca bezeichnet man in Peru alle prähispanischen, von Menschen erschaffenen Heiligtümer - meist in Pyramidenform. Die Huaqueros sind auf der Suche nach Grabstätten hoher Würdenträger. Denn diese wurden meist mit Opfergaben aus wertvollem Edelmetall ausgestattet. Seit der Ankunft der Spanier werden diese "Schatzkammern" systematisch geplündert. Heutzutage zwingt die schiere Not viele Menschen aus unteren Bevölkerungsschichten dazu, als Huaqueros zu arbeiten. Und obwohl man es einem Familienvater nicht gänzlich übelnehmen kann, wenn er auf diese Art und Weise versucht, seine Familie zu ernähren, so sehen die Archäologen dies berechtigterweise völlig anders. Sie stehen in einem ständigen Wettlauf mit den Huaqueros, den sie jedoch aus Personal- und Geldmangel sehr häufig verlieren.

Literatur

Der Inka Garcilaso de Vega (1539-1616), Sohn der Inkaprinzessin Chimpu Ocllo und eines spanischen Hauptmanns, führt mit Comentarios reales ("Wahrhaftige Kommentare zum Reich der Inka") die Riege großer peruanischer Autoren an. Als größter Dichter gilt César Vallejo (1892-1938), sein berühmtestes Werk war der von Wortneuschöpfungen strotzende Gedichtband Trilce. Mario Vargas Llosa (geb. 1936), Literaturnobelpreisträger 2010, punktet mit großer Erzählkunst. Zu seinen wichtigsten Werken gehören Tod in den Anden und Der Geschichtenerzähler.

Musik

Der melancholische Andensound ist durch die Melodie von El Condor Pasa bekannt geworden. Die Ballade ist ein Javarí-Lied, eine Liedform, die oft von Liebesbeziehungen handelt und in der Inkazeit z. B. auf Hochzeiten gesungen wurde. Daneben gibt es die huanca (kultische Musik) und die huaino (Tanzmusik). Charakteristisch dafür sind die traditionellen Instrumente der Inkanachfahren: die queña (Rohrflöte), die verschieden langen, mehrreihigen zampoñas (Panflöten) und die charango (Gitarre mit dem Klangkörper aus dem Panzer des Gürteltieres). An der Küste mischen sich in das spanisch-indianische Erbe noch afrikanische Klänge und Rhythmen. Zur Folklore gesellen sich lokale Popstars sowie Musiker und Interpreten klassischer Musik. Zu Weltruhm als Tenor gelangte der Peruaner Juan Diego Flórez. www.musicaperuana.com | www.musicaboliviana.net

Schwarzes Erbe

Zwischen dem 16. und 18. Jh. brachten die spanischen Kolonialherren afrikanische Sklaven nach Südamerika, um die sich aufgrund von eingeschleppten Krankheiten und Misshandlungen erschöpfende Arbeitskraft der indigenen Bevölkerung zu ersetzen. Viele von ihnen waren Nachkommen von Sklaven, die schon seit dem 11. Jh. während der maurischen Herrschaft nach Spanien verschleppt worden waren. Da sie - wenn auch unfreiwillig - an der Seite der spanischen Eroberer nach Südamerika kamen, stießen sie auf wenig Gegenliebe bei der indianischen Bevölkerung. Erst im 17. Jh. verschifften Sklavenhändler Afrikaner direkt nach Peru, wo sie sich mit der bereits ansässigen schwarzen Bevölkerung vermischten. Trotz der Unabhängigkeit von Spanien (1821-24) und der Abschaffung der Sklaverei in Peru blieben die meisten von Ihnen im Dienst ihrer Herren und durften - ebenso wie die meisten peruanischen Indianer - nicht wählen.

Heut sind die ca. 200000 Afroperuaner, die zu mehr als 90 Prozent in der Küstenregion leben, zwar auf dem Papier gleichberechtigte Staatsbürger, aufgrund ihrer Hautfarbe aber einem mehr oder weniger offenen Rassismus ausgesetzt. Die meisten von ihnen leben in ärmlichen Verhältnissen, der Zugang zu höherer Bildung bleibt ihnen verwehrt.Nur wenige haben es, zumeist dank musikalischen Talents und harter Arbeit, geschafft, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. Bekanntestes Beispiel ist die Sängerin Susana Baca, die 2002 den Grammy als beste lateinamerikanische Interpretin erhielt und es unter der Regierung Humala 2011 bis zur Kulturministerin gebracht hat.

Wetterkapriolen

Ein Wetterphänomen, das wegen seines Auftretens um die Weihnachtszeit El Niño, "das Jesuskind", genannt wird, bringt weltweit das Klima durcheinander. Stark betroffen ist Peru, das dann von heftigen Regenfällen und Überschwemmungen heimgesucht wird. In Abständen von drei bis sieben Jahren erwärmt sich der Pazifik vor der Küste Perus durch das bisher unerklärte Ausbleiben der Passatwinde. Ohne die Winde erwärmt sich das Wasser immer mehr, die zunehmende Feuchtigkeit lässt sich in den oberen Luftschichten nieder und führt zu starken Regenfällen. Der vermehrte Niederschlag, der in Peru fällt, bleibt in Ostasien und Australien aus, was in den dortigen Ländern zu Trockenheit und Dürre führt. Doch El Niño kommt nicht alleine. Als ob sich Mutter Natur selber wieder ins Gleichgewicht bringen möchte, schickt sie direkt nach dem Abklingen der El-Niño-Auswirkungen umgekehrte Wetterextreme hinterher - La Niña genannt. Das bedeutet Dürre, wo es vorher geregnet hatte, und harte Winter, wo vorher mildes Winterwetter herrschte. La Niña folgte ihrem großen Bruder in den letzten 20 Jahren regelmäßig.

Bloss nicht!

Zu viel vornehmen

Riesige Entfernungen, extreme Höhen, Sehenswürdigkeiten in Hülle und Fülle, die zu Fuß über enge und steile Gassen erobert sein wollen, oder stundenlange Anfahrten auf einspurigen Serpentinen über Schwindel erregenden Abgründen: Für Peru und Bolivien braucht man eine gute Kondition - selbst, wenn man pauschal reist, und ganz besonders, wer auf eigene Faust unterwegs ist. Also: Sie sollten sich entweder weniger vornehmen oder mehr Zeit lassen.

Zu viel Gepäck mitnehmen

Raus aus dem Flugzeug, dem Bus oder dem Zug und rein ins Hotel - dieses Spiel wird sich mindestens ein dutzendmal wiederholen. Wer will sich da mit gigantischen Überseekoffern beschweren? Paarweise das Nötigste gepackt, das reicht völlig aus - zumal Sie Ihre Sachen fast überall vom Zimmermädchen oder dem Reinigungsservice des Hotels über Nacht waschen lassen können. Wollsachen wie Pullover kauft man ohnehin besser vor Ort.

Die Geduld verlieren

Es kann der Strom ausfallen, das Flugzeug Verspätung haben, der Bus auf der Strecke liegen bleiben, eine Straße gesperrt sein, ein orientierungsloser Taxifahrer am Steuer sitzen oder das Museum zu den offiziellen Öffnungszeiten geschlossen sein. Empörung oder gar Beschimpfungen des Personals helfen da nicht weiter - Geduld, Improvisation und Flexibilität sind gefragt.

Drogen nehmen

In Peru und Bolivien kennt man kein Pardon beim Konsum von Kokain oder Marihuana. Die Gefängnisse sind unbequem, und den Botschaften sind die Hände gebunden. Mehr als die Angehörigen daheim zu informieren können sie kaum tun. Lehnen Sie grundsätzlich das Mitnehmen von Briefen oder Päckchen ab, deren Inhalt Sie nicht kennen.

In dunklen Gassen spazieren gehen

Wenn Einheimische Ihnen von einem Besuch bestimmter Viertel in den Städten oder touristischen Gebieten abraten, hören Sie auf sie. Tagsüber arbeiten die Diebe oft im Team (einer lenkt ab, der andere klaut). Nachts sollten Sie sich besonders vor Betrunkenen in Acht nehmen. Dann heißt es: Ruhe bewahren, um die Situation zu entschärfen.

In die Geldkartenfalle tappen

Die Alarmglocken sollten läuten, wenn man von einem "Touristen" angesprochen wird: Er könnte ein Betrüger sein und Komplizen haben. Lassen Sie sich nichts aufquatschen, schon gar keine günstige Taxifahrt zu zweit - sie könnte zum nächsten Bankautomaten führen, wo man Sie dann zwingt, Geld abzuheben. Die Betrüger gehen geschickt und brutal vor; darum unbedingt gleich alle Anmachversuche abblocken!

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Aufgrund von starken Regenfällen kommt es in einigen Regionen des Landes zu teilweise starken Überschwemmungen. Besonders betroffen sind einige Gemeinden in den Departamentos La Paz, Cochabamba und Beni.
Reisende sollten in diesen Gebieten besondere Vorsicht walten lassen und den Anweisungen von lokalen Behörden Folge leisten.

In Bolivien kommt es immer wieder regional zu sozialen Unruhen, die schnell eskalieren können. Die Reisemöglichkeiten können dadurch in den betroffenen Gebieten jederzeit zeitlich und räumlich stark eingeschränkt sein, z.B. durch Straßenblockaden. Von Versuchen, diese zu durchbrechen, wird dringend abgeraten.
Reisende in Bolivien sollten daher die Medienberichte aufmerksam verfolgen, sich bei ihren Reisebüros rückversichern und ihre Reiseplanung entsprechend anpassen.
Reisenden wird dringend empfohlen, Protestveranstaltungen und Menschenansammlungen im ganzen Land unbedingt zu meiden.

Kriminalität

Die Kriminalität in Bolivien hat in den letzten Jahren zugenommen. So gab es vermehrt Vorfälle mit allein reisenden, ausländischen Touristen, die bei der Ankunft am Busbahnhof in La Paz oder am Flughafen in El Alto von falschen Taxifahrern in entlegene Stadtteile gefahren wurden und dort, unter Mithilfe von falschen Polizisten in Uniform mit dem Vorwand, eine Antidrogenkontrolle durchführen zu wollen, ausgeraubt und unter Androhung von Gewalt zur Herausgabe der Kreditkarten und der PIN-Nummer gezwungen wurden (sog. "Expressentführungen"). Es gab Fälle, in denen Personen hierfür sogar einige Tage festgehalten wurden. Ähnliche Fälle wurden auch aus anderen bolivianischen Großstädten berichtet.

Es kommt immer wieder vor, dass falsche Polizisten, die mit anderen Personen zusammenarbeiten (die sich als südamerikanische Touristen ausgeben), Ausweise kontrollieren wollen oder Touristen angeblich zu Polizeistationen bringen wollen. In diesen Fällen sollte man keineswegs in unbekannte Autos einsteigen und sich möglichst vergewissern, dass es sich um echte Polizeiausweise handelt. Personenkontrollen auf offener Straße/Plätzen kommen im Allgemeinen nicht vor.

Es wird dringend geraten, nur auf bekannte Funk-Taxi- und Busunternehmen zurückzugreifen und keine Taxis auf der Straße heran zu winken, insbesondere nicht nachts. In aller Regel fordern Restaurants, Hotels, Kneipen usw. auf Wunsch des Gastes ein Funk-Taxi (Radio-Taxi) an. Außerdem sollte man in der Öffentlichkeit keine großen Bargeldsummen bei sich führen, Ausweispapiere und Geld sollten gut verborgen bei sich getragen werden, echter Schmuck, teure Uhren etc. sollten gar nicht getragen werden.

Es wird auch immer wieder davon berichtet, dass Besuchern von Bars und Diskotheken K.O.-Tropfen verabreicht werden, die eine Ohnmacht und einen Gedächtnisverlust hervorrufen. Diese Zeit wird genutzt, um die betreffende Person auszurauben. Auch Fälle von Vergewaltigungen während der Bewusstlosigkeit der Opfer wurden bekannt.

Es sollten grundsätzlich nie von Fremden angebotene offene Getränke oder Speisen angenommen werden. Einem deutschen Touristen wurde bei einer Überlandfahrt per Bus mit Drogen getränktes Gebäck angeboten, woraufhin der Tourist zwei Tage lang bewusstlos war und ausgeraubt wurde.

Drogenkriminalität ist in Bolivien verbreitet. Von Erwerb, Besitz, Konsum, Handel und der Ausfuhr von Drogen und Drogenprodukten aller Art wird dringend abgeraten. In diesem Zusammenhang wird - insbesondere wegen des nicht abschätzbaren Risikos für die Gesundheit - dringend davon abgeraten, an schamanischen Zeremonien (z.B. Ayahuasca-Zeremonie) teilzunehmen, bei denen halluzinogene Pflanzen verwendet werden.

Naturkatastrophen

Die Auswirkungen von Erdbeben, die zumeist ihr Epizentrum in Chile oder Peru haben, sind gelegentlich in unterschiedlicher Intensität auch in den verschiedenen Landesteilen Boliviens zu spüren. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben bietet das Merkblatt des Geoforschungszentrums Potsdam.
In der Regenzeit, die normalerweise von Dezember bis März dauert, kann es insbesondere in gebirgigen Regionen zu Überflutungen und Erdrutschen kommen.

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Infrastruktur/Straßenverkehr

Der Flugverkehr in Bolivien wird gelegentlich durch kurzfristige Streichung von Flügen und erhebliche Verspätungen beeinträchtigt.
Das Eisenbahnnetz, das nur einen geringen Teil des Landes abdeckt, ist für Reisen über längere Strecken nur bedingt geeignet.
Das Land ist verkehrsmäßig wenig erschlossen. Es gibt nur auf Hauptverkehrsrouten asphaltierte Landstraßen. Alle anderen Verbindungswege (Schotterpisten, Geröll- und Feldwege; wenige Brücken) sind während der Regenzeit (Dezember bis März) oft tagelang nicht passierbar. Reisenden wird geraten, sich vor Ort über die aktuelle Situation zu informieren.
In Bolivien kam es wiederholt zu schweren Busunglücken, bei denen Todesopfer zu beklagen waren. Bei Überlandreisen mit dem Bus wird geraten, nur mit bekannten Busunternehmen zu fahren. Von Nachtfahrten per Bus wird dringend abgeraten.
Aufgrund der besonderen Gefährdungssituation wird von Überlandfahrten mit Pkw bei Dunkelheit abgeraten. Die Straßen sind in der Regel nicht beleuchtet und vielfach in schlechtem Zustand. Viele Verkehrsteilnehmer, oft auch Busse, fahren ohne Licht oder mit nur unzureichender Beleuchtung.
Bei der Anmietung von Pkw für Überlandfahrten ist es - auch im Hinblick auf das Vorgehen bei Verkehrsunfällen ratsam, einen Pkw mit Fahrer anzumieten, siehe auch Besondere strafrechtliche Vorschriften.
Dies gilt besonders für Fahrten abseits der Hauptverkehrsstrecken, da sich in abgelegenen Gebieten ohne befestigte Straßen und unzulängliche Beschilderung die Orientierung extrem schwierig gestalten kann. Auch handelsübliche Navigationssysteme und Landkarten bieten häufig keine ausreichende Sicherheit. Ohne ortskundigen Fahrer sind Gefahren (z.B. während der Regenzeit, auf dem Salar de Uyuni u.a.) nur schwer einzuschätzen.
Es gibt eine gesetzliche Regelung, nach der Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen höhere Benzinpreise als Fahrzeuge mit bolivianischen Kennzeichen zahlen müssen. In der Praxis bedeutet dies, dass viele Tankstellen nicht wissen, wie sie diese Preise abrechnen sollen und sich daher zum Teil weigern, an ausländische Fahrzeuge Benzin zu verkaufen.

Ausweispflicht

In Bolivien besteht Ausweispflicht. Es kann vor allem in Bars und Diskotheken zu Ausweiskontrollen durch die Polizei kommen. Ausländer, die ohne Ausweispapiere angetroffen werden, können bis zur Klärung ihrer Identität festgehalten werden.

Geld / Kreditkarten

Neben der bolivianischen Währung Boliviano wird auch der US-Dollar (US-$) in weitem Umfang akzeptiert. Mit einer deutschen Bankkarte kann man bei vielen Bankautomaten Bargeld abheben, sofern die Karte das "Maestro"-Symbol trägt.
Daneben werden in den größeren Städten auch die allgemein üblichen Kreditkarten akzeptiert. Da der Wechselkurs für den Euro (€) wesentlich ungünstiger ist als der des US-$, empfiehlt es sich, Bargeld in US-$ mitzunehmen (vorzugsweise kleine Stückelungen).

Versorgung im Notfall

Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen bei Einreise noch sechs Monate gültig sein.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen touristischen Aufenthalt kein Visum. Sie können sich insgesamt 90 Tage pro Kalenderjahr visumfrei in Bolivien aufhalten, wobei mehrfache Ein- und Ausreisen gestattet sind.
Bei Ankunft an den internationalen Flughäfen in La Paz, Santa Cruz und Cochabamba wird in der Regel ein Einreisestempel mit dem Einreisedatum im Pass eingetragen, jedoch oft kein Gültigkeitsdatum.

Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass deutsche Touristen zunächst eine Aufenthaltserlaubnis für 30 Tage erhalten, die dann noch zweimal - für jeweils 30 Tage - bei der Migrationsbehörde kostenlos verlängert werden kann. Touristen, die sich länger als 30 Tage in Bolivien aufhalten und kein Gültigkeitsdatum bei Einreise in den Pass gestempelt bekommen haben, sollten sich daher zwecks Festschreibung der Gültigkeit, bzw. Verlängerung des Aufenthalts bei der Migrationsbehörde (migración) melden, um Schwierigkeiten bei der Ausreise zu vermeiden.
Bei Einreise auf dem Landweg ist zu beachten, dass die Grenzkontrolle, bei der man einen Einreisestempel im Pass erhält, erforderlich ist, um legal ins Land einzureisen. Bei Einreise im Nachtbus werden die Grenzkontrollen bisweilen durchfahren. Dies führt beim Versuch der Wiederausreise zu Problemen, da die Person dann nicht registriert ist und Strafzahlungen für den illegalen Aufenthalt fällig werden. Im Falle der Einreise ohne Einreisestempel sollte daher umgehend die Migrationsbehörde aufgesucht werden, um den erforderlichen Stempel nachzutragen.

Für alle anderen Reisezwecke (z.B. Praktikum, Arbeitsaufnahme, Studium etc.) muss vorher bei den bolivianischen Botschaften im Ausland ein entsprechendes Visum ("visa de objeto determinado") beantragt werden.

Hinweise für die Einreise von Minderjährigen

Um Probleme bei der Wiederausreise zu vermeiden, sollten alleinreisende Minderjährige oder bei der Reise mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil Vollmachten der gesetzlichen Vertreter bei sich tragen. Diese Vollmacht muss ins Spanische übersetzt und von einer bolivianischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung legalisiert sein.

Impfungen

Grundsätzlich kann bei der Einreise von allen Reisenden, die älter als zwölf Monate sind die Vorlage eines Gelbfieber-Impfzertifikats verlangt werden. Rechtslage und Verwaltungspraxis stimmen allerdings nicht immer überein. Empfehlungen zur Impfung siehe Medizinische Hinweise.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Es wird ausdrücklich davon abgeraten, Mate de Coca (Coca-Tee) mit nach Deutschland zu nehmen. Obwohl Erwerb, Besitz, Konsum und Ausfuhr nach bolivianischen Bestimmungen legal sind, sieht der deutsche Zoll bei der versuchten Einfuhr von Coca-Tee einen Verstoß gegen das deutsche Betäubungsmittelgesetz.

Für die Einfuhr von Medikamenten gelten teilweise von der Europäischen Union abweichende Regelungen. So können auch mitgeführte, dort rezeptfrei erhältliche Medikamente nicht für die Einfuhr zugelassen sein. Bei der Mitnahme von benötigten Medikamenten sollte daher stets ein ärztliches Rezept bzw. eine übersetzte ärztliche Verordnung mitgeführt werden.

Die Ein- und Ausfuhr von Kraftfahrzeugen ist streng reglementiert. Bei Ein- und Ausreise ist das sog. SIVETUR Formular vorzulegen.
Bei Einfuhr eines privaten Fahrzeugs (z.B. Wohnmobil) wird festgelegt, wie lang dieses im Land verblieben darf. Fristverlängerungen sind - selbst wenn das Fahrzeug wegen eines Schadens zeitweise nicht mehr fahrtüchtig ist - nicht ohne weiteres möglich. Bei der Überschreitung der Frist muss mit der endgültigen Beschlagnahmung des Fahrzeugs gerechnet werden.

Für die Ein- und Ausfuhr von Devisen (in bar) zwischen 50.000,- und 500.000,- US-$ oder dem entsprechenden Gegenwert in einer anderen Währung ist die vorherige Genehmigung der bolivianischen Zentralbank erforderlich. Weitere Informationen hierzu erteilt die Banco Central de Bolivia.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden. Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Es wird eindringlich vor Erwerb, Besitz, Ein- und Ausfuhr von Drogen aller Art gewarnt. Auf bolivianischen Flughäfen gibt es strenge Kontrollen durch die hiesige Drogenpolizei FELCN. Dies gilt insbesondere für den internationalen Flughafen Viru Viru in Santa Cruz de la Sierra, über den der größte Teil der internationalen Flüge abgewickelt wird. Rauschgiftdelikte werden in Bolivien streng geahndet, es drohen langjährige Haftstrafen. Auch die Mitnahme von Päckchen etc. von Dritten mit unbekanntem Inhalt kann drastische Folgen haben und sollte unbedingt unterlassen werden.

Bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden muss der Fahrer - unabhängig von der Schuldfrage - zunächst mit Untersuchungshaft rechnen.

Alkoholgenuss ist in der Öffentlichkeit verboten.

Aktuelle medizinische Hinweise

Aufgrund eines aktuellen Gelbfieberausbruchs hat Bolivien seine Ein- und Ausreisebestimmungen im Hinblick auf Gelbfieberimpfnachweise verschärft.

Ein Gelbfieberimpfnachweis wird von Reisenden ab dem vollendeten 12. Lebensmonat in folgenden Fällen verlangt:
- Einreise aus einem Gelbfieber-Endemieland
- Einreise in Gelbfieber-Endemiegebiete in Bolivien
- Ausreise in ein Gelbfieber-Endemieland

Eine Gelbfieberimpfbefreiung ist nur durch eine einschlägige schriftliche ärztliche Stellungnahme möglich.

Die Impfung wird stets allen Reisenden dringend empfohlen, bevor sie in die ausgewiesenen Gelbfieber-Endemiegebiete Boliviens reisen.
Hierzu gehören Gebiete unterhalb 2.300 m und damit das gesamte bolivianische Amazonaseinzugsgebiet. Eine rechtzeitige Impfung ist 10 Tage vor Einreise bei allen Reisenden ab dem vollendeten 12. Lebensmonat (www.who.int) vorzunehmen.

Zika-Virus-Infektion

In der Region wird aktuell eine deutliche Zunahme von durch Mücken übertragbaren Zika-Virus-Infektionen beobachtet, die klinisch ähnlich wie Dengue-Fieber verlaufen, allerdings für ungeborene Kinder eine Gefahr darstellt. Eine Impfung, eine Chemoprophylaxe oder eine spezifische Therapie stehen absehbar nicht zur Verfügung.

Das Auswärtige Amt empfiehlt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, in Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) sowie dem Robert-Koch-Institut von vermeidbaren Reisen in Zika-Virus-Ausbruchsgebiete abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist.

Bei unvermeidbaren Reisen muss auf eine ganztägige konsequente Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Vorbeugung von Mückenstichen geachtet werden, siehe auch: Schutzmaßnahmen Mückenstiche.
Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion und deren Prävention finden Sie im Merkblatt Zika-Virus.

Impfschutz

Es wird empfohlen, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen, siehe www.rki.de. Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Mumps, Masern Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken. Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen.

Chikungunya

Aktuell gibt es, im Rahmen der sich in der Region seit Januar 2014 ausbreitenden Chikungunya-Epidemie, inzwischen auch Fälle in Bolivien. Die Chikungunya- Virusinfektion zeigt ähnliche Symptome wie das Dengue-Fieber (s.u.) und wird ebenfalls über Aedes-Mücken übertragen, so dass in jedem Fall die u.g. persönlichen Mückenschutzmaßnahmen beachtet werden sollten. Ein Merkblatt zu Chikungunya finden Sie unter www.diplo.de/reisemedizin

Dengue

Dengue wird von der tagaktiven Mücke Stegomyia aegypti übertragen. In Einzelfällen können ernsthafte Gesundheitsschäden mit Todesfolge auftreten. Es wird empfohlen, bei Reisen in gefährdete Gebiete (Tiefland) besondere Vorsicht walten zu lassen (Mückenschutzmittel, langärmelige Kleidung etc.).

Malaria

Jährlich werden ca. 100.000 Malariafälle gemeldet. Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft, insbesondere die in Bolivien eher seltene aber gefährliche Malaria tropica, bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig.

Ein hohes Risiko besteht im Norden an der Grenze zu Brasilien, in den Departements Pando und Beni, insbesondere im Gebiet von Guayaramerin, Riberalta und Puerto Rico sowie in den tieferen Lagen von Tarija, Cochabamba und La Paz. Ein mittleres Risiko besteht in den übrigen ländlichen Gebieten unterhalb von 2500m. Ein geringes oder kein Risiko besteht in den Städten sowie im Oruro-Departement, den Provinzen Ingavi, Los Andes, Omasuyos und Pacajes (La Paz Departement) und im Potosi Departement. Die größeren Städte (Santa Cruz, Sucre, Cochabamba, Tarija) sind Malariafrei.

Je nach Reiseprofil kann deshalb eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll sein. Für die Malariaprophylaxe sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Malarone, Doxycyclin, Lariam) auf dem Markt erhältlich. Die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.

Aufgrund der o.g. mückengebundenen Infektionsrisiken wird daher allen Reisenden empfohlen:

  • körperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
  • ganztägig (Dengue, Chikungunya, Zika) und in den Abendstunden und nachts (Malaria) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
  • ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen.

HIV / AIDS

Durch hetero- und homosexuelle Kontakte und bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV/AIDS-Infektion. Kondombenutzung wird immer, insbesondere aber bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden.

Leptospirose

Ganzjährig kann die Leptospirose vereinzelt durch mit Nagetierausscheidungen kontaminiertes Wasser übertragen werden. Diese bakterielle Infektion verläuft meist wie ein milder grippaler Infekt, kann in seltenen Fällen jedoch auch zu schwerwiegender Beteiligung der Leber und Nieren führen. Bei zu erwartender Exposition kann im Einzelfall nach sorgsamer Risikoabwägung durch einen Reise- bzw. Tropenmediziner eine medikamentöse Prophylaxe mit Doxycyclin erwogen werden.

Höhenkrankheit (Soroche)

In Lagen über 2.500 Meter mögliche, gelegentlich auch lebensgefährliche Erkrankung durch zu schnellen Aufstieg in die Höhe, die meist allerdings erst nach 24 Stunden oder längerem Aufenthalt in der Höhe in Erscheinung tritt. Warnsymptome können Schlafstörungen, Kopfschmerz, Schwindel, Erbrechen und zunehmende Luftnot sein. Verschwinden die Symptome nicht durch eine Pause bzw. eine Übernachtung, sollte abgestiegen werden unter eine Höhe von 2.000 Metern. Aufgrund der ausgeprägten Höhenlage von La Paz (Flughafen 4.070 m, Innenstadt 3.600 m) kann es nach Ankunft in den ersten Tagen zu Symptomen der Höhenkrankheit kommen. Das gegen die Höhenkrankheit eingesetzte Medikament Diamox ist verschreibungspflichtig. Nicht zu unterschätzen ist die in der Höhe extreme Intensität der Sonneneinstrahlung - besonders der ultravioletten Strahlung, der mit entsprechenden Hautschutzmassnahmen Rechnung zu tragen ist.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist auf dem Land vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch problematisch. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen. Zur Frage einer individuellen Reiseapotheke ist Beratung durch einen Tropenmediziner/Reisemediziner sinnvoll.

Die Kosten für ärztliche Behandlungen und Krankenhausaufenthalte sind z.T. erheblich höher als in Deutschland. Sie werden von deutsche Krankenversicherungen oft nicht oder nur teilweise abgedeckt. Rücksprache mit dem zuständigen Krankenversicherungsträger vor Reisebeginn bzw. Abschluss einer Reisekrankenversicherung sind deshalb dringend zu empfehlen. Es ist damit zu rechnen, dass der Patient für die anfallenden Behandlungskosten zunächst in Vorlage treten muss.

Lassen Sie sich vor einer Reise nach Bolivien durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner beraten, siehe www.dtg.org.

Die deutschen Auslandsvertretungen vor Ort stellen auf Wunsch Listen der ihnen bekannten deutsch- und englischsprachigen Ärzte zur Verfügung.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger

Gesundheitsvorsorge

Übersicht

Die medizinische Versorgung im Lande ist auf dem Land vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch problematisch. Für Notfälle steht eine amerikanische Klinik in La Paz zur Verfügung. Zumutbare Krankenhäuser befinden sich ausschließlich in privater Hand, die oft sehr hohe Kosten berechnen.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung mit Rücktransport wird daher dringend empfohlen.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Gesundheitszeugnis erforderlich
Essen & Trinken 5 -
Malaria 4 -
Typhus & Polio 3 -
Cholera 2 -
Gelbfieber 1 -

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die älter als 12 Monate sind und die innerhalb von 6 Tagen nach einem Aufenthalt in einem WHO-Gelfieber-Endemiegebiet einreisen wollen, die Gelbfieber-Endemiegebiete in Bolivien besuchen wollen und die in ein WHO-Gelbfieber-Endemieland ausreisen wollen. Die Gelbfieber-Endemiegebiete liegen unterhalb von 2.300 m, dazu gehört das bolivianische Amazonaseinzugsgebiet. 

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch, v.a. die Departmentos Beni, Chuquisaca, Cochabamba, El Alto, La Paz, Oruro, Potosi, Riberalta, Santa Cruz, Tarija und Tupiza sind betroffen. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen. Um sich zu schützen sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Eine Impfung ist nur in seltenen Fällen zu empfehlen.

[3] Typhus kommt vor, Poliomyelitis nicht. Eine Typhusimpfung wird bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten empfohlen.

[4] Malariaschutz ist ganzjährig erforderlich für alle Regionen unter 2500 m. Ein Risiko besteht im Norden an der Grenze zu Brasilien, in den Departements Pando und Beni, insbesondere im Gebiet von Guayaramerin, Riberalta und Puerto Rico sowie in den tieferen Lagen von Tarija, Cochabamba und La Paz. Ein mittleres Risiko besteht in den übrigen ländlichen Gebieten unterhalb von 2500m. Ein geringes oder kein Risiko besteht in den Städten sowie im Oruro-Departement, den Provinzen Ingavi, Los Andes, Omasuyos und Pacajes (La Paz Departement) und im Potosi Departement.

Vorherrschend ist die weniger gefährliche Form Plasmodium vivax (Malaria tertiana). Die gefährlichere Form Plasmodium falciparum (Malaria tropica) kommt in den Departamentos Pando und Beni, insbesondere in Guayaramerín, Riberalta und Puerto Rico vor. Chloroquin- und Sulfadoxin/Pyrimethaminresistenz von Plasmodium falciparum wurden gemeldet. Einen ausreichenden Schutz bietet langärmelige Kleidung, Mosquitonetze und Insektenschutzmittel. Bei Gebieten mit mittlerem und hohem Malariarisiko (unter 2500 m) empfiehlt sich eine Notfallmedikation.

[5] Wegen der Gefahr möglicher Infektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist.

Unpasteurisierte Milch sollte abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Milchprodukte aus ungekochter Milch sollten nicht konsumiert werden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt

Gesundheitszeugnis

Für Langzeitaufenthalte wird ein HIV-Test in spanischer Sprache verlangt. Einzelheiten von den konsularischen Vertretungen (s. Kontaktadressen).

Andere Risiken

Chagas-Erkrankungen werden durch Raubwanzen, die vor allem in der südlichen Hälfte und im Zentrum des Landes vorkommen, herbeigeführt. Reisenden, die in einfachen Hütten und im Freien übernachten, empfiehlt sich ein Insektenschutz mit Moskitonetzen.

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz. 

Durch hetero- und homosexuelle Kontakte und bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) besteht grundsätzlich das Risiko einer HIV-Infektion.

Die UV-Strahlung in Bolivien ist wegen der extremen Höhenlage sehr stark und kann zu Hautschäden führen. Sonnenschutz durch hautbedeckende Kleidung und Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor ist daher unbedingt erforderlich.

Herzkranke sollten sich wegen der extremen Höhenlage von La Paz Zeit für die Akklimatisation nehmen.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose kommt landesweit vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung, Mückennetze und insektenabweisende Mittel.

Pest-Fälle wurden von der südichen Hälfte von La Paz (Provinzen: Franz Tamayo, Sud Yungas, Valle Grande) gemeldet. Der Schutz vor Ratten und Flöhen durch sichere Schlafplätze und häufigeres Wäschewechseln sowie das Fernhalten von bereits Erkrankten reduzieren die Ansteckungsgefahr. Bei beruflicher Tätigkeit in Pestgebieten empfiehlt sich die prophylaktische Einnahme von Antibiotika.

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Das Zika-Virus wird durch Stechmücken auf den Menschen übertragen. Zu den Symptomen gehören u.a. Fieber, Gelenkschmerzen und eine Bindehautentzündung. Häufig bleibt die Infektion unbemerkt oder verläuft nur mit milden Symptomen. Bisher dokumentierte, vereinzelte Todesfälle standen überwiegend mit anderen Vorerkrankungen in Zusammenhang. Das Auswärtige Amt rät Schwangeren von nicht zwingend notwendigen Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ab, weil das Virus im Verdacht steht, bei Ungeborenen Mikrozephalie zu verursachen.
Es existiert weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Eine konsequente Einhaltung persönlicher Mückenschutzmaßnahmen wird empfohlen.

Reisewarnung

Überblick

Bolivien

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 16.02.2017
Unverändert gültig seit: 08.02.2017

Aktuelle Hinweise

Der am 21. November 2016 wegen der anhaltenden Dürre und Wasserknappheit ausgerufene nationale Notstand gilt fort. Reisenden wird empfohlen, bereits vor Anreise die Hotels wegen der Wasserversorgung zu kontaktieren, um frühzeitig umdisponieren zu können. Private Haushalte sollten dafür Sorge tragen, dass sie für einen angemessenen Zeitraum Trinkwasser vorrätig haben.

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Die Auswirkungen von Erdbeben, die zumeist ihr Epizentrum in Chile oder Peru haben, sind gelegentlich in unterschiedlicher Intensität auch in den verschiedenen Landesteilen Boliviens zu spüren.

Reisen über Land / Straßenverkehr

Das Land ist verkehrsmäßig wenig erschlossen. Es gibt nur auf Hauptverkehrsrouten asphaltierte Landstraßen. Alle anderen Verbindungswege (Schotterpisten, Geröll- und Feldwege; wenige Brücken) sind während der Regenzeit (Dezember bis März) oft tagelang nicht passierbar. Reisenden wird geraten, sich vor Ort über die aktuelle Situation zu informieren.

In Bolivien kommt es regelmäßig zu schweren Busunglücken, bei denen meist viele Todesopfer zu beklagen sind. Insbesondere in der Regenzeit gibt es fast täglich Busunfälle in allen Landesteilen. Bei Überlandreisen mit dem Bus wird geraten, nur mit bekannten Busunternehmen zu fahren. Von Nachtfahrten per Bus wird dringend abgeraten. Aufgrund der besonderen Gefährdungssituation rät die deutsche Botschaft in La Paz auch von Überlandfahrten mit Pkw bei Dunkelheit ab. Die Straßen sind in der Regel nicht beleuchtet und vielfach in schlechtem Zustand. Viele Verkehrsteilnehmer, oft auch Busse, fahren ohne Licht oder mit nur unzureichender Beleuchtung. Bei der Anmietung von Pkw für Überlandfahrten ist es - auch im Hinblick auf das Vorgehen bei Verkehrsunfällen (siehe besondere strafrechtliche Vorschriften) – ratsam, einen Pkw mit Fahrer anzumieten.

Es gibt eine gesetzliche Regelung, nach der Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen höhere Benzinpreise als Fahrzeuge mit bolivianischen Kennzeichen zahlen müssen. In der Praxis bedeutet dies, dass viele Tankstellen nicht wissen, wie sie diese Preise abrechnen sollen und sich daher zum Teil weigern, an ausländische Fahrzeuge Benzin zu verkaufen.

Das Eisenbahnnetz, das nur einen geringen Teil des Landes abdeckt, ist für Reisen über längere Strecken nur bedingt geeignet.

Kriminalität

Die Kriminalität in Bolivien hat in den letzten Jahren zugenommen. So gab es vermehrt Vorfälle mit allein reisenden, ausländischen Touristen, die bei der Ankunft am Busbahnhof in La Paz oder am Flughafen in El Alto von falschen Taxifahrern in entlegene Stadtteile gefahren wurden und dort, unter Mithilfe von falschen Polizisten in Uniform mit dem Vorwand, eine Antidrogenkontrolle durchführen zu wollen, ausgeraubt und unter Androhung von Gewalt zur Herausgabe der Kreditkarten und der PIN-Nummer gezwungen wurden (sog. „Expressentführungen"). Es gab Fälle, in denen Personen hierfür sogar einige Tage festgehalten wurden. Ähnliche Fälle wurden auch aus anderen bolivianischen Großstädten berichtet.

Es kommt immer wieder vor, dass falsche Polizisten, die mit anderen Personen zusammenarbeiten (die sich als südamerikanische Touristen ausgeben), Ausweise kontrollieren wollen oder Touristen angeblich zu Polizeistationen bringen wollen. In diesen Fällen sollte man keineswegs in unbekannte Autos einsteigen und sich möglichst vergewissern, dass es sich um echte Polizeiausweise handelt. Personenkontrollen auf offener Straße/Plätzen kommen im Allgemeinen nicht vor.

Es wird dringend geraten, nur auf bekannte Funk-Taxi- und Busunternehmen zurückzugreifen und keine Taxis auf der Straße heran zu winken, insbesondere nicht nachts. In aller Regel fordern Restaurants, Hotels, Kneipen usw. auf Wunsch des Gastes ein Funk-Taxi (Radio-Taxi) an. Außerdem sollte man in der Öffentlichkeit keine großen Bargeldsummen bei sich führen, Ausweispapiere und Geld sollten gut verborgen bei sich getragen werden, echter Schmuck, teure Uhren etc. sollten gar nicht getragen werden.

Es wird auch immer wieder davon berichtet, dass Besuchern von Bars und Diskotheken K.O.-Tropfen verabreicht werden, die eine Ohnmacht und einen Gedächtnisverlust hervorrufen. Diese Zeit wird genutzt, um die betreffende Person auszurauben. Auch Fälle von Vergewaltigungen während der Bewusstlosigkeit der Opfer wurden bekannt.

Es sollten grundsätzlich nie von Fremden angebotene offene Getränke oder Speisen angenommen werden. Einem deutschen Touristen wurde bei einer Überlandfahrt per Bus mit Drogen getränktes Gebäck angeboten, woraufhin der Tourist zwei Tage lang bewusstlos war und ausgeraubt wurde.

Drogenkriminalität ist in Bolivien verbreitet. Von Erwerb, Besitz, Konsum, Handel und der Ausfuhr von Drogen und Drogenprodukten aller Art wird dringend abgeraten. In diesem Zusammenhang wird - insbesondere wegen des nicht abschätzbaren Risikos für die Gesundheit - dringend davon abgeraten, an schamanischen Zeremonien (z.B. Ayahuasca-Zeremonie) teilzunehmen, bei denen halluzinogene Pflanzen verwendet werden.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Pass- und Visabestimmungen

Notwendige Einreisedokumente

Titel Pass erforderlich Visum erforderlich Rückflugticket erforderlich
Türkei Ja Nein Ja
Andere EU-Länder Ja Nein/1 Ja
Schweiz Ja Nein Ja
Österreich Ja Nein Ja
Deutschland Ja Nein Ja

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. In Bolivien besteht Ausweispflicht. 

Anmerkung zum Reisepass

Da sich die Visabestimmungen kurzfristig ändern können, ist es ratsam, sich vor Antritt der Reise bei den zuständigen konsularischen Vertretungen nach den aktuellen Bestimmungen zu erkundigen.

Visainformationen

Allgemein erforderlich. Ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für einen touristischen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen pro Kalenderjahr (mehrfache Ein- und Ausreisen sind gestattet):

EU-Länder, Schweiz und Türkei ([1] Ausnahmen: Visumpflicht besteht für Staatsbürger von Bulgarien, Malta, Rumänien und Zypern). Achtung: Bei der Einreise bekommen die genannten visumbefreiten Staatsangehörigen zunächst eine Aufenthaltserlaubnis von 30 Tagen, die bei der Migrationsbehörde zweimal kostenlos um je weitere 30 Tage verlängert werden kann. 

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass mit Lichtbild oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.
Hinweis: Minderjährige, die allein oder mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil reisen, müssen Vollmachten der gesetzlichen Vertreter bei sich tragen. Diese müssen notariell beglaubigt und von einem Landgericht überbeglaubigt werden, mit beeidigter Übersetzung ins Spanische. Weitere Informationen erteilen die konsularischen Vertretungen.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreise mit Haustieren

Für Vögel, Katzen und Hunde wird ein Gesundheitszeugnis aus dem Herkunftsland benötigt, das bescheinigt, dass das Tier frei von Krankheiten ist. Für Katzen und Hunde ist des Weiteren ein Tollwut-Impfzertifikat erforderlich. Eine rechtzeitige Kontaktaufnahme mit der zuständigen konsularischen Vertretung ist in jedem Fall ratsam.

Bearbeitungsdauer

Je nach Staatsangehörigkeit verschieden, i.d.R. ca. 2 Wochen.

Gültigkeit

Touristenvisum: ab Einreisetag 30 Tage,
Visum für einen bestimmten Zweck (z.B. Geschäftsreise): ab Einreisetag 30 Tage (Verlängerungsmöglichkeit bis zu 90 Tagen vor Ort).
Studentenvisum: 60 Tage (Verlängerungsmöglichkeit bis zu 90 Tagen vor Ort).

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die innerhalb von 24 Stunden weiterreisen, gültige Dokumente für die Weiterreise besitzen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum. Staatsangehörige von China benötigen jedoch in jedem Fall ein Transitvisum.

Visaarten und Kosten

U.a. Touristenvisum, Visum für einen bestimmten Zweck ("visa de objeto determinado": Geschäftsreise oder Arbeitsverhältnis mit Arbeitsvertrag, Praktikum, unbezahlte freiwillige Arbeit, Eheschließung, vorübergehende Verlegung des Wohnsitzes oder Einwanderung, Filmproduktion für kommerzielle Zwecke), Studentenvisum, Transitvisum.

Kosten

Falls ein Visum erforderlich ist, sind die Visagebühren je nach Nationalität verschieden und vom aktuellen Wechselkurs abhängig. Staatsbürger mancher Länder erhalten das Touristen-Visum kostenlos. Auskünfte erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen.

Antrag erforderlich

Touristenvisum:
(a) Anschreiben an die Konsularabteilung der Botschaft oder eines der Honorarkonsulate unter Angabe mit der Anschrift und Telefonnummer des Antragstellers (www.bolivia.de/fileadmin/Dokumente/Carta-de-solicitud.pdf).
(b) 2 Antragsformulare und Kopie (portalmre.rree.gob.bo/formvisas/).
(c) 2 aktuelle Passfotos (3,5 x 4 cm) in Farbe.
(d) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens 6 Monaten gültig ist.
(e) Nachweis des Hin- und Rückflugtickets oder Nachweis der Reiseroute.
(f) Nachweis ausreichender Geldmittel.
(g) Ggf. Reiseerlaubnis für Minderjährige, die allein bzw. mit nur einem Elternteil nach Bolivien reisen.
(h) Nachweis einer Gelbfieberimpfung (ausgenommen sind Kleinkinder und Personen über 65 Jahre).

(i) Polizeiliches Führungszeugnis, das nicht älter als 1 Monat ist.

U. U. sind weitere Unterlagen notwendig, die bei der zuständigen konsularischen Vertretung erfragt werden können. Bei postalischer Antragstellung sollte ein frankierter Einschreiben-Rückumschlag beigelegt sein. Diese Angaben können sich kurzfristig ändern.

Geld

Geldwechsel

Fremdwährungen können in den größeren Städten in Banken, in Casas de Cambio (Wechselstuben) und auch in Hotels getauscht werden. Am einfachsten lassen sich US-Dollar in kleineren Stückelungen wechseln. US Dollar werden auch weitgehend als Zahlungsmittel akzeptiert.

Währung

1 Boliviano = 100 Centavos. Währungskürzel: Bs, BOB (ISO-Code). Der Boliviano ist an den US-Dollar gebunden. Banknoten sind im Wert von 200, 100, 50, 20 und 10 Bs im Umlauf; Münzen in den Nennwerten 5, 2 und 1 Bs sowie 50, 20 und 10 Centavos.

Devisenbestimmungen

Keine Beschränkungen bei der Einfuhr der Landeswährung und von Fremdwährungen. Bei Beträgen ab 50.000 - 500.000 US$ (oder Gegenwert in anderen Fremdwährungen) ist eine Genehmigung der bolivianischen Zentralbank notwendig. Unbeschränkte Ausfuhr der Landeswährung. Ausfuhr von Fremdwährungen unbeschränkt, ab 50.000 - 500.000 US$ Genehmigung (s.o.) notwendig.

Kreditkarten

Gängige Kreditkarten wie MasterCard, Visa, American Express und Diners Club werden in den größten Hotels, in Restaurants und Einkaufszentren in den größeren Städten akzeptiert. Kreditkarten werden allerdings in kleineren Geschäften und in abgelegenen, kleineren Städten selten angenommen. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Sollten in US-Dollar ausgestellt sein und können in Banken, Wechselstuben und in Hotels in den größeren Städten eingetauscht werden. In kleineren Städten werden Reiseschecks selten akzeptiert; deshalb empfiehlt sich dort die Mitnahme von Bargeld.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 09.00-12.00 und 14.00-18.00 Uhr.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können zollfrei nach Bolivien eingeführt werden (Personen über 17 Jahre):

450 Zigaretten oder Zigarren oder 500 g Tabak;
3 l Spirituosen;
Persönliche Gebrauchsgegenstände, Geschenke und Neuwaren, die den Gegenwert von 1.000 US$ nicht überschreiten.

Quellenangaben
  • Marco Polo - Peru Bolivien, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, 2013-07, 2009-05
  • DuMont Die Welt - Atlas mit Länderlexikon, DuMont Reiseverlag, 2015-04
  • Bolivien - Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 28.02.2018)
    Haftungsausschluss: Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
  • Der Reiseführer, Columbus Travel Media Ltd., Stand - 26.03.2018 (Unverändert gültig seit: 28.02.2018)
    Information: Einreisebestimmungen für deutsche, schweizerische und österreichische Staatsbürger werden mit freundlicher Genehmigung von Columbus Travel Media veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
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