Auf der Via Appia: Roms Tor nach Osten

Die Reise

Wir folgen der Via Appia – der Lebensader des römischen Italien – nach Süden und reisen durch historische Kulturlandschaften, die in Europa ihresgleichen suchen. Es ist frappierend zu sehen, wie im Latium, in Kampanien, der Basilikata und Apulien im Laufe der vergangenen zwei Jahrtausende durch den Handelsweg der Antike Städte, Warenaustausch, Kunst und Kultur wuchsen und aufblühten.

Die Via Appia war die erste, fast 600 Kilometer lange Straße des alten Rom zu ihren südöstlichen Nachbarn, den Griechen. Konsul Appius ließ sie ab 330 v. Chr. erbauen. Sie verläuft zunächst schnurgerade durch die pontinischen Sümpfe aus Rom über Terracina, Capua und Benevent nach Apulien. Von Benevent ließ Kaiser Trajan den Bau einer Abkürzung durch das Apenningebirge vorantreiben. Die Straße hatte zunächst militärische, erlangte aber schnell auch wirtschaftliche Bedeutung: Über die Via Appia wurden Handelsgüter aus dem östlichen Mittelmeer transportiert, aber auch Kunst und ideelle Vorstellungen aus dem Orient nach Rom geliefert. So schaffte sie die Verbindung zwischen den Kulturen des Ostens und dem Zentrum des römischen Reiches.

Alle Wege führen nach Rom

Rom eroberte nicht – Rom romanisierte. Darin lag das Geheimnis der erfolgreichen Expansion der antiken Hochkultur. Die Römer schenkten den eroberten Völkern Städte, Thermen, Wasserversorgung, eine neue Sprache und ein funktionierendes politisches System. Möglich wurde dies nur, weil das Imperium über ein gut ausgebautes Straßennetz verfügte und in den Ausbau investierte. Zwischen 80.000 und 100.000 Kilometer Straßennetz gab es in der römischen Spätantike. Auf diesen Straßen, die ausschließlich vom Staat oder den Provinzen finanziert wurden, konnten Legionäre bis zu 25 Kilometer am Tag zurücklegen. Die berühmteste von allen ist die Via Appia, die schon im 3. Jahrhundert v. Chr. von Rom nach Süden bis Brindisi führte. Vier Schichten Unterbau stützten die gewölbte Oberfläche behauener Steine – gestampfter Boden, eine Lage faustgroßer Steine, eine Lage Bruchsteine, Zement und Lehm und schließlich nussgroße Kiesel, Steinsplitter und Lehm. Kein Wunder, dass einige dieser Straßen noch heute zu bestaunen sind.


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