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Lissabon erleben wie vor 30 Jahren - ganz ursprünglich

Jetzt Lissabon ohne Touristen-Massen erleben

Martin berichtet von seiner Lissabon Reise zu Corona-Zeit

Unser Vertriebskollege Martin war Ende Juli 2020 in Lissabon. Trotz Corona hat er die Reise gewagt und ist begeistert. Lissabon zeigt sich in dieser Zeit, wie vor 30 Jahren: ursprünglich, ohne Touristenmassen und Kreuzfahrtschiffe, stattdessen mit Delphinen im Tejo-Fluss und Flamingos im Delta.


Ich habe Lissabon sehr angenehm und sehr ursprünglich erlebt. Es war wie in meiner Kindheit vor 30 Jahren. So gut wie keine Touristen waren anzutreffen.

Zwischen Vorfreude und Sorge: Reiseplanung in der Corona-Zeit

Martin, hattest du wegen Corona Zweifel, ob du die Reise überhaupt antreten solltest?

Selbstverständlich hatte ich neben Vorfreude auch Zweifel. Aber ich besuche seit 20 Jahren regelmäßig meine Schwester in unserem ehemaligen Elternhaus in Estoril bei Lissabon und das sollte auch dieses Jahr klappen - solange die Corona-Lage es denn zulassen würde. Ich habe mich ständig informiert gehalten. Am Anfang der Pandemie war Portugal im Vergleich zum Nachbarn Spanien nicht stark betroffen. Dann stiegen die Zahlen im Großraum Porto an. Nach vier Wochen wurden die meisten Neuinfektionen im Großraum Lissabon nachgewiesen. Wenn man sich die Zahlen aber genauer angeschaut hat, konnte man sehen, dass sich die sogenannten „Infektions-Hotspots“ ausschließlich in den nicht-touristischen Gebieten befanden. Das beruhigte mich sehr. Hinzu kommt, dass die Familie meiner Schwester seit Pandemie-Beginn komplett im Homeoffice arbeitet und die Stadt Estoril ein eher touristischer Ort ist, in dem es wenig Neuinfektionen gab. Also beschloss ich die Reise anzutreten.

Gibt es in Portugal spezielle Konzepte, wie mit Corona im Bereich Tourismus umzugehen ist?

Gebeco-Lissabon-BlickJa und zwar sehr konkret. Die Nationale Tourismusbehörde hat im April das Hygienesiegel "Clean and Safe" geschaffen. Dies ist ein Qualitätssiegel, das touristische Unternehmen und Aktivitäten auszeichnet, die die Einhaltung von Hygiene- und Reinheitsstandards zur Vorbeugung und Kontrolle von Covid-19 und anderen möglichen Infektionen gewährleisten. Das hat mein Vertrauen in Lissabon als Reiseziel sehr gestärkt. Ein paar Wochen vor meiner Reise habe ich mir zudem ein Webinar angesehen, in dem portugiesische Hotels, Agenturen und Busunternehmer ihre Konzepte vorgestellt haben. Die Hingabe, mit der dies durchgeführt wurde und das Engagement der Beteiligten, gaben mir zusätzliches Vertrauen und Zuversicht darin, dass Portugal bestens auf die Gäste aus dem Ausland vorbereitet ist.


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Sichere Anreise mit dem Flugzeug trotz Corona

Du hast dich also entschlossen nach Portugal zu reisen, aber wie war die Anreise? Wie hast du die Situation an den Flughäfen und vor allem im Flugzeug selbst erlebt?

Für mich ging es von Hamburg via Frankfurt nach Lissabon. An allen drei Flughäfen haben die Gäste auf die Abstände geachtet und ihre Masken getragen. Das fand ich sehr beruhigend. Hand-Desinfektionsmittel waren an jeder Ecke bereitgestellt. Insbesondere am Flughafen in Lissabon stehen sehr viele davon zu Verfügung. Hier werden diese übrigens per Fußpedal betätigt, was ich nochmal besser fand. An den Gates wurden die Passagiere beim Boarding nach Sitzplatzreihen aufgerufen, sodass, obwohl die Flugzeuge ziemlich gut ausgelastet waren, kein Gedränge entstand. Beim Einstieg bekam jeder auch gleich Desinfektionstücher von der Crew gereicht. Wichtig war es dann gleich nach dem Hinsetzen, die eigenen Frischluftdüsen voll aufzudrehen, damit die gefilterte Luft hineinkommt. Darauf habe ich auch die Reihe vor und hinter mir freundlich aufmerksam gemacht, die den Hinweis dankbar angenommen haben. Auf den Strecken Frankfurt-Lissabon-Frankfurt wurden jeweils Getränke und Sandwiches serviert. Hierfür nehmen die Passagiere ihre Masken natürlich ab. Ich habe daher zeitversetzt gegessen und mein Sandwich erst zu mir genommen, als die meisten Gäste 10 Minuten später ihre Masken wieder auf hatten. Als die Flugzeuge im Zielgebiet ihre Gates erreicht hatten, blieben dennoch alle Passagiere sitzen. Die Crew rief die Passagiere, wie zuvor beim Einsteigen, wieder nach Sitzreihen auf. So entstand beim Rausholen des Handgepäcks und beim Verlassen des Flugzeugs kein Gedränge. In Lissabon angekommen war unser Gepäck und Sperrgepäck überraschenderweise sofort da, was sonst eher selten der Fall ist.


Lissabon zeigt sich mit wenig Touristen entspannt und authentisch

Du bist ja so gut wie jedes Jahr in Lissabon. Wie hast du die Stadt dieses Mal erlebt? War es wegen Corona anders als sonst?

Gebeco - LissabonOh ja. Sehr, sehr angenehm und sehr ursprünglich. Es war wie in meiner Kindheit vor 30 Jahren. So gut wie keine Touristen waren anzutreffen. Insbesondere in den letzten 10 bis 15 Jahren ist der Tourismus in Lissabon stark angestiegen. Davon ist heute, in Corona-Zeiten, nichts mehr zu sehen. Egal, wo man in Lissabon hingeht, man muss nirgendwo mehr Schlange stehen, um sich etwas anschauen zu können. Auch die vielen Auto-Rikschas, die sogenannten „Tuk-Tuks“ zur Beförderung von Touristen, die seit 2010 das Stadtbild Lissabons stark geprägt hatten, sind seit Corona wie vom Erdboden verschluckt... Nicht entgehen lassen sollte man sich gerade jetzt eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn. Alternativ zur berühmten Linie 28 kann man auch wunderbar die Linie 12 nehmen. Sollte es einem in Corona-Zeiten im Laufe der Fahrt dennoch zu voll werden, steigt man einfach aus und nimmt die nächste Bahn oder läuft die Strecke einfach zu Fuß ein Stück. Dabei erlebt man noch viel authentischer die einzigartigen Momente vom Alltag der „Lisboetas“, wie sich die Bewohner Lissabons nennen.

Das hört sich traumhaft an, für jeden, der Lissabon mal ursprünglich und authentisch erleben will. Aber wie sehen das denn die Portugiesen? Fehlt ihnen der Tourismus nicht?

Gebeco-Lissabon-StraßenbahnDas muss man sicher differenziert betrachten und das können andere besser als ich. Mir ging vor Ort aber Folgendes durch den Kopf: Einst war Portugal Seefahrer-Weltmacht. Die Portugiesen führten über Jahrhunderte Kriege mit den Spaniern und litten unter der Diktatur Salazars. Mit über 900 km Küstenstreifen blieb ihnen nicht viel anderes übrig, als auf das Meer zu schauen, unter sich zu bleiben und „Saudade“ (Fernweh/Sehnsucht) zu entwickeln. Mit dem Beitritt in die EU kam der Tourismus ins Land. Heute ist die Welt dort zu Gast, "wo das Land endet und das Meer beginnt" (Luís de Camões). Auch, wenn viele „Lisboetas“ vom Tourismus abhängig geworden sind, habe ich jetzt, in Zeiten von Corona, das Gefühl, dass die große Mehrheit tief durchatmet und genießt, diesen Sommer einfach einmal wieder unter sich zu sein. Dass dies aber keine Zukunftsperspektive für Portugal sein kann, steht auch fest, denke ich.

Für viele in Lissabon grenzt es an ein kleines Wunder: Täglich kommen wieder Delphine in die Mündung des Tejo Flusses!

Leere Plätze, keine Menschenschlangen und genug Platz für alle - Gibt es noch andere positive Effekte momentan?

Für viele in Lissabon grenzt es an ein kleines Wunder: Denn täglich kommen wieder Delphine in die Mündung des Tejo Flusses! Die Wasserqualität hat sich in den letzten Monaten stark verbessert. Es gibt mehr Sardinen, das lockt die Delphine an und zusätzlich kommen derzeit keine Kreuzfahrtschiffe nach Lissabon. Es gibt dadurch weniger Irritationen für die geräuschempfindlichen Tiere im Tejo. 2022 sollen alle Kreuzfahrtschiffe Landstrom erhalten und Lissabon hofft eines Tages auf die Auszeichnung zur „grünen Hauptstadt Europas“. Momentan sieht es dafür sehr gut aus. Und im Tejo-Delta 20 Autominuten von Lissabon entfernt, kann man Flamingos vor Korkeichen beobachten.

Martins Insider-Tipps für die nächste Reise nach Lissabon

Du hast in Portugal deine Kindheit und Jugend verbracht. Was schätzt du an Lissabon besonders?

Da bin ich natürlich befangen... Da ich hier aufgewachsen bin, liebe ich die Stadt und das Land einfach! Die Stadt Lissabon ist durch und durch historisch. Sie wurde zwar 1755 durch das große Erdbeben zerstört, jedoch klug und wunderschön wieder aufgebaut. Die sieben Hügel machen Lissabon sehr abwechslungsreich, charmant und gemütlich. Die berühmten alten Straßenbahnen fahren nicht nur für die Touristen umher, sondern dienen der Bevölkerung, neben dem modernen U-Bahnnetz, als alltägliches Verkehrsmittel. Durch die direkte Lage am Meer weht immer etwas Wind, der frische Atlantikluft in die Stadt bringt. Das ist einfach nur super angenehm! Generell empfinde ich die Portugiesen als sehr ruhige, tolerante, freundliche, friedliche und in der gesamten Art als sehr zurückhaltende Menschen. Das ist mir sehr sympatisch!

Dann hast du sicher auch einen Geheimtipp für die Stadt, oder?

Gebeco-Lissabon-AussichtspunktIn Lissabon gibt es so viele schöne Aussichtspunkte. Doch mein Liebster ist der „Mirdaouro da nossa Senhora do Monte“. Das Casa do Alentejo in Lissabon verblüfft mit seiner einzigartigen Architektur mit arabischem Einfluss und besitzt im zweiten Stock ein tolles Restaurant. Über 400 Jahre war Lissabon in maurischen Händen. Der heute noch sichtbarste Einfluss sind die Azulejos, die blauen Fliesen an den Häusern, die aus maurischer Tradition stammen. Daher empfehle ich auch einen Besuch des einzigartigen Kachelmuseums im ehemaligen Kloster Madre de Deus. Neben all den schönen und historischen Sehenswürdigkeiten Lissabons würde ich mir folgende Tagesausflüge nicht entgehen lassen: Sintra, nicht ohne Grund der Sommersitz ehemaliger Könige. Einen wunderschönen Tag kann man auch in Cascais verbringen. Mit der Küstenbahn sind es nur 25 Minuten bis in die mondänen Badeorte Estoril und Cascais. Auch der Nationalpalast von Queluz, eine der größten Rokoko-Schlossanlagen Europas, ist immer einen Ausflug wert.


Hast du einen Tipp für mich, was ich momentan beachten sollte, wenn ich ins europäische Ausland reise?

Ich persönlich kann nur jedem empfehlen, jetzt eine Metropole zu besuchen. Denn mit so wenig anderen Besuchern wie jetzt, wird man die Städte Europas wohl nie wieder erleben können. Selbstverständlich sollte man sich vorher über die Entwicklung der Infektionsraten informieren. Hier reicht es nicht, wenn man sich nur die Neuinfektionen für ein gesamtes Land anschaut. Die Neuinfektionen pro Kreis sind viel wichtiger. Denn je nach Region unterscheiden sich die Raten erheblich. Gleichzeitig sollten wir uns alle strikt an die Reisewarnungen und -hinweise des Auswärtigen Amtes halten. Keiner sollte unnötigerweise ein Risiko eingehen.

Vielen Dank Martin für das Interview und viel Erfolg dir jetzt wieder beim Arbeiten am Schreibtisch bei Gebeco. Weißt du schon wo dich deine nächste Reise hinführen wird?

Das kann ich noch gar nicht sagen. Dafür verreise ich zu spontan. Jedoch liebäugle ich zur Zeit mit Montenegro – die schöne Unbekannte.

Portugal und Europa haben viele Facetten und Highlights. Daher haben wir ein vielfältiges Reiseprogramm für euch zusammengestellt. Stöbert gern mal durch und stürzt euch in die Planung für die nächste Reisesaison:


Das Thema Sicherheit auf Reisen ist im Jahr 2020 stark in den Fokus gerückt. Mit uns als Reisepartner an eurer Seite seid ihr immer bestens betreut und abgesichert. Wie wir euch betreuen und welche zusätzlichen Sicherheiten wir euch bieten, lest ihr hier:


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