Das Themenjahr 2018: „Menschen verbinden“

Das Themenjahr 2018: „Menschen verbinden“

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Menschen verbinden

Dr. Tigges Themenjahr 2018 : Menschen verbindenReisen helfen uns, andere Kulturen, Denkweisen, religiöse Vorstellungen und die Veränderungen in gesellschaftlichen Prozessen besser zu verstehen. Eine Schlüsselrolle übernimmt hier die Reiseleitung als Vermittler und intimer Kenner der Region. Ebenso wichtig ist ein durchdachtes Reiseprogramm, das ein Land in all seinen Facetten und Besonderheiten erlebbar macht.

Unterwegs in kleinen Gruppen werden Begegnungen mit Menschen vor Ort besser möglich; wir besuchen lokale Einrichtungen, essen und wohnen inmitten der regionalen Kultur und können so unmittelbar teilhaben.

Indem wir das neue Themenjahr unserer Philosophie und Gründungsidee „Menschen verbinden“ widmen, feiern wir unseren 40. Geburtstag sowie das Jubiläum „90 Jahre Dr. Tigges Studienreisen“. Die 13 neuen Themenjahr-Reisen schaffen Begegnungen mit besonderen Menschen, führen an Orte, die durch die Schöpfungskraft kultureller Unterschiede geprägt wurden, und ermöglichen faszinierende Reise-Erlebnisse in allen Teilen der Welt.

Jede Reise ist bunt, authentisch, inspirierend und setzt unsere Philosophie in die Tat um: Türen öffnen, neue Wege des Zusammenlebens finden, Menschen verbinden und gemeinsam unvergessliche Momente erleben. Wie die engen Beziehungen zwischen Gebeco und den Gastländern entstehen, auf denen unsere Reisen basieren, lässt sich leicht am Beispiel Myanmar zeigen. Schon seit vielen Jahren fühlt sich Gebeco diesem Land gerade wegen seiner bewegten Vergangenheit und Gegenwart sehr verbunden. Lesen Sie dazu auch das Gespräch unseres Gesschäftsführers Thomas Bohlander mit Jan-Philipp Sendker.

Willkommen beim Themenjahr 2018: „Menschen verbinden“.

Gedanken zum Themenjahr 2018

Von Gebeco-Geschäftsführer Thomas Bohlander und Autor Jan-Philipp Sendker

Jan-Philipp SendkerIn Myanmar führen wir seit über 20 Jahren qualifizierte Studien- und Erlebnisreisen durch. Als einer der ersten europäischen Reiseveranstalter haben wir begonnen, Reiseleiter in Myanmar durch permanente Schulungen auszubilden. Damit trugen wir früh dazu bei, lokale, qualifizierte Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen. Viele Menschenrechtsorganisationen forderten uns auf, die Reisen nach Myanmar einzustellen, da diese ihrer Auffassung nach die Diktatur unterstützen würden. Wir waren schon damals überzeugt, dass ein Boykott zuerst das Leben der normalen Bürger trifft. Zusammen mit unseren Gästen machten wir die Erfahrung, dass wir mit unseren Reisen vielen dieser Menschen Perspektiven aufzeigen und Kontaktmöglichkeiten bieten können. So konnte oftmals Unterstützung im kleinen und direkten persönlichen Bereich ermöglicht und gegenseitiges Verständnis geweckt werden. Nicht zuletzt sind es diese Aspekte, welche die Saat für eine friedliche Revolution legen. Als ich Ende der 90er Jahre zum ersten Mal nach Myanmar reiste, waren es die Menschen und nicht die Bauwerke, die mich zutiefst beeindruckten. So entstanden starke Freundschaften. Früh entwickelten wir mit den Menschen in Myanmar Informationsbrücken und Hilfsprojekte, mit dem Ziel, den Menschen schnell zu helfen. In diesen Jahren habe ich Jan-Philipp Sendker, den früheren Journalisten und heutigen Schriftsteller kennengelernt – ein sensibler Kenner der politischen und sozialen Entwicklungen vor Ort. Es war ein wahrer Glücksfall, ihn erneut zu treffen, um mit ihm über das neue Themenjahr zu sprechen. Unser Thema „Menschen verbinden“ inspiriert Reisende zu einem besseren Verstehen der wunderbaren Vielfalt menschlichen Seins. In diesem Sinne bot es sich für mich an, Jan-Philipp Sendker zu Wort kommen zu lassen und ihn zu fragen, was er über die Entwicklung Myanmars in den letzten Jahrzehnten denkt:

Du hast dich schon früh mit diesem großartigen Land beschäftigt und darüber geschrieben, als in Deutschland noch keiner so richtig wusste, wo Myanmar genau liegt. Was waren die Gründe?
Es mag seltsam klingen, aber es hatte viel mit Intuition zu tun. Ich war damals der Asien-Korrespondent des „stern“, lebte in Hong Kong, und ein amerikanischer Fotograf hatte mir von Burma bzw. Myanmar erzählt. Ein Gefühl in mir sagte: Da musst du hin! Es war nicht leicht,den „stern“ davon zu überzeugen, denn damals interessierte sich wirklich kaum jemand für das Land: weder politisch, noch wirtschaftlich oder touristisch.

Wie war Myanmar aus deiner Sicht vor zwanzig Jahren?
Faszinierend und überwältigend in seiner Fremdheit, seinem Anders-Sein. Es war ja jahrzehntelang isoliert gewesen. Ich hatte als Auslandskorrespondent schon Dutzende von Ländern bereist, war aber noch nie in einem gewesen, das noch so unberührt von der westlichen Konsumgesellschaft, unserem Materialismus, unserem „way of life“ war. Der Flug von Bangkok nach Yangon dauerte nur gut eine Stunde, aber ich reiste um mindestens 50 Jahre zurück in die Vergangenheit. Myanmar wirkte auf eine ganz sonderbare Art wie aus der Zeit gefallen. Als ich fragte, ob es in der Stadt eine Filiale von „McDonald‘s“ gäbe, hielten sie den für einen Schotten. Fortwährend wurde ich mit einem gänzlich anderen Verständnis von Zeit, mit anderen Werten und Denkweisen konfrontiert. Ich empfinde es als großes Privileg, das gesehen und erlebt haben zu dürfen.

War es möglich, mit den Menschen in Myanmar damals offen zu sprechen? Wie war das, in einem Land zu sein, wo alle Kommunikationswege nach außen abgeschnitten waren?
Ich war erstaunt, wie viele ältere Menschen noch hervorragend Englisch sprachen, trotz Jahrzehnten der Isolation. Besucher waren selten in jenen Jahren, und ich wurde überall voller Freude, Respekt und Neugierde empfangen. Die Menschen freuten sich über mein Interesse, und wir konnten über vieles sprechen, aber natürlich nicht über Politik, die Militärdiktatur oder die Verbrechen, die die Soldaten begingen. Der Name, der damals unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi, wurde nur flüsternd ausgesprochen – wenn überhaupt. Es gab ein weitverzweigtes Spitzelsystem. Diese Angst zu erleben, war sehr bedrückend.

In der Zeit dieser Diktatur entstanden deine Romane „Das Herzenhören“ und „Herzenstimmen“, die dich über die Jahre berühmt gemacht haben. Heute kennen viele Menschen diese traurigen und romantischen Geschichten zweier Liebenden in Myanmar. Was hat dich damals dazu bewogen?
Ebenfalls die Intuition. Ich werde oft gefragt, wie ich auf meine Ideen komme und antworte immer: die Ideen kommen auf mich. Ich muss nur die innere Ruhe haben, damit sie mich auch finden. Myanmar und seine Menschen haben mich auf meinen vielen Reisen so bewegt, so inspiriert und nachdenklich gemacht, dass es für mich völlig klar war, dass die Romane dort spielen müssen. Ich denke, dass die burmesische Kultur kein exotischer Hintergrund für die Geschichten ist, sondern ein ganz wesentlicher Bestandteil der Bücher.

Kennen die Menschen in Myanmar deine Bücher? Was denken sie über den Inhalt?
Ja. Meine beiden Burma-Romane sind in 35 Sprachen übersetzt worden und im vergangenen Jahr auch auf Burmesisch erschienen. Das hat mich natürlich unheimlich gefreut. Wir haben dann in Yangon eine Lesung organisiert, zu der viele, viele zumeist junge Menschen kamen. Ich war aufgeregt, weil ich nicht sicher war, wie die Bücher angenommen werden. Würde ich Vorwürfe hören, dass ich die burmesische Kultur nicht kenne und nur ein Klischee an das andere reihe? Zum Glück war das Gegenteil der Fall. Die burmesischen Leserinnen und Leser waren beeindruckt, dass ein Ausländer so authentisch über ihre Kultur schreiben kann. Das empfand ich als das größtmögliche Lob.

Wie hat sich aus deiner Sicht Myanmar in den letzten Jahren verändert, was erwartet den heutigen Reisenden im Vergleich zu vor zehn oder zwanzig Jahren?
Ihn erwartet an der Oberfläche ein anderes Land, welches sich rasend schnell verändert, vor allem in den großen Städten. Überall wird gebaut, es gibt Verkehrsstaus, schlechte Luft und große Probleme mit der Müllentsorgung. Heute haben 33 Millionen Burmesen ein Handy, zehn Millionen sind auf Facebook. Vor 20 Jahren gab es praktisch gar keine Telefone. Aber das ist nur die eine Seite. Wer sich die Mühe macht, die ausgetretenen touristischen Pfade zu verlassen, wird ein Land entdecken, das sich wandelt, aber mit einem ganz eigenen Tempo. Denn wie hat mir ein befreundeter Buchhändler einst prophezeit? Die Seele eines Volkes ändert sich nicht so schnell.

Menschen verbinden

Dr. Tigges Studienreisen verbinden MenschenEine wunderbar grenzenlose und offene Weltgemeinschaft – von dieser positiven Aufbruchstimmung war bereits die Gründung Gebecos im Jahre 1978 geprägt.
Schon früh bot die „Gesellschaft für internationale Begegnung und Cooperation“ daher Reisen in die damaligen Sowjetrepubliken, nach Kuba, China und in viele andere Länder an. Damals so wie heute sind wir davon überzeugt, dass ein durchdachter Reiseaufbau, der alle Facetten eines Landes berücksichtigt, das Verständnis für Menschen aus fremden Kulturen und deren unterschiedliche Lebensweisen entscheidend fördert. Auf unseren Reisen wird deutlich, was Menschen verbindet und trotz allem Trennenden immer wieder zusammenführt. Besonders die Reiseleitung durch einen hochqualifizierten, zumeist einheimischen Gebeco-Reiseleiter ist dabei ausschlaggebend. Dieser öffnet Türen, hilft bei der Verständigung und vermittelt zwischen den Kulturen.
Jordanien und Israel – Brücken über den Jordan

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr: Jordanien und Israel - Brücken über den Jordan
Jordanien und Israel: Erleben Sie auf einer Reise zwei Länder, die mehr gemeinsam haben, als auf den ersten Blick scheint. Wir begegnen Jordaniern, Israelis, Juden, Moslems und Christen und erfahren von ihnen mehr über die bewegte Vergangenheit und Gegenwart, die sie untrennbar miteinander verbindet. Vor allem aber nutzen wir Gelegenheiten, in das Alltagsleben der Menschen hineinzusehen, die diesen Raum geprägt haben. So besuchen wir Beduinen in ihren Zelten und folgen einem Kibbuzbewohner, der uns eine nicht weniger spezifische Lebenswelt vorstellt.

Ein Meer droht zu verdursten - und aus Feinden werden Verbündete

Dr. Tigges Themenjahr Israel und Jordanien Studienreise

Man kann sich auf seiner türkisfarbenen Oberfläche treiben lassen wie ein herangewehtes Blatt, so hoch ist der Salzgehalt jenes als Heilquelle bekannten Toten Meeres. Es liegt etwa 420 Meter unterhalb des Meeresspiegels – und somit am tiefsten begehbaren Punkt unseres Planeten – im Dreieck Jordanien, Israel, Palästina. Doch wie lange das noch möglich sein wird, ist ungewiss. Tag für Tag versickert ein Teil seiner bizarren Schönheit und Kraft im Erdboden. Denn sein Hauptzufl uss, der Jordan, wird seinerseits der Substanz beraubt. Städte und Unternehmen pumpen Wasser ab und lassen es zur Gewinnung von Mineralstoffen verdampfen. Eine wachsende Gefahr für das Tote Meer und seine Wildtiere, die seine Anrainerstaaten an einen runden Tisch gebracht hat, um gemeinsam eine Rettungsmaßnahme in die Wege zu leiten. Sie trägt den schönen Namen Friedenskanal.

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Marokko und Spanien – Zwischen Christentum und Islam

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr: Zwischen Islam und Christentum

Marokko und Spanien haben viel mehr miteinander zu tun, als wir es auf den ersten Blick vermuten. Und das nicht nur, weil der Turm der Kathedrale von Sevilla und das Minaret in Marrakesch architektonisch fast identisch sind. Die Meerenge von Gibraltar bildete über die Jahrhunderte eine Brücke zwischen den Kontinenten, Kulturen, Religionen und Menschen.

Ein Felsen zweier Nationen

Dr. Tigges Themenjahr: Marokko und Spanien – Zwischen Christentum und Islam
Über 2.300 Kilometer erstreckt sich das faltige Atlasgebirge im Nordwesten Afrikas über die Länder Marokko, Algerien und Tunesien und trennt den Kulturraum des Mittelmeeres von der Sahararegion. In der griechischen Mythologie markierte das Atlasgebirge das westliche Ende der damals bekannten Welt, und die Legende besagt, dass der zu Stein erstarrte Titan Atlas das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern trägt. Die Berber, die ursprünglichen Bewohner des Maghreb, leben heute in festungsartigen Siedlungen in den Tälern des Gebirges. Nur unweit entfernt ragt ein ebenso schroff er Berg aus dem Wasser – der Felsen von Gibraltar. Platziert in der Meerenge zwischen Nordafrika und Spanien leben auf ihm neben rund 30.000 Menschen auch die so genannten Berberaffen. Ursprünglich von den Mauren, später von den Engländern importiert, tummeln sie sich in Scharen auf dem 420 Meter hohen Ape’s Rock. Gibraltar ist seit 1830 britische Kronkolonie.

Seither streiten sich Spanien und Großbritannien um die Vorherrschaft des rund sechs Quadratkilometer großen Felsens. Stellt sich die Frage, ob derderzeit in England fortschreitende Brexit unverhoff tes Glück auf Seiten der Spanier bringt. Zumindest wurde ihnen bei den Austrittsverhandlungen von der EU ein zusätzliches Vetorecht für Gibraltar zugesprochen. Beim Referendum sprachen sich die Bewohner Gibraltars zu 96 Prozent für den Verbleib in der EU aus – eine solche Befürwortung gab es nirgendwo sonst. Schließlich pendeln bis zu 10.000 Spanier täglich auf das britische Überseegebiet, und auch Reisende genießen den Anblick roter Telefonzellen und den Geschmack von Fish and Chips mit Blick auf die Bucht von Algeciras und die Straße von Gibraltar.
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Kulturelle und regionale Vielfalt in Spanien

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr: Kulturelle und landschaftliche Vielfalt in Spanien

Die europäische Öffentlichkeit bestaunt die Ernsthaftigkeit, mit der viele Katalanen ihre politische Unabhängigkeit anstreben. Auch in anderen Regionen, wie etwa Galicien oder dem Baskenland existiert ein skeptischer Blick auf den spanischen Zentralstaat. Der Konflikt zwischen den einzelnen Regionen war im 20. Jahrhundert eine zentrale Ursache des spanischen Bürgerkriegs. Während dieser Reise von Barcelona nach Madrid lernen Sie die Vielfältigkeit des kulturellen Lebens in Spanien kennen und gehen überdies der Frage nach, wie es zu dem Widerspruch zwischen den Einigungsbemühungen in einem gemeinsamen Europa und dem Unabhängigkeitsstreben einiger spanischer autonomer Regionen kommt.

Von Bodega zu Bodega

Dr. Tigges Themenjahr Spanien Studienreise

Im Frühjahr leuchtend grün, im Herbst glühend rot und gelb – die Region Rioja ist vor allem für den Weinanbau bekannt, dessen Rebstöcke sich entlang des Ebro-Flusses über drei Regionen erstrecken. Rund 60.000 Hektar Anbaufl äche, die bis ins Baskenland und nach Navarra reicht. Etwa 20.000 Winzer und mehr als 500 spanische Bodegas machen das Gebiet zu einer der bedeutendsten Weinregionen Europas. Rioja Baja, Rioja Alavesa und Rioja Alta zählen dabei zu den fruchtbarsten Anbaufl ächen. Doch landschaftlich hat Rioja noch einiges mehr zu bieten: Während sich in der Ebene Weinstöcke aneinander reihen, thronen auf der hügeligen Umgebung traumhafte Städte wie Laguardia oder Briones. Felsmassive der Sierra de Cantabria oder der Sierra de la Demanda bilden einen Kontrast zu mediterranen Wäldern. Und was lässt die Seele nach einem anstrengenden Tagesausfl ug durch Gebirge und Wälder mehr entspannen als ein Glas Gran Reserva in dieser einzigartigen Region?

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Sizilien – Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr: Sizilien - ein Angebot das man nicht ablehnen kann

Es gibt nur wenige Regionen in dieser Welt, wo schon die Aussage „Ich komme aus Sizilien“ große Aufregung und unterschiedlichste Bilder hervorruft. Für die Einen ist die Mittelmeerinsel einer der spannendsten Plätze mediterraner Kultur, für Andere dagegen eine Insel der Kriminalität, für die Einen viel besungene „Schönheit“, für Andere eine Region, die keine Zukunft bietet. Doch Sizilien wandelt sich, man könnte sagen, die Insel erfindet sich neu. Denn wie auf keiner anderen Insel im Mittelmeer sonst kämpfen die Bewohner gegen vielfältige Vorurteile und gehen neue Wege, um sich selbst eine Zukunft zu ermöglichen.

Die Brücke von Messina und ein ewiger Traum

Dr. Tigges Themenjahr Italien Studienreise

In einem weit gespannten, schwerelosen Bogen schwebt die weiße Brücke über der Meerenge von Messina, gehalten von zwei filigran anmutenden Stützpfeilern, einer in Kalabrien, einer in Sizilien. Dazwischen das tiefb laue Meer, auf dem sich Kreuzfahrtschiffe, Frachter und Fischerboote tummeln. Von einer Seite zur anderen sind es 3.300 Meter, rund 500 Meter mehr als die Länge der Golden Gate Bridge. Ein solcher Brückenbau wäre sicher kein Kinderspiel, aber ein machbares, wenn auch anspruchsvolles Infrastruktur-Projekt.

Die Verbindung des italienischen Festlands mit der größten italienischen Insel ist ein Traum, dessen Verwirklichung seit über 40 Jahren diskutiert wird. Je nach politischer Ausrichtung der Regierung wurde das Projekt vorangetrieben, eine Betreibergesellschaft gegründet und Gelder bereitgestellt, ein paar Jahre später alles wieder rückgängig gemacht und die Pläne kamen zum Erliegen. Für die Autonome Region Sizilien wäre die Brücke eine Chance: ein touristischer Anziehungspunkt, der Arbeitsplätze schafft, eine „Querungshilfe“, die den Handel und die Bewegung von Unternehmen zu beiden Seiten der „Stretto“ genannten Wasserstraße erleichtert. Sizilien könnte noch mehr als bisher von seiner perfekten Lage im Zentrum des Mittelmeers profitieren, und der als rückständig geltende Süden Italiens würde auch international in den Fokus rücken. Als Wahrzeichen Süditaliens könnte die Brücke für den Beginn einer neuen Zeit stehen und ein Symbol für ein off enes, modernes Europa sein in einer Region, die auf halbem Weg nach Afrika liegt. Bleibt zu wünschen, dass aus dem Konjunktiv ein Indikativ wird.

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Geteiltes Zypern – bald wiedervereinigt?

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr: Geteiltes Zypern - bald wieder vereint?

Kaum etwas ist schmerzhafter für eine Nation und ihre Menschen als eine zerrissene Heimat. Schon über 40 Jahre ist Zypern eine geteilte Insel, doch in jüngster Zeit mehren sich die Zeichen, dass es in einer nicht allzu fernen Zukunft zu einer Wiedervereinigung kommen kann. Wir wollen erfahren, wie die Menschen mit der Teilung umgehen, ob sie sich arrangiert haben oder wie aktives Streben nach Wiedervereinigung aussieht. Auf dieser Reise tauschen wir uns mit Journalisten, Akademikern und Geistlichen aus, um deren Sicht auf das Land und die „Zypern-Frage“ zu erfahren. Und genau dieser Austausch verhilft uns zu neuen Perspektiven und lässt Brücken des Verständnisses entstehen.

Neue Chance - Zyperns Norden und Süden kommen sich näher

Dr. Tigges Themenjahr Zypern Studienreise

Vor dem Bergpanorama des Schweizer Kanton Wallis, in der Gemeinde Crans-Montana, trafen sich Ende Juni 2017 auf Einladung der Vereinten Nationen eine Handvoll Regierungschefs und Diplomaten, um Geschichte zu schreiben. Nach über 40 konfl iktreichen Jahren der Teilung in eine griechisch-zypriotische Süd- und eine türkisch-zypriotische Nordhälfte sollte die Mittelmeerinsel Zypern endlich wieder vereint werden.

Im Jahr der Teilung, 1974, als griechische Putschisten versuchten, den Anschluss Zyperns an Griechenland zu erreichen, besetzten türkische Truppen den Nordteil der Insel. Noch heute sind rund 35.000 türkische Soldaten auf Zypern stationiert. Und genau da liegt auch heute noch das Problem: Der türkisch-zypriotische Staatschef Mustafa Akıncı hält die Präsenz des türkischen Militärs auf der Insel für notwendig – Nikos Anastasiades, griechisch-zypriotischer Staatschef, sieht das anders. Die ganze Insel Zypern ist seit 2004 ein völkerrechtlich vollwertiges EU-Mitglied, sollte also Anspruch auf die gesamte Fläche der Insel haben und nicht des Schutzes durch Drittstaaten bedürfen. Eine schwierige Situation, die sich auch in den Verhandlungen bislang nicht lösen ließ. In die „Zypernfrage“ ist dennoch Bewegung gekommen.

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Kulturen und Landschaften des Balkans

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr Balkan Studienreise
Die Brücke von Mostar: Sie war mehr als einfach nur ein Verkehrsweg, war auch Sinnbild des friedlichen Miteinanders der Völker und Religionen auf dem Balkan. Doch das war nicht immer so. Nach dem Tod Titos begannen sich die Gräben zwischen den Völkern im ehemaligen Jugoslawien zu vertiefen. Es folgten die Bruderkriege: unzählige Tote, Vertriebene und eine zerstörte Wirtschaft. Welche Zukunft haben die neuen Republiken heute? Während unserer Reise durch den südlichen Balkan treffen wir auf Augenzeugen, Soldaten der IFOR, auf Geistliche und Politiker und machen uns unser eigenes Bild.

1.700 Jahre – Wo sich Osten und Westen treffen

Dr. Tigges Themenjahr: Kulturen und Landschaften des Balkans

Individualreisende haben das serbische Niš längst entdeckt. Seine Ausgrabungsstätte Mediana gewährt faszinierende Einblicke in die Zeit Konstantins des Großen, dem ersten christlichen Kaiser. Ein widersprüchlicher Herrscher – machtbesessen und dennoch wegbereitend. Einen ganz eigenen Charme hat auch die Festung von Niš: Erbaut auf den Ruinen eines römischen Militärlagers schenkt sie mit ihren romantischen Parkanlagen einen stimmungsvollen Ort für Sommerabende – und uns allen, die wir die Begegnung mit den Menschen vor Ort schätzen, einen beliebten Treffpunkt.

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Russlands verstehen

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr: Russland verstehen

Wechselhaft waren die deutsch-russischen Beziehungen über die Jahrhunderte: Kriege und politische Konflikte, erfolgversprechende Handels- und Wirtschaftsbeziehungen sowie ein blühender Austausch in Wissenschaft und Kultur. Auch in der Gegenwart des russischen Alltags finden sich viele Details, an denen sich Veränderungsprozesse im Verhältnis zu Europa und im Denken der Menschen ablesen lassen. Gebeco bietet seit 40 Jahren Reisen nach Russland an und schlägt so Brücken zwischen beiden Ländern.

Wer mit wem? Warum Deutschland die Oktoberrevolution protegiert haben soll

Dr. Tigges Themenjahr Russland Studienreise

Die revolutionären Entwicklungen unter Lenin waren der deutschen Heeresleitung alles andere als ein Dorn im Auge, erhoff te man sich doch als Nebeneff ekt jener politischen Unruhen die Niederlage der Russen an der Ostfront. So soll Deutschland nach Einschätzung vieler Historiker die Bolschewiken sowohl fi nanziell als auch logistisch unterstützt haben. Eine List, die so gesehen zunächst aufgegangen zu sein schien. Denn die vom Bürgerkrieg gezeichnete Großmacht zeigte sich alsbald zu Friedensverhandlungen mit den Deutschen bereit. Diese sahen sich als Sieger dieses Ränkespiels und widmeten sich nun mit aller verbliebenen Kraft der Westfront. Und Lenin? Gegen den wurde im Auftrag Kerenskis, dem Chef der russischen Übergangsregierung, ermittelt, stand er doch unter Verdacht, ein deutscher Spion zu sein. In Anbetracht der Umstände – wer kann es Kerenski verdenken?

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Großbritannien: Vereinigtes Königreich und Europa?

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr: Vereinigtes Königreich und Europa?
Das Ergebnis des „Brexit“ Referendums war für viele ein Schock. Für die Europäer, da sie auf eine starke Europäische Union setzen und für die Millionen Briten, die sich zwar einerseits in der Pose einer Brüssel-kritischen „Splendid Isolation“ gefielen, aber andererseits niemals auf die wirtschaftlichen Vorzüge einer Mitgliedschaft in der EU verzichten wollten. Nun sind die Würfel gefallen. Brexit ist Brexit. Die Verhandlungen um die Bedingungen des Ausstiegs und die zukünftigen Beziehungen mit Europa haben begonnen.

Der Hadrianswall ist Geschichte zum Anfassen

Dr. Tigges Themenjahr Großbritannien Studienreise

In die nach Norden am weitesten entlegene Spitze seines riesigen Römischen Reiches, der Provinz „Britannia inferior“, kam der reiselustige Kaiser Hadrian nur sehr selten. Als er Britannia im Jahr 122 nach Christus in Augenschein nahm, fi el ihm ein Missstand auf: Die Pikten, ein wildes, tätowiertes Volk aus dem Norden, trieben in den Grenzgebieten ihr Unwesen, überfi elen römische Legionen, schleuste unverzollte Waren ein und migrierte ungesehen in südlichere Regionen des römischen Gebiets. Um dem abzuhelfen und nicht in erster Linie aus militärischen Gesichtspunkten, ordnete er den Bau einer Grenzbefestigung an, die von Newcastle upon Tyne im Osten zum Solway Firth im Westen verlaufen sollte. In nur sechs Jahren Bauzeit entstand der nach ihm benannte Hadrianswall, ein Bollwerk aus Stein von 117 Kilometern Länge, mit 320 Türmen, 16 Hilfstruppen- und 80 Meilenkastellen. Wie alle Grenzlinien, die über Jahrhunderte Bestand haben, trennt und vereint der Wall zugleich.

Noch heute markiert er in etwa die Grenze zwischen England und Schottland. Aber er steht auch dafür, dass die Römer mit ihren Eroberungsversuchen jenseits des Limes keinen Erfolg hatten und niemals die gesamte britische Insel unter ihre Herrschaft bringen konnten. So steht der Wall auch für ein starkes, unabhängiges Britannien.

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Kulturelle Brücken zwischen Nord- und Lateinamerika?

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr: Kulturen und Landschaften des Balkans

Auf die Menschen in Lateinamerika übt der amerikanische Traum seit vielen Jahrzehnten eine starke Faszination aus und bewegte sie zur Migration in die USA. Wir nehmen Sie mit auf eine Reise, auf der Sie erleben, wie zwei Kulturen aufeinander stoßen. Was sind die Beweggründe der lateinamerikanischen Einwanderung und in welchem Zusammenhang steht sie zur Wirtschaft der USA? Begleiten Sie uns bei der Begegnung zweier amerikanischer Staaten und lernen Sie die Hintergründe des Denkens und der Meinungen der dort lebenden Menschen verstehen.

Eine staatliche Universität, die Geschichte schreibt

Dr. Tigges Themenjahr - USA - Mexiko Studienreise

Es ist 6.30 Uhr, James bahnt sich seinen Weg durch die Studenten der University of California, Berkeley. Unter seinen Armen klemmen Ordner, aus denen das Papier herausquillt. Eine studentische Hilfskraft hat der Professor für Physik und Chemie nicht. Geschweige denn einen Parkplatz für sein Auto – diese sind mit der Aufschrift „Reserved For NL“ gekennzeichnet – reserviert für Nobelpreisträger. Die Berkeley Universität im Staat Kalifornien ist eine der wenigen staatlichen Elite-Universitäten des Landes. Rund 40.000 Studenten besuchen die 1868 gegründete Hochschule derzeit – im Vergleich sind das nur knapp 10.000 mehr als an der Humboldt-Universität zu Berlin. In Bezug auf die Wissenschaft steht die staatliche Universität den privaten Elite-Universitäten in nichts nach. Hier zahlt man jedoch einen vergleichsweise hohen Preis: Rund 40.000 Dollar kostet das Studium im Jahr. Trotz oder vielleicht aufgrund staatlicher Förderung gilt Berkeley als eine der besten Universitäten der Welt. Sie vereint verschiedene Kulturen und Menschen aller Länder, steht für grenzenlose Kreativität und akademische Exklusivität.

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Indien – auf dem langen Weg zum Frieden

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr Großbritannien Studienreise

In wohl keinem anderen Land sind so viele verschiedene Religionen innerhalb der Gesellschaft präsent, wie in Indien und nicht immer ist dieses Zusammenleben unkompliziert oder gar spannungsfrei. Doch Begegnungen über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg bauen Brücken des Verständnisses und wirken stärker und nachhaltiger als jede theoretische Auseinandersetzung. Daher stellen wir bei dieser Reise die Begegnungen in den Vordergrund, denn der konkrete Austausch bietet immer wieder die Möglichkeit, ganz unkompliziert nicht nur über Trennendes, sondern vor allem auch über das Gemeinsame ins Gespräch zu kommen.

Immense Vielfalt – Die freiheitliche Grundordnung

Dr. Tigges Themenjahr Indien Studienreise
Weit über eine Milliarde Menschen leben in Indien. So kann der Staat, der den Großteil des indischen Subkontinents für sich einnimmt, auch zu Recht stolz darauf sein, die größte Demokratie der Welt zu bilden. Denn allen religiösen Konflikten und sozialen Spannungen zum Trotz gelingt es seit 70 Jahren, den breiten Fächer an ethnischen Gruppen und Glaubensrichtungen, an Klassen und Kasten, an Bildungsniveaus und Lebensphilosophien in eine stabile parlamentarische Demokratie einzuspannen. Das indische Wahlsystem ist kompliziert, aber es funktioniert. Gut Ding will eben Weile haben – und ausreichend Wahlhelfer.

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Brücken bauen – Vietnam verstehen

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr: Brücken bauen, Vietnam verstehen

Vietnam. Was aus der Entfernung wie eine Einheit erscheint, erweist sich bei näherer Betrachtung als vielschichtig und komplex. Die zweifellos vorhandenen Widersprüche in der vietnamesischen Gesellschaft haben viele, eng miteinander verwobene Ursachen, die teils in der Natur, teils in der französischen Kolonialherrschaft und teils in der Vietnampolitik der Amerikaner begründet sind. Und von der Gleichheit der Menschen in der vietnamesischen Nation ist man trotz der Wiedervereinigung von 1975 noch immer ein gutes Stück entfernt. Auf dieser Reise erleben wir die Zeugnisse der Geschichte und tauchen in die Kultur des Heute ein. So entstehen Brücken des Verständnisses. Es ist eine wundervolle Reise durch ein anmutiges Land.

Wie Pinselstriche in den Weiten Vietnams

Dr. Tigges Themenjahr Vietnam Studienreise

Stolze 41.000 Kilometer an Gewässern schlängeln sich durch die Landschaft Vietnams. Viele der naturbelassenen Flussbetten sind für große Schiff e nicht befahrbar. Umso bedeutender sind die großen Ströme wie der Rote Fluss und der Mekong, über die Tag für Tag Lebensmittel und andere Güter transportiert werden. Das Delta des Roten Flusses, der Nordvietnam mit Südchina verbindet, ist seit 2004 Bestandteil des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“. Mit rund 4.500 Kilometern ist der Mekong etwa viermal so lang. Sechs Länder passiert er auf seiner Reise durch Südostasien, bevor er ins Südchinesische Meer mündet. Mal tobt er durch felsige Schluchten, mal fl ießt er gemächlich durch grüne Landschaften. Die „Mutter des Wassers“ dient den Menschen als Nahrungsquelle und Energielieferant, als Logistikdienstleister und Lebensspender. Noch haben Wirtschaftsboom und Klimawandel seine Ufer nicht erreicht. Noch geht ihr Herannahen im Tosen seiner Stromschnellen unter …

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Myanmar – ein Land auf dem Weg zur eigenen Identität

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr: Myanmar auf dem Weg zur eigenen Identität

„Einheit in der Vielfalt“ könnte das Motto von Myanmar sein, denn 135 Völker und Ethnien sind im größten Flächenstaat Südostasiens beheimatet. Doch nicht umsonst wurde hier der Konjunktiv gewählt, denn bis zur tatsächlichen Einheit ist es noch ein langer Weg, auf dem es gilt, viele Herausforderungen zu meistern. Wir reisen nach Myanmar und machen uns ein eigenes Bild, denn wir begegnen in diesem wunderbaren Land den Angehörigen verschiedener Minderheiten und werden uns mit ihnen darüber austauschen, wie sie den Weg zur Demokratie erleben und was es konkret in ihrem Leben bedeutet. So entstehen Brücken des Verständnisses.

Hoffnung auf Daw Suu

Dr. Tigges Themenjahr Myanmar Studienreise

Am Tag ihrer Freilassung aus dem Hausarrest, dem 13. November 2010, trägt Aung San Suu Kyi ein zart lavendelfarbenes Kostüm und eine rot-weiße Blüte im Haar. Über den roten Zaun hinweg, der ihr Anwesen an der University Avenue in Yangon zur Straße hin abschließt, nimmt sie Blumen und Glückwünsche ihrer jubelnden Anhänger entgegen. Gerade ihre Inhaftierung, das Wegsperren und Ausblenden ihrer Forderungen, hat sie noch beliebter und zu einer Freiheitsikone Myanmars gemacht. Der Demokratiebewegung schenkt der Moment ihrer Entlassung Hoffnung: Seit Jahrzehnten setzt sich die Kritikerin der Militärregierung mit ihrer Partei National League for Democracy für die Wahrung der Menschenrechte im Land ein, für freie Wahlen und Bürgerrechte wie die Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit – für uns selbstverständlich, für Myanmar wären sie ein Meilenstein. Bis Aung San Suu Kyi politische Funktionen übernehmen kann, vergehen noch einmal sechs Jahre. Heute ist „The Lady“ erste Staatsberaterin und Außenministerin von Myanmar. Das Amt der Präsidentin blieb ihr verwehrt, da sie einen britischen Ehemann hatte und auch ihre beiden Söhne britische Pässe haben.

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China und Taiwan – zwei Seiten, ein China

Die Reise

Dr. Tigges Themenjahr: Zwei Seiten, ein China
Können Reisen die Welt verändern? Wohl kaum. Was sie aber verändern können, ist unseren Blick auf die Welt. Es gibt viele Beispiele dafür, wie unterschiedlich die Perspektiven auf ein und dasselbe Land sein können. Nehmen wir China und Taiwan. Zwischen beiden gibt es zwar viele Unterschiede, aber mindestens ebenso viele Gemeinsamkeiten. Durch diese gelungene Reisekombination haben wir die Möglichkeit, uns selbst ein Bild zu machen und einen differenzierteren Blick auf China zu wagen. Welches Ansehen genießt Dr. Sun Yat-sen, Revolutionär und erster Präsident Chinas? Welche Rolle spielen die Soong-Schwestern? Wie können wir „Greater China“ verstehen? Auf dieser Reise werden wir Beeindruckendes und Grandioses sehen und uns mit den unterschiedlichsten Menschen hüben wie drüben austauschen, denn das lässt uns Brücken bauen und Verständnis entwickeln.

Vereinigender Dr. Sun Yat-sen

Dr. Tigges Themenjahr China Studienreise
Faszinierend und ein bisschen unwirklich wirkt Shanghai, während man sich dem Stadtkern mit der Magnetschwebebahn nähert. Die Nachmittagssonne setzt das trendige Viertel Xintiandi perfekt in Szene und verführt dazu, sich mit der berühmten Shanghaier Küche vertraut zu machen. Zwischen Moderne und Tradition begegnen einem buddhistische Tempel, christliche Kirchen und sogar eine Synagoge, man sieht gigantische Kaufhäuser und winzige Garküchen und sich zügig fortbewegende Menschenströme. In einem Winkel dieser Metropole liegt das ehemalige Wohnhaus von Dr. Sun Yat-sen, dem einzigen chinesischen Politiker, dessen Ansehen gleichermaßen in China und Taiwan bis heute hoch geschätzt wird. Chinesen verehren ihn als Wegbereiter des Sozialismus, Taiwanesen hingegen sehen in ihm den Vater ihrer Republik. Sein Kampf um Frieden, Freiheit und Gleichheit war und ist es, der beide Seiten für sich vereint. Hier, am Standort der früheren französischen Konzession, darf der Besucher durch die Gemächer des Revolutionärs spazieren. Bücher, Bilder, Karten und Erinnerungsstücke an die Militärzeit geben einen Blick in das bewegte Leben dieses Mannes preis.

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Erlesenes zur Einstimmung

Unsere Buchempfehlungen für Ihre Dr. Tigges Studienreise.

Titel Autor Inhalt Verlag/ ISBN
Israel und Palästina – Warum kämpfen sie und wie können sie aufhören? Bernard Wasserstein Eine sachkundige Einführung in einen der schwierigsten politischen Konflikte unserer Zeit – den scheinbar ausweglosen Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern.
Das Maurische Spanien – Geschichte und Kultur Georg Bossong Georg Bossong beschreibt in diesem Buch anschaulich die wechselvolle Geschichte des Maurischen Spanien mit ihrem Glanz, aber auch mit ihren Konflikten.
Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert Walther L. Bernecker In diesem Buch verfolgt Walther L. Bernecker die bewegte Geschichte des Landes im 20. Jahrhundert und zeigt wie Spanien seinen europäischen Nachbarn immer ähnlicher wurde.
Phänomen MAFIA – Geschichte der Mafia und Antimafia Umberto Santino Dieses Buch, Ergebnis einer langjährigen Forschungstätigkeit, liefert einen sachlichen und weitgefassten Überblick über die verschiedenen Facetten des Phänomens "Mafia".
Zypern – Eine geteilte Insel – Geschichtliche Hintergründe, Politik, Fakten & Kultur - Sekundarstufe Bandi Koeck Was macht die fantastische Kultur Zyperns aus? Dieses Buch bietet Einblick hinter die Kulissen – mit Fakten zu Kultur, Politik und Geschichte.
Noch einmal für Jugoslawien: Peter Hadtke Thomas Deichmann Dieses Buch versammelt die substantiellsten Beiträge der europaweit geführten Debatte über die Vorurteile über die Schuldigen und die Opfer in den Kriegen Jugoslawiens.
Das sowjetische Jahrhundert – Archäologie einer untergegangenen Welt Karl Schlögel Der große Osteuropa-Historiker Karl Schlögel lädt mit seiner Archäologie des Kommunismus zu einer Neuvermessung der sowjetischen Welt ein.
BREXIT aus Versehen – Europäische Union zwischen Desintegration und neuer EU Paul J. J. Welfens Das Buch beantwortet die wichtigsten Fragen zum BREXIT-Referendum und liefert Hintergrundinformationen zum anstehenden EU-Austritt und dessen Folgen für die Weltwirtschaft.
Amerika verstehen – Geschichte, Politik und Kultur der USA Ronald D. Gerste Der Amerika-Experte Ronald D. Gerste führt in diesem Buch durch Geschichte und Gegenwart, durch Kultur und Politik, durch Glanz und Schatten eines mächtigen Landes.
Leben ist Brückenschlagen – Vordenker des interreligiösen Dialogs Karl-Josef Kuschel Karl-Josef Kuschel stellt die noch junge Geschichte interreligiöser Verständigung anhand exemplarischer Einzelportraits aus allen religiösen Traditionen der Menschheit dar.
Vietnam 151 – Portrait eines Landes in ständiger Bewegung in 151 Momentaufnahmen David Frogier de Ponlevoy Eine einzigartige Dokumentation der Facetten Vietnams – von Kultur und Gesellschaft, begleitet von Geschichten, persönlichen Eindrücken und einem Blick hinter die Kulissen.
Myanmar/Burma erzählt: 25 zeitgenössische Kurzgeschichten Klaus R. Schröder 25 tiefgründige und unterhaltsame Kurzgeschichten von 24 verschiedenen zeitgenössischen Autoren vermitteln ein Bild des heutigen Myanmar und seiner Menschen.
Begegnungen mit China und seinen Nachbarn Pankaj Mishra Kenntnisreich liefert der vielfach ausgezeichnete Publizist Pankaj Mishra erhellende und ungewöhnliche Einblicke in eine der wichtigsten Regionen des 21. Jahrhunderts.