Die Via Egnatia – die alte Handelsroute auf dem Balkan

Die Reise

Es ist nicht immer einfach, im ethnischen Gewirr Südosteuropas den Überblick zu behalten. Illyrier und Griechen, Phönizier und Römer, Venezianer und Osmanen – sie alle haben hier ihre Spuren hinterlassen. Wir werden ihr gemeinsames Erbe verstehen, über alle heutigen Landesgrenzen hinweg. Es ist eine Reise, wie es sie so noch nie gegeben hat.

Die Via Egnatia verband als römische Handelsstraße Adriaküste und Bosporus. Sie wurde als Fortsetzung der Via Appia auf dem Balkan unter Einbeziehung der alten makedonischen Königsstraßen gebaut. Nicht nur römische Legionäre, sondern auch entschlossene Kreuzritter, geschäftige Venezianer und osmanische Eroberer und nutzten in ihrer Zeit diesen schnellen und sicheren Verkehrsweg und hinterließen ihre Spuren.



Die Via Egnatia

Gibt es eine Region Europas, die unbekannter ist als der Süden des Balkans, die Landschaften und Kulturen, die auf dem Weg von der Adria zum Bosporus am Wegesrand liegen? Albanien, Makedonien, Griechenland, Türkei – vier „europäische“ Länder liegen zwischen der Hafenstadt Durrës an der Adria und dem alten Byzanz. Die Via Egnatia, wie das Verbindungsglied zwischen Ost und West seit der Antike heißt, liegt im Spannungsfeld Westroms und Ostroms, des päpstlichen Roms und des orthodoxen Byzanz, des islamischen Morgenlandes und des christlichen Abendlandes. Gleichzeitig diente die Via Egnatia immer auch dem Austausch der Völker, dem Dialog der Kulturen und der Menschen. Der Weg der Via Egnatia verlief sich für viele Jahrhunderte im Dunst der Geschichte, sie verlor an überregionaler Bedeutung. Heute ändert sich das, zum Beispiel mit der Nea Egnatia Odos, einer von der EU massiv geförderten Autobahn, die vom griechischen Igoumenitsa an der Adriaküste nach Istanbul verläuft. Zum Wohle des wirtschaftlichen und kulturellen Austausches zwischen Ost und West.



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